Nr. 261 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 129 Bezugspreis: Für den Monat Juni 7600 902. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Oesterreich und Luremburg 9600 M., für das übrige Ausland 11 600 M. Postbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile Toftet 1500 M. Reklamezeile 7500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 500 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 250 M. Stellengesuche das erste Wort 250 M., jedes weitere Wort 200 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 350 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 7. Juni 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Blutige Zusammenstöße in Leipzig. Die fünftige Brotversorgung. 6 Tote, 23 Verwundete. Leipzig, 6. Juni.( WIB.) Für heute nachmittag hatte das beeits in einer größeren Streitbewegung. Bis Mittwoch mittag Gewerkschaftskartell Leipzig gemeinsam mit der Bereinigten Sozial- standen die Belegschaften von acht Gohbetrieben im Streit. demokratischen Partei eine Massenkundgebung cuf dem Es ist leider mit einer weiteren Ausdehnung der Bewegung, an Augustusplatz einberufen. Bereits um 4 Uhr hatten sich am deren Spitze eine fommunistisch unionistische Streit Eingang der Grimmaischen Straße zum Auguftusplah undiszipli- leitung steht, zu rechnen. In Beuthen veranstalteten die Streinierte Massen angesammelt, die die dort ftationierten Polizei- fenden heute vormittag einen Demonstrationszug, dessen Verlauf beamten verprügelten und versuchten, sie zu entwaffnen. ruhig war. Dabei erlitten eine Anzahl Beamte Verletzungen. Es wurden Berftärkungen hinzugezogen, jedoch wurden die Beamten schließlich von der Menge bis an die Ritterstraße zurüdgedrängt. Zu dieser Zeit langten die Demonstrationszüge auf dem Auguftusplah in völliger Ordnung an, und die Demonstration verlief ebenfalls in Ruhe und Ordnung, jedoch verzögerte sie sich etwas. Diese Gelegenheit wurde von wilden Rednern benuht, um die Massen aufzuheben. Die Menge in der Grimmaischen Straße nahm eine immer bedrohlichere Haltung an und verlangte, daß die Polizei abziehen sollte. Weil die Gefahr bestand, daß die Polizeibeamten abgeschnitten und die Wache gestürmt würde, wurde nach Hinzuziehung weiterer Verstärkungen die Menge zurückgedrüdt und der Augustusplatz geräumt. Aus den Kreijen der Demonstranten fielen hierbei Schüsse. Darauf wurde auch von feiten der Polizei gefchoffen, zunächst blind, dann auch scharf. Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten find 6 Tote und 23 Verrundete zu beklagen. Bei der Firma Bamberger u. Herz wurde eine große Schaufensterscheibe zertrümmert. Plünderungen wurden durch die Polizei und den Ordnungsdienst verhindert. Der gewertfchaftliche Ordnungsdienst vermochte sich nicht zu halten und 30g fich zurüd. Eine Anzahl Ordner wurde von der Menge mißhandelt. Die Stimmung im Stadtinnern ist nach wie vor erregt. Jm weiteren Berlauf der Polizeiation wurde auch eine berittene Abteilung einDüsseldorf, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In Krefeld ist gefeht. Das Vorgehen der Polizei ist von den Leitern des Gemert- es heute zu Arbeitslosen unruhen gekommen. Bemerkbar schaftsverbandes dem Polizeipräsidenten gegenüber als in jeder Be- machte sich dabei besonders eine Rotte, von der man nicht weiß, ziehung forrett bezeichnet worden. Die Demonftranten wurden ob hinter ihr Kommunisten oder Separatisten stehen. Die De schließlich nach dem Hauptbahnhof zu abgedrängt. Von hier aus monftranten verlangten er absehung der Preise und 30gen fie in die Wintergartenstraße, wo ein Geschäft nach den 33% Proz. Erhöhung ihrer Unterstüßungsfäße. Die einen Angaben ein Waffen-, nach anderen ein Lebensmittelgeschäft Polizei stellte die Ordnung wieder her. geplündert wurde. In der inne Stadt und auf dem Ring ist die Ruhe wiederhergestellt. Die Teilstreiks in Oberschlesien. Beuthen, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die trostlose wirt. schaftliche Lage hat auch die Arbeiterschaft des oberschlesischen Industriegebiets in lebhafte Erregung versetzt. Ein Teil der Bergarbeiter, Metallarbeiter und Transportarbeiter befindet sich Die Brüsseler Konferenz. Ein amtliches Communiqué. Der verhängnisvolle Beschluß der bürgerlichen Mehrheit des Reichstages betreffs Einführung der freien Getreidewirtschaft hat den Entwurf eines Gefeßes veranlaßt, das angeblich die Brotversorgung im Wirtschaftsjahr 1293/24 sichern soll. Der Entwurf wird gegenwärtig im Volkswirt fchaftlichen Ausschuß beraten. Der Grundgedanke des Entwurfs sieht die Beschaffung einer Getreide reserve durch die Regierung für die allgemeine Sicherstellung der Brotversorgung in der Uebergangszeit vor. Andererseits will er Geldbeträge bereitstellen ,,, um dem bedürftigen Teil der Bevölkerung den Bezug von Brot nach Fortfall der öffentlichen Brotversorgung zu erleichtern". Zur Beschaffung des zweiten Instruments der neuen Regierung der Mittel zur Berbilligung des Brotes für Bedürftige soll eine einmalige Abgabe in Höhe der endgültig veranlagten Zwangsanleihe erhoben werden. Gleiwitz, 6. Juni.( TU.) Infolge der immer teurer werdenden Lebenshaltung sind in den Großbetrieben des oberschlesischen Induftriebezirks Teilstreits ausgebrochen. So sind bis jetzt in den Ausstand getreten die Julienhütte, die Grube Neuhof, die Heinig Grube, die Neue Viktoria- Grube, die Karsten- Zentrum- Grube, die Hohenzollern- Grube und der Johannes- Schacht. Die Arbeiter fordern eine einmalige Ausgleichszahlung. Außerdem die Diese Neuregelung ist in feiner Weise geeignet, die Zahlung der Löhne in Goldwährung. Gestern fanden in schweren Gefahren zu beseitigen, die die freie Wirtschaft mit Gleiwiß, Beuthen sowie in anderen Orten Betriebsversammlungen sich bringt. Der Entwurf findet sich ohne weiteres damit ab, statt, in denen sich die Gewerkschaften gegen die streifenden daß der fünftige Brotpreis grundsäßlich der freie MarktBeamten und gegen übereilte Taten wandten. Die Notstands. preis sein wird. Er kann infolgedessen auch keine ausarbeiten werden von den Arbeitern ausgeführt. Bis reichenden Mittel vorschlagen, um die schlimmsten Uebelstände, die fich aus der neuen Regelung ergeben werden, abzuzur Stunde herrscht überall Ruhe. wehren. Schon die Fassung des Entwurfs, der alle bestimmten Metallarbeiterstreik in Hagen- Schwelm. Angaben vermissen läßt, bringt die Ratlosigkeit der Regierung gegenüber den Folgen der freien Wirtschaft zum Hagen, 6. Juni.( Tul.) Die Streiflage in der Metall- Ausdrud. Solche Ratlosigkeit liegt vor allem in der Borindustrie Hagen- Schwelm ist auch heute im allgemeinen noch un verändert. In Schwelm wurde gestern das Rheinischstellung, die die Regierung von der Verwaltung und VerWestfälische Elektrizitätswert wieder stillgelegt. Man wertung der Reserve hat. Es wird zwar darauf aufmerksam hofft, daß sich heute der Wille der Mehrheit, die den kommunistischen gemacht, daß die Schaffung der Reserve Gefahren hervorruft. Streit durchaus nicht mitmachen will, durchsetzt. Wie berechtigt dieses Bedenken ist, zeigt die Tatsache, daß bereits die Ankündigung der Wiedereinführung der freien Wirtschaft eine stürmische Getreidehausse herbeigeführt hat. Die Preise für Weizen und Roggen, sowie für Weizen- und Roggenmehl sind in der Zeit von Mitte März bis Mitte April ( also bis zum Zusammenbruch der Stüßungsaktion für die Mark) um etwa 50 bis 100 Broz. geftiegen. Ebenso wie diese Preissteigerung auf die Wahrscheinlichkeit großer Einkäufe der Reichsregierung zurückzuführen ist, ebenso wird fünftig die bloße Möglichkeit, daß die Regierung eine große Reserve im Inlande beschaffen muß, ein dauernder Antrieb zur Höherentwicklung der Getreidepreise sein. Dasselbe ist der Fall, menn die Regierung sich 11 Millionen Tonnen Getreide durch Lieferungsverträge zum freien Marktpreis beschafft. Gegen Wucher und Teuerung. Braunschweig, 6. Jumi.( TU.) Die freien Gemertschaften hatten die Arbeiterschaft gestern zu einer Protestverfammlung gegen Bucher und Teuerung auf den Schloßplatz gerufen. Sie endete mit der Annahme einer Entschließung, die u. a. den schärfsten Kampf gegen Bucher und Teuerung fordert. In Erwartung von Tumulten war die Schupo in Alarmbereitschaft. Biele Geschäfte hatten die Schaufenster geschlossen, doch ist es zu feinen Unruhen gekommen. 6. Hinsichtlich der Mittel zur Deckung oder Zahlung, die die deutsche Regierung anwenden könnte, um sich die notwendigen Mittel zur Bezahlung seiner Schulden zu besorgen, wird Frankreich gern allen Brüffel, 6. Juni.( Eca.) Es wurde hier folgendes amtliche vernünftigen Anregungen zustimmen, die gemacht worden sind oder Communiqué vorbereitet: Die belgische und französische Regierung in Zukunft gemacht werden; aber Frankreich hat nicht die Absicht, hat heute die gemeinsame Prüfung der verschiedenen durch die Be- die Berantwortung, die Ausführung oder auch nur die Anempfehlung fehung des Ruhrgebiets aufgeworfenen Fragen fortgefeht. Die irgendeines Mittels zur Deckung oder Zahlung vorzunehmen, das beiden Regierungen haben ihre früheren Entscheidungen in dem nichtbesetzten Deutschland angewandt werden würde. Frank vollkommen aufrechterhalten, insbesondere hinsichtlich reich kann nicht zugeben, daß seine Forderungen dadurch Einbuße der Bestimmungen, unter denen die Räumung des Ruhrge- jerleiden, daß das eine oder das andere vorgeschlagene Mittel unbiets nach Bezahlung der Reparationen stattfinden würde und hin- genügende Resultate erbringt. fichtlich der Verpflichtungen für Deutschland, den pajjiven wider- 7. In dem besetzten Gebiet gedenkt Frankreich gemeinsam mit stand vor jeder Prüfung feiner Bariläge zu be- seinen Alliierten und ebenso sehr in deren Interesse wie in dem enden. Die beiden Regierungen haben das Programm der neu zu feinigen alle Einnahmemöglichkeiten auszunuzen, die für die Zahlung treffenden Maßnahmen festgefeht, die dazu bestimmt sind, den der Reparationen geeignet erscheinen. Die Maßnahmen, die man Drud schärfer zu gestalten, um Deutschland zu einer schnellen zu diesem Zwecke ergreifen fönnte, seien auch weiterhin von jedem Ausführung seiner Verpflichtung zu zwingen. politischen Hintergedanken frei. Sieben Punkte. 2. Das Ruhrgebiet fann erst geräumt werden nach Maßgabe ber von Deutschland geleisteten Zahlungen. Paris, 6. Juni.( WTB.) Das Organ der franzöfifchen SoziaGrundzüge des franzöfifchen Reparationsprogramm3. stehenden neuen deutschen Vorschlages auf die gestrigen Erklärungen Grundzüge des franzöfifchen Reparationsprogramms. listenpartei„ Le Populaire" greift bei der Besprechung des bevorParis, 6. Juni.( Eca.) Der„ Lemps" stellt in seinem heutigen des„ Temps" zurüd, wenn die deutsche Note nicht erkläre, daß der Leitartikel sieben Punkte auf, die er als Prinzipien Frant. Widerstand aufhören werde, könnten die Borschläge Cunos nicht in reichs in der Reparationsfrage bezeichnet: Erwägung gezogen werden. Der Quai d'Orsay, schreibt das Blatt, 1. Kein Angebot Deutschlands fann in Betracht gezogen werden, wisse sehr wohl, daß die Frage der Einstellung des passiven Widersolange nicht die deutsche Regierung das Notwendigste getan hat, um standes im Ruhrgebiet der Verständigung keine unüberwind den passiven Widerstand zu beenden. lichen Schwierigkeiten in den Weg legen werde, vorausgefeßt, daß die Berhandlungen erst einmal begonnen hätten. Es set ausgeschlossen, daß die französische Regierung nicht über die wahren 3. Wenn Frankreich von allen Rückzahlungen an England und Abfichten der deutschen Regierung und vor allem der großen deutti: Bereinigten Staaten entbunden wird, will es von Deutschland fchen Arbeiterorganisationen in dieser Hinsicht unterrichtet fei. Wenn insgesamt Zahlungen von einem Augenblidswerte von 26 Milfie aus der Einstellung des passiven Widerstandes eine Borbe liarden Goldmark verlangen. dingung jeder Prüfung der deutschen Vorschläge mache, so schaffe 4. Benn Frankreich nicht von seinen Rückzahlungen an England fie fünftlich eine Schwierigkeit, die ihren Urhebern gegenüber den und die Vereinigten Staaten entbunden wird, will es außer den schlimmsten Verdacht rechtfertige. Deutschland selbst werde, wenn erwähnten 26 Milliarden Goldmark eine Dedung für diejenigen die Berhandlungen erst einmal eröffnet seien, fein Interesse daran Teile feiner Forderungen verlangen, die notwendig sein werden, um die Zahlungen an England und die Bereinigten Staaten zu leisten. 