Str. 247 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 122 Bezugspreis: Für den Monat Mai 5800 2. soraus zahlbar. Unter Kreuzband file Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Zuremburg 7800 M., für das übrige Ausland 9800 M. Postbezugspreis freibleiben d. Bostbestellungen sehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Lugemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowatei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. Beilage Bolt und Beit", der Unter altungsbeilage.Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Rleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: Gozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 200 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 1500 M. Reklamezeile 750 M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 500 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 250 M. Stellengesuche das erste Wort 250 M., jedes weitere Wort 200 M. 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Allerdings gebe er zu, hereingebrochen ist. Man wußte und der Reichsbankpräsi Kammerdebatte über die Ruhrkredite kam es zu außerordentlich daß man den ungeheuren Charakter der Aktion nicht hätte dent hat es in seiner Rede vom 23. April vor dem Zentrallebhaften 3 usammenstößen zwischen Tardieu und Poin- poraussehen fönnen. Poincaré habe unrecht gehabt, auf die 8u- ausschuß der Reichsbank öffentlich bestätigt, daß der neue caré. Tardieu entwidelte seine ganze Theorie von der unzu- fammenarbeit mit den Deutschen und auf deren guten Willen Martsturz wesentlich mitverschuldet ist durch Treibereien der länglichen Vorbereitung und unzulänglichen Durch- zu zählen. Er wolle gern beweisen, daß man noch unter dem Regime Spekulation im weitesten Sinne. Herr Havenstein hat daführung der Ruhraffion, erklärte jedoch, daß er für die kredite om 11. Januar lebe.( Poincaré bestreitet das durch einen Zwischen- mals betont, daß auch ernste Kreise der Wirtschaft das ruf.) Tardieu fagt, es sei klar, daß gewisse Erklärungen Recht zu haben glaubten, sich nicht nur für den zwingenden Briands im Genat die Aufgaben feiner Nachfolger nicht er- Bedarf einer nahen Zukunft, sondern auch weiterhin auf leichtert hätten, worauf Briand erwidert, die, die den Feind mit Vorratoder für Devisen, die sie abgestoßen hatten, mit feinen Fahnen hätten in die Heimat zurückkehren laffen, hätten die großen Beträgen einzudecken und selbst vor KonzernAufgabe seiner Nachfolger nicht erleichtert. Tardieu erklärt, die aufträgen nicht zurückschreckten". Ganz richtig hat er damals Führer der Armee hätten die Bedingungen des Waffenftill gesagt, daß diese Treibereien die Kampffront an der Ruhr schwächen, ihr in den Rücken fallen. stand es aufgezwungen und spricht alsdann über Attentate gegen die französischen Soldaten stimmen werde. Poincaré stellte darauf die Bertrauensfrage in erweitertem Sinne, indem er verlangte, daß man nicht nur für die Kredite stimmen, sondern auch die Politit im allgemeinen gutzuheißen habe. Poincaré hai augenblicklich das Wort und spricht bereits über eine halbe Stunde. In den Wandelgängen der Kammer bezeichnet man die Situation als nicht ungefährlich für die Regierung. Ein Teil der Abgeordneten gab jogar der Meinung Ausdrud, daß Poincaré eine Gelegenheit suche, um die Regierung aus der Hand zu geben. Paris, 29. mai. Mitternacht.( Eca.) Nachdem in der heufigen Kammerfihung infolge des Auftretens von Tardieu die Sifuation für die Regierung eine Zeitlang fehr fritisch gefchienen hatte, verstand es Poincaré in einer mehr als einstündigen Rede, die Stimmung wieder vollkommen zugunsten feiner Auffassung zu wenden. Schließlich wurden die Ruhrkredite gleichzeitig mit einem Bertrauensvotum für die Regierung mit der ungeheuren Mehrheit von 505 gegen 67 Stimmen angenommen. Uus dem Abstimmungsergebnis ist ersichtlich, daß auch die bürgerliche£ inte faft gefchloffen für Poincaré gestimmt hat. Paris, 29. Mai.( MTB.) Im Verlauf der Debatte über die Budgetzwölftel für den Monat Juni erhob der Abgeordnete Brousse Proteft gegen den Senat und die Art, wie er das Budget bis jetzt berate, die auf eine Obstruktion hinauslaufe. Der Bizepräsident Arago protestierte gegen die beleidigenden Borte, die über den Senat gebraucht werden. Das Mitglied der Rechten, Major Joffe, feßte troßdem die Angriffe gegen den Senat fort und es entstand ein ungeheurer Lärm. Wer unter dem Eindruck dieser Tatsachen und Mitteilunim Ruhrgebiet. Boincaré behauptet, jedesmal, wenn derartige An- gen erwartet hatte, daß der Reichsbankpräsident die vom griffe erfolgten, würde geschoffen und allgemein feien auch die An- Reichstag eingeleitete Untersuchung der Treigreifer getötet worden. Diese Bemertung rief auf der äußersten Linfen Broteste hervor. Tardieu jetzt feine Kritit bereien gegen die Mart in der gestrigen Gigung des Unterfort und wirft namentlich der Regierung vor, daß man nicht vom fuchungsausschusses benußen würde, um seinerseits rückhaltios Anbeginn der Besetzung zur Ausbeutung des Ruhrgebiets geschritten die Gründe des Marksturzes aufzudecken, der mußte gestern fei. Auf die Bemerkung, daß vielleicht die Saboteure nicht eine Enttäuschung erleben. Man hätte wünschn mögen, streng genug bestraft seien, erwidert Poincaré: Das sagen daß die Millionen, die unter dem Druck der Teuerung Hunger Sie am Tage der Hinrichtung Schlageters! Schließlich bespricht Tardieu die Beschlagnahme der Rots. leiben, es persönlich mit erleben durften, die Verteidigungsrede und Rohlenvorräte, von der er behauptet, sie sei nicht genug vorbe dieses Mannes zu hören, die in Wirklichkeit darauf angelegt reitet worden. Die Autorität im Ruhrgebiet habe feine Grund- war, das Treiben der Spekulanten zu vertuschen. Der sonst so lage. Tardieu bedauert, daß General Degoutte nicht von An- müde Herr Havenstein, dessen Worte kaum zwei Meter im fang an die Operationen geleitet habe und betont, daß vor allem Umkreise seines Plates verständlich waren, wies unermüdlich ein Einverständnis zwischen der Rheinlandkommission und Paris darauf hin, daß er mit seinen oben wiedergegebenen Worten notwendig gewesen wäre. Gewisse Ordonnanzen des Generals nicht das gemeint habe, was er gesagt hat. Er Degoutte feien wochenlang in Paris verzögert worden. Poin habe gar feine speziellen Fälle im Auge gehabt, und der Vorcaré widerspricht dem und ergreift nochmals das Wort. wurf, den man einzelnen Wirtschaftskreisen mache, sei durchaus unberechtigt, da sie nur unbewußt" zum Schaden der Allgemeinheit gehandelt haben. England winkt ab. Die deutsche Sondierung unerwünscht. Herr Havenstein scheint für Tatsachen, die ihm unbequem London, 29. mai.( WTB.) Reuter erfährt zu der bekannt- find, ein sehr furzes Gedächtnis zu haben. Denn seit lich( nach WTB. Red. d. B.) unrichtigen meldung, über einen dem Erlaß der ersten Devisenverordnung vom Oktober vorigen Besuch dreier deutscher Vertreter in London, die bei der englischen Jahres gab es keinen Kaufmann, Industriellen und Bankier Ministerpräsident Poincaré versucht zu sprechen. Seine Worte Regierung in der Reparationsfrage sondieren wollen, daß in maß- mehr in Deutschland, der das Alphabet beherrschte und für sich gehen aber im Lärm unter, da außer dem Royalisten Daudet gebenden Kreisen nichts darüber bekannt sei. Der Stand in Anspruch nehmen konnte, mit der Hamsterei von Devisen noch andere Mitglieder der Rechten den Abgeordneten Joffe er punkt der englischen Regierung gegenüber der Reparationsfrage fei nur unbewußt" gegen die Interessen der Gemeinschaft gemutigen, in feiner Kritik des Senats fortzufahren. Der Abgeord vollkommen unverändert, und es tänne teine Rede davon handelt zu haben. Schon die damalige Devisenverordnung nete fährt fort:„ Wir haben jeht den Beweis, daß die Revision fein, daß Großbritannien Deutschland Ratschläge stellte den Erwerb von fremden Zahlungsmitteln ohne wirtder Berfassung notwendig ist. Der Senat hat ihn uns gegeben." Ein neuer Tumult entsteht, der schließlich sich dadurch gebe über die Urt eines Angebots, das für Frankreich und Belgien schaftliche Notwendigkeit ausdrücklich und erneut unter Strafe, fteigert, daß die tommunistischen Abgeordnnten Cochin und annehmbar sein könne. Deutschland tenne vollkommen die Ansichten nachdem das Gesetz über den Verkehr mit ausländischen ZahBaillont Couturier ein großes Blafat entfalten, auf Großbritanniens, wie fie öffentlich bei mehr als einer Gelegenheit lungsmitteln am 2. Februar 1922 ihn verboten hatte. Daß die dem in 40 Zentimeter hohen Lettern das Wort Amnestie" ge durch den Staatssekretär des Aeußern dargelegt wurden. Die Frage meisten Devisentäufer die Strafe nicht ereilt hat, daran trägt schrieben steht. Die gesamte Linke schreit fortgefeßt: Amnestie! und fei eine Frage zwischen Frankreich und Deutsch- die Reichsbant hervorragende Mitschuld, indem sie die DurchDer Abgeordnete Philbois ruft: Ins Gefängnis mit den land, in die fich Großbritannien nicht einmische, und obgleich führung und den Ausbau dieser Verordnung nicht mit leberRäubern! Der Borsigende des Finanzausschusses Dari ac protestiert Großbritannien wünsche, daß ein befriedigendes Angebot gemacht zeugung und Nachdrud vertreten hat. Zum mindesten war gegen die Angriffe gegen den Genat. Trotzdem setzt der Abgeord- werde, bleibe doch die britische Regierung vollkommen ab- bie damalige Devisenverordnung, die ja jetzt vom Kabinett nete Joffe feine Kritif fort und wird dabei von dem Abgeordneten Cuno für so gut gehalten wird, daß man sie noch durch einige Daudet unterstützt. Schließlich legt sich der Lärm und die Budget- feits bei irgend einer Affion in dieser Frage. Diese Nachricht ist außerordentlich schwerwiegend, fie fann Paragraphen ergänzt hat, einen Warnruf an alle diezwölftel werden mit fämtlichen Stimmen gegen die Stimmen der leicht weitere politische Folgen nach sich ziehen. Wenn jetzt jenigen, die sich noch anmaßen wollten, mit der deutschen WähSozialdemokraten und Kommunisten bewilligt. offiziös bestritten wird, daß in London Sondierungsversuche" rung, also mit der deutschen Volkskraft, Schindluder zu erfolgt find, so läuft das auf einen Streit darüber hinaus, treiben. fort. Nächster Redner ist der Abgeordnete Blandin. Er tritt was man unter Sondierungsversuchen versteht. Ist etwas derfür die Bewilligung der Kredite ein und billigt die Ruhrpolitik der gleichen erfolgt und es wird schwer sein zu sagen, daß Regierung. Die Rebellion des Reiches( 1) und seine Weigerung, nichts dergleichen versucht worden sei- so bedeutet die Reuter den Vertrag auszuführen, müßten zum Vorwande genommen notiz eine brüste zurückweisung des Versuchs schon an der werden, die Aktion zu verstärken. Rönnte man nicht die Pfänder, Schwelle und für die deutsche Regierung einen schweren bie man in Händen habe, realisieren? Die Stodawerte feien diplomatischen Fehlschlag. an eine französische Gruppe verkauft worden. Rönnte man nicht( 3wischenruf links: Die Ruhr vertaufen?), worauf Hierauf setzte die Kammer die Beratung über die Ruhrkredite Der Führer der Radikalen Herriot erklärt: Wir verlangen, daß man in Deutschland unterscheidet zwischen denen, die feine Reparation zahlen wollen und denen, die, von der Not mendigkeit, Wiederherstellungszahlungen zu leiften, überzeugt sind und die Beschlagnahme realer Berte und die Annahme eines Gefeßes verlangen, durch das das Privatvermögen im Reiche zu Reparationszahlungen zur Berfügung gestellt werde. Davon weiß allerdings Herr Havenstein nichts. Er lehnt es nur ab, zum Eideshelfer gegen Spetulanten aufgerufen zu werden, die man persönlich tennt. Die Spekulation im allgemeinen verurteilt er natürlich, und die Auguren von der Burgstraße lächeln. Das ist ja das Unglück unserer ganzen Devisenpolitik. Der Heute, Mittwoch, wird die Reichsregierung in der Reichs- Reichsbantpräsident sagte nicht die volle Wahrheit, als er ber Abgeordnete Blandin fchreit: Jawohl! Der sozialistische fanzlei mit dem Auswärtigen Ausschuß des gestern mit Spitfindigkeiten nachzuweisen versuchte, er habe Abgeordnete Il hry fragt, würden Sie sie laufen? worauf Blandin Reichsrates die außenpolitische Lage besprechen. Auch den währungspolitischen Maßnahmen der Reichsregierung Vorstand der Sozialdemokratischen feinen Widerstand geleistet. Das trifft nur zu für denjeni antwortet: Ich habe nicht die Mittel dazu.(!!) Blandin fährt fort, der fein Standpunkt fei, daß das Privatvermögen einen Zeil Reichstagsfrattion, der telegraphisch zusammen gen Teil der Stüßungsaktion, der seit dem Einbruch des Pfandes ausmache. berufen wurde, wird sich zur gleichen Zeit mit der politischen der Franzosen in das Ruhrgebiet greifbare Formen angenomGesamtlage befassen. men hat. Die Bestrebungen aber, die Mark zu stüzen, datieren Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts- nicht von heute und von gestern. Sie gehen vielmehr zurück bund dürfte bereits in den nächsten Tagen eine ausführliche bis in die Zeit der Erzbergerschen Reichsfinanzreform, sie fritische Betrachtung über das sogenannte Angebot der lebten auf unter der Tätigkeit unseres Genossen Schmidt als Reichswirtschaftsminister. Es war im Jahre 1920, wo ein Teil ndustrie an die Reichsregierung veröffentlichen. Die Vertreter der Landwirtschaft erklärten gestern Diens der Industrie sich bereit erklärte, eine Gemeinschaftshaftung Der radikale Abgeordnete Gheufi meint, daß eine Operation tag nachmittag dem Reichskanzler die grundsätzliche Bereit zur Aufnahme ausländischer Kredite einzugehen; die bezüglich der Verwertung des Ruhrgebietes, wie der Abgeordnete fchaft, weitgehende Opfer auf sich zu nehmen, wobei die Sachverständigen stimmten damals dem Projekt zu, und es Blandin fle verlangt, nicht durchführbar fei. Es sei übrigens eine Voraussetzung ist, daß das Reparationsproblem endgültig war die Reichsbant, die Seite an Seite mit den privaten GroßRinderei, anzunehmen, daß Frankreich allein Nuznießer der gelöst wird". banken den Gedanken befämpfte und eine ReichsvermögensOperation sein fönne. bank für diesen 3wed als unmöglich erklärte. Man fönnte Hierauf ergreift Tardieu das Wort, um zu erflären, er werde Die nächste Plenarsizung des Reichstages ist nunmehr end- unfäglich viel Material aufführen, wie die Reichsbank mit bie Kredite für die Ruhrattion bewilligen, er müffe aber im Namen feiner Freunde einige Bemerkungen machen. Im Gegensatz zum Ab- gültig auf Dienstag, den 5. Juni, nochmittags 3 Uhr, angefeßt wor- ihrem Gutachten wirtschaftspolitische Maßnahmen durchkreuzt geordneten oucheur, der zuerst die Ruhrattion mißbilligt habe, den. Auf der Tagesordnung stehen bisher die ersten Beratungen hat, die darauf hinzielten, den Sturz der Mark aufzuhalten. fei er von Anbeginn an für sie eingetreten. Das Ruhrgebiet sei eines Spielfartensteuergesetzes, des Gesetzes über die Die Reichsbant hat auf der ganzen Linie versagt, bis die Frandas Berdun des Friedens. Ausgabe wertbeständiger Schuldverschreibungen auf zosen mit ihrem Einmarsch an der Ruhr das bei den DeutschDie Aktion jei vollkommen berechtigt, sie müsse aber einen doppelten den Inhaber, einer Aenderung des Versicherungsgefeges nationalen damals so beliebte Kabinett Cuno aus der Ruhe 3wed erfüllen: Herr des Willens des Reiches werden und Herr des für Angestellte und der Reichsversicherungsordnung und des Gesezes aufgescheucht haben und man sich endlich dazu bequemte, einen Ruhrbedens. Es handele sich also einesteils um einen politischen über eine vorläufige Arbeitslosenversicherung, sowie die Teil der Mittel in Anwendung zu bringen, die die Sozialund anderenteils um einen wirtschaftlichen Erfolg, die beide Abstimmung über die Ausschußentschließungen zum Flüchtlingsfied. demokraten seit Jahr und Tag gefordert hatten. Da endlich hat man halbe Maßnahmen getroffen. voneinander untrennbar feien. Poincaré habe vom 11. Januar ab lungsgefeß. Der Eindruck dieser Ausführungen war niederschmetternd. Nur einmal bliẞte ein Funken von Tatkraft auf, nämlich in dem Augenblick, als Herr Havenstein es von sich wies, die Käufe des Herrn Stinnes mit seiner Kritik gemeint zu haben. Mit diesen Männern ist feine Währungspolitik zu treiben. Diese Erkenntnis hat der erste Berhandlungstag des Untersuchungsausschusses zur Genüge verschafft. Nach weiteren unwesentlichen Erörterungen ergreift Reichsbankpräsident Havenstein fich um eine absolute politische Notwendigkeit handelte. teine normalen Berhältniffe mehr Hätte der Reichsbankpräsident gestern wenigstens in dieser des Reiches versucht worden, aber diese habe ihre Grenzen in der auf dem Devisenmarkt ein. Die Zeichnung war vom 12. bis 24. März. verzweifelten Situation eine Spur von Instinkt beseffen für dadurch vermehrten Arbeitslosigkeit. Immerhin sei schon im April Schon in den nächsten Tagen siderte soviel durch, daß der Erfolg die Größe seiner Aufgabe: Millionen von Menschen, die die Vermehrung der schwebenden Schuld erheblich geringer gewesen hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Am 29. März erschien gegenüber dem März mit 3 Milliarden. Bei der Gewährung von das amtliche Kommuniqué, wonach nur die Hälfte des garantierten Hunger und Not bedrohen, richteten ihre Augen auf die Tätigkrediten durch die Reichsbank sei ein Mißbrauch in einzelnen Fällen Betrages, also ein Viertel der ganzen Anleihe gezeichnet wurde. feit des Untersuchungsausschusses, weil man doch endlich ein- natürlich nicht ausgeschlossen, doch seien dem Reichsfinanz- und dem Das hat das Vertrauen auf eine lange Erhaltung der Stügung und mal nach viereinhalb Jahren Valutaelends greifbare Er Reichswirtschaftsministerium nichts von solchen Fällen auf eine in absehbarer Zeit erfolgende Lösung des ganzen gebnisse im Kampfe gegen die Valutaspekulation erwartet. betannt geworden. Ueber die Beteiligung der einzelnen Beichner Reparationsproblems geschwächt und das Mißtrauen des Inlandes Herr Havenstein hielt eine Rede treu den Traditionen des an der Dollaranleihe vermag die Reichsregierung feine Auskunft und Auslandes hervorgerufen. Schon am 28. März setzte ein seitBureaukraten, der von 8-1 Uhr seine Pflicht tut. Der Aus- zu geben, da die Banken die Einzelzeichnungen als Geschäfts- dem ununterbrochen fortdauernder Ansturm auf dem Devisenmarkt ein. Das Ausland beruhigte sich nach wenigen Tagen, nachdem es schuß beschäftigt sich nämlich mit den Treibereien gegen die geheimnis bewahren. toloffale Summen von Mart auf den Markt geworfen hatte. Aber Mark, die die Stügungsaktion ins Wanten brachten und zuim Inland setzte sich ununterbrochen dieser gewaltige Ansturm auf nächst, am 18, April, den Dollarkurs von rund 22 000 auf rund dem Devisenmarkt fort, so daß von sehr weiten Kreisen der deutschen 30 000 in die Höhe gehen ließen. Obwohl inzwischen der Dollar das Wort. Wirtschaft und des Publikums die Stellung gewechselt wurde und zeitweilig auf 65 000 hinaufgeklettert ist, obwohl die Reichs- Als die Reichsbant auf Anregung des Reichsfinanzministers sie wieder in erster Linie an sich dachten, ohne zu bedenten, daß sie bank inzwischen Material in Hülle und Fülle fich hätte ver- fich im letzten Drittel des Januar mit der Frage der Markstüßung bamit nicht bewußt, diesen Borwurf erhebe ich nicht schaffen können über die Vorgänge nach dieser Zeit, begann beschäftigte, war es der Reichsbant wie der Reichsregierung flar, den Kampf schwächten, die Rede des Reichsbantpräsidenten mit der Schilderung der daß es sich um eine dauernde Stabilisierung nicht der nur gemeinsam mit Einsatz aller Kräfte durchgeführt werden Vorgänge pünktlich genau seit dem Einmarsch handeln konnte. Wir waren uns aber auch darüber klar, daß es tann. Vorweg möchte ich