Nr. 251+ 40.Jahrgang Ausgabe A r. 124 Bezugspreis: Für den Monat Juni 7600 2. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 9600 M., für das übrige Ausland 11 600 M. Bostbezugspreis freibleiben d. Poftbeftelungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Eftland, Finnland, Frant. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Boll und Beit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" ezscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 1500 m. Neklamezeile 7500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 500 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 250 M. Stellengesuche das erste Wort 250 M., jedes weitere Wort 200 M. Borte über 15 Buchstaben zählen fitr zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 350 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Dönhoff 292-295 Fernsprecher: Berlag: Douboff 2506-2507 Freitag, den 1. Juni 1923 Gewerkschaften gegen Putschisten. Effen a. d. Ruhr, 31. Mai.( Eig. Drahtbericht.) Eine Konferenz der bei der wilden Streifbewegung im Ruhrgebiet in Frage kommenden Zentralvorstände mit ihren Bezirksleitungen aus dem Ruhrgebiet erläßt folgenden Aufruf: Un die Mitglieder der Freien Gewerkschaften! Durch unverantwortliche Elemente sind die Arbeiter des Ruhrgebietes in blutige Rämpfe gestürzt worden, die viele Tote und Verwundete gekostet haben. Die Gewerkschaften haben mit diesen Vorgängen nichts zu tun. Alle Opfer an Gut und Blut fallen denen zur Last, die in geradezu verbrecherischer Weise die Not des Bolles ausnügen, um unter dem Schuße der Franzosen ihre politischen Ziele zu erreichen. Wie tonnten sich diese Dinge entwickeln? Der französisch- belgische Ruhreinmarsch hat die deutsche Wirtschaft faft lahmgelegt. Bei fort dauernder Geldentwertung haben Wucher und Spetulation die Preise des unentbehrlichsten Lebensbedarfes zu unerschwinglicher Höhe gesteigert. Dem Ansturm gewiffenlofer Elemente auf die Mart hat sich die Regierung in einer Weise gewachsen gezeigt. So ergab sich eine fatastrophale Verschlechterung der Lebenshaltung der breiten Maffen, der auch das Unternehmertum abfolut nicht Rechnung getragen hat. nicht das Geringste erreicht. Alles, was für die Arbeiter erzielt wurde, ist durch die Berhand lungen der Gewertschaften herbeigeführt. Die Gewerkschaften werden auch fernerhin die Arbeiter nicht im Stich laffen. Haben sie auch den Streit nicht gewollt, fo foll doch versucht werden, durch die unverantwortlichen Schädlinge der Arbeiterbewegung die vermehrte Not in den Arbeiterfamilien zu lindern. Entsprechende Berhandlungen sind eingeleitet. Natürlich wird auch alles geschehen, um berechtigte Lohnansprüche zu befriedigen. Das ist aber nur dann möglich, wenn die Arbeiter aus den legten Borgängen lernen und alles daranfeßen, die Gemertschaften zu stärfen. Die Vorstände der Freien Gewerkschaften. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postfcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 70000. An der gestrigen Berliner Börse notierte der Dollar nicht viel weniger als 70 000, und er überschritt im freien Berfehr noch diesen Refordkurs. Selbst die jeder Störung der Spekulation abholden Börsenpresse schlägt Alarm und ruft nach dem Einschreiten der Regierung. Die Reichsbank, die mit der Durchführung der Stügungsaktion für die Mark betraut ist, hat gestern die Nachfrage nur zu einem kleinen Teil befriedigt. Es ist zu fürchten, daß das Unheil noch schlimmere Formen annimmt, wenn sie bei ihrer Zurückhaltung bleibt. Die Lebensmittelfrage im Ruhrgebiet. Dortmund, 31. Mai.( Eig. Drahtbericht.) Im eigentlichen Industriegebiet ist die Arbeit jetzt fast durchweg wieder aufgenommen. Das gilt insbesondere für die Kohlen- und Metallindustrie. Nur vereinzelt werden noch Ausstände gemeldet. Auch in Essen, mo unter dem Druck der kommunistischen Hundertschaften am Diens tag noch einige Zechen neu in den Streit traten, haben die Unio- Schon jetzt hat die Leuerung einen Grad angenomniften inzwischen zur Wiederaufnahme der Arbeit aufgefordert. Bei men, der alles bis jetzt Dagewesene in den Schatten stellt. ihm hat sich langsam ebenfalls die Erkenntnis durchgesezt, daß die Sprunghaft klettern die Lebensmittelpreise. Bekleidung ist für Gefolgschaft versagt bleibt, nachdem die Arbeiter eine wenigstens die Arbeiterschaft so gut wie unerschwinglich geworden. In vorläufig zufriedenstellende Auftefferung der Löhne erhalten haben. den Betrieben herrscht Unruhe, zumal die Löhne schon bisSchwieriger liegen die Berhältnisse augenblicklich an der Grenze her weit unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten zurüddes besetzten Gebiets. Im Bezirk Hamm fegte der größte Teil geblieben sind und das Mißverhältnis zwischen den Preisen der ausständigen Belegschaften den Streit fort. Aber auch hier und dem Arbeitslohn immer größer geworden ist. Es fehlt nur dürfte die Lage durch Vermittlung amtlicher Stellen bald eine wenig, daß die Erbitterung der Bevölkerung sich in GewaltAenderung erfahren. daften Luft schafft. Die besonnenen Vertrauensleute der orgaTroß der fast allgemeinen Wiederaufnahme der Arbeit bleibt nisierten Arbeiterschaft haben alle Mühe, das Unsinnige die Situation in gewiffem Sinne gefahrdrohend. Es ist nicht von und Zwecklose eines solchen Vorgehens darzulegen. Man der Hand zu weisen, daß die Lebensmittelversorgung täusche fich nicht über die Bedeutung derartiger Anzeichen. nicht so vor fich geht wie es erforderlich wäre und daß dadurch der Wenn nicht bald Durchgreifendes geschieht, wird die. Macht des Diesen Augenblid, wo alles darauf antam, die Macht der Ge Reim zu neuen Konflikten entstehen kann. Die infolge der gewalt- Hungers über die Selbstbesinnung triumphieren. mertschaften zu stärken, um die eingeleiteten Lohnverhand famen Preisherabjegung erfolgten Angstverkäufe bzw. Käufe haben Die wahnsinnige Teuerung, die in der letzten Zeit um sich lungen zu einem für die Arbciter günstigen Ausgang zu bringen, hierzu natürlich ihr gut Teil beigetragen. In Gelsenkirchen greift, ist eine unmittelbare Folge des deutschen Währungsdiesen Augenblic benühen die Kommunisten, um ihre polifischen find z. B. augenblicklich eine ganze Reihe wichtiger Leben 3- elends. Die deutsche Mart steht heute schlechter als die Ziele zu erreichen. mittel überhaupt nicht mehr zu haben. Die Bevölte österreichische Krone und als die polnische Mart. Die Ihre Hundertschaften trieben die Arbeiter mit Rnüppeln, rung begibt fich deshalb nach auswärts, um den notwendigen Schwächung der Auslandskauffraft der Papiermark geht darRevolvern aus den Betrieben und hinderten sie gewaltsam an Lebensmittelunterhalt einzukaufen, Aehnliche Berhältniffe werden aus hervor, daß man heute eine Million Papiermart aufder Arbeit; sie stürzten die Arbeiter in brudermörderische Straßen auch aus anderen Bezirken gemeldet. Hinzu kommt, daß die Ver- wenden muß, um 55 Goldmark zu erstehen. Lediglich fämpfe, die zahlreichen Proletariern Leben und Gesundheit fofteten. forgung der Gemeinden mit Kohlen immer besorgniserregender der Gomjetrubel wird in der Welt noch schlechter beUnter dem Dedmantel berechtigter Lohnforderungen entfeffelten die wird. Das Gas. und Elektrizitätswerk in Oberhausen befigt nur wertet als die deutsche Mark. Es ist selbstverständKommunisten politische Rämpfe. Aber die Not der Arbeiter wurde dadurch nicht vermindert, sondern erschreckend gesteigert. noch für eine gute Woche Rohlenvorräte. Ein Teil der Brot- lich, daß bei einer so geringen Kaufkraft der Mart am Die„ Union der Hand- und Kopfarbeiter" bemächtigte fich der fabriken wird schon in aller Kürze zur Verfürzung der Arbeits. Weltmarkt die Preise für Auslandswaren, zu denen Streifführung. Jeßt, wo ihr die Felle wegschwimmen, bläft fie den zeit für die Arbeitnehmer schreiten müssen, wenn es nicht gelingt, auch wichtige Lebensmittel gehören, sich automatisch verteuern, wenigstens englische Rohle herbeizuschaffen. daß Fette heute unerschwinglich sind und daß die Preise für Rumpf ab. Dabei hat fie Ueber die Folgen einer derartigen Entwicklung muß man sich inländische Waren um so schneller sich dem verschlechterten von vornherein flar sein, und es erscheint dringend notwendig, ins- Martstand anpassen, je weniger die freie Tätigkeit des Privatbesondere die Lebensmittelverhältnisse im Ruhrgebiet scharf zu be- fapitals hierin Hemmungen ausgesetzt ist. Das Fachministerobachten. Mit amtlichen Breistontrollen allein ist tabinett Cuno hat alles getan, um in diesem Punkte den Interder Arbeiterschaft nicht viel gedient. Es mag sein, daß die effenten entgegenzukommen. Man hat es nicht nur unterlassen, lezt überall versuchte Methode, den Kaufleuten den Gestehungspreis Höchstpreise festzusehen, man hat vielmehr auch die Bande der zuzüglich eines angemessenen Gewinns zu gewähren, gewisse Ab- 3wangswirtschaft noch mehr gelodert. Wenige Wochen trenhilfe schafft. Aber auch hier muß sich die Praxis erst bewähren. nen uns noch von dem Zeitpunkt, an dem auch das Brot unter derartigen Umständen ist es nicht unverständlich, wenn die seinen Preis nach dem Weltmarktpreis für Getreide richtet. Die Belegschaften einzelner Zechen und Fabriten jetzt zu einer gewissen Berdoppelung des Brotpreises, die mit dem Selbsthilfe schreiten. Die Sorge um das nackte Dasein und die Ab. 4. Juni in Kraft tritt, ist nur ein fleines Vorspiel der Preisficht, neue Konflikte für die Zukunft zu vermeiden, treiben auch den erhöhungen, die dann nach Einführung der freien Getreidevernünftigen Teil der arbeitenden Bevölkerung, der sich im Ruhr- wirtschaft an der Tagesordnung sein werden. Erreichte doch gebiet in der überwiegenden Mehrheit befindet, hierzu. Die Be- gestern an der Berliner Börse der Roggen den Refordpreis legschaften der Werke in den Bezirken Krefeld und Hamm fordern von 1000 m. je Bfund und ein Pfund Roggenmehl wird jetzt iegt 3. B. eine gleitende 2ohnstala und Goldmart. bereits mit 1400-1550 m. bezahlt. Man kann sich davon eine ohne. Daß eine Aenderung in der Behandlung des Ruhrge- Borstellung machen, wie teuer das Vierpfundbrot in furzer biets, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, eintreten muß, dürften Beit zu stehen kommen wird! die jüngsten Ereignisse lehren, und es bleibt deshalb anerkennens- Die Wirkung der Teuerung auf die breiten Massen wäre wert, wenn fich dafür jetzt auch bürgerliche Blätter einfegen. Die längst nicht so verhängnisvoll, wie sie tatsächlich ist, hätte man ölnische Zeitung" stellte am Donnerstag die Forderung nicht den gefährlichen Versuch einer Lohnstabilisieauf, das Ruhrgebiet künftighin anders zu bewerten als die übrigen rung gemacht, nachdem man die Mart vorübergehend stabiGebietsteile Deutschlands. Den Arbeitern, die an der Ruhr Werte lisiert hatte. Obwohl die Kosten der Lebenshaltung, wenn aud) schaffen, müsse Gelegenheit geschaffen werden, in verhältnismäßig langsamer, weiterstiegen, hat man den Arbeitern möglichste günstigen Einkaufsgelegenheiten ihr Geld anzulegen. U. a. schreibt zurückhaltung bei ihren Lohnbewegungen aufgezwungen, indas Blatt noch:" Wenn die Regierung fchon früher diesen Warnruf dem man immer wieder auf den angeblich bevorstehenden gehört hätte, dann wären die schweren Erschütterungen im Ruhr- Preisabbau hinwies und verlangte, daß dieser nicht durch gebiet erspart geblieben. Es trifft unter allen Umständen zu, daß Lohnerhöhungen unmöglich gemacht werden sollte. Bon steidie Hehe der kommunisten und Unionisten nicht die Auswirkung gender Arbeitslosigkeit bedroht, blieb der Arbeiterhätte haben können, wenn die Regierung rechtzeitig vorgebeugt fchaft nichts anderes übrig, als ihre berechtigten Lohnfort hätte." Hoffentlich beherzigt man jetzt endlich in Berlin diefe rungen einzuschränken. Mit doppelter Wucht entlädt fich so die jezige Teuerungswelle über die maßlos geschwächte Kaufkraft Mahnung. der Arbeiterschaft. Kampffront nach außen und nach innen. Effen- Ruhr, 31. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Eine Konferenz von Führern der Freien Gewerkschaften und der Bezirksleitungen nahm nach Borträgen des Bergarbeiterführers Marimöller und des Reichstagsabgeordneten Sollmann folgende Entschließung einstimmig an: Der passive Widerstand, der von den Organisationen Der Arbeiter, Angestellten und Beamten geführt wird, muß auch der Arbeiter, Angestellten und Beamten geführt wird, muß auch während der beginnenden Berhandlungen mit der bisherigen Energie fortgesetzt werden. Borzeitiger Abbruch des Widerstandes würde die Inter werfung unter den französischen Imperialismus und Militarismus bedeuten. Die Arbeiterklasse führt den Kampf nicht für die Reichsregierung, die sich schwere Unterlassungen zuschulden tommen ließ, nicht für die deutsche Kapitalistentlaffe, die auch in diesen fchweren Monaten wiederholt verjagte, sondern für die Zukunft der tschen Wirtschaft, also für sich selbst und für das internationale Proletariat. Nachdem durch Selbstsucht des deutschen Kapitals die Mark tief gestürzt worden ist, muß von der Reichsregierung und dem Unternehmertum alles getan werden, um sofort Behälter, Löhne, Erwerbslosenfäße und Renten den veränderten Berhält niffen anzupaffen und die Teuerungswoge zu hemmen. Zur Befundung des Erfüllungswillens und zur wirklichen Erfüllung der Reparationsverpflichtungen sind ganz andere Leistungen der Deutschen Kapitalistenklaffe erforderlich, als fie in dem Angebot der deutschen Wirtschaft zum Ausdrud fommen. Bir verlangen zur Rettung des Reiches wirtliche Opfer des Kapitalismus durch Erfaffung der Sachwerte ohne Gegenleistungen zugunsten des Kapitals. Jede irgendwie geartete Antaftung der deutschen Souveränität m dem bedrohten westlichen Gebiet merde die Arbeitermasse mit Ausdauer entschieden bekämpfen. Sie werde sich auch mit einer internationalen Gendarmerie niemals abfinden. Dortmund, 31. Mai.( WTB.) Die Dortmunder Polizei Daß es soweit tommen mußte, ließ sich mindestens zu hat heute in einem Baubureau in der Güntherstraße 80 Romeinem wesentlichen Teile verhindern. Es lag auf der Hand, munisten verhaftet, unter denen sich eine Anzahl Führer daß nach dem Einmarsch der Franzosen in das Ruhrgebiet die der legten Unruhen befinden. Die Kommunisten waren meist mit Wirtschaftsschwierigkeiten und damit auch das Währungselend Revolvern bewaffnet. zunehmen würden. Aber den Vorwurf tann man den Sachwaltern der deutschen Wirtschaft und der deutschen WähHöchst a. M., 31. Mai.( WTB.) Gestern sind vierzehn rung nicht ersparen, daß viel zu wenig gefchehen ist, leitende Persönlichkeiten, Direttoren und Prokuristen um dem drohenden Unheil entgegenzuwirken. Man hat es der höchster Farbwerke, von ben Franzosen ausgewiesen nicht gewagt, der Devisenspekulation mit dem Nachdruck entworden. Infolge dieser Ausweisung sind die Farbwerke in eine gegenzutreten, den der Ernst der Lage erforderte. Besonders fehr schwierige Lage geraten, und die Fortführung des Betriebes ist unglücklich war die Rolle der Reichsbant, die sich einmal, am in Frage gestellt. Händler für Lohnerhöhung. Gelsenkirchen, 31. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Verband der Kolonialwarenhändler hat an die Reichsregierung ein Telegramm gerichtet, worin dringend gebeten wird, über das bisherige minimale Maß der Lohnerhöhungen hinauszugehen, da Aller Widerstand gegen die imperialistische und militaristische die hiesige Kaufmannschaft auf die Arbeiterfundschaft angewieDittatur! jen fei und fonit nicht bestehen könne. Alle Kraft für die Deutsche Republik! 18. April, von dem Ansturm am Devisenmarkt überraschen ließ, um dann nach ihrer Angabe eine andere Taktik Der Markstützung zu verfolgen. Die bewegliche Taktik", die man damals anstrebte, hat uns von einem Dollarstand von 30 000 auf einen solchen von 70 000 gebracht. Es ist klar, daß die Entwicklung so nicht weitergehen darf. Es ist ein schlechter Trost, daß dieses neue Elend hereingebrochen ist unter einer bürgerlichen Regierung, deren Hintermänner oft genug die Wirtschaftspolitik der Sozialdemokratie tritifiert und herabgesetzt haben. Diese Volkskunst, Cinzelkunst. Konzertumschau von Kurt Singer. Der„Deutsche Dolksgesangverein", Wien, fand in der Philharmonie den lieben Empfang, der ihm gebührt. Wir hören in Berlin sehr wenig Dolksliedcr, und gar keine fast von gemischten Chören. Dabei existiert das sogenannte Kaiserbuch und existieren die Ochsschcn Bearbeitungen. Dem Oesterreicher, Wiener zumal, liegt das Mir-Gefangliche so im Blut, er ist mit Melodie und Mutterlaut und Volkstum in der Musik zur Welt gekommen, er kommt mit den primitiven Klängen aus und meidet das nervöse Tempo, die Spielereien mit dem Hormoniesystem. In dieser Natürlichkeit des Liedmaterials, in der herben Einfachheit der Stimmen, in der boden- ständigen Wucht des Ausdrucks liegt der Reiz, liegt auch die Kunst dieser Volksgesangvereine. Sie singen echte Bolkslieder, sie singen deutsches Lied. Unbegleitet, chorisch, solistisch, mit Laute, mit Zieh- Harmonika, und mit der Sensation für die norddeutsche Kultur- gelecktheit: dem Jodler..Ssier ist die Freude, das Jauchzen und die Freiheit Ton geworden, das Leben in Berg und Tal, bef Tanz und Trunk, bei Hochzeit und Kirchweih schreit, lebt sich aus. Bom öfter- reichischen Volkslied bis zur Kunst Lanners und Straub', Schuberts und Bruckners, vom Tanz der Alpenländer bis zum Scherzo der Wiener Klassiker ist der Weg nicht so weit. Die Seele des Landes klingt auf, hier wie dort, im Reich der Natur wie der Kunst. Da der musikalische Leiter Karl L i e b l e i t n e r das Herz auf dem rechten Fleck und seine 3S0 Leute fest und froh am Zügel hat, so kommt eine prächtige Leistung und, was mehr wert ist, eine packende, Sänger und Hörer zusammenschweißende Stimmung zuwege. Oester- reich und Deutschland in eins verschlungen— mehr als einmal hat man den tieferen Sinn dieser Sängerreise verstanden und gefühlt. Grüaß euch Gott! Volksmusik hörten wir auch bei dem Konzert des Ukraini- scheu Künstlerchors unter Leitung T u r u l a s. Es ist nicht der Originalchor des phänomenalen Musikanten Koschyts, den wir im vorigen Jahre priesen. Aber auch diese 18 solistischen Stimmen geben ein gutes und eindeutiges Abbild ukrainisch-nationalen Volks. tums. Der Dust dieser religiösen, familiären und politischen Gesangs- blüten dringt jetzt auch nach Westeuropa. Zuweilen den synagogalen Gesängen nicht unähnlich, meist ober in Empfindung und Rhythmik sehr eigen, norwegische und russische Melismen bindend, so klingen diese Gesänge uns ans Herz, oft kunstvoll von Stetsenko, Turula, Leontowytsch für gemischten Chor gesetzt. Ti�ula versteht es, mit wenigen ausdrucksstarken Bewegungen aus schonen Stimmen schöne, inbrünstige Wirkung herauszuholen. Was künstlerische, was musikanttsche Bewegung ist und was sie an Empfindungen wachrufen kann, das zeig! Mary W i g m a n, das Tanzgenie, mit ihren Schülern. Sie tanzt nicht etwa zu Musik- begleitung, sondern sie tanzt Musik. Ein Gong, ein Harfenton, ein Baß-Pizzikato, ein einförmiges Klavierbegleitthema, das sind mehr Stichworte als Inhalte. Die Musik mit allen dynamischen und rhythmischen Stusungen, allen Crescendi und Decrescendi wirkt aus