5. Da die französischen Forderungen, die nicht reduziert werden fönnen, so klar find, kann Frankreich feine neue Diskussion zulaffen und noch weniger einen Schiedsspruch über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands haben, daß im Ruhrgebiet ein Zustand andauere, der das Reich unzählige Milliarden fofte und in einem Teil der Bevölkerung eine Stimmung erzeuge, die vielleicht für die Zukunft der Besetzung selbst nicht ohne Gefahr sei. Aber es liege auf der Hand, daß, wenn man französischerseits versuche, aus dieser Angelegenheit eine Prestigefrage zu machen, man die Gegenseite nötige, dasselbe zu tum 3weifelhaft erscheint angesichts der Stükungsaktion der Mart auch, ob die beabsichtigte Reserve genügen wird, um zu verhindern, daß das tägliche Brot Gegenstand der wildesten Spekulation wird. Die Spekulanten gegen die Mart haben sich als viel stärker erwiesen wie die Staatsgewalt. Auch auf dem Getreidemarkt ist das der Fall. Noch zweifelhafter aber ift, ob diese Reserve wirklich zum Preisdrud benutzt werden soll. Bis jetzt hat die Regierung diese Absicht überhaupt nicht. Würde sie daran denken, so würde ihr natürlich der schärffte Widerstand der Agrarier und der Händler drohen, die hohe und steigende Getreidepreise wollen. Das muß aber eine hemmungslose Steigerung der Not für die werktätige Bevölkerung nach sich ziehen, als es durch die bisherigen Preissteigerungen der Fall war. In diesem Zusammenhang gewinnt die, Bereitstellung von Geldbeträgen zur Berbilligung des Brot preises für Bedürftige" erhebliche Bedeutung. Zunächst iſt es schon an sich zweifelhaft, ob die Zahl der Bedürftigen, die die Regierung mit 10 Broz. annimmt, ausreicht. Diese Zahl ist aber außerdem abhängig von dem Gelingen oder Mißlingen der durch die Reserve zu ermöglichenden Preispolitik, ist aber außerdem abhängig von dem Gelingen oder Mißebenso das Maß der Verbilligung, über das sich die Regierung völlig ausschweigt. Je weniger die Reservepolitik der Regieunter Ausschaltung der Spekulation niedrig zu halten, umso rung die Absicht hat oder in der Lage ist, den Getreidepreis eher wird der Brotpreis denselben oder größeren Schmanfungen ausgefekt sein wie die anderen Lebensmittel. Das wird dann zur Folge haben, daß der Kreis der Bedürftigen sich immer mehr vergrößert, so daß man von vornherein mit einer bestimmten Höchstzahl gar nicht rechnen kann. Aber ganz bedenklich muß die Lage für die Bedürftigen wie der Entwurf sie versteht angesehen werden angesichts der Tatsache, daß hier eine Unzulänglichkeit mit einer anderen zugedeckt werden soll. Bisher hat die Zwangsanleihe nur etwa 40 Papiermilliarden gebracht. Selbst wenn dieser Betrag sich noch erhöht und verzehnfacht wird, wie die Regierung jetzt beabsichtigt, so wird daraus für die Bedürftigen" nur wenig abfallen. Der größte Teil wird durch die Verwaltungskosten in Anspruch genommen werden. Es fehlt also die hier unbedingt erforderliche bestimmte dispositionsfähige Summe. Das Gesez ist deshalb in der vorliegenden Form nur eine Kuliffe. Kein Schuhgesek für die Bedürftigen ist es, sondern ein Schuhgesez für die Agrarier. Sie haben dann die freie Wirtschaft mit allen ihren Vorteilen, während sie alle Nachteile den Verbauchern und dem Reiche auferlegen wollen, Milde Strafen für Valutaschieber. Reichsgetreidestelle bieten tönnten. Nach Informationen, die ihm 3. Ist die Reichsregierung in der Lage, über die Verwen zugegangen feien, jolle ja die Einkaufsstelle der RG. jo generös ge- bung der Technischen Nothilfe feit 1. Januar 1923 wesen sein, den Händlern auch für solche Einfäufe Provisionen zu nähere Auskunft zu geben, und zwar über a) die Zahl der zahlen, die von der Einkaufsstelle felbft getätigt worden seien. Fälle, in deren die Technische Nothilfe zur Abwendung eines Käppler wendet sich scharf gegen die Anbiederungsversuche einiger einen geradezu tollen Kettenhandel Die von den sozialdemokratischen Mitgliedern des Unterfuchungsausschusses zur Markstützung verlangte Uebersicht über die Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der Devisenverordnung ist dem Ausschuß inzwischen vorgelegt worden Herren der RG. bei verschiedenen großen Getreidefirmen, obgleich drohenden oder zur Beseitigung eines bereits eingetretenen NotDaraus geht hervor, daß vom Oktober 1922 bis zum April diese doch bewiesen hätten, daß sie an Strupellosigkeit in Sachen der standes eingesetzt wurde, b) die Orte und Betriebe oder 1923 in 774 Fällen Anklage erhoben worden ist. Davon Preistreiberei und des Kettenhandels nicht zu überbieten seien. Er Betriebsabteilungen, in denen der Einsatz der Technischen Nothilfe beziehen sich 690 Fälle auf Deutsche, der Rest auf Ausländer. fragt die RG., was sie mit jenen Getreidefirmen gemacht habe, die erfolgt ist, c) den Umfang und die Dauer des Einjages, d) den In 241 Fällen ist Bestrafung erfolgt, in 47 Fällen Freimit einer Schiffsladung von 43 000 Tonnen Jnlandsroggen Anlaß der Arbeitseinstellung? 4. Ist der Reichsregierung befannt, a) in wieviel Fällen und sprechung oder andere Erledigung. Unerledigt sind bisher 486 Fälle. Bei der rechtskräftigen Verurteilung wurde in getrieben hätten. Der Dampfer Globus", unter Leitung eines in welchen Orten und Betrieben die Arbeitseinstellung auf Beschluß 235 Fällen auf Geldstrafe, in 13 Fällen auf Gefängnisstrafe berg nach Bremen gebracht und in seinem Konnossement nachge im Betrieb vorherrschenden Gewerkschaft erfolgte, b) in Kapitäns von Appen, habe diesen Inlandsroggen von Königs- oder im Einverständnis und unter Führung der zuständigen oder erfannt. Die Geldstrafe ist in fast allen Fällen weniger wiesen, daß die Ladung elfmal den Besizer gewechselt wieviel Fällen und in welchen Orten und Betrieben die Arbeitsals 50 000 m., die Gefängnisstrafe nur in einem Fall drei hat, ehe sie in die Hände der Reichsgetreidestelle fam. Die Chrono- einstellung ohne Beteiligung oder gegen den Willen der zu Monate, in drei Fällen ein bis drei Monate, in 9 Fällen ein logie dieses Besitzwechsels sei folgende: 1. Getreide- Kommission ständigen Gewerkschaften erfolgte? bis vier Wochen. G. m. b. H., Königsberg, 2. Getreide- Kommiffion G. m. b. H., Berlin, Die Verhandlung im Ausschuß wird über die Bedeutung 3. Bloch u. Enoch, Berlin, 4. Louis Baszynski, Berlin, 5. Kurt 1. erwähnten Beschlusses mit den Spizenorganisationen der Gemert5. Ist die Reichsregierung bereit, auf der Grundlage des unter dieser Zahlen noch volle Klarheit schaffen müssen. Einstweilen Kranz, 6. Bloch u. Enoch, Berlin, 7. Julius Bick, Berlin, 8. Gebr. schaften eine Vereinbarung mit dem Ziele der Abhinterlassen sie den Eindruck, als ob die Vergehen gegen die Geismar, Berlin, 9. Hans Behmack, Berlin, 10. Kurt Kranz, Devisenverordnung außerordentlich milde behandelt 11. Bloch u. Enoch, Berlin. Die Firma 3. Kurt Kranz habe die schaffung der Technischen Nothilfe zu treffen? Die Anfrage trägt die Unterschrift folgender sozialdemowerden und die Gerichte gar nicht daran denken, das zwar im Ladung zweimal, die Firma Bloch u. Enoch sogar dreimal besessen. Abgeordneten: Breunig, Aufhäuser, Uebereifer ausgesprochene, aber durchaus richtige Wort des So wuchert der ehrbare Handel mit dem unentbehrlichsten Lebens- fratischen Wirtschaftsministers Becker zu beherzigen, daß DevisenspekuBrandes, Bender, Janschet, Schmidt( CopeUnd die Regierung? lanten Verbrecher am deutschen Volke sind. nick) u. a. Landtag und Teuerungskatastrophe. Eine sozialdemokratische Anfrage. Im Preußischen Landtag hat die sozialdemofratische Frattion folgende große Anfrage eingebracht: " Der ungeheuerliche Sturz der Mart hat eine Teuerungswelle gebracht, wie sie bisher noch nicht zu verzeichnen war. Wuche rische Elemente aller Art nutzen diesen Zustand in schamlosester Weise aus und vergrößern damit die Notlage der breiten Bolksmassen. Dieser Teuerung gegenüber sind die Gehälter und Löhne für Beamte, Angestellte und Arbeiter weit zurück geblieben. Noch schlimmer ist das Mißverhältnis bei den Unterstügungen der Erwerbslofen, Sozial- und Klein rentner. Die Unternehmer sehen dem dringend nötigen Ausgleich zwischen Teuerung und Lohn fast überall starken Wider stand entgegen. Die Folgen sind heftige wirtschaftliche Kämpfe, die in verschiedenen Bezirken unseres Landes schon zu Unruhen und Tumulten geführt haben. Wird diesen unerträglichen Verhältnissen nicht bald durch wirksame Maßnahmen Einhalt geboten, so, droht über unser Bolk eine wirtschaftliche und politische Katastrophe herein zubrechen. Was geben? t die Staatsregierung zu tun, um der drohenden Gefahr zu begegnen? Ift sie insbesondere bereit, Maßnahmen entgegenzutreten, 1. Der wucherischen Ausbeutung des Volkes mit den schärfften 2. ihrerseits alles zu tun, um auf die Reichsregierung einzuwirken, daß auch diese nichts unterläßt, was geeignet ist, eine weitere Berelendung breiter Boltsschichten zu verhindern?" Kettenhandel und Reichsgetreidestelle. Enthüllungen im Wirtschaftsausschus. Der Boffswirtschaftliche Ausschuß des Reichstags beschäftigte sich in seiner Sigung vom Mittwoch mit dem Gesetz über die Sicherung der Brotversorgung im Wirtschaftsjahr 1923/24. Genosse Räppler mies an Hand eines geradezu erdrückenden Materials nach, daß die freie Brotgetreidewirtschaft eine neue, für die Produzenten und Händler allerdings sehr einträgliche Zwangswirtschaft darstelle. Der Verlauf der Dinge im Getreide großhandel zeige, daß das Volk von der neuen Getreidewirtschaft abfolut nichts zu erwarten habe. Das Reich werde als Getreideaufläufer auftreten, da es sich für seine Brotreserve 1½ Millioneh Tonnen Inlandsgetreide fichern wolle. Das Auftreten eines so großen Räufers müsse, was der Reichsernährungsminister ja felbft zugegeben habe, die Preise für Getreide start in die Höhe treiben. Die Einkäufer, die auf Provision angestellt seien, würden fein Interesse daran haben, billig einzufaufen, da sie sich ja sonst ihr Einkommen schmälern würden. Man müsse vielmehr befürchten, daß sie, um höhere Einnahmen zu erzielen, von selbst höhere Preise bieten werden. Sie wüßten ja, was sie der Alltagsmärchen. Bon Iris Es war einmal ein feines Auto. Man sah ihm die Eleganz und die einzigartige Geschäftigkeit seines Befizers und des von ihm infizierten Chauffeurs schon von weitem an. Wie ein Gigerl war es anladiert. Es hatte sozusagen Laddreß als Arbeitsgewand tipptopp. Lü- iii! schrie es und staute die Passanten zu Zäunen des Echreckens an den Straßenrändern.. Lustig war es, wie die Menschen rannten, wenn es tam! Was rtaren sie auch so faul. Rennen, rennen, immer rennen muß man, Les die Zunge aus dem Schlund hängt der Beweis des Fleißes. Tü- ü quietschte das Autochen spöttisch und wütend, wenn es eprieiraste, schüttete eine Flut Gossenwasser in die langweilige Sonichenschar und neckte sie mit einer dicen, stidenden Schwanz struowolte. Dazu tam noch ein Parfüm, ein Barfüm. Es war eben ein Muster von einem Auto. Und dann war da nur noch ein dunkelroter Blutfled auf dem Straßenpflaster. Ein Stempel für die großartige Geschäftigkeit cines autobefigenden Menschen, mittel des Volkes. „ Von Souverän zu Souverän." München, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Am dritten Ber handlungstage in dem Hochverratsprozeß wird der tschechische Staatsden Nachweis, ob Munt tatsächlich um die Pläne der Fuchs und angehörige Munt vernommen. Es handelt sich hauptsächlich um Die Reichsgetreidestelle war nicht in der Lage anzugeben, daß fie die acht Kettenhändler sofort dem Staatsanwalt angezeigt habe. Das Konnoffement hat doch der Reichsgetreidestelle vorgelegen, als sie die Schiffsladung übernahm. Daraus ersah sie doch auch den tollen Kettenhandel. Sie mußte das sofort zur Anzeige bringen und demzufolge in der Lage sein, auch sofort auf die Anfrage unferes Redners antworten zu können. Aber das fonnte sie nicht! Mehr wie 1% Stunden waren seit der Fragestellung vergangen, als der achhaus gewußt und dieselben gefördert hat dadurch, daß er seine Vorsitzende den Leiter der Reichsgetreidestelle ersuchte, auf