Nr. 38. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post: Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vore mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Eine Donnerstag, den 14. Februar 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Christenthum, die Moral, die Ehe? Hätte man darum so in geziemender Unterthänigkeit die Versicherungen meiner oft von dem in Preußen vorherrschend sittlich religiösen tiefsten Ehrfurcht darzubringen." literargeschichtliche Reminiscenz. Geiſt gehört, daß jetzt die namhafteſten Profeſſoren von Er beklagt, nicht geladen und gehört worden zu sein, Berlin, Königsberg, Halle Die Umfturzvorlage, welche das Eigenthum, die Moneinem neuen schmutzigen ehe man ihn gerichtet und verurtheilt habe. Das habe man Marat, der wörtlich wie archie, die Religion und die Ehe der Kritik entziehen will, der alte nur das doch selbst dem Doktor Luther nicht angethan. Wolle man erweckt lebhaft die Erinnerung an ein Blatt der Schande eine Republit" der Sakrament des entzückenden Augenblicks" und ihm fein freies Geleit geben, wie jenem, mit dem er sich zu in der deutschen Geschichte. Am 10. Dezember 1835 faßte( Ohnehosen und Ohnehemden) predigt, nachlaufen, und mit doch gern auf den Lehrer eine Republik der Sansculottes und Sanschemises vergleichen sich nicht anmaße, aber der Schüler berufe sich der hochselig verendete deutsche Bundestag auf Denunziation ihm gegen Christenthum, Sitte, Ehe, Familie, Scham, gegen Wort in der Druckwelt bewilligen. Er wolle keine Protestation, so solle man ihm doch freies Wolfgang Menzel's einen seiner vielen geistvollen Beschlüsse, Gott und Unsterblichkeit, gegen die deutsche Nationalität sondern nur eine Bitte an den Bundestag gerichtet haben, in dem es heißt: Nachdem sich in Deutschland in neuerer Zeit und zuletzt und gegen alles Bestehende wüthen sollten?" um beim Publikum nicht den Glauben zu erwecken, als unter der Benennung„ Das junge Deutschland" oder„ Die junge Ja, der deutsche Bundestag ist todt, aber die halte er sich für schuldig oder als wolle er seine Schriften Literatur" eine literarische Schule gebildet hat, deren Be- bundestägliche Erbweisheit hat Gevatter gestanden bei den verleugnen. Sogar ästhetische Untersuchungen muthet der mühungen unverhohlen dahin gehen, in belletristischen, für Wühlern der Umsturzvorlage, und Menzel's Geist spricht Spötter Einem hohen Bundestag zu; kurz, alle Kobolde alle Klaffen von Lefern zugänglichen Schriften die christ aus ihren Fürsprecher. Heine'scher Laune und Satire tichern in dem prächtigen Aktenstück, das in seiner Weise ebenso klassisch ist, wie der Bundestags- Beschluß. . liche Religion auf die frechte Weise anzugreifen, die Aber was hatte den den Umstürzlern" des jungen bestehenden sozialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Deutschlands die Feder in die Hand gedrückt zu ihren aufZucht und Sittlichkeit zu zerstören, so hat die deutsche Bundes- regenden Schriften? Ach, es waren die erbärmlichen gesellschaftversammlung sich zu nachstehenden Bestimmungen vereinigt: lichen und politischen Zustände ihrer konfiszirten" Beit, 1. Sämmtliche deutsche Regierungen übernehmen die Verlichen pflichtung, gegen die Verfasser, Verleger, Drucker wie Verbreiter die Epoche der Entlassungen und Maßregelungen, der Einder Schriften aus der unter der Bezeichnung„ Das junge Deutsch- kerkerungen und Landesverweisungen in Preußen, in dessen land" oder„ Die junge Literatur" befannten literarischen Schule, Hauptstadt Gutkow geboren war. Alles Gedruckte unterlag zu welcher namentlich Heinrich Heine, Karl Guzkow, Heinrich der peinlichsten Zensur, sogar die Anzeigen des Intelligenz Laube, Ludolf Wienberg und Theodor Mundt gehören, die Straf- blattes, in denen Käse und Häringe angeboten wurden, und Polizeigeseze ihres Landes, sowie die gegen Mißbrauch unterlagen der Prüfung mit der Polizeiloupe auf etwaige der Presse bestehenden Vorschriften nach ihrer vollen Strenge Bazillen von geheimen politischen Anspielungen. in Anwendung zu bringen, auch die Verbreitung dieser Schriften, sei es durch den Buchhandel, durch Leihbibliotheken oder auf Sonstige Weise mit allen ihnen gefeßlich zu Gebote stehenden Nuzte das was? Der Bundestag ist todt, die deutsche Literatur lebt Mitteln zu verhindern." noch! Ja, wir sind der festen Ueberzeugung, daß die politische Tendenzliteratur in der Mitte unseres Jahrhunderts nicht so reich sich entfaltet hätte, ohne den Segen jener bundestäglichen Verfluchung. Die hochweisen Herren des Bundestages kannten eben den Goethe'schen Spruch nicht, nach dem die Funken umher springen und anderwärts zünden, wo früher feine Feuersgefahr war, wenn ein Tolpatsch ins Feuer haut! *) Die Korrektoren, Segerjungen und Falzmädchen fehlen noch! Literatur gegenüber noch nicht für genügend. Man wollte All das hielt man dem jungen Deutschland, der jungen die einzelnen Personen, die offenbar von literarischer Verwendung ihres Wissens und ihrer Kenntnisse, vom Ertrag ihrer Feder als Schriftsteller lebten, wirthschaftlich todt machen. bührende Antwort in der Vorrede, die zum 3. Band des Auch dem Denunzianten Menzel ward seine ihm ge Salons( 1837) geschrieben war, aber da sie vom Gießener Zensor, einem Dr. Adrian, die Druckerlaubniß nicht erhielt, als Sonderheft, von einem milderen Zensor zum Drucke zugelassen, erschien unter zugelassen, erschien unter dem Titel: Ueber den Tenunzianten". Die Absicht Heine's war, wie er seinem Verleger Campe schrieb, Menzel auf die Mensur zu treiben, einen Zweikampf zu erzwingen; diese Absicht wurde nicht nachts Beitung" vom 27. Oftober 1837, die Heine in dieses erreicht, auch nicht durch eine Anzapfung in der Mitter Blatt bringen ließ. Und ebenso besorgte es dem Denunzianten David Friedrich Strauß in seinen Streitschriften zur Vertheidigung meiner Schrift über das Leben Jesu" 2. Heft, Tübingen 1837, wo die Keyerviecherei, Unwissenheit und Gemeinheit des Literaturpapstes gründlich abgefertigt werden. Und endlich that Börne das Seine in dem Werkchen: Menzel der Franzosenfresser". 001 Angesichts der Umsturzvorlagen hat es mir unendlich wohlgethan, diese Schriften und die Kämpfe des jungen Deutschlands aus den Atten der Literaturgeschichte herauszusuchen, um herzlich zu lachen in dieser gar nicht humori stischen Zeit. Welch' zimperlich engherziges, täppisches Beginnen! Die quittirenden Antworten des jungen Deutschlands blieben nicht aus. Heine machte einen seiner besten Witze in einer Eingabe an den Bundestag. Sie findet sich in der( unseres Erachtens besten) Elster'schen Ausgabe Band 7 Seite 530/31. Wer von den weisen Herren des hohen Bundestages auch Einsicht genommen haben mag, ein sehr sonderbares Gesicht hat er gewiß geschnitten beim Lesen Und wie Herr v. Stumm neulich die mit dem Sozia- dieses merkwürdigen Aktenstückes. lismus liebäugelnden Universitätsprofessoren denunzirte, so Mit Betrübniß und höchster Verwunderung will der Gehet hin und thuet desgleichen! Holt Euch den that damals auch der obgedachte Denunziant Wolfgang wißige Verfasser der Eingabe den Beschluß des Gleichmuth und die Heiterkeit, die uns müßlich sein können Menzel, ehemals Liberaler, Bewunderer Börne's und Heine's hohen Bundestages gelesen haben, in welch' letzterem für die Kämpfe kommender Tage. und Guytow's Freund. In seinem Literaturblatt vom er„ die höchsten Autoritäten einer geliebten Heimath Den Väteru und Gevattern der Umsturzvorlage em 11. November 1835 schrieb er: Sind Universitäten teine ehre". Freilich schließt der Scherz mit den Worten: pfehlen wir dies ebenfalls, namentlich aber fleißiges Staatsanstalten? Gilt im preußischen Staat noch das„ Die persönliche Sicherheit, die mir der Auf Studium der Menzel'schen Literaturzeitung der Jahre 1835 enthalt im Auslande gewährt, erlaubt mir glücklicher und 1836. Vielleicht finden sie dort noch einige Motive" weise ohne Besorgniß vor Mißdeutung Ihnen, meine Herren, und anderes schäzbares Material". brauche Euch zu nothwendig, um vergrabene Schäße zu schlug einen halbernsten Ton an, da die Konstitution es heben und habt mir wahrhaftig die besten Dienste ge- nicht zu zuläßt, daß jemand wieder Präsident sein darf, es leistet.. sei denn nach Ablauf von wenigstens zwei ganzen PräsidentenAcht Tage bin ich hier, ohne daß Ihr es der Mühe perioden, wird man mit Leichtigkeit statt Rivarola das werth findet, mich aufzusuchen Ihr habt mir am Ende nächste Mal Herrn Bautista Gill zu wählen geneigt selber die Falle gestellt gehabt sein... den ehrenhaften Bürger, der mit eigener Lebens,, Getroffen aufs Haar, Bautista; feht Ihr, wie schlau gefahr dem ersten Präsidenten zur sicheren Flucht Ihr sein lönnt, wenn Ihr Euer Gehirn ein wenig aus aus den Händen der Schergen verholfen hat. strengt. Ihr verdankt es wirklich meiner Umsicht, daß Stimmts Freundchen... Ich bin wirklich ein besserer RechenIhr acht Tage lang und noch dazu gegen das Recht des meister in solchen Dingen, als Ihr es jemals sein werdet. freien paraguayischen Abgeordneten hinter Schloß und Riegel gehalten worden seid. Werdet im übrigen morgen schon entlassen wegen Mangels an Beweisen, und jeder bis auf den kleinsten Buben in der Vorstadt Trinidad wirds dann erzählen, daß der Abgeordnete Gill es war, der dem Präsidenten Rivarola zur Flucht verholfen.. Studen Feuilleton. ( Nachdruck verboten.] Skizzen aus dem südamerikanischen Hinterlande. Ein Blatt südamerikanischer Geschichte. 12 So war es. Der neue Präsident schickte, da man annahm, daß Rivarola nach seinem Heimathsort geflohen sei nach einigen Tagen eine Abtheilung Reiterei dorthin ab, um ihn wieder einzufangen. Die Reiter fehrten aber betrübt zu Fuße heim, denn die braven Barrero Grandenser waren mit dem Dugend Soldaten nicht allzu sauber umgegangen. Sie waren über diese hergefallen, hatten sie von ihren Pferden gerissen und ließen dem Präsidenten sagen, daß er gefälligst selber kommen sollte, wenn er seinen Gefangenen haben wollte. " " Morgen wird der große Volfstribun aus seinem Kerter entlassen, und die Buben in den Kaffeehäusern werden von seinen Heldenthaten erzählen... die Heldenthaten, die eigentlich) der simple Apotheker am Markte vollbracht, und die der Held noch zur Zeit nur mit großer Langsamfeit einzusehen scheint." " Ihr habt verdammt recht..." entgegnete Gill topfschüttelnd, ein sehr guter Streich... und Rivarola. Sigt wohlbehalten in seinem Barrero Grande, und Ihr werdet noch morgen am Tage dorthin abreiten oder spätestens übermorgen, um ihm unsere Grüße und Glückwünsche zu überbringen." Ich sollte... " Zum Henter, spottet meiner nicht..." " Jesus Chriftus und die heiligste Jungfrau... Mann, an Euch ist jeder Centavo Geld verloren, wenn Ihr noch nichts begreift. Seht zu... Ich wußte genau, wenn man Mittlerweile saß der Abgeordnete Gill im Gefängniß unfern Freund Rivarola verhaften würde; Herr Falcon und war sehr unwillig darüber. Man hatte ihm einen hatte es mir in der Frühe gesagt. Hab auch meine VerProzeß gemacht, dem Expräsidenten zur Flucht verholfen zu bindungen, um es einem so touragirten Kerl, wie Godoy haben, und er wußte bis zur Stunde nicht, obwohl er an es ist, unter der Hand zustecken zu lassen... wußte genau, Gewiß.. einmal um Euren Ruhm dadurch zu bes der Cache so unschuldig war, wie nur ein neugeborenes daß er ihn aus der Patsche ziehen würde.. ist bei allem feftigen und dann um zu verhindern, daß Rivarola nicht Kind, wie er die Richter vom Gegentheil überzeugen sollte. eine ehrliche treue Haut.. Und nun sandte ich Euch gerade Maisbaner wird oder Maniok pflanzer, wozu er sehr viel Erst nach acht Tagen besuchte ihn sein Freund Guanes im zur selben Stunde in Rivarola's Wohnung, wo ich wußte, Anlage hat, er nennt das praktisch für das Wohl des VaterGefängniß. daß er eben gerettet war.. was Wunder, daß man Euch landes mitarbeiten... oder daß er sich aus Pessimismus Muß Euch doch auch meine Huldigung bringen, dann verhaftet hat.. wollte es eben so haben. und Menschenfeindlichkeit mit dem ersten besten FrauenBantisto", mit diesen Worten trat er ein, seid wahrhaftig„ Und was soll das für einen Zweck haben zimmer verheirathet. Wenn er nicht mehr aktiv bleibt, der populärste Mann in ganz Paraguay geworden.. sagt " Eh," knurrte der Apotheker.." Ihr seid ein Kind, tönnten wir am Ende Echwierigkeiten bekommen bei Eurer mir nur, wie ist es Euch möglich gewesen, dem braven obwohl Ihr ein großer und starter Kerl seid. Mit diesem Wahl. Ihr müßt Euch dort immer angelegen sein Kapitän solch ein Schnippchen zu schlagen und die beiden Trick seid Ihr ein gemachter Mann... der zukünftige lassen das Feuer zu schüren... versteht Ihr, daß ncbenvor seinen Augen zu entführen.." Präsident solltet es selber wissen, daß der Anhaug bei immer der Name Gill genannt und uns in das Ihr tommt wohl her, um mich hier noch auszulachen, Rivarola's zur Zeit nicht gerade gering ist auf dem Gedächtniß zurückgerufen wird. Doch genug für heute Pancho, oder solltet Ihr vielleicht die Absicht haben, mich Rampe... und er wird mehr bekommen, wenn wir erst... ich will mich jetzt bestens empfehlen.. müßt schon auch so mir nichts dir nichts beiseite zu schieben, wie Ihr anfangen werden die englischen Pfündchen einzusacken... noch eine Nacht im Gefängniß schlafen... c3. macht viel es mit andern Personen macht.." wollens wohl besorgen, daß alle daß alle darum Ach und mehr Eindruck wenn es gerade runde acht Tage geworden sind... Ihr seid ein arger Poltron, mein lieber Gill, nichts Weh schreien, wenu fie in in unsere Taschen ver es fehlt Euch dech nichts unter diesen Kavalieren," damit weiter. Colltet bei mir einfachen Apotheker noch in die schwinden werden darum ihren Rivarola ließ er den Blick über die vielen Mörder schweifen, die den Schule gehen, wenn Ihr Diplomatie lernen wollt. Ich zurückwünschen, daß sich Gott erbarm... aber," und er Gefängnißhof bevölkerten, icht auch diese ehrenwerthe Leute ... Politische Leberlicht. 80 Berlin, 13. Februar. die bei Barbeit gehandhabte Verordnung fortan strenge Beachtung finden soll. Gelegenheit benutzt hat zu bemerken, welche Paragraphen " Die fittliche Entrüstung der Herren ist eitel Flunkerei, wollen sie doch damit die Debatte über den für sie unangenehmen Inhalt des Briefes auf ein anderes Gebiet hinüberspielen, was ihnen nun aber nicht mehr gelingen über die Stellung der Richter och eine längere Debatte die Häupter der konservativen Partei besessen haben. Das sich hinterher die üblen Folgen zeigen werden. " angegriffen, da diefelbe eine durch nichts gerechtfertigte Spike| Berleumdungen" des Prinzen, daß Seiffart den gegen die fozialdemokratische Agitation habe, während in Wirk Inhalt dem Geheimrath Bord, dem Sekretär Des lichkeit die Agitation anderer politischer Parteien in ihrer ver- Prinzen, mittheilte. Der Prinz, der spätere Kaifer legenden, Jm Reichstag war heute Schwerinstag. Auf der Staub ziehenden, den Gegner beschimpfenden und die Jdeale großer Bevölkerungstreife in den Wilhelm I., war der Rechten längst verdächtig; versie ließ ihn durch den Zuchthäusler Lindens Tagesordnung standen die Anträge Pachnicke, Anker und dächtigenden, die Wahrheit entstellenden und verdrehenden berg überwachen, und Herr Lindenberg sandte seine Auer, deren Berathung wegen des Treubruches der Konser Kampfesweise hinter der sozialdemokratischen Agitation feiness frechen Berichte an den Generaladjutanten des Königs. Durch vativen am letzten Schwerinstage unterbrochen wurde. wegs zurückſtehe. Ich erkenne diese Thatsache vollkommen an, die Briefdiebstähle erhielten sowohl Herr von Manteuffel wie Troy zweier ausgezeichneter Reden der Abgeordneten und ich hätte daher gewünscht, daß jene" Spize" vermieden der Prinz von diesen Dingen Kenntniß, und der Zorn des Richter und Bebel wurden die Anträge mit worden wäre. Was mich dennoch zur Unterzeichnung bestimmt Prinzen erzwang die Untersuchung durch den Staatsgerichtshof, Ausnahme des Mecklenburg betreffenden abgelehnt. Bebel hat, war die Erwägung, daß, wenn in einem Falle, wie dem der Techen zu zehn Jahren Zuchthaus und Lindenberg zu einem rollte die ganze Wahlrechtsfrage auf und beleuchtete sie vorliegenden, wo Gefahr im Verzuge ist, die Bedenken gegen Monat Gefängniß und Verlust der Nationalfotarde verurtheilte. einzelne Säße davon abhielten, sich einer Erklärung anzuschließen, nach allen Seiten. Diesen Verhandlungen ging voraus die ein gemeinsames Borgehen überhaupt unmöglich gemacht werden vor. Es soll auch nicht ausführlich erzählt werden, wie die Näher auf den Prozeß einzugehen, liegt heute fein Anlaß zweite Lesung der Anträge der Sozialdemokraten und Elsässer fönute" Kreuz- Zeitung" nach wie vor Lindenberg pries und ihm seine betreffend die Aufhebung des Diftaturparagraphen in den Aus Anlaß der lex Heinze macht zur Zeit eine Strafe im Gnadenwege erlassen wurde. Nur die Thatsache soll Reichslanden. Nachdem Genosse Bueb den Standpunkt der Kommission eine Rundreise durch mehrere der größeren betont werden, daß der Ministerpräsident von Man. Partei dem elsaß- Lothringischen Buttkamer gegenüber ge- Städte, um sich über das Prostitutionswesen zu batte zutragen laffen, von denen er wußte, teuffel fich ein ganzes Jahr lang Papiere wahrt hatte, gab der Reichstag den Anträgen seine Zu- informiren. Dieser Tage wird die Kommission in Hamburg daß sein Spion fie nur auf bedenkliche Weise", ftimmung. und Altona„ Studien" machen. Den dortigen sogenannten durch Vertrauensbruch, Bestechung und Diebs Die Nachwahl in Mörs- Nees. Nach dem nunmehr voll- Beherbergern", das heißt Bordellvätern, sind aber stahl hat erlangen fönnen." ständig vorliegenden amtlichen Wahlresultate wurde bei der am merkwürdigerweise schon eingehende Instruktionen ertheilt, Diese historische Darlegung dürfte den Konservativen 9. d. Mts. im 7. Wahlkreise des Regierungsbezirks Düsseldorf wie sie sich zu verhalten haben, um nicht den Anschein zu kaum angenehm sein, vor allem auch deshalb, weil sie nur ( Mörs- Rees) stattgehabten Reichstags- Ersatzwahl Amtsgerichtszu gut wiffen, daß man aus der Geschichte ihrer Partei Rath Frizen( Zentrum) mit 12 687 Stimmen gewählt; Landrath erwecken, als besize Hamburg Bordelle. Dr. Haniel( freifonservativ) erhielt 10 667 Stimmen, Hofrichter halten werden und mit einem Glockenzuge versehen sein. Be- Am spaßigsten ist die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung", Die Thüren der Beherbergerhäuser müssen verschlossen ge- noch manche hierher gehörige Reminiscenz vorbringen kann. ( Sozialdem.) 156 Stimmen, Baumbach( Freif. Volksp.) 84 Stimmen, sucher haben den Glockenzug zu ziehen, worauf nur der Be- die von ihrem bekamiten Leibjuristen sich alle mög Liebermann von Sonnenberg( Antif) 34 Stimmen, 3 Stimmen 34 Gumm immen herberger, beffen Frau oder sonst ein Beauftragter, nicht aber pie auf die waren zersplittert. lichen Paragraphen anführen läßt, eines der unter Sittentontrolle stehenden Mädchen öffnen darf. an Herrn von Manteuffel Im Abgeordnetenhaus wurde heute beim Etat der Die Mädchen dürfen sich weder an den Fenstern noch in den Verwerthung des Briefes Justizverwaltung angeregt, aus den großen Ein- Thüren zeigen, welche schon länger bestehende, aber bisher lay sich anwenden lassen sollen. Schade, daß sie nicht die nahmen, die der Staat durch der Strafgefangenen bezieht, die bedürftigen Angehörigen fofortige Schließung des Hauses. Hinter den der Straße zu ge- als sie aus den Untersuchungsakten gegen den früheren Bei Verstößen gegen die polizeilichen Bestimmungen erfolgt die des Strafgesetzbuches auf sie anzuwenden gewesen wären, der Gefangenen zu unterstüßen, vom neuen Justizminiſter legenen, mit Glasscheiben versehenen Thüren darf kein Licht Antoine Briefe veröffentlichte. Schönstedt aber jede Verpflichtung des Staates in brennen. Auffällige Namens- Inschriften und Nummern an den Beziehung bestritten. Sodann wurde vom Abg. Thüren sollen fortfallen. Roeren auf die günstigen Erfahrungen hingewiesen, die Kurz und gut, die Kommission wird den Eindruck geman in mehreren Ländern mit der sogenannten bewinnen, daß in Hamburg die Sittlichkeit" in jeder Hindingten Verurtheilung" gemacht habe, nach ficht gewahrt ist. Und das ist ja die Hauptsache. tann. welchem System bei solchen, die zum ersten Mal mit Gesidro In fittlicher Entrüstung über die Veröffentlichung fängniß bestraft werden, die Strafe nicht gleich vollGefrier Uebungen. Der General- Anzeiger für Elberfeldstreckt wird, sondern erst dann, wenn der Verurtheilte des Manteuffel'schen Briefes in der„ Leipziger Volts Barmen" schreibt: In einigen Gegenden Deutschlands zeitung" wetteifern die innerhalb einer bestimmten Reihe von Jahren rückfällig freikonservativen deutsch sind in den legten Tagen troß der furchtbaren Kälte Winterwird. Wenn dies nicht geschieht, ist die Strafe erlassen. Recht sie dazu haben, beweist die Geschichte dieser Parteien, worden. General Graf Häfeler hatte z. B. für die Meyer Bes tonservativen und agrarischen Organe. Wie wenig manöver mit Nachtbiwats unter freiem Himmel abgehalten Man hofft, mit diesem System besonders jüngere Leute von Man hofft, mit diesem System besonders jüngere Leute von der einmal beschrittenen Bahn des Verbrechens abzuschrecken. tönnte vielleicht morgen bewiesen werden, wenn einem dieser fagung ausdrücklich die Ermächtigung zu eines breitägigen WinterAuch finanziell soll das System günstig wirken, indem viele biedermännischen Belfer ein Brief in die Hände fiele, der übung erhalten, die vom 5. bis 9. Februar stattfinden sollte, also Daß solche Uebungen für hunderte von Soldaten Schädigungen Strafvollstreckungskosten erspart bleiben. Der Minister zur Kompromittirung eines sozialdemokratischen Führers" gerade während der grimmigſten Kälte. erklärte, der Sache prinzipiell nicht abgeneigt zu sein. fich eignen könnte. Die" Bossische Zeitung" erinnert heute der Gesundheit nach sich ziehen müffen, leuchtet wohl jebem ein. Er will aber erst noch Erhebungen" veranstalten; an Vorgänge, an denen der preußische Ministerpräsident Selbst wenn die Nachwirkungen nicht sofort offenfunbig auftreten auch könnte die Autorität des Einem Elber auch könnte die Autorität des" Staates bei dem System zu Manteuffel betheiligt war, die zeigen, wie wenig Skrupel follten, so ist es doch sehr wahrscheinlich, daß bei vielen Soldaten Schaden kommen, Dann war felder Bürger, deffen Sohn in Meß steht, ging noch vor wenigen und Assessoren, und Vielleicht ist dem hohen Chef" des Herrn von der Gröben Tagen ein Brief zu, der das unmittelbar bevorstehende Ausrücken daß bei Anstellung der letzteren mehr Vorsicht geübt werden der Same Techen eher begegnet. Sein Träger war ein alter gezur Gefrier- Uebung mit zwei Hemden und Leibbinde auf dem sollte, weil sich viele ungeeignete Elemente in den Richter- riebener Zuchthäusler, wurde als Spigel benutzt und erhielt von Körper und mit voller Bepackung ankündigte. Gestern nun traf stand drängten, gemeint waren natürlich Juden. dem Ministerpräsidenten v. Manteuffel 75 M. monatlich. Der ein lafonisches Schreiben der Meyer Lazarethverwaltung bei dem Nächste Sigung Donnerstag Vormittag. dunkle Ehrenmann, der sich berufen fühlte, den Staat gegen die Vater jenes Musketiers ein, das ohne jede weiteren Angaben Umstürzler zu retten, verfand sich darauf, Nachschlüssel zu machen mittheilte, daß der wenige Tage vorher noch ganz gesunde Die Umsturzkommission ohne Stumm. Der Ab- und Schreibtische zu öffnen. Der brauchte feine Briefe in Wasch- Sohn seit dem 9. Februar an Lungenentzündung schwer frank geordnete Freiherr von Stumm Halberg ist, wie die räumen zu finden; er holte fie, stahl sie wirtlich, wo er sie ver- darniederliege. Ob das auch eine Folge der Gefrier" Post" schreibt, an einer heftigen Halsentzündung erkrankt muthete. Uebung ist? und infolgedessen aus der Umsturzkommission aus- Herr Techen, ein vornehm aussehender Mann mit schnee- Man fragt sich: Was sollen diese Uebungen nügen? Die geschieden. thon weißem Haar, machte sich mit den Dienern des Generaladjutanten Mannschaften, die man heute in den Schnee hinaus tommandirt v. Gerlach bekannt, stellte sich ihnen als Kunstliebhaber vor, der und die Nachts mit gefrorenen Bärten und trotz der Mäntel Es geht auch ohne Umsturzgesetz. Eine Privat- gern die Merkwürdigkeiten und schönen Bilder des Generals in zähneklappernd unter leichten Belten oder am Biwaffeuer liegen, bepesche aus Zwickau meldet uns: Augenschein nehmen möchte, spendete freigiebig Bier und Wein holen sich unter Umständen den Tod oder schwere Ers Der 9200 Mitglieder zählende Verband sächsischer Berg- und gewann als reicher Sonderling schnell die Gunst der Lakaien. frankung, und bestenfalls beweisen sie, daß eine fernige Natur und Hüttenarbeiter wurde aufgelöst, demselben Schicksale verfiel War der General abwesend, so durfte er die Zimmer betreten; selbst die schlimmste Behandlung erträgt. Aber das ist alles. ein Wachsabdruck vom Schloß des Schreib Daß diese Leute dadurch auch für die Zukunft im Ertragen der die Begräbnißkaffe des Verbandes, der 17 000 Mitglieder an- tische 3 war bald abgenommen, und nun hatte Herr Techen auch Wintertälte geübt werden, das glaubt doch kein Mensch. Sie gehörten. Das Vermögen des unterdrückten Verbandes belief sich die geheimen Briefschaften des Vertrauten des Königs. 