dem Schwung und der Hemmung van Gliedern, aus dem Zuein- ander- und Doneinander-Treiben der Körper, aus dem wundervollen Verbinden. Sichheben. Sichsenfen ganzer Gruppen. Ekstatische Dramen, Episoden der Ergriffenheit, der Verzweiflung, ja, des lauernden Irrsinns schweben hoch-, Leiber verkriechen sich auf dem Boden, schleichen mit gebeugtem Rumpf einher, krallen, ballen, fallen ineinander, umeinander. Die Bewegung, die Stellung, die Ruhe und das Rasen: in allem seht ihr, hört ihr Symmetrie, Ordnung und Sinn für Gestaltung. Ich kenne das Programm nicht, aber ich weiß: ein Drama, woU das Drama der Mutter, schreitet vorbei. Was wir an Analogien und Bildern in der Musiksprache kennen: hüpfend« Motive, hinjagende Themen, perlende Läuse, Pausen der Ergriffen- heit, schwebend« Schritte, dissonierender Schrei, harmonische Aus- geglichenheit— hier ist es aus dem Tanz, aus der Bewegung heraus gebildet, geklärt, vergeistigt. Körper sind zu Melodien geworden, Mienen zu Akkorden gchtimmt. Mary W ig m a n, die begnadete Mustikantin, gibt Tonart, Farbe, Rhythmik an. Ein Fest der Augen und der Sinne! Heinrich Maurer und Josef Philipp sind an Temperatur und Temperament, auch an künstlerischem Lcbcnsfchnitt ein etwas ungleiches Paar. Maurer, der Aeltere und Reifere, führt und dominiert, auch wo Geichstellung am Platz« wäre. Philipp geht nicht sehr aus sich heraus, ist aber in seiner soliden, bescheidenen Art ein höchst sympathischer Geiger. Sein Geigenton ist dünn, ober edel, seine Finger sind gewandt, er zieht auch eine schön getönte Kantilene; nur die überzeugende, tief empfundene Berufung zum Beethoven-Spiel wird(auch im herrlichen Adagio der C-Moll- Sonate) noch nicht erwiesen. An seinen Aufstieg wollen wir glauben. Karl Kämpf zeigt sich in seinem Op. 68 wiederum als ein im Handwerk vorzüglich gebildeter Musiker. Darüber hinaus hat er für märchenhafte, verträumte, düstere und pathetische Stimmungen sowohl Einfälle wie Mittel der Darstellung in geschmackvoller Wahl zur Berfügung. Sinfonische Zwischenspiele erläutern und ergänzen die vom Bund Berliner Männerchöre vorgetragenen Idyllen. Eine Liebes- und Leidensgeschichte breitet sich aus, wie ein« Kantate, wie eine sinfonisch« Dichtung. Hätte Kämpf eine größere Kraft der thematischen Gestaltung, der innerlichen Eni- wicklung zu Höhepunkten, dieses Werk könnte ein deutsches Festspiel heißen. So wirkt« es in einzelnen Teilen(„Prolog",„Die Stadt") stärker als im Ganzen. Die erneute großonig« Talentprob« Kämpfe (von Konrad K o r t h sicher und mit Schwung vorgeführt) hatte Erfolg._ Berliner Zdylle. Es gibt in den Berliner Straßen jetzt aller- Hand zu sehen, vom Fenster aus, Neuestes und Allerneuestes. Da steht das groß« Haus in der Straße, erbaut mit ollem Komfort des glorreichen Jahrhunderts. Damals protzt« es mit knalligen Farben und Türmchen und Schnick und Schnack. Dann kamen die bitter- bösen Kriegsjahre, nagten an den Türmchen, stoßen den Zierrat ab, leckten die knallige Farbe auf. Nun steht das Shaus da mit greisen- haften Zügen, zerschunden und gebrechlich, mit abgeblättertem Ber- putz und fröstelnden Kahlstellen der Mauern. So stand es nun schon an die fünf, sechs Jahre, von Tag zu Tag wuchs sein Aussatz. Jetzt aber sind die Heilkünstler gekommen: die Maurer: die legen aus Leitern und Latten einen Schutzverband um das kranke Hau». Mit zögernden Händen, sie haben ja schon so unendlich lange kein krankes Haus mehr gesund gemacht, haben es fast verlernt, wie man mit solchem Patienten umzugehen hat. Staunend folgt die ganz« der Außenhandelskontrolle, dem Abbau der Zwangsmieten und der Aufhebung aller Demobilmachungsvorfchriften steht in der Note vom November vorigen Jahres. Nichts ist davon zu vernehmen, bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung des Acht- stundentages im Interesse einzelner Jndusstieller eine Er- höhung der Tariffreiheit vorzunehmen. Der wesentliäie Unterschied zwischen der Note des Kabinetts Wirth und dem Angebot der Industrie ist der, daß damals den Ententemächten mit Rücksicht auf die Verhältnisse und unter der Voraussetzung einer Stabilisierung der Wäh- rung Konzessionen angeboten wurden, die von der Repara- tionskommission wiederholt verlangt worden sind, während jetzt die Industrie in Gewinnabsicht dem� Reich eine Rechnung präsentiert, deren Bezahlung ihre„Opfer" reichlich ausgleichen würde. Die Sozialdemokratie handelt deshalb nur im Interesse der Allgemeinheit, wenn sie die Bedingungen des Reichsverbandes der Indist.ne ablehnt. * Der Reichsverband der deutschen Industrie sah sich veranlaßt, am Donnerstag vor Pressevertretern sein Angebot genauer auszulegen. Mit Nachdruck wurde betont, daß die Denk- schrift an den Reichskanzler lediglich«in Gutachten der In- dustrie, aber kein politisches Dokument darstelle. Die Industrie habe nur getan, was die politischen Parteien und die Gewerkschaften seit Jahr und Tag von ihr gefordert hätte: sich zu einer außerordent- lichen Abgabe bereit erklärt: ob aus der Substanz oder dem Ertrag, bleibe einstweilen dahingestellt. Der Frag«, ob dieses Angebot von 200 Millionen Goldmark zur Befreiung des Ruhrgebiets auch auf- rechterhalten bleib«, wenn aus irgendwelchen polttischen Umständen heraus die Borbedingungen, die das Angebot enthalte, nicht erfüllt würden, wich man allerdings aus. Was die Industrie als Bor» aussetzung verlange, sei eine Intensivierung der ge- samten deutschen Produktion; diese verlang« sie ebenso von Arbeitgeber- wie von Arbeitnehmerseite. Auch die Dertehrs- inftitut« des Reichs wolle man lediglich produktiv gestaltet wissen: eine Uebernahme durch die Privatwirtschaft käme überhaupt nicht in Frage, schon weil diese finanziell gar nicht dazu in der Lage wäre. Aus Gründen der Loyalität geben wir den Kommentar der Industrie zu dem Schreiben an den Reichskanzler wieder. So Horm- los, wie Herr Bücher das Angebot der Industrie darstellt, ist es in seinem Wortlaut nicht. Wir haben jedenfalls von unserem Kom- mentar zu den Bedingungen der Industriellen nichts zurückzunehmen. Die Organisation üer Reichsbahn. Gegen Verpfändung. Nachdem in der in- und ausländischen Press« die Frage der Verpfändung der Eisenbahnen Gegenstand von verschiedenartigsten Erörterungen geworden ist, hat es der R e i ch s v« r k e h r s- m i n i st e r für nötig gehalten, auch die Stellungnahme der be- rufenen Vertretungen der Beamten- und Arbei- terschaft zu den in Frage stehenden Problemen herbeizuführen, da naturgemäß auch die Belange des Personals dadurch ent- scheidend berührt werden. Dementsprechend ist mit dem bei der Reichsbahnverwaltung bestehenden Organisationsausschuß in einer außerordent- lichen Sitzung gestern nachmittag im Reichsverkehrsministerium diese Frag« dahin besprochen worden, daß die Eisenbahn grund- sätzlich wie bisher als Reichsbetrieb weit« erhalten bleiben soll. Die Reichsbant klagt. In unserer Sonntagsausgabe hatten wir unter der Rubrik „Wirtschaft" ausgeführt, daß Innerhalb des Reichsbankdirek- toriums in der Zeit des letzten Marksturzes Erwägungen im Gange gewesen sind, auf welche Weise den Direktoren Gold- Pensionen sichergestellt werden könnten. Die Reichsbank hat das dementiert, wohingegen wir unsere Mitteilungen austechterhalten haben. Jetzt läßt das Reichsbankdirektorium ankündigen, daß es Straf- antrag gegen den„Vorwärts" stellen wird,„um die schwer gefähr- Regierung der diskontfähigen Unterschriften hätte jetzt Ge- legenheit zu zeigen, was sie kann. In der Bekämpfung der Teuerung jedenfalls und auf dem Gebiete der Währungs- Politik hat sie erschreckend versagt. Das Kapital, das aus diese Politik enorme Vorteile zog, hat ihr aber die Gefolgschaft verweigert, als sie bei der Auslegung der Dollaranleihe an die besitzenden Kreise appellierte. Auch jetzt, wo ernsthaft an die Liquidation der Ruhraktion gegangen werden soll, hat die Industrie in ihrem Garantieangebot denselben Mangel an Opferbereitschaft gezeigt, der bisher die Möglichkeit aussichtsreicher Reparationsverhandlungen erschwert hat. Nachdem die Stützungsaktion zu Fall gebracht worden ist und die Preise wieder unaufhörlich steigen, bleibt kein anderer Ausweg mehr, als durch eine entschiedene Lohn Politik die Anpassung der Löhne und Gehälter an die Preise herbeizuführen. Die Gew er ksch asten sind bestrebt, ihre ganze Macht einzusetzen, um eine Erhöhung des Real- lohnes zu erzielen. Die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion, die die verfehlte Wirtfchafts- und Finanzpolitik der Regierung seit Monaten unausgesetzt bekämpft, hat gestern die Reichsregierung mit allem Nachdruck darauf hin- gewiesen, daß eine allgemeine Erhöhung der Löhne und Ge- hälter unverzüglich erfolgen muß und daß jedes Abwarten schwere innen- und außenpolitische Gefahren mit sich bringt. Es ist dringend zu wünschen, daß diese Bestrebungen, die Ge- fahren des Marksturzes von der Arbeiterschaft abzuwenden, bald greifbare Erfolge zeitigen. Selbstverständlich lassen die Ko m m u n i st e n auch diese Gelegenheit nicht vorübergehen, ohne sie ihrer Agitation zu- nutze zu machen. Aus Betrieben im Reiche und in Berlin haben sie gestern Delegationen nach dem Reichstag beordert, um von der Regierung Abhilfe zu fordern. Der Wunsch nach Abwehrmaßnahmen gegen die Teuerung ist durchaus berech- tigt. Es ist aber unzweckmäßig, diesem Wunsche durch Dele- gationen Ausdruck zu verleihen, wo die Arbeiterschaft durch ihre Gewerkschaften und durch ihre gewählten Vertreter im Parlament die Möglichkeit hat, ihre Forderungen zur Gelwng zu bringen. Hier aber wird es mit allem Nachbruck geschehen, und die Regierung wird den Forderungen der breiten Massen entgegenkommen müssen. Eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, wie sie bisher betrieben worden ist und die die ganze Last der Teuerung auf die Arbeiterschaft abwälzt, die steuerlichen Lasten der Unternehmer aber mildert und aus die Erfassung der riesigen Exportgewinne durch hohe Ausfuhr- abgaben verzichtet, war nicht nur schon bisher verfehlt, sie ist jetzt vollends unhaltbar geworden und bedarf gründ- licher Revision. Auf keinen Fall geht es an, daß die Arbeiter- fchaft und mit ihr die auf öffentliche Unterstützung angewiesenen Kreise die ganze Last des Marksturzes tragen. Täglich wächst das Elend der breiten Massen, die sich schon außerstande Die Regierung aber hat die Pflicht dafür zu sorgen, daß nun endlich der Teuerung Einhalt geschieht. Mittel dazu stehen ihr zur Verfügung. Vor allem ist zu verlangen, daß sie den Ausschreitungen am Devisenmarkt nun endlich entschieden ent- gegentritt und den Dollarkurs zu senken sucht. Dann aber muß sie unter allen Umständen bewirken, daß die Unternehmer ihre bisherige Haltung in der Lohnpolitik preisgeben. Die wachsende Erbitterung der Bevölkerung ist eine eindringliche Mahnung an alle zuständigen Stellen, jetzt das letzte aufzu- bieten, um die Lage der breiten Massen zu erleichtern. Die Gefahren, die dem Volksganzen drohen, find größer, als man es am grünen Tisch glauben will. ihrer Arbeitskraft zu kaufen. Und mit der wachsenden Not steigt auch die Erbitterung, die sich oft sinnlos gegen die Warenverteiler wie selbst gegen diejenigen Kreise richtet, die zur Besonnenheit mahnen. Trotzdem kann nicht eindringlich genug davor gewarnt werden, etwa durch Gewaltakte in die Warenverteilung einzugreifen. Erst neuerdings haben die von Kommunisten geführten Kontrollausschüsse im Ruhr- gebiet damit kläglich Fiasko erlitten. Es gelang ihnen zwar, für einige Stunden die Preise zu senken, und dann konnte der kaufen, der gerade dabei war und der klug genug war, sich für diesen Zweck Geld aufzuheben. Gleich aber dar- auf stockte die Lebensmittelzufuhr, die Händler weigerten sich, Ware einzukaufen auf die Gefahr hin, sie dann unter Der- lüften verkaufen zu müssen, und der Erfolg war, daß nun alles nach der Ware jagte und diePreifeerstrechtstie- gen. Aehnliche Zustände müßten in Berlin und in anderen Großstädten die Lebensmittelbelieferung auf das schwerste ge- fährden und die Not der Arbeiterschaft noch vergrößern. In der geschlossenen Aktion der organisierten Arbeiter- schaft durch das Parlament und durch die Gewerkschaften liegt die einzige Hilfe. Die Vorbereitung öes zweiten Angebots. Die Besprechungen des Reichskanzlers mit den Parteiführern haben heute ihren Fortgang genommen. Der Reichskanzler empfing im Laufe des Tages Vertreter der verschiedenen Parteien des Reichstages zu Einzelbesprechungen und orientierte sie über die Lage, die einer Klärung soweit entgegengeführt ist, daß mit dem Abschluß der Bor- arbeiten für die deutsche Antwort Anfang nächster W o ch e zu rechnen ist._ Inüuftrie und Novembernote. Aus guten Gründen hat die Sozialdemokratie es abge lehnt, die notwendigen Opfer des Besitzes zur Erfüllung der Reparationsverpflichtungen an bestimmte Bedingungen knüp- fen zu lassen. Es ist bemerkenswert, daß auch der Hansa- b u n d für Gewerbe, Handel und Industrie die Form des Industrieangebots als„nicht glücklich" bezeichnet und im gleichen Zusammenhang betont, daß die Verhandlungen über die Garantiefrage nicht zu einer Machtfrage der Wirtschaft gegenüber dem Staat werden dürfen. Wenn trotzdem jetzt der Deutsche Gewerkschaftsbund(Christen) gegenüber der Stellungnahme der Sozialdemokratie die Behauptung auf- stellt, daß ein wesentlicher Teil der jetzt von den Industriellen geforderten Voraussetzungen zur Opferbereitschaft in der Note vom 14. November 1922 enthaften war, so stimmt das nicht. Ein Vergleich des Jndustrieangebots bzw. seiner Voraus- setzungen mit der Note vom 14. November 1922 zeigt, daß die Behauptung des Deutschen Gewerkschaftsbundes falsch ist. Gewiß hat sich das Kabinett Wirth damals unter dem Druck der Verhältnisse und der Voraussetzung eines vier- jährigen Moratoriums bereit erklärt, durch innere Reformen seine Ausgaben einzuschränken und seine Einnahmen zu er- höhen. Zu diesem Zweck war die Aufhebung aller entbehrlich werdenden Behörden, die Verminderung der Zahl der Ange- ......._. stellten und Beamten, die Vermeidung unproduktiver Aus sehen, auch nur die notwendigsten Lebensmittel zur Erhaltung gaben, die Beschränkung der gesetzgeberischen Maßnahmen, die •»««?/*«•?*** ITrtS Sn«.-4�«« S OT____________ l,.c KI- dingliche Ausgaben verursachen, auf die dringlichsten Erfor dernisse und eine produktive Gestaltung der Reichsbetriebe zur Erzielung ihrer Rentabilität geplant. Außerdem sah die Note vom 14. November eine Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes unter Fe st halten des Achtstundentages und einen Abbau der Zwangsbewirtschaftung für Brotgetreide vor. Der Mehrzahl dieser Reformpläne hat die Sozialdemo- kratie im November v. I. zugestimmt. Andere, z. B. den Ab- bau der Zwangswirtschaft für Getreide, lehnte sie ab. Auch heute noch hält sie an dem Beschluß vom November 1922 fest, obwohl ihr das unter dem 5�abinett Wirth mit sozialdemo- kratischen Miniftern viel eher möglich war als es heute der Fall ist. Aber zu vergessen ist nicht, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ihre Zustimmung zu einzelnen Reform- Plänen in der Note vom 14. November von de r_ Voraus- fetzung abhängig machte, daß durch währungs- politische Maßnahmen eine Stabilisierung der inne- ren Verhältnisse erreicht wird. Nicht im geringsten war an eine grundsätzliche Fernhaltung des Staates von der privaten Gütererzeugung und Verteilung, wie sie in dem Angebot der Industrie gefordert wird, gedacht Kein Wort von dem Abbau Straße dem Samariterwert, jauchzend und sprinqend umtanzen immer mehr zu Schwärmen anwachsend« Kinderhorden das seltene Schauspiel. Ein kleiner drohender Ruf trifft sie, aus Wohnungen beugt sich, prüfenden Auges, die Gestalt eines Maurers: auf dem Dach knattern Rollen— das Haus wird repariert. Wird operiert. Wird gesund. Mieter machen saure Gesichter, dieses Heilverfahren kostet ihr Geld! Es ist so ganz bezeichnend für unsere noch immer elende Zeit, daß man ein« Hausreparatur anstaunt, daß der eilige, ewig geschäftige Berliner«ine Viertelstunde seinen S>astlauf hemmt und vor dem Schauspiel steht. Es ist in diesem Bild aber auch etwas Gutes, versöhnliches— man kann es mit symbolischen Blicken ansehen und sich däbei etwa denken: Wenn dieses Miethaus gesund wird— vielleicht, vielleicht wird doch auch einmal noch das große deutsche Reichshaus gesund! M. Pr. Das Telegraphon. Bereits auf der Pariser Weltausstellung von 1900 war von dem dänischen Ingenieur Poulfen ein Apparat zu sehen, der sich„Telegraphon" nannte und der zur Aufnahme, Aus- bewahrung und Wiedergabe von Tönen aller Art bestimmt war, den Phonographen verdrängen sollte. Dieser kompliziert« Apparat hat aber kein« Aufnahme in der Praxis gefunden. Dagegen ist jetzt«ine neue Konstruktion unter dem Namen„Telegraphon" auf den Markt gebracht worden, deren praktische Bedeutung in einem Aussatz der „Umschau" hervorgehoben wird. Auch dieser Apparat hat die Aus- gäbe, telephonische Gespräche festzuhalten und später in der Original- stimme wiederzugeben. Seine Handhabung ist überaus einfach. Ein Druck auf die mit„Schreiben" bezeichnete Taste setzt den Apparat in Gang und bewirkt die Aufzeichnung de» Telephongespräches. Nach dem Niederdrücken der Taste„Aus" bleibt das Telegraphon stehen und schaltet sich wieder aus.� Das Telegraphon läßt sich als Dikliennaschine benutzen, indem man ein kleines Handmitrophon in«ms der am Holzgehäuse an- gebrachten Buchsenpaare anstöpselt und die Toste„Diktat" nieder- drückt. Ist die Wachswal, ze voll besprochen, so schaltet sich der Apparat selbsttätig aus. Der Aufstellungsort des Telegraphons ist nicht an den des Fernsprechers gebunden. Man kann mehrere Sprechstellen— in der Regel drei— auf ein Telegraphon zuschalten. Dem Zweck, Unterhaltungen oder Reden durch den Apparat festzuhalten, dient eine Mikrophonanlage, die zugleich zum Diktieren einfacher Briefe benutzt werden kann. Für sehr leise ankommende Ferngespräche ist ein Verstärkungsschalter angebracht. Der Nutzen dieses neuen Appa- rates ist sehr groß. Das Telephongespräch erhält dadurch die B e- w e i s k r a f t ein es Schriftstückes: gleich werden infolge der naturgetreuen Wiedergabe der menschlichen Stimme auch persönliche Momente festgelegt, wie die Betonung und Erregung des Sprechen- den. Das neueste Anwendungsgebiet ist die Verbindung des Tele- graphons mit den von der Reichstelegraphenver waltung eingerichte- ten Prioatstellen zur Entgegennahme drahtloser telephonischer Nachrichten. Bei der Aufnahme von Telephnngesprächen braucht man keinen zuverlässigen Stenographen mehr, sondern es�vjrd ein- fach das Telegraphon eingeschaltet, das die Nachricht festhält, um sie nachher zu jeder beliebigen Zeit zu wiederholen. Nicht nur tele- phonische Zwiegespräche lassen sich aufnehmen, sondern durch beson- der« Mikrophone wird auch das freigesprochen« Wort festgehalten, so daß Parlamentsreden oder geschäftliche Unterhaltungen fixiert werden tonnen. | dete persönliche Ehrenhaftigkeit der Mitglieder des Reichs- konnte bisher die Ansammlungen immer noch zerstreuen, wenn sie bankdirektoriums durch ein gerichtliches Verfahren wiederher auch hier und da mit Gummifnüppeln eingreifen mußte. Zu zustellen". Ein gleicher Strafantrag ist gegen die Sächsische ernsteren 3wischenfällen ist es bisher nicht ger Staatszeitung" angefündigt, die unsere Mitteilung ebenfalls tommen. Die Demonstranten find zum überwiegenden Teil wiedergegeben hat, für den Fall, daß sie nicht berichtigt. Jugendliche. Wir unsererseits erhoffen von der Klage diejenige Reinigung der politischen Atmosphäre, um deret. willen wir die Veröffentlichung gebracht haben. " hat sich Belgiens Standpunkt geändert? des„ Daily Telegraph" schreibt, daß die Aenderung in der belgi. London, 31, Mai.