betonen, daß, wenn ich von der reinen der Franzosen bis wiederum pünktlich genau zum Alle Erörterungen der Bresse darüber, die Reichsbank hätte irgend- Spekulation absehe, die sich ja immer für berechtigt hält, das Ge18. April. Und die ganze Rede war angetan, die gröbsten welchen Widerstand geleistet gegen die Aktion, gehören in das Ge- miffen aus dem Geschäft herauszulaffen und in der Spekulation Borwürfe gegen die Kurstreiber abzuschwächen. Herr Haven- biet der Legende,( Als die Stügungsaftion früher von ihr ge- ein berechtigtes Lebens- und Geschäftsintereſſe unter allen Um stein hat immerhin dargelegt, wie sehr der schlechte Ausfall fordert wurde, hat die Reichsbank Widerstand geleistet. Red.) ständen sieht, ich meiner Ueberzeugung dahin Ausdrud geben muß, der Zeichnungen auf die Dollaranleihe des Reiches den Die Reichsbant war nicht einen Augenblid zweifelhaft, daß ihre daß es ein Unrecht ist, diesen Ansturm irgendeiner einzelnen Wirt Kurs der Mart geschädigt hat. Schuld daran hatte natürlich Reserven eingesetzt werden müßten, wenn die politische Notwendig fchaftsgruppe oder einzelnen Menschen befonders zur Last zu legen. Die Summen find so gewaltig, daß sie beweisen, daß von nur die böse Entente. Kein Wort der Verurteilung war dar- feit vorlag. Als Ende Januar in vier Börsentagen mit einem Kurse über zu hören, daß die Banken es unterlassen haben, für den on 27 000 bis 31 000 der Dollar rapide in die Höhe ging und allen Seiten oder von fast allen Seiten der deutschen WirtKampffonds des Reiches eine ernsthafte Propaganda zu ent- bis auf 49 000 ſprang, war das für mich der flare Ausdruck dafür, fchaft der daß jekt Gedanke an das Eigeninteresse in den Bordergrund gestellt falten; nur ganz allgemein bekamen die Devisenhamsterer ein wurde und jeder das Bestreben hat, nunmehr weit über den Be leises Monitum, das dahin lautete, überschüssige Devisen ge= darf der unmittelbaren nahen Zukunft hinaus fich einzudecken für hörten doch in der Zeit des Kampfes in die Kampffront und die weitere Zukunft auf Vorrat oder für abgestoßene Devisen neue nicht in den Kasten. zu erwerben. Diese Ueberzeugung habe ich im Zentralausschuß am 23. April ausgesprochen mit voller Ueberzeugung und Bewußtsein. Wenn ich aber in der Breffe zum Eideshelfer dafür gestempelt worden bin, daß ich einzelne Tatsachen im Auge hatte, namentlich einzelne Borwürfe, die in der Bresse gegen einen unserer erſten Wirtschaftsführer erhoben worden sind, fo tann ich hierauf nur be merten, ich habe das bereits in der" Deutschen Allgemeinen Zeitung" dementiert und fann auch hier nur bezeugen, daß meine damaligen Feststellungen sich in feiner Weise gegen einen Einzelnen oder eine einzelne Gruppe gerichtet haben, sondern gemacht worden find auf Grund unserer allgemeinen Wahrnehmungen und Beobachtungen bei der Börse und sonstigen Geschäftsstellen. Vor allem laffen sich die gewaltigen Zahlen des Devisenansturms nicht anders erklären als durch die allgemeine Panitstimmung oder Unbeſorgtheit um das Ganze oder Hervorkehrung des eigenen Interesses. Damals im Sentralausschuß habe ich die Preffeäußerungen über den Einzelfall gar nicht gekannt. Ich lehne es also ab, Eidesheffer für eine solche Einzeltatsache zu sein. Unsere Ueberzeugung beruhte auf allgemei nen Wahrnehmungen und Tatsachen. Der Reichsbantpräfident machte hierauf vertrauliche Mitteilungen über die Summen, die be Stügungsaktion der Reichsbank erfordert hat. Die Stügungsaktion und die Kreditgewährung durch die Reichsbant fei durchaus notwendig gewesen, um nicht überhaupt die deutsche Produktion und die deutsche Wirtschaft zum Erliegen kommen zu laffen. Den Kreditnehmern gegenüber habe man Bertrauen walten laffen können. Die Betriebe hätten Kredite nötig gehabt, um Löhne, Betriebstoften In diefer Erwartung find wir allerdings getäuscht worden. usw. aufbringen zu können. Die zahlreichen Beschwerden über die Ich und mit mir sehr viele durchaus nicht von besonderem Opti- Engherzigkeit der Reichsbant in der Kreditgewährung feien ein mismus behaftete Männer hatten doch erwartet, daß aller Beweis, daß die Reichsbank darin nicht zu weit gegangen fei. Das mindestens die Hälfte der aufgelegten Anleihe, vielleicht Borgehen der Reichsbant im ganzen fei erforderlich gewesen, um erheblich mehr gezeichnet werden würde, Statt dessen wurde unge- den passiven Widerstand an der Ruhr aufreguerhalten. fähr ein Biertel gezeichnet. Wenn der Sturz der Mart vom Auf einen Einwurf des Abg. Frölich( Romm.), daß ber 18. April im wesentlichen der Schwerindustrie zur Last gelegt worden Reichsbantpräsident früher gesagt habe, daß weite Kreife fich nicht ist, so ist dieser Vorwurf durchaus unberechtigt. Sie wissen, nur für ihren augenblicklichen Bedarf, sondern auch auf Vorrat erwidert Reichsbantpräsident daß zu derselben Zeit gerade wieder von feiten Frankreichs und mit Devisen eingedet hätten, Belgiens weitere Bedrohungen Deutschlands erfolgten, daß insbe- v. Havenstein, daß man allerdings bei dem großen Ansturm fondere von Frankreich der deutschen Regierung das Recht zum zu dieser Ueberzeugung gekommen sei, daß er es aber ausdrüc Auflegen einer Goldschahanleihe überhaupt bestritten wurde. Diese lich abgelehnt habe, einzelne Daten barüber anzugeben. Die nächste öffentliche französische Politik wirkte dahin, daß die Ansicht weiten Raum Darauf vertagte sich der Ausschuß. gewann, daß die Stügungsaftion nicht sehr lange mehr durchge- Sigung ist noch nicht bestimmt. führt werden könnte. Diese Ansicht war natürlich durchaus unbefür Rüftungszwede! Frankreich borgt Geld an Rumänien rechtigt, aber sie war verbreitet, zumal, da der Kampf Frankreichs nicht um die Reparationen zu gehen schien, sondern um die Ber- Zu Beginn der gestrigen französischen Kammerfizung wurde mit nichtung oder die dauernde Lohmlegung des Deutschen Reiches 420 gegen 115 Stimmen ein Kredit in Höhe von 100 Millionen und der deutschen Wirtschaft. Es ist charakteristisch, wie Frank für Rumänien bewilligt. Die Sozialisten, Kommunisten diese Stimmung und diese Ansicht verstärkt wurde durch den Ausfall und ein Teil der Radikalen stimmten gegen diese Kredite, die einder deutschen Devisenanleihe. Fast mit dem Tage, an dem das gestandenermaßen nur Rüstungszweden zugute kommen geringe Ergebnis der Anleihe flarlag, setzte der neue Ansturm werden. Havenstein über die Stützungsaktion. Untersuchung im Reichstagsausschuß. ( Fortsetzung aus der Abendausgabe.) Genosse Herh bittet um Auskunft über die Frage der Ruhrkredite und ihren Einfluß auf den Devisenmarkt. Wie ist die Finanzie rung der Ruhraktion erfolgt? Unter welchen Bedingungen und auf welcher Grundlage? Er verlangt weiter Auskunft darüber, inwieweit es der Finanzverwaltung bekannt ist, daß Mittel aus der Ruhrfinanzierung zum Ankauf von Devisen und Effekten benutzt worden sind und dazu, um an andere Personen, die nichts mit der Ruhrattion zu tun haben, zu höheren Zinsen weiterverliehen zu werden, zu höheren Zinsfäßen, als die, die Kreditnehmer selbst bezahlt haben. Ferner verlangt Genosse Hertz Auskunft über die Finanzentwidlung des Reiches feit der Ruhrbesetzung und ihren Einfluß auf die Stügungsaktion und die Devisenturse. Die Regierung solle sich ferner äußern über das schlechte Ergebnis der Dollaranleihe, welches Resultat sie selbst von ihr erwartet hat und auf welche Kreise sich die Zeichnungen verteilen. Er verlangt eine Vorlage, welche Gruppen und welche Personen der Industrie Dollarschazanweisungen gezeichnet haben und in welcher Höhe. Der Leiter der Devisenbeschaffungsstelle tritt der Auffassung entgegen, daß von den Angestellten dieses Kontrollorgans die Geheimhaltung der Meldungen durchbrochen würde. Im weiteren Verlauf der gestrigen Sigung des Reichstagsaus schusses zur Untersuchung der gegen die Mart gerichteten Treibereien gab Staatssekretär Schröder auf die Anfrage des Genoffen Herh zu, daß selbstverständlich das Anwachsen der schwebenden Schuld und die Vermehrung des Geldumlaufes die Aktion der Regie rung im Ruhrgebiet erschwerte. Daher fei auch innerhalb der Reichsverwaltung eine möglichste Einschränkung der Ausgaben Kleiner Briefwechsel. Bon Eff Kah. I. Sehr geehrtes gnädigstes Fräulein! Bo ich Sie nunmehr dreimal auf den Brettern gesehen habe, die die Welt bedeuten und nur dazu da zu sein scheinen, den Zauber auf den Kurs drückten, sondern eine Panit im Aus- und Inlande und eine ganz außerordentlich starte Spekulation. Dieser Entwidlung gegenüber wurde beschloffen, jeht mit fcharfen Mitteln einzugreifen, und die Aktion setzte Anfang Februar fofort mit dem Erfolg ein, daß der Dollarturs bis zum 14. Februar auf 23 000 herabgedrückt werden konnte. Er ging ohne unsere Einwirkung sogar bis auf 18 000 zurüd. Weitere Versuche, ihn herabzudrücken, wurden aber wegen der großen Opfer eingestellt, so daß er wieder auf 22 000 und 23 000 heraufging und sich auf dieser Linie hielt den ganzen März hindurch. Inzwischen stellte fich heraus, daß sich der Ruhrkampf länger hinziehen würde, und man dachte daran, die Mittel für die Stüßungsaktion aus den Devisenreserven des deutschen Volkes zu verstärken. Das ließ in der Reichsfinanzverwaltung den Gedanken entstehen, eine Anleihe von Goldschahanweisungen gegen Devisen aufzu legen, und die Reichsbank hat diesen Gedanken sofort begrüßt, sie war bereit, ihre Garantie dafür zu versprechen. Wenn wir nun aber auch die Devisenbestände der deutschen Wirtschaft nicht allzu hoch einschätzten und auch überzeugt waren, daß der überwiegende Teil der Devisenbestände des deutschen Voltes für die Einfuhr und die Fortführung der Produktion notwendig war, so haben wir doch geglaubt, erwarten zu dürfen, daß doch der Großhandel und das Kapitalistenpublikum, das Noten gehamstert hatte, Verständnis dafür haben würden, daß diese Devisen, soweit sie nicht absolut gebraucht wurden, in dem von der deutschen Regierung und dem deutschen Volke geführten Existenztampf nicht in die Rästen, sondern in die Kampffront gehörten. Was hältste davon? Den könnte man doch einbuttern! Wo wir poch das viele Geld zur Hochzeit und Einrichtung so gut gebrauchen fönnten! Also fomm man um 11 in die Diele und tue so, als ob Du mich nicht kennst! Auf Wiedersehen und Hals- und Beinbruch. Deine Marie! V. Lieber Frize! Also ich muß Dir die traurige Mitteilung machen, daß ich unter Ihrer Märchengestalt zu entfalten, tann ich es nicht mehr zurüd- feiner Bedingung morgen zu dem Junggesellenausflug mit dem halten. Ich bitte Sie daher allerhöflichst, mir in den nächsten Tagen Regelflut mit fann. Ich werde soeben durch ein pieffeines soge Gelegenheit geben zu wollen, Ihnen meine Bewunderung über nanntes erohtisches Erlebnis davon abgehalten. Sie ist eine feine Ihre fünstlerische und körperlichen Qualitäten mündlich aussprechen Dame von Welt und eine unserer ersten Künstlerinnen. Sie war zu dürfen. erst was spröde. Aber dann ist sie aus fich herausgegangen und Tellen Sie mir doch bitte mit, wo und wann das vor sich gehen jetzt hat sie mir sogar in ihr Buduahr eingeladen. Aber da hab ich ihr gesagt, daß ich eine ganze Villa habe und daß das doch viel In ergebenster Herzlichkeit schöner bei mir dann wäre, worauf sie nu gleich mit mir gehen will. Mensch, wird das eine Nacht! Ich muß ihr doch gut gefallen, wenn fie meinetwegen ihr Atendessen bei ihrem Berlobten aufgegeben hat und ihm untreu wird! darf! Damian Stiefe Fette en gros u. en detail. II. Sehr geehrter Herr Stiefel Auf in den Kampf! Sag dem Regelflub Bescheid! IV. Dein Tohrehro! effant, aus dem Mund des zweiten Borfizenden des Deutschen Philologenverbandes zu hören, daß dieser Stillstand Bayerns und anderer deutscher Länder nicht ohne weiteres dem Standpunkt des Berbandes entspreche, da die verschiedene Entwicklung des höheren Schulwesens in den einzelnen Ländern zu einer Zersplitterung führen müsse. Darüber hinaus muß sich der Verband wehren gegen die übermäßige Erhöhung des Schulgeldes, eine finanzpolitische Maßnahme, die ganz übersieht, daß bei der ungeheuren Steigerung der Kulturausgaben der durch das Schulgeld aufgebrachte Betrag fast gar nicht mehr für die Deckung der Ausgaben in Betracht kommt. Im Zusammenhang damit steht die Forderung der Schulgeld und Lernmittelfreiheit für die höheren Schulen, wenigstens folange die Bolksschulpflicht besteht. Eine besondere Rundfrage des Verbandes wird alle Hilfsmaßnahmen zusammenstellen, die bisher von einzelnen Schulen gefunden worden sind. Das Material wird den Regierungen zur Kenntnis und Verwertung zugehen. Rein schulpolitisch erfordert die Neuordnung den Lehrer. bildung, zu der sich der Verband schon vor der Reichsschulkonfe renz grundsäglich zustimmend geäußert hat, verstärkte Aufmerksam teit. Das gleiche gilt von den Versuchen, die mit der Gabelung der Oberstufe, mit der Deutschen Oberschule und der Aufbauschule gemacht werden. Besonders schwierig aber liegt die Frage des Reform. unterbaues, der sich in verschiedenen deutschen Ländern mehr Ich habe lange gezögert, Ihren so äußerst freundlichen Brief und mehr durchgefeht hat. Wir haben keine Beranlaffung, die Frage: überhaupt zu beantworten. Aber der geistreiche und dabei so Englisch oder Französisch, im gegenwärtigen Zeitpunkt gefühlsmäßig formlos freundliche Gehalt Ihrer Zeilen laffen mich einen Mann Also ich nehme Abschied von Dir. Wa fahren heute fort, näm zu entscheiden, aber sehr wohl ein Intereffe daran, daß sie überhaupt entschieden und dem Zustand ein Ende gemacht wird, daß jeder Ort von felten flugem und dabei liebem Charakter in Ihnen vermuten. Ich bitte Sie daher, mich morgen um 11 nach dem Theater in der lich meine Braut, die kesse Marie, wo doch bisher Jarderobenfrau oder gar jede Schule fich für die eine oder die andere der beiden Kalahari- Diele am Promenadenweg erwarten zu wollen!( Dritte bei der varickten Gangazola war, und ich! Und nach Amerita! Wa Sprachen entscheiden fann. Von Rücksichtnahme auf die Interessen haben Dollars bis zum Barecken! Marie hat Diamanten und der Eltern, die gezwungen sind, beim Wohnungswechsel ihre Kinder Biedermeiernische!!!) Ich freue mich schon und bin gespannt auf meinen unbekannten Perlen! Ich hab mir neu eingekleidet. Wir haben einen ollen in eine andere Schule zu senden, fann man dabei nicht mehr sprechen. Freund, den ich grüße. Sehr herzlich Lia Gongazola, Mitglied der Barockbühnen. Liebe Maria! III. Machen Sie sich sofort fertig und fleiden Sie sich aus meiner Garderobe ein, Lesen Sie den beiliegenden Brief eines Herrn Stiefe. Ich möchte dem Stiefel eine Lehre geben. Ich habe ihn für 11 in die Kalahari- Diele bestellt. Dritte Nische! Also eilen Sie, gehen Sie hin und buttern Sie Stiefe ein! Ziehen Sie ihm das Fell ab und dann laffen Sie ihn laufen. Ich werde mir mit Erwin und einigen Freunden das Spiel mit ansehen. Bitten Sie doch Erwins Garderobenfrau, sie möchte Sie die halbe Stunde vertreten. Und eilen Fiel Lieba Ede! Hengst, der wieder mal uff die Liebe rinjefallen ist, die Bude jeräumt. Nu licht a da und träumt. Wa haben ihm wat Rots gegeben! Aber ich wollt Dir wenigstens noch Lebewohl sagen! Uff Wiedersehen. Dein oller Pennbruder Karle! In Anlage ein Hundertdollarschein von Deinem treuen Karle! Die deutsche Philologentagung in Würzburg. Neben den reinen schulpolitischen Fragen beschäftigen den Ber band die Sorgen für den Lehrernachwuchs. Die Junglehrernot fehlt auf feinem Verbandstage irgendeiner Lehrerorgani fation. Auch die Studienaffefforen haben noch nirgends in deutschen Landen die rechtliche und wirtschaftliche Sicherung erreicht, die ihnen zu wünschen wäre. Aber auch die pädagogische Ausbildung der Re ferendare und der Studenten muß genau geprüft und gegebenenfalls neu geregelt werden. Schon heute bezeichnet die übrige Lehrerschaft die pädagogische Ausbildung der Philologen als nicht genügend. Allerdings ist nicht damit zu rechnen, daß der Zugang zu der Philologenlaufbahn weiter so start ist wie heute oder in den letzten Jahren. Denn die Besoldung der Philologen entspricht keineswegs den realen Verhältnissen. Man muß immer bedenken, welche Opfer an Zeit, Arbeitskraft und Geld das Studium erfordert, welchen Idealismus besonders die Lehrertätigkeit verlangt. Der Verband beschränkt sich aber nicht auf die Forderung der höheren Entlohnung, er fucht darüber hinaus nach Mitteln, wie die deutsche Boltswirtschaft in den Stand gesetzt werden kann, diese erhöhte Beamtenbefoldung zu tragen. Ein eigener Ausschuß ist mit der Prüfung dieser alle Berufe berührenden wichtigen Frage betraut worden. In zwei Entschließungen wendet sich der Vorstand gegen die UeberWenn auch Neuerungen auf dem Gebiete des Schulwesens nicht gerade von Tagungen der zünftigen Schulmänner ausgegangen sind, so ist doch zweifellos, daß solche Tagungen viel zur Klärung neuer Ideen beigetragen haben, wenn einfichtsvolle Führer sich dieser Ideen bemächtigten. Und weiter besteht kein Zweifel darüber, daß auch die besten Ideen nicht hinter ihnen steht. Deshalb hat die diesjährige Tagung des Deutschen Philologenverbandes in Würzburg, der jeßt rund 30 000 Philologen, d. h. fast die Gesamtheit umfaßt, auch für die Leser des" Borwärts" Bedeutung. Wenn der Vertreter des bayerischen Kultusministeriums, Dr. Melber, am Vorabend der Tagung ausführte, das bayerische Minifterium lehne jede weiter gehende Reform, ja selbst die Einführung der deutschen Oberschule Nu lies ma schnell den Brief, den meine Gnädige mir eben in oder der Aufbauschule, die Neuordnung der Lehrerbildung grundfäßdie Garderobe geschickt hat. Ich hab im Adreßbuch nachgesehen. lich ab und warte, bis die Versuche der anderen deutschen Länder fremdung des deutschen Bodens und gegen die Berfeuchung der Wohnen tut er in der Prinzenallee. In einer Billa. Ganz allein. in diesen Fragen eine Klärung herbeigeführt haben, so war inter. Jugend burch übermäßigen Alkoholgenub IV Lieber Karle! Lia! Cuno, Stresemann, Stinnes, Lensch. Stärken." Bayerisches Recht. München, 29. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das Urteil in dem Prozeß wegen Landfriedensbruch( Plünderungen und Zerstörungen im Hotel Grünewald) ist insofern überraschend, als die beiden als Rädelsführer bezeichneten Leiter von nationalsozialistischen Hundertschaften Heines und Ludovici freigesprochen wurden. Bevor der Gerichtshof sich zurückzog, erklärten diese beiden Jünglinge in schnarrendem Tone des ehemaligen Leutnants auf ihr Offiziersehrenwort, daß sie unschuldig seien. Es war nicht zu verfennen, daß diese Art des Auftretens auf den Borfizenden des Gerichtshofes ersichtlichen Eindruck machte. Der Freispruch wurde mit nur wenigen Sägen begründet, u. a. Reinem dieser beiden Angeflagten ist nachzuweisen, daß sie das Hotel zu anderen Zweden als zur Beruhigung der Eingedrungenen betreten haben."