Nr. 245 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 1214 Bezugspreis: Für den Monat Mai 5800. goraus zahlbar. Unter Kreuzband Für Deutschland, Danzig, Saare und Memelgebiet fowie Desterreich und Zuremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen Behmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank Reid), Holland, Lettland, Luxemburg. Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und geit", der Unter baltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile Loftet 1500 M. Reklamezeile 7500 M. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Mort 500 M.( aufäffig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 250 M. Stellengesuche das erste Wort 250 M., jedes weitere Worb 200 M. 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Mai, das gestern hier ausführlich besprochen wurde, hat laut TU. folgenden Wortlaut: Herr Reichstanzler! erflärt, daß sie bereit sei, Im Deutschen Angebot vom 2. Mai hat die Reichsregierung „ nach Maßgabe der noch zu treffenden Vereinbarungen auch auf gefehlichem Wege dafür zu sorgen, daß die gesamte deutsche Wirtschaft zur Sicherung des Anleihedienstes herangezogen wird". Nachdem die Gegenseite eine Substanziterung der Garantien für die Berwirklichung eines ihr annehmbar erscheinen den Angebotes fordert, haben Sie, Herr Reichskanzler, zu erkennen gegeben, daß es Ihnen erwünscht wäre, von dem Präsidium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie eine Erklärung darüber zu erhalten, in welchem Umfange und vor allem in welcher Form es die Heranziehung der industriellen Wirtschaft als Garant für den Anleihedienst angängig und möglich erachte. S tragung auf den Fundus der einzelnen Sachvermögen in Formen entbindet dies die Regierung von der Aufgabe, von sich aus Mast des deutschen Rechtes auszusprechen. Die Modalitäten der Ver- und Berteilung der Leistungen unter Berücksichtigung der Interessen zinfung und Amortisation hängen wesentlich von den Bedingungen aller Erwerbsstände führend zu bestimmen und unabhängig für die notwendigen äußeren Anleihen ab. Bei Unternehmungen, die ihrem Charakter nach über entsprechenden unbeweglichen Befih festzulegen. Borarbeiten hierfür sind von der Regierung aufgenom nicht verfügen, fönnen Titel für geeignete persönliche Haftung ge- men. Mit der gleichen Selbstverantwortung wird sie die gefetschaffen werden. Die beschleunigte Ablösung der dinglichen Belichen Maßnahmen vorbereiten, die für die Steigerung der lastungen und sonstiger Titel durch steuerfreie Kapitalleistungen ist deutschen Leistungsfähigkeit erforderlich sein werden, wie sie im zuzulaffen. Die Laften derartiger Bürgschaften können von der wesentlichen in der Note vom 14. November unter weitgehender Zuohnedies schon franken Wirtschaft nur getragen werden, wenn der Stimmung der Parteien umriffen und von der Regierung wiederholt Staat die allgemeinen Lasten des Bolles durch äußerste Sparfamfeit zugesagt worden sind. im Innern möglichst verringert und wenn das gesamte deutsche Wir haben schon in unserer gestrigen Abendausgabe darBolt, insbesondere auch die gewerblichen und landwirtschaftlichen Arbeitnehmer ihre volle Kraft für die Abbürdung der Reparationstaft gelegt, wie wenig wir das Schreiben der Industrie für im Wege der Intensivierung der Arbeit( siehe III, 3) einsetzen. Nur begrüßensmert" halten und wie wenig wir für gerechtfertigt jo tann jene Attivität der Zahlungsbilanz wieder- halten, im Zusammenhang mit ihm von angebotenen Opfern gewonnen werden, die zu einer Stabilität der Währung führt. Dies zu sprechen. Wenn das, was die Regierung über die grundwiederum ift die unbedingte Boraussetzung für langfristige Gold- fäßliche Billigung und vorbehaltene Prüfung des Schreibens sagt, mehr sein sollte, als eine diplomatische Höflichkeitsflostel, 3ahlungen eines verarmten Landes. III. Die unter II genannten Berpflichtungen fönnen nur das heißt, wenn die Garantie der Wirtschaft nicht schließlich übernommen und die daraus entspringenden Leistungen nur erfüllt auf dem Wege der Gesetzgebung andere Formen erhält, als die 1. Nach dem Vertrage von Versailles haften für die Repara merden, wenn Deutschland durch entsprechenden Aufschub der in dem Schreiben entworfenen, wird die Regierung mit dem tionen ausschließlich Vermögen und Einnahmequellen 3ahlungen die Möglichkeit erhält, feine innere Lage zu stabilides Reiches und der Länder. Eine Verhaftung des Privat- fieren, und wenn der deutschen Wirtschaft die volle Bewegungsentschiedensten Widerspruch der Sozial= eigentums hat gemäß völferrechtlichen Grundsäzen nicht stattgefreiheit im Verkehr mit dem Auslande und im Auslande felbst, To demokratie zu rechnen haben. funden. Der Zugriff des Staates auf seine Bürger, insbesondere wie sie allen anderen Staaten gewährt ist, wieder zugebilligt wird. die Wirtschaft, ist eine rein innerdeutsche Angelegenheit; die unmittelbare Haftbarmachung gegenüber dem Auslande ist ausge-schlossen. Diesem Ersuchen entsprechend beehrt sich das Präfidium, das bei dem Zustandekommen der obigen Note nicht mitgewirkt hat, nach eingehender Prüfung nachfolgende Stellungnahme zu der gestellten Frage zu übermitteln: 4 Sozialistisches Schaffen. Von Ernst Reuter. Die deutsche Wirtschaft tann ferner bei der bestehenden inneren Wirtschaftslage feinerlei Verpflichtungen übernehmen und Leistungen vollbringen und wird es niemals fönnen, wenn nicht folgende une Im innerdeutschen Verhältnis ist der Staat Erstschuldner für erläßliche Voraussetzungen in bezug auf immere Wirtschaftsreformen die Reparationen. Er ist deshalb gegenüber den Bürgern wie erfüllt werden, welche auch die deutsche Regierung in ihrer am auch gegenüber der Entente verpflichtet, zunächst die ihm 14. November 1922 an die Reparationsfommission gerichteten Note Wirtschaftliche Not zermagt die Existenz, zermürbt Leben gehörenden Pfandobjette des Reiches und der Länder im wesentlichen als notwendig bezeichnet hat: und Gesundheit, Arbeitsfreudigkeit und hoffnungsfrohes Vorim Rahmen der Möglichkeit auszuwerten. Reicht dies nicht aus, 1. Grundfähliche Fernhaltung des Staates von der privaten ausschauen der Millionenmassen, lähmt bei Zehntausenden so hat er die Gesamtheit des Boltes nach Maßgabe der Kräfte Gütererzeugung und-verteilung, unbeschadet schärffter Bekämpfung und aber Zehntausenden Willen und Kraft zur Selbstbehaupnerhältnisse heranzuziehen, ehe er begrenzte Voltskreise zur wirklichen Buchers, mithin a) Aufhebung der Kriegs- und Tragung von Sonderlaften auffordert. Dies gilt auch für 3wangswirtschaft einschließlich des Abbaues der Außen- tung und zur Mitarbeit an der Zukunft der eigenen Klasse. eine etwaige Sonderbelastung der Wirtschaft, d. h. insbesondere des handelskontrolle, soweit lettere nicht zur Sicherstellung einiger Aeußerer Druck erschüttert den Bestand der Republik, läßt uns landwirtschaftlichen und städtischen Grundbesitzes, der Industrie, des weniger Lebenswichtiger Erzeugnisse für Volfsernährung u. dgl. er- leine frohen Tage sehen" und macht neue Aufbauarbeit fast Handels und des Bankgewerbes. forderlich und tatsächlich durchführbar ist; b) Aufhebung zur Unmöglichkeit, ohne die Sammlung und Schulung der Die industrielle Wirtschaft bekennt sich zu der für jeden Bürger aller Demobilmachungsvorschriften und Beschränkung Massen für die große geschichtliche Aufgabe sozialisti= felbstverständlichen Verpflichtung, für das im Staat der Staatsgewalt auf das Schiedsrichteramt bei Wirtschaftsstreitig fchen Schaffens fast zur Unmöglichkeit wird. Niemand verkörperte Baterland bis an die Grenze der Tragfähigkeit einzu- feiten von allgemeiner Bedeutung. treten. Das Ziel aller Bemühungen ist die Wiedergewinnung der 2. Erhaltung des Betriebskapitals und Ermög- leugnet, daß der Zusammenbruch des alten Regimes unendlich politischen und wirtschaftlichen Freiheit. Deshalb fann eine Bereitlichung angemessener Neubildung von Privatfapital zum Smede der viel alten Schutts weggeräumt, der dem politischen sozialen fchaft zur Uebernahme von großen Sonderlaften auch durch die Erhaltung und Entwidlung der Wirtschaftsbetriebe, mithin ent- und wirtschaftlichen Aufstieg der arbeitenden Massen hindernd Industrie nur ausgesprochen werden, wenn gleichzeitig das Gesamt- fprechende Umgestaltung der heute vielfach willkürlichen Steuergefeß im Wege stand. Mögen noch genug der Widerstände und problem der Reparationen sowohl nach außen wie auch innerhalb gebung( 3. B. Gewerbesteuer), insbesondere Hebung der Steuermoral der festen Burgen des alten absolutistischen Obrigkeitsstaats Deutschlands eine wirkliche Lösung erfährt. und Schaffung eines flaren, den Sparsinn anregenden Steuersystems. geblieben sein, er ist in seinen Wurzein erschüttert, seine 3. Boller Einsatz der vorhandenen Arbeitskraft für quantitative Wiederkehr erscheint unmöglich. Die Arbeiterschaft und qualitative Hebung der Produktion, also Steigerung der all hat freie Bahn. Der Staat erscheint nicht mehr als die gemeinen Arbeitsleistung. Dies fetzt voraus: Unterdrückungsmaschinerie der befizenden Klasse, er entwickelt fich vielmehr auch für die schaffenden Massen zum Fundament ihrer kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung. In Geim Sinne der Vorarbeiten des Reichswirtschaftsrates, Schaffung meinde, Staat und Reich in seine Boren einzubringen, ihn eines Arbeitsgesetzes; ferner Entlastung der Wirtschaft von unmit fozialem Geist zu durchdringen, die proletarischen Massen produttiven Löhnen. Offenes Bekenntnis von Regierung am Aufbau der Staatsgewalt zu beteiligen und zu interund Bolt zu derartigen Grundsätzen sowie sofortige Berwirklichung effieren, erscheint heute nicht mehr als umstrittene Bhantafie derselben durch alle beteiligten Faktoren insbesondere Regierung einzelner, sondern als die fast überall- wenn auch nicht ist unerläßlich. Sm anderen Falle werden alle Opfer des Volkes, immer gleichmäßig- flar erkannte Aufgabe der soziaeinschließlich der Wirtschafter, fruchtlos fein und nur die letzte off list is chen Parteien in den modernen Industrieländern nung Deutschlands auf ein bessere Zutunft vernichten. Die mit mit freiheitlicher demokratischer Entwicklung. verantwortung für einen derartigen Fehlschlag zu übernehmen, ist die Wirtschaft nicht in der Lage II. Im Rahmen des Gesamtproblems ist vorab zweierlei er. forderlich: Erhaltung der vollen Substanz der staatlichen Vermögens objette, ohne welche eine gesunde Wirtschaft unmöglich ist, und aus dem gleichen Grunde die Wahrung der Zellhoheit. Eine erfolgversprechende Haftbarmachung der( alleinigen) staatlichen Pfandobjette fann nur vor sich gehen, wenn die Reichs- und Staatsbetriebe nach privatwirtschaftlichen Grundsägen regeneriert und dauernd be trieben werden. Nach Meinung der Industrie wird es möglich sein, auf diesem Wege aus diesen Betrieben in absehbarer Zeit jährlich etwa 600 Millionen Goldmart, bei günstiger Entwicklung der Wirt schaft eine Milliarde und mehr herauszuwirtschaften. Die Frage, in welchem Umfange bie Bripatwirtschaft nach voller Auswertung der staatlichen Pfänder als fubfidiär haften der Bürge einzutreten hätte, hängt in erster Linie von der Höhe der jeweiligen Jahresleistungen des Staates ab. Die Garantie der Wirtschaft für die Erfüllung ihrer Zusatzbürgschaft fann trog größter Bedenken nur in einer Verpfändung ihrer Sachwerte garantie bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung des Achtstundentages Erhöhung der Tariffreiheit Sorge, Bücher. Bücher. Ernst v. Borsig. Carl Bosch. Duisberg. Frant. Hans Jordan. Peter Klöckner. Hans Kraemer. Lammers. Biatscheck. Reusch. Riepert. Riepert. Silverberg. Silverberg. Frik Thyssen. Carl Friedrich v. Siemens. Hugo Stinnes. Bögler. liegen. Das Präsidium des Reichsverbandes der Deutschen Industrie Der Standpunkt der Regierung. ist der Ansicht, daß die Wirtschaft und zwar ländlicher und städtischer Grundbesiz, Industrie, Handel und Bankgewerbe- unter Eine offizielle Verlautbarung des WTB.- Bureaus erläuAnspannung aller Kräfte neben den sonstigen schweren Lasten unter. tert den Standpunkt der Regierung gegenüber diesem SchreiErfüllung einer Reihe von Voraussetzungen jährlich eine Zufaz- ben folgendermaßen: bis zum Höchstmaße von 500 millionen Goldmark auf die Dauer von 30 Jahren übernehmen sollte. Der Rapitalwert einer derartigen Jahresleistung überschreitet die Hälfte des gegen: wärtigen Bertaufswertes desjenigen gesamten privaten immobilen Besites, welcher als Pfand dienen muß. Die industrielle Wirtschaft erklärt sich bereit, 40 Broz. der genannten Garantiesumme zunächst ohne Rücksicht auf das nor male Kräfteverhältnis der Wirtschaftsgruppen zu übernehmen. Der Beteiligungsmaßstab der verschiedenen Wirtschaftsgruppen muß sich in Zeitabschnitten von mehreren Jahren je nach der Berschiebung der wirtschaftlichen Lage sowohl nach oben wie nach unten ändern. Insbesondere wird es erforderlich sein, den städtischen Hausbesig innerhalb angemessener Frist zunächst durch Aber eben dieser Staat, dem das Proletariat nicht mehr fremd und feindlich allein gegenüberstehen kann( selbst die Kommunisten beginnen zu begreifen, daß man auf ihn Einfluß gewinnen muß und tann), fämpft einen beinahe verzweifelten Kampf mit den Mächten der Wirtschaft, die seinem Einfluß fich zu entziehen suchen. In Deutschland tritt diese staatsfremde Tendenz der Wirtschaft aus manchen historischen und auch aktuellen Gründen vielleicht stärker in Erscheinung. Borhanden ist sie in allen Ländern. So stark der politische Kampf tobt, die Wirtschaft erwies sich fast immer als die stärtere Macht. Das Zurückbleiben der politischen und Zu der Frage der Garantien für die deutschen Reparations- wirtschaftlichen Ergebnisse der Revolution von 1918 hinter leistungen liegt in dem Schreiben des Reichsverbandes der Deutschen den Erwartungen der Arbeitermassen ist nicht nur die Folge Industrie an den Reichskanzler ein wichtiger Beitrag vor. eigener innerer 3ersplitterung, widriger auswärtiDas Schreiben trägt dem von der Reichsregierung festgelegten Geger Verhältnisse, zerrütteter, durch den Krieg aufs. schwerste sichtspunkt der Heranziehung der Wirtschaft zur dinglichen Sicherung erschütterter Finanzen und Wirtschaft, es ist weitaus in erster ber deutschen Leistungen Rechnung, indem es fich prinzipiell Linie die Folge mangelnder wirtschaftlicher auf den Boden dieser Auffassung stellt. Damit ist ein M a cht der Arbeiterschaft, des Staates, wie auch mangelnder Schritt von großer Tragweite getan, den die Reichsregie wirtschaftlicher Erfahrung der Massen selbst. rung als eine Rundgebung des Willens führender Wirtschaftskreise Wenn eins dafür beweiskräftig ist, dann die so außerordentbegrüßt, an der Lösung der schwierigen Garantiefrage aus allen lich interessanten, und gerade in ihren Einzelheiten viel zu Kräften mitzuarbeiten und die für eine brauchbare Regelung des wenig bekannten Erfahrungen der russischen RevoGesamtproblems erforderlichen Opfer zu bringen. Die Regie- lution. Auch das Denten der deutschen Sozialdemokraten war rung wird unter eigener Berantwortung und in voller vor dem Kriege, wenn von fozialistischem Schaffen die Rede Unabhängigkeit prüfen, wieweit die Darlegungen des Schreibens über war, diftiert von der Vorstellung, die aus der Rechtlosigkeit wieder tragfähig zu machen, ehe er entsprechend herangezogen wird. die Bemessung und Berteilung der von der Wirtschaft aufzubringen- der deutschen Arbeiter, wie aus dem Mangel an geschichtlicher Die schlüsselmäßige Berteilung der zu übernehmenden Lasten inner- den Leistungen bei den weiteren Schritten der Reichsregierung Ver- Erfahrung verständlich war, der Vorstellung von dem Tage Ber. halb der einzelnen Wirtschaftsgruppen bedarf alsbaldiger Feststellung. Als Pfand für die Erfüllung der übernommenen Verwertung finden können. Denn so sehr es zu begrüßen ist, daß in nach der sozialen Revolution". Sozialismus und Arbeit für pflichtungen fann unferes Erachtens nur der Befiz an unbeweglichem Erkenntnis der Notwendigkeit großer Opfer einzelne Stände fich be den Sozialismus begann nach dieser Borstellung nach der Abbau der Zwangsmieten politischen Revolution, die als die primäre Boraus- j e tz u n g sozialistischer Wirtschaftsmaßnahmen galt. Die russische wie die deutsche Revolution zeigen gleicher- maßen, daß die Wirtschaft nicht dem Diktat des Revolvers, sondern der Leitung des Gehirns wie dem Schwergewicht wirtschaftlichen Einflusses folgt. Der Abstand zwischen erhofften Zielen und erreichter Wirklichkeit wäre zweifellos noch bedeutend größer, wenn nicht die organisatorische Geschlossenheit und Erfahrung der Arbeiter- Massen in Deutschland ihre großen gewerkschaftlichen Organi- sationen zu auch wirtschaftlich unentbehrlichen Faktoren des Produktionsprozesses gemacht hätte. Um so mehr gilt es zu begreifen, daß der Sozialismus so wenig wie der Kapitalis- mus erst nach einer Revolution plötzlich geschaffen wird, sondern in der Wirtschaft sich zu entwickeln beginnt. Freilich sich um so mehr zu entwickeln beginnt, je mehr die kommenden Träger sozialistischer Wirtschaft jede gemeinwirt- schaftliche, genossenschaftliche und öffentlich-wirtschaftliche Posi- tion behaupten und ausbauen, sie zu wirtschaftlichen Zitadellen, Kristallisationspunkten wirtschaftlicher Macht des gemeinwirtschaftlich-sozialistischen Gedankens machen, der Erfolge letzten Endes nicht deswegen erringen wird, weil er Idealen und Träumen gläubiger Sozialisten entspricht, sondern weil er im wirtschaftlichen Kampf sich bewährt, sich als der rationellere und leistungsfähigere erweist und durch seine Leistungen in den Massen für sich wirbt. Sozialistische Wirtschaft läßt sich nicht durch Dekrete einführen, sie muß wirtschaftlich wachsen und sich entwickeln. Gefetze können gewiß dieser Entwicklung Hemmnisse in den Weg legen oder sie auch beseitigen, können aber nicht öffentliche Gmeinwirtschast auf dem politi- schen Befehlswege schaffen. Der Erfolg und die Leistung entscheiden. Können wir heute nach den Rückschlägen, die wir unter der Nachkriegszeit erlitten haben, unter dem Druck der unge- lösten europäischen Krise hoffen, solche Erfolge zu erreichen? Viele glauben das verneinen zu müssen und raten uns, uns auf die Sicherung der demokratischen Errungenschaften zurück- zuziehen. Daß sie gesichert werden müssen, wer bestreitet es? Aber' welche Demokratie kann auf die Dauer ihren Namen verdienen, in der nicht auch die Wirtschaft immer mehr unter demokratische Einflüsse gerät? Politisch erschien die Zeit nach der Revolution allen Soziallsierungs- und Kommu- nalisierungsmaßnahmen günstig, aber die wirtschaftlichen Verhältnisse gerade der öffentlichen Betriebe schienen den Gegner jeder öffentlichen Wirtschaft rechtzugeben. Statt eines Fortschritts auf dem Gebiet der Soziasifieruna und Kommunalisierung erlebten wir empfindliche Rück- schritte, wurden wir in die Defensive gedrängt und hatten wir Mühe, jeden Fuß gemeinwirtschastlichen Bodens zu verteidigen. In den Gemeinden, in denen überall in Deutschland zu einer Zeit, in der der Einfluß der Sozialdemo- ' kralle höchstens ein moralischer war, die bürgerlichen Verwaltungen aus wirtschaftlichen Erfahrungen heraus, aus den Bedürfnissen ihrer Gemeindewirtschaft zunehmend zur Inbetriebsetzung großer Gemeindebetriebe übergingen, sahen wir die Gefahr der zunehmenden Entkommunali» s i e r u n g drohen. Mangel an Finanztraft bei den Gemeinden, Raubbau während des Krieges, der sich nicht soswst, heilen ließ, starte gruppenegoistische Tendenzen der beteiligten Arbeiterschaft gefährdeten die Wirffchaftlichkeit der öffentlichen Betriebe und verstärkten die Angriffsfront des robusteren, beweglicheren und finanziell stärkeren privaten Großkapitals, das feine Hand sogar nach den Eisen- bahnen auszustrecken sucht, von den unaufhörlichen Versuchen, die Betriebe der Großstädte in die Hand zu bekom- men, ganz abgesehen. Die Verhandlungen über die Beglei- chung der Reparationszahlungen werden sicher dem Groß- kapital zu einem erneuten letzten Vorstoß auf die reichs- �Weltgericht". Bon Joseph Roth. Motto:.Angesichts der Schwere der Ber- antwortttchteit...