( EP.) Der diplomatische korresponden fchen Stellungnahme in der Reparationsfrage einesteils dem Wunsche entspringe, die alliierte Einheitsfront wiederherzustellen Mainz, 31. Mai.( WTB.) Zu den Gerüchten über beabsichtigte und andererseits aus Furcht vor dem deutschen Bankrott. Putsch versuche der Kommunisten in Rheinhessen geht Diese Furcht sei durch die kommunistischen Unruhen der den Blättern von französischer Seite folgende Meldung zu: lehten Zeit im Ruhrgebiet noch verstärkt worden. Die Beigit: bePolizei, Hundertschaften, Kontrollausschüsse. Die Hoffnung der rheinischen Kommunisten, daß bei einem Butsch fürchten ebenfalls, daß ein weiteres andauern der gegenwärtigen in Mainz die französischen Besagungstruppen wie Cage ihre internationale Stellung als Ausfuhr- und als Transitland Aus dem Polizeipräsidium wird uns mitgeteilt, daß die Behaup im Ruhrgebiet neutral bleiben würden, ist irügerisch. Nach dem schädigen werde. Dies habe für Belgien um jo mehr Bedeutung, als hungen rechtsstehender Berliner Blätter, wonach der Berliner Polizei- Friedensvertrag von Versailles sind in den unter der Regie der es nicht, wie Frankreich, wirtschaftlich selbständig und vom Ausland präsident die sogenannten Proletarischen hundertschaf- Interalliierten Rheinlandfommission besetzten deutschen Rhein- unabhängig fei. Die Ruhrblockade habe tatsächlich schon jeht den ten fördere, völlig unrichtig sind. Die zuständigen Polizeiorgane landen die Besatzungstruppen verpflichtet, die öffentliche Ruhe, belgischen Handel schwer geschädigt. Die belgischen find vielmehr angewiesen worden, gegen diese hundertschaften", die Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Dies trifft Borschläge für die Schaffung von Staatsmonopolen in nicht nur gesetzwidrig sind, sondern obendrein einen groben politi- aber für das Ruhrgebiet nicht zu, da es sich dort um ein Gebiet Deutschland würden übrigens in England und Amerika gern angeschen Unfug darstellen, einzugreifen. Das gleiche gilt für die neuer handelt, das vorübergehend besezt ist und nicht weiter der Regie der nommen. Jn amerikanischen Kreisen Londons erklärt man dazu, daß dings hier und da auftretenden wilden Kontrollausschüsse. Interalliierten Rheinlandkommission untersteht. Die Aufrecht alsbald ein amerikanisches Syndikat für die Uebernahme Ebenso wie es die Sache der staatlichen Organe ist, die Ruhe erhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit ist dort Pflicht der eines deutschen Tabat monopols zu bilden wäre, unter der aufrechtzuerhalten, so ist es auch ausschließlich ihre Aufgabe und deutschen Polizei( die aber durch die Franzosen größtenteils lahm- Bedingung, daß ein solches Monopolgesetz von politischen Zuſammen. Pflicht, gegen den die Not des Volkes ausnüßenden Wuch er einzu- gelegt ist. D. Red.). Die Besatzung des Ruhrgebiets hätte erst An- hängen befreit würde. schreiten. Zur gleichen Zeit, als er die Abteilung Ia und die Schuß laß einzuschreiten, wenn die Sicherheit der Besagungstruppen gepolizei auf den unzulässigen Charakter der„ Hundertschaften" auf- fährdet würde. merksam machte, ersuchte der Polizeipräsident die Bucherabteilung, die Auswüchse im Lebensmittelhandel mit jener ganz besonderen Aktivität und Rücksichtslosigkeit zu bekämpfen, die in der erhöhten Not der breiten Massen begründet ist. Die Lage im Reich. = = Das Urteil im Prozeß Roth. 11 Botschafter v. Neurath bei Mussolini. Rom, 31. Mai.( EP.) Der deutsche Botschafter hatte mit dem Ministerpräsidenten Mussolini eine längere Unterredung über den neuen deutschen Reparationsplan. Mussolini Leipzig. 31. Mai.( TU.) Im Prozeß Roth wurde heute nahm mit Genugtuung davon Kenntnis, daß einige Ansichten nachmittag vom Staatsgerichtshof nach dreistündiger Beratung folder Berliner Regierung mit den Bedingungen des Memorandums gendes Urteil verkündet: Der Angeklagte wird wegen öffentlicher übereinstimmen, das die italienische Regierung in London und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 500 000 Mart, an Paris vorgelegt hat. Dies ist besonders für die ZahlungsDresden, 31. Mai.( Eig. Drahtbericht.) Am Mittwochabend deren Stelle im Falle der Nichtbeibringung 100 Tage Gefängnis sicherung des neuen deutschen Vorschlages der Fall. Mussolini fam es in Dresden Neustadt zu einem Zusammenstoß treten, sowie zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der tritt immer noch für die Zusammenlegung der Reparationszwischen Demonstranten und einer Abteilung des Reichs Reichsregierung wird die Befugnis zugesprochen, das Urteil auf und Schuldenfrage ein und wünscht einen solidarischen Bewehr Reiterregiments, die einen Ausflug nach der Säch Kosten des Angeklagten in der Bommerschen Tagespoft"-Stettin, schluß durch die Alliierten, der auf einer neuen Konferenz gefaßt fischen Schweiz gemacht hatte. Durch einen von einem Reichswehr„ Ostseezeitung"-Stettin,„ Boltsbote" Stettin zu veröffentlichen. In werden sollte. foldaten abgegebenen Schredschuß wurde die Erregung der Menge der umfangreichen Begründung des Urteils wird u. a. gesagt: Das gesteigert. Es wurde versucht, die Abfahrt der Soldaten zu unter- Gericht hat nicht für festgestellt erachten können, daß der binden. Tätliche Angriffe erfolgten nicht. Die Berichte Angeklagte sich einer Verhegung der verschiedenen Klassen der bürgerlichen Bresse über diesen Borgang wie über andere Er- gegeneinander hat zuschulden kommen lassen. Dagegen hat der eignisse in Dresden sind maßlos übertrieben. In der Regierungs- Berichtshof für erwiesen erachtet, daß der Angeklagte sich einer erklärung, die der Innenminister, Genoffe Liebmann, zu den Un- Beleidigung des verstorbenen Ministers Rathenau schuldig gemacht ruhen im Landtag machte, wurde bereits auf den begründeten Ver- hat. Für die Behauptungen, Rathenau habe einer jüdischen dacht hingewiesen, daß in Sachsen Elemente in Tätigkeit sind, die ein Geheimorganisation angehört, die die Weltherrschaft an Interesse daran haben, den Eindruck zu erweden, als ob in Sachſen fich bringen wollte, den Krieg verursacht und das unglückliche Ende alles drüber und drunter gehe. Gegen derartige dunkle Elemente soll des Krieges herbeigeführt habe, konnte der Angeklagte nicht den mit aller Energie vorgegangen werden. Das Dresdener Schatten eines Beweises erbringen. Die Bersönlichkeit des Polizeipräsidium hat alle Ansammlungen auf den angegriffenen Ministers sei eine untadelige gewesen und es sei höchst Straßen bis auf weiteres verboten. Das neue Marktstandgericht beklagenswert, daß gegen einen solchen Mann, der sich in opfervoller in Dresden ist heute früh zum ersten Male in Tätigkeit getreten. Dresden, 31. Mai.( TU.) Ueber den gemeldeten Zusammen stoß mit der Reichswehr wird in der„ Dresdner Volkszeitung"( fo3.) von einem Augenzeugen noch folgendes berichtet: Auf dem Marsche nach dem Bahnhof spielte die Kapelle D Deutschland hoch in Ehren". Reichswehr und Zuschauer fangen das Lied mit. Angehörige des proletarischen Selbstschutzes traten an den führenden Offizier heran und legten ihm nahe, das provozierende Lieb ab brechen zu lassen. Der Offizier soll darauf erwidert haben, daß er feinen Selbstschutz, sondern nur die Ordnungspolizei fenne. Darauf feien zwei Gruppen der Reichswehr- Abteilung regelrecht au 5= geschwärmt und hätten die Revolver gezogen, zum Teil auch die Seitengewehre und ein Soldat habe einen Schuß aus dem Revolver abgegeben. india si Baußen, 31, Mai.( WTB.) Gestern nachmittag fam es hier zu Straßendemonstrationen der Erwerbslofen, bei welcher Gelegenheit die Schließung des größten Teiles der Cafés, Restaurants und Hotels erzwungen wurde. Darmstadt, 31. Mai.( Mtb.) Heute nachmittag gegen 5 Uhr tam es vorwiegend in der Rheinstraße im Anschluß an eine Erwerbs lofendemonstration zu großen 3 usammenrottungen, die um 7 Uhr noch andauern. Die grüne und die blaue Polizei Der antisowjetistische Kajperle. Das Moskauer staatliche Kinder. theater, welches als Pflanzftätte der kommunistischen Jugendpropa. ganda gedacht war, gibt der Sowjetpresse Anlaß zu bitterer Krifit.. Während diese Schaubühne dem heranwachsenden Geschlecht„ auf der Grundlage des strengen Materialismus und der Produktionsförderung" den Sinn für die Realitäten des Tageskampfes schärfen müßte, bewegen fich die Darbietungen dieser Boltsbildungsanstalt im alten Fahrwasser der Jugendbeluftigungen vorrevolutionären Stils. Rasperle hat das Wort. Der lebensfremde Märchensput, der idyllische Kuliffenzauber aus den Zeiten abgestorbener Kulturen" müsse, so fordert die kommunistische Bresse, endgültig ad acta gelegt werden, Das letzte Stück des sowjetistischen Kindertheaters, Binocchio" genannt, handele von einem Puppen- Pierrot, der sich durch die Macht der Liebesleidenschaft zum lebendigen Menschen" wandelt. Die Mostauer Prawda" meint, daß dieser süßliche Marmeladenkitsch die Borbereitung der Jugend für den wirtschaftlich- technischen Wiederaufbau und für die wissenschaftliche Organisation der Arbeit" geradezu unterbinde. Nicht besser sei es mit den Erfolgen des staatlichen Jungen Balletts" bestellt, dessen Begründer ebenfalls den„ Revolutionsgeift" auf ihre Fahne geschrieben hatten. Die jüngste Tanzvorführung Bum Lichte" hat diesen revolutionären Geist einzig dadurch bekundet, daß der Scheinwerfer seine Lichttegel von links auf die Gruppen der Tanzenden fallen ließ. " 1 Arthur Hehes prächtige Erzählung Eine Angstsafari ein Stüd aus feinem foeben im Safari- Beilag, Berlin, erschienenen Aben teurerbuche Wanderer ohne Ziel". B ist Zur Erinnerung an die erste deutsche Nationalversammlung. Ans Anlaß der Erinnerungsfeier in Frantjurt hat der Reichspräsi dent der Münchener Historischen Kommission einen Beitrag zur Heraus. gabe des im Nachlaß von Johann Gustav Droysen aufgefundenen Schlußbandes der von ihm geführten privaten Brotokolle des Ber fassungsausschusses bewilligt. Die Profotolle enthalten wichtige Duellen für die Ideen und Leistungen der ersten Nationalversammlung und ihrer führenden Geister. Das Wiener Mandolinen- Orchester veranstaltet gemeinsam mit dem Bläferchor der Biener Elaatsoper Freitag 8 Uhr ein 2. Stonzert in der Philharmonie zu vollstümlichen Preisen. Die Gutenberg- Buchhandlung, Tauentienstr. 5, eröffnete eine Aus. Hellung von Zeichnungen und Stizzen, in denen Artbur Grunenberg die russischen Lanzkünftter Karsawina, Pawlowa, Folina u. a. feftgehalten hat. Weise in den Dienst des Vaterlandes gestellt hatte, im deutschen Staat geheßt würde, und noch beklagenswerter sei es, daß dadurch der Boden zu einer ruchlofen Tat vorbereitet wurde, welcher dieser ausgezeichnete Mann zum Opfer fiel. Da die Tat lange vor dem Erlaß des Gesetzes zum Schutze der Republik begangen wurde, konnten nur die§§ 185, 186 des Strafgesetzbuches in Anwendung kommen. Bei Anwendung des Gesetzes zum Schuhe der Republit hätte unbedingt auf eine Gefängnisstrafe erkannt werden müssen. Amtsverbrechen eines Richters. Darmstadt, 31. Mai.( Tul.) Vor der Darmstädter Straflammer hatte sich heute der 55jährige, feit Jahrzehnten im Justizdienst stehende Oberamtsrichter Dr. Karl Busch aus Ortenberg zu verantworten. Es wurde ihm zur Laft gelegt, bei der Leitung und Entscheidung einer Rechtssache vorfäßlich zugunsten einer Partei das Recht gebeugt zu haben, was er selbst nach wi Dor auf das bestimmteste bestritt. Die Straffammer Darmstadt sprach Busch wegen Berfehlung gegen§ 336 StGB. schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahr 3uchthaus. Busch hatte im Jahre 1920 verschiedene angeflagte Landwirte aus Effolderbach, die wegen eines Bergehens gegen eine Reichsverordnung über die Lieferung von eeresgut angeklagt waren, vor der Schöffengerichtsverhand lung in Ortenberg aufgetlärt und belehrt, so daß sie frei gesprochen werden konnten. Diese Schöffengerichtsverhandlung hat Busch selbst geleitet. Er hat zu seiner Entschuldigung in der Darmstädter Berhandlung angegeben, daß ihm das fubjektive Bewußtsein gefehlt habe. Die Straffammer in Gießen, vor der vor etwa einem Jahre diese Sache zur Verhandlung stand, hatte Busch freigesprochen. Das Reichsgericht hatte den Freispruch aufgehoben und die Sache nach Darmstadt verwiesen. Nur keine Saarkontrolle! Herriot für die deutsche Republik. der Abg. Herriot einen Artikel, worin er als nächste Aufgabe Paris, 31. Mai.( EP.) In der Information" veröffentlicht ber Abg. Herriot einen Artikel, worin er als nächste Aufgabe Frankreichs die Einleitung der Unterhandlungen über die Reparationsfrage mit England bezeichnet, ferner die Eröffnung einer vernünftigen deutschen Politik. Es müßte der jungen und schwachen Demokratie zu verstehen gegeben werden, daß Frankreich die deutsche Demokratie gegen den Bangermanismus und den Militarismus schützen würde, wenn sie Frankreich helfe, Reparationen zu erlangen. Sofort nach einer Einigung mit Deutschland in der Reparationsfrage müßte der Völkerbund als Schiedsrichter zwischen Frankreich und Deutschland auftreten. Vertrauensvotum für Mussolini. Rom 31. Mai.( EP.) Mit 238 gegen 83 Stimmen hat die Kammer zum Abschluß der Budgetdebatte der Regierung das Vertrauen bestätigt. Gegen die Regierung stimmten in der Hauptsache die Sozialisten und Nationalisten.( Der Kammer gehören 121 Sozialisten und 16 Kommunisten an. Red.) An der Debatte hatten sich besonders lebhaft die Sozialisten mit neun Kritikern an der Regierungspolitik beteiligt; fie unterbrachen Mussolini wiederholt mit Zwischenrufen. Als der Republikaner Conti vom Mißlingen der faschistischen Diktatur sprach und sagte, einige glaubten, Mussolini verliere seinen underföhnlichen aß gegen die anderen Parteien, unterbrach ihn der ministerpräsident mit der Bemerkung, das sei ein großer A tum. Mailand, 31. Mai.( EP.) In Ardenza bei Livorno find neun Kommunisten wegen Verschwörung gegen die Staatsgewalt ver haftet worden. Der magimalistische Abg. Belloni wird der Mithelferschaft angeklagt. Mann über Bord. . Corgini, der den Abg. Misuri zu seiner Rede beglückwünscht hatte, Rom, 31. Mai.( WTB.) Der Unterstaatssekretär für Ackerbau hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. Dieses wurde von Mussolini angenommen. Das Unterfekretariat für Ackerbau wird aufhören zu beſtehen. Der Faschist Misuri hatte Mißstände des diktatorischen Re. gimes gegeißelt. Englisches Memorandum an Rußland. Condon, 31. Mai.( WTB.) Dem sozialistischen„ Daily Herald" zufolge wurde die neue britische Note an Rußland, die technisch ein Memorandum und feine Note sei, gestern Krassin überreicht. Die Paris, 31. mai.( Eca.) Der Präsident der Saarregierungs- Note sehe das Angebot der russischen Regierung mit geringen Vorfommiffion, Rault, hatte in Paris Unterredungen mit verschiede behalten, die sich auf die Schiffe und Dampfer, die Davisonziehen, als befriedigend an, aber sie erfläre, daß die russische nen Regierungsleuten und Politikern. Diese Reise Raults steht im Stan und Harding forderten, sowie auf die Wainfton- Note beJujamemnhang mit der englischen Note, die vor einigen Tagen Antwort in dem Bunfte der antibritischen Propaganda in Paris eingetroffen ist und in der mitgeteilt wird, daß die eng- in Afien unbefriedigend sei und wiederhole die Forderung lische Regierung beabsichtigt, bei der nächsten Sihung des Bölferbund- nach Ab berufung der ruffischen Vertreter in Teheran und rats die Einsehung einer Untersuchungstommission für Kabul." Daily Herald" bemerkt, der Ton dieser Note sei höflich und die Verwaltung des Saargebietes zu beantragen. stehe in ausgesprochenem Gegensatz zu dem britischen Ultimatum vom 8. Mai. Baldwin erflärte im Unterhaus, die Regierung wisse, daß bas britische Bolt einen Krieg mit Rußland nicht wolle und trage feßen dem Rechnung. Diefe Wiederaufnahme der Saarfrage, deren Behandlung im englischen Unterhaus vor kurzem bereits die französische öffentliche Meinung erregt hat, hat hier großes Aufsehen hervorgerufen. Man erwartet, daß sich die französische Regierung der Einsetzung einer Moskau, 31. Mai.( Ruff. Telegr.- Ag.) Zu den englischen Bes Untersuchungskommiffion im Saargebiet sehr energisch widerMoskau Russen und Ausländer für die antienglische Propaganda sehen wird, und daß sie unter Umständen damit drohen wird, ihren hauptungen, daß die kommunistische Universität der Orientvölker in Vertreter im Bölferbundrat zurüdzuziehen. Der Temps" im Often ausbilde, erklärte der Rektor der Universität, Broido, daß schreibt darüber: Es sei flar, daß eine internationale Unter diese Universität eine Hochschule für diejenigen Orientvölfer fuchungstommiffion im Saargebiet alle Feinde Franffei, die die Verbündeten Somjetrepubliken bewohnen und daß sie reichs ermutigen und gleichzeitig die Autorität der Regie- als solche sich nicht mit der Vorbereitung von Propaganda, sondern rungskommission zerstören müsse. Wenn dies aber geschehe, wie mit der Erteilung akademischer Bildung beschäftige, und zwar für Studierende, die Staatsbürger der Sowjetrepubliken find. wolle alsdann der Bölkerbund verhindern, daß die Ausbeutung der Minen im Saargebiet, die er gemäß dem Friedensvertrag zu sichern habe, beeinträchtigt werde? Bolle man etwa das Heilmittel vorschlagen, das man in Wilna versucht hat, wo eine spanische Delegation hingeschickt werden sollte, und wo die Sendlinge des Bölkerbundes mit faulen Eiern beworfen wurden? Glaube man wirklich, daß Frankreich seine Rechte derartig mit Füßen treten lassen werde? Glaube man, daß es gestatten werde, daß ein Herd ständiger Unruhe vor seinen Toren zwischen seiner Grenze und den Rheinlanden bestehen bleibt? Im Interesse des Bölkerbundes, so schließt der Artikel drohend, im Interesse der allgemeinen Rube wäre es erwünscht, wenn man nicht auf dem Verlangen nach einer Untersuchung im Saargebiet bestünde. Der Kapellmeister Chevillard ist im Alter von 68 Jahren in Baris gestorben. Er hat sich um die Aufführung der Wagnerschen Opern besonders verdient gemacht. Er war es, der fämtliche Dpern Wagners nach ihrer Wiederaufnahme in das Repertoire der Großen Oper dirigierte. Chevillard war der Schwiegersohn des ebenfalls um die Ber- Bon Mitte Februar bis Ende Mai wurden von den breitung der Wagnerschen Musik verdienten Kapellmeisters Lamoureang. franzöfifchen und belgischen Befaßungsbehörden über 127 mil. Enftverbindung Petersburg- Moskau. Die sowjetrusfische Frei liarden Mart gewaltsam beschlagnahmt. Der ganze willige Luftflotte bat einen regelmäßigen Flugdienst Betersburg- Mostau Betrag mit Ausnahme von wenig mehr als eineinhalb Milliarden eingerichtet. Der Flug soll vier Stunden dauern, Zwischenlandungen find entfällt auf die Tätigkeit der Franzosen. Die größten Beträge fielen in Wischera und in Twer vorgesehen. ihnen in den Reichsbankgebäuden von Effen und Koblenz, bei der Ergreifung einer für die Reichsbankstelle Worms bestimmten Sendung und bei der Wegnahme eines Transportes der Reichsbanthaupttaffe aus dem Schnellzug Berlin- Köln in die Hände, Einführung des gregorianischen Kalenders in der griechischen Kirche. Wie die Londoner Morningboft" meldet, hat der panorib. Doze Kongres in Athen beschlossen, die julianische Zeitrechnung auf zugeben und vom L Ditober den gregorianischen Kalender einzuführen. Die Bombenattentate in Polen. Warschau, 30. Mai.