Str. 253 40.Jahrgang Ausgabe Afr. 125 Bezugspreis: Für den Monat Juni 7600 902. Doraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 9600 M., für das übrige Susland 11 600 M. Postbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowatei und Ungarn. Der ,, Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle oftet 1500 M. Reklamezeile 7500 M. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 500 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 250 M. Stellengesuche das erste Wort 250 M., jedes weitere Wort 200 M. 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Wochen sind mit Vor arbeiten zur zweiten Note vergangen, und unabwend bar drängt sich der Gedanke auf, daß diese Borarbeiten zum mindesten schon vor der Absendung der ersten Note hätten geleistet werden müssen. War dies nicht geschehen, so hätte man wenigstens jetzt jedes Getöse vermeiden und unter zielbewußter Führung einer energischen Regierung in der Stille Praktisches leisten müssen. Statt dessen hat der Industrieverband seine Denkschrift verfaßt und in die Deffentlichkeit geworfen, obwohl er wissen fonnte, daß ihr Inhalt auf die Massen des Volkes wie eine Her ausforderung wirken mußte. Auf sie haben die Gewerkschaften, wie es notwendig war, geantwortet. Erreicht ist durch das Vorgehen des Industrieverbandes nur, daß sich die legte Vorbereitung der neuen Note unter gesteigerter innerer Unruhe vollzieht. Was von dieser zweiten Note und ihrer Aufnahme in der Welt abhängt, braucht faum näher ausgeführt werden. Noch einmal bietet sich der Reichsregierung die Gelegenheit, durch Geschicklichkeit und Aktivität die Lage des deutschen Volkes zum Beffern zu wenden. Unter der gegenwärtigen Regierung ist der Einmarsch in das Ruhrgebiet erfolgt und weder ihre fachmännische Begabung noch ihre diskontfähige Unterschrift hat verhindern können, daß der Wert eines papiernen deutschen Tausendmarkscheins beinahe schon auf ein Fünfpfennigstück der Friedenszeit herabgefunken ist. = Sonnabend, den 2. Juni 1923 Die Regierung muß sich darüber klar sein, daß dieses Ziel nur dann zu erreichen ist, wenn das deutsche Angebot wenig stens einem Teil der Verbündeten als geeignete Berhandlungsgrundlage erscheint. Sie weiß, daß zu diesem Zweck der Gegenwartswert des deutschen Angebots auf eine be= stimmte Mindesthöhe gebracht werden muß und daß es notwendig ist, die Garantien zu spezialisieren, die geboten werden können. Sie muß sich auch darüber klar sein: Wenn es nicht gelingt, durch die zweite deutsche Note einen Weg durch das Dickicht zu brechen, dann könnte sie allenfalls fich selber durch einen Sprung aus dem Amtszimmer in die Freiheit retten, aber sie würde das deutsche Volk in einer Lage zurücklaffen wie noch keine Regierung vor ihr, die Regierung Fehrenbach nicht ausgenommen. Rein verständiger Mensch wird der Regierung Cuno ein solches Ende wünschen. Die Lektion wäre zu teuer bezahlt. Wir alle sind daran interessiert, daß die auswärtige Krise zu einem erträglichen Ausgang geführt wird- wir sind zu bescheiden geworden, um von einem befriedigenden" zu sprechen! Allgemein ist der Wunsch, daß die Liquidierung der Krise durch die gegenwärtige Regierung erfolgen möge. Um so mehr aber ist es Pflicht, die Regierung vor der letzten Entscheidung über ihren neuen Schritt an ein Doppeltes zu erinnern: an die Schwere ihrer Berantwortung und an die Kraft, die sie haben tann, wenn sie nur sie haben will Für eine Bolitif in dem hier gekennzeichneten Sinne ist ihr eine große Reichstagsmehrheit gewiß, gegen die demagogische Agitation der äußersten Rechten ist sie besser geVorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckfonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstraße 3 panzert als irgendeine ihrer Vorgängerinnen, selber aus den Kreisen der Wirtschaft hervorgegangen, besitzt sie die nötige Autorität; um den Großherren der deutschen Wirtschaft die Opfer aufzuerlegen, die die Not des Landes von ihnen fordert. Die nächste Woche bringt die schwersten Entscheidungen. Noch einmal soll von Deutschland ein neuer Vorschlag ausgehen, um die Weltkrise durch Verhandlungen zu beenden, noch einmal wird man mit ungeheurer Spannung die Antwort erwarten. Dieser zweite Vorschlag darf nicht so sein, daß seine Ablehnung, wenn sie erfolgt, größeren Teilen des deutschen Volkes verständlich erscheint. Es darf nicht eine ausmeglose Lage geschaffen werden, von der man auch im Inland glauben könnte, sie sei durch die Schwäche der deutschen Regie rung gegenüber Interessentengruppen entstanden. Wenn die Regierung das bedenkt, wird sie den Weg, den sie zu gehen hat, flar vor sich sehen. Die neue Note der Reichsregierung an die allierten Mächte wird nach dem„ Soz. Parlamentsdienst" bestimmt nicht vor Mitte der kommenden Woche überreicht werden. Insofern ist ein Fortschritt zu verzeichnen, als sich die Mehrheit der Kabinettsmitglieder endlich dazu durchgerungen hat, eine fe fte Summe im Gegenwartswert anzubieten. Noch ungelöst ist die Garantiefrage. Hier spielt immer noch die Absicht, eine neue Vermögenssteuer vom gemeinen Wert durchzuführen, eine gewisse Rolle. Selbstverständlich wird die Reichsregierung die Note auch Frankreich und Belgien zustellen. Gewerkschaften gegen Industrieverband Eine Denkschrift an Sämtliche freien und Hirsch- Dunckerschen Spizengewertschaften haben dem Reichskanzler aus Anlaß des Angebots der Industrie" am Freitag folgendes Schreiben überreicht: den Reichskanzler. Aus diesem Verlangen der Industrie ergibt sich schließlich ihr Daran muß heute erinnert werden, denn so schwer es die Verzicht auf die bisherige Forderung, daß namentlich Reichsbahn und Boft unter Außerachtlaffung ihrer eigenen Rentabilität die Interessen der Privatwirtschaft berücksichtigen müssen. Auch das Regierung Cuno anerkanntermaßen nach außen hatte, so leicht hat sie es bisher nach innen gehabt. Parlamentarisch „ Der Reichsverband der deutschen Industrie hat, datiert vom stellen wir fest. Selbst bei Verwirklichung jenes Verlangens der Industrie dürfte auf die Arbeitsgemeinschaft der Mitte gestützt, hat sie weder gegen rechts noch gegen links zu fämpfen gehabt. Noch nie- 25. Mai 1923, der Reichsregierung ein Schreiben übermittelt, in mals seit der Staatsumwälzung war die Basis eines Reichs- dem er erflärt, in welchem Umfange und in welcher Form er die die Erzielung der von ihr angenommenen Erträgnisse der Reichsfabinetts so stark und breit wie die des Kabinetts Cuno. Als heranziehung der industriellen Wirtschaft als und Staatsbetriebe für absehbare Zeit nicht möglich sein. Zudem dieses reinbürgerliche Kabinett errichtet wurde, fonnte es auf Garant für den Anleihedienst möglich und angängig erachtet. Die geht dieser Ueberschäzung der Leistungsfähigkeit der Reichsdie Neutralität der Sozialdemokraten rechnen und hatte außer unterzeichneten Gewerkschaften sind nicht zu einer Aeußerung auf- und Staatsbetriebe als Hilfsbetriebe der Wirtschaft eine auffallende den Kommunisten sämtliche Parteien des Hauses für gefordert worden. Da es sich jedoch um eine Frage allergrößter Unterschägung der Leistungsfähigkeit der ge= Das Schreiben der Industrie läßt erkennen, daß sie den Blick fich. Während das vorhergehende Kabinett Dr. Wirths un- Bedeutung sowohl für das Reich wie auch für die deutsche Arbeit- famten privaten deutschen Wirtschaft parallel. unterbrochen dem schwersten Ansturm der vereinigten Rechts- nehmerschaft handelt, besonders auch für den gewerkschaftlichen Aboppofition standzuhalten hatte und von einer an Niederträchtig- wehrkampf an der Ruhr, sehen sich die unterzeichneten Gewert- vornehmlich auf die feit und Schärfe der Tonart nicht zu übertreffenden Bresse Tag schaften veranlaßt, Ihnen, Herr Reichskanzler, ihre Meinung zu für Tag auf das wütendste bekämpft wurde, hatte das Rabi- unterbreiten. Wir erkennen an, daß die Stellungnahme der Industrie endnett Cuno, dem außerdem, die nationale Hochstimmung beim Eintritt der Ruhrbefehung zugute fam, so gut wie überlich die haupt feine innerpolitische Gegnerschaft und grundsätzliche Zustimmung zum Gedanken der Sachwerterfaffung hatte beide Hände zum Handeln frei. Die Politik des passiven widerstands gegen die bringt. Diese Zustimmung wird aber nahezu wirkungslos durch die Ruhrinvasion wurde nicht nur von den Arbeitermassen gebil- außenpolitischen und innerpolitischen Voraussetzungen, die die Inligt, sie entsprang ihnen selbst und wurde von ihnen getragen. dustrie daran knüpft. Auf die außenpolitischen Voraussetzungen verAngestellte und Beamte wetteiferten mit den Arbeitern in fagen wir uns aus naheliegenden Gründen gegenwärtig einzugehen. Willen zu heroischer Pflichterfüllung. Auch das gab der Regierung die Die innerpolitischen Voraussetzungen scheinen uns das Verhältnis denkbar stärkste Stüge und erleichterte außerordentlich ihre der Wirtschaft zum Staat völlig zu verkehren. Die Industrie ver-trog alledem gewiß nicht leichte Aufgabe, den Ruhr- fucht hier mit dem Staate als unabhängige Macht zu konflikt und den ganzen Europa zerrüttenden Reparationsstreit perhandeln und stellt Forderungen, wo es fich darum handelt, zu einem erträglichen Abschluß zu bringen. Bürgerpflichten gegen den Staat zu erfüllen. bie Industrie lösen will. Die Staatsautorität müßte unerträglich gefchwächt werden, wenn die Reichsregierung fich auf Bedingungen des Reichsverbandes einließe. Die Sachwerterfaffung fann nur auf dem Wege der gesetzlichen Regelung Schonung der Privatwirtschaft und des Privatvermögens richtet und daß sie unberücksichtigt läßt, daß die Erhaltung dieses Besizes von der Erhaltung des Staates und seiner Wirtschaft abhängt. Nur so erklärt sich die Haltung der Industrie, die den Eindruck erweckt, als ob sie dem Reiche Bedingungen auferlegen fönnte. Eine Herausforderung aber ist das Verlangen, daß" Regierung und Volt sich zu derartigen Grundsätzen" sowie zu deren sofortigen Verwirklichung" bekennen sollen. Wir vermissen in dem Schreiben des Reichsverbandes den ausreichender Steuerleistung. Er wäre um so nötiger, als die Arbeitnehmerschaft es nicht vererfaßt wird, während Industrie, Handel und Landwirtschaft infolge stehen kann, daß sie bei der Besteuerung mit dem vollen Geldwerte der Geldentwertung nach wie vor nur geringe Bruchteile der vom Gesetzgeber beabsichtigten Steuerleistung aufbringen. Wir empfinden es als unerträglich, daß die Industrie ihre wirtschaftliche Macht durch Stellung von Bedingungen bei Erfüllung von Staatsnotwendigfeiten auszunuzen sucht. Die Volksfreise, die hinter den von den unterzeichneten Spizenverbänden vertretenen Gewerkschaften stehen, erklären mit aller Deutlichkeit, daß sie von Regierung und Reichstag eine Verteilung der Reparationslaften erwarten, die vor allem die großen fundierten und unfundierten Ber= mögen zur Dedung heranzieht. Dem Schreiben ist eine Anlage beigefügt, die auf die Einzelheiten des sogenannten„ Angebots" der Industrie eingeht. In der Anlage heißt es: Die vom Versailler Vertrag und durch das Lon Die Voraussetzung dafür war, daß es ihr gelang, den be= fizenden Klassen den Ernst der Situation begreiflich zu Die Haltung der Industrie läßt den Schluß zu, daß sie das Gesamtmachen, nötigenfalls im ganzen deutschen Bolt eine Stimmung problem der Reparation über den Staat hinweg von Industrie zu hervorzurufen, unter deren Druck zum Ziel der Befreiung das Höchstmögliche an Opfern herausgeholt werden konnte. Bergebens würde man Inland und Ausland einzureden verfuchen, daß für die entschuldete Landwirtschaft, für Industrie und Großfinanz folche Opfer unmöglich seien. Gewiß gibt es auch für diese Opfer ein Grenze und noch gewisser sind es letzten Endes immer die arbeitenden Massen, die auf dem verwirklicht werden. Die Beschreitung dieses Weges wird die um Weg der Ueberwälzung diese Opfer zu tragen haben. Aber eingeschränkte Unterstützung der gewerkschaftlich organisierten Arbeit. gerade die gespielte Armut der befizenden Klassen- während nehmerschaft finden. Die Forderung der grundsäglichen Fernhaltung die wirkliche in allen Gaffen schrie- gerade diese gespielte Armut mußte die Welt mit Mißtrauen erfüllen und Vorstellun des Staates von der privaten Gütererzeugung gen von vergrabenen Schäßen erweden, die wahrscheinlich und verteilung würde Zustände wiederbringen, wie sie vor 80 Jahren in der Wirtschaft herrschten. Das heißt, es würde phantastisch übertrieben sind. Wenn eine Regierung imftande war und noch ist, ohne lediglich Profitstreben der Antriebsmotor der Wirtschaft sein und doner Dittat geforderten Reparationen überschwere innere Erschütterungen die besitzenden Klassen im gemeinwirtschaftliches Denken vollständig ertötet werden. Es ist für schreiten die Leistungsfähigkeit Deutschlands und sind unIntereffe des Vaterlandes auf den richtigen Weg zu bringen, uns unmöglich, über die Preisgabe des Achtstundendann war und ist es noch die Regierung Cuno. Diese tages, Aufhebung aller EntlassungsbeschränkunRegierung ist jetzt vor die letzte Probe gestellt. Sie fann nicht, gen und die anderen in dieser Richtung erhobenen Forderungen mie böse Zungen ihr nachsagen, unter Zurüdlaffung eines des Reichsverbandes zu verhandeln. Das Verlangen, die Reichs- und Staatsbetriebe auf die Höhe Trümmerfeldes ohne Zwang pon innen, nur auf den Druck von außen hin, aus der Verantwortung flüchten wollen. Ihre der vollen Leistungsfähigkeit zu bringen, ist eine alte Forderung der Aufgabe ist es, durch ein flares, substanziiertes und für die Gewerkschaften und wird daher von uns unterstützt. Es darf aber Gegenfeite bei einigem guten Willen auch diskutables Angebot fein Zweifel daran bestehen, daß für die unterzeichneten SpitzenBerhandlungen zu erzwingen und durch geschickte verbände eine Führung der Verhandlungen die von aller Welt ersehnte Wendung zum Besseren herbeizuführen. [ ift. Privatifierung dieser Betriebe ausgeschloffen erfüllbar. Auch die nach dem Urteil der uns freundlich gesinnten Kreise im können aus den derzeitigen Einnahmen des Reiches und der Ausland billigerweise von Deutschland zu fordernden Leistungen Länder nicht getragen werden. Die Einheit und die Freiheit des Reiches werden gefährdet, wenn der private Befih für die Berpflichtungen des Reiches nicht ausreichend mit herangezogen wird. Der Reichsverband der deutschen Industrie erfennt diese Notwendigkeit zwar grundsätzlich an. Er will aber den Privatbesitz nur in vorübergehender Verpfändung und nur insoweit verpflichtet sein laffen, als er in unbeweglichem Vermögen ver körpert ist. Das gesamte bewegliche Vermögen soll also von der In- anspruchnahme ausgeschlossen sein. Hierzu fehlt jede Berechtigung. Soweit eine vorübergehende Verpfändung von Sachwertbesitz erörtert wird, ist sie an so viele Voraussetzungen geknüpft, daß das Angebot seinen Hauptwert verliert. Die Rücksichtnahme der Industrie auf ihre Interessen läßt die Interessen der Ge- s a m t h e i t viel zu kurz kommen. Es fällt auf, daß nach Meinung des Reichsverbandes: a) aus den staatlichen Pfandobjekten, sofern sie nach privat- wirtschaftlichen Grundsätzen ertragsfähig werden, in absehbarer Zeit jährlich etwa 600 Goldmillionen, vielleicht eine Milliarde und mehr, herausgewirtschaftet werden tonnen, während b) die gesamte deutsch« Wirtschaft unter Anspannung aller Kräfte neben den„sonstigen schweren Lasten" nureineHöchst- summe bis zu Svv Goldmillionen aufbringen könne. Wenn Eisenbahn und Post, diese Hilfsbetriebe der deutschen Wirtschaft, in der Hauptsache den angegebenen Betrag erzielen sollen, ist es geradezu unverständlich, daß die Leistungs- f ä h i g k e i t der ganzen deutschen Wirtschaft auf höchstens S00 Goldmillionen geschätzt wird. Das Mißverhältnis zwischen den geschätzten Erträgnissen der Staatsbetriebe zu dem an- gebotenen Ertrag der deutschen Wirtschaft ist sachlich nicht zu er- klären. Es ist irreführend, wenn der Reichsverband den Kapitalwert der von der deutschen Privatwirtschaft zu garantierenden Jahresleistung auf mehr als die Hälfte seines gegenwärtigen Verkaufswertes schätzt. Danach würde der Wert der gesamten deutschen Wirtschaft nur auf rund 20 Goldmillionen anzunehmen fein. Diese Schätzung ist unzu- länglich. . Die grundsätzliche Fernhaltung des Staates von der privaten Gütererzeugung und-Verteilung ist unmög- lich und widerspricht der eigenen Forderung des Reichsverbandes, die Staatsbetriebe in erster Linie für die Haftung des Reiches heran- zuziehen. Di? Alleinhaft des Staates für Reparationsverpflichtungen erfordert einen Ausbau und eine Leistungssteigerung der Reichsbetrieb« im Wettbewerb mit der privaten Wirtschaft. Das Schreiben des Reichsverbandes verlangt Aufhebung der Kriegs- und Zwangswirtschaft einschließlich der Außenhandelskontrolle, Die Kriegs- und Zwangswirtschaft ist— zum Nachteil der breiten Massen— zum größten Teil abgebaut. Dies trifft zu im besonderen für die Lebensmittelorrsor- gung mit Ausnahme von Brot, Milch und Zucker: aber auch hier ist die Zwangswirtschaft derartig gelockert, daß die Preise dem Welt- Marktpreise stark genähert und hauptsächlich nur noch Derteilungs- Vorschriften übriggeblieben sind. Die A u ß e n�h a n d e l s k o n- trolle, die eingeführt wurde, um die deutsche Wirtschaft vor Sub- stanzoerlust zu schützen, befindet sich in völliger Selbstverwaltung der Wirtschaftskreise und ist zu einem wesentlichen Teil abgebaut. Eine sofortige Aushebung der Demobilmachungsvorschristen ist für die gesamte deutsche Wirtschaft untragbar. Ihre Derordnungssorm trägt schon der Erwartung eines vorüber- gehenden Zustandes Rechnung. Die sozialen Verordnungen über Erwerbslosenfürsorge, Arbeitszeitregelung, Tarifverträge, Schlich- tungswesen usw. beruhen auf Demobilmachungsrecht; sie werden in absehbarer Zeit durch Gesetz abgelöst. Ihre sofortige Aufhebung ist ganz unmöglich. Die Forderung nach einer Beschränkung der Staats- g e w a l t auf das Schiedsrichteramt in wirtschaftlichen Streitigkeiten von ollgemeiner Bedeutung enthält einen so überaus bedauerlichen Mangel an sozialer Einsicht gegenüber den unter den Nachwirkungen des Krieges leidenden ar- beitenden Volkskreifen, die schon heute der Verelendung in hohem Maße anheimgefallen sind, daß es schwer fällt, diesen Rücksall in da» krasseste Manchestertum sachlich zu charakterisieren. Wir bekämpfen den Grundmangel der gegenwärtigen Steuer- gesetzgebung, die systemlos Steuern aufein- ander häuft. Viel schlimmer noch als jener Mangel sind die Wirkungen. Die Geldentwertung hat erhebliche Teile der Steuer- gesetzgebung praktisch fast bedeutungslos werden lassen, so daß von einer Heranziehung der Gesamtheit des Voltes nach Maß- gäbe der Kräfteverhältnisse heute nicht die Rede ist. Ein« Hebung der Steuermoral setzt voraus den Verzicht der Industrie und der übrigen Wirtschaftstrcise, noch länger Nutznießer der Geldentwertung bei der Steuerleistung zu fein, wie es vor allem durch die geltenden Be» wertungsvorschriften ermöglicht wird. »Sataniel" von Jgnaz Waghalter. Araufführung im Deutschen Opernhaus. E r st« r Akt: Die Teufel brechen durch den Kamin in die Bauernstube, wo Marina und Bonifazius sich zur Hochzeit an- die Bauernstube, wo Marina und Bonifazius sich zur Hochzeit an- schicken. Em Spuk beginnt. Die Höllenfürsten haben Sataniel auserkoren, um die Tugend der Braut auf die Probe zu stellen und erscheinen plötzlich als ungeladene gräfliche Gäste, die Gesellschaft zur Liebesfeier treibend. Mariana bleibt stark, Bonifazius läßt sich von einer kleinen Teufelin zu einem Kuß verführen. Schließlich wirft die resolute Braut den Bräutigam mitsamt seiner Sippe zum Tor hinaus, und Sataniel steht siegesftoh allein bei der enttäuscht«'.: Frau. Zweiter Akt: Vor dem Haustor. Sataniel wirbt um Marina, sie scheinbar begehrend und durch Eifersüchtelei stachelnd. Zwei Wunderringe drängt er ihr auf, die Liebe und Sehnsucht entzünden. Di« Widerstrebende wird durch ihre eigene Eitelkeit in Gefahr gebracht. Doch nein, sie widersteht, obgleich im schwächsten Moment Visionen von Tanz und Schloßherrlichkeit vor ihr auf- tauchen, teuflisch bestellte Arbeit. Pfurioso, der Konkurrent Sota- niels, der selber gern die Verführung übernommen hätte, mischt einen Liebeztronk in die Gläser der Männer, die nun beide ver. liebt aus den Boxbeinchen kniend liegen. Dritter Akt: Die Sippschaft kommt zurück. Der blonde Bonifazius bereut seinen kleinen Fehltritt, verrät der halb schon gewonnenen Marina, daß er das Gasthaus„Zum goldenen Gockel' gekauft habe und schwört erneut seine Liebe. Der gräfliche Teufel muh verliebt-zuschauen, wie das Paar im Schlafzimmer verschwindet. Pfurioso wird Haus- knecht bei den Menschen, um deren Leiden auszukosten. Alle anderen rasen zur Hölle zurück. Soweit Pordes-Milo, der Textdichter. Das Stückchen hat eine lustige Idee, die für einen komischen Einakter ausreicht. Ein Mummenschanz,«in Karnevalsscherz etwa, untermischt mit Motiv m, die Bittner schon im„Höllisch Gold' verarbeitet hat. Die so sehr standhafte Frau ist zwar auch im polnischen Bouernland ein seltenes Juwel, aber sie dnreht und wendet sich schon recht menschlich. Und wenn die Phantastik stürmischer, bizarrer wäre, als sie in oft schläfrigen Dialogen zum Ausdruck kommt, wenn mehr Komik an Stell« der märchenhaften Bilderbögen getreten wäre, so hätte man lachen können und zuftieden sein.