3war brauchen nur einige Wochen aus der Kaserne weg zu sein, und auf gegen 100 000 m." wurde er von dem Diener ertappt, als er das Schreibpult öffnete. alle Abhärtung ist spurlos dahin gegangen. Ist es unter diesen Umständen der Mühe werth, tausende von Aber da erklärte er ruhig, im Auftrage bober Herren zu handeln. Und die Diener waren schon seine Mit- Söhnen unseres Voltes, tausend wackere Bürger der Gefahr ausschuldigen. Folglich fonnte er seine staatsrettende Aufgabe un- zusehen, sich für die Zeit ihres Lebens gesundheitlich geschädigt schwer durchführen. Er stahl so gut bei dem General zu sehen? Kommt so etwas im Krieg vor, nun wohl, da ist's ein von Gerlach wie bei dem kabinetsrath Niebuhr, nothwendiges Uebel. Aber im Frieden ist derartiges vom Uebel, und die Briese oder Abschriften wanderten weil es feinen Zweck bat. Heute dürfen wir das noch sagen.-erstlich an den franzöfifchen Gesandten und Uebers Jahr vielleicht würde eine gleiche Aeußerung uns unweitens an den Ministerpräsidenten v. Man- weigerlich ins Gefängniß bringen. Pflicht eines jeden, er gehöre teuffel. an, welcher Partei er wolle, Pflicht also auch eines una Wir fennen den Wortlaut der Rechtfertigungsschrift, die der parteiifchen Blattes ist es jeßt, so lange wirs noch dürfen, Einin diese Angelegenheit verwickelte erste Direktor der Ober- spruch zu erheben gegen eine solche Behandlung unserer Brüder rechnungskammer Seiffart der Regierung eingereicht hat. unter den Waffen." Daraus geht hervor, daß der Techen im Solde des Herrn Zur Agitation gegen das neue Tabaksteuergeset. v. Manteuffel sein Wesen trieb." So heißt es wörtlich in der Prof. v. Gezyzki veröffentlicht in der von ihm Eingabe. Herr Geiffart selbst fab Briefe des Der deutsche Tabakverein hat dem Reichstage eine herausgegebenen Ethischen Kultur" im Anschlusse an die Grafen Münster, des Generals v. Gerlach, des ausführliche Denkschrift zugehen lassen, die zu dem Ergebniß auch von uns veröffentlichten Erklärung der Sozialpolitiker R a binetsraths Niebuhr und des Redakteurs fommt, daß das Gesez für die Tabakindustrie unannehmbar folgende Erklärung: Lindenberg über den Prinzen von Preußen. ist. Es heißt da: Man hat mich wegen der Unterzeichnung dieser Erklärung Diefer Bericht Lindenberg's enthielt folche gehäffige„ Das ganze in Aussicht genommene Steuersystem bedeutet nicht über die Achsel an... werden sich auch später mit Schwant„ Der Mann im Schatten" am Deutschen Theater in Merkels Leben. Merkel war stets ein Gutgesinnter, seit Vergnügen daran erinnern, ihren Herrn Präsidenten einmal zum ersten Male auf der Bühne zu Worte fam, bat in spöttischer er Geld hat und von seiner Wichtigkeit durchbrungen ist. in ihrer Mitte gesehen zu haben, und Ihr könnt sie einmal Laune einen übermüthigen Ulf ersonnen. Weil dieser Ult, wenn auch Der gefeierte Redner soll auf dem Stiftungsfest eines nur lose, auf dem Grunde politischer Zeitfragen aufgebaut ist, Handwerkervereins, der fast schon zur Hälfte aus Sozialdemokraten ganz gut gebrauchen zu vielen Dingen. Und im übrigen, so reicht er über das flüchtige Tagesinteresse hinaus. Nicht befteht, in Gegenwart der Regierungsvertreter eine bedeutsame wenn Euch irgend etwas fehlen sollte, meine Börse steht gerade eine politische Satire großen Stils stellt die Komödie dar; Rede für Ordnung und Sitte halten. Wo aber die Gedanken Euch vollständig wie bis jetzt zur Verfügung." doch hebt sie sich weit ab von dem öden Posseneinerlei, das hernehmen? Sein Kuli hat ihn verlassen. Herr Merkel ist verDamit entfernte er sich. Was er gesagt, geschah. Am unsere Bühnenwelt gegenwärtig überschwemmt. Der junge zweifelt. Höchstselbst muß er ins wunderliche Junggesellenheim andern Tage wurde der Gefangene entlassen und war der Schwabe Reuling hat doch wenigstens den Muth gefunden, eine Bergmann's emportlettern, um sich über Bergmann's prächtig ge Held des Tages. Man erzählte sich die größten Abenteuer luftige Schnurre aus politisch- bewegter Deffentlichkeit zu erzählen, zeichnetes Zigeunertreiben zu entsetzen. Doch schließlich verBergmann die heißerfehnte Rede. Allein von ihm, wie er allein, nur mit einem furzen Dolch be- ohne Scheu, Empfindlichkeiten von rechts oder links zu verspricht ihm legen; und wenn in seiner Posse zum Schluß auf des trockenen Tones überdrüssig, wird Bergmann vom waffnet, sich gegen alle Soldaten so lange zur Wehr gesezt kosten eines Mannes gelacht wird, dem ein sozialistisches tollen Gelüfte gepackt, Herrn Merkel einen bösen und Rivarola den Rücken gedeckt, bis dieser sich in Sicher Mandat er weiß nicht wie in den Schooß fällt, so lacht Schabernack zu thun. Die Festversammlung ist bei einander und heit befunden habe. man über die burleske Karrikatur mit, wenn man das Lachen in legter Minute giebt Bergmann Herrn Merkel das Manuskript Das Blatt des Herrn Martinez brachte mehrere Seiten noch nicht verlernt hat. einer Rede, die Bergmann felber vor 10 Jahren in einer über die Angelegenheit und pries den Thäter als Der Mann im Schatten" ist ein Dr. Bergmann, ein armer Sozialistenversammlung gehalten hatte und derentwillen er damals einen unerschrockenen tühnen Mann, als das Ideal Teufel, der an sein eigenes Pech, wie an sein Schicksal glaubt. um sein Amt tam. Was des einen Eule, ist des anderen von Bürgertugend. Den Gipfel der Popularität eritieg Was er anfaffen möge, es geht schief. Er schreibt Bücher, die Nachtigall. Herr Merkel tann feine fozialistisch gefärbte Rebe er aber, als man sich anderen Tages als allerneueste Neuig- aber zur Ausführung kommt, dann schlägt es, traft seiner Schlemihl- parteien weichen entrüftet von dem Abtrünnigen und die finden keinen Verleger. Es gährt in ihm voller Ideen, wenn's nicht zu Ende lesen. Ein Tumult entsteht; die Ordnungs feit erzählen fonnte, daß der Held' dieses Abenteuers sogar Natur, gewiß fehl. So hauft er denn refignirt in seiner Junggesellen Sozialisten erheben Herrn Merkel auf nde Schild und tragen seine Frau und Kinder im Stich gelaffen habe, um noch in ſtube; er sieht ewig im Schatten" und leistet Frohndienste für einen ihm ein Reichstagsmandat an. Herr Merkel, in seiner der Nacht zu Cirilo Rivarola nach Barrero Grande zu Glückspilz, den reichen Herrn Merkel. Dem geht es, wie dem unfagbar komischen Selbstüberschätzung, weiß auch diese Ehre mit fliehen und hier mit ihm sein Exil zu theilen und sich ihm flaffischen Rönig Midas. Bon Natur ist er ein ausgemachter Würde entgegenzunehmen. ganz zur Verfügung zu stellen. Hohlkopf, aber was er anrührt, wird bei ihm zu Golde. Als Hier ist der farnevalistische Spaß, der doch nicht ohne tiefere Wenige Tage darauf anferte im Hafen von Asuncion armer Maurergeselle war er einer der lautmäuligsten sozialisti- Bedeutung ist und über mehr als ein Lebensschicksal ironisch der Dampfer, der in seinem Bauche den goldenen Inhalt schen Mitläufer. Später heirathete er die Tochter eines Gärtners, spottet, waghalsig auf die Spize getrieben. Wo es ernste Arbeit, barg, das englische Anlehen, und Herr Guanes war einige dessen Grundstücke wegen des Baues einer Eisenbahn rapiden und nicht Schüßen- und Vereinsrummel gift, wird der aufé So wurde Herr Merkel wohlhabend und geblasene Gect in seiner Nichtigkeit rasch erkannt werden; und wo Zeit damit beschäftigt, nachzurechnen, wie viel von diesen tam sich äußerst wichtig vor. In der Stadt, in es ernste Arbeit gilt, darf auch der Kuli nicht im Schatten Pfunden ihm für seine Mühewaltung und baaren Auslagen der er lebt, will er die Petersilie auf allen Suppen fein. ftehen bleiben, und wird es nicht ertragen mögen, daß ein für die paraguayische Geschichte zufallen mußten. Wo ein Fest gefeiert wird, hält er die Festrede; wo ein Narr ernte, wo ein Mann acert; vorausgesetzt, daß er ein ehr ( Fortseßung folgt.) Verein gegründet wird, steht er Pathe. Allein da sein geistiges licher Kerl fei. " Die sächsischen Behörden gehen systematisch gegen die gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiter vor. So sehr sie damit die Unternehmer erfreuen, ebenso sehr verfchärfen sie den Klaffenhaß der Arbeiter, die es recht eigen thümlich finden, wenn man in der Zeit der Bekämpfung der Feinde des Eigenthums ihre in langen Jahren pfennigweise angesammelten Unterstützungsfonds mit einem Federstrich konfiszirt. Die töniglichen Sächser sind so eifrig an der Arbeit, als ob sie beweisen wollten, daß sie gar kein Umsturzgeset" nöthig haben. " Theater. 21 Werth gewannen. sah " -W Bermögen selbst für diese Thätigkeit nicht ausreicht, so muß Herr Müller gab den Merkel. Ganz töftlich tam bei ihm Herr Merkel sich auf seinen Privatsekretär den Dr. Bergmann die bornirte Selbstgefälligkeit mit einem Stich in die Karrikatur ftüßen. Der Mann im Schatten arbeitet Herrn Merkel's Reden zur Geltung. Den Mann im Schatten spielte Herr Jarno. Deutsches Theater. Dem Schalt soll man nicht gram aus, die dann der reiche Tropf komödiantisch vorträgt. In echt Auch er ging auf die Absichten des Autors mit scharfem, schaus fein; und es wäre eine trübfelige Pedanterie, über einen fröh- philiströsem Proßenthum verlegt aber Herr Merkel einmal feinen spielerischem Verstand ein; nur hätte er lebhafter, innerlicher das lichen Burschen, der einen fecten Tanz wagt, gravitätisch zu guten Geist aufs gröbste und Bergmann wird des Druckes fatt Wehmüthige, das im refignirenden geistigen Rulithum steckt, be Gericht zu fizen. Carlot Reuling, der am Dienstag mit dem und läuft auf und davon. Da aber kommt das große Ereigniß tonen dürfen. Das ist die is Shadabh eine so außerordentlich schwer treffende Beeinträchtigung der verwickelt. Auch seine Absetzung soll bevorstehen. bis zur Höhe einer Monatsgage fordern. Diese Forderung ist Griftenzbedingungen der gesammten Tabakindustrie, daß es auf moralische bürgerliche Gesellschaft und die Polizei, die Moral an den Nachweis eines Schadens nicht gebunden. Durch ihre Geltendein fleines Mehr oder Minder in der schädlichen Wirkung, wie und Ordnung schützen soll! machung wird der Anspruch auf Erfüllung des Vertrages und es durch die Abstufung der Säge herbeigeführt werden könnte, gar nicht ankommt. Die Verurtheilung und Zurückweisung der Die Kongostaatvorlage. Aus Brüssel wird telegraphirt: auf weiteren Schadenersatz ausgeschlossen. Dasselbe Recht steht Fabrikatsteuer ist deshalb auch in einmüthiger Geschlossenheit In der Repräsentantenkammer brachte der Minister des den Bühnenangestellten gegen die Unternehmer zu, wenn sie der Branche, der Bigarren- und Zigarettenfabrikanten, der Aeußern Graf von Merode eine Vorlage ein, wonach das am von diesen vor rechtmäßiger Beendigung des Kontratts entlassen Rauchtabat, Schnupftabat- und Rautabatfabrikanten erfolgt, und 9. Januar abgeschlossene Uebereinkommen betreffend die Ab-§32c. Sofern von dem Schauspielunternehmer in der jede etwa hier und da vorhandene Spekulation auf eine Spaltung tretung des Kongostaates an Belgien genehmigt werden soll. Die Bühnenordnung gegen die Angestellten Strafen vorgesehen sind, jede etwa hier und da vorhandene Spekulation auf eine Spaltung Vorlage wurde einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen, dürfen diese ein Viertel der Tagesgage nicht überschreiten. unter den Interessenten tönnen wir deshalb getrost als eine durchaus trügerische Hoffnung bezeichnen." von denen 7 der Linken angehören. Die Denkschrift ist sehr klar und übersichtlich und wird deshalb für die wichtige Beurtheilung des Gesezentwurfs sowohl innerhalb als außerhalb des Reichstages beitragen Tönnen. „ Fürst wünscht Sabor." Das hiesige Bismarckorgan, Berl. Neueste Nachr.", bringen folgende Notiz: Wie uns aus Stuttgart mitgetheilt wird, suchen die dortigen Sozialdemokraten die bevorstehende Landtags- Stichwahl durch Aufwärmung eines angeblichen Telegramms des Fürsten Bismard: Fürst wünscht Sabor" zu beeinflussen. Dieses oft zitirte Tele gramm ist, wie wir hiermit authentisch feststellen, fälschlich erdichtet. Fürst Bismarck hat felbstverständlich fein Interesse für, aber auch keine Erinnerung an Herrn Sabor." Wir haben zu dieser Bismarck- offiziösen Auslaffung zu bemerken, daß es eine der gewöhnlichen Flunkereien der alten Rafetentiste ist, wenn behauptet wird, unsere Genossen in Schwaben hätten das angebliche Bismarcktelegramm jezt wieder aufgewärmt. Unseren schwäbischen Genossen ist es so gleichgiltig wie uns, was Bismarck seinerzeit telegraphirt oder nicht telegraphirt hat. Ist dem verflossenen Kanzler die Legende vom Sabortelegramm unbequem, so bleibt nur das eine wunderbar, daß er dasselbe erst jet dementirt, nachdem das Gerücht seit über 10 Jahren ungenirt verbreitet worden ist. in der Die Immunität der sozialistischen Abgeordneten Italien wird wenig geachtet, wie die folgende Depesche Frankf. 3tg." aus Nom zeigt: ridg Der Raffationshof nahm den vom Staatsanwalt eingelegten das Strafverfahren gegen den Deputirten Prampolini suspendirte, Rekurs gegen das Urtheil des Tribunals von Reggio an, das geholt worden sei. Der Kaſſationshof erkannte, daß legtere nur weil die dazu erforderliche Genehmigung der Kammer nicht einzur Verhaftung von Deputirten erforderlich sei, und verwies die Sache zur Entscheidung an das Tribunal von Modena.werden. Alle Strafgelder müssen an die Unterstüßungstasse der Deutschen Bühnengenossenschaft oder eine andere Kasse, welche die Unterstützung der Angehörigen dieses Berufes zum Zweck hat, übergeben werden. § 32 d. Für die aus dem Engagementsverhältniß entstehenden Streitigkeiten sind nur die ordentlichen Gerichte zuständig. § 32 e. Die Vermittelungsgebühr der Theateragenturen oder Engagements beschäftigen, darf 22 pt. der vereinbarten Gage ähnlicher Unternehmungen, die sich mit der Vermittelung der des ersten Jahres nicht übersteigen. Abmachungen eines höheren Prozentsatzes und über diese Zeit hinaus sind nichtig. Die Sozialpolitik in England ist nicht mustergiltig, aber Die Binnenschifffahrts Kommission begann in ihrer etwas mehr Verständniß, als in Deutschland, ist bei den Regie- gestrigen Sitzung mit der Berathung des§ 60 der Regierungsrungsmännern jenseits des Kanals doch vorhanden. Im Unter- vorlage, der in einer vom Abg. Bassermann und Genossen baufe tam am Montag der Nothstand in Jrland zur Sprache, vorgeschlagenen befferen Formulirung zur Annahme gelangt. worauf der Chefsekretär für Irland, Morley, erklärte, er habe§ 61 der Vorlage, nach welchem für Güter, die durch einen sich seit dem Herbst mit der Frage beschäftigt. Als im Januar Unfall verloren gegangen, teine Fracht gezahlt werden Berichte eingelaufen seien, daß in fünfzig Kirchspielen Noth follte, wurde abgelehnt und dafür von der Kommission herrschen werde, habe die Regierung, obwohl unmittel- einstimmig folgende Fassung beschlossen:„ Für Güter, barer Mangel nur in dreizehn Kirchspielen zu befürchten welche durch einen Unfall verloren gegangen sind, ist die Fracht war, Straßenbauten angeordnet, bei denen viele nach dem Verhältniß des zur Zeit des Unfalles bereits zurückArbeiter beschäftigt werden könnten. Hierdurch würde die gelegten Theiles Gefahr abgewandt, daß infolge der Noth Menschenleben zu( Distanzfracht.) Bei Berechnung der Distanzfracht kommt in Angrunde gingen. Die Lotalbehörden seien ebenfalls angewiesen schlag nicht allein das Verhältniß der bereits zurückgelegten Entworden, Hilfe zu gewähren. Es müßte für ungefähr fernung, sondern auch das Verhältniß des Aufwandes an Kosten, 5400 Familien Arbeit beschafft werden; er werde daher vor Beit und Mühen, welche durchschnittlich mit dem vollendeten läufig bei dem Hause nur einen Kredit von 80 000 Pfund und dem nicht vollendeten Theile der Reise verbunden sind." ( 1 600 000 Mart) beantragen. Auch einen Antrag auf Ein-§ 62 wurde ohne Aenderung angenommen. fetzung eines Untersuchungskomitee's betreffend den Noth stand Um eine starke und einheitliche Bewegung für das Frauen- der Arbeitslosen nahm das Unterhaus an. Bei uns Wahlrecht in ganz Deutschland einzuleiten, stellen wir an würde es in solchen Fällen einfach keinen Nothstand" geben. alle Vertreter der sozialdemokratischen Partei das höfliche England und Indien. In der Adreßdebatte des UnterErsuchen, in ihren Wahlkreisen wenigstens je eine öffent- hauses beantragte Naorodji ein Amendement, welches sich dafür liche Bersammlung abzuhalten, in der die Nothwendigkeit ausspricht, daß England einen billigen und ausreichenden Theil der Forderung des Frauen- Wahlrechts besonders betont, der Zivil- und Militär- Berwaltungskosten Ostindiens trage. Der und die im Vorwärts" am 6. und 7. d. Mts. veröffentlichte Staatssekretär für Indien, Fowler, räumte ein, daß zwischen diesbezügliche Resolution zur Annahme gebracht wird. dem Schaamte des Gesammtreiches und dem indischen Schatz amte ernste Schwierigkeiten betreffs der Vertheilung der Ein fünfte entstanden sind und erklärte, daß eine Untersuchung hierüber stattfinden werde; doch könne er das Amendement Naorodji's nicht annehmen. Naorodji zog hierauf seinen Antrag zurück. Von der Frauen- Agitations- Kommission ist nachstehendes Schreiben an die sozialdemokratische Fraktion gelangt und in der letzten Sigung derselben zur Verlesung gekommen: " Da wir beabsichtigen, dem Reichstage Kenntniß zu geben, in welchen Orten die Resolution angenommen wurde, so ersuchen wir die Herren Abgeordneten, in deren Wahlkreisen solche Versammlungen stattfinden, uns mittheilen zu wollen, wo dieselben stattfanden und wie groß die Zahl der Theilnehmer an den felben war. Die Frauen Agitations Kommission. Die Anstellung weiblicher Fabrikinspektoren wurde vom braunschweigischen Landtage abgelehnt. In der Begründung des abschlägigen Bescheides auf eine bezügliche Petition heißt es: Unser fleines Land, in welchem nach den Ergebnissen der 1882er Berufszählung überhaupt nur 3415 weibliche Industrie. Arbeiterinnen, hauptsächlich in der Textil- und BekleidungsIndustrie gezählt worden sind, dürfte wenig geeignet dazu sein, auf diesem Gebiete den ersten Schritt unter den deutschen Staaten zu thun, und das um so weniger, da es feineswegs ganz zweifellos ist, ob es nach dem jezigen Stande der Gesetzgebung( vergl. Reichsgesetz vom 17. Juli 1878§ 139b G. 209) überhaupt zu Lässig ist, weibliche Beamte" anzustellen. Bu§ 63, welcher dem Schiffer sämmtliche Unkosten der Reise aufbürdet, beantragten die Abgg. Gerisch, Klees und Megger die Hafen, Schleusen- und Kanalgelder auszuscheiden und zu den Auslagen und Aufwendungen zu schlagen, deren Eriah der Frachtführer verlangen kann. Dieser Antrag wurde mit 10 gegen 7 Stimmen abgelehnt. pflichtet sein sollte, die Güter auszuliefern, sobald die streitige Bu§ 64, nach welchem in streitigen Fällen der Schiffer verSumme bei Gericht hinterlegt ist, beantragten die Abgeordneten Gerisch, Klees und Megger, daß der Schiffer nach Auslieferung der Güter zur Erhebung der hinterlegten Summe berechtigt sein solle.( Die Regierungsvorlage wollte dies nur gegen Stellung einer angemessenen Sicherheitsleistung gestatten.) Nach längerer Debatte zogen Gerisch und Genossen ihren Antrag zu gunsten eines vom Abg. Bassermann 88Zum japanisch- chinesischen Krieg. Der japanische Rorstellten Antrages, der gänzliche Streichung des§ 64 verlangte, respondent der Kölnischen Zeitung" versichert, nachdem China zurück. Der letztere Antrag wurde hierauf einstimmig angenommen von der Absicht, Frieden zu schließen, wieder zurückgekommen und damit der bisherige Zustand, nach welchem der Schiffer auf fei, werde Japan nicht eher ruhen, bis Peking eingenommen fei. grund des Artikels 409 des Handels- Gesetzbuchs volles Pfandrecht Die Friedensbedingungen würden alsdann nicht so mild aus an der Ladung hat, aufrecht erhalten. fallen. Nach Meldungen aus zuverlässiger Quelle bestehen gegenwärtig die Forderungen aus in der Oberherrschaft über Korea, in der Abtretung der insel Liufungtau mit Port Arthur, in einer Kriegsentschädi, von 200 Millionen Taels und wenn möglich in der Abtretung der Insel Formosa. " " Mit unwesentlichen Aenderungen wurden hierauf die§§ 65 bis 71 angenommen. Bu§ 72, welcher den Schiffer für die Richtigkeit der im Ladeschein enthaltenen Bezeichnung der Gattung, Art und Beschaffenheit der Güter haft bar macht, beantragten Aus Yokohama wird ferner folgendes gemeldet: die Abgg. Gerisch, Klees und Megger die Worte Nach den letzten Meldungen ist die Lage bei Weihaiwei Gattung, Art und Beschaffenheit" zu streichen, weil der Schiffer jetzt folgende: Sämmtliche chinesische Forts auf dem Festlande nur in den seltensten Fällen imstande sei, sich ein Urtheil über sind von den Japanern genommen, das Fort auf der Zhisinsel die Qualität der Waare zu bilden. ist zum Schweigen gebracht. Die chinesischen Panzerschiffe Abg. Gertsch führte aus, daß man den Schiffer nur für Tingyuen" und" Laiyuen", sowie die Kreuzer Chingyuen" und die Richtigkeit der landläufigen Bezeichnung der Waare verant Die im Nebenamt antisemitelnde" ,, Germania"" Weiyuen" sind zum Sinten gebracht, dreizehn chinesische wortlich machen könne. Im übrigen müsse es genügen, wenn er bringt eine giftige Auslassung über die sozialdemokratische Torpedoboote sind zerstört oder genommen worden. Ein die Identität der übernommenen mit der abgelieferten Waare Agrarfommission, worin es heißt: Es ist bezeichnend, daß japanisches Torpedoboot ist verloren, zwei andere sind dienst- nachweise, wenn er die Waare in derselben Menge und in derin allen drei Unterausschüssen ein jüdisches Mitsunfähig gemacht. Die übrigen chinesischen Kriegsschiffe, darunter felben Beschaffenheit, wie er sie vom Absender erhalten glied aus der Führerschaft der Sozialdemokratie ver- das große Panzerschiff" Chenyuen", sowie die Forts auf der habe, dem Empfänger übermittle. Habe der lettere in treten ist." Daraus wird dann den Arbeiten der Agrar- Insel Liukungtau befinden sich noch im Befiße der Chmeßen.bezug auf Art tommission das denkbar schlechteste Prognostikon gestellt. Die 130 Germania" wird kindisch. Oder spricht aus ihrer Notiz " ber Merger darüber, daß auch die Verhandlungen des Agrar Parlamentarisdtes. und Qualität Ausstellungen an der Waare zu machen, so möge er sich an den Absender halten, der Schiffer habe damit nichts zu thun. Nach längerer Debatte wurde der Antrag Gerisch und Genossen gegen die drei Stimmen der Antrag ausschusses nicht zu der von ihr so heiß ersehnten ,, Spaltung" Die Kommission zur Berathung der Gewerbe- teller abgelehnt. innerhalb der Sozialdemokratie geführt haben? Dabei Ordnungs- Novelle( Wandergewerbe) hielt am Dienstag Die Beschlußfassung über§ 73, der die Entschädigungspflicht wollen wir nebenbei wieder einmal fonstatiren, wie leicht- ihre erste Sigung ab. Zur Berathung stand zunächst der§ 32 der Schiffer regelt, wurde ausgescht, weil die Abgg. Gerisch, fertig diese frommen Herren ihre Schlüsse aufbauen, Konzession für Krankenanstalten geprüft werden, ob ihre gestellt hatten, über deffen Tragweite sich die übrigen Kommissionsder Regierungsvorlage. Danach soll bei der Ertheilung der Klees nnd Webger zu demselben einen Abänderungsantrag wenn sie irgend etwas, was in ihren Kram paßt, in ihren Kram paßt, Grrichtung für das Publikum Belästigungen, Gefahren oder mitglieder nicht sofort schlüssig werden konnten. beweisen wollen. Um für jeden der drei Unter Nachtheile bringe. 