( DE.) Die Mitteilungen über Aufdeckung einer anarchistischen Verschwörergruppe, welche die Bombenattentate in Warschau verübt und angeblich mit Kowno und Berlin in Beziehungen gestanden haben soll, haben sich, wie zu erwarten war, als chauvinistische Sensationsmache erwiesen. Eine genauere Untersuchung der in der Wohnung der beiden verhafteten jungen Leute vorgefundenen Explosivstoffe hat ergeben, daß diese Explosivstoffe ihrer Art nach nicht geeignet gewesen wären, die bei den Attentaten hervorgerufenen Wirkungen herbeizuführen. Auch die nationalistische Presse muß nunmehr melden, daß die Untersuchung in einer anderen Richtung weitergeführt werde. In der zutreffenden Richtung, nämlich bei den Uebernationa listen, würde man schon erfolgversprechende Sprengstoffe finden! England räumt die Dardanellen. London, 31. Mai.( WTB.) Türkische Blätter melden, die Engländer hätten begonnen, Borbereitungen für die Räumung der Dardanellen zu treffen Gewerkschaftsbewegung Spiel mit dem Feuer. Es hieße den Ernst ber gegenwärtigen Situation verfennen, Den Arbeitern sei aber die Mahnung zugerufen, sich angewenn sowohl die Unternehmer wie die Schlichtungsinstanzen der un fichts dieser Haltung der Unternehmer fest und geschlossen gebeuren Leuerung nicht schnell und vollauf gerecht würden, um ihre Organisationen zu scharen. Jezt ist nicht der Augenblick zu Nach der sehr vorsichtigen Statistit der Industrie- und Handels- Sonderaktionen und Kraftmeiereien. Das ist eine Berzette Zeitung" haben sich die Kleinhandelspreise in Berlin in der Woche lung und 3ersplitterung der Kräfte. Jezt heißt es Dom 19. bis 25. Mai auf das 4236 fa che gegenüber dem Borkriegs- taub fein gegen rabital flingende Barolen, die nur Berwirrung stand erhöht. Diese Zahlen find inzwischen längst überholt anrichten fönnen. Man laffe die dazu berufenen und der Gesamtworden. Gegenwärtig sind wir zweifellos einer fünftausendfachen arbeiterschaft verantwortlichen Bertreter die gewiß nicht leichten Teuerung der Lebenshaltungskosten sehr nahe. Betrug doch die Verhandlungen führen. Jede Hilfe" durch Demonftrationen ist da Steigerung des Ernährungsinder allein in der Woche vom nur eine Hilfe für die Unternehmer. Die Zeit zur Aktion 19. bis 25. Mai das 5699fa che, während der der Bekleidungs- ist da, wenn die Gemertschaft ruft. Bis dahin heißt es foften sogar auf das 7973 fa che gestiegen war Ernährung geschlossene Bereitschaft wahren. und Bekleidung sind heute in einem Arbeiterhaushalt die fast einzigen Ausgabeposten, neben denen für Steuern und Berbandsbeiträge. Bedenft man aber, daß andererseits die Steigerung der 2500fache beträgt, dann wird es jedermann einleuchten, daß die Berzweiflungsstimmung sich selbst ruhig denkender Arbeiter bemächtigt. Denn in dem Maße, in dem die Unfähigkeit der so viel gepriesenen Regierung Cuno das Unheil des Martsturzes nicht aufzuhalten und die Auswucherung der breiten Massen nicht zu unterbinden vermag, in demselben Maße wachsen die Wuchergewinne der Unternehmer, des Groß und Kleinhandels, während die Arbeiterschaft um ihren Lohn einfach geprellt wird. Diese Gegensäge sind so schreiend, daß sogar die Reichsregierung fich veranlaßt sah, auf Veranlassung der Spigengewerkschaften in einer deutlichen Erflärung die Schlich tungsinstanzen sowie alle Behörden und Unternehmer auf den Ernst der Situation hinzuweisen. Die Vereinigung der Deutschen Arbeit geberverbände hält es nun für angebracht, mit folgender Gegenlichen Verhältnisse. ertlärung zu antworten: ihrer Organisation gebunden. Lieft man die taltschnäuzige Ertlä sie den Aufgabenfreis der Betriebsräte berühren, rechtzeitig vor rung des Spitzenverbandes der Unternehmer, dann kann man durch dem Anschlag durch Uebersendung einer Abschrift Kenntnis zu geben. aus begreifen, daß viele Unternehmer, besonders in der Metall- 4. Streitigkeiten sind nach§§ 93 und 103 GRG. in Verbindung industrie, das ihnen auferlegte Joch als drückend zu mit meinen Ausführungsbestimmungen vom 8. März 1920 zu empfinden beginnen. $ 103 BRG.( HMBL. S. 86) zu entscheiden. In Fällen, die feinen Aufschub zulassen, ist die Entscheidung der ersten Instanz( Gewerbe rat, Bergrevierbeamter) vorläufig bindend. Die Entscheidung hat dies zum Ausdrud zu bringen. Das Recht zur Einlegung des zuläffigen Rechtsmittels innerhalb der vorgesehenen Frist wird hier. durch nicht berührt." Die Gewerkschaftliche Betriebsrätezentrale des ADGB. und des Afa- Bundes bemerkt hierzu: Dieser Erlaß ist von prinzipieller Bedeutung und geeignet, Klarheit auf diesem Gebiete zu schaffen. Neu ist die Stellungnahme des Ministers, daß die Entscheidungen aus den§§ 93 und 103 BRG. Gewerbeaufsichtsbeamten für Dorvon den läufig bindend ausdrücklich erklärt werden tönnen, während die Ausführungsbestimmungen vom 8. März 1920 zwei Instanzen Die Buchdrucker fordern nene Verhandlungen. vorgesehen haben. Die zweite Instanz bleibt auch nach der jegigen Das für das Buchdruckgewerbe getätigte Lohnabkommen hat in Neuregelung an fich beftehen; nur daß bis zu ihrer Entscheidung Löhne der best bezahlten Arbeiter gegenwärtig etwa das den Reihen der Berufsangehörigen schärffte Mißbilligung ausgelöst, die vorläufig bindende Entscheidung der ersten Instanz maßgebend die sich gestern abend in einer Bersammlung der Funktionäre der ft. Das selbständige Recht der Betriebsvertretungen im Rahmen ihres Aufgabenfreises, Bekanntmachungen am fchwarzen Berliner Buchdruder Luft machte. R. Braun gab einen aus Breit anzuschlagen, ist gewahrt. Der vorherige Austausch der führlichen Bericht über die Verhandlungen. Er nahm dabei Bezug Bekanntmachungen der Betriebsvertretungen und der Unternehmer auf die in den letzten Tagen eingetretene grundstürzende Aenderung dient dem Zwed, Meinungsverschiedenheiten nach Möglichkeit auf der Lebenshaltung der Arbeiterschaft. Scharf verurteilte er die Paffivität der Regierung in diesen fritischen Tagen. In einer friedlichem Wege auszugleicher Im Falle, daß eine Einigung nicht mehrstündigen Debatte wurde das Abkommen der schärfsten Kritik erzielt werden kann, bleibt jedoch sowohl das Recht des Unternehmers als auch das des Betriebsrats, trogdem die Bekannt unterzogen und nachstehende Entschließung angenommen: Beide Teile müssen dann den Die am 31. Mai im Bewertschaftshaus tagende Generalver- machung anzuschlagen, bestehen. fammlung des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer fann Gewerbeaufsichtsbeamten entscheiden lassen, der zu bestimmen hat, sich mit der am 24. Mai getätigten Lohnvereinbarung nicht ein ob die Bekanntmachung zu Recht besteht oder zu entfernen ist. verstanden erklären und verlangt umgehend neue Berhand- Das Recht des Unternehmers, Bekanntmachungen der BetriebsverIungen auf Grund der inzwischen total veränderten wirtschaft- tretungen zu entfernen, besteht dagegen nicht. Die Generalversammlung beauftragt den Bauvorstand, fich unDurch diese in der Breffe verbreitete Auffassung und ebenso verzüglich mit dem Verbandsvorstand in Berbindung zu sehen, damit durch eine weitere, offenbar aus dem Reichsarbeitsministerium dieser seinerseits die nötigen Schritte unternimmt und persönlich selbst stammende Mahnung an die Arbeitgeberschaft, beim Deutschen Buchdruckerverein vorstellig wird, um ein Hinaus. den insbesondere durch die zu erwartende Brotpreiserhöhung ein ziehen sofortiger Verhandlungen zu unterbinden, anderenfalls die tretenden Teuerungsverhältnissen Rechnung zu tragen, fann der Generalversammlung jegliche Verantwortung für die Folgen ab Eindruck erwedt werden, als ob die deutsche Arbeitgeberschaft die notwendige Einsicht in die schwierigen Verhältnisse und den Willen zu ihrer lleberwindung vermiffen laffe. Diese Auffassung ist auf bas entschiedenste zurüdzuweisen und findet in dem bisherigen Berhalten der deutschen Arbeitgeberschaft feine Recht fertigung.(!) Die deutsche Arbeitgeberschaft ist sich bei der Lohn politit, die sie im Rahmen der gesamten politischen und Wirtschaftslage zu verfolgen hatte, ihrer hohen Verantwortung in vollem Grade bewußt gewefen;(!) fie wird hiernach auch den infolge der weiteren Geldentwertung eingetretenen Verhältnissen nach ihren besten Kräften Rechnung tragen. Die gerade jekt bewilligten Lohnerhöhungen, vom Bergbau ausgehend, beweisen dies.(?) Daß hierbei die Arbeitgeberschaft verpflichtet ist, auf die gesamte wirtschaftliche Lage der einzelnen Industrien und Betriebe entsprechende Rücksicht zu nehmen, mag den Vertretern reiner Berbraucherintereffen, und den darauf eingestellten Stellen entbehrlich erscheinen, ist aber eine selbstverständliche Pflicht verantwortungsvoller Unternehmer. Die deutsche Arbeitgeberschaft hat insbesondere die bisherigen Auswirkungen der Berfeuerung des Brotpreises im Rahmen der gesamten Teuerungsund Wirtschaftslage in gemeinsamen Berhandlungen mit der Arbeiterschaft ohne erhebliche Schwierigkeiten überwunden. Es besteht fein Anlaß anzunehmen, daß hierin eine Aenderung eintreten wird. Die Gegenerklärung verrät einen geradezu unfaßbaren Mangel an Berantwortlichkeitsgefühl. Bedenkt man, daß die Unternehmer die ungeheuerlichen Gewinne, die ihnen die Marfentwertung bringt, feelenruhig einstecken, denn ihre Preise fußen auf dem Dollar, während sie wochenlang die Lohnverhandlungen hinschleppen und fich hartnädig weigern, bie Löhne und Behälter den DON ihnen geschaffenen ucherpreisen anzupaffen, dann muß man ftaunen über den Mut, mit chen schnoddrigen Redensarten von den reinen Berbraucherinteressen" geradezu mit dem Feuer zu spielen. Die Herren erflären unwirsch, sie bedürften feiner Mahnung und wüßten allein, was sie zu tun haben. Es will uns scheinen, daß sie dann Zustände wollen, die an die vom November- Dezember 1918 in mehr als einer Hinsicht erinnern würden. Aber sind die Unternehmer wirklich so schlecht über die gegenmärtige Situation unterrichtet? Sind ihnen die Bersammlungen in den Fabrikhöfen, die Forderungen und Entschließungen ber Arbeiter in den Betrieben etwa unbekannt? Oder wollen fie etwa leugnen, daß die Verzweiflung der Arbeiterschaft, die zu gefährlichen Entladungen führen fann, ihre Ursache nicht etwa in irgendeiner „ Heze", sondern in der von den Unternehmern und deren Bertretern felbst herbeigeführten Zuständen haben? Fast tein Unternehmer verfennt und leugnet diese Dinge im persönlichen Gespräch. Sie erklären sich aber an den Beschlüssen Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Deutsch. Opernhaus uf 62 Uhr. Rosenkavalier Schauspielhaus 7 Uhr: TU. Eng. Onegin Friedr.- Wilhelmst. Th Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Hidalla Groß. Volksoper Theater i. d. m Theat. d.Westens 8 Königgrätz. Str. Uhr: Rigoletto Wundert. Ge- Intimes Theater 8: 8: schicht. d.Kapell- Diplomat im Dienst mstr.Kreisler II.Te D. blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 Uhr: Berliner Th. 7.30 U.: Mädi 8U Residenz- Theater Sommerspielzeit! Die blaue Hawaii Metropol- Theater 74: Die Schönste der Frauen Vorverk ununterbr. Die Entlassung Neues Th. am Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher 8 Uhr Kleines Theater des Fridericus Rex Das stärkere Band Neues Volkstheater Toelle, Sandrock, Raiser- Titz 7%, Emilia Galotti Trianon- Th. Renaissance- Theat. & Uhr: Komödie v. 3 Uhr: Kampf der Geschlechter Walzer Rutkay Schiller- Th Charl. BU. Süße Susi Central- Theater 8 Uhr. Unter pers. Leitung Thalia- Theater Täglich& Uhr: Spielplan vom 17.6. 28 lehnt. Die Richtlinien des Preußischen Ministers für Handel und Sewerbe gelten felbstverständlich nur für Preußen. Es be. teht jedoch die Möglichkeit, dahin zu wirken, daß auch in den übrigen Ländern in demselben Sinne verfahren wird. Ausbrüdlich sei jedoch darauf hingewiesen, daß sich die Bekannt machungen des Unternehmers, welche eine Dienstoorschrift oder einen Nachtrag zur Arbeitsordnung darstellen, außerdem unter die Bestimmungen der§§ 75 und 80 BRG. fallen, während der vorstehende Erlaß nur die Geschäftsführung gemäß§ 36 BRG. regelt. Lohnbewegung der Töpfer. Die FachErfüllung des von der Regierung gegebenen Bersprechens auf Abbau War das Abkommen vom 24. Mai in der Voraussetzung der der Lebensmittelpreise als annehmbar zu bezeichnen, jo sieht sich jetzt die Gehilfenschaft durch die riesige Teuerungswelle enttäuscht. Der so lange Jahre auf der Arbeiterschaft lastende Drud der wirt- Fachgruppe am Mittwoch nahm nochmals Stellung zu dem letzten Die Veriammlung der Bauvertrauensleute und Funktionäre der schaftlichen Verhältnisse ertötet jegliche Lebensfreude und wächst sich ohnabkommen für den Monat Mai. Brüdmann ging furz auf zum Schaden des Volksganzen aus. bem Unternehmertum nicht zuletzt die Regierung, die gruppenleitung hat erneut um Berhandlungen bei diese vers Die Schuld an dieser Zerrüttung der Bolfstraft trägt neben die letzten Abmabungen mit den Unternehmern ein. in ihrer Bassivität gegen die Bucherpolitik der Produzenten und Revidierung der Mailöhne. Die Unternehmer haben dieses Er. die Preissteigerungstendenzen des Groß- und Zwischenhandels uden abgelehnt mit dem Hinweis, daß die Abmachungen bor dem, Demo" für fie bindend seien. Die Versammlung war dauernd verharrt. nach längerer Disfuffion einmütig der Auffassung, daß der einFerner fieht die Generalversammlung in der Berzögerung der Berständigungsaftion im Ruhrgebiet den Entwidgetretenen Teuerung Rechnung getragen werden muß und beauflungsherd der immer weiter fortschreitenden Berelendung des deut- tragte die Fachgruppenleitung, in der Sigung am Donnerstag fchen Wolfes. Sie erwartet deshalb auch von den politischen Parteien für Mai eine entsprechende Nachforderung an die und dem ADGB., daß mit allen Mitteln auf die Regierung ein- Unternehmer zu stellen. Für den Monat Juni sollen nur turg gewirft wird, damit endlich die vorstehend skizzierten Mißstände be- fristige Lobna blommen getroffen werden, da noch nicht abzuseben ist, in welcher Weife die zunehmende Teuerung vorsich hoben werden." geben wird. Die heutige Mitgliederversammlung im Rosenthaler Hof wird zu dem Angebot der Unternehmer Stellung nehmen. Bekanntmachungen des Betriebsrats. Der Preußische Minister für Handel und Gewerbe hat an die Regierungspräsidenten, den Bolizeipräsidenten von Berlin und die Oberbergämter folgende Richtlinien( J.-Nr. III 4435/1 4447 30. April 1923) herausgegeben: " Es sind in der Praris in letzter Zeit wiederholt Zweifel über das Recht der Betriebsräte zum Anschlag von Bekanntmachungen aufgetreten. Zur Klarstellung und im Intereffe möglichster Rechtseinheitlichkeit teile ich das Ergebnis meiner Prüfung als Anhalt für fünftige Entscheidungen in den nachstehenden zusammenfaffenden Gefichtspunkten ergebenst mit. die 1. Der Betriebsrat hat das Recht, die zur Erfüllung seiner gefeglichen Aufgaben notwendigen Bekanntmachungen an Arbeitnehmerschaft ohne Genehmigung des Arbeitgebers anzuschlagen. Der Arbeitgeber ist auf Grund des§ 36 BRG. verpflichtet, bem Betriebsrat die dazu erforderliche Gelegenheit zur Bekanntmachung an den wertsüblichen Anschlagstafeln zu geben. 2. Der Betriebsrat hat dem Arbeitgeber von seinen Bekannt machungen rechtzeitig vor dem Anschlag durch Uebersendung einer Abschrift Kenntnis zu geben, damit zur Vermeidung von Erschütterungen des Betriebs der Arbeitgeber die Möglichkeit zu Berhandlungen mit dem Betriebsrat über den Inhalt des Anschlags hat. 3. Damit der Betriebsrat in der Erfüllung seiner Aufgaben aus dem Betriebsrätegefeß, insbesondere aus§ 66 3iffer 3 und 6 BRG., nicht behindert wird, ist auch der Arbeitgeber als verpflichtet anzusehen, dem Betriebsrat ven feinen Bekanntmachungen, soweit den Sophien- Sälen eine Frattionsverfammlung der BSBD.- Metall Achtung, Metallarbeiter! Am Freitag abend 7 Uhr findet in arbeiter statt. Tagesordnung:„ Die Hege gegen den Borstand und die Ortsverwaltung der DMV. Don feiten der KPD. und ihre Ursachen." Das bestimmte Erscheinen sämtlicher Funktionäre ist Der Pflicht, namentlich der Generalversammlungsdelegierten. Fraktionsvorstand wird gebeten, eine Stunde früher anwesent Der Fraktionsvorstand. ou sein. Zentralverband der Maschiniften und Sazer. Heute abend 6 Uhr im Ge. wertschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 1, allgemeine Funktionärversammlung. Lohnbewegung. Beiträge. Pflicht eines jeden Funktionärs ist es, pünktlich zu erscheinen, ebenfalls die Raffierer, da fie die neuen Beitragsmarten in der Bersammlung entgegennehmen müſſen. Die Ortsverwaltung. im Gewertschaftshaus, Engelufer 25. Tagesordnung: 1. Abgrenzung der KulturBehrergewerkschaft im ADB. Sonnabend 7 Uhr Zahlabend und Sigung arbeit in der Gewerkschaft: Schwahn. 2. Organisationsgrundsäge: Bonte und Hübner. 3. Gehaltsfragen. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Tiefbau. Montag, den 4. Juni, abends 7 Uhr, bei Boefer, Beberstr. 17, Bersammlung. Tagesordnung wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Wir ersuchen die Tiefbauarbeiter, be stimmt und pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch des Baugewerksbundes Der Borstand. legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Berantwortlich für Bolitit: Bictor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: . S. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; Lokales und Sonstiges: Billy Ribus, ..., Berlin. Drud: Borwärts.Buchbrucevei und Berlagsanstalt Baul Berlin- Pantom; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Borwärts.Berlag Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 8. Jedermann besucht die erste Volksbühne Berliner Prater Metropol- Variete LUNA- PARK Deutsche Mittelstands- Ausstellung 7 Täglich: UFA- PALAST A. ZOO Das Wintermärchen nie schöne Liselott Russ. KünstlerFridericus Rex Ha TAUENTZIENPALAST D.Galerensträfing Lessing- Th. 7 Uhr: FAUST U. T. KURFÜRSTEND. Die Sonne von St. Morits MOZARTSAAL Frtg. 7: Sommerspielzeit Behrenstr. 54 U: Gastspiel Operette in 3 Akten Kompagnie ,, Der Dazu: Das große Feuervogel" ( Jar- ptitza) Stenjka Rasin Varieté- Programm steak Volkslied Berliner Deff. Genera probe Bockbrauerei Liebesstreik Die Fran aus dem Deut. Künstler- Th. Ecke Fidicinstraße. Orient. U.T. NOLLENDORFPL Nach Recht und Gesetz. KAMMERLICHTSP. Die Fahrt ins Blaue U. T. FRIEDRICHSTR. Wettlanf as Glülek U. T. ALEXANDERPL Rasmussons letzte Nordpolexpedition. U.T. WEINBERGSWEG Der Wetterwart U.T. SCHONEBERG Vom 1- Juni: Dr. Mabase, IL Tell vom 5.