— Der Kapellmeister Ignaz Waghalter hat zweimal in dieser Oper sein musikantisches Polenblut entdeckt, und natürlich rn Original- tanzen. Er hat auch entdeckt, daß Offenbach, d'Albert, ja, daß der „Oberon'-Weber vor ihm gelebt habm muß und daß der Walzer in Berlin feit 20 Iahren Allgemeingut aller Komponisten ist. Sonst hilft sich Waghaiter viel mit einfachen Jnstrumentolscherzen, die immer wirken und ungefähr so landläufig sind wie Wortwitze. Für die Teufelsszenen ist da» mit ein paar kecken Flöten- und Pikkolo- sprängen getan. Echte und erheuchelte Lieb« gehen in einem schmelzenden, sehr süßen und nicht sehr wählerischen Melos unter. Es fehlt der Melodie nicht an Einnfälligteit, wohl aber an Charak- ter und persönlichem Reiz. Ein keckes Quartett fällt wohlgefällig aus dem Rahmen des brett hinfließenden bürgerlich Angenehmen; ebenso die nationalen, schwungvoll treibenden Tänze. Im Orchester Einer sinnvollen Steuerreform zum Zwecke der Aus- balancierung des Haushaltes mühten folgende Richtlmien zugrunde liegen: t. Organische Zusammenlegung und Derein- f a ch u n g der derzeitigen Steuern nebst Vereinfachung des Steuern er walwngsapparats, 2. selbsttätige Anpassung der Steuern an den sich ändernden Markwert nebst Automatisierung des Steuer- eingangs, Z.Schaffung einer wirklichen allgemeinen Quellen- besteuerung im Sinne einer Erfassung der Sachwerte, die allein(nebst wirtschaftspolitischen Maßnahmen) zu einer e r- folgreichen Bekämpfung der Inflation führen kann. Der Reichsoerband verlangt den vollen Einsatz der vorhandenen Arbeitskrast für quantitative und qualitative Hebung der Produk- tion, also eine Steigerung der allgemeinen Arbeits- l e i st u n g. Wir stellen den Widerspruch zwischen dem vollen Einsatz der vorhandenen Arbeitskraft für quantitative und qualitative Hebung der Produktion und der Entlastung der Wirtschaft von unproduktiven Löhnen fest. Jene Forderung bedeutet nicht nur die volle Arbeits- Pflicht aller Beschäftigten, sondern auch die Anerkennung des Rechts auf volle Beschäftigung. Denn wo anders sollte der Arbeitnehmer die Mittel zu seiner Existenz hernehmen, wenn dem Staate zugleich das Recht der Fürsorge bestritten wird. Diese Forderung bleutet Entlassung aller nicht voll Verwendungsfähigen, also Aeberlieferung an Hunger und Rot. Gerade die Entlastung der Arbeitnehmer, die tellweisen und perio- dischen Betriebseinschränkungen und-stillegungen wirken der Stei- gerung der Produktton entgegen und erschweren auch deren quali- tatioe Hebung. Wenn daneben die Industrie den Achtstundentag grund- sätzlich aufrechterhalten wissen will und lediglich Erhöhung der Tarif- freiheit verlangt, so könnte das zu dem Glauben verleiten, die Arbeit- geberkreis« hätten sich mit dem gesetzlichen Achtstundentag abgefunden und wollten sich mit den tariflich geregelten Ausnahmen begnügen. Der Hinweis auf die Vorarbeiten des Reichswirtschaftsrates besagt aber im Gegenteil, daß die Unternehmer auf die lange Freiliste ge» setzlicher Ausnahmen in den vorliegenden Arbeitszeitgesetzentwürfen nicht zu verzichten gedenken. Hierdurch würde aber jede tarifliche Regelung der Ausnahmen überflüssig, weil die Ausnahmewünsche weit über Bedarf durch gesetzliche Regeln gedeckt wären. Die Forderungen besagen nichts anderes als: staatlicher Zwang auf die Arbeitnehmer zur vollen Einsetzung der Arbeits- kraft für quantitative und qualitative Hebung der Produktion durch gesetzliche Verpflichtung zu mehr als achtstündiger Tages- arbeit, unterstützt durch unbeschränktes Entlassungs- recht der Arbeitgeber. Es bedeutet ferner die Ab- wälzung des dem Besitz aufzuerlegenden Teiles der Repara- tionslasten auf die Arbeitnehmer, die dann durch Mehrarbeit und Hunger die Verzinsung der dem Airstard geschuldeten Milliarden aufzubringen hätten. Mit dem Versuch der Durch- führung einer solchen Forderung müßten unabsehbare soziale und wirischafillche Kämpfe entbrennen. Denn die Gewerkschaften könnten eine solche Entrechtung der Arbeitnehmer niemals dulden! Die Lebenshaltung der arbeitenden Schichten ist schon heute um ein ganz beträchtliches unter den früheren Lebens- standard gesunken und bewegt sich mit wenigen Ausnahmen an der Grenz« der nackten Existenzfristunq. Dieser Zustand ist untragbar aus innerpolitischen Gründen! Auch das Ausland kann es auf die Dauer nicht ertragen, daß im Herzen Europas ein K0°MIllion«n-Volk mit einer so tief stehenden Lebens- Haltung seine Waren auf den Weltmarkt wirft. Die deutschen Arbeiter müsten wieder zu einer Lebenshaltung gelangen, die mindestens dem durchschnittlichen� Stande in den Industrieländern Europas entspricht. Nicht nur auf dem Valutadumping, sondern auch aus diesem ge- sunkenen Lebensstandard der deutschen Arbeiter beruhten größten- teils in der Nachkriegszeit die Exportgewinne der deutschen Industrie. Di« Arbeitnehmer sind nicht gewillt, durch Deseitigung des Acht- stundentages und noch weitere Herabdrückrmg ihrer Lebenslage d,e Reparationslasten zu tragen. Sie haben den Achtstundentag, ihn werden sie sich zu erhalten wissen. Zusammenfastend erklären wir, daß in dem Schreiben des ist jede moderne Nuance oermieden(bis auf die Celesta), das Spielerische ist szenenwei» hübsch getroffen, szenenweis in einer dickflüssigen Partitur veropert. Im Grunde wäre die Einstellung auf Operette stilvoller gewesen und statt Charlottenburg hätte das Große Schauspielhaus die Novität herausbringen sollen. So blieb es bei locke? gefügten Nummern, die eine Teufelsoper mit manchem Witz und verteufelt viel Behagen anfüllen, ohne sie zu erfüllen. Herta Stolzenberg tat alles, um dem Werkchen Tempo zu geben. Ketzernd, liebend und halb verführt blühte sie in Gesang und Spiel reizend auf. Paul Hansen führte die Teufel mit verwegener Tenorallüre glänzend an, und sein Kollege Kandl holt« die grotesken Situationen aus dem Nichts heraus. In einem etwas poppigen Milieu bewegten sich im übrigem Dworfky, Bilk, Schöpflin, Werner und Fräulein Warnhagen höchst munter. K. S, Thealergeschlchlen ans klastischer Zell. Ein wichtiges Zeugnis aus der Frühzeit der deutschen Schauspielzeit, zugleich ein menschlich interessantes, an Abenteuern und Wechselfällen reiches Lebensbild sind die Erinnerungen des Schauspielers, Theaterdlrektors und frucht- baren Bühnenfchriftstellers Johann Christian Brandes, die jetzt in einem gekürzten Neudruck von Willibald Franke im Georg- Müller-Derlag zu München wieder herausgegeben worden sind. Brandes, der die Freundschaft Leffings genoß und von ihm auf den Weg der Theaterschriftstellerei hingewiesen wurde, erlebt« noch die Zelt, da die Schaufpieltunst sich aus der Stsgreifkomödie zum reaelmäßigen Schauspiel durchrang. Er erzählt, daß er oft auf die Bühne heraustreten mußte, ohne zu wissen, was für ein Stück ge- spielt wurde.„Schwatz' der Herr nur von Liebe, das übrige wlrd der Herr schon erfahren", pflegte ihm fein Prinzipal Schuch zu sagen, und wenn er ein wenig von den Freuden und Leiden der Liebe geplaudert, dann trat Schuch als Hanswurst hinzu, warf die Exposition des Stückes hm, und dann spielten sie zusammen weiter. Einmal brachte eine Schauspielerin, die im Extemporieren noch nicht geübt war, Brandes in die größte Verlegenheit. Sie sollte nämlich dem Plan des Stückes zufolge die Spröde spielen, wurde aber durch den Antrag des Liebhabers so gerührt, daß sie ihren Charakter voll- ständig vergaß und sagte:„Ach, lieber Leander, ich kann Ihnen un. möglich widerstehen! Hier empfangen Sie meine Hand und mit der. selben das zärtlichst« Herz." Das waren die letzten Worte ihrer Rolle, die sie auswendig gelernt hatte, und damit war eigentlich die ganze Komödie aus. Brandes mußte nun die Hand ablehnen und allerlei Hindernist« erfinden, damit weiter gespielt werden konnte. Das Publikum nahm damals einen viel persönlicheren Anteil am Spiel als heute. Dies« naiven Menschen, für die dad Theater noch etwas Neues war, gaben ihren Gefühlen sehr deutlichen Aus- druck. Als in einem Stück eine Hinrichtung stattfinden sollte, riefen einige Zuschauer„Pardon!" und warfen ihr« Schnupftücher auf die Bühne. Der Scharfrichter, der bereits dos Beil aufgehoben hatte, gehorchte den Wünschen des Publikums imd erklärte:„Ja, das ist was anderes! Wenn die gnädigen Herrschaften es so wollen— hast du gehört, Verräter? Du bisM'egticdigt— geh hin und be- danke dich schönstens." Der arme Sünder stand auf und hielt«in« Dankrede. Von L es fing erzählt Brandes, wie er einmal in Mannheim Reichsverbandes die Grundlage für die Lösung des Gesamtproblems der Reparation nicht gegeben ist. An einer gesunden Lösung des Reparationsproblems mitzu- wirken, bettachten die unterzeichneten Gewerkschaften auch weiterhin als ihre Aufgab«._ Die»Voraussetzungen" üer 3nüuftrie. Kritik christlicher Arbeiterführer. Ein Teil der ch r i st l i ch e n Arbeiterschaft, insbesondere die Freunde des Herrn Stegerwald, haben das„Angebot" der Industrie, wenn auch mit einigen Vorbehalten, so doch im allge- meinen mit einer bewundernswerten Genugwung aufgenommen. Aber es gibt auch christliche Gewerkschaftler, die sich die eigene Kritik bewahrt haben rmd von den„Voraussetzungen" der Industrie weniger entzückt sind..Das Urteil dieser Leute ist für den Reichsverband der Industrie und seine Anhänger vernichtend. Sie erblicken in den„Voraussetzungen" für die Garantieleistung eine steche Herausforderung der Arbeiterschaft. So schreibt z. B. in der „Rheinischen Dolkswacht", dem offiziellen Organ der Kölner Zenttumspartei, der Gauleiter V o r h o l z über die Denk- schrist des Reichsverbandes der deutschen Industrie u. a.: ..... Wenn sogar Arbeitgeberoerbände und deren Syndici ihre Hauptaufgabe darin sehen, immer auf reue Wege zu sinnen, wie die Arbeitnebmer in ihren Rechten geschmälert werden können, wie dem heiligen Geidsackegoismus der Unter- nehme? auf Kosten der Arbeitnehmer gedient wird, dann müssen eben Zwangsmittel angewendet werden; denn das Treiben ist siaaksgefährlich. Wir lasten uns den in unseren Tagen der Not so bitter nötigen Gedanken wahrer opferbereiter Bolksgemeinschaft durch scharf- macherische Syndizi und sonstige Macher im Unternehmerlager nicht zersck»laaen! Dann wird Volksgemeinschaft eben ohne die gemacht, die dafür kein Verständnis, keine inner« Neigung haben und demzufolge auch keine Opferbereitfchaft kennen." Diese Kampfansage eine» christtichen Gewerkschaftsführers wird von dem Kölner Zentrum sblott durch einen Kommentar stark unterstrichen. In einer Form, die nichts zu wünscken übrig läßt, wird den Herren der Wirtschast gesagt, wie groß ihr„M a n g e l an sozialer und humaner Gesinnung" ist und daß solche unsoziale Gesinnung und Handlungsweise„schlimmster Klassenkampf von oben" ist. Es schein«, daß man in Arbeitqeberkreistn aus Machtproben lossteuere, aber man dürfe sich nicht täuschen:„Die Arbeiter- und Angestelltenschoft ist auch im christlichen Gewerkfchaftslager auf diese eventuell notwendige Aus- einandersetzung lange gefaßt.... Man wird sie entschlossen finden, um die guten staatsbürgerlichen, mn die guten gesetzlich festgelegten sozialen Rechte, um die einfachsten Rechte auf menschen- würdige Existenz, fern von neuer Lohnsklaverei, mit dem ganzen Einsatz ihrer organisatorischen und moralischen Kräfte zu ringen, bis der Sieg erkämpft ist." ' Wenn ttotz dieser Empörung das Organ des Herrn Stegerwald. „Der Deutsche", sich immer noch als Verteidiger der Industtie auf- fpttlt, dann handelt es gegen die Ueberzeugung eines wesentlichen Teiles der christlichen Gewerkschaftsbewegung. Die rafenüe Teuerung. Nachdem der Dollar auch gestern seine bisherigen Rekord- kurse. weit überboten hat und bis auf 75 000 emporgeschnellt ist, verschärft sich die Teuerung auf allen Gebieten. In der letzten Woche des Mai haben die Lebenshaltungskosten in Berlin nach den eher zu niedrigen als zu hohen Berechnungen der Stinnesschen„Industrie- und Handelszeitung" auf das 4992-, also auf das rund Fünftausendfache des Vor- kriegsstandes erreicht: die meisten Lebensmittel und Be- kleidungstvaren find weitüberdiefem Stand. Die Löhne find noch nie so weit hinter der Teuerung zurückgeblieben wie in den letzten Wochen. Unter diesen Umständen kann nicht nachdrücklich genug ae- fordert werden, daß die Regierung Maßnahmen gegen ein weiteres Ansteigen des Dollarkurses und für eine rascheAnpassung der Löhne und Gehälter an die wahnsinnig steigenden Kosten der Lebenshaltung trifft. bei einer Vorstellung die zu seinen Ehren veranstaltet wurde, Enttee bezahlen mußt«. Der Intendant hört« davon, daß man dem berühmten Gast Einttittsgeld abgefordert hatte und befahl dem Kassierer, seinen Fehler wieder gutzumachen. Dieser schickte Lefstng mit vielen Entschuldigungen seinen Gulden zurück; der Dichter nahm ihn zwar an, schenkte ihn jedoch dann lächelnd dem Boten. Deutschlands älteste Schrebergärten. Bisher gellt als Gründer des deutschen Heimgartens fast allgemein der Leipziger Arzt Daniel Gotttieb Schreber, nach dem die Gärten auch Schrebergärten genannt werden. Denn Schreber war der erste, der den Plan faßte und als- baBd auch ausführte, klein«, abgeteilte Pachtgärten anzulegen, nach- dem er im Jahr« 1865 schon«inen großen Iugendturnspielplatz in Leipzig angelegt hatte. In diese Zeit ungefähr fällt dann auch die Einrichtung der Schrebergärten sowie die halb danach einfetzende Verbreitung der Gärten über ganz Deutschland. Mertwürdizerweise ging aber ursprünglich der Gedanke zur Errichtung der heute für unser deutsches Wirtschaftsleben so wertvollen Heimgärten nicht von Schreber, sondern von einem anderen aus. Wenn man Schillers Briefe an seinen Freund Gottfried Körner, den Voter des Dichters Theodor Körner, liest, so kommt man in dem Brief vom 18. August 1781 an folgende Stelle:„Berwchen habe ich kürzlich besucht. Er wohnt vor dem Thore und hat unstreiiig in Weimar das schönste Haus.... Nebenan ist ein Garten, nicht' viel größer als der japanische Garten(in Dresden), der unter 75 Pächtern verteilt ist, welche 1—5 Taler jährlich für ihr Plätzchen erlegen. Die Idee ist recht artig und dos Oekonomifche dabei auch nicht vergessen. Auf diese Art ist ein ewiges Gewimmel arbeitender Menschen zu sehen, welches einen fröhlichen Anblick gibt. Besäße es einer, so wäre der Garten oft leer. Dieser Garten, so gestand er mir selbst. verinteressiert sich zu 6 Prozent, und dabei hat er dos reine Vergnügen umsonst." Als den Gründer der ersten deutschen Heimgärten haben wir demnach also nicht Schreber, sondern Friedrich Augustin Bertuch (1747—1822) zu bettachten, der zunächst Schriststeller und lieber- setzer, gleichzeitig aber auch Buchhändler und Verleger war; er hatte auch das erste deutsche Modenvlatt gegründet. Daneben besaß er eine Fabrik für künstliche Blumen und war zu alledem noch Le- gattonsrat und Gehetmfekretär des Herzogs Karl August In der Bertuchschen Blumenfabrik war auch Christiane Vulpius beschäftigst ehe sie in Goethes Haus einzog. Wenn wir nun auch die Verbrei- tung und sachkundige Ausführung der Idee der Heimgärten Zweifel- los Schreber oerdanken, so stammt der erst« Gedanke doch von dem vielseitigen Bertuch. Warum die Sommerzeit ntchl eingeführt wird. Aus Regierungs- kreisen wird mitgeteilt: Die Frag« der Wiedereinführung der Sommerzeit wurde auch in diesem Jahre innerhalb der Reichsregie- rung und mit den Interessentenkreisen eingehend erörtert. In den Städten, besonders in Kreisen der Gehalts- und Lohnempfänger. bestand große Neigung für die Sommerzeit, weil man sich von ihr einen früheren Schluß der Arbeitsstunden und eine Verlängerung der Erholung-zeit versprach. Dagegen sprach sich die Landwirtschaft wieder mit Nachdruck gegen die Einführung aus. Die Notwendig- teit, di« Städte um eine volle Stund« früher zu beliefern, würde den Landmann zwingen, fein« ohnehin schon zeitig einsetzende Die Hehe gegen