die von Beziehungen zu hohen tschechischen Staatsbehörden dazu verwandle, Räppler gestellten Fragen zu antworten. Aber von dort wurde ge- um eine baldige Aktion zum mindesten eine wohlwollende Neutralität der Tschechoslowafei zu erreichen. Dem Anfagt, die Sache müsse erst untersucht werden. als, so unglaublich es auch flingt, so wahr ist es doch, die Reichs- auf wenige Einzelheiten zu entfräften. Die Beugenaussagen müſſen Wir werden natürlich genaue Auskunft verlangen, um so mehr, geflagten gelingt es, die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen. bis getreidestelle gerade mit einem Teile dieser Kettenhändler in Unter- hier noch weitere Klärung bringen. Von den Aussagen des Munk, handlungen steht, um sie für die Beschaffung der Getreidereferve der in einem dem ehemaligen Kronprinzen Rupprecht sehr heranzuziehen. Räppler wandte fich dagegen, daß eine Getreidereferve aus In- naheftehenden Kreis verkehrte, ist folgender Ausspruch des Wittels landsgetreide geschaffen werde. Wohl müsse man für zeitlichen und bacher Sprößlings von Interesse:„ Im Stadium einer abwärtsörtlichen Ausgleich, und um erforderlichenfalls der Preistreiberei zu gehenden Wirtschaft ist für eine Monarchie fein Plah." steuern, eine solche Reserve haben, aber fie fönne viel geringer sein wie 3½ Millionen Tonnen, und sie müsse ausschließlich aus Auslandsgetreide bestehen. Die Auffüllung der Reserve auch aus Inlandsgetreide würde nur dazu führen, daß der Reichsgetreidestelle das minder wertigste Getreide zu Marktpreisen angeboten werde, während das gute auf dem freien Markt zum Verkauf fomme. Hierauf wird in die Zeugenvernehmung eingetreten und zunächst der Hauptbelastungszeuge, auf den sich die ganze Anklage stützt, der Major Mayr, gehört. Er schildert an der Hand genauer Aufzeichnungen seine ganzen Beziehungen und Einblicke in den Ver schwörerkreis und betonte, daß es ihm vor allem auf die Aufdedung der Beziehungen der Verschwörer nach Frankreich hin angefommen fei. Dies gelang ihm auch vollständig, und in der Hauptdie Betreibereferve auch gegen Breissteigerungen einge verrat feine praktische Auswirkung hatte. Die Polizei und bie Die Agrarier wandten sich in der Hauptsache dagegen, daß fache ist es das Verdienst dieses Zeugen, daß dieser gefährliche Hochfetzt werden soll. Der Ernährungsminister Dr. Lutter ging in übrigen Behörden waren bis zum letzten Moment von all diesen Die Angaben dieses ohne wesentliche Abweichungen seiner Auffaffung hervorzukehren. Beugen find im allgemeinen schon aus der Anklageschrift des Staatsseiner Rede auf die verschiedenen Argumente der Generaldebatte ein, Dingen vollständig ahnungslos. Wichtig war, daß er der Meinung Ausdruck gab, die Verbillianwalts bekannt. Besonderes. Intereffe beansprucht eine Aussage, die gung des Brotes solle nach dem neuen Gefeß nur denen dem Zeugen von dem Angeklagten Fuchs gemacht und von zuteil werden, die nichts erwerben. Seinen Informationen nach sollen 7,2 Millionen Menschen in Betracht kommen. Richert bestätigt wurde. Danach fei Fuchs bereits im Frühjahr 1922 in Paris gewesen, habe eine Unterredung mit Coucheur gehabt unter ausdrücklicher Billigung von Poincaré, wobei es sich um eventuelle französische Zugeständnisse an Bayern gehandelt habe bei einer Zertrümmerung des Deutschen Reiches durch eine bayerische Affion. einer Mission von Fuchs sprach dabei von Souverän zu Souverän", wobei gemeint war: Rupprecht1. Ist der Reichsregierung bekannt, daß der Bundesausschuß Millerand. Was an diesen Angaben Wahres ist, muß erst die des Allgemeinen Deutschen Gewertschaftsbundes, einem Auftrage des weitere Verhandlung ergeben. Der Zeuge bestätigt zum Schluß im Juni 1922 in Leipzig statgefundenen 11. Rongreffes der Gewerk- feiner Angaben, daß der Minister des Innern, Schweŋer, und schaften Deutschlands folgend, im Oktober 1922 Regeln für die Münchener Polizeidirektion von der Anwesen= Streits in gemeinnötigen Betrieben aufgestellt und die angeheit Richerts in München, und zwar in der Wohnung des schlossenen Gewerkschaften verpflichtet hat, ein Verzeichnis für Not- Machhaus, rechtzeitig und genauestens perständigt arbeiten, die bei Arbeitsniederlegung in gemeinnötigen Betrieben waren, aber eine Berhaftung des Franzosen Richert ablehn auszuführen sind, aufzustellen? auszuführen sind, aufzustellen? ten mit der Begründung, die Verhaftung unterbleibe zunächst aus Anfrage über die Technische Nothilfe. An die Reichsregierung ist im Reichstag folgende Anfrage gestellt worden: 2. Ist der Regierung befannt, daß auf Grund dieses Be- innerpolifischen Gründen. Richert werde man später von neuem schlusses bereits mehrere Gewerkschaften ihre Mitglieder nach Bayern herüberlocken."(!) Wie schon früher erwähnt, suchte fagungsgemäß zur Ausführung bestimmter in einem besonderen Richert auch bereits am Morgen des 21. Februer, früh 5 Uhr, in Berzeichnis vorgesehener Notarbeiten verpflichten? einem Kraftwagen das Weite. Phü- iii... der Mann pfeift sich eins und geht zum dritten Male den fengenden Sonnenweg. Er hat gar nicht beachtet, wie weit der ist. Jetzt ist der rote Stempel auf der Kontrollkarte seiner Fabrit grinsender Hohn: Zu spät, zu spät getommen! Und man wird ihm Lohn abziehen und wenn's auch nur eine einzige Biertelstunde ist, und der Ingenieur wird toben, und der Oberingenieur wird die Achsel heben. Denn auf der Zeitkarte ist eine falsche Ziffer. Ein Stempel für die unerhörte, pflichtvergessende Unpünktlichkeit eines arbeiten- fammeln, die jetzt täglich auf die Tropen herunterbrennt, um mit den Menschen. fördern fönnen, Taufende von Wohnungen würden drahtlos geheizt werden, Automobile würden fahren fönnen, ohne die Straßen mit ihrem Geftant anzufüllen, und gewaltige Ingenieurarbeiten würden sich wie spielend durch die Verbindung mit einer entfernten Sendestation ausführen lassen. Dabei sind Kraftübermittelungen ohne Zwischenträger durchaus nichts Neues. Die gewaltigste Kraft, die Kraft der Sonne, saust durch unendlich große Räume auf den Schwingen des Aethers zu uns. Man brauchte nur die Sonnenhite zu Leichtigkeit Dampf zu erzeugen und damit die Kraftstationen verforgen zu fönnen. Ist das gelungen, so schloß Professor Taylor, so wird es auf der Welt angenehmer zu leben sein. funftsbild Wirklichkeit werden wird. Darum raten wir unseren Zweifellos. Man weiß nur leider nicht, wann dieses schöne ZuLeserinnen, sich nicht mit Sicherheit darauf zu verlassen, daß schon im nächsten Winter die tropische Sonnenwärme für Berlin nukbar gemacht werden wird, sondern sich auf alle Fälle ihre Kohlenfarten auf, dann eine Lungenentzündung. Im Auswurf wurden dabei Larven festgestellt. Eine andere Versuchsperson verschluckte Eier des Schweine pulwurms( Ascaris suillar) mit dem Ergebnis, daß für letzteren der menschliche Körper einen weniger geeigneten Boden darstellt als für ersteren. Hölderlin bei Schiller. Der große Lyrifer Hölderlin, der nach Beitlang Hauslehrer des Sohnes der Charlotte v. Kalb, der Freundin 37jähriger Geisteskrankheit heute vor 80 Jahren starb, war eine Schillers und Jean Pauls. Durch ihre Vermittlung wurde er mit Schiller bekannt, und in einem Briefe, der im legten Bande der großen Hölderlin- Ausgabe( Propyläen- Berlag) veröffentlicht wird, schildert Hölderlin den ersten Besuch, den er dem von ihm über roch beliefern zu lassen. alles verehrten Dichter in Jena machte. Auch bei Schiller," heißt Ein mufiger Versuch. Der japanische Arzt Koiuo in Tokio hat Und einmal fuhr es eine alte Frau um, machte einen flinken es da, war ich schon einige Male, das erstemal eben nicht mit Glüd. Hops nach der Seite und raste weiter, fniff einfach vor dem Ich frat hinein, wurde freundlich begrüßt und bemerkte taum im zu Versuchszweden etwa 2000 reife Eier des Spulwurms Ascaris schweren Stöhnen feines Opfers und dem Schelten der herbei. Hintergrund einen Fremden, bei dem keine Miene, auch nachher lumbrilloides verschluckt, um die Wanderungen der Larven festspringenden Helfer aus, elegant und eilig, eilig, eilig tipptopp, lange fein Laut etwas Besonderes ahnen ließ. Schiller nannte mich zustellen. Tatsächlich traten Kopfschmerzen, Fieber, Atembeschwerden ein Muster von einem Auto. ihm, nannt' ihn auch mir, aber ich verstand seinen Namen nicht Kalt, fast ohne einen Blick auf ihn, begrüßt' ich ihn und war einzig im Innern und Aeußern mit Schiller beschäftigt. Schiller brachte die„ Thalia", wo ein Fragment von meinem Hyperion" und mein Gedicht an das Schicksal gedruckt ist, und gab es mir. Da Schiller sich einen Augenblick darauf entfernte, nahm der Fremde das Arbeit nach Kalorien. In Amerita hat man, wie die„ Umschau" Journal vom Tische, blätterte neben mir in dem Fragment und mitteilt, neuerdings versucht, die Arbeitsleistung in Kalorien auszusprach kein Wort. Ich fühlt' es, daß ich über und über rot wurde. drücken.( Journ. American medical Assoc. 1923, 3). Danach erforSätt ich gewußt, was ich jest weiß, ich wäre leichenblaß geworden. dert Holzfägen eine erhebliche Menge, nämlich eine Feuerung von Er wandte fich darauf zu mir, erkundigte sich nach der Frau v. Kalb, 6000 Kalorien täglich. Vollständige Ruhe erfordert stündlich 60 Ra nach der Gegend und den Nachbarn unseres Dorfs; und ich beant- lorien( 1 pro Kilogramm rund). Bein Nähen kommt hierzu wortete alles fo einfilbig, als ich selten gewohnt bin. Aber ich hatte ein Zuschlag von 10-15 Proz., beim Gefajirrwdichen, Maschineneinmal meine Unglücksstunde. Schiller kam wieder, wir sprachen schreiben und Plätten von 20 und mehr Prozent pro Stunde. über das Theater in Weimar, der Fremde ließ ein paar Worte Spähnen pro Stunde 65 Proz. Nach den Untersuchungen Longfallen, die gewichtig genug waren, um mich etwas ahnen zu lassen. worthys stellt Striden, Stopfen und Nähen mäßigere EnergieforteAber ich ahnte nichts." Erst später erfuhr er, daß der Fremde rungen als Baschen und Bügeln. Für diese Berechnungen ist ledigGoethe gewesen war. lich die aufgewandte Energie eingefeßt. Faftoren, wie Sihen in einer bestimmten Stellung, die Monotonie der Arbeit sind außer acht ge * Es war einmal ein armer Mann. Die bittere Not sah ihn jeder schon von weitem an. Wie ein Sorgenbündel war er zusammengeflickt, und seine Jade glänzte vor heller Freude, weil er ihr so treu war. Phü- iiipfiff er sich eins, wenn er zur Arbeit ging, ganz leise, damit die Sorge nicht denten sollte, er fühle sich wohl. ' Und einmal trabbelte ein Käfer auf seinem Wege, strampelte mit sämtlichen Beinerchen und konnte nicht mehr auf die richtige Seite fommen. Hops machte der Mann und stieg drüber weg. Die Sonne brannte wie Feuer. Er dachte an sein Jüngstes, wenn es strampelnd auf dem Rücken lag. Und er dachte an den Käfer. um. Ein Zukunftsbild. Die Zeit ist nicht mehr fern, wo Flugzeuge, Wenn den bloß feiner tot trat! Und die Sonne mußte ihn Züge und Straßenbahnwagen durch elektrische Wellen betrieben werförmlich rösten! den. Die von den Radiostationen ausgefandten Energien werden Sein Schritt wurde langsamer. Er blieb stehen und sah sich dann die Stelle des Dels und der Stehle einnehmen. Dieses ftaunen Es war ihm so, als wenn sein Jüngstes dort strampelte und erregende Zukunftsbild eröffnete Professor Hugh G. Taylor vor in Gefahr schwebe, zertreten und gebraten zu werden. der American Electrochemical Society. Gemiß be Bhü- iii.. er fehrte wieder um. Die olle Mutter Erde merkte der Vortragende, daß der Gebrauch von drahtlosen Energien wird wohl ihre Käfer genau so lieb haben wie ein Mensch seine für wirtschaftliche Zwecke noch keine Wirklichkeit geworden sei; aber Kinder. Und ein Käfer hat seine Beine, daß er auf dem Bauche wenn die leßt erfundenen Borrichtungen vervollkommnet würden, fraucht. Und wenn ein Lebewesen mal vor Schreck auf den Rücken dann würde es möglich sein, elektrische Kraft mit einer Sefunden fällt, muß man zugreifen. geschwindigkeit von 185 000 Meilen durch die Luft zu jagen und Also da war die Stelle. damit alle Maschinen in ausgiebigem Maße zu verforgen. Große Aha, das Käferviech hatte sich selber umgedreht und war ab- Flugzeuge, die jetzt so viel schwere Maschinen und Brer.nstoffe mit marschiert. schleppen müssen, sondern piel mehr Fahrgäste als heutzutage be laffen. Urania. Prof. Franz Goerte wird anläßlich der Tagung der Deutich Niederländischen Gesellschaft am 8., abends 8, 16r, einen Vortrag über Holland mit farbigen Lichtbildern und Filmen halten. Künstlerhaus. Die Juni- Ausstelluna, die am 10. eröffnet wird, bringt Gemälde, Graphiten und Plastiten aus der Augemeinen Deutschen Stunftgenossenschaft. Die Aschenrefte Richard Alexanders find nach Berlin gebracht worden und werden Sonnabend aus dem Jerusalemer Kirchhof beigejezt werden. Eine deutsche Bucheusstellung, die Geift Kunft, Mujit und eine Abteilung„ Das schöne der Mitte Juli in Mostau eröffnet werden Tenschaften, Technit, Such umfaßt, wirb Deutschnationale Jugendvergiftung. Strafgerichtsreform und Amnestie. In der gestrigen Reichstagssigung wurde das ein gericht überlassen. Auch die Abtreibungsprozesse werden vor den steuergeset ohne Erörterung dem Steuerausschuß überwiesen. Einzelrichter ohne Schöffen tommen. Die Berufung ist nur ein Es folgt die erste Lesung eines Gesetzes zur Scheingericht, denn in der Berufungsfammer figen nur zwei Laien, zwei Kleinbürger, zwei Jafager, neben drei gelehrten Richtern. Das Neuordnung der Strafgerichte Schwurgericht dieser Borlage hat nichts mit dem Schwurgericht, wie Abg. Dr. Radbruch( Soz.) denn die Schöffen des Schwurgerichts werden ebenfalls nur den brei gelehrten Richtern folgen. Die bayerischen Boltsgerichte werden ihre Volksgerichte nicht mehr, wenn diefer Entwurf Gesetz wird. Wir nach diefer Vorlage aufgehoben werden; gemiß, die Bayern brauchen erblicken hierin ein Gefeh für Klaffenjuftig und werden alle Mittel anwenden, um sein Zustandekommen zu verhindern.