- 7. Juni: Lachendes Weinen U. T. HASENHEIDE Alt- Heidelberg. des Komponisten: Die rot. Katze Casino- Theater Walhalla- Th. Die damme Liebe Th. a. Nollendorfpl. Tågl. 7% Uhr: 8 U. Die Schlager- Posse 80 7.45 Uhr: Die Liebe geht um von Vikt. Hollaender Die schöne Rivalin Heiraten mußte! Dora, Li, Zaraitz Theater des Ostens Wallner- Th.7%, ( Rose- Theater) Der sensationellste Operettenerfolg! 7 U.: Trompeter Urania Von Berlin „ Groß- Berlin'( atte.) Mädchen ohne Ehre Vorher 5:, Raffke, von Sakkingen Des Königs Nachbarin nach New York Th. v. Regen gesch Belle AllianceJegen Dienstag, Heute bis Mtg. 7: Freitag, Sonntag Der Fürst von Die Schaukel Burlaki, Flößer a. d. Wolga Baby( Die Dorfwelber) Im Viehwagen, Aljopaschka Chor Saitgef Daze d. gr. Varieté- Progr. Willi Bolesko Apollos Hundetheater Chas& Gibbs Pappenheim Erstklass. Kabarett Platz Larellas Anfang 8 Uhr Chitta& Rolf Vellen THEATER DIE GONDEL BELLEVUESTRASSE 4 TELEPHON: NOLLENDORF 4156 HEUTE 8 UHR: PREMIERE VORVERKAUF von 11 bis 2 UHR Voranzeige: Sonntag, den 3. Juni, Im Sport- Palast, Potsdamer Straße 72 6-10 Uhr Frühkonzert bei freiem Eintritt. Militärmusikkapelle unter Leitung des Obermusikmeisters A. Becker. Alle Attraktionen in Betrieb. Billige Preise auf den Wein- u. Bierterrassen. dmirals- Varieté Berlins 800 bestes bestes Programm Elgene Fabrik Geöffnet 11-8 Uhr ララ 3.- 10. Juni 1923 Eintritt M. 500, Soziale Ausstellung" Verkauf WINTERTEN Der Heute neue JuniSpielplan! Rauchen gestattet! Nachmittags Konzert Reichshallen- Th. Allaband!.7/ 2 Uhr, Sonntag nachm. 3 U, halbe Preise 200000 Aufklär. anregend. Stettin. Sänger DBnboftBrett'l Anf.7U Theater am Kottbus. 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Von einem Berliner Kriminalkommissar in der Mittagshöhe des Lebens stammen auch die Erinnerungen, von denen hier zunächst ein paar Fälle erzählt werden sollen, die ein besonders anschauliches Bild bieten von den Gefahren und Schwierigkeiten, mit denen die Kriminalpolizei gerade in Berlin zu kämpfen hat. Der Meisterspringer. Eine etwas humoristische Färbung hat das Erlebnis mit dem Meistersprinaer. Bor einer Reihe von Iahren wurde bei einem Pfarrer in Tapiau in Ostpreußen eingebrochen und dem Herrn Pastor aus dem Geldschrank für 7000 Mark ostpreußische Pfandbrief« gestohlen. Die Spur des Täters führte nach Berlin, und dem Kriminalkommissar gelang es, den Einbrecher in der Woh- rrung einer Prostituierten zu stellen. Da er den Einbruch leugnet«, ließ der Kommissar durch seine Beamren das Zimmer auf das gc> naueste durchsuchen, die Möbel und das Bettgestell auseinander- nehmen, aber ohne Erfolg. Da fiel dem Kommissar ein Bild auf, das merkwürdig hoch, fast dicht unter der Zimmerdecke auf- gehängt war. Man nahm es von der Wand, schnitt es auf, und dabei sielen die Pfandbriese heraus. Nun gab der Ver- brechet- dos Leugnen auf und wurde zur Vernehmung nach dem PolizÄpräsidium transportiert, die in einem Zimmer der Aweiten Etage stattfinden sollte. Die Beamten saßen bereits am Tisch, um zu protokollieren, der Kommissar hatte sich für kurze Zeit in ein Nebenzimmer begeben, um ein Aktenstück zu holen, als der unge- fesselte Derbrecher plötzlich über große Schmerzen klagte und um e'm Glas Wasser bat. Während einer der Beamten aus dcm Jim- mer lief, um das Gewünschte zu bringen, sprang der Gefangene auf den ain Fenster stellenden Tisch, entriß dem am Tisch sitzenden Beamten den Hut und setzte mit Hechtsprung durch das D o p p« l f e n st e r auf die Dircksenstraße. Indessen er hatte Pech, wurde sofort ergriffen und zurückgeholt. Er hatte sich bei dem Sprung keinen Schaden getan und nicht die geringftcn Ber- letzungen davongetragen. Als der Kommissar ihm seine Bewun» derung für die kühne Tat aussprach, meinte er vertraulich:„Ach, Herr Kommissar! Die Sache ist nicht so schwer. Ich war Akrobat, und man muß nur allen Willen und alle Kraft aufwenden, dann geht es schon!" Am nächsten Tage wurde er dem Untersuchungs- richter in Moabit vorgeführt. Die Vernehmung in einem Zimmer in der Turmstraße fand unter starker Bewachung des Springers statt, den man aber wieder ungcfesselt ließ. Mitten in der Ver- Handlung sagte er:„Auf Wiedersehen!", sprang auf den Tisch, sau st e abermals durch das Fenster des Zimmers, das sich in der zweiten Etage befand, und fiel auf einen Hausen Tannenbäume— es war um Weihnachten—, der unter dem Fenster lag, und entkam. Wochenlang suchte ihn die Kriminalpolizei vergebens. Eines Tages aber fiel dem Kommissar in der Grenadier- straße ein Mann auf, er folgte ihm in einen Zigarrenladen, erkannte den Meisterspringer und begrüßte ihn mit den Worten:„Na, Bruno, endlich sehen wir uns wieder!" Der Ueberrafchte üeß sich willig abführen und meinte:„Da haben Sie aber Schwein gehabt, Herr Kommissar!" Bevor er zur Aburteilung nach Tapiau gebracht wurde, iagt« er:„Herr Kommissar! Sie haben mich immer an- ständig behandelt. Ich werde mich dafür revanchieren. In Tapiau breche ich ja doch bald wieder aus und schicke Ihnen dann eiri« An- stchtspostkarte." Er kam aber nicht dazu, sein Versprechen zu halten, da er bald darauf in der Anstalt in Tapiau starb.— Welche List die Kriminalpolizei aufbieten muß, um eines Erfolges sicher zu sein, zeigt die Geschichte von dem Sauerngutsbesttzer als Einbrecher. Ein wegen verschiedener Straftaten im Gefängnis sitzender Sträfling hatte der Kriminalpolizei mitgeteilt, daß ein in der Nähe von Nauen wohnender Bauerngiusbesitzer, an dem sich der Sträf- ling aus irgendwelchen Gründen rächen wollte, die Einbrüche verübt habe, die in der letzten Zeit in den Villen um Nauen sich ereignet hotten. Die Polizei solle nur hinausfahren und würde das Diebes- gut finden. Der Fall log sehr schwierig, weil der Bauer in der ganzen Gegend sehr geachtet war und als stiller und ruhiger Mann galt. T-cr Kommissar begab sich zunächst zu dem Denunzianten und ließ sich von dielem einen„Kassiber" an den Bauern schreiben, in dem der Sträfling dcm Bauern mitteilte, zuverlässige Genossen würden ihm diesen Kassiber bringen, denen er die„Sore"(Diebes- beute) herausgeb:n solle, da die„Polente"(Polizei) auf seiner Spur sei. Der Kommissar und zwei seiner Beamten maskierten sich nun als echte schwere Iungens, und außerdem wurde eine B«- a m t i n mitgenommen, die als unversälschte„Trine" kostümiert war. D;r Bauer tat zuerst sehr entrüstet und wollte von nichts wissen. Erst als die angebliche„Trine" ihm gut zuredete und klar- machte, daß er„Knast"(Zuchthaus) bekomme, wenn er das Diebes- gut nicht an sichere Genossen gebe, bevor die Polente käme, fiel er auf den Schwindel herein und grub im Schweiße feines Angesichts Silber, Porzellan und Uhren an einer Stelle aus, die die Beamten niemals gefunden hätten. Als alles zur Stelle war, sagte der Kommissar:„Na, für die Arbeit will ich mich auch erkenntlich erweisen! Hier haben Sie einen Taler!" Damit drückte er dem Bauern die E r k e n n u n g s m a r t e in die Hand. Der Kommissar bedauert es heut« noch, daß er das Gesicht des Bauern nicht hat phowgrophieren können, auf dem Wut, Verzweiflung, Angst und Schrecken zu gleicher Zeit lagen.— List muhte auch angewendet werden in einem anderen Fall, bei dem öer Kriminalkommissar im Postwagen sich verstecken mußte, um Räuber dingfest zu machen. Ein Post- schaffner hatte bei der Kriminalpolizei Anzeige erstattet, daß in einer Kneipe ein Mann an ihn herangetreten sei und ihn habe dazu be- wegen wollen, hilfreiche 5)and zu bieten bei der Beraubung des Po st wogens, der nachts um 1 Uhr mit einer große» Summe Geld, dos sich in einem Koffer unter dcm Kutschersitz be- findet, und wertvollen Paketen im Innern vom Hauptpostamt in der Spandauer Straß« nach Friedrichshagen fährt. Der Postbeamte war zum Schern auf das Anerbieten eingegangen, und nun wurde folgende List inszeniert Der Postwagen mit dem Geld und den Wertsachen mußte zwei Stunden früher abfahren, und der planmäßige Postwagen, auf den die Räuber warteten, fuhr leer ab. In seinem Innern aber saß der Kommisiar mit mehreren Beamten- und einem Polizeihund. Kurz vor Friedrichshagen wurde Oer Wagen von den Räubern angehalten, die zunächst den Kasten unter dem Kutschersitz hervorholten, in dem sie dos Geld vermuteten. Sodann machten sie sich daran, den Postwagen aufzu- breck)en, in dessen Innern sie weitere Schätze vermuteten. Als die Tür endlich aufsprang, trat den erstaunten Räubern der Kommisiar entgegen, der auf die Flüchtenden feuerte und den einen an der Schulter verwundet«, während die anderen von den Beamten und dem Hund gestellt wurden.— Genaueste Untersuchungen waren in scm folgenden Fall notwendig, um«in Resultat zu erzielen. Hier waren öohrspäne unü öraunkohlenasche öle Verräter. In eincm Engrosgeschäft in der Ritter straße war vor mehreren Iahren ein Geldschrank„geknackt" worden, wobei den Tätern über 6000 Mark(das war damals noch ein großes Stück Geld!) in die Hände sielen. Die professionellen Geldschrank- knacker bedienen sich zu dieser Arbeit eines sogenannten Knobbers, der ähnlich aueschaut wie der Oefsner einer Konservenbüchse. Der zweischenklige Apparat weist am einen Schenkel Riefen und scharfe Rinnen auf, die verschieden groß sind und verschieden weit ausein- anderstehen, je nach der Konstruktion des betreffenden Knobbers. Nachdem zunächst ein Bohrer an die Tür des Geldschranks angesetzt worden ist, um ein kleines Loch zu erhalten, wird in dieses Loch der Knobber gesetzt, um weiter und neser in die Panzerplatte de» Geldschranks einzuschneiden. Um möglichst tief hineinzukommen und die Wucht bei der Arbeit mit dem Knobber zu vergrößern, kann der Knobber durch angesetzte Mctallröhren, die ineinander- geschoben werden, wie bei einer Angelrute verlängert werden. Mit Sauerstvffgebläse arbeiten Geldschrankeinbrecher sehr fetten, weil der ausströmende Sauerstoff ein zu starkes Geräusch hervorbringt und feine Handhabung zu gefährlich ist. Einen Tag nach dcm Einbruch wurden in einer Destilbe auf dem Wedding zwei Männer lest- genommen, die sich verdächtig gemacht hatten und de in einer Handtasche Mctallröhren mit sich führten. Der Kommissar, dem sie vor- geführt wurden, gab sich alle Mühe, st« zu überführen, konnte aber nichts Verdächtiges finden und wollte sie schon wieder entlassen. Als der eine der Männer feinen Hut aufsetzen wollte, bemerkte der Kommissar etwas Blankes im Futter ixs Hutes. Bei näherer Untersuchung ergab sich, daß es eitt B o h r f p a n war. Nun wurde auch der Hut des anderen revidiert, und man fand an seiner Krempe Braunkohlenasche. Der Geldschrank, der am Tage vorher !„geknackt" worden war, hotte, wie das auch fönst bei Geldschränken . der Fall ist, zur besseren Sicherung eine Füllung von Braun- k o h l e n a s ch e, die natürlich, wenn der Knobber in fie hinein- � fährt, im Raum herumfliegt. Der gefundene Bohrspan wurde � photographievt, bedeutend vergrößert, und man konnte leicht erkennen, daß er aus der Panzerplatte des erbrochenen Geldschranks i stammte. So wurden die Täter überführt und konnten bestraft werden. So viel für heute aus den Erinnerungen eines Kriminal- kommissars, der aus Gesundheitsrücksichten den Dienst hat aufgeben müssen, heute in einem anderen Berus als gesinnungstreuer Sozial- drmokrat feine Pflicht tut. Der Rotöorn blüht. In den Gärten und auf den Straßen blüht der Rotdorn. Ganze Straßenzüg« in den Bororten find mit den wunderhübschen Zier- j bäumen besetzt. Eine Fülle von Blüten entwickeln sie, wie Obst- ' und Fliederbäume. Leider viel zu kurz ist die Augenweide. In wenigen Wochen ist das brennende Purpurrot wieder dahin. Und trotzdem gibt es soviel« Menschen, denen selbst dieses Blühen noch zu lange dauert. Sie plündern die Pracht der blühenden Bäume. Mit Armen voll halbmeterlangcn Rotdornzweigen kommen sie daher. Fahrräder, Alktos und Pferdeköpfe werden mit ganzen Büschen geschmückt. Ist denn nicht die Freud« an dem ganzen Baum viel größer als an dem zu schnellem Sterben oerurteilten Zweig? Woher haben dies« Leute, was sie gedankenlos zerstören und mit sich schleppen? Fast ausnahmslos von den Straßen und Ehaussoen, vom Eigentum der Allgemeinheit. Der Begriff des Diebstahls kommt ihnen nicht in den Sinn. Das Gewissen ist beruhigt, wenn niemand sie auf frischer Tat ertappt. Auf den Naturschutz wird gepfiffen. Wenn sie nur ihren Willen haben. Dieser Tage saßen in den Rot- dornbüschen einer östlichen Borortstreck« wohl an zwanzig Schul- ; knaben, rissen haufenweise die blühenden Zweige herunter und ' warfen sie anderen Knaben zu. Der Lehrer stand seelenruhig dabei. Erst als zufällig«in Straßenmeister auf seinem Rad« vorüberkam und den Lehrer fragt«, mit welchem Rechte er so etwas dulde, wurde die Plünderung eingestellt. Es ist zweifellos Pflicht aller einsichtigen Eltern und Erzieher,' der Jugend schon von früh auf Achtung vor dem Eigentum der Allgemeinheit einzuflößen. Was hier bei der Jugend versäumt wird, rächt sich bei den Erwachsenen oft bitter. Der Gemeinlchaftsgedanke. von dem zwar viel gesprochen wird, hat sich leider noch nicht durchgesetzt. Er ist noch nicht etwas Selbstoerständ- liches geworden und noch manches Jahr wird der Roidorn blühen und sich seines Schmuckes berauben lassen müssen,«he jener hehre Gedanke die Herrschaft über das Handeln der Menschheit errungen haben wird. Neue Erhöhung öer staötischen Tarife. Mit dem 1. Juni tritt ein« stark« Erhöhung der Eisenbahnfracht- tarife«in. Des wetteren haben die zuständigen Stellen eine gänz außerordentlich« Kohlenpreiserhöhung mit Wirkung von Anfang Juni beschlossen. Di« Folg« beider Entscheidungen ist«in starkes An- ziehen der Kohlengcstehungskosten, die bekanntlich sür die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke den Houptausgabefaktor darstellen. Als weiter« Folg« muß daher, wie der städtische Nachrichtendienst mitteilt, mit Wirkung von der Standaufnahme im Juni ab ein« der Erhöhung des Kohlengcstehungspreises entsprechende E r- höhung der Gas-', Wasser- und Elektrizitäts- tarife«intreten. Wie hoch sich die einzelnen Tarif« stellen werden, wird sich erst in einigen Tagen übersehen lassen, wenn der Umfang der Frachttariferhöhung und die Höh« der Preise sür die einzelnen Kohlensorten und Kohlenwerksreviere feststeht. 6] Eine Angstsafari. Von Arthur Heye. (Schluß.) Ich wollte versuchen, einige Wildaufnahmen zu machen und war mit dem Kameraträger den anderen voraus- marschiert, die mit ihrem Lärmen und Singen alles Lebendige vorzeitig verscheuchten. Vor uns machte die Straße eine scharfe Biegung durch dichtes Gestrüpp. Eine mehrfache Löwenspur führte schon eine Weile in unserer Richtung den Weg entlang. Ich hatte sie längst bemerkt, als mich Mwezi am Arm be- rührte und mit unsicherer Stimme sagte: „Dana, eine Löwin mit drei oder vier Jungen geht vor uns her, ganz nahe, die Spuren sind frisch!". Ich nickte, flüchtig streifte mich der Gedanke, daß Co Winnen mit Jungen für besonders angriffslufttg gellen, aber meine Aufmerksamkeit war durch ein Rudel Hartebeeste in Anspruch genommen, das sich, auf einer Lichtung langsam äsend, der Straße näherte. Vielleicht war eine Aufnahme zu machen. Rasch, aber leise ging ich weiter. Mwezi murmelte etwas und zögerte ein bißchen, aber dann folgte er mir nach. In der Nähe eines Mimosengestrüpps, das sich halb über die Straße schob, nahm ich den Feldstecher vor die Augen und beobachtete langsam gehend das Rudel. Die Tiere kamen näher, ich setzte das Glos ab, wollte ge- rade um das Gebüsch biegen— da fuhr ich zusammen, blieb mit starren Augen und wie versteinert stehen. Etwa fünf Meter vor mir stand eine Löwin mitten auf der Straße. Mit vorgestrecktem Kopfe stand sie regungslos im Sonnenschein, sie schien die Hartebeeste zu beobachten. Im dürren Gras und Laub zur Seite raschelle und mauzte etwas, dann kamen zwei gelbe Knäuel herausgckugelt und rollten in wildem Geraufe im Staub herum. Noch ein drittes Junges tauchte auf, es kroch der Alten zwischen die Beine, schien saugen zu wollen. Ich war keiner Bewegung fähig, wagte kaum zu atmen, das leiseste Geräusch hätte die Aufmerksamkeit des Raubtieres auf mich gezogen. � Was tun— was tun! hämmerte es mir im Kopfe. Eine peinvolle Minute versttich, vielleicht waren es auch nur Sekunden. Da knisterten Halme hinter mir. Mwezl kam heran. Ich hob die Hand, Miß nicht, ob zur Abwehr oder in dem gemeinen Gedanken, daß die auf zwei Menschen gelenkte Auf- merksamkeit des Tieres auch nur die Hälste der Gefahr für den einzelnen bedeutete. Ahnungslos trat er neben mich— ein kurz hervorgestoßenes„Lo!". und wie ein Blitz war er herum und fort. Gerade wendete die Löwin den Kopf, sie hatte das Sin- gen der näherkommenden Safari gehört, diesen Moment be- nutzte ich und lief, wie ich noch nie gelaufen war. Lief so. daß ich den leichtfüßigen Neger einholte. Und d«r stieß ein fürchterliches Gebrüll aus und verdoppelte sofort seine Ge- schwindigkeit. Mir wurde klar, daß er bei meinen mächtigen Sätzen glaubte, die Löwin wäre hinter ihm her! Ich schoß vom Wege ab auf einen Baum zu, sah noch, wie die Träger beim Anblick unseres Galopps blitzschnell und prompt wie gestern die Lasten wegwarfen, auseinanderspritzten und mit verblüffender Geschwindigkeit in Dickichten und auf Bäumen verschwanden, und verschwand im nächsten Augenblick selbst, unerreichbar für alle Löwen der Welt, in der Krone einer himmelhohen Tamarinde. Kaum oben, konnte ich mir nicht helfen, und brach ob des Anblickes, den soeben ich selbst, mein armer Mwezi und die anderen Mohren geboten hatten, in ein so schallendes Gelächter aus, daß ich beinahe wieder heruntergefallen wäre. Als nach zehn Minuten in der Nähe jenes Mimosengestrüpps noch immer nichts verdächtig Gelbes sichtbar wurde, stieg ich her- unter ynd ging in weitem Bogen und wohlweislich nie allzu- weit oön Bäumen entfernt dahin zurück. Mutter und Kinder waren verschwunden, die Hartebeeste allerdings auch und damit die Hoffnung auf ein schönes Tierbild. Erst auf mein lautes Rufen fammetten sich die Mohren wieder, der alte Wasserträger kam stracks auf mich zu; er stellte das Gefäß ab, zeigte auf feine Fülle, streckte die Hand aus und sagte schlicht„Rupie!?" Diesmal gab's nur fünfzig Cent. In der Menge wird's billiger.