Severing. Der amtliche preußische Pressedienst schreibt: In einem Teil der Presse werden noch nachträglich untersuchungen darüber angestellt, ob Staatsminister Severing für das vor zwei Monaten erfolgte Berbot der Deutschvöltischen Freiheitspartei" die Billigung und das Einverständnis des preußischen Franzosen und Kommunisten. Die ,, Rote Fahne" verlengnet ihre eigenen Berichte! Die Genoffin Fischer warf diese Losungen in die Debatte und sition vor-, obwohl die 3entrale der Partei wie auch die schlug sie auch in der schriftlichen Resolution der Oppo Bezirksleitung und Bezirksausschuß im Ruhrgebiet sie einmütig In den Kreisen der kommunistischen Opposition" wird entgegengesezte Auffassung der Opposition, die im Kabinetts auf seiner Seite gehabt habe, oder ob man nur seine man gestern nicht wenig gelacht haben, als man die Antworten Rorreferat von Ruth Fischer zum Ausdruck fam: Anordnungen, nachdem nichts mehr daran zu ändern war, urder Roten Fahne" auf unsere vier Fragen betreffend die„ Dann vertritt Genossin Fischer zur Ruhrkampagne die Losungen Kenntnis genommen" habe. Staatsminister Severing hatte seinerzeit, weil schnellstes Sugreifen geboten erschien und unmittel- 3Busammenarbeit zwischen französischen Militärs und kommu- der Kontrolle der Produktion und die Besehung der Betriebe im bare Gefahr im Berzuge war, auf eigene Verantwortung wird darin mit einer Dreistigkeit, die an Naivität grenzt, alles dort, wo von den Franzesen die deutsche Schupo vertrieben wornistischen Elementen an der Ruhr zu Gesicht bekam. Denn es Ruhrgebiet und die Bildung von Ortswehren im besetzten Gebiet, als Ressortminister die Verhaftungen und Haussuchungen vornehmen glatt geleugnet, worüber in der gesamten KPD. und den ist." laffen, die wiederum ihrerseits mit zwingender Notwendigkeit zur barüber hinaus wochenlang ganz offen debattiert wurde! fofortigen Auflösung der nicht als politische Partei, sondern als Geheimorganisation mit militärischem Einschlag zu betrachtenden Ruhrkommunisten, ihnen bei der Bejezung der Betriebe beZur Frage 1( bezüglich der franzöfifchen Angebote an die „ Deutschvölkischen Freiheitspartei" führten. In der nächsten Kabi. „ Deutschvölkischen Freiheitspartei" führten. In der nächsten Kabi nettsfizung unterbreitete er dem vollzählig versammelten Staats- hilflich zu sein) wird nach einem Hinweis auf die bekannte Episode Hoschiller Husemann( wobei die längst wiederholt abgelehnt hatten." ministerium das Material, das ihm zur Grundlage seiner Aktion gedient hatte. Das Ministerium verschloß sich der Stichhaltigkeit des widerlegte Lüge, Hofchiller sei ein Sozialist, rasch wieder aufAuch Stoeder warnte( immer nach dem gleichen Bevorgetragenen Materials nicht und gelangte mit dem Minister des gewärmt wird) erilärt, französische Agenten hätten sich auch Innern, wie damals der amtliche preußische Pressediest feststellte, ankommunisten herangemacht. Es heißt dann weiter: richt der Roten Fahne") im Namen der Zentrale davor, eine ,, um der drängenden franzöfifchen Spielzentrale das Handwerk Taftit einzuschlagen, die nur Wasser auf die Mühlen ,, angesichts des vorliegenden Materials und des Ernstes der innendes französischen Imperialismus" leiten würde. Noch deutlicher ist ein Artikel des Chemnizer ,, Kämpfer" gehen richtig und notwendig gewesen sei. Wenn daher der Partei beauftragter Genoſſe z um Schein einem franzöſiſchen( in der„ Roten Fahne" vom 7. April abgedruckt), in dem und außenpolitischen Situation" zu der Auffassung, daß sein Bor. zu legen und hinter die Pläne Poincarés zu fommen, hat ein von der amtliche preußische Pressedienst diese einmütige Stellungnahme Beamten ein Gespräch gewährt." des Ministeriums als eine völlige Billigung der Politik des gegen die Borschläge der Opposition heftig polemisiert und Innenministers bezeichnet hat, so darf diese Charakterisierung auch folgende unzweideutige Stelle aus dem Korreferat Ruth Fischers in Essen wiedergegeben wird: heute noch in vollem Umfange aufrechterhalten werden. Das Reichskabinett hinter Severing. Diese Antwort bezeichnet die„ Rote Fahne" als„ flar und deutlich!" Das könnte höchstens für die anderen drei Antworten gelten, die lauten: 2. Daß irgendein führender Ruhr- Kommunist" auf die Pläne der französischen Besagungsbehörden eingehen wollte, ist er Die Telunion schreibt: Entgegen, anders lautenden Blätter- ft unten und erlogen. 3. Es ist eine Lüge, wenn der Borwärts" indirekt behauptet, meldungen wird von zuständiger Stelle darauf hingewiesen, daß das Vorgehen des Ministers Severing gegen die Deutschvölkische daß die Minderheit der Zentrale oder des Parteitags der KPD. Freiheitspartei die völlige Billigung des Reichstabi.( Ruhrgebiet) auf die französischen Pläne eingehen wollte. netts gefunden hat. Flunkereien der„ Roten Fahne". 11 ,, Ich höre schon den Einwand: Du spielst ja den Franzosen in die Hände! Ich bin mir dieser Gefahr durchaus bewußt. Aber selbst Lenin hat sich damals nicht gescheut, mit Unterstützung der kaiserlich deutschen Regierung feine Einreise nach Rußland zu bewerk. stelligen. Also ist das kein prinzipieller Einwand.( Der Fettdruck stand in der ,, R. F.". Red. d.„,.".) Dieses Argument wird vom, Rämpfer" als ,, grenzenlos leichtfertig" und als eine„ nichtssagende Phrase" bezeichnet. Jedenfalls zeigen diese Säze, wenn überhaupt noch ein Zweifel bestehen könnte, mit sonnenflarer Deutlichkeit, worum es sich bei diesem Kampfe zwischen Zentrale und KPD. handelte. Daß die Opposition damals in Essen nur mit 55 gegen 68 Stimmen unterlag, ist ein Beweis ihrer Stärke, außerdem wurde später einer ihrer Wortführer, König- Dortmund, traft allerhöchster Moskauer Entscheidung als Vertreter der Ruth- Fischer- Richtung in die Zentrale gewählt. Und nun vergleiche man diese Tatsachen mit den vier Antworten" der, Roten Fahne". Es ist zwar in der Rommu nistenpresse des öfteren ebenso dreist gelogen worden, doch Mit diesen Worten polemisierte Klara Zetkin gegen die selten ebenso dumm! 4. Die Frage, ob man mit den französischen Militärs pattieren foll oder nicht, ist und war nie eine Streitfrage in der KPD. Die unbestreitbare Deutlichkeit dieser drei letzten Antworten erhöht nur das Maß von Frechheit, mit der Die Rote Fahne" veröffentlichte am Freitag einen Bericht offenfundige Tatsachen geleugnet werden, bie selbst über die Verhandlungen der Betriebsdelegatio- aus vorsichtig frisierten und stilisierten Berichten und Auffäßen nen mit den Vertretern der Reichsregierung und dem preußischen der Kommunistenpresse zu entnehmen waren. Denn in dem Innenminister Severing. Wenn es in dem Bericht heißt, Bericht der ,, Roten Fahne" vom 21. März über den BezirksMinister Severing habe für vier Forderungen der Delegation Be parteitag der KPD. für Rheinland und Westfalen Nord stand rüdfichtigung zugefagt, während er zwei weitere Forderungen ent- zu lesen, daß Klara 3etfi'n als Vertreterin der 3 en schieden abgelehnt habe, so entspricht das nicht den Tatsachen. Go trale in ihrem Referate erklärte: Eine Kontrolle der Gruben und eine Einrichtung ist es ganz unsinnig, wenn Severing zugesagt haben soll, sich für einen Rüdtransport der Reichswehrtruppen in Don Arbeiterwehren mit der Genehmigung und dem Segen ihre Standorte einzusehen. Zunächst hat der preußische Minister des franzöfifchen Imperialismus wäre höchft gefährlich." präsident feinen Einfluß auf etwaige Truppenbewegungen der Reichswehr, dann ist es aber auch töricht, anzunehmen, daß die Reichsregierung eine Entfendung von Truppen in das Ruhrgebiet vorbereitet, da eine solche Maßnahme zu internationalen Rompli fationen führen müßte. Weiter ist ein neues Verbot der faschistifchen Organisationen bei der Unterredung ebensowenig in Aussicht gestellt worden, wie eine Einstellung der Pogromhehe gegen die Kommunisten oder eine Regelung der Löhne und Gehälter. Die fascistischen Organisationen sind auch weiter in Preußen verboten. Es bedarf hier also feines solchen Erlasses. An der Pogrom he he ist die preußische Regierung nicht beteiligt, Sie kann sie auch nicht einstellen. Auf die Regelung der Löhne und Gehälter hat die preußische Regierung feinen Einfluß. Es ist allerdings richtig, daß die Minister Braun und Severing sich bewußt bei der Reichsregierung um eine gefunde Er höhung bemühen. Hier bedurfte es nicht erst der Aufforderung der Delegation. Was nun die Anerkennung der proletarischen Hundertschaften und wilden Rontrollausder " schüsse anbelangt, die nach der Meldung der Roten Fahne" " ganz entschieden" abgelehnt worden sein sollte, fo ist das eine Haltung, die den Fragern bekannt sein konnte, ehe sie die Frage überhaupt stellten. Man sieht, die Unterredung zwischen dem Innenminister und der Delegation verlief wesentlich anders, als es die Rote Fahne" glauben machen will. Morgenarbeit um eine Stunde früher, zeitweise noch bei Dunkelheit, zu beginnen, so daß Ersparungen an Beleuchtung am Abend wieder aufgehoben würden durch den Verbrauch am Morgen. Auch würden die Lanbarbeiter eine Berschiebung der Arbeitszeit nur widerwillig aufnehmen, worunter die Produktivität der Arbeit leiden würde. Auch die Bergarbeiter im Ruhrrevier erhoben Einwendungen, weil dann zur Morgenschicht noch in der Nacht von Haufe aufgebrochen werden müßte. Während man in Norddeutschland mehr der Sommerzeit zuneigte, stieß sie in Süddeutschland auf starten Widerstand. Zu alledem erklärte der Reichskohlenkommissar, daß bei der Sommer zeit teine nennenswerte Kohlenersparnis erzielt würde. Eine in das Leben jedes einzelnen so tief einschneidende Maß nahme wie die Sommerzeit kann sich nur durchsetzen, wenn sie von der überwiegenden Auffassung des Volksganzen getragen wird. Eine solche fehit zurzeit in Deutschland. So ergab sich für die Reichs. regierung notwendigerweise der Verzicht auf die Einführung der Sommerzeit. Die Presse in der Tschechoslowakei. In der Tschechoslowakischen Republit erscheinen 60 tschechische und 93 deutsche Tagesblätter fowie 50 magyarische Tag- und Wochenblätter. Bei den deutschen Tagesblättern gibt es eine Reihe identischer, die sich nur durch die Köpfe unterscheiden; immerhin ist der große Brozentsatz der deutschen Breffe bemerkenswert. Politische Wochenblätter gibt es 347 tschechische, 119 deutsche, 11 anderssprachige. Die Gesamtzahl der politischen Blätter beträgt 698. An unpolitischen gibt es 1408( 875 fchechische, 299 deutsche, 30 magnarische, 176 Revuen, 28 anders. Sprachige). Die Zahl der gesamten Zeitschriften beträgt 2016. Die Breffe steht immer noch unter dem altösterreichischen Pressegefeß; fie wird massenhaft tonfisziert. Der Kölner Streik. Gegen die französischen Faschisten. Interpellationen in der Kammer. Paris, 1. Juni.( ER.) Der Abgeordnete Herriot hatte in Rammer eine Interpellation über den gestrigen Angriff der Royalisten gegen die Abgeordneten Mare Sangnier( unabhängig, wenn auch links orientiert) und Moutet( Sozialist), sowie gegen den früheren Minister Bioleta, eingereicht. Er wünscht zu wiffen, welche Maßnahmen die Regierung zu ergreifen gedente, um das Leben der Bürger gegen die Angriffe der Royalistenorganisation zu schützen. Die Tätigkeit der Royalisten wird in weiten Partei. freifen mißbilligt. Dies mußte der Abgeordnet Léon Daudet erfahren, als er nachmittags in der Kammer erschien. Er wurde in den Wandelgängen von ungefähr 100 Abgeordneten umringt, die ihm heftige Borwürfe über die Tätigkeit der ihm unter. stellten Organisation machten. Einige Abgeordnete wollten es so gar zu Lätfidh feiten fommen lassen, denen sich Daudet Köln, 1. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Der wilde Streit der Kölner Straßenbahner hat sich im Laufe des Freitag auf alle städtischen Betriebe, Gas, Elektrizitäts- und Wafferwerte, Theater, der Friedhöfe usw., ausgedehnt. Es tommen im ganzen etwa 60000 Arbeiter in Frage. Die Notstandsarbeiten werden vortäufig ausgeführt, so daß mit Ausnahme des vollständig stillgelegten Straßenbahnverkehrs noch feine unmittelbare Einwirkung auf die Bevölkerung zu spüren ist. Aeußerlich ist alles ruhig. Der Streit hat feinen Rückhalt bei den Gewerkschaften. Auffallend ist, daß das wilde Streiftomitee bis zur Stunde noch teine positiven Forderungen an die Stadtverwaltung gestellt hat. Die britischen Besagungstruppen haben am Donnerstag nachmittag vier Mitglieder des Streittomitees per haftet und weitere Berhaftungen angedroht. Die Verhafteten sind jedoch am Freitagvormittag wieder freigelassen worden. Bestimmte Anzeichen deuten darauf hin, daß die ganze Aktion im 3ufammenhang mit den Ruhraufständen steht, und daß hier wie dort die Franzosen die Hände im Spiel haben. Die Stadtverwaltung ist entschlossen, nicht nachzugeben. Sie sieht in dem Vorgehen der Streifenden einen glatten Tarifbruch. Teilweise Räumung? nur durch schleunige Flucht entziehen fonnte. Es ist beachtenswert, daß der gestern angegriffene abgeordnete Moutet sich bei dieser Gelegenheit ins Mittel legte, um den royalistischen Pariser Abgeordneten vor seinen Feinden zu schützen. Zu Beginn der Kammersihung führte Herriot aus: Bir sind Anhänger der Legalität. Die französische Demokratie hat aber Elberfeld, 1. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Die Meldungen, daß die jehigen Zustände satt. die Franzosen infolge englischen Protestes das ganze füblich der Die Regierung hat ihr Teil Berantwortung an dieser Ruhr gelegene Gebiet zu räumen beabsichtigten, scheinen sich zu bestätigen. In amtlichen deutschen Stellen wird die Räu- Lage. Man läßt nicht unbestraft auf den Tribünen des Parlaments mung der Kontrollstation Hengsten schon in Kürze erwartet. Die Republit beschimpfen. Die Regierung muß Stellung Augenblicklich nimmt die französische Besatzung große Truppenver- nehmen und sich auf die eine oder andere Seite stellen. Der Augen. schiebungen vor. Neu besetzt wurden Rölinghausen bei Gelsenkirchen blid ift gekommen, um die royalistischen Ausschreitungen energisch niederzuschlagen. Der Abgeordnete Brousse protestierte und der Bahnhof Sterkrade. Zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof feinerseits gegen die Einführung faschistischer Methoden in Frand und Effen Hauptbahnhof verkehren jetzt täglich vier militarisierte Züge. In Duisburg sind zwei von französischen Soldaten geführte reich. Der Innenminister Maunours erflärte darauf, daß die MeBüge zusammengestoßen. Der Sachschaden ist groß. Einzelheiten gierung die gestrigen Attentate miß billige und entschlossen sei, find nicht zu erfahren, da Absperrungen vorgenommen worden sind. Dagegen mit den strengsten Maßnahmen vorzugehen. Sie habe den Auf Grund einer Verfügung des Generals Degoutte hat Beweis, daß eine Organisation bestehe, die sich über ganz der Kommandant von Bochum angeordnet, daß alle Bolizei außer Frankreich erstrecke. Ich kenne deren Führer und die Gerichte der städtischen Polizei verschwinden muß. Einschließlich der Feuer- find verständigt worden. Die Regierung wird ihre Pflicht bis zum wehr soll eine tommunale Bolizei in Stärke von 200 Mann Ende erfüllen, um die Republik zu verteidigen. aufgestellt werden. Auf Borstellung des Düsseldorfer Regierungspräsidiums hat sich General Degoutte bereit erklärt, in jedem Konfliktsfall tommunale und städtische Polizei nach den bedrohten Gebieten zu schaffen, Schuhpolizei tommt nicht in Frage, da diese aufgelöst ist. In Hattingen ist der Belagerungszustand aufgehoben worden; diese Stadt ift start mit Truppen belegt. Auf einen Zivilisten tom men brei Soldaten. In Dorstfeld wurden 43 Schuh polizisten verhaf Bahnbrechende Neuerung im Fernsprechwejen. In dem Kleinen tet, die nach Dortmund wollten. Sie sind den Franzosen durch oberbayrischen Städtchen Weilheim wurde in den letzten Tagen ein Unachtsamkeit des Polizeihauptmanns in die Hände gefallen, der die automatisches Fernsprechamt eröffnet, das eine bedeutende Neuerung 43 Schupoleute geschlossen in das besetzte Gebiet führen wollte und, auf dem Gebiete des Fernsprechwesens darstellt. Es wurde zum ersten als die Franzosen aufmerksam wurden," Sprung auf, marsch, Male in der Welt der Versuch gemacht, das automatische Fernsprech marsch!" tommandierte. Die Beamten sind von den Franzosen arg system, das bisher nur im inneren Verkehr weniger Großstädte Vermißhandelt worden und sind festgesetzt. mendung gefunden hat, auf den Verkehr verschiedener Drte untereinander auszudehnen. Borerst fommt eine Gesprächszone von Das Wiener Krematorium. Der Gemeinderat beschließt Weiterbetrieb. Wien, 1. Junji.( Eigener Drahtbericht.) Im Gemeinderat wurde heute die Zuschrift des Bürgermeisters verlesen, daß er gemäß der Weisung des( chr.- soz.) Ministers für fo= ziale Fürsorge dem Magiftrat aufgetragen habe, den Betrieb des Krematoriums einzustellen. Darauf beantragte Genoffe Professor Dr. Tandler, den Gemeinderatsbeschluß vom Januar zu wiederholen, nämlich diese ungefeßliche Anordnung zurückzuweisen. Genosse staret stellte den Zusagantrag, den Magistrat unter Umgehung des Bürgermeisters zu beauftragen, den Betrieb des Krematoriums fortzusehen. Ein Antrag der ChristlichSozialen, die Sache von der Tagesordnung abzufeßen, wurde abgelehnt. Die Christlich- Sozialen verließen darauf den Gemeinderat, Der einmütig mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Deutschannahm. Bürgermeister Genosse Neumann erklärte nun, daß Condon, 1. Juni.