( Beifall bei den Kommunisten.) Alle Beteuerungen des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, mit den deutschvölkischen Bestrebungen nichts gemein zu haben, täuschen nicht darüber hinweg, daß der DHB. zu den Drganisationen gehört, die den Geist der Mordpropaganda fördern. Erst lezthin ist wieder bei der Untersuchung über den Ueberfall auf den fozialdemokratischen Landeshauptmannsstellvertreter Dr. Grüner festgestellt worden, daß von den vier daran beteiligten Mordbuben zwei Mitglieder des Deutschnationalen Handlungs-( Berufung gegen Straffammerurteile, andere Gestaltung der wir es wünschen, nichts mit der Idee des Schwurgerichts zu tun, gehilfenverbandes gewesen sind. Am bedauerlichsten aber Schöffengerichte und Schwurgerichte usw.). ist es, daß schon innerhalb der Jugendgruppen des DHD. der Geist der Gewalt gepflegt wird. Wir entnehmen darüber einem fritifiert Einzelheiten der Vorlage. Dem Amtsrichter, dem EinzelBericht aus Frankenberg in der„ Chemnitzer Boltsstimme" fol- richter wird wahrscheinlich in erster Instanz vom Staatsanwalt die gendes, in dem es heißt: Mehrheit aller Straffachen überwiesen werden. Zum Trost vermeist " Nachdem bekannt geworden war, daß die Jugendgruppe die Begründung auf die zweite Instanz, wo die Laien über des Deutschnationalen Handlungsgehilfenver wiegen. Aber was in der ersten Instanz verdorben ist, fann in bandes ihren Gautag hier abhalten wollte, hatte sich auch eine zweiter nur sehr selten wieder gutgemacht werden. Die Anzahl Arbeiter und ein Teil Kommunisten aus der Umgebung Strafjustiz darf nicht zur Aufschiebungsinstanz für minder befähigte eingefunden, um die Aufmachung zu besehen. Diese war sehr Richter werden. De Urteilsgründe brauchen richt sämtlich schriftlich nach militärischem Muster. Als die Wandervögel" aus fiziert zu werden. Die Belegung der großen Schöffengerichte allein der Kirche tamen, setzten die Kommunisten die Durchsuchung der- tut es nicht, die Hauptsache ist der Gang der Verhande felben nach Waffen durch. Tatsache ist, daß bei diesen sonderlichen lung. Das Laienelement muß weiter verstärkt werden. An das darunter einen Antrag der Kommunisten auf allgemeine Amnestie „ Christen", obwohl der Kirchgang von ihrem Gauleiter mit im Schwurgericht bindet uns keine Mentalität wie die bürgerliche Demo- und Anträge der Demofraten sowie der Sozialdemokraten betr. Brogramm aufgeführt war, bei der Durchsuchung durch den Orts fratie. In politischen wie nichtpolitischen Fragen haben die Schwur- Amnestierung der am Eisenbahnerftreit beteiligt gewefenen Beamten. schuhmann, den Gemeindevorstand, einen Bolizeikommissar aus aerichte in letzter Zeit wiederholt versagt. Denfen Sie u. a. an die Chemnih, den Leiter der Jugendgruppe und einigen Führern der Fälle Fechenbach und harden! Wir betrachten die SchwurArbeiterschaft nicht etwa Gebetbücher gefunden wurden, aerichte lediglich als juristisches Instrument. Auf die Berufung gegen sondern den jungen Leuten wurden fünf Dolche, ein Seiten. Schwurgerichtsurteile darf nicht verzichtet werden. Ganz verfehlt gewehr und ein Gummifnüppel durch den Ortsschuhmann ist die Art, wie nach dem Entwurf Schöffen und Geschworene ausabgenommen. Nach dieser Durchsuchung fand eine furze Be- gewählt merden. Trok der Verhältniswahl entscheidet im Ausschuß sprechung im Gemeindeamt statt. Hafenkreuze wurden auch einige doch die Mehrheit. Dadurch kommt man zu teiner Entpoliti. gefunden. Ler Leiter dieser Jugendgruppe erklärte in der Berhand- ferung der Rechtspflege. Uns genügt dieser Entwurf lung, daß er seinen Gautag sofort abbrechen werde und seine Leute nicht, er bringt uns nur halbheiten, womit das Vertrauen in die nach dem Essen zum Abmarsch auffordere." Rechtspflege nicht wiederhergestellt wird. Ich für meine Berson lehne die Baterschaft für diesen Entwurf entschieden ab.( Beifall be den Sozialdemokraten.) Diese Feststellungen beleuchten den Geist, der in den Reihen des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes vorherrscht. Diese sogenannte Gewerkschaft vergiftet schon ihre jugendlichen Mitglieder mit dem nationalistischen Mordgeist. Untersuchungsausschuß und Goldkredite. Justizminister Dr. Heinze: Die Grundlagen der Borlage, wenn sie auch in manchen mefent. lichen Bunkten geändert sind, beruhen auf der Arbeit meines Amts. vorgängers. Es galt finanzielle und juristische Rüd. fschten gegeneinander abzuwägen. Aufgabe der Spezialberatung wird es sein, die vorhandenen Bedenten zu zerstreuen und wider strebende Intereffen zu verföhnen. Ich habe die berechtigte Erwars tung, daß mit Verabschiedung dieser Vorlage auch die bayerischen Volksgerichte am Ende ihrer Wirksamkeit fein werden. Für die deutsche Juffit ist es nicht erfreulich, daß über wichtige, vielleicht über die wichtaften Rechtsfragen nicht die gleichen Organisationen entscheiden.( Beifall.) In der gestrigen Sitzung des Reichstagsausschusses zur Untersuchung der gegen die Marf gerichteten Treibereien führte zu de: Frage der Goldkredite Genosse Herz aus: Kredite bekomme pon der Reichsbant doch nur ein fleine: Kreis der Wirtschaft.( Lebhafter Widerspruch, namentlich der Abgg. Dr. Helfferich und Dr. Dernburg, Rufe: Jeder! Auch die Genossenschaften!) Außerdem, fo führte Dr. Hertz aus, fei der Diskontsatz der Reichsbant viel niedriger als der anderer Bantinstitute. Der Reichsbanttrebit gewähre Abo. Warmuth( Dnat.): Es fragt sich, ob durch diese neue Regealso erhebliche Borteile und spiele deshalb eine besondere Rolle. Der lung Ersparnisse gemacht werden fönnen. Der Richter wird auch Redner weist darauf hin, daß der Dollar z. B. in der Zeit vom mehr 3eit beanspruchen, weil er die Schöffen informieren muß. Es 21. Januar 1922 bis zum 16. Mai 1923 um das 24,1fache gestiegen fann fein, daß die Prozesse verlangsamt werden, und das würde ist, nach den Inderzahlen der Frankfurter Beitung" jedoch Baum- feineswegs volkstümlich sein. Gewiß bedürfen mir der Laier.richter, wolle auch auf das 28,1fache und Kupfer auf das 36,8fache. Wer aber die Zuziehung des La enelements muß doch mit gewissen Bealso im Januar 1922 ben Gegenwert von 100 000 Dollar in Papie: fchränkungen erfolgen. Fehlurteile schlimmster Art sind durch die mart bei der Reichsbant geliehen hat, der habe am 17. Mai 1923 Schwurgerichte vorgekommen. Das Verfahren muß deshalb der einen Ueberschuß von 335 000 Dollar oder einen Reingewinn von bessert werden. Aber eine Berufung dagegen hat feinen Sinn, 15% Milliarden Mart gehabt, der sich lediglich um den Diskontsag denn man fann doch über die Tatfrage nicht ein zweites Mal von von vielleicht 200 Millionen Goldmart ermäßige. In die Erflärung einem anderen Schwurgericht entscheiden lassen. der Sachverständigen, daß solche Kredite nicht gegeben werden, Abg. Düringer( D. Bp.): Der Entwurf wird auch die bane fegte Genoffe Hertz Zweifel. Wer zur Finanzierung eines Gerischen Volksgerichte, ten Stein des Anstoßes, besei treidebedarfes 100 000 Dollar braucht, dem werde dieser Be- tigen. trag doch in Mart zur Verfügung gestellt. Das Endergebnis sei ober dasselbe. Deshalb der starfe Andrang nach Krediten der Reichsbant, deshalb die große Geldflüssigkeit! Aba. Schücking( Dem.): Schon in Weimar habe ich namens meiner Partei eine stärkere Demokratisierung der Rechtspflege verIanot, die diese Borlage verwirklicht. Das Berhängnis unferes Bolles war die zunehmende Trennung zwischen Volk und Staat, die fich namentlich in der Rechtspflege geltend machte. Die jekige Trennung zwischen Richterbank und Ge schworenenbant ist unhaltbar. Freilich, gänzlich darf die RechtsDie Schöffen Pflege nicht in Laienhände gelegt werden. gerichte haben sich im allgemeinen so bewährt, daß man ihre Ausdehnung nur begrüßen fann. Abg. Dr. Bell( 3.): Der Entwurf bringt doch große Fort fchritte Der Entwurf will bei Mängeln der Schwurgerichte ernstlich Abhilfe schoffen.( Beifall im Zentrum.) Abg. Emminger( Bayr, Bp.): Der Entwurf bringt ausgezeich nete Fortschritte. Wir merden gern an seiner Ausgestaltung im Ausschuß mitarbeiten.( Beifall.) Die Reichsbank habe der Spekulation erst die Mittel in die Hand gegeben, um die Stützungsatfion zu unterhöhlen. Der Herr Reichsbankpräsident hat vorhin mir gegenüber in einiger Erregung gefagt, man müsse Vertrauen zu den Kaufleuten haben. Herr Präsident, befinden Sie sich damit nicht im Wiber fpruch mit Ihrer Erklärung über die Ursachen des Zusammen bruchs der Stüßungsaktion? Sie haben doch mit Ihren Aeuße rungen im Ausschuß der Reichsbant nach Ihren Erflärungen feinen einzelnen gemeint, sondern die allgemeine Wirtschaft. Sie haben dadurch ein allgemeines Mißtrauen gegenüber der Wirtschaft zum Ausdruck gebracht, daß jeder nur an sich dächte und nicht an die Allgemeinheit. Darin finde ich einen unlösbaren Widerspruch. Der Demokrat Dernburg versuchte wieder von dem VerAbg. Dr. Herzfeld( Komm.): Nach diesem Entwurf tann der handlungsgegenstand abzulenten, indem er über die Schuld außen- Staatsanwalt eine Straffache, für die er nur eine Strafe bis zu politischer Umstände an dem Fehlschlag der Markstüßung sich ver einem Jahr Gefängnis erwartet, dem Einzelrichter des Amtsgerichts stellungen des Abgeordneten Dr. Dernburg dürfen nicht als Fest- melterneben, wenn er eine höhere Strafe für angemessen hält. telungen des Ausschusses aufgefaßt werden. Wenn auch Danach werden also Etraffachen von einem Richter ohne jede zu das Ausland bei der Sache start mitgewirkt hat, fo ift es doch unsere ziehung der Schöffen abgeurteilt werden. Bei Preppergehen, BerAufgabe, zu prüfen, wieweit auch deutsche Kreise in derselben Rich- gehen bei den politischen Unruhen. Vergehen gegen das Republit tung am Werte sind. Die Aeußerung: Wer die Mart behält, ist schukgesek wird in den meisten Fällen nicht mehr als ein Jahr der größte Elel", tennzeichnet ja das Gefährliche dieses Treibens. Gefängnis in Frage kommen, und alle diefe Fälle sind dem AmtsAuf weitere Fragen hält der Reichsbantpräsident Havenstein die Bermehrung der Handelswechsel für natürlich. breitete. französischen Ortskommandanten gemeldet. Die englischen Arbeiter zum Ruhrkampf. Der Gefchentwurf wird an den Rechtsausschuß über. wiefen. Letter Gegenstand der Tagesordnung ist der Bericht des Rechtsausschusses über die zum Haushalt des Justizministeriums gestellten Amnestieanträge, Der Rechtsausschuß( Berichterstatter Abg. Leutheußer [ D. Br.]) hat den kommunistischen Antrag abgelehnt, schlägt dagegen eine Entschließung vor, in der der Reichstag die Erwartung ausspricht, daß in den eingeleiteten Disziplinarverfahren auf tumlichste Milde und auf weitherzige