(!) Die übrigen sechs Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von zwei bis sieben Monaten verurteilt. Die milde Strafe sei deswegen ausgesprochen worden, weil diese Leute nur als Mitläufer in Betracht kämen, die von unbekannten verführt worden Entspannung im Ruhrgebiet. = 0 Finanzfragen im Landtagsausschuß. Wenn sich die Herren befehden, müssen die Diener sich morden Nach einheitlichen Meldungen hat sich die Lage im Ruhr- Der am Montag zufammengetretene Hauptausschuß des Landund töten." Herr Lensch hat in Stinnes' Diensten Stresemann gebiet gebessert. Die Nachricht von den Lohnaufbesserungen, die tages erledigte zunächst in furzer Aussprache den Etat der Staatsund Cuno angerempelt, er muß sich jetzt von der volts- sich übrigens in durchaus mäßigen Grenzen halten, hat be- huldenverwaltung. In der Debatte nahm Genosse Abg. Meier Berlin Gelegenheit, auf die Beamten- und Angestelltenpartei- offiziellen Beit" sagen lassen, daß gerade die Leitung der ruhigend gewirkt und die Arbeit ist zum Teil wieder aufgenom- verhältnisse bei dieser Behörde hinzuweisen, die zwar aus Spar" DA3." fich am wenigsten dazu eignet, der Deutschen Bolkspartei men worden. Man wird abwarten müssen, ob die Unruhemelle famkeitsrücksichten das Angestelltenpersonal abbaue, aber auf der gegenüber den Zensor zu spielen". Jene gesuchten Bosheiten" im Ruhrgebiet damit ihr Ende erreicht hat, ohne sich einer anderen Seite den unfündbaren Beamten Gelegenheit gebe, neben würden daher völlig ohne Eindruck bleiben. Herrn Cuno habe Illufion darüber hinzugeben, daß die Flammen von neuem ihrer offiziellen Tätigkeit bei der Behörde noch recht einträgfie ,, durch ebenso tattlose miesachlich ungerechtfertigte auffladern fönnen, wenn die Spanne zwischen Lohn und liche Nebenberufe auszuüben. So feien ca. 250 Beamte Bemerkungen persönlich angegriffen, wie es überhaupt ihre Art Lebenshaltungskosten wiederum übermäßig groß wird. Die noch abends als Musiker tätig, die dadurch den zum Teil sei, gerade dann Pfeile gegen die Regierung abzuschließen, wenn es Ereignisse sollten für Arbeitgeber und händler eine schwer um ihre Existenz ringenden Zivilberufsmusikern unlautere im vaterländischen Intereffe liege, die Autorität der Regierung zu ernste Mahnung sein. Es ist ein Unding, vom Arbeiter Ronkurrenz machten. Ungefähr die gleiche Zahl fei nebenbei noc bei den Großbanten beschäftigt, täglich sogar bis zu 5 bis zu verlangen, auf angemessene Lohnsteigerungen zu verzichten, 8 Stunden. Das müsse, wie bekannterweise bei den Privatbanken Stellen wir fest: Stinnes hat seinen Lensch gegen Cuno und während die Preise täglich( und manchenorts sogar stündlich) die Arbeitskraft der Angestellten angespannt werde, zu schwerer Stresemann losgelassen. Zur Geschichte der nächsten Ranzler mit dem Dollar in die Höhe flettern. Es wird also ratsam sein, Schädigung der Berufstätigkeit im Amte führen. Auch hier liege trise ist das vielleicht ein nicht ganz unwichtiger Beitrag. auf der einen Seite die Löhne in nicht zu großen Abständen eine Beeinträchtigung der Arbeitslosen mit faufmännischer oder bankden Teuerungszahlen folgen zu lassen und auf der anderen technischer Vorbildung vor. Der Präsident der StaatsSeite die Preise der dringlichsten Waren nicht blind jedem schuldenverwaltung hielt diese Angaben zwar für start Dollarsprung in übereiltem Tempo folgen zu laffen. Im Ruhr- übertrieben, er habe nur in einigen Ausnahmefällen die Ge gebiet ist man jetzt daran, zwischen Landwirt, Händler nehmigung zum Nebenberuf erteilt, verjprach aber Nachprüfung und Käufer beratende Instanzen zu bilden. Auch das hat Fraktion hat sich vorbehalten, für die 2. Lesung im Plenum einen und gegebenenfalls Abstellung der kritischen Zustände. Unsere zur Beruhigung viel beigetragen. Aber was für das Ruhrgebiet dementsprechenden Antrag einzubringen. gilt, hat auch für das Reich Geltung. Ein wenig mehr prafIn der folgenden Aussprache über den Haushalt des Finanztisches Verständnis für die Nöte des Volkes tut dringend not, ministeriums nahm u. a. das Wort Genosse Abg. Dr. Waenund man hat bisher noch nicht gehört, daß ein Landwirt oder tig, der zunächst furz auf die Verschleppung der bewilligten Ausein Händler infolge zu geringen Verdienstes gestorben ist. zahlung von Gehaltserhöhungen und der Zuschüsse hinwies. Das heillose Angst eines Teils des Bürgertums vor dem roten Weiter sei zu wünschen, daß die noch vorzulegenden Finanzgefehe Sehr viel Unheil und Verwirrung hat in diesen Tagen die müsse zu schweren Beeinträchtigungen der Gehaltsempfänger in Anbetracht der dauernden Berringerung der Kauftraft der Mark führen. Schreden der Kommunisten angerichtet. Dieser rote nicht mehr mit Rüd verweisungen ausgestattet werden. Diese Schrecken ist ein Popanz, solange der Arbeiter auch nur halb in der jezigen Zeit geübte Praris frage nur zur Erschwerung des wegs etwas zu beißen hat. Man kann sich über die Haltung Verständnisses für die Finanzgesetzgebung bei, auf das die breiten des Arbeiters in diesen überaus schweren Monaten wahrhaftig Bevölkerungsschichten ein Anrecht haben. Genosse Waentig forderte nicht beklagen, und gerade die Kreise, die in den letzten Tagen sodann eine bessere volkswirtschaftliche Vorbildung das Aufruhrgespenst nicht schwarz genug ausmalen fonnten, der Verwaltungs-, namentlich der Finanzbeamten. hatten bisher das Berhalten der Arbeiterschaft an der Die fast ausschließlich juristische Bildung der in Frage kommenden Ruhr dem übrigen Deutschland als Muster hingestellt. Gebiete der Finanzverwaltung. Er bittet den Minister um Auskunft Beamten beeinträchtige ihre Lebensfähigkeit, namentlich auf dem Grund für die Verwirrung war eine Berichterstattung, über seine Stellungnahme zur neueingeführten volkswirtschaftlichen die sich darin gefiel, die Geschehnisse ins Maßlose zu über- Diplomprüfung und beantragt, den Diplomvolkswirten baldmöglichst Der Schaden, den die Nationalsozialisten im Hotel Grünewald steigern. Was wurde nicht alles über blutige Straßenkämpfe die Laufbahn in der staatlichen Finanzverwaltung zu eröffnen. Der anrichteten, betrug nach dem Geldwert im Januar 6 Millionen und zahlreiche Todesopfer in alle Winde telegraphiert, wie Redner forderte sodann den Minister auf, flare Auskunft über den Mart. Bei einer nationalsozialistischen Versammlung in Augs- fielen die Zeitungen mit Sensationsüberschriften über die heutigen Stand der vermögensrechtlichen Auseinandersehung mit burg am 2. März tam es zu einer Rauferei, bei der für etwa Passanten her, in denen die 3 a hl der Streitenden auf der Hohenzollernfamilie zu geben. Der gegenwärtige Zustand sei 650 000 m. Schaden angerichtet wurde. Wegen dieses Exzesses zwei Millionen angegeben wurde, wie graulich konnte unhaltbar. Der Staat verliere die gegen ihn angestrengten Prozesse, hatten sich sieben Personen vor dem Volksgericht zu verantworten. einem bei einer amtlichen Meldung werden, in der für den außerdem verschlinge die Vermögensverwaltung ungeheure Summen, Drei Angeklagte wurden zu je sechs Monaten Ge- Montag der Höhepunkt des„ kommunistischen Terrors" ange- ging Genoffe Waentig auf den Etat der früheren Hoftheater ein. ohne daß man dadurch vom Flecke komme. In Verbindung damit fängnis verurteilt. Sie gehörten nicht der Nationalsozialistischen, fündigt wurde! Nun bläst man plößlich friedlichere Schalmeien, Auch in dieser Hinsicht herrsche vollkommene Unklarheit. sondern der Kommunistischen Partei an. es wird amtlich festgestellt, daß im ganzen Ruhrgebiet nur etatsrechtlich nicht angängig, daß sozusagen unter Ausschaltung der München, 29. Mai.( WTB.) Das Staatsministerium 300 000 Bergarbeiter beschäftigt sind, es wird Volksvertretung Verträge abgeschlossen würden, deren finanzielle für Justiz hat beim Landtag um die Genehmigung zur Ber- aus Bochum gedrahtet, daß die Gesamtzahl der und fulturpolitische Tragweite von der Bolfsvertretung nicht überhaftung des fommunistischen Abgeordneten Eisenberger Todesopfer nur fechs beträgt, und eine Stelle, an der sehen werden können. Jedenfalls fei das Gemeinwohl, nicht das nachgesucht, gegen den ein Verfahren wegen Landesverrat schwebt. por 24 Stunden noch eine nicht geringe Aufregung herrschte, Intereffe einer bestimmten Gruppe, ins Auge zu fassen. Genosse Hirsch ergänzte diese Ausführungen und forderte vor Im Geschäftsordnungsausschuß wurde mitgeteilt, daß Eisenberger hält nunmehr die Angelegenheit für erledigt. allem Auskunft über den Fehlbetrag der Staatstheater fich der Strafverfolgung durch die Flucht entzogen und fich wahr- Wir sind nicht ganz so optimistisch. Es gibt noch ver- sowie darüber, aus welchen Mitteln der Fehlbetrag gedeckt werde. fcheinlich nach Mostau begeben hat. Der Geschäftsordnungsschiedene Klippen zu umschiffen. Vor allem wäre es unsagbar Aus dem Etat gehe das nicht hervor. Um zu dem Konflikt zwischen ausschuß des Landtags erteilte mit den Stimmen der Bürgerlichen töricht, wenn man in der Frage der Bezahlung der Volksbühne und Großer Volksoper Stellung zu nehmen, sei es undie Genehmigung zur Verhaftung Eisenbergers. Streittage wieder einmal den heiligen Bureaukratius mit bedingt notwendig, das gesamte Material zu kennen. Im Gegendem Knüttel auf die Straße treiben wollte. Der Arbeiter muß faß zu einem deutschnationalen Redner betonte unser Genosse, daß nun einmal leben, um arbeiten zu können. Das ist eine un- die Not der Zeit kein Grund sein dürfe, von dem Ausbau der Krollschen Oper Abstand zu nehmen, denn es käme gerade angenehme Eigenschaft von ihm. in der jetzigen materiellen Zeit darauf an, breiten Schichten des Boltes die Möglichkeit geistiger und ideeller Aufrichtung zu geben. Die Hohenzollernfrage sei nicht, wie ein Zentrumsredner betonte, eine reine Rechtsfrage, fondern eine hochpolitische Frage. Unsere Genossen trachyten einen Antrag ein: feien. Besatzungschronik. Elberfeld, 29. Mai.( Eig. Drahtbericht.) In Glabbed murde auf einen belgischen Bosten von zwei jungen Burschen geschossen. Der belgische Posten, der unverwundet blieb, gab Feuer und verletzte einen seiner Angreifer. Beide wurden festgenommen. Es wurde Dynamit bei ihnen gefunden. Die Verhafteten gaben zu, daß fie Sprengungen ausführen wollten. Am Tage zu. Dor wurden ebenfalls 3 mei junge Burschen verhaftet, die sich mit dem Plane trugen, Sprengungen vorzunehmen. diesem B... n. Daß die Deutsche Tageszeitung" noch einmal ein fräftiges Hundegekläff gegen den preußischen Innenminister Severing erhebt, der weiß Gott was alles verabsäumt haben und an der Verwirrung im ganzen Reich schuldig sein foll, entspricht wohl ihrer Devise:" Für das deutsche Volt! Für deutsche Art! Für deutsche Arbeit in Stadt und Land!" Es muß ja auch solche fonderbaren Räuze geben, die durch ihr Gehabe das Bolt in trüber Zeit belustigen. Das ist deutsche Art. Die CohnEs sei ID 6T CO dem Landtag baldmöglichst in einer Denffdrift genaue Mitfeilungen zu machen über das Ergebnis der von dem Staats- ins ministerium durchgeführten Nachprüfung der Eigentumsverhälfniffe am Hohenzollernvermögen, im besonderen über Entstehung, Wert und Erträgnisse des streitigen Vermögens, über die an Mitglieder des Hohenzollernhauses gelangten Vermögenswerte und Zahlungen fowie über die dem Staat aus dem jetzigen Zustande erwachsenen Verwaltungskosten." Zur Förderung einer friedlichen Lösung der Wiederaufbau- und Schadenersatzfrage hat sich ein niederländischer Ausschuß Elberfeld, 29. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der heutige gebildet, dem zahlreiche Männer des öffentlichen Lebens angehören. Tag ist im Ruhrgebiet ruhig verlaufen. erhöhungen find bereits bekanntgeworden und haben günstig In der Dienstagsfizung des Hauptausschusses des Preußischen Diese Forderung weist über die reinen Standes- und Schul gewirkt. Allerdings muß festgestellt werden, daß die Streit- Landtags teilte der Finanzminister mit, daß der Entwurmes Diese Forderung weist über die reinen Standes- und Schul- bewegung bisher noch ungebrochen ist. Das gilt besonders für die Gewerbesteuergesetzes zurzeit dem Staatsministerium fragen hinaus auf die Verpflichtung eines so großen Berufsverbandes hin, Stellung zu nehmen als ein wichtiger Teil der Bolts- Bezirke Dortmund, Gelsenkirchen und Redlinghausen. Im Bezirk porliege und bald dem Bandtage zugehen werde. Die Auszahlung gesamtheit zu Fragen, die das ganze Volt allgemein berühren. In Redlinghausen streiten die Zechen„ König Ludwig" und" Blumen- der Ruhegehalts- und Versorgungsggebührnisse werde nach Möglichfeit beschleunigt. Zu einer Auseinandersehung zwischen SozialZusammenhang ist die Aufnahme der öfter tal I und II". In Frage fommen ungefähr 13 000 Mann. Ebenso demokraten und dem Finanzminister kam es, weil diefer behauptete, reichischen Mittelschullehrer in den deutschen Philologen- ist in Glabbed und Buer sowie einem Teil des Bezirks Bochum der daß der Antrag des Genossen Hermann Müller im Reichstag über verband zu erwähnen. Mit dem Anschluß der deutschösterreichischen Streit noch allgemein. Im Landkreise Hattingen find die Beleg- die Auseinandersetzung des preußischen Staates mit den Mittelschullehrer hat der deutsche Philologenverband einen hoch- fchaften der Zechen am Dienstag zum größten Teil wieder ein- Hohenzollern eine Verfassungsänderung bedeute und die Erbedeutsamen Schritt getan, um so mehr, als der Anschluß sofort gefahren. 3m Bezirk Hamm beginnt der Streit abzu- ledigung dadurch ins Stocken geraten fei. Unsere Genossen perpraktisch durch einen gutorganisierten Austausch von Lehrern und brödeln. In Redlinghausen verhandelt man über die Bildung traten den Standpunkt, daß das Vermögen der Hohenzollern beSchülern unterstützt wird, der seine Wirkung auf die Förderung des von Sicherheitswehren. In Gelsenkirchen hat sich eine Arbeiterwehr fchlagnahmt werden und die Entschädigung durch politischen Anschlusses wohl nicht verfehlen wird. gebildet, an der u. a. auch neben den anderen gewerkschaftlichen Or- Gesez erfolgen müffe. Die eigentliche finanzpolitische Debatte wird erst bei Beratung Ein neuer Geiger. In dem gastfreundlichen Heim des tschecho- ganisationen die Gelsenkirchener Union beteiligt ist. Im allgemeinen bes Etats der allgemeinen Finanzverwaltung gepflogen werden. flowakischen Gesandten Tufar und seiner Gattin versammelte fich fann man feststellen, daß es in furzem zu einer Aufnahme der Arbeit des Etats der allgemeinen Finanzverwaltung gepflogen werden. gestern ein Stab von namhaften Männern der Politit, Diplomatie tommen wird, doch sind die Gefahren der Situation nicht zu verund Kunst zu einer Teestunde. Der gesellschaftlichen Unterhaltung fennen. Die Frage der Bezahlung der Streittage, eine folgte das Auftreten eines Geigers, der berufen scheint, die Tradi Frage, die schon während des Kapp- Putsches und der Novembertion der Virtuosen großen Stils fortzusehen: Vasa Prihoda. Es revolution eine große Rolle gespielt hat und von der kommunistischen wäre zu wenig gesagt, wenn man nur an seine Berwandtschaft mit dem Hegenmeister Rubelit erinnerte. Tatsächlich wird das technisch Agitation eifrig ausgenutzt wurde, wird schon jeht debattiert. Es haben schon ihre Freunde und Bekannten veranlaßt, sich des de Lutius unter diesem eleganten, schwebenden, absolut sicheren ungeklärt ist die Lage im Bezirk Effen. Auf Grund vorliegender Bogen und in der Treffsicherheit der linken Hand leicht und elferi- Berichte hat fich die Düsseldorfer Behörde gezwungen gesehen, bei haft schön. Im Paganini- Konzert, besonders in der berüchtigtsten den Franzosen um Waffenfcheine für die Mitglieder der ArbeiterKadenz von Sauret, find alle Register der Teufelstechnik aufgezogen, wehren nachzusuchen. Die Düsseldorfer Regierung will den Ernst und der junge Geiger bewältigt sie anmutig, spielend. Im lang der Lage den Engländern vorstellen, mit dem Ziel, den nötigen famen Say, in der Rantilene, zeigt er auf einer nicht einmal beschuh und Garantien für die Cohnauszahlungen zu rüdenden Geige Sinnlichkeit und Wärme des Tones, der selbst Seichtheiten überbrückt. Ob Prihoda ein großer Künstler im höchsten erhalten.⚫ Sinne ist, das wird er an anderen Programmen erweisen müssen. Das einzig großartige Stück der Vortragsfolge, Beethovens„ KreuzerSonate", mußte der vorgeschrittenen Zeit zum Opfer fallen. Alles Gehörte aber fonnte zugunsten eines außergewöhnlichen Geigenphänomens von spezifischer Hochbegabung ausgelegt werden; und dieses Debüt dürfte Auftatt zu Konzerten in großem Rahmen sein. Die Begleitung des Künstlers führte Seidler- Winkler ohne Vorbereitung routiniert durch. R. G. Bochum, 29. Mai.( Mtb.) Am heutigen Tage atmete die Bevöl ferung Bochums wieder auf. Die Polizei hatte an den Hausecken folgenden Anschlag anbringen laffen: Die gefeßmäßige Polizei hat den Ordnungsdienst wieder übernommen. Jede Gewalttat wird sofort unterdrückt. Ansammlungen sind zu vermeiden. Jeder gehe seiner Beschäftigung nach." Damit scheinen die Franzosen die Forderung der deutschen Behörden um verstärkten polizeilichen Vorträge. Am Donnerstag 8 Uhe findet im Hörsaal 28 der Uni- Schuh endlich angenommen zu haben. Die Anwesenheit der ververfität die erfte Veranstaltung der Berliner Freistu benten stärkten Polizeifräfte machte sich schon in den Vormittagsstunden shaft in diesem Semester statt. Prof. Dr. Sedel spricht über„ Die Hoch- bemerkbar. Die Feuerwehr und der ihr beigegebene Sicherheitsdienst schulen des Mittelalters". Gäste willkommen. In der Staatsoper beginnt der Verkauf zu der am Sonnabend fuhr in Laftautos durch die Stadt und hob auf dem Moltkeplay, dem zum Besten der Parks, Spiel- und Sportstiftung des Oberbürgermeisters Hauptsammelpunkt der Aufrührer, mehrere Kommunistennester aus. Böß stattfindenden, Fledermaus"-Aufführung Mittwoch an der Kasse. Gegen Mittag waren alle Straßen gesäubert. Mit der WiederIm Lessing- Theater geht in Abänderung des Spielplans am Mittwoch tehr der Ordnung ist der Streit in sich zusammenstatt Beer Gynt"" Faust" in Szene. lie Schüße Schur, die Gattin des unvergessenen Dichters Ernst gebrochen.(!) Es ist damit zu rechnen, daß am Mittwoch in Schur, ist in Krefeld gestorben. Wie ihr Mann, der im Vorwärts" jahre allen Betrieben und auf allen Zechen die Arbeit wieder aufgenommen lang Stunsttrititen schrieb, hat sie unsere Leser durch ihr fünstlerisches Talent wird. Die bürgerlichen Blätter erscheinen morgen wieder. oft erfreut. In den Maifestzeitungen und in der Neuen Welt" hat sie sich Bochum sind bisher etwa 200 Berhaftungen vorgenommen als begabte Zeichnerin betätigt. Auch als Malerin und Kunstgeweiblerin ist sie vielfach hervorgetreten. Eine" Kunsttlause" eröffnen die Maler Hans Böttcher, Hermann Rautenberg, Erich Senf und A. Tamura am 2. Juni im Hauje Baisen straße 18. Malerei, Graphit, Plastik und Dichtkunst follen hier ein syl finden. worden. In In Gelsenkirchen wurde in einer öffentlichen Bersammlung beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dem Be schluß sind auch die Mitglieder der Union beigetreten. Tausende unserer Leser folgenden Formulars zu bedienen und ,, Vorwärts"= Abonnenten zu werden. Manche freilich, die mit leichter Mühe das gleiche tun könnten, haben es noch nicht getan. Mögen sie Abonnenten zu werden. Manche freilich, die mit leichter Mühe sich diesmal ihrer Pflicht erinnern, sie dienen damit ihrer Sache und damit sich selbst! Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die Hauptgeschäftsstelle des Vorwärts", Berlin S. 68, Lindenftraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins ist der„ Borwärts" bei der Post zu bestellen.) " 11 Ich abonniere den Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage, Volt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage , Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. Name W Wohnung: Straße Nr. vorn -wwww Hof Quergeb. Seit nfl. Tr. links- rechts bet Gewerkschaftsbewegung Reichsregierung und Teuerung. In der Aussprache über das beifällig aufgenommene Referat wurde das bisherige Vorgehen des Vorstandes allseitig gebilligt und dieser beauftragt, mit aller Energie für eine beschleunigte und ausreichende Erhöhung des Einkommens einzutreten. Ein in diesem Sinne gehaltener Antrag wurde einstimmig angenommen. Protestversammlung der Postbeamten. bebienfteten am 4. Juni zum Abschluß gebracht werden sollen,| 1625, 1530, 1330 und 1160 m. betrugen, für die Zeit vom 2. bis damit die Auszahlung der erhöhten Bezüge noch in derselben Woche 15. Mai auf 1605, 1565, 1530, 1430, 1260 und 1050 M. herabgesetzt stattfinden kann. wurden. Außerdem sollten die in den beiden Lohnwochen gezahlten Vorschüsse bis insgesamt von 13 000 m. nicht verrechnet werden. Dieser Schiedsspruch stellt wohl eine Glanzleiftung" dar. Er bedeutete für die Arbeiterschaft der Märkischen Elektrizitätsmerte einen Schlag ins Gesicht und tötet den legten Retm von Vertrauen zum Reichsarbeitsministerium. Die Arbeiter werden mit Recht sich die Frage vorlegen, welch ein Geist von Weltfremdheit mag wohl bei der Fällung dieses Schiedsspruches bestanden haben, als dieser Einwand, der von den Vertretern der Arbeiter gemacht wurde, daß Schiedsspruch im Verein mit den Arbeitgebern gefällt wurde. Der durch eine Arbeitsniederlegung in diesen Werfen große Teile des alles aufbieten müsse, diefe Differenz friedlich beizulegen, scheint Wirtschaftslebens in Mitleidenschaft gezogen werden und daß man für das Schiedsgericht kein Grund gewesen zu sein, auch noch in Die Gründe, die den unparteiischen Vorsitzenden veranlassen letzter Stunde zwischen den Parteien Einigungsversuche anzustreben. fonnten, Einigungsversuche nicht zu unternehmen, wurden von den Vertretern der Arbeiter am Schlusse der Sigung erkannt, und zwar Am Montag fand in den„ Germaniafälen" eine Protest per: sammlung der Allgemeinen Deutschen Post gemerschaft ( Bezirksgewerkschaft Berlin) statt, in der Kollege Uhr referierte. In feinen sehr gründlichen Ausführungen wies der Redner insbesondere darauf hin, daß der letzte Borschlag der Regierung, ter von Ber: Gruppe IV, gegenüber dem Stand vom Juni, nur ein Mehr von tretern der Gewerkschaften abgelehnt wurde, dem Beamten der Das Wolfffche Telegraphenbureau veröffentlicht folgende Mitteilung: Berlin, 29. Mai. Die Bertreter der Spigengewerkschaften haben heute im Reichsarbeitsministerium darauf hingewiesen, daß in Arbeit gebertreisen und auch bei einem Teil der Schlichtungsbehörden noch eine zu weitgehende zurückhaltung gegenüber berechtigten Lohnforderungen bestehe. Der Reichsarbeitsminister bestätigte demgegenüber als die Ansicht der gesamten Reichsregierung, daß mit dem neuen Marksturz selbstverständlich auch auf dem Gebiete der Lohnpolitik eine, veränderte Sachlage eingetreten ist und daß es nunmehr eine dringende Aufgabe aller beteiligten Kreise und Behörden sein muß, die Löhne der gefundenen Rauf traft anzupassen. Dabei muß auf das fprunghafte Anmachsen der Teuerung, das in den Feststellungen des amtlichen Inder naturgemäß erst nachträglich zum Ausdruck tommt, besonders Rücksicht genommen werden. festzustellen, daß die Haltung der vom Reichsarbeitsministerium eingefekten Schlichtungsausschüsse sowie der sonstigen amtlichen Schlichtungsstellen feineswegs übereinstimmt mit dieser Erklärung der Reichsregierung. Es hat sich erst vor drei Tagen der skandalöse Fall ereignet, daß ein vom Reichsarbeitsministerium eingesetztes Schiedsgericht die vom Berliner Schlichtungsausschuß festgesetzten Löhne der Maschinisten und Heizer der Berliner Privatelektrizitätswerke, die an sich schon wahre Hungerlöhne waren und weit unter dem Durch schnitt der völlig ungenügenden Löhne der Berliner Arbeiter lagen, auf Berlangen der Unternehmer noch herabfesten und deren Geltungsdauer ausdehnten. Wenn dieser standalöse Fall, der zu einer Stillegung der Privatelektrizitätswerte führen muß, auch einzigartig ist, so sind die Fälle, wo die Schlich tungsinstanzen die Teuerung ganz ungenügend berücksichtigen, sozulagen die Regel. Die Reichsregierung hat also die Pflicht, die von ihr gegebenen Anweisungen mit der nötigen Klarheit und dem offenbar noch nötigeren Nachdruck zu wiederholen. Soweit die Mitteilung der Reichsregierung. Wir haben hierzu Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre, Betriebsräte! Man scheint sich in gewissen Bureaus teine Vorstellung davon zu machen, wie die auf Grund der Dollarsprünge vorgenommene Auswucherung der Berbraucher wirkt. Die Arbeitermassen, die zu sehen, wie die Unternehmer durch ihr ,, Angebot" die Reichsregierung in eine unmögliche Lage versehen und zugleich durch ihre Bedingungen" nicht allein die gesamte Arbeiterschaft herausfordern, sondern einen direkten Verfassungsbruch verlangen, und zwar die Aufhebung der Barität von Kapital und Arbeit, müssen bei den gegenwärtigen Berhältnissen erbittert und verbittert werden. Schöne Worte helfen da gar nichts. Internationale Einheitsfront der Transportarbeiter Gegen Kriegsgefahr und Faschismus. Bon den Vorständen des Deutschen Eisenbahnerverbandes und des Deutschen Verkehrsbundes wird uns geschrieben: In der Nr. 118 vom 26. Mai veröffentlicht die Rote Fahne" einen Aufruf und in der Nr. 119 vom 27. Mai einen Bericht über die am 23. und 24, Mai in Berlin abgehaltene Konferenz von Vertretern der Internationalen Transportarbeiter Föderation( Amfter tam) und Vertretern der der roten Gewerkschafts- Internationale angehörenden russischen Transportarbeiterverbände. Durch diese Veröffentlichung versucht das genannte Organ den Einbrud zu er mecken, als ob es sich bei den von der Konferenz beschlossenen Formulierungen um bindende Beschlüsse für die der Internationalen Transportarbeiter- Föderation angeschlossenen Verbände han dele. Dies ist nach unseren Informationen nicht der Fall; es handelt fich vielmehr nur um Vorschläge, die dem Eretutiv- Komitee ber Internationalen Transportarbeiter- Föderation bzw. den ihr angeschlossenen Organisationen unterbreitet werden sollen. Außerdem ist in der Veröffentlichung mit feinem Wort erwähnt ,. daß der deutsche Vertreter im Vorstand der 3. 2. 3. ausdrücklich erflärt hat, feine Zustimmung zu den Richtlinien und Vorschlägen von der Einstellung der Zerstörungsarbeit der Kommunisten innerhalb der deutschen Gewerkschaften abhängig machen zu müssen. Zur Sache selbst haben wir zu erklären, daß unserer Auffassung nach die Organisierung des Kampfes gegen Reaktion, Kapitalismus, Krieg und Faschismus nicht Sache einer einzelnen Be rufs Internationale fein fann, sondern Aufgabe des Internationalen Gewertschafts- Bundes ist. Diefer Rampf fann nur auf der Basis der von den Kongressen des Internationalen Gewerkschafts- Bundes aufgestellten Grundsätze und tattischen Richtlinien geführt werden. Es ist weiter Aufgabe des Vorstandes des Internationalen Gewerkschaftsbundes, festzustellen, ob und wie weit die Boraussetzungen für ein Busammen arbeiten im Kampf gegen Reaktion, Kriegsgefahr usw. mit den außerhalb des Internationalen Gewertschafts. bundes stehenden Organisationen oder Gewerkschaftsrichtungen gegeben sind. Der Deutsche Eisenbahnerverband und der Deutsche Berkehrsbund lehnen grundsäglich jede Beteiligung an Bereinbarungen oder Aktionen ab, die sie in einen Gegensaz zur Ge. famtbewegung bringen würden. Zur Lohnbewegung der Eisenbahner. Montag, den 4. Juni 1923, abends 7 Uhr, in den„ Musikerfälen", Kaiser- Wilhelm- Straße 31: 99 Große Konferenz fämtlicher VSPD.- Gewerkschafts- und Betriebsfunktionäre, Betriebsräte und politischen Vertrauensleute. als der Borsitzende bei der Berfündung des Schiedsspruches er flärte, daß nach den tariflichen Bestimmungen der Schiedsspruch ein endgültiger sei und daß fich die Bertragsparteien damit abzu finden hätten". Betzteres ist nach den tariflichen Bestimmungen nicht der Fall. Eine solche Dottor- Eisenbart- Kur ist wohl bequem, aber bei Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern nicht angebracht. Bom Reichsarbeitsministerium fönnte man erwarten, daß Männer, die mit folchen Aufgaben betraut werden, auch das genügende Geschick besigen, daß sie folche Situationen überschauen. Die Arbeiter dieser Werte werden am Mittwoch zu dieser Angelegenheit endgültig Stellung nehmen. Sollte nicht noch in legter heit noch friedlich erledigen zu können, so steht ein Teil Berlins und der Provinz Brandenburg vor schweren wirtschaftlichen Erschütterungen. Genoffe Allerander Stein spricht über:„ Ruhrkrise und Weltlage". Genoffe Dr. Paul Herz spricht über: Die wirtschaftspolitischen Stunde alles aufgeboten werden, um einigermaßen die Angelegen. Aufgaben des deutschen Proletariats". Disfuffion. Parteigenoffen! Sorgt für gufen Besuch! Bezirksverband Berlin BSPD. Betriebssetretariat. 4200.. dagegen dem Beamten der Gruppe XIII ein Mehr von 130 000 m. brachte. Wenn aber die Regierung der Ueberzeugung fei, daß die höheren Beamten mit ihrem Gehalt nicht mehr ausfommen fönnen, so müsse sie doch auch wissen, daß die unteren und mittleren Beamten mit ihren fläglichen Bezügen erft recht nicht dazu imftande sind. Es müsse von der Regierung ver. langt werden, daß sie endlich gesunde Zustände schaffe. Die große Not. unter der das werftätige Bolt und die Beamtenschaft soviel zu leiden habe, sei nicht lediglich dem Steigen des Dollars zu danken, sondern vielmehr der falschen Wirtschaft der Regierung. Das könne nicht so weiter gehen, die Beamtenschaftsei an der Grenze ihrer Geduld, fie sei nicht nur an das Proletariat, sondern weiter schon an das Lumpenproletariat herangekommen, da die minderbefoldeten Beamten sich nicht mehr die geringste Bekleidung beschaffen fönnten.( Stürmischer Beifall.) Werde der Funke ter Unzufriedenheit erst zur lodernden Flamme angeblasen, so dürfte er schließlich auch jene Kreise mit vernichten, die nicht den Willen hatten, den glimmenden Funken durch gerechte Maßregeln zu löschen.( Lebhafter Beifall.) In der anschließenden Distufficn, an der sich auch die Reichs: tagsabgeordneten Genossen Hoffmann und Steintopf betei ligten, tam der Unwille über das Verhalten der Regierung freimütig zum Ausdruck. Nach Schluß der Aussprache wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: " Die verfammelten Boft- und Telegraphenbeamten der unteren und mittleren Besoldungsgruppen protestieren mit aller Entschieden heit gegen die beharrliche Absicht der Regierung, bei der Neuregelung der Grundgehälter eine Erweiterung der Spannung zwischen den einzelnen Besoldungsgruppen vorzunehmen, die den oberen Gruppen Riesenbeträge sichert, den unteren dagegen nicht einmal die fümmerlichste Existenzmöglichkeit bietet. Die Bersammelten betrachten den Regierungsvorschlag als eine Berhöhnung und sind entschloffen, sich gegen ein weiteres her abdrüden und gegen die Berewigung ihres materiellen Elends mit allen gewerkschaftlichen Mitteln zur Wehr zu setzen. Die Versammelten erwarten von allen maßgebenden Instanzen, ganz besonders vom Reichstag, daß dem Regierungsvorschlag bie 3ustimmung versagt und für eine gerechte Regelung Sorge getragen wird, die auch den unteren und mittleren Gruppen eine austömmliche Eristenz gewährleistet." Die neuen Bergarbeiterlöhne. Drohender Konflikt bei Bolle. Das Lohnkartell der freien Gewerkschaften ist schon seit Monaten gezwungen, jede Lohnverhandlung mit der Direktion der Meierei Bolle vor den Schlichtungsinstanzen auszufechten. Ist der Spruch ein guter, dann wird er von der Direktion abgelehnt. Der letzte Schiedsfpruch brachte für die Zeit vom 27. April bis 24. Mai trok starter Geldentwertung nur eine Erhöhung von 20 Proz. Hier nahm die Direktion den Schiedsspruch ausnahmsweise an. Trog der Verbitterung der Arbeitnehmerschaft über das geringe Bugeständnis ist auch dieser Schiedsspruch von den Arbeitnehmern angenommen worden, weil man einen Konflikt vermeiden wollte, der die Versorgung der Berliner Bevölkerung mit Milch in Frage gestellt hätte. Neuerdings spitzen sich die Verhältnisse wesentlich zu. Eine Verhandlung mit einem Gewerkschaftsvertreter über eine zu leiftende Borschußzzahlung wird abgelehnt. Soll man daraus schließen, daß die Direktion einer. Streif herbeisehnt? Bielleicht will man die Gelegenheit wahrnehmen, um dabei die fleineren Betriebe aufzufaugen. Der Schlichtungsausfchuß ist mit der Angelegenheit befaßt. Sollte er der Notlage der Arbeitnehmerschaft in seinem Spruch nicht Rechnung tragen, dann ist die Arbeitnehmerschaft entschlossen, den Kampf aufzunehmen, weil sie nicht Luft hat, sich auf dem Wege über der Demobilmachungsfommiffar einen Teil der materiellen Leistungen aus dem zu fällenden Spruch noch nehmen zu lassen. Die Funktio näre der Gewerkschaften werden in unmittelbarem Anschluß an die Verhandlungen zu der Situation Stellung nehmen. Cohnverhandlungen in der Metallindustrie. Die Lohnverhand lungen, welche gestern zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern geführt wurden, ergaben fein endgültiges Resultat. Die Parteien haben das Reichsarbeitsministerium angerufen. Die Verhandlungen werden höchstwahrscheinlich am Freitag stattfinden. Der erweiterte Vorstand der Reichsgewertschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter hat auf seiner gestrigen Tagung im preußischen Abgeordnetenhaus den Organisationsvertrag zwischen ADB., ADGB. und Af mit überwältigender Mehrheit gutgeheißen. Jm Hochseefischereigewerbe find ernfte Tarifftreitigkeiten ausgebrochen. Die Fischdampferreedereien in Geeftemünde forterten, daß die durch Prozente am Auktionserlös der Fänge beteiligten Besagungen nicht mehr am Gesamtauftionserlös beteiligt sein sollen. Von der Berechnung der Prozente der Kapitäne sollten 20 Broz. und von den übrigen Mannschaften 10 Broz. vom Auktionserlös abgezogen werden. Der Schlichtungsausschuß in Bremen entschied vor einigen Tagen, daß die Forderungen der Reedereien in diesem Sinne berechtigt seien. Bis zum letzten Sonnabend hatten die Tarifparteien Nach der am Montag vormittag erfolgten Neuregelung der zu diefem Schiedsspruch Stellung zu nehmen. Die Reeder nahmen Löhne für die Bergarbeiter des Etein- und Braunkohlenbergbaues den Schiedsspruch an; die Befagungen lehnten ihn ab. Die Reeder im befesten Gebiet trat am Nachmittag desselben Tages unter dem stehen auf dem Standpunkt, nur Fischdampfer fahren zu lassen, deren Borfiz des Duisburger Oberbürgermeisters Jarres ein Schlichtungs- Bejazungen den Schiedsspruch anerkennen. Da zu erwarten steht, ausschuß zur Regelung der Lohnverhältnisse in den übrigen Ge- aß die Bejagungen nicht nachgeben werben, muß mit einem Streit bieten zufammen. Die Schichtlöhne wurden wie folgt erhöht: für im gesamten deutschen Hochseefischereigewerbe gerechnet werden, Oberschlesien 9000 m., Niederschlesien, Sachsen, mitteldeutsches wenn nicht noch in legter Stunde neue Berhandlungen aufgenommen Braunfohlenrevier( Kernreviere) und Bayern( Bechfohle) 8460 m. merden. Praktisch ist der Streit schon da, weil seit gestern früh fein Für das niedersächsische Revier wurde eine Erhöhung von 8000 m., Fischdampfer mehr in See gegangen ist. für die großen bayerischen Braunkohlenbetriebe 7950 W. und für die bayerischen Steinkohlenwerte 7520 m. je Schicht bewilligt. Im Anschluß an diese Lohnverhandlungen beginnen am Mittwoch, den 30. Mat, die Verhandlungen über die Erhöhung der Rohlenpreise. Die tommunistische Bresse berichtet, daß zu den Lohnverhandlungen eine Delegation der Union der Hand- und Kopfarbeiter zugezogen" worden sei, die die Dortmunder Forderungen( Erhöhung der Löhne um 50 Broz. in der ersten und um weitere 50 Pro3. in der zweiten Maihälfte, außerdem für Verheiratete 200 000 m. und für Ledige 150 000 m. Abgeltung) portrug. Für diese Forderungen follen sich die arbeitsgemeinschaftlichen Verbände" nicht eingesetzt haben. Diese Meldung ist frei erfunden. Bei den Verhandlungen war weder eine Delegation der Hand- und Kopfarbeiter anwesend, noch stellte jemand die Dortmunder Forderungen auf. Konflikt in den Privat- Elektrizitätswerken. Ein Bergarbeiterstreit in Amerika wird neuerdings befürchtet. Der Präsident der Bergarbeitergewerkichaft befindet sich zurzeit in Europa. Die radikalen Elemente gewannen start an Anhängern, und eine große Anzahl von Bergarbeitern scheint geneigt zu sein, ihrer Aufforderung zum Streit Folge zu leisten. Die Bundesbehörden haben bereits Pläne fertig, um eine rasche Aftion vorzunehmen, falls es zum Streit kommen sollte. Zentralverband der Angestellten. Finanzbehörben: Deffentliche Bersamm lung Donnerstag nachmittag 4½ Uhr in den Sophien- Sälen, Sophienste. 17-18. Powalf Die kräftigende Diät bei Magan- in Deumluidan Wohlschmeckend Billig! In einer gut befuchten Funktionärversammlung der Ortsgruppe Berlin des DEB. referierte am Montag in den Sophiensälen der Borsitzende des Verbandes Scheffel Breit ausholend zeigte er die Entstehung und Entwicklung der Gewerkschaften im allgemeinen, um sich dann im besonderen mit dem Werdegang der Eisenbahner organisationen zu beschäftigen. Wenn nicht heute schon alle Beamte und Arbeiter in der Einheitsorganisation, dem DEB. organisiert feien, so ist das zum größten Teil auf das mangelnde gegenseitige Berstehen zurückzuführen. Beide Gruppen sind aufeinander angewiesen, und nur zu einem Ganzen vereint, werden sie ihre wirt schaftliche Lage und damit die der gesamten Arbeitnehmer, der bessern. Jede Zersplitterung ist eine Bergeudung von Kraft. Das mache fich namentlich bei den Verhandlungen über die Erhöhung der Löhne und Gehälter bemerkbar. Außerordentlich zu bebauern Korpulenz Fettleibigkeit + ist darum das in den letzten Monaten erfolgte Absplittern der Oppo- Nachdem die Arbeitgeber der Berliner Privat- Elektrizitätswerke fition. Nur eine geschlossene Arbeitnehmerschaft wird ihre den Schiedsspruch der tariflichen Schlichtungsinstanz. der eine Gr Dr.Hoffbauers ges. gesch. Entfettungs- Tabletten Ziele erreichen. Aus diesem Grunde begrüßen wir auch die im höhung der Lohnfäße vom 2. bis 18. Mai borsieht, abgelehnt ein vollkommen unschädliches und erfolgreiches Mittel ohne Binhalten einer Gange befindlichen Bestrebungen zur Wiedervereinigung. Jeder batten, beichäftigte sich am 26. Mai erneut mit dieser Angelegen Diät. Keine Schilddrüse. Kein Abführmittel. Ausführliche Broschüre gratis. einzelne muß sein Aeußerstes daran segen, damit endlich das Ziel, heit ein vom Reichsarbeitsministerium eingefeßtes Schiedsgericht. Elefanten- Apotheke BERLIN SW Leipziger daß alle Eisenbahner in der großen Einheitsorganisation, dem Der Arbeitgeberverband hatte, gemäß den Bestimmungen des DEB., organisiert sind, verwirklicht wird. Manteltarifvertrages zweds Entscheidung dieses Streitfalles das Die neue Erfindung Endlich das Richtige! Drogerien zum Abgewöhnen desRauchens, erhältlich. Anschließend daran teilte Redner die Schritte mit, die die Ge- Reichsarbeitsministerium angerufen. Nach langstündigen Verhand merfschaften unternommen haben, um die drohende weitere lungen fällte das Schiedsgericht einen Spruch gegen die Stimmen Berschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Eisen- der Arbeitnehmerbeifizer, durch welchen die vom tariflichen Schlich bahner aufzuhalten. Der Finanzminister hat zugefagt, daß die tungsausschuß festgesezten Bobniäge, die für die Zeit vom 2. bis Berhandlungen über die Erhöhungen der Bezüge der Eisenbahn- 18. Mai Gültigkeit haben follten in Gruppe I bis VI 1700, 1650, Benko Bentel's Walth- und Mirith Hodel Ohne Chin Ruhl aufbewahren! Weiche mit Henko die Wäsche ein! Bei Putsch sind Straße 74( Dönhoffplatz) u. Generalvertreter: als Mundwasser, als Tabletten Clausen& Co., B.- Charlottenbg. Verantwortl. für den redakt. Tell: Artur Saternus, Friedrichshagen; für Anzeigen: 2b. Glade, Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G.m.b.S., Berlin. Deud: Borwärts. Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin, Lindenstraße 3. Bento" Henfels Wasch- und Bleich Soda, zum Einweichen der Wäsche und für den Hauspuh. Sentel& Cle, Diffeldorf. Nileinige erfeller Hierzu 1 Beilage. Nr. 24740. Jahrgang Beilage des Vorwärts Staat und Spieler. Unhaltbare Zustände. Polizeiliche Verbote zwecklos. Der Vorschlag einer Kartengeldsteuer. Mittwoch, 30. Mai 1923 Die Eisenstadt. Es gibt wohl faum einen zweiten Ort auf dem weiten Erdenrund, dessen Name den Gelehrten soviel Kopfzerbrechen gemacht hat und so wunderlich gedeutet worden ist wie der Name von " In den letzten Wochen ist in der Berliner Presse und auch im Spieler, die die mitgebrachten Barbeträge verloren haben, durch Potsdam. In einem bei A. W. Hann's Erben in Potsdam er„ Vorwärts" verschiedentlich zu den Glücksspielen, denen man in den Ausstellung von Wechseln und Schuldscheinen sich an einem Abend schienenen Buche ,, Potsdamer Sagen und Märchen" erörtert E. Handt. vornehmen Klubs huldigt, Stellung genommen worden. Ueberein- tuinieren. Trotz aller Gleichberechtigung, die heute zwischen Mann mann von neuem die Frage und gibt eine sehr einleuchtende Antstimmend sind sich alle Kreise darüber klar, daß die jetzt bestehenden und Frau besteht, müßte den Frauen grundfählich die Mitgliedschaft wort. Bisher hatte die meisten Anhänger die Herleitung des in Spielflubs verboten sein. Die Praxis lehrt, daß gerade vom Wortes von" Pod dubami unter Eichen". Aber wie sollte gerade Zustände unhaltbar sind und daß in irgendeiner Form eine neue gesetzliche Regelung des Spielwesens dringend notwendig ift. Spielteufel befallene Frauen rettungslos verloren sind. Die Spiel die Eiche, die doch wirklich für die Mart sehr uncharakteristisch ist, genehmigung dürfte nur Vereinen gegeben werden, die in ihrer Anscheinend sind auch die Landes- und Reichsbehörden noch im un- Leitung für einwandfreieste Geschäftsführung bürgen. Die Diffe- der Stadt den Namen gegeben haben? Nur die Bezugnahme auf flaren, welche Wege sie in dieser Frage gehen wollen. Bis heute renzierung, die in letzter Zeit in dieser Frage zwischen sogenannten flawische Worte kann die Erklärung bringen, denn ganz Ostelbien, wird in allen Klubs luftig weitergespielt und den Spielhaltern gewerbsmäßigen Spielunternehmungen und nicht gewerbsmäßigen und damit auch Potsdam, ist slawischer Grundboden. Nun hat die werden mühelos Millionengewinne zugeschanzt. Spielunternehmungen gemacht wurden, ist unter allen Umständen im Mittelalter beliebte Latinisierung der Worte uns für Potsdam abzulehnen. Heute ist fast ausnahmslos jeder vornehme Klub mehr die Genitivschreibweise Potestampii" überliefert. Darin ist noch oder weniger auf die Eingänge der Kartengelder angewiesen. Die deutlich die slawische Wörterzusammenstellung„ Po- testam" zu Die Frage der Spieltiubs läßt sich nicht durch ein einfaches Spielerlaubnis dürfte nur Bereinen, aber nie fommunalen Körper- erkennen, zu deutsch bei den Eisenfchmelzen"." Damit ist des polizeiliches Berbot regeln. Selbst das rücksichtsloseste zugreifen schaften übertragen werden. Das Ersuchen der Badeorte, ihnen als Rätsels Lösung gegeben. Wie die vorgeschichtliche Bodendurch Der Aufsichtsbehörde würde nichts an den Zuständen ändern. Die allen Umständen zu verwerfen, da es der Korruption Tor und Tür forschung erweist, wußten die auf Potsdams Gefilden wohnendent Auswüchse des heutigen Glücksspielunwesens lassen sich nur durch öffnet. Auch würde dadurch die Spielerlaubnis weiter ausgedehnt Wenden den hier in Menge vorhandenen Raseneisenstein zu cine forgfältige gefehliche Regelung der Spielklubs und eine daran als es notwendig erscheint. Zustände wie in Monte Carlo und schmelzen und zu verwenden. Man hat schon vor Jahrzehnten anjchließende rüdsichtslose Besteuerung derselben beseitigen. Die Moralität des Glücksspiels an sich kommt bei dieser Reglementierung in 3oppot find wahrlich nicht wünschenswert und dürfen daher nicht gerade bei Potsdam große Eisenschladenbestände aufgedeckt und Moralität des Glücksspiels an sich kommt bei dieser Reglementierung ftaatlich forciert werden. Der Vereinscharakter muß bei Spiel auch sonst in der Umgegend das Vorhandensein von prähistorischem nicht in Frage. Genau wie das Lotteriespiel, das Wetten auf erlaubnissen gewahrt bleiben. Die Absicht bei Erhebung der Karten bearbeiteten Eisen sowie von Eisenschlacke festgestellt. Auch die Pferde im Prinzip unmoralisch und auf Grund dessen zu verwerfen ist, ist auch das Glücksspiel unter diesem Gesichtswinkel zu betrach geldsteuer darf nur sein, die bisher bestehende Spielleidenschaft in alten Potsdamer Sagen beschäftigen sich vielfach mit„ Zwergen", ift, ist auch das Glücksspiel unter diesem Gefichtswinkel zu betrach gefeßliche Bahnen zu lenken und dem Staat steuerlich nutzbar zu die in unterirdischen Eisenwerken arbeiten, und auf dem„ Eisenten, unter allen Umständen zu bekämpfen. Die moralische Seite soll aber bei dieser Besprechung nicht in Frage kommen, da sie auch machen. Jedes dorüber hinaustreiben würde mit aller Entſchieven- wiese" genannten Gelände zwischen Japanischem Haus und Neuem mit den besten Vorschlägen nichts an den Zuständen ändern würde; heit zu verwerfen fein. Die aus der Kartengeldsteuer zu erwarten: Palais hat der Raseneisenstein den Gärtnern viel Not bereitet. den Beträge würden bei 30 Proz. Kartengeldsteuer mindestens hier soll nur in rein fachlicher Weise untersucht werden, in welcher 150 milliarden Mart pro Jahr ausmachen. Auf Groß- Berlin Nach alledem kann man annehmen, daß Potsdam ums Jahr 1000 Form eine Reglementierung und Besteuerung der Spielklubs mög herum als ein Gelände bekannt war, das mit Sumpferz und Rafenlich ist. Die Erhebung einer Kartengeldsteuer von mindestens eisenstein reich ausgestattet war und als solches hohen Wirtschafts 30 Proz. der vereinnahmten Bruttobeträge des Kartengeldes i mert hatte. Für die Wenden war solch ein Eisenwert", wie auch möglich und verspricht bei forrefter Anwendung eine ergiebige heute noch der Bolfsausbrud für ein start von Ofer durchzogenes Steuerquelle für Staat und Gemeinde. Der Unbeteiligte, der das Gelände in der Neumark heißt, eine besonders willkommene Klubwesen nicht fennt und sich nie eingehend mit dieser Frage befaßte, ahnt nicht, weich ungeheuren Umfang diese Spielunterneh Siedlungsstätte. Die von den wendischen Fischern in jenen vormungen in ganz Deutschland angenommen haben. Insbesondere in geschichtlichen Zeiten angelegte Schmiedewerkstätte erhielt also zu Berlin und in den Großstädten Deutschlands, wie Hamburg, Leip. zielen. Die steuerliche Erfassung ist leicht und sicher zu regeln, Recht den Beinamen bei den Eisenfchmelzen", und aus dem flawischen„ Potestam" wurde dann unser Potsdam. * felbst würden von dieser Steuer ziirka 20 bis 25 milliarden Mart entfallen. Im Interesse der elenden finanziellen Verhältniffe der Gemeinden wäre es dringend erwünscht, daß mindestens 50 Broz. ber eingehenden Kartengeldsteuer den Gemeinden verbliebe. Bielen Gemeinden würde dadurch eine Einnahmequelle geschaffen, die nur zu begrüßen wäre. Auf alle Fälle würde auch der Berliner Etat fedenfalls eine Nebeneinnahme von 10 bis 12 Milliarden Mark er zig, Dresden, Düsseldorf, Essen, Köln und auch in sämtlichen Bade- Genau wie beim Buchmachergeseh, das nach der heutigen Uebersicht o daß hier Steuerhinterziehungen faum in Frage kommen würden. orten wird seit Jahren ständig dem Glücksspiel gehuldigt. Polizei- mindestens 30 Milliarden Mart Ertrag bringt und weit über die liches Eingreifen hat hier nie dauernd genügt; ja, leider ist in vielen Fällen die Zuverlässigkeit der Polizeiorgane in Frage gestellt sichtlich die Kartengeldsteuer einen vollen steuerlichen Erfolg bringen. Boranschläge der Finanzbehörden hinausgeht, würde auch vorausDie Wucherbekämpfung. worden. Die Entscheidung der Berliner Gerichte, daß das Spiel 66 mit Chouette auf Grund eines Urteils des Spielfachverständigen Nicht durch wilde Kontrollausschüsse! von Manteuffel nicht als Glücksspiel zu werten sei, öffnete den Ausführungsvorschriften zu dem Gesetz gegen das Glücksspiel vom der Amtliche Preußische Pressedienst schreitt, in Berlin Markthallen Bur Schaffung dieses Steuergesetes ist nur die Aenderung der Rommunistische Kontrollausschüsse" suchen, wie Epielunternehmungen die legten Schranken und machte die Auf- 23. Dezember 1919 notwendig. Die Bestimmung über die Aus- und Läden auf, um hier, ähnlich wie in Essen, Dresden und anfichtsorgane ziemlich wehrlos. Die Reichsgerichtsentscheidung, die das Spiel 66 mit Chouette nun endlich unter das Glüdsspiel reiht, führung des§ 84 des Strafgesetzbuchs müßte sofort geändert wer- beren Städten, Preisprüfungen" vorzunehmen. Diese macht diesem Zustand für immer ein Ende. Das hätte man wenig ben, dann könnte die Regelung schnellstens erfolgen. Bis zu diefer illegalen Organisationen, die sich der Nötigung und Amtsanmaßung stens als etwas Eelbstverständliches nach einer deraartigen Ent. Regelung muß aber schon aus Gründen der Staatsautorität jedes schuldig machen, haben an verschiedenen Stellen die Preise scheidung voraussehen follen. Leider hat man sich aber in Berlin Glücksspiel in Klubs verboten werden. willkürlich herabgesett und Geschäfte, deren Inhaber anricht sofort zum rücksichtslosen Berbot des Spiels entschließen Josef Ernst, M. d. R. geblich zu hohe Preise gefodert haben, geschlagen. Es ist lediglich fönnen. Jedenfalls haben die maßgebenden Instanzen sich davon Aufgabe der Wucherpolizei, den Bucher zu bekämpfen leiten laffen, daß ein generelles Berbot die bestehenden Zustände nur und das Publikum gegen die Machenschaften unfauterer Elemente verschlimmern würde. Diese Auffassung ist gewiß richtig, es wäre im Handel in Schuß zu nehmen. Die Beamten der Wucherpolizei aber trotzdem angebracht gewesen, durch das Berbot auch der breitewerden daher erneut angewiesen den Wucher mit allem Eifer und sten Deffentlichkeit zu zeigen, daß eine Reglementierung des Spielmit aller Energie zu befämpfen. Wenn die Beamten der wejens zwingend notwendig ist. Bucherpolizei voll ihre Schuldigkeit tun, wird dieser illegalen tommunistischen Organisation, die schließlich eine allgemeine Verwir rung auf dem Lebensmittelmarkt zur Folge haben muß, der Boden von selbst entzogen. Das Publikum aber fann die Beamten wirk fam dadurch unterstügen, daß es Beobachtungen über unlautere Machenschaften der Händler der Polizei mitteilt und Einzelfälle zur Anzeige bringt, Die Kartengeldsteuer. Abmontierung Berliner Denkmäler. Die ständige Bedrohung durch Diebstahlsgefahr, der das öffentliche Eigentum im allgemeinen und die öffentlichen Denkmäler und Kunstgegenstände im besonderen ausgesetzt sind, hat das Bezirksamt Berlin- Mitte veranlaßt, gemeinsam mit den zuständigen Stellen der staatlichen Polizei Beratungen über durchgreifende AbwehrmaßIn welcher Form und von wem soll nun die Kartengeldsteuer regeln zu erwägen, die zu einem befriedigenden Ergebnis geführt erhoben werden? In weld em Umfang foll man das Glüdsspiel haben. Die Zahl der ständigen polizeilichen Wachtposten wird zulassen? Es wäre verfehlt, wenn man dirette Spielfonzeffionen vermehrt werden und die Denkmäler und Kunstgegenstände werden wie in Zoppot und Monte Carlo erteilte. Das Spiel muß auf die einer befonderen, an feine bestimmte Zeit gebundene Beaufsichtigung Klubs beschränkt bleiben. Bei Erteilung der Spielerlaubnis in durch Radfahrerstreifen sowie durch uniformierte und nichtunifor Die geradezu fatastrophalen Preissteigerungen der letzten Tage geschlosse ten Klubs müßten die zugelassenen Glücksspiele auf 66 mierte Beamte der Polizei bei Tag und Nacht unterliegen. Außermit Chouette und Battarat beschränkt bleiben. Diese beiden Spiele dem aber sollen Denfn.äler, die an besonders gefährdeten Stellen werden zurzeit in allen sogenannten besseren Klubs gespielt und ihren Standort haben, ganz oder teilweise abmontiert und bis auf würden vollauf genügen, das in diesen Kreisen bestehende Spiel- weiteres diebesficher aufbewahrt werden. Das Bezirksamt bittet bedürfnis zu befriedigen. Durch Ausführungsbestimmungen müßte die Einwohnerschaft, in jedem Falle, wo sich jemand in verdachtfestgelegt werden, welche Vermögensgrenze notwendig ist, um die erregender Weise an Denkmälern, Kunstgegenständen, Bau- und Mitgliedschaft in einem derartigen Berein zu erwerben. Diese Gartenanlagen usw. zu schaffen macht, sofort die Polizei zu benachfinanzielle Abgrenzung ist notwendig, um zu verhindern, daß unvers richtigen bzw. die Berdächtigen bis zum Eintreffen polizeilicher In Einsamkeit gestorben ist der frühere Droschenfutscher Baul mögende Leute durch ein bestimmtes Anreißertum zum Eintritt Silfe festzuhalten. Nun wird den Dieben nichts übrig bleiben, als Anders, der in Berlin im Hause Mittenwalder Str. 55 verlockt und ausgeplündert werden fönnen. Des ferneren wäre es nach dem Bezirk Tiergarten auszuwandern, moselbst sich in der wohnte. Wegen eines Ischiasleidens, das ihn in letzter Zeit sehr eine zwingende Notwendigkeit, durch hohe Sttrafen der Klubleitung Siegesallee die Ahnengruft der Hohenzollern befindet. Aber die quälte, arbeitete er nicht mehr und er fonnte seit mehreren Wochen zu verbieten, an Spielabenden Mitgliedern Kredite zu gewähren. Herren Langfinger wiffen ganz genau. daß sie bei den Hohenzollern auch die Wohnung nicht mehr verlassen. Hausbewohner rieten Es würde dadurch verhindert oder zum wenigsten gehemmt, daß leider nur aufbrüchigen Marmor beißen werden. ihm, einen Arzt in Anspruch zu nehmen, aber er lehnte ab. Der 4] Eine Angstsafari. Bon Arthur Heye. " Der Bormann brauchte nicht erst mit ausgestrecktem Beige finger und halblauter Stimme zu sagen: Bana Simbal" ( Herr Löwe); ich dachte mir schon, was die runden Stapfen bedeuteten. Es war die erste Löwenspur, die ich sah, und unwillkürlich blickte ich mich beklommen um, ob nicht der Löwe aus dem nächsten Busche spränge. Aber nichts regte sich in der weiten, weltverlorenen Einöde, und stumm fehten wir unseren Weg fort. Es waren keine zehn Minuten vergangen, als wieder solche große Kazenspuren den Weg kreuzten und dann wieder und immer wieder. An einer Stelle führten gleich drei Baar diefer Fährten ein großes Stück die Straße entlang. „ Drei Löwen, sehr große!" fagte Mwani, der Bormann. Ich nichte nur und stellte feft, daß es mir in dieser schönen Gegend leise unheimlich wurde. Schon gegen drei Uhr erreichten wir die Stelle, wo nach altem Brauche die Karawanen dieses Weges zu lagern pflegen. Auf vier Pfählen ruhte ein morsches, eingefunfenes Grasdach, Konservendosen und zerbrochene Flaschen lagen um staubverwehte Feuerstellen herum, in einer Ecke ein zerfetzter, zusammengeschrumpfter Automobilreifen. Nach dem Essen streifte ich ein bißchen in der Umgebung umber, stieß auf eine starte Herde Zebras und Gnus und einige fleine Rudel von Schwarzferfen- und Säbelantilopen, die mein Erscheinen nur in gemächliche Bewegung brachte. Aber zwischen den massenhaften Wildspuren unzählige Löwenfährten, überall und überall! Zweifelnd betrachtete ich nach meiner Rückkehr das wacklige Dach, das in dieser angenehmen Gegend unsere Nacht ruhe" beschüßen" sollte. „ Gibt es hier feinen besseren Platz zum Schlafen?" fragte ich. Mwani sah mich entfest an. O Hier schlafen? nein, Bana. Hier bleiben wir nur am Tage, aber schlafen müssen wir dort in der Boma ( Festung)", sagte er und führte mich hin. Die Geltung war eine natürliche, treisförmige Dornen haben in der arbeitenden Bevölkerung große Beunruhigung her. vorgerufen. Die Selbsthilfe wie sie die Kontrollausschüsse" in naiver Weise ausüben wollen, fann leicht in einer solchen Zeit die Unterstützung der erbitterten Räufer finden, wenn es den staat. lichen Organen nicht gelingt, durch ihr einwandfreies Arbeiten das Bertrauen der Bevölkerung zu erwerben und auch zu behalten. hecke, deren Zwischenräume mit stachlichem Gebüsch ausgefüllt| Augen; halblaut unterhielten sich die Träger, draußen in der worden waren. Ich ließ sie säubern und einen riesigen Haufen startes Brennholz hineinschleppen. Die rotilammende Scheibe der Sonne ruhte auf dem Horizonte. Ströme von farbigem Licht verwandelten für kurze Augenblide die öde Steppe in einen Märchengarten. Ich ging schnell noch einmal die wenigen hundert Meter nach dem Schußdache hinüber, um meinen dort vergessenen Feldsbecher zu holen, fand ihn auch gleich und trat schon wieder hinaus, als mein Blick auf den alten Automobilreifen fiel und bort haften blieb. Ein Schauder lief mir den Rücken hinauf über unseren eigenen zahlreichen Fußspuren, die wir vor einer halben Stunde noch hier getreten hatten, lief die Fährte eines ungeheuren Löwen! Mit einer der mächtigen Vordertatzen war er mitten in den Kreis des Reifens getreten. Eine Weile stand ich wie erstarrt und stierte die stummredenden Spuren an, ein elendes Gefühl falter Furcht hielt mich fest, ließ mich taum wagen, mich umzusehen. Da wurde es plöglich dunkel, ohne Dämmerung und unvermittelt, wie es den Tropen eigen ist, und das Bewußtsein, daß jezt in der Nacht die eingebildete Gefahr wirklich werden tonnte, half mir die Schwäche abschütteln. Nacht dröhnte das Gebrüll der Löwen. Bald fing der Schüttelfrost an, mich zu rütteln, ich durfte den Anfall nicht erst schlimm werden lassen und holte die Chininflasche hervor. Gerade steckte ich eine Bille in den Mund, da dröhnte in allernächster Nähe, ganz dicht an meinem Kopfe, ein furzes, tiefes Moachch!" auf, ein Laut, so erfüllt von ungeheurer tierischer Kraft und Wildheit, daß mir vor Schreck gleich die Chininkapsel im Halse stecken blieb." Heiliger Nepomut!" Mit einem Sage war ich vom Bett herunter und am Feuer, riß einen Brand heraus und warf ihn über ben Dornenwall, dorthin, wo die greuliche Stimme erschollen war. in fauchender Laut, ein Kraßen und der elastisch leichte Aufschlag eines schweren Körpers antwortete draußen in der Dunkelheit. Das Schwagen der Leute war verftummt, mit meit aufgeriffenen Augen und aschgrauen Gesichtern sahen sie einander an. Ich stand lauschend vornübergebeugt, am Lager mar nichts mehr zu hören, doch ringsum war die Nacht erfüllt von dem unaufhörlich hallenden Gebrüll der jagenden Löwen. Bald näher, bald ferner knurrte, röchelte, heulie und brüllte es aus allen Himmelsgegenden. Ich hatte mein Bett von den Dornen weg mehr in die Ich trat hinaus, eben verkroch der letzte graue Tagesschein, und als wäre das ein Weckruf gewesen, wurden auf einmal mitte rüden lassen, lag mit offenen Augen, den Stimmen der ringsum in der nächtlichen Beite Stimmen laut, die mir das Wildnis lauschend, und flapperte mit den Zähnen. Bielleicht Blut zum Herzen und die Beine in flüchtige Bewegung jagten. war es nicht nur das Fieber. Aber ich möchte den fennen Keuchend, röchelnd, anschwellend zu lang rollendem Donnern lernen, der in einer Gegend, die anmutete wie eine Zweigstelle von Hagenbeds Tierpart, nur durch eine windige begrüßte das Gebrüll der Löwen die Nacht und den Beginn Dornenhede von ganzen Rudeln hungriger Löwen getrennt, ihrer Jagd. Erst furz vor der Boma mäßigte ich meinen Angstgalopp waffenlos und land- und sprachfremd unter einer Schar furchtfamer Neger, nicht mit den Zähnen geflappert hätte. Auch und tat einige tiefe Schnaufer, um nicht mit gar zu unziemlich ohne Fieber. Und das schüttelte mich gehörig ab. Eine Reitatemloser Eile in den Kreis der Schwarzen zu treten. lang warfen mir die Kälteschauer förmlich den Körper hoch, Sie hatten schon zwei Feuer angezündet und standen mit und doch war mir der Gaumen heiß und ausgetrocknet, ich Dornbüschen bereit, den Eingang hinter mir zu verrammeln. trant ganze Flaschen voll Tee aus. Dann begann der Kopf Unter hartem Kampfe mit der Landessprache und all- au glühen, rote Nebel mogten vor den Augen, strömender gemeiner Heiterfeit machte ich dem Bormann flar, daß ab- Schweiß rann am Körper herab. Danach fühlte ich mich unwechselnd jeder Mann ein Stunde zu wachen und das Feuer fäglich schlapp, aber doch leichter und besser. zu schüren habe. Ein jähes Unwohlsein, dumpfer Drud im Kopfe und bleierne Müdigkeit in den Beinen übertam mich auf