( WTB.) Dem Londoner Berichterstatter des er gemäß der Weisung des Ministers und fraft seiner Befugnisse Manchester Guardin" zufolge befasse sich das britische Schazamt den Zufazantrag Staret sistieren müsse. Auf Antrag des Ge augenblicklich damit, die britische Rgierungspolitik zeitgemäß zu genossen Tandler wurde nun der Beschluß ausdrücklich wiederstalten. Baldwin sei entschlossen, eine Regelung des Problems der holt und dazu erklärt, daß er sich nicht gegen den Bürgermeister Reparationen und interalliierten Schulden zu ver- richte. Der Gemeinderat steht auf dem Standpunkt, daß im Sinne suchen und auf einer unformellen Zusammenkunft von Ministern sei der Gemeindeverfassung ein sistierter Beschluß durch seine Wiederbefchloffen worden, die dem Plan Bonar Laws vom letzten Januar holung rechtskräftig wird. zugrunde liegenden Prinzipien aufrechtzuerhalten, zugleich mit der nötigen Revision der 3ahlenwerte. Das Schahzamt prüfe Freispruch Serrafis beantragt. Wie der„ Avanti" mitteilt, die Gesamtfrage von neuem, um abzuschäßen, welchen Einfluß die schließt die Auflage des Staatsanwalts gegen Serrati mit einem Ruhrbsehung auf den britischen Plan habe. Die einzige Aenderung, Freispruch, weil die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen kein die in diesem Blan gemacht werde, werde die Einsetzung abgeänderter Bergehen darstellten. Summen sein, wo dies bet ten augenblicklichen Bedingungen notmenbig fet. 25 Silometer in tres in Frage, die bald weiter ausgedehnt Aenderung des britischen Zahlungsplans? nationalen, Tschechen und Jüdisch- Nationalen- bie beiden Anträge werden soll. weitere Neuerung im automatischen Fernsprech betriebe ist dabei zu verzeichnen, daß der Automat nicht nur ohne Beihilfe von Personal die Verbindung herstellt, sondern auch die Gespräche ihrer Zahl und Zeitdauer nach notiert und außerdem den Sprechenden alle drei Minuten über die Länge des Gesprächs durch ein Signal unterrichtet. Die Frankfurter Feier zur Erinnerung an die erste deutsche National bersammlung von 1848 ijt jowohl auf dem Römer wie an der Baulskirche finematographisch aufgenommen worden. Der Film, der den neuen deutschen Staatswillen zum Ausdruck bringt, wird im In- und Auslande Zeugnis für die Republik ablegen. Ein Feldzug gegen den Krebs in England. In England stirbt jebe fiebente Berson über dreißig Jahre an Krebs. Die Gesellschaft für die Strebsbekämpfung hat beschlossen, einen verstärkten Felbaug gegen ble Strebs. trantbeit zu eröffnen. Es ist ein besonderes Komitee gebildet worden, das den Plan der Belämpfung erörtern wird. Als driife Frau im englischen Unterhause wurde bei einer Erfazwahl in Benvid Frau Philipson( fonfervatio) gewählt. Gewerkschaftsbewegung Arbeitgeber und Lohnentwicklung. Herr Dr. Tänzler, Geschäftsführer der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände, fühlt sich bemüßigt, im gestrigen Abendblatt des„ Berliner Tageblatt" nochmals den Standpunkt der Unternehmer zu perfechten. Zunächst mundert er sich, daß man für die Unzufriedenheit der Arbeiter, die aus der Entwertung ihrer Löhne entspringt, die Arbeitgeber verantwortlich mache. Man werfe der Industrie vor, daß sie vor den Forderungen der Arbeiterschaft nicht genügend zurückgewichen ist". " Die Industriellen berechnen ihre Preise nach dem Dollar. Der Dollar steigt. Das tut den Industriellen herzlich leid. Sie haben natürlich alles getan, um die Marf zu halten. Sie haben zur Zeich nung der Goldschahzanleihe ihre Derisenbestände hergegeben; sie sind Befürworter einer verschärften Ausfuhrabgabe; sie lehnen es unbedingt ab, auf dem freien Markt Devisen zu kaufen oder gar solche zu hamstern. Kurz, sie haben den Versuch, die Mark zu stabilisieren, mit allen Kräften unterstützt wie der Strick den Gehängten. Der Dollar steigt trotzdem immer mehr. Mit blutendem Herzen streichen die Unternehmer die daraus ihnen zufallenden Mehrgewinne ein. Nun kommen die Arbeiter, die bei den in die Höhe schnellenden Breifen nicht mit ihren Bapiermarklöhnen auskommen fönnen. Eine Maschine, die bei einem Dollarstande von 20 000 zu 200 Dollar bestellt murde, wobei vielleicht 25 Proz. Löhne enthalten waren, also 50 Dollar, gleich einer Million Papiermart, aber heute bezahlt wird, bei einem Dollarftande von 75 000, bringt dem Unternehmer einen Uebergewinn vom Arbeitslohn von rimb 37 Dollar oder 2475 000 Bapiermart. Der Unternehmer ist großmütig bereit, 40, ja 50 Pro3. Papiermark zuzulegen, im günstigsten Falle also 500 000 Papier mart. Es bleibt ihm also bei der einen Maschine ein Balutagewinn an Löhnen allein von 1995 000 Papiermart oder rund 27 Dollar. In Wirklichkeit ist der Lohngeminn besser gesagt der 2ohn abzug noch ein höherer, weil der Unternehmer die Berhandlungen so hinauszuziehen weiß, daß die scheinbare Lohnzulage erst bei der Herstellung der nächsten oder übernächsten Maschine in Wirksamkeit tritt. Und mir beschränken uns hier auf die Berechnung des Geminns aus den Löhnen allein. Unter diesen Umständen ist Herr Dr. Tänzler durchaus berechtigt, fich tcrüber zu beflagen, daß man den Unternehmern vorwirft, fie feien vor den Forderungen der Arbeiterschaft nicht genügend zurüdgemichen". Herr Dr. Tänzler ist unvorsichtig genug, die hohen Löhne" der Bergarbeiter anzuführen. Ais der Dollar auf 20 000 fland, befamen die Bergarbeiter einen Schichtlohn von 12 615 Papiermart. Am 1. Juni, bei einem Dollarftande von 75 000, befommen sie den Riefenlohn" von 27 000 Papiermart. In Wirklichkeit müßte er, berechnet, wie die Unternehmer ihre Waren berechnen, nämlich nach dem Dollar, 47 307 Papiermark betragen. Der Lohnabzug beträgt also rund 20 000 Papiermark pro Schicht. In Wirklichkeit beträgt ber Uebergeminn der Unternehmer weit mehr als 20 000 m. pro Schicht, weil die gesamte„ Lohnerhöhung" auf die Verbraucher abgewälzt wurde. Aber wir verstehen Herrn Dr. Tänzler sehr wohl. Wenn er gegen einen angemessenen Lohnausgleich Front macht, dann tut er das nur, um die damit verbundene Inflation wenigstens soweit als irgend, angängig einzuschrär.fen". Steuern zahlen, Devisen abliefern, gesunde Finanzgefehe schaffen helfen, furz dem Staat die Mittel geben, damit er seine Finanzen in Ordnung bringen, der Notenpreffe Einhalt gebieten kann, das ist die letzte Sorge der Organisation, beren Geschäftsführer Herr Dr. Tänzler ift. Die Sorge wegen der Inflation fängt erst bei den Arbeitslöhnen an. Schließlich entrüstet sich Herr Dr. Tänzler über die Zumutung, die bevorstehende Brotpreiserhöhung durch entsprechende Lohn erhöhungen abzugelten. Ein derartiges Burüdweichen vor augenusblicklichen Strömungen" mißbilligt er schärfftens. Hier wird ledig lich an Gefühlsmomente appelliert," konstatiert der Geschäftsführer Der Unternehmer. Solchen Gefühlsmomenten, daß die Arbeiter schließlich doch wenigstens sich Brot kaufen fönnen sollten, ist Herr Dr. Tänzler Gott sei dant nicht zugänglich. Bei Lohnfragen muß man wirtschaftlich denken, meint Herr Dr. Tänzler. Dollar ish Dollar. Der Meinung find wir auch. Dollar ist Dollar, auch für die Arbeiter. wirtschaftlichen Grundsägen regeneriert und bauernd betrieben| Rednern entschieden widersprochen. Die Spanne set höher bemessen. werden sollen: Für fleine Betriebe sei fie jedoch niedriger, etwa 66 M. Nachdem Nach eingehender Aussprache, bei der alle in Frage fonimen- Ortmann vom Verkehrsbund die ganze Situation fachlich beden Gesichtspunkte und nicht zuletzt die jetzige schwierige Lage| leuchtet und Koch I in seinem Schlußwort unzutreffende Ausführungen des Reichs einer sorgfältigen Prüfung unterzogen wurden, er einiger Diskussionsredner richtiggestellt hatte, wurde der Schiedsblickt der erweiterte Borstand in diesem Vorhaben einmütig die spruch unter der Voraussetzung, daß er auch die Zustimmung der schon einmal ausgesprochene Absicht der Industrie, auf eine Arbeitgeber erhalte, gegen eine erhebliche Minderheit ange= Privatisierung der Staatseisenbahn hinzuwirken. Er ist millens, nommen. Neue Löhne im Mineralöl- und Fettgroßhandel. er. einem solchen Borhaben mit allen Mitteln und unter Aufbietung aller gewerkschaftlichen Kräfte zu begegnen; er wird auch irgend eine Berreißung des deutschen Reichseisenbahnmeßzes, d. h. seine Bom Deutschen Berkehrsbund wurde dem Arbeitgeberverband Aufteilung an verschiedene Interessentengruppen niemals zulassen. des Großhandels für die zweite Hälfte mai die Forderung einer Andererseits ist er aber auch bereit, an der Hebung der Wirtschaft: Nachzahlung auf die bestehenden Lohnjähe sowie neuer Lohnlichkeit der Reichseisenbahn mitzuarbeiten, ohne daß dadurch die wohlerworbenen Rechte und die berechtigten Interessen der Eisen- läge für die Zeit vom 1. bis 15. Juni 1923 in Höhe von 125 Proz. überreicht. In der Verhandlung am Donnerstag war es nach bahnbeamtenschaft in irgendeiner Weise gefährdet werden. Die aus allen Landesteilen nach Berlin geeilten Vertreter längerer Auseinandersezung möglich, eine Lohnregelung zu des erweiterten Vorstandes der Reichsgewerkschaft erwarten von reichen. Die Lohnfäße betragen demnach ab 26. Mai bis 15. Juni allen Volksfreisen, daß sie eine solche Beraubung des Staatsgutes, 128 000 m. bis 146 000 m. pro Woche. Auch mit dem Arbeitgeberverband der Verbandmittel. wie sie die Privatisierung der Reichsbahn darstellen würde, miß hersteller Groß- Berlins ist nunmehr der Tarifvertrag für den billigen und die Forderungen der für das Wohl der Volksge Monat Mai durch Vermittlung des Herrn Demobilmachungsmeinschaft fämpfenden Eisenbahner unterstützen. fommissars zum Abschluß gekommen; desgleichen gelang es der Drganisation, mit Unterstügung des Herrn DemobilmachungsPommissars, die Lohnfäße für die in den Berliner Apotheken beschäftigten Apothekenarbeiter, Arbeiterinnen, Laboranten und Reinemachefrauen abzuschließen. Die gedruckten Tarife sind sofort im Bureau, Engelufer 24/25, II, 3immer 26, gegen Vorzeigung des Mitgliedsausweises in Empfang zu nehmen. Eine andere Entschließung, die den vielen tausenden im Ruhrtampfe stehenden Kollegen der Reichsgewerkschaft die Sympathien der unter den Qualen der feindlichen Besetzung nicht leidenden Kollegenschaft ausspricht und ihre Unterstügung zusagt, fordert von der Regierung den Ausbau wirksamer Fürsorge maßnahmen für die Bedrängten und Vertriebenen. Sie versichert, wenn die Fürsorgemaßnahmen der Regierung nicht mehr ausreichen sollten, auch materiell bis zur äußersten Grenze der gewertschaftlichen Leistungsfähigkeit die den Kollegen entstandenen Schäden wieder gut zu machen. Eine weitere Entschließung richtet sich gegen die Verschleppung des Beamtenräfegesetzes. Die Entschließung endet wörtlich: Der erweiterte Vorstand der RG. ersucht Reichstag, Reichs= regierung und Reichsrat, gegen ein wirklich fortschrittliches Beamtenrätegesez feinen Widerstand mehr zu leisten und das in der Verfassung gegebene Versprechen der gesetzlichen Beamtenvertretung endlich einzulösen. Er ist gezwungen, warnend auf die schwere Beunruhigung hinzuweisen, die durch die unwürdi gende Behandlung der Eisenbahnbeamtenschaft in der Frage des Beamtenrätegefehes hervorgerufen worden ist. In der Entschließung in der Besoldungsfrage wird feft. gestellt, daß die heutigen Gehaltsbezüge in den unteren Gruppen Döllig unzureichend sind. Schaffner, Weichensteller usw. erhalten zum Teil geringere Bezüge, als den Arbeits. lojen an Unterstügung gezahlt wird. Lohnvereinbarung in den Privat- Elektrizitätswerken. Durch neue Verhandlungen vom 30. Mai stellten sich die Löhne in den Groß- Berliner Privat- Elektrizitätswerfen ab 16. bis 29. Mai folgendermaßen: Gruppe I bis VI: 2230, 2160, 2100, 1950, 1650 und 1350 M. Die Frauen- und Kinderzulage bleibt mie bisher bestehen. Auf die Lohnerhöhung kommen am Freitag, den 1. Juni, für die fechs Gruppen folgende Summen zur Auszahlung: 60 000, 60 000, 50 000, 50 000, 35 000 und 25 000 int. Gegen die Maffenentlaffungen in den Finanzamtern. einberufene überfüllte öffentliche Versammlung aller Finanzamts. Eine vom Zentralverband der Angestellten am Donnerstag In der Entschließung gegen die Beamtenentlaffun- angestellten Groß- Berlins beschäftigte sich mit den zum 30. Juni erfolgien und zum 30. September geplanten Massenentlassungen von gen wird trotz der bereits gefaßten Anträge des Reichstags eine Angestellten. 3 ei vom Zentralverband der Angestellten berichtete Entlassung der Beamten, Hilfsbeamten und Diätare abgelehnt, da ausführlich, was die Organisation in Verbindung mit den parlaweder die Reichsverfassung noch das bestehende Beamtenrecht und mentarischen Arbeitnehmervertretern schon seit Jahr und Tag im die vorhandenen Staatsverträge eine rechtliche Grundlage hierzu Interesse der Behördenangestellten geleistet hat. Der Widerstand bieten. Die wohlerworbenen Rechte des Beamten in öffentlich gegen die Beschäftigung der Angestellten bei den Reichsbehörden rechtlichen Diensten können nicht durch einen Parlamentsbeschluß sei ungeheuer groß und nur eine gefchloffene freigewerkschaftlich beseitigt werden. organisierte Angestelltenschaft fei in der Lage, diesen Widerstand zu überwinden. Die Finanzverwaltung sei bei diesen Entlassungen überwinden. außerordentlich unsozial vorgegangen. Sie bereite den Angestellten die erdenklichsten Schwierigkeiten in Urlaubsfragen und in der Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Rechte. Die Diskussionsredner unterstrichen diese Ausführungen. Die Frage der noch immer nicht erledigten Disziplinierungen Der Borsigende des Zentralverbandes der Angestellten, Reichs und strafrechtlichen Verfolgungen aus Anlaß des Beamtenstreits bei tagsabgeordneter Giebel, wies in der Diskussion auf die Vorder Reichsbahn im Februar 1922 bot Grund zu der Entschließung, eingenommenheit der bürgerlichen Parteien gegen die Beschäftigung die von Reichsregierung und Reichtsag fordert, daß die schönen von Angestellten bei Behörden hin. Es liege nicht im Intereffe des Worte des Dantes an die im Abwehrkampf stehenden Eisenbahner Reichs, daß die eingearbeiteten Kräfte der Finanzverwaltung entauch in die Tat umgesetzt werden und die Rache- und Vergeltungs- lassen würden. Dies führe nur zu einer Verzögerung der Beranpolitik endlich durch eine Amnestie zum Abschluß gebracht wird. lagung der verschiedenen Steuerarten. In der einstimmig ange= Die letzte Entschließung wendet sich gegen diejenigen Kreise der Kollegenschaft, die durch Abseitsstehen von jeder Organisation andere nommenen Entschließung heißt es: für fich zahlen und arbeiten laffen und ohne Opfer alle Vorteile des gewerkschaftlichen Wirkens für sich einheimſen. Lohnregelung in der Metallindustrie. Nach langwierigen Verhandlungen wurde gestern abend im Reichsarbeitsministerium für die Berliner Metallindustrie folgender Schiedsspruch gefällt: Bom 28. Mai bis 3. Juni beträgt der Spigen lohn in Lohnklaffe I 2900 M. Vom 4. bis 10. Juni erhöht sich der Spigenlohn auf 3100 M. Die Frauenzulage wird von 50 auf 100, die Kinderzulage von 80 auf 200 m. pro Stunde erhöht. Die Lohn erhöhung in den übrigen Lohntlaffen sowie die Affordlöhne werden entsprechend der vorstehenden erhöht. Zu diesem Ergebnis werden die Funktionäre heute abend Stellung nehmen. Schiedsspruch für die Meiereien Berlins. Die Eisenbahnbeamten in der Arbeiterfront. Die Reichsgewertschaft Deutscher Eisenbahn beamten und Anwärter, die größte Beamtenorganisation des Reichsbahnperfonals mit über 250 000 Mitgliedern, hatte am 29. und 30. Mai ihren erweiterten Borstand nach Berlin berufen, um zu den brennendsten Fragen der Organisation und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage der Eisenbahnbeamtenschaft Stellung zu nehmen. Es handelte sich in der Hauptsache um die Genehmi- Im Moabiter Gesellschaftshaus fand am Donnerstag abend eine gung des zwischen dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund der start besuchte Bollversammlung des Personals der Meierei Groß Spikenorganisation der RG. einerseits und dem ADGB. und Berlin( Bolle) statt, in der Koch I vom Metallarbeiterverband AfA. andererseits abgeschlossenen Organisationsvertrags. namens des Lohnfartells über das Ergebnis der Verhandlungen mit In ausführlichen Referaten begründeten der 1. Vorsitzende der RG. den Meiereivertretern und vor dem Schlichtungsausschuß berichtete. Menne und Generalsekretär Döbling die organisatorische Not- Die den Meiereibetrieben eingereichte Forderung sei auf eine Erwendigkeit und wirtschaftliche Selbstverständlichkeit dieses Vertrags, höhung der Löhne um 60 Proz. bemessen worden. Eine Berständi gegen den auch in der darauf folgenden eingehenden Aussprache gung mit den Vertretern der Betriebe mar aber nicht zu erreichen, überraschend wenig Einwendungen erhoben wurden. Die Abstim so daß der Schlichtungsausschuß angerufen werden mußte, der einmung ergab infolgedessen eine überwältigende Mehrheit stimmig zu folgendem Spruch gelangte: für die Sanktion des Vertrags, durch den die übergroße Zahl der deutschen Eisenbahnbeamtenschaft in die gemeinsame Front der allgemeinen deutschen Arbeiterschaft eingereiht wird. Im Laufe der zweitägigen Sigung wurde in einer Reihe von Entschließungen, die zum größten Teil mit völliger Einftim. migkeit gefaßt wurden, vor allem zu den wirtschaftspolitischen Fragen der Gegenwart Stellung genommen. Am wichtigsten ist hierbei die als Antwort auf das Garantieangebot der deutschen Industrie und gegen deren Privatisierungsgelüfte gerichtete Entschließung, die wir deshalb im Wortlaut wiedergeben, zumal bereits finnentstellend gekürzte Wiedergaben davon in der öffentlichen Bresse erschienen sind: Für die Zeit vom 25. bis 31. Mai sollen die Wochenlöhne betragen für die Gruppen 1, 2, 3 und 4: 112 000, 108 000 98 000 und 94 000 m. Weiter für die Zeit vom 1. bis 14. Juni: 146 000, 142 000, 132 000 und 128 000 m. Die am 31. Mai 1923 in den Sophiensälen versammelten Angestellten sämtlicher Finanzämter, Zollamter und Gruppen im Bereich der Landesfinanzämter Groß- Berlin und Brandenburg erheben einstimmig schärfften Proteft gegen die zum 30. Juni 1923 erfolgten und noch zum 30. September 1923 in Aussicht genomme nen Ründigungen. Die Angestellten stellen übereinstimmend fest, daß der Stand der vorliegenden Arbeiten feine Entlassungen zu läßt, zumal die Durchführung der Veranlagung der Vermögens, Einkommen, Umfaz, Stempel- und Verbrauchssteuern sowie der 3wangsanleihe durch die Entlassungen außerordentlich gefährdet ist. hierzu kommt noch die Tatsache, daß die zur Finanzverwaltung übergetretenen Boft- und Eisenbahnbeamten zum großen Teil nicht geeignet sind, die eingearbeiteten Angestellten in absehbarer Zeit zu ersetzen. Die Versammelten erwarten vom Reichsfinanzministerium sowie vom Landesfinanzamt Groß- Berlin und Brandenburg Zurücknahme der Kündigungen zum 30. Juni 1923 und Bermeidung der zum 30. September 1923 geplanten weiteren Kündigungen. Sie fordern dabei die Unterstübung der Gewerkschaften und der Arbeit nehmervertreter im Reichstage, um so mehr, als der größte Teil der jahrelang bei dieser Verwaltung tätigen und bewährten Kräfte aus dem Kaufmannsstande hervorgegangen und der Arbeitsmarit in diesem Stande jetzt mit Stellensuchenden überhäuft ist. Diese Kündigungen würden für viele Angestellte zum vollständigen wirtfchaftlichen Ruin führen." Achtung Maler! Durch Haupttarifamtsentscheidung vom 30. Mai 1923 ist der Malerlohn in Groß- Berlin für die Zeit vom 2. Juni bis einschließlich 15. Juni 1923 auf 2700 Mart pro Stunde festgesetzt worden. Von den Arbeitgebern ist zugestanden worden, daß unsere Kollegen in den ersten Tagen der nächsten Woche bereits einen Borschuß auf den am 8. Juni zahlbaren Wochenlohn Die Gehälter der Angestellten werden prozentual nach der fordern können. Verband der Maler, Filiale Berlin. Gruppe 1 erhöht. Als Schmutzulage find 15 M. pro Stunde zu be- Der belgische Eisenbahnerstreit beendet. Nach amtlichen Mitwilligen. Nach eingehender Darlegung aller Borgänge bei den Berteilungen über die Streitbewegung der Eisenbahner ist die Wiederhandlungen erflärte der Redner, daß das Lohnkartell und die Lohn aufnahme der Arbeit auf allen Linien erfolgt. fommission fich für die Annahme des Schiedsspruches ausgesprochen haben. Buchdruckerstreif in Memel. Hier begann gestern mittag ein allgemeiner Buchdruckerstreit. Die Buchdrucker verlangen für die abgelaufene Woche die Zahlung in litauischer Währung. Die Berleger lehnen die Forderung als zu hoch ab. Die Aussprache zeigte, daß die Stimmung der Versammlung eine sehr erregte war. Die von den Meiereivertretern beliebte Bes hauptung, daß die hohen Löhne der Arbeiterschaft die große BerteueDer am 29. und 30. Mai tagende erweiterte Vorstand der rung der Milch verschuldeten, wurde als unbegründet energisch zurückReichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter gewiesen. Mehrere Redner traten entschieden für Ablehnung Berantwortlich für Politik: Victor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: entnimmt aus dem Schreiben des Präsidiums des Reichsverban- und eventuell für den Streit ein. Auf jeden Fall werde man zum R. 8. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; totales und Sonstiges: Billy Mobus, Berlag: Borwärts- Berlag des der deutschen Industrie an den Herrn Reichskanzler vom Streit schreiten müssen, wenn der Spruch von den Meiereien abge- Berlin- Bantom; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. 25. Mai 1923, daß als Pfandobjekt für die Sicherung der Re- lehnt werden sollte. Der Behauptung, daß die Meierei Bolle G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul parationszahlungen die Reichs- und Staatsbetriebe nach privat- nur eine Spanne von 72 m. beim Handel habe, wurde von den EMIL ZOLA Gesammelte Romane Geheftet und gebunden find in allen Parteibuchhandlungen, auch einzeln, erhältlich MÜNCHEN KURT WOLFF VERLAG KOMMUNISTEN PRIESTER AUFSTAND 1 8 5 0 DAS GLÜCK DER FAMILIE ROUGON Der Roman einer Rotte po. litischer Schieber, die auf dem Blut und den Opfern des mißglückten Aufstandes ihr Glud aufbauen. UND ZOLIBAT DIE SÜNDE DES ABBE MOURET Die Tragödie bes Priesters, berdurch die Bestimmungender Kirche gefesselt ist, der Kampf zweier junger in Liebe verbun bener Menschen um ihr Glūd DAS DER VERROTTETE POLITISCHE PARIS SCHIEBER NANA Das Leben der Dirne, in deren Laffern der ganze bürgerliche Abschaum von Paris verfinft, mit deren Seuche ganz Paris vergiftet wird. EXZELLENZ EUGEN ROUGON Das Lied von der politischen Rorruption Franfreiche sur Beit des Kaiserreichs, der Roman von der Gewiſſenlosigkeit bes Politifers. Ginger u. Co., Berlin, Lindenstr. 3. Hierzu 1 Bellage. BOURGEOIS UND REVOLUTIONAR DER BAUCH VON PARIS Der Roman von der Empörung der Genügfamen und Satten gegen den Jdeen menschen und Revolutionär, der Roman vom fatten Paris. DIE SERIE DER ROUGON- MACQUART 3olas Hauptwert, zeigt in ber Geschichte ber einzelnen Glie der einer Familie die Ursachen und den Fortschritt der inneren Berrüttung Franfreichs unter der Herrschaft des zweiten Raiferreichs bis zum Zusammen bruch 1870. Ein jeder Band behandelt das Schidfal eines einzelnen Familienmitgliedes und läßt in ihm einen Teil der Kräfte lebendig werden, bie feinerzeit in Frankreich, bis 1918 in unserer Bourgeoifie zuſammen wirften, um das Bolf zur Revolution, zur Republif reifen zu laſſen. ftt.MS ♦ 40.7o((t8««g 5�0 �0ClJJÖf eotiftoitn», 2. Juni 1«25 Sonntägliche Zum Samithsee. Mt> den vom Stcttiner Bahnhof ausgehenden Fernzügen fahren � wir bis Biesenthal. Da wir die Rückfahri von Melchow, der auf Biesenthal folgenden Station, antreten wollen, lösen wir ein« Sonntagsrückfahrkarte bis Melchow. Sie berechtigt zur Hinfahrt von Sonnabend mittag an. Vom Bahnhof wandern wir durch die von Landhäusern eingefaßte Straße in einer Stunde nach der Stadt Biesenthal. Ein freundlicher Ort ist Biesenthal, an der unteren Finow gelegen, die aus mehreren Quellflüßchen entsteht. Sie verewigen sich in den Wiesenniederungen südlich der Stadt; aus dem Hellsee kommt das Hellmühler Fließ, aus der Gegend von Rüdnitz das Rüdnitzer Fließ und aus dem Streesee das Pfauensließ. Nach der Vereinigung fließt die Finow nach Norden in dos Ebers- walder Urstromtal ab. Hier nahm sie ihren Lauf gen Osten zur Oder; jetzt führt der Fmowkanal dorthin, von dem die Finow bei ihrem Cwtritt w dos alte Tal aufgenommen wird. Biesen tJ�h l war ursprünglich«in wendisches Fischerdorf, das 1265 als Bizdol genannt wurde. Der Ort bekam 1307 Stadtrechte, nachdem schon rorher ein markgräflicher Vogt hier eingesetzt worden war. Die Gegend um Biesenthol war auch schon in vorgeschichtlicher Zeit ver- höltnismäßiq zahlreich bevölkert, wie die an vielen Stellen oufge- fundenen Spuren von den Menschen jener Zeit dartun. Erwähnens- wert fwd besonders einige Feuerftein-Schlagstätten, das sind Oert- lichkeiten, an denen Feuersteinstück« durch kunstgerechtes Schlagen zu Merk.zeugen und Waffen hergerichtet wurden. Der liebevollen Kleinarbeit einiger Arbeiter- und Wandergenossen ist es gelungen, dies« Schlagftätten aufzufinden und der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich zu machen. Manche der gefundenen Werkzeuge sind von einer geradezu verblüffenden Zierlichkeit: sie gehören der Uebergangszeit von der Alt- zur Zungsteinzeit an. Ihr Alter geht etwa auf das Jahr 6000 vor Leginn unserer Zeitrechnung zurück, entspricht also ungefähr dem der dänischen„Kjökkenmöddinger* (Küchenabfallhaufen). Die Breitestrahe führt rechts zum Schloß- b e r g mit Aussichtsturm. Durch die Wicsenniederung geht der Weg nach Norden, links vom Reierberg vorüber zur Wehr- mühl«..Hier überschreiten wir die Finow und wandern auf ihrem Ostufer weiter nach Norden zur Pohlitz brücke. Hohe Pappeln besäumen hier das Fließ. Wir überschreiten die Drücke und kommen auf dem Westufer bald an ein« breit«, schnurgerade Woldstraß«. Nach etwa 5 Minuten biegt von dieser Straße«in Weg rechts ob, der am Waldrande in der Näh« der Finowniederung hinführt. Schließlich überschreiten wir das Fließ wieder und wenden uns jenseits südöstlich zum Gestellweg 11, den wir nach kurzer Zeit erreichen. Ihm folgen wir bis zum Ouergestell gg, auf dem wir wenige Schritte nach Süden wandern, und nun an der Nordspitze des Samithsees find. Ein überraschend schöner An- blick bietet sich uns. Der See ist von Wasservögeln belebt, und ein Nachen gleitet wohl über die still« Wasierfläche. Prächtiger Wald umrahmt die Ufer. Auf schmalem Steig wandern wir dicht am See entlang. Hohe Wacholderbüsch« sind dem Kiefernhochwald beige- mischt, Laubgebüsch beschattet das Seegestade. Am Beginn des verlandeten Teils des Sees, einer sumpfigen Niederung, verlassen wir den See und bleiben am Rande der Niederung bis zu ihrem Nordende. In der Niederung liegen als Reste des Sees der Klein« Samithsee, der Mittel- und der Hinterpfuhl. Wir folgen dem Wege, der am Ende der Niederung vorüberführt, nach recht» und halten uns auch bei allen Wegabzweigungen nach rechts. So kommen wir zum jenseitigen Ufer der Niederung, an den Kleinen Samithsee, und an die Südspitze des Großen Samithsees, den wir noch einmal von hohem Ufer in seiner ganzen Ausdehnung überschauen. Auf dem hier beginnenden Geftellweg ee wandern wir über Berg und Tal nach Süden, ein« prächtige Waldwanderung. Im Grusegrund steht«in« Anpflanzung junger Douglastannen oder (Nachdr. veri. Dezweiser-Verlaz, Berlin.) -i Als die Wasser fielen. Von Otto Ruog. Holger(Bude besichtigte wieder die alte Bark, die seit lan- gern hier auf ihrem Ankerplatz am Bollwerk in Nyhavn lag. Es war in der Tat ein ungemein trübseliges Schiff.(Budes Schritt tönte dumpf auf den Planken, das Holzwert war porös wie Bimsstein. Ein Fetzen Segel hing noch in einem sackförmigen Bündel um die Großmastrahe. Die in den Schiffs- räum führenden Treppen waren abgebrochen, wahrscheinlich von den losen Vögeln des Hafens als Brennholz entführt. An Hütte und Kajütenkappe saß noch die Kruste des weißen Anstrichs, auf der alle Nägel und Bolzen rostrote Ränder aus- geschwitzt hatten. Zum Bewohnen, wie er es sich gedacht hatte, schien ihm dieser alte Kasten nicht sehr vielversprechend zu fein— selbst nicht für kürzere Zeit. Aus einem Verschlage achtern, wohl der Kammer des Steuermanns, hatte er sich einen Wachstuchüberzug zum Sitzen geholt, aber sofort wimmellen Asseln über seine Hand. Er blieb an der Backbordreling stehen. In der Takelung waren die meisten Leinen der Wante längst entzweigetreten, und er sah den Nyhaonkanal wie durch die zersprungenen Scheiben eines Treibhauses. Bollwerk und Gebäude lagen unverändert da, ungefähr io, wie er sich des Quartiers aus seiner Kindheit erinnerte. Das Fahrzeug lag in Lee. allen Vorüberkommenden durch ein großes, blaßrotes Packhaus verborgen, das den äußersten Flügel des Nyhaonkanals gegen den Hafen bildete. Hier, auf dem engen Platze vor dem jahrhundertealten Gebäude, hatte er sich in seiner Kindheit herumgetrieben. Von hier aus lag am Hafenkai entlang eine Reihe grauer und gelber langrückigcr Pack- und Lagerhäuser, die weitläufigen Zeilen der Kvästhus- gad«, und näher am Toldbodkanal der mächfige Flügel des Kieler Packhauses. Aber heute, wie diesen ganzen Winter hin- durch, war der Hafen wie ausgestorben. Alle Luken in den gelben Giebeln waren dicht verschlosien, kein Kran regte sich. kein Lärm ertönte von ladenden oder löschenden Schiffen. Und doch sah man die Dampfer Seite an Seite, eine dreifache Reih« vom Packhause hier bis hinaus zur dunklen roten Mauer des Freilagers: eine Riesenallee von Masten, Regimenter von schwarzrot und blaurotweiß uniformierten Schornsteinen hielten hier und lagen jetzt bald das zweite Jahr auf. Er erinnert« sich, daß hier in seiner Kindheit die großen, Wanöerziele. Duftfichten, Fremdlinge aus Nordamerika, die man hier«inzu- bürgern versucht. Die Nadeln strömen einen angenehmen Duft aus, besonders beim Zerreiben. Wir kommen zum Ouergestell C, dem wir nach links zum Bahnhof Melchow folgen. Wegläng« etwa 22 Kilometer. Wenn öer Ginster blüht. Di« Vorortzüge der Ostbahn bringen uns von den Fernbahn- höf«n der Stadtbahn oder vom Schlesischen Bahnhos nach Hoppe- garten. Westlich des Geländes der Rennbahn wandern wir nach Dahlwitz. Jenseits der Frankfurter Chausie« führt ein Landw«g in südöstlicher Richtung, der uns an Münchehof« vorüberbringt. Im Dorf«in« alt« Granitkirch«. Auf der von schönen Kastanien eingefaßten Strohe wandern wir weiter. Rechts sehen wir die Müggelberge. Wir kommen nach Schöneich«, ein«m freund- lichcn Dorf, das y, n«u«r«r Zeit sich mit einem Kranz aufblühender Siedlungen umgeben hat. In Schöneich« wurde 1730 das Schind- lersch« Waisenhaus gegründet, das dann 16 Jahre später nach Berlin oerlegt worden ist. In d«r Dorflirche befindet sich ein D«nkmal des Begründers von Schadow. Schöneich« liegt auf dem WsttonsussiOkten für Sonntag. In den letzten Tagen des Monats Mai nnd zn Beginn des Juni wurde Deutschland von mehreren, aus Frankreich und Italien hergekommenen Tiefdruckgebieten durchzogen, während ein Hoch sich meistens von Island bis Südskandinavien oder bis zur südlichen Nordsee erstreckte. Im ganzen deutschen Binnenlande landen demgemäß sehr zahlreiche Kegenfälle statt, zwischen denen sich der Himmel immer nur kurz vorübergehend aufklärte, längs der Küste hingegen herrschte bei veränderlicher Bewölkung trockenes Wetter bei weitem vor. Dabei schwankton die Temperaturen innerhalb weiter Grenzen. Zum Beispiel sank das Thermometer in Dahme in der Nacht zum Montag bis auf 4, stieg daselbst jedoch am Montag nachmittag bis auf 20, in Magdeburg und Bamberg sogar bis 24 Grad Zelsius. Die stärksten Regengüsse gingen unter heftigen Gewittern am Mittwoch abend nnd in der Nacht iura Donnerstag im mittleren Norddeutschland hernieder, wo am Donnerstag morgen beispielsweise in Berlin 13, in Magdeburg 24 und auf dem Brocken 54 mm Niederschlagshöhen gemessen wurden. Aach gegenwärtig; werden dan mittel und uatcaropälache Festland noeb zum gräfiten Teil von vcrachledcnen kleinen Tlefdrncbcebieten eingenommen, wbhrend dat* nordweatliebe Hoch nnr wenig atidootwürra vorgedrungen Ist. Wir haben daher nach für Sonnabend and Sonntag überwiegend bewölkten Himmel nnd öfter leichte Kegenfälle bei müüigen nordwestlichen Winden zu erwarten, anter deren FinfluS die Temperatur etwas tiefer herabsehen dürfte. haushohen Schiffe der Thingoallalinie mit gelben Sternen auf den Schornsteinen ihren Platz gehabt hatten. Seine Schwester und er hatten dort zwischen Bauholz- stapelst und Warenballcn, die so hoch wie die Wälle der Festung waren, gespielt. Von dem alten Hause in der Nähe des Amaliestborg'platzes, das ihr Heim gewesen war, kannten sie alle Winkel und Gassen, die durch die Schloßgärten, über Mauern und durch stockfinstere Läger hierher führten: sie schlichen sich an den Planken entlang hoch über aufgehäuften Mais, sie hatten geheime Gänge durch Berge von zusammen- gebundenem Kork gebohrt, hatten Hürden rollender Fässer mit Petroleum oder Rum genommen, sich durch ein Schlaraffen- land von Zlpfelsinen oder Zuckerrohr gegessen, bis sie hierher gekommen waren, wo der Hafen im Schnee von Salpeter oder in einem Herbstwetter von fegendem Weizen lag, die von „Thingvalla" und„Geyser", jenen beiden Schwesterschiffen, gelöscht wurden, die später— jetzt war es schon lange her— Schiffbruch erleiden sollten. Dort über dem Rücken der roten Packhausdächer erblickte er undeutlich Giebel und Mansarden des alten Quartiers, in dem er seine Knabenzeit verlebt hatte. Seit vielen Iahren stand es unverändert da, hier die sandsteingekörnten Mauern Amalienborgs, dort wie ein irischgrüner Helm, die Kuppel der Marinorkirche. Dies alte östliche Viertel von Sankt Annä—. Das Fahrzeug, auf dem er sich einzurichten gedachte, war verkommen, finster und schorfig in allen Winkeln, wahrschein- lich ein Rattennest. Alles Wrackgut, das man von Deck aus erreichen konnte, war gekappt und von den Dieben des Quar- tiers entführt worden. Alles Tauwerk hing ausgedörrt, zu- sammengcschrumpst, wie der Strick eines Gehenkten, herab. Es hatte kürzlich geregnet, schleimige Pfützen zeigten, wo das Deck am ttefften ausgebeult war. Unten im schwarzen Kanal lagen halb unter Wasier die letzten Treibeisblöcke und hobelten träge gegen den Bug der Bark. Irgendwo aus der Hütte oder dem Raum klang ein ununterbrochenes Tropfen, als taute auch hier an Bord der Winter und ränne hinaus. Einladend war es hier nicht, doch feit seiner, jetzt viele Jahre zurückliegenden Marinezeit war er mit Schiffen ver- traut. Wenn hier Ordnung geschaffen wurde, war wohl ein Aufenthalt an Bord möglich, der mit seiner Vorliebe für Iso- lation und für Wohnungen aus Planten und Brettern über- einstimmte, an die er sich in den vielen Iahren im Norden, zuerst in Finnland, später in den arktischen Gegenden Nord- rußlands, gewöhnt hatte. Weit Schlimmerem als dieser mitgenommenen Bark war er in den letzten drei Iahren ausgesetzt gewesen. Er hatte ge- lernt, sich in jeder Art von Räumlichkeiten zurechtzufinden. Der russische Zusammenbruch, die Wartezett, die Hungerszeit und Westufer des Fredersdvrfer oder Mühlenfließes, das w den Riede- rungen östlich von Alt-Landsb«rg entspringt und sich bei Rahnsdorser Mühle in den Müggelsee ergießt. Ueberschreiten wir das Flieh, so sind wir in Klein-Schönebeck, das sich auf dem Ostufer des Fließes erstreckt. Wir folgen nun der von.Mriedrichshagen kommenden Straßenbahn. Der Weg führt an Grätzwalde vorüber, eine Siedlung, die noch allenthalben die Spuren ihrer Jugend zeigt; weiterhin kommt das Obstgut Hohenberge. Wir wandern auf dem Südrand des Barnim. Rechts erstreckt sich die Ebene d«s Berliner Urstromtales, von Kiefernwald bedeckt. Die Barnimhochfläch« ist nicht so eben; in sanft geschwungenen Linien zieht das Gelände auf und nieder. Durch Roggen- und Kartoffel- äcker führt der Weg. Bald erreichen wir die Klein-Schönebecker Heide. Rechts und besonders links vom Wege ist der Waldboden mit einem gelben Blütenteppich bedeckt. Es ist Ginster. der jetzt in Blüte steht. Das Hauptverbreitimgsgebiet des Ginsters sind dl« weiten Heidestrecken Nordwestdeutschlands. Dort flammt die Heids in leuchtendem Gelb auf, wenn der Ginster blüht. Es scheint dann, als ob leuchtendes Sonnengold sich auf das Land gesenkt und es mit einem flammenden Strahlenmantel zugedeckt hätte. Di« biegsamen, rutenartigen Zweig« des Ginsters streben aus dem grau«n Altholz zu wirren und undurchdringlichen Büschen auf. Die Rinde der Zweige ist von dunklegrüner Farbe, die von der Anhäufung«in«r großen Menge Blattgrün in den äußersten Rindenschichten herrührt. Dadurch übernehmen beim Ginster die Zweig« die Arbeit, die bei anderen Pflanzen nur von den Blättern vollbracht wird. Dem Ginster wäre eine Befriedigung der Bau- und Betriebsstoffbedürfniss« durch di« Umwondlungstötigkeit seiner Blätter allein kaum möglich. Sie sind einmal sehr klein und fallen zum anderen in den ersten heißen Juni- oder Julitagen zum größten Teil wieder ab. Di«ses ist jedoch für die Pflanze ein großes Glück, denn di« Blätter besitzen keinerlei Vorrichtungen, die die Pflanze vor zu starker Wasierverdunstung schützen. Di« Rinde ist dagegen mtt Spaltöffnungen versehen, die nur lein« ganz gering« Verdunstung gestatten. Deshalb kommt der Ginster als gut entwickelte Pflanz« auch dort noch fort, wo andere Pflanzen, wie das Heidekraut, wegen zeitweiliger Bodendürre nicht mehr gedeihen oder sich nur noch als Kümmerlinge durchschlagen können. Einen Nochteil hat b;« Verlegung der Stärkefabrik in die Zweigrinde allerdings für den Strauch mit sich gebracht. Das Holz bleibt fleischig und ist deshalb sehr frostempfindlich. In kälteren Wintern frieren die Ginsterbüsche fast bis auf das grau« Knotenholz zu Krüppeln zurück. Der Weg führt zum Wald hinaus. Weit schweift der Blick von hier über das Land. Vor uns liegt der Rüdersdorfer Grund, zur Rechten erheben sich die Kranichsberge bei Woltersdorf. Wir wan- dern zum Bahnhof Rüdersdorf, von dem wir die Heimfahrt antreten. Weglänge etwa 13 Kilometer. Die neuen kohlenpreise. Infolge der ab 1. d. M. eingetretenen Erhöhung der Zechen- preise und Bahnfrachten ist eine entsprechende Heraufsetzung der Kleinverkaufspreise für Briketts und Koks erforderlich geworden, und zwar gelten, wie das Städtische Nachrichtenamt mitteilt, die neuen Brikettpreise mit Wirkung vom 2. d. M., die Kokspreiie mit Wirkung vom 4. d. M. wie folgt: L.. K ü ch e n- und Ofen- brand: Briketts je Zentner ab Lager 10 960 M., frei Keller 11480 M., GaSkoks je Zentner ab Lager 20 990 M., frei Keller 21 530 M.; B. bei fuhrenweisen Lieferungen: Brikett? je Zentner ab Lager 10 960 M, frei Keller 11 360 M. * Da» üohlenami gibt bekannt, daß durch die Abänderung?