Ausübung des Begnadigungsrechts hingewirkt wird. Damit sind die anderen Amneftieanträge erledigt. Ferner schlägt der Ausschuß folgende Entschließung vor:„ Die Reichsregierung wolle mit tunlichfter Beschleunigung erwägen, durch welche organisatorischen und finanziellen Maßnahmen das Reichs. aericht entsprechend seiner Würde als höchster Gerichtshof der Republik gehoben werden könne, und ferner schleunigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den die Zuständigkeit der Amtsgerichte in Rivilsachen mit der Geldentwertung einiger maßen in Einklang gebracht wird. Abg. Dr. Rosenfeld( Soz.): Wir hätten gewönicht, daß aus dem Ausschuß etwas me herausgekommen wäre für die, welche noch immer wegen politischer Vergehen im Gefängnis schmachten. Auch die Vorgänge an der Ruhr bedürfen einer neuen Amnestie. Wir stimmen der Ausschus entschließung zu, wünschen aber eine andere Fassung, namentlich auch, um auf die Bayern einen Drud auszuüben. Wir wünschen eine Begnadigung auch aller der Eisenbahner, die noch aus der Zeit des Eisenbahnerstreifs bestraft sind oder unter einen Disziplinarverfahren stehen. Der Justizminister hat in seiner Rede in Hamburg nach dem Bericht der Kreuz- Beitung" gefagt, der Deutschen Volkspartei ständen die Deutschnatio. nalen immer noch am nächsten, d. h. afin die Partei der Monarchisten. In einer anderen Rebe hat der Minister nach der Bossischen Reitung" von dem auten Geist im alten Deutschland gesprochen. Ich hoffe, daß der Minister der Republik sich dazu äußern wird. Wir müssen ferner immer wieder darauf hinweisen, daß in Bayern Rommunisten aus politischen Gründen seit vier Jahren im Gefängnis gehalten werden, ohne daß sich eine Hand zu ihrer Befreiung rührt. Den furchtbaren Fechen= bach- Prozeß merden wir in einer besonderen Besprechung behandeln. Wir stellen aber hente den Anfrag, dak die seit 1919 wegen polifischer Bergehen in Haft befindlichen Personen amneffiert werden. ach Ausführungen des Abg. Dr. Herzfeld( Komm.) nimmt Justizminister Dr. Heinze " das Wort: Zu der Forderung der Begnadigung der im Jahre 1919 Verurteilten kann ich nur darauf hinweisen, daß das Gnaden. recht Sache der Einzelstaaten ist. Speziell Bayern ist zugesichert worden, daß seine Justizhoheit vollkommen gewahrt werden soll. Infolgedessen muß die Reichsjuftitverwaltung außer ordentlich zurückhaltend mit einem Drud auf Bayern sein. Wir dürfen in die banerische Juffishoheit nicht eingreifen und auch nicht den Schein erweden, als wollfen wir eingreifen. Bezüglich der megen des Eisenbahnerstreits Berurteilten fann ich mitteilen, daß die große Anzahl der Verurteilten bereits begnadiat ift. Ein Teil der Verfahren fonnte noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Die Reichsregierung fucht das gegebene Bersprechen voll einzulösen und mird möglichst Milde walten lassen. Wenn ich auf meine politische Parteistellung hin angeredet worden bin, so erkläre ich, daß ich auf dem Boden der Deutschen Boltspartei ſtehe. Abg. Dr. Rosenfeld( Soz.): Daß ein Minister der Republik fich zum Monarchismus bekennt, miderspricht doch der Auffassung, die man von einem republikanischen Minister haben muß. Die Ausschußentschließungen werden unter Ablehnung fo= zialistischer Anträge angenommen. Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr.( Intervellation der Sozialdemokraten betr. Teuerungsmaßnahmen.) Schluß 5% Uhr. Die Lasten der Privatwirtschaft. Endkampf an der Ruhr? Köln, 6. Juni.( Eig. Drahtb.) Ben Lillet, einer der Amtlich wird gemeldet: Eine Deputation des Präsidiums und Elberfeld, 6. Juni.( Eig. Drahtber.) Am Mittwoch wurde das ältesten Führer der englischen Arbeiterbewegung, weilte foeben des Vorstandes des Zentralverbandes des Deutschen GroßOberpostbirettionsgebäude in Dortmund besetzt. Dierzehn Tage im Ruhrgebiet und im Rheinland, um im Auftrage handels brachte gestern bem Reichswirtschaftsminister Dr. Beder Der Telephonverkehr mit Dortmund ist gesperrt. Es ist anzunehmen, der großen englischen Transportarbeiter- Organisation die durch den die Bereitwilligteit des Großhandels zum Ausdruc da die Besetzung einen wesentlichen Bestandteil der neuen franzö- studieren. Sein Bericht dürfte, wie uns versichert wird, für die Einbruch der Franzosen geschaffene Lage an Ort und Stelle zu in angemessenem Verhältnis zu der übrigen Wirtschaft Lasten für Reparationszwede zu übernehmen; sischen Besazungsaktion bildet. General Pétain, den die französischen Soldaten infolge seiner Entscheidung der englischen Arbeiterpartei von auch bezüglich der Höhe der Lasten müsse die Wirtschaft weitgehend ungeheuer blutigen Opfer anläßlich der Erschießungen in Soissons großer Bedeutung sein. Ben Tillet war auf seiner Reise noch von entgegenkommen. Die Belastung der einzelnen Wirtschaftsgruppen während der Offensive am Chemin- des- Dames den„ Blutfäufer" zwei anderen Borstandsmitgliedern der englischen Transport- fönne nur in gleicher Form vorgenommen werden; eine unterschiedliche Behandlung von Industrie, Landwirtschaft, Banten, Handel nannten, ist in Dortmund eingetroffen. Man nimmt hier all. arbeiter- Organisation begleitet. Die Eindrücke, die er im Ruhr und Handwert sei nicht zweckmäßig. Wenn schon im allgemeinen gemein an, daß der gemäßigte Degoutte von Pétain oer- gebiet gewann, verstärkten die scharfe Ablehnung des die Form einer Beteiligung des Reiches an den Unterfranzösischen Abenteuers. Darüber gäbe es in der nehmungen schwierig fei, fo gelte dies befonders für den drängt worden ist; damit hätte die radikale Richtung über den rein militärischen Standpunkt gefiegt. Aus anderen Orten, besonders englischen Arbeiterschaft, fo, versicherte er, teinerlei Meinungsver- Handel, zumal diefer bisher nur in allerkleinstem Maße in Gesell. aus den Orten an der Mittellinie, wird energischeres Borgehen der schiedenheit. Verschiedener Auffaffung fei man nur in der Frage schaftsformen betrieben werde. Für die praktische Durchführung der Sicherheiten für Frankreich. Ben Tillet befannte fich als müsse die Durchführung der Belastung als Reichssteuer auf ge= Münster, 6. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Der Stadtverwaltung Gegner jeder Art Lostojung oder einer rheinischen Republit. Ieglichem Wege nach objektiven Maßstäben erfolgen. in Dortmund ist ein Befehl des Kommandierenden Generals der Auch überzeugte er sich davon, daß eine internationale Gendarmerie Die Uebernahme von Lasten durch die Wirtschaft fönne nicht von Bedingungen abhängig gemacht werden. III. Liniendivision in Caftrop zugegangen, in dem den für die Un aufs schwerste beeinträchtigen würde. Er berichtete uns unter Es sei allerdings klar, daß die Zahlung der Reparationsbeträge durch unter Bölferbundkontrolle das Recht der rheinischen Bevölkerung ruhe aufgebotenen Schußleuten verboten wird, sich nach auswärts einem längeren Gespräch mit General die Wirtschaft nur möglich fei, wenn die Ertragsfähigkeit zu begeben. Dieser Befehl soll wie folgt verstanden werden: Die reguläre deutsche Polizei in Uniform darf sich nur im Degouette über die Ausweisung der grünen Polizei, die nach der der Wirtschaft während des Moratoriums ganz vesentlich geInnern der Städte ober der Aemter bewegen. In der Zone Arbeiterschaft ist grundsäglich Anhänger der Kommunalpolizei und Auffassung der Franzosen eben„ Soldaten" seien. Die englische steigert werde und dafür die entsprechenden Voraussetzungen der Division gibt es drei Städte und sechs Aemter, die zusammen Ben Tillet meinte, daß die allgemeine Einrichtung einer Der Haushaltsausschuß des Reichstages genehmigte am Mittneun Zonen bilden. In dieser Zone hat nur die betreffende Polizei fommunalen Polizei den Franzosen in ihrem Kampfe gegen die woch das Ergebnis der Verhandlungen, die am Montag und DiensBewegungsfreiheit. Neuwied, 6. Juni.( WTB) Am Sonntag besetzte eine Ab- deutsche Polizeigewalt den Boden unter den Füßen wegnehmen tag mit den Spikenorganisationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches, der Länder und Gemeinden geführt wurden. teilung von 150 Mann franzöfifcher Truppen, die von Diez an der würde. Unsere Genoffen machten ihm flar, daß Deutschland heute zu einer Aussprache kam es über die vom Magistrat Berlin Lahn tamen, die Rruppsche Hermannshütte bei Neuwied fommen fönne, die von der Staatsautorität überall dort hinausohne eine schlagfräftige Polizei nicht bereits vorgenommene Auszahlung der Lohnerhöhunfopie die Kruppsche Hütte in Mühlhofen bei Engers. Gleichzeitig gen. Das Reichsfinanaminifterium glaubte, gegen diese unverzüggeworfen werden fönne, wo Unruhen entstünden. Mit besonderer fiche Auszahlung an die Arbeiter der städtischen Werte Berlins traf von Koblenz ein französischer General ein, der erflärte, die Empörung Sprach Ben Tillet von der bruialen französischen ritit üben und darauf die starke Beunruhigung der übrigen Hütte sei zur Eintreibung von 20 milliarden Mark Kohlen Ausweisungstaftit. Die englischen Transportarbeiter Arbeiterschaft zurückführen zu müssen. Der Borsitzende des Aus steuer besetzt worden, die die Firma Krupp in Essen nicht bezahlt würden auf Grund seines Berichtes in eine Brüfung darüber ein schuffes, Gen. Heimann, trat diefer Stellungnahme des Reichs babe. Sollte die Bezahlung nicht erfolgen, so würde die Hütte treten, auf welche Art sie ihre vortrefflich ausgebaute Organisation ftreit in einigen städtischen Werken sei der Magiftrat gezwungen finanzministeriums mit Entschiedenheit entgegen. Durch den Tell versteigert werden. dazu verwenden könnten, um dem franzöfifchen Imperialismus tn gewesen, die Auszahlung sofort vorzunehmen. Hätte der Magistrat feinem Kampf gegen das deutsche Volk in den Arm zu fallen. das nicht getan, dann wäre Berlin ohne Licht und Kraft geEntscheidungen darüber seien vielleicht schon in naher Zukunft zu wesen und wahrscheinlich hätten sich aus dieser Tatsache weiter politisch höchst unerfreuliche Folgerungen entwickelt. Der Landtag behandelte gestern den Forsthaushalt und den Etat der Gestütsverwaltung. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Weiterberatung: Donnerstag 12 Uhr. anderm Don erwarten. geschaffen werden. Gewerkschaftsbewegung „ Maurer- 12 Dollar pro Tag!" Wirtschaft Die Goldsparkonten der Sparkassen. tag und Mittwoch gezahlt, so daß die Arbeiter bis Donnerstag bzw. Freitag nächster Woche feine weitere Löhnung erhalten. Da der Höchstsatz des zur Auszahlung gelangten Lohnes 90 000 m. beträgt, ist die Unruhe zu begreifen. In den Betrieben haben am Mittwoch Bersammlungen der Belegschaft stattgefunden, in der Die industrielle Hochkonjunktur in den Vereinigten Staaten die Forderung nach einer einmaligen Beihilfe erhoben wurde. Die hat auch die Bautätigkeit in die Höhe gebracht. Regierungsstellen Telegraphenbauarbeiter Berlins sind in einen Ausund Private erteilen große Bauaufträge. Allein der Wert der st and getreten und haben auch bis zum Abend des Mittwoch die her ein verhältnismäßig geringer gewesen. Das ist kein neuen Bauaufträge im Monat März betrug 368 Mill. Dollar, Arbeit nicht wieder aufgenommen. Die örtlichen Organisationen 40 Prozent mehr als im März vorigen Jahres. Da die Ein- haben sich an ihre Zentralvorstände gewandt, um diese zu veranschränkung der Einwanderung Mangel an gelernten Bauarbeitern lassen, für die nächste Woche Verhandlungen über eine weitere besonders italienische Bauarbeiter fommen in Frage, schuf, sind Erhöhung der Löhne zu beantragen. die Löhne sehr in die Höhe gegangen und betragen bei manchen Bauten nicht weniger als 12 Dollar im Tag. Ein Lohn von 12 Dollar ist sehr hoch, auch wenn man ihn nicht in Papiermart umrechnet.