einmal; diese Anzeichen fannte ich schon ein Malariaanfall. Ich streckte mich auf mein Feldbett aus und schloß die Nach Mitternacht verstummten allmählich die Stimmen der Raubtiere. ,, Sie haben gefressen und gehen nun nach Bura, um zu frinten," jagte Mwezi, der Kameraträger. ( Fortsetzung folgt.)] Anklage gegen Herrn v. Kaehne. immer glaubhaft, is niemals füßlich. Reisboll the frisches, fröhliches alleinstehende Mann ließ in die Wohnung nicht gern jemand hinein, Mädeltum, das sich in der famos ausgenußten Fröhlichkeit voll auslebt. so daß man nicht recht wußte, in welchen Verhältnissen er lebte. Dem Schloßherrn v. Kaehne auf Pezow im vom 1. Staats- Im Zusammenspiel mit dem wunderbar menschlichen, überzeugend linkischen Mehrere Familien aus dem Hause brachten dem Kranken zubefie fich zu schön stilisierter Romantit. reitetes Mittagessen und andere Nahrungsmittel, aber er nahm anwalt Dr. Gerlach in Potsdam die Anklage wegen vor Ernst Bro del ist fie erquickend wirklich, zum Ende des Films hin erhebt Jm UL. Kurfürstendamm scheint Die Sonne von Sankt diese Gaben nur durch die wenig geöffnete Tür herein. Am Sonn- säglicher Tötung des in seinem Waldrevier aufgefundenen abend meldete der Hausverwalter dem Vorsteher der zuständigen erschossenen 16jährigen Obstzüchtersohn Lahse aus Geltow zugestellt Moritz! Scheint- aber wärmt nicht. Denn sie scheint nach dem Rezept Die worden. für Wohlfahrtskommission, daß Anders ärztlicher Hilfe bedürfe. Die Verhandlung gegen v. Kaehne wird voraussichtlich Paul Dstar oders, hat also bestenfalls unterhaltsame Absichten. Dieser diese Anspruchslose ein paar hübsche, rhythmisch erfühlte Winterbilder Frau des nichtanwesenden Vorstehers versprach, die Bestellung aus in der am 11. Juni beginnenden Potsdamer Schwurgerichts- unglaubhafte Geſellſchaftstrara gibt ein paar gespannte Situationen zurichten, aber sie muß das wohl vergessen haben, denn der städtische periode stattfinden. Der Staatsanwalt Dr. Gerlach hat die Sache für jedermann. Im Photographischen liegt der Reiz dieses Films. Regie Arzt blieb aus. Da Anders am Sonntag sich nicht mehr sehen ließ, Die Anklagen gegen die( Hubert Moe st und Friedrich Weißenberg) und Darsteller müssen sich bes Dierds, Johannes Riemann, Hedda Vernon öffnete man die Tür, und nun fand man ihn vor seinem Bette mit größter Beschleunigung betrieben. gnügen, forretten Spielfilm zu geben. Das ist ja immerhin schon etwas auf dem Fußboden leblos. Nach Ansicht eines Arztes, der Berliner Presse sind alle eingestellt worden. aber für den, der erwartungsvoll an ein Lichtspiel herantritt, nicht genug. später die Leiche besichtigte, soll er an Herzlähmung gestorben sein. p- s. Anscheinend hat, als er von seinem Lager aufstand, um zu effen, der Tod ihn ereilt. Auf dem Tisch standen noch Reste der ihm von den Hausbewohnern gebrachten Nahrungsmittel, etwas Margarine und Kuchen. Trotz sofortiger Benachrichtigung der Polizei wurde die Leiche nicht sofort abgeholt. Noch am Dienstag lag fie in der Wohnung. Der Mord in der Neujahrsnacht. Bertagung der Gerichtsverhandlung. ,, Grüße von Bekannten". Er Mit einem alten Trid hat wieder einmal ein Schwindler eine Frau in der Frig- Reuter- Ktraße zu Schöneberg heimgesucht. erschien bei ihr in der Wohnung, überbrachte ihr Grüße von Bekannten in der Provinz, überreichte ihr ein kleines Bafetchen, angeblich von diesen Bekannten und teilte ihr zu ihrer Freude mit, daß ein großes Batet für sie noch auf dem Anhalter Bahnhof liege. Der angenehme Besuch schlug der Frau vor, sich gleich anzuziehen und mit ihm nach dem Bahnhof zu tommen, um das wertvolle Bor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann gestern der Geschent abzuholen. Während sich nun die ahnungslose Frau in Mordprozeß wegen der Bluttat, die in der Neujahrsnacht d. J. dem einem Nebenzimmer umkleidete, steckte er wertvolle SchmudSchneidermeister Georg Albach in der Helmholzstr. 21 das Leben sachen, die er in dem Zimmer entdeckte, heimlich ein. Beide gingen dann nach dem Anhalter Bahnhof, wo der Mann im Gegekostet hat. Unter der Anklage des Mordes haben sich der frühere range verschwand. Bei ihrer Heimkehr entdeckte die Frau, Schreiber Hermann Unger, der Gelegenheitsarbeiter Wilhelm die vergeblich auf dem Bahnhof nach einem Paket gefragt hatte, den Bransick, der Arbeitslose Alfred Stromoned zu verant- Diebstahl. Der Schwindler, der es mit seinem Trid wohl noch öfter worten. Ein vierter Täter, ein angeblicher Otto Deppner, ist nicht versuchen wird, ist etwa 26 bis 28 Jahre alt und etwa 1,65 Meter groß und fräftig, hat ein frisches rundes Gesicht und trug einen dunkelblauen Jackettanzug. ermittelt worden. " Am 2. Weihnachtsfeiertag famen Unger und Deppner auch auf den Hof des Grundstüces Helmholzstr. 21 in Charlottenburg, um dort zu singen und zu betteín. Der 66jährige Schneidermeister Albach, der als Wohltäter der Armen bekannt war, rief die beiden noch jugendlichen„ Sänger" in seine Wohnung, gab ihnen reichliches Essen und dem Unger, der sehr abgerissen war, auch Wäsche und Kleidung sowie Schuhe. Die beiden Hoffänger erzählten dann in ihrem Stammlofal, dem Café Dalles", daß der Schneidermeister ein reicher Mann sein müsse und viel Geld habe. Sie famen zu dem Entschluß, Albach zu berauben. Die Burschen fehrten wieder zu dem Schneider zurück und lebten mehrere Tage bei ihm, wurden von ihm beföftigt und auch mit Näharbeiten beschäftigt. Auf Verabredung waren dann auch die beiden anderen Angeklagten, Branfic und Strowoned, als Hoffänger auf dem Grundstück erschienen und waren, wie erwartet wurde, ebenfalls in der Wohnung des Schneidermeisters aufgenommen worden. Sie wurden gleichfalls bewirtet, und abends spielte der Schneidermeister mit seinen vier Gästen Karten. Man legte sich dann zur Ruhe, und als Albach im Schlaf lag, fielen die vier Gesellen über ihn her, steckten ihm einen Knebel in den Hals, banden ihm die Beine und erstid ien ihn dann, um Hilferufe zu verhindern, mit einem Kopftissen. Das erwartete Geld fanden sie jedoch nicht, dagegen padten fie eine Reihe Stoffe zusammen; die sie später im„ Café Dalles" und an anderen Stellen verkauften. Das Geld war in furzer Zeit mit Freundinnen verpraßt worden. Die anderen Angeklagten waren anfangs teilweise geständig und hatten eingeräumt, daß sie von vornherein eine Ermordung geplant hatten. Jeßt, vor dem Schwurgericht bestreiten sie aber die Tötungsabsicht und erklärten, es sei ihnen nur auf einen Raub angekommen. Der Prozeß verfiel schließlich der Bertagung, da das Gericht, einem Antrag der Verteidigung stattgebend, beschloß, die Angeklagten die Angeklagten auf ihren Geisteszustand untersuchen zu lassen. Das Gericht als Kunstkritiker. Grete Wunder der Schöpfung. Die Kulturabteilung der Usa wird dem. nächst einen Großfilm über die Probleme des gesternten Himmels herausbringen, der in fieben Teilen die Entwicklung der aftronomischen Wissen. schaft und die in jedem denfenden Menschen auftauchenden Fragen der Himmels- und Erdkunde in populärer Weise zur Darstellung bringt, z. B. eine Reise durch den Weltenraum, das Planetensystem, das Berhältnis der Erde zu Sonne und Mond, sowie Weltentstehen und Weltvergehen. Groß- Berliner Parteinachrichten. -W Alle bis Die neuen Beitragsmarken für Juni zu 150 und 60 m. find bereits in unserem Bureau zu haben. Die Kassierer, welche die Marten abholen können, werden sehr darum gebeten. Marken abholen können, werden sehr darum gebeten, Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 5 Uhr, nicht abgeholten Marken 3. A. Alex Pagels werden am Donnerstag, den 7. Juni, durch die Post zugestellt, 2. Areis Tiergarten. Donnerstag, den 31. Mai, 8 Uhr engere Areisvorstands Eine Stunde frither treffen fich im selben Lokal die Abteilungsmietervertreter sweds Bahl eines Dbmannes als Vertreter in den Kreisvorstand. Sigung bei Trümper, Flensburger Str. 3. Brotfartendiebstahl. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin teilt mit, daß nachstehende Brottarten geftoblen wurden: Serie 10 Nr. 61 095 bis 61 143, Serie 10 Nr. 61 247 bis 61 300, 14. Streis Neukölln. Donnerstag, den 31. Mai, 7 Uhr, im Karlsgarten, KarisDie Bevölkerung wird vor dem Serie 10 Nr. 61 697 bis 61 749. Erwerb dieser Brotkarten gewarnt. Die Bäckereien find angewiesen, die Karten anzuhalten und den Besitzer feststellen zu lassen. Ankauf und Weiterbetrieb dieser Karten sind strafbar. Der Ausschuß für Blindenpflege macht zur bevorstehenden Reisezeit darauf aufmerksam, daß in diesem Jahre von den Blinben der städtischen Blinden Beschäftigungsan stalt wieder Hängematten aus besten Rohstoffen gefertigt worden sind, die in der Anstalt, Berlin SO 26, Oranienstraße 26, part., werftäglich von 8 bis 1 Uhr und 2 bis 5 Uhr zum Verkauf stehen. Außerdem können sehr preiswerte Reife. förbe und die Waren der umfangreichen und leistungsfähigen Anstalt Stuhlflechterei und Bürstenmacherei der empfohlen werden. Auf Wunsch erfolgt Abholung und Zustellung von Stühlen. Fernsprechanschluß Magistrat Berfin 266. gartenstraße, Kreismitgliederversammlung. Thema: Der Internationale Donners Sozialistentongreß in Hamburg". Referent Genoffe Künstler. tag, den 31. Mai, 7 Uhr, in der Fortbildungsschule, Donauftr. 120, Diskussion über Das Strafgesetzbuch, unter Zeitung des Genossen Dr. Seligsohn. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freitag, den 1. Juni, 6½ Uhr, Kreisfunktionär persammlung im Ruppelfaal der Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee. Tagesordnung: 1. Bericht vom Hamburger Internationalen Sozialistentongreß. Referent Genosse Friebrich Schlegel. 2. Parbeiangelegenheiten. Parteiausweis legitimiert. 17. Kreis Lichtenberg. Freitag, den 1. Juni, 7 Uhr, Sigung ber Fraktion Arbeiterwohlfahrt und Kinderschußtommiffion im Rathaus, 8immer 25. Bortrag. Erscheinen Pflicht. tag, den 3. Juni, ein. Fahrt ab Mariendorf vormittags 10.35 Uhr bis Dahlewig, von dort unter Mufifbegleitung mit der Arbeiterjugend bis Blankenfelde. Alle Mitglieder beteiligen sich mit ihren Familien und bringen Freunde mit. 13. Kreis. Die Frauen laden zu einem Ausflug nach Blankenfelde am Sonn Heute, Mittwoch, den 30. mai: 21. Abt.. 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula Blanbagenftr. 15-17. Referent Genoffe Künstler, M. d. N. Das Deutsche Bad am Ringbahnhof in Treptow, deffen Erhaltung der Stadt Berlin zu verdanken ist, ist wieder eröffnet und 22. abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Lütticher Str. 47-48. der allgemeinen Benutzung übergeben worden. Thema: Die Hamburger Tagung". Referent Genosse Dr. Zechlin. 44. Abt. 7 Uhr bei Bogel, Briger Str. 46, Diskussionsasbend. Spandan. 59. Abt. 7% Uhr im Türkischen Belt, Bismard, Ede Moltkestraße, Mitgliederversammlung. Thema: Deutschlands Wirtschaftspolitik". Refe. rent Genosse Wildung. 60. 6. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Rönig, Bichelsdorfer Str. 38. Thema: Die Stigungsaktion der Mark Referent Genosse und bie politisch- wirtschaftlichen Auswirkungen". Dr. Mierendorf. 61. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung im Hohen. zollern- Rafino, Württemberg-, Ede Gothaftvaße. Tagesordnung: Bortrag Ber des Genossen Dahlte: Die sozialistische Arbeiterinternationale". schiedenes. Erscheinen Pflicht. 62. Die Ausgewiesenen von Rhein und Ruhr haben sich in Kassel zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Gemein schaftlichen Intereffen sämtlicher Ausgewiesenen. Ihr Wirkungsfreis wird, schaft vertritt ohne Unterschied von Beruf, Partei und Konfession die wirt ausgehend von der Fürsorge für die in Kassel und Umgebung selbst weilenden Flüchtlinge, sich über das gesamte Reich in weiterem Ausbau eritreden. Besondere Kommissionen werden fich mit der Frage der Entschädigungen, der Verrechnung der Borschüsse einerseits und der Unterbringung der Flüchtlinge andererseits beschäftigen und durch Berhandlungen bei den Behörden auf eine schnelle und gleichmäßige Regelung in sämtlichen Berufen hinzuwirken suchen. Zur Erreichung ihrer Swede be darf die Gemeinschaft nicht nur der Unterstüßung sämtlicher Ausgewiesener selbst, sondern insbesondere im Kampf gegen Wohnungsschiebung der Hilfe aller Streise, die genügend Erkenntnis dafür befigen, daß die wirtschaftliche und soziale Betreuung der Ausgewiesenen die hauptsächlichste Voraus- 137. Abt. Reinickendorf- Weft. 7½ Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. fegung für den weiteren Widerstand im befekten Gebiet bildet. Bu schriften an die Gemeinschaft sind unter Schließfach Staffel 159 einzusenden. Die nächste Versammlung findet am Donnerstag, den 31. Mai, um 1 Uhr im Konferenzzimmer des Hauptbahnhofes Kassel( Eingang neben der Polizeibahnwache) statt. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Donnerstag abend 7, Uhr in der Aula der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17: Uebungs. stunde. Borlesung des neuen Sprechchorwertes Moloch". Die jugendlichen Mitglieder sind besonders eingeladen. Ein Otto Braun- Abend der Volkshochschule Groß- Berlin ( Rurs Z 17) findet am Sonnabend, den 2. Juni, 6 Uhr, bei Hildebrandt, Charlottenburg, Bestendallee 97( am Bahnhof Heerstraße) statt. Thema: Otto Braun und die Jugendbewegung". Gäste, die sich jedoch bis spätestens Donnerstag beim Genossen Schubert, Briz, Hannemannstr. 1, melden müssen, find willkommen. Jn 12 Stunden Amerika überflogen. Vor der 8. Straffammer des Landgerichts I mußten sich die Zeichner Georg Kobbe und Erich Goldbaum- Godal wegen Berbreitung unzüchtiger Bilder zu verantworten. Die sobeiden Angeklagten hatten auf der letzten juryfreien Ausstellung Sammlungen ihrer Zeichnungen und Bilder ausgestellt, unter denen le amei Aftzeichnungen als unzüchtig beanstandet wurden. Der Zeichner Georg Robbe gab an, daß er eine Ausstellung ternes gesamten Schaffens im Rahmen von 25 Bildern und 3eich nungen habe geben wollen, und er könne nicht begreifen, weshalb man in der Zeichnung eines nackten Mädchens etwas Unzüchtiges erblicen wolle. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Goldberger, machte den Angeklagten darauf aufmerksam, daß es sich nicht nur um ein nacktes Mädchen bei den Zeichnungen handele, sondern daß das eine Bild einen frassen Vorgang der Sexualität schildere. Auf dem anderen Bilde werde ein schlafendes Mädchen gezeigt, dessen Oberförper bedeckt sei, während die Zeichnung des entblößten Teiles des Körpers das Sittlichkeitsgefühl jedes normal empfindenden Menschen verlegen müßte. Der Angeklagte erwiderte, daß fein Sittlichkeitsempfinden und das der Kunstkenner und Kunstver ständigen keinen Anstoß an derartigen Darstellungen nehmen fönnte. Eroder überflog die Vereinigten Staaten in ihrer ganzen Das Empfinden eines normalen Menschen" fenne er nicht. Auf weiteren Einwand des Vorsitzenden, daß doch auch ein meniger funstverständiges Publikum solche öffentlichen Ausstellungen besuche und nicht immer nur derartige Darstellungen vom rein künstlerischen Standpunkt betrachte, entgegnet der Angeklagte, daß es fich bei ihm um feine Verkaufsausstellung gehandelt habe, sondern daß er nur dem kunstverständigen Bublifum seinen Entwidlungs gang zeigen wollte. Der Vorsitzende hatte jedoch den Eindruck, daß es dem Angeklagten auf die Geschmacksrichtung eines gewissen Publifums angekommen sei, und daß er einen bestimmten Sinnreiz erwecken wollte. Gegen diesen Vorwurf verteidigte sich der Angeklagte durch den Hinweis darauf, daß man ihm gerade zum Vorwurf gemacht habe, daß er in seinen Darstellungen häßliche Figuren und Köpfe bevorzugt habe. Er habe nie die Absicht gehabt, Zeichnungen für erotische Sammlungen zu schaffen. Er habe vielmehr mit seinen Zeichnungen nicht mehr finnliche Reize hervorrufen wollen als durch eine Landschaft. Bei dem zweiten Angeklagten Goldbaum Godal sind ebenfalls zwei Aftzeichnungen von Mädchen beanstandet worden. -W Das Gericht verurteilte Robbe und Goldbaum- Godal zu 50 000 bzw. 100 000 M. Geldstrafe. Beide Zeichnungen von Robbe, eine von Goldbaum- Godal verfielen dem Bernichtungsbeschluß. Das Gerichte setzte sich über die Gutachten von Dr. Mar Osborn, Dr. Cohn Wiener, Dr. Mag Deri, die als Sachverständige mit eindringlichen Worten für die lautere Künstlerschaft der Angeklagten eintraten, hinweg. Ebenso vergeblich war die ausgezeichnete Verteidigungsrede von Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Gegen das Urteil wird Revision eingelegt. H Schwarz- Weiß- Rot im alten Studentenbad. Der amerikanische Fliegeroffizier Leutnant Harrison Südnordlänge vom Golf von Meriko bis zur kanadischen Grenze, insgesamt 2250 Kilometer in 11 Stunden 54 Minuten. Der Bon der Lokomotive erfaßt. Auf einem Chauffeeübergang bei Greifswald wurde das Fuhrwert des Händlers Korp aus Greifswald von einer einzeln fahrenden Lokomotive überfahren. Führer Rorp ist schwer, fein Begleiter leicht verlegt. Soweit bis jezt festgestellt, waren die Schranken nicht rechtzeitig geschlossen. Untersuchung ist eingeleitet. bt. Siemensstadt. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Heidekrug, Nonnen. bammallee 98. Thema: Die politische Bage" Jungfozialisten. Scuppe Schöneberg- Friebenan: Die fite Mittwoch angefekte Bersammlung muß umständehalber ausfallen. Nächste Zusammenkunft Mittwoch, den 6. Juni. Gruppe Brig: Der Bortrag Runft und Proletariat wird nicht gehalten; dafür ,, Otto Braun und die Jugendbewegung". Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 30. Mai: 35. Thema: Seguelle Auftlärung". Referent Genosse Dr. Groaz. Morgen, Donnerstag, den 31. mai: Beamtenfragen". Referent Stadtrat Herrmann. Befreundete Beamten st. 8 Uhr Beamtenversammlung bei Drellfe, Sareinerstr. 18. Thema: find mitzubringen. Der Werbeausschuß muß einladen. 101. Abt. Treptow. Die file Donnerstag, den 31. Mai, angefekte Borstands. figung beginnt nicht, wie irrtümlich berichtet, um 7% Uhr, sondern schon um 6 Uhr. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7 Uhr im Jugendheim Geebab, Resibenaftr. 49, Rechtsauskunft in Mieterfragen mit anschließendem Bortrag des Genossen Hornemann. 7 Uhr im Jugendheim, Residensstr. 49, Versammlung der 158. Berkaufsstelle der Ronsumgenossenschaft. Die Genoffen, die dieser Berkaufsstelle zugeteilt find, werden gebeten, diese Bersammlung zu besuchen. 137. Abt. Reinidendorf- West. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Thema: Die politische Lage und die Vorgänge im Preußischen Landtage". Referent Genoffe Bahlke, M. d. 2. Die Bezirksführer laden ein. 82. Abt. Steglis. Das 5. Bolfskonzert des Bezirksamtes finbet nicht Freitag, den 1. Juni, fonbern Mittwoch, den 6. Juni, statt. Sterbetafel ber Groß- Berliner Parteiorganisation 105. Abt. Ablershof. Die Einäscherung unferes Genossen Günther, Bald. ftraße 66, findet am Donnerstag nachmittag 6 Uhr im Krematorium Baumfchulenweg statt. fchaften". Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 30. mai: Friedrichsfelbe: Jugendheim Berliner Str. 44. Bortrag: Die GemertGesundbrunnen: Jugendheim Gemeindeschule Gothenburger Groß- Lichterfelbe: JugendFolgenschwere Unfälle beim Steffiner Motorradrennen. Bei Straße 2. Vortrag: Bon Mofes bis Darwin". Ren- Lichtenberg: dem gestrigen Motorradrennen ereigneten sich einige folgenschwere heim Albrechtstr. 