Nr. 25940. Jahrgang Ausgabe A nr. 128 Bezugspreis: Für den Monat Juni 7600. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 9600 M., für das übrige Ausland 11 600 M. Postbezugspreis freibleiben d. Bostbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Lugenburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Gonntagsbeilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle Foftet 1500 m. Reklamezeile 7500 M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 500 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 250 M. Stellengesuche das erste Wort 250 M., jedes weitere Wort 200 9. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien- Anzeigen fite Abonnenten geile 350 M. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW.68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Dönhoff 292–295 Fernsprecher: Verlag: Douboff 2506-2507 Mittwoch, den 6. Juni 1923 Die Forderungen des Volkes. Glänzender Verlauf unserer Versammlungen. wertbeständige Löhne Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Wertbeständige Einkommen, Aus gewerkschaftlichen Kreisen wird uns geschrieben: Jeder Marksturz, wie überhaupt alle Schwankungen auf dem Devisenmarkte bedeuten schwere soziale Er= deutend mit der Aushöhlung aller Einkommen, die nicht auf dem Verkauf von Waren beruhen, und einem Aufblähen der Einkommen aller Warenverkäufer. Es findet fast jedesmal eine Art soziale Umschichtung statt, begleitet von Lohnbewegungen und Streiks, die sich auf alle Berufe und Industrien ausdehnen. In großen Massen war die Berliner Arbeiterschaft gestern betriebe als Garantie mehr aufbringen sollen, als die übrige Groß- chütterungen. Ein Fallen unserer Mart ist gleichbegbend dem Ruf unserer Partei gefolgt, um gegen den Dolchstoß der industrie. 1328 millionen Goldmark würden die deutschen Industrie Protest zu erheben. Die gewaltige Erbitterung, die in Rapitalisten, wenn ihr Angebot Annahme fände, allein bei Beiseiti den Massen der werktäigen Bevölkerung sich angesammelt hat, gung der Zwangswirtschaft verdienen.( Hört, hört!) Die Produktion fam zum Ausdruck in der angespannten Aufmerksamkeit, mit der in Deutschland kann nicht gehoben werden durch Arbeitszeitverlänge fie den Ausführungen unserer Redner folgte und in den oft rung, sondern durch eine gesunde Lohnpolitik und Ausbau der technischen Neuerungen. Der breiten Masse muß die Möglichkeit stürmischen Zwischenrufen, mit denen die Anwesenden ihre Zu- gegeben werden, sich satt zu essen und als Kulturmenschen zu leben. Gegen die Gefahren und Rückschläge der Schwankungen stimmung zu der Kritik und den Kampfparolen der Redner be- Wie kann das geschehen? Die Unternehmer müssen nur mit etwas fundeten. Wer diese Versammlung miterlebt und die Stimmung geringerem Verdienst zufrieden sein. Statt durch Lohnerhöhungen am Devisenmarkt haben sich die Waren befizer zu schüßen der aufmarschierten Massen tennen gelernt hat, wird sich keinen den Innenmarkt zu beleben, werden Auslandsgeschäfte ge- gewußt. Sie fakturieren entweder in ausländischer Währung Augenblic einem Zweifel darüber hingeben fönnen, daß es mit macht. Die Not der breiten Maffen wird immer größer. Es ist oder aber freibleibend". Soweit man sich, insbesondere im der Geduld der Arbeiterschaft zu Ende geht. All die schweren unerträglich, daß die Arbeiterschaft dauernd auf Papiermarflöhne Kleinhandel, noch der Papiermark als Preismesser bedient, geschieht das in der Regel unter dem Vorbehalt des Wieder= opfervollen Monate der Ruhrbesetzung haben die arbeitenden angewiefen ist. Jetzt sind die Gewerkschaften am Werke, um beschaffungspreises. Da aber der WiederbeschaffungsMassen geschwiegen und den Kampf gegen den französischen j Imperialismus unterstützt. Aber das brutale, egoistische Verhalten zu erringen. Nicht fortgesetzte Beschimpfungen der Gewerkschafts- preis entweder in fester Währung berechnet wird oder, wie und Parteiführer, sondern starte fräftige Organisationen fönnen uns besonders bei einer Reihe von Lebensmitteln und Rohstoffen, der kapitalistischen Etappenhelden in Stadt und Land und vor helfen. Ohne jede Nervosität, ohne den Kopf zu verlieren, haben automatisch mit den Devisenkursen steigt nicht aber ebenso allen Dingen das herausfordernde Auftreten der Industriefönige, wir unsere ganze Macht auf die Lohnpolitit und Erhaltung der automatisch fällt, so richten sich auch die scheinbaren Papierdie der Regierung und dem Bolfe ihren Willen aufzuzwingen Republit zu richten. Schaffen Sie uns eine geschlossene fuchen, hat einen Rückschlag in den Reihen der Arbeiterschaft her. opferbereite Arbeiterschaft, dann wird das Industrie- markpreise des Kleinhandels in Wirklichkeit immer mehr nach vorgerufen. Möge diese Stimmung den Machthabern als Warnung angebot nur ein Feßen Bapier sein, der von der Arbeiterschaft der ganz automatisch, ganz selbstverständlich. Nur bei den Löhnen dem Doliar. Diese Anpassung an den Dollar geschieht dienen! Nach wie vor ist die Arbeiterschaft gewillt, den Ramp rien werden wird.( Stürmischer langanhaltender nach außen zu unterstüßen, aber nur unter der Boraussetzung, daß Beifall) Bon einer Disfuffion wurde Abstand, die Resound Gehältern wie überhaupt bei allen Arbeitseinkommen bedarf es erst schwerer Kämpfe, ungeheurer Entbehrungen und die Lasten nicht auf die Schultern der Besitzlofen abgewälzt, sondern Iution einstimmig angenommen. Anstrengungen, um die Einkommen den veränderten PreisDon denen getragen werden, die von Ruhrbesetzung und Mart verhältnissen anzupassen. Hier muß eine Aenderung eintreten. zerfall ebenso profitiert haben wie von Krieg und Revolution. Der große Saal der Bögom Brauerei war bis auf den In den Erklärungen des früheren Staatssekretärs im Deshalb fanden die Forderungen, die jetzt von unserer Partei im letzten Blah besetzt. Der Referent, Gen. 2. Stein, entwarf in Reichswirtschaftsministerium, Profeffor Dr. Hirsch, die der Reichstag aufgestellt werden, um die Notlage im Innern zu großen Umriffen ein Bild der inneren und äußeren Lage Deutsch- Borwärts" in seiner Sonntagsnummer veröffentlicht hat, lindern, und die Voraussetzung für eine Verständigung mit dem lands nach fünf Monaten der Ruhrbesetzung. Die Phrase von der wird. Die Einführung wertbeständiger Löhne und Auslande zu schaffen, stürmische Zustimmung der großen Mehrheit nationalen Schidfalsgemeinschaft zeige fich jetzt in ihrer ganzen ab- mird. die Einführung wertbeständiger Löhne und Bersammelten. Die DON unferer Partei eingeleitete schredenden Häßlichkeit. Wie im Weltkriege werden bem Broletariat Gehälter gleichfalls gefordert, und zwar als notwendige auch jetzt alle Lasten aufgebürdet, während die Besitzenden sich Maßnahme zur Sanierung unserer Währungsverhältnisse. parlamentarische Aktion findet bei den Maffen 3u als Staat im Staate etablieren und in der Gestalt der Industrie- Professor Hirsch weist auf die Tatsache hin, daß jeder Kurssturz stimmung und vollste Unterstügung. tönige einen neuen Absolutismus aufgefehaben, der gefähr- den Warenbesizern furzfristige, aber sehr reale Gewinne bringt licher und unverantwortlicher ist als der Wilhelms II. Das und daß folglich diese Kreise nicht selten ein materielles InterGarantieangebot der Industrie zeige die ungeheure Gefahr des Ab- esse an der Verschlechterung und manchmal feines an der folutismus für die innere und äußere Politik Es gibt keine Löfung für die Ruhrkrise, wenn sich die Regierung dem Diktat der In- Besserung oder auch nur Aufrechterhaltung des Markkurses haben. Diefer äußere und innere Valutagewinn an allen duftriemagnaten und Junker beugt. Es gibt feinen inneren Frieden, wenn fie die erprefferischen Bedingungen" der Industrie afezptiert. Lohn- und Gehaltsempfängern sollte schleunigst beseitigt werDie Sozialdemokratie erklärt dieser verhängnisvollen Politit des den. Professor Hirsch sagt, daß also die Beamten, Angestellten ftinnefierten Rapitals den Kampf. iSe lehnt die Verantwortung und Arbeiter die einseitige Last zugunsten derer, die der Befür ein Angebot ab, das den Forderungen der Industrietönige ent- wegung der Baluta alsbald folgen, fünftig ablehnen und Festfprechen würde. Und sie eröffnet durch die in ihrer Interpellation fetzung wertbeständiger Löhne und Gehälter fordern sollten. aufgestellten Forderungen den Kampf für die dringendsten wirt- In erster Linie aber weist Professor Hirsch sehr richtig darauf fchaftspolitischen Forderungen der Arbeiterklasse. ber genommen: In allen Versammlungen wurde folgende Resolution anDie Versammelten protestieren gegen die rücksichtslose Intereffenpolitit der deutschen Industrie. Sie verlangen von der Reichsregierung ernsthafte, wirtfame und schleunige Maßnahmen gegen die allgemeine Not der breiten Maffen, im besonderen fordern fie, daß sofort die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, 1. damit die Renten, insbesondere die Unterstützung für die Erwerbslofen, und die Löhne und Gehälter an die Geldentwertung voll angepakt werden, 2. damit die völlige Entwertung der Besitzsteuern durch Unpaffung an die Geldveränderungen endlich verhindert wird. 3. damit der weitere Sturz der Mart aufgehalten wird. Die Anwesenden erklären, daß fie fich für den Ruf der Sozialdemokratischen Partei bereit halten. Sie werden jeder finnlojen Einzelattion entgegentreten, aber sie werden ihre ganze Kraft auf den einen Punti vereinigen: Sofortiger Schuh jeder ehrlichen Arbeit gegen weitere Berelendung und Kampf den absolutistischen Gelüsten des Kapitals. * In der Hafenheide. In der Böhow- Brauerei. " 1 Stürmischer Beifall lohnte die 1% ftündigen Ausführungen des hin, daß die notwendige Steigerung der ArbeitsReferenten. In der Diskussion unterstrichen, nach der konfusen Rede freudigkeit und der Arbeitsleistung durch die eines Kommunisten, die Genossen Stemmer, Salle und fortgesetzten Schwankungen des Reallohns behindert Brendel die Notwendigkeit der lleberwindung des Barteigezänks wird. Eine ähnliche Feststellung hat übrigens auch der Verin der Arbeiterschaft und ber einheitlichen Aktion unter der Führung band fozialer Baubetriebe bei einer bemerkenswerten Unterder Sozialdemoiratie und der Gewerkschaften. Namentlich der letzte fuchung über die Verschiebungen von Lohn und Gewinn geRedner fand stürmischen Beifall, als er sich gegen die zerstörende macht. Arbeit der Kommunisten in den Gewerkschaften wandte. In seinem furzen Schlußwort unterstrich Gen. Stein nochmals die Not wendigkeit der außenparlamentarischen Unterstützung der jeht von der Partei eingeleiteten parlamentarischen Aktion. Die in diefem Sinne eingebrachte Resolution fand einstimmige Annahme. Mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie fand die von Der große Saal in dem Schultheiß- Ausschant Hasenprächtigem Rampfgeist erfüllte Versammlung ihren Abschluß. Heide war schon eine halbe Stunde vor Bersammlungsbeginn überfüllt. Immer neue Maffen verfuchten hineinzufommen. Alle Gänge, In den Andreas- Festfälen. die größte Frechheit des Kapitals Wenn es den Unternehmern wirklich ernst ist mit der Steigerung der Produktivität, dann müssen sie schon aus diesem Grunde die Einführung wertbeständiger Arbeitseinkommen betreiben. Die Arbeitsleistung leidet einmal durch die fortgefeßte Unruhe, die sich aus den fast permanenten Lohnverhandlungen zwangsläufig der Arbeiterschaft bemächtigt. Zunächst die Ungewißheit über die Höhe und den. Zeitpunkt neuer Zulagen. Dann der Streit über Annahme die Fensterbretter waren vollbesetzt. Kopf an Kopf gedrängt standen sammlung bis auf den letzten Platz gefüllt. Hunderte fanden feinen find, jedoch die neuen Lohnvereinbarungen von den MitgliedDer Saal und die Galerie waren schon lange vor Beginn der Ber- oder Ablehnung der neuen Löhne und Gehälter. Kaum die Massen. lleber Tausend mußten draußen bleiben. Genoffe Crisplen sprach zündende Worte. Kein Kommunist wagte einen Einlaß mehr, die eine zweite Bersammlung gut gefüllt hätten. fchaften der beiden Interessentengruppen angenommen, so beZwischenruf, feiner fand den Mut, in der Diskussion zu reden. So Kurt Heinig als Referent sprach in 1½ftündigen Ausführungen, die ginnen bereits neue Lohnverhandlungen. Aber von diesem verlief die Versammlung machtvoll, eindrucksvoll, ein Warnungs- des öfteren von lebhaftem Beifall unterbrochen wurden. Das„ Anwesentlichen Moment der Unruhe abgesehen, kann von einer Zeichen für Regierung und Industrie. Genosse Crifpien führte etwa gebot" der Industrie bezeichnete er als Arbeitsfreudigkeit so lange nicht die Rede sein, so lange der folgendes aus: Durch die Revolution hat die Arbeiterschaft wohl die politische Macht, aber nicht die wirtschaftliche errungen. Das überhaupt. Die Rücksichtslosigkeit des Kapitals beleuchtete er in Arbeiter und Angestellte wie auch der Beamte nicht weiß, Kapital hat heute eine überragende Machtstellung. Gestützt auf seine grellen Farben. Der Redner ließ die Blicke nach dem Ruhrgebiet welchen Reallohn er als Ergebnis seines Fleißes erhalten wird. unerschöpflichen Geldquellen hat es gerade in der letzten Zeit alles schweifen, wo die ermerbstätige Bevölkerung unter dem schwersten Dazu fommt noch die Unterbindung der Arbeitsfreudigkeit und versucht, um durch Aushalten faschistischer Organisationen den Kampf Drud seufze. Kein Wunder, daß es zu Unruhen fomme, die dem der Arbeitsleistung durch die schweren materiellen Der Redner Sorgen und Nöte, die jede Entwertung des Arbeitseinfranzösischen Militarismus sehr willkommen seien. nach innen und außen aufzunehmen. Wir haben in Deutschland mies, im einzelnen nach, wie die Industrie ihre Bläne aufgestellt fommens im Gefolge hat. Eine unterernährte, von materiellen einen 3 weifrontentrieg zu führen, gegen das a- us= und inländische Kapital. Augenblicklich ist die deutsche habe und durchführen wolle. Das Kabinett Cuno- Beder habe von Sorgen niedergedrückte Arbeiterschaft kann unmöglich leistungsRepublit in Gefahr durch den Geift Poncarés. den Industriellen die ihm gebührende Antwort erhalten. Ohne fähig sein. Rücksicht auf die innere und äußere Politik werde die brutale Das Proletariat ist die einzige macht, die die Republit schütt. Stinnes- Politit proflamiert. Es muß verlangt merden, daß die Wenn die bürgerliche Preffe die Berurteilung einiger bürgerlichen Löhne mehr den Schmankungen der Mark angepakt werden. Die Ruhrkapitalisten für chauvinistische Propaganda ausnügt, haben wir Regierung muß icht schleunigst beweisen, was sie fann. Wir aber noch lange teine Veranlassung in dasselbe Horn zu stoßen. Die müssen an das Morgen denken, daran, was eintreten könne. Wege Industrie möchte sich allen Verpflichtungen aus dem Versailler Ver- mükten gesucht werden, um aus dem Glend herauszukommen. Unser trag entziehen. Unfere Genossen im Auslande wissen, daß sich die Bille müsse so nachhaltig zum Ausdruck gebracht werden, daß er Großindustrie vor den Reparationen drückt. Nie meite Wellen schlägt. Mit radikalen Redensarten ist dabei nichts mand glaubt an die Aufrichtigkeit des letzten Industrieangebots, da getan. Ausbauer sei notwendig. Noch habe die Sozialdemokratie ja befannt ist, wieviel Devisen diese Kreise im Auslande haben. Die Macht im Lande. Und wenn die Masse einig ist, wird sie das Zetzt hat die Regierung eine zweite Note festgestellt. ir gesteckte Ziel erreichen. In der Debatte versuchte ein fommumerden abwarten, wie sie im Auslande aufgenommen wird und nistischer Redner in fenfufen Redensarten über Führer und Maffe allgemein wirtschaftlichen Gründen eine dringende Aber wertbeständige Arbeitseinkommen sind auch aus dann unsere Stellung danach einrichten. zu reden. Einer unserer Genossen, der Versammlungsleiter Gen. Das letzte Industrieangebot ist eine Ichroffe Buchmann sowie der Referent forderten in begeisterten Aus- Notwendigkeit. Die erdrückend große Mehrheit der VerKampfanfage an das Proletariat. führungen zur Einigkeit und zum treuen Zusammenhalten an den braucher setzt sich aus Lohn- und Gehaltsempfängern zuOrganisationen der Arbeiter auf. Die Willenstundgebung wurde sammen. Ein wesentlicher Antrieb für jedes Unternehmen gegen eine Stimme angenommen. aber ist ein möglichst regelmäßiger Absah. Die ungeheuerliche Krise der deutschen Wirtschaft, die allerdings nicht allein ( Stürmisches Sehr richtig!) Der Redner erläuterte das Angebot und wendete sich entschieden gegen die einzelnen Aufstellungen, im befonderen, daß die Reichs( Weitere Berichte auf der 3. Seite.) Auch das spekulative Moment ist nicht ohne Einfluß auf die Arbeitsleistung. Man kann sagen, daß auch die Arbeiterschaft in gewiffem Sinne spefuliert, wenn sie auch nicht in der Lage ist, Devisen und Wertpapiere zu kaufen. In dem in der Lage ist, Devisen und Wertpapiere zu kaufen. In dem gleichen Make wie das gesamte Spekulantentum heute auf den Sturz der Mark, spekuliert die gesamte Arbeiterschaft auf das Steigen der Mart, weil dieses ihr Arbeitseinkommen erhöht. Auch in diesem Sinne fann man sagen, daß die Arbeiterschaft heute die Trägerin des Staates ift. eine Absazkrise ist, hat ihre Quelle in dieser Unsicherheit der] Kaufkraft der großen Verbrauchermassen. Gefühlspolitik und Tatsachen. [ legenheit, ob man eine gewisse Devisenhamsterei als bes rechtigt und natürlich ansieht, sollte in einem Ausschuß zur Bekämpfung der Auswüchse der Spekulation ganz aus dem Spiele bleiben. Zum Fall Schlageter. Auch die Unwirtschaftlichkeit unserer Industrie Die Arbeiten des Untersuchungsausschusses. rührt zum guten Teile daher. Denn die Entwertung der ArDie zweite öffentliche Sitzung des Reichstagsausschusses beitseinkommen und die daraus erwachsenden Gewinnmöglich zur Untersuchung der Ursachen des Marksturzes, die gestern feiten bilden einen weiteren spekulativen Antrieb zur Geld- stattfand, entrollte ein Bild von der Tätigkeit dieser wichtigen entwertung. Aus der Geldentwertung wie aus dem Schwanken Körperschaft, das nicht ermutigend war. Den eindeutigen und des Geldwertes überhaupt ergibt sich die Unterbindung scharfen Fragestellungen unserer Genossen suchte Die Rechtspresse benutzt auch die Verurteilung und Er des Spartrieb es, die wieder eine zunehmende Ver- man wieder in einer Weise auszuweichen, die befürchten läßt, fchießung Schlageters für ihre Hetze gegen den preußischen teuerung des Kredits zur Folge hat. Die Konkurrenz daß die sachlichen Arbeiten des Ausschusses sich früher oder Innenminister. Sie veröffentlicht einen Steckbrief der fähigkeit unserer Industrie muß untergraben werden, wenn sie, später totlaufen, wenn es so fortgeht. Jedenfalls scheint die Polizeibehörde in Kaiserswerth, der nach der Spren wie das heute oft der Fall ist, 300 Proz. Kreditzinsen zahlen Mehrheit des Ausschusses darauf abzuzielen. Sonst wäre es gung in Kalfum ge en ben Urheber der Sprengung Schlageter ges muß. unverständlich, daß der Vorsitzende, Herr Lange- Heegermann, richtet wurde, und knüpft daran die Vermutung, daß die durch die Aber von den allgemein wirtschaftlichen Gründen, die für der Tätigkeit des Ausschusses eine geringere Aufmerksamkeit Franzosen erfolgte Berhaftung auf dieses Schriftstück zurückzuführen die Einführung wertbeständiger Arbeitseinkommen sprechen, der Deffentlichkeit wünscht; es wäre ferner unverständlich, daß und daß der Innenminister davon unterrichtet gewesen sei. Zunächſt ginz chcesehen, sind diese eine unumgängliche Notwendigkeit Herr Helfferich in einer mindestens halbstündigen Anfrage auf ist es bezeichnend, daß man in diesen Kreisen auch nicht mehr davor für die Erhaltung der Arbeitstraft des deutschen Dinge eingeht, die für die Ergebnisse der Untersuchung wirklich zurückschredt, unbewiesene Tatsachen für ihre nicht gerade Boltes. Sie sind auch geboten im Interesse der Selbst er bedeutungsic sind. Denn es gibt niemand in Deutschland, der sehr edle Hezjagd zu verwerten. Dann aber muß festgestellt werden, haltung der Arbeiterschaft selbst. Ohne eine einiger- den gewalt Einfluß der außenpolitischen Erschütterungen daß die Gemeinde Kalkum durch Geiselfestnahme und maßen stobile wirtschaftliche Eriftenzmöglichkeit, und wäre auf den Stand der Mark verkennen würde, und es hat deshalb andere Bedrohungen infolge des Attentats in eine außerordentlich diese auch schmäler als vor dem Kriege, ist der Arbeiterschaft gar feinen 3wed, überhaupt auf diese Frage ausführlich ein- schwierige Lage geriet. Daraufhin erfolgte als Entlastungsjede Entwicklungsmöglichkeit von vornherein unterbunden. zugehen. Nicht anders ist es, wenn man zu der