- bekanntmachung deS Magistrats zur Kohlenverordnung vom 1. Juni 1923 der§ 13 Abs. 1 der Kohlenverordnung durch folgenden Zusatz ergänzt ist:.Der Händler ist jedoch nicht ver- pflichter, einem Verbraucher an einem und demselben Tage mit einer größeren als der auf eine Nummer der Kohlenkarte entfallenden Menge zu beliefern." endlich der Einmarsch der roten Garde in Archangelsk, wo er bis zum letzten Augenblick auf seinem Posten als fungierender Konsul ausgeharrt hatte, hatten ihn allen überflüssigen Kom- forts entwöhnt. Sein letztes Heim waren die von Ungeziefer wimmelnden Baracken der Werftmannschaft oder ausrangierte Eisenbahnwagen gewesen, die eben erst von Flecktyphus- Patienten und steifgsfrorenen Choleraleichen geleert waren. Dann, nach seiner Heimkehr, war es ein Hotelzimmer ge- wefen, das monoton, unleidlich durch fein System von Rubri- ken, gerade Raum genug für einen Gast mit Durchschnitts- gewohnheiten bot. Selbst auf seiner Flucht heimwärts, als er sich, lange nach Abmarsch der letzten Engländer, in einem Bauernschlitten versteckt, durch die Vedetten der Roten Garde schlich, hatte er sich nie so heimatlos gefühlt wie hier, wo er von der Etikette des Hotels und hundert aufmerksam dienenden Augen bewacht war. Die großen, umfassenden Arbeiten, die ihm jetzt übertragen waren, ließen sich nicht wohl in einem Hotelzimmer ausführen, wo er dem Besuch eines jeden, dem er entgehen wollte, ausgesetzt war. Sein Eigentum und die schweren Kisten mit Büchern und Papieren waren bereits an Bord gebracht. Er richtete sich einst- weilen achtern in einem Raum ein, den er einigermaßen frei von durchtropfendem Regen fand. Die Trepp« war hier er- halten. Hier achtern war zugleich die geräumige Kajüte des Kapitäns. Die Hütte, die sich ungefähr in Manneshöhe über Deck erhob, besaß noch den größten Teil ihres kniehohen Ge-- länders. Achteraus öffneten sich Schiebetüren nach diesem niedrigen, aber reichlich großen Decfhause. Hier schien die Besteckskajüte gewesen zu sein, aber alles, was nicht niet- und nagelfest war, bis zur Hängelampe, fehlte. Er fand die Räume vorn besser und beschloß, sich später dort einzurichten. Vorläufig war es hier unbewohnbar. Er stieg in die Mannschaftskajüte wie in eine qualmende Kloake hinab. An allen Wänden entlang liefen, mit einer Schmutz- kruste bedeckt, di« Kojen der Leut«, drei Reihen Borde— Bett an Bett. Sie stanken nach muffigen Kleidern, an einem Nagel hing noch ein Fetzen Oelzeug. Mitten durch die Kajüte, von der Decke bis zum Boden, ging der Fockmast wie der feste Kratzpfosten in einem Grönländerhause, der immer sein Will- kommen für den schorfigen Rücken der Gäste bereit hält: in Schulterhöhe war er hohl gescheuert und in Kniehöhe saß noch eine Vertiefung, die wohl Schiffsjunge und Schiffshund ge- meinfam auf Hunderten von Reisen gehobelt hatten. Die Rahmen der festen Kojen sahen aus, als ob ein Krippenbeißer seinen Stall hier gehabt hätte, die Bänke waren von Namens- zügen und Handzeichen zerschnitten. Das Kuhauge war eine einzige Masse von Spinneweb und Schmutz. (Forffetzung folgt.) Ausbildung des Berliner Pflegepersonals. schäftigt war und feine Aussicht mehr fah, bei einer anderen Firma Ein Diebesrekord. 120 Billeneinbrüche verübt. Sparfamkeit". beschäftigt zu werden, machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Während in der Borkriegszeit fast allgemein in der Deffentlich- Wenn es sich wirklich nur um ein gelegentliches Mitnehmen teit die Auffassung gang und gäbe war, daß zur Krantenpflege nur unverwendbarer Stücke zum Zweck der Ausbesserung der Arbeitsdie weiche Hand der Schwester", geeignet sei, ist durch die Erfahrun- Kleidung gehandelt hat, dann ist das rigorose Borgehen der Firma gen des Krieges, wo viele Taufende von Sanitätssoldaten benötigt eine Härte, die sich selbst richtet. Wir wollen den Diebstahl, wo es cwurden, diese Ansicht nicht mehr unbegrenzt aufrechtzuerhalten. fich um eine Bereicherung handelt, weder entschuldigen noch vers Arbeitstraft aufgewendet werden muß, die ein Troßdem hat es noch bis zum Jahre 1921 gebauert, bis endlich in teidigen. Aber wenn ein Arbeiter, deffen Lohn wirklich heute zur Berlin und einigen anderen Großstädten die Ausbildungseinrich- Beschaffung anständiger Kleidung nicht ausreicht, ein Stüd Sad tungen für beide Geschlechter geschaffen wurden. Die Berliner leinwand nimmt, um sich damit seine Arbeitskleidung notdürftig Gesundheitsdeputation hatte seinerzeit eine Arbeitsfommission einge- zu fliden, deshalb entlassen wird, und das in einer Zeit der unfeßt, die in vielmonatlicher systematischer Arbeit alle Widerstände beschränkten Bereicherungsmöglichkeit der Befizenden, dann überbeseitigte. Insbesondere waren es die de bergangszeiten, in steigt das alle menschlichen Begriffe. benen das bisher beschäftigte Pflegepersonal nun einen systematischen, aber toch verkürzten Lehrgang durchmachen mußte, die von fast allen Seiten zunächst als überaus„ bedenklich" angesehen wurden. Troßdem gelang das„ Experiment". Heute muß jeder Pfleger und jede Pflegerin bei ihrer Anstellung die staatlich anerkannte Prüfung absolviert haben. Das wirkt sich natürlich auf die Dauer nicht nur zum Segen der Berufsangehörigen, sondern auch zum Wohle der leidenden Menschheit selber aus. Erst im letzten Drittel des Jahres 1921 gelang es im Berliner Stadtparlament, mit einer ganz geringfügigen Mehrheit die bereits seit faft Jahresfrist neugeschaffenen Ausbildungsbestimmungen auch parlamentarisch zu verantern. Aber das ganze bedeutet doch einen so gewaltigen Fortschritt, daß die Organisation als treibende Kraft auf ihr Wert stolz sein kann. Leider fehlt freilich die Bollendung des ganzen Aufbaues. Es war feinerzeit auch die völlige Ausbildung in der Krankenpflege für das Personal in den Jrrenanstalten gefordert. Dies ist aber nur zum Teil in der Uebergangszeit gefchehen. Weiter war eine systematische alljährlich wiederkehrende Fortbildungszeit in Aussicht genommen. Diese Dinge harren noch der Erfüllung. Dar über hinaus muß von der Organisation gefordert werden, entsprechend ihrem Aktionsprogramm: Die Sparmaßregeln der Behörden sind leider sehr nötig, doch man sollte sie nicht zu lächerlichem Sport ausarten lassen. Damit fein Sachwert verloren geht, wird z. B. jedes Fetchen bebruckten oder unbedruckten Papieres noch erwartet. Ob aber dabei Bielfaches des ersparten Wertes fostet, diese Frage scheint man nicht immer mit hinreichender Sorgfalt zu prüfen. Im Borwärts" find Fälle mitgeteilt worden, in denen Behörden bei Postsendungen ältere Dienstmarten von jetzt ganz geringem Wert in außerordentlich großer Zahl verwendet hatten, weil sie ihre Borräte aufbrauchen wollten. Das erfordert viel Arbeit für die Behörde, die fo eine Sendung abschickt, und auch nicht wenig Arbeit für die Post, die auf jede Marfe ihren Entwertungsstempel drücken muß. Aber die sparsame" Behörde hat wenigstens die Freude, sich sagen zu dürfen, daß sie nichts um= Weit über 100 Einbrüche verübte eine dreiföpfige jugendliche fommen läßt". Aus einem Orte des Kreises Spremberg Bande, die jetzt von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht wurde. übersendet uns ein Parteigenosse eine ihm vom Amtsvorsteher Bei Nachforschungen nach einer gestohlenen tostbaren Stradivari erteilte polizeiliche Genehmigung zur Veranstaltung einer Tanzgeige stießen die Beamten in einem übel beleumundeten Quartier luftbarkeit". Das Schriftstück ist beklebt mit Marten im Werte von in der Schönhauser Straße auf einen 25 Jahre alten Willi 2000 m., die der Veranstalter zu entrichten gehabt hat. Hierzu Deder, der behauptete, daß er das Zimmer allein bewohne. Weil find nicht weniger als 132 Marten verwendet worden, er aber über die Bedeutung verschiedener Kleidungsstüde, die für Marken von meist ganz geringem Wert, der hinabgeht bis zu nur ihn viel zu klein waren, teine befriedigende Auskunft gab, forschten einer Mart. Da der Foliobogen des Schriftstückes nicht ausreichte, Die Beamten weiter nach und fanden nun in der Küche zwei junge diesen Martensegen aufzunehmen, so wurde mit viel Sorgfalt no ch Burschen, die wie die Igel zusammengerollt, nur mit dem Hemd ein zweiter Folio bogen angeklebt. Zur Entwertung dieser bekleidet, in einem Fensterschrant lagen. Es waren ein Marten waren nicht weniger als 160 Stempel nötig, 17 Jahre alter Alfred Grawit und ein 18jähriger Kurt die vom Zollamt Mustau offenbar mit Vorsicht und Bedacht aufGroschinski, zwei Fürsorgezöglinge, die aus der Anstalt ent- gedrückt wurden, damit sie möglichst in Reih und Glied stehen. wichen waren, um bei Bekannten im Schönhauser Biertel Unter- issen möchten wir, wieviel Zeit auf die ganze Arbeit verwendet schlupf zu finden. Die Durchsuchung förderte allerlei Sachen her worden ist und welchen Wert die Arbeitskraft hat. Wir werden vor, die auf verschiedene Einbrüche schließen ließen. Die drei wurden dem Gastwirt das Schriftstück zurückschicken, damit er es aufbefestgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt, nachdem wahren tann als ein Dofument aus unserer Zeit, in der eine Be" Erlaß einheitlicher reichsgefeßlicher Vorschriften über ihnen eine Reihe von Einbrüchen nachgewiesen worden war. Wenige hörde fo zu sparen" versteht. die obligatorische Ausbildung des im Gesundheitswesen tätigen Tage später wurden sie, nachdem sie vorläufig entlassen waren, bei Bersonals und die Regelung des Prüfungswesens. Schaffung eines einem Billeneinbruch in Dahlem wieder festgenommen. Die Vereinheitlichen staatlichen Abzeichens für das staatlich geprüfte nehmungen begannen jeht von neuem und führten endlich zu der und anerkannte Krantenpflegepersonal." Das letztere erscheint um Feststellung, daß das Dreiblatt wohl einen Weltrekord im deswillen geboten, weil heute jebe private Schwesternschaft" oder Billeneinbruch aufgestellt hat. Die Berhafteten unternahmen ein ,, Mutterhaus" in Tracht und Abzeichen selbstherrlich vorgeht. ihre Beutezüge von ihren Schlupfwinteln im Schönhauser Biertel Die wichtigste Forderung nach Erlaß eines Reichsgejeges aus nach allen Richtungen, besonders nach dem Westen. Es fonnten zur obligatorischen Ausbildung des Pflegepersonals ist jedenfalls in dem Kleeblatt vorläufig bereits 120 Einbrüche in Charlotten Fluß geraten durch die neugeschaffenen Berliner Ausbildungseinrichburg, Schöneberg, Steglig, Lichterfelde, Dahlem, Schlachtenfee, Nitungen. tolassee usw. nachgewiesen werden. " Der Rathenower Mühlenkrach. Der bereits veröffentlichte Entwurf des Reichsgesetzes ist seit Monaten anscheinend auf irger.deinem Geheimratstisch gelandet und ruht dort wohlvermahri". Es bleibt Aufgabe sowohl der OrganiDer Rathenower Dampfmühlenfrach wächst sich zu einem rie sation als auch der parlamentarischen Vertreter der Arbeiterschaft, die Gefeßgebungsmaschine wieder in Gang zu bringen. Fest steht, figen Standal aus, Allein 450000 3entner Weizen sollen daß faum ein Beruf so erhebliche Umwälzungen durchgemacht hat, verschwunden sein. Neben der Dampfmühle lief ftillwie die Krankenpflege. Vor allem ist das slavenartige Dasein schweigend eine fogenannte Trodnungsgesellschaft. bei 9-15stündiger Arbeitszeit mit Kost- und Logiszwang ohne Be- Gingen die Geschäfte gut, so galten sie für die Trocknungsgesell wegungsfreiheit der Borkriegszeit verschwunden. Der Verbandschaft gemacht. Im umgekehrten Falle wurden die Verluste auf der Gemeinde und Staatsarbeiter, dem die Erfolge das Konto der Mühle geschrieben. zu danken sind, hat hier eine Riesenarbeit geleistet, dant dem Zufammengehörigkeitsgefühl aller seiner Mitglieder. „ Matrofenalbert" vor Gericht. Berlins raffiniertester Ein- und Ausbrecher, „ Matrosenalbert", Berlins gefährlichster und geschicktester Einund Ausbrecher, wurde der Straffammer des Landgerichts III vorgeführt, um sich mit mehreren Portiers und Chauffeuren wegen verschiedener Einbrüche zu verantworten. Der zweite Rentenvorschuß vor dem ersten? Ein alter Parteigenosse schreibt uns zu der Beröffentlichung in Nr. 123 Rentenvorschüsse für Kriegsbeschädigte und Hinter bliebene." Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß in der Zeit vom 1. bis 10. Juni ein zweiter Rentenvorschuß ausgezahlt wird. Der Minister hätte lieber anordnen sollen, daß der erste Borschuß erst einmal gezahlt wird, welcher in der Zeit vom 10. bis 20. April ausgezahlt werden sollte und den bis heute noch nicht alle Empfangsberechtigten erhalten haben. Ich habe zwei Kinder von 6 und 15 Jahren zu ernähren, welche mir der Berufsvormund der Stadt Berlin ohne Rostgeld überwiesen hat. Trotz dreimaligem Befuch der Auszahlungsstelle war es meiner Frau nicht möglich, den Vorschuß zu erhalten. Die Rente trifft auch mit regelmäßiger Verspätung ein. Eine Rathenan- Gedächnitsfeier im Reichstage. Am Sonntag, den 24. Juni, dem Lage, an dem der Mord an Walter Rathenau geschah, findet im Blenarsizungsfaale des Reichstaas eine Gedächt nisfeier statt. Die Veranstaltung wird von den Berliner republifanischen Verbänden vorbereitet. Das Bezirksamt Friedrichshain benötigt bringend Pflegestellen für Waisenpfleglinge, namentlich solche für Säuglinge und Kleinkinder bis zu 6 Jahren. Neben Kleidung und freier ärztlicher Behandlung werden in Berlin zurzeit folgende Pflegefäße gewährt: Kinder bis zu 2 Jahren 58 000 M, Kinder bon 2 bis 10 Jahren 40 000 m., Kinder von 10 bis 14 Jahren 33 000 M. monatlich. Anträge nehmen die zuständigen Wohlfahrts- und Jugendtommiffionen und auch das Bezirksjugendamt Friedrichshain, Markusstr. 49, entgegen. Als das Aufsichtsratsmitglied Dr. Gerhard Lutter in Dresden von einem Aktionär um Rüdsprache betreffs vorkommen der Unregelmäßigkeiten ersucht wurde, teilte Dr. Lutter mit, daß ihm aus Gesundheitsrüdsichten das Sprechen verboten" fei, da er zur Kur in Lodtmoß weile. Der Aktionär Ludwig Fertel in Frankfurt a. M. hatte zu der General versammlung im September v. 3. nicht rechtzeitig seine Attien anmelden können. Er fuhr selbst mit den Attien sofort nach Rathenow, um der Versammlung beiwohnen zu können, da auch ihm vor den Unregelmäßigkeiten berichtet worden war. Der Borsitzende Allein in der vorliegenden Gache hatte Matrosenalbert, deffen des Aufsichtsrats der Mühle, Bantbirettor Karl Rrietsch, wurde Die Inanspruchnahme der Lichtenberger Schulzahnklinik im bürgerlicher Name Albert Baumann ist, ein vielfach vorbe- Don Ferkel auf Unregelmäßigkeiten in der Mühle hingewiesen. strafter schwerer Junge", drei Ausbrüche verübt, nachdem er Krietsch verweigerte Ferkel den Eintritt zur Versammlung, und erst Jahre 1922 war etwa die gleide wie im Vorjahre: 12 038 Kinder, fich auch feiner ersten Berhaftung dadurch entzogen hatte, daß er als diefer sich verpflichtet hatte, teine Antlagen hervorzu- davon 5007 Knaben und 7031 Mädchen. Insgesamt wurden 23 324 bringen, wurde ihm der Eintritt gestattet. Bankdirektor Krietsch Behandlungen vorgenommen. Die fyftematische Klassenbehandlung aus dem 3. Stock ſeiner Wohnung aus dem Fenster an der Telephon: hat im Mühlenauto mit dem jetzt verhafteten Direktor Dett wurde eingeführt und die im Arbeitsplan vorgesehene Behandlung leitung herabgeklettert war. Für den Fall, daß ihm dieser Weg zur mann größere Reifen nach Kissingen und anderen Bädern unter- der 70- Klasse durchgeführt. Von den 1367 untersuchten fecs. eine Platte aus der Wand zum Nachbarhause herausgenommen, die nommen. Sämtliche Anklagen der Aktionäre gegen den Vorsitzen, jährigen Rindern waren allerdings nur 343( 25 Broz) die Beamten in Bapier eingewickelt in der Stube als harmloses den des Aufsichtsrats und der Aufsichtsräte find durch eidesstattliche frei von Bahntrantheiten, doch fonnten 760 Rinder Batet vorfanden. Als die Beamten den Schrank wegrückten, fanden Bersicherungen geftüßt. Es find so schwerwiegende An- faniert werden und nur 228( 17 Proz.) mußten der poliklinischen sie hinter demselben das Loch in der Wand und während sie im chuldigungen gegen Krietsch und die Aufsichtsräte von An- Behandlung überwiesen werden. Bolksbildungsamt Neukölln. Sonntag, den 10. Juni, nachm. Nebenhause nach dem Berbrecher suchten, Metterte dieser in aller gefiellten der Mühle bei der Staatsanwaltschaft eingelaufen, daß der Untersuchungsrichter eine große Vernehmung von Zeugen, 2 Uhr, im Staatlichen Schauspielhaus, Gendarmenmarkt: Letzte VorGemütsruhe an der Telephonleitung herab. Die Kriminalassistenten unter denen sich Angestellte der Mühle und Aufsichtsräte befinden, itellung! Bur Aufführung gelangt:" Der arme Vetter", Schauspiel Dettmann und Dra heim erklärten vor Gericht, daß Matrosen auf dem Landgericht Potsdam angeordnet hat. Die Gütertaffe in 12 Bildern von Barlach. Karten in allen Babelan, im Bolts bilbungs albert eine in Berbrecherkreisen sehr bekannte Persönlichkeit sei und Wißmannstr. 14, bei Lindner, Staiser- Friedrich- Str. 36/37, daß sie ihm jeden schmeren Einbruch zutrauten. Diesmal standen Rathenow hat allein eine Bach tenstundung von 90 mil amt, Rathaus, Zimmer 254. Umtausch der alten Mitgliedstarten der Kunst. lionen Marf gehabt. Nach langen Verhandlungen hat der gemeinde und Neuaufnahmen müssen umgehend erledigt werden. zwei Einbrüche bei dem Kürschnermeister Wedel und dem Kaufhaus Berliner in der füblichen Friedrichstadt zur An- Eisenbahnfiskus endlich diese Summe jetzt erlangen fönnen. Trog flage. Die mitattgeflagten Portiers und Chauffeure tamen als Ab- all dieser Maßnahmen will der Vorsitzende des Aufsichtsrats vor nehmer der Waren in Betracht. Ein 3euge, von dem die Sach- dem 15. April von den großen Unterschlagungen nichts geverständigen bekundeten, daß er gemeingefährlich geist es wußt haben. Diese Behauptung ist von vielen Zeugen jett wider frant fei, und daß von ihm jederzeit eine Mordtat erwarten legt worden. fönne, erklärte aber auf dem Flur, als er trotz seiner GeistestrantEinbruch in eine Synagoge. heit merkte, daß er selbst als Mitbeschuldigter in Frage fomme, daß er nicht länger warten fönne und verschwand auf Nimmer- Dem großen Einbruch in das jüdische Museum in der Groß- Berliner Parteinachrichten. miedersehen. Ein Angeklagter war nicht erschienen. Seit zwei Oranienburger Straße, über den wir vor einigen Wochen berichteten, Jahren schreibt er dem Gericht Entschuldigungsbriefe und ist in der vergangenen Nacht ein Einbruch in die Synagoge 2. Kreis Ziergarten. Sonnabend, den 2. Juni, nachmittags 3 Uhr, Plakate im bittet um eine milde Strafe, aber kommen fönne er nicht auf demselben Gelände an der Artillerieſtr. 