( In Papiermark würde er bei einem Dollarkurs von Lohnbewegung der Töpfer. Mit dem 1. Mai haben die Sparkassen die Annahme von Spartonten in Goldmark eingeführt; der Erfolg ist bisWunder. Denn die kleinen Sparer, für die diese Konten gedacht find, leiden infolge der Geldentwertung unter einer Schwächung der Kauftraft, die nur in den feltensten Fällen überhaupt noch Ersparnisse zuläßt. Wer aber über mehrere zehntausend Papiermart an Ersparnissen verfügt, sucht und findet leicht die Möglichkeit be= mertbeständiger Kapitalanlagen in Spefulationswerten, und sonders auch in den sogenannten Festwertanleihen, die im Bei den letzten Berhandlungen mit den Unternehmern am allgemeinen eine höhere Berzinsung bringen, als sie die Sparkassen 70 000 m. 840 000 m. betragen.) An den Tagelohn von 12 Dollar Montag den 4. Juni, konnte eine endgültige Regelung zahlen fönnen. Ein wesentliches Hemmnis für die Entfaltung des Inüpft die vorzügliche amerikanische Zeitschrift The Nation" die weil die anwesenden Unternehmer, sich für nicht zuständig erklärten. genau entsprechender Papiermartbetrag gleichzeitig auf der Sparkasse der Löhne für den Anfang Juni noch nicht stattfinden, Goldsparverkehrs war die Vorschrift, daß ein dem Goldsparkonto folgenden Betrachtungen, welche auch von unseren Lesern sicherlich Das Ablommen, daß ab 1. Juni zunächst 3500 M. Stundenlohn ruhen sollte. gern aufgenommen werden: " Zwölf Dollar pro Tag! 72 Dollar in der Woche, 3744 zahlen find, ist ein Provisorium. Endgültig wird hierüber in der Sigung am Donnerstag, den 7. Juni durch die geDiese Bestimmung geht aber lediglich auf ein Mißverständnis Dollar im Jahr! Wer hat schon etwas Derartiges, gehört? meinsame Lobnfommission, an deren Verhandlungen auch die Unter- zurück, der bei der Auslegung des Erlaffes der preußischen Regierung Welcher Lehrer, welcher Profeffor fann soviel verdienen? Mieter von Wohnungen, welche einen jährlichen Mietzins von 5-25000 Bericht von den Verhandlungen wird in der Mitgliederversamm fagt nur, daß bei jeder auf Goldsparmark- Konto erfolgenden Einnehmer der Provinz Brandenburg teilnehmen, entschieden. Der über Goldsparkonten entstanden ist. Die fragliche Bestimmung beDollar zahlen, sind ganz besonders entrüstet. Sie meinen, daß die Diktatur des Proletariats nun wirklich hereingebrochen, daß lung der Fachgruppe der Töpfer, die am selben Abend im Rosen- zahlung von Papiermark ein dieser Summe mindestens gleichfommender Betrag bereits auf dem Papiermarktonto des Sparers J. A.: Brückmann. die Aera der seidenbestrumpften Arbeiterinnen und der Arbeiter in thaler of stattfindet, gegeben. verbucht sei oder, soweit ein solcher Bestand nicht vorhanden ist, in Seidenhemden wieder erschienen sei. Ein neues Merkmal für den kommenden Bolichewismus! Die Städte fönnen sich nicht Junizahlungen an Angestellte der Berliner Metallin duftric eingezahlt werden muß. Hieraus erhellt, daß eine Einzahlung beziehungsweise Verbuchung auf Goldsparmarktonto in der Regel ausbreiten, weil es an neuen Wohnungen fehlt, und diese Maurer Die am Angestellten- Tarifvertrag der Metallindustrie betei- in dem Umfange zurüdzuweisen ist, als nicht ein mindestens gleich monopolisieren den Markt! Sie halten fremde Maurer fern, ligten AfA- Gewerkschaften sowie die anderen Angestelltenverbände hoher Wertbetrag auf dem Papiermarkfonto des Sparers vorschließen ihre Verbände aufs engste ab und beschließen, alle hatten an den Verband Berliner Metallindustrieller die Forderung handen ist. Berhütet sollte lediglich werden, daß durch Abhebung übrigen für den Schaden zahlen zu lassen. Welche Selbstsucht, gerichtet, den Angestellten unter Berücksichtigung der besonderen von Spareinlagen zu ihrer Anlegung auf Goldsparmartkonto die welche Habgier! wirtschaftlichen Verhältnisse so schnell als möglich einen ent- Liquidität der Sparfaffen gefährdet wird, weil ihre in Papiermark Zweifellos sind wir entartet und treulos gegen unsere wirt sprechenden, eventuell in besonderen Verhandlungen noch festzu- angelegten Attiva durch entsprechende Paffiva nicht mehr gedeckt fchaftliche Schulung, aber irgendwie, wenn wir daran denken, wie legenden Gehaltsteil zur Auszahlung zu bringen. Der Arbeit werden. Demfelben Zweck dient die in gleicher Richtung sich beviele Wochen der Maurer im Winter nichts verdient, wie er in geberverband hatte hierauf den Vorschlag gemacht, daß folgende wegende Vorschrift, daß die Spartaffe ganz allgemein berechtigt ist, langen Jahren des Tiefstands der Bautätigkeit froh ist, wenn er Abschlagszahlungen geleistet werden sollten: die Annahme von Goldsparmart- Einlagen abzulehnen. Irgendein gelegentlich wochenweise Beschäftigung findet, wie groß die Unfall- für die Tarifgruppe A. 150 000 Eingriff in die allgemine Freiheit des Sparkassenverfehrs ist nicht gefahr für ihn ist zerrinnt uns die Entrüstung über die 12 Dollar beabsichtigt; auf der anderen Seite durften feinerlei Bestimmungen zwischen den Fingeripizen. Irgendwie haben wir den heimlichen getroffen werden, die den neu zugelassenen Goldsparmartverkehr zum Wunsch, wir hätten Patrik Higgins belauschen können, wenn er Leil abgeschnürt hätten. Inwieweit es erforderlich erscheint, die seiner Mary die ersten 12 Dollar brachte, die er in seinem Leben Aufrechterhaltung von Papiermarffonten zur Bedingung für die in acht Stunden verdiente! Wir möchten wetten, er fühlte sich als K 4, T 4 und die Meistergruppen 350 000 Führung von Goldsparkonten zu machen, ist lediglich in das Erniessen Rockefeller an diesem Tag und er und seine Mary saßen auf dem Die Angestellteu unter 18 Jahren sollten feine Abschlags- der Sparkassenverwaltung gestellt. Bettrand, nicht um Lugusträume zu spinnen, nein fich auszu zahlung erhalten, die weiblichen Angestellten 10 Broz. weniger als malen, wie viel leichter man nun die Kohle für den Winter zu die männlichen Angestellten. Die Vertreter der Angestelltenver20 Dollar die Tonne( wenn man sie förbchenweiſe holen muß) bände haben in gemeinsamer Beratung beschlossen, dieses Angebot Eine Mühlenbant. Zur Bestreitung der Geldentwertung gehen kaufen könne, einen Anzug für den Jungen, neue Kleidchen für die abzulehnen, weil es den tatsächlichen Verhältnissen und den aus die Mühlen dazu über, sich eigene Kreditinstitute zu gründen. Jetzt Mädel, vielleicht einen kleinen Ausflug nach des Schwagers Farm den Betrieben bekannt gewordenen Wünschen nicht entspricht. Nun- wurde mit dem Siz in Berlin die Mühlenindustriemachen, weil die Kinder sonst doch nie einen grünen Grasbüschel mehr sollen am tommenden Sonnabend zwischen den Bant A.-G. mit einem Aktienkapital von 8,2 Milliarden Mark ges Tarifvertragsparteien Verhandlungen stattfinden, in denen, gründet. 8wed des Unternehmens ist die Unterstützung der Mühlen Seidenbemden und Seidenstrümpfe? Wir feben fie gern auch falls es möglich ist, endgültige Festießungen in bezug auf die bei der Rohstoffbeschaffung und alle dazu erforderlichen geſchäfteinmal an solchen, die sie nie zuvor befaßen. Wer hat das alleinige abschlagszahlungen getroffen werden sollen. Die Verhandlichen Betätigungen, insbesondere der Betrieb aller bankmäßigen Recht, feidene Socken zu tragen? Wo steht's geschrieben, daß es Inngen über die endgültige Gehaltsfestsetzung Geschäfte. Beteiligt find an dem Unternehmen eine Reihe von ein Verbrechen sei, einmal im Leben ein bißchen Schönheit an sich für Juni werden später stattfinden, aber so rechtzeitig von Mühlen aus den verschiedenen Landesteilen. zu tragen? Und wer hat das Gesetz erlassen, daß alle guten ben Angestelltenverbänden gefordert werden, daß die in früheren Erdendinge nur für ein fleines Häufchen Bevorzugter existieren Monaten festzustellenden Verzögerungen in den Auszahlungen der und daß Maurer niemals das Glück von 12 Dollar am Tag fennen Monatsendsummen vermieden werden. Lernen jollen?" zu seben bekommen. geschrieben: W W " K 1, T1 und die entsprechenden Gruppen B, C K 2, T2 " K 3, T 3 200 000 M 250 000 300 000 # " " . Industriegründungen infolge niedriger Reallöhne. Die In dustriealisierung in Ungarn schreitet vorwärts; der von seiner früheren Industrie entblößte Staat ist naturgemäß gezwungen, Neue Löhne der Maschinisten und Heizer.. trog feines landwirtschaftlichen Charakters eine eigene neue In,, Mitternächtlicher Proteft der Berliner Küche." Bom Berband der Gastwirtsgehilfen wird ums folgendes Durch Berhandlungen vom 4. Juni 1923 ftellen sich die Löhne duftrie zu schaffen. Die Industriegründungen überschreiten aber der Groß- Berliner Privat- Elektrizitätswerte vom 30. mai bisoft das zweckmäßige Maß. So schießen in der letzten Zeit z. B. " Die„ B. 3." brachte in der Nummer vom 4. Juni eine Notiz 4. Juni: Gruppe I 3280 M., Gruppe II 3180 M., Gruppe III egtilfabriken wie Bilze aus der Erde, weit über die Beunter der Ueberschrift: Mitt er nächtlicher Protest der 3090 mr., Gruppe IV 2870 M., Gruppe V( Mindererwerbsfähige) dürfnisse des Landes hinaus. Diese Unternehmungen werden in Berliner Köche", die als geradezu unsinnig bezeichnet 2430 m., Gruppe VI( Frauen) 1990 M.; vom 5. Juni bis den meisten Fällen mit ausländischem Kapital gegründet. Die werden muß. Unter Benutzung des Namens des Zentralverbandes 10. Juni: Gruppe I 3490 M., Gruppe II 3380 M., Gruppe III billige, mit fünstlichen Mitteln niedergehaltene Arbeitskraft, die den der Hotel-, Restaurant- und Cafe- Angestellten wird in dieser Notiz 3290 M., Gruppe IV 3050 M., Gruppe V( Mindererwerbsfähige) ungarischen Arbeitern bezahlten Hungerlöhne find das Lockmittel alles mögliche zusammengefaselt. Die Notiz scheint zurückzuführen 2580 M., Gruppe VI( Frauen) 2110 M. Die Frauenzulage beträgt für das internationale Kapital, dem die Ausbeutung der Arbeit zu fein auf das. Privatgespräch eines Funktionärs des Verbandes für die beiden vorgenannten Lohnperioden je 4800 m, die Kinder- Aussicht auf hohe Profite gestattet. mit einem Redakteur der„ B. 3." Der betreffende Funktionär hatte zulage für die gleichen Zeiträume je 9600 mm. feinerlei Auftrag für irgendwelche Mitteilungen an die obige Zeitung. Der fachliche Inhalt der Notiz schlägt den Grundtendenzen Aus der Angestelltenjugend- Bewegung. Eifen- und Stahlausfuhr der drei großen Ausfuhrländer bei Beginn der Ruhrbefehung. Aus den Ziffern des Economist" bezüglich der Eisen- und Stahlausfuhr Englands, Deutschlands und der Bereinigten Staaten ersehen wir folgende Tatsachen von Bedeutung. Zu Beginn der Ruhrbesehung lieferte England große Mengen von Eisen und Stahl nach den Vereinigten Staaten. Zu dieser Zeit war die Konjunktur in den Bereinigten Staaten auf der Höhe und des halb fonnten sie trotz der enormen inländischen Produktion noch englische Produkte aufnehmen. Den jüngsten Nachrichten zufolge hat jedoch die Konjunktur ihren Höhepunkt überschritten, und so besteht die Möglichkeit, daß die Stablindustrie der Vereinigten Staaten nicht nur feine Einfuhr mehr benötigt, sondern mit allen Kräften danach trachten wird, ihren Absatz im Ausland zu erweitern. So mit ist die Ruhrtonjunttur für die englische Eisen- und Stahlindustrie nur als vorübergehend anzusehen. Im übri gen wird der fanadische Markt von den Bereinigten Staaten ver des Verbandes geradezu ins Gesicht und steht im Widerspruch mit Die Jugendbewegung im Zentralverband der Angestellten( 36.) der Auffassung der Verbandsleitung über den Zweck der für ist noch jung. Trozdem hat sie sich in der kurzen Beit ihres BeDienstag dieser Woche nach den Germania- Sälen einberufenen Verstehene so gut entwidelt, daß sie heute einen maßgebenden Faktor sammlung. Bei dieser Versammlung handelte es sich um eine in der Angestelltenjugend darstellt. Ueber 30000 Lehrlinge und öffentliche und es tonnte schon deswegen gar teine Rede davon sein, jugendliche Angestellte beiderlei Geschlechts find in rund 200 Jugenddaß diese Versammlung irgendwelche Beschlüsse zu der Lohn gruppen innerhalb des Zentralverbandes in Deutschland zusammenbewegung der Gastwirtsangestellten fassen sollte. Böllig unzutreffend gefaßt. In den Jugendgruppen des 3d. wird Wert darauf gelegt, ist es, wenn es in der Notiz heißt, daß die Kellner bei der daß die jugendlichen Angestellten und Lehrlinge berufstüchtige zehnprozentigen Entlohnung mehr als ausfömmliche Berdienste Menschen werden. Der Bd. forgt aber auch dafür, daß in wirt hätten. Dieses Prozentsystem ist dem Zentralverband der Hotel- schaftlicher und sozialpolitischer Hinsicht alles Erforderliche für seine Angestellten am Ende des großen Streits im Jahre 1921 durch jugendlichen Mitglieder und darüber hinaus für die gesamte Aneinen Schiedsspruch aufgezwungen. Es hat dazu geführt, daß die gestelltenjugend getan wird. Daneben wird der natürliche Trieb große Mehrheit der Berliner Kellner tatsächlich der Jugend zu Lanz und Spiel und geselligem Beisammensein unzureichend