Frage, wie attion der Steckbrief der Polizeibehörde Kaisers Und daraus erklärt sich auch der Widerstand scharfmacherischer sehr die deutsche Zahlungsbilanz passiv ist, die einzelnen Bosten werth. Kreise gegen wertbeständige Arbeitseinkommen. Wertbe- forgsam aufzählt und betont, daß vielleicht wesentliche Fehler- Im besetzten Gebiet ist die deutsche Polizeigewalt nicht aufge= ständige Arbeitseinkommen werden deshalb erfämpft wer- quellen in diesen Einzelposten stecken, gleichwohl aber mit der hoben, der Krieg gegen die Franzosen ist nicht erklärt. Gewalthandden müssen. Besonders aber auch deshalb, weil sie alle Kreise, Endzahl als einer festen Summe rechnet und dann zu der er- lungen, die von einzelnen Gruppen oder Personen vorgenommen die aus der Unbeständigkeit der realen Arbeitseinkommen einen schütternden Erkenninis kommt, daß die Mark doch fallen werden, gefährden auch die einheimische Bevölkerung und ſehen fie direkten oder indirekten Nutzen ziehen, zum entschiedenen müsse. Alles das sind Fragen, über die es entweder keinen den schwersten Repressalien der Gegner aus. Gegen solche HandGegner haben. Streit gibt oder über die ein Streit müßig ist; denn er lenft lungen einzuschreiten, ist Pflicht der deutschen Behörden, und es ist Aus dem Gesagten ergibt sich aber auch, daß es sich bei ab von der Hauptfrage, ob und inwieweit von einzelnen nicht ihre Schuld, wenn sich die französischen Militärs eine Gerichtswertbeständigen Arbeitseinkommen nicht um sogenannte Personen und Firmen in der fritischen Zeit Devisen barbeit anmaßen, die ihnen nicht zusteht und wider alles Recht grauInderlöhne handeln kann. Inderlöhne beruhen auf den auf Vorrat getauft worden sind und auf welche Weise fame Strafen verhängen. Wie im Fall Schlageter werden die deutschen Behörden auch Kleinhandelspreisen. Zwischen diesen und den Erzeugerfoften das fünftig unterbunden werden kann. Man tut der Spekuschieben sich jedoch eine Reihe zum guten Teil spekulativer lation einen großen Gefallen, wenn man die Sache damit ab in fünftigen ähnlichen Fällen verfahren müssen, wenn sie die Be Momente ein, deren Einfluß um so größer ist, je unsicherer tun will, daß die steigende Nachfrage nach Devisen eine völkerung des besetzten Gebiets vor der drohenden Anarchie schützen unsere Währungsbasis ist. Wollen wir zu stabilen Verhält natürliche Entwidlung" jei. Auch der Tuberkel- wollen. nissen foramen, dann müssen wir jedoch jeden Antrieb zur bazillus hat seine durchaus natürliche Entwicklung, und doch Spekulation nach Möglichkeit ausschalten. Da außerdem die bekämpft man ihn. Lebensmittelpreise heute fast unmittelbar bestimmt werden von den Einfuhrpreisen der ausländischen und nicht von den Gestehungskosten der inländischen Lebensmittel, werden es die Unternehmer als unbillige Belastung der Industrie zurück weisen, wenn sie ausschließlich die Kosten dieser Schwankungen Aus denselben Gründen haben reine Gold- oder Dollarlöhne den Nachteil, daß die Arbeiterschaft dadurch die alleinige Trägerin des erwähnten Risitos und der Schwankungen der Kleinhandelspreise ist. Es wird deshalb zu empfehlen sein, die Arbeitseinkommen auf einer Bajis zu bemessen, die gleich ist dem Durchschnitt der Lebenshaltungskosten, des Dollarfuries und des Goldzollaufgeldes. Die Praxis wird lehren, ob und wie diese Grundlage zu ändern ist. zu tragen hätten. Auf einer solchen Grundlage können dann Lohnverträge von längerer Dauer abgeschlossen werden. Zunächst vielleicht nur für zwei oder drei Monate, weil man ja erft die Grundlagen erproben muß. Später wird man zu längeren Abschlüssen übergehen können und damit der Produktion eine Stabilität zurückgeben, die eine wesentliche Bedingung der Hebung der Produktivität ist. Damit ist freilich noch gar nichts über die Höhe der wertbeständigen Arbeitseinkommen gefagt. Die wird in Zukunft wie in der Vergangenheit von dem Kräfte verhältnis zwischen Unternehmern und Arbeitern abhängen, das heißt auf seiten der Arbeitnehmer von der Kraft ihrer Gewerkschaften. Rücktritt des eftländischen Kabinetts. Das eftländische Kabinett hat, wie aus Reval gemeldet wird, seinen Rücktritt beschlossen, damit tas neue Parlament in der Neubildung des Rabinetts freie Hand hat. Das Pumpangebot. Pumpangebot der Vereinigten Industriellen. Gegen die bayerischen Volksgerichte. Bezeichnend für die Ablenkungsversuche der Bürgerlichen ist die Tatsache, daß es erst des Drudes unserer Ge Dresden, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Ebenso wie das nossen bedurfte, um einen Antrag durchzusetzen, der Amtsgericht Hamburg bestreitet nun auch Sachsen die Rechts. von der Regierung eine Liste der gegen die Devisenverordnung gültigkeit der durch das Gesetz vom 12. Juli 1919 eingerichteten verfehlenden Firmen und ihrer Bestrafungen verlangte. Die bayerischen Boltsgerichte. Das sächsische Juſtizministerium bürgerlichen Abgeordneten ziehen Gemeinpläge, auf denen sich hat auf Grund einer Nachprüfung der verfassungsmäßigen Untergut tummeln läßt, den sachlichen Unterlagen vor, die zur Klä- lagen für die Gerichtsbarkeit der Volksgerichte die gegen ihre Rechtsrung der Frage führen können. Die Feststellung, die Staats- beständigkeit vorgebrachten Bedenken für durchgreifend erachtet und sekretär Trendelenburg bei dieser Gelegenheit machte, daß auf die ihm unterstellten Staatsanwaltschaften angewiesen, Rechts. Grund der neuen Devisenverordnung noch immer feine Behilfe ersuchen der bayerischen Boltsgerichte in Zukunft nicht strafungen erfolgt sind, kennzeichnet jene Lässigkeit mehr zu entsprechen. In gleicher Weise hat das Ministerium in der Durchführung der gegen die Valutanot befchloffenen Be- des Innern die ihm unterstellten Polizeibehörden angewiesen, solchen stimmungen, deren Bekämpfung das erste und nächste Ziel des Ersuchen bayerischer Bolksgerichte nicht mehr entgegenzukommen. Untersuchungsausschusses sein muß. ( Die Anordnungen gelten nicht für Bolksgerichte, die auf Grund der neuesten bayerischen Ausnahmeverordnung vom 11. Mai 1923 die Rechtsprechung ausüben.) Die Ausweisungen. Wesentlich interessanter wurde der Verhandlungsgang des Ausschusses, als auf Anfragen des Kommunisten Fröhlich die Sachverständigen zu dem Problem der Einführung wert. beständiger Konten und der Schaffung von Gold trediten Stellung nahmen. Der Reichsbankpräsident trat dagegen auf. Bemerkenswert aber war die Tatsache, daß ent- Essen, 5. Juni.( WTB) Nunmehr hat auch in dem gegen dem Gutachten des Reichsbankpräsidenten der Staats- hiesigen Bezirk die Ausweisung pflichttreuer Eisenfommissar an der Berliner Börse, Geh. Rat Dr. Lippert, bahnbeamter begonnen. Am Sonnabend wurde zehn Gib die Einführung von wertbeständigen Wechseln für möglich beamten, am Montag neun und heute fieben der Ausweisungsbefehl und notwendig hielt, wenn er auch vorläufig, für die zugestellt. Die Beamten werden im Kohlensyndikat gesammelt, von Beit der Ruhrbesetzung, davon abriet. da miffels Castfraftwagen nach Neviges an die Grenze des besetzten Gebiets transportiert und dann ausgesetzt. 0 In der heutigen Sigung wird die Debatte über die Gold fredite fortgesetzt. Es ist zu wünschen, daß man diese Frage Köln, 5. Juni.( BTB.) Hier trafen wiederum drei Trans einer Lösung näherbringt, wie überhaupt gefordert werden porte Ausgewiesene: von insgesamt 170 Personen ein. Die muß, daß sich der Ausschuß von seinem fachlichen Ziel, die Flüchtlinge stammten aus der Eifel und der Trierer Gegend. Borgänge auf dem Devisenmarkt aufzuklären und gegen die Sie wurden in Köln verpflegt und dann weiter befördert. Unter Spekulation Abhilfsmaßnahmen vorzuschlagen, nicht durch den Ausgewiesenen erregte besonders ein 80jähriges Mütterchen, das theoretische Debatten ablenfen läßt. Die Gefühlsange getragen werden mußte, größtes Mitleid. Zukunftsmöglichkeiten der Zeppelin- Cuffschiffe. W. A. Störr die zahlreichen verbürgten Fälle von Rannibalismus, wohl äußert sich darüber im„ Taschenbuch für Flugtechnifer und Luft- mit hervorgerufen durch die in Kriegs- und Revolutionsjahren anerDer Dampfer Allemania" war led gesprungen und fämpfte schiffer". Danach wurden erfolgreiche Zeppelinschiffe allmählich bis 30gene Gleichgültigkeit gegen Menschenleben. Hauptsächlich in schwerer Seenot. Die Dampfpumpen verjagten. Die Dampfpumpen versagten. Seit Tagen fast 70 000 kubikmeter geschaffen und deren Geschwindigkeit syfte waren es Mütter, die ihre Kinder töteten, um schon arbeitete die Mannschaft an den Handpumpen, ohne des ein- matisch bis 36 Meter in der Gefunde gesteigert. Beim Zeppelinschiff ihr eigenes Leben zu fristen. Er wäre auch fo ge dringer.den Waffers Herr zu werden. Ihre Kräfte waren am Ver- wurde also eine Geschwindigkeit und Größe erreicht wie bei feinem storben" hieß es oft, und wir fonnten so unser Leben retten". fagen. anderen Luftschiff, aber auch ein äußerst günstiges Verhältnis von Neben den zerfeßenden Einflüffen der letzten Jahre ist für das AufNun befand sich an Bord der„ Allemania" eine Gesellschaft von Stüßlaft zu Eigengewicht, und so sind alle Bedingungen für erfolg- treten des Kannibalismus, der sich sogar zum Handel mit Industriellen, die zu einer Tagung hatte reisen wollen. Sie hatte reiche Weiterentwicklung des Baues von starren Luftschiffen für den Menschenfleisch steigerte, vor allem die Tatsache verantwortes bisher der Mannschaft gegenüber an anfeuernden Zurufen nicht Weltverkehr in technischer Hinsicht gegeben. Das Baumaterial für lich zu machen, daß das Bolt noch vor 60 Jahren aus Leibeigenen fehlen leffen. Auch sorgte sie dafür, daß in den Mannschaftsräumen Starrschiffe wird in Zukunft unbedingt Leichtmetall sein, das für bestand und Objekt des Raufes und Verkaufes und der Willkür seiner große Blalale angebracht wurden mit Aufschriften wie" Nur die 3eppelinschiffe schon von Anfang an verwendet wurde. Diese werden Herren war. Auffallend ist jedenfalls, daß nur in der eingeborenen Arbeit tann uns retten!" und" Saltet durch!". Darauf beschränkte auf 120, 140 oder 150 000 Rubifmeter Inhalt anwachsen und schließ- Bevölkerung, nicht in der deutschen und jüdischen, Fälle von Anthrosich jedoch ihre Hilfstätigkeit. lich so weit, wie es Erfahrungen und Forderungen zulassen; denn in pophagie vorgekommen sind, obwohl auch bei ihnen die Hungersnot Schließlich aber, als die Mannschaft vor Erschöpfung umzu- technischer Hinsicht bieten sich in den Größenverhältnissen teine Tausende dahinraffte. finten drohte, faßte fich der Kapitän ein Herz. Er erschien im größeren Schwierigkeiten dar, als es diejenigen bei der GrößenentDer Ursprung des Wortes Pufsch". Will man wissen, woher Rauchsalon, wo die Herren um den Pokertisch saßen, und sprach mit widlung in der Seeschiffahrt waren. Grabesstimme: Meine Herren, das Schiff ist am Untergehen. das jetzt wieder sehr aktuell gewordene Wörtlein" Butsch" Pumpen Sie!" " Zahlhochzeiten". Bater sein ist schwer, sagt Wilhelm Busch; stammt, so lese man nach in dem 4. Band von Gottfried Die Industriemagnaten runzelten die Stirn. Sie bedeuteten Hochzeitsvater noch mehr. Welche Riefensummen verschlingt heute Sellers Grünem Heinrich". Denn da stehet also geden Kapitän, vor der Tür des Rauchsalons zu warten. Nach zwei- ein Hochzeitsmah!! Daß Hochzeitsmähler aber auch früher schon schrieben:„ Das Wort Butsch stammt aus der guten Stadt Zürich, stündiger Beratung ließen sie ihm durch den Steward folgendes teuer, sehr teuer sein konnten, zeigt der Bericht einer alten Chronit wo man einen plöklichen vorübergehenden Regenguß einen Butsch Schriftstück herausreichen: aus dem Nürnberg zu Anfang des vorigen Jahrhunderts. Da nennt, und demgemäß die eifersüchtigen Nachbarstädte jede närrische toftete pro Person ein Hochzeitsgeded 8-15 Gulden, eine Summe, Gemütsbewegung, Begeisterung, Zornigkeit, Laune oder Mode der § 1. Die an Bord der" Allemania" versammelten Industriellen die schon damals ganz außerordentlich hoch war die schon damals ganz außerordentlich hoch war sie entspricht 3üricher einen Zürichputsch nennen. Da nun die Züricher die ersten heute 272 000-510 000 m. pro Person und dazu kamen noch waren, die geputscht, so blieb der Name für alle jene Bewegungen ſtellen ausdrücklich fest, daß für sie feinerlei rechtliche Berpflichtung fehr biele diesem Gate entsprechende nebenausgaben. Schuld und bürgerte sich sogar in die weitere Sprache ein, wie Sonderzur Beteiligung an Bumparbeiten besteht, vielmehr ist deren Aus- baran frug, wie fo häufig, ein wohlöblicher Magistrat, ber, bündelei, Freifchärler und andere Ausdrücke, die alle aus dem natürlich gegen bedeutende Abgaben, alle Hochzeitsgaftereien einem politischen Laboratorium der Schweiz herrühren." einzigen Wirt übertragen hatte, dem Wirt am Schießgraben, und Eine Ausstellung Zelamischer Buchkunft( Bücher, Miniaturen, ber preßte nun heraus, was er fonnte. Mancher Bürger seufzte schwer unter dieser Last fie fiel übrigens dem Bräutigam und Schreibfunft, Einbände) hat die Bibliothet des Kunstgewerbe § 3. Unter diesen Voraussetzungen sind die Vereinigten In- nicht wie heute der Braut beziehungsweise dem Brautvater zu Museums, Prinz- Albrecht- Str. 7 a, eröffnet. Besuch unentgeltlich dustriellen bereit, probeweise je zwei Stunden den Tag zu pumpen, und so bildete sich nun, gewissermaßen zum Ausgleich, die Sitte wochentäglich 9--- 9 Uhr. aus, dem Brautpaar fostbare Geschenke zu machen. Auf diese falls die übrigen Passagiere erster Klaffe die restlichen 22 Stunden Weise war denn aber erreicht, daß eigentlich alle Teile eine Hochpumpen. Doch ist dieses Angebot hinfällig: a) wenn nicht der Achtstundentag für die Angestellten derzeit verwünschten. Da führte sich nach und nach ein praktischer Reederei sofort abgeschafft wird, Ausweg ein die 3ahl hochzeit", das heißt, der Gast bezahlte seine Zeche selbst und gab dafür fein Hochzeitsgeschenk. Auf den Einladungen war schon bemerkt, ob es sich um eine Zahl- Seltene Bente. Bie aus Füssen in Tirol gemeldet wird, machte hochzeit handelte oder nicht; im ersteren Fall war gleich der Preis ein Jäger aus Pfronten im Bilstal eine feltene Jagdbente: es gelang ibm, Gegenwart empfehlen? angegeben. Sollte sich diese Einrichtung nicht auch für die einen der in Europa nur nos spärlich auftretenden Steinadler zur Strede zu bringen. Der Naubvogel hatte eine Flügelspannweite von zwei Metern. Hungersnot und Kannibalismus. Professor Frant- Charkom be- Das heiratsluftige Wien. Die Cheftatistif des lebten Jabres ftellt richtet neuerdings liber psychische Studien, zu welchen ihn die Bien unbedingt das Zeugnis einer beiratsluftigen Stadt aus, denn das Hungersnot in der Ukraine im vorigen Herbste geführt hat. Ob- Sabr 1922 weit in Wien 32000 befchließungen auf, während vergleich Se wohl in diesen Gebieten die Hungersnot froß einer Sterblichkeit von weile im letlen Borhiegsjahr die Zahl der Eben in Bien nur rund 18000 10 Broz, an manchen Orten an Ausdehnung und Schwere die der betrug. Vor dem Kriege entfiel von der Geiamtzahl der Wiener Ehe letzten Jahrhunderte durchaus nicht übertrifft, so find in ihr doch schließungen nur 1 bis 1%, Brozent auf die 3ivilttauungen; nach Erscheinungen aufgetreten, die ihr eine gewisse fulturhistorische Bes dem Striege ist die Zahl der Nur- Ziviltrouungen, fo febr geitiegen, dak im Sabre 1922 mehr als jede zwölfte Eheschließung als Ziviltrauung gebucht deutung geben. Die gewaltigen Erschütterungen des letzten Jahr werden mußte. zehntes, erst der Weltkrieg, dann die Bandenfämpfe, Epidemien ufm. haben tiefgreifenden Einfluß auf die Psyche der Bevölkerung gehabt. läßlich der internationalen Bergbauausstellung erflärte der belgische De Nadiumproduktion in Belgisch- Rongo. In einem Vortrage an Gerade diejenigen Provinzen, in denen der Bürgerkrieg am heftig legierte, daß Belgisch tongo imitande fein werde, während zehn ften getobt hatte, sind am schwersten dann von der Not heimgesucht Jahren je 25 Gramm Radium zu produzieren. Der Redner eillärte, worden, die hier Formen angenommen hat, wie sie in Rußland seit daß in der ganzen Welt gegenwärtig nur 200 Gramm Jahrhunderten nicht porgefommen find. Besonders auffallend find Radium vorhanden seien. führung Sache der Reederei. § 2. Diefe verpflichtet sich, den durch das Eindringen von Waffer verursachten Sachschaden an dem eingebrachten Gepäck der Industriellen ir Goldwährung nebst 6 Proz. Verzugszinsen Dom Augenblick der Beschädigung an zu ersetzen. b) wenn es der Reederei nicht gelingt, fofort die, Dampf 4. Wird der Dampfer Allemania" gerettet, so geht als Entgelt für unsere Mühewaltung das gesamte Eigentum an Schiff, Ladung und Inventar auf die Beremigten Industriellen über. Die Industriellen. ( Folgen sechzehn Unterschriften.) pantpen wieder in Gang zu setzen. Der Kopitän las das Scrifistück und dankte mit Tränen der Führung in Auge den Industrieffen für den bewiesenen guten Willen. Seltsamerweise löfte das Dokument unter der Mannschaft Empörung aus. Es gibt eben ewig unzufriedene Nörgler. Nur ihre Schuld ist es, wenn der Dampfer Allemania" unter: gehen wird. mich. von Lindenhecken. News Leader- Interessenten haben sich in großer Anzahl gemeltet. Sämtliche Adressen, mehrere hundert, sind von uns an die Verwaltung unseres englischen Bruderorgans überfandt worden. Wir hoffen, daß alle Wünsche befriedigt werden. Ein weiterer Einfluß darauf steht uns jedoch nicht zu, Gustav Wyneken spricht am 6. und 7. Juni in der Stadthalle, Klosterstraße, am 8. Juni in der Universität. Starten sind nur im VorWerkfreude" verkauf bis 6. Kuni, nachmittags, zu haben in der Magdeburger Str. 7, und im Landgemeindehaus, Sophienstr. 24. Am Saaleingang find eine Rarten zu haben. A Die Münchener polt* verboten. Muncheu, 5. 3unl.((Eigener Drahlberlchi.) Conf Verfügung der Polizeidirektion München ist das Erscheinen der „M ünchener Post" vom 6. bis einschließlich 10. Z uni 1923 verboten worden. Die Begründung des Verbots besagt: »Die Notverordnung vom 11. Mai 1923 bedroht mit Strafe den Deutschen, der vorfähllch während der in Zriedenszeiien erfolgten Besehung deutschen Gebiets durch eine fremde Macht dieser Macht Vorschub leistet." Die„Münchener Post" bringt in Nr. 12S vom 4. 3unl auf der ersten Seite einen Artikel„Aus dem Sumpf d e r N a t i o u a l a k t l v e n". Die Nichtigkeil des Tatsacheninhalts dieses Artikels nachzuprüfen erübrigt sich, da der Artikel ohne jeden Zweifel den Tatbestand der oben angeführten Bestimmung voll er- füllt. Nach§ K der Verordnung kann eine periodische Druckschrift verboten werden, wenn sie einen verstoß gegen§ 1 enthält. Da die„München er Post" bisher noch nicht verboten war, erscheint ein Verbot aus die Dauer von fünf Tagen als ausreichend,(t) Die GeschSstsleitung der„Münchener Post" hat gegen dieses Verbot Beschwerde beim Obersten Landesgerichl mit der Begründung eingelegt, daß die in dem angezogenen Artikel er- wähnten Tatsachen und Vorfälle mehr oder weniger allgemein bekannt sind._ Gefahren im Nuhrgebiet. Dortmund, S. Juni.(Eigener Drahtberlcht.) Die Truppen» beroegungen und Verstärkungen der bisherigen Besatzung im südlichen Einbruchsgebiet dauern an. Am Dienstag vormittag zogen große Truppenaufgebote durch Gelsenkirchen und Wanne. Um S Uhr morgens wurde die Strecke Essen— ch ern« besetzt und säml- liche an dieser Linie gelegenen Bahnhöfe stillgelegt. Die Eisenbahner stellten sofort den Dienst ein. In Plakaten Gerden sie durch den General Degcnitte zur Wiederaufnahme der Arbeit innerhalb 48 Sinn- den aufgefordert. Ferner bringt Degoutte in Maueranschlägen zur Kenntnis, daß auch die letzte ins Ruhrgebiet führende Linie jetzt unter Verwaltung der fr a n z öfif ch» b elg if ch en Regie steht. Die Eisenbahner denken nicht daran, dem Befehl des französischen Oberbefehlshabers nachzukommen. Sie bereiten sich ge- schlössen auf ihre Ausweisung vor. Auch die Linie Herne— Altenessen ist stillgelegt worden. Don Gelsenkirchen aus wurde ein wesentlicher Teil dieser Strecke fast bis nach Altenesien hin aufgerissen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Ankunftdes Generals Potain, der am Dienstag vormittag in Düsseldorf eintraf, mit der in Vor- bereitung befindlichen neuen Aktion, deren Zweck vorläufig noch nicht recht erkenntlich ist, in Zusammenhang steht. Infolge dieser neuen militärischen Druckmahnahmen ist der Ver- kehr mit dem Ruhrgebiet ausschließlich auf die Straßen- bahnen beschränkt, die aber derart überfüllt sind, daß ihre Benutzung lebensgefährlich ist. Wenn sich unter diesen Umständen innerhalb der Bevölkerung ein gewisser Unmut breitmacht, so ist das verständlich. Hierbei wirken aber auch die Folgen der neuen Mark- entwertung mit. Wucher und Schleichhandel sind neuer- dings wieder Tür und Tor geöffnet. Auf den Wochenmärkten des eigentlichen Industriegebiets sind Lebensmittel fast kaum noch zu hoben. Das ist eine Folge des Wirkens der tommunisti- fchen Kontrollausschüsse, denen die Händler und Kaufleute nicht das zweitemal zum Opfer fallen wollen. Alles versucht jetzt, die Ware in Gebietsteilen zu verkaufen, die bisher noch nicht unter dem Terror sogenannter Kontrollousschüsse gestanden haben. Aus der Kölner Gegend wird z. B. berichtet, daß dort aus Dortmund, Essen, Witten und anderen Orten kommende Landleute angehalten wer- den, die ihre Waren nach dem Kölner Wochenmarkt bringen wollen. Diese Zustände bilden natürlich eine Gefahr für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung. Es muß deshalb erneut die Forderung auf ausnahmsweise Behandlung des Ruhrgebiets durch die Berliner Zenttalinstanzen erhoben werden. Uns scheint, daß die jetzt erneut auftauchende unheilvolle Entwicklung nur dann eingedämmt werden kann, wenn im wesent. lichen die Verpflegung des Ruhrgebiets zentral von der Grenze der besetzten Bezirke aus geregelt wird. Gegen üie französischen Zaschisien. Paris, S. Juni.