31 gefolgt. Der Staatsanwaltschaft war es auch nicht gelungen, ihn aufzufinden. Die Verbrecher machten auch hier wieder große Beute an Silber- 3. Areis Wedding. Sonnabend, den 2. Juni, 6 Uhr, Sigung des erweiterten 3ur allgemeinen Ueberraschung erklärte Kriminalassistent Dett fachen. Sie stehlen einen neunarmigen Beuchter mit Sodel, mehrere 14. Kreis Neutöfn. Sonnabend, ben 2. Juni, nachmittags von 5-7 Uhr, mann, daß er noch Pfingsten den Mann als Portier in einem Becher und andere Stultusgeräte, alles Sachen aus schwerem Silber. der ersten Hotels im Harz gesehen habe. Die Rechtsanwälte Dr. Der Wert des gestohlenen Gutes steht noch nicht genau fest, ist aber 17. Kreis Lichtenberg. Abteilungsleiter: Gonnbag vormittag 9% Uhr Material Halpert, Dr. Fren und Weise waren der Meinung, daß die fehr hoch. Mitteilungen zur Aufklärung nimmt Kriminalfommiffar Trettin im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums entgegen. Haupttäter sich zweifellos nicht auf der Anklagebank befänden. Wähden Museumseinbrechern nahmen der Kommissar und 4. t. Algemeiner Familienausflug nach dem Alten Eierhäuschen in Treprend die Mitangeklagten mit Gefängnisstrafen bis zu einem Jahr davontamen, wurde Baumann zu zweieinhalb Jahren 3uchthaus verurteilt. Kohlen mit der Pistole. Von feine Beamten, wie wir mitteilten, zunächst einen Wiener. namens Rudolf Schüß, der der Anstifter war, und einen Zuchthäusler Karl Schneider aus Frankfurt a. d. Oder feft. Jezt ist es gelungen, als dritten Mann einen gewissen Erich Kaufmann festzunehmen, deffen Persönlichkeit aber noch nicht ganz fest steht. Der vierte Teilnehmer, ein Ausländer, der fich Adolf Groß nannte, ist noch nicht ermittelt. Auch ist die außerordentlich große und wert volle Beute noch nicht wieder entbedt. Schneider hat besonders die ausnahmsweise schöne jüdische Münzensammlung verkauft, weigert sich aber, feinen Fehler zu nennen. Mit der Pistole versuchte sich der 54 Jahre alte Schuhmacher Henze aus der Granfeer Str. 4 Kohlen zu verfchaffen. Henze erschien etwas angetrunken abends auf dem Plaz des Kohlenhändlers Semmler in der Swinemünder Straße und forderte Kohlen. Weil sein Borrat erschöpft war, erklärte ihm Semmler, daß er warten müsse. Damit war aber der Kunde nicht zufrieden. Nur mit Mühe leitete ihn der Händler, ohne ihn anzufassen, lang- Schulstreik in der 306./307. Gemeindeschule. fam nach dem Ausgange zu. Hier zog Henze plöglich eine Pistole Die Elternversammlung für die Berliner 306./307. Ge und schlug mit der Drohung: Du Schieber bist mein, deine Knochen verbrenne ich!" auf Semmler an. Dieser meindeschule in der Naugarder Straße hat den Schulstreit, den wir als bevorstehend ankündigten, beschlossen. Die Elternschaft fam ihm jedoch zuvor und packte ihn jetzt. Während des Ringens hat den Beschluß sofort ausgeführt und den Streit begonnen. ging ein Schuß los, und die Kugel schlug in die Decke der Ein- Der Streit soll solange fortgesetzt werden, bis den Eltern eine fahrt ein, ohne jemand zu treffen. Semmler entriß dann seinem Gegner die Waffe und übergab ihn der Polizei. Bei der Kriminal- bindende Erklärung darüber gegeben wird, wann der für die beiden polizei ergab sich, daß die Pistole dem Polizeipräsidium gehört. Schulen bestimmte Neubau in Benuhung genommen werden kann. Henze will sie vor 5 Jahren von einem Unbekannten gekauft haben. Bu ber Angelegenheit erklärt tie Schuldeputation für die Ohne Zweifel ist sie bei den früheren Unruhen dem Polizeipräsidium Alt- Berliner Berwaltungsbezirte 1 bis 6: „ Nach dem Bauplan für das Schulhaus in der MandelIhr lant den Armen schuldig werden Athen ift ohne Waffer. Die große Wafferleitung Adrians, die die ganze Stadt versorgte, ist durch einen Bergrutsch unterbrochen worden. Man heat lebhafte Befürchtungen vom hygienischen Standpunft aus. Die Aerzte befürchten eine Zunahme von anstecenden Krankheiten. Sekretariat, Lindenstr. 3, abholen. Borstandes an bekannter Stelle. holen die Abteilungsleiter vom Gekretariat, Lindenstr. 3, Material ab. abholen bei Geipfe, Kronprinzenfte. 40. Morgen, Sonntag, den 3. Juni: iom. Treffpunkt vormittags 9% Uhr. Abmarsch 10 Uhr bei Hermann Schwarz, Blankenfelbefte. 10. Nadaigler treffen sich mit der Abteilung am Bestimmungsort. Jugendveranstaltungen. Am Sonntag, ben 3. Juni, findet in der Aula der Schule Steinstraße die diesjährige Generalversammlung statt. Alle Delegierten müffen pünktlich um Uhr erscheinen. Genossen, die eine Gastkarte besiken, haben nur Zutritt unter gleichzeitiger Borlegung des Mitgliedsbuches. Die Mandate der Dele. gierten sowie die Gafitarten müssen von der zuständigen Abteilung unterfchrieben sein. Der Bezirksvorstand. Morgen, Sonntag, den 3. Juni: Buchholz: Wanderung nach Strausberg- Stienissee. Treffpunkt 26 Uhr Bhf. Blantenburg. Friedenau: Wanderung nach Botsdam- SchwielowseeBerber. Treffpunkt 16 Uhr Wannseebhf. Friedenau. Halensee: Nacht. wanderung nach Michendorf. Treffpunkt heute abend 6 Uhr Bhf. Salenfee. Moabit: Wanderung Dreilinden- Machnower Schleuse. Treffpunkt 7 Uhr Strom-, Ede Turmstraße. borfer Kaltbergen. Treffpunkt 6 Uhr Friedensplay. Niederschönhausen: Wanderung nach den Rüders Güden: Nachtwande. rung nach Oranienburg- Lehnitsee- Lehnig. Treffpunkt heute abend 7 Ufe Stettiner Borortbahnhof. Aus der Partei. Vorträge. Vereine und Versammlungen. gestohlen worden. Henze, der keinen Waffenschein besitzt, will sich straße ist nicht nur die Unterbringung des Gymnasiums, bler Wien, ist vom deutschösterreichischen Parteivorstand im Der zweite Sefrefär der Infernationale, Genosse Dr. Friedrich mit Trunkenheit entschuldigen. Er wurde aber verhaftet und fondern auch die der beiden Gemeindeschulen in der Naudem Untersuchungsrichter vorgeführt. garder Straße vorgesehen. Sowohl die Schulleiter als auch Ber- Einverständnis mit der Exekutive der Internationale zunächst nur treter der Elternschaft haben davon vor längerer Zeit Kenntnis für ein halbes Jahr nach London beurlaubt worden. erhalten. Der Magiftrat hat bereits die Fertigftellung des Gebäudes aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge beschlossen, ist Von Urbeitern der Firma Schwarzkopff. Berlin N., erhielten aber gezwungen, bas Ergebnis noch schwebender Berhandlungen wir vor einigen Tagen eine Zuschrift über bedauerliche Härten bei abzuwarten. Die Schulleiter sind bereits ersucht worden, unter Beder Entlassung von drei Arbeitern. Diese glaubten ihre Nottage rücksichtigung dieser Umstände die Eltern von dem Streit abzuhalten. zu lindern, indem sie beim Aufräumen Stücke von Sackleinen, die Zuderbelieferung im Juni. Die Zuderkontrollstelle teilt mit, für die Firma nicht mehr verwendbar sind, für sich als Schuh ihrer Arbeitskleidung an sich nahmen. Bei dieser Handlung durch einen daß im Monat Juni die beiden Juniabschnitte A und B mit übereifrigen Beamten abgefaßt, wurden alle drei Arbeiter entlassen. je einem Pfund sowie der Sonderabschnitt Nr. 1 mit Nicht genug damit, sollte den Arbeitern jeglicher Lohn einbehalten einem Pfund, soweit letzteres noch nicht geschehen ist, beliefert werden. Einer dieser Arbeiter, der 19 Jahre bei der Firma be- werden können. Proletarisches Kultur- Kartell Berlin- Brandenburg. Beginn ber Arbeits. gemeinschaft über Bucharin, Theorie des hiftorischen Materialismus" Sonn abend, den 2. Juni, abends 18 Uhr, Schule Gipsstr. 23a. 2 uhr, unter freiem Himmel im Luftgarten am Berliner Dom. Tagesordnung: Deffentliche Taubstummenversammlung Sonntag, ben 3. Juni, nachmittags Der Staatsanwalt und die Sittlichkeitsverbrecher". Daran anschließend Demonstrationsumzug. Berein der Freibenker für Feuerbestattung, 13. Berwaltungsbezirk( Tempel Raiserstraße Filmportrag. Bortrag Rothe. Cinkas 200 M. hof, Mariendorf, Marienfcide, sichtenrade): Montag abend 8 Uhr in der Qula Finanzhoheit der Berliner Bezirke? Tendenzen zum Vorschein kommen, die bereits vor dem Kriege] wie einmal bewiesen und von dieser selbst bestätigt, daß die Bes innerhalb gewisser Grenzen für Kommunalisierung eingetreten find. triebsführung der Eisenbahn der der Privatindustrie nicht nach< Von Stadttämmerer Dr. Rarding. Heute geht die Entscheidung nicht mehr um die Frage, ob der steht; ja sie in einigen Zweigen überragt. Das Gutachten bezeichnet es als einen schweren politischer Am Montag tritt der Ausschuß des Preußischen Land. Besitz der Werte ganz oder teilweise in Form einer Aftientags zusammen, der die Abänderung des Groß- Berliner gesellschaft Privatkapitalisten ausgeliefert werden soll, heute handelt Fehler, daß die Forderungen des Reichsverbandes während des Gesetzes beraten soll. In den jetzt vorliegenden Berichten es fich nur noch darum, daß aus den in langen Jahren Ruhrlampfes veröffentlicht wurden. Arbeiter und Beamte erhalten der Bezirksbürgermeister sprechen sich alle Bezirke für die gemachten wirtschaftlichen und organisatorischen dadurch in dem Kampf um ihr Jdeal, den Ausbau des StaatsErfahrungen die nötigen Konsequenzen gezogen betriebes und der Fortentwicklung zur Gemeinwirtschaft, einen Aufrechterhaltung der zentralen Steuerhoheit des Zentral- werden. Im Zeitalter des Flugzeuges fann man nicht mehr mit schweren Schlag; nicht minder gilt das auch für ihren Wunsch, sich magistrats aus. Die Ausführungen des Berliner Stadtder Postkutsche fahren. Bei den gesteigerten Ansprüchen, die heute innerhalb des Staatsbetriebes eine Lebensstellung zu sichern. fämmerers Dr. Rarding sind geeignet, die Notwendig an jedes Wirtschaftsunternehmen in bezug auf faufmännische und franzöfifche Propaganda tönne sich diese Argumente nicht zunuze feit der Aufrechterhaltung der Einheitsgemeinde noch betechnische Beweglicheit gestellt werden, ist es unmöglich, ziehen. sonders zu unterstreichen. D. Red. Oeffentliche Versammlungen Die Besonders beachtlich sind die Gründe, die der Hauptbetriebsrat anführt, um den wirtschaftlichen Fehler der Industrieforde rungen zu fennzeichnen. Die Berliner Bezirke haben den Wunsch nach größerer Bewegungsfreiheit in ihrer Verwaltung. Eine Zeitlang hat man gemeint, daß zu einer solchen Beweglichkeit eigene Einnahmen gehören müßten, und hat mit dem Gedanken gespielt, bei einer Aenderung des Gesetzes Groß- Berlin den am Dienstag, 5. Juni, abends 7% Uhr Bezirken die eine oder andere Steuer zur selbständigen Bein folgenden Cofalen: wirtschaftung überlassen zu können. Es lag nahe, dabei an folche Steuern zu denken, welche wie die Grund- und Gebäude- Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24. Steuer in ihrem Ertrage abhängt von der Eigenart des Pakenhofer- Ausschant, Chauffeeftr. 64. Bezirks, noch mehr aber an die fleineren, indiretten Böhow- Brauerei, Prenzlauer Allee 242. Steuern, die in legzter Zeit, da sie in Prozenten erhoben werden Andreas- Festfäle, Andreasftraße. und daher der Geldentwertung rasch folgen, größere Bedeutung Charlottenburg: Edmanns Festfäle, Wilmersdorfer Ede arbeiten in unseren Werkstätten vorzunehmen. Die Gründe für Scharrenstraße. gewonnen haben. Indessen gerade der schwankende Geld wert macht ein solches Verfahren unmöglich. Die Wilmersdorf: Biftoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. einzelnen Steuern haben in ihrer Bedeutung für den Gesamt- Schöneberg- Friedenau: Uhlandfchule, Kolonnenstr. 22/23. haushalt in den letzten Jahren sich ungeheuer verschoben. Wer Steglih- Lichterfelde: Oberrealschule, Elisenstraße. hätte es früher für möglich gehalten, daß die Luftbarkeits- Neuföln: Wintergarten Schultheiß- Brauerei, Hajenheide 22/31. fteuer, die Beherbergungssteuer oder die Hundesteuer einmal Lichtenberg: Aula Parkaue, an der Möllendorfstraße. mehr einbringen werden als die alte Grund- und Gebäude- Reinickendorf- Oft: Bürgergarten, Hauptstr. 51. steuer?! Und doch ist dies der Fall. Und wenn man in den Bezirken für irgendein Gebiet der Haushaltswirtschaft etwa die Mittel durch die Grundsteuern des Bezirts hätte vorfehen wollen, so wären alle Berliner Bezirke auf diesem Gebiet heute mittellos. Tagesordnung: Das Angebot der IndustrieEin Attentat auf Republik und Arbeiterschaft! Redner find: Altmaier, Crifpien, Dr. Herz, Heinig, Künstler, Dr. Levi, D. Meier, Dr. Rosenfeld, Nob. Schmidt, A. Stein, Wiffell. Die Industrie garantiert nach Erfüllung ihrer Boraussetzungen, aus der Eisenbahn anfangs 600 Millionen und später eine Milliarde in Goldmart jährlich herauszuwirtschaften. In den gesundesten Tagen der Eisenbahnen, im Jahre 1913, hatten diese einen Wirtschaftserfolg von rund einer Milliarde Goldmart. Die deutsche Wirtschaft war damals in Hochtonjunktur. Diese Erfolge wurden gezeitigt bei einer rücksichtslosen Betriebsführung, bei der nicht die nötigen Abschreibungen und Erneuerungen der Materialien und Werkzeuge gemacht wurden. Aus diesem Grunde find wir jetzt auch gezwungen, die riesigen Umstellungsdie Unmöglichkeit, die angebotene Summe hervorzubringen, find folgende: Das Personal hat durch Umstellung der Arbeitsmethoden und Arbeitsbedingungen Affordverfahren, Fristverfahren, Dienst die größten Opfer gebracht. Den Beweis dafür bilden die bauervorschriften usw. schon der Wirtschaftlichkeit des Betriebes Statistiken des Reichsverkehrsministeriums, wonach die Verteilung der Ausgaben wie folgt verschoben wurde: 1913: Ausgaben für Löhne und Gehälter rund 60 Proz. der Gesamtausgaben, für Materialien und Betriebsstoffe 40 Proz. der Gesamtausgaben. 1922: Ausgaben für Löhne und Gehälter rund 30 Broz. der Gesamtausgaben, für Materialien und Betriebsstoffe 70 Proz. der Gesamtausgaben.. Durch die Verschiebung dieses Berhältnisses ist erwiesen, daß nennenswertes nicht mehr herauszuwirtschaften bis auf verschwindende Ausnahmen aus dem Personal ist. Eine noch schärfere Politit gegen das Personal wie in der letzten Zeit muß zur Unruhe im Betriebe führen und damit erfolgschädigend wirken. Der stärkste Einwand aber ist ein anderer. Die steuerlichen Einnahmen der Bezirke find tatsächlich so außerordent Genoffen! Agifiert überall für einen guten Besuch der Versammlungen, lich verschieden, daß fie fich jeder Inbeziehungsehung zu zeigt durch ein Massenaufgebot, daß die Berliner Arbeiterschaft irgendeinem Teil der Haushaltsausgaben oder auch zum Ge- gewillt ist, die Pläne der Schwerindustrie zu Schanden zu machen. famtbezirkshaushalt entziehen. Darüber möge die folgende Uebersicht ein anschauliches Bild geben. Es find dabei die Zur Deckung der Unkosten 100 Mark Eintritt Den Erfolg durch eine rüdsichtslose Tarifpolitit Steuereinnahmen sowohl im ganzen als in den großen SteuerBezirksverband Berlin BSPD. herauszuholen, würde die schwächeren, jezt erst im Aufbau und in gruppen gegenübergestellt dem Anteil der Bezirke an der Einder Entwicklung begriffenen Teile der Volkswirtschaft schädigen, wohnerzahl und am Haushaltsbedarf. Zur Vereinfachung sind ihnen jede Transportmöglichkeit nehmen und durch das Gesetz des die beiden größten, die beiden kleinsten und die beiden mitt städtische Wirtschaftsbetriebe auf der Höhe zu erhalten, ohne daß Optimum den Enderfolg der Eisenbahn zerstören. Auch würden die Teren Außenbezirke ausgewählt. Bei den übrigen liegt es nicht die in der kapitalistischen Wirtschaft gemachten Erfahrungen auch Siedlungswesen, Urlaubsfahrten, Kinderfürsorge direkt gestört und sozialen Verpflichtungen der Eisenbahn dem Staat gegenüber, anders. Die Steuereinnahmen sind nach dem Stande vom bei ihnen angewandt werden. Die Umwandlung tommunaler verhindert werden. 31. März 1923 genommen, zu den Grundsteuern sind die Regiebetriebe in Gesellschaften ist deshalb, solange es nicht um eine Ein Erfolg wäre für die ersten Jahre eventuell möglich, wenn Grunderwerbssteuer und Wertzuwachssteuer, zu den Gewerbe- Befizübertragung handelt, mit Entkommunalisierungstendenzen feine normalen Abschreibungen, Erneuerungen und Reparaturen steuern die Umsatzsteueranteile, Betriebssteuer, Schanterlaub nicht auf eine Stufe stellen. Hier handelt es nicht mehr um Be- gemacht würden. Dieses Gewinnemachen auf Kosten des Bea nissteuer gezählt. seitigung des gemeinwirtschaftlichen und gemeinnügigen Cha- friebes würde sich aber in einigen Jahren in der wachsenden Mt. Charlot Nett. Slegs Span. Weißen- Behlen rafters der Unternehmungen, sondern darum, daß diese Unter- Betriebsunsicherheit durch die Verschlechterung des Oberin Prozent nehmungen auch in ihrer Organisation modern gehandhabt bautes, der Verwaltung unserer Anlagen bei den Hauptwerkstätten, dem Mangel an einer vernünftigen Borrats- und Erneuerungs7,2 8,8 2,7 werden müssen. Die Reform ber Berwaltungsform bedeutet in wirtschaft deutlich bemerkbar machen, und die Reichsbahn in den ihrem Endeffekt eine wesentliche Stärtung der gemeind Zustand des alten Eisens versehen, sowie eine Defizitwirtschaft von lichen Betriebe, die dadurch Bewegungsfreiheit erhalten und ihre nie dagewesenem Maße heraufbeschwören müssen. wirtschaftliche und finanzielle Berlin tenburg tölln lit dau fee Anteil an der Gesamtbevölkerung 49,6 Anteil am Gesamt8,9 bedarf der Bezirke 45,9 10,6 6,8 3,8 3,2 δοτή 1,4 1,9 1,0 1,5 Anteil am Gesamts steueraufkomm. 28 ( Stand b. 31.3. 23) 64,6 9,5 2,8 2,8 1,8 2,2 1,0 0,7 Anteil an der Eintommensteuer 55,9 10,3 • Anteil an den Grundsteuern.. 37,9 Anteil an den Gewerbesteuern Anteil an den sonsti gen Steuern 4,0 8,1 9,4 4,3 5,2 2,2 2,8 1,0 1,0 1,8 4,5 0,2 72,1 8,9 1,8 0,7 2,5 0,9 10,0 0,6 Leistungsfähigkeit wesentlich steigern thout Die Umwandlung der Berlustwirtschaft der Reichsbahn in eine Erfolgswirtschaft unter gemeinsamer Arbeit von Verwal fönnen. Sie ermöglicht auch durch die Formen der Auf- tung und Personalvertretung vor der Ruhrbesetzung hat bewiesen, sichtsräte usw. eine in Wirklichkeit weitergehende und daß der Entwidlungsmeg ein richtiger mar. wirtsamere Kontrolle und eine schärfere Eingriffs= Ein gewaltsamer Eingriff oder plötzliche Umstellung in eine möglichkeit der von der Deffentlichkeit eingesetzten Kontrollorgane, andere Betriebsform. würde diese Gesundung stören und die die dadurch gegenüber dem jetzigen Zustand größere Befugnisse Defizitwirtschaft in einer noch nie dagewesenen Höhe herauferhalten, an denen auch die Bertreter der Arbeiter und Angestellten, beschwören. auf Grund des Gesetzes über die Vertretung in Aufsichtsräten teilnehmen fönnen. Die Gelds Der 69,1 2,5 1,7 0,8 0,6 Der deutsche Postichedverkehr im Jahre 1922. Die Uebersicht zeigt, wieviel mehr Alt- Berlin Die Arbeiterschaft ist an dieser Reorganisation in jedem Falle entwertung, die besonders feit dem Herbst vorigen Jahres einen gebnissen des deutschen Bostschecver Behrs für 1922 wieder, an Steuereinnahmen verhältnismäßig auf auf das lebhaftefte intereffiert. Der wirkliche Ausbau großen Umfang angenommen hat, spiegelt sich auch in den Erbringt als die Außenbezirke. Nur bei den Grund- fommunaler Betriebe ist ein Lebensinteresse aller rumfaß hat mehr als neun Billionen Mart( 9097 Milsteuern tritt es zurüd. Charlottenburg steht ziemlich aus beiter. Aber auch die städtischen Arbeiter, für die die Ge harden) betragen und fich gegen das Jahr 1921 nahezu verachtfacht. geglichen da. Um so auffallender sind die Unterschiede bei meindebetriebe Arbeits- und Existenzgrundlage find, haben ein Ein sehr erfreuliches Bild bieten die Ergebnisse des bargeldlosen Neukölln, das in allen Steuergebieten nur einen Bruchteil der außerordentliches Interesse daran, daß diefein gewiffem Sinne 3 ahlungsverkehrs, in dem 7892 Milliarden Mart oder Einnahmen aufbringt, die seinem Haushalt und seiner Größe ihre Betriebe zur höchften Leistungsfähigkeit ausgestaltet werden. 