* Cäsaren, Heerführer und jene, auf deren Schullern die Tressen der Verantwortung liegen, nennen das Weltgericht ihr zustöndiges Forum. Vorgesetzter jener Menschen, die keine Lorgesetzten auf Erden haben, ist die Wellgeschichte, von der ein Dichter sang, sie sei das Weltgericht. Unerschütterlich ist das Vertrauen der Menschheit in diese letzte, reichlich späte Instanz. So unerschütterllch, daß sich die Menschen freiwillig teilen in Subordiniert« und solch«, die der Weltgeschichte zur Verfügung stehen, um von ihr gerichtet zu werden... Indessen ist die Weltgeschichte gewissermaßen ein Nachnahme. Weltgericht. Ihr Urteil fällt, wenn der Angeklagte nicht mehr er- reichbar und bereits zu seinen Vätern eingegangen ist; und dem ge- schehenen Unrecht bleibt nichts übrig, als zum Himmel zu schreien. Es ergibt sich bei näherer Betrachtung, daß die Weltgeschichte selbst aus jenen Ungerechtigkeiten zusammengesetzt ist, gegen die sie Anklage erheben soll. Sie ist ein juristisches Monstrum: Delitt, Staatsanwalt und vollziehende Strafgewalt in Einem. Sie verkündet ihr Urteil durch den Mund der sogenannten .Nachwelt"', die stets bereit ist, alle Ungerechtigkeiten, insofern sie alt sind, zu verdammen und— neue zu arrangieren. Da» Urteil über diese neuen pflegt die„Nachwelt" wieder der.Weltgeschichte" zu überlassen... Was aber bedeuten der Wellgeschichte ein paar Jahrzehnte? Sie bedenkt nicht, daß die Schuldigen irdischen Gesetzen gemäß sterben müssen und sich dem Weltgericht durch Ableben entziehen. Auf der großartigen historischen Weltanklagebank werden nur ihre Namen Platz nehmen. Der säumige Postbote ist bei lebendigem Leibe erreichbar. Ueber Ihn hat Gott einen Postamtsdirektor gesetzt. Ueber dem Postamts- direktor hängt der Postminister— aber wer richtet den Minister, wenn er nicht eine postalische Dummheit, sondern einen Wellkrieg verursacht? Das.Weltgericht"! Wer aber fürchtet ein Gericht, das den Beklagten nur zu einer einzigen harmlosen Strafe verurteilen kann: nämlich: Zeit seines Todes mit einem unangenehmen Attribut behaftet zu sein. Zum Beispiel:„Iwan, der Grausame": oder: z,Aatharina, die Blutige"... Fürwahr! Ein Schöffengericht ist wirksamer denn ein Well- jgericht! Der Schutzmann vom Potsdamer Platz kann mehr als die Weltgeschichle! Und deucht mich die Mitwelt auch nicht sehr ver- strauenswert— haftbar ist sie eher als die Nachwelt! Wie kann man also mit Hoffnung auf Erfolg an die Einsicht eines nur der Weltgeschichte Verantwortlichen appellieren? Wen fürchtet zum Beispiel Poincare? Den säumigen Postboten ereill die Straf« für ein geringes Ver- tzchen sofort. Em Polittker, der Blutbäder verschuldet, darf an Ler- eigenen Betriebe, vor allem auf die Eisenbahn, aeben, die den Schlüssel zur restlosen monopolitischen Beherrschung des Wirtschaftslebens in die Hand gäbe. Daß die Arbeiter- schast diese immer wieder auftauchenden Pläne bis zum letzten Mann geschlossen abwehren muß, ist ja Gemeingut der ge- samten Arbeiterbewegung, und auch innerhalb der bürger- lichen Kreise gibt es genug Abwehrtendenzen dagegen, daß man hoffen kann, dieser Bestrebungen Herr zu werden. Die Gemeindebetriebe haben offensichllich fast überall den Höhepunkt der Schwierigkeiten überwunden. Die in zahllosen Gemeinden jetzt vor sich gehende Reform der Wirtschaftsform der Gemeindebetriebe ist im Gegenteil viel- mehr als eine Stärkung des gemeindsichen Besitzes anzu- sehen, der dazu übergeht, sich überall den gesteigerten An- forderungen an kaufmännische, technische und finanzielle Be- weglichkeit anzupassen. Eine Konsolidierung der Wirtschaft- lichen Verhältnisse, die nach der Begleichung der Reparations- differenzen einmal ja kommen muß, wird die Möglichkeit geben, auf dem vor dem Kriege geschaffenen Fonds gemeind- licher Wirffchast neu weiterzubauen. Nur mit einem Unterschiede. Die Arbeiterschaft hat inzwischen ihre Stellung in den Gemeinden und in der Oeffentlichkeit so ge- stärkt, daß sie auf diesen Prozeß überall einwirken und ihn beschleunigen kann. Gerade hier glauben die privatwirtschafllichen Gegner des Sozialismus uns ein Fiasko prophezeien zu können. Sie berufen sich auf die Erfahrungen, die in.der Nachkriegs- zeit mit dem Verhalten der Arbeiterschaft in gemeinwirffchaft- lichen und für die Gesamtheit lebenswichtigen Betrieben ge- macht worden seien. Sie verkennen dabei, daß diese gewiß vorhanden gewesenen primitiv-gruppenegoistischen Tendenzen („wir haben den Staat an der Gurgel") durch die Praxis sehr bald korrigiert worden smd. Gewiß, die Not der Zeit erschwert Tausenden das Verständnis dafür, daß der Aufbau sozialistischer, gemeindsicher, genossenschaftlicher und öffent- licher Wirffchaftsbetriebe Hingabe und£3 p s e r s i n n gerade der Arbeiterschaft erfordert, daß solche Betriebe nicht unter dem Gesichtspunkt bequemerer und besserer Existenz- bedingungen allein betrachtet werden dürfen, daß das Be- wußtfein, Träger und Mitarbeiter an neuen Wirtschafts- formen zu fein, zu einem der stärksten Antriebe auch der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit der öffentlichen Betriebe werden muß. Aber wir können nicht verkennen, daß die Not auch sonst anormale Verhältnisse geschaffen hat und daß gerade hier ein Wandel unverkennbar, die Ein- ficht in die wirtschaftlichen Bedingtheiten und Notwendig- leiten ungemein gewachsen ist. Wir haben keme Deran- lassung, nicht anzunehmen, daß die Arbeiterschaft, die zur Hauptträgerin des Staatsgedankens geworden, deren Gemein- sinn sich als dem anderer Kneife mindestens ebenbürtig, wenn nicht überlegen gezeigt, nicht auch hier mancher innerer Schwächen sollte Herr werden. Wir haben zu nichts weniger Veranlassung als zu müder Resignatton. Wir haben nur eine Pflicht: die Pflicht u n- ermüdlicher Arbeit. Die sozialistische Gesellschaft und Wirtschast, sie wird uns weder geschenkt noch in einer Revo- lution von„entschlossenen Hundertschaften" geschaffen, sie erwächst aus den Bedürfnissen der allgemeinen Wirtschafts- entwicklung, sie erwächst aus unserer Arbeit und unserem Wollen und Wirten. Gehen wir an diese Arbeit, zeigen und leisten wir in ihr Erfolge, dann werden wir am ersten lähmenden Kleinglauben bannen und im Schaffen an neuen großen Zielen, an dem Werden neuer wirtschaftlicher gesellschaftlicher Macht der Gesamtheit dieMassenwieder neu zu Taten sammeln. ver vvlkerkmndkommlssar w vcmzig hat auf Ersuchen der polnischen Regierung in der Hafenbesttzstag« eine Entscheidung ge- troffen, die jedoch abermals gegen Polen ausgefallen ist. teidigungsmemoiren arbeiten für die.Rachwelt", die er gar nicht mehr erleben wird! Ueberhaupt ist die Wellgeschichte unzuverlässig. Bon den Pharaonen und Hohenzollern läßt sie nur großartige Pyramiden und Monumente stehn,—- aber ihre Edikte und Rankünen sind ver- gessen. Wirksamer als die Angst vor der Weltgeschichte wäre eine Angst vor dem Teufel. Er hat Flammenzungen, Schweif und Hörner und ist unentbehrlich für die Politik. Er könnte uns das„europäische Gleichgewicht" wiederbringen, das er sich geHoll hat... Gedächtnisfeier für C. W. Röntgen. Am Sonntag fand in der neuen Aula der Universität im Beisein des Reichspräsidenten und der Vertreter des Kultusministeriums ein« Gedächtnisfeier für den Forscher C. W. Röntgen statt, veranstaltet von der Deutschen Physi- kalischen Gesellschaft, von der Deutschen Gesellschaft für technische Physik und der Berliner Röntgen-Vereinioung. Di« Feier wurde eingeleitet und geschlossen mit weihevoller Musik, die vom Akademi- schen Orchester der staatlichen Hochschulen ausgeführt wurde. Prof. Koch(Hamburg), früher Schüler und Assistent von Röntgen, gab einen kurzen äußeren Lebensbildabriß des Forschers und fuhrt« aus, daß der Verstorbene auch ohne sein« weltberühmte Entdeckung in der wissenschaftlichen Welt an erster Stelle gestanden hätte. Sein« zahllosen Arbeiten auf allen Gebieten der Physik haben trotz der enormen Forsschritte der technischen Physik ihren Wert bis jetzt be- hallen. Seine große Fochbelesenheit machte ihn mit allen Physika- lischen Gebieten, vertraut, so daß er sein« Spezialarbeiten immer auf ganz allgemeiner Grundlckge aufbauen konnte. Neben seiner Forschertättgkeit wirkte er unermüdlich als stets hilfsbereiter Lehrer. Dr. G. Gehlhoff(Berlin) skizzierte die technische Entwick- lttng der Röntgenologie und die ganze Tragweite der Entdeckung in physikalsscher, medizinischer, technisch-physikalischer und industrieller Hinsicht. Und er bezeichnete als das Geniale von Röntgen, daß dieser der ganzen Entwicklung seinen Stempel zu geben verstand. Wenn wir jetzt einerseits die feinsten Lungengewebe, andererseits die Panzerplatten und Isolatoren auf Risse durchsttahlen können, wenn wir in Glühkathodenröhrchen nach Qualität und Quantität vollständig regulierbore X-Strahl«n-S«nder besitzen, wenn wir in unserer Materioluntersuchung bis zu der Welt der Molekül« und Atome vorgedrungen sind, so haben wir es vor allem Röntgen zu danken. Prof. Dr. Levy-Dorn endlich beleuchtete die therapeutische Seit« der Entdeckung. All« Gebiete der Medizin haben von ihr proftttert. Keine einzige Methode erlaubt eine so sichere und schnelle Diagnose. Di« Durchleuchtung erlaubt die Beobachtung der Organe in Bewegung, in Ausübung der Lebensfunkttonen, erlaubt die Fest- stellung der Bös oder Gutartigkeit der Erkrankung. Natürlich erfordert die Arbeit mit Röntgenbildern eine besondere Uebung und eine be- sondere Technik, natürlich müssen neben ihr auch die anderen Me- thoden angewandt werden, aber der Fortschritt in der Diagnose der Krankheit und die Möglichkeit, all« Organe des Körpers derart zu beeinflussen, daß krankes Gewebe zerstört und gesundes erhalten wird, bedeuten den Beginn einer neuen Aera der Medizin. Und es ist ein Zeichen für Röntgens Gesinnungsart, daß er seine Eni- deckung durch keine Patente geschützt, durch keine Rechte zu eigenem Nutzen ausgewertet hat, sondern sie der ganzen Menschheit schenkte. M. C. Die internationale üer Dummheit. Nationaler Block und Teutschvölkische gegen Hamburg. Paris, 28. Mai.(EP.) Der„Temps" schreibt zu den Be- schlüssen des Hamburger Sozialistenkongresses: Der Kongreß Hab« sich mn die Lage gedreht, in die Deutschland durch den Ver- sailler Vertrag und die Ruhraktion versetzt worden sei. All« Eni- jchließungen verfolgten den einzigen Zweck, Deutschland aus den Fesseln des Bersailler Vertrages zu be- freien. Die neue Internationale wevde, wie die Vorkriegsinter- nattonale unter dem Einfluß der deutschen Sozialdemotratte stehen was schon dadurch zum Ausdruck komm«, daß Deusschland im Vollzugsausschuß 3l> und Frankreich nur 16 Stimmen habe. Die in Hamburg improvisierte Internattonale erscheine somit m der Haupssache als eine Kriegsmaschine(?!), um das Prole- tariat aller Länder zu einem Feldzug zugunsten der Revision des Bersailler Vertrages zu vereinigen. Es sei bezeichnend in einem Augenblick, wo kein Franzose und Belgier mit Sicherheit in Deusschland reisen könne und wo sich alle Tore vor ihnen ver- schlössen. Die sozialisttschen Redner Frankreichs, die von den Deut- schen beklasscht würden, wüßten ganz gut, was sie von der wieder- gewonnenen Sozialisteneinheit zugunsten ihres Landes erwarten dürften. Zur gleichen Stunde, als das offiziöse Organ der Regierung Poincare diese Beschimpfungen gegen die neue Arbeiterinternationale und besonders gegen unsere französischen Genossen ausstieß, er- schienen im Berliner Organ der völkischen Wulle-Gruppe, dem „Deusschen Tageblatt", ähnlich« Verunglimpfungen des Hamburger Kongresses._ Schulprobleme in Schleswig. Durch Ritzaus Bureau werden Aeußerungen des dänischen llnterrichtsministers Appel zu der Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten Genossen Braun veröffentlicht. Es ist erfreulich, wenn auch Minister Appel warm für ein freundschaftliches Der- hältnis zwischen Deutschland und Dänemark eintritt und im Namen seiner Regierung und sämtlicher dänischen Parteien von polittschen Bestrebungen abrückt, die die deussch-dänische Grenz« zuungunsten Deusschland» weiter zu verschieben wünschen. Im Irrtum be- finden sich der Herr Minister und seine Freunde aber, wenn sie an- nehmen, der dänischen Minderheit in Deusschschleswig gehe es so schlecht, daß sie von dänischer Seite unterstützt werden müsse. Zu welchen Zwecken diese Unterstützungen tatsächlich miß- braucht werden, hat Ministerpräsident Braun in seinen Erklärun- gen angedeutet. Minister Appel vermeidet es leider, darauf ein- zugehen. Es wäre wünschenswert, wenn die dänisch« Regierung über die Verwendung des„Kulturfonds" Nachforschungen anstellt« und bei dieser Gelegenheit sich auch eingehender von der nicht immer heilsamen Tättgkett der dänischen Press« auf deutschem Boden überzeugte. Wenn Minister Appel bei den Klagen über schulpolittsche Hemmungen der deusschen Minderheiten in Därremark konkrete Bei- spiele vermißt, so ist das berechttgt. In dieser Hinsicht wird Der- säumte» nachzuholen sein. Wenn dann aber der Herr Minister seinerseits sich darüber beklagt, daß die dänischen Schüler aus deusschem Boden weniger Rechte haben als die deutschen in Dänemark und damit die Bewilligung des Kulturfonds begründet, so vermissen wir hier unserersekts Beispiele au» de« Praxis._ poincars meidet Theum's.. Die Verhandlungen zwischen Paris und Brüssel über das Zu- stmidekommen einer französisch. belgischen Konferenz dauern fort. Die belgische Regierung versucht, offenbar durch die englisch« und die italienische ermutigt, diese Aussprache möglichst ball» zu veranstalten, während PoinrarS die Angelegenheit, wie es scheint, dilatorisch behandelt, um sein» Begegnung mit Theunis zu vertagen. Bisher scheint«r soviel erreicht zu haben, daß man mit einer Zusammenkunft vor Mitt« d«r nächsten Woche kaum mehr rechnet. �, Spalkung de» Vereins Bertiner Künstler? Wie wir hören, hat sich«ine Reihe von jüngeren Mitgliedern des Verein» Berliner Kunstler zu einer„Arbeitsgemeinschaft" zusammengefunden und die dabei gefaßten Beschlüsse dem Borstand und den Vertrauens- männern vorgelegt. In einem Rundschreiben an die Vereinsmit- glieder heißt es:„Als Vereinigung von Künstlern können wir nur mit künstlerischen Mitteln demon- strieren und repräsentieren. Wir wollen daher— zu- nächst ohne Umbau— die Räume des Vereins, insonderheit die Aus- stellungsräume, neu und zweckmäßig Herrichten und in diesen Räumen dann im Oktober-Rovember 1923 ein« Herbstausstellung des LDK. veranstalten. Dazu bitten wir schon jetzt jedes einzelne Mitglied, dem in der letzten Hauptversammlung gewählten künstlerischen Beirat— Prof. Plontke, Arnold, Placzet— eincer st klassige Arbeit für den September zur Verfügung zu halten, denn nur eineQuali- tätsaus st ellung, die für Berlin ein Ereignis sein muß und nicht aussehen darf wie ein„besserer" Saal der früheren„Großen Berliner", kann die Lage für«ns günstig beemslussen, uns die Sympathie der Oeffenllichteit gewinnen. ...Dieser letzte Versuch der Wiederaufrichtuvg muß unternommen werden, wenn der Derein nicht im Chaos versinten soll." Eine Aufftischung täte dem altersschwach gewordenen Verein dringend not. Die dazu nöttgen Kräfte würden sich unter seinen Mit- gliedern wohl finden, fraglich ist es nur, ob die Verjüngungskur ohne einen operativen Eingriff möglich ist oder ob ste schließlich nicht zu einer neuen Sezession führen muß. Mehr Kinderschuh in der ZUmiudustriei Zu dem Artikel in Nr. 235 vom 23. Mai wird uns aus dem Reichsministerium des Innern geschrieben: Die Vorarbeiten für die vom Reichstag gefordert« Neuregelung des Lichsspielgefetzes sind in vollem Gange. Die Novelle ist im Re- ferentenentwurf bereits fertiggestellt, der zunächst Gegenstand von Beratungen innerhalb der Ressorts ist und nach weiteren Barbe- sprechungen mit den Verbänden und Vertretern der Industrie den gesetzgebenden Körperschaften zugehen wird. Die von der?lbg. Frau Bohm-Schuch aufgeworfen« Frag« des gesetzlichen Schutzes von Kindern bei Filmaufnahmen kann je- doch im Rahmen des Lichtspktgesetzes nicht gelöst werden, da dtefes Gesetz sich lediglich mit der Bildstreifen Vorführung befaßt, während etwa notwendige Maßnahmen auf dem Gebiete des Kinder- fchutzes im Rahmen des Gesetzes über Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben vom 30. März 1903 zu treffen sind. Auf die Anregung der Abg. Bohm-Schuch war das Reichs. Ministerium des Innern noch im Dezember 1922 mit dem Reichs- arbeitsministerium in Verbindung getreten, das eine Prüfung zu- gesagt hat, ob die Aufnahme besonderer Voischristen über die Mitwirkung von Kindern bei Filmaufnahmen in dieses Gesetz ncll- wendig ist. Im übrigen haben Erkundigungen ergeben, daß Miß- stände hier bisher nicht hervorgetteten find. Die Frage der Be- urlaubung von Schulkindern zu Filmaufnahmen ist Gegenstand eines Erlasses des Berliner Provinzialfchulkollegiums vom 9. Januar 1923, wonach die Beurlaubung von einer genauen Priiftmg abhängig ist, daß weder für die Gesundheit noch für die Sittlichkeit der Kinder Gefahren zu befürchten sind. Regierung und Arbeitsgemeinschaft. Warnung vor Stresemann. Die Unruhwelle. Die Folgen der rapiden Lebensmitteltenerung. Einen Beschluß, der die politische Lage in interessanter Weise beleuchtet, hat der Parteitag der Hamburger. Deutschnationalen gefaßt. In ihm gibt der Parteitag der Erwartung Ausdruck, daß das Kabinett Cuno seinen„ bis zu dem unglück- Dortmund, 28. Mai.( Eig. Drahtber.) Die Bewegung in Gelsenkirchen| Zechenplatz der dem preußischen Staat gehörigen Zeche Hibernia" lichen Angebot eingenommenen Standpunkt wieder aufnimmt Dortmund und Bochum, also in den eigentlichen Industriezentren des in der Nähe des Hauptbahnhofs. 110 Bergarbeiter, die arbeiund den Einflüssen des Herrn Dr. Stresemann Ruhrgebietes, erinnern in ihren Einzelheiten an die Bewegung teten, wurden ans Tageslicht geholt. In Arbeitskleidung wurden sie ebenso fest gegenübertritt wie denen der im Frühjahr 1919. Wie damals der Zusammenbruch, so hat durch die Hauptstraße getrieben und mußten Schilder tragen, auf Sozialdemokratie". jezt die Invafion der Franzosen und Belgier eine gewiffe geistige denen u. a. stand:„ Wir sind die Streitbrecher von Stresemann ist der Führer der Arbeitsgemeinschaft, auf unraft in die Arbeiterschichten gebracht, die von einer kleinen Hibernia." Auf der Zeche„ Consolidation" sind die noch arbeidie sich die Regierung Cuno stützt. Der Hamburger Parteitag Schicht verantwortungsloser Heger benutzt wird, um Bechen, Gas- tenden Grubenarbeiter ebenfalls aus der Grube herausgeholt wor werte und Fabriken stillzulegen, ohne überhaupt irgendwelche flare den. Die Empörung über dieses Vorgehen ist allgemein. der Deutschnationalen aber gibt der Erwartung Ausdruck, daß Richtlinien wirtschaftlicher oder politischer Art damit zu verfolgen. Die Kommunistische Partei erklärt, daß sie für diese Vorfälle nicht der Reichskanzler den Einflüssen Stresemanns fest entgegenDie Arbeiterschaft wehrt sich im allgemeinen gegen das Treiben verantwortlich sei. treten" werde. Dasselbe soll gegenüber der Sozialdemokratie dieser Terroristen. Ueberall hört man, daß nur unter dem Zwange Der tommandierende französische General in Recklinggeschehen. Einen Standpunkt, wie ihn der Hamburger Partei- des Terrors die Arbeitsstellen verlassen werden. Eine heftige Gegen- hausen hat dem Oberbürgermeister mitgeteilt, daß er teine Bertag der Deutschnationalen einnimmt, tann man nur ein- attion aus den Reihen der Arbeiterschaft selbst, wie sie 1919 erfolgte, anlassung habe, sich in die deutschen Streitigkeiten einzunehmen, wenn man in der Regierung Cuno ein deutsch- hat bis jetzt noch nicht eingesetzt. Es wäre aber völlig verfehlt, die mischen(!). Er tönne es auch nicht erlauben, daß seine Truppen nationales Minderheitstabinett erblickt. Bewegung nur auf die Heße und die ausländische Provokation zurüd- Polizeidienste versehen. Er hat aber zu verstehen gegeben, daß er eingreifen würde, wenn sich die Lage verschlimmert. Unter diesen Umständen gewinnt ein Artikel der Beit", zuführen. des offiziellen Organs der Volkspartei, der sich gegen alle Der Zusammenbruch der Stühungsaktion hat große Unruhe in die Bevölkerung getragen. Krisengerüchte mendet, besondere Bedeutung. Die " Zeit" seht sich energisch für ein Verbleiben der gegenwärtigen Zur Explosion tam es, als die Händler, nachdem der Dollar stieg, die Preise dem Stande des Dollars anpaßten. Das geht besonders darRegierung im Amte ein und schreibt: aus hervor, daß sich die Bewegung zunächst gegen die ungeheure Steigerung der Preise für Fette und Fleisch auf dem Gelsenkirchener Fleischmarkt wandte. Unter der Parole Preis abbau gingen hier die ersten Erzeffe vor sich. Die wirtschaftlich schwere Lage der arbeitenden Bevölkerung ist nicht zu verkennen. Arbeiter und Angestellte und es fommen besonders Arbeiter in Betracht haben von den Werten große Vorschüsse erhalten, die jetzt zum Teil einbehalten wurden. So trat der Fall ein, daß Familienväter nur 20-, 40 und 60taufend Mart ausgezahlt erhielten. Die Mißstimmung wurde noch durch die infolge des Wertrüdganges der deutschen Mart eingetretene Hauffe gesteigert. Außerdem macht man den Berliner Stellen den Vorwurf, daß fie die Der Zusammenhang der diplomatischen Aktion duldet gerade im jetzigen Augenblic feinen Wechsel. Das Kabinett Dr. Cuno ist auch durchaus imstande, den Faden weiterzuspinnen. Es kann allerdings eins nicht: Die Summe erhöhen, die in der ersten Note von ihm als Betrag der deutschen Leistungsbereitschaft und Leistungsmöglichkeit genannt worden ist. Darauf kommt es aber auch bei der Fortsegung des Notenwechsels nicht an. Es gibt eine Anzahl von greifbaren Anfnüpfungspunkten, die ohne ein Eingehen auf die Endsumme die Fortsetzung der Diskuffion, d. h. also dasjenige, worauf es im Augenblic ankommt, durchaus gestatten. Eine deutschvölkische Bekehrung. denkt. Lohnregelung verschleppt -O Die Dortmund, 28. Mai.( WTB.) Die Lage ist seit Sonnabend abend unverändert. Auf der Zeche Tremonia find 350 Mann von der etwa 2000 Mann betragenden Belegschaft eingefahren. Redlinghausen, 28. Mai.( WTB.) Hier streifen die Zechen Emscher- Lippe, Recklinghausen 1 und 2, König Ludwig, General Blumenthal 1 und 2. Laut Befehl des Generals Degoutte werden ab 29. Mai öffentliche Ansammlungen nicht mehr gestattet. Die Dresdener Vorfälle. * Die Spannung in Dresden hält an. Dresden, 28. Mai.( WTB.) Ueber die Vorgänge der letzten Tage verbreitet die Nachrichtenstelle der Staatskanzlei eine Notiz, in der es heißt: Ueber angebliche tommunistische Krawalle in Dresden find allerlei Meldungen, vornehmlich in außersächsischen Blättern gebracht worden, die eine sehr übertriebene Die Beit" erklärt dann weiter, die Arbeitsgemeinschaft fei ,, vollkommen von der Notwendigkeit durchdrungen, daß das Darstellung der Vorgänge der letzten Tage geben. Es sind Kabinett Cuno am Ruder bleibt und die Verhandlungen haben, und dieser Borwurf ist berechtigt, weil in dieser Beziehung verdächtige Agenten und Persönlichkeiten beobachtet worden, von weiterführt." Daraus ergibt sich, daß eine Mehrheit, die bereit viel schneller und energischer eingegriffen werden mußte. denen anzunehmen ist, daß sie mit den Demonstrationen in Verwäre, die Regierung Cuno durch eine andere zu ersetzen, zurzeit Bureautratie, die man an vielen Stellen in Berlin findet, bindung stehen und daß sie Interesse daran haben, übertriebene richbet größeren Schaden an, als man in der Reichshauptstadt wohl Meldungen nach auswärts zu geben. Plünderungen, wie nicht vorhanden ist. Der Einfluß der örtlichen fommunistischen Agitation ist nicht sie in einzelnen Nachrichten behauptet werden, find nicht vorge zu verkennen. Die Heße, die von fommunistischer Seite und tommen, auch ernstere Zusammenstöße mit der Polizei haben den Unionisten wochenlang in Presse und Versammlungen betrieben nicht stattgefunden, mur an einigen Stellen ist es zu unbedeutenden Die Rote Fahne" richtete in ihrer Sonntagsausgabe an die wurde, mußte schlimme Folgen haben. Auf jeden Fall hat die kom. Schlägereien gekommen. Bon besonderen Maßnahmen in 3widau Reichsregierung die etwas dunkle Aufforderung, die Mordheze munistische Hehe das terroristische Treiben begünstigt. Auf diesem ist ebenfalls teine Rede. Die Regierung wird im übrigen alle gegen die Kommunistische Partei" einzustellen, andernfalls die KPD. Boden ist auch die Tätigkeit französischer Agenten, die Maßregeln treffen, um die Ruhe und Ordnung aufrecht das Schweigen brechen werde. Das bringt die völkische ohne Frage ihre Hand im Spiel haben, erst möglich geworden, wenn zu erhalten. auch direkte Beweise für diese Tätigkeit französischer Spizel und „ Deutsche Zeitung" aus dem Häuschen. Sie schreibt: Dresden, 28. Mai.