— Die erste Hälfte der folgenden Nacht verbrachten wir unter dem üblichen Heulen des Hungsrchores' ringsum wieder in einer Boma, die zweite aber auf Bäumen. Gegen Mitternacht hatte mich aufgellendes Geschrei und ein merkwürdiger Lichtschein geweckt und der Anblick von ringsum prasselnden Flammen zu schleunigem Bergen meiner Habe und meiner Haut genötigt. Der übermüdete Mann bei der Feuerwach« war eingeschlafen, und die Lagerfeuer hatten die Dornenmauer ergriffen. Obdachlos und betrübt standen wir in der dunklen Steppe, und die Chöre erklangen so unbe- haglich laut und hungrig durch die Nacht, daß wir still und leise jeder auf einen Baum stiegen und hier frostschauernd und mit bocksteifen Gliedern den Morgen erwarteten. Es war die letzte Prüfung auf dieser Angstsafari. Gegen Abend des anderen Tages erreichten wir Taveta. Hier gab's Wasser und einen mit zehn Askari einsam hau- senden englischen Unttrkommissar, der mich liebenswürdig und gastfrei aufnahm. Beim Abendbrot erzählte ich ihm meine Abenteuer, in denen ich wegen meiner Wafsenlosigkeit immer eine so passive Rdlle gespielt hatte. „Well", sagte er lächelnd,„ein bißchen riskant ist es aller- dmgs ohne Gewehr. Aber wenn Sie eins gehabt hätten, wären Sie wahrscheinlich in andere Schwierigkeiten gekommen. Nämlich wegen unserer famosen Iagdschutzgesetze. Hören Sie mal zu, wie es mir selbst damit ergangen ist." Und nun erzählte er mir in einer unnachahmlich trockenen humorvollen Weise, wie er hatte«in Nashorn schießen müssen, das ihn angegriffen hatte, wie er pflichtgemäß Meldung an seine vorgesetzte Behörde gemacht und die ihm darauf einen merkwürdigen Utas zugeschickt hatte. Darin stand zu lesen. daß ihm für diesmal die Sache nachgesehen würde, aber die Regierung hoffe, daß so etwas nicht wieder vorkäme. „Erst war ich natürlich über diese blödsinnige Bureau- kratenbande wütend wie ein alter Büffelbulle, aber dann habe ich furchtbar gelacht und auf die Rückseite des Wisches ge- schrieben, daß das ganz von den Nashörnern abhinge. Wenn die versprächen, mich nicht wieder anzugreifen, wollte ich sie auch gern in Frieden lassen. Ich bäte also eine hochwohlweije Regierung, sich in dieser Angelegenheit an die Nashörner zu wenden." „Ja, und dorm?" fragte ich lachend. „Well, ich habe nie wieder etwas von der Sache gehört!" Als wir am anderen Morgen aufbrachen, schimmerte der Schneedom des Kilimandjaro, im ungeheuren tiefen Himmels- blau verloren, als Richtweiser vor uns. Am Nachmittag über- schritten wir die Grenz« von Deutsch-Ostafrika und waren spö! abends in Moschi. Hier zahlte ich meinen Tragern den Lohn und das versprochene Backschischi mkuba aus. Es schien ihre Erwartungen zu befriedigen: mit freundlichst lachenden Ge- sichtern sagten mir die braven Kerle Lebewohl. Dann machten sie sich auf ihren langen gefahrvollen Rückweg. um den„ Heiligen Hieronymus". Die Gutachten des Herrn von Bode. roßes Aufsehen erregte seinerzeit der Streit um eine Schen Vor einem Schwindler warnt die Direktion der städtischen Wasserwerke. Er tritt unter dem Namen Lidke auf und hat durch Borlegung gefälschter Ausweise und Rechnungen der städtischen Arbeitersport. Schwimmer. 11-12 Uhr: Wanderer am Wilhelmsplay und Rathaus fowie Rorsofahrt der Radfahrer. Sophie- Charlotte- Play. Umkleideraum dazu Turnhalle, Rönigin- ElisabethWasserwerke verschiedene Hausbesitzer um namhafte Beträge geschä- Reichs- Arbeiter- Sport- Tag( RAST.) am 3. Juni 1923 g an das Kaiser- Friedrich- Museum, da das Geschent nachträglich digt. Es ist trok öffentlicher Befanntmachung bisher nicht gelungen, Festschrift und Programm zum Reichs- Arbeitersporttag am 3. Juni liegt leber zurückverlangt wurde und man fah dem Ausgang des anges des Schwindlers habhaft zu werden. Dieser treibt schon monate bereits vor und ist die Anschaffung allen Arbeitersport- und Jugendfreunden rengten Zivilprozesses in Künstlerfreisen mit Spannung entgegen. I ang sein Unwesen. Neuerdings ist ihm wieder eine arme Ver- bringend empfohlen. Gen. Friedr. Bildung wendet sich darin in einem zu Herzen Der Kaufmann Lion in Berlin besaß ein kleines Bild, das den walterfrau in der Oppelner Straße zum Opfer gefallen, die sich gehenden Beitrag Arbeitersport ist Freiheitsdienst" besonders „ Heiligen Hieronymus" darstellt und mit Pietro durch sein sicheres Auftreten täuschen ließ und ihm Geld für eine Biele des Arbeitersports und fast alle Sportorganisationen zusammen. Da an die älteren Genossen. Weiterhin gibt die Festschrift Aufklärung über die Burgas gezeichnet war. Das Bild wird als ein echtes Gemälde Rechnung im Betrage von 70000 m. aushändigte, ohne Legiti- die Schrift mit einer großen Anzahl prächtiger Bilder versehen ist und ihr des unter dem Namen Pietro della Franzesco bekannten Malers mation und Rechnungsausstellung genügend zu prüfen. Erwerb( 600 M.) gleichzeitig zur Teilnahme an allen barin aufgeführten Berangesprochen. Der Besizer wollte es verkaufen und ging zum anftaltungen berechtigt, so kann die Anschaffung nur dringend empfohlen werden. Kaiser- Friedrich- Museum, um es durch Geheimrat v. Bo de begut- An Sonntagen teine direkten Züge nach Spindlersfeld. Infolge 7. Bezirk Charlottenburg. Zum RAGT finden in Charlottenburg folgende achten zu lassen. Dieser erklärte, daß dieses Bild eine Nach- ſtarter Steigerung des Verkehrs nach den Siedelungen und Ausflugs- Beranstaltungen statt: 9-10 hr: Borführungen der Kinderabteilung Freie Friedrich- Kari, ahmung sei und höchstens für Studienzwecke einen Wert habe. orben ist es vom 1. Juni d. 3.( Fahrplanwechsel) ab nicht mehr mög- Turnerschaft am Wilhelmsplay, Goslarer, Gustav- AdolfDarauf entschloß sich Lion, das Kunstwerk dem Museum zu schenken. lich, an Sonntagen direkte Züge von der Stadtbahn nach Spindlers- Karl- August- Plag usw. 10-11 Uhr: Schwimmen an der Schloßbrüde, Freie Zu seiner größten Ueberraschung las er aber nach einiger Zeit in der feld zu fahren. Die verhältnismäßig geringe Zahl von Reisenden Stafettenläufe der Kinder von der FTC. Start und Ziel Opernhaus. 12 bis Preffe, daß Geheimrat Bode dem Kunstschriftsteller Donath erklärt nach Oberspree und Spindlersfeld muß deshalb an Sonntagen auf üht: Schauringkämpfe von Sportklub„ Libertas“ und„ Roter Stern" am habe, ein Mäzen namens Lion habe dem Kaiser- Friedrich- Museum das Umsteigen in Niederschöneweide verwiesen werden, von wo ein Friedrich- Karl- und Karl- Auguſt- Blak. einen echten Pietro della Francesco zum Geschenk stündlicher Bendelbetrieb im Anschluß an die von und nach der Suht: Stafettenläufe der Männer, Frauen und Jugend, Start und Ziel gemacht. Nunmehr focht Lion feine Schenkung wegen Irrtums an. Stadtbahn( Südring) fahrenden Züge besteht: ab Niederschöne Schule, Dandelmannstraße. Sieran anschließend Antreten zum Feftzug nach Das Museum stüßte fich jetzt cuf ein neues Gutachten von Geheimrat weide 50, an Niederschöneweide 20 Minuten nach der vollen Stunde. dem 300 am Luifenplay. Blafate und Vereinsschilder sind mitzubringen. 16. Bezirk( Röpenid). Als Auftakt zum RAST. finden bereits Gonnabend, Bode, das besagte, daß das Bild doch unecht sei und gab es nicht Jur Junimiete. In der Notiz in der gestrigen Morgenausgabe den 2. Juni, abends 6 Uhr, 2 Fußballmettfpiele tatt. In Köpenic auf dem Askania- Plaz stehen sich Astania- Röpenid und A. T. V. Adlershof heraus. Die Folge war eine Klage Lions wegen Zurückgabe des muß es heißen, daß für Juni eine 55% fache( nicht 55fache) Grund- gegenüber und in Friedrichshagen werden Merkur 06, Grünau und Turn- und geschenkten Bildes. Die Klage richtete sich gegen die General miete zu zahlen ist. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der Sportverein Friedrichshagen ihr Bestes zeigen. Sonntag, den 3. Juni, 21 Uhr verwaltung der Berliner Museen. In dem Prozeß einfachen Grundmiete( Kapitalzins) und aus den festen Zwed- nachmittags, fammeln sich alle Vereine in Köpenick auf dem Wilhelmsplay. Fahnen, Standarten usw. find mitzubringen. Demonstrationszug wurde Geheimrat v. Bode als Zeuge und Sachverständiger ver- zuschlägen, welche für Juni insgesamt 5425 Proz. betragen. nach dem Eiche- Sportplag am Elektrizitätswert. Um 2 Uhr beginnt dort das nommen und beftritt, daß er dem Schenker Lion eine Eröffnung große fportliche Programm in Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Ringen, gemacht habe, daß das Bild unecht sei und feinen Wert habe. Er Das Freibad Wannsee, das bisher geschlossen war, ist mit dem Radfahren usw. Um 4 Uhr nachmittags werden Massenfreibungen von Rindern, Jugendlichen, Männern und Frauen ausgeführt werden von allen Arhabe im Gegenteil Lion sofort gesagt, daß das Bild so wertvoll sei, beutigen Tage wieder eröffnet worden. beiter- Turnvereinen des 16. Bezirks. Stafetten der Rinder werden abwechseln daß das Museum es nicht erwerben könne. Lion habe darauf das mit Runstfahren der besten Fahrer. Den Abschluß wird ein Staffballspiel Werk dem Museum zum Geschent gemacht. Zum Schluß befundete fucher feffeln wird durch die Lebendigkeit und Schönheit des Spieles. Die Eiche" Röpenid- Turn- u. Sportverein Friedrichshagen bilden, das alle BeGeheimrat v. Bode, daß er das Bild heute für zweifellos echt Arbeiterschaft des 16. Bezirks bittet die Sportler aller Sportarten, aut 2. und halte, wenn es auch aus einer Frühzeit tes Meisters stamme. 3. Juni, am Berbetage der Arbeiterfportler, bie nod, bie Justizrat Dr. Rosenberger bezeichnete die Aussage v. Bodes bürgerlichen Bereine füllenden Arbeiter aufzurütteln und ihnen zu sagen, daß der Plag eines Arbeitersportlers nicht in bürgerlichen Vereinen fein fann. als eine psychologische Unmöglichkeit, denn Lion fei Berbt fleißig für den Arbeitersport. ja in das Museum gekommen, nicht um das Bild zu verschenten, Arbeiter- Sport- und Kultur- Kartell, 19. Bezirk( Bankow und Umgegend). sondern um es für einen Verkauf begutachten zu lassen. Wenn also Genoffinnen 1 Uhr nachmittags in Sportkleidung Bankow, Berliner, Ede, Geheimrat v. Bode schen bei dieser Unterredung auf den hohen Wert Delegiertenfigung am Montag, den 4. Juni, im des Gemäldes hingewiesen hätte, so sei der plögliche Entschluß Lions, Freien Sportheim", Bankow, Floraftr. 15; dafelbft lehte Abrechnung vom das Bild dem Museum zum Geschenk zu machen, gänzlich under RAST. und Ausgabe von Material zum Kartellsportfest des Bezirks am 10. Juni auf dem Pichelswerder Sportplag in Bankow. Jeder Verein muß ständlich. Der Kläger habe feineswegs sein Bild verschenken wollen, erscheinen. und deshalb sei er berechtigt, das Bild, dessen jezigen Wert er auf 1000 englische Pfund schäze, zurückzufordern. Das Landgericht ist diesen Ausführungen gefolgt und hat den Fiskuz zur Rückgabe des Bildes an Lion verurteilt. Eine kommunistische„ Heldentat". Milchverbilligung im Bezirk Treptow. Infolge erhöhter Ueberweisung von Reichs- und Staatsmitteln ist das Bezirksamt Treptow in der Lage, noch einer größeren Anzahl Kinder bis zu sechs Jahren, die schwächlich, unterernährt oder blutarm sind, auf die Dauer von vier bis acht Wochen eine Verbilligung der Milch auf die Hälfte des Brei es zu gewähren. Mütter solcher Kinder können zu diesem Zwecke in einer der Säuglingsfürsorgesteller: des Bezirksamts Treptow umgehend vorstellig werden. Die Säuglingsfürsorgestellen befinden sich in Treptow, Neue Krugallee 5, Niederschöneweide, Grünauer Str. 1, Adlershof, Sanitätsbarade, Hackenbergstraße und Altglienice, Wilhelmstraße 1. Arbeitsinvalidén! Kriegsopfer! Große Proteftfundgebung. Gegen die Novelle zum Reichsversorgungsgefeß! Gegen die unzu reichende Rentenversorgung der Arbeitsinvaliden! Gegen Brotperteuerung und Wucher! Am Sonntag, den 3. Juni tieses Jahres, vormittags im Schweizer- Garten, Am Friedrichshain 29. Treffpunkte: Neukölln, Briz, Süden, Südosten Südliche Vororte 29 Uhr Aus Köpenick wird von einem Parteigenossen folgendes mit. 9 Uhr Abmarsch vom Kottbufer Tor. geteilt: Wie man die Einheitsfront darstellt, wurde von den Kom- Abmarsch vom Görlitzer Bahnhof. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Often Uhr Abimunisien in recht drastischer Weise bei uns demonstriert. Am Diens. 9 Uhr Abmarsdy vom Baltenplay. Weißensee, Nordosten tag referierte Genosse Künstler in einer eindrucksvollen öffent- marsch Elbinger Ede Greifswalder Straße. Nördliche Bororte, Norlichen Versammlung über das Thema„ Faschinismus, kom den, Wedding 29 Uhr Abmarsch vem Stettiner Bahnhof. Nordmunismus oder Sozialismus". Den überaus würdigen weften, Moabit 9 Uhr Abmarich vom Kleinen Tiergarten. Char Berlauf der Veranstaltung versuchten eine Anzahl Kommunisten lottenburg, Schöneberg, Siemensstadt. Westen% 9 Uhr Abmarsch vom in der bekannten rüpelhaften Weise zu stören. Da unsere Ermah- Nollendorfplak. Tempelhof, Mariendorf. Südwesten 29 Uhr Ab. nungen fruchtlos waren, wurden die Ruheftörer von unseren Ge- marsch vom Blücherplay. Beranstalter find Reichsbund der Kriegsnoffen an die Luft gefeßt. Da sich die Herrschaften in der beschädigten. Internationaler Bund der Kriegsopfer, Reichsverband Versammlung keine Lorbeeren pflücken fonnten, überfielen sie den Deutscher Kriegsbeschädigter und Hinterbliebener, Bund erblindeter Sohn unseres Genosin Eisner, als er aus seinem Betrieb von Krieger, Zentralverband der Invaliden und Witwen Deutschlands. Gebr. Krüger in Köpenick heimfahren wollte. Er wurde in un menschlicher Weise zugerichtet. Die Ehefrau des Redakteurs der Roten Fahne" Frau Rebe aus Köpenid leitete den gut vorbereiteten Ueberfall von vier stämmigen Kommunisten auf den schwächlichen 21jährigen Franz Eisner. Da Frau Rebe, als der junge Eisner auf die Straße fam, zu dem Ueberfallkommando rief:„ Das ist der Eisner, nun gebt es ihm tüchtig," ist anzunehmen, daß man zu dieser Tat von außer= halb Kräfte herangezogen hatte. Auch die Drohung der Frau Rebe, daß jetzt noch andere namhaft gemachte Genossen an die Reihe kommen, ist durch Zeugen bestätigt worden. Die strafrechtliche Berfolgung dieser Angelegenheit wird Klarheit bringen und damit diesen Prügelhelden auch ihre wohlverdiente Strafe. Der Zustand des schwerverletzten Eisner, der in unserer Jugendbe wegung tätig war, ist nach Ansicht der Aerzte besorgniserregend. Die Verlegungen mit den Abfäßen auf den Leib find schwer. Durch die großen Schwellungen läßt sich noch nicht fest stellen, ob auch innere Organe verlegt find. Eisner ist jedenfalls längere Zeit ans Krantenlager gefesselt. Der liebe Nachbar. Für den Bund der körperlich Behinderten( Otto- Perl- Bund) findet in Berlin am 2. und 3. Juni eine Geldeinsammlung auf den Straßen statt. Sprachschule für Broletarier. In den nächsten Tagen beginnen neue Anfängerkurse in Englisch und Französisch. Anmeldungen am Freitag, den 1. Juni, und Sonnabend, den 2. Juni, von 5 bis 7, Uhr abends in der 92. Gemeindeschule, Winterfeldtstr. 16( Nähe Bülowstraße und Nollendorfplatz.) Rum RUGT. am Sonntag, den 3. Juni, ist Abmarsch der Sportgenossen und Mühlenstraße. An Schöneberg treffen sich aur Teilnahme am RAGT. um 2 Uhr auf dem Dominicusplak die Vereine Richterfelde, Santwis, Steglis, Schmargendorf, Friedenau, Wilmersdorf, Salenfee und Schöneberg. Programm: Stafettenläufe, Turnen und Spiele. Pünkt liches und zahlreiches Erscheinen nötig. Um 5 Uhr Abmarsch nach dem 800. Arbeiter Radfahrer- Bund ,, Solidarität", Berlin. Zum NAGT. am 3. Junt. Start der 1., 2., 3., 4. Abt. und Neukölln 1 Uhr, Gammelstart 14 Uhr Schles. Tor nach Treptow. Für Friedrichshain tommt die 5., 6., 10., 12. Abt. und Jugend in Betracht. Der Start ift 1 Uhr an den bekannten Stellen, Gammel Start 14 Uhr Weberwiese. Für Humboldthain tommt die 7., 9., 11. Abt. und Bankow in Betracht. Start 1 Uhr, Sammelstart 1% Uhr Nettelbedplay. Für Tiergarten tommt die 8. Abt. in Betracht. Der Start zur Werbefahrt ist vormittags 9 Uhr, Gammelstart 1 Uhr kleiner Tiergarten. Für Schöneberg Tommen die Ortsgruppen Schöneberg, Wilmersdorf, Mariendorf, Lichterfelde, Steglis, Behlendorf in Betracht. Der Gammelstart ist 14 Uhr Raisereiche in Friedenau. Ortsgruppe Charlottenburg: Der Start zur Werbefahrt ist vormittags 9 Uhr Galvanifit. 13, nachmittags 2 Uhr Sophie- Charlotte- Blas. As bedeckung, für Bundesgenossen weißes Semb ohne Kopfbedeckung in Betracht. Aleidung fommt möglichst für Bundesgenoffinnen weiße Bluse ohne Kopf Das Ausschmüden der Räder muß gänzlich unterbleiben. Rege Beteiligung Achtung, Ferienfahrer! Die Ferienwandererholungsfahrt aller ift Pflicht. gemeldet sein bei Genoffen Hantel. Die Jtalienische Nacht am Todnigsee findet vom 7.- 15. Juli nach der Dubrow flatt. Teilnehmer müffen bis 15. Junt filr das gefamte Groß- Berlin findet am 30. Juni ftatt, anschließend( 1. Juli). Baldfeft. Der Start ift Connabend abend 6 Uhr, Sonntag früh 5 Uhr. Bahnfahrer bis Rönigswufterhausen, au Fuß durch Reefen bis Rörbistrug. Freie Turnerschaft Renkölln- Brig. 8um RAST., Gonntag, den 3. Juni, nachmittags pünktlich 1 Uhr. Ahmarsch der gesamten Vereine vom Hohenzollernplak noch Treptow. Alle Mitglieder erscheinen in Sportkleidung. Bon Treptow 4 Uhr Abmarsch zur gemeinsamen Demonstration. Die Neuköllner Bartellvereine schließen fich dem Zuge an. Freie Turnerschaft Neukölln- Brig. Montag, 4. Juni, abends 7 Uhr. Turnratsfikung auf dem Turnplag. Freier Ruber- Bund. Laut Bundesbeschluß beteiligen fich alle Bereine am Sonntag, den 3. Juni, an her Propagandafahrt nach der Stadt. Treffpunkt 11 Uhr an der Treptower Brüde. Die Schleuse ift geöffnet von 12-3 Uhr. Ordnung. Jubiläum. Der Invalide Wilhelm Blom und seine Ehefrau, wohnhaft endepunkt im Sumboldthafen. Sin- und Rüdfahrt erfolgt in geschloffener Gleimstr. 53, begehen am 2. Juni das Fest der goldenen Hochzeit. Schwere Unwetterkatastrophen. Ein heftiges Gewitter brachte wolfenbruchartigen Regen, der teilweise mit Hagel vermischt war, über das gesamte Gebiet des Fulda, Geis- und Haunebedens. Ungeheure Wassermengen ergossen sich in die Täler der Eitra, Fulda, Geis, haune, Golz und riffen alles mit sich fort, was nicht widerstandsfähig genug war. Die Fulda stieg vorübergehend um über 2 Meter. Felder und Wiesen wurden unter Wasser gefeht und verschlammt. In Erdmannrode wurden die Felder vielfach überspült. Das Bieh mußte zeitweise wegen der Gefahr des Ertrinkens aus den Ställen geholt werden. In Eitra und in Hilmes, wie überhaupt im 2an de der Amt haben die Felder außerordentlich gelitten. Die tiefer gelegenen Stellen in den Tälern stehen unter Wasser. Der Bahndamm der Kreisbahn ist stellenweise unterspült, so daß die Bleife freiliegen. Groß- Berliner Parteinachrichten. BSPD.- Konsumgenossenschaftsfraktion. Gonntag, den 3. Juni, vormittags 9 Uhr, wichtige Fraktionssigung der BSPD.- Konsum genossenschafts- Generalversammlungsvertreter im Rlubhaus, Ohmstr. 2 ( Bahnhof Jannowigbrüde). Bollzähliges Erscheinen erbeten. Sport- Berein Moabit. Bur Demonftration zum RAGT. treffen fich allé Mitglieder am Sonntag, den 3. Juni, vorm tons 8 Uhr. bet Pilz, Rostocker Strake 27 Sportkleidung mitbringen. Eef einen, aller Mitalieber ift Pflicht, Der Berein pflegt Leichtathletit, Soden, Fußball. Männer-, Frauen-, Jugend- und Schülerabteilung. Training ieben Dienstag von 5 Uhr, Donnerstag von 6 Uhr an auf dem Sportplak Sippodrom am Bhf. Roo: Schülerabt. jeden Mittwoch und Freitag von 6-8 Uhr Turnhalle Rostocker Str. 32. Freie Swimmer Reukölln. Zum NAST., 3. Juni. Aus technischen Gründen mußte eine Umlegung der Strede Quer durch Neuöln vorge nommen werden und findet das Simen to fit vormittags Lohmühlenbrüde; Ziel Kaiser- Friedrich- Brüde. R. G. E. ,, Rüftig.Borwärts 1913", Reutölln. Gizung jeden Freitag, 84 Uhr, Bervollständigung unserer 1. Männer- fowie untere Mannschaften suchen wir bei Otto Rorn, Neukölln, Serkbergstr. 22, nahe Kaiser- Friedrich- Straße. Zur noch tilchtige, erfahrene Sportsgenoffen; auch ältere Sportgenossen finden in den Gigingen Aufnahme. Wir inchen für den 10. und 17. Juni Spiele auf unserem Blak. Zuſchriften an Wilin Rier, Neukölln, Johann- Suß- Str. 5. aherds 8 Uhr, Gruppenfigung in Schöneberg, Dominicusplay. Tagesordnung: Bezirksfeft Der Broragande- Ringlemof des Arbeiter- Athleten- Bundes am Freitag abend 7 Uhr findet bei Mischling, Manteuffelstr. 95, statt. Arbeiter.Turnerbund, Nordnenpne bes 4. Bezirks. Gonnabend, den 2. Junt, Sport. Rennen zu Hoppegarten am Donnerstag, den 31. mai. 1. Rennen. 