86 Broz. des Gesamtumfakes beglichen worden find. Ende 1922 entsprechen müßten. Die mittleren und fleinsten Bezirke haben Es besteht nicht die geringste Befürchtung, die gelegentlich aus haben dem Postscheckverkehr 913 789 Runden angehört. Das Gutregelmäßig einen verhältnismäßig recht geringen Anteil an durchfichtigen Gründen von fommunistischer Seite verbreitet wird, haben hat um 231 Milliarden Marf zugenommen und Ende 1922 den sonstigen Steuern, zum Teil( Steglitz, Zehlendorf) auf daß eine solche organisatorische Reform der Werte, die Stellung 243 Milliarden Mart betragen. Devisenturfe. Unserer gestrigen Rurstafel ist noch nachzutragen: fallend geringen Anteil an den Gewerbesteuern, andererseits der Gemeindearbeiter schwächen würde. Einmal ist verhältnismäßig höhere Grundsteuererträge. Jedenfalls liegt in allen Gesellschaftsentwürfen vorgesehen, daß die besondren 1 finnische Mart 2089,50 Gelb, 2100,50 Brief, 100 öfterr. Kronen es auf allen steuerlichen Gebieten so verschiedenartig, daß ohne ozialen Bestimmungen des manteltarifs er.( abgeft.) 106,73 Gelb, 107,27 Brief, 1 ungarische Krone 13,71 Geld, weiteres die Unmöglichkeit erhellt, die eine oder andere halten bleiben müssen und dann hat ja auch die Erfahrung 13,79 Brief, 1 bulgarische Lema 827,50 Geld, 832,50 Brief, 1 jugoder Steuern oder Steuergruppen als selbständige Einnahme der Nachtriegsjahre zur Genüge gelehrt, daß auch die wirtschaft. flamischer Dinar 877,50 Gelb, 882,50 Brief. 1 Bolenmart galt im freien Verkehr etwa 1,25 m. oder als Dotation den Bezirken zu überweisen. Die größte liche Stellung der Arbeiterschaft letzten Endes von iher eigenen Ungerechtigkeit wäre die Folge. Nicht durch Schaffung und von dem wirtschaftlichen Gebeihen der Unternehmungen gewertschaftlichen und organisatorischen Stärte eigener Einnahmen, sondern nur durch stärkere Be= weglichteit in den Ausgaben kann den Bezirken jelber abhängt und daß es auf die Dauer feine Mittel zur fünfteine größere Selbständigkeit in ihrer Verwaltung und Wirt- ichen Steigerung gibt, es sei denn, daß sie sich auf die Dauer gegen die Arbeiter selber wenden würden. Die Einsicht in diese schaft geschaffen werden. Zusammenhänge ist heute weit genug verbreitet, so daß man wohl annehmen fann, daß die Reformarbeit, die eine wesentliche Konfolidierung und Befestigung des gemeindlichen Betriebes Wirtschaft Arbeitersport. Jubiläum des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. 30 Jahre Arbeit. Fast 1 Million Angehörige. Gleichzeitig mit der Feier des Reichsarbeitersporttages( Raft) fann die größte Arbeitersportorganisation aller Länder, der deutsche Arbeiterturn- und Sporta bund", auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken. Im Jahre 1893 war es, als sich zu Pfingsten 39 Delegierte aus 51 Bereinen in Gera zusammenfanden und den Bund gründeten. Die eigentlichen Anfänge datieren aber schon aus dem Jahre 1890, als das Sozialistengefeh fiel und die Arbeiterschaft allenthalben an den Neu bzw. Wiederaufbau ihrer Organisationen ging. Zunächst bildeten sich an einzelnen Orten Arbeiterturnvereine. Der erste Zufammenschluß erfolgte 1892 in Brandenburg, welche Stadt als die Wiege des Bundes bezeichnet werden kann. Hier wurde zunächst der Märkische Arbeiterturnerbund" gegründet. Inzwischen bildeten sich auch in anderen Landesteilen Arbeiterturn vereine und schlossen sich zu Landesorganisationen zusammen, fogar der deutsche Dichter und spätere Simpliziffimus"-Mitarbeiter Edgar Steiger begeisterte sich für die neue Bewegung und stellte sich Die Neuorganisation der Berliner Werke. zur Folge haben muß, heute von überwiegender Mehrzahl der in Endlich, nach jahrelangen Auseinandersehungen und Rämpfen, den Gemeindebetrirben beschäftigten Arbeiter richtig verstanden fcheint es, als ob die Frage der Reorganisation der Ber- werden wird. Die Form der neuen Gesellschaftsbildung, über die liner Werte( Gas, Waffer, Elektrizität, Straßenbahn) entschieden in den nächsten Wochen entschieden werden wird, ist gegenüber dem werden soll. Die bürgerlichen Parteien haben jahrelang einen grundlegenden Gedanken, der sich jetzt durchgefeht hat, von unter hartnädigen und zähen Kampf um diese Wirtschaftsbetriebe ber geordneter Bdeutung. Wis werden über die Ergebnisse dieser Gemeinde geführt in der Hoffnung, die Entfommunali. Beratungen berichten, sowie sie vorliegen, fierung biefer Betriebe ober mindestens die ausschlaggebende Beteiligung privaten Rapitals an diesen Betrieben durchfeßen zu fönnen. Die Motive der bürgerlichen Parteien bei diesem Kampf waren verschieden. Die scheinbare Unrentabilität fast aller Gemeindebetriebe infolge des Raub. baus während des Krieges und der mangelnden Substanzerneue Privatwirtschaftliche Betriebsform der Reichsbahn? werbend in ihren Dienst. Die folgenden Jahre brachten eine rung nach dem Kriege hat diesen Kampf unterstützt, mag in den Augen eines breiteren Bublifums auch eine der Hauptursachen Im Garantieangebot des Reichsverbandes der deutschnelle Vorwärtsentwicklung des Bundes. 1894 wurden 125 Ver. gewesen sein, während in wirklicheit andere Erwägungen maß- hen Industrie wird u. a. gefordert, daß alle Reichs- und eine mit 9096 Mitgliedern gezählt, 1900 bereits 512 Bereine mit Grund- 37 371 Mitgliedern, 1905 949 Bereine mit 80 147 Mitgliedern, 1910 gebend waren. Durch die Entkommunalifierrung der Gemeinde Staatsbetriebe nach privatwirtschaftlichen 1806 Bereine mit 153 582 Mitgliedern, bei Beginn des Krieges betriebe sollte die Stellung der Arbeiterschaft getroffen fäßen regeneriert werden. und anderseits die Gefahr einer drohenden Erweite fterium hat nun zu dieser Forderung Stellung genommen. Da Breußen zu den Jugendturnvereinen in ArbeiterverDer Hauptbetriebsrat im Reichsverkehrsmini rund 2500 Vereine mit 200 000 Mitgliedern. Der große Aufschwung des Jugend und Kinderturnens führte besonders in rung öffentlicher Wirtschaft abgewendet werden. der Ausdruck„ nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen" verschieden einen. Es entstand die Aera Studt und Trott zu Solz in inniger Heute kann man sagen, ausgelegt werden tann, geht die Kritik des Hauptbetriebsrates Berbindung mit der deutschen Turnerschaft, die die Jugendturnwarte davon aus, daß der Reichsverband entsprechend seiner früheren mit Geldstrafen und Gefängnis belegte sowie den Arbeiterturnern Die Umbildung der städtischen Güter in eine Gmbh. hat ihre Ren. Dentschrift auch jetzt die Ueberführung der Eisenbahnen in eine die Turnhallen und öffentlichen Spielpläte entzog. Ihren Abschluß tabilität wesentlich erhöht und ihre Berpachtung in Attiengesellschaft verlangt. Dieser Plan hat schon damals fanden diese Verfolgungen erst mit Beginn des Krieges. Die Revoletzter Stunde verhindert. Die Wirtschaft der großen städtischen den einmütigen Widerstand des Personals hervorgerufen. Das ist lution brachte auch den Arbeiterturnern die Gleichberechtigung. Die Werte hat sich soweit tonsolibiert, und beginnt sich von den jetzt noch mehr der Fall. Das Personal hängt mit allen Fasern durch den Krieg zerstörten Bereine wurden wieder aufgebaut, viele Vereine und ganze Gaue der deutschen Turnerschaft traten zum Folgen des Krieges und der Nachkriegszeit soweit zu erholen, daß, an der Beibehaltung der Eisenbahn in Reichshand. Es hat burch Arbeiterturnerbund über. 1920 waren bereits wieder 3081 Bereine ganz abgesehen von dem zähen Widerstand der Sozialdemokratie, feine Mitarbeit bewiesen, daß es bereit ist, die Betriebsform mit 342 798 Mitgliedern vorhanden, 1921 4175 Bereine mit 588 197 die durch den Magistrat diesen Plänen ein Beto entgegenfeßen der Eisenbahn in allen ihren Zweigen zu einem modernen, der Mitgliedern, darunter 60 000 Fußballspieler, die ihre techfonnte, auch in bürgerlichen Kreifen sich die Stimmen gegen Brivatindustrie gleichwertigen Betrieb zu gestalten. Durch einwand- nischen Fragen in besonderen Unterorrganisationen regeln. 1922 eine Entfommunalisierung mehren und wieder die freie Nachweisungen und Bergleiche mit der Privatindustrie ist mehr trat der Arbeiterwassersportverband mint 50 000 Mitdiefer Angriff ift abgeschlagen. gliedern( Schwimmer, Ruderer) zum Bund über. Das Preffe. Zurzeit hat der Bund 6000 Vereine mit fast einer Million wesen ist gut ausgebaut. Neben der Arbeiterturnzeitung" als Vereinsangehöriger, die namentlich beim Bund gemeldet und gegen Syauptorgan gibt der Bund technische Fachschriften für Leichtathletik, Unfall versichert sind. Fußball, Wassersport, Borturner, Turnerinnen und Kinder heraus, in denen gute Illustrationen das geschriebene Wort unterſtützen. Die Gesamtauflage der Zeitungen beträgt 100 000. Die legte Hauptstatistik des Bundes ergibt folgendes Bild fiber den Mitgliederbestand der einzelnen Kreise und Sparten An fang 1923: H Kreise Bereine Turner 22 928 52 813 11 610 61 049 24 843 52 297 49 005 182 463 11 384 71 289 1. Kreis Brandenburg 287 16 183 4 356 50 78 " Provinz Sachsen 638 34 126 8 357 3 450 4418 3 506 " Norddeutschland 222 17 537 4 911 1 721 3 285 " 1 Sachsen. 867 84 844 20 753 8 179 19 682 " P Thüringen. 727 42 234 10 208 2 774 4 689 " Rheinland- Westf. 461 24 075 7 550 5 960 4 020 Bayern 366 22 419 5 539 2 370 2901 " " Württemberg. 269 26 681 3 452 1990 2904 8399 50 004 6797 40 026 6045 41 072 " Seffen 316 24 813 5 855 1134 1801 7 205 Baden 291 31 091 5 400 2045 2 389 6 193 " Nordwestdeutschl. 452 28470 8 846 2 409 3 603 15 833 40 808 47 118 59 164 " " Oft u Westpreußen 54 3 292 751 349 604 1824 6820 " Brovinz Hessen 284 12 391 3 690 708 " Provinz Schlesien 244 15 254 3 155 2117 658 1977 2 702 20 149 17 Provinz Pommern 82 6124 1380 387 663 " Baufig 250 15 930 4 781 1 212 2 083 Ob. Desterr., Tirol 147 12 266 16 000 2 662 " N- Deft., Steiermart " 19. " Bayern( München) 71 5 600 6721 1 909 657 800 1170 2 500 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 44 Quieta Bohnen Kaffee 7 033 29 536 Am Sonntag ist die Parele jebes Arbeiter- Fußballers: Der RSS. Spiele follen möglichst wenig abgefchloffen werden, denn alle Sportgenossen werden aufgerufen, au demonstrieren gegen die bürgerlichen Berbände und Sportorganisationen. Denkt daran, was die Werbesportwoche der Bürgerlichen Euch gezeigt hat. Hotel Adlon usw. müssen Euch Fußballer genügende Stich worte fein, um vollzählig anzutreten und zu demonstrieren. Fußballtefultate. 20. Mai: Neukölln- Brig- Parchimer Sp.-B., Magdeburg I 6: 3; Neukölln- Brig Ft. T. Torgelow, L. u. 2. tomb., 0: 1; Neutöln- Brig Sgd.- Woltersdorf- Luckenwalde 3gb 2: 3; Finsterwalde- NeuSellas- 8. B. C. 1: 0; Fr. 2. Sp..Bg. Walldorf 88, Frit. a. M.- Bilmersdorf 1: 0; 8offen- Teicha b. Salle 4: 2. 21. Mai: Neukölln- Brig I- Fr. T. WarenBris, 2. Jgd.- Comet- Finsterwalde, 1. Jgd., 2: 1; Kirchhain- L.- 8. 8. C. I Medlenburg I 8: 0; Neukölln- Brig Il- Fußballklub Greif I 1: 1; Neukölln0: 0; Wilmersdorf- Fr. T. Carben 2: 1. 27. Mai: Froh- Frei- Schöneberg 4: 2. Arbeiter- Schach. Sonntag, den 3. b. My nachmittags 3 Uhr, wird im Rartellverband für Sport- und Körperpflege, 3. Berwaltungsbezirk. Alle Vereine, wie Schach, Athletenvereine, Radfahrer, Wanderer, Turner, treffen Arbeiter- Schachheim( Gewerkschaftshans, Engelufer) ein Simultanspiel arcanfich am Sonntag nachmittag 1 Uhr am Nettelbeckplay. Plakate sind mitzu- giert. Schachinteressenten sind eingeladen. Das Schachheim Gonntags von 10-10 Uhr geöffnet. bringen. Radfahrer rote Schärpen anlegen. treffen sich fämtliche Arbeitersportler um 1 Uhr zum gemeinsamen Abmarsch Arbeiter- Sportlartell, 2. Bezir!( Tiergarten). 8um NAGT. am 3. Junt im Kleinen Tiergarten( Kriegerbentmal). Marschrichtung des Zuges ift: Turm, Gottowsin, Levezowstraße, Hansaplas, Alopstockstraße, Hochschule, Gartenufer, Hippodrom. Die Weſtgruppe muß ebenfalls um 43 Uhr am Hippodrom sein. Nächste Kartellfizung am Montag, den 4. Juni, abends 28 Uhr, im Lokal von Marg, Oldenburger Str. 10. Wichtige Tagesordnung. Jede Organisation muß vertreten sein. Nicht umgefette Festschriften find spätestens Sonntag vormittag 11 Uhr im Lokal von Marg abzuliefern. Das Arbeiter- Sportkartell bes 9. Bezirks( Wilmersdorf) marschiert mit den angeschloffenen Organisationen am Sonntag um 1½ Uhr von der Wilhelmsaue, Ede Uhlandstraße, möglichst in Sportkleidung und mit Fahnen ufm. zum RAST, auf dem Dominicusplat in Schöneberg; anschließend zur DemonWegen Gründung eines Trommler- und tration an der Gedächtniskirche. Bläserchors und einer Abteilung des Arbeiter- Schachbundes in Wilmersdorf melden fich Mufit- und Schachfreunde, auch Jugendliche, heute abend ab 6 Uhr oder morgen, Sonntag, vormittag auf dem Turnplag der Freien Turnerschaft in der Württembergischen Straße. Bitte Interessenten darauf hinzuweisen und Adresse gelegentlich dort hinterlassen. Sportfartell, 12. Berwaltungsbeztet. Alle Arbeitersportler treffen fich um 2 Uhr auf dem Marktplag in Steglig, Düppelplag, zweds Teilnahme am RAST., laut Beschluß der Kartellsigung. Eröffnung des Gemeindesportplages in Reinidendorf, Scharnweberstraße, 2 369 10 923 zum NAGT. am 3. Juni durch die Arbeitervereine und organisationen des 20. Bezirks. Alle Kartellvereine müssen um 1 Uhr zur Stelle sein. Beginn des Umzugs durch Reinickendorf um 12 Uhr. Aufstellungsplah: Jugendhaus ( Ede Eichbornstraße). Nach dem Umzug Ansprachen und Vorführungen der Rartellvereine, Freiübungen, Boltstänze, Radballspiele, Reigenfahren, Geräte. turnen, Gefang, Ringen, Seben, Tauziehen, sportliche Wettkämpfe und Wett5540 29 546 2 898 33 426 8 900 2 084 12 541 Geschäftliche Mitteilungen. Ein Jubiläum bei ber Dunlop- Gummi- Comp. Am 12. Mai b. J. beging Generaldirektor Bräunig fein 25jähriges Jubiläum in den Diensten der Deut fchen Dunlop- Gummi- Compagnie, Att. Gef., au Hanau a. M. Wie Dunlop" als Gründer der Pneumatit- Reifenindustrie anzusehen ist, so tft in dem Jubi lar nicht nur sein gelehriger Schiller, sondern ein wahrhafter Pionier der Branche zu erbliden. Briefkasten der Redaktion. .. In folchen Dingen kann der Fernstehende fchwer einen Stat gebent. Sollte eine Chefrau nicht felber ben richtigen Beg finden?- F. E., SD. 26. 1. Nein. 2. Rein. $. S. 112. Freie Scholle nicht bekannt. Wenden Sie sich an den Reichs. bund füte Giedlung und Bachtung, E. G.m. b.$., N. 7, Unter den Linden 40/41, oder an den Verband gemeinnütziger Giedlungsvereinigungen, E. V., W. 8, | 5957 430 001 100 893 58 540 63 418 197 202 850 054 spiele, Byramiden. Größte Pünktlichkeit wird von allen Vereinen erwartet.| Jägerstraße 13. BTS Nur in den bekannten Paketen niemals lose, gibt es überall = Quieta= 2.14 mit feinem Bohnenkaffee. WYK auf F- HR Mildestes und Porto und 100 Mark für Führer einsenden. Gold-, freundlichstes Süßstoff Preise ab 1. Juni 1923. 1 H- Dadung === 200 Güßtraft von reichlich 1 Pfund Zuder| Tabletten haben die Süßtraft von je 1%, Würfel Zuder R. 320, Schachteln mit 100 500 Tabletten Borzüglich zum Rochen, Baden usw. M. 530,- 1000,- 2350, Rann mitgefocht werden. zum Süßen von Kaffee, Tee usw. Erhältlich in Kolonialwaren-, Drogenhandlungen und Apotheken. Deutsche Süßstoff Gef. m. b. H., Berlin W 9. Reichsverband deutscher Tonkünstler und Musiklehrer Deutscher Metallarbeiterverband ( Berliner Tonkünstler- Verein, gegr. 1847) Der Hauptvorstand des Reichsverbandes hat die Honorare fülr Monat Juni 1923 für Muttunterricht folgendermaßen festgelegt: Unterricht für Anfänger M. 3000 f. b. Std. Unterricht für Fortgeschrittene Gesangsunterricht Ausbildungsunterricht • 5000 do. " 6-9000 10-12 000 Bei Unterricht außer dem Hauſe treten die vorgeschriebenen Erhöhungen ein. Der Reichsverband macht feine Mitglieder fomle beren Schüler bzw. die Eltern derselben darauf aufmertfam, daß es angesichts der unerhörten Zeuerung nicht nur Pflicht ist, diese bescheidenen Honorare zu fordern, sondern daß die Lehrer angewiesen find, die Bezahlung der Honorare auch in den bevorftehenden Sommerferien unbedingt durchzufegen. 33,7 Namens des Hauptvorstandes: Arnold Ebel. Maria Leo. Willy Rott. Prof. Eduard Behm. Hedwig Ribbed. Otto Nititifs. Prof. Kurt Schubert. Jedermann besucht die erste Verwaltungsstelle Berlin Nachrufe Den Kollegen zur Nachricht, bas unser Rollege, der Graveur Paul Kühne am 21. Mai geftorben ist. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Anton Seeberge am 16. Mai gestorben ist. Am 21. Mai verstarb unsere Kollegin, die Arbeiterin 149/14 Else Weiß Chre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Dentsche Mittelstands- Ausstellung Deutscher Metallarbeiter- Verband 3.- 10. Juni 1923 Geöffnet 11-8 Uhr Eintritt M. 500, Alte Gebisse auch zerbrochene pro Zahn 9000 bis 150 000 Mark. Gold-, Dublee-, Silberbruch kauft zum Tageskurs Zahn- Ankaufsstelle B. Zymelski, Weißenburger Str.32 STE Legitimation erforderlich. Motten, Läuse samt Brut kann jed. Laie in 3 Std. durch apparateloses Linksol selbst radikal beseitigen. Erhältl. in all. Drogerien. Wanzen Generalvertrieb Roberstein Nachf. * Berlin NO., Heinersdorfer Str. 22. Monatsanzüge, Sommerpaletots zu Gädeanlauf, Bindfaben, Garn. Holzftaunend billigen Preisen. Naß, Gor- tamm, Raiser- Friedrich- Straße 42, Anmannstraße 25/26, früher Muladstraße. zengruberstraße 23. Belshaus Barschauerstraße 7. Geigen, Celli, auch zerbrochene, für Tegenheitstäufe. Riefenauswahl. Spott. Export, höchftzahlend. Pfalzburg 9851. preife. Berliner Straße 160, Wilmersdorf, Ge. Gilberwolf, felten schön, prachtvoller Papierhandlung. Graufuchs, Kreuzfuchs, außerdem ele. Felleinkauf, höchstzahlenb. 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