20 Die§§ 74 und 76 wurden unverändert angenommen, während ausschüsse ein jüdisches jüdisches Mitglied" herauszukriegen, Size( 8.) beantragt, diese Bestimmungen nur auf die der§ 75, der durch die erweiterte Fassung des§ 60 überflüssig stempeln sie z. B. unseren Genossen David flugs zum Jrrenanstalten und diejenigen Institute auszudehnen, welche geworden war, gestrichen wurde. Juden. Ein alttestamentlicher Name genügt ihnen der Krante, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, be- 3§ 77 wurde einstimmig beschlossen, daß die Kosten Jude ist fertig. Die frommen Herren sind an das handeln.digi der großen Havari nur von Schiff und Ladung, und nicht, Glauben" offenbar so sehr gewöhnt, daß ihnen die Pflicht Von den Vertretern der Regierung werden einige befondere wie die Vorlage wollte, auch von der Fracht getragen werden zur Feststellung der Wahrheit, bevor sie reden, über Fälle genannt, die es nothwendig erscheinen lassen, diese Be follen. flüssig erscheint. immungen zu fordern. Besonders sollen die Frrenanstalten und die Die§§ 78-80 gelangten ohne Aenderungen zur Annahme. Heilanstalten für Schwindsüchtige getroffen werden; ferner die Entbindungsanstalten, die heute von den Hebeammen in gänzlich unzulänglichen Räumen, ohne sanitäre Kontrolle etablirt werden. Gs handelt sich nur um Unternehmungen, die als Gewerbebetrieb zu betrachten sind. Anstalten, die gemeinnüßige Zwecke ver folgen, sowie auch die Institute der Berufsgenossenschaften, werden durch diese Bestimmung nicht getroffen. Eine neue Skandalgeschichte aus Frankreich wird befannt. Der Held derselben ist Herr Jefaias Levaillant, früher Präfekt und Leiter der Geheimpolizei, jetzt Schab zahlmeister in St. Etienne. Diese Schazzahlmeiner sind eine Eigenthümlichkeit des französischen Finanzwesens und erinnern einigermaßen an die Steuerpächter der feudalen Zeit. Sie sammeln in ihrem Departement die direkten Steuern und bekommen dafür, bei einer nur auf dem Papiere stehenden Verantwortlichkeit, einen bestimmten Antheil des Steuerertrages, der für die einzelnen Schahzahlmeister zwischen 30 000 und 200 000 Franks jährlich schwankt. Diese Sinefuren pflegen an frühere hohe Beamte und an Günftlinge der Regierung vergeben zu werden. 3u§ 81 verlangten die Abgg. Bassermann und Genossen die Aufnahme von Spezialbestimmungen für die Rheinschifffahrt. Gegen diese Vorschläge wurden jedoch starke Bedenten laut, so daß die Beschlußfassung über die Anträge ausgesezt wurde. Nächste Sigung Freitag. Schwarze( 8) beantragt, diese Bestimmungen nur auf id Anstalten anzuwenden, die nur einige Räume eines Hauses be nußen. Pachnicke( frs.) wendet ein, daß, wenn die Gemeindebehörde bei der Konzessions Ertheilung um ein Gutachten angegangen wird, zu befürchten sei, daß das Grundbefiger intereffe allzusehr zur Geltung tommt. Er hält die gegen wärtigen Bestimmungen der Gewerbe Ordnung für vollständig ausreichend. ( Parlamentarisches siehe auch erste Beilage.) Parteinachrichten. Von der Agitation. Ueber die Umsturz- und Steuer vorlagen referirte Genoffe Reichstags- Abgeordneter Reiß baus am Sonnabend, den 9. d. M., in Bettelheten, am Sonntag, den 10. M., in Hämmern( Thüringer Wald). Beide Volks versammlungen waren überaus zahlreich befucht. Der Redner erntete für seine Ausführungen großen Beifall. Einstimmig wurde eine Resolution gegen die Umsturz- und Steuervorlagen angenommen. Eine für Montag in Effelster in Aussicht genommene Versammlung founte nicht stattfinden, indem der Referent Genosse Reißhaus infolge von Schneeverwehungen auf halbem Wege umkehren mußte, weil die Wege für Schlitten und undrada Fußgänger unpaffirbar waren. Sesse( ntl.) will nach den Erklärungen der Regierungs vertreter für die Vorlage stimmen. Schmidt Berlin( 6.) erachtet es als ein Bedürfniß, Krantenanstalten im Innern der Stadt zu haben. Ein Hinaus weisen an die Peripherie der Stadt würde zu großen Beschwer nissen und Unzuträglichkeiten führen. od Der genannte Herr Jesaias Levaillant, der als Inhaber einer der bezeichneten Pfründen ein Jahreseinkommen von 80 000 bis 100 000 Frants bezieht, hatte daran noch nicht genug, sondern verstand es außerdem, seine Konnexionen und seinen Einfluß in gewinnbringender Weise zu verwerthen. Bei einem vor dem Pariser Zuchtpolizei- Gericht schwebenden Prozeß wegen betrügerischen Banfrotts gegen die Gebrüder Schwob hat der Advokat Andrieur, der bekannte frühere Deputirte, Polizei präsett und Botschafter, darüber Enthüllungen gemacht. Gr Bei der Abstimmung werden die Anträge Schwarze und verlas Briefe, aus denen hervorgeht, daß jener Levaillant schon Hige augenommen. Desgleichen ein Antrag Förster, der seit dem Jahre 1880 durch Einwirkung auf hohe Beamte des durch die Streichung einiger Bestimmungen bezivecft, bei der Justizministeriums und auf Richter und Staatsanwälte fich be- Ronzessionsertheilung nur zu berücksichtigen, wie weit Gefahren müht hat, für die Brüder Schwob in ihren vielen Straf- und vorhanden sind. Zivilpiozeffen günstige Entscheidungen herbeizuführen, was auch meistens gelungen zu sein scheint. Für diese Thätigkeit erhielt Levaillant 10 Prozent vom Reingewinn des Schwob'schen Geschäftes. Die Berathung des§ 32, bei einem wesentlich veränderten Unternehmen den Schauspielunternehmer zu verpflichten, eine neue Erlaubniß nachzusuchen, wird nach einer kurzen Debatte, in der von den Regierungsvertretern betont wurde, es handele fich vor allen Dingen darum, die finanzielle Sicherheit des Unter nehmens zu prüfen, vertagt. H Andrieux wollte die Beweise für seine Behauptungen in verschiedenen Aktenstücken und Briefen vorlesen, aber der Vorsitzende des Gerichtshofes ließ es nicht zu; daraufhin wurden die Von den Abgg. Schmidt und Reißhaus sind nach Beweise in der Petite République" veröffentlicht. Sie sind er stehende Anträge eingebracht, die das Verhältniß der drückend; man sieht ein ganzes Heer von Leuten, die unter dem angestellten zu den Unternehmern regeln sollen: einflußreichen Direktor der Geheimpolizei an= Hinter 32 folgende Paragraphen einzufügen: rüchige Geschäfte machen, befördert werden, Dekorationen$ 32 a. Das Engagementsverhältniß zwischen den Bühnen und Auszeichnungen bekommen, ihre Prozesse gewinnen u. f. w. angestellten( Schauspieler, Sänger, Artisten) und ihren Unter Auch der Ministerpräsident muß die Beweise für erdrückend ge- nehmern muß für beide Theile gleiche Auffündigungsfristen ent. halten haben, denn er hat den vom Geheimpolizei- Direktor zum halten. Vereinbarungen, welche dieser Bestimmung zuwiderlaufen, Generaleinnehmer mit 80 000 Fr. Bezügen beförderten Levaillant find nichtig. Parteikonferenz. Am Sonntag, den 3. Februar, fand in Stralsund die erste Parteikonferenz des Kreises StralsundFranzburg- Rügen statt. Vertreten waren 7 Ortschaften durch 10 Delegirte. Zum 1. Punkt der Tagesordnung: Die Nothwendigkeit der Arbeiterbewegung" sprach Genosse Knappe aus Stettin.( Derselbe war als Vertreter der Agitationstommission für Pommern anwesend.) Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Die heute in Stralsund tagende Parteikonferenz des Wahlkreises Stralsund Franzburg- Rügen erflärt sich mit den Ausführungen der Redner und Delegirten einverstanden und verspricht mit aller Kraft für die Verbreitung der Sozialdemos Bühnen- tratie einzutreten. Zum 2. Punkt der Tagesordnung: Wie betreiben wir in Zukunft die Agitation in unserem Kreise?" sprach Genosse Genzen. Genosse Krüger- Brenge sagt, daß man auf Rügen noch so gut wie unter einem Ausnahmegesetz stehe, selbst die Agitation mit Flugblättern u. f. w. müsse unter der Hand betrieben werden. Der Antrag, einen Arbeiterverein zu gründen mit dem Hauptsiz in Stralsund, wurde abgelehnt. Dagegen fand ein Antrag Annahme, nach welchem der Kreis bereits abgefeßt. In die Affäre ist auch der jetzige Direktor§ 32 b. Hat ein Bühnenangestellter rechtswidrig das Engage in Bezirke eingetheilt werden und den bekannten Genossen der Sicherheitspolizei, Puybáraud, unangenehm I mentsverhältniß aelöst. fo kann der Unternehmer eine Entschädigung lie ein Bezirk zur Agitation überwiesen werden werden soll. " Gewerkschaftliches. = " Zum 3. Punkt der Tagesordnung: Wahl einer Agitations- 1 Arbeiterrififo. Jm Echachte„ Elgach" bei Mährisch- Ostrau| stellungslos gewesen, dann einige Zeit bei einem Gehalt ane fommission wurde beschlossen, keine besondere Kommission zu stürzte gestern infolge mangelhafter Zimmerung ein größerer geftellt, das zum Leben zu wenig, zum Sterben aber zu viel, wählen, sondern dem Wahlverein in Stralsund die Agitation zu Theil der Flößdede ein und begrub die daselbst beschäftigten hatten sie selbstverständlich Ersparnisse nicht machen können. überlassen. Ferner wurde beschlossen, jedes Jahr und zwar im Arbeiter, von denen drei getödtet und einer schwer verletzt Die 15 M. waren daher für die erste Ausrüstung und Fahrt Juni eine Konferenz abzuhalten. Sollte es jedoch zur Reichs- wurden. nach Schwedt a. D. bald aufgebraucht und hier sollten sie nun tagsauflösung tommen, so ist spätestens 4 Wochen vor der Neuwahl eine Konferenz abzuhalten. Das Baseler Arbeitsnachweis- Bureau wird durch Ein- Abonnenten sammeln, für deren jeden sie eine recht farg bemessene Nachdem die Tagesordnung richtung eines Mädchenheims erweitert. Im gleichen Hause Provision erhalten sollten. Ein weiterer Vorschuß wurde ihnen nicht erschöpft, erfolgte etwa 6/2 Uhr mit einem Hoch auf die Sozial werden 8 Zimmer mit 20 Betten eingerichtet und hat der gewährt. Wer da weiß, wie schwer grade dieſe Beſchäftigung ist, wird demokratie der Schluß der Konferenz. Wollen wir hoffen, daß Kantonsrath hierfür bereits einen Kredit von 8000 Fr. bewilligt. ermessen können, daß es diesen beiden Leuten mit feinem Pfennig diese Konferenz uns ein gutes Stück, namentlich unter der länd in der Tasche, dazu noch vollständig in diesem Berufe unlichen Bevölkerung, näher zum Ziele bringt. erfahren, unmöglich sein mußte, solche Resultate zu erzielen, die ihren Lebensunterhalt deckten. Zum Fall Rüdt. Der Sozialdemokratische Verein Vor Nachdem sie einige Zeit in Schwedt gewesen waren und sich wohl auch redliche Mühe wärts für Heidelberg und Umgegend sendet uns eine Erklärung zu, unterzeichnet vom Vorsigenden Genossen Morath und vom Firma Hugo Roithner u. Ko., Spielwaarenfabrik in Schweidnih, fie abgestiegen waren, und die sie in der Hoffnung gemacht Achtung, Holzarbeiter! Da eine Einigung zwischen der gegeben hatten, war ihre Schuld in dem Gasthause, in dem Schriftführer Genoſſen Hensel, in welcher einige Punkte des und den betreffenden Arbeitern erzielt worden ist, wird hiermit hatten, daß es ihnen gelingen werde, etwas zu verdienen, auf Berichts über die Vorgänge in obigem Verein, den wir der die Eperre wieder aufgehoben. Die Lokalverwaltung der Zahl einige Mark angelaufen. Da sie selbst nun nichts zur Bezahlung Mannheimer Boltsstimme" entnommen hatten, als un stelle des deutschen Holzarbeiter Verbandes zu Schweidnitz derselben besaßen, andererseits aber auch keine Aussicht hatten, richtig hingestellt werden. Es heißt dort, daß es Thatvon ihrem Auftraggeber, der Deutschen Tageszeitung" etwas zu fache fei, daß Der Heidelberger Vertrauensmann Achtung, Bureau Angestellte! Freitag, den erhalten; denn Abonnenten hatten sie noch nicht gefunden- so im Auftrage des Vereins Vorwärts gehandelt habe, 15. Februar, abends 8, Uhr, findet bei Röllig, Neue standen sie vor der Alternative, sich sofort als Bechpreller ver als er Rüdt zum Wiedereintritt in die Partei Friedrichstr. 44, eine öffentliche Versammlung der Bureau An- haften zu lassen, oder aber, wenn auch auf unredliche Weise, Geld aufforderte. Thatsache sei ferner, daß die Delegirten gestellten statt, die sich mit der Frage beschäftigen foll, ob die zu verschaffen. Sie beschafften sich von dem dortigen Poftamte des Wahlkreises in der Konferenz am 3. Februar einstimmig Dr. Gründung eines gewerkschaftlichen Zentralvereins für die Bureca- Beitungs- Bestellscheine und füllten diese selbst aus. Alsdann sandten Rüdt als Kandidaten proklamirt haben. Schließlich verwahrt Angestellten zweckmäßig ist. Ferner steht noch die Beschlußfassung fie dieselben an die„ Deutsche Tageszeitung" nach Berlin und forderten sich der Verein gegen die Behauptung, daß Dr. Rüdt die Be- über die unseren Arbeitgebern vorzulegende Arbeitsordnung, sowie die Provision dafür. Tadurch wurde letztere um etwa 30 Mart schlüsse des Vereins beeinflußt habe durch die Führung des Vor- die Neuwahl der Agitations- Kommission auf der Tagesordnung. geschädigt. Der Wachsamkeit eines Beamten gelang es, hinter fizes in der betreffenden Versammlung. Wir kommen durch Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es die un- diesen Betrug zu kommen, und nun stellte die Deutsche Tagesobiges dem Wunsche der Heidelberger Genossen nach; an abweisbare Pflicht eines jeden, in der Versammlung zu erzeitung" den Strafantrag, der mit der heutigen Verhandlung und unserm Urtheil über die Manöver Dr. Rüdt's wird dadurch scheinen. Bedenkt, daß Ihr vollständig rechtlos ſeid, daß Ihr zu Berurtheilung endete. nicht das Geringste geändert. Red. d.„ Vorw.". den ausgebeutetsten der modernen Lohnsklaven gehört; macht Wir sind weit entfernt davon, diese beiden Verurtheilten in endlich dem selbstmörderischen Indifferentismus ein Ende. Er Schutz nehmen zu wollen, fönnen aber doch nicht umhin, ihnen Die Wahlrechts- Kampagne der Wiener Sozialdemo- tämpft Euch die Rechte und den Lohn, den andere Arbeiter längst in diesem Falle unser Mitgefühl zu schenken. Wer trägt wohl Fraten hat am Sonntage mit zehn Volksversamm- sich errungen haben. Darum erscheint in der Versammlung die größte Schuld an ihrem Vergehen? lungen von neuem eingesezt. Die Versammlungen waren Mann für Mann. Keiner fehle. Mit kollegialem Gruß. Die durchaus gut besucht und legten Zeugniß ab von der Entschlossen- Agitations- Kommission. heit der Arbeiterklasse, sich das vorenthaltene Wahlrecht zu er tämpfen, zu erkämpfen um jeden Preis. Die Arbeiter werden die Wahlrechtsbewegung nicht verfumpfen lassen; ihre Straft wird weder Zeit, noch der geschlossene Widerstand der Gegner er schüttern. Wenn der Reichsrath zusammentritt, muß das Subtomitee, dieser letzte Schlupfwinkel der Koalition, feine Berathungen beginnen und sie ohne Verzug zu Ende führen. Wie in Wien, so tommt auch in den Provinzen die Bewegung wieder von neuem in Fluß. In den Solothurner Kantonsrath wurde legten Sonntag der Arbeiterkandidat, Uhrmacher Stuber in Lohn, ohne Opposition mit 431 Stimmen gewählt. Mit ihm ist das Dutzend Solothurnischer Landtags- Abgeordneten der Arbeiterpartei voll geworden. " Wegen Majestätsbeleidigung hat die erste Straffammer am Landgericht If den Töpfer Hermann Schneider zu nicht weniger als 2/2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Kaiser, als dieser am 7. Januar v. J. vom Mausoleum in Er soll den Charlottenburg zurückkehrte, grobe Beleidigungen entgegengeschleudert haben. Ein Exempel für rücksichtslose Schnellfahrer wurde An die Gärtner Berlins und Umgegend. Kollegen! In keinem Gewerbe sind die Arbeitsbedingungen drückender, die Löbne niedriger, die Behandlung schlechter, der Indifferentismus größer als in der Gärtnerei. Eine neue Willkür der Unternehmer gegen die Gehilfen bieten die von der Berliner Gärtnerbörse" verausgabten fog.„ Arbeitskarten". Kollegen! Gegen diese neueste Unterdrückung gilt es, allseitig Stellung zu nehmen gestern seitens der zweiten Straftammer am Landgericht II an dem und ist zu heute, Donnerstag, abends 81/2 Uhr, eine öffentliche Bierverleger Chriftian Gliese aus Charlottenburg fonstatirt. Versammlung in Schneider's Gesellschaftshaus, Prosdauer- Derselbe fuhr am 23. Oftober v. J. mit seinem beladenen straße 37/38, mit diesem Thema angesetzt.- Hauptsächlich Flaschenbierwagen im schärfiten Trabe durch die Magazinstraße möchten wir auch die auf dem Boden der modernen Arbeiter und überfuhr hier den städtischen Straßenreiniger Bauzer, der die bewegung stehenden Gärtner, Geschäftsinhaber, Unterhändler 2c. Straße fegte und dem Wagen des Angeklagten den Rücken zu ersuchen, unserer Gewerkschaft, dem Zentralverein beizutreten, um fehrte. Tas Pferd riß den Mann um und beide Räder gingen ihre schlechter gestellten Kollegen zu unterstützen. In unseren ihm über den Unterleib. Noch heute ist der Verletzte nicht vollVereinsversammlungen, welche an jedem Mittwoch nach dem ständig wieder hergestellt. Der Angeklagte behauptete, er habe 1. und 15. jeden Monats in Schneiter's Gesellschaftshaus statt- den Mann nicht gesehen, derselbe müsse blindlings in das Ge finden, sowie beim Kassirer Aug. Krause, Wienerstraße 13, spann hineingelaufen sein. Die Beweisaufnahme ergab aber. Blumengeschäst, werden Mitglieder angenommen. daß der Angeklagte den Mann hätte sehen müssen, da die Straße frei war, wenn er wach und nüchtern gewesen wäre. Das Urtheil lautete demgemäß auf drei Monate Ge fängniß. Parteipreffe. Nachdem wir gelegentlich an dieser Stelle die Organe unserer österreichischen, schweizerischen und französischen Bruderparteien veröffentlichten, laffen wir heute die italienische Parteipreffe folgen. Die Zahl der sozialistischen Achtung, Schuhmacher! Von dem Streit, der zu Anfang Blätter in Italien beträgt gegenwärtig 15, jedenfalls ein Be- des vorigen Jahres in den mechanischen Schuhfabriken weis, daß nichts, auch die härtesten Unterdrückungsmaßregeln Berlins stattfand, stehen heute noch verschiedene Liſten aus, die nicht im stande sind, die sozialistische Idee niederzuknüppeln. bis jetzt trotz aller Mühe noch nicht eingezogen werden konnten. Der sogenannte Nachoder Anarchistenprozeß gegen den In Milano( Mailand) erscheinen: Lotta di classe". Wir fordern hiermit alle Personen, die noch Listen im Besitz Fabrikarbeiter Georg Wolf aus Nachod und Genossen wurde, Zentralorgan der sozialistischen Partei. 2a battaglia" und baben, ferner diejenigen, die noch anderweitige Verpflichtungen wie aus Königgrät gemeldet wird, am Dienstag zu Ende geführt. Critica Sociale". Pavia:" La Plebe." Gregegenüber der Streiffommission zu erfüllen haben, auf, das Ver- Wolf, welcher beschuldigt war, seinerzeit das Bomben- Attentat mona:' Eco del Popolo." Como:" Il Lavo fäumte nachzuholen, andernfalls die Unterzeichneten gezwungen in der Mautner'schen Fabrit verübt zu haben, wurde deswegen, ratore Comasco." Torino:„ Il Grido del sind, die schärfsten Maßregeln gegenüber den Restanten zu sowie wegen Geheimbündelei zu 7 Jahren schweren Kerkers verPopolo." Reggio Emilia:" La Giustizia." ergreifen Bur Entgegennahme find sämmtliche Unterzeichnete urtheilt; einer der Mitangeklagten, der Fabrifarbeiter Starl Forli': 31 Risveglio." Genova: Era bereit: Temmler, Prenzlauer Allee 86a, 2 H. I. 1 Tr; Conredel, Glaser erhielt 3 Wochen Arreststrafe. Die übrigen wurden frei Nuova." Imola: II Moto." Colle D' GIsa: Waldemarstr. 9, v. 4 Tr.; Biermann, Gertraudtenstr. 22, H. 2 Tr.; gesprochen. 2a Martinella." Arona: 3! Socialista." Gop: Niederauer, Andreasstr. 54, H. 2 Tr. paro: Jl Pantalone." Bolterra:" Il Martello." " " " " " " " Todtenliste der Partei. In Wandsbek starb der als braver Parteigenosse bekannte Holzarbeiter H. Griem. Der Verstorbene war politisch und gewertschaftlich organisirt und ein thätiges Mitglied der Partei. Ehre seinem Andenken. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. -w er Ju Paris begann am Mittwoch vor dem Zuchtpolizeigericht Zur Agitation unter den industriellen Arbeiterinnen. Der Prozeß gegen die der Erpressung angeklagten Journalisten Am 17. Dezember v. J. richteten wir im„ Korrespondenzblatt" Girard, De Clercq, Heftler, Trocart, Dreyfus und Canivet. Gegen die Aufforderung an die örtlichen Gewerkschaftskartelle, die Bor Portalis, welcher flüchtig ist, wird in contumaciam verhandelt bereitungen für eine intensivere Agitation unter den industriellen werden. Die Sigung wurde um 122 Uhr unter großem AnArbeiterinnen zu treffen. Unser Ersuchen ging dahin, in allen drange des Publikums eröffnet. Der Präsident beginnt mit dem Orten den Boden für eine geeignete Agitation dadurch zu ebnen, Verhör De Clercq's, welcher erflärt, er sei lediglich ein Werkzeug daß Frauen als Vertrauenspersonen in die Gewerkschaftskartelle Portalis' gewesen. Portalis habe ihm versprochen, im Falle gezogen und auch mit Verwaltungsämtern betraut werden. seiner Verhaftung durch den Einfluß dreier Deputirter seine Freis Ferner ersuchten wir die Vorsigenden der Gewerkschaftskartelle, laffung zu erwirken. De Clercq vertheidigt sich energisch dagegen, Unser Redaktionsmitglied, Genosse Bösch, uns Mittheilung zu maden, an welchen Orten Versammlungen daß er dem Vorstande des Fechtklubs, Bloch, das Stillschweigen wurde bekanntlich am 21. Dezember v. J. wegen einer der Franff. für Arbeiterinnen einberufen werden sollen. Auf diese Aufforde- seines Blattes für Geld versprochen habe und schiebt alle Schuld 3tg." entnommenen Notiz, die eine Difiziersbeleidigung enthalten rung hin sind uns bis jetzt nur wenig Mittheilungen zugegangen, auf Bortalis, sollte, zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt. Girard behauptete, er habe die Portalis zur Last gelegten so daß mit der Agitation noch nicht begonnen werden konnte. Dieselbe Notiz war auch in die Thür. Tribüne" übergegangen. Genoffe Wir wiederholen daher die Aufforderung heute aufs neue Thatsachen nicht gefannt; wäre dies der Fall gewesen, so wäre der Erwartung, Rauh, als verantwortlicher Redakteur genannten Blattes, in daß entsprechend den damals ge= von dem Journal zurücktreten; er habe niemals einen Baron Hefter erklärt, er habe wurde vom Erfurter Landgericht freigesprochen, gebenen Anregungen die Vorarbeiten soweit gediehen sein werden, Erpressungsversuch gemacht. weil zu der Zeit, als der Kriegsminister Strafantrag daß nunmehr einzelne Agitationstouren zusammengestellt und ich mit Portalis und Bertrand, dem Direktor des Cercles stellte, der betreffende Offizier, welcher beleidigt in türzester Zeit unternommen werden können. Die nöthigen Washington" in Verbindung gefeßt, aber er habe auf Wunsch fein sollte, bereits außer Diensten war, der Kriegsminister somit Mittel und agitatorischen Kräfte stehen zur Verfügung und Bertrand's gehandelt. Trocard stellte in Abrede, den Cercle be nicht mehr die Berechtigung hatte, Strafantrag zu stellen. Dieser handelt es sich hauptsächlich nur darum, daß die Gewerkschafts- droht zu haben, um die Mitglieder desselben zu zwingen, ein Umstand, der bei der Berhandlung gegen den Vorwärts" nicht be: fartelle fich bereit erklären, die erforderlichen Vorarbeiten für Syndikat zu bilden, um die Journale zu bezahlen. Dreyfus stellte fannt war, dürfte genügen, um die Revision für Genossen Pösch diese Agitation zu treffen. Auf die Wichtigkeit der Heranziehung energisch in Abrede, irgend einen Erpressungsaft begangen zu erfolgreich zu gestalten. Die nöthigen Schritte werden sofort der Arbeiterinnen zur Gewerkschafts- Organisation haben wir haben. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung vernahm der gethan werden. wiederholt aufmerksam gemacht und verweisen nur nochmals auf Präsident den Angeklagten Canivet, welcher leugnete, Bertrand Summarische Behandlung. Der Gemeinde den am 17. Dezember 1894 im Korrespondenzblatt" veröffent: jemals bedroht zu haben oder jemals eine Erpressung versucht zu vorsteher von Salbte verbot das angemeldete Vergnügen eines lichten Artikel. Wir ersuchen die örtlichen Gewerkschaftskartelle haben. Ebenso unrichtig sei es, daß er dem„ Journal Paris" Arbeiter Gesangvereins und fügte, wahrscheinlich um jeder und Vertrauensleute der Gewerkschaften dringend, uns un gehöriges Geld vertheilt habe. Hiermit war das Verhör beendet. weiteren Belästigung vorzubeugen, folgende Erklärung bei: verzüglich mittheilen zu wollen, daß die in Aussicht genommenen Die Verhandlung wurde aufgehoben. Weitere Anträge, welcher Art fie auch sein mögen, bleiben Versammlungen nunmehr einberufen werden können und soll unberücksichtigt. Hoffentlich wird gegen diefe offenbare Gefeßess dann unverzüglich die Agitation beginnen. Die General- Rom verlegung Beschwerde erhoben. mission. G. Legien, Hamburg 6, Wilhelmstr. 8. Der Vorstand des Turnvereins zu DIvenstedt bei Magdeburg erhielt vom Amtsvorsteher die Aufforderung, binnen 24 Stunden die Mitgliederliste einzureichen, widrigenfalls er in eine Strafe von 50 M. genommen werden würde. In Grünberg i. Schl. wurde ein Genosse zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt, weil er einen Boykottaufruf mittels Schablonen an mehrere Häuser gepinselt hatte. Strafverschärfend war, daß die Frevelthat gerade an Raisers Geburts. tag begangen war, weshalb auch die Untersuchungshaft nicht an gerechnet wurde. " Wolff's Telegraphen- Bureau. Der Streif der Steinarbeiter in Neustadt bei Stolpen Depelchen. dauert seit vier Wochen unverändert fort. Der Unternehmer, Herr Kaspar, versuchte zwar, seine alten Leute, 10 Mann, wieder Rom, 12. Februar. In Acera ist die Ruhe wieder her für sich zu gewinnen. Er bot ihnen 30 M. Entschädigung für gestellt. Aus Anlaß der dortigen Unruhen wurden zwölf die bisher zu schlecht bezahlten Arbeiten, dajür sollten sie aber zu Personen verhaftet. Der Steuerdienst funt. den alten Hungerlöhnen die Arbeit wieder aufnehmen. Sie harren tionirt, unter Buhilfenahme der Truppen aber alle aus, feiner ging auf dies Anerbieten ein, trotzdem die regelmäßig. Unterstüßungen spärlich eingehen. Zuzug ist nicht zu erwarten London, 13. Februar. Wie dem„ Reuter'schen Bureau" aus und die Arbeit wird von den Ausständigen nicht eber auf- Majunga voin 8. d. M. gemeldet wird, ist daselbst noch alles genommen, bis sie gesiegt haben. Unterstützung ist nothwendig. ruhig. Die französische Streitmacht, welche die Stadt besett Die Leipziger Amtshauptmannschaft scheint der Sendungen sind zu richten an May Oertel, Neustadt i. S., Lange- hält, hat bisher keinen Vormarsch landeinwärts gemacht. Die Leipziger Polizei im Berbietungseifer nicht nachstehen zu wollen, gaffe 216. Hovas tödteten einen französischen Händler in Masakao und Eine Volksversammlung in Thetla, in der über Säug= nahmen in Morondava zwei französische Händler gefangen. Eine amtliche Depesche des japanischen Seefapitäns Muros an das Hauptquartier, datirt Weihaiwei 12. Februar, berichtet, ein chinesisches Kanonenboot mit weißer Flagge habe die Mittheilung des Admirals Ting überbracht, daß er bereit fei, fich zu ergeben unter der Bedingung, daß das Leben der Offiziere und Mannschaften der chinesischen Schiffe, fowie der chinesischen Soldaten auf den Forts und der Ausländer garantirt werde. Die formelle Uebergabe sollte päter vereinbart werden. perboten. -U " Gerichts- Beitung. lings und Kinderkrankheiten" referirt werden sollte, Der Streit der Solinger Jedermesserreider gewinnt an wurde wegen bringender Gefahr für die öffentliche Ruhe, Ausdehnung. In der lezten Versammlung wurde beschlossen, Sicherheit und Ordnung in gesundheitlicher Hinsicht" dem Fabrikantenverein ein Ultimatum zu fezen, innerhalb welchen er sich zu erklären hat, ob er die Forderungen der Untenntniß der Geseze schütt vor Strafe Gehilfen anerkennt oder nicht. Nach Ablauf der Frist erklären nicht wenigstens nicht den Bürger; bei den Polizei die Gehilfen die Verhandlungen als gescheitert. Organen scheint die Sache wieder schlimm zu liegen. So Töfte in Coffebaude ein Gendarm die die Vereins. versammlung des dortigen Arbeitervereins auf, weil der Vorsitzende eine Anmeldungs- Bescheinigung nicht vorweisen Yokohama, 13. Februar. Nach einer amtlichen Depesche tonnte. Den Einwand, daß der Verein seine Versammlungen Für deutsche Arbeit in Stadt und Land! Einen deut des Kommandeurs der 2. japanischen Armee betragen deren statutarisch festgelegt und die Statuten seinerzeit bei der Amts lichen Beweis von dem Wohlwollen, das von den staats. Verluste vom 29. Januar bis 1. Februar 83 Todte, darunter hauptmannschaft eingereicht habe und deshalb der Verein nach erhaltenden Parteien dem arbeitenden Wolfe entgegen- Offiziere und 219 Verwundete, worunter Generalmajor Otera § 21 des Vereins- und Versammlungsgesetzes auch nicht nöthig gebracht wird, brachte gestern eine vor dem Schwurgerichte in und 3 weitere Offiziere. Auf chinesischer Seite beträgt die habe, die Versammlungen einzeln anzuzeigen, wollte der Mann Moabit verhandelte Anklage wegen Urkundenfälschung, die damit Todtenziffer 700. des Gesetzes nicht gelten lassen. Wer entschädigt nun den Verein endete, daß die beiden Angeklagten zu ganz empfindlichen ( Deveschen- Bureau Herold.) für den gehabten Schaden? Freiheitsstrafen, der eine zu 2 Jahren Gefängniß und 4 Jahren Sofia, 13. Februar. Der Eigenthümer und Redakteur der Ehrverlust, der andere zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt erst vor furzer Zeit gegründeten antisemitischen Narodur wurden. Die beiden Angeklagten waren bei einem täglichen Swoboda" Mitakow ist wegen Majestätsbeleidigung verhaftet Lohne von 2 Mart 50 Pf. bei der Deutschen Tages worden. seitung" als Hilisarbeiter gegen tägliche Kündigung Brüffel, 18. Februar. Die Sozialisten brachten in der beschäftigt gewesen. Als die Arbeit der ersten Einführung zu Kammerfizung den Antrag ein, daß der Betrag von 6 Millionen, Ende ging, sollten sie entlassen werden, großmüthig bot man ihnen der bei der Konversion der 31/2 prozent. Rente gewonnen werde, aber weitere Beschäftigung als Abonnentenfammler an der Pensionskasse für die alten Arbeiter einzuverleiben sei. Der lund fandte sie mit 15 M.(!) ausgerüstet nach außerhalb. Vorher Antrag wurde jedoch abgelehnt. Soziale Ueberlicht. $ " = Gegen die Tabak Steuervorlage soll die sächsische Re gierung, nach der Zuschrift eines Bigarrenfabrikanten an das Oschaber Tageblatt", im Bundesrathe gestimmt haben. Wir gestatten uns, diese Nachricht vorläufig noch zu bezweifeln. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Trud und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 11 " Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 38. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 36. Sigung vom 13. Februar 1895, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: Reichskanzler Fürst Hohen Iohe, v. Bötticher, v. Köller. Zur zweiten Berathung stehen die von den Sozialdemokraten bezw. von den elsässischen Wilden eingebrachten Geseßentwürfe = wegen Aufhebung des Dittatur Paragraphen in Elsab Lothringen. い " Donnerstag, den 14. Februar 1895. = 12. Jahrg. Denn wenn einen ente Kosten aller übrigen Betheiligten. Der Herzog erhielt das licher Eingriff in die Selbständigkeit der Einzelstaaten sein soll, Domanialvermögen und die Städte wurden ohnmächtig, sie so sage ich, gerade diejenigen, welche in der gegenwärtigen mußten nachgeben, nachdem sie 17 Jahre lang auf dem Landtage Lage die Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit der Einzelstaaten sich gewehrt hatten. Man bezwang sie schließlich mit der wünschen müssen, am flügsten thäten, unserem Antrage oder Drohung, die Herren Bürgermeister durch die Fenster des Ritter- wenigstens dem deutschfreisinnigen zuzustimmen. saales der Stände hinaus zu befördern. Das war die Erb etwas geeignet ist, die Unzufriedenheit zu erregen, so ist es die weisheit der mecklenburgischen Ritterschaft.( Stürmische Heiter- Verschiedenheit in dem Wahlmodus zum Reichstage und zu den teit.) Gewaltthaten und Bestechungen; von Tradition und Ur- einzelnen Bundesstaaten, deren Vertretungen wüchtigkeit gar keine Rede. 1848 versprach der Groß nur noch als Ausschüsse zur Vertretung herzog Dem Lande eine Verfassung, wie Sonderinteressen angesehen angesehen werden. Die deutsche sie die Anträge verlangen. Mit Zustimmung der Sozialdemokratie hat hat nach dieser Richtung hin Abg. Bueb( Soz.): Unser Antrag ist eine Forderung alten Stände wurde ein Wahlgesez publizirt, vom sehr interessanten Entwicklungsprozeß durchgemacht. Ich des elsaß lothringischen Volkes nach Gerechtigkeit, Großherzog eine konstituirende Versammlung nehme gar feinen Anstand zu erklären, daß ich und eine Forderung, deren Berechtigung in weitest gebendem Maße berufen, welche eine Verfassung vereinbarte, große Zahl meiner Parteigenossen in den 60er Jahren und bis hier bei der ersten Lesung dargelegt worden ist. Am Reichstag die der Großherzog beschwor. Zu Ende des Jahres, in die 70er Jahre hinein auf dem sogenannten föderativen liegt es heute, zu zeigen, ob er diesem einstimmigen Verlangen als in Preußen die Reaktion wieder obenauf war, schickte Standpunkt standen und uns weigerten, nach irgend welcher des elsässischen Volkes nachzugeben gewillt ist. Der Herr Staats- Friedrich Wilhelm IV. eine Note und einen Adjutanten Richtung die Kompetenz des Reiches in bezug auf die Gesezsekretär v. Buttkamer hat dem Abg. Bebel gegenüber behauptet, nach dem andern nach Schwerin, um mindestens eine Sistirung gebung der Einzelstaaten zu erweitern. Als 1867 die norddeutsche daß die Angelegenheit des Diktaturparagraphen eine Sache sei, der Verfassung zu erreichen. Der Großherzog blieb zunächst fest, Bundesverfassung berathen wurde und bei dieser Gelegenheit welche wohl eher in dem Landesausschuß von Elsaß- Lothringen da aber protestirte Friedrich Wilhelm IV. gegen die neue Ver- von nationalliberaler Seite der Antrag gestellt wurde, daß der als hier im Reichstage zur Berathung zu kommen habe. fassung unter Berufung auf das Erbrecht der Hohenzollern in Kompetenz der norddeutschen Bundesgefezgebung auch insbesondere Ich habe damals erwidert, daß der Staatssekretär Mecklenburg. Als das auch noch nicht half, trat eine Kommission des das Vereins und Versammlungswesen unterstellt werden sollte, ungekehrt im Landesausschuß von Elsaß- Lothringen diesem die Bundestages in Frankfurt zusammen, um über die Frage zu berathen. hat damals der norddeutsche Reichstag diesen Antrag mit Rompetenz in dieser Frage bestreite, da es sich um eine Diese preußisch- österreichische Kommission setzte dann ein Schieds: zwei Stimmen Majorität abgelehnt; diese beiden Stimmen waren Reichsangelegenheit handle. Dem Herrn Staatsgericht ein, wozu Desterreich, Preußen, Hannover die Schieds- ich und ein Freund von mir. Heute würden wir uns fetretär hat es damals beliebt, durch Handbewegung und richter ernannten, und dieses Schiedsgericht hat dann die neue feinen Augenblick mehr besinnen, diese Bestimmung in die Kopfschütteln meine Behauptung zu bezweifeln. Ich bin Verfassung für null und nichtig erklärt. Selbst Herr Miquel hat Reichsverfassung aufzunehmen und noch viel weiter zu gehen, heute in der Lage, auf grund des stenographischen Berichts meine, bei der legten Verhandlung im Reichstage dieses Verfahren als weil wir erkannt haben, daß hier eine Tribüne vor= Behauptung beweisen zu können. In der Sigung vom 1. Fe- eine brutale Vergewaltigung Mecklenburgs bezeichnet. Der handen ist, auf welcher das deutsche Volt seine Klagen bruar 1894 hat der Staatssekretär v. Puttkamer, nachdem der Mecklenburgische Bevollmächtigte hier ist nicht und Beschwerden aussprechen kann und eine wirkliche Abg. Dr. Petri erneut die Aufhebung des Diftatur der Vertrauensmann der Bevölkerung( Heiterkeit), Volksvertretung vorhanden ist. Wenn der Fürst Bismarck jemals paragraphen verlangt hatte, geantwortet: Es handelt sich sondern nur der Gewalthaber in Mecklenburg. einen guten politischen Akt begangen hat, so ist es der, daß er hier vom rein formalen, staatsrechtlichen Gesichtspunkte aus Der Herr meinte, die Beschwerden hier seien ihm aus den in die norddeutsche Bundesverfassung das gleiche, geheime und nicht um eine Angelegenheit Elsaß Lothringens, Reichstags- Wahlen in Mecklenburg bekannt. Allerdings, denn direkte Wahlrecht aufnahm. Er wußte ganz genau, daß, wenn sondern um eine Reichsangelegenheit. Wir können nur bei Reichstags- Wahlen haben die Mecklenburger die Mög- er dem in Deutschland herrschenden Partikularismus ein Bein diese Frage hier besprechen, wir können uns gutachtlich darüber lichkeit, überhaupt zu Worte zu kommen. Im übrigen stellen wollte, er dies nur thun konnte durch Einführung des äußern, aber maßgebende Beschlüsse können wir nicht fassen müssen wir hier das Wort für die Mecklenburger führen. geheimen, direkten und gleichen Wahlrechts. wir fönnen hier nur eine Anregung geben." Sie sehen also, daß, Die drei Parteien, welche die Anträge gestellt haben, Wir haben zwei große föderative Staatswie ich behauptet, sobald diese Angelegenheit im Landesausschuß repräsentiren die Mehrheit der mecklenburgischen Bevölkerung, wesen, die Schweiz und Nordamerika. In beiden von Elsaß Lothringen auf die Tagesordnung fommt, der 60 000 und mit mit den Nationalliberalen 67 000 Stimmen. besteht neben dem allgemeinen, diretten, geStaatssekretär von Buttkamer auf den Reichstag ver Die Gewählten in der mecklenburgischen Vertretung sind nicht heimen Wahlrecht für die Zentralvertretung weift. Wir waren also in dieser Beziehung voll vom Wolfe, sondern von kleinen Korporationen und zwar als dasselbe Wahlsystem innerhalb der Einzel ständig berechtigt, die Aufhebung des Dit Bürgermeister gewählt. Konftitutionelle Verfassung und höhere sta a ten, und niemand wird behaupten können, daß irgendwie tatur Paragraphen hier zur Sprache zu Getreidepreise sind doch kein Gegensatz. Kann der Bauer denn der 13derative Gedanke dadurch abgeschwächt würde; ich bebringen. Schließlich möchte ich nur noch mein Bedauern nicht auch beides verlangen, oder geht Ihren Wählern in Medlen haupts sogar das gerade Gegentheil. Wenn man jezt so sehr darüber aussprechen, daß wir heute die Abstimmung vornehmen burg der Eigennutz über alles? Tann fönnten Sie ja schließlich Angst hat, daß die Selbständigkeit der Einzelstaaten in müssen bei einer so geringen Anzahl von Mitgliedern und in auch sagen: Ob Republik oder Monarchie, ist uns auch einerlei. Frage gestellt wird, so frage ich, wann ist denn diese Selbst= Gegenwart von nur drei Abgeordneten der sogenannten Elfäffer( Unruhe rechts.) Herr v. Derzen denkt: Die beste Deckung ist ständigkeit mehr in Frage gestellt worden, als bei Gründung des gruppe. Ich bitte Sie um Annahme unseres Antrages. Sie der Hieb! Er greift ebenso wie später Herr v. Buchta den Par Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches? Fort werden dadurch dem elsaß- lothringischen Volke feine Gnade er lamentarismus an; der sei im Niedergang begriffen.( Sehr gesetzt wird in die Selbstherrlichkeit der Ginzelstaaten weisen, Sie geben ihm nur ein Recht auf Gerechtigkeit. richtig! rechts.) Ja, was ist denn im Aufgange begriffen nach eingegriffen durch die Thätigkeit des Reichstages in einer Weise, Abg. Küchly( Els.) fordert für die Schule die Zulassung des Ihrer Meinung? Sie sind doch keine Nihilisten? Ist es etwa der wie man es früher kaum geahnt hätte. Es kommt mir selbstUnterrichts in der Mut tersprache für Kinder, die nur französisch Feudalismus oder halten Sie russische Zustände für erfirebenswerth? verständlich nicht bei, an der Hand der fünfundzwanzig in Deutschverstehen. Der jezige Zustand sei eine Frucht des Diftatur: Meinen Sie, dem Absolutismus gehöre die Zukunft? Mit dem land, wenn wir von Mecklenburg absehen, bestehenden Wahlparagraphen; ebenso, daß alle Straßen- und Wirthshausschilder Inhaber des russischen Kaiserthums muß man heute selbst all gesetze eine Kritik zu üben. Es kann sich nur darum handeln, nur in deutscher Sprache lauten müssen.( Präsident v. Leve gow gemein menschlich einiges Mitleid empfinden.( Heiterkeit.) An an dem Wahlgesetz des Staates, der seiner Größe und Bedeutung ersucht den Redner wiederholt, sich an den Diktaturparagraphen den Herrscher werden heute solche Anforderungen gestellt, daß er nach für Deutschland in erster Linie in Frage kommt, Ihnen zu halten.) Es wäre eine Ehre für das Haus, wenn es sich ent- nicht mehr im stande ist, selbständig über alle Gebiete des nachzuweisen, wie nothwendig eine Umgestaltung im Sinne unferes schließen tönnte, für die Aufhebung zu stimmen. Staates und Lebens zu entscheiden; und die sich wirklich Antrages ist. Noch nicht in zwei Staaten bestehen gleiche Der Antrag der Sozialdemokraten und selbständig dünken, sind heute heute lediglich Wahlgesetze, sie sind zum theil grundverschieden und alle darauf auch der Antrag der Elsässer werden gegen der Spielball ihrer näheren Umgebung, der nur denkbaren Systeme bestehen, von dem radikalsten bis die Stimmen der beiden Parteien der Rechten und der National Hofmarschälle, Adjutanten und Jagdgenossen. zu dem ,, elendesten und widersinnigsten" in Preußen. liberal en angenommen. ( Heiterkeit.) Es giebt keinen besseren Spiegel zur Kenntniß In Württemberg besteht das allgemeine, direkte und geheime Darauf wird die erste Berathung der Anträge Pachnicke, der vorhandenen Zustände, als ihn der Parlamentarismus Wahlrecht im vollen Sinne. Dann haben wir eine Reihe von Ander und Auer über die Einrichtung einer konstitutio bietet. Im öffentlichen Leben Deutschlands erscheint auch mir Wahlsystemen, die durch den Zensus eingeschränkt sind, bei nellen Bertretung in den sämmtlichen Einzelstaaten fort manches ungünstiger als vor 25 Jahren. Aber haben wir etwa eine welchen die Kandidaten derjenigen Parteien, welche auf die gesetzt. parlamentarische Herrschaft gehabt in dieser Zeit? Keineswegs. Wir unteren Schichten der Bevölkerung angewiesen sind, nicht gewählt Der Antrag v. Frege auf Uebergang zur Tagesordnung haben eine Kanzlerautotratie gehabt bis vor wenigen werden. Ein ganz eigenthümlicher Filtrirapparat. Das über sä mintliche drei Anträge ist vorläufig zurückgezogen. Jahren, die nicht blos den Parlamentarismus, sondern felbst die fchlimmste Wahlrecht beste bt allerdings in Abg. Richter( frs. Vp.): Der Antrag Pachnicke ist ein älteres Monarchie in den Schatten stellte. Diese Kanzlerautokratie bat Preußen, das aller Gerechtigkeit, Gleichheit Schmerzenskind der parlamentarischen Verhandlungen. Ich habe überall Sonderinteressen aufgestellt, unter deren Bestrebungen wir und allen Grundsägen, die man für ein Wahlzunächst Herrn v. Buchka und dem mecklenburgischen Bundes- noch heute zu leiden haben. Die mecklenburgische Agrarverfaffung recht aufstellen muß, ins Gesicht schlägt. Durch rathsvertreter zu erwidern, daß das Reich wiederholt gerade organisirt es ja gerade, daß jeder nur an die Vertretrng seiner die Veränderung der Steuergefeßgebung 1890 und 1893 hat das infolge der mangelhaften Verfassungsverhält Sonderinteressen denkt. Mit Selbstbewußtsein hebt Herr Wahlgesetz erst einen Charakter bekommen, der noch weit niffe medlenburgs seine Kompetenz erweitert hat, ohne v. Derzen hervor, in Medlenburg bleibt der Kurs der alte. über das hinausgeht, was seine Urheber gewollt haben. Mecklenburg zu fragen. Das ist geschehen bezüglich der Wahl- Dieses Selbstbewußtsein der mecklenburgischen Regierung ist Wie in Mecklenburg, so hat auch in Preußen und einer ganzen versammlungen in Gestalt einer Bestimmung in der Gewerbe- Ordnung, historisch auch nicht haltbar. 1848 stellte sie sich an die Spize Reihe von anderen Staaten das Jahr 1848 gewaltige Umgestal und ferner bezüglich der konfessionellen Gleichberechtigung. Ich würde der Verfassungsbewegung, die sie noch wenige Tage vor- tungen hervorgebracht. Noch im April 1847 hatte Friedrich nicht verstehen, weshalb die Zentrumspartei jeht aus allgemeiner her geächtet hatte, 11111 nicht über Bord gespült zu Wilhelm IV., der es liebte, lange Reden zu halten, eine Rede Abneigung gegen Erweiterungen der Reichskompetenz gegen die werden. Heute sieht man vielleicht in Mecklenburg vom Stapel gelassen und gesagt: Zwischen mir und mein Bolt Anträge fiimmen wollte; sie hat 1867 und 1871 felbft Kompetenz das preußische Junkerthum wieder im Aufblühen begriffen. soll sich fein Blatt Papier drängen; das möge Gott im Himmel erweiterungen des Reiches beantragt. Den Mangel des Ebenso gut wie früher Mecklenburg, haben wir ein Recht an die verhüten, und schon im März 1848 wurde das allgemeine, wenn Pechnicke'schen Antrages, der die Frage unentschieden läßt, Reichsgewalt zu appelliren, damit gefühnt wird, was die mecklen- auch indirekte Wahlrecht eingeführt. Als dann die Reaktion welches Wahlrecht eingeführt werden soll, hilft unser Antrag ab, burgische Regierung an der mecklenburgischen Bevölkerung ver- wieder Oberwasser bekam und die Kammer durch die Verordnung der das allgemeine gleiche direkte und geheime Wahlrecht zur brochen hat.