( TU.) Die Spannung in der GesamtWas soll das heißen? Entweder handelt es sich lediglich um Provokateure noch nicht zu erbringen sind. Wie weit die Rechtsleere Drohungen gegen die topflofe" Regierung, oder die Rote organisationen die Bewegung für ihre besonderen Zwede benußen, Stimmung der Bevölkerung hält noch immer an. Die Geschäfte Fahne glaubt wirklich, etwas zu wissen, womit sie hochperrat fann ebensowenig festgestellt werden. Fest steht, daß in den soge müssen immer noch dem Drud der Erwerbslosen nachbegehen kann. In beiden Fällen müßte aber doch sofort ener. nannten proletarischen Wehren sich vielfach fremde Gestal gebend geschlossen halten, wenn auch große Demonstrationen nicht gif zugegriffen werden. Die Regierung fann fich folche ten befinden, über die man im Zweifel fein fann, ob sie rechts oder mehr stattgefunden haben. Die Versorgung der Bevölkerung mit freche Rampfansage unmöglich länger gefallen lassen!" links gerichtet find. Viel besprochen wird die Tätigkeit des Gelbst- Lebensmitteln ist jedoch durch die Fortdauer der Schließung der Erinnert sich vielleicht die Deutsche Zeitung" daran, daß der schuzes. Wir haben uns um Klarheit über die Zusammensetzung des Geschäfte immer gefahrdrohender geworden. Der Polizeipräsident in deutschvölkischen Kreisen nicht ganz unbekannte Rein Gelsenkirchener Selbstschutzes eifrig bemüht und festgestellt, daß sich erließ heute eine Verordnung, in der er nachdrücklichst an die Einrechtzuerhalten. Jede Störung des Erwerbslebens, die die hold Bulle vor kurzem in einer sehr diskreten„ nationalen der Hauptteil aus Kaufleuten jüdischen Glaubens zusammensetzt, ficht der Bevölkerung appelliert, um Ruhe und Ordnung aufdenen sich Parteigenoffen und freiorganisierte Gewerkschaftler ange- Lebensmittelverforgung gefährden würde, würde Sache" öffentlich Sturm gegen Herrn Cuno lief und mit weiteren ſchloſſen haben. Wenn sich rechtsgerichtete faschistische Elemente zu mit der Ordnungspolizei nachdrücklichst bekämpft werden. Außerdem kompromittierenden Indiskretionen drohte? Nach der Auffassung diesem Selbstschutz gefunden haben, so tönnen diese nur einen der Deutschen Zeitung" ift Herr Bulle also ein Hochverräter, bem- leinen Bruchteil ausmachen. Die Zahl könnte sich höchstens stellte der Polizeipräsident in Aussicht, daß für Minderbemittelte gegenüber fofort energisch zugegriffen" werden müßte. Das ist ein auf ein Dutzend belaufen. Allerdings hat der Selbstschuh in Gelsen- Gelder und Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt Sinneswechsel, den man mit Genugtuung verzeichnen kann. firchen eine große tattische Dummheit begangen, indem er am Mitt werden. Im Laufe des Vormittags trat der woch nach den Borfällen auf dem Gelsenkirchener Markt die BahnRegierungsbildung in Württemberg. Aus Stuttgart wird uns geschrieben: Rat der Stadt Dresden thobbl hofstraße absperrte, um eine fommunistische Bersammlung im Kri- zu einer außerordentlichen Sigung zusammen. Es wurde beschlossen, stallpalaft zu verhindern. Erreicht wurde nur, daß sich Anfamm- um eine weitere Schädigung des Wirtschaftslebens zu verhüten, lungen bildeten und es zu den ersten Zusammenstößen tam. Das durch Bereitstellung von Unterstützungsmitteln den Et war nur möglich, weil die in Frage tommenden Städte durch die werbslosen nachzugeben. Man bewilligte in Anerkennung der französische Besaßung systematisch von der Schuhpolizei entblößt waren. In Württemberg ist durch den Tod des dem Zentrum angeDringlichkeit ein Berechnungsgeld von 500 Millionen Mark zu Lasten des Haushaltungsplanes 1923 in der Erwartung, daß der Behörenden Innenministers Graf eine Umbildung der Regierung notwendig geworden, die voraussichtlich eine Verschiebung Dortmund, 28, Mai.( Eigener Drahtbericht.) In Dortmund und trag durch Sammlung in den Kreifen des Handels, der Industrie und der Banten ganz oder teilweise gedeckt wird. 200 Millionen innerhalb der drei Koalitionsparteien( Sozialdemokraten, Demo- im Landkreis Dortmund ist es, abgesehen von fleineren Zwischen Mart sollen dem städtischen Fürsorgeamt und 300 Millionen Mart Praten und Zentrum) zur Folge haben wird. Während nämlich im fällen, am Montag ruhig geblieben. Auf der Zeche Mont dem Kriegsfürsogeamt und dem Drtsamt für Kriegerfürsorge zuWürttembergischen Landtag die Sozialdemokraten durdy 27, das Cenis haben sich in einer Abstimmung von 450 Abstimmenden 360 geführt werden. 50 000 Unterstützungsbedürftige würden eine einZentrum burch 23 und die Demokraten durch 17 Abgeordnete ver- für Arbeitswiederaufnahme ausgesprochen. Neu in den malige Unterstübung von 10 000 Mart erhalten. Weiterhin wurde treten sind, hatte das Zentrum bisher von den 5 Ministerpoften Streit getreten ist die Zeche Erin. In Hörde ist es seit dem 26. Mai die Staatsregierung ersucht, bei der Reichsregierung unverzüglich zwei( Justiz und Inneres) und die Demotraten ebenfalls zwei abends zu neuen Unruhen nicht gekommen. Die Zugangsstraßen um ausreichende Erhöhung der Erwerbslofenunterstützungsfäße mit ( Kultus und Finanzen, wobei Kultusminister Hieber gleichzeitig noch nach hörde find von den Franzosen abgesperrt. Im Landkreis Hörde Wirkung vom heutigen Tage einzutreten. Endlich beschloß der Rat, das Amt des Staatspräsidenten ausübt) inne, während die bauern die Zechenstreits trop zunehmender Arbeitswilligkeit aus die Regierung um Maßnahmen zu ersuchen, damit die Polizei ihrer Sozialdemokratie als stärkste Partei nur durch den Genoffen Furcht vor dem Terror der Aufrührer an. Die Provinzialstraße Aufgabe für Ruhe und Ordnung im öffentlichen und WirtschaftsReil als Arbeits- und Ernährungsminister vertreten war. Mit Dortmund- Bochum ist im Landkreis Hörde von französischem Mili leben zu sorgen, gerecht wird. Es ist nunmehr festgestellt worden, vollem Recht fordert deshalb jetzt die Sozialdemokratie bei den Ber- tär abgesperrt. Radauluftige Elemente werden angehalten und daß die Erregung der Minderbemittelten darin zu suchen ist, daß in vollem Recht fordert deshalb jezt die Sozialdemokratie bei den Ver- zurückgeschickt. In Bochum ist es mit Ausnahme kleinerer Zwischen den letzten Tagen der großen Martentwertung in den Markthallen handlungen zwischen den Koalitionsparteien, daß ihr ein ihrer fälle am Montag ruhig geblieben. In Gelsenkirchen- Stadt ist es die Lebensmittel einviertelstündlich heraufgefeht Etärte im Parlament entsprechender Einfluß in der Regierung ein- ruhig. Auf den Zechen des Gelsenkirchener Bezirks hat sich die geräumt wird. 3war haben Zentrum und Demokraten den An- Lage jedoch verschärft. Auf einer Reihe von Zechen find heute wurden. Die Preisprüfungsfommission hat nunmehr festgesetzt, daß spruch unserer Partei als berechtigt anerkannt, aber den Forde- morgen die Belegschaften von fommunistischen Elementen heraus- Preiserhöhungen für Lebensmittel usw. nicht im Laufe eines rungen der Sozialdemokratie in der Praxis Rechnung tragen, dazu geholt worden, obwohl etwa 90 Proz. der Arbeiter arbeitswillig sind. Tages vorgenommen werden dürfen. fonnten sie sich in den bisherigen Verhandlungen noch nicht ver- In Witten wird mit Ausnahme dreier Betriebe in sämtlichen Werft: hen, so daß die Neubildung der württembergischen Regierung fen gearbeitet. In Herne ist die Streiflage unverändert. Am Montagnachmittag fand vor dem Wittener Rathaus eine Demonnoch völlig in der Schwebe ist. stration statt, weil der Magistrat die Forderung der Streifenden auf Bildung eines nur aus Rommuniften bestehenden Selbstschuhes und Anerkennung eines gleichfalls rein fommunistischen Kontrollausschusses abgelehnt hatte. In Essen versuchten am Montag London, 28. Mai.( Tul.) Der neue Premierminister Stanley Menschenanfammlungen, auf dem Wochenmarkt Preisherab Baldwin wurde in der heutigen Versammlung der tonfervativen fegungen vorzunehmen. Zu größeren Unruhen tam es nicht. Bartei einstimmig und mit Begeisterung zum Führer der Par- In Redlinghaufen hat sich der Streit im Bergbau auf die Bechen 1 tei gewählt. In der Versammlung wurde zuerst eine von Lord und 2 und 3 und 4, Julia und General Blumenthal 1-2 ausgedehnt. Derby vorgebrachte Resolution angenommen, in der tiefes Ben Bottrop, wo es am 26. Mai auf dem Wochenmartt zu Breis dauern über den Rücktritt Bonar Laws zum Ausdruck fommt. herabsetzungen gekommen war, ist durch die Stadt eine 120 Köpfe Curzon sowohl wie Derby widmeten dem gewesenen Min.sterpräsi- starte Gewerkschaftspolizei, in die auch 40 Kommunisten aufgenom denten herzliche Worte. Daraufhin schlug Curzon die Wahl men find, gebildet worden. Terror in Gelsenkirchen. Baldwins zum Führer der Partei vor. Er sprach von seinen emiBaldwin Führer der Konservativen. Holzarbeiter den Streit beschlossen. nenten Fähigkeiten und seinem glär.zenden Charakter und appellierte Elberfeld, 28. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der heutige Tag an die Partei, Baldwin einstimmig zu wählen. Dies geschah. ift bis in die Abendstunden verhältnismäßig ruhig verlauBaldwin tantte. Dieser Tag bedeute viel in der Geschichte fen. In Dortmund und Bochum hat man den Eindruck, als ob die der konservativen Partei, da sie nunmehr völlig und praktisch geeint Kraft der Bewegung noch lange nicht gebrochen ist. Der Funke ist fei. Die neue Regierung müsse Bonar Laws Boli heute libergesprungen nach dem Düsseldorfer Bezirt, wo von den Kommunisten und Unionisten eine rege Streitagitatit weiterführen, sie dürfe mit ihr nicht brechen. Sie müsse ti on entfaltet wurde. Auf dem Hindenburgwall fanden erhebliche sich streng an die Lehren Disraelis halten. Eine dieser Lehren Ansammlungen statt. Die Elektrizitätsarbeiter stehen im Streif. sei die, daß sie nicht vergessen darf, das wohl der industriel- In Dortmund haben die len und landwirtschaftlichen Bevölkerung Auge zu behalten. Eine andere Lehre sei die von der Entwicklung und der Einigung des britischen Reiches. Aber die Entwicklung werde nur Die Elektrizitäts- und Gasarbeiter haben einen 24ftündigen Symlangfame Fortschritte machen, und wenn mittlerweile fich Europa vor pathiestreit für die Aufständischen proflamiert. Der vernünffeinen Augen völlig auflöse, fönne nichts mehr England vor tigere Teil der Arbeiterschaft wendet sich gegen die Auswüchse der dem Weiterbestehen der Arbeitslosigkeit behüten. Unter diesen Um- Aufrührer. Auf der Zeche„ Westhausen" hat eine Abstimmung gegen ständen habe er den Posten des Schazkanzlers Mac Renna den Streit stattgefunden, in der 628 Stimmen für und 573 gegen den Streit abgegeben wurden. wegen feines finanziellen Genies und seines wohlbekannten Strebens In Bochum erfolgte ein neuer nach wirtschaftlichem Ausgleich angeboten, und er sei erfreut, daß Mac Renna bereit sei, dies Opfer zu bringen. Daraufhin wurten Baldwin lebhafte Dvationen von seiner Partei zuteil, als er im Unterhause erschien, das heute wieder zufammengetreten ist. Der Führer der Arbeiterpartei und der Liberalen, Ramsey Macdonald, Lloyd George und Asquith beglüdwünschten ihn. Gleichzeitig brüdten sie ihne anteilnehmenden Gefühle für Bonar Sam aus. Sturm auf das Feuerwehrdepot. unser Parteiorgan in Gelsenkirchen will aus guter Quelle erfahren haben, daß bei den Angreifern die Absicht bestand, das Depot mit Dynamit in die Luft zu sprengen. Die Franzosen haben die Bewegung gesprengt. 5 Tote und 69 Schwerverlegte sind zu beklagen. Zu einem erneuten Aufstand fam es am Nachmittag in Gelsentirchen, Gine Menge von 3000 Personen bewegte sich nach dem Innere und äußere Politik gehören untrennbar zusammen. Niemals ist dieser Satz so deutlich in die Erscheinung getreten wie in den Monaten der Ruhrtrise, die nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere Krise ist. Wer sich über ihren Verlauf, die insbesondere für die Arbeiterklasse von ungeheurer Bedeutung ist, ständig auf dem laufenden halten will, lese und abonniere den „ Vorwärts" das Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Bartek Deutschlands. Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des„ Borwärts", Berlin SW. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) " " " Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage " Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name " Wohnung: -Straße Nr. Dorn Hof Quergeb.- Seit nfl. Tr. linfsrechts bet Gewerkschaftsbewegung Kommunaler Eigenbetrieb feine A.- G.1 Forderungen der städtischen Arbeiter Berlins. Seinen Ausführungen legte der Redner folgende Beispiele zugrunde, nach denen in Bielefeld, Leipzig, Eisenach, Königsberg usw. städtische Unternehmungen sehr gut funktionieren, wenn sie nur rich tig geleitet werden. Den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Sagungen und Beschlüsse der Gewerkschaften. Die zur Durch- Jaußergewöhnliche Teuerung, die bei der Sohnregelung für andere führung dieser Sagungen und Beschlüsse verpflichteten Gemert- Berufe bereits ausgeglichen worden ist, sowie die bevorstehende fchaftsangestellten sollen als Mitglieder der Erhöhung des Brotpreises und der Eisenbahntarife mit berücKPD. in den Gewerkschaften die Geschäfte dieser fichtigt worden. Für die anderen Bergbaugebiete sind die Ver politischen Partei besorgen und den Beschlüssen und handlungen noch im Gange. Sagungen der Gewerkschaften bewußt entgegenhandeln. Das kann feine Gewerkschaft ertragen. Ein Gewerkschaftsangestellter, der gegen seine Gewerkschaft arbeitet, ist unmöglich. Anschluß an den ADB. Austritt aus dem Deutschen Beamtenbund. Polizei und Konditorenstreik. Die zuständige Organisation schreibt uns: Am letzten Mittwoch fand eine Vollversammlung der Funktio näre und Betriebsräte der Gas-, Wasser-, Elektrizitätswerke und Straßenbahn in Bökers Festsälen, Weberstr. 17, statt. Die Berliner Ortsverwaltung des Metall- Auf der am 26. und 27. Mai in Weimar stattgefundenen Verbands Die Bersammlung nahm Stellung zu dem Beschluß des Stadt arbeiterverbandes hat ihren Angestellten eine Erklärung tagung des Thüringer Polizeibeamtenberbandes verordnetenausschusses, die Werke und Straßenbahn in vorgelegt, die Beschlüsse der Kommunistischen Partei gegen die wurde mit über zwei Drittel- Majorität der Austritt eine A.-G. umzuwandeln. Stadtbaurat Horten, welcher seinen Plan Gewerkschaften und die Gewerkschaftsarbeit in ihrer Tätigkeit als aus dem Deutschen Beamtenbund und der sofortige Anschluß flarlegen sollte, war nicht erschienen, weshalb Kollege Müntner Gewertschaftsangestellte innerhalb der Gewerkschaften an den Allgemeinen Deutschen Beamtenbund bevom Hauptvorstand des Verbandes der Gemeinde- und Staats- nicht anzuerkennen. Niemand kann zwei verschiedenen Herren schlossen. Dem Beschluß vorauf gingen zwei Referate, die gehalten arbeiter das Referat erstattete. In seinen einstündigen Ausführungen dienen. Will der Gewertschaftsangestellte der Rom- wurden vom Vertreter des Preußenverbandes, Schrader- Berlin sagte er, daß die Werke und die Straßenbahn unter teinen munistischen Partei dienen, dann kommt er in einen unlös-( Deutscher Beamtenbund) und des Bundesdirektors& altenbergUmständen dem Privatkapital überliefert werden dürfen. Er legt baren Konflift mit seiner Gewerkschaftstätigkeit. Ist es feine innere Berlin( Allgemeiner Deutscher Beamtenbund). folgende Grundforderungen fest, mit welchen fich die Ver- Ueberzeugung, die ihn in diesen Konflikt bringt, wird er als ehren- Der Uebertrittsbeschluß wurde mit Begeisterung der fammelten einverstanden erklärten: hafter Mensch die Konsequenz ziehen und fein Amt Delegierten selbst und stürmischer Zustimmung der zahl1. Alle Werke und Einrichtungen müssen unveräußer als Gewerkschaftsangestellter niederlegen. Wollte er den Standpunkt reich anwesenden Gäste und Zuhörer gefaßt. In einer anderen licher Besig der Gemeinde sein. einnehmen, daß er als Gewerkschaftsangestellter seinen gewerkschaft Entschließung wurde ferner der vom Thüringischen Innenministerium 2. Die Betriebe dürfen nur zum Wohle und Borteile der Ge- lichen Verpflichtungen nachtommen muß, der Berpflichtung als Mit- geplanten Verstaatlichung der thüringischen Polizei meinde und ihrer Interessen geführt werden. glied der Kommunistischen Partei jedoch nur insoweit, als es sich grundsäglich zugestimmt, wenn einige Abänderungswünsche des 3. In allen Betrieben müssen Tarife durch die Gemeinde mit seinen Verpflichtungen als Gewerkschaftsangestellter verträgt, Verbandes Berücksichtigung finden. kontrolliert und festgesetzt werden. dann ist es die Kommunistische Partei, die ihn als ihr Mit4. Arbeitern, Angestellten und Beamten dürfen feine ungün- glied zur Rechenschaft zieht, ihm mit Ausschluß droht oder ftigeren Arbeitsbedingungen auferlegt werden. seinen Ausschluß vollzieht, weil er in seiner Gewerkschaft als deren Angestellter nicht den Beschlüssen der KPD. gefolgt ist. Die KPD., die für sich das Recht in Anspruch nimmt, die Tätigkeit ihrer Wenn auch im allgemeinen festzustellen war, daß die Polizei Mitglieder nicht nur in ihrer Partei, sondern auch in ihrer sich in diesem Wirtschaftskampf den Stimmungen gemäß neutral Gewerkschaft zu kontrollieren und zu bestimmen, macht nun in berhielt, so konnte man doch beobachten, daß einzelne Beamte immer noch glauben, ihre Tätigkeit so auffaffen zu müssen, wie fittlicher Entrüftung darüber, daß der Metallarbeiterverband auch aurzeit Wilhelms des Glorreichen. So wurden eine Anzahl von denjenigen Verbandsangestellten, die Mitglied der KPD. find, Streitposten deshalb fistiert, weil sie in einzelnen die Erfüllung ihrer gewertschaftlichen Pflichten Fällen an die Streitbrecher und auch an die Gäste Handnicht etwa in der KPD., sondern in der Gewerkschaft fordert. gettel abgegeben hatten, welche über den Streit auftlärend In der ganzen kommunistischen sittlichen Entrüstung, die der wirken sollten. Die Anzeigen, die deshalb erstattet sind, stützen sich Roten Fahne" so gut ansteht, nennt sie es eine politische Ent- auf die§§ 128 und 163 der Berliner Straßenpolizei, Verordnung mannung", wenn ihren Mitgliedern als Gemertschaftsange vom 25. Januar 1917. Besonders eifrig war hierbei ein Polizei stellten angesonnen wird, ihre Verpflichtungen als Gemert- oberwachtmeister Mielzard bom 16. Polizeischaftsangestellte anzuerkennen und ihnen nachzukommen. Wenn eine revier, Boßstr. 25. Daß die Konditoreninnung sowie fo selbstverständliche Verpflichtung jetzt schriftlich gefordert werden zettel berteilt haben oder haben berteilen lassen durch Berdie einzelnen Konditoreibesiger ebenfalls Handmuß, so doch nur deshalb, weil dieser oder jener Gewerkschafts- fonen, die ebenfalls feinen Erlaubnisschein dazu haben, sind wir angestellte seine fommunistische Parteipflicht auf seine gewerkschaft in der Lage, jederzeit nachzuweisen, und fragen deshalb an, ob liche Tätigkeit übertrug, jene höher stellte als diese. Die KPD. hält auch von der Gegenseite bestimmte Konditoreibefizer, die besonders nicht das von jeher Selbstverständliche für richtig, sondern umgekehrt, eifrig waren, polizeilich festgestellt und mit Geldstrafe beglüdt es für selbstverständlich, daß ihre Mitglieder auch als Gewerkschafts- worden sind. Denn die Polizei soll in Wirtschaftskämpfen vollangestellte in den Gewerkschaften fommunistische Parteipolitit treiben fommen neutral sein. sollen. Sie rechnet damit, daß die tommúnistischen Ge wertschaftsangestellten ihre selbstverständliche Verpflich tung als Gewerkschaftsangestellte nicht ausdrücklich anerkennen, und stellt diese Gewerkschaftsangestellten ihren Anhängern als beleidigte Unschuldslämmer, als„ Gemaßregelte" vor. Die KPD., die jeden Willfüraft gegen die Gemertschaften fanttioniert, wenn er nur nach ihrem Sinne ist, bezeichnet die notwendige formelle Siche. rung der Gewerkschaften gegen solche kommunistische Willkürakte durch Gewerkschaftsangestellte als unerhörten Billfürakt. Die Rote Fahne" mag sich noch so sehr überschreien, die Gewerkschaften müssen in der Abwehr der Angriffe auf ihre Existenz zu den selbstverständlichen Mitteln greifen. Stadtverordneter Schumacher ergänzte die Ausführungen des Referenten und forderte die Versammelten auf, fich gegen jede Privatisierung zu wehren. Alle Diskussionsredner verlangten energische Maßnahmen, wie: Aufrufen der gesamten Berliner Arbeiterschaft gegen die Verschacherung der Werke und Straßenbahn an das Privatkapital. Die Diskussionsredner der Straßenbahn legten an Hand von Beispielen dar, daß es der Direktion der Straßer.bahn darauf anfäme, die Straßenbahn so unrentabel wie irgend möglich zu machen, um fie bald dem Privatfapital auszuliefern. Im Schlußwort betonte der Rollege Müntner noch einmal, alles aufzubieten, um die A.-G. zu verhindern; der Stadtrat Adler verdiene nicht den Namen Adler, sondern Pleitegeier". Es wurde eine Resolution im Sinne des Referates beschloffen; ferner wurde beschlossen, die Gewerkschaften aufzufordern, öffentliche Versammlungen einzuberufen, um die Bevölkerung Berlins auf die Gefahren aufmerksam zu machen.. Künstliche Aufregung. Ist es schon selbstverständlich, daß jedes Mitglied einer gewerkschaftlichen Organisation fich mit seinem Beitritt den Verbands. sagungen, den Beschlüssen der Verbandstage oder Generalversamm lungen und den im Sinne der Satzungen und Beschlüsse getroffenen Maßnahmen der Organisationsleitung unterordnet, so erst recht, daß jeber Angestellte einer Gewerkschaft die Sagungen und Beschlüsse achtet und ihre Durchführung nach beften Kräften unterstützt. So selbstverständlich, daß darüber kein Wort zu verlieren war, folange in Deutschland keine Filiale der bolshewistischen Nene Verhandlungen über die Beamtengehälter. Partei in Moskau bestand. Diese Filiale ist nach der Revolution Die Führer der Spizenorganisationen der Beamten, Arbeiter als Kommunistische Partei begründet worden. Nun will diese und Angestellten wurden gestern im Reichsfinanzministerum unter Bartei die Gewertschaften erobern", den ganzen Hinweis auf die erheblichen Preissteigerungen in den wichtigsten Apparat der Gewerkschaften in den Dienst ihrer Partei organi Bedarfsartiteln wegen einer entsprechenden Erhöhung der Gehälter sation stellen und die Gewertschaften ihren poli. und Löhne vorstellig. Das Reichsfinanzministerium, das bereits tischen Parteizweden unterordnen. Selbst wenn diese eine Prüfung der Lage vorgenommen hat, erklärte seine BereitPartei fo glänzende Erfolge aufzuweisen hätte, wie sie sie in Rußland willigkeit, am Montag, den 4. Juni, in neue Verhandlungen einzutreten. Auf beiden Seiten herrscht Einverständnis darüber, daß als unumschränkt herrschende Regierungspartei nicht aufzuweisen die Verhandlungen so schnell wie möglich zum Abschluß geführt hat, selbst wenn sie in Deutschland anstatt einer gemein- und alle Maßnahmen getroffen werden sollen, um die erhöhten schädlichen Butschtaktit irgend etwas Gemeinnütziges ge- Bezüge möglichst rasch zur Auszahlung zu bringen. schaffen hätte, so wäre dies für die Gemertschaften noch lange fein Grund, sich dieser politischen Partei mit Haut und Haaren zu verschreiben, fich von ihr ins Schlepptau nehmen zu lassen, ihre Selbständigkeit preiszugeben. Ueber die Lohnregelung im Stein- und Braunkohlenbergbau Die Kommunistische Partei geht systematisch und rücfür den Monat Juni find die Verbände der Arbeitgeber und fichtslos darauf aus, die Gewerkschaften zu beherr- Arbeitnehmer am 28. Mai im Reichsarbeitsministerium zu VerIchen. Sie verpflichtet die gewerkschaftlich organisierten Mitglieder bau eine Vereinbarung zustande gekommen, wonach die Löhne einhandlungen zusammengetreten. Zunächst ist für den Ruhrbergihrer Partei, darunter auch Gewerkschaftsangestellte, ihre Tätigkeit schließlich Soziallohn um durchschnittlich 10 000 m., bas in den Gewerkschaften unter allen Umständen nach den Anweisungen find etwa 50 Bro3. je Schicht, erhöht werden. Bei dieser der Kommunistischen Partei einzurichten, unbefümmert um die Rohnerhöhung ist die in der zweiten Hälfte des Mai eingetretene Lohnverhandlungen im Bergbau. Travemünde Das moderne Seebad 25 Minuten von Lübeck 1 Stunden von Hamburg 412 Stunden von Berlin Am Sonnabend, ben 26. Mai, starb nach schwerem Leiden die Gattin unseres Kollegen Franz Arndt Frau Marie Arndt Höchste Str. 46 Chre ihrem Andenken! Die Angestellten des Vorwärts- Verlags Vorzügliche Badeeinrichtungen/ Beste Wohnverhältnisse/ Hervorrag. 