bezahlt wird, während ein kleiner Teil in nicht vernachlässigt. Sportliche Veranstaltungen und Wanderungen forgt, der Markt von Indien und Australien gehört zum Macht Luxusbetrieben und Hotels, wie das damals bereits vorausgefagt sollen dazu beitragen, den jugendlichen Körper und den Geist zu bereich der englischen Schwerindustrie. In Südamerika halten die wurde, allerdings gegenüber den Köchen zu hohe Verdienste hatten. träftigen zum Wohle des Boltsganzen. Unter diesem Leitstern Industrien der genannten drei Staaten einander ungefähr die Wage, Biel mehr Ursache aber noch als die Röche hat das gesamte übrige standen insbesondere die größeren Veranstaltungen, die die Jugend- in Japan hatte Deutschland einen leichten Vorsprung. Bezüg männliche und weibliche Personal, und das ist die große Mehrheit gruppen des Zentralverbandes der Angestellten in den letzten Wochen lich der Ausfuhr nach den europäischen Ländern war besonders die der Beschäftigten, über unzureichende Löhne zu flagen. trafen. der deutschen Industrie nach Holland sehr beträchtlich. Die verIm übrigen stellen wir die Notiz der B. 3." auch insoweit richtig, Das diesjährige fingstfest bereinigte in fast allen Teilen hältnismäßig sehr großen Mengen dürften aber wohl faum dort als der Zentralverband grundsäßlich gegen jede Beteiligung der Deutschlands die Zda. Jugend zu frohen Trefffahrten, aber auch verbraucht, sondern weiter ausgeführt worden ein. Englands RohKöche in Form von Prozenten am Umfah ist. Der Verband wird au ernster Jugendarbeit. Aus dem größten Teil der deutschen eisenausfuhr nach Italien bildet ebenfalls einen großen Bosten; deshalb niemals einer tariflichen Umfab Gaue, so aus Baden, Hessen, Württemberg, Bayern, Mitteldeutsch es ist der Hauptlieferant Italiens an Roheisen. Im übrigen blieb beteiligung der Köche zustimmen und hat auch niemals land, Thüringen, Oberschlesien und Schlesien, sowie Ostpreußen, die englische Produktion an Roheisen Ende April um 35 Proz. hinter eine derartige Forderung gestellt. Die B. 3." behauptet also auch war die Jugend zusammengefommen, um ein Bekenntnis zum frei dem Borfriegsstand zurück, dagegen war die Stahlerzeugung bereits nach dieser Richtung etwas Faliches. Schließlich kann die Hoffnung gewerkschaftlichen Gedanken abzulegen. Die gute Beteiligung, der um 20 Broz. größer als 1913. ausgesprochen werden, daß sich die B. 3." zukünftig an die fich die Veranstaltungen zu erfreuen hatten, beweist am besten, Organisation wendet, dann kann ihr ein solcher Reinfall nicht daß die freie Angestelltenjugend bewußt vorwärts schreitet. Es ist passieren. zu wünschen, daß der Jugendbewegung des 8d. die weitesten Sympathien zugewendet werden. 19 Die Löhne der Reichs- und Staatsarbeiter. Die am Montag erfolgte Neuregelung der Löhne der Reichs= und Staatsarbeiter hat feineswegs Befriedigung her vorgerufen. Im allgemeinen wurde erwartet, daß auch die Bezüge des Monats Mai nachträglich erhöht würden. Das Ausbleiben dieser Nachzahlung hat eine starte Unruhe hervorgerufen, um so mehr, als auch die für Juni bewilligte Zulage von 66% Proz. feineswegs den Erwartungen entspricht. In Berlin ist es bereits zu Komplitationen,.insbesondere in den Eisenbahnwerfstätten, gekommen. Die Direktion hat die am Donnerstag und Freitag auszuzahlenden Löhne bereits am DiensWertsangestellte. Mitgliederversammlung Donnerstag, den 7. Juni, abends 7 Uhr, Bögow- Brauerei, Prenzlauer Allee 242, Buchbinderverband. Sonnabend, den 9. Juni, vormittags 10 Uhr, im großen Gaale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24, Funktionärversammlung vorliegenden Tagesordnung ist es unbedingt erforderlich, daß jede Werkstube fämtlicher Branchen. In Anbetracht der außerordentlichen Wichtigkeit der vertreten ist. Die Ortsverwaltung. Devisenkurse. Unserer geftrigen Aurstafel ist noc nadzu tragen: 1 finnifde Mart 2054,50 Geld, 2065,50 Brief; 100 österr. Kronen( abgeft.) 102.74 Geld, 103,26 Brief; 1 tschechische Krone 2234, Geld, 2246,- Brief; 1 ungarische Krone 12,46 Gelb, 12,54 Brief: 1 bulgarische Sewa 798,- Geld, 802,- Brief; 1 jugoflawischer Dinar 852,50 Geld, 857,50 Brief; 1 Polenmark galt im freien Berkehr etwa 1,25 M. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: R. H. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; Lokales und Sonstiges: Willy Möbus, Berlin- Pankow; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Wetter bis Freitag mittag. 8iemlich fühl, zeitweise beiter, aber Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei veränderlich, im Dften noch leichte Regenfälle, sonst meist troden bei mäßigen und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68. Lindenstraße 3. nordwestlichen Winden. Sierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt". Tiefz BILLIGE Leipziger Laliger Straße Frisches Fleisch fett, Soweit Vorrat 50 Lebensmittel Soweit Vorrat Alexanderplatz Zervelatwurst....... Pfund 14000.- Rehkochfleisch Pfand 3600.- Frische Heringe Hammel- vorderfleisch und 7400.Hammelrücken Pfund 7500, Hammelkeulen.Pfund 8000.Kalbskamm Pfund 6000.Kalbsrücken.. Pfund$ 200, Gehacktes. Pfund€ 600, Landleberwurst.. Pfund 7200.- Rehblätter Pfand 7200.Rotwurst.. Schlangengurken Rhabarber St. Salat ........ Pfand ******** Pfand 6800.12000.Pfand Rehkeulen 3000. Harzer Käse e3000. Harzer Käse.... Pfand 3000.450.-- Käse............. and 3600.280.- Stangenkäse... Pfund 3600.......... Pfund Kopf grüne 1800.Frische Makrelenejd. 2500.Frische Steinbuiten Pja. 2800.Geräuch. Flund. Pa.3300.Kaninchen set and 2500.Margarine........... Pfand Pfand 8200.gestreift ge Nr.2H? � 40. Jahrgang Donnerstag, I.�ani 192Z »»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»,,»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»«»«»»»»»»»»>»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»«»»»> Sesthwerüen Das unzufriedene Herlin Vorschläge KuaSgebungen im Luftgarten. Die Freigabe des Lustgartens erst ab 12 Uhr bedeutet in der Praxis Unterbindung vieler Kundgebungen. Die Verwaltungs- burcaukrotie kleb! bedauerlicherweise noch zu sehr an dem über- lieferten staatlich fixierten Recht, scheint dabei zu übersehen, daß seit Sturz des obrigkeitlichen Gottesgnaden-Systems die„erstarrte" Rechtsordnung in vorliegendem Falle als überholt und unverbind- lich allgemein betrachtet wird. Die Benutzung des Lustgartens für Kundgebungen zu einer Zeit, die der Masse zusagt, hat sich bereits längst wenigstens zum Gewohnheitsrcchr herausgebildet. Die sonst streng respektierten Ordner würde man veranlassen, sich an den Kopf zu suhlen, hätten sie es je gewagt, den demonstrieren- den Massen die Freiheit einschränkende Anweisungen zu geben. Vermutlich wird die arbeitende Bevölkerung über den am grünen Tisch ausgeknobelten Ukas des Polizeipräsidiums lächelnd zur Tagesordnung übergehen. Die Polizei wird hoffentlich Takt ge- n u g besitzen, den Willen der Masse Mensch, die in hehrer Sache jeweils zusammenkommt, zu respektieren Die Domkirchenbesucher sollen ungestört weiter ihren Gottesdiensthandlungen nachgehen, nur sollen sie das mi: unter stark nach Provokation riechende intensive ostentativ einsetzende Domglockengeläute die seltenen Male unterlassen, denn das Getöse der Glocken wird von den Massen als Störung und Belästigung ihrer Handlung betrachtet und empfunden. Die Erlösung der Menschheit vom Jammer des irdischen Lebens: das war von jeher der eigentliche Zweck der Religion. Die arbeilenden Klassen haben sich durch ihren Zusam- menfchluß gleichfalls die Erfüllung obenerwähnter religiösen Auf- gäbe zum Zwecke gesetzt; denn auch was sie erstreben, besonders soweit sie Sozialdemokraten sind, ist eine religiöse Aufgabe, d. h. eine Sache, welche ihre Gläubigen mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Gemüt ergreift, dos Evangelium der Neu- zeit.— Die nächsten Demonstrationen werden sicher wiederum im Lustgarten statlfinden zu einer Zeit, die der arbeitenden Bevölke- rung genehm sein wird._ L. Berliner Reklame. Am Schloßplatz steht eine allen Berlinern wohlbekannt« W e t t e r s ä u l e mit verschiedenen interessanten Meßapparaten, zu denen die Lehrer ihre Schüler führen. Auch sie ist in großer Ge- fahr, abgerisien zu werden, wie ihre zahlreichen Schwestern, die Uraniasäulen, da die Stadt dort eine Reklame säule aufstellen lassen will. Alle Proteste des Bezirksamts gegen die vom Magistrat obasichloffenen Reklamcoer träge verhallen ergebnislos. Berlin wird mit Reklamen überschwemmt, damit der Stadt einige Millionen zum Dillion-Etat zufließen. So stehen jetzt an der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraßc vier Verkaufshäuschen, an der Kreuzung der Kronenstraße wud zwischen den Dämmen in einem Häuschen„gewechselt", am Spittelmarkt und Hausvogteiplatz harren die Häuschen noch der Mieter. Vielleicht verkaust man auch dort bald„Florstrümpfe", damit Berlin wieder aus die Bein« kommt! Die einzige der neuen Reklameerrungen- schaften, mit der wir alle uns wohl abfinden, sind die Halte- stellenanzeiger. Bald werden aber zu Reklamczwecken auch Wartehallen für die Straßenbahn errichtet werden. Man gehe nur einmal zum Spittelmarkt, wo sich ein sehr schöner Brunnen- bau befindet. Auf diesem kleinen Platz stehen jetzt soviel« Säulen, Tafeln, Häuschen, daß man von dem großen Zierbrunnen kaum noch etwas sieht. Man sieht hier deutlich, zu welchen Uebertreibungen die Reklameseuch« bereits geführt hat. Wer Reklame machen will, soll nur tüchtig die Tageszeitungen, vor allem den„Vor- w L r t s", benutzen, der hat Platz für schöne Anzeigen, aber mit der Verschandelung Berlins sollte man doch endlich Schluß machen. Da die Bezirksämter dem Magistrat gegenüber in dieser Angelegenheit völlig ohnmächtig sind und alles über sich ergehen lasten müssen, bleibt nur der Protest der großen Oeffentlichkeit gegen diese wenig erbauliche Geschäftstüchtigkeit im Roten Hause. Dr. A. Str. Sleinliche finisse. Als die Bestimmung herauskam, daß der Kontrolleur der Gas- und Elektrizitätszähler gleich bei der Stand- aufnahm« das Geld einzukassieren habe, da begrüßte man diese Maßnahme als einen Versuch, überall rationelle Wirtschaft«in- zuführen. Als der März mit seinen Riesensteigerungen nahte und der Gas- und Strompreis auf das Doppelte erhöht werden sollte, da fand man wohl plötzlich, daß man mit einem Beamten nicht auskommen könne, weil der Benutzer möglicherweise ein paar Tag« länger den billigeren Tarif genießen könnte. Und so schickt« man einen besonderen Kontrolleur durch die Wohnungen, der nur den Stand aufnahm— so ging es schneller— und der Kassierer kam wieder zehn Tage später. Als Ausrede hatte der standaufnehmende Beamte zu sagen, daß er die Zähler zu kontrollieren habe. Im April ändert« sich nun das Bild. Die Gas- und Elektrizitätspreise gingen um ein paar Prozente herunter. Der kontrollierende Beamte kam wieder, aber nun hatte der zehn Tag« später folgend« Kassierer sich nicht mehr an die Aufnahm« seines Vorgängers zu kehren, sondern nahm den hohen Preis bis zu dem Tag« des Einkassierens ein, so daß wir den höchsten Stand nicht einen Monat, sondern 5 bis 6 Wochen zu zahlen haben. Man fragt sich erstaunt: warum diese Kniffe? Warum kein ehrlicher Standpunkt? Die Stadt stellt doch selbst die Preis« fest. Sie schreibt: Von der Bestandaufnahm« dieses Monats wird der Preis so und so viel betragen— und schickt bei der Heroufsetzung des Preises einen besonderen Beamten, um ein paar Tage zu ge- winnen und verzögert aus demselben Grund« die Aufnahme bei Preisherabsetzung. Wie würde man einen Kaufmann bezeichnen, der mit solchen Mittelchen arbeitet?! C. Der Magistrat spart. Von den Dienststellen der städtischen Girokassen wird zurzeit verlangt: eine Aufstellung aller in diesen Kasten beschäftigten Beamten und Angestellten unter Angabe der Besoldungsgruppen und die genaue Angabe der Tätigkeit des einzelnen in 1 4 f a ch« r Ausfertigung. Der Oeffentlichkeit gegenüber bleibt der Ma- gistrat die Rechenschast schuldig, wieviel Instanzen geschaffen werden müssen, um die Tätigkeit des einzelnen unteren Beamten zu kon- trollieren in bezug auf Sparsamkeit. Wieviel Zeit und Papier sind nötig, dutzendweise Tätigkeitsberichte über den einzelnen städti- schen Beamten und Angestellten herzustellen. Sollt« ein gesunder Menschenverstand walten, so hätte der Magistrat alle Veranlassung, 13 Instanzen zur Sparsamkeitskontrolle in den Ruhestand zu ver- setzen. I. 20 M. Strafgebühren für beschädigte Kafseuscheiue. Die Reichsbank versucht scheinbar dem wohl allerseits als furcht- bar empfundenen Zustand unserer Zahlungsmittel, des Papiergeldes, das oft durch allzu langen Gebrauch die Aehnlichkeit mit den gleich- artigen Scheinen schwer erkennen läßt, durch ein Radikalmittel ab- zuhelfen. An die Eisenbahnbehörden ist eine Verfügung ergangen, daß Geldscheine, die„durch scheinbar vorsätzliche Z e r st ö r u n g" lädiert, als Zahlungsmittel nicht angenom- men werden dürfen. Gewissenhafte Schalterbeamte lchnen jetzt sämtliche, durch das Kniffen des Scheines fast bei allen älteren Scheinen zu bemerkende leichte Einreißen, also nur durch den Gebrauch leicht beschädigte Scheine als nicht„gültig a b. So während der Lsterfeiertage auf dem Bahnhof Gesund- brunnen, wo nach Beschwerde bei dem Bahnhofsvorstand erreicht wurde, daß nach Zahlung von 20 M. an Instandsetzungs- gebühr bei einem Scheine von 5V M. Wert der Geldschein in Zah- lung genommen werden sollte. Wenn eine staatliche Kasse oder Be- Hörde einen staatlichen Geldschein ablehnt, ist er doch sicher auch im privaten Verkehr ungültig. Warum wird, wenn die im Verkehr befindlichen alten, doch meist durch leichtes Einreißen beschädigten Scheine behördlicherseits nicht mehr anerkannt werden, nicht durch eine allgemeine Bestimmung die Ungültigkeit aller solcher Scheine erklärt? Das würde zur Folge haben, daß ein gut Teil kleiner Wertzeichen zugunsten des Staates vernichtet, der ander« Teil aber durch sorgfältiges Kleben seitens des Publikums selbst instand ge- setzt wird.