( Lebhafter Beifall links.) vom 6. Dezember 1848 auseinander getrieben war, wurde bestimmt, Einführung vorschreibt. Mit unserem Antrage beziehen wir uns Abg. Bebel: Der Antrag Ancker und unser Antrag gehen daß jeder selbständige Preuße, der das 24. Lebensjahr erreicht hat, allerdings nicht blos auf Mecklenburg, sondern auch auf insofern über den Antrag Pachnicke hinaus, als der erstere eine und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist, wahlberechtigt Preußen. Es geht auf die Dauer nicht, daß im Voltsvertretung verlangt, welche aus allgemeinen, geheimen und sei; durch diese Voraussetzung der Selbständigkeit wurde mit größten Einzelstaat für die Voltsvertretung direkten Wahlen hervorgegangen ist, während der unsrige außer einem Ral 700 000 Preußen das Wahlrecht entzogen. Redner das indirekte Wahlrecht gilt. Ein Vertretungskörper, dem das Alter zur Wahlfähigkeit vom 25. auf das 20. Lebens schildert alsdann sehr ausführlich die Bestimmungen des preußiauf so ungleicher Grundlage gewählt, darf nicht in der jahr herabsetzt und auch den Frauen das Wahlrecht in allen schen Wahlgesetzes, welches immer der reichen und der MittelWeise, wie es jetzt mehr und mehr zur Gewohnheit deutschen Bundesstaaten zubilligen will, eine Forderung, die tlasse gegenüber der unteren Klasse das Heft in die Hand mird, über die Lage der Gesetzgebung und über sicherlich) i en Widerstand der großen Mehrheit herausfordern wird. geben muß. Die dritte Klasse hat das Wahlrecht hier nur die gesetzgeberische Thätigkeit im Reiche mitsprechen. Der Bezüglich der Kompetenzirage hat auch der Abg. v. Buchka nicht be pro forma. Ganz besonders ungerecht hat sich das WahlEinwand, daß die Anträge nicht der Verfassung und deren streiten können, daß der Reichstag das Recht hat, seine Kompetenz recht aber nach der neuen preußischen Steuergesetzgebung bundesstaatlichem Charakter entsprächen und darauf hinausgingen, in der Stichtung zu erweitern, wie das alle drei Anträge wollen. gestaltet. Go ist es in allen größeren Städten gewesen: In die Einzelstaaten zu mediatisiren, ist ganz hinfällig. Es wären Wäre es bei Schaffung der Verfassung des norddeutschen Bundes Köln, Düsseldorf, Elberfeld, Barmen, Frankfurt a. M., Bonn 2c. sonst die Einzelstaaten längst mediatisirt gewesen; denn schon derjenigen des Deutschen Reichs die Absicht gewesen, ein In Köln waren 1891 die Wähler der 1. Klasse in der alten deutschen Bundesverfassung wird eine landständische für allemal die damals in jenen Verfassungen ausgesprochene 636 Köpfe start, 1893 nur noch 270. In Mühlheim am Rhein Verfassung vorgeschrieben. Nach Artikel 76 ist das Reich zuständig Kompetenz für alle Zukunft zu begrenzen, so hätte eine derartige waren 1891 81 Wähler 1. Klasse, 1893 nur 4. Das bei Verfassungsstreitigkeiten, und eventuell hat über eine solche Bestimmung in die Verfassung aufgenommen werden müssen. Eine Uebergewicht der ersten und zweiten Klasse der Urwähler ist Streitigkeit ein Reichsgesetz zu ergehen. Wäre eine Einwirkung solche Idee ist selbstverständlich keinem Menschen beigekommen. stetig gewachsen und mehrfach haben die Wähler 1. Klasse ein des Reiches unstatthaft, so hätte dieser Artikel gar nicht erlassen Es bätte auch an Wahnsinn gegrenzt, in einem Beitalter, hundertmal größeres Wahlrecht als die Wähler 3. Klasse. Die werden können. Das Fürstenthum Razeburg, ein wo die Dinge in einem fortgesetten Fluß, in der Entwickelung seltsamsten Resultate kommen zu tage dadurch, daß die Scheidung Theil von Mecklenburg, hat ja feit 1872 eine Verfassung, die begriffen sind, durch irgend welche papierne Verfassungs- Be- der 3 Abtheilungen nach dem Vermögen nicht mehr im ganzen allerdings auch danach ist. Das Razeburger Parlament besteht stimmung der Verfassung eine Grenze vorzuschreiben. Ich genehe Wahlkreise, sondern innerhalb der fleinen Urwahlbezirke erfolgt. zur Zeit bloß aus den Pastoren, Rittergutsbesizern und Domänen- ganz offen, daß nicht allein die Frage Mecklenburgs unseren An- In der Voßstraße, wo der Reichskanzler, 3 Minister, Ministerialpächtern, zusammen neun Personen, die übrigen elf Gewählten trag veranlaßt hat, sondern auch die Erwägung, daß auch in räthe und Geheime Kommerzienräthe wohnen, wählten in der tommen schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr, und der den übrigen deutschen Bundesstaaten nahezu 1. Klasse 2 Vertreter des Großhandels und der Großindustrie; Landtag geht seit 20 Jahren regelmäßig wegen Beschlußunfähig ohne Ausnahme Wahlrechtszustände bestehen, in der 2. Klasse 2 Vertreter des Großhandels und der Großindustrie feit nach seinem Zusammentritt wieder auseinander.( Heiterkeit.) der en Aenderung und Umgestaltung dringend und 1 Rittergutsbesitzer, in der 3. Klasse erst der Reichskanzler, Hier liegt der Fall des Verfassungsstreites vor, und wird der nothwendig ist. In dem weitaus größten Theile der die Minister mit ihren Dienern, Köchen u. s. w. Das allerBundesrath angerufen, so tann er sich der Untersuchung garnicht deutschen Bundesstaaten ist der weitaus größte Theil der bedenklichste ist aber, daß das Wahlrecht tein geheimes, entziehen, und es muß ein Reichsgesetz ergehen. Herr v. Buchta Bevölkerung nicht in der Lage, feine Stimme innerhalb der sondern ein öffentlich es ist, daß sowohl die Wähler und Herr v. Dergen berufen sich auf die Erbweisheit der Boltsvertretung zur Geltung zu bringen. Mecklenburg ist un- gemaßregelt werden, welche gar nicht stimmen, als auch dieMecklenburger. Die mecklenburgische Agrar Verzweifelhaft derjenige Staat, der in bezug auf Rechtlosigkeit der jenigen, welche nicht regierungsfreundlich wählen. Die kleinen fassung ist in Wirklichkeit eine 3wangsjacke, Bevölkerung am schlimmsten dasteht, weil dort thatsächlich nichts Beamten tönnen gar nicht mehr von der Wahl fern bleiben. den Mecklenburgern durch die frühere Reichsgewalt auf vorhanden ist, was irgendwie als Volksvertretung im modernen Wenn ein Polizeidiener, Gendarm oder ein sonstiger Unterbeamter gezwungen. Der Herzog von Mecklenburg war in der Sinne angesehen werden könnte. Die Behauptung, die Mecklen einem Deutschfreisinnigen oder gar einem Sozialdemokraten seine ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nicht in der burger hielten an ihrer Verfassung fest, hat für uns gar feine Stimme geben würde, so würde er selbstverständlich gemaßLage, den Widerstand der Stände zu überwinden, als Bedeutung, denn das mecklenburgische Volt ist thatsächlich gar regelt werden. In Berlin ist ein Polizeiwachtmeister, der einem er auch seinerseits die Herrschaft der Junker brechen wollte. nicht in der Lage, feine Meinung zu äußern. Das Vereins- und Sozialdemokraten seine Stimme gegeben hatte, sofort aus dem Die mecklenburgische Ritterschaft wandte sich um Hilfe an den Versammlungsrecht ist vollständig in das Belieben des Ministe: Dienst entlassen worden. Der preußische Eisenbahn- Minister hat Reichshofrath in Wien, verstand es dort, den Wagen zu riums gestellt und nur bei den Reichstagswahlen können Ver- bei den preußischen Landtagswahlen an die verschiedenen Ver schmieren, der Dativus regierte, und es fam die Reichs- sammlungen abgehalten, Vereine gegründet werden. Wir sind waltungsstellen eine Verordnung erlaffen, daß den Beamten die exekution. Schließlich wurde es aber selbst der Ritterschaft zu der Meinung, daß von Reichswegen auch in bezug auf die Art Wahlzeit vergütet werden sollte; es wurde aber ausdrücklich betheuer, jährlich 100 000 m. nach Wien zu schicken, da ver- und Weise, wie die Volksvertretungen gewählt werden sollen, merkt, daß dies bei den Reichstagswahlen nicht geschehen solle. ständigten sich die beiden Theile, Herzog und Ritterschaft, auf Bestimmungen erlassen werden müssen. Wenn das ein erheb: Im preußischen Abgeordnetenhaus ist 1898 der $ plutokratische Charatter Dez verläßt.) und Es folgt die Abstimmung über den Antrag Ander bes treffend die anderweitige Abgrenzung ber Wahlkreise. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der beiden Volksparteien abgelehnt. Darauf wird die Sigung vertagt. Schluß 54 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. ( Etat des Reichsamts des Innern und Post- Etat.) Parlamentarisches. dos Gewerbee Die Kommission für die Berufs- und zählung hielt am 13. Februar iyre vierte Sigung ab. Abg. Schoenlant beantragt, zwischen Frage 4 und 5 die Frage einzuschalten: Gehört der Gewerbebetrieb zu einem Kartell ( Unternehmerverband) und zu welchem? Abg. Hasse glaubt, daß wir keine forrekten Ergebnisse erhalten würden, ebenso der Vorsigende, Abg. Hise; er meint, die Unternehmer würden aus Scheu vor einem etwaigen geſetzgeberischen Eingriff nicht genügende Auskunft geben, sie würden dann den ganzen Fragebogen mit Mißtrauen betrachten. Abg. Schoenlant begründet eingehend seinen Antrag, der ein sozialpolitisches Interesse habe. Abg. Adt( natl.) wendet sich gegen den Antrag. Er frage, ob vorübergehende Uebereinkünfte unter diese Frage fallen würden. Die Frage dringe in die Geschäftsgeheimnisse der Unternehmer ein. Abg. Schoenlant: Nicht um vorübergehende Ueber einkünfte handle es sich. Direktor v. Scheel: Die Anregung Schoenlant's ſei bes rechtigt. Aber der Gewerbebogen richte sich an alle Kleingewerbetreibenden. Man müsse eventuell die Frage auf alle Unternehmerverbände ausdehnen( Jnnungen u. s. w.). Abg. Schneider: Viel Neues werde nicht dabei herauskommen. Die Gefahr liege vor, daß je mehr schwierige Fragen hineinfämen, um so mehr Fehler bei der Ausfüllung des Frage bogens gemacht würden. Der Antrag Schoenfant wird abgelehnt. Zu Drucksache 4( Anweisung für die Zähler) schlägt Abg. Hasse vor, daß die Ablieferung der Zählpapiere nebst beiden Kontrollisten auch vor dem 21. Juni an die zuständige Orts. behörde erfolgen soll, wenn die Ortsbehörde fürzere Fristen stelle. Die Vorlage sezt als Termin den 21. Juni fest. Wo besoldete Zähler thätig seien, würde die Frist( 14. bis 21. Juni) zu lang, au fostspielig sein. Drei Tage würden für große Städte genügen. Wahlgesetes giebt bei uns ausschlaggebende Männer, welche ihr ganzes| habe aber wenigstens zugestanden, daß formell juristisch das it och bedeutend verstärkt worden und der Minister Denken darauf richten, die mäßigen Fortschritte, die wir in den Reich zum Herren Einschreiten berechtigt sei. Die Herrfurth mußte gehen, als er gegen jene Vorschläge eiferte. letzten Jahren errungen haben, wieder zu vernichten. Jemehr feien gar nicht an sich gegen den Parlamentarismus, sie In einer nzen Zahl von Urwahlbezirken liegen die Verhältnisse sie nach rückwärts drängen, werden wir nach vorwärts drängen. hätten aber einmal die Macht in Mecklenburg so, daß ein Mann nur in der ersten Klasse ist und dieser dann Es giebt keinen Mittelstand, auch nicht in der Entwickelung des wollen sie mit anderen nicht theilen. Vorrecht aber sei zwei bis drei Wahlmänner zu wählen hat. Im preußischen Ab- politischen Lebens einer Nation. Wie die Wenn bestimmte Klassen ver- Unrecht, und Unrecht müsse beseitigt werden. geordnetenhaus hat Graf Limburg- Stirum selbst erklärt, es sei fuchen, gewaltsam eine solche Rückwärtsbewegung herbeizuführen, Wolfsvertretung in Mecklenburg beschaffen sein soll, darüber mag wird männer zu wählen habe. Da fommt es vot, baß in der eriten entſchiedenste Opposition entgegengestellt und die Seattion über fanu bas Heich vorschreiben( Lärm rechts; Abg. Kropati chet: es heraus die Mecklenburg bestimmen, aber daß dort eine Verfassung sein muß, Klaffe Emportömmlinge, die nicht mir und mich unterscheiden den Haufen geworfen werden. Mögen noch soviel Umfturz- I Gott bewabre!) Wenn Sie auch darüber lachen, für uns tönnen, reichgewordene Bäckermeister 2c. wählen, während in der vorlagen kommen: wir wissen, daß wir den Fortschritt handelt es sich hier um sehr ernste Interessen, um das Jutereſſe zweiten und dritten Klaffe die tüchtigsten Beamten und repräsentiren und daß uns die Zukunft gehört, die Zukunft troß der Gesammtheit, nicht der Sonderinteressen der Ritterschaft. größten Gelehrten wählen müssen. In Neustadt in alledem und alledem!( Lebhafter Beifall bei den Sozial-( Lautes Gelächter rechts, während der Redner die Tribüne Schlesien hat die jüdische Firma Fränkel, welche aus demokraten.) sechs Sozien besteht, allein 24 Stadtverordnete zu wählen. Abg. Rettich( Mecklenburg, dk.): Wir wollen die ständische Die Antragsteller für die Anträge Ander und Auer verzichten Natürlich erzeugt das die vollständige Gleichgiltigkeit bei der Gliederung in unserer Verfassung immer behalten. Wir wollen auf das Schlußwort. Bevölkerung gegen ein solches Wahlsystem. Das hat sich auch auch keine Ginmischung des Reiches in die Damit ist die erste Berathung erledigt. Die zweite Bes deutlich gezeigt bei der Betheiligung an den Wahlen zum medlenburgischen Verhältnisse, sondern wollen das, rathung wird im Plenum stattfinden. dim preußischen Landtag. Während die Wahlbetheiligung was geschehen muß auf den Verfassungsgebiete, auch allein bei den letzten Reichstagswahlen etwa 75 pt. betrug, betrug sie machen. In der württembergischen Verfassung sind auch pri bei den preußischen Landtagswahlen in der Konfliftszeit, als die vilegirte Vertreter des Grundbesizes vorgesehen: die müßten nach Betheiligung noch eine verhältnißmäßig lebhafte war, nur diesem Antrage beseitigt werden, und das wird sich Württemberg 30 pt., und bei den legten Wahlen sogar nur 10 pCt. Das ebensowenig gefallen lassen wie Mecklenburg. Herr Richter erZentrum hat seine platonische Liebe zu dem Antrag der freisinnigen wähnt, daß der Ratzeburger Landtag immer noch nicht beschlußBartei ausgesprochen, es wolle zwar dafür stimmen, aber unter keinen fähig sei; er hat aber nicht mitgetheilt, warum. Es liegt daran, Umständen sich dazu herbeilassen, für denselben zu reden. Mit daß die Mehrheit nicht Luft hat, sich Steuern auflegen zu lassen, dieser platonischen Liebe muß es also doch recht schlecht bestellt während jetzt der Großherzog alles allein bezahlt; sie befinden sich sein. Auch in Bayern hat das Zentrum fast ganz gegen unseren beffer bei dem bisherigen Zustande, sagen sie.( Heiterkeit.) Bei Antrag auf Einführung des Reichs- Wahlrechts gestimmt, mit der Vereinbarung der Verfassung hatten die Stände ganz beAusnahme des Dr. Schädler, des einzigen Mannes vom Zentrum, stimmte Bedingungen gestellt, welche aber nicht erfüllt wurden; der auch bei anderen Gelegenheiten gezeigt hat, daß er ein De- deshalb ist der erwähnte Echiedsspruch ergangen. Vertrauensmokrat ist, was von seinen anderen Parteigenossen nicht gerade männer des Volkes sind doch ganz gewiß die sechs konservativen gesagt werden kann. Zu meiner Genugthuung und Ueberraschung Abgeordneten Mecklenburgs, die hier im Hauſe ſizen. Wenn aber muß ich fonstatiren, daß die Nationalliberalen in Baden auch kein direktes Wahlrecht, so besteht doch ein sehr aus für das allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht gestimmt gedehntes Präsentationsrecht. Die Darstellung der mecklen haben. Dort hat der Abg. Fieser diesen Antrag begründet und burgischen Zustände, wie sie der Abg. Pachnicke gegeben befürwortet, obgleich er überzeugt war, daß bei diesem Wahlsystem hat, war im einzelnen vielfach verkehrt und irrthümlich. feine Partei nicht mehr die Majorität in der Kammer behalten würde. Der dreißigjährige Krieg hat in Mecklenburg viel Im Jahre 1867 hatten die hervorragendsten Führer der mehr Bauern, gelegt" als die Ritterschaft in den beiden Jahr Nationalliberalen Miquel, Laster, Bennigfen bei der hunderten seitdem. Die Bauern haben zwar kein freies Eigen Landtagswahl in einem Aufrufe erklärt, daß das allgemeine thum; aber auch in Preußen wird die Beseitigung der Erbpacht gleiche und direkte Wahlrecht als das festeste bedauert und die gebundene Form des Rentenguts fommt dort Bollwerk der Freiheit anzusehen sei, und es auch immer mehr in Aufnahme. Auf dem mecklenburgischen Landfür Preußen verlangt. Versprochen hat man viel, aus Halten tage ist seitens der Regierung die Bereitwilligkeit erklärt hat man nicht gedacht, und auch Fürst Bismarck hat 1867 erklärt, worden, auf eine Verfassungsreform einzugeben, während er tenne gar fein besseres Wahlrecht. Es ist die höchste Zeit, die Landschaft gerade der widerstrebende Faktor war. daß das Reichstags Wahlrecht auch bei den Landtags: Herr Pachnicke würde sich den Dant seiner Wähler wahlen in ausgedehntem Maße durchgeführt wird. Wir am meisten dadurch verdienen, wenn er solche Rede, wie verlangen aber weiter, daß das Wahlrecht allen denen feine aus der vorigen Woche, hier nicht hielte und solche Anträge zusteht, welche das zwanzigste Lebensjahr überschritten haben. nicht stellte; wenn in Mecklenburg Erbitterung herrscht, so ist es Ebensogut wie die jungen Leute das Vaterland ver- darüber, daß der Reichstag so eine Rede anhören mußte. theidigen, muß ihnen auch erlaubt sein, mitzureden bei Angelegen Abg. Lieber( 3.): Bebel hat zuviel bewiesen und darum heiten des Staates. In England, Nordamerika und der Schweiz gar nichts. Ist das Frauenwahlrecht so vorzüglich, so müßte es ist es durchgeführt. Warum sollte es nicht bei uns möglich sein. doch auch für den Bleichstag gelten. Das sieht aber in dem Ich kann mich auch auf Belgien berufen, wo bekanntlich eine Antrage nicht. Namens des Zentrums erkläre ich, daß wir den große allgemeine Agitation für das allgemeine Wahlrecht be Anträgen Pachnicke, Ancker und Auer gegenüber auf unserem stand und der General Brialmont, eine Autorität auf dem früheren Standpunkte verharren. Es hat allerdings eine Zeit lang Gebiete des Festungsbaues, erklärte, er halte das all Reichensperger Olpe einen anderen Standpunkt vertreten, den gemeine Wahlrecht als das nothwendige Standpunkt Windthorst's theilte das ganze Zentrum. Windthorst Korrelat der allgemeinen Wehrpflicht. Oder hat ausgeführt, daß nach Art. 23 der Verfassung der Reichstag die wollen Sie etwa behaupten, daß die politische Bildung der Kompetenz zur Gesetzgebung nur habe innerhalb der Kompetenz Deutschen zurückstehe hinter derjenigen anderer Völker? Wir des Reiches. Für meine Person stehe ich auf dem Boden Windtgeben aber noch weiter: wir verlangen, daß das Wahl- horst's: Ghe folche Anträge verhandelt werden, müßte erst ein recht auch auf die Frauen ausgedehnt werde. Antrag auf Ausdehnung der Zuständigkeit der Reichsgesetzgebung Das soll ungeheuerlich, verrückt sein. Alles Neue aber wird im eingebracht werden und angenommen sein. Diese Kompetenz erften Augenblick für verrückt erklärt. Kein großes Ziel in der Kompetenz, wie es Windthorst genannt hat, wird auch von Laband Direktor v. Scheel: Der Termin sei auf der Statistikermenschlichen Entwickelung giebt es, das nicht in ähnlicher Weise anerkannt. Das Zentrum hält eine Ausdehnung der Kompetenz fonferenz festgestellt worden gerade im Interesse der großen verurtheilt und dann bekämpft worden wäre. des Reiches unter den heutigen Verhältnissen für nicht Städte, und damit die Termine von den anderen Behörden Nicht anders war es mit der Forderung, die Frauen zum räthlich, dreifach und zehnfach bedenklich aber wird es nach eingehalten werden können. Der 21. Juni sei ja nur der äußerste Universitätsstudium zuzulassen. Die Ansichten über diese den Ausführungen der Begründer der Anträge, Richter und Termin, die Ortsbehörden könnten ja die Zählpapiere früher von Frage sind unserer Forderung schon viel geneigter geworden. Bebel; das Zentrum ist sich seiner ganzen föderativen ihren Zählern einfordern. Noch vor wenigen Jahren hätte die Petition der Frauen um Vergangenheit und seiner Verpflichtungen daraus zu sehr bewußt. Abg. Hasse: In Leipzig tönnte ihm die Gewährung des Vereins- und Versammlungsrechts faum einige uns find die papiernen Verfassungen, sowohl die Reichsverfassung Studentenschaft freiwillige Bähler nicht genügend behundert Unterschriften erhalten, heute ist sie von 10 000 Unter- wie die einzelstaatlichen Verfassungen nicht ein bloßes Stück schaffen. Aber als Kuriosum führe er an, daß ein Student schriften aus den besten bürgerlichen Kreisen" bedeckt. Weibliche Papier, sondern die Grundlage des öffentlichen Rechtes und des durch sein Dienstmädchen die Zählung habe vornehmen lassen. Fabrikinspektoren find in England, Frankreich und den Ver- Reiches, so wie es geworden ist. In Bayern ist die Annahme Der Zusayantrag Hasse wird angenommen. einigten Staaten vorhanden und haben in ausgezeichneter Weise des direkten Wahlrechts nicht an unserem Widerspruch, sondern Zu Drucksache 5( ontrolliste) beantragt Abg. Haffe, ihre Obliegenheiten erfüllt. Auch für Deutschland wird diese an den bekannten Verfassungsbedenken, die an die Regentschaft im Kopfe der Spalte 3: Bezeichnung der Haushaltung( der Frage immer brennender. Wir erheben aber im Namen der Rechts- anknüpfen, gescheitert. In Preußen haben wir unsere Erklärung Anstalt u. f. w.) hinzuzufügen: oder der Firma. Wird angleichheit diese Forderung und bestreiten dem männlichen Geschlecht deutlich und ungebunden zur Sache abgegeben. genommen. das Recht, die Frauen zu bevormunden. Hätte man die Frauen Abg. v. Marquardsen( natl.): Für das Frauenwahlrecht bei der Ausarbeitung des bürgerlichen Gesetzbuches bedanken wir uns zur Zeit, wir wollen es beim Männerftimm: gehört, so hätte man Anschauungen benutzen können, an die man recht belassen. Von den drei Anträgen ist uns der Antrag früher nicht gedacht hat, daß die Frauen mehr und mehr in die Pachnicke ein alter lieber Bekannter. Wir haben ihm früher zu Deffentlichkeit treten müssen. Die Zahl der in unserer Industrie gestimmt. Die Berufung auf Laband können wir nicht gelten beschäftigten Frauen dürfte nach der diesjährigen Gewerbezählung laffen. Artifel 78 besagt ausdrücklich, daß die Verfassungsauf 6 Millionen angewachsen sein. In der sozialen, gewerbänderungen im Wege der Gesetzgebung erfolgen; der Einwand lichen, Steuer, Zoll- und Erziehungsgesehgebung sind die Frauen Lieber's wegen mangelnder Kompetenz des Reichstages ist daher genau so stimmberechtigt wie die Männer. Wir erleben hier nach unserer Ansicht nicht berechtigt. Wir stimmen daher auch dasselbe wie in dem Falle, wo eine herrschende Männerklasse für den Antrag Pachnice; die weitergehenden lehnen wir ab. über eine bedrückte Männerklasse herrscht: die Geseze werden Abg. Nauck( Mecklenburg- Strelit, Rp.) führt aus, daß die au ungunsten der Unterdrüdten gemacht. Biel- mecklenburgische Bevölkerung durchweg auch in den kleinen leicht könnte jemand die Frage aufwerfen, ob denn die Frauen Städten auf Landwirthschaft angewiesen, sich in der jeßigen Lage auch die Pflichten der Männer auf sich nehmen, Soldat werden wohl befindet; er meint, es heiße leeres Stroh dreschen, sich im und sich im Kriege todt schießen lassen wollen. Wissen Reichstage über mecklenburgische Dinge zu unterhalten. Man Sie denn nicht, daß die Gefahren für Leben und Gesundheit der sollte lieber über solche Dinge sich aussprechen, die der Bevölkerung Frauen unendlich viel größer sind, als für die Männer? In wirklich nüßen können.( Unruhe links.) einem verhältnißmäßig furzen Zeitraum sind nicht weniger als Abg. v. Frege( dt.): Die Debatte ist insofern sehr inter362 000 Frauen am Rindbettfieber gestorben. In 22 Staaten effant gewesen, als sie gezeigt hat, daß in dieser Frage Freifinn merden jetzt schon Frauen als Schulräthe verwendet. In sieben und Sozialdemokratie Arm in Arm gehen. Sie hat ferner Staaten Nordamerikas haben sie das Wahlrecht überhaupt. Auch gezeigt, baß wir hier ganz nuglos um Dinge diskutiren, wie es in Deutschland haben sie wenigstens das aktive Stimmrecht, und die mecklenburgische Verfassungsfrage ist. Herr Richter hat die zwar bestimmt die sächsische Landgemeinde Ordnung, daß eine historische Entwickelung, wie die Rede des Herrn Rettich ergab, Frau, die auf grund ihres Grundbefizes ein Stimmrecht hat, nicht richtig vorgetragen. In der Frauenfrage stehen wir gardieses Stimmrecht ausüben darf, wenn sie feinen Mann hat. In nicht so abgeneigt, wie Herr Bebel vielleicht annimmt, aber das Unterstaatssetretär v. Rottenburg: Er bitte, diese Erden Vereinigten Staaten hat man am 12. Dezember 1894 das glauben wir nicht, daß die Frauen dann die Wege des Herrn wägungen dem Bundesrath als Wunsch zu übermitteln. Es lägen 25jährige Jubiläum des Frauenstimmrechts gefeiert. Es Bebel wandeln werden. Namentlich die deutschen Fürstinnen schwierige technische Fragen vor. liegt im eigenen Interesse der Männer, den Frauen haben verstanden, die Bedeutung der Frau zu erhöhen; auf dem Der Vorschlag Adt Sachße wird angenommen, das Stimmrecht zu geben. Das möchte ich insbesondere den Gebiete der Krankenpflege und auf anderen Gebieten müssen die ebenso der Antrag Hasse. badischen Nationalliberalen sagen. Als wir feinerzeit Frauen ausgebildet und namentlich vor gewissen aussaugenden Zu Drucksache Nr. 7( Gemeindebogen) führt Abg. das allgemeine geheime Wahlrecht forderten, wurden wir verlacht Männern, besonders in der Hauptstadt geschützt werden.