1. Staffellanf( Strüger), 2. Dida( Hellmann), 3. Adolphus ( Franate). Toto: 15: 10, Blag: 11, 12, 19: 10. Ferner liefen: Lehnsgraf, Anarchist II, Eisvogel, Buran. Eine rohe Mißhandlung, begangen an einem achtjährigen Knaben und schwere Beleidigung der zur Hilfe eilenden Mutter trugen dem Trödler Wolf Prubilski aus der Gipsstraße 11 eine empfindliche Strafe ein. Anfang Januar spielte der etwa 8jährige Sohn des Glafers Goldberg mit dem gleichaltrigen Sohn Brubilstis auf der Straße, wobei die beiden Jungen in Streit gerieten und sich herumbalgten. Der Angeklagte tam seinem Sohn zu Hilfe, pacte den kleinen Goldberg, stieß ihn zu Boden und trat ihm mit den Füßen auf dem Leib herum, wodurch er ihm eine Reihe von schweren Verlegungen beibrachte. Der Vorfall hatte eine große Menschenmenge. herbeigelockt, die ihrer Empörung laut Ausdrud gaben. Darauf zog Prubilsfi, der in der ganzen Gegend als ein gewalttätiger Mensch galt, seinen Revolver und drohte damit. Als die Mutter des mißhandelten Knaben ihn den Händen des Wüterichs entreißen wollte, stieß er sie beiseite und be- 7. Areis Charlottenburg. Sonnabend, den 2. Juni, 7 Uhr, erweiterte Fraterner liefen: Nicotin, Heldin, Taurus, Lämmergeier, Sonnenschein, schimpfte sie in drastischer Weise. Rechtsanwalt Dr. Fe blowicz, tionsfigung im Rathaus, Gigungszimmer 1. der den Strafantrag des mißhandelten Knaben vertrat, hielt an gesichts der bewiesenen Roheit eine empfindliche Strafe für angebracht. Das Schöffengericht Berlin- Mitte erkannte auf fünf Wochen Gefängnis, billigte dem Angeklagten aber Strafaus. legung zu, unter der Voraussehung, daß er sich drei Jahre nichts zuschulden kommen lasse und daß er ferner die Kosten der ärztlichen Behandlung des Kindes trage und 150 000 mart Buße an die Staatstaffe zu zahlen habe. ,, Rafffe" eine Beleidigung. 9. Kreis Wilmersdorf. Sonnabend, den 2. Juni, pünktlich 7½ Uhr, Kreis. funktionärtonferenz im Bittoriagarten, Wilhelmsaue. Vortrag des Genossen Rrille über Die politische Lage und die Aufgaben der Partei". Erscheinen Pflicht. Auch Nichtfunktionäre haben Rutritt. Generalversammlung des Bereins Sozialistische Arbeiter- Jugend am Sonntag, den 3. Juni, vormittags 9 Uhr, in der Aula der Schule Steinstraße. Alle erwachsenen Mitarbeiter werden gebeten, zu erscheinen. Die Mandate find den Parteigenoffen zugegangen und müssen vom Abteilungssvorsitzen ben geftempelt und unterschrieben werden. Rreis Richtenberg. Jede Abteilung stellt 30 Ordner zur öffentlichen Berfammlung am Dienstag. Dieselben müssen pünktlich 6½ Uhr im Berfammlungslokal anwesend sein. 17. 1. Rreis Mitte. Dienstag, den 5. Juni, abends 8 Uhr, im Saalbau Friedrichshain und Mittwoch, den 6. Juni, abends 8 Uhr, im Ariegervereinshaus, ftädtische Volkskonzerte. Rarten à 1000 m. find beim Genossen Wollstein, Liegmannstr. 5, und Horfd), Gewerkschaftshaus, zu haben. Heute Freitag, den 1. Juni: 2. Rennen. 1. Chrysolith( Olejnin), 1. Berlicus( Rofina). 3. Sant! Thomas( H. Schmidt). Toto: 17:10, Blag: 21. Toto: 129: 10, Blab 40. Barbarossa. 3. Rennen. 1. Dorian( Tarras), 2. Liftor( D. Schmidt), 3. Rotdorn Kerner lief: Tuan Fang. ( Dlejni!). Toto: 56: 10. Blab: 21, 15: 10. 4. Rennett. 1. Jichida( Torfe). 2. Abgott( S. Schmidt), 3. Hampel. mann( Sasper). Toto: 58: 10, Blak: 13, 13, 14: 10. Ferner liefen: Aberglaube, Floree, Farnefina, Gordanaval. 5. Rennen. 1. Dunit( D. Schmidt), 2. Bestalin( H. Schmidt), 3 Filipov( Dlejnin). Toto: 61:10, Blab: 18, 15, 32: 10. Ferner liefen: Halloh, Berifles, Billana, Claudius, Ordensritter, Herbſtſturm. 6. Renne it. 1. Granate( Suguenin), 2. Crescendo( Braun), 3. Rachimin( Ebert). Toto: 39: 10, Blab: 17, 19, 20:10. Ferner liefen: Balan, Paris, Ellen, Liane II, Fabiola, Magister, Lapis Electrig, Pino, Dabome, Ofterlied, Eidmete. 7. Rennett. 1. Sabo( Rastenberger), 1. Einenbof( Grabsch), 3. Gigerl( Cataruzza). Toto: 13: 10, Blap: 19:10. Toto: 145: 10, Plaz: 65: 10. Ferner liefen: Inser, Douschka, Henriette. Regen verschoben werden mußte, wird nunmehr nicht Das Goldene Nad in Treptow, welches bereits zweimal infolge wie bereits be. fannt gemacht wurde am Mittwoch, den 6. Juni 1923, sondern am Donnerstag, den 7. Jnni 1923, 7 Uhr abends, als Banter, Letvanom und Sawall Abendrennen in Treptow ausgefahren. starten bestimmt. Namentlich auf den Kampf Bauer- Lewanow ist die ganze Radsportgemeinde gespannt. Einen merkwürdigen und unerwarteten Berlauf nahm eine Berhandlung vor der 6. Straffammer des Landgerichts II. Ein Bigarrenhändler R. war des Betruges angeklagt, wurde aber freigesprochen. In seiner Erregung und Wut hatte er fich dazu hin- 25. Abt. Die übliche Sigung der Bezirksführer fällt für Juni aus. Dafür reißen lassen, dem Belastungszeugen im Gerichtssaal zuzurufen: 136. abt. Reinidendorf- Oft. 7½ Uhr im Jugendheim Geebad, Residenzftr. 49, erscheinen alle Funktionäre heute in der Pfefferberg Brauerei. „ Sie Raffte!" Das Gericht erblickte hierin eine Ungebühr wichtige Funktionärfiguna. Jeder Bezirk muß vertreten sein. und verurteilte den Angeklagten zu 3000 m. Geldstrafe. Der Ver- Jungfozialisten. Gruppe Schöneberg: Der für Freitag angefekte Bortrag fällt urteilte nahm dieses Urteil feineswegs traoisch, denn er äußerte wegen der Parteiveranstaltungen aus. Gonnabend, den 2. Juni, 6 Uhr nachher, daß er gerne noch einen höheren Betrag gezahlt hätte für abends, Treffpunkt Bahnhof Schöneberg aur Fahrt in die Rauenschen Berge. die Befriedigung, feinen Feind im Berichtssaal Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation ,, Rafffe" genannt zu haben. Unfer langjähriges Mitglieb, ber Genoffe Sermann Gauls Vorträge, Vereine und Versammlungen. Sellerftr. 11, ift verstorben. Einäscherung Freitag nachmittag 4 Uhr im Arema30. bt. Genoffe Andreas Göffelein, Gtargarder Str. 76, ist verstorben. Einäscherung Freitag, 1. Juni, 12 Uhr mittags Gerichtstraße. torium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Von der Lokomotive erfakt. Als gestern ein Geschäftswagen durch die Berliner Straße in Tegel fuhr, fam plöglich aus dem Gelände der Gasanstalt ein Rangierzug heraus. Die Lokomotive er fakte den Geschäftswagen und zertrümmerte ihn vollständig. Das Pferd erlitt schwere Verlegungen, während der Kutscher August Dombrowski wie durch ein Bunter underlett bli b. Die Schuld trifft den Portier der Gasanftalt, der dem Mitgliederversammlungen am Freitag, den 1. Juni: Rut tein Warnungszeichen gegeben hatte. Brig: Jugendheim Chauffeeftr. 48. Charlottenburg: Jugendheim RosinenStraße Balensee: Jugendheim Gemeindeschule Joachim- Friedrich Billige Seefische. Am Seefischmarkt ist, wie das Ernährungs- Straße. Röpenic: Jugendheim Grünauer Straße 5. Lands Norb amt mitteilt, infolge größerer Aufubren ein Preisrüdgang eingeberger Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Olivaer Straße. treten so daß zurzeit Fisch im Verbältnis zum Fleisch sehr wohl often: Jugendheim Chriftburger Straße 14. Betersburger Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Eckertstr. 16. Schöne feil iſt. Es liegt im Interesse der Bevölkerung, diefe günstige Geberg II: Jugendheim Comenius- Schule, Frankenstr. 10. Reabit: Jugend heim Cemeindeschule Waldenserstr. 21. Portraa: Was ist Bildung?" legenheit auszunuzen. Renton 11: Jugendheim Rogatftr. 53. Diskussionsabend: Was will die Steglik II: Jugendheim Holsteinische Str. 3. Süben: Jugend Die Einäfcherungsgebühr wird nach einer Mitteilung des Aus- SAJ.?" heim Badeanstalt Bärwaldstraße. Röpenider Biertel: Jugendheim Gemeinde schusses für das Bart- und Bestattungswesen vom 4. Juni 1923 auf foule Manteuffelite. 7. Die Mitgliederversammlung findet heute abend nicht 100 000 m. erhöht werden, ftatt; bafite Sifecobucaben Distuffionsabend: Eden". Bund der Kriegsverlegten. Witwen und Baisen der tschechoslowakischen Republik, Ortsgruppe Grök- Berlin. Nächte Mitgliederversammlung Diens tag, den 5. Juni, 8 Uhr abends, in den Hohenstaufen- Sälen, Neukölln, Kottbufer Damm 76. Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht. Bersammlung ber Reichsvereinigung chem. Kriegsgefangener, Narben 2. 8 Uhr, Rafino- Sale, Pappelallee 15. Es sprechen Barsanti und Frhr. v. 2ersner. Geschäftliche Mitteilungen. Die Brenhische Rentralstabtschaft, Rörperschaft des öffentlichen Rechts, Tegt 1 Milliarde Mart 1eprozentige mündelsichere Pfandbriefe( Bentralstadtschafts. briefe) zur Zeichnung auf. Der Reichnungspreis beträgt 105 Bros. Für diefe 10prozentigen Pfandbriefe haften die erworbenen Hypotheken und die Provinzen Brandenburg, Ostpreußen und Pommern. Die Zulassung an den Börsen in Berlin, Königsberg und Stettin ift beantragt. Es wird auf die im Inferatenteil abgedruckte Zeichnungseinladung hingewiesen. Wetter bis Sonnabend mittag. Etwas fühler, zeitweise heifer, aber veränderlich mit leichten Regenfällen bei mäßigen nordöstlichen Winden. Gefährdung der Volksgesundheit] Bon Paul Franten, M. d. 2. Daß die Verbreitung der Tuberkulose im engsten Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen steht, ist eine Tatsache, die längst unbestritten ist. Die Statistit bestätigt immer wieder den Gerhardtschen Saz: Je niedriger das Einkommen, desto höher die Tuberkulosesterblichkeit." Dadurch, daß immer breitere Schichten der Bevölkerung gezwungen sind, in der Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse qualitativ und quantitativ Reduzierungen vorzunehmen, wird der Proletarierkrankheit der Boden zu einer Ausdehnung bereitet, die alles bisherige übersteigt. Das bringen die neuesten Zahlen der Tuberkulosestatistik deutlich zum Ausdruck. vidualwirtschaft gab dem Baumarkt zum großen Teil völlig über| Teuerung der Industriestoffe ist selbstverständlich auch für die Lebensflüssige Bauten, wie fururiöse Villen, Bars, Kinos, teils überflüffige mittelproduzenten Anlaß zur Breiserhöhung. Die Inderzahlen vom Bauten der Landwirtschaft und dergleichen in Auftrag und entzog 25. Mai sind heute bereits längst überholt. Nachdem die Beeinflussung damit dem produktiven Güterumlauf lebenswichtiges Kapital. Dar- des Warenmarktes durch die amtlichen Stellen auf der ganzen Linie aus wurde gezeigt, daß es nicht auf die Beschäftigung des Bau- versagt hat, bleibt der Arbeiterschaft fein anderes Mittel, als durch gewerbes allein antommt, sondern darauf, ob eine Million Bau- Forderung nach Lohnerhöhungen wenigstens einen arbeiter und die Arbeiter der baustofferzeugenden Industrie für die Teil der ihr entstandenen ungeheuren Verluste wettzumachen. Erhaltung und Mehrung volkswirtschaftlicher Güter arbeiten, ob sie den Lebensraum des deutschen Volkes oder den Lebensraum einiger 11 900fache 3ölle. Für die Zeit vom 6. Juni bis einschließlid) weniger unproduttiver tätiger Konjunkturgewinnler erweitern. Aus 12. Juni beträgt das Goldzollaufgeld 1 189 900 vom Hundert. Bis dieser Erkenntnis heraus zeigt sich, daß der Baumarkt kontrolliert jetzt beträgt es 991 900 vom Hundert. Die Einfuhrzölle sind damit werden muß, und zwar muß das Kapital durch einen gemein von 9920 auf das 11 900fache der Vorkriegszeit erhöht. wirtschaftlichen Filter rinnen" und zurückgehalten werden von allen privaten Verwendungszwecken, die Lurus und Ueberfluß erhöhen und die Volkskraft vermindern. Das Kapital müsse dem Baumarkt planmäßig zugeführt und auf den Verwendungszweck fontrolliert werden. Es habe der Steigerung der Produt Durch das Fortschreiten vorbeugender Maßnahmen war tion und der Leistungsfähigkeit der Betriebe zu es vor dem Kriege gelungen, die Tuberkulosesterblich- dienen. Das Kapital des Baumarktes muß durch den Ausfeit zu vermindern. Die Sterblichkeitsziffer nahm mit ganz geringen Schwankungen von Jahr zu Jahr ab. In Preußen starben 1890 auf je 10 000 Einwohner 28,35 an Tuberkulose, 1913 waren 13,65 Todesfälle auf 10 000 Einwohner zu verzeichnen. Seit 1913 ist aber ein erst langsameres, dann aber rapides Anwachsen der Tuberkulosesterblichkeit zu verzeichnen. Die Einwirtungen der durch den Krieg geschaffenen wirtschaftlichen Zustände machen sich in steigendem Maße geltend. Ueber die Zunahme der Tuberkuloseerkrankungen und Tuberkulosesterblichkeit wurden auf der Generalversammlung des Deutschen Zentralfomitees zur Bekämpfung der Tuberfulose am 12. Mai in Berlin neue Zahlen mitgeteilt, die ein sprunghaftes Aufsteigen dieser Volkskrankheit ausdrücken. In den deutschen Städten mit über 100 000 Einwohnern starben auf je 10 000 Einwohner an Tuberkulose im ersten Quartal 1921: 18,0, 1922: 18,2, 1923: 20,8. Besonderen Eindruck machen die Beobachtungen des Professors Czerni: In der Berliner Universitätsklinik ist bei Kindern bis zu 15 Jahren eine erschreckende Zunahme von Lungenblutungen, die sonst nicht häufig sind", festzustellen. Es werden Säuglinge in die Klinik gebracht, die durch Hunger derart geschwächt sind, daß fie nicht mehr gerettet werden können. Die deutsche Arbeiterschaft steht vor schweren und ernsten Kämpfen! Wollen wir fie erfolgreich führen, so müssen die noch Abseitsstehenden aufgerüttelt und für die Bereinigte Sozialdemokratie gewonnen werden. Dem Berliner Proletariat die Gefahr aufzuzeigen und es aufzurufen zum entschlossenen Widerftand gegen den geplanten Raub der Schwerinduftrie, dazu dienen am Dienstag, den 5. Juni, die Der Erfolg der wertbeständigen Preußenanleihen. Die Zeichnung der 5prozentigen Preußischen Staatsanleihen ist abgeschlossen. Es wurden gezeichnet: 490 260 700 Kilogramm Kali und 1 460 063 Da nur 100 Millionen Kilogramm Kali und Zentner Roggen. 400 000 3entner Roggen aufgelegt waren, ergibt sich bei der Kalianleihe eine fünffache und bei der Roggenanleihe eine 3½ fa che Ueberzeichnung. Starte Kreditanforderungen der Privatwirtschaft kennzeichnen den Wochenausweis der Reichsbank für die dritte Woche des Mai. Das Zentralnoteninftitut vermehrte nämlich seinen Bestand an disfontierten Handelswechseln um 256 Milliarden auf 3,55 Billi onen Mart. Der Borrat der Reichsbank an Schazanweisungen des Reiches wuchs in dieser Woche erheblich weniger, nämlich um 109 Milliarden auf 6,95 Billionen Mark an, und zwar deshalb, weil diese Schahzanweisungen im allgemeinen besseren Absatz fanden. Der Goldbestand der Reichsbank mußte erneut durch ein Devisendarlehen in England belastet werden; es wurden 6 Millionen Goldmart neu verpfändet. Der zur freien Verfügung der Reichsbank stehende Goldverrat ist damit auf 832 Millionen Goldmart ermäßigt. öffentlichen Versammlungen! tragen: 1 javaniſcher Den 83 316,25 Gelb, 33 583,75 Brief, bau der Wohnungsabgabe und durch Heranziehung der Goldwerte des Immobilienbesizes herangeschafft werden. Und zwar schlägt Genosse Wagner vor, den Immobilienbesiß, der sich von seinen Hypothekenschulden befreit hat, durch eine dem Goldwert entsprechende 70prozentige Hypothet zu belaften, die gebende Summe von 3% Milliarden Goldmark würde ausreichen. nach und nach mit 5 Prozent zu verzinsen ist. Die daraus sich er um die dritte Schlüsselindustrie volkswirtschaftlich nußbringend in Gang zu halten. In dem Geschäftsbericht des Zentralfomitees heißt es: ,, Unter dem steigenden wirtschaftlichen Druck, der zu einer Berelendung weiter Schichten unseres Volkes führt, und zwar gerade solcher, die früher nicht zu den Unbemittelten zählten und Neben dem Kapital sei der zweite Grundpfeiler der Bauwirtfremde Fürsorge nicht in Anspruch zu nehmen brauchten, verschaft die Arbeitskraft. Diese ist von der alten Bauwirtschaft schlechtert sich der Gesundheitszustand des ganzen Volkes, auch ebenso wie das Kapital geradezu vergeudet worden. Daneben der noch im Erwerbsleben Stehenden und ihrer Familien, habe die Arbeiterschaft mit dem Gespenst der Arbeitslosigkeit im Rücken zu feiner rationellen Ausnutzung ihrer Produktion tommen dauernd; die Notlage der Erwerbslosen und der infolge Krant- tönnen. Ferner sei der Rüdgang in der Qualität und Quantität heit oder Alter Erwerbsunfähigen aber nimmt eine geradezu der Arbeitsleistung darauf zurückzuführen, daß man der Arbeitskraft fatastrophale Entwicklung. Trotz aufopferndster Tätigkeit der das Mitbestimmungsrecht am Werfprozeß vorenthalten habe. Es in der Tuberkulosefürsorge tätigen Aerzte, Schwestern und son- sei mindestens ebenso wichtig, daß den 1 Million Bauarbeitern durch ftigen Hilfskräfte nimmt die Tuberkulose in er das Mitbestimmungsrecht die Arbeitsfreude gesteigert werde, als es fchredender Weise zu." bei den 150 000 Unternehmern durch ihre Tätigkeit im freien Spiel der Kräfte" möglich wäre. Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nachzu1 brasilian. Milreis 6982,50 Gelb, 7017,50 Brief, 100 österreichische Kronen( abgeft.) 