(Eca.) Die mit großer Spannung er- wartete heutige Sitzung der Kammer, in der der ö f f en t l i ch e Anschlag verschiedener Reden über die durch die royalistischen U ebergriffe hervorgerufenen Zwischenfälle beschlossen werden sollte, hatte ein zahlreiches Publikum in die Kammer gerufen, die heute das Bild eines großen Tages bot. Die Tribünen waren überfüllt. Die Mehrzahl der Mitglieder der Regierung mit Poineare an der Spitze war anwesend. Es kam jedoch nicht zu der erwarteten großen Aussprache, sondern es wurde lediglich über den öffentlichen Anschlag der in Frage kommenden Reden abgestimmt. Di� Abstimmung hatte folgende Resultate: Der Anschlag der Rede herriots wurde mit 280 gegen 213 Stimmen angenommen, der Anschlag der Rede des Abgeordneten Brousfe wurde mit S20 gegen 44 Stimmen an- genommen, die des Ministers des Innern de M a u n o u r y mit 373 aezen 61 Stimmen. Der royalistische Abgeordnete M a g a l l o n beantragte, daß der Beucht über die gesamte Sitzung, in der die erwähnten Reden gehalten wurden, ösfentlich angeschlagen wird. Dieser Antrag wurde mit 510 gegen Z0 Stimmen abgelehnt._ Es ist vorläufig noch nicht ersichtlich, was vor dieser Alstttnnnung hinter den Kulissen und in den Parteien vorgegangen ist. Jedenfalls kommentiert man in politischen Kreisen sehr lebhast die Tatfache, daß entgegen den Erwartungen vieler Kreise die Rede Herriots mit einer verhältnismäßig starken Majorität angenommen worden ist. Es ist dies das erstemal, daß der gesamte Block der Linken von den Kommunisten bis zu den Linksrepublikanern gemeinsam gestimmt hat, worin der erste praktische Beweis für das Vorhandensein dieses Blockes der Linken im parlamentarischen Leben erblickt wird. Für Donnerstag steht di« Diskussion über eine sozialistische Interpellation in der gleichen Angelegenheit im Senat bevor. Da im Senat die Parteien der Linken noch stärker als In der Kammer ver- treten sind, dürfte über den Ausgang dieser Debatte kaum ein Zweifel sein. Ob Poincare an dieser Senatssitzung teilnehmen wird, steht noch nicht fest, da man noch nicht weiß, ob er bis Donnerstag nachmittag aus Brüssel zurückgekehrt sein wird. Notenschwinöe!. MTB. schreübt: Der„Berliner Börfen-Courier" und da» 8-Uhr-Abendbiatt" veröfsentlichen, das letztere nach einer Wiener buelic Mitteilungen über den angeblichen Inhalt der deutschen Ant- tvort.' Die Angaben sind in wesentlichen Punkten unrichtig. Die von dem wirklichen Inhalt der Antwort unterrichteten Perfön- lichkeiten sind zum Stillschweigen verpflkchtet. Vorzaitige Mutmaßungen sind daher zwecklos und können noch außen mir schädlich wirken. Unsere Vers ?n der Chausseestraße. Der Saal des Patzenhofer Ausschanks in der Thausseestraße war schon lange vor Beginn der festgesetzten Zeit völlig überfüllt. Selbst in den anstoßenden Neben- räumen hatten viele mit Mühe und Not Platz gefunden. Der Redner des Abends war Genosse Dr. Paul Levi, der mit geistiger Schärfe em Bild von der heutigen wirtschaftlichen und politischen Lage zeichnete. Es liege zurzeit erwas Bedrückendes in der Luft, das empfinde jeder, und dieses Empfinden löse das Verlangen einer Reinigung der Atmosphäre aus. Es war ein Fohler der Novemberrevolution, daß sie übersehen hat, abzurechnen mit denen, die das deutsche Volk ins Elend geführt haben.(Sehr richtigl) Schon nach einigen Monaten be- gann langsam aber planmäßig die Unterwühlung der Errungen- schuften. Dann kam der Kapp-Putsch und ihm folgten später die Ermordungen der Minister Erzberger und Rat Henau. Es gibt eine große starte Kraft, die den Umsturz der Republik und alles dessen erstrebt, was die Revolution geschaffen hat. Das ist der deutsche Rationalismus. Dieser träumt von der Zukunft, von der er wieder die Zeit der Paraden und die Freuden des Etappeniobens erwartet. Nachdem Euno zur Regierung gekommen war, fühlten sie sich stark genug, an die Oeffentlichkeit zu treten. Das sollte die Regierung mit der starken Hand und der diskontfühigen Unterschrift sein. Kaum war diese Regierung einige Wochen in Tätigkeit, da kam die Rnhrbefetzung mit allen ihren bisherigen tmd den noch gar nicht abzusehenden Folgen. Es kam die ins Ungeheuerliche gestiegene Verschuldung des Reiches, und wenn kein Wunder geschieht, werden Euno und seine Helfer die Ruhrattion nicht zu Ende bringen. Der Versuch, die Mark zu stabilisieren, sst kläglich gescheitert, weil sie nicht unter den Voraus- setzungen unternommen wurde, die eine Forderung der Svzialdemo- traten waren. Der Verfall unserer Währung hat Deutschland an den Abgrund geführt und wird weiter die furchkbare Berelendung des Bolke» beschleunigen. Der Redner verbreitete sich weiter über da» große Steuer unrecht und unterzog dann das Angebot der Industriemagnoten und der Landwirtschaft einer vernichtenden Kritik. An der Hand eines reichen Zahlenmaterials wies der Redner nach, daß die Gewährung dieser Bedingungen für Industrie und Landwirtschaft ein glänzendes Geschäft bedeuten würde. Es handle sich jetzt um die Schicksalsfrage des deutschen Proletariats. Der Augenblick fei gekommen. Abrech. nung z u halten. Keine Situation könne gänzlich hoffnungslos sein. Schließlich werde das deutsche Proletariat doch siegreich über seine Feinde ttiumphi-rem(Lebhafter Beifall.) Dem Bortrag folgt« ein« l«bhafte Diskussion. ?n Moabit. Im Moabiter Gesellschaftshans sprach vor über- füllter Versammlung Genosse Künstler. Bor den Augen der ganzen Welt, so führte der Redner aus, wird an der Ruhr nicht mir um Deutschlands Zukunft eine Schlacht geschlagen, sondern der Kampf ist eine Auseinandersetzung zwischen den kapita- listischen Mächten und dem aufwärts st rebenden Proletariat. Eine Niederlage an der Ruhr ist gleich- bedeutend mit einem Triumph des Militarismus und Nationalismus nicht nur in Deutschland und Frantteich, son- dem in ganz Europa. Während das Proletariat den Kampf nicht um der schönen Augen seiner deutschen Unterdrücker willen. sondern aus Selbsterhaltungstr'eb aufnahm und durchhält, haben die besitzenden Kreise Deutichlands nicht im entferntesten das geleistet, was sie hätten leisten lönnen. Alles, was wir bisher auf diesem Gebiet erlebt haben, wird in den Schatten gestellt durch das Angebot des Reichsverbandes der deutsche� Industrie an den Reichskanzler Euno. Dieses Angebot ist eine Kriegserklärung nn Republik und Arbeiterschaft. Die Kriegserklärung des vow den Herren Emst von Borstg, Fritz Thyssen, Hugm Stinnes geführten Reichsverbandes der deutschen Industrie Ist eine genau so feindselige und verhängnisvolle Handlung gegen Deutschland wie die des Herrn Poineare vom 11. Januar. Poincart im Bunde mit Stinnes und Thyssen sind die Totengräber der deutschen Republik. Fritz Thyssen, der vor einigen Wochen ob seiner durch d'e Franzosen erfolgten Verhaftung in allen Tonarten der bürgerlichen Zeittingen als Märtyrer für d!« Sache des deutschen Volkes gefeiert wurde, unterstützt und empfiehlt die erpresserischen Borschläge des Reichsoerbandes der Industrie. Die schwache und unfähige Regierung des Herrn Euno gegenüber deutscher Schwer- Industrie und deutschem Finanzkapital hat uns dahin aebrackt, daß wir heute vielleicht am Vorabend des Zerfalls des Deutschen Reiches stehen. Das Attentat der Schwerindustrie muß ver» hindert werden. Partei, Gewerkschaften und AfA-Bund wer- den die Arbeiter aufrufen, für Forderungen einzutreten, d!« die Reichstagssraktion soeben in einer Interpellation im Reichstag ein- gebracht hat. Stellen wir dem fest und geschlossen austretenden Reichsverband der Industrie die ebenso fest gefügte p r o l e t a» r i s ch e Front entgegen. Die Sozialdemokrafts ist sich ihrer Aus- gäbe bewußt. Sie wird dem Abwehrkampf Inhalt geben, gestützt auf das Vertrauen des Proletariats. Die Rede Künstlers winde mit stürmischem Beifall aufgenom- wen. In der Diskussion sprach Abg. Koenen(Komm.). Er erklärte sich mit dem Referat im großen und ganzen«inver» standen. Was er sonst vorbrachte, war das übliche Gerede vom Versagen der Sozialdemottatje. Im Schlußwort bemerkte Genosse Künstler, daß, wenn Koenen in der Hauptfach« mit ihm und damit auch mit der Sozialdemokratie übereinstimme, die„Rote Fahne" tagtäglich in einer Art und Weise beschimpf«, di« im Gegensatz zu de» A«ußerung«n Koenen« steht. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Der Vorsitzende H e n n i g schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch aus die Partei und die neugegründet» Inter» nattonale. Lichtenderg. In der dicht gefüllten Park-Aula des Realgymnasiums in Lichtenberg sprach der Genosse Roberl Mssell in nahezu zweistündigen fesselnden Ausführungen, die nur ganz gelegentlich von kurzen belanglosen Zwischenrufen unterbrochen wurden. Der Zeit des langen Krieges� so begann der Redner, ist eine Zeit des friedlosen Friedens gefolgt, und man möchte als Ueberschrift zum Eingang des Deutschen Reiches schreiben:„Laßt alle Hoffnung fahren." Angestellte und Arbeiter können kaum soviel erwerben, was sie nötig haben, alle freien Berufe befinden sich in schwerster Rot, und Sozialrentner und Kriegsbeschädigte sind geradezu von dem Hungertode bedroht. Der Redner ging zunächst auf di« eigenartige Lage Frankreichs und seiner daraus bedingten Stellungnahme zu dem ganzen Reparationsproblem ein und erinnerte daran, daß Frankreichs Schulden auf einen Be- trag von über 300 Milliarden Franken angewachsen sind, was allerdings zum Teil daran liegt, daß Frankreich heute die größte Armee der Welt unterhält. Es darf aber auch nicht vergessen wer- den. daß durch den Wahnsinn des deutschen Militarismus in Frank- reich 5460 Kilometer Straß em 2800 Kil"meter Eisenbahnen, 29(KW Wohnungen vollkommen zerstört und 42 000 ander« Dehaustmgen schwer beschädigt worden sind, während 3500 industrielle Etablisse- ments nahezu restlos vernichtet wurden. Dem deutschen Arbeiter ist hieraus nicht nur eine rechtliche, sondern eine moralische Pflicht zur Wiedergutmachung erwachsen. Deutschland muß deshalb alles tun, um Frankreich die Möglichkeit zu geben, die zerstörten und vernichteten Werte wieder aufzubauen. Andererseits ist im Ausland« die Meinung, daß der deutsch« Besitz bisher nicht im entferntesten zu den Lasten beigetragen hat, die auf dem deutsthen Volke ruhen, ein« Ansicht der man nicht widersprechen kann. Es hat als» gar keinen Zweck, wenn die Regierung Euno nur i.nmer anbietet, sie muß— un das ist der Hauptkern des ganzen Problems— auch die Gewäb> bieten, daß die, die wirklich zahlen können, aueb zur Zahlung herangezogen werden. Der Abwehr- kämpf an der Ruhr wird nur noch mit größeren Zerstörungen enden, wenn wir nicht endlich den Mut und die Kraft haben, aus dem tragischen Beispiel des Jahres 1918 zu lernen. Die Regierung Euno hat jetzt eine einzige Pflicht, nämlich sich die Garantie der Wirtschaft deutlich und einwandfrei zu verschaffen. Das Kernproblem ist und bleibt die Solidarhaftung der deutschen Wirtschaft. Wenn jetzt plötzlich die Industrie dem Reich und den Stao cn zumutet, daß sie mit ihren Betrieben, das Doppelte dessen aufbringen sollen, was die Industrie sich selbst zumutet, dann stellt sich die Industrie damit ein merkwürdig berührendes Armutszeug- n i s einer geringen Leistungsfähigkeit aus, die in Wirklichkeit doch wohl nicht besteht. Andererseits steht die Arbeiter- und Ängestsll- tenschaft am Ende ihrer Leistungsfähigkeit. Während sie vor dem Krieg« nur 55 Proz. ihres Einkommens für Lebensmittel aufzu- wenden hotte, muß sie jetzt 80 Proz. des Einkommens dafür auf- wenden, kann aber noch nicht die Hälfte dessen dafür kaufen, wa� sie vor dem Kriege mit 45 Proz. kaufen konnte. Es bleibt uns nichts übrig, als daß wir, io bedauerlich es an sich ist. unsere Wirtschaftsführung durchsichtig machen, damit das Ausland Klarheit bekommt. Allerdings dürfen wir uns nicht ver- hehlen, daß wir dann keineswegs goldenen Tagen entgegengehen, sondern daß das eine Politik auf lange Sicht ist, von der die wenigsten von uns selber noch profitieren können. Es muh uns darauf ankommen, die Republik zu erhalten, damit unsere Kinder und Nachkommen einmal bessere Zeiten er- leben. Brausender Beifall lohnte den Redner, dem in der Dis- kussion nichts Wesentliches entgegengestellt werden konnte. Einem UsP.-Redner, der von unserer Partei forderte, daß sie die Partei- Politik über alles andere stellen müsse, konnte Genosse Wissel! unter dem lauten Beifall der Anwesenden erwidern, daß die Part«. das einzige Bestreben habe, eine Politik zu treiben, die dem gesamten deutschen Volke, nicht aber einzelnen Partei zugute komme. ?n Charlottenburg. In Eckmanns Festsälen in Charlottenburg sprach Genosse Robert Schmidt. Die Versammlung war derartig überfüllt. daß viele Hunderte von Zuhörern sich mit Stehplätzen begnügen mußten. Der Redner führte unter anderem aus, daß die' Ruhr- besetzung uns in ein« schwere wirtschaftliche Bedräng- n i s gebracht habe. Die Reparationsfrage ist ein« Frage von größ- ter politischer Bedeutung. Man könne annehmen, daß Rathenau den richttgen Weg gefunden habe. Als die Sozialdemokraten am 21. Mai in das Kabinett eintraten, haben sie versucht, die Repara- tionsfrage in ein verständiges Gleis zu schieben. Er, Schmidt, habe den Besitz damals zu Leistungen heranziehen wollen. Als das Kabi- nett Wirth den Reichsverband der deutschen Industrie berief, kam der damals schon mit Gegenforderungen, die vor allen Dm- gen die größere Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft, d. h. im indu- striellen Sinne die Beseitigung des Achtstundentages forderte. Als Euno, der starke Mann, kam, schien es für einen Augenblick, als ob er feine so als ganz anders gerühmten Beziehungen ausnutzen könne. Aber bald setzten politische Komplikattonen ein. Der Dollar lief weg. Doch setzte die Kritik nie so scharf ein, wie damals, als noch Sozialisten im Kabinett waren. Es kam die Ruhrbesetzung. Die Stützung der Mark war eine sozialistische Idee. aber was das bürgerliche Kabinott trieb, war nur Stückwerk Die Stützungsaktion war ganz anders vorgeschlagen worden. Die Speku latton muß vermieden werden. Die Zentralisierung des gesamten Devifenverkebrs ist notwendig. Die Ruhrbesetzung bringt eine un geheure Velastting unserer Finanzwirtschaft mit sich. Als die Sozial dsmokratte mis der Regierung trat, hatte Deutschland 1 Villion Schulden, jetzt hat st« derer zehn. Wir müssen die der Industri-' gegebenen Kredite wertbeständig machen. Die Industrie sondert jetz, Freiheit der Wirtschaft, vollständige Befeitigunii der Äusfuhrabgabe. Das letztere ist unter dem Minister Becker schon zum erheblichen Teil durckigesetzt. Die Löhne sind gering, die Gewinn? sind nicht zurückgegangen Die Industrie läuft Sturm gegen den Achtstundentag, den sie grundsätzlich wohl aner kennt, den sie aber durch Ausnahmen durchlöchern will. Zu unserer wirtschaftlichen Substanz gehört aber auch die Lebenskraft der Ar eiter; die muß erhalten werden. Das Angebot der Industrie dar- nicht als freiwillige Gab? hingenommen werden, sondern es muß ein Zwang sein. Die Bedingungen müssen gestrichen werden. Die Sozialdemokratie hat schon üble und schlimme Zeiten durchgemacht, aber sie hat niemals ihren Mut und ihre Arbeitskraft verloren. (Stürmischer Beifall.)— Als erster Diskussionsredner trat ein Kam- munist auf, der gegen Euno. Vandervelde, Graßmann. Noske und alle möglichen hetzte. Zur Sache sprach er wenig. Er hatte nur einen Helterkeitserfolg. Reinickendorf. In den Bürgersälen Reinickendorf. Ost sprach vor völlig überfülltem Saal Landtagsabgeordneter Genosse Otto Weyer. In feinen Ausführungen zerpflückte der Redner die Poraussetzungen. an die die Schwerindusttie ihr Garantieangebot geknüpft hat, und kennzeichnete an Hand von Beiipielen, wie der Steuerpolitik, die Opferbereitichast der deutschen Privatwirtschaft. Der- Redner ließ seine Ausführungen ausklingen in die Mahnung, für den kommenden Kampf gerüstet zu stehen und einig zu sein. Er stellte das Reva- rattonsoroblem als das eigentliche Problem des proletar scheu Klassenkampfe» hin und forderte die Umstellung der bisher völlig verkehrten Innenpolitik, so die Erfassung der Sach- und Goldwert« und die völlige Aenderung der Steuerpolitik. Der Redner fand mit seinen treffenden Ausführungen den vollen Beifall der Bersammluna. Ein Kommunist versuchte sehr zaghaft Propaganda zu machen für die „Arbeiterreglerung" und die Konttollausschüsse. Es war unserem Referenten ein Leichtes, im Schlußwort di« kommunistischen Auf- fassungen zu widerlegen. Daß die Kommunisten die Schwäche ihrer Position erkannten, beweist die Tatsache, daß die von unseren Ä?- Nossen eingebrachte Resolution gegen eme Stimme angenommen wurde. Die Versammlung, die einen vollen Erfola für uns bedeutet, wurde mit einem brausenden Hoch auf die VSPD. und die neue Internationale geschlossen. * Auch aus Wilmersdorf, Schöneberg und Steglitz wird«in glänzender Verlaus der Versammlungen gemeldet. tVilüer Streik in Gberstblesien. Vkuthen, 5. Juni.(WTB.) Im oberschlesischen In- bustriegebiet kam es anläßlich der neuen Teuerungswelle zu Streits unter den Bergarbeitern, Metallarbeitern und Transportarbeitern. Die Belegschaften von acht Groß- betrieben stehen bereits geschlossen im Ausstand, darunter di? Preußengrube, die Hohenzollerngrube, die Iohannaschacht, Grube Reuhosf, die Heinitzgrub«, die neue Viktoriagrub«, die Iulienhütie und dt« Karstenzentrumsgrube. Die Belegschaft der Eastellengogrub? stteitt zum Teil. Di« Berufsorganisationen sämtlicher Gewerkicftzsts- einrichtungen ersuchen in einem gemeinsamen Aufruf die organlsiertc Arbeiterschaft, sich der Dertündung wilder Streiks zu widersetzen und berufen für kommenden Sontag ein« Zusammenkunft aller Bettiebs- rät« nach Gleiwrtz ein. Gewerkschaftsbewegung Der JGB. zur Berliner Konferenz. In seiner Sizung vom 30. und 31. Mai nahm das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes Stellung zu den Beschlüssen Der Internationalen Transportarbeiterkonferenz, die am 23. und 24. Mai in Berlin stattgefunden hat und worüber wir eine Rundgebung des Deutschen Verkehrsbundes und des Deutschen Eisenbahnerverbandes veröffentlicht haben. Das Bureau des JGB. nahm dazu folgende Entschließung an: durch die Berliner Konferenz der Internationalen Transportarbeiter Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes hat die Föderation sowie die Veröffentlichung des provisorischen Manifestes dieser Konferenz geschaffene Lage geprüft. Sowohl die Konferenz felbft als auch die Veröffentlichung des provisorischen Manifestes ist ohne Mitwissen des Bureaus erfolgt und diefes fann deshalb auch feine Berantwortung dafür übernehmen. Da die Resolutionen der verschiedenen Kongresse nur durch Rongreßbeschlüsse abgeärdert werden können, erklärt das Bureau, daß nur die Beschlüsse und Resolutionen der Rongresse des Internationalen Gewerkschaftsbundes die Haltung und die Propaganda des Sekretariats des Internationalen Gewerkschaftsbundes bestimmen fönnen. Im übrigen soll die Aktion des Internationalen Gewerkschaftsbundes im Geifte und dem Inhalt der Kongreßbeschlüsse entsprechend fortgelegt werden. Der Internationale Gewerffchaftsbund fann also nicht durch irgendwelche andere Beschlüsse gebunden werden, die außerhalb des Rahmens der von den angeschlossenen Landeszentralen festgelegten Politik gefaßt werden, über die sie allein zu entscheiden haben. Der Internationale Gewerkschaftsbund ist im Sinne der Lonboner Resolution immer noch bereit, mit den gewerkschaftlichen Organisationen Rußlands in Beziehung zu treten, jedoch unter Ausschluß der oppositionellen Minderheiten der der Amsterdamer Internationale angeschlossenen Landeszentralen und in liebereinstimmung mit den auf den Rongreffen in Amsterdam, London, in Rom und im Haag angenommenen Resolutionen. Der Internationale Gewerkschaftsbund ist immer noch davon überzeugt, daß die Einheit der Arbeiterbewegung im Rahmen der regulären Organisationen jedes Landes verwirklicht werden kann und soll, sowohl was die speziellen Aktionen als auch was die allgemeine Aktion zugunsten unserer Forderungen und der Befreiung des internationalen Proletariats betrifft. Die nächste Sigung des Vorstandes des JGB. findet am 3. und 4. Auguft mit folgender Tagesordnung statt: 1. Tätigkeitsbericht. 