14. refeabend:" Der en tube Mahls Jugendheim Schule Marktstraße. Bortrag: Die Frembenlegion". Unfälle. Der Fahrer Riedel( Stoewer) erlitt einen schweren bort: Schule Balderfeestraße. Bortrag: Was ift Sozialismus?" Beckenbruch; ein anderer Fahrer trug eine Kniescheibenverlegung thaler Vorstadt: Jugendheim Gemeindeschule Gipsste, la. Distuffionsabend: davon. Ein Radfahrer stürzte mit seinem Rade und wurde von einem Auto überfahren. Er erlitt ebenfalls schwere Ver- Gemeindeschule Sonnenburger Str. 20. Bortrag:„ Antimilitarismus“. legungen. Alle drei Verlegte mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Bluttat eines irrfinnigen Vaters. Wie aus Hamburg gemeldet wird, fuhr am Sonnabend der stellungslose Kellner Blendow mit seinen beiden Kindern, einem zwölfjährigen Sohn und einer neunjährigen Tochter, nach Bergedorf. Auf einer Fußwanderung nach Steinbed hat der Vater beiden Kindern mit einem Feldstein den Schädel eingeschlagen. Die Kinder Das wurden blutüberströmt in einem Roggenfeld aufgefunden. Mädchen starb nach kurzer Zeit, der Knabe liegt hoffnungslos im Krankenhaus. Der Täter wurde bald darauf in Bergedorf verhaftet. Er war bereits zweimal in einer Irrenanstalt und war erst Ostern aus der Anstalt entlassen worden. " Filmschau. Die Filme der Woche. RofenUnsere Stellung zur Sportbewegung". Schönhauser Borstadt: Jugendheim Vorträge. Vereine und Versammlungen. Sentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groß- Berlin. Am Donners tag, den 31. Mai, abends 7½ Uhr, ſpricht farver Bleier in der Aula des Luifengymnasiums, Turmftr. 87, an einem Proletarischen Kunstabend der Jugendabteilung über das Thema„ kunft und Religion". Karten an ber Abendkasse. Die Einnahme dient zur Unterstützung der Jugendherbergen. Berein der Freibeuter für Feuerbestattung, e. B., 6. Bezirk. Donnerstag, den 31. Mai, abends 7½ Uhr, Rammerfäle, Teltower Straße, öffentliche Ber fammlung mit Filmvortrag über Feuerbestattung. Referent Mag Gievers. Arbeiter- Abstinenten- Bund, Gruppe Rorben. Freitag, 1. Juni, abends 48 hr pünktlich, wichtige Borbesprechung zum Reichs- Arbeitersporttag beim Genossen Ernst Cohn, Schönstedtftr. 1, 1 Kreppe, 8immer 86. Sport. Zu dieser Notiz in der Sonntagsausgabe teilt uns der Besitzer Rennen zu Grunewald am Dienstag, den 29. Mai. der Anstalt, Herr Richard Desterreich mit, daß er wohl Schwarz1. Rennen. 1. Liaze( Hellmann), 2 Staffellauf( Strüger), 3. Gras. Weiß- Rot geflaggt hätte, jedoch hätte sich in der obersten Ecke des müde( Grabsch). Toto: 17: 10, Blag: 11, 11: 10. Ferner liefen: Seto, schwarzen Feldes die republikanische Farbe Schwarz RotEin Film, der die Tragödie des Bürgermädchens aufrollt, läuft im Balfüre. Gold, wie sie von der Republit vorgeschrieben ist, befunden. Die primus Bala ft. Grundlage für das Lichtspiel bietet der ganz auf 2. Stennen. 1. Tausend- Marknote( Bachmeier), 2. Billiger( Kränz schwarzweißrote Fahne mit dem Feigenblatt der Republik ist epische Breite und Zustandschilderung angelegte Noman Georg Hirschfelds lein), 3. Mellarosa( D. Schmidt). Toto: 19: 10. 3 liefen. 3. Rennen. 1. Eierpflaume( H. Schmidt), 2. Bali( Torke), 3. Den! zwar für Schiffe vorgeschrieben, daß aber darum Badeanstalten Das schöne Mädel". Der Roman ist ein Zeitdokument; der Film ist diese ompromiflagge führen müssen, bei der das Zeichen der es nicht mehr, denn all die bürgerliche Not und Horizontenge der Herzen stein( D. Schmidt). Toto: 192: 10, Blat: 35, 17, 19: 10. Ferner zumindest grundsätzlich Schicksal liefen: Orchis, Truk, Falada, Denar, Malchin. Rep Slit so unscheinbar wirkt, daß man es kaum bemerken fann, ist und Geifter, die hier sichtbar wird, ist 4. Rennen. 1. Amor( Tarras), 2. Mortala( Olejni), 3, Baldung nicht recht einzusehen. Oder wollte Herr Desterreich etwa sagen, von gestern. Aus dem psychologisch fein durchfühlten Roman hat man einen daß seine Badeanstalt speziell eine Anstalt für Schiffer sei? im Tempo nicht stürmischen, aber doch mit dramatischen Akzenten versehenen( D. Schmidt). Toto: 32: 10, Blak: 12, 14, 14: 10. Ferner liefen: Film gemacht. Dem flugen, auf alles Reizerische verzichtenden Manuskript Dtavi, Hiltrud, Fateider, Jrmsch, Bummel Betrus. war Mar Mad, der Bielbewährte, ein hingebungsboller Regisseur. Er breitet über die Bilderreihe einen Schleier fanfter Gedrücktheit, unterstreicht durch melancholische Stimmung das Schicksalhafte, das die handelnden Verjonen umdrängt; er beweist wieder den instinktiv sicheren Blick für filmische Situation und holt aus Hella Moja, dem schönen Mädel", noch viel mehr, als man hinter dieser Filmdarstellerin je vermutet hätte. So trägt Hella Moja ihre Eragit mit Anmut und rührender Birksamkeit, bleibt Der Wert der Natural- und sonstigen Sachbezüge für die Bemessung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn ist für den Bezirk des Landesfinanzamtes Groß- Berlin mit Wirkung vom 1. Juni 1923 fest. gesetzt worden. Näheres finden unsere Leser im Inseratenteil der heutigen Rummer. 5. ennen wegen mangelnder Beteiligung ausgefallen. 6. Renne 11. 1. Hampelmann( Tarras), 2. Sardanapal( Mate), 3. Traudi( Kalff). Tote: 47: 10, lag: 15, 13, 27: 10. Ferner liefen: Palette, Minnie, Oberfeldberr, Tannenfels, Lappenburg. 7. Rennen. 1. Famulus( Rastenberger). 2. Inolan( Staudinger), 3. Anjutla( Grabsch). Loto: 27:10, Play: 21, 22:10. Ferner liejen: husnelba, Sazoar, Dagobert, Verein sozialistischer Aerzte Deutschlands der über Oeffentliche Tagung im Berliner Rathaus. Erster Tag. Der nächste Redner war Genoffe Dr. med. Karl Kautsky- Wien, die Verhältnisse in Wien Sfinnes in der Petroleumindustrie. In seinem ungeheuer weitverzweigten Interessenbereich hatte der Stinneskonzern zwei Gesellschaften, die Erdölgewinnung großen Teils durch Verschwelung von Braunkohle und Verarbeitung von Teer betrieben: die Riebeckschen Montanwerte " wenigen Unternehmertonzernen, die ihrerseits von einzelnen ganz So setzt sich die 8usammenballung des Kapitals zu Meinen Personengruppen geleitet werden, unaufhaltsam fort. Die Macht des Kapitals wächst. Die Arbeiterschaft wird ihr nur dann begegnen können, wenn sie sich fest zusammenschließt. aus der Praxis sprach. Von den 1% Millionen Einwohnern find Der Begründer des Vereins und Altersvorsitzende Genoffe 14 Millionen in Krankenkassen, von den 4000 Aerzten find 1000 Dr. Za det begrüßte die zahlreich erschienenen hiesigen und aus mit figem Einkommen von den Kaffen angestellt. Die restliche halbe A.-G. in Halle und die Olea Mineralwerte. Jetzt hat Stinnes auch wärtigen Mitglieder und Gäste im Bürgersaal des Rat Million Einwohner tann nicht die 3000 frei praktizierenden Aerzte hauses. Er führte aus, daß gerade die Aerzte, obwohl sie täglich ernähren, und sind diese durch die Not so mürbe geworden, daß sie die Mehrheit der Aktien der Aktiengesellschaft für Petrofovie! Elend sehen, nicht viele Sozialisten in ihren Reihen zählen, sich zu Hunderten um eine frei gewordene fire Kaffenarztstelle be- leum industrie, turz Api" genannt, die ebenfalls die Erdölund führt das darauf zurück, daß sie sich eben wegen der kostspielig- werben. Ganz besonders tommt noch die allgemeine Ber- gewinnung auf chemischem Wege ausübt und dafür wichtige Patente keit des Studierens nur aus bürgerlichen Kreisen rekrutieren, denen armung dazu, die vielfach schon bei uns eine ärztliche Behand befizt, erwerben. In der Aufsichtsratsfizung der Api" wurde nun am eben zum großen Teil auch ihre Herkunft das Mitempfinden mit lung zu einer Luxusausgabe macht. Die allgemeine Not sowohl Montag mitgeteilt, daß die Riebeckschen Montanwerte maßgebenden dem Broletariat fehlt. Für uns Sozialisten ist nicht der freie Arzt der Bevölkerung wie der Aerzte wird noch durch das Diktat des Einfluß auf die„ Api" gewonnen hätten. Die„ Api" tritt dadurch das Ideal, sondern der in die Volksgemeinschaft eingegliederte, wie Bölterbundes vermehrt, der verlangt, daß noch in diesem in eine enge Interessengemeinschaft mit den beiden Bewir jetzt die Ansätze dazu in den hauptamtlich angestellten Fürsorge Jahre 100 000 Staatsbeamte auf die Straße gesetzt werden, trofeumwerken des Stinnestonzerns, so daß innerhalb des Machtärzten sehen. Bir sozialistischen Aerzte sehen die die dadurch aus der Krankenversicherung ausscheiden. Redner geht Hauptaufgabe des Arztes in der Vorbeugung und noch auf die Borteile der figierten und freien Raffenärzte ein. Die bereichs des schwerindustriellen Magnaten ein Braunkohlender Verhütung der dem Proletarier durch die firierten Kassenärzte find materiell sichergestellt, erlauben sich aber und Deltrust von großem Ausmaß entsteht. Der Trust erhält tapitalistische Wirtschaftsordnung drohenden sehr häufig eine Art preußischer Revierbehandlung. Die freien eine erhöhte Bedeutung dadurch, daß der Stinnesfonzern auch im gesundheitlichen Gefahren. Rassenärzte arbeiten aber, um ihre Bonszahl zu erhöhen, zu Ausland Befikrechte auf Betoleumvorkommen hat, so daß hier der Dann sprach Genoffe Staatssekretär a. D. Stadtrat Prof. Dr. fammen, indem sie sich gegenseitig Patienten zuschieben. Grund zu einer sehr intensiven Produktion und Verarbeitung von Tandler, der oberste Leiter des Wiener Wohlfahrts- Zum Schluß fagte Genosse Kautsky, daß nicht zuviel Aerzte vor- Erdöl gelegt ist. mesens, über Die Organisation der Wohlfahrts. handen wären wegen des schlechten Standes der Volksgesundheit, Die Konzentrationstendenzen in der Industrie zeigen eine aufpflege einschließlich des Gesundheitswesens in aber es fehlen die Mittel, die brachliegenden Kräfte nugbringend Wien". Genosse Tandler führte aus: Die Grundlage für eine für die Allgemeinheit zu verwerten. Die technische Unzulänglichkeit fallende Aehnlichkeit. Stinnes hat hier einen weiteren Schritt in erfprießliche öffentliche Wohlfahrtspflege bildet die sozialistische der Einzelbehandlung wurde von ihm gleichfalls bemängelt. die chemische Industrie getan. In ganz ähnlicher Weise hat die Mehrheit des Wiener Gemeinderats. Von 160 Mitgliedern find Der nächste Referent mar Genoffe Physitus Knad- Hamburg, AEG. ihre in den Rütgers werfen betriebene chemische Produk. 100 Sozialisten, die aus ihrer Mitte einen geschäftsführenden Aus- Mitglied der Bürgerschaft. Der Inhalt feiner Ausführungen ergibt tion ergänzt, indem die Rütgerswerke mit der Deutschen Petroschuß von 12 Personen wählen, darunter 8 Sozialisten. Genosse sich am besten aus seinen Leitfäßen: Grundlage des Gesundheits- leum A.-G. verschmolzen wurden. Es ist das nicht der einzige Tandler wurde von der Partei beauftragt, das Wohlfahrts- und wesens bilden die staatlichen und kommunalen Organisationen und Fall, wo große Industriekonzerne in ganz ähnlicher Richtung sich Gefundheitswesen im sozialistischen Sinne zu organisieren. Er die durch die Sozialversicherung geschaffenen Einrichtungen. Ziel erweitern. Hatte doch erst fürzlich Stinnes den Auflauf der Obergliederte es in fünf Abteilungen: Gesundheitsamt, Jugend-, Für ist die forge- und Armenamt, geschlossene Anstalten und juristisches Dezernat. Uebernahme des gesamten Gesundheitswesens in den Gemeinbetrieb. Stonzern nahestehenden Linte- Hofmann- Werte dadurch beantwortet, schlesischen Eisenindustrie A.-G. durch die dem AEG.Zuerst mußte er den Bureaukratismus töpfen, eine Aufgabe, die unser noch ständig harrt, und die Beamtenschaft dazu erziehen, daß Die Erreichung des Zieles ist abhängig von der Umstellung des daß er seinerseits durch den Erwerb der Bismardhütte und der sie in den neuen Verhältnissen mit Lust und Liebe arbeitet. Es fapitalistischen Wirtschaftssystems in das sozialistische. bestand schon ein ausgedehntes System der Wohltäterei, die wohl zwischenzeit ist die Durchführung der Demokratisierung der Gesund- industrie, allerdings jenseits der Grenze, eindrang. Es3wischenzeit Für die Rattowiger Bergbau A.-G. in die oberschlesische Schwereinen Anspruch auf einen guten Platz im Himmel begründen und beitsverwaltung in Reich, Ländern, Städten und Gemeinden zu er= eine Aussöhnung der großen Masse mit ihrem Elend bewirken der Berſplitterung der Krankenversicherung, in dem an streben. Die Mängel der jezigen Krankenversicherung beruhen in follte. Das sind für einen Sozialisten unmögliche Zustände, denn Schärfe zunehmenden Gegensatz zwischen Aerzten und Krankenkassen für uns gibt es teine Armen, die wegen ihrer und der mangelnden Reife großer Kreise von Versicherten für die Armut eines Almosens bedürfen, sondern um Bedeutung der Sozialversicherung. Dazu kommt, daß auch bei unseren Menschen, die ein Anrecht auf Fürsorge haben. Die Organisation der einzelnen Aemter ist zum Teil die gleiche wie in politischen Führern noch vielfach nicht das rechte Verständnis für Berlin, nur ist die Zentralisation straffer durchgeführt, da Bien die politische Bedeutung des Gesundheitswesens vorhanden ist. Nur eine einzelne Stadt darstellt, während Berlin eine Stadtgemeinde der Auffassung, als sei das Gesundheitswesen etwas unallzuoft begegnet man auch in unseren politischen Kreifen ift. Eine sehr wichtige Aufgabe, die zu lösen war, bestand darin, von der Parteitonftellation Unab den Personen die öffentliche Fürsorge teilhaftig werden zu lassen, politisches, hängiges. die deren auch bedürfen. Es befanden sich nämlich z. B. in den Waisenanstalten sehr viele Protektionsgeschöpfe". Der folgende Referent war Landtagsabgeordneter Genoffe Dr. feiner Amtsübernahme stellte Genosse Landler fest, daß 10 Prozent: Er berichtete aus seiner Kenntnis der Berliner Berhältnisse der Waisen" sogar Vater und Mutter besaßen. Als Unter= für die Planwirtschaft stügungssumme werden an Bedürftige in Wien jetzt 90 000 bis 180 000 Stronen pro Monat gezahlt. Von großer Wichtigkeit ein, in der Regelung nach den Grundsätzen von Nachfrage und Anist die Generalvormundschaft über die unehelichen Kinder. Alle Ge- gebot stattfindet. Durch Einbeziehung aller noch nicht Versicherten, burten werden durch das Standesamt dem Fürsorgeamt gemeldet, der Beamten und freien Berufe, kann die Leistungsfähigkeit der das durch Fürsorgeorgane die Bedürftigkeit feststellen läßt. Wien Rassen gestärkt und diese angehalten werden, die Bezahlung fofort besitzt ein Zentralfinderheim und 56 Kinderheime, in denen auch die und nicht erst nach einem halben Jahre vorzunehmen, wodurch die Mütter aufgenommen werden; früher wurden sie, wenn fie dort ver- Kaufkraft des Geldes auf ein Drittel gesunken ist. meilen wollten, gezwungen, 3 bis 4 Monate lang fremde Kinder zu stillen. Diese Ausnügung der Notlage wurde sofort abgeschafft. Die Kinderspeisung der Amerikaner wird jezt 80 000 Kindern auteil. Während der Sommerferien werden 20 000 Kinder verfchickt. Die Alimenteneintreibung, die 10 bis 15 Broz. des Ein fommens des Baters erfaßt, ergab in den ersten vier Monaten des Jahres 1923 nicht weniger als 381 Millionen Kronen! Aus dem Budget der Stadt Wien, das 1200 Milliarden Kronen beträgt, erhält das Wohlfahrtsamt 400 Milliarden gleich 33 Broz, während die Stadt Berlin bei dem Haushaltsplan von 500 Milliarden Marf nur 125 Milliarden gleich 25 Proz. für die Wohlfahrtspflege auswirft. Die lekte Referentin war Genoffin Stadtverordnete Dr. Martha Von dieser Summe find aber 15 Broz. abzuziehen, da sie für das Wygodzinski. Sie machte Vorschläge zur Erzielung von ErsparWohnungs- und Siedlungswesen verwandt werden, während die nissen, die sich durch Bermeidung der schon von den Borrednern betreffenden in Wien hierfür zur Verfügung gestellten Summen be- beflagten Berfplitterung der Krantenfaffen ergeben. Dabei tritt sie, Lage und Aussichten der Fleischverforgung. Das starte Steigen fonders im Etat aufgeführt sind. Wien mit feiner foaia mie alle Borrebner, für Beibehaltung des§ 182 der Reichsversiche der Bieh- und Fleischpreise, bas bereits vor der neuen Verschlechtelistischen Mehrheit des Gemeinderats hat alfo rungsordnung ein, welcher bestimmt, daß die Krantenfaffen ärztliche rung der Mart einfegte, seitdem aber rapide fortgeschritten ist, hat 3½ mal soviel für die Gesundheit seiner Bevölte Hilfe, aber nicht eine Barentschädigung zu gewähren haben. die Bevölkerung besonders beunruhigt. Es ist tatsächlich heute schon rung übrig als Berlin!! Dem Genossen Breitner, dem In der folgenden Diskuffion bezeichnete der kommunistische fo, daß das Fleisch aufgehört hat, ein Boltsnahrungsmittel zu fein, Leiter des Finanzamts, der durch sein geniales Steuersystem Redner, Genoffe Dr. Klauber, die vorgeschlagenen Aenderungen nur weil es eben für die arbeitenden Maffen nahezu unerschwinglich ge= die wirklich Besitzenden heranzieht, gebührt das Verdienst, in groß als Linderungsmittel, eine Gesundung fönne nur nach Umsturz der worden ist. Mitte März, wo die Preife den tiefften Stand der zügiger Weise und in wahrhaft sozialistischem Sinne die not- bestehenden Gesellschaftsordnung und Errichtung des fommunistischen letzten brei Monate zeigten, bis Ende Mai sind die Preise für inwendigen Mittel für die Zwede der Wohlfahrts- und Gesundheits- Staatsideals erfolgen. Die sozialistischen Redner, Genossen Hirsch- und ausländisches Fleisch auf das 2% fache gestiegen, find also starter pflege bereitwilligst stets zur Verfügung gestellt zu haben. Genoffe feld- Hamburg, Israelsky- hagen, Roeder- Treptow, Korach- Berlin, heraufgegangen, als der Durchschnitt der Großhandelspreiſe anderer Tandler schloß mit den Worten: Ein Bolt, das durch eine private Simon- Plauen, Schmidt- Schleiz, gaben noch manche wertvolle An- Waren. Ochsen, Kälber und Schweine mittlerer Qualitäten waren Fürsorge unterstützt wird, könne nie im Klassenkampf bestehen, denn regung, wie unter den heutigen Verhältnissen Besserungen erzielt am Berliner Viehmarkt in der letzten Zeit unter 4000 bis 5000 m. dadurch werden nicht freie Männer, sondern Sklavennaturen heran- werden können. Genosse Albert Kohn, Direktor der Allgemeinen Lebendgewicht das Pfund kaum zu haben. Erschwerend kommt An der regen Diskussion beteiligten sich u. a. die Genossen die schon oft beflagte Bersplitterung zurück, indem die Ersatzkranten- frierfleisch auf die inländischen Fleischpreise teinen Einfluß Dr. Silberstein, Knad Hamburg, Hinge, Ollendorf, faffen Martha Wygodzinsti, Dippe Dresden und 3 a chow. gezogen." " Bei Der Vereinsvorsitzende, Genoffe Stadtrat Dr. Silberstein, betonte in seinem Schlußworte, die Ausführungen des Genossen Landler zeigten den Aerzten den Weg, als geborene Anwälte der Armen" im Sinne des Sozialismus und zum Wohle des Proletariats zu wirken. Aerzte und Krankenkassen. Der zweite Tag war dem aktuellen Thema„ Aerzte und Krankenkassen" gewidmet. Der erste Referent war Genoffe Stadtrat Dr. Epstein- München. Die Sozialisierung des Heilwesens bildet für uns das erstrebenswerte Ziel, dadurch werden Aerzte und Krankenkaffen zu einem geschlossenen Ganzen vereinigt. Auf feiten der Aerateschaft fehlt hierfür aber noch die psychologische Einstellung, da die bürgerlichen Merate in einer Individualwirtschaft ihr Ideal erbliden. Trotzdem muß es im Interesse der Boltsgesundheit zu einer Einigung zwischen Aerzten und Krantentassen fommen. Für die Aerzte muß eine Beseitigung der Erwerbssorgen durch zeitge. mäße Bezahlung erfolgen, dadurch wird auch der minder wertigen Ramscharbeit" infolge der Bonsjägerei vorgebeugt. Die Kuppel des Versicherungsgebäudes muß die allgemeine Voltsversicherung bilden, die alle Staatsangehörigen umfaßt. Dann muß auch der Arzt aus seinem veralteten Zwergbetriebe, und es müffen große Behandlungshäuser, ähnlich den Polikliniken, errichtet werden. Zweiter Redner war Reichstagsabgeordneter Genoffe Prof. Dr. Grotjahn. Er stellte folgende Forderungen auf: Die Zersplitterung im Krankenkassenwesen ist durch Zusammenfassung in Kreis- und Stabttrantenfassen zu beseitigen. Die Kaffenärzte treten in ein beamtenähnliches, gefeglich geregeltes Berhältnis zu den Krankenkassen oder besser zu Arbeitsgemeinschaften, die von den Krantentassen und Kommunalverwaltungen zu bilden find, sie üben im Berein mit den Krankenhausärzten und Fürsorge ärzten gruppenweise und gemeinschaftlich die Kaffenpragis aus, und zwar in Räumen, die sich an