97,75 Geld, 98,25 Brief, 1 tschechische Krone 2079,78 Gelb, 2090,22 Brief, 1 ungarische Serone 12,71 Gelb, 12,79 slawischer Dinar 798 Geld, 802 Brief, 1 Polenmart galt im freien Brief, 1 bulgarische Lewa 733,16 Geld, 736,84 Brief, 1 jugoVerkehr etwa 1,18 M. Filmschau. Frühlings Erwachen im Film. inter Frank Wedekind 3 Pubertätsdrama: Frühlings Erwachen" in nach dem Eindruc in die Sprache der Leinwand übersetzt. Mir scheint bei der Interessentenvorführung in der Alhambra", daß der Eifer der Witwe Wedekinds gegen diese Verfilmung nicht ganz fritisch wägende Pietät bedeutet. Denn hier bat der Autor Adolf any wahrhaftig nicht an dem Dichter, gefündigt. Das ävende Bort verstummt in der fleuschen und doch so ungeheuer eindringlichen Kraft der Bilder. Die triebhafte Erotik ist durch sichtbar gewordene lengliche Dinamentik erit ihrer Bitterkeit beraubt. Dem Dichter wurde in schönen Bildern nachgedichtet. Daß dabei alles vom Geifte Wedelinds verblieb, ist für alle Teile gut. Auch daß neben den Segitalmotiven die vielen anderen Dualen, die mit lehrdünfe! haftem. Sadismus die Jugend vergällen, zum Ausdruck kommen, scheint mir die Absicht Wedekinds nur noch unterstrichen zu haben. Alles in allem ein jeiner, mutiger, pietätboller, mahnender Film, vom Autor Lanz mit Ehrfurcht geschrieben, von den Regisseuren led und Sohn vornehm Auf dem Gebiete moderner Betriebstechnik muß der Baubetrieb dirigiert, bon landschaftlicher Frühlingswärme in der flaren Photographie wieder zum vollen Montagebetriebe fommen, wodurch eine ratio- überhaucht, von ersten Schauspielern, wie Olga Limburg, Raiser Tit hingebungsvoll gespielt. In den Kinderszenen wirken ganz nelle Produktion möglich ist. Der Vortragende erinnerte an das stein, von der ungeschminkt echten, eigenartigen Herta Barz und amerikanische Beispiel der Herstellung von genormten ganzen Wand- junge Kräfte von der Wiener staatlichen Schauspiel- Hochschule mit. teilen, vermittels deren ein Haus von fünf Arbeitern in einem Tage gute Wendla: Herta Miller; ein prächtig ehrlicher Melchior: J. Epp, Die wachsende Ausdehnung der Tuberkulose wird be- aufgestellt werden könnte. Der normalisierte Baustein großen ein ganzes, großes, reiches Talent der Moriz Stiefel des jungen günstigt durch das Zusammenbrechen der zur Bekämpfung Formats und alle anderen normalisierten Bauteile müssen in rationell R. A ich inger. Summa jummarum: ein Wert von Rang! geschaffenen Einrichtungen. Ueberall ist Gesundheitsfürsorge arbeitenden Großbetrieben im Laufe des ganzen Jahres hergestellt und Wohlfahrtspflege das Gebiet, auf dem abgebaut worden und während der Bauzeit nur montiert werden. Dadurch wird das ist und, troz größter Gefahren, weiter abgebaut wird. Heil- Baugewerbe von unsteter Saisonarbeit zu gleichmäßiger Produktion stätten sind geschlossen worden, bei anderen ist der Betrieb stark für das ganze Jahr kommen. Daneben muß die Typisierung fortschreiten. eingeschränkt worden, angefangene Neu- und Erweiterungsbauten sind eingestellt, Stadtärzte, Krankenhausärzte entlassen worden usw. Die Folgen müssen entsetzlich werden, wenn nicht bald wirksam eingegriffen wird. Auch schulärztliche Untersuchungen stellen allerorts ein Anwachsen der Tuberkulose fest. Ein kleiner Ausschnitt aus der Statistit: In Neukölln wurden Schulanfänger als tuberkulos befunden: 1914: 0,5 Proz. der Kinder, 1920: 1,2 Broz., 1921: 2,5 Proz, 1922: 3,2 Proz Die bürgerliche Presse Cine p- s. die gewaltigste Festung des Kapitalismus ding Der englische Schriftsteller Normann Angell- London be schäftigt sich in einer Schrift mit dem kapitalistischen Zeitungswesen, und er sagt den Arbeitern, daß es zu ihren wichtigsten Aufgaben gehört, sich von dem Einfluß dieser Presse zu befreien. So schreibt er unter anderem: „ Ohne Blutvergießen und Leiden läßt sich hier die gewaltigste Zum Schluß betonte der Redner, daß, von welcher Seite man die alte Bauwirtschaft auch immer betrachten möge, thre wirtschaft, liche, soziale, technische, organisatorische und fulturelle Rückständigkeit nur aus einem Bunfte zu furieren, nur mit Hilfe einer dauernd Das längst geplante Reichsgefeß zur Bekämpfung der gesicherten und stetig fließenden gemeinwirtschaftTuberkulose ist leider noch nicht geschaffen. Preußen hat nicht ichen Kapitalquelle zu beheben sei. Die Gemeinwirtschaft mehr gewartet und hat, an der Spiße der Länder marschierend, im Bauwesen sei noch flein in ihrer Art, aber ihre Art fei groß. ein Tuberkulosegefeß geschaffen. Der Kernpunkt des preußi- In der geschlossenen Tagung der Bauhütte hielt Genoffe schen Gesetzes ist die Meldepflicht, nicht nur wie bisher der Ellinger ein instruktives Referat über die BauhüttenTodesfälle, sondern eines jeden ansteckenden Krankheitsfalles organisation, Genosse 2 st or sprach über die Finanzfraft Festung des Kapitalismus( die bürgerliche Presse), die größte Machtan die zuständige Fürsorgestelle und den beamteten Arzt. Die der Bauhütte und Genosse Wagner hielt ein weiteres Re- quelle der alten Ordnung erobern, die Mittel, vermöge welcher sie zur Durchführung des Gesezes bewilligten 100 Millionen ferat über die wirtschaftliche Betriebsführung. Alle die Gedanken kontrolliert und infolgedeffen die Handlungen und die Mart bedeuten durch die fortschreitende Geldentwertung nicht drei Vorträge wie die sich daran anschließende Diskussion zeigten den Politik der Nation. Niemand braucht für diesen unermeßlichen mehr viel. Wenn den Organen, die mit der Ausführung be- hohen Entwicklungsgrad, den die Bouhütten in weniger als drei Arbeiterfieg auf den Barrikaden zu sterben; man beziehe eine auftragt sind, nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung Jahren erreicht haben. Technisch und wirtschaftlich sind sie den Zeitung an Stelle einer anderen. Diese kleine Handlung würde den stehen, dann wird auch dieses Gesetz ein Stück beschriebenes Brivatbetrieben bereits weit überlegen. Das geht schon daraus Rapitalismus der Gnade des Arbeiters ausliefern. Keine„ Macht" hervor, daß die durchschnittliche Arbeiterzahl der Bauhütten 100 be- tönnte gegen den Entschluß der Arbeiter, teine tapitalistischen Papier bleiben. Hier kann die Fähigkeit Der flaffende Widerspruch zwischen gesetzgeberischen Ab- trägt, während die der Privatbetriebe nach der günstigsten Statiftit 3eitungen mehr zu lesen, auffommen.... fichten und der Unmöglichkeit ihrer Durchführung wegen feh- fich auf 8 beläuft. Die Bauhütten befizen bereits 8 Sägewerke, der Arbeiter, sich selbst zu befreien, auf die Probe gestellt werden. lender Mittel muß endlich gelöst werden. Mit paragraphierten 5 Judo"-Plattenfabriken, 4 Ziegeleien, 1 Schieferbergwert, 6 Sand- Das Problem der Erfeßung der mühsamen fapitalistischen Maschinerie Bestimmungen allein wird die Größe der Gefahr nicht fleiner. gruben, 10 Steinbrüche, 2 3ementwarenfabriten, 2 Kunststeinfabriken, durch eine neue Gesellschaftsordnung eder die Rückgabe des Bodens So ist auch hier der entscheidende Punkt der, endlich durch eine 1 Holzbearbeitungsfabrik usw. Sie haben damit die Berbindung an die Bevölkerung, stellt die Arbeiter vor bedeutende joziale, poli. tische und wirtschaftliche Schwierigkeiten. Was aber die 2lebernahme scharfe steuerliche Heranziehung des Besizes und durch eine von Bau- und Baustoffgewerbe hergestellt. grundlegende Aenderung der Wirtschaftspolitik überhaupt die Mittel zu beschaffen, die notwendig sind, um die Bekämpfung dieser verheerenden Volkskrankheit, der Tuberkulose, wirksam zu gestalten. Die fortschreitende Gefährdung der Volksgesundheit be deutet ein Vernichten und Zerstören werteschaffender volts wirtschaftlicher Kräfte. Wenn nicht bald durch eine zwedentsprechende Wirtschafts- und Steuerpolitik das Lebensintereffe der produktiv Lätigen höher bewertet wird als die Interessenpolitif einer feinen Minderheit von Sachwertbefizern, dann wird die volksgefundheitliche Schädigung Formen annehmen, deren Ueberwindung und Heilung in Frage gestellt ist. Wirtschaft Bauhüttentagung. Zu den interessantesten und zweifellos bedeutendsten Tagungen, die im Anschluß an die internationale Woche in Hamburg ftattfanden, gehört die Tagung der Bauhütten, die vom Sonnabend bis Montag dauerte. Im Mittelpunkt der Tagung der Deutschen Bauhütte, einberufen vom Verband sozialer Baubetriebe, an der zahlreiche Bertreter des Reiches, der Länder und Gemeinden teilnahmen, stand ein Referat des Geschäftsführers des Berbandes, Genossen Dr. Wagner, über alte und neue Bauwirtschaft. Der Vortragende betonte, daß die Lösung des großen und schwierigen Problems der dauernd gesicherten Rapitalzufuhr zum Baumarkt für die gesamte Entwicklung des Baugewerbes aus dem handwerklichen Kleinbetrieb zum rationell arbeitenden Großbetrieb von entscheidender Bedeutumg sei. Der Schluß der Tagung wurde von einem internatio: der Presse betrifft, ift die Hauptbedingung des Erfolges eine selbst nalen Baugiidentag gebildet. Leiter waren sowohl die für den unbegabtesten Arbeiter durchaus mögliche Handlung, die englischen wie die italienischen Baugilden nicht vertreten. Auf inter- dem Volke nicht nur" Profite" tragen, sondern eine das Parlament nationalem Gebiet stedt die Bewegung erst in den Anfängen, wenn überragende Machtquelle erschließen würde, deren Besitz die Vorauch betont werden muß, daß in einer Reihe von Ländern durchaus bedingung jedweder wirklichen Menderung bildet. Nur ein kleiner beachtenswerte Anfäße, teilweise fcgar ausgebaute Organisationen Beweis von Arbeiterdisziplin und das übrige läßt sich beweri Doch hat Deutschland die Führung in der Be- ftelligen!" vorhanden find. wegung. Der Sitz des internationalen Sefretariats wurde in Deutschland belaffen und Genoffe Wagner als internationaler Gefretär wiedergewählt. Die Preisschraube. Frauen, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Kleingewerbetreibende! Befolgt diesen Rat. Macht euch frei von dem Einfluß der kapitalistischen Presse! Werbt für euer Blatt, für den „ Vorwärts"! Nachstehender Bestellzettel ist auszufüllen und an die In fieberhaftem Tempo gehen die Preise in die Höhe. Die Lebenshaltungskosten steigen von Tag zu Tag. Ein Ende dieser Hauptgeschäftsstelle des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, LindenEntwidlung ist nicht abzusehen. Die Beobachtung der Großhandelsstraße 3, einzusenden.( In Orten außerhalb Groß- Berlins preise ergibt, daß sich diese, ebenso wie die Kesten der Lebenshaltung, ist der Vorwärts" bei der Post zu bestellen.) bedeutend schneller den steigenden Devisentursen anpassen als früher. Nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes waren bereits am 25. Mai die Großhandelspreise im Durchschnitt um die Hälfte höher als am 5. Februar, wo ihr Preisstand durch den Dollarkurs gegen Ende Januar bestimmt war. Die Entwicklung stellt sich seit damals folgendermaßen dar: 5. februar. Gesamt Lebens Industries Inlands, Einfuhrmittel waren waren 11.176 Ich abonniere den Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage. „ Heimwelt" und der 14 tägig erscheinenden illustrierten Beilage Siedlung und Kleingarten" in Groß- Berlin täglich zweimal frei ins Haus. inder ſtoffe 5 967 4.902 7.558 4925 25. 5 227 3 933 7 782 4.874 7.170 6 5. März Name 5120 3.662 7846 4725 7 093 15. 24. 4750 3 195 7 657 4376 6.618 4827 3 299 7.684 4447 6577 5. April 4 844 3567 7215 4489 6 623 Wohnung: 15. 4.923 3 694 7221 4.568 6 699 91 25. 5.788 4481 8.089 5.141 8723 5. Mai 6 239 4.802 8779 5 364 10 309 15. 7.105 5 758 9 463 6.098 11 806 " 25. 9 034 7 034 12 774 7748 15 463 Ueber die fcheinbar aufsteigende Konjunktur, die das Bau Danach hält also die Verteuerung der Lebensmittel an. gewerbe in den letzten Jahren zeigte, wurde gesagt, daß es fich noch schärfer aber find gegen Anfang Februar die Industrie hier um eine Scheinfonjunttur handle, das Baugewerbe it off e gestiegen, die allein in dem einzigen Monat pem 25. Avril vielmehr Nationalvermögen verschleudert habe. Die Indi- bis zum 25. Mai um 50 Proz. im Preis erhöht wurden. Die Straße Nr. vorn Hof Quergeb.- Seitenfl. Tr. lints rechts bei HUH Servus Terpentinware Commerz- und Privat: Bank Deutscher Metallarbeiter- Verbanditates, of it soon Hamburg Aktiengesellschaft Berlin 53. Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1922 und 6592 bis 6595. Quecksilber Schlesische große, Holzane aller Art, Prismenfeldstecher, feldgraue 08 usw. beVerwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. gabit ftets höher wie jede Konkurrenz. Gefchäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. Preußner, Neutölln, Tellftr. 11, 1. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 Nähgarnantauf, Verschiedenes. Schön, Rottbuferufer 25a. Motor, Schellac, Leim, Tischlerwerk. Achtung! Funktionäre Achtung! Das Jahr 1922 wird in der Geschichte Deutschlands| teil für die Gesamtwirtschaft die Festhaltung von Waren, zeug, Tischlereimaschinen tauft Ernst, immer als ein besonders unglückliches gelten. Alle Versuche, Devisen oder Effekten in Erwartung einer weiteren Mark- morgen, Sonnabend, ben 2. Juni. Oranienftr. 166. III. zu einer Regelung der Reparationsfrage zu gelangen. entwertung erreicht werden sollte. Wir waren bestrebt, nachmittags 5 Uhr, im Saalbau Beitungen, Kilo 480.-, laufe jeden scheiterten an der praktischen Undurchführbarkeit der von unsere Kreditpolitik diesen Verhältnissen anzupassen. Friedrichshain, Am Friedrichshain 19 23 Posten Altpapier, Bücher, Stripfuren den Gegnern Deutschlands, zugemuteten Leistungen. Unter Der infolge der Geldentwertun immer schärfer aufdiesen Umständen mußten die Konferenzen von Cannes. tretende Kapitalbedarf von Handel und Industrie zeitigte Versammlung fowie Weinflaschen, Settflaschen, Kognafflaschen, Weißbierflaschen, Alteifen Genua und London ergebnislos verlaufen. eine außerordentlich große Anzahl von Kapitalserhöhungen aller Funktionäre aus den Be- bei freier Abholung zum höchsten Tages. Diese Ereignisse übten eine verheerende Wirkung auf und Neuemissionen. Wir haben im Jahre 1922 an zahl- trieben, welche dem Verband furs. Isendahl, Blumenstr. 17, Rönigdie Bewertung der deutschen Währung aus, die sich be- reichen Geschäften dieser Art teilgenommen. Berliner Metallindustrieller an- ftadt 7068. sonders seit Mitte des Jahres in rapider Weise ver- Um unsere eigenen Mittel den veränderten VerhältFeldstecher, feldgraue, 08, Prismen schlechterte. Der Durchschnittskurs des Dollars stellte sich nissen anzupassen, hat eine am 12. Dezember 1922 abge- geschloffen und Mitglied einer im Januar auf ca. 192, er stieg im Juli auf ca. 493, betrug haltene Generalversammlung beschlossen, unser Aktien- un Metallfartell gehörenden gläser, Photoapparate tauft Haller, Eichendorffstraße fiebzehn, Stettiner im August bereits ca 1133 und erhöhte sich im Dezember kapital von 350 Millionen M. um 350 Millionen M StammOrganisation find. Bahnhof. auf ca. 7590 M. Den höchsten Stand des Jahres erreichte aktien und 100 Millionen M. Vorzugsaktien auf 800 Millionen Tagesordnung: Bericht über die der Dollar am 5. November mit 9150 M. Der Marksturz M. zu erhöhen. Unsere Reserven sind dadurch auf rund Metallschmelze! Binn, Berhandlungen mit dem Arbeitshatte eine Erhöhung aller Warenpreise und damit eine 2,4 Milliarden angewachsen; unser Gesehäftsvermögen be- minifterium. höchstzahlend. Christionat, außerordentlich große Steigerung der für Lohnzwecke be- trägt nunmehr unter Hinzurechnung der Zuweisung aus Butritt haben nur Kolleginnen und ftraße 39. nötigten Summen sowie des Notenumlaufes der Reichsbank dem diesjährigen Reingewinn 4 Milliarden Mark. Ein Teil Rollegen, welche sich durch ihr Mitgliedsbuch Waffen, Ankauf aller Art zu höchsten zur Folge. der neuen Mittel wurde dazu verwendet, von den uns seit und bie mit dem Stempel des BBMJ. ver- Preisen. Loesche, An der Spandauer Ende 1921 waren 113,64 Milliarden, Ende 1922 1280,09 Jahren eng verbundenen Banken sechs. nämlich den Bank- fehene Funktionärfarte ausweisen fönnen. Brüde 11. Milliarden Noten im Verkehr. Der Bestand der Reichsbank verein Göttingen, den Chemnitzer Bank- Verein, den Hes- Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet, Piano, gebrauchtes, fucht Orth, Ora an diskontierten Schatzanweisungen belief sich Ende 1921 sischen Bankverein, die Löbauer Bank, die Thüringische da der Saal um 7 Uhr geräumt fein muß. nienfit. 65 1. Preisangabe. auf 132,33 Milliarden. Ende 1922 auf 1184,46 Milliarden, an Landesbank und die Vogtländische Creditanstalt mit unserer Das Metallfartell. Rähmaschinen tauft höchstzahlend F wechseln und Schecks Ende 1921 auf 1,06 Milliarden, Ende Bank im Wege der Fusion zu verschmelzen; im laufenden 1922 auf 422 23 Milliarden. Jahre folgte der Freiberger Bankverein. Wir haben durch Im Auftrage: scher, Potsdamerstr. 103. Rollendorf 8682. Matragen, Der Diskontsatz, der seit Dezember 1914 5 Proz. betrug, die Uebernahme dieser Banken weitere bedeutende Stütz- Deutscher Metallarbeiterverband. Rilo 5000 Mart, alte wurde am 28. Juli 1922 auf 6 Proz., am 28, August auf 7 Proz, punkte in wirtschaftlich wichtigen Gegenden Deutschlands Roßhaare fauft Timm, Balisadenftr. 75. Gramm 1800.Chem.Werke Lubszyński& C.A- G, Berlin- Lichtenberg am 21. September auf 8 Proz. und am 13. November auf Filiale, in Regensburg und Zweigstellen in Habinghorst Achtung! Funktionäre Achtung! Frauenhaare, 100 für Auffäufer überbiete jedes HochstMorgen, Sonnabend, den 2. Juni, gebot. Haarhandlung, Prenzlauer Die schwebende Schuld des Reiches hatte Ende De- Rauxel und in Witten. Murmer Die Ziffern der Bilanz und des Gewinn- und Verlust- nachmittags 5 Uhr, in der Schulaula, Allee 27. zember 1922 die Höhe von 1822,05 Milliarden Mark erreicht vertreibt dau- Die verhängnisvollen Fortschritte in dem Zersetzungs. Kontos lassen die Folgen der Geldentwertung und der inRoppenplay 12 ernd Spul- und Ma- prozeß unserer Währung haben dem Bankgewerbe im flation deutlich erkennen Die Abschlußzahlen der Ende ben-( After-) wilrmer. Berichtsjahre besonders schwierige Aufgaben gestellt. Das Dezember von uns übernommenen Banken sind in der vor Gemeinsame Versammlung Chriftourgerstraße 8. Mr. 0000.-, Kinder M Sinken ihrer Kaufkraft hat die Eigenschaft der Reichsmark liegenden Bilanz nicht enthalten. der Funktionäre, die nicht in Die starke Steigerung der Unkosten von M. 319.093.555,74 0000-0000- Burmegais Wertmesser fast völlig aufgehoben und ihre BrauchGalbe fpeziell gegen barkeit als Zahlungsmittel in so hohem Maße verringer, im Jahre 1921 auf M. 6.554.047.246,74 im Berichtsjahr konnte den Betrieben des Verbandes 5000.- zahlt Weseloh, Friedrichstr. 9. Afterw. M.000.-. In daß die Kalkulation in hochwertigen Währungen auf immer durch die von der Vereinigung Deutscher Banken und Berliner Metallindustrieller be Drog.u Apoth., fonftb. weitere Zweige des Handels und der Produktion übergreifen Bankiers beschlossenen mehrmaligen Erhöhungen der OttoReichel, Berlin43 mußte. Andererseits hatte der fortschreitende Substanz- Bankgebühren kaum ausgeglichen werden. SO., Eisenbahnstr. 4. verlust in allen wirtschaftlichen Betrieben und die immer Der Gesamtumsatz auf einer Seite des Hauptbuches mehr sinkende Kaufkraft der Mark eine gewaltige Zunahme betrug rund M. 6.998.920.744.000, der Kapitalsansprüche von Handel und Industrie zur Folee, Auf das dividendenberechtigte Aktienkapital von Mark die namentlich im 1, Semester zu einer bedrohlichen Ver- 350 000.000,- beantragen wir, 150% Dividende zu verteilen und den einschließlich des Vortrages von M. 4.355.700, schärfung der bereits seit Ende 1921 in Erseheinung ge mit M. 1.452.979.491,- ausgewiesenen Reingewinn wie folgt tretenen Geldknappheit führte. Durch die wieder einzu verwenden: setzende Verwendung des Handelswechsels wurde eine gewisse Erleichterung bewirkt. Immerhin blieb der Mangel an Betriebsmitteln auch weiterhin bestehen so daß sich die Servus, merke sich ein jeder, putzt die Schuh erhält das Leder Meine Frau Gertrud Engelbrecher geb. Haschke ift am 29.Mai 6 J. nach lang. Leiden geftorben. Beerdigung Sonnabend, 2. Juni, nachm. 1 Uhr, Bart Friedhof. Lichterfelbe. Albert Engelbrecher Gebisse Edelmetalle. Bruch Zietlow, Badstr. nur 16 tellenangebote finden im Vorwärts 10 Proz. erhöht. besteBeachtung an die Banken seitens der Kundschaft herantretenden Kredit132 000 Ratfuchende! Bereinigung der Rechtsfreunde: nur Friedrichstraße 127. Anerkannte Brozeßabteilung. 9-7. forderungen fortgesetzt erhöhten. Aufgabe der Banken war es, in der Hauptsache demjenigen Bedarf zu dienen, der die Aufrechterhaltung des industriellen Produktionsprozesses zu fördern hatte, und allen Ansprüchen entgegenzutreten, mit denen zum NachHamburg, im Mai 1923. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! 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W. Krause& Co. Kur- und Neumärkische Ritterschafil. Darlehnskasse, Landesbank der Provinz Hannover. Landesbank der Provinz Ostpreußen. Landesbank der Rheinprovinz. Landeskreditkasse in Cassel. Landschaftliche Bank der Provinz Sachsen. Landschaftliche Bank Schleswig- Holstein. Lazard Speyer- Ellissen. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank. Niederlausitzer Bank. Nußbaum& Rothschild. Ostbank für Handel und Gewerbe. Preußische Centralgenossenschaftskasse. Preußische Staatsbank( Seehandlung). Sächsische Staatsbank. 136/21 JAHRESS good 1923 JAHRESSCHAU DRESDEN 17 MAI/ 3QSEPT Ausstellung der deutschen Industrie Spielzeug Sportgerät Ueber 100 Veranstaltungen aus aller Gebieten des Spiels und Sports Gegenüber der Ausstellung: schäftigt find. Tagesordnung: Bericht über die Berhandlungen mit dem Arbeitsministerium. 81/20 Schallplatten, Kilo 5000.-,> tauft Schallplatten, Stüid bis 2500.-, Ailo Geigen, Celli, auch zerbrochene, fülr Export, höchftzahlend. 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