2. Finanzlage. 3. 3ufammenarbeit mit der politischen und der genossenschaftlichen Internationale. 4. Berhältnis zu den kommunisten. 5. Anti- Kriegs- Propaganda. 6. Propaganda gegen die Reaktion im allgemeinen und dem Faschismus im besonderen. Die nächste Bureaufizung wird auf Ende Juni anberaumt. Konflikt in der Damenmaßzbranche. Der Bekleidungsarbeiter- Verband schreibt uns: Monats Mai und Berhandlungen für bie erste Junihälfte einge reicht. Diese Verhandlungen find in den Gruppen: Emaille, Export, Seitdem in Hamburg im vergangenen Jahre der Streit in Altmetall, Glas und Keramit, Uhrengroßhandel und Elektrotech. der Damenmaßbranche verloren ging und somit das Reichsschema Großhandel zum Abschluß gekommen. Es wurden folgende Löhne vereinbart: Export 133 500 M. und dort seinen Einzug halten konnte, ist auch den Berliner Arbeits gebern der Kamm geschwollen. Sie suchten deshalb nach einer 80 000 m. Wirtschaftsbeihilfe, Altmetall 125 000 m. und 60 000 M. passenden Gelegenheit, um auch unser Schema beseitigen zu können wirtschaftsbeihilfe, Glas- und Keramik 120 000 m. rüdwirkend ab und glaubten, daß die Situation im vergangenen Herbst für sie 26. Mai, Elektrotechnik 120000 M, Emaille 70 Proz. Lohnerhöhung. günstig sei. Aus diesem Grunde fündigten sie uns das Lohnschema- Die neuen Tarifverträge fönnen gegen Vorzeigung des MitgliedsLeider wurden die damaligen Lohnverhandlungen nicht so abge ausweises im Bureau des Deutschen Verkehrsbundes, Engelschlossen, wie wir es wünschten, doch gelang es dem Arbeitgeber- ufer 24/25, II, 3immer 26, in Empfang genommen werden. Für die Gruppe Eisen- und Stahlhandel( Gruppe Neuhaus) verband nicht, sein Ziel zu erreichen. Um das Versäumte nachzuholen und andere, inzwischen auf- finden die Verhandlungen am Donnerstag und für die Gruppe Kündigung des Lohnschemas und der Lohn- und Arbeitsbedingungen Großhandel und in der Feinkeramischen Industrie stehen Berhandgetauchte Wünsche erfüllen zu können, wurde uns am 1. Mai die Kurz, Galanterie- und Spielwaren sowie Eisenkurzwaren- und Werkzeugmaschinenhandel am Mittwoch statt. überreicht. Aus den uns von den Arbeitgebern augestellten Ab- Großhandel und in der Feinkeramischen Industrie stehen Verbandänderungsanträgen geht hervor, daß neben der Einführung des lungen noch aus. In diesen Gruppen empfehlen wir den Kollegen, Reichsschemas die Streichung der Bezahlung für drei Feiertage er- ihren Arbeitgebern mitzuteilen, daß sie mit den gegenwärtigen folgen soll. Außerdem soll der Urlaub bei Kurzarbeit nur mit dem 2öhnen nicht mehr auskommen. Die Organisation wird alles tun, verkürzten Lohn vergütet werden. Weiter wird gewünscht, daß bei um auch für diese Gruppen schleunigst neue Löhne abzuschließen. Kurzarbeit eine Bergütung von vier Arbeitsstunden nur einmal in der Woche in Frage kommt. Auch sollen günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen durch Streichung des lezten Sages im§ 9 beseitigt werden, Proteststreik. Nur im RöhrenBom Deutschen Berkehrsbund wird uns mitgeteilt: Verschiedene Telegraphenbauabteilungen von Groß- Berlin find gestern in den Streit getreten, weil die Reichsarbeiterlöhne ungenügend sind. Die stattgefundene Funktionärtonferenz beschloß, bis zum Ergebnis der Urabstimmung passive Resistenz zu üben. Die Urabfiimmung findet morgen ftatt. Wie aus dem Gefagten zu ersehen ist, hat uns der Arbeitgeber verband eine ganz niebliche Speifenfarte auf den Berhandlungstisch gelegt. Aber es wird sich zeigen, daß die Speisen nicht so heiß gegessen werden, wie sie gekocht sind. In der kurzen Reit, welche uns noch zur Verfügung stebt, müffen unsere Kollegen und Kolleginnen Die Säumigen in den Betrieben die höchste Aktivität entfalten. Achtung Zimmerer! Unsere am Montag abgehaltene Zahlmüssen aufgerüttelt und auch der legte Unorganisierte für uns gestellenversammlung hat der Vereinbarung mit den Arbeitgebern wonnen werden. An unserer geschlossenen Front muß der Wille vom 2. Juni ihre Zustimmung gegeben. Auch die Arbeitgeber der Arbeitgeber zerschellen. organisationen haben diesem Abkommen zugestimmt. Es erhöht sich somit der Lohn vom 4. bis 13. Juni auf 3200 M. und vom 14. bis 20. Juni auf 3700 m. Die Werkzeugentschädigung erhöht sich ab 7. Juni auf 12 Proz. des jeweiligen Stundenlohnes. Des gleichen treten vom 7. d. M. die im neuen Drtstarifvertrag festgefeßten Lehrlingsentschädigungen in Kraft. Zum Streik bei der Hochbahn. Die Direktion der Hochbahngesellschaft teilt mit: Während der Verhandlung, die der Arbeitgeberverband mit der gewerkschaftlichen Bertretung der Angestellten und Arbeiter über die Löhne für die erste Junihälfte führte, legten die Belegschaften der Werkstätten und des Kraftwerks gegen 12 Uhr mittags die Arbeit nieder, weil ein bis dahin verlangter Borschuß von 100 000 Mart nicht bewilligt war. Der Verhandlung wurde daher abgebrochen. Die Gewerkschaftsvertreter, gegen deren Willen diese Störung der Verhandlung erfolgt war, haben dann direkte Verhandlungen mit den Arbeitern geführt, auf Grund deren gegen 6 Uhr der Hochbahnbetrieb wieder aufgenommen wurde. Die Lohnverhandlungen nahmen nach Aufnahme des Betriebs wieder ihren Fortgang. Die Auszahlung des erhöhten Lohnes erfolgt erstmalig am Freitag, den 8. d. M. Der Vorstand. Die Lohnverhandlungen im Tapezierergewerbe sind erneut Vollgescheitert. Der Schlichtungsausschus tagt Donnerstag. versammlung für Tapezierer findet Donnerstag abend 7 Uhr bei Boefer, Weberstr. 17, statt. Zentralverband der Angestellten. Gemeinde-, Berwaltungsangestellte. Mit gliederversammlung, heute, abend 7 Uhr Sophienfäle, Sophienftr. 17-18. Funktionärversammlung ebenda nachmittags 5 Uhr. Deutscher Berkehrsbund. Sektion I, Einzelhandel. Die am Mittwoch statt findende Mitgliederversammlung in den Zentralfestfälen, Alte Jakobstraße, wird über die weitere Stellungnahme entscheiben. Bekleidungsarbeiterverband. Damen-, Kindermäntel- und Rostümkonfet tion. Mitgliederversammlung Freitag abend 6 Uhr in der Schule Rochstr. 13. Tagesordnung: Bericht von den Berhandlungen mit den Arbeitgebern und Berschiedenes. Mitgliedsausweis legitimiert. Soweit die Mitteilung der Direktion. Worüber die Direttion der Hochbahn sich aber ausschweigt, das ist ihr Verhalten in allen Lohnfragen, und zwar nicht nur seit heute und gestern, ein Verhalten, das solche spontanen Bewegungen geradezu provoziert. Die Berliner Hoch- und Untergrundbahn ist eines unserer wenigen Verkehrsinstitute, das sich glänzend rentiert. Aber das geschieht vornehmlich auf Kosten des Personals, das erheblich schlechter bezahlt Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Feuilleton: wird als die gleichen Berufsgruppen in öffentlichen wie in Privat- Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner, Berlin; Lokales und Sonstiges: Billy Möbrs, betrieben. Angesichts der fatastrophalen Teuerung der letzten Wochen K. S. Döscher, Berlin- Wilmersdorf: Berlin- Pankow; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. und während die Angestellten, Arbeiter und Beamten in öffentlichen Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Betrieben 66% Broz- Bulage erhielten, schleppt die Hochbahndirektion und Verlagsanstalt Poul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. die längst fällige Lohnerhöhung hin, treibt das Personal zur Ver3weiflungsausbrüchen und gefährdet damit den öffentlichen Berkehr. Konflikt im Einzelhandel. Zu dieser Angelegenheit schreibt uns der Vertreter des Ruffischen Seeleute- Verbandes, Atschtanoff, eine längere Erklärung, die eine Erwiderung auf die von uns veröffentlichte Erklärung der deutschen Organisationen ist. Die Erklärung bestätigt im wesentlichen die Darlegungen der deutschen Organisationen, soweit es sich um den Inhalt handelt. Der Bolemit gegen die Gewerkschaften, noch dazu in der von Atschtanoff beliebten, bei den Kommunisten Die Handelshilfsarbeiter, die im Deutschen Verkehrsbund üblichen beleidigenden Form Raum zu geben, haben wir feine organisiert sind, haben der Arbeitgeberorganisation eine Nad Beranlassung. Wenn die russischen Gewerkschaftsbureaukraten" forderung für den Monat Mai um 40 Broz eingereicht. Die gegen die deutschen Gewerkschaftsorganisationen polemisieren wollen, Einzelhandelsgemeinschaft hat daraufhin jede Verhandlung ab. dann mögen sie sich an die Rote Fahne" wenden, die notorisch als gelehnt. Der Schlichtungsausschuß, welcher von Arbeitnehmerseite ihre eigentliche Aufgabe den Kampf gegen die Arbeiterorganisationen aus angerufen wurde, hat am Montag nach langen Beratungen betrachtet. Auf das dumme und verlogene Geschimpfe dieses Blattes folgende Entscheidung gefällt: aber haben wir erst recht teine Veranlassung einzugehen. Die neuen Beamtenbezüge. Von der laufenden Lohnwoche ab, in welche der 4. Juni fällt, werden die Löhne folgendermaßen geregelt: für Verheiratete mit Kindern 120 000 m. pro Woche, für Verheiratete ohne Kinder 118 500 M., für Lebige 117 000 m. Die Funktionärversammlung, die am gleichen Tage stattfand, hat sich mit dem Schiedsspruch beDie am 4. und 5. Juni mit den Spizen organisationen der schäftigt. Bo II meier vom Deutschen Verkehrsbund, welcher einArbeiter, Beamten und Angestellten geführten Besoldungsverhand- gehend auf die Forderungen und die Beratungen des SchlichtungsIungen hatten folgendes Ergebnis: Das Gesamteintommen ausschusses einging, empfahl, den Schiedsspruch abzulehnen; erhöht sich für Arbeiter, Angestellte und Beamte ab die Funktionäre baben darauf den Schiedsspruch abgelehnt und 1. Juni und 66% Proz., dementsprechend betragen die Lohnsäge beschlossen, daß die Organisationsleitung umgehend Verhandlungen Die Betriebsfür die Arbeiter in Lohngruppe I 2370 m., II 2310 m., III 2250 m., bor dem Demobilmachungskommissar nachfucht. IV 2190 m., V 2157 M., VI 2188 M., VII 2109 M. Das Beamten Schiedsspruch hinaus ihre Forderungen bei den einzelnen Ge bertretungen einzelner Betriebe werden selbständig über den gehalt, bestehend aus Grundgehalt, Drts- und Kinderzuschlägen schäftsleitungen einreichen. Es besteht die Gefahr, daß auf der fowie bisher 1700 Proz, Teuerungszuschlag und 16 000 M. Frauen ganzen Linie ernste Stomplikationen ausbrechen. zuschlag wird so erhöht, daß der Teuerungszuschlag auf 2900 Broz. und der Frauenzuschlag auf 32000 M. festgesetzt werden. Die örtlichen Sonderzuschläge erhöhen sich automatisch auf 75 Broz. bis 1800 Broz. gegen bisher 45 und 1080 Proz. Die Zahlungsanweisung soll sofort, d. h. schon am 5. Juni, telegraphisch erfolgen. Die Verhandlungen wurden auch diesmal für Arbeiter und Beamte getrennt geführt. Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus Volksbühne Im Rahmen d. öster712 Uhr: Deutsch. Opernhaus Casino- Theater Tosca 72 Uhr: Friedr.- Wilhelmst. Th. Tägl. 8 Uhr: Die Lohnbewegung im Großhandel. Der Deutsche Berkehrsbund teilt mit: Auf Grund der Ende Mai eingetretenen fatastrophalen Ver teuerung aller Lebensmittel hatte die Leitung der Sektion III des Deutschen Verkehrsbundes in allen Branchen unverzüglich die Forde rung auf Nachverbandlungen für die zweite Hälfte des Pilothosen Reichshallen- Th. schwarz und gestr., 8 U. Die Schlager- Posse 80 Kammg., Breeches, zu Fabrikpreisen abzugeben. Heiraten mußte! Die blonde Ratte WINTERTEN reichischen Woche Der Zerrissene Groß. Volksoper Varieté- Spielplan! 7 Uhr: im Theat. d.Westens Rauchen gestattet! Schatzgräber Lessing- Th. U Julius Cäsar Schauspielhaus Sommerspielzeit! Intimes Theater 8: 7 Uhr: D. arme Vetter Allabendl. 72 Uhr: Diplomat im Dienst D. Liebesstreik blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 Uhr: Hosenfabrik W. Löwenberg, Neue Promenade 7. Ein grauer Kopf Etablissement macht 10 Jahre Cafe elka erhalt.die frühere älter! Gr. Haare In Farbe wied.durch Friedrichst. 60 ,, Alcolor". Ecke Leipziger Str. allen Farben. Theater 1. d. Dent. Künstler- Th. Die blaneHawaii Varieté Kabarett M. 6500 und 8500. Königgrätz. Str. Die 71/2: 8: Der wunderl. Tugend-7%: Die Schönste Margaretensaal Geschichi. II. Teil der Frauen prinzessin Vorverk ununterbr. ( Adalbert, Seidi, Täglich 8 Uhr: Spiele Nachm. 42 Uhr Abends 734 Uhr In Drogerien, sonst bei Otto Reichel, Berlin 43, Allabendl.71/ 2 Uhr, Sonntag nachm. 3 U, halbe Preise Stettin. Sänger DonhoftBrett'l Anf.7% Ul Hierzu 1 Beilage. NOISETT இல் 2 Chokolade- Likör Noiselles DER BEVORZUGTE LIKÖR DER DAME Landauers Macholl HEILBRONN Vertreter: Carl Kast, Potsdam, Bismarckstr. 3. Fernspr.: Amt Potsdam Nr. 366. Carl Gaddum, Berlin- Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 183. Ferne sprecher: Amt Pfalzburg Nr. 6813. Buchbdl. Berlin SW, Lindenstr.2 Rennen zu Hoppegarten Verwerts Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 3 Uhr dmirals- Varieté nferate im A Berlins Worwarts 800 bestes Programm fichern Erfolg! Jedermann besucht die erste Deutsche Mittelstands- Ausstellung 50., Eisenbahnstr.4 Im Sport- Palast, Potsdamer Straße 72 3.- 10. Juni 1923 Parzellen Kreisl. Eckfenster Musik v Kurt Zorlig Neues Th. am Zoo Hervorragendes Berliner Th. Bois, Kurthy) Der Leibkutscher Juni- Programm in Motzenmühle D. 375 an, Geöffnet 11-8 Uhr Sonntage eines Großstädters in der Natur Von Kurt Grottewitz Mit einem Vorwort von ZUR WELTLAGE! Die Offensive des Kapitals Wilhelm Bölschend die Einheitsfront des Proletariats Preis- Grundzahl gebund.M.1.brosch. M.0.50 Ankauf. Eintritt M. 500, Säcke Bindfaden, Gara 7.30 U. Mädi Theater des Ostens des Fridericus Rex abends ab 101 Uhr 7,000.. ,, Soziale Ausstellung" Residenz- Th. Tägi. 8 Uhr: Die Entlassung 73/4 U. Trompeter 72 Uhr: Die ( Rose- Theater) Neues Volkstheater Eintritt frei! Zigaretten von Säkkingen nach Orplid Berliner Prater Garbaty, Josetti, Salem, Walhalla- Th. Renaissance- Theat. Kastanien- Allee 7-9. und andere führenden Marken 45 Uhr: Die Liebe 3 Uhr: Kampt der geht um Kleines Th. Dora, Lautner. Zernitz U Tägl. 8 Uhr: fr. Heute 7 0 2 1 Male Groß- Berlin( im) Das blonde Gift BU: Trianon- Th. Walzer Komödie v. Rutkay Musik yon Léhar 8U: Central- Theater Die dumme Liebe Operette Musik von Vikt. Hollaender Geschlechter Schiller- Th. Charl. SU: Süße Susi Täglich: Problem, Phänomen Meisenberg Nachtl, Die schöne Liselott Grüner Weg 85 Operette in 3 Akten ( Andreasplatz) Dazu: Das große Marken und andere Thalia- Theater Varieté- Programm Urania Zigaretten Täglich& Uhr: Sine Gefallene' Die rot. Katze Theater am Kottbus. Tor Th. a. Nollendorfpl. Tägl. 73% Uhr: Täglich 7 Uhr Die schöne Rivalin Elite72 Wallner- Th.72 Sänger Der sensationellste U. a.: Die Operettenerfolg! letzte Rose" Des Königs Nachbarin Alt- Berlin in der Biedermeierzeit bei Ad. Nage! Hermannplay 6 Morig 5323. LUNA PARK Ab 3 Uhr veller Betrieb Verkau HolzkammNeukölln Kailer- Friedr.- Str.42 Nachmittags Konzert Anzengruberstr. 23. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität und Preis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Dukatengold v. M. 85000 an 1 Ring 585 gestempelt v. M. 65000 an ges. gesch 1 Ring 333 gestempelt v. M. 40000 an Einfache Ringe 7000 Mk. H.Wiese, Juwelier Berlin N. Artilleriestr. 30 Berlin W, Passauer Str.12 Bitte auf Hausnummer achten. Ausführliche Preisliste nach außerhalb gegen Rückporto. Anfragen u. Bestellungen ohne Rückporto können nicht erledigt werden. Garantieschein für gesetzlichen Goldinhalt. Telegr.- Adr.: Trauringkanone Berlin. von Z. LEDER Die Liquidation des Versailler Friedens von KARL RADEK Nach Genua und Haag von KARL RADEK Die neue konomische Politik Sowjetrußlands und die Weltrevolution von L. TROTZKI Der Hampi der kommunistischen Partelen gegen Kriegsgefahr und Krieg von CLARA ZETKIN Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Carl Noym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg& Nr. 25� ♦ 4S.�ahrgattg Seilage des Vorwärts Mittwoch, 6. �uni 192Z Die Feuerbestattung. Die technische Einrichtung der Krematorien. � Der kommunale Einheitssarg für Berlin. Zu den zahlreichen Aufgaben Berlins gehört auch die Be- arbeitung des Bestattungswefens. Di« Anforderungen, die hier gestellt werden, sind mit dem Ansteigen der Bevölkerungsziffer ständig gewachsen. Neben der althergebrachten Erdbestattung findet die Feuerbestattung immer mehr Anklang. Das 5euerbestattuagsgesetz. Nach Paragraph 2 des Feuerbestattungsgesetzes vom Ii. September 1911„darf die Genehmigung zur Einäscherung nur Gemeindeverbänden übertragen werden, denen die Sorge für die Beschaffung der öffentlichen Begräbnisplätz« obliegt." Preußen hat sich lange gesträubt, ein solches Gesetz zu erlösten. Schon 1856 lag dem Abgeordnetenhause eine Petition um Einführung der all- gemeinen Leichenverbrennung vor, über die jedesmal zur Tages- Ordnung übergegangen wurde, bis schließlich die wenigen sozial- demokratischen Vertreter vor dem Dreiklassenparlament das Feuer- beftattungsgefeh durchsetzten. Bis Ende Juli 1921 bestanden in Deutschland etwa 55 Kremalorien. Berlin besitzt zurzeit drei betriebsfähige Krematorien und ein weiteres ist im Bau begriffen. Das neuerbaute in Wilmersdorf, wurde Anfang Mai seiner Be- stimmung übergeben. Ueberschüsse sollen aus diesem Unternehmen nicht erzielt werden, aber„die Gebühren sind so zu bem-csten, daß sie die Kosten der Einrichtung einschließlich Verzinsung und Tilgung, der Erhaltung und Berwaltung der Anlag« decken.," Diese Be- stimmung führt naturgemäß zu fortwährenden Erhöhungen der Gebühren, die oft schon dann wieder überholt sind, wenn sie die Genehmigung der obersten Instanz gefunden haben. Die Verbrennung. Verfolgt man einmal einen solchen Verbrennungsakt, ist man überrascht von diesem Prozeß. Heber die Bauart des Ein- üfcherungsofens bestehen in weiten Kreisen ganz falsche Ansichten. Der Ofen ist vollständig aus Chamotlesteinen gebaut und besteht aus folgenden Haupttcilen: Koksgaserzeuger, Verbrennungsraum, Aschensammelraum, Gas- und Luftzügen und dem Schornstein kanal. Der Derbrennungsraum ist so groß, daß ein Sarg in der vorge- schriebenen Größe von 2 Metern Länge, 75 Zentimetern Breite und 72 Zentimetern Höhe bequem darin Platz hat. Unter dem Aschen- sammelraum find die Züge für die Zuführung der frischen Luft und zur Abführung der bei der Einäscherung entstandenen Gas« an- geordnet. Der in Betrieb genommene Ofen wird jeden Tag neu angeheizt, nachdem zuvor der Generator von anhängenden Schlacken befreit, der Eisenrest gereinigt und die Wasterpianne frisch gefüllt worden ist. Vier Stunden vor der ersten Einführung wird der Generator nach und nach mit 10 Zentnern Koks beschickt, bis die Ehamottewände hellrot glühen und zeigen, daß die vorgeschriebene Erhitzung von 1000 Grad Celsius erreicht ist. Durch verschiedene Schieber'stellungen wird nun die Koksflamm« aus dem Ver- brenn-ungsraum zurückgezogen. Jetzt erst ist der Ofen zur Arbeit bereit. Die groß« Ofentür wird geöffnet, der vordere Teil des Wagens, der aus einer Schicnengabel besteht, wird mit dem Sarg in den Verbrennungsraum gerollt, hier abgesetzt, der Wagen auf seinen früheren Standort zurückgezogen und die Ofentür wieder qeschlosten. Der Holzsarg entzündet sich in der heißen Luft und ver- brennt mit heller Flanüne, Der Zinksarg schmilzt im Augenbsick, und das durch den Rost und die schiefe Ebene herablaufende flüssige Zink wird aufgefangen und sofort entfernt, von einem erwachsenen Men'cken bleiben 2 bi» 2lA Silogramm Asche. Dieie wird nun mit einer Chamottenummer in einem bereitstehenden