( Be- Hasse aus: er rege hier die Frage der Bearbeitung des und verspottet, heute sind wir die stärkste Partei in Deutschland. wegung links.) Alles dies aber ist ausführbar auch ohne das Materials an. Er vermisse die Mindestforderungen So wird es auch mit diesem Antrage gehen. Wir stellen ihn Wahlrecht für die Frauen. Kein Atom der Verfassung des Reichs an die Einzelstaaten, nur der Gemeindebogen, aus Gerechtigkeitsgefühl, weil wir es nicht verantworten tönnen, von 1871 darf angegriffen werden. Gegen den Ausdrud Kanzler der elementarste Anfang deffen, was aus dem Material gemacht daß die größere Hälfte der Nation vom Wahlrecht ausgeschlossen autokrat muß ich auf das Entschiedenste protestiren.( Große Un- werden solle, liege vor. Er bitte um authentische Aus= ift.( Unruhe). Die Frauen bilden die größere Hälfte( Rufe: rube links.) Der Parlamentarismus muß immer mehr zurück- tunft über die Bearbeitung des Stoffes. Gr sei für mög Die beſſere! Heiterkeit), auch die bessere. Sie haben weit mehr gehen, wenn ſolches weiter geht, wenn echte poſitive Schaffeng- lich ft hohe Ansprüche des Reichs; es solle Formulare Gerechtigkeitsgefühl wie die Männer, fie find weniger bornirt wie die Männer, fie finb das Parlamentarismus hat niemand mehr gefördert, als der Abg. moralisch bessere Glement.( Unruhe.) Die Frauen müssen zu den Stichter. Staatsrechtliche Spitfindigkeiten gehören hier nicht her. öffentlichen Aemtern zugelassen werden. Ich bin sogar über-( Lebhafter Beifall rechts, Lachen links.) zeugt, daß sie im höchsten Grade wohlthuend auf das öffentliche Damit schließt die Debatte. Es folgen die Schlußworte der Leben einwirken würden. Bieles würde in öffentlichen Ver- Antragsteller. " Zu Drucksache 6( Anweisung für die Gemeindevorstände) beantragt Hasse, in§3 die Worte zu streichen: ( Die Zähler müssen) auf die gewissenhafte Wahrnehmung der selben( der Obliegenheiten) verpflichtet werden. Es mache dies große Schwierigkeiten( Protokoll, Handschlag, Instruktion). Die städtischen Statistiker fürchteten schon heute, daß nicht genug frei willige Zähler da sein würden. Direktor v. Scheel: Man solle etwa, aufmerksam gemacht werden" einsehen. Man einigt sich auch hierüber vorbehaltlich der geeigneten Redaktion. Abg. Hasse schlägt vor, die Gemeinden zu bevollmäch tigen( Anweisung für die Gemeindevorstände), fakultativ die Kontrolllisten an stelle der Zähler auszufüllen. Direktor v. Scheel: Er müsse sich erst mit seinen Kollegen über diese Sache aussprechen. Er wolle den Wunsch zur Kenntniß nehmen. Abg. Hasse schlägt vor, in Drucksache 6:§ 7( Ablieferung des Zählmaterials an die zuständige Verwaltungsbehörde) als Schlußfazz hinzuzufügen: Den Landesbehörden bleibt es überlassen, den Termin zu verlängern. Die Abgg. Adt und Sachße wollen aus Rücksicht auf die unzulänglichen technischen Mittel die Worte:„ aus Gemeinden bis zu 5000 Einwohnern bis zum 5. Juli" streichen. W Ferner rege er an, bei beiden Zählungen des Jahres 1895 eine reinliche Scheidung betreffs der Bearbeitungsmethode vorzunehmen( ob zentralisirt oder dezentralisirt). Wie dente man sich die Sache? Er bitte um verbindliche Auskunft, ob man die Berufs- und Gewerbezählung den Einzelstaaten überlassen wolle; dann würden die Ergebnisse erst in fünf Jahren hier vorliegen. Die Konsumenten der Statistik flagten Eine sammlungen von Männern nicht gesagt werden, wenn die Frauen Abg. Pachnicke ist mit dem Abg. v. Frege der Meinung, etwas brein zu reden hätten. Vielleicht erleben wir es, daß, daß die Debatte sehr interessant und ihr Ergebniß ein bes wenn diese Frage eine gewisse Aktualität erlangt, viele sich liberal friedigendes gewesen ist, aber nicht, weil die Ueberflüssigkeit, mit Recht über die Langsamfeit der Statistiker. Nennende sehr entschieden sich gegen das Frauenfiimmrecht sondern weil die Nothwendigkeit der Stellung des Antrages er systematische Arbeitstheilung müsse stattfinden. Er wenden, während Zentrumsmänner und Konservative dafür eintreten. wiesen worden sei. Selbst in Mecklenburg sei die Stimmung der wolle nicht entscheiden, welche Art der Bearbeitung vorzuziehen Es wird bei uns genau so gehen wie in England. 1886 war Gewalthaber nicht so schroff ablehnend gewesen, wie heute; denn fei. Für die zentrale Bearbeitung der Berufszählung spreche die die Anhängerschaft für das Frauenstimmrecht in England so ge- noch 1869 habe Herr v. Bülow erklärt, daß an dem guten Möglichkeit der Anwendung der technischen Hilfsmittel( praktischen wachsen, daß in erster und zweiter Lesung die Mehrheit des Willen Mecklenburgs, eine Verfassungsreform einzuführen, nicht Bählmaschinen, von denen das Stück 12000 Gulden koste.) Unterhauses für den Antrag eintrat und ihn unzweifelhaft auch zu zweifeln sei. Der Bundesrath habe doch seiner Zeit auch Direktor v. Scheel: Als die Statistiker- Konferenz einberufen definitiv angenommen hätte, wenn das Parlament nicht auf einen entsprechenden Wink der mecklenburgischen Biegierung worden sei, habe er auch die Zusammenstellungsformulare vorgelöst worden wäre. Vor zwei Jahren fand der Antrag immer ertheilt, jener Bundesrathsbeschluß bestehe noch zu Recht und gelegt. Die Konferenz sei aber auf diesen Plan vorläufig nicht noch 152 gegen 175 Stimmen. Männer wie Salisbury gleichwohl dürfe Herr v. Derzen in der Weise, wie geschehen, eingegangen, da man abwarten müsse, was Reichstag und Bundes haben sich für das Frauenstimmrecht und ihr Mit einen noch vorhandenen Beschluß des Kollegiums, dem er selbst rath eigentlich wollten. Man hätte nicht gedacht, daß der bestimmungsrecht an der Politit ausgesprochen. Bei angehöre, tritifiren. Wie die medlenburgische Regierung, so Reichstag diefe Zusammenstellungsformulare begutachten wolle. Sie uns in Deutschland heißt es: immer langsam voran, ja es feien auch die mecklenburgischen Konservativen. Herr v. Buchka schließen der Vergleichbarkeit wegen sich noch an die Zählung von 1882 an. Der Unterschied gegen 1882 bestehe darin, 1. daß gewisserzählung in diesem Jahre wegen der Berufszählung verschwinden| leute anders, als die Kommerzienräthe Jakob, Lissauer, Golds Gegenstände, die 1882 fehlten, jezt aufgenommen wurden, müffe. Die Sache sei äußerst harmlos. 2. daß in den Tabellenköpfen und in den Nachweisungen berger u. f. w., die als Vertreter des Detailhandels doch ernstUnterstaatssekretär v. Rottenburg: Die Regierung be haft nicht in Frage kommen können. Wenn sich St. Manchester der Berufsarten diesmal größere Spezialisirung ein- trachte das Gefeß nicht als ein Geschenk für die Volfsvertretung; auch noch so sehr wehrt, der Bopf wird abgeschnitten; dafür treten soll. die Motive drückten ja gerade aus, wie sehr die Behörden eine werden die für ihr Theil in dieser Frage am stärksten interessirten Was die Methode der Bearbeitung betreffe, so habe sich die Berufszählung wünschten. Den Vorwurf der Prinzipienreiterei Angestellten schon sorgen! Reichsregierung stets gehütet, in diese Angelegenheit der Bundes- könnte er zurückgeben. Aus Liebe für das Gesetz bitte er, seinem Die gemischte Deputation für die Berathung über das Staaten einzugreifen; er überlasse das den Einzelstaaten, ob sie ihr Borschlage zu entsprechen. Material selbst oder im statistischen Reichsamt verarbeiten wollen. Der Vorfißende Abg. Hitze beantragt eine Reso- angen'sche Schwebebahn- Projekt hat gestern Bor Den Einzelstaaten liege 3. 3. daran, das Material weiter Iution, die Regierungen zu ersuchen, am 1. Dezember 1895 eine mittag unter Vorsiz des Oberbürgermeisters Zelle nach Unzu bearbeiten und ihren Druckern in München, Dresden 2c. Volkszählung stattfinden zu lassen und bei ihr die auf die Arbeits- börung der zur Berathung zugezogenen Herren Geh. KommerzienArbeit zu geben. Das Zusammentreffen von Berufs- und Volkslosigkeit bezüglichen Fragen der Zählung vom 14. Juni zu wieder- rath Langen in Köln und seiner Baubeamten beschlossen, den zählung betr. fönne feine verbindliche Erklärung ab- holen. Gemeindebehörden zu empfehlen, die Ausführung einer Bahn gegeben werden, ob eine Volkszählung stattfinde oder nicht. Für die Resolution Hize spricht Abg. Wenders. nach seinem( Langen'schen) System, die anfangend an der LindenWerde sie in diesem Jahre gemacht, so werde ihre Arbeit Bayerischer Bundesraths- Bevollmächtigter v. 2 andmann: und Ritterstraßen- Ecke, die Ritters, Reichenberger, Grünauer-, beschränkt werden vor allem und Militär verwaltung wichtigen Fragen. auf die für Finanz Hasse tönne doch mit den Erklärungen Rottenburg's zufrieden Wienerstraße oder anstatt der beiden letteren Straßen, die ganze Preußen sein. Die Frage der Volkszählung sei doch materiell er- Reichenbergerstraße durchläuft und nach Kreuzung des Kanals habe erklärt, daß sie beide Bearbeitungen( Berufs- und Volks- ledigt. Allen berechtigten Wünschen des Reichstags werde durch bis zum Treptower Park geführt wird, zu genehmigen. zählung) gut und pünktlich machen werde; auch kein anderer eine Resolution entsprochen. Eine Art Konflikt zwischen Staat babe sich dagegen erklärt, obwohl der Wunsch nach einer Bundesrath und Reichstag daraus zu machen, liege doch kein Hinausschiebung der Volkszählung um ein Jahr laut geworden Grund vor. fei: Die Ergebnisse würden möglichst schnell ver- Abg. Adt wird für die Resolution stimmen, gegen den öffentlicht werden, gewisse Uebersichten in kürzerer und längerer Zufazantrag Hasse(§ 1 des Hasse'schen Entwurfes.) Frist. Das Gesammtergebniß tönne aber erst in ein Der Antrag Hasse wird mit allen gegen drei Stimmen, paar Jahren veröffentlicht werden. Es werden ein stimmig angenommen§ 1 des Regierungsgefeß- Entwurfs und die Resolution Hize. Nächste Sigung Sonnabend, den 16. Februar, vor mittags 10 Uhr. Die moderne 3ähltechnit betreffend, so habe Preußen drei Fünftel des Materials und dies werde dafür sorgen, daß vorläufig die Bearbeitung möglichst zweckmäßig werde. Er experimentire im statistischen Reichsamt ohne großen Erfolg mit solch einer Zählmaschine. 001 ( Parlamentarisches siehe auch Hauptblatt.) auch Sauptblatt.) Lokales. Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Das bisherige Verfahren der Bearbeitung habe sich bewährt. Es wäre politische bedenklich, davon abzuweichen, die Bundesstaaten würden das übel empfinden, auch aus materiellen Rückfichten.( Beschäftigung vieler Arbeitskräfte.) von 1880 und 1885 gefallen. iginal d Einen kostenlosen Arbeitsnachweis wird jetzt auch Steglizz einrichten. Wie aus den Verhandlungen über diese Angelegen heit in der letzten Gemeindevertreter- Sigung hervorgeht, hat der Minister für Handel und Gewerbe die Aufforderung zur Einrichtung einer solchen Arbeitsnachweisstelle an alle Ortschaften mit mehr als 10 000 Einwohnern erlassen. Dieser Aufforderung Lichterfelde und nun auch Steglit entsprochen. Schöneberg da= gegen hat die Einrichtung des Arbeitsnachweises im Hinblick auf die in Aussicht stehende Eingemeindung abgelehnt. Ueber den ungemein geringen Nugen derartiger, der Kontrolle der Arbeiter= schaft entzogener Nachweisestellen herrscht bekanntlich in Arbeiter freifen nur eine Stimme. yolundam& p Der Diebstahl am Eigenthum armer Leute, den die große Mehrzahl der Besizer von Miethstasernen durch das Sehen unbrauchbarer Defen begeht, scheint in einem Fall eine, Der Borsigende, Abg. Hize spricht im Sinne der thume giebt ein Bild einige Aufklärung, das sich zur Zeit im meldet wird, ist in einem Mietheprozesse auf grund des GutUeber die Misère des niederen preußischen Beamten wenn auch ganz gelinde Sühne gefunden zu haben. Wie geRegierungsvertreter. Abg. Sasse: 1882 sei diese Zählung mitten zwischen die Moabiter Juſtizpalast darbietet. Dort find Gerichtsdiener in der achtens Sachverständiger festgestellt worden, daß ein zum Uniform des vierten Garde- Grenadierregiments bie neueste Erdauernden Aufenthalt bestimmter Jett läge ein Novum vor, Aufenthalt bestimmter Wohnraum durch die daß die zwei Zählungen in einem Jahre vor sich gingen. Scheinung. Am Montag waren zwei Gerichtsdiener der königl. vorhandene Heizanlage auf 18 Grad Reaumur müsse erwärmt Deshalb tönne man jezt einmal die eine Zählung zentralisiren. vom Dienst zurückgeblieben. Das telephonische Grsuchen un Erführung gebracht, so dürften sich zahlreiche Räume als zu Wohn Staatsanwaltschaft am Landgericht II wegen plöglicher Erkrankung werden können. Würde dieser Grundsay streng zur Durchs Preußen tönne wohl mit Zählmaschinen arbeiten. Wie steht es aber mit Braunschweig, Anhalt u. f. w.? Er gebe ja zu: daß faz wurde seitens des Kammergerichts dahin beschieden, daß kein zwecken nicht geeignet erweisen. Das ist ein gelinder Trost für trotz der Zählmaschinen einziger Gerichts oder Hilfs Gerichtsdiener disponibel fei. die um ihre Prestohlen betrogenen Miether. Mehr wäre ges auch einmal Mißerfolge fich Gleichzeitig wurde die Anweisung ertheilt, beim Ulanenregiment holfen, wenn das Gericht den Hauswirth auch zum Ersatz des herausstellen. Die österreichische Berufszahlung oder aber beim vierten Garderegiment um Abkommandirung durch seine Schuld unnüß verbrauchten Feuerungsmaterials vers sei nicht wegen der Zählmaschinen, sondern deshalb verfehlt, einiger Soldaten zu ersuchen. Das ist geschehen und alsbald urtheilte, und wenn die Baupolizei endgiltig das Bewohnen von weil dort gemogelt worden sei. Man solle doch wenigstens den Großstädten zugestehen, die traten zwei Soldaten, ein Gefreiter und ein Gemeiner, im Gericht Miethsräumen untersagen würde, die, wenn sie auch mit einem Materialien amtlich, gleich den Kleinstaaten zu bearbeiten, an. Welche Entschädigung denselben gezahlt wird, ist ihnen noch Kachelofen geziert" sind, dennoch nicht mit einer normalen da sie gute statistische Aemter hätten, und eventuell größere verständlich. In der That besteht in Berlin ein Mangel an nicht bekannt. Der Vorgang ist ohne Kommentar nicht recht Menge Feuerungsmaterials durchwärmt werden können. Garantie für gute Bearbeitung als manche Kleinstaaten bieten. Gerichtsdienern. Bivilversorgungsberechtigte Militäranwärter Rückgabe durchlochter, aber nicht benutter EisenbahnFrüher sei das gestattet gewesen, dann habe man es nur als melden sich nur in verschwindend kleiner Zahl, denn die Aus- Fahrkarten. Die vor längerer Zeit an die Stationen der Privatarbeit zugelassen. Bwei Parallelarbriten desselben Materials fichten für dieselben sind nicht verlockend. hätten nie das gleiche Ergebnis; das diskreditire die Statistit. im Monat. genommen, die rath werde solch einen Vorschlag wo Städten Bollmacht gehalten, daß in Berlin ein Beamter mit 68 M. einen Monat von Kenntniß erhalten haben, Veranlassung re Auslegung einverstanden. Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Durch ein Reichs auf das mancher Bewerber zehn Jahre lang angewiefen ist, bereits durchlochte, aber noch nicht benutzte Fahrkarten auf Ver gesetz folle man den Großstädten nicht das Recht zu einer beträgt 68 Mart 50 Pfen gesetz folle man den Großstädten nicht das Recht zu einer amt nicht vergütet, wohl aber wird den nicht etatsmäßigen Fahrpreises wieder zurückzunehmen sind, ist vielfach von den Kleidung wird langen der Reifenden am Milletſchalter gegen Rückzahlung des lichen Bearbeitung des Materials geben. Das werde Vernicht gekürzt, Beamten so gedeutet worden, daß von dem gezahlten Fahrpreise stimmung der Bunde 3 sta a ten hervorrufen, da man so Gerichtsdienern jeder Krankheitstagam Gehalt in die Verwaltung der Bundesstaaten eingreife, und das werde Leute naturgemäß einer Strantenkaffe nicht angehören können. der deisende den Bahnsteig betreten babe. Die Direktionen ber um so schwerer wiegt, als etwa vom Militär entlassene 10 Pfennig Bahnsteiggebühr in Abzug zu bringen seien, weil von den Bundesstaaten übel empfunden werden. Der Bundes. Das Rammergericht hat es bisher noch immer für unverständlich preußischen Eisenbahn- Verwaltungen haben, nachdem sie hier. annehmen. Jede Landesregierung fönne ja den Städten Bollmacht über nicht sollte leben können. Da nun aber wenig Verlangen Schalterbeamten darauf hinzuweisen, daß ihre Auslegung Dazu geben. nach solchen Stellen vorhanden ist, muß sich das Gericht mit der Bestimmung auf Irrthum beruhe. Dem Reisenden muß Der württembergische Bundesraths Bevollmächtigte von Silfsgerichtsdienern behelfen, die in ihren früheren Refforts für die Folge der ganze hinterlegte Fahrkartenpreis ohne Abzug Schicker: Wenn der Vorschlag Haffe's angenommen würde, pensionirt worden sind. Hauptsächlich kommen dabei pensionirte von 10 Pfennig Bahnsteiggebühr bei Rückgabe bereits durchlochter, müßten auch über die Zusammenseßung städlischer statistischer Schuhleute in betracht. Doch auch diese ziehen sich eine Neben aber noch nicht benutzter Fahrkarten am Schalter zurückgegeben Aemter im Gesetz Vorschriften gemacht werden. Abg. Hasse erklärt sich mit der Erklärung Rottenburg's beschäftigung im Zivildienste vor, denn wenn das Gehalt in Ver- werden. bindung mit der Pension das frühere Diensteinkommen übersteigt, Der Spandaner Postdieb, Postsekretär Städtke, dessen Es beginnt die Debatte über den Gesebentwurf, 31 Nun geschieht es alljährlich im Winter, daß die Leute an den Jahre beim Spandauer Poftamt thätig gewesen. Er ist, wie das dann wird die Pension um den entsprechenden Betrag gekürzt. Ermittelung gestern gemeldet wurde, ist nach dem B. T." neun bem der von uns schon mitgetheilte Antrag Haffe vorliegt. alten Leiden laboriren, welche früher zu ihrer Pensionirung Blatt weiter meldet, vermögend und verheirathet, soll aber Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Wenn Hasse die führten, so daß bald mehrere, bald viele frankheitshalber vom noblen Passionen gehuldigt haben. Beim Publikum war er nicht Voltszählung gefeßlich festlegen will, solle er einen eigenen Dienste zurückbleiben müssen. Bei den Strafabtheilungen des beliebt und wiederholt sind gegen ihn Beschwerden erhoben Entwurf einbringen. Eine derartige Verbindung aber, wie sie Landgerichts 1 find momentan ein Dutzend solcher Beamten frank worden. Er trat sehr hochfahrend auf. Durch die Entdeckung Haffe wolle, tönne die Berufszählung scheitern machen. Er tönne mittheilen, daß das preußische Staats- gemeldet. Des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr soll troydem im des Thäters ist es allen übrigen Postbeamten in Spandau wie ministerium die Boltszählung für 1895 beantragen Gange bleiben und daher haben jetzt Soldaten Lückenbüßer zu ein Alp von der Brust genommen. Noch eine Stunde vor dem spielen. werde; er glaube annehmen zu dürfen, daß auch die anderen Auffinden des Geldfaffes war St. in der Restauration, Türkisches großen Bundesstaaten nicht dagegen sein würden. Beide Der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller läuft Belt" und erzählte in bester Laune von verschiedenen in anderen Städten verübten Posidiebstählen; in demselben Bählungen jezt zu verkoppeln, liege tein zwingender Grund vor. Sturm gegen eine Begrenzung der Arbeitszeit und eine einheit: Lokal sprach er Es liege alle Wahrscheinlichkeit vor, daß eine Wolkszählung stattliche Ladenschlußstunde für offene Geschäfte. Im Kaiserhof der ihn bald darauf in der Wohnung verhaftete. Ein leiser auch mit dem Polizeikommissar Nad, finden werde. waren am Dienstag Abend ca. 300 Personen versammelt, denen Verdacht war von Beginn an auf Erklärung von der Regierung gegeben. Man solle einstimmig gelegt wurde: Den Wunsch nach einer Volkszählung in diesem Jahre ausSprechen. schen Antrages; es sei grundsätzlich einmal festzustellen, daß Abg. Schoenlant spricht für den§ 1 des Haffe der Reich 3 ta'g über die Zählungen zu bestimmen hat, daß ein 3ählungsgesetz geschaffen werde, um solche Pausen, wie Gewohnheitsrecht, die diskretionäre Vollmacht des Bundesraths bestimme. Borsigender Abg. Hize: Sachlich sei eine genügende eine gedruckte Resolution folgenden Inhalts vors selbst dachten nicht gut von ihm bn gefallen, auch Postbeamte die von 1882 bis 1895, zu verhüten. Bisher hätten wir nur ein schieden auftretenden Einkaufsbedürfnissen das richtige nicht holen; dabei stieß Sie bedeckte es wieder, verließ das Abg. Schneider: Der§ 1 sei dahin zu faffen, daß die Annahme der Volkszählung für 1895 vorgeschrieben, etwa daß es heiße statt der regelmäßig stattfindenden Volkszählung: am 1. Dezember 1895 zu veranstaltenden. Abg. Hasse: Man fönne verfahren wie in Desterreich und Italien, oder wie in England, oder wie bisher in Deutschland, oder nach seinem( Haffe's) Antrag. Er atzeptire den Vor schlag Schneider's. was U Die vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller be- gekommen wäre, sollte er im Stillen beobachtet werden. Das rufene, am 12. Februar im großen Saale des Kaiserhofes ab- Geldfaß war im Keller nur sehr oberflächlich mit Kohlen bedeckt, Gewerbe- Interessenten giebt nach eingehender Berathung wird, nicht durch die Polizei, sondern durch sein Dienstmädchen, gehaltene öffentliche Versammlung der Berliner Handels- und so daß das Dienstmädchen es leicht auffand. Die Ermittelung des Diebes ist, wie nachträglich berichtet ihrer Meinung dahin Ausdruck: 1. Die gefeßliche Festlegung die Tochter eines Arbeiters, bewirkt worden. einer Marimalarbeitszeit würde gegenüber den ungemein ver- Mädchen wollte Abends Rohlen aus dem Keller heraufDas junge sie auf das Geldfaß, das unter den treffen, zumal vorübergehend stärkerer Inanspruchnahme der Ana gefiellten längere Perioden minderer Arbeit gegenüberstehen. Es entspricht weder den thatsächlichen Verhältnissen, noch der Haus sofort und ging zu ihren Eltern, denen sie von ihrer Ent Billigkeit, daß als Arbeitszeit gerechnet wird, deckung Mittheilung machte. Der Vater setzte die Polizei in häufig nur die Umgrenzung Kenntniß, und abends 9 Uhr nur die Umgrenzung einer Arbeitsbereitschaft ist. Die Polizei das Faß an der von der Aufwärterin bezeichneten einer Läden 2. Ein gesetzlicher ວິ wang die Polizei das Faß an hr wurde Städtke verhaftet, nachdem einer be อิน ftimmten Beit zu schließen, bedeutet einen Eingriff in die zu Recht die von der Ober- Postdirektion in Potsdam auf die Ermittelung Stelle vorgefunden. Dem jungen Mädchen gebührt daher auch bestehende und unbedingt festzuhaltende Handels- und Gewerbe des Diebes und die Herbeischaffung des Geldes gesetzte Belohnung und offer freiheit und, sofern dieser Zwang auf des Gewerbetreibenden von 750 Mark. eigene Person und Familienangehörige ausgedehnt werden sollte, Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Bisher habe der auch in die individuelle Freiheit. Außerdem würde der Konsum leber den Spandauer Postdieb Städtke berichten liberale Bundesrath plein pouvoir( Vollmacht) gehabt. Jetzt solle dem und damit die wirthschaftliche Entwickelung im allgemeinen ge- Blätter, daß er ein Hauptführer der Spandauer Antisemiten ges Bundesrath die Befugniß eingeschränkt werden. Wenn schädigt werden. 