Kaffenlofalen, Krankenhäuser, Ambulatorien, Unfallstationen, Fürsorgestellen und sonstige der Gesundheitspflege dienende Anstalten anschließen. Zur Befriedigung der für manche Krankheiten, besonders psychischer Art, und manche Kranke berechtigten Bedürfnisse nach freier Arztwahl Steht dem Raffenmitglied das Recht zu, in jedem einzelnen Fall eine Barablösung der Berpflichtung der Raffe zur Lieferung von ärztlicher Hilfe und Heilmittel zu verlangen. Jeder Arzt foll für einen Teil feiner Tagesarbeit in einem an eine Krantentaffe, Krankenhaus, Fürsorgestelle, Unfallstation oder sonstige der Gesundheitspflege dienenden Anstalt festgebundenen Dienstver hältnis stehen, für einen anderen Teil des Tages aber auch das Recht befißen, freie Praxis auszuüben und tritt Genoffe Dr. Lothar Wolff legte den Standpunkt der kommunistischen Aerzte zum Thema dar. Er verlangt: Vorläufige Beibes haltung der freien Arztwahl, Zentralisation der Krankenkassen und Krankenversichertenräte, Zwangsversicherung der Gesamtbevölkerung mit rasch anfteigender Staffelung, gefeßlich geregelte Belieferung der Krankenkassen mit Heilmitteln unterhalb des Weltmarktpreises mittels eines der Heilmittelindustrie auferlegten Umlageverfahrens und staatlich geregelten Arbeitsnachweis für Aerzte. hohe Beiträge und wenig Unkosten haben, während z. B. die ADK. unter ihren Mitgliedern zwei Drittel Frauen hat, die durch ihre hohen Erkrankungsziffern, Schwangerfchafts- und Entbindungskosten die Kasse sehr belasten. Er tritt wie alle Redner für allgemeine Volksversicherung ein. Bon nicht sozialistischen Rednern sprach Herr Dr. Scheyer, stellvertretender Vorsitzender des Groß- Berliner Aerztebundes. Er rühmte die ärztlichen Organisationen, die das Leben für die Aerzte nahmen würden einen Aerztemangel zur Folge haben, der sich in erst erträglich machten, und sagte dann, die vorgeschlagenen Maßzukünftigen Kriegen dann besonders bemerkbar machen würde. Aber selbst dieser Repräsentant der Berliner Aerzteorganisation wies den Borwurf reaktionärer Gesinnung der ärztlichen Standesorganisationen, der von vielen Rednern erhoben wurde, zurüd. tionen, der von vielen Rednern erhoben wurde, zurüd. Genoffe Dr. Silberstein- Neukölln entgegnete außerordentlich wir fungsvoll. Um 3 Uhr wurde die Tagung der sozialistischen Aerzte geschlossen. Die Genoffen schieder in der Ueberzeugung, daß die wohlgelungene und sehr gut besuchte Tagung überaus anregend, fruchtbar, fehrreich und von Werbefraft gewesen sei und in hohem Maße dazu beis getragen habe, die Bedeutung einer neuzeitlichen Gesundheitspolitit als wichtig gerade für die in der Vereinigten Sozialdemokratie or ganifirte Arbeiterschaft darzulegen. Wirtschaft Reichsbankdirektorium und Goldpensionen. Das Reichsbant- Direktorium sendet ums folgende von dem Präsidenten Havenstein und Geheimrat Kaufmann unterschriebene Berichtigung zu unseren Ausführungen in der Sonntagsausgabe: Es ist unrichtig, daß innerhalb des Reichsbant- Direttoriums Besprechungen darüber stattgefunden hätten, was geschehen solle, wenn der Goldbestand der Reichsbant völlig aufgebraucht wäre. Es ist ferner unrichtig, daß die Reichs bankleitung erwogen habe, daß den Direktoren Goldpenfionen sichergestellt werden sollten. Es sind vielmehr innerhalb der Reichsbankleitung zu feiner Zeit irgendwelche Erörterungen gepflogen werden, welche für die verstehend als unrichtig bezeichneten Behauptungen eine Unterlage hätten geben fönnen." Demgegenüber halten wir unsere Darstellung aufrecht und ergänzen fie dahin, daß Herr Havenstein an der erwähnten Belprechung teilgenommen hat Entwertung der Mark hat sich das Niveau der Großhandelspreise Die starke Steigerung der Großhandelspreise. Infolge der neueren nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts von dem 7105fachen des Friedensstandes am 15. Mai auf das 9034fache oder um 27,1 v. 5). am 25. Mai gehoben. In der gleichen Zeit stiegen die Lebensmittel von dem 5758fachen auf das 7034fache oder um 22,1 v. 5., die Industriestoffe von dem 9624fachen auf das 12 774fache oder um 32,7 v. H., ferner die Inlandswaren von dem 6165fachen auf das 7748fache oder um 25,7 v. H. und oder um 31 v. H. Infolge nachträglich eingegangener Nachweisung die Einfuhr waren von dem 11 806fachen auf das 15 463fache wurden die Inderziffern vom 5. Mai( 6239 statt 6188) und vom wurden die Indexziffern vom 5. Mai( 6239 statt 6188) und vom 15. Mai( 7105 statt 7049) berichtigt. Ralipreise um 27,5 Proz. zu erhöhen. Zugleich wurde der SechferErhöhung der Kalipreise. Der Reichstalirat beschloß, die tommission des Reichstalirate Bollmacht zu einer neuen Preiserhöhung im Hinblick auf die kurz bevorstehende Kohlenpreiserhöhung erteilt. Neue gewaltige Papierpreiserhöhung. Der Preis für Zeitungsbruckpapier wurde gestern auf 2550 m. je Kilo festgelegt, das ist berechnung für den legten Monat zugrunde lag und 1550 betrug, gegenüber dem Preis von Anfang Mai, der der Bezugspreiseine Steigerung um 65 Proz. In dem gleichen Verhältnis mußten bie Abonnementsgebühren in die Höhe gefeßt werden, wollte man den Papierpreis den für den Bezugspreis maßgebend sein lassen. hat, da dieses infolge der schlechten Baluta ebenfalls in raschem Steigen ist und noch über den inländischen Fleischpreis hinausgeht. Die Aussichten der deutschen Fleischversorgung sind ungewöhnlich schlecht. Die schlechte Futtermittelernte des letzten Jahres hat dazu geführt, daß viele Viehzüchter große Abschlachtungen vorgenommen haben, bie anfangs auf den Fleischpreis brückten; jetzt fehlen diese Fleischmengen, die bei der immerhin verringerten Fleischproduktion Deutschlands eine große Rolle spielen. Nachdem in diesem Jahre der Stand der Weiden wesentlich beffer ist als im vorigen Jahre, sucht man sich das zunuze zu machen und die Bestände wieder aufzuverhältnismäßig fnapp und teuer sind und daß mit einer Senfung füllen. So tommt es, daß insbesondere Rind- und Hammelfleisch dieser Preise zunächst nicht zu rechnen ist. Eine Besserung der Lage ist erst zu erwarten, wenn mit einer Stabilisierung der Währung bie Einfuhr von Auslandsfleisch wieder lohnend wird. 100 000 Mart Geschäftsanteil eines Konsumvereins. An der Spiße der Genossenschaften, die der Geldentwertung und den damit verbundenen mißlichen Zuständen auf dem Warenmarkte Rechnung tragend, die Mitgliedergefchäftsanteile in erforderlichem Maße herauffezten, befinden sich die Konsum- und Produktivgenossenschaft in üdenscheid( Westfalen) und auch die Einkaufsvereinigung für Stewards Brema" in Bremerhaven, die Geschäftsanteile bon je 100 000 m. festgesetzt haben. Der Umfang des ruffischen Getreideegports. Nach amtlichen Mitteilungen beträgt die russische Getreideausfuhr im laufenden Erntejahr bis jetzt 22 Millionen Pud zu 16,38 Kilogramm. Der Getreideauffauf für Exportzwede liegt vorwiegend in Privathand, weil die russische Regierung nicht über genügend Mittel zur Aufnahme des gesamten Getreideüberschusses verfügt. Dem Saaten stand entsprechend wird in diesem Jahre mit einer wesentlichen Steigerungsmöglichkeit der Ernte gerechnet. Im Frieden überstieg die jährliche Ausfuhr 800 Millionen Bud. Sonderabgabe vom ruffischen Außenhandel. Nach Mitteilungen der Sowjetpreffe plant die Sowjetregierung mit Wirkung bis zum 31. Dezember d. J. eine Sonderabgabe von der Ein- und Ausfuhr einzuführen, deren Ertrag für den Kampf mit der Hungersnot und ihren Folgen verwendet werden soll. Die Abgabe foff in bestimmten Verhältnissäßen nach dem Wert der einzelnen Waren in Goldrubel bemessen und nach den jeweiligen Kursen in russischer oder fremder Valuta erhoben werden. Devisenkurse. Unserer gestrigen Sturstafel ist noch nachzutragen: finnische Mart 1657,84 Gelb, 1666,16 Brief; 100 österr. Stronen ( abgeft.) 85,03 Gelb, 85,47 Brief; 1 tichechische Strone 1792,50 Gelb, garische Lewa 638,40 Geld, 641,50 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 1801,50 Brief; 1 ungar. Strone 11,42 Gelb, 11,48 Brief; 1 bul641,39 Geld, 644,61 Brief. Eine Bolenmart toftete im freien Berkehr letwa 1,06 Mart. Arbeitersport. Reichs- Arbeiter- Sport- Tag. Zum drittenmal hält am Sonntag, den 8. Juni 1923, die fporttreibenbe Arbeiterfchaft Deutschlands ihren Sportwerbetung ab, der fich schon äußerlich in mancher Beziehung von der von den bürgerlichen Sportlern ausgeführten Berliner Sportiverbewoche unterscheiden wird. Es sollen nur Broben ernsten Sports gegeben werden. Die Arbeiterschaft wird aufgefordert, dem NA ST. das Interesse entgegenzubringen, das er um der Sache willen verdient. Es ist bereits vom Kartellverband für Sport und Körperpflege Groß- Berlin eine mit vielen iportlichen Kupfertieforud Sildern geschmüdte eftfchrift nebst genauem, ausführlichem Brogramm erschienen, deren Anschaffung jedem Arbeitersportler und jedem Genossen empfohlen wind( Preis 600 m.). Möge sich jeder den 3. Shuni für den NAST. freihalten, denn der 3. Juni gehört dem Arbeitersport! Weitere Mitteilungen werden stets an dieser Stelle erfolgen. Frühjahrssportfest im Lichtenberger Stadion. Das von der freien Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde veranstaltete 3. Frühjahrssportfest wies trop des einleitenden starten Regens guten Besuch auf und brachte erste Kräfte an den Start. Schon bei den Vor- und Zwischenläufen gab es unter den führenden Mannschaften harte Kämpfe. Bei den Endläufen der Männer stand ASC. an erster Stelle, bei den Turnerinnen fiegte Rau- Gr.- BerlinWedding beim 100- meter- Cauf unerwartet. Auch sonst gab es manche leberraschungen. Heinzet- Fichte- Weft sicherte sich bei den 5000 Petern trotz scharfer Bedringnis vor Jedlitz- Neukölln den 1. Platz: The Stafetten löften wie immer große Spannung aus. Erwähnt sei noch als gute Leistung der Hochsprung von Sänger- Südost mit 1,71 Metern. Die Beranstaltung fann als gut gelungen bezeichnet werden. Nachstehend die Resultate: A. Männer. 100- m- Lauf a 1. Seldt- AGE. 11,6 Set., 2. BehrendsUSE. und Marts- Südost 11,8 Get. Lauf b: 1. Erdmann 11,9 Set., 2. Preez 2 min. 36,5 Gef. AGE. 12,2 Get., 3. Epftube- ASC. Bruftbreite zurüd. Hochsprung: 1. Sän| Bräbitat gut verbtent. Alemania gab den Ausschlag, fie baben ben Sieg ger- Südost 1.71 m, 2. Lippert- Lichtenberg 1,66 m. Disfus: 1. Murrar- Ost verdient 31,06 m, 2. Braun- Moabit 29,30 m.- 5000- m- Lauf: 1. Heinzel- West 17 Min. 2,2 Gef., 2. Bedliß- Neukölln 17 Min. 3,2 Set., 3. Olizeg- Neulöln 250 m Freie Turnerschaft Groß- Berfiu. 8um Raft veranstalten alle Bezirke mit zurüď. 10X100 m: 1. AGE. I 1 min. 58,7 Get., 2. Südost 12 Min. 1 Sel., Einschluß der Kinderabteilungen um 1 Uhr mittags Umzüge innerhalb ihres 3. Lichtenberg Handbreite zurüd. 3X1000 m: 1. GE. I 8 min. 54,5 Sef., Turnbezirks in Sportkleidung, dann Marsch zur Zentralfammelstelle. Auf voll Schwedenstafette: Lauf a: 1. ASC. I 2 Min. Jahnen bzw. Vereins- und Abteilungsschilder sind mitzuführen. 2. Südost 8 min. 57 Set. 12,6 Get., 2. Südost I 2 Min. 13,8 Set.; Sauf b: 1. AGE. II 2 Min. zählige Beteiligung aller Mitglieder nebst Angehörigen ist unbedingt hinzu 16,7 Sel., 2. Südoft II 2 Min. 20,4 Set.; Lauf e: 1. Fichte- West 2 Min. wirken. Bon den Zentralplägen sind die Kinder nach Hause zu führen, wäh19,4 Get., 2. Südost III 2 Min. 19,8 Gel. B. Grauen. 100 m: 1. au- rend die anderen Abteilungen sich dem Demonstrationszuge nach dem 300 an Groß- Berlin- Wedding 14,1 Sel., 2. Sogniza- Fichte- Süd 14,4 Set., 3. Giefe schließen. Mittwoch, 7 Uhr, Sihung der Männerturnwarte, Weinmeisterstraße. Süd Handbreite zurüd. Kugelstoßen: 1. Rau- Wedding 6,74 m, 2. Gutsche weißensee 6,35 m. Berliner Schwimmverein Freiheit". Freitag, den 1. Juni, außerordent Weitsprung: 1. Giese- Fichte- Sub 4,70 m, 2. Grinds GG. 4,59 m. 10X100 m: Bauf a: 1. Suboft 2 min. 29,6 Set., 2. Weißen- liche Versammlung. Der wichtigen Tagesordnung wegen Erscheinen der Mitfee 2 min. 30,6 Set.; Sauf b: 1. Lichtenberg 2 min. 35 Set., 2. Neukölln glieder Pflicht, auch die Zahlung der Beiträge bis 1. Juli. 9. Juli VereinsDer reservierte Badeabend findet - O. Jugend. 100 m: 14-16 Jahre. 1. Lade- Süd veranstaltung in der Brauerei Bögow. 13,1 Ser., 2. Dümmler- Ost 13,3 Ger.: 16-18 Jabre: 1. Sprenger- Südost jeden Donnerstag bei Bochhammer, an der Jannowizbrücke, statt. 1000 m: 1. Liebmann- Südost 2 Min. 12,3 Get., 2. Plener- AST. 12,6 Set. Handballwettspiele fucht dauernd Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Speerwerfen: 1. Meißner- Oft Wedding, für 1. und 2. Jugend-, Turnerinnen und Schülermannschaft. Mel 57,2 Set., 2. Hodapp- Oft 2 min. 59 Set, 33 m, 2. Meling- Fichte 22: 33 m.- Hochsprung 14-16 Jahre: 1. DünanlerOft 1,50 m, 2. Weißenfels- Weißensee 1,45 m; 16-18 Jahre: 1. Rauſches dungen an Frik Bolte, N., Weddingstr. 7. 10X100 m: 5. Bezirk. Ausschreibung für das offene Sportfest des Turn- und SportMoabit, Schünice- Wedding und Schönfelder- Neutoun 1,50 m. D. Alte Herren: Dereins ,, Eiche", Köpenid, am 24. Juni 1923 auf dem Eiche- Sportplag in 1. Südost 2 min. 9,9 Get., 2. Oft Handbreite zurüd. Köpenid. A. Männer: 100- meter- Lauf, 1500- Meter- Lauf, 5000- Meter- Bauf, 100 m: 1. Richter- Neukölln 13,5 Get., 2. Stargard Handbreite zurüd. E. Kinder: Mädchenstafette: 1. Wedding 1 Min. 23,4 Eet., 2. Lichtenberg 3 10X100- meter- Stafette, 4X400- Meter- Stafette, Sochsprung, Weitsprung, Drei1 Min. 24 Set. Snabenstafette: Lauf a: 1. Fichte 10 bI 2 min. 37,5 Gef., Jprung, Stabhochsprung, Rugelftoßen 74 Rilogramm, Speerwerfen, Schleuders ballwerfen.( Bedeutet Einladung.) B. Jugend: 100- Meter- Lauf, 2. Moabit 2 min. 38 Get.; Lauf b: 1. Stopenid 2 min. 40,5 Set., 2. Lichten- 300- Meter- Lauf, 4X100- Meter- Stafette, Olympische Stafette, Hochsprung*, Weit berg I 2 Min. 44,8 Set. sprung, Distuswerfen 1½ Kilogramm*.( Die mit versehenen Wettkämpfe werden in zwei Altersklassen von 14-16 und von 16-18 Jahren ausgetragen.) C. Frauen und Jungmädchen: 100- meter- Lauf, 10X100- MeterDie Teilnehmer find durch die Vereine oder Abteilungen unter genauer Altersangabe Stafette, Hochsprung, Weitsprung, Rugelftoßen 5 Kilogramm. bis zum 6. Juni namentlich anzumelden. Bereine, welche Quartier be, nötigen, wollen eine Quartierliste beilegen. Raiser- Wilhelm- Str. 3. Fußball. Meisterschaft bes Ofbeutschen Spielverbandes standen sich der Allemania- Berlin- Tasmania- Fort 3: 1( 1: 0). As legtes Spiel um die 1. und der 16. Kreis in Spremberg gegenüber, bas Anemania( 1. Kreis) file fich entscheiden fonnte. Ein äußerst interessantes Spiel von Anfang bis Ende. Bei Halbzeit stand diefes 1: 0 für Allemania, erzielt burch berechtigten Elfmeter wegen Hand. Nach Halbzeit verwandelt der Mittelstürmer Tasmanias eine Flanke von rechts durch Kopfball über den herausgelaufenen Torwächter zum ersten Tor. Tasmania zog mun mit frischem Mut los, Allemania hatte ten vor Schluß ſtand das Spiel immer noch 1: 1. Allemania hatte bas Seft hart zu arbeiten. Doch auch diese Periode wurde überstanden. Bis 5 Minu wieder vollkommen in der Sand. Salbrechts umgeht mehrere Sinterspieler und sendet unter stürmischem Beifall Nr. 2 file Berlin ein. Tasmania gibt sich noch nicht gefchlagen. Eine vorgenommene Umstellung brachte noch ver fchiedene spannende Momente vor Allemanias Tor, jedoch ohne Erfolg. Bei erneutem Anstoß Allemanias wurde der Ball vom Torwart schlecht abgewehrt, der schnell entschlossene Lintsaußen fendet 2 Minuten vor Schluß zum dritten Male für Allemania ein. Beide Mannschaften zeigten ein Spiel, das das Theater, Lichtspiele usw. LUNA- PARK Damen Deutscher Holzarbeiter- Berband Opernhaus Volkskühne Außer Abonnement 7 Uhr: 7 Uhr: Neu einstudiert: We dem, der ligt ELEKTRA Lessing- Th. Schauspielhaus Heute und morgen 72 Uhr: 7 Uhr: FAUST D. arme Vetter Frtg. 7 Sommerspielzeit Oeff. Genera probe Liebesstreik Theater 1. d. Königgrätz. Str. Bent. Künstler- Th. 8: Der wunderl. Heute u. morgen 7, Der Fürst von Geschieht. II. Teil Pappenheim Kreisl. Eckfenster Casino- Theater Berliner Th.. Die Schlager- Passe 8 U 7.30 U: Mädi Heiraten wußte! Walhalla- Th. Deutsch. Opernhaus 7.45 Uhr: Die Liebe 7% U.: Rigoletto Friedr.- Wilhelmst. Th. Tägl. 8 Uhr: geht um Dera, Laufner, Zernitz Berliner Prater Die blonde Ratte Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Groß. Volksoper pie schöne Liselott im Theat. d.Westens 94 Lust. Welber von Windsor Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Operette in 3 Akten Dazu: Das große Varieté- Programm Urania Lustspielhaus Von Berlin 8 Uhr: Die blaueHawaii nach New York Metropol- Theater Reichshallen.Th. 74: Die Schönste der Frauen Vorverk. ununterbr. Neues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Neues Volkstheater 7 Uhr: Die Fahrt nach Orplid Renaissance- Theat. 8 Uhi Kampf der Gchlechter Schiller- Th.Charl. U.: Die Journalisten Thalia- Theater Täglich& Uhr: Allabendl.71/ 2 Uhr. Sonntag nachm. 30, dmirals- Varieté A das fabelhafte 800 Mal- Programm Don unten auf Ein neues Buch der Freiheit Gesammelt und gestaltet von Franz Diederich Aus dieser umfassenden Sammlung sozialer Dichtungen winft dem ProLetartat Freude am Leben u.Kraft zum Aufschwung. Ein dichterisches Anbachtsbuch für den Eoataliften, das auch jeder Bortragende bei Veran ftaltungen benußen folite. Schön in Halbleinen geb. Preis- Grundzahl M.3.Buchhandlung Borwärts Berlin SW.68, Lindenstr.2 Mäntel Kostüme Röcke Dom einfachsten b. Verwaltungsstelle Berlin Bureau: Rungestr. 30. Freitag, den 1. Juni, abends 7 1hr, in den Residenz Festfälen, Landsberger Straße 32 Kombinierte Versammlung zum elegantesten. Der Ortsverwaltung und KontrollArbeitsitube Fr.E.Karthäuser, Neukölln, Jägerstr. 60. tommissionen. Die Mitglieder ber erweiterten Berwaltung haben eine Sigung im gleichen Lotal bereits um 6 Uhr. Unbedingtes pünktliches Erscheinen ist notwendig. 141/7 Verdingung Die prozentualen Zuschläge für Unfoften, Wagnis und Gewinn bei fämtlichen im Hochbaugewerbe vorkommenden Tagelohnarbeiten sollen für die Zeit vom 15. Juni bis 15 Ottober 1923 öffentlich verdungen werden. Verschlossene, schriftliche Angebote mit der Au schrift: Bergebung der Zuschläge bei TageJohnarbeiten im Gewerbe" find bis zum 8 Juni 1923 bei der unterzeichneten Baudeputation Abtet umg Sochbau einzureichen, wo auch die Ver bingungsunterlagen gegen Erstattung der Gelbittoften( 50 M.) in Empfang genommen werben tönnen. Berlin, den 30. Mai 1923. Bezirksamt mitte. Baubeputation, Raiser- Wilhelm- Str. 50 1. Die Ortsverwaltung. Nach kurzem, schwerem Leiden verfchied am Sonnabend unfer lieber Kollege und treuer Mitarbeiter Albert Neumann im 55. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Dabingefchiedenen einen geschästen Mitarbeiter und aufrichtigen Kollegen. Gein Andenken werden ftets in Ehren halten Geschäftsleitung und Personal der, Vorwärts' Buchdruckerel. Einäscherung Freitag, 1 Juni, nach nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Bekanntmachung A. Hoffmann, Röpenid, Das Arbeiter- Sportkartell Bernau veranstaltet zum Reichs- Arbeitersporttag am 3. Juni, nachmittags, auf dem städtischen Sportplag ein großes Werbefportfest, bestehend aus Feftzug( 1 Uhr), turnerischen und sportlichen ersten Silfe bei Unglüdsfällen( 2 hr). Abends 48 Uhr Ball im Elysium. Vorführungen aller Art, Massenpyramiden, Spielen und Borführung der Donnerstag, den 31. Mai, abends 8 Uhr, im Elysium, öffentliche Sport. perfammlung. Thema: Die Bedeutung des Arbeitersports und Sportplayfragen". Referent Genoffe Bildung- Berlin. Es ist Pflicht gerade der Ar beiterschaft in Bernau, diese Veranstaltungen zu unterstüßen, denn für die Benugung des städtischen Sportplages werden Summen gefordert, die die Bereine nicht aufbringen tönnen. 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