Blechbehälter, der mit Registernummer und den Personalien des Verstorbenen versehen ist, gefüllt. Alsdann wird der BeHölter verlötet und in den Aschen- aufbewahrungsraum gebracht. Es darf kein Sarg angenommen werden, an dem nicht ein Etikett mit dem Namen des Verstorbenen sowie Tag und Stunde der Einäscherung angebracht ist. Im Urnenhain wird schließlich die Asche beigesetzt. '» Im Foyer des Berliner Rathauses prangte vorgestern zur Auf- klärung und Belehrung der dort zu Ausschußberatungen versammel- ten Stadtverordneten der kommende Groß-Berliner kom- munale Einheitssarg. Ein städtischer Ausschuß beschäfttgte sich mit der von uns schon besprochenen Vorlage über die Ver- billigung des B e st a t t u n g s w e fen s. Trotz großer Schmerzen der Rechtsparteien, die den vollkommenen Bankerott irnd Untergang der edlen Tischlermeisterzunft ob solcher umstürzlerischen Pläne des Magstirats schon kommen sahen, wurde die Vorlage mit unbedeutenden Abänderungen schließlich doch ein- stimmig angenommen, weil die Not am Ende doch alle drückt. Der Groß-Berliner Ouetschsarg(so genannt nach der normalen Höhe von 59 Zenttmetern, die nach Aussage eines demokratischen Sachversiändi- gen für allzu umfangreiche Herren nicht ausreichen soll) wird also in absehbarer Zeit in Funktton treten. Leute, die einen etwas höheren und bester ausgestatteten Sarg haben wollen, werden eben mehr zu bezahlen haben. Hoffentlich wird ihnen das Sterben dafür etwas leichter. Die Lanöstraße. .Vor einem Menschenalter schien es, als sollte die Landstraße für überflüssig erklärt werden. Di« allerorts ausgefühiten Klein- bahnen nahmen die Menschen und die Güter auf, die sonst von Wagen auf den Landstraßen befördert wurden. Dann kam das Fahrrad auf und mit einem Male waren die Straßen bevölkerter denn je; man sparte Geld und tat noch ein übriges für die Gesund- heit, wenn man fleißig in die Pedale trat. Das Automobil vollendete, was das Fahrrad begonnen. Die Landstraße wird jetzt die bitterste Notwendigkeit für den riesenhaft anschwellenden Verkehr. Das Reifen im Automobil wurde eine neue Mode, und es gab auch unter diesen Touristen eine ganz« Anzahl verständiger Meirschen, die den von dem Poeten Bierbaum in seiner ersten deutschen Auto- fahrtbeschreibung(Berlin— Sorrent) aufgestellten Unterschied zwischen Rase- und Reisewagen anerkannten. Wer das Glück hat, draußen auf dem Lande an einer Landstraße zu wohnen— weit genug ab von ihr, als daß der Staub in trockenen Tagen lästig werden könnte — hat Gelegenheit, das Treiben auf der modernen Landstraße zu beobachten. Ganz früh kommen die Radler, die sich aus den Dörfern und Einzelgehöften zur Arbeit begeben, später folgen die Auto-Last- wagen, Käse, Vier, Brennmaterial, Baumstämme usw. befördernd, dann wird es am Vormittag ruhiger. Der Arzt und der Tierarzt begeben sich auf ihre Tour in kleinen Selbstfahrerwagen, ein paar Touristenwagen eilen in vernünftigem Tempo vorüber, da plötzlich ein Höllenlärm: Ein Kilometer„fressender" Automobilist ist auf der Bildfläche erschienen und alles flüchtet entsetzt vor dem Ungetüm. Abends ist die Verkehrsfolge die umgekehrte: die Arbeiter, An- gestellten und Geschäftsherren streben vom Zentrum wieder auf ihre Siedlungen und die Touristen und Geschäftsreisenden kehren zur Großstadt zurück. Zweier Landstraßengruppen soll ober noch ge- dacht werden: der Zigeuner und der Schausteller. Auch die letzteren sind sehr oft Automobilisten, da ihre Karustells, Schaukeln, Buden usw. heute wie alles ins Gigantische gewachsen und Pferde- fleisch und Hafer recht teuer sind. Das scheinen sich auch die Zi- geuner zu sogen, denn meist haben sie jämmerliche Pferde— wenigstens dem Aussehen nach—, von denen sie aber recht bedeutende Leisttingen verlangen. Abgsehen von lustigen Wandervögeln, die genau so wie es die Leute zu Großvaters Zeiten mich taten, auf Schusters Rappen reisen, herrscht doch der von der Maschine vermittelte Verkehr auf der Landstraße vor. Er hat ihr das Gepräge aufgedrückt. Die gut- gpflegte Ehaustee von heute hat nichts mehr gemein mit jenen „idyllischen Landstraßen" vergangener Jahrhunderte, auf denen dos Reisen alles andere als ein Vergnügen war. Ein„Mädchcnfreund". Ein gefährlicher„Freund" junger Mädchen hatte sich, vor dem Schöffengericht Schäneberg wegen Verführung einer Minderjährigen und wegen Kuppelei zu oerantworten. Die Anklage richtete sich gegen den Kaufmann Wilhelm Seiffarth, der in der Schwä- bischen Straß« 17a eine Wohnung innehatte. Es ist dieselbe Woh- nung, die vor ihm Frau Helene Spanier, mit der der An- geklagte seinerzeit gemeinsam Kvmmistionsgeschäst« betrieben hatte, bewohnt hat. Di« Mieter des Hauses waren infolge des ausfälligen Treibens in dieser Wohnung zusammengetreten und hatten beschlosten, durch den Mieterrat eine Anzeige bei der Staatsanwallschast gegen Seiffarth zu erstatten. Eine von der Kriminalpolizei vorgenommene Haussuchung förderte ein pornographisches und fadisti- fches Museum zutage. Ein Nottzbuch enthielt über 199 M ä d» chenadressen. Die in der Verhandlung vernommenen Mieter des Hauses gaben an, daß der Angeklagte fast täglich mit jungen Mädchen, die Zöpfe mit großen Schleifen trugen, das Haus be- treten habe. Oester fanden sich auch noch andere Kavaliere ein und Weingclage, unterbrochen von Peitschenknallen, Äechzen und Hilfe- rufen aus der Wohnung, ließen die Mitwohncr nachts aus dem Schlafe fahren. Besonders kraß lag der Punkt der Anklage, nach welchem Seiffarth eines Tages am Bayerischen Platz ein 1 5 j ä h- riges Mädchen angesprochen, sich ihr durch seine Visitenkarte als Direktor einer Filmfabrik vorgestellt und sie gefragt hatte, ob sie nicht bei ihrer guten Figur und ihrem guten Film- g e s i ch t Filmschauspielerin werden wolle. Das Mädchen besuchte denn auch den„Herrn Filmdirertor" eines Sonntags in seiner Wohnung. um dort angeblich Filmregisteuren vorgestellt zu werden. In der Wohnung wurde sie mit Kaff«, Torte und Likören bewirtet, bis sie schl-eßlich dem Zureden und der Verführung des Angeklagten, eines im übrigen recht unansehnlichen, kleinen und häßlichen Mannes mit großer Brille und stechenden Augen, zum Opfer fiel. Als sich die Folgen des Verkehrs bei dem jungen Mädchen einstellten, offen- harte es sich der Mutter. Das von dem Angeklagten sofort aus- gestellte schriftliche Heiratsversprechen konnte die Mutter nicht verhindern, Strafanzeige zu erstatten. Der Staats- anwalt geißelte scharf die Gefährlichkeit derartiger Leute, die gerode die Gegend des Bayerischen Platzes unsicher machen und beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten, die in eine Geldstrafe von 6 Millionen Mark umgewandelt werden sollte. Das Gericht nahm an, das Vorschub der Unzucht aus Eigen- nutz nicht erwiesen sei, so daß Freisprechung von der Anklage der Kuppelei erfolgen mußte. Dagegen wurde der Angeklagte Seiffarth wegen Verführung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und diese Strafe in 699999 Mark Geldstrafe umgewandelt. der 5rauenmorS in Üer Vaßmannsiraße. Iuchkhaus für die Täler. Ein mtt ganz besonderer Grausamkeit ausgeführter Raubmord, bei dem nach dem ärztlichen Gutachten das Opfer ein« Stunde sich in Todesqualen gewunden haben muß, beschäftigt jetzt das Schwur- gericht. Angeklagt waren der Händler I ä d i ck e und der Arbeiter B i e r b a ch wegen Mordes an dem Straßenmädchen Olga Witt. Am 2. Oktober 1922 wurde das Straßenmädchen Olga Witt in ihrer am Keller des Hauses Waßmannftr. 32 gelegenen Wohnung tot aufgefunden. Die Tote war an Händen und Füßen gefesselt und um den Mund hatten die Mörder ein Halstuch geschlungen, um die Ueberfallene am Schreien zu oerhindern. Dann hatten sie ihr Opfer noch mit einer starken Wäscheleine an die Bettpfosten gefesselt. In dieser entsetzlichen Stellung ist das Mädchen dann langsam erstickt. Sämtliche Sachen der Ermordeten waren geraubt. Schon am nächsten Tage stellte sich der Angeklagte Iädicke selbst der Polizei, und auf Grund seiner Angaben wurde dann auch Bierbach verhaftet. Der H a u p t a n st i f t« r zu der Tat ist der 19 Jahre alte Bierbach gewesen, ein entsprungener Fürsorgezögling, der im Juni aus der Anstalt geflüchtet war und seitdem unangemeldet'allent-, halben nachtete. Der Prozeß enttollte in seinem Verlauf ein t r o st- loses Sittenbild aus den tiefsten Schichten des Dirnen-' und Zuhältertums. Der jetzt 29jährige Bierbach bestritt, daß er die Absicht gehabt habe, die Witt zu töten. Nach seiner Belzauptung habe diese auch noch gelebt, als sie die Wohnung oerließen. Diese Be- hauptung steht sehr im Widerspruch mit den Feststellungen der Sach- verständigen, wonach die Witt längst ersttckt sein mußte. Der Ange- klagte behauptete weiter, daß er der Witt 5999 M. zur Aufbewahrung übergeben gehabt hätte und daß diese ihm das Geld nicht habe herausgeben wollen. Er habe stillschweigen müssen, weil er bei einer Anzeige Gefahr gelaufen wäre, daß seine Adresie entdeckt werde und daß er wieder in die Fürsorgeanstalt zurückgebracht wor- den wäre. Es sei ihm nur darauf angekommen, von der Witt sein Geld zurückzubekommen, und er habe sie nicht berauben wollen. Wegen dieses Verhaltens der Witt habe er gegen dieselbe eine u n- geheure Wut gehabt. Die weitere Beweisaufnahme ergab nichts Wesentliches. Di« Geschworenen verneinten die Fragen nach Mord und Totschlag, bejahten bei beiden Angeklagten aber die Frage nach Raub mit Todesersolg. Das Gericht oerurteilte daraufhin Kurt Bierbach, den es als den Anstifter zu der Tat bettachtete, zu 14 Iahren Zuchthaus und Iädicke, bei dem angenommen wurde, daß er infolge seiner unglücklichen Familienverhältnisse leicht beeinflußbar gewesen sei, zu 11 Jahren Zuchthaus unter An- rechnung der Untersuchungshaft. (Copyright by Wegweiser-Verlag Berlin.) « Als die Wasser fielen. von Otto Rung. Aus dem Dänischen von Erwin Magnus. Er genoß diesen aus allen Poren des Schiffes rieselnden Lai'.t, den ersten frischen Larst vom Morgen aller Zeiten, der wie Quellenstrudel und sausende Wogen klang. Das nasse Deck schien fast eine Fläche mit der See zu Hilden, der Hafen lag blank wie der frischgescheuerte Fußboden da, dessen er sich von den Morgenstunden in seinem Heim entsann: Sausen in allen Gardinen und die fleißig scheuernden Mädckjen. Und dort, an der niedrigen Täfelung des feuchten Bollwerks entlang, lagen die Bojen des Hafens wie Spielzeug, das die Kinder am Abend vergessen hatten. Er ging munter umher und gab seinem Mann Aufträge. Hier sollte eine Kette freigemacht, da ein verfaulter Persen- ning abgerissen, dort eine Stag gestrafst oder eine Want mit Kabelgarn gespleißt werden. Für einige Tage erhielten sie Hilfe von einem Seemann, den Matti durch seinen Freund, den Tätowiermann im Keller oben in Nyhavn, ver- schaffte. Es wurde gezimmert und gesägt, die Kojen aus der Leutekajüte entfernt und das Skylight über den Rahmen der Borderluke gebaut. In der Lampenkammer hatte Gude Ge- fäße mit weißer und grüner Farbe gefunden. Trotz allem konnte noch eine Wohnung aus„Beß Ruthby" werden. Matti warf eine Leine über den Bug 8es Schiffes, und darin, wie in einer Schaukel hängend, begann er die abge- scheuerte Nase der Gallionsfigur mit Zinkfarbe schneeweiß zu malen. Es war«ine Dame, wahrscheinlich Beß Ruthby selber, wer sie auch immer sein mochte, deren Goldhaar fahnenartig um den Steven des Schiffes flog. Hier hatte ihre Stirn hundert Jahre lang Sturzseen gespalten, ihr Mund SalP ge- schmeckt. Und sie hob ihre beiden Brüste, eine Steuerbord und eine Backbord, trotzig, bewußt, als wären sie es. die dem Schiffe Gleichgewicht und Ballast auf See gaben! >* Der März war jetzt weit vorgeschritten. Das letzte Treibeis hatte seine Kämme in grünem Bruch gegeneinander erhoben und war untergetaucht, um in See zu stechen. Als Gude jetzt am frühen Morgen an Deck kam. teilte sich gerade der Frostnebel und wogte fort wie schneeweiße, von der grauenden Sonne beleuchtete Dämpfe. Wie die Dunkelheit aus der Erde emporgeströmt war, so sog die Tiefe nun die Nebel ein. Hier stand er auf seiner Arche und sah die Wasier fallen. Schon erhob ein Wald von Schiffsmasten seine Spitzen, die von der Sonne über dem Nebel vergoldet waren. Christianshavn entschleierte seine Türme, zuerst die goldene Spirale der Erlöserkirche und nun auch die irischgrüne Laterne unter der Turmspitze der Deutschen Kirche. Langsam tauchte der Hafen aus Wolken auf, die steilen Giebel des grönländi- schcn Packhauses, die beiden stolzen Paläste des asiatischen Platzes. Und jetzt wurden die alten Bollwerke des Tran- grabens frei, auf denen die niedrigen gelben Zeilen, die ziegel- gedeckten Buden, wie ihrer Schachtel Mnommens Spielklötze, standen. Die Schnakenbeine der Krane spreizten sich über Haufen aufgespeicherter Kohle. Jetzt wurde auch die See, blaugrün und blank, hinter den Nebelstreifen sichtbar. Ein leichter Ostwind sauste in der Takelung der Bark, Möwen lösten sich wie Schneeflocken aus dem Nebel und hingen still über dem Schiffe, obwohl es wehte. Doch der Hafen erwachte nicht. Seite an Seite lagen die Hunderte von aufgelegten Schiffen. In den Kanälen jenseits des Hafens standen die Masten der Segelschiffe mit schrägen Raljen in Reih und Glied. Kein Schornstein rauchte. Der Hafen lag tot da, nur ein Bagger gurgelle mitten im Strom seinen Schlamm plätschernd in einen Leichter. Als er an Deck kam, sah er, wie ein gelber Hund von Bord lief. Er strich über die Laufplanke und verschwand hinter dem Backhause. Matti hatte ihn schoy früher an Bord gesehen. Wahrscheinlich hatte er seinen Aufenthalt in einem Raum achtern und lebte von Ratten und Raub. Offenbar hatten Ob- dachlose jeder An jahrelang das ausgediente Schiff aufgesucht. Dieser herrenlose kleine Hund war der letzte blinde Passagier an Bord. Gude ließ ihn in Ruhe. Er hatte sich in den vorderen Räumen eingerichtet. Das übrige Schiff benutzte er nur als Promenadendeck. Unter das Skylight hatte er seinen Arbeiistisch gestellt. Die Wände waren mit alten Seekarten bedeckt, die er in der Kojenbank des Schiffers gefunden hatte. Dekorativ genug waren sie. Er konnte sich über Marken und Baken, zrmschirn Zlntiefeii und Riffen in Kattegatt und Ostsee, diesen heimischen Gewässern, die er in seine? Kadettenzeit mit dem Schulschiff befahren hatte, hindurchpeilen. Zu seiner Arbeit fand er jetzt viel mehr Ruhe als früher. Um Besuchern zu entgehen, behielt er seine Hoteladresie bei und ließ sich alle Post durch den Portier zuschicken. Er war noch lange nicht fertig mit der Sortierung der russischen Konsulatsarchive. Nur wenig war aus dem großen Zusammenbruch im Osten zu retten gewesen. Er hatte selbst einen Teil gesammelt, der ihm von Petrograd und Moskau nach Archangelsk gebracht und allmählich heimlich über die Grenze geschafft worden war, ehe er schließlich selbst seinen Posten räumen mußte. Noch immer hatte er endlose Konferenzen mit den Bureaus des Außenministeriums. Er war der einzige Sach- verständige bei der Ordnung des losgerissenen und weit ver- streuten Materials. Eine Zeillang hatte ihn das Ministerium zudem auf eine Orientierungsreise nach den neugebildeten Randstaaten von der baltischen Küste bis zu den Karpathen geschickt. Endlich waren ihm als Erpert in finanziellen' Angelegenheiten und mit besonderer Einsicht in maritime Ver- Hältnisse andere Aufträge erteilt worden. Er war zu einer verttaulichen Besprechung ins Handels- Ministerium gerufen worden. Der Minister teilte ihm mit, daß die führenden Banken ihn gebeten hätten, einen Beirat zu ernennen mit der Vollmacht, eine Reihe industrieller und merkantiler Unternehmungen zu untersuchen, die setzt nach Beendigung des Krieges und bei der allgemeinen Depression nur durch ihren, bis aufs äußerste angesparmten Bankkredit aufrechterhalten wurden. Der Wunsch der. Banken, daß einer oder mehrere solcher Sachverständigen ernannt würden, rührte wohl daher, daß sie sich, wenn das große Abschlachten begann, selbst den Rücken frei halten und den betreffenden Kunden gegenüber den Schein wahren wollten. Gleichzeitig wollte n�an jedoch gern einen Vorschlag zur Wiederaufrichwng dessen haben, was gerettet werden konnte. Gude hatte gefragt, welche Befugnisse er hätte. Der Minister lächelte:„Das liegt ganz in Ihrer eigenen Hand. Die Banken wünschen nur die kritische Sichtung durch einen unparteiischen Sachverständigen. Ich dagegen betrachte Ihre Stellung als diskretionär und überlasse alles Ihrer per- fönlichen Autorität. Ich sehe selbst die Dinge vorläufig mit dem allergrößten Pessimismus an!" (Fortsetzung solgt-l Zur Bekämpfung des Notstandes. Sozialdemokratische Anträge im Rathause. Hinter den deutschvölkischen Kulissen. Das Verhör im Machhaus- Prozeß. " Die andauernde Verschärfung der Not weiter Kreise der Bevölkerung erfordert besondere Maßnahmen der Stadt. Für die Stadtverordnetensizung am Donnerstag dieser Woche wird die fozialdemokratische Frattion einen genau spezialisierten München, 5. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Der Angeklagte Fuchs die Aussagen der Brüder Gutermann, Antrag über die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit leugnet im weiteren Verlauf der Gerichtsverhandlung in jeder Weise die beide Mitglieder des Bundes Blücher" sind und durch die Stadt einbringen. Zur Nahrungsmittelteu fein Einverständnis mit Richert und mit diesem Plan, verwickelt sich der Beihilfe zum Hochverrat angeklagt sind. Ihren Aussagen ist zu erung hat sie bereits folgenden Dringlichkeitsantrag eingereicht: aber dabei in zahlreiche Widersprüche. Richert glaubte entnehmen, daß sie sich dem Machhaus zur Verfügung stellten im Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, an- übrigens fest an diese Aktion; denn unmittelbar danach gab er durch Glauben, es handle sich ausschließlich um die Bekämpfung des gesichts der immer mehr steigenden Not der Bevölkerung und der Vermittlung von Fuchs ein Telegramm an eine ihm vertraute Bolschewismus. Richtig scheint zu sein, daß Machhaus sie über die unaufhalifamen fatastrophalen Teuerung aller unentbehrlichen Saarbrüder Bank auf, das lautete: Markfauf 20, Silber- wahren Ziele seines Unternehmens im Unflaren gelassen hat. Das Lebensmittel sofort die in feinen Kräften stehenden Maßnahmen zur verkauf 50, ich erwarte großen Marksturz in 8 Tagen". Das Gericht gleiche gilt von dem Angeklagten Berger, dem militärischen Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung will u. a. auch damit beweisen, daß Richert und Fuchs durch ihre Leiter vom Bund„ Bücher". Jhm war allerdings eine mit billigen Lebensmitteln zu ergreifen. Insbesondere Politik der Zerfrämmerung des Deutfchen Reiches private Geld- wesentlich bedeutsamere Rolle in der Verschwörung zugedacht. Auch erwartet die Stadtverordnetenversammlung vom Magiftrat und vom geschäfte gemacht haben und machen wollten. Gleich nach der Be- Berger stellt immer wieder als Ziel seiner ganzen nationalen Bestädtischen Ernährungsamt, die Ausnuhung aller zu diesem sprechung am 20. Februar famen aber dem Fuchs Bedenken wegen tätigung den Kampf gegen die rote Gefahr in den Vordergrund. 