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Sohn in Hagen find Der Streif der belgischen Eisenbahner, Post- und Telegraphenbeamten dauert noch immer fort, ohne daß sich bisher eine Gelegenheit zur Verhandlung gegeben hätte. Zwar hat es die Eisenbahnergewerkschaft nicht an Versuchen fehlen lassen, mit der Regie rung in Fühlung zu fommen, aber die Regierung will nicht verhandeln, so lange auch nur noch ein einziger Mann im Streit steht. Man hält es aber doch für möglich, daß wenigstens die Telephon- und Telegraphenarbeiter ihre Arbeit in Stürze wieder aufnehmen. Einige 70 Eisenbahner in Muhsen sind wieder zur Arbeit zurüdgelehrt. Dagegen haben sich aber die Eisenbahner in Herbesthal und Weltrath der Streitbewegung an geschlossen, wodurch der Verkehr mit Köln und dem Nuhrgebiet unterbrochen wird. haus, Gaal 1, Versammlung fämtlicher Blag- und Baudelegierten des HochAchtung, Zimmerer! Seute nachmittag 3 Uhr im GewerkschaftsBeton- und Tiefbaugewerbes sowie sämtlicher Fabrikbetriebe. Da es sich um eine wichtige Tagesordnung handelt, ist es unbedingt notwendig, daß Betriebsrats iebe Arbeitsstelle durch ihren Vertrauensmann vertreten ist. ausweis sowie Verbandsbuch legitimieren. Der Vorstand. Deutscher Verkehrsbund. Heute abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Mitgliedsbuch find mitzubringen; ohne dieselben tein Zutritt. Engelufer 24-25, großer Gaal, Generalversammlung. Delegiertentarte und nachmittags 4½ Uhr, im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24, wichtige Bersammlung unserer Funktionäre der in den Bugbrudereien Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Morgen, Mittwoch, nach. beschäftigten Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen. Bericht von den Lohnverhandlungen. Wir bitten die Betriebsobleute, unsere Funktionäre auf diese Bersammlung aufmerksam zu machen. Die Branchenleitung. Reichsversicherungsanftalt für Angestellte, BGPD.- Genossen. Mov gen, Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, Sigung bei Andreas, Pfalzburger, Ede Güngelstraße. Berantwortl. für den redakt. Teil: Ernſt Reuter, Bln.- Schöneberg: für Anzeigen: Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin, Lindenstraße 3. Th. Glode, Berlin. Verlag: Vorwärts- Berlag G.m.b.H., Berlin. Drud: Borwärts. Ausstellungslag pattungslage Fertige Betten mit guten Federn gefüllt Oberbett Unterbett Kissen. Hierzu 2 Bellagen. 29. bis 31. Mai Damenwäsche Hemdhose. 109000 95000 Beinkleid Nachthemd 38500 Tagbemd Steppdecken Satin, div.Must.m.Futter, 78000 Daunendecken 15500 mit Sticke- 8500 rel, hübsch 19500 garnlert 9500 PrinzeBrock m.br. Stick u Vol. 22500 Untertallle mit Stickerel 4500 rot mit la Daunen. 375000 Hochelegante Garnituren Bettfedern und Daunen In großer Auswahl! Kinderwagen und Klappwagen sehr preiswort! In Opal, Makobatist und Selde mit Handhohlsäumen und Handstickerel Fertige Bettwäsche Oberbettbezug Hemden- 29500 Kissenbezug 8900 17900 Laken, Wäschestoff.... 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Die Meister an dieser „Schraube ohne Ende" haben wieder einmal„protestiert" und mit zorngeschwellten Stirnadern gegen die Arbeiter und gegen die Straßenbahner ün besonderen gewettert, die immer und immer wieder den Sündenbock spielen müssen, indes man selbst seelenver- gnügt und heimlich still>md leise an der Valutaschraube weiterdreht. Straßenbahners Alltag. Sein Alltag ist nicht so herrlich, wie es manchmal aussieht; sein« Arbeitsleistung nicht so einfach und anstrengungslos, wie es manchmal der oberflächliche Beschauer auffaßt. Vom Sirecken- wärter an der Tag für Tag— und das oft in frühester Frühe und späteste? Späte— seiner Schienenswecke nachgeht, säubert, Hindernisie aus dem Wege räumt, kontrolliert und sein« acht Stun- den redlich auf seinen Beinen abklappert, über den Weichensteller, der an seiner Weiche sein« Stunden verbringt, vom Fahrer, der bei ruhigen Nerven und ununterbrochener Aufmerksamkeit durch Gedränge und Getrubel der Weltstadt ungefährdet und ohne zu ge- fährden seinen Wagen acht Stunden lang— und das häufig in unterbrochenen Etappen— fahren muß, und Schaffner an, der seine ebenso oft durch Pausen, mit denen er nichts anfangen kann und die verlorene Zeit bedeuten, unterbrochene Achtstundenzeit unter Fahrgästen verbringen muß, die sehr oft zeitgemäß nervös und un- höflich, häufig rücksichtslos und ausfallend, vergeßlich oder Drücke- berger sind, bis zum Aufsichtsbeamteu, der nicht in der Hauptsache zur Schikane der Fahrgäste zu kontrollieren hat, sondern der auf- passen und oft selbständig handeln, Verkehrsstörungen beseitigen, Betriebsstörungen beheben, in derartigen Fällen Wagen und Linien umleiten und für die vielen kleinen, aber wichtigea Ding«, die im Gefolge derartiger Vorkommnisse sind, sorgen muh und den dabei das Publikum als lebendige Auskunftssäule benutzt. Für sie alle ist ihr Arbeitstag, der entweder sehr früh beginnt oder sehr spät aufhört, wirklich kein pures Vergnügen., keine leichte und einträg- liche Tätigkeit, wie mancher Spießer oft meint, sondern in den meisten Fällen ein schwerer, anstrengender und er- m ü d en d er Dienst, der gesunde Menschen, kräftige Naturen und vor allem ganze und ruhig arbeitende Nerven verlangt! Und sie müssen stets auf der Höhe bleiben und ihre Zuverlässigkeit muß stets garantiert sein; sie werden überwacht und steig kontrolliert. Hinter dem harmlosen Ruf des Kontrolleurs„Darf ich um die Fahrscheine bitten?" verbirgt sich ein Zweck, der mit Belästigung der Fahrgäste nichts zu tun har, sondern eine Kontrolle des Per- fonals einerseits und eine Kontrolle der Kontrolle selbst anderer- seits ist, die wiederum nur der Sicherheit und der hemmungslosen Beförderung des Publikums dient! Und ebenso werden die Nerven der Fahrer und die Zuverlässigkeit ihrer Begleiter geprüft und das mit den kompliziertesten Apparaten der modernsten Technik, die der Feststellung der Nervensicherheit dienen, die im heutigen Großstadt- gewirre und unter modernen ansteckend nervösen Menschen auszubringen schon nicht leicht, zu behalten aber schwierig sein dürfte. Wessen Nerven aber versagen, der hat nichts mehr auf dem Wagen als Führer zu tun und hat ausgedient, kann gehen! Iahrschwierigkeiten. Der Fahrer hat es ja weniger mit dem Fahrgast als mehr mit den Fahrschwierigkeiten in den Grohsladlitraßen zu tun. Er hat dafür zu sorgen, daß sein Wagen den Straßenverkehr nicht gefährdet und durch den Straßenverkehr nicht gefährdet wird, zu- gleich fahrplanmäßig und hemmungslos vorwärtskommt und er eventuelle Betriebsstörungen schnell behebt. Auf wieviel Schwierig- leiten die Befolgung dieser scyembar so einfachen Regeln stößt, ahnt nu? der, der einmal auf dem Vorderperron eine Fahrtstrecke lang den Fahrer und die durchfahrene Straße beobachtet. Da heißt es auf Droschken und Lastwagen, Radler und Autos aufpassen, die— eine gefährliche Angewohnheit— es mit Rechts-Fahren und Links- Ueberholen nicht mehr so ernst nehmen, als das Interesse der Straße es erfordert und die Polizcioorschrist es vorschreibt. Eine besonders große Gefahr sind da namentlich die vielen Luxus- autos, die meist mit sehr lückenhafter Fahrkenntnis gesteuert werden und einfach von dieser oder von jener Seite die Straßen- bahn überholen, noch schnell aus einer Seitenstraße hart am Wagen vorbei passieren oder auf Ausweichsignale prinzipiell nicht hören. Desgleichen natürlich die Radler. In ähnlicher Weise machen es auch häufig Lastwagen und selbst schwere Möbelwagen, mit denen eine Kavambolag«! sehr unangenehm werden kann; ja, selbst Auto- omnibusse sieht man manchmal die Straßenbahn überholen und passieren, daß man sich über die Gewandtheit und Fixigkeit des Chauffeurs wie über die Ruhe und Sicherheit des Straßenbahn- führe? s wundern muß. Zu alledem treten nun noch die Passanten, unter ihnen besonders die Kinderl Ob sie nun auf Rollern oder auf Rädern, mit Reifen oder mit Bällen in halsbrecherischer Art und Weise vor dem fahrenden Wagen herumtoben oder ob sie un- aufmerksam und scheinbar schwerhörig, wie man es häufig sieht, dem Wagen fast in dt« Räder laufen, es bleibt immer eine Gefahr. Genau so wie der harmlose Passant, der gemütlich und ungontert sein Morgen-, Mittag- oder Abendblatt auf der Straße liest, gerade irgendwo im Ruhrbezirk ist und nicht im geringsten an die Straßen- bahn denkt, in die er geradewegs hineinzulaufen im Begriffe wäre, wenn nicht noch rechtzeitig der Fahrer bremsen und ihn anschreien würde. Dafür wird dann der Fahrer in den meisten Fällen mit Undank belohnt und wütend angesehen. Wenn der Berliner nicht gerade mit einer Zeitung, einem Auslauf oder etwas ähnlichem be- schästigt ist, versteht er es ja meisterhaft, in akrobatischster Weise die Straßenbahn zu passieren; aber Fremde verstehen das nicht so gut. Auch sie sind für den Fahrer ein« Gefahr, wenn sie zapplig und nervös und beängstigt vor dem Wagen herumfuhrwerken und das Rätsel aufgeben, wohin sie nun ausweichen werden. Am schlimmsten ist das natürlich an Slraßenkreuzungen und auf Plätzen, wie z. B. auf dem berüchtigten Potsdamer Platz. Allen diesen Gefahren Hot der Fahrer zu begegnen, zu bremsen, wenn es fein muß, zu halten, wenn die Situation es erfordert, und dabei immer fahrplanmäßig und schnell vorwärts zu kommen. Geht das nun einmal nicht, dann bekommt er es mit den Fahrgästen zu tun, die erregt in ihrer Hast und Eil« darüber schimpfen, daß der Wagen wie ein Leichenwagen vorwärtskommt oder wie eine Renn- Maschine in einen Möbelwagen hineinfährt! Woran das aber liegt, danach fragt keiner! Der Fahrer, der arm« Sündenbock, hat immer die Schuld; er kann es schwer einem recht machen. Die Führer sind meist ältere, emgefahven� Leute, und die verflossenen starken Ent- lassungen bei de? Straßenbahn haben eine sorgliche Auslese ge- halten. Und auch diese werden es jedem beweisen, daß es auch für einen eingefahrenen und gewitzten Führer wirklich nicht leicht und immer nervenzerreibend ist. Rur eine halbe Stunde auf dem Vor- derperron objektiv ihn beobachten, genügt, um diesen Beweis zu erbringen! Oes Schaffners Leiden. Von einer anderen Seite lernt der Schaffner das Publikum kennen. Auch für ihn sind die Stunden, die er im Wagen verbringt, nicht leicht. Im Gegenteil, die Fahrgäste machen es ihm oft sehr fchiver und sauer. Es ist merkwürdig und eigentümlich wie g e- reizt und nervös die Menschen unserer Tage sind und sich gerade dann, wenn sie sich auf den Verkehrsmitteln befinden, in ihrer Gereiztheit auslassen. Zum Ruhme der Berliner darf man erklären, daß sich in etwas dieser unleidige Zustand schon gelebt hat; zum Ruhme der Arbeiterschaft muß gesagt werden, daß st« nock) in allererster Linie Arbeit zu schätzen und Arbeiter, wie es auch Schaffner sind, anständig zu behandeln weiß. Anders der bewußte Querulant, der vorurteilsvolle Spießerl Sagt ihnen der Schaffner etwas im Interesse der Fahrgäste, wiederholt er seine Aufforderung in stärkerem Ton, fordert er nachdrücklich zum dritten- mal auf— sofort entlädt sich ihr Ungewitter auf sein armes Haupt! Und di« andern, die immerhin still bleiben, üben passive Resistenzl Wie ha? der Schaffner oft seine Qual, wenn der Hinterperron voll- gepfropft und der Mittelgang leer ist, die Mitfahrenden in den Gang zu bringen! Wie muß er sich oft unter Anrempelungen be- mühen, den Aussteigenden im Gedränge der Einsteigenden den Weg ftei zu machen. Es herrscht unter den Fahrgästen immer noch allgemein eine gcgenseilige Rücksichtslosigkeit; hier soll der Schaffner nun vermitteln und ausgleichen. Daß es nicht immer ohne Aerger abgeht, dafür bürgen die zappelnden, nervösen, so leicht erregten Fahrgäste— trotzdem der Schaffner sich doch nur ihretwegen ab- müht. Das ist aber nur ein Teil, und zwar der kleinste seiner Arbeit. Die schwierigste ist da- kassieren. Seltsamerweise läsen heute nur wenige unaufgefordert ihr« Karten; so hat er, will er nicht bei der Kontrolle hereinfallen, gut aufzupassen und zu behalten, wem er schon eine starte gegeben hat und wer neu hinzuoesticgen ist. Schwer machen ihm diese Arbeit die sonderbaren Drückeberger. Man findet unter ihnen sonst durchaus anständige Menschen, die ! sich aber diebisch freuen, wenn sie die Stadl um die paar Marter betrogen haben. Sie machen es auf die verschiedenste Weise: ent. � weder sind sie„falsch e i n g e st i e g e n sie haben sich in der s. Eine Angstsafari. Von ArthurHeye. Zwischen gewaltigen, dichtverwachsenen Bäumen plät- scherte der Voisluß über Steine und gestürzte Stämme dahin. Zwei breite eiserne Schienen, die in der Mitte des Flußbettes fußtief unter das Wasser gssurtken waren, führten hinüber. Diese Schienen hatten früher als Brücke für den Autoomnibus gedient, der zwischen Voi und Taveta verkehrte; seitdem aber auf deutschem Gebiet eine Bahnverbindung mit der Küste hergestellt war, wurden die Seegüter aus der Kilimandjaro- gcgend mit der deutschen und nicht mehr mit der Ugandabahn befördert, und der Autoverkehr auf unserer Straße mußte wegen Unrentabilität eingestellt werden. Während ich ein Bad nahm, taten die erfahrenen Safari- leute alle Logerarbeiten, ohne daß ich etwas anzuordnen brauchte. Einer holte Wasser in den mitgenommenen vier- eckigen Blechgefäßen, in denen Petroleum nach Afrika oer- schickt wird und die dann hier die vielseitigste Verwendung finden: andere hieben dürres Holz ab und knickten frische Bäume um, damit nach altem Brauche andere Karawanen trockenes Holz fänden; einer bereitete mir einen weichen Gras- sitz, und der Vormann machte Feuer und öffnete die Proviant- kiste. Ich schrieb einige pflichtgemäße Notizen für meinen Reisebericht und stellte die Kamera für die zugehörige Aufnahme ein. Als mein Kaffee kochte und ihre Bananen zischend brieten, summte der Selbstauslöser los und hielt unser erstes Frühstück im Bilde fest. Es war ein herrliches Plätzchen, der Fluß rauschte und blitzte im Sonnenglanz, goldene Kringel zitterten auf dem Boden, Affen lärmten im Geäst, aus den dunklen Baum- krönen scholl der tiefe melodische Ruf von Hornoögcln; riesige Käfer und Heuschrecken surrten und brummten'herum wie kleine Aeroplane. Nach«fnstündiger Rast brachen wir auf, nahmen einen kleinen Wasservorrat mit, und wieder ging's talauf und talab durch dornige Buschwälder, ausgeiroefnet? wildrerwachsene Fluhtäler und kurzgrasige Savannen, auf denen Antilopen- Herden und einzelne Büffel ästen. Die Hitze war erträglich, denn unablässig wälzten sich schwere Wolkenmassen über die Berge. Die Regenzeit drohte. und ich stellte mir vor, daß es doch ganz nett wäre, wenn ich ein Zelt hätte. Aber dann dachte ich wehmütig an meine zwei- hundert Mari Gehalt und verkniff mir alle weiteren zweck- losen Gedanken. Sehr, sehr langsam nur rückten die steilen Felswände des Buraaebirges näher. Dort lag unser heutiges Ziel. Gegen Mittag erreichten wir Mtaita, die Heimat meiner Träger. Sie bestand aus etwa hundert Hütten und großen Haufen von Kindern, räudigen Kötern und lieblich duftendem Kuhmist. Ich holte den Blechkasten, in dem ich ein paar hundert einzelne Cent hatte, hervor, und zahlte jedem Mann fünfzehn, statt zehn Cent Verpflegungsgeld aus, was ein freudiges Grinsen der schwarzen Gesichter zur Folge hatte. Ich bewilligte ihnen drei Stunden Zeit, um zu Hause zu essen und Abschied von„Bibi"(Frau) und„Watoto"(Kindern) zu nehmen, Natürlich war eine halbe Stunde nach Ablauf der Frist noch keiner zu sehen. Als mir die Geschichte zu dumm wurde, schnitt ich mir ein biegsames Stöckchen ab und ging meine ver- lorenen Schäflein suchen. In jede Hütte lugte ich hinein, und wo ich in Qualm und Finsternis ein bekanntes Gesicht erspähte, fing ich an zu brüllen wie, ein hungriger Löwe. Mit Proviant beladen, kam der Betreffend« auch sogleich herausgesprungen, wischte sich den fettigen Mund ab und sah mich schuldbewußt und ängstlich an. Als ich alle zusammengetrieben hatte, schimpfte ich sie aus, so gut ich's in Kisuaheli konnte, und hetzte sie dann im Ge- schwindmarsch Bura zu. Ich hatte gehofft, die Gastfreundschaft der dort stationierten Missionare in Anspruch nehmen zu kön- nen, aber wegen der Unpünktlichkeit der schwarzen Freßsäcke überschritten wir erst nach Sonnenuntergang den Burafluß, und eine nächtliche Kletterpartte von etwa zwei Stunden nach der Missionsanstalt, die wie ein Adlernest hoch oben an der Felswand klebte, war mir für heute doch zu viel. So mußten wir in einer baumlosen, winddurchfegten Talmulde unser Nachtlager ausschlagen. Der immer heftiger werdende Wind blies uns fast die Feuer aus. die Nacht war wolkenschwarz, ich bereute, mir in Voi keine Laterne gekauft zu haben. Auf meine Frage erfuhr ich, daß es hier einen Inderladen gab, und mit dem Vormann tappte ich mich bis zu ihm durch. Der Hindu kauerte mit seiner zahlreichen Familie gerade .« Dienstag, 20. Mai 10 25 „Nummer geirrt", sie wollen umgekehrt, sie haben„kein kleines Geld" usw.; der Schaffner muh seine Pappenheimer kennen lernen! Ein« andere Unart der Fahrgäste, mit denen man den Schaffner unnötig quält, ist die Vorliebe, ihm großes Geld zu geben, selbst 50 000. und 100 000-Markscheine. Kleines Geld wollen sie nie bei sich haben, bis der Schaffner erklärt, nicht herausgeben zu können: dann rücken sie plötzlich aus irgendeiner Tasche mit Kleingeld heraus. Alles das aber erfordert starke Naturen, wenn man noch bedenkt, daß oft der Schaffner bei Unstimmigkeiten unter den Fahrgästen vermitteln muß, daß er immer auch bei gröbsten Anrempelungen höflich sein soll, daß er dabei— wenn z. B. der Wagen überfüllt und keiner mehr ausgenommen werden darf— auch energisch sein soll, was oft, da ja jeder heute fast nur aus Eile und nicht des Vergnügens halber fährt, zu häßlichen Zusammen- stoßen und Schimpfereien führt. Der Schaffner soll auf Taschen- diebe achtgeben und auf Fundsachen. So muß der Schaffner immer und überall zu gleicher Zeit zur Hand sein. Ist er es nicht, so regnet es auf ihn herab:„Diese Straßenbahn«?!",„Große Gehälter einstecken!,„Den' Tarif m die Höhe schrauben!" usw. » Wie sieht es mit dem Dienst aus? Wie schon erwähnt, täglich durchschnittlich acht Stunden eigentlicher Dienst. Kleine Fahrt- pausen dazwtschen, die nicht zum Dienst gerechnet werden, halten ihn oft länger auf den Beinen. Nur jede? siebente Sonn- tag ist frei, sonst Dienst! Einmal in der Woche ein fteier Tag, der aber meist unregelmäßig fft. Der Dienst beginnt entweder sehr früh oder endet sehr spät. Einmal im Jahr gibt es 28 Tage Urlaub! Die kleine Erholungspause, die ihn so einmal seiner Tret- maschme entführt, reicht nicht aus, seine vom Großstadtgewirr und ständigen Hochspannungen abgearbeiteten Nerven wieder auf die einstig« Höhe zu bringen. Sie zerrütten sich immer mehr, von Jahr zu Jahr, bis es eines Tages nicht mehr weitergeht und er den Dienst quittieren muß, der ihm eine Last von Veranwortung und Arbettsleistuing und wenig Erholung und spärlichen Lohn im Gegensatz zu denen brachte, die geringschätzig über ihn hinwegsahen. Jerlin als Sommerftisthe. Ungeachtet der Not der Mllionen erholungsbedürftiger Großstädter hat die Reichsbahnverwaltung mit Wirkung vom 1. Juni die Personentarife um 100 Proz. erhöht. Selbst ganz bescheidene Reisen in einem Umkreis von 100 Kilometern um Berlin kosten jetzt für eine Familie von vier Personen für Hm- und Rückfahrt vierter Klasse über 20 000 M. Aber was hilft das Jammern und Schimpfen?! Schließlich ist wohl die Bahnverwalwng in einer Zwangslage, wenn man auch andererseits von ihr verlangen muß, daß sie in Zukunft auf Maßnahmen sinnt, die minderbemittelten oder kinderreichen Familien billige Fahrgelegenheit auch außerhalb der Ferienzüge schafft. So gilt es denn flir viele, Ausschau zu halten nach Möglichkeiten, Urlaub und Ferien innerhalb der Vorort- zone von Groß-B erlin, wenn nicht gar in Groß-Berlm selbst, zu verbringen. Und dieser Möglichkeiten sind mehr, als man glaubt. In erster Linie sei da cm die vielen Fluß-, See- und Freibäder erinnert, die einen gar nicht hoch genug einzu- schätzenden vorbeugenden und heilenden Wert haben. Die Oeffent- lichkeit wird allerdings durch die Nachricht beunruhigt, daß das Frei- bad am Wannsee eingehen soll. Die Stadt möge deshalb ein Auge daraus haben. Ferner sollte sich die Bahnverwaltung dazu ent- schließen, in der Ferienzeit nach Rahnsdorf, Tegel, Grünau und Wannsee durchgehende.Bäderzüge" einzulegen, denn di« Erholung, die man draußen gewonnen, ist wieder hin, wenn man in über- füllten und überhitzten Zügen Station für Station abklappern muß. Der Straßenbahn sei ein gleiches empfohlen. Ein weiterer sehr wichtiger Erholungs. und Erfrischungsfaktor sind die L u ft., L i ch t- und Sonnenbäder. Unbegreiflicherweise wird die Errichtung städtischer Luftbäder immer noch vernachlässigt. Ein solches Bad sollte unbedingt auf jedem neuen Spiel- und Sportplatz errichtet werden, denn es dient vor allen Dingen auch den älteren Leuten, die nicht mehr Sport treiben können. Inzwischen müssen die privaten Luftbäder benutzt werden. In Neukölln ist z. B. das sehr schöne Luftbad des Naturheilvereins Neukölln, Mitglied des Verbandes Volksgesundheit und des Arbeiter-Sportkartells, in Schöneberg wird mit Unterstützung des Bezirksamtes das dortige Lustbad ausge- stattet. Ein großer Teil der Berliner Bevölkerung wird es vor- ziehen, Urlaub und Ferien auf dem eigenen„Rittergut" zu ver- beim Abendbrot. Als ich nach Laternen fragte, zeigte er auf seine brennende Hauslaterne; dies wäre die einzige, die er hätte. Enttäuscht stolperte ich wieder davon, aber plötzlich kam er mir keuchend nachgerannt und bot mir seine Hauslaterne zum Kaufe an. Der edle Hindu hatte es doch nicht mit seinem Geschäftsgewissen vereinbaren können, einen Käufer unbefric- digt ziehen zu lassen und seine Familie einfach in ägyptische , Finsternis versetzt. Er verlangte etwas mehr als den üblichen Preis, aber ich bezahlte ihn gern und ließ mir dann stolz wie ein Herr Bürgermeister von anno dazumal nach Hause leuchten. Als mich der kalte Morgenhauch weckte, funkelten die Sterne noch am Himmel, und die feine silberstrahlende Sichel des Mondes lag auf dem Kamme der Felsen. Ich weckte die Schläfer, die Feuer flammten auf, ich kochte Kaffee und tat ihn mir in Magen und Feldflasche. Meine Negerlein klapperten vor Kälte, so machte ich ihnen einen Kessel voll Tee, und schallend klang dann ein Lob- gesang auf den edlen Geber die nachffchlafene Straße entlang. Von hier gab es kein Wasser mehr am Wege bis Taveta. Ich sorgte dafür, daß die Schwarzen außer den Blechkannen auch ihre Kalebassen und Bäuche voll Wasser füllten. Dann zogen wir beim tanzenden Schein der Laterne los, machten nur eine kurze Frühstückspause und marschierten weiter, in die sich in grenzenlose Weiten aufrollende Steppe hinein. Die Landschaft nahm anderen Ausdruck und andere Farben an. Das safttggrüne Gras und die frischbelaubten Bäume verschwanden, an ihre Stelle traten hartes braun- grünes Elefantengras, das in vereinzelten Büscheln stand, weißgraue Sträucher mit nadelspitzen Dornen, ernste, einsame Kakteen, bläulichgraue, fast blattlose Kandelaber-Euphorbien, tellerfloche Schirmakazien und flechtenbehangene Dornbäume. Gegen M'ttag verzogen sich die Wolken, der Wind schlief ein. sengende Sonnenhitze lag über der Einöde. Die Träge schwitzten unter ihren Lasten und schritten auf dem verwachse- nen Pfade schweigend hintereinander her. Ich war, in Betrachtungen der Landschaft und träumerische Mittagsmüdigkeit versunken, ein wenig zurückgeblieben, als ein paar Rufe der Träger schwach durch die heiße Stille zu mir drangen. Sie-waren stehen geblieben und betrachteten etwas am Boden. Rasch ging ich hin und sah, daß eine Reihe großer runder Spuren Wer den Staub der Straße führten. (Fortsetzung folgt.) bringen. Die Revolution hat ein Umstand, der leider viel zu menig gewürdigt wird endlich die Kleinsiedlung freigemacht, und damit haben heute Hunderttausende Berliner Männer, Frauen und Kinder die Freude, Urlaub und Ferien auf der eigenen Scholle oder auf Pacht- und Laubenland zu verbringen. Um die Jugend, die gut zu Fuß ist, brauchen wir keine Sorge zu haben, denn sie tippelt zu Fuß aus Berlin heraus, schläft in den Jugendherbergen, focht im Freien und hat mit dem Willen zur Gesundheit auch den Erfolg. Und wenn sie nicht wandert, wird fie die neuen Sportpläge benutzen. Für die Kinder wird, wie in den Borjahren, nach Kräften gesorgt werden. Immerhin bleiben unter den vier Millionen Berlinern noch genug übrig, die fein Geld, fein Band, feine freundliche Wohnung haben, die nicht mehr jung und nicht gut zu Fuß find, die vergrämt und zermürbt und lebensunluftig geworden sind und in der großen Steinwüste elend zu verkommen drohen. Denen ein wenig Erholung und Sommerfreude zu schaffen ist vielleicht die edelste und nicht die geringste Aufgabe des großen Gemeinwesens. Ein verhängnisvoller Fehlgriff. Durch einen Aft der unüberlegten Selbsthilfe hatte fich der Durch einen Att der unüberlegten Selbsthilfe hatte sich der Baurat Josef Schmit eine Anklage wegen gefährlicher Körperverlegung zugezogen. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß der Betreffende, der fich offenbar doch zu den gebildeten Klaſſen rechnet, sich in seiner Erregung zu einer Tat hat hinreißen lassen, die kaum anders als roh bezeichnet werden kann. GL Arbeiter- Sport D Reichsarbeitersporttag 1923. großen Platz mit fünf Spielfeldern. Reich und Staat tönnen von den Besitzenden nicht einmal so viel Steuern erheben, daß die Städte Die Die unter dem abgefürzten Namen„ RAST." befannte Werbe- die dringendsten Kulturbedürfnisse befriedigen können. Die Stadt veranstaltung des deutschen Arbeitersports findet in diesem Jahre Berlin muß wie die Heilsarmee mit der Sammelbüchse herumgehen Sonntag, den 3. Juni, in Berlin statt. Teils in der Woche und zufrieden fein, wenn bei den Festessen einige Brosamen von vorher, teils nachher werden in vielen Orten die einzelnen Sport- der Herren Tische fallen. Deshalb ist man in den Berliner Arbeiterliner Turn- und Sportwoche ein verfehltes Expeverbände besondere Veranstaltungen treffen, um der Deffentlichkeit turn- und Sportfreifen der Ansicht, daß die jetzt beendete Bertechnisch hochstehende Borfühungen zu zeigen. riment war, weil sie wiederum auf dem Prinzip der Wohl= Durch die Werbeveranstaltung soll der Arbeiterschaft in groß- tätigkeit und des Appells an das„ gute Herz" der Besitzenden zügiger Weise ein Bild von dem Stande der Entwicklung des aufgebaut war. Auf dem gleichen Prinzip beruht auch der bürgerArbeitersports gegeben werden, damit fie erkennen lernt, daß auch liche Sport: Tausende von Arbeitern sind noch in den bürgerlichen auf diesem Gebiete die Arbeiter fich Organisationen geschaffen haben, Bereinen, weil ihnen die Wohltätigkeit einiger vermögender Mitauf die sie stolz sein können. Die Leibesübungen find ein Kultur- glieder eine angenehme sportliche Betätigung ermöglicht. gebiet, auf dem das Bürgertum große Erfolge errungen hat. Viele Arbeitersportbewegung hingegen steht als Kulturbewegung Laufende jüngere und leider auch ältere organisierte Arbeiter ge- des Volkes aus dem Proletariat felbft erwachsen und von ihm hören noch zu den bürgerlichen Verbänden, weil sie sich aus der getragen der altrömischen Tendenz Brot und Spiele" naturgemäß sportlichen Kulturgemeinschaft nicht mehr losreißen fönnen, sobald fie ablehnend gegenüber. Die Boltsmasse soll zu kämpfern um die In diesem Sinne Stügen der bürgerlichen Gesellschaft. Vor dem arbeiten als ergänzender Kulturfaftor auch die Arbeitersportbort einmal hineingewachsen find. Ungewollt werden sie damit zu Kulturgüter der Menschheit erzogen werden. Kriege waren die bürgerlichen Sportvereine die Vorbereitungsstätten verbände. Die Jugend foll in den Arbeitersportvereinen zu für den Militarismus. Heute find fie vielfach zum Rekrutierungsträftigen und gesunden Menschen in freihitlichem Sinne erzogen gebiet des Faschismus geworden. Sind doch die„ Turnerschaften" werden, damit sie später mit voller Kraft nicht trant und schwächund„ Wanderriegen" der deutschvölkischen Butschverbände die be lich den Kampf um eine bessere Zukunft an der Seite ihrer liebtesten Organisationen, hinter denen sie ihre Ziele versteden. Und Klaffengenossen ausfechten fönnen. Damit stehen die ArbeiterAls Schmig eines Nachts mit seiner Frau in einer Autodroschte rührig sind die jungen Leute in diesen Verbänden, das muß ihnen sportler im bewußten Gegensaß zum bürgerlichen Sport, vor seiner Villa in der Kantstr. 126 vorfuhr, bemerkte er, daß zwei der Neid lassen. An persönlichen Mühen scheuen sie nichts, um ihre dem die Leibesübungen Selbstzwed sind und denen vor allen Personen über das Eisengeländer des Borgartens seiner Villa Reihen zu füllen. Jeder Schüler einer höheren oder technischen Dingen teine freiheitlichen Tendenzen innewohnen. fletterten und davonliefen. Er alarmierte sofort den Bortier und Schule wird persönlich aufgesucht, und mit allen Künsten zu überwollte sein eigenes Auto anfurbeln, um die verdächtigen Personen zu reden versucht, sich der deutschvölkischen Bewegung anzuschließen. Die Schwimmfest im Stadtbad Friedrichshain. verfolgen. Während er mit dem Ingangsehen des Motors be- Leiter der großen bürgerlichen Sportverbände wollen zwar nichts Das von den Arbeiter- Schwimmvereinen Welle",„ Union" schäftigt war, bemerkte er, daß noch eine dritte Person sich über den von diesem völlischen Treiben wissen, fie wagen es aber auch im( Berlin) und„ Neptun“,„ Welle"( Lichtenberg) am Sonntag im Zaun schwang und davoneilte. Nunmehr nahm er mit dem Bortier allgemeinen nicht, ihm offen entgegenzutreten. Die Arbeitersport- Stadtbad Friedrichshain an der Schillingsbrüde zugunsten der zusammen die Verfolgung auf, holte auf der Straße auch einen vereine sind der natürliche Gegenpol dieser Bewegung. Jugendpflege des 5. Berliner BerwaltungsMann ein, den er stellte. Dieser versicherte, er sei Kriminalbeamter Treu, im Geifte des Sozialismus und der Republik, arbeiten fie an bezirks veranstaltete Schwimmfest war ein voller Erfolg. Den und man solle ihn ruhig spazieren gehen lassen. Der Angeklagte der fulturellen und förperlichen Gesundung des Boltes. An ihrem recht zahlreich erschienenen Zuschauern wurden gute und scharfe versetzte ihm aber einen Schlag. Als der Mann sich das verbat, Werbetage werben fie darum zugleich für den Sozialismus, für Rämpfe gezeigt. Besonders interessant verliefen die Wasserballspiele schleppte der Angeklagte den Fremden auf sein Grundstück, wo er echte Demokratie und die Republik. Darum ist es auch eigenes zwischen den Jugendabteilungen von„ Welle" und" Union"-Berlin, dann zusammen mit dem Portier den Unbekannten so verprügelte, Interesse der Gesamtarbeiterschaft, wenn sie die Veranstaltung des fowie der Männerabteilungen von Belle Berlin und„ Neptun" daß diefer bewustlos liegen blieb. Später stellte sich 3. Juni unterstützt. Die Arbeitersportlerschaft und ihre Jugend wirbt Lichtenberg. Beide Spiele wurden von Welle"-Berlin überlegen heraus, daß der Geschlagene ein Geistestranter sei, der auch an diesem Tage um die Liebe und das Vertrauen der Arbeiter gewonnen. Weiterhin fesselten die von„ Welle"-Berlin vorgeführten bereits in einer Irrenanstalt war und mit den Entflohenen nichts tlaffe und ihrer Organisationen. Sie will mit der Gefamtarbeiter Reigen, die eine gute Zusammenarbeit erkennen ließen. Schau- und zu tun hatte. Dieser Vorfall hatte eine bedauerliche Folge, denn schaft eins fein und als jugendliches frisches Blut die Arbeiter bei dem Mißhandelten war infolge der Schläge die Gei- bewegung befruchten helfen. Möge ihr an ihrem Werbetage ein Gruppenspringen vervollständigten das Programm, Nicht unerwährt bleibe das gut eingespielte Welle"-Orchester, welches wesentlich zum stestrantheit stärter zum Ausbruch getommen, fo voller Erfolg beschieden sein. daß er sich jetzt noch in einer Irrenanstalt befindet. Das Die Vorarbeiten zum Reichsarbeitersporttag sind erledigt. Der Gelingen des Feftes beigetragen hat. Nachstehend die Resultate: Männerftafette. 4X40 m: 1. Welle- Lichtenberg 1 min. 51,4 Gef., Schöffengericht hatte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis Geschäftsführende Ausschuß beschloß in seiner Sizung am 24. Mat: 2. nion- Berlin. Brustschwimmen. a) Mädchen 40 m: 1. Geget, epult: verurteilt. In der gestrigen Berufungsverhandlung vor dem Land- Weil der Königsplay" am Reichstagsgebäude zum Aufmarsch der Bichtenberg 46,2 Ser., 2. Röleler, Union Berlin, 3. Eberhardt, Belle- Berlin: gericht III wurde die Berufung verworfen, jedoch wurde dem An- Arbeitersportorganisationen anläßlich der Einweihung des Sport- b) weibl Jugend 80 m: 1. Gartner, Belle- Berlin, 2. Reinhardt, Neptun Rückenschwimmen. geklagten Strafaussetzung gegen Zahlung einer Buße von drei Mil- plages Hippodrom im Tiergarten vom Reichsminister Deser ab- tenberg; c) mann, Sugen 80 m: 1. triftir, elle- Berlin 1 15,2 Get. 2. Boll- Union. 3. Wide, Neptun- Lichtenberg. 2. Schneider, 80 m a) Senaben: 1. Santfchte, Neptun- Lichtenberg 1 Min. Welle- Berlin. 3. Hoffmann besgl. b) Jugend: 1. Mummert, Welle- Berlint 1 min. 12,4 Sel. 2. Schmidt. 3. Hageborn, beibe Belle- Berlin c) Männer: 1. Altenfira, Belle- Berlin 1 Min. 12,2 Sel. 2. Wilde, Neptun. 3. Lorenz, Seitenschwimmen. 80 m) Männer: 1. Borena, Welle- Lichtenberg union. 1 min. 10,4 Set. 2. Scheffler, Neptun. b) Jugend: 1. Gorzella, Welle- Berlint 1. Sönow, Neptun- Lichtenberg 31,2 Set. 2. Grunwald, Welle- Lichtenberg. b) Jugend: 1. Boll, Union- Berlin 28 Sel Belgenbrennelle- 2 lionen Mart bewilligt. Alles für die Jugend! DR " 1 Min. 9 Set. 2. Seife, Welle- Berlin. 32 Set. 2. Gärtner, Welle- Berlin. " Kurze Strede. 40 m a) Anaben: gelehnt wurde, vollzieht sich jetzt der Aufmarsch an der sogenannten Gedächtniskirche am Bahnhof Zoologischer Garten". Sämtliche Züge werden um die Bannmeile herum nach diesem Plate geleitet. Der Zug vom Humboldthain" wird geführt von Otto Saul Der Zug vom Friedrichshain" von Reinholdt Seigt. Der Zug Dom Treptower Bart von Rudolf Oberländer. Der Zug vom Dominicus- Platz in Schöneberg von Ernst Zeller. Diefer lettere marschiert um 4% Uhr ab, die anderen 3 Züge pünktlich um 4 Uhr. Der Dronerdienst muß von den Zügen selbst gestellt werden. Haunt 1. Stegen, Belle- Berlin 1 min. 31,6 Gel. ordner der Züge sind die Radfahrer von Solidarität. Die Züge Männerlagenftafette 4 × 40 m: 1. Welle- Berlin 2 M11 müssen unbedingt um 6 Uhr auf dem Blake am Bahnhof 300 o 2. Union Berlin. eintreffen. Jede Organisation hat 10 Ordner zu bestimmen, bie 2. Union Berlin. pünktlich um 5 Uhr an der Kirche am 300 fich bei Dehlschläger min. 18 Gel. 2. Lustig, Union- Berlin. Wafferballspiel: a) Jugend, zu melden haben. Alle Ordner haben sich mit roten Armbinden zu Belle- Unton 4: 1. Männer: Welle- Neptun 12: 5. versehen. Um 7 Uhr ist Schluß der Veranstaltung am Bahnhof Zoo, Für Interessenten Besichtigung des Sportplatzes nach dieser Beranstaltung. " R.A.S.T. Technikerhitung am Mittwoch, den 30. Mai, pünktlich 7 Uhr, bei Bepmeisel, Neuföln, Hermannstr. 178. Da in dieser legten Sigung vor dem R.A.S.%. alle noch schwebenden Fragen erledigt werden müssen, darf tein Techniker fehlen. Ein dänisches Liebeswert für deutsche Kinder. Zweitausendfünfhundert Kinder, ausgestebt aus den hundert tausenden Groß- Berlins, zweitausendfünfhundert armselige dürftige und unterernährte Kinder kamen mit Extrastraßenbahnwagen gestern vormittag unerwartet aus ihren grauen, trostlosen Wohnquartieren heraus und wurden zu einer Stätte des Frohfinns und der Freude geführt, auf die schönen Terrassen des großen Bergnügungsetabliffe ments Ulap im Landesausstellungspart. Es war ein Kinderfest, das von seiten des dänischen Faellesfomitees for Sjaelp til be frigshaergede Lande" für etwa 2500 Berliner Kinder veranstaltet wurde, die in diesem Jahre an den dänischen Kakaospeisungen teilnehmen. Entgegenkommenderweise hatte der Direktor des Ulap, Herr Brechinsky, das gesamte Etablissement unentgeltlich zur Verfügung gestellt und sich mit seinem Personal in der weitestgehenden Achtung Bezirkstartelle! Die Ausschreibung des 2. Bezirks Weise an den Vorbereitungen beteiligt. Ein riesiges Gewimmel über feine Grenzen hinaus ist für diesen Tag nicht angebracht, da von kleinen Jungen und Mädchen herrschte in dem schönen Garten- jeber Bezirt seine Sportmannschaften auf dem ihm zugewiesenen lokal. Riesige Bottiche mit herrlichem Milchkatao standen bereit, Blayz braucht. Bo derartige Meldungen schon ergangen sind, müffen ebenso wahre Berge von Kuchen und füßen Milchbrötchen, und alles, diese rückgängig gemacht werden. Eine Zersplitterung der sport alles wurde von den hungrigen fleinen Schnäbeln im Nu vertilgt. lichen Borführungen darf es an diesem Tage nicht geben. Die Helferinnen der dänischen Abteilung des Roten Kreuzes, denen dieser Teil der Kinderfürsorge obliegt, hatten alle Hände voll zu tun. Und dann gab es allerlei Kurzweil, einen brolligen Bauch redner, einen mutigen Feuerfreffer, einen geschickten Mundmaler, einen tollkühnen Drahtseilkünstler, die mit ihren Darbietungen die Kinderherzen entzückten. Und die Kapelle Wittich ließ ununterbrochen Militärweisen ertönen, als ob es gar teine schönen Bolts. lieder gäbe, die die Kinder so gerne mitsingen. Doch das nur neben bei. Reichstagspräsident Genoffe Löbe war erschienen und widmete den dänischen und deutschen Helfern Worte freudiger Anerkennung. Zu den Kindern sprachen Herr v. Giese vom RotenKreuz und Genosse Reichstagsabgeordneter Hildenbrandt herzliche und warme Worte des Dantes, der erstere besonders auch an die hiesige dänische Ge sandtschaft, die in einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf Dänemark und auf die Freundschaft zwischen Dänemart und Deutschland austlangen. Der dänische Reichstagsabgeordnete I. P. Nielsen, dem all dies zu danken ist, sprach in bewegten, ganz väterlichen Worten zu feinen lieben deutschen Kindern" und für seine lieben Kinder", und er wandte sich unter den zustimmenden Zurufen aller gegen den jezigen unwahren Völkerbund, der durch einen Bölferbund aller wahrhaft Friedfertigen Der Reichs- Arbeitersporttag im 20. Bezirt. Der Reichs- Arbeiter portbag und Friedliebenden ersetzt werden müsse. Die Sonne hatte den am 3. Juni wird im 20. Bezirk auf dem neuen Sportplag in ReinidendorfBerliner Kindern, feit Wochen zum erstenmal, ihren schönsten warmen Umzug durch den Ortsteil. Treffpunkt pünktlich 1 Uhr Scharnweber, Ede Weft, Scharnweberstraße, stattfinden. Die Veranstaltung beginnt mit einem goldenen Schein geliehen und dafür gesorgt, daß der Tag nicht Eichbornstraße. Anschließend finden die Borführungen der Turner und Sport vergessen werden wird. Das Ganze war ein in seiner Natürlichkeit ler auf dem Sportplas statt. Außerdem beteiligen sich die weltlichen Schulen, und Einfachheit doch tief ergreifendes Beispiel prattischen bie Rinder, Jugend- und Wanderorganisationen und ebenso werden Arbeiter fänger und Musiker zum Gelingen der Beranstaltung beitragen. Das Ganze Internationalismus', d. h. tätiger, hilfsbereiter muß durch Maffenbesuch eine gewaltige Rundgebung für den Arbeitersport Menschenliebe. 2. Gorzella, Welle- Berlin. 80 m: 1. Schmidt, Welle- Berlin 1 Min. 80 m: Damenridenschwimmen. 2. Agop, Welle- Berlin. 2. Union Männerbruftftafette 4X40 m: 1. Welle- Berlin 1 Min. 21,4 Scf. Jugendstafette 4X40 m: 1. Belle- Berlin 2 min. 13,4 Gef. Männerfchwimmen beliebig 100 m: 1. Sinze, Union- Berlin Fußball am Sonntag. Der Marienborfer Sport Club teilte mit feiner 2. Manns schaft, welche durch 3 Spieler der 1. Mannschaft verstärkt war, im Bichten berger Stabion, um im Anschluß an den bort stattfindenden zahl reichen leichtathletischen Wettkämpfen gegen Biotenbergs 1. Mann1aft anzutreten. An Körperkraft fiberragte Lichtenberg MSS. bei weitem, bo gana so leicht, wie fich 2. den Steg borstellte, ist er ihnen nicht geworden. 8. hat Anstoß, welcher auch bis zu den Beds gelang, boch bon dort with bitt Ball weit nach vorn bugftert und von der Mitte aufgenommen. Diese verteilt ben Ball gut nach rechtsaußen, ein anschließender Lauf und Stante. Doch wird diese daneben gefchoffen. Dann steht 2. ab. Man sieht gute Rombination, und der MSC. Torwart bekommt reichlich Arbeit, welcher er fich aber in prompter Weise entledigt. Bei MSC. tann fich ber Sturm noch nicht recht finden. So geht es bei faft berteiltem Spiel, wobei 2. etwas mehr bom Spiel bat, in die Bause. Nach der Baufe sieht mee. gleich mächtig los. Bei einem Borstoß schießt balblints boch aufs Lor. Der Torwart tann aber diesen Ball nicht mehr faffen, und mit 1: 0 gebt Se. In Führung. Nicht lange erfreut fich MSC. diefes Erfolges, und bereits nach 4 Minuten hat 2. durch unhaltbaren Schuß ausgeglichen. Nun entspinnt fich ein Kampf um den Sieg. Die Brobe ber Freiübungen für den Reichs- Arbeitersporttag findet am bei welchem MSC. zum größten Teil im Bortell ift. Dies ist ein Erfolg der Sonnabend, den 2 Juni, nachmittags, auf den Bereinsplägen in Umstellung im Sturm und arbeitet biefer jett beffer aufammen. Lange Beit abteilungen, Jugend- und Kinderabteilungen müssen vollzählig erscheinen. 4 Minuten vor Schluß tommt&. burch und kann durch langen Schuß, welchen Treptow und Reinidendorf statt. Alle Männer und Frauen- belagert mee. bas L. Zor, doch die B. Berteidigung ist auf der Sut. Jebe Abteilung ftellt zum Sonntag 2 Turngenoffen oder genoffinnen zur Beber Torivart durch die Dedung der Berteidigung nicht gewahr wird, den Sieg auffichtigung der Garderoben. Diefelben müssen sich am Sonnabend bei der an fich reißen. MEC. hat ehrenvoll berloren. Immerhin ist bet biefem Epiel turnerischen Leitung melden. Hier erfolgt die Bekanntgabe der Umkleide gezeigt worden, daß auch untere Mannschaften den oberen nicht viel nach Boruffia trat möglichkeiten. Alle umliegenden Vereine werden gebeten, sich an der Probe fieben. Contab entlebigte fich feiner Arbeit getoiffenbaft. auf den Fichte- Blägen zu beteiligen. gegen bler 08 an. Beibe Mannschaften in stärkster Aufstellung, lieferten Am Sonntag, den 3. Juni, steht alles um 12 Uhr zum Aufmarsch bereit fich von Anfang bis Schluß ein äußerst flottes faires Spiel. In ber 10. Miauf der gegenüberliegenden Wiefe. Jeder hat sich zur rechten Seit einzufinden. nute tann der Bor- Mittelstürmer burch scharfen Schuß bas erfie Tor für feine Reichs- Arbeitersporttag. Friebrichshain- Spielwiese. Turner and Farben buchen. Doch nicht lange erfreut sich B. diefes Erfolges und A. bat Sportler: Treffpunkt aller Teilnehmer 41 Uhr Schule Olivaer Str. 19. ausgeglichen und fann bis Salbzeit das Stefultat fogar auf 2: 1 stellen. Nach Die Kinder nehmen Aufstellung DOT bem Schulgrund ftild.( Garderoben: ber Halbzeit zunächst basselbe Bild. Die Tattit B, bas Spiel auseinander Turnhalle.) Abmarsch zur Spielwiese 42 Uhr. Folgende Stafetten tommen zusieben, bewährt fic febr gut und kann Boruffia bis zum Schluffe nog bier zur Austragung: Männer 5mal 100 Meter. Schymedenstaffel( 400, 800, 200, mal erfolgreich fein. Den Sufchanern wurde etn befriedigendes Spiel vor 100 Meter). 1500- Meter- Gingellauf. Frauen: 5mal 100 Meter. Olympische Augen geführt. Galaufum Gerätetransport ftellen die im Bezirk gelegenen Abteilungen foto 08 III 0: 2; Boruffia Job- Eisthal 3gb. 6: 1; 86. Moabit IIStaffel( 200, 50, 50, 100 meter). Jugend: 5mal 1 Runde und 1000- Weter Weitere Ergebuiffe: Boruffia 3- Bantoe 08 2012; Boruffia M- Ban je 6 Turngenoffen, bes weiteren einige Droner. Staaten 6: 3. " werden. Zirzensische Spiele. Dieses Fest lenkt die Aufmerksamkeit auf die seit Kriegsende in immer wachsendem Umfange durchgeführte Liebestätigteit Dänemarts hin. Im Jahre 1917 begann Dänemart, deutsche Aus maßgeblichen Arbeitersportkreisen erhalten wir eine ZuKinder einzuladen. Im gangen find bisher etwa 30000 Kinder schrift, der wir folgende beachtenswerte Stellen entnehmen: in diesen Jahren nach Dänemark gereist. Hinzuzurechnen ist das Im alten Rom waren die zirzenfischen Spiele ein beliebtes großzügige Entgegentommen ber Dänischen und erfolgreiches Mittel, das Bolt über seine eigene bedrückte Lage Staatsbahn, die etwa 600 000 kronen für die unentgelt hinwegzutäuschen: Tierkämpfe, Wagenrennen, Pferderennen und liche Beförderung der deutschen Kinder aufgewendet hat, ein Rampfspiele. In Verbindung mit diesen Zirkusspielen fanden Entgegenkommen, das die deutsche Bahn bisher nicht erwiesen hat. Massenspeisungen des Bolts statt, wo fich alles um den besten Hand in Hand mit der Aufnahme der deutschen Kinder in Dänemart Happen balgte, und so entstand das berühmte Wort„ Panem et ging ein ausgedehntes Hilfswerk in Deutschland. circenses" Brot und Spiele- als Kennzeichen der geringen Be Außerdem wurden die Speisungen von Kindern mit dürfnisse eines niedergehenden Bolkes. Die jetzt beendete Katao und Brötchen, die im Vorjahre nur in Berlin statt- Berliner Turn- und Sportwoche der bürgerlichen gefunden hatten, auf eine größere Anzahl, zusammen bisher Sportverbände weist manche Aehnlichkeit mit diesen zirzensischen 15 deutsche Städte, ausgedehnt, in denen täglich insgesamt Spielen auf. Auf öffentlichen Plägen zeigen Berufsiportler etwa 6000 Kinder gespeist wurden. Es ergibt sich, daß von seiten ihre Runst. Hinter allen Schauffellungen verschwindet der des genannten Komitees bereits die Summe von zirka 12 Millionen eigentliche Boltssport auf den Plätzen, bei denen die Kronen oder in deutschem Gelde heute etwa 1200 milliarden Sporttanonen" obendrein die Hauptrolle spielen. Und soll etwa Mart, den deutschen Kindern zugute gekommen sind. An der ein Tanzturnier als Sport und als Zeichen wahrer Kultur Spize diefes Hilfswerkes steht der bekannte dänische Reichstags- gelten? Drei Festessen in ersten Hotels beschlossen die Feierabgeordnete Genosse I. P. Nielsen, dessen stetes Eintreten für lichkeiten. Wir schätzen das Bestreben der Berliner Stadtverwaltung, die Not der deutschen Kinder es in erster Linie zu danken ist, wenn durch die Herbeischaffung von Geldmitteln für die Part-, Spieldieses Hilfswerk einen solchen Umfang annahm. Neben der bereits und Sportstiftung den Ausbau von Sportplägen zu erwähnten Hilfstätigkeit ist sodann das Eintreten der Dänischen fördern, hoch ein. Aber ist es nicht ein betrübendes Gesandtschaft in Berlin für die Linderung der deutschen Not Beichen unserer 3eit, daß Festessen in Hotels und Berufs besonders zu erwähnen. Aus alledem geht hervor, in wie weit- sportler herangezogen werden müssen? Rücksichtslos sind die gehendem Maße sich die Bevölkerung Dänemarks an der Linderung Wälder im Kapitalsinteresse gelichtet oder ausgerodet, das der Not in Deutschland beteiligt. Das deutsche Bolt wird dem Tempelhofer Feld wird für die Volksmasse gesperrt, Terrain dänischen Bolt, besonders aber auch der dänischen Arbeiterschaft, diese für den von der Stadt Berlin geplanten Spielplag war nicht zu Taten echter Menschlichkeit niemals vergessen. erhalten, aber ein vermögender bürgerlicher Fußballflyb erhält einen D. 112, Bettenkoferstr. 