3. Die Versammlung erklärt ihre volle Bereit wesen sei, und neben dem Hauptmann Herter im Vorstand des die Kommission darauf bestünde, dann liege dann liege die Mög- willigkeit, Maßregeln zu unterstützen, welche geeignet sind, unter Reformvereins gesessen habe; er sei als ein wüthender Judenlichkeit vor, daß die ganze Berufszählung Berufszählung Berücksichtigung der berechtigten Erfordernisse der einzelnen Be- beter bekannt und babe in seinem amtlichen Verkehr jüdische fcheitere.. Man solle dech das Sichere( die Betriebszweige, die Lage der Angestellten in Hinsicht auf Fort Raufleute häufig unfreundlich behandelt.dstu siounit rufszählung) nehmen und das andere( Bolkszählung) feparatim bildung und Familienleben thatkräftig zu fördern." Es ist ja nichts Neues, daß sich allerhand Gesindel zum durch einen Gefeßentwurf fordern. Wenn dieser Eingriff in die Herr Vogts, Versicherungsdirekttor feines Beichens, führte Radau Antisemitismus herandrängt und sich in seinem Schatten Vollmachten des Bundesraths gemacht werde, dann ristire man der Versammlung im wesentlichen dieselben Einwände vor, die wohlfühlt. Eine entsprechende Portion Judenheßerei hat sich ja das Gesetz. er schon bei feiner Bernehmung vor der Kommission für wohl auch jeder schneidige Streber anzueignen, der die Blicke einflußhello Bundesrathsbevollmächtigter Geheimrath Wilhelmi: Der Arbeiterstatistik gegen den 3wang", die Angestellten nicht reicher Gönner wohlgefällig auf sich lenken will. Aber so beschämend Reichstag sei zur Berufszählung mit herangezogen worden, weil bis ins ungemessene ausbeuten zu dürfen, angegeben hatte. für unsere heutigen Zustände diese Thatsachen sind, so unans im Etat( Reichsamt des Innern) um die Mittel gebeten wird Gein werthvollstes Argument bildete die Behauptung, daß viele gebracht ist das Bestreben von anderer Seite, einer politischen und wegen der Strafbestimmung im Geseßentwurf. Diese Gründe tausend ledige Leute ihre Bedürfnisse dann nicht mehr nach Be- Partei an sich den indirekten Vorwurf der Begünstigung unehrenlägen für die Volkszählung nicht vor. endigung der Arbeit einkaufen tönnten und vielleicht elendiglich haften Handelns zu machen. Das Gesindel läßt sich stets von Abg. Sa chße schließt sich im Namen seiner Fraktion Hige's Hungers sterben müßten. Landtags- Abgeordneter Bröm el hielt den gefahrlosesten Zeitströmungen treiben. In der nationalAusführungen an und erklärt, daß seine Fraktion gegen die die ganze Industrie für bedroht, wenn dieser Eingriff in liberalen Aera der siebzigen Jahre zog es zu den Herren von reichsgefehliche Festlegung der Volkszählungen sei, da dies ein die Freiheit des Kaufmanns" erfolge. In unferer Manchester, in Zeiten, wo die tonservativ- judenfresserische schwerer Eingriff in die Rechte der Einzelstaaten sei. fozialpolitischen Gesetzgebung, so meinte der Herr, stecke Reaktion obenauf ist, fucht es durch Augenverdrehen und Abg. Hize: Man solle eine Volkszählung in Form einer ein großes Stück Heuchelei. Das ist gewiß gewiß richtig, patriotischen Radau sich einige Brocken zu erhaschen. Am Resolution beanspruchen; die Bundesraths- Bevollmächtigten fchließt aber nicht aus, daß die Anhänger der Sozial- blanksten hält in der besten der Welten stets die Partei fingen an nervös zu werden, es könnte einen Konflift" geben. demokratie andere Schlüsse aus dieser Thatsache ziehen, als Herr der Unterdrückten, die Sozialdemokratie, ihren Schild. Wie ges Spize fich die Frage prinzipiell su, so müije man allerdings Brömel. Zum Schluß bequemte der Redner sich zu dem Bu- wiffe Thiere die Reinlichkeit, so scheuen die zweifelhaften Elemente prüfen, ob der Reichstag nicht das Recht habe, gefeßlich die geständniß, daß die Aussichtslosigkeit, selbständig zu werden, die der Gesellschaft den von der Sozialdemokrazie geführten schweren Bählungen vorzunehmen. jungen Kaufleute der Sozialdemokratie zutreibe. Der frei Kampf gegen das Unrecht, in dem sie gerade ihre Nahrung finden. Abg. Schneider: Nachdem der Unterstaatssekretär die finnige Wanderprediger Fränkel machte die Zuhörer mit Bei der Kommission der Brauer und Brauerei- HilfeFrage so zugespitzt habe, dürfe man nicht darüber hinweggehen. dem Einwand graulich, daß die Verbrechen auf offener arbeiter sind eingegangen: Von Ordnern der Freien Boltsbühne Nicht blos der Reichstag, auch der Bundesrath bekomme die Straße zunähmen, wenn die Verkehrswege durch frühzeitigen 2,30 M, Matinee des Gesangvereins der Metallarbeiter durch Berufszählung. Werde eine Frage der formellen Kompetenz Schluß der Läden verfinstert würden. Die versammelten Herren Hentschte 30,60 2. streitig, so erscheine es nicht rathsam, daß der Bundesrath auf Kommerzienräthe, denen bisher derart zum Munde geredet war, die Berufszählung verzichte, weil feine Kompetenz wegen einer, wurden natürlich ganz rabiat, als ein sozialdemokratischer Kauf- Aus Nahrungssørgen hat sich am Mittwoch Morgen au der 1895er Volkszählung, angetastet werde. Das wäre Prinzipien mann für frühzeitigen Schluß der Geschäfte und zu gunsten einer früher Stunde der 88 Jahre alte Instrumentenmacher Anton reiterei. Es müsse abgestimmt werden. Marimalbegrenzung der täglichen Arbeitszeit das Wort ergriff. Wittock erhängt. Der nicht verheirathete und aus Desterreich Abg. Hasse pflichtet den Ausführungen Dr. Schneider's Wenn die oben mitgetheilte Resolution auch gegen eine kleine stammende Mann wohnte in der Wafferthorstr. 67, hat seit bei. Der Vorschlag Sige's sei ein Kompromiß. Dem Reichstag Minderheit Annahme fand, so ist damit noch feineswegs gefagt, längerer Zeit keine Beschäftigung gehabt und fonnte weber die müsse Gelegenheit gegeben werden, sich über die Volkszählung daß die Meinung der betheiligten Kreiſe dadurch zum Ausdruck Mittel zur Miethe, noch zum Unterhalt aufbringen. Die Wirthin, auszusprechen. Viele Fachleute seien der Ansicht, daß die Bolts, gekommen ist; jedenfalls denkt die Mehrheit der Berliner Kauf- Frau Gröning, fand ihn um 8 Uhr als Leiche auf. Weil er feit Monaten keine Arbeit finden konnte, hat Polizeibericht. Am 12. d. Mts. vormittags erschoß sich| Stadtv. Schröer fennzeichnete noch in einigen Ausführungen sich der Tischler Haberkorn, der am Kottbuser Damm wohnte, ein junger Mann in der Wohnung seiner Eltern in der Lands- das menschenfreundliche" Gebahren des Spandauer Magistrats, im Forst bei Johannisthal erhängt. bergerstraße. Im Laufe des Tages fanden neun Brände statt. der einem Arbeiter wohl Arbeit verschaffte, aber nur, um demselben sofort die restirenden Steuern abzuziehen, so Witterungsübersicht vom 13. Februar 1895. daß der Arbeiter als Familienvater für vier= tägige Arbeit fünfzig Pfennig erhielt. Neue Arbeiter Entlassungen stehen beim Feuerwerkslaboratorium bevor, während ohnehin schon über 2000 Arbeitslose vorhanden sind. In nächster Zeit soll eine zweite Arbeitslosenversammlung stattfinden und eine Deputation an den Magistrat entsandt werden um Arbeitsgelegenheit zu fordern. Zur einstimmigen Annahme gelangte eine Resolution, in welcher die Beseitigung der tapitalistischen Produktionsweise als Ursache der Arbeitslosigkeit erstrebt und gegen die durch die Umsturzvorlage geplante -12 Rechtlosigkeit der gesammten Arbeiterschaft energisch protestirt wird. Der bei Pinneberg verhaftete Schiffer Möser hat vor dem Untersuchungsrichter über seine Flucht folgende Angaben gemacht: Er sowohl wie der noch nicht ergriffene Richard Erpel hätten sich seit der Gefangennahme ihres Komplicen in Krossen die ganze Zeit über bei Schiffern aufgehalten oder hätten auf Stationen1. unbewohnten, überwinternden Kähnen Unterschlupf gesucht und gefunden. M. nimmt an, daß E., der gänzlich mittellos, nach Berlin zurückkehren werde. Bei der Affäre in Plößensee, dem bekannten Kampfe mit den Wächtern, will Möser nicht betheiligt gewesen sein; er sowohl wie Richard E. seien von den Wächtern zuerst abgefaßt und nothdürftig gebunden worden; an dem Streit mit Ziegler, welcher bereits blutend am Boden lag, als sie, ihrer Fesseln ledig, hinzukamen, will M. feinen Antheil gehabt haben und kennt auch die Einzelheiten der Todtschlagsaffäre angeblich nicht. Swinemünde. Hamburg Berlin Wiesbaden. München Wien Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke (- 321244211 Wetter Temperatur ( nach Celfins 650.40 R.) 9 8 763 765 764 NNO WNW 763 N Dunst Nebel wolkig bedeckt -14 763 GGD halb bedeckt -16 764 WNW bedeckt 8 764 G halb bedeckt -21 767 Still Nebel -26 762 5 bedeckt 6 766 766 Still heiter bedeckt -11 -10 Haparanda Im Verbrecheralbum hat die Kriminalpolizei jetzt eine Petersburg besondere Abtheilung eingerichtet, wo die photographischen Auf- Cork. nahmen von Hebeammen, welche sich des Verbrechens wider das Aberdin. teimende Leben schuldig gemacht haben, ihren ständigen Paris Play finden. Aus diesem Grunde wurde die Hebeamme Augufte Rieger, geb. Rogge, die sich bereits seit anfangs Wetter Prognose für Donnerstag, 14. Februar 1895. Ottober vorigen Jahres im Untersuchungsgefängniß zu Moabit Vielfach heiteres, zeitweise woltiges Wetter mit strengem befindet, nach dem Polizeipräsidium am Alexanderplatz trans- Frost und mäßigen nördlichen Winden, feine oder unerhebliche portirt, woselbst ihre photographische Aufnahme stattfand. In Niederschläge. der Straffache selber ist durch die Thätigkeit der weiblichen Kriminalvigilantinnen eine große Anzahl von Personen, besseren" Standes ermittelt worden, welche in der sogenannten Privat Entbindungsanstalt, die Frau Rieger zu Nieder- Schönhausen eingerichtet hatte, hilfreiche Aufnahme fanden. Die Straffache ist Derartig verwickelt und umfangreich, daß sie erst nach Monaten zur Aburtheilung gelangen wird. Diebstahl beim Rabbi von Plötzensee. Selbst die Angestellten der Gefängnisse sind vor Dieben nicht mehr sicher. Tem Anstaltsrabbiner des Plößenseer Gefängnisses, Herrn Levy, haben zwei Burschen, die sich als entlassene Strafgefangene bei dem Genannten hatten anmelden laffen, während einer kurzen Wartezeit einen neuen Ueberzieher entführt. Zwei Männer, denen die völlig durchnäßten Beinkleider sozusagen auf dem Leibe festgefroren waren, erzählten in einer Deftillation am Rottbuser Damm, wo sie sich durch ein heißes Getränk stärkten, eine seltsame Geschichte, wonach sie auf dem Eife des Wiesengrabens eingebrochen sein wollten. Kaum hatten die beiden das Lokal verlassen, als sich ein Polizeibeamter nach ihnen erfundigte die beiden waren Vogelfänger, waren bei dem Aufstellen von Schlingen und Leimruthen auf den Köllnischen Wiesen von dem Beamten überrascht und auf der Flucht in's Wasser gerathen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 14. Februar. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Halalt. Die stille Wache. Deutsches Theater. Weh dem, der lügt. Berliner Wetterbureau. Kunst und Wissenschaft. Professor Dr. Mommsen hat seine Stelle als Sekretär der töniglichen Akademie der Wissenschaften am Donnerstag, den 7. d. M. niedergelegt. stines62# Dersammlungen. Vermischkes. Nette Pflanzen. In Dedenburg erregt die Relegirung von 13 Realschülern, die den besten Familien der Stadt ans gehören, großes Aufsehen. Dieselben wurden wegen Diebstahls, welchen sie in Geschäften ausgeführt, verhaftet. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Sa!!) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. K. Spenden, Schönwalderstraße. Legen Sie schriftlich zunächst dar, um was es sich handelt. Troppan 100. August Bebel stammt von tatholischen Eltern. Das Reichstagshandbuch verzeichnet ihn als religionslos. = Schwerin. Der Betreffende fann nicht ihr Bruder sein. Protestpetitions Komitee. Ihre anonyme Einsendung tönnen wir nicht berücksichtigen, weil derartige Aktionen auszuführen nicht unsere Sache ist. St. B. 100. Dagegen läßt sich nichts thun. John, M. 2, Breckle. G. B. 18. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. Eine öffentliche Versammlung der Arbeitslosen in Stellen Sie jedenfalls einen Antrag. A. N. 100. WennSpandan fand am Freitag Vormittag statt und war wohl die Entlassung ohne Grund geschehen ist, können Sie wegen ungenügender Bekanntmachung schwach besucht. Dzu Ansprüche tönnen erheben. Sie für Ihre Echwester mochte wohl auch die schofle Notiz in der Spandauer Zeitung", nicht klagen, sondern der Vormund. An das Amtsgericht. wonach angeblich an demselben Tage, abends 10 Uhr,(!!!) eine 555. A. R. An die Invaliditätsversicherung Klosterstr. 41. Arbeitslosen- Versammlung stattfinden sollte, viel beigetragen A. B. 1000. Lassen Sie sich das Armenrecht bewilligen haben. Genosse Jahn referirte über die wirthschaftliche Lage und einen Rechtsanwalt beiordnen. Das gesetzliche Pflichttheil und die Arbeiterlosigkeit". Redner wies u. a. darauf hin, wie steht Ihnen zu. A. 11. 23. Das dürfen Sie nicht. Sie die gegenwärtige Lage des Weltmarktes feineswegs eine große finden die Bestimmungen in der Gewerbe- Ordnung. M. G., Arbeitslosigkeit, die man sonst auf Kapitalmangel zurück führte. Adlershof 100. Ihre Tochter kann die Alimentationstlage mit voraussetze, wenn man namentlich bedenke, wieviel Millionen deutscher Erfolg anstrengen. J. C. 95. Innerhalb 6 Monate. Rapitalien in ausländischen Papieren verloren gingen, verdient B. K. Senft. Zu einer rechtsgiltigen Verlobung bedürfen Sie von deutschen Arbeitern. Der Pflicht für Arbeitsgelegenheit au seiner Einwilligung. M. K. 103. Ja; vermuthlich Geldsorgen, suchen sich Staat und Kommune zu entziehen. Genosse strafe.- 25. K. R. Das ist noch fein giltiger Miethsvertrag. National- Theater. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Große Frankfurterñtraße 132. Sensationelle Novität! Anna Bäckers. Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft Calder Emil Thomas als Gast. Josefine Dora. Bum letzten Male: Parodie- Theater Madanie Sans- Gêne. Urania Oranien- Straße 52( am Morigpl.). Anstalt für volksthümliche Vorher: ( Direktion H. Berstraete u. G. M. Polini). O, diese Berliner! Grand Café Unfallverhütung. Die lebende Brücke. ( The span of Life.) Großes Sensationsschauspiel mit Musik in 4 Aften( 11 Bildern), neuen Defo rationen und Kostümen, nach dem Eng. lischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Große Posse mit Gesang und Tanz. Anfang 1/28 Uhr. Freitag bleibt das Theater wegen Generalprobe zu„ Unsere Rentiers" geschlossen. Sonnabend, den 16. Februar 1895: Novität! Zum 1. Male: Novität! Berliner Theater. Madame Sans- Glettr. Beleuchtungseffekte v. Zakowsky. Unsere Rentiers. Gêne. Leffing Theater. Ghismonda. Nenes Theater. Liebe von Heut. Residenz- Theater. Fernand's Ehe fontraft. Theater Unter den Linden. Der Probefuß. Schiller- Theater. Rabale und Liebe. Bellealliance- Theater. Berliebte Mädchen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. Central- Theater. D! diese Berliner. National Theater. Die lebende Brücke. Alexanderplat- Theater. Hüfung. Rein Reichshallentheater. SpezialitätenVorstellung. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 6/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag, den 17. Februar, nachm. 3 Uhr: Spiritismus, Drama in drei Aften von Carl Wald. Arrangirt vom Verein ,, Psyche!" Billets sind im Vorverkauf bei Carl Sigismund, Mauerstraße 68, und Gustav Müller Nachfl., Friedrichstr. 103, zu haben. Nur noch kurze Zeit. Circus Renz Carlstrasse. Heute Donnerstag, den 14. Februar, abends 71/2 Uhr: American- Theater. Spezialitäten Grosse brillante Vorstellung Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Voritellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Donnerstag, 14. Februar, abds. 8 Uhr: Kabale und Liebe. Freitag, 15. Februar, abends 8 Uhr: Kabale und Liebe.. Sonnabend, 16. Februar, abbs. 8 Uhr: unter Mitwirkung der hervorragendsten Künstlerinnen und Künstler. Tjo Ni En. Sensationelle Tänze, unt. and.: Original! Les grelots vivants, jeu des barbichons etc. Original! Neue Mufit- Einlagen. Außerdem das Apportirpferd Mohr, hierauf ein hippol. Potpourri, vorgef. von Hrn. R. Renz. Auftreten der Schulreiterin Frl. Wally Renz mit dem Schul. pferde Cromwell und dem Steiger Alep. Das Schulpferd Candelaber, geritten von Herrn Ernst Renz. Das irrländ. Zum 1. Male: Der Schwaben- Springpferd Blitz, geritten von Fran freich. Lunspiel in 4 Aften von Renz- Stark u. f. 1. Franz von Schönthan. Sonntag, 17. Februar, nachm, 8 Uhr: Morgen Freitag: Die Burgruine. Frauenkampf. Große Komiter- Vorstellung. Abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. Frauenkampf. Dichter- Abende. Jm Bürgersaale des Rathhauses, abds. 71/2 Uhr: Heinrich Heine- Abend. Tjo Ni En. Sonnabend, den 16. Februar, abends 71/2 Uhr: Gr. Extra- Vorstellung zum Benefiz für den beliebten Clown und Adolph Ernst- Theater August" Mr. Lavater Lee. Auftreten der ersten Pirouetteu. Courbette- Tänzerin Englands vom Prince of Wales- Theater in London. Mr. Lavater Lee wird eine Hasche mit Geld im Laden des Herrn Louis Krafft, Friedrichfraße Nr. 116( am Oranienburger Thor) ausstellen. Der Inhalt dieser Flasche wird demjenigen Besucher der Vorstellung überEin fideles Corps. liefert werden, welcher den Werth Große Gesangsposse mit Tanz. des Geldes möglichst genau rrNach dem englischen Original ,, A Gaiety rathen wird. Es wird gebeten, die Girl" von Jones Sidney, frei bearbeitet geschäßte Summe, auf einem Zettel von Eduard Jacobson und Jean Kren. verzeichnet, mit NamensunterSchrift bei Vorzeigung des Billets Vorher: Gendeball. geben. Schwant in 1 Aft von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Wilhelm Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Ginödsbofer. Kaufmann's Variété. Enormer Erfolg des neuen Februar- Programm. Naucke das Stadtgespräch Berlins, macht noch ausverkaufte Hänser. Naucke muss man sehen! Naucke's Schatten ist schwerer als Sarah Bernhard. Naucke's Ballhaus- Anna ist der Höhepunkt des Ulks. Sonntag, den 17. Februar 1895, Mittags 12 Uhr: Gr. Wohlthätigkeits- Matinée für die Hinterbliebenen der verunglückten Schiffsmannschaften des untergegangenen Schnelldampfers ,, Elbe!" Passage- Panopticum. Neu! Neu! I. Prof. Frdr. Schwinge's Wandernde Lichtbilder. II. Das Lied von der Glocke in 15 lebenden Bildern mit transparentem Hintergrund. Musik von Romberg. Sonntag: 2 Borstellungen. Nachm Der Meister: Rob. Biberti 4 Uhr( ermäßigte Preise) Die lustigen Heidelberger, abds. 71/2 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. vom Kgl. Opernhaus in Berlin. Damen- Masken, 4 hübsche, verl. bill. 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Das unruhige Haus um Mitternacht. Max und Moritz Bubenstreiche. Die Wunder- Elephanten. James Capelli. Miss Tanisan. Wilhelm Fröbel. Mary Myra Maa. Anita& Jul. Schaffeur. Truppe Largards etc. Anfang: Wochentags 7 Uhr. Sonntag: Konzert 6 Uhr, Vorstellung 7 Uhr. Kommandantenstraße Nr. 20 Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Meyer's Lexikon, Brockhaus, Brehm's Thierleben, Bücher und Bibliotheken kauft 286 Hannemann, Rochstr. 56. auch stundenweise, Buchführung, besorgt zuverläſſig Kölln, Saarbrückerstr. 7. Hirschfleisch, 26386 à Pfd. 30, 40 u. 50 Pf. st ts frisch. Hühner, Enten, Tauben billigst, empfiehlt Wild- u. Geflügelkeller A. Ritschl, 87. DresdenerBraße 87. Festfäle Oranienstr. 180. Sonnabende und Sonntage zu Verfammlungen und Tanz frei. H. 25465 GUTTMANN Stempel- u. Abzeichen- Fabrit. Brunnenstr : GRAVEUR Rannen, Satten, Maße, Milchkübel, Siebe, Tafelwaagen, Lampen, Kühlapparate, Buttermaschinen. Butterkneter, Drehrollen. Jordan, RI. Markusstr. 28. Gesangsdirigent für Dienstag wird verlangt. Meldungen bis Sonntag werden erbeten an Raabe, Ruppiner- und Schönholzerstraßen- de im Restaurant. 26406 Gingaben 75 Bi.. Briefe, Gesuche, bei Päsi, Rückerstraße 6a v. 3 Tr 2639 geradezu. b Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 38. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 19. Sigung vom 13. Februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Schönstedt und Kommissarien. Die Etatberathung wird fortgefeht beim Justizverwaltung. Donnerstag, den 14. Februar 1895. Abg. de Witt( 3.) empfiehlt zur Hebung des Ansehens des Richterstandes die Erhöhung des Anfangsgehaltes. Abg. Kirsch( 3.) spricht seine Befriedigung darüber aus, daß der Minister fein grundsätzlicher Gegner der bedingten Verurtheilung sei; die Erfahrungen in anderen Staaten würden ihn hoffentlich zu einem Freunde derselben machen. Etat der Justizminister Schönstedt: Ich bin fein Freund fleinlicher Beaufsichtigung. Die Verfügung wegen des Arbeitsbuches und Unter den Einnahmen sind angeseht aus Gerichtskosten die andere wegen der Vermögensverhältnisse der Richter sind 53 692 000 M. und aus Arbeitsverdienst der Ge- schon wieder aufgehoben worden. Von mechanischen Arbeiten, fangenen 1877 000 M. Bei den letzteren bemerkt Abg. Brandenburg( 3.), daß aus den mehr als drei Millionen, welche aus dem Arbeitsverdienst stammen, die Angehörigen der Gefangenen unterstützt werden könnten, die jetzt der Gemeinde zur Last fallen. Im Reiche werde die Verpflichtung der Justiz anerkannt, unschuldig Berurtheilte zu entschädigen; hier handele es sich um Personen, die unschuldig unter einem Urtheilsspruche leiden. B $ Versäumnißurtheilen, Kostenfestsetzungen 2c. fönnen die Richter nicht entbunden werden, weil sie dafür verantwortlich sind. Die Bestrebung nach einer Gehaltsverbesserung theile ich, ob aber etwas zu erreichen sein wird, lasse ich dahin gestellt sein. Viel leicht fann bei der Einführung der Dienstaltersstufen das zu niedrige Anfangsgehalt erhöht werden. 12. Jahrg. mit einem längeren Vortrage des Genossen Näther eingeleitet und gestaltete sich diese durch die Wortnahme zahlreicher Hedner recht anregend und aufklärend, so daß dem Wunsche nach öfterer Veranstaltung von Diskussionsabenden Rechnung getragen werden wird. Die in der jüngsten Generalversammlung des Vereins ausgesetzte Wahl eines Abtheilungskassirers erledigte die Versammlung durch Nominirung des Genossen Gräschte. Ders felbe wird der nächsten Generalversammlung zur Bestätigung in Vorschlag gebracht werden. Das Andenken des verstorbenen Vereinsmitgliedes Dörffer( Buchdrucker) ehrte die Versamm lung in üblicher Weise. Reinickendorf. Der Frauen- und Mädchen- Bildungsverein Eintracht" hielt am 8. Februar nach langer Unterbrechung eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag über das Thema: Die Erziehung der Kinder. Eine Diskussion folgte dem interessanten Vortrage nicht und erreichte die Vers fammlung nach der Erledigung einiger Vereins- Angelegenheiten ihr Ende. Daß Abg. Klafing( t.) bestreitet, daß die Vertagungen in den Zivilprozessen auf die Schuld der Anwälte zurückzuführen ist; Justizminister Schönstedt: Der Anregung des Vorredners die Schuld liege an der Mündlichkeit des Verfahrens, welches Folge zu leisten, wäre nur im Wege eines Gesezes möglich. nach dem Urtheil älterer Richter für den Zivilprozeß verfehlt leber die Verwendung des Arbeitsverdienstes der Gefangenen ist und an der Praxis auch längst gescheitert ist.( Zustimmung 12. Februar eine öffentliche Kommunalwähler Versammlung Charlottenburg. Im Lokale Bismarckshöhe" fand am durch eine Kabinetsordre in einer für die Justizverwaltung rechts.) Durchführbar ist es nur durch solche Korrekturen, die bindenden Weise Verfügung getroffen. Auch der Finanzminister das Prinzip fast vollständig beseitigen; das Verfahren beruht fast statt. Das Referat über:" Die bevorstehende Stichwahl" hielt hat sich ablehnend verhalten. Ich muß dagegen Verwahrung nur noch auf den Akten. Gegenüber dem alten preußischen die Forderungen der Sozialdemokratie auf kommunalem Gebiete Stadtverordneter Bruns Berlin, der in eingehendster Weise cinlegen, daß irgend eine Verpflichtung des Staates, für die Zivilprozeß haben wir einen erheblichen Rückschritt gemacht. erläuterte und begründete. Der Vortrag sand allseitige Bu Familie eines Verurtheilten zu sorgen, bestände. Bezüglich der bedingten Verurtheilung stehen wir auf dem StandDie Einnahmen werden bewilligt. Bei dem Ausgabetitel punkt des Ministers. stimmung. Weite Kreise beschäftigen sich mit der Stadtverordneter Beyer und Genosse Schulz Ministergehalt schildert Frage der Zusammenfegung des Richterstandes, zu welchem sich fritisirten einige örtliche Verhältnisse. Gigenthümlich berührte am Rammergerichte herrschen. Zehn bis zwölf Sachen ständen gebot größer ist als die Nachfrage. Die Justiz fann sich nicht von 4500 auf 9000 M. durchfegen wollte, während einige Zeit darauf, Abg. Rintelen( Bentrum) die unleidlichen Zustände, die immer weitere Streise der Bevölkerung drängen, sodaß das Andie Mittheilung, daß der Oberbürgermeister Fritsche bei der Neuwahl des Kämmerers eine Verdoppelung des Anfangsgehaltes immer auf dem Terminzettel, die natürlich nicht gründlich er- die besten Kräfte aussuchen. Die Post und die Eisenbahnen, soledigt werden könnten, selbst wenn ſechs- oder achtstündige wie die Verwaltung suchen sich die besten Assessoren aus; der als ein Antrag unserer Vertreter auf Erhöhung der Lehrergehälter Sigungen abgehalten würden. Daher komme es, daß die Richter Justiz bleibt der Rest, in dem sich Elemente finden, die unter allen und der Löhne städtischer Arbeiter einging, bezw. zur Debatte stand, 21 v. H. der Urtheile des Kammergerichts bei der Revision( Sehr richtig! rechts.) Für die betheiligten Richter ist eine Gehalts Charlottenburg Großstadt werden soll, zeige die Fürsorge der überbürdet seien, daß die Urtheile darunter leiden. 