3wed von Reich und Staat flüssig zu machenden der Sicherheit Richerts in München, und er veranlaßte ihn, München Er hatte 360 Mann unter seinem Kommando, die er militärisch fest kredite zur Berbilligung von Lebensmitteln und Beschaffung von sofort zu verlassen, was er am andern Tage auch tat. Drei Tage in der Hand hielt. Seit Mitte Januar hielt er mit feinen Leuten Winterreserven. Die Versammlung ersucht ferner den Magistrat, später erhielt Fuchs von Richert, der inzwischen nach Paris gefahren jeden Samstag Appelle in einem von der Universität zur Verfügung die städtischen Lebensmittel vertaufstellen wei- war, einen legten Scheck in Höhe von 5 Millionen Mart, gestellten Raum(!) ab. Für die ganze Art dieser nationalen Kampffer auszubauen und den Berkauf von billigen Fischen, Fleisch weitere 20 millionen waren für die nächsten Tage ange verbände ist es bezeichnend, daß und anderen Lebensmitteln an die Bevölkerung energisch zu fördern." wiesen. Die Aktion wurde aber von neuem verzögert. Richert fuhr wieder nach Saarbrücken zurück und schrieb an Fuchs am 4. März: Depeschieren Sie, wenn die Lieferung rollt. Ich fahre dann nach Mainz, um Sie dann in Empfang zu nehmen." In zwischen wurde aber Fuchs am 28. Februar ver. haftet. Kohlen und Verbraucher. Eine ungenügende Erklärung des Kohlenamts. Der Borwärts" hat in den legten Tagen mehrfach darauf hingewiesen, daß die Freizügigkeit der Kohlenfarte gerade den besser= gestellten Kreifen zugute gekommen ist, und daß die Unbemittelten wieder einmal das Nachsehen hatten. Das Kohlenamt veröffentlicht num eine Rechtfertigung seines Vorgehens; es schreibt: Aus dem Verhör des Fuchs, das damit beendet war, sind noch seine Angaben über sein 11 auch der Franzose Richert auf Bermittlung des Machhaus Mitglied des Bundes„ Blücher" war und ihm eine ordnungsmäßige Mitgliedstarte auf den Decknamen Kräuter" ausgestellt wurde. Berger hat im ganzen etwa 4 Millionen Mark für seine Organisation erhalten, die er auch für diese Zwecke verwendet hat. Der eigentliche Führer des Bundes Blücher" und Vorgesetzte des Berger ist der Regierungsbaumeister Schäfer, der auf der Zeugenbant wichtige Aussagen zu haben wird. Verschiedene Zeugen, Studenten und Mitglieder des Bundes ,, Blücher" haben ausgesagt, daß Berger öffer von einer bevorstehenden Affion gesprochen und Geld dazu gegeben habe. Einer feiner Aussprüche lautet:„ Wir müssen einmal anfangen; so fann es nicht weiter gehen. Ich schlage los mit hundert Mann, die andern kommen dann schon!" Diese und andere Aussagen belasten den Angeklagten zunächst in erheblichem Umfang. Verhältnis zu den„ Münchener Neuesten Nachrichten" von einigem Interesse. Danach hat er im Februar 1920 für den ihm befreundeten Direktor Seiz, damals Borstandsmitglied der Deutsch nationalen Partei in München, die Verhandlungen zum Anlauf der Münchener Neuesten Nachrichten" geführt und auch zum Abschluß gebracht. Seine Beziehungen zu den Münchener Neuesten Nach richten" waren ja alter Natur, da Fuchs von 1904 bis 1907 FeuilletonDie ganzen Aussagen dieses Angeklagten, die im allgemeinen redakteur und stellvertretender Chefredakteur mar. Nach dem wohl der Wahrheit entsprechen dürften, zeigen die heillofe politische Verkauf der Münchener Neuesten Nachrichten"( beim Kapp- Butsch Verwirrung, in der diese Führer der sogenannten vaterländischen 1920) war Fuchs weiterhin im Auftrage von Seit damit be- Rampfverbände leben und sich auf Attionen" vorbereiten. Es darf schäftigt, in dem nationalen Konzern der Münchener nicht Wunder nehmen, daß ihr Kampf gegen den Bolschewismus neuesten Nachrichten" weitere bayerische Blätter einzu in der Hauptfache auf die Sozialbemotratie einge. beziehen. In diesem Sinne war er bis zum 4. März 1922 im 2uf- ftellt ist. Shre größte Besorgnis fei immer gewefen, eine Retrage des Verbandes tätig. Er erhielt ein ständiges Monatsgehalt gierung Breitscheid- Hilferding, womit sich der Bolschewismus über von 3000 mr. Neuesten Nachrichten" natürlich sehr unangenehm, und in verschie Angeklagte wiederholt, daß er über die franzöfifchen Zusammen. Diese Mitteilungen sind heute den Münchener ganz Deutschland dahinmälzen würde. Zum Schluß erklärte der denen Redatitionsäußerungen versuchen sie, diesen ihren ehemaligen hänge des Unternehmens von seinem Vorgefeßten Schäfer und dem Freund und Mitarbeiter als Rebattionswange" abzutun. Machhaus, mit dem er ziemlich viel verkehrte, vollständig im unDer Fortgang des Verhörs brachte zunächst flaren gelassen worden sei. " Die in Verbindung mit der Abschaffung der Kundenliste verfügte Freigabe der Abschnitte 3 bis 5 der Kohlentarte entsprach einem dringenden Bedürfnis der Verbraucherschaft. Diese fonnte sich jetzt aus den damals gefüllten Berliner Lagern versorgen. Aber auch der Handel selbst hatte dringliche Borstellungen erhoben, da er unter den damaligen Abfahschwierigkeiten erheblich zu leiden hatte. Die zeitweilige Stabilisierung der Mart hatte die Bevölkerung wie insbesondere auch den Koblenkleinhandel in Erwartung eines meiteren Preisabbaues vom Eintauf von Kohlen zurüd gehalten. Es mußten daher nunmehr Maßnahmen einsehen, die die Beschaffung größerer Borräte zuließen. Andernfalls mußten die von der Produktion für Berlin bestimmten Kohlen auch weiterhin in andere Versorgungsbezirfe abfließen, und Berlin für das Wirt schaftsjahr verlorengehen. Tatsächlich sind in dieser Zeit speziell vom Kohlentleinhandel soviel Werksaufträge annulliert worden, daß dadurch ein Ausfall von 600 000 Rentnern Brifetts für Berlin entstanden ist. Gerade diefer Umstand hat u. a. mit dazu beigetragen, daß ein febr großer Teil der Bevölkerung vor der letzten Preisfteigerung seine Kohlen nicht mehr erhalten fonnte. Die Maßnahmen der Behörden waren deshalb in jenem Zeitpunkt durchaus angebracht. Als aber die Stügungsaktion der Mart unerwartet zusammenbrach, und weitere Breissteige- ftebt von einer solchen Beschränkung nichts. Haben Kriegsbeschädigte rungen zu erwarten waren, steigerte sich auch die Nachfrage nach so fette Einnahmen, daß sie das Fabrgeld für ein paar Briketts, so daß die Lager bald geräumt waren, ohne daß die Bro: Straßenbahnfahrten nuglos hingeben können? duftion imftande mar, fie fofort wieder zu ergänzen. Für diese unvorbergesehenen Umstände ist das Kohlenamt nicht verantwortlich. Bielmehr hat es dafür geforat, daß die vorhandenen Bestände vor Förderung des Sports durch das Reich. Sprechchor für proletarische Feierfunden. Donnerstag abend 8 br in der Aula der Sophienschule, Beinmeisterftr.16/ 17, Uebungsstunde. Textausgabe für Moloch". Berlegung des Brandenburger Zuchthauses. In der lezten Stadtverordnetenfigung in Brandenburg wurde der lekten erheblichen Breissteigerung restlos der Berbrau im Reichsministerium unter Seitung von Staatssekretär Schulz eine mitgeteilt, daß Berhandlungen mit den maßgebenden Stellen einerfchaft zugeführt, und Bestände in die neue Breis- Gigung ab, in der die Verteilung der im Reichsetat 1923 norge- geleitet worden find, um das Zuchthaus aus der Stadt zu periode nicht mit übernommen worden sind. Den veränderten fehenen 2 Milliarden gutachtlich beraten wurde. Linnemann sprach verlegen. Gestern waren Vertreter des Justizministeriums und Verhältnissen hat das Kohlenamt jezt durch eine im Intereffe einer im Namen des Deutschen Reichsausschusses, Gellert im Namen des Finanzministeriums in Brandenburg, um das Gelände Am gleichmäßigeren Verteilung erforderliche Beschränkung des der Zentralkommission den Dank für tatkräftige Arbeit Görden zu besichtigen, das von der Stadt als Anlageplap für das Rugriffsrechts der Selbstabholer Rechnung getragen. Des Reichsministeriums aus. Der Reichsbeirat bat den Borsigen- neue Zuchthaus bergegeben werden soll. Die Verhandlungen Das Kohlenamt verwahrt sich energisch gegen die Unterstellung, als den, den gleichen Dank an die gefeßcebenden Körperschaften, Reichs werden nach allen Richtungen hin beschleunigt werden. habe es bei feinen Maßnahmen irgendwie die Intereffen eines tag und Reichsrat weiterzuleiten. Die Sigung trat nach Abschluß Roblenunternehmens des magistrats, das mit dem ter Finanzberatungen in eine Erörterung des Spielplatzgesetzes ein. Rohlenamt in feinem Zusammenhang steht, im Auge gehabt." Das Kohlenamt hat recht: es hat durch seine Maßnahmen er= reicht, daß die Kohlen den Verbrauchern zugeführt" wurden. Das Aus der Sozialdemokratischen Stadtverordnetenfrattion ist über hat noch niemand bestritten. Es ist jedoch begründete Klage dar- Veränderungen zu berichten. Stadtverordneter Genosse Rott. über geführt worden, daß es die bemittelten Berbraucher mann- Staaten hat, meil er aus Groß- Berlin verzogen ist, fein maren, die mit einem Schlage die auf die Abschnitte 3 bis 5 ent- Mandat niedergelegt. Un seine Stelle tritt der Werkzeugmacher fallenden Mengen faufen fonnten, während zahlreiche minder: Walter- Spandau. Das Stadtverordnetenmandat hat auch Ge bemittelte Familien noch nicht einmal die auf die Abschnitte 1 noffe Muntner niedergelegt, weil er unbefoldeter Bezirksstadtrat im und 2 entfallenden Roblen bezogen hatten. Statt diefer langatmigen Berwaltungsbezirk Friedrichshain geworden ist. Für ihn tritt Ge Erklärung des Kohlenamts märe eine turze Berordnung, perfschaftsangestellter Genosse Karl Klingler in die Stadt die heftimmt, daß zunächst bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nur verordnetenversammlung ein. Weiter hat Stadtverordneter Genosse die Nrn. 1 und 2 der Kohlenfarte beliefert werden dürfen, daß eine Dr. Löwenstein, weil seine Tätigkeit als Schulrat im Ber meitere Abaabe von Kohlen auf Nr. 3 bis 5 erst dann erfolgt, wenn maltungsbezirk Neukölln ihn start in Anspruch nimmt, jein Stadtwieder genügend Kohlen vorhanden sind, und daß schließlich die verordnetenmandat niedergelegt. Ueber feinen Nachfolger in der Kundenliste eingeführt wird, besser am Blaze gewesen. Diese Maß- Stadtverordnetenversammlung werden wir noch Mitteilung machen. nahmen sind im Intereffe der minderbemittelten Berbraucher dringend nötig. Wertsachen oder den Wohnungsschlüffel! Faliche Wohnungiuchende treiben seit einiger Zeit in Berlin ihr Unwesen. Sie erlassen Anzeigen, nach denen ein aus dem Ruhrgebiet oder aus dem besezten Rheinland ausgewiesener Förster, Lokomotivführer usw. ein möbliertes Bimmer jucht. Sie befichtigen dann die ihnen angebotene Woh nung, berhandeln über den Preis, erklären, noch einmal wiedertommen zu wollen, wenn sie nicht gleich einig werden, und stehlen entweder Wertsachen oder den Wohnungsschlüssel Bald nach ihrem Besuch wird dann nachts bei den Wohnungsinbabern eingebrochen. Diefe Schwindler baben bereits für bobe Beträge, besonders Schmudiachen aller Art, erbeutet. Mitteilungen über ihr Auftauchen nimmt Kriminalkommissar Dr. Anuscheit, Dienststelle B. 1. 3, im Polizeipräsidium entgegen. Genosse Wilhelm Schent bat als Nachfolger des auf dem Tempelhofer Felde verunglückten Gen. Bößer das Amt als unbefoldeter Stadtrat des Bezirks Prenzlauer Berg angetreten. tenterte nach einem Zusammenstoß mit dem Motorfährboot„ Tante Bom Tode des Ertrinfens gerettet. Auf dem Langen See Minna" das Segelboot, Falke", Besitzer Boscharffi, Treptower Straße 12. Die vier Infaffen stürzten ins. Wasser, wurden aber durch den Reichswasserschuh, der unmittelbar danach zur Stelle war, gerettet. Auch das Boot konnte geborgen werden. Die Belegung des nächtlichen Obdachs. Im Mai d. I. haben im städtischen Obdach 85 221 männliche Personen, 5999 weibliche Ber fonen, zusammen 91 220 Personen gegenüber 53 568 im Mai 1922 genächtigt. sofort der Kraftdroschtentarif auf das 7000fache, der Neue Droschtentarife. Das Polizeipräsidium teilt mit, daß Pferdedroschfentarif auf das 4000f a che erhöht wird. Die Bollmilchkarten für die Kinder im ersten bis zum vierten Großes Fischsterben im Tegeler See. Lebensjahre werden für die Monate Juli/ September 1923 von den Seit einigen Wochen hat ein Massensterben der Fische im Brottommissionen der Verwaltungsbezirke Alt- Berlin( Mitte, TierTegeler See eingelegt. Tausende von Fischen werden an den garten, Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg) Tegeler Strand gespült. Bei näherem Betrachten der zum Teil in der Zeit vom 4. bis zum 11. Juni 1923 ausgegeben. Die noch lebenden Fische zeigen sich ausgefressene, mit Bucherungen Außenbezirksämter geben die Milchkarten etwa zur gleichen Zeit bedeckte und brandige Stellen. Es ist möglich, daß einmal wieder aus. Für das Vierteljahr Juli/ September 1923 werden wieder nur gegen das Werbot ungereinigte, laugenhaltige zwei Kartenforten für Kinder verteilt: Für die am und nach dem Fabritabwäiier in den See gefloffen find. Auf jeden Fall 1. Juli 1921 geborene Kinder rote mit" A" gekennzeichnete Milchfarten, follte die Angelegenheit, die dem polizeilichen Wasserschutz doch schon für die in der Zeit vom 1. Juli 1919 bis zum 30. Juni 1921 ge: anfgefallen sein muß, ichleunigst untersucht werden. borenen Kinder lila mit" B" gekennzeichnete Milchkarten. Außer dem werden wie bisher C- Milchkarten für werdende Mütter im Siebenten bis neunten Schwangerschaftsmonat ausgegeben. der Um 14 Ubr, eine Fliegertatastrophe. Aus Tripolis wird gemeldet: Während eines Fluges von Sliten nach Homs stürzte ein Flugzeug aus einer Höhe von 30 Metern ab. Die beiden Piloten waren sofort tot. Ein Mechaniker wurde verwundet. Fernbeben. Auf der Hamburger Hauptstation für Erdbeben. forschung wurden zwei Fernbeben aus 9000 Kilometer Entfernung registriert. Jugendveranstaltungen. Mitgliederversammlungen am Mittwoch, den 6. Juni: Frieb Falkenberg bei Grünan. Jugendheim Gemeindeschule Rofeftraße. Friedrichshagen. Jugendheim Scharnweberstraße 105. Karlshort. Jugendheim Gemeindeschule Auguste. Lichtenberg- Mitte. Jugendbeim Doffeftr. 22. Bittoria- Straße. Ren- Lichtenberg. Jugendheim Schule Marktstr. 12. Groß- Lichterfelde. Jugendheim Albrechtstr. 43. Mahlsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Balderfeestraße. Reinidendorf- West. Jugendheim Rinderhort, an ber Gegenstirche, AugusteBiftoria- Allee, Bortrag: Heinrich Heine". Tempelhof. Jugendheim Ger. maniaftraße 6-7. richsfelbe. Jugendheim Berliner Straße 44. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Putsch 6. m. b. 6. in Stuttgart empfiehlt im Inferatenteil unferes Blattes das von dem bekannten ungenarzt Dr. Nafcher in Lugano erfundene Präparat Butsch" als Mittel zur Abgewöhnung bzw. Einschränkung des Tabakoauchens. Sport. Rennen zu Ruhleben am Dienstag, den 5. Juni. 1. Rennen. 1. Schlips( A. Nüdert), 2. Clematis blau( Q. Grube). 3. Boby( Ad. Freundt). Foto: 44: 10. Plat: 16, 19, 25: 10. Ferner liefen: Bontresina( 4), Edinhard, Gbrengabe, Borbeero, Matador I, Egellenz, Striegsminister, Silverius, Apfelblüte, Ditomar, Flora Bingen. Mariechen H., Xenie, Durchbruch, Verdun, Erbgraf. Boge, Barde. Ferner 2. Rennen. 1. Nachtfalter( Grube), 2. Natban IV( Hm. Schleusner). Toto: 21:10. Play: 12, 13, 12: 10. 3. Jeffries jr.( Hedert). liefen: Della( 4), Hauptmann, Jobannisfeuer, Blaumeile, Ming, Schneewolle, Ballontonigin. Vady Petaurist, Gawein, Jimiene, Else B. I, Baldrian I, Baischari, Ima Guy. 3. Renne 11, 1. Seewind( Haase), 2. Dünkirchen( F. Brandt), 3. Eybill( B. Slee). Toto: 93: 10. Plat: 38, 55, 45: 10. Ferner liesen: Gilzug( 4), pfilanti, Krämerin Silver, Allertony, Walfiich, Falter, Baro Erdmann, Moouna, Pollux( disqu.), Film, M. B., Berthold, Handfeft, meter, Worfner, Direktor, Willlite, Stella varf, Dinaburg. Heiderose B., Brillon. liefen: Importation( 4). Brinzelfin Etawah, Dolina, Brinzessin Bertha, 4. Rennen. 1. Lucullus( R. Großmann), 2. Frankenstein( M. Da fehlt's wohl an Arbeitskräften? Ringius), 3. Eulenspiegel( m. Schleusner). Toto: 15: 10. Plat: 13, 17, 18: 10. Eine sonderbare Art der Abfertigung" erlebte ein in Neukölln Ferner tiefen: Kind( 4), Lindenhofer, Torrero, Ludwig R ,, Soz. Elternbeiräte des 20. Verwaltungsbezirks aller Schulen. Goudiler jr. Freitag. den 8. Junt, 111 Reinidendorf. wohnender Leser unseres Blattes bei der in Berlin im Hause Sizung am 5. Rennen. 1 Araber( Dedert), 2. Le petit Loulou( Th. Steeger), Pappel Allce 78/79 betriebenen Wirtschaftsstelle Holländer Str. 6a, Schule, im Lehrerzimmer. Beginn 3. Fafner Woodline( Alb. Freundt). Toto: 303: 10, Biak: 53, 39, 29: 10. Brandenburgischen Hauptfüriorge für Kriegs- päuflich 7 ár. Tagesordnung: Berichte, Stellungnahme zu den Berner liesen: Droglan( 4). Gudrun 11, Flieger 1, Warschall Hindenburg, beschädigte und hinterbliebene, wo er als Kriegs- neueren ernmitteln und Allgemeines. Elternbeiräte, die nicht er- Feuerwehr, Teufelsbart, Fiscus, Brocade, Monarchiit. 6. Rennen. beschädigter einige waren einkaufen wollte. 1. Baronez Lybia( 3. Mills), 2. Altgold( Elias), scheinen tönnen, müssen sich durch andere Genojien vertreten lassen balbe Stunde vor Schluß der von 10 bis 4 Uhr dauernden und umgehend ihre Adressen an Obmann Hillesheimer, Reiniden Toto: 69: 10, Biaz: 12, 14, 11: 10. 3. Invasion( L. Weiß). Ferner Geschäftszeit, b.trat er die mäßig besuchten Räume der Textil dorf, Amendestr. 81, richten. Frettchen, Schwarzwaldmädel, Bamminge. abteilung, aber tog alveimaliger Mahnung wurden ibm feine Die Juristische Sprechstunde findet im Juni Montags, 3. True For( Rogowosti). Toto: 28: 10, Blak: 14, 16, 34: 10 7. Hennen. 1. Aurel( Treubers sen.). 2. Agi( m. Schleusener), Waren vorgelegt, weil der eine der beiden Verkäufer von einem Mittwochs und Freitags von 3-6 Uhr, Dienstags und liefen attein( 4), Jobanmistäfer, Högensonne, Erst. Wolfersomer, Fenelon, Ferner anscheinend mit der Zusammenstellung schriftlicher Aufträge betrauten Donnerstags von 6-7 Uhr und Sonnabends von 3 bis gwortby 3. Tello, Bedra. Angestellten in Anspruch genommen wurde. Gegen 4 Uhr erllärte dann der Geschäftsführer, daß die bisher noch nicht abgefertigten 1. Elfchen( m. Schleusener), 2. Abdulah Silver 5 Uhr statt. ( G. Lautenberg), 3. Stronpring I( 6. Schröder). Zoto: 40: 10, Play: 16, Kunden heute nicht mehr abgefertigt werden könnten. Als Staatsanwalt und Gerichtshof. Bei dem unter diefer Ueber. 13, 58: 10. Ferner liefen: Ungeil( 4), hofjunge, Alda, Charlotte S, unier Gewährsmann darauf hinwies, daß er doch nicht unverrich- schrift in der Sonntagsausgabe wiedergegebenen Prozeßbericht ist umpi, Sufunft, Midas I, Lenz I, Turbinellas, Hoffnung I, Bechamelle, teter Sache nach Neukölln zurücklehren möchte, erfuhr er zu seiner durch ein technisches Bersehen das Urteil weggeblieben. Genosse Ueberraschung, daß hier im übrigen nur Auswärtige abgefertigt Thilemann wurde, troßdem der Staatsanwalt Freispruch beantragt Better bis Donnerstag mittag. werden sollen. Auf dem in der Neulölner Fürsorgestelle aus hatte, wegen Beamtenbeleidigung zu 100 000 Mart Geldbeiter, veränderlich mit geringen Regenfällen bei mägigen westlichen bis Ein wenig wärmer, zeitweise hängenden Blalat, das zum Besuch der Wirtschaftsstelle auffordert, litraje verurteilt. nordwestlichen Winden. 8. Rennen. Cuelle B., Allene. Parlamentsbeginn. Präsident Löbe: Der Reichstag trat gestern wieder zusammen. Vor Eintritt man die Kosten der Versicherung auf die Arbeiter abwälzen will. in tie Tagesordnung nimmt das Wort Der Reichswirtschaftsrat hat die Vorlage noch wesentlich verschlech tert. Es gehört ein beneidenswerter Mut dazu, jeht bei dem Berhältnis von Löhnen und Preisen auch noch die Kosten der Arbeitslosenversicherung auf die Arbeiter abzuwälzen. Der Reallohn ist schon auf 25 Proz. der Friedenszeit gesunken, da bleibt nichts übrig für die Versicherung Wir brauchen eine umfassende Arbeiterfürsorge, die nicht wieder durch Steuern aufgebracht, sondern von den Unternehmern getragen wird. Für uns ist die Vorlage in dieser Form unannehmbar, sie ist eins der schlimmsten sozialen Machwerke.( Beifall bei den Kommunisten.) Auf die Tagesordnung der ersten Sizung nach der Pause find nur fleinere Gegenstände gesetzt worden. Der Reichstag wird sich aber alsbald mit der schweren Notlage beschäftigen müffen, in die weite Kreise unseres Volkes durch den Markverfall und die Breisteuerung geraten sind, die bereits zu Unruhen in den verschiedensten Teilen des Landes geführt haben. Die franzöfifche Regierung hat ihre Erprefferpolitit aegen den wichtig: ften Teil des deutschen Wirtschaftsgebietes fortgeführt und gesteigert bis zum gefeßlich mastierten Totschlag, jahrzehnteTanger Kerferhaft und Verbannung von hinderten unferer Landsleute.( Lebhafte Pfuil- Rufe.) Unser Widerstand ist nicht zusammengebrochen, aber der Bölterhaß wird dadurch auf das schlimmste entfacht. Unter diesen Maßnahmen leidet nicht nur das besetzte Gebiet, leidet unser ganzes Land, und darum ist es unerhört, wenn es noch Menschen gibt, die in einer solchen Lage rücksichtslos ihre Privatintereffen geltend machen( hört, hört!) und unsere Lage verschärfen durch Wucher und Preisfreiberei. ( Hört, hört!) Wir werden dem mit entschiedenen Maßnahmen ent: gegentreten müssen. Die Regierung wird der Not durch gesetzliche Vorschläge zu steuern versuchen, aber darüber hinaus wird auch den Abgeordneten eine ernite, schwere und verantwortungsvolle Arbeit erwachsen, wenn es gelingen foll, der Krisis Herr zu werden und erwachsen, wenn es gelingen soll, der Krisis Herr zu werden und hafür zu forgen, daß Europa nicht in Anarchie versinkt.( Lebhafter Beifall.) Während der Boufe ist der Abg. Busch gestorben.( Die Mitalieder erheben sich von den Plätzen.) Er gehörte bereits dem Breuhischen Landtag an und wurde in schwerer Zeit ins Landwirtschaftsminifterium berufen. 1920 wurde er auch in den Reichstag gewählt. Seitdem hat er doppelte Pflichten getragen, von denen ihn jeht der Eine Beschwerde des Aba. Thomas( Komm.) gegen das Verbot Eine Beschwerde des Abg. Thomas( Komm.) gegen das Verbot einer fommunistischen Bersammlung in Augsburg wird dem Gefchäftsortnungsausschuß überwiesen. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Spieltartensteuergesetzes. Tod abrief. Abg. Müller- Franken( Soz.) zur Tagesordnung: Wir können uns in diesem Augenblid nicht über ein Spielfartensteuergefeh unterhalten. Der Zusammen bruch der Stügungsaftion für die Mark und die Preis fteigerung, hinter der die Löhne und Gehälter gewaltig zurüd bleiben, beschwören eine wirtschaftliche Ratastrophe her auf. Wir haben deshalb tie Interpellation eingebracht.( Rehner verlieft die von uns bereits veröffentlichte Interpellation.) ir werden am Echluß der Sitzung beantragen, diese Interpellation fchon morgen auf die Tagesordnung zu fezen. Inzwischen muß die Regierung gefragt werden, ob sie morgen zur Antmort bereit ist. Abg. Koenen( Komm.): Wir verlangen Auskunft, warum die Reichswehr in das Ruhrgebiet perichoben werden sollte. Wir verfangen, daß fofort ein Vertreter der Regierung über alle diese Antlagen Auskunft gibt, und bis dahin Aussekung der Sikung. Abg. Müller- Franken( Soz.): Wir wollen durch unsere Internellation eine fachliche Erörterung oller Probleme herbeiführen. Die Regierung wird bis zum Schluß der heutigen Sigung fagen tönnen, ob sie morgen antworten fann. Abg. Fehrenbach( 3.) erklärt sich mit dem Antrag Müller einverftanden. Abg. Remmele( Komm.) überreicht dem Bräfidenten einen Antrag betr. Ginfekung eines Untersuchungsausschusses über die letzten Gtreifvorgänge im Ruhrgebiet. Der Antrag Roenen wird gegen die Stimmen ter Kommunisten abgelehnt. Bräsident Cöbe erflärt. er werde gemäß dem Vorschlag des Aba. Müller- Franken bei der Regierung anfragen, damit bei der Festfehung der Tagesordnung für morgen auch die Interpellation ins Auge gefaßt werden könnte. Einem Antrag Koenen( Romm.), den Antrag auf Einfeguna eines Untersuchungsausschusses schon heute auf die Tagesordnung zu feken, widerspricht Abg. Heinze( D. Bp.), so daß dem Antrag nicht stattgegeben werden kann. verschreibungen). Abg Schwarzer( Bop.) ist mit Ausschußberatung einverstanden und behält sich für den Ausschuß Abänderungsanträge vor. Die Vorlage wird dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Letter Gegenstand der Tagesordnung ist die Abstimmung über die Ausschußentschließungen zum Flüchtlings- Siedlungsgeseh. Die Entschließungen werden einstimmig angenommen. Die Reichsregierung wird danach ersucht, unverzüglich Richtlinien über Abfindung von Bächtern enteigneter Güter aufzustellen. Soweit Pach tungen betroffen werden sollen, ist in erster Linie Latifundien befiß in Anspruch zu nehmen; die Unterverteilung des benötigten Areals auf Länder und Provinzen hat nach der von Ländern und Provinzen im Verhältnis zu dem jeweils vorhandenen Großgrund belig bereits besiedelten Gesamtfläche zu erfolgen. Die Reichs regierung foll unverzüglich eine Dentfchrift über den Umfang der aus Staatsbesih bergegebenen Siedlungsländereien vorlegen und auf die Länder hinwirken, daß schwebende Berufungsverfahren befchleunigt durchzuführen find. Zur Frage der Tagesordnung für morgen erflärt Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Die Reichsregierung ist einig mit dem Reichs tag in dem lebhaften Wunsch, die außerordentliche wirtschaftliche Notlage des Boltes eingehend zu beraten, sie ist denn auch bereit, die Interpellation des Abq. Müller- Franten umgehend zu beantmorten. Aber der Fragenfomplex der Interpellation geht drei oder vier Ministerien an, die Reichsregierung bittet deshalb darum, ihr am morgigen Tage die Möglichkeit zu geben, die nötige Fühlung nahme unter diesen Ministerien herzustellen und dann % am Donnerstag die Interpellation zu beraten. Ich glaube um so eher berechtigt zu sein, Sie um diesen Heinen Aufschub von einem Tage zu bitten, als heute bereits wie in den letzten Tagen überhaupt in der Reichsregierung Berhandlungen über Lohn und Gehaltsfragen stattgefunden haben. Insbesondere hat eine Verständigung der Reichsbeamten und der Reichs- und Staatsarbeiter mit der Regierung stattgefunden über die jetzt vorzunehmende Erhöhung. Ebenso gehen die Lohnverhandlungen für die übrigen Berufe weiter, wie auch die Berhandlungen über die Erhöhung der Renten und Erwerbslosen unterstüßungen sofort dem Reichsrat und zum Teil dem Reichstag vorgelegt werden. Aus allen diesen Umständen darf ich bitten. Den einen Tag der Berzögerung zu entschuldigen, damit wir die Fühlung unter den Ministerien herstellen tönnen. Abg. foenen( Romm.) verlangt, daß morgen die Interpellation verhandelt wird. Der Antrag Roenen wird abgelehnt und das Haus befchließt auf Borschlag des Bräsidenten, anstatt der Interpellation Müller- Franten morgen den Gefeßentwurf über die Strafgerichtsbarkeit neben anderen fleineren Vorlagen auf die Tagesordnung zu setzen. Die Sigung wird um 2 Uhr beginnen. Schluß nach 5 Uhr. Jeingewirkt habe, daß auf Wünsche der Exportindustrie bei Nor mierung des Dollarturses Rücksicht genommen werden möge. Reichsbankpräsident Havenstein: Eine bestimmte Linie, unter die wir nicht heruntergehen wollten, hat die Reichsbank niemals gewollt. Staatssekretär Schröder: An das Finanzministerium find feinerlei Anträge der Exportindustrie erfolgt, wenn auch die Frage erörtert wurde, welcher Kurs noch für die Erportindustrie erträglich sei. Reichsbantpräsident Havenstein bestritt gegenüber dem Abg. Frölich( Komm.), daß die Spefulation von der bevorstehenden Intervention der Reichsbant vorzeitig Kenntnis erhalten habe. Zum Schluß schnitt der Abg. Frölich( Komm.) die Frage der Kreditgewährung durch die Reichsbant an. Reichsbankpräsident Havenstein äußerte dazu folgendes: Die Einführung von Goldtonten bei der Reichsbant ist nach allen Richtungen einfach unmöglich. Goldkonten lassen sich aber nicht trennen von der Gewährung von Goldkrediten. Diese haben keinen Sinn, wenn man nicht in Gold abrechnet. Ferner muß man sich auch gegen die Entwertung eindecken. Das ist nur möglich durch den Kauf von Devisen. Die Reichsbank übernimmt mit der Gewährung von Goldkrediten ein großes Risiko, das gegenwärtig allerdings gering erscheinen fann. Jeder einzelne würde sich der Entwertung des Geldes entziehen, indem er ein Goldtonto bei der Reichsbank oder einer Privatbant nimmt. Die Summen fönnten ganz außerordentlich hoch werden, so daß die notwendige Dedung der Banten an Devisen ganz gewaltig hoch werden müßte. Eine solche Dedung ist aber eine wirtschaftliche Unmöglichfeit. Ferner muß die Reichsbank zwei oder drei sichere Unterschriften für die Wechsel verlangen. Jeden Tag müßten nun für zahllose Wechsel die Goldwerifummen umgerechnet werden. ist technisch gar nicht zu bewältigen. Außerdem müßte das Wechselgesetz und das Bankgesetz geändert werden.(!) Der Anfturm auf die Devisen würde ungeheuerlich werden. Wirtschaft würde auf dem Rücken der Reichsbant spekulieren.( Das tut sie heute auch- D. Red.) Wenn die Mark steigt, werden alle Konten abgehoben, und wenn sie sinkt, werden die Konten kolossal erhöht werden. Es gibt außerdem eine ganze Reihe von anderen Gründen, die dagegen sprechen. Diese Arbeit Börsenkommissar Lippert hielt es für ausgeschlossen, daß die Reichsbant in unbegrenzter Höhe Goldfonten einrichten kann, hält aber die Ausstellung von Wechseln auf mert beständiger Basis, wie Handelswechsel auf Gold, Kupfer, Raffee usw. für möglich. Dadurch würde der Substanzverlust bei der Reichsbant auch vermieden. Nachteile träfen allerdings die jenigen, die nicht in der Lage find, solche Wechsel bei der Reichsbank zu bistontieren. Während der Ruhrattion hält der Sachverständige eine Umstellung für unmöglich, weil sonst eine ganze Reihe von Betrieben zusammenbrechen würden, die nur von der Inflation leben. Goldfonten bei Sparkassen und Girozentralen legte er feine entscheidende Bedeutung bei. Am Mittwochvormittag soll die Erörterung der Frage der Kreditgewährung in einer neuen öffentlichen Sigung fortgeführt werden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 102. Abteilung. Deffentliche Versammlung am Mittwoch, den 6. Juni, abends Baumschulenstraße. 7 Uhr, Baumschulenweg, Enzeum, Tagesordnung: Das Angebot der Industrie ein Attentat auf Republit und Arbeiterschaft. Referent: Genoffe Crifpien. 14. Areis. Reutölln. Donnerstag abend 7 Uhr Sigung des Bildungsausschusses an bekannter Stelle. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Die flir Mittwoch angelegte Sigung wird auf Sonnabend, den 9. Juni, 7% Uhr, Lessing- Schule, perlegt. 4. Recis, Prenzlauer Berg. Mittwoch, den 6. Juni, 7% Uhr, Gigung der Abteilungsmietervertreter bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Freitag, den 8. Juni, 7% Uhr, Sigung des Bildungsausschusses und der Ver gnügungstommiffion bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Sanderstraße 11. Heute, Mittwoch, den 6. Juni: Der Landtag nahm geffern, Dienstag, seine Arbeiten mieder auf. Nach Erledigung des Haushalts follen am 23. Juni die Sommerferien beginnen. Am kommenden Freitag sollen bei der Beratung des Haushalts des Staatsministeriums die Anfragen der beiden Rechtsparteien über den Aufstand im Ruhrgebiet 89. bt. Rentölin. 7½ Uhr Vorstands und Funktionärsigung bei Stahl, besprochen werden, falls die Staatsregierung fich zu antworten bereiterklärt. Morgen, Donnerstag, den 7. Juni: Die gestrige Sikung wurde vom Präsidenten Ceinert mit einem 1. t. 7 2hr bei Spiegel, Aderstr. 1. Funktionärsizung. Protest aegen die Verurteilung des Landrats Roßmann durch 32. Abt. 7 Uhr Funktionärfonferenz Rimmer 55 der Schule Lange Str. 31. ein belgisches Kriegsgericht, und die Ausweisung der Abg. Frau 34. Abt. 7% Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19, Funktionärtonferena. Fröhlich durch die Rheinlandtommiffion eröffnet. Dann beriet 35. t. 71 Uhr bei Drellfe, Schreinerstr. 18, Sigung aller Funktionäre, Bes das Haus den 38. Abt. 7% Uhr Funktionärfonferenz bei Bartusch, Friedenstr. 88. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr große Funktionärtonferenz im Lokal von Oettinger, Haushalt der Forstverwaltung. Elfen, Ede Kiefholzstraße. Stein Trinkzwang. Erscheinen Pflicht. eihtenberg. 114. bt. 7% Uhr Borfiends- und Funktionärsikung bei Schwarzer, Gabriel Mar- Straße 17. 118. Abt. 8 Uhr bei Rothe, Frankfurter Allee 193, Funktionärfikung. Abrechnung der Karten zum Frühkonzert. triebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 128. bis 130. bt. Panlow. 7 Uhr Funktionärtonferenz im Jugendheim. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 7. Juni: bt. lt- Glienide. 7½ Uhr bei Klingenberg, Grünquer Str. 29, Bootrags- und Liederabend. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erfte Lesung des neuen Bandwirtschaftsminister Wendorff versprach, auch weiterhin Spielfartensteuergeseßes.( Steuer für jedes Spiel Karten Bauholz zu ermäßigten Breifen für den gemeinnügigen Woh500 m.) Das Gefeß wird dem Steuerausschuß überwiesen. An den nungsbau bereitzustellen. Rücksichtslos werde er gegen alle Ver. Rechtsausschuß überwiesen wird der Gefeßentwurf über Ausgabe fuche vorgehen, das zwischen den Oberförstern und Förstern notmertbeständiger Schuldverschreibungen auf den wendige Bertrauensverhältnis zu stören. Graf Stolberg Inhaber( Genehmigungspflicht für die Ausgabe solcher Schuld-( D. Bp.)„ begründete" die hohen Holzpreise mit der geringen Ein- 107. Der Gefeßentwurf über Abänderung des Versiche. fuhr und dem großen Brennholzverbrauch. Dringend warnte rungsgefehes für Angestellte und der Reichsversicherungsord- er vor einer Verstaatlichung oder Kommunalisierung des Holzgewerbes. In der Einzelberatung forderte Gen. Klaußner nung( Bildung neuer Gehaltsklaffen und Schaffung einer Einheits eine Milderung der Verfügungen über das Sammeln von Lefeholz. nerficherungsmarke) wird ohne Debatte dem Sozialpolitischen Aus- Die bestehenden Bestimmungen feien insbesondere im Hinblick auf schuß übermiesen. die Notlage der Boltsmassen viel zu hart. Die den Waldarbeitern für die Holznuzung angerechneten Säße müßten bei unergiebiger Ruhung herabgefegt werden. Der Minister gab eine entgegenkommende Erklärung ab.-Weiterberatung heute, Mittwoch, 12 Uhr. Zur ersten Lesung des Gefeßentwurfs betr. bemertt vorläufige Arbeitslosenversicherung Ursachen des Marksturzes. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 43. Abt. Unsere Genoffin Clife Blum, Plenufer 76, ist durch Brandunglück plößlich verstorben. Beerdigung Donnerstag nachmittag 34 Uhr von Trauerhause aus auf dem Luisenstädtischen Friedhof, Bergmannstraße. 43. Abt. Am 4. Juni verstarb unser Genosse Herbert Heiland, Boedhstraße 1. Cinäfcherung am Donnerstag, den 7. Juni, mittags 12 Uhr, Krema torium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Internationaler Bund der Kriegsopser. Achtung! Heute, Mittwoch, der 6. Juni, abends 7 Uhr, Grüner Weg 111, Restaurant, Kursusabend der Hinter bliebenen. Berein der Freidenfer für Feuerbestattung, C. v. 12. Bezirk. Mittwoch, ben 6. Juni, abends 7% Uhr, öffentliche Versammlung in Steglig, AlbrechtStraße, Restaurant Albrechtshof, Filmportrag: Kirche, Freidenfertum, Feuer bestattung". Arbeitersport. State- Oft, Cportabteilung. Sandball. Die Handballspieler fiben jeben Arbeitsminister Dr. Brauns: An Fürsorge für die Arbeitslofen fehlt es gegenwärtig nicht, aber den Verordnungen vom November 1918 mb von 1921 haften eine Reihe von Mängeln an. Die Geltung von Demobilmachungsverordnungen ist zeitlich begrenzt. Der Aufmand wird heute ausschließlich von den öffentlichen Berbänden, von Aus dem Untersuchungsausschuß. Ländern und Gemeinten bestritten. Der Entwurf sieht eine all. gemeine staatliche Pflichtversicherung vor und folgt ( Fortsetzung des Berichts aus der Abendausgabe.) damit den Gruntgebanten unferer bisherigen sozialpolitischen Gesek. Reichsbankpräsident Havenstein: Die Hauptursache der Geldgebung. Die Selbstverwaltung der Beteiligten ist babei gewahrt, soweit es sich mit dem Charakter der öffentlich- recht entwertung liege nicht in der sogenannten Inflation, der Anstoß lichen, die Allgemeinheit erfassenden Versicherung irgendwie per fomme vielmehr immer von außen. Der Redner gab in längeren träat. Die Regierung bezeichnet den Entwurf ousdrücklich als vor- Ausführungen eine Darstellung dessen, was er unter„ Inflation Freitag im Lichtenberger Stadion. Um rege Beteiligung wird ersucht. läufia" und will damit zu erkennen geben, daß er in erster Linie versteht: Wenn der Privatmann oder der Staat feinen gefunden am 7. Juni findet auf dem Blag der Freien Turnerschaft Groß- Berlin- Süden den Bedürfnissen der Gegenwart zu denen hat. Inwieweit fich Kredit anspanne, so sei das unbedenklich, felbst wenn es für uns ein Sandballwerbefpiel ftatt. Alle Sandballinteressenten werden ersucht, zahlfeine Bestimmungen auch für eine fernere Zukunft als brauchbar produttive 3wede oder nur zur Erhaltung der Eristenz geschehe, reich zu erscheinen. Das Spiel findet auf dem Plas Am Urban flatt utd beginnt um 6½ Uhr. Das Endspiel um die Bezirksmeisterschaft findet anerweisen werden, muß erst die Erfahrung beweisen. Der Umfang folange nur beim Gläubiger das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit täglich des Jubiläumssportfestes des Arbeiterturnvereins Weißenfee auf der der Versicherung stimmt im wesentlichen überein mit dem der des Schuldners bestehen bleibe. Sobald aber dieses Vertrauen Rennbahn Weißenfee am 17. Juni statt. Alle zufchriften für Handball find Krankenversicherung. Die Feststellung der Berechtigung sollen die schwinde, müsse man oon Inflation" sprechen. Dann finte der au richten an Walter Cide, Berlin GO. 26, Admiralstraße 18d. Arbeiter Turn- und Sporibund. 1. Bezitt. Turnverein Fichte. Dienstag Arbeitsnach meile übernehmen. Feste Beiträge sind nicht Kredit des Privaten wie des Staates, es finte beim Staat das Ver- und Freitag 5 bis 7 Uhr Geschäftsstelle leßte Termine file Rowawes. Freie Schwimmer Charlottenburg 04( A. W. V.) Mittwoch, ben 6. Juni, vorgesehen, da unfere wirtschaftliche Lage gegenwärtig felbft für frauen in die Wertbeständigkeit des Geldes. Beim heutigen Stande enen fürzeren Zeitraum nicht überschbar ist. Noch wichtiger als fei aber die 3 a hlungsbilanz das Entscheidende, nicht die In- abends 7½ Uhr, bei Bohne, Schloßstr. 45, außerordentliche Generalversamm Tung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Uebungsabende für alle bie Arbeitslosenunterstützung ist flation, die daneben besteht. Der Geldbedarf fel in Golb gerechnet, Mitglieder Montag und Donnerstag von 4 Uhr ab im Voltsbad Jungfernheidefehr viel geringer als früher, denn der Warenumfah habe sich ver- Schwerathletil. 4. Bezi: t. Sonntag, den 10. Juni, großes Propagandamindert und vereinfacht, große Teile von Deutschland seien abge Sportfest auf dem Turnplag der Freien Turnerschaft Wilmersdorf, Württem bergische Straße, Ede gährigerstraße, Nähe Fehrbelliner Play. Alle Arbeitertrennt, der Konsum des Volkes bedeutend herabgefeht. Ob man fportler fowie Parteigenoffen sind herzlich eingeladen. Beginn der Vorkämpfe daraus bestimmte Schlüsse ziehen könne, sei zweifelhaft. Unzweifel- 12 Uhr. Saupttämpfe 2 Uhr. haft sei es jedoch, daß man mit der Geldmenge nicht auskommen werde, wenn die Währung stabilisiert wird. die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. Daß wir gerade in diefer schwieriren Zeit mit dem Gefeßentwurf hervortreten, hat gewiß etmas Mißliches, aber leider bestimmen wir richt allein nach unseren Wünschen den Zeitpunkt unseres Handelns. Jedenfalls tann die Regierung nicht darauf verzichten. troß der Schwierigkeit der Lage, die Grundlage für eine beffere Zukunft zu fichern. Banfier Loeb erinnerte im Anschluß daran an die Tatsache, daß die schwebende Schuld des Reiches fich von 540 Milliarden Papier Abg. Aufhäufer( S03): Ein Ausschuß muß die Frage oründ- oder 45 Millionen in Gold am 31. Januar fich auf 1.6 Milliarden lich prüfen, ob diefe Borlage jetzt gemacht werhen tonn. Wir sind Boldmark am 29. März vermehrt hat, beide Male einen Entwertungsdagegen, daß bei Streits die nur mittelbor Betroffenen von der fattor von 5000 zugrunde gelegt. Eine solche Bermehrung der Berficherung ausgenommen werden. no fichts der Arbeitslosigkeit schwebenden Schuld müsse bei gleichbleibendem Wechselkurs einen müssen wir zu großzügigen fozialen Maßnahmen schreiten. verstärkten Drud auf die Wechselkurse ausüben. 2ba. Eichhorn( Komm.): Es ist eine schamlose Berleumdung, Abg. Frölich( Komm.) richtete an die Regierungsvertreter die daß die Erwerbslosenunruhen von den Kommunisten veranlaßt sind. Frage, ob in der Tat die Rücksicht auf Wünsche der Export Es muß sofort der Not der Arbeitslofen gesteuert industrie die Aktion zu einer weiteren Sentung des Dollars be merden, nicht nur durch ein Gefeß, das monatelana beraten wird. einflußt habe. Die Unterſtüßungen müssen sofort erhöht werden. Das vorliegende Staatsjetretär Trendelenburg erklärte bemgegenüber, daß das Gefch geht uns nicht meit genug. Der Rern der Vorlage ist, daß Reichswirtschaftsministerium niemals auf die Reichsbant bahin 7. Suni, michtige gefchäftliche Gigung. Erscheinen eines jeden Bilicht. BeTouristenverein ,, Die Naturfreunde". Abt. Nordost. Donnerstag, den ginn 8 Uhr Jugendheim Chriftburger Str. 14. Der Obmann. Arbeiter- Turn- und Sportverein Weißenfee. 10. und 17. Juni Seft bes 251abrigen Peftebens. Auf diefem Reft wollen wir der Arbeilerschaft Beißenfees zeigen, was Arbeiterfvortler trob Bolitif auf der Bahn, an den Geräten und auf dem grünen Malen au leiften vermögen. Meldungen umgehend an Mag Seidemann, Berlin- Weitenfee. Lehderfir. 72. abzusenden. Brogram m. 16.: 6 Uhr Sommers und Begrüßungsfeier Gemeindeturnballe. 17.: 7 1hr Borfämpfe und Gerätewetturnen. 1 Uhr Geftzug durch den Ort. Ab 3 Uhr Baubträmbie. Sonderborführungen, Turnipiele und ein Fußballspiel. Abends: Die Gefell. Beifammenfein mit Refnltatverkündigung Gemeindetirenballe. Jugendlichen ftarten in 2 Altersflaffen. RAST- Festschriften. Die Bezirkskartelle und sonstigen Organisationen, welche effchriften zum Vertrieb übernommen haben, werden gebeten, den Erlös hieraus aus den bekannten Gründen am Sonnabend, den 9. Juni, von 4 bis 6 Uhr, im Sporthaus Fichte, Röpenider Str. 108( Sof 1 Tr.) abzuliefern. Roch vorhandene Eremplare follen einstweilen in Händen der Empfänger bleiben und möglichst noch verkauft werden. Schlußabrechnung Dienstag, den 10, Sun Bartellverband Groß- Berlin. 