12, richten. " Schwimmveretu ,, Borwärts", Gruppe Rorbof. Nebimgsabende ab 5. Juni fchen Flußbadeanstalt an der Ebersbrüde, außerdem jeben Freitag von 6 Uhr jeden Dienstag( referviert) und Freitag von 6-8 Uhr abends in der Städtlab im Geebad Beißenfee. Aufnahmen neuer Mitglieder, auch Richtschwimmer, finden an den Uebungsabenden statt. Bon Mittwody, ben 30. Mai, ab Uebungsspiele auf der Spielwiese im Humboldthain von 6-8 Uhr abends. Freie Turnerschaft Charlottenburg. 1. Mannschaft 1:11. Halbzeit 0: 7. Charlottenburg überlegen. Zorwächter von Faltenfee nicht entfchloffen genug. Elstal, 2. Mannschaft, gegen Freie Turnerschaft Charlottenburg, 2. Mann fchaft, 0': 4, Halbzeit 0: 2 Arbeiter- Athletenbund Deutschland, 4. Kreis( Brandenburg). Der Sportverein Brebania 04 begeht am 2. Juni in den Brachtsälen bes Oftens, Berlin D. 112, Frankfurter Allee 48, fein 19jähriges Stiftungsfest. 8u Gaft ist der Sport- Club Giche", Mühlenbed, im Retourkampf gegen Bretania 04 im Ringen. Borher treten die Schüller vom Sp.-C. Adler 05" gegen BreEin gutes Artistenprogramm vervollständigt ben tania 04" auf die Matte. Abend. Die Uebungsabende finden jeben Dienstag und Freitag von 7 bis Uhr in der Turnhalle, D. 112, Bettenkoferfte. 20-22, flatt. Auswärtige Bereine, die gewillt find, mit dem Sp.- B. ,, Bretania 04 in einen Bettband im Ringen zu treten, wollen thre Adresse an den Borstand, Walter Ruch Touristen- Berein Die Raturfreunbe", Drisgruppe Berlin, E. B. Die am Freitag eröffnete Ausstellung Naturwissenschaftlicher Sammlungen erfreut sich eines regen Befuches Berliner Arbeiter. An Hand ber ausgestellten Objekte und durch erläuternden Bortoag wird ein Stud Naturverkenntnis vorgeführt. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Juni einschließlich geöffnet täglich von 7-10 Uhr abends im städtischen Schulmuseum, Stallschreiberstr. 54( am Arbeiter- Turn- und Sport- Bund( 1. Kreis), Broving Brandenburg. Leicht. athletit der M. 2. B. Ausschreibung zu den Ausscheidungstämpfen file die Bundesmeisterschaften auf dem Sportplak Tiergarten am 30. Juni und 1. Juli. Bahnlänge 450 Meter.) Beginn ber kämpfe Sonnabend nachmittag 5 Uhr, Sonntag vormittag 8 Uhr. A. Männer, B. Frouen: Siehe Nr. 15 der ,, Frelen Sportwoche. C. Jugend: Jahrg. 1908: 100- meter- Galagballweitwerfen;" Jahrg. 1907: 100- meter- Schlagballweitwerfen: Jahrg. 1906: 100- meter- Speerwerfen, Beitspringen; Jahrg., 1905: 100, 800 Meter, Weitspringen, Rugelftoßen, 5 Kilo und Distuswerfen, 1½ Rilo. Staffel: 4mal 100 meter. Ghartgeld für Männer: Einzeltämpfe 200 M, Stafetten 1000 R.; für Frauen: Einzelfämpfe 150 M., Stafetten 600 M.; Jugend: Einzeltämpfe 100 M., Stafetten 400 m. Stafetten müffen namentlich gemeldet werden und erhalten die Teilnehmer zu allen Rampfarten Staritarten, die sun freien eintritt berechtigen. Für jebe Summer ift eine Gebühr von 300 m, zu hinterlegen, bie bei Ablieferung zurückgezahlt werden. Nabel dazu muß jeder felbst mitbringen. Meldungen mit genauer Altersangabe find bis zum 15. Juni an den Geschäftsführer der M. L. V., Hans Kirscht, Falkensteinftr. 47, einzusenden. Die Aus scheidungskämpfe für den Fünftampf der Männer, Dreikampf der Frauen finden in Bezirken statt. Genaue Resultate mit Dsiginallisten find umgehend bis spätestens gun 8. Sult en M. ReIf, Berlin GB, Belle Alliance- Str. 82, Sof ants, einzufenden. Trainingsbungen nehe Rt. 12 bet foelen Sport mode, millien fleißig geübt werden. Morigplag). Im Zeichen der Dollarhauffe. Kampf gegen den Wucher. Berliner Güterwirtschaft. Beim Steigen des Dollars steigt erfahrungsgemäß auch der 28 ucher mit Gegenständen des täglichen Lebens Bei der Beratumg des städtischen Etats und bei den immer wert, Tischlerei, Schlosserei werden jetzt erweitert und bedarfs. Deshalb hat, wie der Amtliche Preußische Bressedienst wieder erfolgenden Angriffen gegen die städtische Wirtschaft spielen auf rein faufmännische Grundlagen gestellt. Auch hier kann mit beDie Güterverwaltung berichtet, der Präsident des Landespolizeiamts alle Bolizeibehörden die Berliner Güter, deren größter Teil jetzt durch eine städtische deutenden Erträgnissen gerechnet werden. erneut angewiesen, der Bekämpfung des Buchers ihre ganze Straft G. m. b. 5. bewirtschaftet wird, eine außerordentlich große Rolle. hat die Konjunktur beim Einlauf so günstig wie möglich ausgenugt, zu widmen. Die Polizeibehörden werden besonders darauf auf Die Stadt Berlin ist diejenige Stadt, die im größten Umfang land- mit Kunstdünger usw. eingedeckt sind. Die Auffassung, Kunstdanger so daß alle Güter reichlich mit Mais, Kotostuchen, Rapstuchen sw., merksam gemacht, daß der Wiederbeschaffungspreis als Maßstab für die Angemessenheit des Gewinns abzulehnen wirtschaftlichen Besitz ihr Eigen nennt und diesen Besitz seit Jahr auf Rieseffelder zu gebrauchen, hat sich erst in den letzten Jahren ist. In dem Rundschreiben des Präsidenten des Landespolizeiamis zehnten in eigener Regie verwaltet. Die Berliner Rieselfelder durchgesetzt. Der Vorteil des Kunstdüngers tritt in diejern Jahre an die Polizeibehörden wird weiter betont, daß bei vielen für die verdanken ihre Entstehung den unermüdlichen Bemühungen Mart- wohl am meisten auf dem Gut Biantenfelde in Gscheinung. Versorgung der Bevölkerung wichtigsten Waren eine Rotmarktlage grafs, Hobrechts und Virchows, deren Projekte bereits 1873 die Die auf den Gütern beschäftigten Arbeiter besteht, welche die Verkäufer verpflichtet, ihre Preisforderung auf Buftimmung der damaligen Berliner Stadtverordnetenversammlung stehen sich in ihren Lohn- und sozialen Verhältnissen, um ein Erder Grundlage der individuellen Gestehungskosten zu errechnen. fanden und in die Wirklichkeit umgesetzt wurden. Die Stadt wurde hebliches besser als die auf anderen Gütern unter dem KreislandBei dem Verdacht der Warenzurückhaltung sollen die Polizei nach einem fogenannten Radialsystem eingeteilt und die Abwässer arbeitertarif arbeitenden Gutsarbeiter. Sie sind deshalb an der Erbehörden Lagerkontrollen vornehmen. Beobachten die Polizei- auf eigene, zu diesem Zweck hergerichtete Riefelfelder geleitet. Dem- haltung der städtischen Wirtschaft aufs lebhafteste interessiert, und verwaltungen Angstkäufe des Publikums und warenhamstern, so sollen sie den Kleinhändlern nahelegen, Waren in nach war die Hauptaufgabe der städtischen Güter ursprünglich die es fann nicht bestritten werden, daß mit der zunehmenden Begrößeren Mengen nicht mehr abzugeben. Die Polizeibehörden Unterbringung dieser Abwässer und nicht die Herauswirtschaftung ruhigung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auch das wirtschaftliche Verständnis und Interesse, wie die Einsicht in die werden ferner ersucht, ihre Aufmerksamkeit auf die Erzeugerpreise hoher Reinerträge. zu lenken, die etwa 25 bis 30 Brozent unter dem im Absatzgebiet Zu den Berliner Gütern gehören 24 Verwaltungen mit 45 Einzel- wirtschaftlichen Bedürfnisse der Güter auch bei der Arbeiterschaft sich außerordentlich gesteigert und auf die Produktivität der Betriebe notierten Marktpreis liegen müssen. Namentlich in den ländlichen gütern, mit einer günstig eingewirkt hat. Gebieten soll dieser Standpunkt mit allem Nachdrud vertreten und darauf aufmerksam gemacht werden, daß es ganz gleichgültig ist, ob der Erzeuger diese hohen Breise fordert, oder ob der Händler ste anbietet und der Erzeuger fie annimmt. Markthallen- Auseinandersehungen. Gesamtfläche von 108 866 Morgen. Unter den Auswirkungen der Nachkriegszeit und bei den verDas ist etwa ein Drittel der Gesamtfläche des jetzigen Groß- Berlin. stärkten Ansprüchen, die mit Recht von der Oeffentlichkeit auch an Die Güter liegen in einer durchschnittlichen Entfernung von 30 bis die Gemeindewirtschaft gestellt wurden, machte sich eine veränderte 40 Kilometern im Umkreis von Berlin. 31 Einzelgüter mit 18 Ver- Wirtschaftsreform durch Aufgabe der bureaukratischen und schwerwaltungen und rund 69 000 Morgen unterstehen der Güter- 8. m. b. fälligen Wirtschaftsweise der Borkriegszeif. erforderlich. Daher die 5., 14 Einzelgüter mit 6 Verwaltungen und etwa 26 000 Morgen Umwandlung der Güter in eine G. m.. H., die der Verwaltung Am Montag tam es in mehreren Markthallen wegen der find verpachtet. Auf den eigenbewirtschafteten Gütern arbeiten etwa in jeder Beziehung größere Selbständigkeit auf allen Gebieten erabermaligen Steigerung der Preise für Fleisch, Eier, Butter, Schmalz rund 2800 Arbeiter, davon ca. 2000 ftändig. Die Biehzucht ist möglichte und Berkleinerung und Vereinfachung des Verwaltungsusw. zu erregten Auseinanderseßungen, hauptsächlich hervorgerufen entsprechend den veränderten Berhältnissen umgestellt worden, die apparates. Die Inistellung der alten Verwaltung ist in einer jo durch die verschiedenen Preisforderungen der einzelnen Standinhaber. Abmeltwirtschaft zu einer Milchwirtschaft mit Aufzucht umgewandelt. furzen Zeit erfolgt, wie es felten bei Berwaltungen von der Größе So forderte ein Fleischer für Suppenfleisch 12 000 m. pro Pfund Die Güter verfügen über ungefähr 1200 Milchfühe mit einer möglich ist. Unter den Auswirkungen diefer Reorganisation erscheint und eine Frau für ein frisches" Ei 550 M. Beim Verkauf von Produktion von täglich 11 000 und jährlich rund heute bereits die Herauswirtschaftung höherer Reinerträge gesichert Butter follen Differenzen von 2000 m. festgestellt worden sein. Die 4 Millionen Litern, wovon 9000 bzw. 3,4 millionen Liter zum unter der Voraussetzung, daß die Betriebsleiter der einzelnen Güter seit einiger Zeit bestehenden Marktgerichte werden jetzt zu Verkauf kommen. Für das Jungvieh sind Weiden angelegt, auf den vorzügliche faufmännische Gewandtheit befizen und für ihre Funktion beweisen haben, ob sie imftande sind, die Bevölferung auch nördlichen und füdlichen Gütern Hengstationen eingerichtet. Auch eine gründliche, praktische und wissenschaftliche Ausbildung mitwirklich und wirtsam in Schuh zu nehmen. Im be die Schweine zucht und-maft ist bedeutend vergrößert worden. bringen. Es kann auch nicht verkannt werden, daß die Gütersonderen müssen die Behörden je htendlich auch für eine Martt- Am 1. Mai waren 400 Mutterschweine, 1200 Jungschweine und direktion, die im Aufsichtsrat eine einmütige und fachliche, von fontrolle in den Bezirken des Außenwestens forgen, weil dort die 400 Mastschweine vorhanden, die jährliche Produktion beträgt etwa politischen Meinungsverschiedenheiten nicht berührte Unterstützung Minderbemittelten unter dem dreiften Zugriff aller jener, die immer 1000 Mastschweine mit rund 2000 Zentnern Schlachtgewicht. Ber- findet, es verstanden hat, den Aufstieg der Güterwirtschaft alle Preise bezahlen können, zu leiden haben. größert worden ist auch die Schafzucht( 2000 Mutterschafe, in den legten Jahren planmäßig vorzubereiten. 500 Jungschafe, 2000 Lämmer). Die Wolle wird auf den Markt Die Stadt hat jedenfalls feine Beranlassung, diefe Güter aus der gebracht, während 2000 Masthammel jährlich in Hobrechtsfelde ge- Hand zu geben, wobei sie nie wissen würde, was sie nach Ablauf einer eventuellen Verpachtungsfrist wieder erhielte. Sie hat im schlachtet werden. Gegenteil mur das eine Interesse, das erfreulicherweise vom Auffichtsrat und von der Güterdirektion einheitlich vertreten wird, an ber Modernisierung und Ausgestaltung der städtischen Güterwirtschaft, an der forgfältigen Erhaltung ihrer Substang und an der Erhöhung ihrer Rentabilität mit allen Kräften weiter zu arbeiten. Friz Brolat. An unsere Freunde und Leser! Durch die im Laufe des Monats Mai eingetretene tata. strophale Entwertung der Mark ist die Aussicht auf stabile Zeitungsbezugspreise für längere Zeit vollständig geschwunden. Im rasenden Tempo gehen die Preise für alle Materialien zur Herstellung der Zeitung in die Höhe. Der Papierpreis ist bereits für die zweite Hälfte des Monats Mai von 1550 M. auf 1616 M., d. h. das 8080fache des Friedenspreises heraufgefekt worden. Der Junipreis für Zeitungsdruckpapier läßt sich gar nicht absehen, da bekanntlich die Zellstoffabrikanten den Preis für den Zellstoff nach dem Dollarkurs feftfeßen. Angesichts dieser bedauerlichen Verhältnisse find mtliche Zeitungsverleger gezwungen, die Bezugspreise ihrer Zeitungen sehr start zu steigern. Wir haben uns bisher bemüht unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage unserer Leser den Abonnementspreis so niedrig wie möglich zu halten und werden auch diesmal die volle Auswirkung der gestiegenen und noch steigenden Preise der Druckmaterialien, des Papiers usw. für Juni noch nicht in Rechnung stellen. Den Bezugspreis für Juni haben wir daher auf 7600 M. festgesetzt. Wir pertrauen auf die stets bewiesene Einsicht und Opferfreudigkeit unserer Genoffen, daß sie trotz der notwendigen Erhöhung des Bezugspreises für die Berbreitung des Vorwärts" nach wie vor eintreten. Borwärts- Berlag und Redaktion. * Wie wir einer Mitteilung der Vereinigung großstädtischer Beitungsverleger entnehmen, stellen sich die Abonnementspreise für Monat Juni für zweimal täglich erscheinende Zeitungen wie folgt: 12 000 m. 9 700 11 000 Berliner Tageblatt Berliner Lokal- Anzeiger Deutsche Allgemeine Zeitung Borwärts Kreuzzeitung Deutsche Tageszeitung Berliner Börsenzeitung 11 000 M., evtl. Berliner Börsencourier 11 000 m., evtl. 7 600 " 99 9 500 " 9 500 " 12 000 " 12 000 " Gültigkeitsdauer der Fahrkarten. Wie die„ Telegraphen- Union" an zuständiger Stelle erfährt, wird durch die kommende Tarifcrhöhung bei der Reichseisenbahn die Gültigkeitsdauer der Fahr. farten nicht berührt, sodaß Fahrkarten, die am 31. gelöst werden, Gültigkeit bis zum 3. Juni einschließlich befizen. Für die Gültig feit von Rundreisebillets sind besondere Bestimmungen in Kraft. Schalterdienst beim Postichedamt in Berlin. Die Schalter der Bahlstelle des Berliner Boitscheramts find fünftig werktäglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags geöffnet. Dieser Mit den Gütern verbunden sind eine ganze Reihe landwirtSchaftlicher Nebenbetriebe. In vier eigenen Brennereien werden jährlich 300 000 Liter Spiritus erzeugt. Die Kunst mühlenwerte Großbeeren mit einer Tagesleistung von 500 Zentnern Weizenmehl find ganz neu aufgebaut und liefern eine der besten Mehlsorten Deutschlands. Schlachterei, Säge. 4. Rennen. 1. Ritter Blaubart( Sths), 2. Fontalyca( Schuller), 3. Nordsee( Lewidi). Toto: 22: 10, Plag: 16, 23: 10. Ferner lief: Robredner. 5. Rennen. 1. Ceres( Stränglein), 2. Rohrdommel( Streit), 3. Lindenblüte( Thalede). Toto: 13:10, Blab: 11, 13:10. Ferner lief: Diplomatie. 6. Rennen. 1. Convention( Rutulies), 2. Sultan VIII( Borowski), 3. Machthaber( Reinisch). Toto: 18:10, Plat: 11, 11:10. Ferner liefen: Girofle, Lebensgefährte( gef.). 47. 57. st. 7% Uhr Mitgliederversammlung in Dörings Sälen( frither Graumann), Naunynstr. 27. Thema: Ruhrfrage und Faschismus". Referent Genosse Dr. Paul Bevi, M. d. R. Genossen anderer Abteilungen und Freunde unserer Partei find eingeladen. Abt. Charlettenburg. 7½ Uhr Abteilungsversammlung, bei Thunad, WieLandste. 4. Thema: Die innen und außenpolitischen Aufgaben der Partei". Referent Genoffe Otto Meier, M. d. L. Die Funktionäre müssen einladen. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr im Lehrerzimmer der Gemeindeschule Friedrichshaller Straße, Seiterer Abend: Humor in Dichtung mit Rezitationen". Referent Genoffe Karl Fischer. 7. Rennen. 1. Per Dark( Raftenberger), 2. Ellen( Ludwig), 3. Tango( Huguenin). Toto: 21: 10, Blaz: 10, 10, 10:10. Ferner liefen: 83. Abt. Lichterfelbe. 7 hr Mitgliederversammlung im Gesangsaal der Landrichter, Juvento, Reicher Trost, Ramasan, Ariman. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Abteilungsmietervertreter! Montag, 4. Juni, abends 7 Uhr, Gigung aller Mietervertreter der Abteilungen im Gewerkschaftshaus, Engel. ufer, Saal 5. Vortrag des Genossen Dzient über Das neue Mieterschuhgefeß. Jebe Abteilung muß einen Bertreter entsenden. Der Bezirksvorstand. * 88. Abt. Lichtenrabe. Mittwoch, ben 30. Mai, 8 Uhr, im Gasthaus Stieler, Dorfstraße. Thema: Christentum und Sozialismus. Referent Pfarrer Bleier. * Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Die auf Montag, den 4. Juni, im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Tr., auf 6 Uhr abends angesetzte Berfammlung Kritppelfürsorgegefeg wird auf 7% Uhr verschoben. Um Oberrealschule Ringstr. 2-3. Thema: Soziale Hygiene". Referent Genoffe Dr. Löwenstein. 86. Abt. Mariendorf. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Friedenstraße. Thema: Wohnungsbau und Wohnungsbauabgabe". Referent Stadtrat Rosin. 128.- 130. 26t. Bontow. 7½ Uhr allgemeine Mitgliederversammlung im Jugendheim, Breite Str. 32. Thema: Weltpolitik und Weltwirtschaft". Referent Genoffe Nietisch. 131. Abt. Ricberschönhausen. 7½ Uhr bei Schönherr, Schloß Schönhausen, Lindenfe. 10, Mitgliederversammlung. Thema: Der Hamburger Internationale Gozialistentongreß". Beferent Genoffe Redakteur 8ienau. Sangfozialisten. Gruppe Briz: 7 Uhr im Jugendheim, Chauffeeftr. 48, or tnag bes' Genossen Dr. John Schitowski über Kunst und Proletariat". Gäfte wilkommen. * 11 A 101. bt. Treptow. Donnerstag, den 31. Mai, 7% Uhr, Borstandssigung in der Schule Wildenbruchstraße. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 30. Mai: 6 Uhr( am 4. Juni) findet eine Funktionärinnenkonferenz statt( rote 4. Rarten). Berichterstattung über die Internationale Frauentonferenz in Hamburg," Referentin Genoffin Minna Todenhagen.( Türkontrolle 1. und 2. Kreis.) Dann, ab 7% Uhr, öffentliche Versammlung. 3. Kreis Webbing. Elternausschüsse der weltlichen Schulen: 7 Uhr Sigung in der Schule Pant, Ede Biesenstraße, Ronferenzzimmer. 9. Kreis Wilmersdorf. Gemeinsame Gigung des erweiterten Kreisvorstandes und der Elternbeiräte Mittwoch, den 30. Mai, 7½ Uhr, bei Schramm, Hohenzollerndamm 2. Areis Prenzlauer Berg. 8 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, Gigung der Abteilungsleiterinnen, Wohlfahrts- und Kinderschußkommission. Berteilung der 3. Winterhilfe. Charlottenburg. 52. 6. 7½ Uhr bei Bade, Raiserin- Augusta- Allee 52. Thema: Mutterschuh, Gäuglings- und Kinderpflege". Referentin Genoffin Dr. Thurnau. Gäste willkommen. 58. bt. 7% Uhr bei der Genoffin Stein, Ansbacher Str. 20-21, 3. Diskussionsabend über ,, Der Aht. Lichtenberg. 7% Uhr in der Bibliothek, Weichselstr. 28. Thema: Sozialismus in Theorie und ragis". Referentin Genossin Sobotta. Die internationale Tagung in Hamburg". Referentin Genoffin Bohm. Schuch, M. S. R. 116. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Freibag, den 1. Juni, 7% Uhr, Kreismitgliederversammlung. Bericht vom Kongreß ber ( Lokalangabe folgt.) Sozialistischen Arbeiter- Internationale" in Hamburg. Referent Genosse Criſpien, M. d. R. Heute, Dienstag, den 29. Mai: 58. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Silmes, Bayreuther Str. 7, wichtige Besprechung der parteigenössischen Beamten. 81. Abt. Friebenan 8 Uhr Mitgliederversammlung im Friedenauer Rats. teller( Gesellfaftszimmer). Reichstagsabgeordneter Dr. Levi spricht über Die politische Lage". gangiozialisten. Arbeitsausschußfizung 6½ Uhr im Sandtag, Zimmer 28. Feuer im Deutschen Theater in der Schumannstraße. Alarm rief am Montagmittag die Berliner Feuerwehr nach der dortigen Gegend. Sofort rüdten, zahlreiche Löschzüge, die aber bis auf den 18. Bug nicht in Tätigkeit tamen, sondern gleich wieder abrüden konnten, beran. Jm Magazin des Theaters waren Kostüme und andere Garderoben durch Fahrlässigkeit in Brand geraten und es gelang, die Gefahr schnell zu beseitigen. Eine später nochmals 10. st. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in der Gemeindeschule Alt- Moabit 23. vorgenommene Revision ergab nichts Verdächtiges, so daß fein Grund zur Beunruhigung vorlag. Sport. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 28. Mai. 1. Rennen. 1. Bollenschieber( Bar), 2. Lilienstein( Borowski), 3. Gladstaube( Thalede). Toto: 54: 10, Blat: 17, 18, 16: 10. Ferner liefen: Saint Ahl, Gtada, Robert, Erich 6. 2. Stennen. 1. Memento( Brown), 2. Primadonna( Stukulies), 3. Barin( Bismark). Toto: 40: 10, plag: 16, 13: 10. Ferner liefen: Minor, Tristan, Reißaus. 3. Rennen. 1. Steinberger( v. Fallenhausen), 2. Bind( Schluttus), B. Billehart( v. Bachmayr). Toto: 39:10, Blak: 13, 13, 13: 10. Ferner lesen: Trompeter, Flugschrift, Edelfint, Hagewald. Morgan, Mittwoch, den 30. mai: Thema: Das Reichsmietengesez und Mieterschut". Referent Genoffe Stadtvat Herrmann. 15. Abt. Die Mitglieder beteiligen fich an der Bersammlung der 19. Abt. in ber Schulaula Grünthaler Straße. 17. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula Tegeler Str. 18. Thema: Die weltliche Schule am Wedding". Referent Genosse Lehrer Winter. Die Funktionäre erscheinen 1 Stunde frither. 19. Abt. " Uhr in der Grünthaler Str. 5, gemeinsame Abteilungsversamm. lung der 15., 19. und 20. Abt. Thema: Wohnungswesen und Mieterfragen". Referent Genoffe Stadtrat Fabiunte. M. tbl. 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula Plantagenstr. 15-17. Bekannte fönnen eingeführt werden. 137, 261. Reinidendorf- eft. 7 Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 114, Vortrag über ,, Segucle Erziehung". Sterbetafel der Groß- Berliner Parteiorganisation. 47. Abt. Genasin Drogmann, Staliger Str. 94a, ist verstorben. Einäscherung Mittwoch, 30. Mai, vormittags 11 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. 58. Abt. Charlottenburg. Unfer alter Genoffe August Schönrock ist, 62 Jahre alt, verstorben. Beerdigung Mittwoch, 30. mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Matthaus- Kirchhofes, Großgörschenstr. 12, aus. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 29. Mai: Mariendorf: Jugendheim Königstraße, 8immer 10. Beseabend: ,, Göz von Berlichingen". Renkölln III: Jugendheim Nogatstr. 58. Vortrag: ,, Wilhelm Liebknecht". Norben: Jugendheim Gemeindeschule Butbufer Str. 3-5. Bortrag: kunst und Proletariat". Prenzlauer Borstadt: Jugendheim Bado anfalt Oberberger Str. 87. Bortrag: Georg Herwegh". Reinickendorf- Oft: gentheim Gesbab Stevens ſtvarize. Lefeabend: ,, Gerb Wulfenweber". Gonebesg I: Jugendheim Rubens, Efe Hauptstraße. Bortvag: ,, Die GeBortsag: Die Stellung der 6. M. 3. in der deutschen Jugendbewegung". Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag: Unfere Gegrer und wir. Westen: Jugendheim Baugewertschule Kurfürstenstr. 141., Bortrag: Balgenerinnerungen". Wilmersdorf: Jugendheim Hildegarbftr. 4. Bertrag: 22. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Lütticher Str. 47-48, Mitgliederversamm- schichte der Arbeiterjugendbewegung" Steglih: Jugendheim Albrechtstr. 46. Lung. Thema: Der Internationale Rongreß in Hamburg". 27. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaule Gonnenburger Straße 20. Thema: Die Aufgaben des Borwärts. Referent Redakteur Genoffe Schiff. 45. Abt. Bünktlich 7 Uhr in der Schulaula Forster, Ede Reichenberger Straße. Thema: Der moderne Rapitalismus und die Arbeiterklasse". Referent Genosse Redakteur Möbus. " Tagesfragen politische Lage". Achtung, Spietteiter! Heute abend findet in der Hafenheide, am Gornisonfriedhof, ein Spieltursus ftatt. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. SUNLIGHT ist unentbehrlich für jede Wäsche AK Die Einigung der Jugendinternationale. Sugendorganisation besteht, die Jugend sich eigene Organisationen Dritter Berhandlungstag. Hamburg, 26. Mai. ach einer Debatte über das Kriegsproblem hält Genoffe Ollenhaner- Berlin das letzte Referat über die Schaffung einer fozialistischen Jugendinternationale". Die neue Jugendim'ernationale betrachten wir als die Fortsetzung der 1907 in Stuttgart gegründeten 1. Jugendinternationale. Wir nehmen dies Wert wieder auf, aber auf einer breiteren Basis. Die Auf gaben, die wir uns stellen, haben wir gestern und heute hier eingehend distiert. Es kommt uns darauf an, die wirtschaftliche Lage der Arbeiterjugend zu heben, sie zu politischem Verständnis, zur Erfüllung der großen Aufgaben im Sinne des Sozialismus zu erziehen und sie zum Kampfe gegen den Militarismus und den Krieg reif zu machen. Die Jugendinternationale kann aber nur dann erfolgreich wirten, wenn fie innigsten Kontatt hält mit den Organisationen der erwachsenen Arbeiterschaft Der Referent aridiutert dann die einzelnen Resolutionen und Statutenvorschläge, die dem Kongreß zu diesem Tagesordnungspunkt zur Beschlußfassung vorliegen. Nur wenn wir starte nationale Jugendverbände haben, sind wir wirklich in der Lage, im Sinne der Internationale zu wisten und ihre Beschlüsse zum Besten aller angeschlossenen Jugendver bände durchzuführen. Wir müssen den Ring ber proletarischen Juges dorganisationen immer mehr schließen und dahin streben, daß auch in den Ländern, wo heute noch keine schafft. Dann werden auch, wenn wir einmal dazu aufrufen, unsere gemeinsamen Aktionen von Erfolg begleitet sein. Wir müssen auch die Verpflichtung übernehmen, die Beschlüsse der Internationale zur Durchführung zu bringen und eventuell die Unabhängigkeit des eigenen Verbandes der großen übergeordneten Organisation der Internationale unterzuordnen. Wenn wir heute die Internationale gründen, dann ist damit unsere Aufgabe noch nicht erledigt, dann beginnt erst die eigentliche Arbeit, dann müssen wir unsere Dr. ganisationen start machen, damit wir zum Rampf für unsere Ideale gerüstet sind. Nach einer längeren Aussprache wird in die Mittagspause eingetreten. Um 4 Uhr tritt der Kongreß zu einer neuen Sigung zusammen. Inzwischen haben die Kommissionen getagt und Stellung zu den vorgelegten Leitfäßen genommen. Die Referenten erstatten den Bericht der Kommissionen zu den einzelnen Punkten der Tagesaning, worauf alle Leitfäße einstimmig gebilligt werden. Ebenso wird das Bureau einstimmig gewählt, das zusammengesetzt ist aus den Genossen Voogd- Holland, Dilen hauer- und Albrecht Berlin, Thaller und Heinz- Wien, Paul- Deutschböhmen und De Grave- Belgien. Der Siz des Bureaus bleibt vorläufig in Berlin, bis über den endgültigen Siz des Sekretariats Beschluß gefaßt worden ist. Nach einigen begeisternden und anfeuernden Schlußreden ber Genossen Boogd und Thaller wurde der Kongreß geschlossen. Aus der Partei. Warnung. Ein gewiffer Stephan Wunderlich aus Bochum gibt bor, ein von den Franzosen verurteilter Redakteur des„ Bochumer oltsblatts" zu sein. Dabei legt er sich den Vornamen Ernst bei. Bei Gewerkschafts- und Parteiorganisationen sowie bei einzelnen Funktionären hat er sich schon Unterstützungen zu ver fchaffen gewußt. Er beruft sich auch auf den Genossen Husemann vom Bergarbeiterverband und legt eine Unterschrift vom Bochumer Drisausschuß des ADGB. mit der gefälschten Unterschrift des Genossen Töne vor. Da Stephan Wunderlich auch von der Bolizei gesucht wird, so wird ersucht, ihn verhaften zu laffen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. schule: Dienstag, den 29. Mai, abends T½ Uhr, Oberrealschule, Niederwall. ftraße 12, am Spittelmarkt. Genoffe Dr. Krische:„ Der Aufbau der komGemeinschaft proletarischer Freibenter, Berlin. Proletarische Freidenker. munistischen Urgesellschaft". Wetter bis Mittwoch mittag. Ein wenig fühler, zeitweise heiter, im Süden stärfere, weit verbreitete, im Norden nur vereinzelte schwächere Regenfälle, stellenweise Gewitter, bei mäßigen nordöstlichen bis nordwestlichen Winden. Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Sauptexpedition: Berlin, Lindenstr. 3. Laden. 8entrum: Aderftr. 174, am Roppenplas. Beften: Stegliger Str. 87, Ede Magdeburger Straße. Süben: Bärwaldste. 47, an der Oneifencatftraße. Straße 31, Sof rechts parterre. Often: Markusstr. 36, Petersburger Plag 4. Givosten: Laufiger Blag 14/15. Gillmann. Bringen Nordosten: Immanuelkirchstr. 24; Carmen- Sylva- Str. 57, Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Milling, Erasmusste. 4. Webbing: Mullerstr. 34a, Ede Utrechter Straße. Rosenthaler und Dranienburger Vorstadt: Wattstr. 9. Gesundbrunnen: Bastianfte, 7. Schönhauser Borstabt: Greifenhagener Str. 22. Ablershof: Frl. Walter, Genossenschaftsstr. 6, parterre. Alt- Glienide: Gad, Friedrichstr. 46, III. Baumschulenweg: Frau Röpte, Riefholaftr. 180, Laden. Bernau, Röntgental, Repernid. Schönbrück, Karow und Buch: Seinrich Brofe. Bernau, Mühlenftr. 5. Biesborf: W. Danneberg Biftoriaftr. 11. Bohnstorf: Horlemann, Genoffenfchaftshaus Paradies. Borfigwalde: Gebauer, Schubertstr. 32, v. 3 Te Buchholz, Blantenburg: Bagner, Blankenburg, Burgwallftraße 63. Charlottenburg I: Gefenheimer Str. 1. Charlottenburg II: Tauroggener Str. 11. Charlottenburg IV: Buseniat, Augsburger Str. 47, 12ichtenberg III, Griebrichsfelde: Frankfurter Allee 185, Baden,| Siemensstabt: Zielsch, Reißstr. 22, v. 2 Tr. Bortier. Gugersdorf: Sönherr. Bandsberger Str. 10. Ertner: Emil 3mang, Scharnweberstr. 11. Fichtenau: Kraeßte, Bismordstr. 1. Faltenberg: Salzmann, Faltenberg, Gartenstadtftr. 10. Frebersdorf- Petershagen: Otto Bitinsti, Fredersdorf, Arndtstraße. allee 45. A Sichtenberg IV: Seymer. Röderstr. 54, Gartenhaus. Spandau: Brohm, Achenbachstr. 7, 8igarrenlader. Lichterfelbe- Off, Lantwig: S. Wenzel, Lantwig, 8iethen- Staaten: Bö Itel. Eichenwintel 16. Straße 15. Lichterfelbe- West: Berndt, Stegliger Str. 19. Mahlsdorf: Wilhelm Rura, Sönower Str. 177. Mariendorf: Auguft Seto, Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Neuenhagen: Wenate, Biegelstr. 71. Rentölln II: Siegfriedftr. 28/29. Reukölln III: Wintler, Sobrechtstr. 40, v. 1. Neukölln- Brig: Mittag, Bris, Chauffeefte. 82. Niederschöneweibe: Shinblet, Fennstr. 23. Nowawes: Rarl Rrohnberg, Cisenbahnstr. 10. Oranienburg: Seint. 20enhardt, Stralsunder Str. Oberschöneweide: Robert BauI, Mathildenste. 5. Bantow: Rikmann, Mühlenftr. 70. Rahnsdorf: Teichert, Forststr. 7. Reinickendorf- Oft, Schönbola: Albert Bable. Broving Friedenau: Sibeinstr. 27, Ede Rönnebergstraße. Friedrichshagen: Soffmann, Friedrichshagen, Rurge Neufölln I: Redarite. 2. Straße 1. Grünau: Pfütner, Röpenider Str. 105. Salensee, Grunewald: Frau Noad, Riost Senriettenplag. Brinatwohnung: Ratharinenftr. 4. Seinersdorf: Frau Goldbach. Niederschönhausen, SchloßHennigsdorf: Frau Rozbasinsti, Rathenauftr. 8. Sermsdorf: Dally, Steinmenftr. 1. Sohennenendorf: Wehlis, Oranienburger Str. 2 Soppegarten: Rauf, Hoppegarten- Birkenstein, Parzelle Nr. 119. Johannisthal. Alwin Gammisa Bismardftr. 8. Raulsdorf: Bogt, Bredereastraße 19. Karlshorst: Bernd, Riost, Bahnhofplay. Königswufterhansen: E. Meyer, Potsdamer Str. 9. Röpenid, Hirschgarten: Schlag, Rieger Str. 6( Laden). Lichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. hagener Str. 62. Charlottenburg III, Cihlamp: Joachimi, Raiferdamm 102, Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg, BogGartenhaus 1 St. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus 7 Uhr: Violetta Schauspielhaus Sandervorstellung, and. Aboan. 72 Uhr: D.Journalisten ( Kein Verkauf) Theater 1. d. Königgrätz. Str. 8: Der wunder!. Geschieht. II. Teil Kreisl. Eckfenster Donnerstag 8 Uhr: Die wund. Geschicht. d. Kapellm. Kreisi. I. Berliner Th. 7.30 U.: Mädi Deutsch. Opernhaus Abends 7 Uhr: Cavalleria rusticana Der Gott und die Bajadere Friedr.- Wilhelmst. Th. Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Große Volksoper im Theat. d.Westens 8 Uhr: Rigoletto Diplomat im Dienst THEATER Admirals- Varieté A das fabelhafte ftraße 56( Laben). Reinidenborf- West: Seibel, Gharnweberstr. 114. Rosenthal: Heinrich Gorsti, Sauptstr. 28. Schmargendorf: Rehab, Breite Str. 3. Schöneberg: Belziger Str. 27. Steglig: Fro ft. Dippelftr. 85. Sübende: 2 ubwig, Halsteftr. 36, Tegel, Tegelort, Sörsfelde, Conradshöhe: Spies, Tegel, Schlieperftr. 52, Teltow: Säfel, Ritterstr. 29. Tempelhof: Kaifer- Wilhelm- Str. 13. Zempelhof: Randler, Hohenzollerntorso 5. Trebbin: Göring, Bahnhofftr. 62. Treptow: Weiß, Riefholaftr. 18b. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Weißensee: Greunte, Berliner Allee 54. Bildau Hoherlehme: Rud. Settow. 6. Wilhelmshagen, seffenwinkel: Gulae, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 81. Wilmersdorf: Frau Schubert, Wilhelmsaue 27. Tübinger Str. 4a, ReIIet. Bittenau: 8ibeII, Sauptstr. 24. oltersdorf: Gurbaum, Cichendamm 22. Behlendorf, Schlachtenfee, Rifolassee: Zehlendorf, Teltower Straße 3. Beuthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhoffte. 2. 8offen: Witt, Bahnhofstr. 25. Senzig, Mittenwalde, Schenkenbort, Rieberlehme, Rene Sämtliche Siteratur fowie alle wiffenfchaftlichen Werke Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedema Ib. Senzig, merden geliefert. Chauffeeftr. 54. 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Und wir wären zufrieden, wenn die bürgerliche Gesellschaft, die unter diesem Schlachtruf in den Kampf gegen den Achtstundentag zog, heute nur jedem arbeitswilligen Volksgenossen eine acht- stündijje Erwerbstätigkeit gewährleisten könnte. Aber wo diese bürgerliche Gesellschaft, wo Industriekapital, und 5)andel in den Wochen der wirtschaftlichen Krise so hoffnungs- los versagen, da müssen diejenigen Instanzen, die von höherem sozialen Verantwortungsbewußtsein getragen sein sollten, ein- greifen, da muß vor allem die Stadt ihre Schuldigkeit tun. Hier hilft nicht der Appell an die private Wohltätigkeit, den unlängst der Berliner Oberbürgermeister als der Weisheit letzten Schluß ankündigte, hilft nicht der Appell an das soziale Gewissen eines Unternehmertums, das gerade hier in Verlin Krokodilstränen weint über Iunglehrerkündigungen und Qchwesternenllassungen, und seine eigenen Arbeiter schon beim Beginn einer Krise rücksichtslos aufs Pflaster wirft— hier gilt es für die Stadt Berlin s e l b st, sich zu einer Sozialpolitik auf weite Sicht aufzuraffen. Eine Politik der„sparsamen Wirtschast", die bedauernd zwar, aber doch beruhigt darauf hinweist, daß das Extra- ordinarium des Haushalts von 75 Millionen Goldmark vor dem Kriege auf den 30. Teil, auf eine(noch nicht einmal ge- nehmigte) Papiermarkanleihe von 10 Milliarden reduziert worden sei, kann in Wirklichkeit eine kurzsichtige Politik maßloser Verschwendung sein. Um so mehr, wenn sie gleichzeitig zugestehen muß, daß sich die Aus- gäben für die öffentliche Wohlfahrt im ordentlichen Haus- hall von 15 auf 24 Proz. des Gesamtetats g e st e i g e r t haben, während der Etat für Hoch- und Tiefbau- arbeiten von 10 auf 2,7 Proz. gesunken ist. Nichts ist gefährlicher, als die Sozialpolitik in dieser Zeit wachsender Verelendung und drohender Katastrophen nur aus der Frosch- perspektwe des Ressorts zu sehen; nichts notwendiger, als durch vorbeugende Maßnahmen, durch Arbeitsbeschaf- fung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Bekämpfung der Wohnungsnot eine weitblickende Sozialpolitik zu treiben, die in ihrer Auswirkung zugleich die spar- s a m st e Politik sein muß. Hier liegt das t i e f st e P r o b l e m der Kommunalpolitik, das unseren Städten in diesen Jahren der Not gestellt ist. Gewiß müsien Reich und Länder vorangehen, müssen sie den Gemeinden, deren finanzielle Bewegungsfreiheit sie durch die Finanzreform beschränkt haben und durch die Ver- schleppung des Landessteuergesetzes vollends zu lähmen drohen, durch Zuschüsse aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge und durch Kredite helfen. Aber mit der Feststellung dieser Not- wendigkeit ist den Gemeinden und insbesondere unseren Großstädten nichts von ihrer eigenen Verantwortung genommen. Wenn die Gemeinden— und Berlin voran— um ihrer notleidenden Bürger willen die Rechte der Selbst- Verwaltung gegen die kleinlich bevormundende Bureaukratie dch- Reichs- utid Landesbehörden verteidigen wollen, so müssen sie auch die P f l i ch te n der Selbstverwaltung im vollen Um- fange auf sich nehmen, dürfen sie sich bei der wichtigsten Auf- gäbe der Gegenwart, der Steuerung der Erwerbslosigkeit, nicht lediglich auf den großen Bruder Staat verlasien. Im Rahmen des o rd e n t l i ch e n Haushalts sind freilich Mittel für so weittragende Aufgaben nicht zu beschaffen. Ein Etat, dessen Entwurf mit 28 Milliarden Defizit abschließt, kann allenfalls durch stärkste Beschränkungen ins Gleichgewicht ge- bracht werden, kann aber die Riesensummen für eine produktive Erwerbslosenfürsorge aus sich heraus nicht hergeben. Hier hilft nur die Anleihe. Und es ist an der Zeit, daß Berlin hier seine Politik der Aengstlichkeit, die zu einer Politik der Gefahr zu werden droht, aufgibt. Es ist ja ungemein charakteristisch, daß gerade diejenigen Parteien, die sonst Katastrophenpolitik um jeden Preis treiben, diese Politik der Aengstlichkeit aufs lebhafteste unter- stützen. Sollten nicht zwischen beiden enge Beziehungen bestehen? Sollten wir es wirklich nicht verantworten können, die kommende Generation zu verpflichten, an den Lasten dieser Zeit größter Not m i t zu tragen? Hat diese kommende Gene- ration nicht dasselbe Interesse wie wir daran, daß die Zeit der Not ohne Katastrophe überstanden wird? Den ersten Schritt hat Berlin soeben mit dem Beschluß einer wertbeständigen Roggenanleihe in Höhe von 200 000 Zentnern getan. Den ersten bescheidenen Schritt— denn eine einzige Million Goldmark bedeutet auch für eine verarmte Stadt, bedeutet für den riesigen Aufgaben- kreis sozialer Vorsorge herzlich wenig. Aber schon hier be- gannen bürgerliche Politiker der Angst besorgt mit dem Kopfe zu wackeln, schon hier gilt es lebhafte Widerstande bei den Aufsichtsbehörden zu überwinden. Das Finanzministerium ist auf den geistvollen Einfall gekommen, für diese verständige Anleihe eine Zi/iprozentige Tilgung zu verlangen(gegenüber 2 Proz. bei Päpiermarkanleihen), um die Stadt möglichst schnell von der Gefahr einer solchen An- leihe zu befreien— als wenn unsere Währung ausgerechnet in dem Zeitraum von 1953 bis 1973 vollends zerrüttet werden könnte! Bei einer 2prozentigen Tilgung könnte die Stadt schon weitere IVo Milliarden für Arbeitsbeschaffung mobil machen, ohne sich stärker als jetzt zu belasten. Aber auch damit darf es nicht genug sein. Die Stadt hat außer der Nordsüdbahn notwendige Bauprojekte in Hülle und Fülle, Arbeit, die ausschließlich werbenden Zwecken dient, und sie m u ß hierfür die erforderlichen Mittel flüssig machen. Gerade ejtzt bei der zunehmenden und erklärlichen Flucht aus der Mark sind die A u s s i ch t e n für wertbeständige Anleihen überaus günstig. Die Stadt muß nur Vertrauen zu sich selber haben und muß denen, deren Hetzpresse seit Jahr und Tag den Kredit Berlins aus parteipolitischen Grün- den zu untergraben bemüht ist, energisch? als bisher ent- gegentreten. Gewiß sollte eine verantwortungsbewußte Finanzpolitik sich davor hüten, den Wertmesser ihrer Anleihen aus der Luft zu greifen, Goldanleihen aufzulegen, ohne Gold produ- zieren zu können, Kohlenanleihen, ohne Gruben zu besitzen. Aber Berlin hat doch gerade in seinem wertvollen Güter- besitz den sichersten Garanten für wertbeständige Anleihen jeder Art, die sich auf landwirtschaftliche Produkte als Wert- messer stützen. Es hat darüber hinaus in seinen Forsten auch noch Äilliardenwerte, deren Produkte einen wertbeständi- gen Zinsendienst ermöglichen würden. Güter und Forsten, Werke und Betriebe sind Goldwerte und bleiben Gold- werte, auf deren Rücken der Kredit der Stadt sicher und un- erschüttert durch' eine noch so weitgehende Währungszerrüttung ruht. Wenn aber die Güter 90 000 Zentner Roggen jährlichen Ueberschuß abwerfen, wenn allein die 5 verpachteten Güter vertragsmäßig 30 000 Zentner einbringen, so streift die 200 000-Zentner-Anle-ihe mit ihrem 19 Y00-Zentner-Zinsen und-Tilgungsdienst auch noch nicht annähernd die Grenze einer verantwortungsbewußten Finanz- Politik. Der Finanzpolitker sollte aber in diesen grund- legenden Fragen kommunaler Sozialpolitik nur begrenzend, nicht richtunggebend tätig sein. Arbeitsbeschaffung durch städ- tische Anleihen ist kein Finanzproblem im engeren Sinne, son- dem das dringendste kommunalpolitische Pro- b l e m schlechthin. Es kann in Verlin gelöst werden, ohne daß die Stadt auch nur den kleinsten Teil ihres wertvollen Besitzes preisgibt oder verpfändet; die Produkte ihres Besitzes garan- tieren ihr selbst und den Zeichnern ihrer Anleihen die Sicher- heit wertbeständiger Verzinsung. Hunderttausende Erwerbsloser warten in Berlin auf Arbeit. Die Hoffnung Tausender kann erfüllt werden, wenn Reich und Land, wenn aber auchdieStadtselber mit beiden Händen zupackt. Moskauer Kommunalwirtschaft. Mit Volldampf zurück zum Kapitalismus. Unsere deutschen Kommunisten und an der Spitze natürlich die Berliner Kommunisten erschöpfen sich bei ihrer„praktischen Mit- arbeit" an den für die ganze Arbeiterschaft so außerordentlich wich- tigen Aufgaben der Gemeinden, der Erhallung und Stärkung ihrer Wirtschaft und Finanzen in der„rücksichtslosen Ent- lorvung" der verräterischen Sozialdemokraten. Während die Sozialdemokratie in den Mittelpunkt ihrer ganzen Kommunalpolitik die Ueberzeugung stellt, daß die Arbeiterschaft mit allen Mitteln die städtische Wirtschaft und Finanzen geordnet aufrechterhalten und erweitern muß, beschränken sich die Konununisten auf die rein« Kritik, die aus den wirtschaftlichen Nöten der Nachkriegszeit ihre Wurzeln zieht und deren einzige positive Seite eventuell der Appell ans Reich, d. h. an die N o t e n p r e s f e ist. Im übrigen ist jeder städtische Tarif den Kommunisten selbstverständlich zu hoch und jede Unterstützung der städtischen Wohlfahrtspflege zu niedrig. Nebensache bleibt die Geldbeschaffung. Mag das Reich helfen.... Sie kümmert diese Sorge jedenfalls sehr wenig. Merkwürdig wenig reden dagegen die Kommunisten bei all ihrem demagogischen Kampf gegen die Sozialdemokraten von der kommunalen Wirtschaft im Paradies der Kommunisten, in Sowjetrußland. Sei es, daß sie selber nicht wissen, wie dort die Kommunalwirtschaft getrieben wird, sei es, daß, wenn sie ja etwas davon wissen sollten, dieses Wissen selbst robustere Demo- gogengewisien belasten könnte. Vor uns liegt der amtliche verwalkungsberichk des Moskauer Sowjets für die Mostauer Kommunal- witrschaft des Jahres 1922, und wir können nur bedauern, daß ein solcher Geschäftsbericht mit seinen nüchternen Angaben nicht den kommunistischen Arbeitern zugänglich ist, die bei seinem Studium wohl sehr bald von der naiven Illusion bestell sein dürften, als hätten die Kommunisten b e i s i ch ein sozialistisches oder kommunistifches Heilmittel gefunden, das gegenüber der Tätigkeit der Arbeiterparteien in westeuropäischen Städten irgendeinen neuen Weg wiese. Bis zum Umschwung der inneren russischen Politik im Jahre 1921, der Einführung der sogenannten NEP., bestand die Kom- munalwirtschaft der Bolfchswiki in der sogenannten— wie Radek später zur Beschönigung behauptete— von den Arbeitermassen und nicht von den Bolschewik! gewollten, Vollkommunali- sierung. Alles und jedes wurde kommunalisiert. Bis herunter zu den Friseurläden war alles kommunalisiert. Die Bevölkerung bekam— alles(!), aber auf Karten— unentgeltlich. Der Erfolg ist bekannt Die Städte verödeten. Zehntaufende ver- hungerten. Die Bevölkerung Moskaus nahm trotz der Verlegung des Regierunqsapparates nach Moskau ab. In dieser „Periode des sogenannten Kriegskommunistnus" und der damit- l verbundenen unentgeltlichkell gller kommunalen Leistungen ge- wohnte sich die Bevölkerung daran, räuberisch mik den Wohnungen, Wasser. Sa» usw. umzugehen�. � (aus dem amtlichen Bericht), Dieses„räuberische Umgehen" führte zur fast vollständigen Zerstörung der Wohnungen und derkommunalenBetriebe. Die Moskauer Straßenbahn z. B. verfügte vor dem Kriege und auch noch 1917 über etwa 820 Motor- und 490 Anhänge wagen. 1920 war die Zahl auf etwa 30 Motor- und 120 Anhängewagen gesunken, während das Arbellerpersonal sich beinahe oerdoppelt hatte. Eine eingehende Schllderung der Verwüstungen, die diese sogenannte Vollkonzmunalisierung ange- Die Septime. Don Emil R a t h- Schvnholz. Einen Augenblick ließ Franz Glinka müßig die Hände sinken und unruhig den Blick über das blinkende Räderwerk der kleinen, silbernen Uhr tanzen, die vor ihm lag. Solange auf seinen Lippen ein unyesprochenes Wort reifte, zuckte das Ticken vieler Uhren, vom Widerhall der dunklen Wände gestärkt, durch die schwül« Mai- luft eine» hellen vormittags. Doch ehe Jlfe Froben auf ihre leise Frag« Antwort erhielt, klirrte im Borraum eine Klingel. Glinka schob aufstehend mit mechanischer Bewegung seiner über- au» blassen Hände den Stuhl ein wenig zurück. Eine Weile stand er unschlüssig, den Oberkörper leicht vorgebeugt. Dann holte er tief Atem und sagt« mit einer Stimme, aus der innere Schwere un- gedämpft seufzte:„Lassen Sie mich Ihnen die Antwort noch einen Augenblick schuldig bleiben!" und langsam ging er hinaus. Ilse sah ihm prüfend nach; ihre braunen Augen zeichneten hastig, aber liebevoll die Umrisse seiner mittelgroßen Gestalt nach und ver- weilten heimlich-sorgenvoll bei einigen helleren Fäden, die bereits an seinen eckigen Schläfen durch sein dunkelblondes Haar liefen. Dieser Silberschein hätte leicht seine dreißig Jahre leugnen können, mußte aber am Widerspruch der lebhaften, stahlgrauen Augen scheitern, die beredt von Geisteskraft und Lebensmut sprachen. Schließlich versank Ilse in grübelndes Suchen. Sie dachte just daran, wie Glinka feine Gaben in der doch anspruchslosen Tättgkell eines Uhrmachers vergroben tonnte, als er wieder eintrat, von einer jungen Dame beglellet. Ilses freundlicher Gruß wurde nur mit einem zerssteuten Nicken des Kopfes erwidert, das Interesse der Frau galt offenbar anderen Dingen; denn sie trat mit herzhafter Entschlossenheit vor die Wand, die fühlbar zitterte unter dem Herzschlag von dreißig Uhren, über die nun musternd und wägend ihr« runden, fast schwarzen Augen glitten, die über den rotprallen Wangen leuchteten und endlich auf einer hellbraunen Schwarzwälder Uhr rasteten: „Diese könnte es sein!"