1882 wurden Umständen im Interesse des Staates fern gehalten werden müssen. derselbe entschieden in Abrede stellte, daß die wirthschaftlichen Verbältnisse sich in den letzten Jahren verschlechtert hätten. faffirt, 1890 dagegen 87,52 v. H. und 1892 33,7 v. H., also über und Rangerhöhung sehr erfreulich, aber das ist äußerlich, die Ver- Stadtverwaltung für Beseitigung des Schnees. Troy der großen ein Drittel aller Urtheile. Die Mündlichkeit des Verfahrens sei stärkung des Ansehens muß von innen heraus erfolgen; schon bei der erheblich eingeschränkt; es Schriftlichkeit um sich. Wit enimmer mehr die Auswahl von Personen muß darauf gefehen werden. Der König Schaaren Arbeitsloſer iſt das Straßenreinigungs Personal kaun Palliativmitteln sei nicht zu ernennt die Beamten, das sollten alle diejenigen bedenken, welche mitgetheilt, daß gegen die am 28. Januar erfolgte Wahl um 100 Mann verstärkt worden. Vom Genossen Görke wurde helfen, die Zivil- Prozeßordnung muß auf grund der fünfzehn mit dem Bestehen des Examens ein Anrecht auf eine Stellung wiederum ein Wahlprotest, diesmal von den Antisemiten, vorjährigen Erfahrungen gründlich revidirt werden. im Staate zu haben glauben. Das Examen beweist nur die liege. Es ist sehr wahrscheinlich, daß bei Wahl seiner Person Justizminister Schönstedt weist auf die von seinem Amts- Tauglichkeit, giebt aber feinen Anspruch. Dieser Handhabe sollte dem Protest stattgegeben und die Wahl nochmals für ungiltig er. rorgänger vorbereitete Revision der Zivil Prozeßordnung hin. sich die Justizverwaltung bedienen; man sollte die Grnennung flärt werden dürfte. Trotz dieser Manöver werde es den Gegnern Es ist ein Programm aufgestellt worden, welches auf grund der zum Gerichtsassessor nur denen geben, die man anstellen will. vorliegenden Erfahrung eine ganze Reihe von Fragen aufstellt, Justizmininer Schönstedt: Die Justizverwaltung muß zum faum gelingen, der Sozialdemokratie diesen Wahlbezirk wieder deren Beantwortung durch eine Kommission im Reichsjustizami Vorbereitungsdienst alle die aufnehmen, die in irgend einem entreißen; auch bei einer nochmaligen Wahl sei der Sieg erfolgen wird. Ein großer Theil der von dem Abg. Nintelen Zweige des Staatsdienstes Versorgung zu finden hoffen. G3 be- ficher, sobald alle wahlberechtigten Genossen Mann für Mann erörterten Punkte befindet sich in dem aufgestellten Programm. fteht die Praxis, daß alle anderen Berwaltungen ihren Bedarf ihre Stimme abgeben. Genosse Flemming gab bekannt, daß Wenn im übrigen der Abg. Rintelen die Zustände am hiesigen an juristisch vorgebildeten Beamten ain Sonntag Vormittag eine Flugblattverbreitung stattfinder. Kammergericht einer auf Erfahrung gestützten Kritik unterzogen tüchtigsten Assessoren nehmen, welche die Staatsprüfung Lokale des Genossen Krause, Bismarckstr. 74, einzufinden. Eine Jeder, der sich daran betheiligen will, habe sich früh 7 Uhr im hat, so will ich ihm nicht widersprechen, möchte jedoch nicht ohne mit Gut" bestanden haben, deshalb bleibt in der Juiz weitere Kommunalwähler- Versammlung ist für Sonntag Nachweiteres zugeben, daß alle diese Uebelſtände sich aus der Zivil- verwaltung eine große Zahl minderwerthiger Elemente zurück. mittag 3 Uhr nach dem Lotal von Triefethau, Sophienprozeßordnung ergeben. Ich möchte es auch nicht für angezeigt Nach unserer hundertjährigen Praxis giebt das Examen doch eine Charlottenstraße, einberufen. Die Stichwahl selbst findet am halten, aus den immerhin außergewöhnlichen Zuständen bei gewisse Anwartschaft auf die Anstellung im Juſtizdienst. Für 18. Februar( Montag) in der Zeit von früh 9 bis abends 8 Uhr den Berliner Gerichten Schlüsse zu ziehen auf die Zustände die Zukunit könnte vielleicht der Grundsay, daß das Bestehen statt. Es wurde nech besonders darauf hingewiesen, daß jeder der Rechtspflege in den übrigen Theilen der Monarchie. des Assessorexamens einen Anspruch auf Anstellung nicht giebt, so früh wie möglich sein Wahlrecht ausüben solle, damit am Es ist selbstverständlich, daß in ciner Stadt, wie Berlin, mit flarer ausgesprochen werden, aber darunter dürfen die, welche Abend der Audrang nicht zu groß werde. einem so außerordentlich lebhaften Aufschwunge, Anforderungen bereits unter anderen Voraussetzungen eingetreten find, nicht an die Gerichte gestellt werden, die nicht ohne weiteres erfüllt leiden. Es giebt ja manche Elemente, die für den Richterdienst Barbier und Friseurgehilfen. Deffentliche Versammlung abends werden können. Ich gebe zu, daß ein Theil dieser Uebelstände meniger geeignet sind und auch vielleicht dem Ansehen der Justiz 10% or, in den Arminhallen, kommandantenſtr. 20. Tagesordnung: Die auf Bestimmungen der Zivil Prozeßordnung zurückzuführen ist, schaden, und das sucht man in der Praxis möglichst Forderung der Gehilfen an die Arbeitgeber betreffend Berkürzung der Arbeitsund dazu rechne ich die außerordentlich häufige Bertagung der zu überwinden. anstehenden Termine, auf welche sich der Richter vergeblich vorbereitet hat. Ich halte es aber nicht für richtig, an den grundlegenden Prinzipien der Zivil Prozeßordnung in dem Sinne zu rütteln, taß wieder zu dem alten Verfahren zurückgekehrt wird. Ich hoffe, daß es der Kommission gelingen wird, diese Mißstände zu beseitigen, welche zurückzuführen sind auf die Handhabung der Zivil Prozeßordnung durch die Gerichte und namentlich durch die Rechtsanwälte, welche zu häufig die Vertagung beantragen, namentlich wenn sie auf mehreren Stellen zu gleicher Zeit zu vertreten haben. Ich habe häufig den Anwälten anheimgegeben, durch Assoziationen mit anderen Anwälten diese Echwierigteiten zu überwinden zu suchen. = " aus den besten und Abg. Eckels( ntl.): Das Ergebniß der vom Abg. Klasing gemachten Vorschläge würde sein, daß die ausgeschlossenen Elemente sich noch mehr als bisher der Rechtsanwaltschaft zuwenden. Abg. Lohmann( ntl.): Wenn Herr Klasing einen solchen schwerwiegenden Vorschlag macht, dann sollte er auch die Regeln dafür angeben, sonst tönnten noch viel mehr Elemente in den Anwaltstand kommen, die ihm nicht zur Ehre gereichen. Abg. Parifins( cfr. Vp.) tritt ebenfalls für die tedingte Verurtheilung ein und erklärt, daß nach seiner Beobachtung Richter und Publikum in der neuen Zivil- Prozeßordnung einen Rückschritt erblicken. Baget zeit an Wochentagen u s. w. Referent A. Meyer- Hamburg. Lese- und Diskutirklub Aufklärung". Jeden Donnerstag, abends 8 1hr, bei 2. Ferger, Sebaftianur. 72, Sizung. 8-10% Uhr: Mord Gaule, Müllerstr. 179a; Geschichte( Mittelalter). Arbeiter Bildungesdule. Donnerstag, Abends 7-8% Uhr: Leftüre; Südost: Schule, Waltemai str. 14: Naturerkenntniß. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Tamen und Herren, jeder Zeit auf: genommen. mann, Pastwalkerfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten arbeiter- Sängerband Berlins und Umgegend. Borsigender Av. Neuan iietrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis et. urban, Annenstr. 9, bei Albert Prog. 11 Uhr: uebungssunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor fchaft I, Brunnenstr. 143 bei Fischer. Gesangverein Freund Kornblume, Gr. Frantfurterfir. 183 bei Bold. Borwärts II, Schönhauser Allee 28 bei Kelle. Frühlingslus, Pülewir. 59, bei Werner.- Brezelfchluß, Annen= entsch- Bilmersdorf, Berlinerftraße Nr. 40 bei Klingenberg. fraße 16, Louisen städtisches Klubbaus( Ghrenberg). Dorfglöcklein, nicht, Stegliz, Schloßstr. 66a, Zur Börse. Borar, Manteuffelstr. 9 bei Rewad.- Sarmonie 1, Tempelhof, Dorfir, 18 b. Gerth.- SteinfegerGängerchor, Sustanien Allee Nr. 28 bet Fiebiger. Kreuzberger Harmonie, Schönleinfir. 6 bei Kraas. Flöter'scher Gesang berein, korvenir. 47 bet Wilhelm Lorenz. Gängerchor Berliner ürschner, Weinfir. 11 bet Feindt. Arbeiter- Gefangverein Oranien= Wilmersdorf, Gügelfir., b. Liebelt.- ft- und Westpreußischer Wännerburger Borstadt, Hochstr. 32a bei N. Wilte. Abendroth, DeutschGeiangverein, Srautstr. 6 bet Rudolf Arbeiter- Gesango. Morgen roth IV, Köpenick, bet Wollstein, Adlershof, Bismardstraße.- Gefangverei Wölterfrühling, Echügen firaße Nr 33 bei Otto. Gintracht II, ottenede bet terehof, Ropniderstraße bet Witte. Arion II, Prenzlauer Allee 28 bei Rietel. Butun ft III, Belten i. d. Mart, Wilhelmstr. 19 tm Stab".- 2iebes Echo, Reichenbergerstr. 118 bet stoppen.- Treu und Hotel W. Grunow. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29 Sum eichenen est, Rebuserjir. 5 bet Nemit. Bruderbund, Lübbener- u. Görliger Straßen- Ecke. Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Arbeiter rob finn II, Friedrichsberg, Warthenbergstr 67 bet Lange. unge Giche, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße 11 bei 2. Hartmann. Gesangverein Bineta, Kastanien- Allee 11 bet Augustin. Gesangverein Alpeniöslein, Bergfir. 60 bei Hilgenfeld. Arbetter- Gefangv. Gin= ir a dh; t Ill, Eberswalde, Gisenbahnstr. 77 bei Düball. Gefango. Oberon, Kommandantenfir. 20, Armin hallen. Alpenrose, Forsterstr. 22 bei ilgner. Edelweiß III, Wolltnerftr. 62. Sängerrunde, Naunyn fraße 37 bet Jablonsti. Morgenroth I, Stummelsburg, Türrschmidt. Bubcil.- Gesangverein Morgengrauen, Neue Friedrichftr. 44 bei Rölig. fuaße 83 bei@ chiöder. Gesangverein Widerhall, Naunynstr. 86 hei Gefangverein yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei Waschesti. Gesangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39,„ Bis. maicstöbe"- Frisch zur Freiheit, Lindenftr. 108 bei Frip Bubett. penic, Rofentir. 101 bei Treppens. Gefangverein Freundschaft", innenfir. 143 bei Fischer. aufugelweg. Edelweiß III, Wolltnerstr. 62, Restaurant. Abg. von Schalscha( 3.): Eine Auswahl der Richter sollte Abg. Noeren( Zentrum) geht auf die bedingte Verstattfinden; man sollte die Rechtlichkeit der Familie in Betracht urtheilung ein, über welche die Justizverwaltung bereits die ziehen. Denn in der Kinderstube werden oft lage Grundfäße Gutachten der Gerichte eingeholt hat. Gegenüber der stetig eingefogen, die fein Examen beseitigen kann. Wenn z. B. in wachsenden Zahl der Verurtheilten, für welche die Gefängnisse einer Familie vielleicht schon vom Großvater start gewudert nicht mehr ausreichen, die auch noch immer steigen wird mit wird, so kann ein aus einer solchen Familie stammender Richter der zunehmenden Zusammendrängung der Bevölkerung, muß bei Anwendung des Wuchergesetzes zu seltsamen Dingen kommen. das Strafsystem geändert werden, damit der Hauptzweck Abg. Wurmbach( ntl.) empfiehlt die Einführung des Dienst der Strafe: die Besserung, vollständiger erreicht wird. Gewisse altersstufen- Systems für die Richter. Beltstreife finden in der furzen Gefängnißstrafe keine Schande Minister Schönstedt: Ich stehe zu dieser Frage ebenso mehr. Anders steht es bei denen, die zum ersten Male ver- wie mein Amtsvorgänger, dem es nur nicht gelungen ist, eine urtheilt werden, vielleicht wegen eines in der Empörung, Ueber- geeignete Grundlage für die Einführung dieses Eystems mit dem eilung oder Noth begangenen Bergehens. Die erste Strafe ist Finanzminister zu vereinbaren. Es wird jetzt eine neue Vorlage dann manchmal der Anfang einer Verbrecherlaufbahn. In im Justizministerium ausgearbeitet. anderen Staaten ist nach Einführung der bedingten Verurtheilung 1 1 -Abg. v. Heereman( 3.): Bei allen die Rechtspflege bedie Zahl der Rückfälligen erheblich zurückgegangen, so z. B. in treffenden Fragen tann man nicht vorsichtig und empfindlich genug Belgien, Frankreich, England 2c. Diese Erfahrungen lassen an der fein; es muß dabei alles auf gesetzlicher Basis, frei von jeder Zweckmäßigkeit dieser Maßregel taum noch zweifeln. Die öffent- Willtür geschehen. Die Anstellung der Richter: ferfolgt durch liche Verhandlung und Verurtheilung gegen einen Angeklagten ist den Monarchen, der aber sein Recht nach bestimmten Normen eine Sühne für das Bergehen; in der bedingten Verurtheilung ausübt. Eine Auswahl der Personen durch den Minifter liegt ein Anreiz, von der Bahn des Vergehens wieder abzugehen. dürfte nicht erfolgen; der Ausschluß gewisser Personen müßte Das Begnadigungsrecht kann dieselbe Wirkung nicht haben, gefeßlich erfolgen. Ein Minister würde auch solche Befugniß denn es läßt die Gnade walten ohne Rücksicht auf den Zweck wohl nicht gern übernehmen wollen, weil er sich den beftigften der Strafe. Refriminationen aussehen würde. Der preußische Richtersand Solidarität, Oranienstraße Nr. 109 bet Greifer. Glasarbetter, Justizminister Schönstedt: Ueber die Frage der bedingten hat den Bewegungen und den momentanen Tendenzen der Zeit Verurtheilung hat schon 1890 mein Amtsvorgänger die Gut- viel zu sehr nachgegeben, wenn auch nur unbewußt. Glemente, Gefangverein Gängerluft", Werder a. C. achten der Oberlandesgerichts- Präsidenten und der Ober- Staats die sich als Referendare schon nicht bewährt haben, tönnten gels- u. Diskutirkiube. Donnerßag. Diengen, bends 8% 1hr, anwälte eingefordert, welche sich mit einer Ausnahme wenigstens grund bestimmter Thatsachen ausgeschlossen werden. bei Echröder, Wiesenfir. 39. Neue Zeit, Abends 8 Uhr, Bogenftr. 40, bei zur Zeit gegen die bedingte Verurtheilung erklärten, haupt- Abg. Graf Limburg- Stirum( f.) bestreitet, daß die Krone Giesboit.- Eüd- Ost, bet Toitsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Gce. fächlich weil es noch an Erfahrungen über die Bewährung dieses an bestimmte Normen gebunden sei bei Ernennung der Richter. bends 6% uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32, Treptow. Klub der Freunde bei Gnast, Puttbuserstraße 32.- Bajenclever, Instituts in anderen Ländern fehlt. Diese Beamten haben Eine Auswahl der Personen, welche in Beamtenstellen kommen, osialistischer Befe und Distutirtlub, Abends 8% Uhr, selbstverständlich auch ihre untergebenen Beamten be, muß stattfinden; das kann nicht gesetzlich geregelt werden. Man Reichenbergerfir. 157, Gigung. August Getb Abends 9 Uhr im fragt, so daß diese Gutachten auch der Meinung hat zu wählen zwischen der Möglichkeit, unsichere Elemente in testaurant Bubeil. der überwiegenden Mehrheit gund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. der Beamten der erften den Beamtenstand zu bekommen, und zwischen der anderen Mög- ale zuschriften den Bund betreffend sind zu richten an: B. Gent, Instanz entsprechen. Auch der Minister des Innern hat über lichkeit, daß einmal jemand zu unrecht ausgeschlossen wird. Die Adalberisir. 95. Donnerstag: Rauchtlub Graue Wolte, krautftr. 48, Diese Frage die Gutachten der Oberpräsidenten, der Regierungs- erstere Möglichkeit ist bedenklicher. Humuristischer Klub Universum, Veteranenstr. 18, bei Schulz. präsidenten und einer Anzahl hervorragender Strafanstalts- Abg. von Heereman: Der Monarch ist nicht gebunden, Schirmer, Abends 9-10.- Rauchflub Erholung, Reichenbergerftr. 24 bet Gefelliger Klub der alten Moabiter, Embener- u. Wadenserftr.- Ecke bei Direktoren eingefordert. Auch hiervon war die Mehrheit zur fondern er hat sich selbst gebunden durch die über das Examen Danschte. Rauchklub Brüderlichteit, Pücklerstr. 67 bet Schuhmacher. Zeit gegen die Einführung der bedingten Berurtheilung. Auf erlaffenen Bestimmungen. Eine Auswahl kann nicht stattfinden, Fichte IV. Männerabtheilung turnt jeden Donnerstag, abends von 8 bis Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Donnertag. Turnverein demfelben Standpunkt stand ein Kongreß der Gefängnißbeamten wenn die Personen am Ende ibrer Ausbildung stehen, sondern io uhr, Gemeindeschul- Turnhalle Stephanfir. 3( Moabit). Gefangverein in Hamburg 1891. Ein Juristentag in Köln, dessen Mehrheit das muß vorher geschehen. Aber nur Charakter und Persön yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergstr. 17. Suchsdorf'fer aus rheinischen Juristen bestand, die mehr unter dem Eindruck lichkeit darf geprüft werden, andere Umstände sollen nicht in be. Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsunde bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12.- Gefangverein Jugendfreuden, der Erfahrungen in Belgien standen, hat sich allerdings dafür tracht kommen. Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstr. 57. ausgesprochen, aber die dort gefaßte Resolution beschäftigte sich Das Gehalt des Ministers wird bewilligt. Arbeiter Zitherverein Ginigtett, Abends 49 Uhr Uebungsstunde bet mehr mit den Uebelständen der kurzzeitigen Gefängnißrafen. Ich jeden Tonnerstag, abends 9 Uhr bei Neumann, Lothringerstr. 105.- Geselliger ftehe dieser Frage grundsäglich nicht ablehnend gegenüber. 11 Uhr vertagt. Arbeiterverein Hoffnung bei Gittler, Mariannenstraß 48. Alle 14 Tage Die bedingte Ve urtheilung würde allerdings von wesentlichem, Abends 8 Uhr. Bergnügungs- und Touristentlub Freie Brüder, Abends 9 Uhr bei Noll, Adalbertstr. 21.finanziellem Vortheil sein, besonders wenn in solchem Umfange Nuderverein Vorwärts, abends 19 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20.- Statflub Sanfter davon Gebrauch gemacht wird wie in Belgien. Wir dürfen aber Heinrich b. H. Brandt, Reichenbergerstr. 122.- Stattlub süd, Donnerstag diesen Schritt nicht thun, ohne weitere Erfahrungen gesammelt zu Abends 8 Uhr, im Lokal von Paul Müller, Gräfeitr. 31. haben. Gerade in jetziger Zeit, wo die Autorität des Raudtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boeckhstr. 21. Rauchklub ernipige, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorfers Staates und der Behörden als geschwächt erscheint, Der sozialdemokratische Wahlverein für den sechsten straße 8. Hauchklub Pfeifendeckel, Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, würde es nicht angemessen sein, mit solchem Gesetz hervor Berliner Reichstags- Wahlkreis( Abtheilung Moabit) hatte angetr. 24. Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Sobr, Naunyns zutreten, wodurch eine große Menge von Verurtheilungen nicht am 12. Februar einen Diskussionsabend veranstaltet. Zur Erstraße 78.- Rauchklub Waldesgrün, Forsterstr. 19 bei Krüger. Verein Stenographenischule ,; 8-11 Uhr: unentgeltlicher Unter zur Ausführung táme. örterung stand das Erfurter Programm. Die Diskussion wurdericht und Uebungsstunde für Schüler und Giwachsene, Annenstr. 9. Um 434 Uhr wird die weitere Berathung bis Donnerstag Nowak, Manteuffelstraße Nr. 9.- Bitherklub Gleich beit, Uebungsstunden Versammlungen. M 1 Sozialdemokratischer Wahlverein Unserm Freund und Genossen Hugo| Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat Dieter zu seinem heutigen Wiegenieite sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr.[ 26116 ein donnerndes Hoch, daß die Trift 26476 für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. fraße wackelt. Donnerstag, den 14. Febr., abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Zubeil, Lindenstrasse 106: 1 General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über seine Thätigkeit. 2. Rechnungslegung des Kassirers vom legten Vierteljahr. 3. Vorstandswahl. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 13/ 26* für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. C. 5. V. B. J. B. Unserm Piropienbruder Wilhelm Bachr zu seinem heutigen Wiegenfefte ein dreimal donnerndes Hoch! Der Pfropfen- Verein Wedding". Wilhelm, es heilt alles wieder. 2643b Für die rege Betheiligung und die Kranzspende bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, jagen wir allen Bekannten, Freunden und Verwandten, sowie dem Gefang Berein unsern herzlichsten Dank. Wittwe Anna Schummel nebst Kindern. Heute, Donnerstag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, imm ,, Louisenstädtischen Konzerthaus", Alte Jakobstraße Str. 37: 26456 Große Versammlung.( Näheres die Anschlagfäulen.) Gäste haben Zutritt. [ 302/2] Der Vorstand. Sozialdemokr. Partei- Versammlung des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises int ,, Keller's Fest- Sälen, Soppenstraße Nr. 29, am Freitag, den 15. Februar, abends 8 Uhr. Tages Ordnung: M 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten W. Liebknecht über: Die Presse und ihre Bedeutung". 2. Spedition des Vorwärts" durch die Genossen. " 268/15 Die Vertrauensleute des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Freie Volksbühne. Sonntag, den 17. Februar: Nachmittags 3 Uhr. II. Abtheilung, VII. Serie( Lessing Theater): Der Geizige. Borher: Cavalleria rusticana. Die Vorstellung der V. Abtheilung im National- Theater findet nicht Sonntag, den 17. Februar, sondern Sonntag, den 24. Februar, statt. Neue Mitglieder können nur für die VI. und VII. Abtheilung aufgenommen werden. Die Inhaberin der verlorenen Damenuhr wird gebeten, sich bei dem Unterzeichneten zu melden. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 300/5 Beerdigungs- Verein Berliner Zimmerlente. Sonnabend, den 16. Februar, findet im Feen- Palast ein Grosser Wiener Maskenball statt, wozu die Mitglieder eingeladen werden, recht zahlreich zu erscheinen. Um 12 Uhr Demastirung. Die beiden besten und die beiden originellsten Damen- und Herren- Masten erhalten eine Prämie. Billets à 50 Pf. find vorher bei den unterzeichneten Komiteemitgliedern zu haben: Klebb, Mariendorferstraße 2; Gieche, Andreasstr. 59, 3 Tr.; Girke, Naunynftr. 62, 3 Tr.; Mahn, Gisenbahnstr. 31, 2 Tr.; Dietrich, Bahnstr. 43, Schöneberg; Schacht, Trescowstr. 23, Seitenfl. 1 Tr.; Schultz, Pappel- Allee 5a, Quergeb. 3 Tr.; Blankenburg, Chorinerstr. 60 Hof part.; Rau, Langestr. 33 Hof part.; Richter, Diedenhofenerstr. 9, Seitenfl. 2 Tr., außerdem bei Herrn Dorn, Spittelmarkt- und Seydelstraßen Ecke im Restaurant, Herrn Württemberg, Teltowerstr. 13a, Seitenfl. 4 Tr.; und Herrn Bandelow, Langestraße 13, im Restaurant. Anfang 8 Uhr. 295/12] Das Komitee. J. A.: August Klebb, Mariendorferfir. 2. Gr. Wiener Maskenball arrangirt vom Verein der Kistenmacher am Sonnabend, den 16. Februar, im Lokale des Herrn Nieft, Weberstraße 17. Arbeitslose Mitglieder baben freien Zutritt. Die beste Damen- und die beste Herren- Maske wird prämiirt. Billets à 40 Pf. sind bei allen Vorstandsmitgliedern und im Arbeits: Nachweis, Wallner- Theaterstraße 20, zu haben. Uormarls Beliebter Berliner Kümmel H. Biller Berlin, Überall zu habent Gesellichgeschütst Vorwärts in das Beßte für den Magen. Vorwärts kostet nur ½ Liter- Flasche Wik. 1.156/14 Vorwärts wird in allen Destillationen und Restaurationen 16352 glasweise ausgeschänkt. Die Beleidigung gegen die Wittwe Anna Schnappke nehme ich hiermit zurück und erkläre dieselbe für ehrenhaft. 2641b Frau Großer. Soeben erschienen: Prostitution oder Produktion? Eigenthum oder Ehe? Studie zur Frauenbewegung von Johanna Löwenherz. Im Selbstverlage der Verfasserin. Preis M. 1,50. Versandt durch die Verlags- Buchhandlung der ,, Rhein. Zeitung", Köln. zu beziehen durch jede Buchhandlung. Wird die Sozialdemokratie den Frauen Wort halten? Sonder- Abdruck aus der Studie ,, Prostitution oder Produktion, Eigenthum oder Ehe"? Bon Johanna Löwenherz. Preis: 0,20 M. In Partien Rabatt. Agentur für Berlin: Fr. 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