46 Wirtschaft Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage im April. Die Absaftodung, die in der Zeit der Stabilisierung der Mart eingetreten ist, ist vorübergehend einer geringen Erholung gewichen. Das tommt auch in den Ziffern für den Arbeitsmarkt zum Ausdrud. Das Reichsarbeitsblatt betont jedoch mit Recht, daß von einer nachhaltigen Befferung der Gesamt lage nicht gesprochen werden kann. Trotzdem läßt die Statistit am Anfang Mai einige Anzeichen der Besserung erkennen. Freilich ist dabei zu berücksichtigen, daß die Besserung des Beschäftigungsgrades in einzelnen Industrien, zum Beispiel in der Metallindustrie und in der Konfeftion, wie aus späteren Berichten hervorgeht, nicht angehalten hat. Soviel steht schon jetzt fest, das Berfagen des inländischen Marktes infolge der ungeheuren Schwächung der Kaufkraft der Bevölkerung und eine gewisse Zurüd haltung des Auslandes mit den Exportaufträgen hat bewirkt, das der Balutasturz, der sonst immer wie eine Kampfersprize auf den erschlafften Wirtschaftsförper gewirkt hat, diesmal nicht diejenige Ronjuntturbesserung gebracht hat, die die Industriellen bei ihrer Befürwortung einer neuen Marfverschlechterung erwartet hatten. gewiffe Belebung der Ronjunktur im Mat, doch war der Umfang der Staat herbetzuführen. Ferner foff in ben genannten Banbes ber Befferung sehr beschränkt. Inwieweit sie sich auf dem gesamten teilen die Verleihung des Bergwerfseigentums auf Steintohle nicht Arbeitsmartt ausgedrückt hat, läßt sich bis jetzt nicht übersehen. mehr durch das Oberbergamt, sondern ebenso wie bei den gleichfalls Immerhin geht aus den vorstehenden Angaben hervor, unter dem Aufsuchungs- und Gewinnungsrecht des Staates unterliegenden welchem entsetzlichen Druck die Arbeiterschaft stand und zum Salzen und der Steinkohle im Geltungsgebiet des Steinkohlengesetzes überwiegenden Teil noch steht. Bei einem derartigen Umfang der vom 22. Mai 1922 durch den Minister für Handel und GeArbeitslosigkeit und Kurzarbeit, fonnten natürlich die Bohn- werbe erfolgen. er höhungen auch nicht annähernd entsprechend der Teuerung Die driffe preußische Kalianleihe wird in der Zeit vom 11: durchgesetzt werden. Die Folge ist, daß die neue Teurungswelle bis 18. Juni zur Zeichnung aufgelegt werden. Der Zeichnungssich mit einer Bucht auf die Arbeiterschaft entladen hat, wie sie furs beträgt 46 000 Mart für 100 Kilogramm und entspricht dem bisher noch nicht beobachtet worden ist. Die Rauftraft ist maßlos gegenwärtigen vom Reichstalirat festgefeßten Bahnabsagpreise für geschwächt, darunter leidet der Absatz der Industrie im Inland Kali( 40 Proz. Kalidüngesalze) von 504 500 M. für die Tonne, abund die Folge ist, daß nun die Beschäftigung frog steigenden Dollar- züglich des für landwirtschaftliche Berbraucher bei Bestellungen bis furses nicht recht steigen will. Eine weitgehende Erhöhung zum 12. Juni gewährten Höchstrabattes von 7 Proz. Einfuhr von Schweinefleisch. Die Einfuhr von frischem der Löhne ist daher nicht nur eine soziale und gewerkschaftliche Angelegenheit, sondern in hohem Maße auch eine wirtschafts- Schweinefleisch aus Polen, Finnland, Estland, Lett. politische Frage, da auf andere Weise eine Belebung des Land und Litauen, die seit 1906 verboten war, ist, dem amtlichen Preußischen Presedienst zufolge, durch Erlaß des Preußischen Absages nicht erzielt werden kann. Daß sie ohne Einschränkung Landwirtschaftsministers vom 25. Mai d. J. wieder gestattet worden. der Unternehmergewinne nicht erfolgen kann, liegt auf der Hand. Vereinfachte Berleihung von Steinkohlenfeldern. Im preußischen Landtage liegt der Entwurf eines Gesetzes nor, Für Ende April ergibt sich in der industriellen Bebas bezmedt, im Geltungsbereich des Gesetzes zur Aufschließung schäftigung der Arbeiterschaft folgendes Bild: Don Steinkohle vom 11. November 1920, nämlich in den Provinzen Die Zahl der beschäftigten Arbeiter war am 1. Mai Sachsen, Hannover und Hessen- Nassau, im Regierungsbezirk Liegnig, nach der Statistik der Krankenkassen um 1,9 v. 5. größer als in den Bergrevieren Werden und Witten sowie im Bereich der am 1. April, der seinerseits einen Rüdgang um 1,2 v. H. gegen den Wealdenablagerung, das Verfahren zur Verleihung von SteinfohlenBormonat verzeichnete. Arbeitslosigkeit und Kurzfeldern an den Staat zu vereinfachen. Wie der Amtliche arbeit jedoch waren Ende April noch im Steigen. So wuchs Preußische Pressedienst hierzu ausführt, steht in den genannten die Arbeitslosigkeit auf 7 v. S. an, die Kurzarbeit erhöhte sich von Landesteilen das Recht zur Aufsuchung und Gewinnung der Stein23,6 v. 5. auf 28,5 v. 5). Demnach war mehr als ein Drittel fohle allein dem Staate zu, der es jedoch an Privatunter der gesamten Arbeiterschaft durch Arbeitsstreckung oder Erwerbs nehmer in der Weise übertragen fann, daß der die Kohle aufTofigfeit außerstande, auch nur den tariflichen Lohn zu verdienen. fuchende Unternehmer im Falle eines verleihungsfähigen Fundes Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen, über die Meldungen aus die Verleihung des Bergwerkseigentums an den Staat durchzudem Rheinland nicht vorliegen und die überdies auch nur einen Teil führen hat, mogegen diefer ihm die Ausbeutung des Bergder Arbeitslosen umfaßt, stieg von 243 986 am 1. April auf 291 511 merts überläßt. Bollerwerbslose am 1. Mai, die der unterstüßten Kurzarbeiter von 124 805 auf 353 507. Etwas günstiger lauteten die Berichte der Arbeits nach weise. Hier hat zwar die Zahl der Arbeitsuchenden zugenommen, doch ist auch die Zahl der offenen Stellen angewachsen. Im Durch schnitt tamen auf 400 offene Stellen 365 arbeitsuchende Männer ( März 340) und 164 arbeitsuchende Frauen. Devisenfurse. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nachzutragen: 1 finnische Mart 1779,50 Geld, 1788,50 Brief; 100 österreichische Kronen 92,91 Geld, 93,39 Brief; 1 ungarische Krone 11,87 Geld, 11,93 Brief; 1 bulgarische Lewa 698,- Geld, 702,- Brief; 1 jugoflawischer Dinar 809,50 Geld, 814,50 Brief; 1 Bolenmart foftete im freien Verkehr etwa 1,05 M. Aus der Partei. Der deutschösterreichische Parteivorstand hat den„ Vorschlag" der Kommunisten zur Gründung eines gemeinsamen Attionsausschusses gegen Kriegsgefahr und Faschismus dahin beantwortet, daß er in der Aufforderung zur Bildung eines gemeinsamen Aktionsausschusses nichts anderes sebe als einen der genugsam bekannten Versuche des kommunistischen Schwindels mit der Einheitsfront; die Arbeiter Deutschösterreichs fennen die kommunistische Partei als bewußte Gegnerin einer solidarischen, disziplinierten proletarischen Aktion. Man wisse, daß die Kommunisten von der Einheitsfront nur reden in der Absicht, den mächtigen proletarischen Or. ganisationen Schaden zuzufügen. Berfolgungen in Japan. In Tofio sind etwa 100 Sozialisten und Kommunisten verhaftet worden; angeblich wegen Kom plotts gegen die Staatssicherheit. langen, regelmäßig eine der Anzahl der von ihm begehrten Marimal- Hautausschlag Das in dem Gesetz von 1920 geordnete Berfahren läßt bisher auf einen verleihungsfähigen Fund immer nur die Berleihung je eines sogenannten Marimalfeldes von höchstens 2 200 000 Quadratmetern Größe zu. Ein lohnender Steinkohlenbergbau tamm jedoch erfahrungsgemäß nur auf eine Mehrheit solcher Felder begründet werden, so daß nach dem jezt geltenden Recht der Unternehmer, um einen zum Bergwerksbetriebe ausreichenden Felderbesig zu er offene Füße Diese Durchschnittsergebnisse lassen noch nicht erkennen, mie außerordentlich schwierig die Lage in einzelnen Gewerbezweigen ift. felber entsprechende Zahl von Bohrungen niederbringen muß. Da ( Krampfadern) Go verzeichnete die Labatindustrie im April 32,3 Broa. infolgedeffen angesichts der heutigen Teuerung die Gefahr besteht, auch veraltete Wunden, heilt die milde und wohltuende Arbeitslose und weitere 36,3 Broz. Kurzarbeiter, so daß in diesem daß die im Inetresse unserer Boltswirtschaft dringend gebo= Berufe jeder dritte Arbeiter volle Beschäftigung hatte. Auch bei tene Aufschließung neuer Steintohlenportommen den Metallarbeitern war die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit weit durch die außerordentlich hohen Kosten der mehreren Bohrungen in Elefanten- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Str. 74( Dōnhoffplatz) In Apotheken verbreitet. Der Deutsche Legtilarbeiter Verband Frage gestellt wird, soll fünftig bereits der Nachweis eines veru. Die neue Erfindung Endlich das Richtige! Drogerien zählte im April 4,7 Broz Arbeitslose und 51,1 Proz. Kurzarbeiter. leihungsfähigen Fundes genügen, um die Verleihung eines zum zumAbgewöhnen desRauchens, Generalvertretet: als Mundwasser, als Tabletten Clausen& Co., B.- Charlottenbg. Die Berichte der Handelskammern ergaben bekanntlich eine wirtschaftlichen Betriebe eines Bergwerks hinreichenden Feldes an Noch gebe ich zu billigen Preisen, soweit Vorrat Tuchmäntel, blau. 125 000 Donegalmäntel, beste Verarbeitung.. 150 000 Herren- and Damen- Gummimantel... 225 000 225 000 Covercoatmäntel. Prachtvolle Uebergangsmäntel Strickjacken, reine Wolle Entzück. Kleider, blau u. schwarz 99 000 135 000 Flotte Röcke Alpaka- Röcke. 66 000 98 000 125 000 99 000 48 000 58 000 Preiswerte Angebote in Pelzmänteln, Skinks u. Katzenjacken, Astrachan-, Wollplüsch-, Krimmer-, Tuch- u. Barburymänteln und Kostümen. Simon Westmann Damenkonfektions- und Trauermagazin 1. Geschäft: Berlin W, Mohrenstr. 37a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 115 8wei Tage nach der Rückkehr von feinem Erholungsurlaub verschieb am Morgen des 2. Juni plöglich und völlig unerwartet unser lieber Rollege und Mitarbeiter, der Rassenangestellte Herr Rudolf Waschke im Alter von 48 Jahren. In langjähriger treuer Pitcht. erfüllung hat er feine ganze Kraft in den Dienst unserer Rasse geftellt, jein schlichtes und tollegiales Wesen fichert ihm bei uns allen ein stetes ehrendes Gedenten. Vorstand und Angestellte der Ortskrankenkasse für das Buchdruckgewerbe. Die Einäscherung findet am Don= nerstag, den 7. Juni 1923, um 12 Uhr mittags im Krematorium Gerichtstraße statt. 13,8 Verwandten, Freunden und Bekannten teile ich die schmerzliche Nachricht mit, daß meine liebe Frau Elise Blum geb. Petry am Donnerstag durch Unglücksfall verschieden ist. Der trauernde Gatte Hans Blum. Beerdigung Donnerstag nachm. 31 Uhr vom Trauerhause Planufer 76 aus auf dem Luisenstädtischen Friedhof, Bergmannstraße. Schokoladen große Auswahl betannter Marken. Villigit. Bezugsquelle für Rantinen und Bad Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, bas unser Kollege, der Dreher Oswald Richter am 2. Juni gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Juni, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle bes Kirchhofes der Markusgemeinde in Wilhelmsberg aus ftatt. Unser Kollege, der Schloffer Paul Wenk ist am 1. Juni gestorben. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 4 Uhr, von Lohnkartell für die Gemeindebetriebe Berlins Putsch Sanitätsrat Dr. Strahls Haussalbe erhältlich. Teilzahlung. Schlafzimmer, Speife, Motor, Schellad, Seim, Tischlerwert. Serrenzimmer, farbige Rüchen, Einzelzeug, Tischlereimaschinen tauft Ernst, möbel, Riefenauswahl, bei fleinfler An- Oranienstr. 166, III. Donnerstag, den 7. Juni, abends 6 Uhr, tostenlose Lagerung, verkauft Möbel- gerstraße 9( Ringbahnhof Landsberger und Abzahlung, bts 25 Prozent Rabatt, Kugellager tauft höchstzahlend Elbin in der Brauerei Königstadt, Schönhaufer Allee 10/11 Cohn, Große Frankfurter Straße 58 allee). Funktionär- Versammlung aller im Lohnfartell vereinigten Organisationen ( einschl. der Staatsarbeitergruppen) Tagesordnung: Bericht über die lehte Lohnverhandlung Referent: Rollege Stetter. Zutritt haben nur Funktionäre unter Vorzeigung des Mitgliebsbuches und der gelben Ausweistarte für 1923. Das Lohnkartell: 36/8 Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter Transportarbeiter- Verband Deutscher Metallarbeiter- Verband Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter Trauringe direkt ab Fabrik an Private Massiv 15 000 Gold Schneider& Sohn Französische Straße 15 a.d Friedrichstr. Garbaty, HalMarken- Zigaretten: paus, Konstantin, Karmitry, Avramitos, Manoli, Murati gibt ab unter TabatwarenTages Arno Geßner, Großhandig prets: Werftstraße 21. Telephon: Moabit 2114 Verkäufe ( 5 Minuten von Aleganderplag), BadFellen, Spiralbohrer, ftraße 47-48( 5 Minuten vom Bahnhof Rugellager, Gesundbrunnen). Schmirgelleinen tauft Henschel, Pant. straße 90. Musikinstrumente Grammophone, elegante Schrankapparate, billigste Gelegenheiten. 8wigers, Charlottenstr. 74/75. Unterricht Klaffenkurse Englisch, Französisch, Pianos preiswert. Klaviermacher Spanisch beginnen jegt. Anmeldung fo fort. Berlin School, Leipzigerstr. 123a, Lint. Brunnenstraße 35. Ede Wilhelmstraße, Tauengienstr. 19a. Fahrräder Herrenfahrräber 75 000.- 150 000. Verschiedenes 300 000.- Freilaufräder, Rennräder alles billig. Brückner, Gitschinerstr. 78. Garten:: Laube:: Balkon Abeffinierpumpen und Ersatzteile, Erdbohrer Flügelpumpen, leibweise, Brien, Pumpenfabrit, Grüner Weg 2. Kaufgesuche Vertrauensvolle Auskunft Frauen, Mädchen, langjährige Erfahrung, ärstlich geprüft. Wolff, Wiener Straße 20, drittes Portal, II. Bertrauensvolle Auskunft, gewiffenhaft Frau Ehm, Hebamme a. D., Stargarderstraße 75( Schönhauser Allee). Detektivbureau Stafchel, ChauffeeStraße 77. Fernsprecher Norden 7886. Beobachtungen, Ermittlungen, Auskünfte allerorts. Geldverkehr Gofort Geld, Natenrüdzahlung, durch Bügner, Große Frankfurterstraße 141. Pianos, Flügel tauft zu höften Vermietungen 8ahBots RaftenTagespreisen Bianomagazin. roffaplag 2, Stollendorf 5897. Barba Mauserpistolen, große, mit Holzanfted futteral, Jagdwaffen aller Art, Brismenfelbftecher, feldgraue 08 usw. bezahlt stets höher wie jede Ronkurrenz. Breußner, Neukölln, Tellftr. 11, L. Pianos tauft Karfiol, Dresdener Nähmaschinen, wenig gebraucht, mit ftraße 54. Morigplag 128 45. Garantie, billige Preise, auch Tungserleichterung. Fischer, bamerstr. 103. Rollendorf 8682. Sandwagen, Leiterwagen, Mietgesuche Deutscher Metallarbeiter- Verband wagen preiswert. Auswahl. Wagner, Pianos, Flügel. Berferteppiche, Brüden Röpeniderstraße nur 71, Sof. höchfte Tagespreife. Pianohaus Herer, Teilweise möbliertes oder leeres Rimmet fucht berufstätige Dame. Ange Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Bettwäsche, Wäschestoffe, Handtücher Pallasstraße 9. Kurfürst 9104. Geschäftszeitvorm.9Uhr bis nachm.4 Uhr. zu den billigsten Tagespreisen. Ede- Geigen, Celli, auch zerbrochene, für bote F. 61 Hauptegpedition Borwärts. Telephon: Aunt Norden 833 bis 836 bracht, Safenheide 93. Export, höchstzahlend. Pfalzburg 9851. und 6592 bts 6595. Tafelwagen, Straße 160, Wilmersdorf, Dezimalwagen Berliner 1. Bezirk. Achtung! wichte preiswert. Auswahl. Wagner, Bapierhandlung. Seute in der Bertrauens- Röpeniderstraße nur 71, Hof. männerfonferenz Tagesordnung: Ergänzungswahl ber Bezirksleitung. Achtung! Bekleidung BeSädcantauf, Bindfaben, Garn. Holztamm, Raiser- Friedrich- Straße 42, Anzengruberstraße 23. Sädecinkauf, Nähgarn. SwinemünderVerfuch macht flag! Seihhaus" Brun- ftraße 7. Sumboldt 489. Hente, Mittwoch, den 6. Juni, nach- nenstraße 5. Firma ohten! Täglich Nähgarnanlauf, Berschiedenes. Schön, mittags 4% 2hr, im Lotal von Döring, großer Berkauf maßmäßig hergestellter Rottbuserufer 25a. Naunynstraße 27 Anzüge, Paletots, Schlüpfer, Cutaways, Sofen. Riesen- Auswahl. ben 6. Sunt, nach& beth Strofes, Branchenversammlung Sehpelze, Sportpelze konkurrenzios bil. fchirrainn, weichblei und fämtliche Me. Brinzen- Allee, aus statt. Unser Kollege, der Mechaniker Martin Kavelmacher starb am 3. Juni. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. Juni, nachmittags 2% Uhr, Belzwaren: NOA- Zinnschmelze tauft Lötzinn, Ge talle. Andreasstraße 49. genoffen. Leihhaus Friedrichstraße 2( Hallesches Klavier, guterhaltenes, fucht Boigt, Tagesordnung: Bericht über die Tor) verkauft elegante Herrenanzuge, Neukölln, Sanderstr. 30. Für Klavier Covercoats, Schlüpfer, Gummimäntel, nachweis zahle 200 000. Telephon: Lohnverhandlungen. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Sofen, Sportpelze, Gehpelze, Stagen- Neutölln 4392. Gewerblich. jaden, Gealmäntel, Kreuzfüchse, Grau- Frauenhaar, ausgefämmtes, fauft Lombardware. sucht dringend Ingber, Neue KönigHerrenpelzwaren traße 69. der Metallformer und Berufsig! Reine Lombardware. von der Leichenhalle des Zentralfried Achtung! Weißmetall Achtung! gen Breifen. Seine Simba norm billiſtändig, Auftäufer laufende Abnahme, hofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Unser Kollege, der Klempner Robert Eisemann ist am 19. Mai gestorben. Ehre ihrem Andenken! 188/1 Die Ortsverwaltung. Ginfauf von Brillanten, Berlen, Smaragde, Platin, Gold- und Schapiro, Rene Königstr. 19a, im Laben.* Senfe, Mittwoch, den 6. Juni, nachAlegandrinenstraße 37a Damenpelzwaren, mittags 4 2hr, im ,, legandriner", enorm hohe Rabattabzüge. Neuwaren. Wäschenäherinnen erhalten file NeuBiele Gelegenheiten. Pelzwarenwegner, weiß staunend hohen Preis. NofenBotsdamerstraße 43. zweig, Markusstr. 5. Königstadt 7837. Versammlung Monatsanzüge, Sommerpaletots zu Fahrradantauf, höchstzahlend, fchineritraße 78. aller Kolleginnen und Kollegen ftaunend billigen Preifen. Naß, Gor der Weißmetallindustrie, deren mannstraße 25/26, früher Muladstraße. Juhaber nicht Mitglieder des Berbandes Berliner Metallindustrieller find. Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutrit. Silberbruch, sowie Uhren, Retten u. Ringe Achtung! Feilenarbeiter Achtung! Möbel Git. Metallschmelze, Neanderstraße 35( nur im Leden), tauft 8ahngebiffe, Platin. abfälle, Goldfachen, Gilberfachen. Qued. Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, offe- filber, fämtliche Metalle. ricct Schlafzimmer, Speisezimmer, Schallplatten, Rilo 6000.-, Blatten. Serrenzimmer, Klubgarnituren, Rüchen unitausch. Röpenickerstraße 183a, Nousw. Große Auswahl. Besuch lohnend. mintenerstraße 4. Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Mauserpistolen, Ral. 7,63, Bifier 1000, Metallbetten 30 000.- Chaiselongues mit Anschlagtasten, zahle 180 000 Mart, Donnerstag, den 7. Juni, nachmittags 40 000.-, Patentmatragen, Bolfierauf ohne Raften 20 000 weniger. Paul Sachsa Branchenversammlung ke 2, Duergeblub Glanzpunkt des Südharzes Autozubehör Arbeitsmarkt Stellenangebote Erstklass. Drahtzieher ( Kupfer) mit Aussicht auf erhöhte Boften gesucht, Feindrähte und Diamantpolieren Bedingung. Bewer bungen u. H. M. 340 an Salomonski, Berlin, Leipziger Str. 101/2 Kontorboten im Alter von 14-15 Jahren bei gutem Lonn sofort gesucht J. Michael& Co. Mittelstr. 2-4 160/8 Vorwärts'- Austrägerinnen 5 Uhr, im Lokal Stargarder Straße 3 lagen, Kinderdrahtbett. Meide, August Rest, Baumschulenweg, Riefholaftr. 269.9 Straße 32a, Quergebäude Tel.: Oberschöneweide 3222. werden sofort eingestellt Patentmatragen, Auflegmatragen, der Feilenarbeiter. Chaiselongues, Metallbetten. Walter, Berlin, Immanuelfirchstr. 24 Tagesordnung: Können wir das Stargarderstraße achtzehn. Laufizer Blaz 14/15 des Ausgleichsangebot Deutschen Gelegenheit. Kleiderschrank 55 000. Zündkerzen, Glühbirnen fauft Rösler, Wattstr. 9 Feilenbundes annehmen? Bertito 45 000.-, Umbaue 62 000.-, Bü- Friedrichsgracht 5-6. Das Erscheinen aller Kollegen ist Bflicht fett 135 000.-, rumeaus, Schreibtisch Wilhelmshavener Str. 48 Die Branchenkommissionsmitglieder 7 500. Waschtoiletten 27 000. Slut Werkzeuge u.Maschinen Neukölln, Siegfriedstr. 28/29 treffen sich um 4%, Uhr in demselben Lokal garderoben, Speifezimmer, große Aus Baumschulenweg, Riefholaftr. 180 wahl in Einzelstücken, Plüschsofa Schmirgelleinen, Kugellager, Feilen, Blankenburg, Wagner, Burgwall65 000.-, Bettstellen verkauft Gottlieb, Straße 63 Die Betriebsräte Beitschrift Rügenerstraße 18, Bahnhof GesundbrunKugellager, Bosd zünbkezzen, Magnete, Paul Colemann, Berlin SW 68. ift fofort vom Bureau( Zimmer 12) nen. Bersand auch nach außerhalb. Bergafer kauft Zeidler, Gartenplag 5. Schöneberg, Belziger Str. 27 Lieferung frei Haus. Bei Kauf Fahrt. Kugellager, Autozubehör tauft höchst Kugellager, Autozubehör kauft höchst. Tempelhof, Kaiser- Wilhelm- Str.18 Die Ortsverwaltung. vergütung Laablend Bila. Reinickendorferstraße 93.1( Laden) tedernertäufer Silber Gold Platin- Bruchdfung! Betriebsräfe Achtung 47 000.-, Stiche 75 000.- Chaiselongue Bohrer fauft Moabit, Stephanftr. 63. Paul Grindel Echotol. Großhandl Berlin C 25 Dircksenstr.47 am Bahnh. Börse 33/14 kauft zu höchsten Preisen Fabrik chem. techn. Prod. Charlottenstraße 7-8 abzuholen. 149/20