— Ihre Stimme war frisch und klangvoll. Einen Augenblick weitete sich Glinkas Puptzle wie in leichtem Unbehagen, doch sofort zeigte sein Gesicht wieder die gewohnt steund- lichen Züge und siebenswürdig sagt« er: „Also diese? Es ist gut!-- Doch lassen Sie sie mir, bitte, noch zwei bis drei Tag«--" Die junge Frau sah ihn halb mißtrauisch, halb stagend an. „Oh— es ist nur, um das Werk genau zu regeln!" Ilse fühlte instinktiv seine Verlegenheit, hing doch die Uhr schon fast drei Monate in der Werkstatt uNd tickte Tag für Tag lustig fort! Die Frau überlegte einen Augenblick:„Es soll gelten! Aber— werde ich sie in drei Tagen haben? Das soll ein Hochzeitsgeschent fein!" Glinka nickte:„Ich dachte es mir fast! Und Sie haben nich: schlecht gewählt!" Er öffnete das Gehäuse, seine Hand schlüpfte hinein und ließ zwölf feine, helle Schläge ertönen:„Der Klang ist froh und leicht, nicht wahr?" Als der Kauf abgeschlossen und die Käuferm gegangen war, fragte Ilse mit Verwunderung: „Warum gaben Sie die Uhr nicht fort? Sie läuft doch schon seit Monaten ihren gleichmäßigen Gang!" „Sie haben recht!" entgegnete er, und ich habe mich der guten Frau gegenüber einer kleinen, aber gewiß leicht verzeihlichen Lüge schuldig gemacht— aber— ich liebe diese Uhr wegen ihres steudigen Tones ganz besonders." „So wollen Sie Ihren Liebling nicht fortgeben?" stagt« Ilse. „O doch! Aber in drei Tagen kann ich sein Ebenbild schaffen, damit die Sinfonie meines Lebens nicht gestört werde! Sie machen erstaunte Augen, liebe Freundin, weil Sie nicht wissen, was das sogen soll. Ich wollte es Ihnen schon längst erzählen! Und das soll zugleich eine Antwort sein auf die Frage, warum ich nicht heirate!" Er lehnte sich etwas weiter zurück und sagte leise:„Daran ist nämlich die Septime schuld! Oder nein, das ist inkonsequent— doch davon später! Denn ich muß etwas weit zurückgreifen, bis in meine Knabenzeit. Sie war leicht und heiter, voll des Glanzes, den ein Muttcrherz tzm mich breitete, voller Musik. Die Musik war mein junges Leben. Wo nur Töne klangen, war mein Herz. Auch mein« Mutter sang süße Lieder, wehmütig, dunkel; denn ihre Sanft- mut lachte nie laut, nicht einmal in ihren Liedern! Aber ihr Lächeln war so etwas unendlich Innig-Seliges, daß ich mich heute noch da- nach sehne und es suche und oft meine, ich hätte es gefunden!" Er schaute ihr voll ins Gesicht, und sie schlug die Wimper nicht nieder, nur ein« leichte Glutwelle überflutete ihr Gesicht, um ihre Lippen erblühte ein feines Lächeln, das ihn verwirrte. „Sehen Sie," fuhr er fort,„wenn Sie so lächeln, steigt leise und lebendig wieder vor mir jene Zeit empor: Vor meinen Augen drängen sich enge, trauliche Straßen.— der weihevolle Duft ver- schwiegener Winkel berauscht mich, ich fühle Sonnenwärme,— alte Tön«, die ich vergessen wollte, klingen wieder— denn ich liebe Musik über olles. Warum ich nicht Musiker geworden bin? Ich wäre es geworden, sicherlich. Tausend unsichtbar« Fäden zogen mich zu dem, von dem ich innerste Befriedigung erhofft«. Aber meine Studien waren kaum begonnen, da starb mein Vater— mein« Mutter ließ ihn nicht lange ollein. So ward ich Uhrmacher. Die gemessene Rhythmik der Pendel, der Ton der Schlagwerke blieben Rest jener alten Erinnerungen. Wohl setzte ich mich hin und winder an das Piano— es überkommt mich oft wie ein Sturm, aber sobald die treibende Kraft nachläßt, fühle ich, was ich verloren, was ich, ohne Ruhmredigkeit, hätte geben können, wenn ich der Mufkk«in Ganzes gewesen wäre, nicht geteilt durch tausend notwendige Dinge. Nie häbe ich das Geld um seiner selbst geliebt— aber mit Bitterkeit fühle ich die Nachtelle, die Armut dem Strebenden gibt! Und aus dieser Bitterkeit heraus schuf ich die Sinfonie meines Lebens. Der Gedanke ist grotesk, kindsich, kindisch— ich gestehe es Ihnen, liebe Freundin. Sie sehen hier die Wand mit dreißig Uhren gespickt— er versuchte, in den Ton zu verfallen, den Ausrufer auf Schauplätzen gebrauchen, um ihre Raritäten anzukündigen— „verschieden in Größe, Farbe, Gestalt und Klang. Ich habe sie ge- i tauft nach Menschen und Dingen, die mir lieb sind oder lieb waren. 1 Betrachten Sie jenes Uehrchen: schlicht, zierlich, sauber gearbeitet, ; klangvoll. Darf ich Ihnen verraten, daß es Ihren Namen trägt? In wenigen Minuten, wenn die Zeiger die erste Stunde künden. werden Sie Ihre Stimme darin hören!" Glinka schwieg, nur die dreißig klingenden Herzen pochten durch die Stille. Ilse bannte mit Mühe drängende Fragen, ihr Blick hing nnt andächtiger Dankbarkeit an der zierlich gearbeiteten Uhr, die er vorhin mit fteudiger Handbewegung bezeichnet hatte— die Uhr, die er nun verkaufen sollte! Da räusperte sich schnarrend die erste Uhr>— ein tiefer, feierlich voller Ton— dann folgte die zweite, die dritte. Andere klangen heller und frischer hinterdrein, eindringlich, in schnellerem Takt, fielen wieder in dumpfe Tone zurück, und die letzten vier Schläge hallten gleichzeitig und lange in schrillem Septimenakkvrde nach. Ilse fragte nach kurzer Pause:„Warum schließen Sie Ihre Sinfonie mit einer Septime?" Und etwas leiser fügte sie hinzu:' „Sie kann das Gefühl nicht sättigen, sie drängt so nach Auflösung! Und das verwischt halb den Eindruck, den Ihre originelle Idee hintersieß!"' i Da zuckte er mutlos mit den Achseln:„Es muß eben so sein! Ich habe darin flüchtig mein Leben skizziert: In den hellen Tönen lag meine Kindheit, in den tieferen meine Entsagung. Die Septime ist meine Gegenwart, und wie sie dunkel und unbestimmt, Lösung suchend in einem schöneren Akkorde. Darum hat Ihr Patenkind, dem Sie, wenn auch ungewußt, Ihren Namen liehen, seinen Platz unter den dunklen Tönen und führt mit ihnen zu dieser qualvollen Septime." Sein Blick verlor sich in ihren tiefgxündigen Augen, als suche er dort Hllfe und Rat. Da beugte sie sich vor und sagte hastiger, als es sonst ihre Art war:„Könnte man es nicht vorerst mit einem Zweiklanze versuchen?" Ihre Worre dämmerten nur langsam in ihm auf, aber ihr Blick gab ihren Worten bessere Deutung. Da küßte er sie mitten auf den roten Mund:„Närrchen! Konntest du das nicht früher sagen?" Sie legte schmeichelnd den Kopf gegen seine Wange:„Ich konnte mich dir doch nicht an den Hals werfen!" „Nun," meinte er lachend,„die Septime beginnt sich zu lösen, und aus dem Zweiklang kann recht wohl ein Drei- oder gar ein Vierklang werden?" Da schloß sie ihm mS schelmischer Hand den Mund— Prozeß der Zerstörung richtet hat, würde weit über den Rahmen dieser Darstellung hinaus| Bewegung. Schneller und immer schneller. Dir schwindelt, an so Bei den Holzerzeugnissen ist die Fertigung von Ror gehen. Sie ist nach den amtlichen Angaben der ruffifchen Sowjets viel Schnelligkeit in der Vereinfachung, an solche Wirbel des Abbaus menfenstern und-türen, von hölzernen Wagen und Bagenteilen, gut grauenhaft und hat, was das Entscheidende ist, gar nichts mit hast du auch in den kühnster Träumen kaum gedacht. Und nun vorangekommen. den unvermeidlichen Rückschlägen infolge des Bürgerkrieges, der Alles aus- Im Schiffbau mangelte es an Neubauaufträgen. Die im Blockade usw. zu tun. Sie ist in erster Linie die direkte Folge Bafserverdrängung von insgesamt 87 500 Tonnen. Unsere Werften Folgend Orgel und Wirbel am Ende. Das Karussell steht. jener fommunalen Politif, die glaubte, auf die erprobten steigen!" Und im Vollgefühl ihres Abgebautseins strömt die Menge Laufe des Geschäftsjahres abgelieferten Schiffsneubauten hatten eine Grundfäße einer soliden inneren Wirtschaftsführung und auf die überzähliger Beamter von den Karussellpferdchen herunter, hinaus in Kiel und Rüstringen entfalteten in Umbauten und InstandsetzAufrechterhaltung einer finanziellen Basis für die Gemeinden ver- durch die vielen Seitentüren des riesigen Jahrmarktszelts, hinein ungsarbeiten für Fracht- und Bassagierdampfer sowie sonstige Fahr. zichten zu können. in das nächst liegende Tor einer Berwaltungsbute. zeuge eine erhebliche Tätigkeit. Während wir im Anfang des Ge Seit der Einführung der NEP. ist man von diesen 3er Die erste Runde des Abbaus ist vorbei. Die 60 Abgebauben aus den schäftsjahres mit Instandsehungsarbeiten von Lokomotiven und störungsmethoten abgekommen, und der amtliche Bericht glaubt Gaswerfen hat nun die Steuerverwaltung, die 20 aus der Steuer- Eisenbahnwagen start beschäftigt waren, gingen die Aufträge gegen versichern zu können, daß die Rückkehr zu dem Grundfaz der Siche verwaltung hat die Spartaffe und so fort mit Grazie in der Runde. Ende des Jahres erheblich zurück, da das Reichsverkehrsministerium rung der Rentabilität der Gemeindebetriebe den Eine wirklich lustige und spaßige Jahrmarktsunterhaltung. uns, wie allen anderen Privatwerken, die Reparaturverträge fün Und man fann ter bösen Sozialdemokratie den Borwurf der Digte. Wir mußten deshalb leiber auch eine Anzahl Angestellte und humorlosigkeit nicht ersparen, wenn sie nun auf einmal verlangt, Arbeiter entlassen. baß die Geiten und Hintertüren des luftigen Rarussellbetriebs in Butunft verschlossen werden und nur noch der Eingarg offen bleiben foll. Wir sehen schon voraus, daß dann das ganze Karuffellamtlich heißt's übrigens vieldeutig:„ Ausgleichsstelle" -amtlich heißt's übrigens vieldeutig: Ausgleichsstelle" lieber seinen Betrieb überhaupt einstellt und daß aus dem luftigen Drehbetrieb eine sehr ernsthafte Sache wird, daß Berlin schließlich nicht nur Beamte, sondern auch Beamten stellen abbauen muß, daß nicht nur einzelne Berwaltungen, sondern der Ge= famthaushalt von überflüssigen Beamten entlastet werden. Schabe darum! Das Karussell war doch so fpaßig und unterhaltsam, Aber der Sinn für Humor schwindet eben bedauerlicherweise immer mehr in dieser schweren Zeit der Not! zum Stillstand gebracht" hat und baß ein Neuaufbau be ginnen könne, der allerdings durch das Fehlen jeglichen Betriebstapitals erschwert werde und ohne eine bedeutende Anleihe( bei den Kapitalisten, die natürlich dafür feste Binsen nehmen) nicht möglich sein werde. Bei den Gemeindebetrieben ging man nach der Einführung der NE P. zum Prinzip der Rentabilität über. Die Tarife wurden entsprechend der auch in Rußland vorhandenen Geldentwertung ununterbrochen erhöht, oft im Laufe eines Monats mehrere Male, und es wird im Bericht besonders hervorgehoben, daß es durch das scharfe Anziehen ber Tarife der Straßenbahn möglich gewesen sei, bas Bauprogramm innezuhalten und sogar Erweiterungen des Neges durchzuführen, indem bisherige Dampfbahnen der Vororte an das Straßenbahnnetz angeschlossen wurden. Bei den Gas- und Baffer tarifen war die volle Angleichung noch nicht möglich, fie wurde bis zu 75 bam. 82 Broz. erreicht und soll weiter angestrebt werden. Alle übrigen Gemeindebetriebe wurden enffommunalisiert, b. H. an Brivate vergeben und dadurch eine Einrant bem Wirtschaft Große Warenbestände In der Bilanz fällt die starke Zunahme des Wertes der Waren. vorräte auf. Sie waren im letzten Jahre mit 490 Millionen ausgewiesen und für diesmal mit 8,9 milliarden Mart in der Bilang enthalten. Der Geschäftsbericht bemerkt dazu, daß die Warenbestände äußerst vorsichtig bewertet sind und auch der Menge nach gegenüber dem Vorjahre zugenommen haben. Alles in allem ergibt der Bericht eine träftige fortent. widlung des Unternehmens, die im Intereffe der Allgemeinheit nur begrüßt werden kann. Zur Lage in der Metallindustrie. Die Berichte, bie bem Deutschen Metallarbeiterverband erstattet wurden, ergeben einen leichten Rüdgang der Kurzarbeit und der Arbeitslosig feit in der Metallindustrie. Die Zahl der Kurzarbeiter ging in der zweiten Woche des Mai von 21,1 auf 19,5, bie Arbeitslosen bon 6,2 auf 5,3 Broz. zurüd. Berlin gehört mit 90 Proz. Boll Triumph eines gemeinwirtschaftlichen Unternehmens. arbeitern zu den Bezirken mit günstiger Beschäftigung. Trotz ber Triumph eines gemeinwirtschaftlichen Unternehmens. Abnahme der Kurzarbeiter hat sich die Bahl der Betriebe mit Sturz ber tommunalen die Wirtschaft Friedensstande entspricht.( Immer nach dem amtlichen Im Kampfe des Unternehmertums gegen die von der Arbeiter- arbeit um 33 erhöht. Demnach zeigt nur die Großinduftrie, Bericht.) Das Personal wurde dadurch in einzelnen Fällen schaft geforderte Gemeinwirtschaft wurde immer und immer wieder die stark für Eigenbedarf produziert oder in Erwartung bes Mark um 50 Proz. eingeschränkt. Die sonstigen Einnahmen des Moskauer örtlichen Sowjets find die Einnahmen aus Ber- behauptet, daß gemeinwirtschaftliche Betriebe nicht lebensfähig fturzes auf Lager gearbeitet hat, eine Befferung der Lage, während pachtungen, Tarifen und Abgaben und die Vor- feien. Gleich darauf pflegte man ein Loblied auf die Initiative die Kleinbetriebe wohl infolge der troftlosen Lage in ber schüsse des Staates aus der Notenpreffe. Damit wird der Privatunternehmer zu fingen, deren freies Schalten die Preise Bauindustrie noch sehr unter Auftragsmangel leiden. also die ganze Moskauer Finanzwirtschaft auf der Basis auf die heutige entsetzliche Höhe getrieben, die Gewinne der Großindiretter Besteuerung geführt, die anscheinend für die fonzerne maßlos gesteigert, die Masse aber zu einer wachsenden Boltsmaffen in Rußland fo fegensreich ist, wie sie in Deutschland Berelendung verurteilt hat. Jetzt liegt der Abschluß eines in der verbrecherisch und schädlich ist, weshalb sie ja auch von den So- Hand der Allgemeinheit befindlichen Unternehmens vor, der gegen über der irreführenden Propaganda der kapitalistischen Presse als ein Triumph der Gemeinwirtschaft zu bezeichnen ist. zialdemokraten mitgemacht wird. Auf dem wichtigsten Gebiet der kommunalen Wohnungsfürsorge wird alles der privaten Initiative über laffen, die leitenden Beamten fordern überhaupt die Rück übertragung des Eigentums an die früheren Hausbefizer, da die Gemeinde über feinerlei Mittel zur Erhaltung und Erneuerung der vollständig verfallenen Wohnungen verfügt, zu deren Neuinstand fehung ungeheure Anleihen notwendig wären, die selbstverständlich von den Massen verzinst und amortifiert werden müßten. Die kulturellen Leistungen der Gemeinde, die Wohlfahrts- und Jugendpflege, die Krantenhäuser und all die vielen Dinge, die in den Etats deutscher Städte eine so hervorragende, wenn auch uns immer noch viel zu geringe Rolle spielen, fie find durch die er bar mungslose Wirklichkeit, die aus der finnlosen Zerstörung entsproffen ist, fast ganz zur Wirkungslosigkeit verurteilt. Was die Russen zu erledigen haben, das ist mit Mühe und Not: die Trümmer jammeln, # Genehmigungspflicht für wertbeständige Anleihen. Dem Reichs. tag ist ein Gefehentwurf zugegangen, der für wertbeständige Anleihen die gleiche Genehmigungspflicht vorfieht, wie sie schon jetzt durch das Bürgerliche Gesetzbuch auf Schuldverschreibungen, die auf Papier mart lauten, vorgeschrieben ist. In der Begründung weist bas Reichsjustizministerium barauf hin, daß man mit dieser Genehmi gungspflicht den Umlauf solcher Schuldverschreibungen verhindern Die aus den alten Heeresbetrieben hervorgegangene Deut will, bie nicht genügend gesichert sind, und daß man auch sche Werte A.-G.", deren Aftien sich in den Händen des Reiches den nachteiligen Wirkungen, die ein zu startes Angebot privater wert. befinden und die ihre Entwicklungsfähigkeit ebenso gegen die Ueber- beständiger Anleihen auf den Staatstrebit ausüben muß, vor griffe der Entente wie gegen die Anfeindungen von Privatintereffen beugen will. verteidigen mußten, veröffentlichen ihren dritten Geschäftsbericht über Bor neuen Kohlenpreiserhöhungen. Nachdem die Bergarbeiter das Geschäftsjahr 1922. Die Tatsache, daß das gemeinwirtschaftliche töhne neu geregelt find, ist mit einer Erhöhung der Rohlenpreise Unternehmen diesmal einen Bruttoüberschuß von 5,3 Milliarden vom 1. Juni ab zu rechnen. Die Organe der Rohlenwirtschaft werden ausweist, von dem nach Abzug von 1,47 Milliarden an Generalun- in diesen Tagen zur Beschlußfassung darüber zusammentreten, foften und 3,66 Milliarden an Abschreibungen und Rückstellungen Devisenfurje. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nachzutragen: ein Rein gewinn von 188,9 millionen Mart verbleibt, zeigt, daß 1 finnische Mart 1700,73 Geld, 1709,27 Brief; 1 japanischer Den die Deutschen Werte" in ihrer Umstellung schon so weit gediehen 29 725,50 Gelb, 29 874,50 Brief; 1 brasilianischer Milreie 6284,87 find, daß sie als rentabel gelten können. Eine der wichtigsten Ein- Geld, 6265,63 Brief; 100 öfterr. Stronen 85,78 Geld, 86,17 Brief; wände, die man sonst gegen derartige gemeinwirtschaftliche Unter- 1 tschechische Krone 1837,39 Geld, 1846,61 Brief: 1 ungar. Strone um wenigstens die unentbehrlichsten Arbeiten zu leisten, ohne die feine nehmungen überhaupt zu erheben pflegt, wird dadurch hinfällig. Aus 11,32 Geld, 11,88 Brief; 1 bulgarische Lewa 648,37 Gelb, 651,68 moderne Gemeinde leben kann. Die Methoden, die sie jetzt empfehlen, dem Reingewinn wurden 20 Broz. Dividende oder 80 Mil Brief; 1 jugoslawischer Dinar 689,39 Gelb, 642,01 Brief. 1 Bolen sind die, die sie in anderen Ländern der„ bürgerlichen" Sozialdemo- lionen Mart an den einzigen Aktionär, das Reich, abgeführt. 56,4 mart toftete im freien Verkehr etwa 1,07 Mark. fratie zum Bormurf machen, nur mit dem Unterschied, daß fie ver: Millionen Mart zum Rückauf von Genußscheinen verwandt und schärft werden durch die Auswirkungen der von den Bolschewiti geschaffenen Zerstörung. Jahre werden vergehen, ehe in Moskau an das 50 Millionen dem Unterstüßungsfonds für Arbeiter und Angestellte wieder angeknüpft werden kann, was früher schon einmal bestand. Die gewaltige Höhe der Abschreibungen ist nicht nur ein BeBir Sozialdemokraten haben beim Studium eines solchen Beweis für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe, sondern sie bedeutet auch steht auf dem Spiel, wenn nicht jetzt, in der schwersten Zeit richtes aus dem ersten Proletarierstaat der Welt" teine Beran eine große Stärkung der Werte für die Zukunft. der Krise, alle Kräfte der Arbeiterflaffe zum Rampf gegen die laffung, es zu bereuen, daß wir uns unter den größten Opfern um Reaktion zusammengefaßt werden. Ünfäglich Schlimmes hat die Erhaltung deffen, was bisher geschaffen ist, bemühen. jeder von uns durchzumachen. Doch noch viel schlimmer würbe Wir wissen wenigstens, daß die Gemeinden auf tiefer Grundlage weiterbauen tönnen, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse Die Umstellungsarbeiten auf unseren Werfen wurden fich einmal gebeffert haben werden, und daß man bann bie urbant- auch in diesem Geschäftsjahr planmäßig weitergeführt. Sie hatten bie Lage sein, wenn die festeste Grundlage der Arbeiterbeme bare Arbeit, die wir jetzt zu leisten haben, als die Vorbedingung unter den Konjunkturschwankungen, insbesondere unter der Entwer- gung, die sozialdemokratische Partei, in ihrer Kraft geschwächt fünftiger Erfolge würdigen wird. tung der Mart, zu leiden, wie überhaupt die gesamte Geschäftstätig- würde. Schützt den Bestand der Parteil Berbt neue Mitfeit auch unferes Unternehmens dadurch beeinträchtigt wurde. Die glieder! Unsere Parole sei: auf unseren einzelnen Werfen eingerichteten Fabritationszweige haben eine günstige Fortentwicklung erfahren. Das Karussell. überwiefen, 2,2 Millionen bleiben als Vortrag auf neue Rechnung. Die Zukunft der Arbeiterbewegung Die Produffion der Deutschen Werte". Ueber den Geschäftsgang berichtet der Borstand: Unsere Hüttenwerte waren mit Aufträgen gut versehen. Immer nur hereinspaziert, meine Herrschaften hier wird abgebaut!"... Ungläubig stehst du vor dem Tor inmitten des großen In Siegburg wurde das neue Balzwert fertiggestellt. Durch den Rummelplages der städtischen Verwaltung, über dem in Riefenlettern planmäßigen Ausbau unserer Hüttenwerke hat die Versorgung die Ueberschrift: Beamtenabbau" prangt. Ganz so großzügig unferer übrigen Betriebe mit Eisenhüttenerzeugnissen eine Berbeshattest du es dir denn doch nicht vorgestellt. Eine prachtvolle Anlage, ferung erfahren. Eine zufriedenstellende Beschäftigung weisen auch bie umfangreichen Schmiedebetriebe und Breßwerte so recht geschaffen, um einmal etwas Roloffales, Niedagewesenes zu auf, die von der Eisenbahn und der Industrie zahlreiche Aufträge Berauf, leisten. Und nun erst der Andrang vorm Tore! Aus allen Ber- erhielten. Die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit haben fie indeffen waltungsbuden strömt's, jeder Dezernent, jeber Direttor eines Be- noch nicht erreicht. Die vorhandenen Grau-, Temper, Stahlformtriebes möchte der erste sein, möchte meister in der Beschränkung, und Metallgießereien arbeiten so zufriedenstellend, daß die ausgein der Sparsamkeit, im Abbau sein. Ein Duhend, ein Hundert, Lau- führten Erweiterungen für diese Werkstätten nicht mehr fend und immer neue wir wußten's ja längst, wie Groß- Berlin ausreichen. unter der Baft seines riesigen Beamtenapparats ächst und ftöhnt wir wusten's längst, daß alle Berwaltungsbuden mur auf das Stich wort warteten und num ist's endlich da: Beamtenabbau heißt die Barole des neuen Jahres. Alles, was an überzähligen Kräften durch die Bereinheitlichung der Verwaltung, durch Vereinfachung der Betriebe und des Apparats freigeworden ist, all das, was die planlofe Beamtenmacherei einer bürgerlichen Stadtverwaltung den Schulternt ber Allgemeinheit an überflüssigen Lasten aufgebürdet hat- all bas strömt nun hier zusammen vor dem Jahrmarktstor mit den Riefenlettern: Im Maschinenbau haben wir die Serienfertigung im allgemeinen weiter durchgebildet. Unsere Landmaschinen haben fich rasch eingeführt und haben befriedigenden Abfaß gefunden. Den Bau von großen und fleinen Glühkopf- und Dieselmotoren für Land und See haben wir erheblich ausgestaltet. Ebenso hat der Textil maschinenbau in Ingolstadt Fortschritte gemacht. Die fertiggeftellten Spinnmaschinen haben sich in der Praxis bewährt. Herein in die Vereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands! Aufnahmeschein. Siermit erkläre ich meinen Eintritt in die Bereinigte Sozialdemokratische Partei( Begirt Berlin, Abttg. An Beiträgen entrichte ich: Eintritte gelb 50 m., beiträge männlich zu 100, weiblich zu 40 M., Summa ben. 28othen STR 1923. Vor- und Zuname: geb. am. Beruf: Wohnung: au. Getverkshaftl. Drganisation: wo beschäftigt: Die aufgenommene Fertigung von Handels-, Präzisions- und Breßluft wertzeugen hat sich vorteilhaft entwidelt. Unfere neu durchkonstruierten und normalisierten Armaturen erzielten erfreulichen Abfaz. Wesentlich steigern fonnten wir den Bau von Mo= torrädern im Wert Haselhorst. Das D- Rad hat sich im Gebrauch und bei Wettbewerben einen guten Namen gemacht. Günftiges läßt Und nun heißt's Einsteigen! Ein Riesentarussell erfüllt den sich auch über unsern Benzoltriebwagen berichten, der technisch weiter ganzen Platz. Die Drehorgel intoniert tie Vereinfachungshymne, durchgebildet wurde und im Betrieb einwandfrei läuft. Er dürften ben Betrieben kann diefer Schein ben bekannten Bertrauenienten bes und vor deinem staunenden Blick seht sich die Riesendrehscheibe in besonders im Ausland weitere Abfagmöglichkeiten haben. Beamtenabbau. BSVD. mit dem Auftrag der sofortigen Erledigung übergeben werben. Zwei gute Bekannte A MERCEDES IVO PUHONNY BC DIE BATSCHARI KRONE