- G. Wassergeld auf Friedhöfen. Wer an wärmeren Tagen zu den Gräbern lieber Angehöriger geht, um die Anpflanzungen zu begießen, wird von den Friedhofs- Verwaltungen„eingeladen", für die Sommermonate sofort ein „W a s s e r g e l d" von 200V M. zu bezahlen, andernfalls wird die Grabpflege verboten. Seit wann versagen die Ziehbrunnen der Kirchengemeinden, oder sind auch hier die städtischen Wasserwerke Verkäufer des angesammelten Grund- und Regenwassers? Und warum müssen diese Beträge denn wieder die Unbemittelten auf- bringen? Die Unkosten des nun erforderlichen Kontrollapparats werden die Einnahmen wahrscheinlich verschlingen, und viele Grab- stästen, jetzt noch Denkmäler treuen Gedächtnisses, werden bald verödet sein. K. N. Der hunöejäger. In dieser, bald in jener Gegend Berlins zeigte sich vor längerer Zeit ein Mann, der durch sein aufgeregtes Wesen, daß so recht zu seiner sonstigen Erscheinung paßte, auffiel. Atemlos sprach er die Passanten an und fragte sie, ob sie nicht soeben einen Schäferhund gesehen hätten. Das Tier müsse in dieser Minute um die Ecke ge- laufen sein. Natürlich verneinten die Angesprochenen die Frag«, und schnell sammelte sich ein« neugierig« Meng«, und vor dieser gebärdete sich der unglückliche Hundebesitzer wie ein Unsinniger. Er jammerte, schrie und weinte, erzählte dann so nebenher den Leuten, daß das wertvolle Tier ihm sehr ans Herz gewachsen sei und daß er gar nicht ohne das Tier leben könne. Er wag« es auch gar nicht mehr, ohne seinen lieben Hausgenossen heimzukehren. Es war dann auch immer der«ine oder andere Radfahrer in der Menge, und diesen bat er dann, ihn doch für einig« Minuten auf das Rad aufsitzen zu lassen, damit er dem weggelaufenen Hunde nachsausen könne. Mitleidsvoll wurde ihm das Rad dann auch von irgendeinem Vertrauensseligen, dem die Umstehenden noch zu- redeten, überlassen, und mit vielem Dank und dem Versprechen, gleich nieder zurück zu sein, fuhr der Mann davon. Der Fahrrad- besitzer sah ihn aber nie wieder und merkte schließlich nach vergeb- lichem langem Warten, daß er einem Gauner zum Opfer gefallen sei. Als er eines Tages dieses Manöver wieder ver- suchte, hatte er das Pech, daß einer der von ihm früher einmal auf die gleiche Weise Geprellten dazukam, ihn wiedererkannte und f e st- nehmen ließ. Pichau hatte sich jetzt wegen des Diebstahls von 17 Fahrrädern zu verantworten. Die von dem Ver- teidiger Dr. Braun geltend gemachte verminderte Zurechnungs- fähigkeit ließ das Gericht nicht gelten und erkannt« dem eigenartigen Hundejäger den jetzt so beliebten„Jagdschein" nicht zu. Der Angeklagte erhielt drei Jahre Gefängnis. Damit hört die Fahrradjagd für dies« Zeit auf, und man wird sowohl dem Jäger als auch den Fahrradbesitzern dies«„Schonzeit" gerne gönnen. Das küchenmefter in üen Rücken. Schwere Vlulkat eines Jugendlichen. Ein mit unglaublicher Roheit und Dreistigkeit um die Mittagszeit in der belebtesten Stadtgegend ausgeführter Raubüberfall brachte den ISjährigen, bei einer Versicherungsgesellschaft beschäftigten Buch- Halter Kurt T a e tz n e r vor das Schwurgericht. Am 8. Dezember v. I. war die jugendliche Kontoristin Erna Riß mann von ihrem Geschäftshaus in der Brunnenstraße zum Postscheckamt in der Dorotheenstraße geschickt worden, um einen größeren Geldbetrag abzuheben. Der Angeklagte hatte das junge Mädchen von der Dorotheenstraße aus verfolgt. Als sie in ihrem Geschäftshaus« den Seitenflügel betrat, hatte er ihr hinterrücks e i n langes Küchenme'ser bis ans Heft in den Rücken gestoßen, ihr die Aktentasche mit dem Geldbetrage entrissen und war davongelaufen. Laut schreiend war die Ueber- fallen« mit dem Messer im Rücken dem Räuber auf die Straße ge- folgt und hatte auf diese Weise die Festnahme veranlaßt. Der Angeklagte hatte auf der Flucht die Tasche von sich geworfen. Die erregt« Volksmenge war über den rohen Burschen hergefallen, und nur dem Eingreifen von zwei dazukommenden Schupobeamten war es gelungen, zu verhindern, daß an ihm auf der Stelle Lynch- justiz geübt wurde. Immerhin hatte Taetzner so schwere Ver- letzungen davongetragen, daß er blutüberströmt zur Sanitätswache gebracht werden mußte, wo er erst verbunden wurde. Der Ucbel- täter hatte auf der Polizei ein offenes Geständnis abgelegt, daß er schon von Hause das Küchenmesser mitgenommen hätte, mit der festen Absicht,«inen Ueberfall zu begehen. Als Grund für feine Handlungsweise gab er an, daß er 38000 Mark Geschäfts- gelder verloren habe und sich diesen Detrag auf irgendeine Weise wiederbeschaffen wollte. Drei Tage später ließ er sich dem Untersuchungsrichter vorführen und widerrief dieses Geständnis. Er behauptete jetzt, daß er. über den Geldverlust in Verzweiflung ge- wesen und das Messer von Hause mitgenommen habe, um im Tier- garten Selbstmord zu verüben. Dazu habe ihm aber dann der Mut gefehlt. Als er das junge Mädchen mit der dicken Aktenmappe sah, sei er auf den Gedanken gekommen, sich durch Beraubung in den Besitz des Geldes zu setzen. Wie er zu der Bluttat gekommen sei, wisse er selbst nicht. Der als Sachverständiger vernommen« praktische Arzt Dr. Reuter bezeichnete es als einen glücklichen Zufall, daß das junge Mädchen bei der an sich lebensgefährlichen Ver- l e tz u n g mit dem Leben davongekommen sei. Nur dem Umstand, daß das Messer zwischen den Rippen steckengeblieben sei, wäre es (dopzuigM by Wegweiser-Verlag Berlin.) 5i Als die Wasser fielen. Don Okio Rung. Aus dem Dänischen von Erwin Magnus. In der seither verflossenen Zeit hatte Gude ein paar hava- rierte Gesellschaften untersucht. Seine Meinung fiel hier mit der des Ministers zusammen: Die Leitung hatte ungefähr alle Dummheiten begairgen, die man überhaupt begehen konnte. Sie hatten wie Betrunken« gehandelt, die berauscht waren von den riesenhaften Konjunkturen des Krieges, die sie geschaffen und ihnen eine Zeitlang Glück gespendet hatten. Letzt mußten sie sterben!— Kürzlich hatte Gude den Auftrag erhalten, das große Schiffsbau- und Schiffahrtsunternehmen„Dänische Werft" einer kritischen Revision zu unterziehen und Vorschlüge zu dessen Rekonstruktion auszuarbeiten. Das mächtige Material an Kassenbelegen und Kopie- büchern war in seine Kajüte gebracht worden. Die ungeheuren Stapel türmten sich bis fast zur Decke auf." Der Verwaltungsdirektor der Werft war Andreas Paust, der bekannte Handelsmatador und Kunstmäzen der Kriegs- Periode. Vorläufig fand Gude jedoch keine Veranlassung, mit ihm zu sprechen. Er suchte bis auf weiteres nur Fühlung mit der großen Bank, die die„Dänische Werft" finanzierte. Daß der technische Leiter der Werft, Kapitän z. S. Stark, Gudes Schwager war, konnte ihn nicht hindern, an die Auf- gäbe heranzugehen. Für die ökonomische Leitung des Unter- nehmens trug der Schwager keine Verantwortung. Lm übrigen war das Verhältnis zwischen dem Schwager und ihm unher, stich und gezwungen, was auch immer der Grund sein mochte. Seit sie auf der Kadettenschule zusammen gewesen waren, hatten sie sich nicht getroffen. Gude hatte im Zlusland die Mitteilung von der Verlobung des früheren Kameraden mit seiner Schwester erhalten. Kurz darauf hatten sie sich verheiratet. Jetzt, nach Verlauf von fast fünfzehn Iah- rer� sah er sie beide wieder. Die Schwester hatte ihn ausgefor- dert, ein paar Zimmer zu beziehen, di? in dem alten, von ihr und ihrem Mann? bewohnten, in der Nähe von Amalienborg belegenen Hause der Familie leer standen. Er hatte es jedoch aus vielerlei Grütideu abgefchlogen. Die seltsame, scheue und zurückhaltende Art, in der der Schwager ihm entgegenkam, hatte den Ausschlag gegeben. Auch nicht das Wiedersehen der alten Wohnung, in der er seine Knabenz«it verlebt hatte, vermochte ihm größere Freude zu bereiten. Seine Schwester Edith hatte gleich nach seiner Heimkehr versucht, ihn in ihren Kreis zu ziehen, der aus den Ueberleben- den der führenden Klasse seiner Kindheit, Hofkreisen, Diplo« maten und Misttärs, bestand. Er fand sie leblos und in der Form erstarrt. Seine halbossiziellc Stellung zwang ihn später zu gesellschaftlicher Berührung mit der neuen, in der großen Handelszeit des Krieges entstandenen Bourgeoisie. Die war ihm nicht weniger zuwider. Die Männer waren ohne Intelli- genz, die Frauen raffiniert gekleidet, aber roh. Er wurde selbst der Gegenstand größerer Aufmerksamkeit, als ihm lieb war. Di« jungen Mädchen durchforschten ihn mit saistverftän- dig unverschleiertem Blick vom Scheitel bis zur Sohle, als schätzten sie seine Körperlichkeit ab. Vermutlich erkundigten sie sich darauf bei irgendeiner Auskunftei nach seinen ökono- mischen Verhältnissen. „Wir finden Sie interessant", sagte eine von ihnen, ein strudelköpfiges, blondes kleines Ding, das zart und ungefähr bis zum Gürtel entblößt war.„Sie interessieren uns, wie ge- sagt, sowohl als Maskulinum wie als Tnv«. Wir haben gestern im Klub lang« über Sie debattiert. Warum lassen Sie sich dort nicht sehen? Warum treiben Sie keinen Sport?" Ihre Sfimme zögerte:„Ist Ihre Invalidität vielleicht schuld daran?" Beim Sprechen hatte sie fortwährend das rauckkarbige Glas betrachtet, das in seine rechte Augenhöhle geklemmt war. Sie war nicht die erste in diesen Kreisen, die auf seine rechts- seifige Blindheit hingedeutet hatte. Keine Taktlosigkeit ärgerte ihn so sehr wie diese. Da saß diese selbstsichere kleine Person und sprach schnell in ihrem spitzfindigen, zynischen Jargon mit dem harten kleinen Stimmlaut, der bei diesen Töchtern reicher Männer Mode war und den sie wohl von ihren Kava- lieren gelernt hatten, die ihn ihrerseits wiederum von Kurti- fanen hatten. Sie wartete noch auf seine Antwott, ihre nack- ten, runden Schultern bebten vor erwartungsvoller Lust. Sie hätte sich gedacht, sagte sie und ließ die Zunge an den Lippen entlang gleiten, daß er das Auge unter den Schrecken der russischen Nevolufion verloren hätte, daß es von einem roten Gardisten mit einem im Lagerfeuer glühend gernachten Bajo- nett ausgebrannt wäre. Auch was die Weiber der Roten mit Männern, die in ihre Gewalt fielen, machten, hätte sie gehört. Gude begnügte sich mit der ttockenen Antwort, daß der Verlust des Auges zwanzig Jahre zurückläge, und sagte, was teilweise der Wahrheit entsprach, daß ein Unfall in seiner Knabenzeit ihn verursacht hätte.— Sie glaubte ihm offenbar nicht, aber ihr Lächeln erhielt eine eigene Süße, wahrscheinlich respektierte sie, daß er log und also ganz andere, aufreizende Dinge zu verbergen hatte. — In diesen Kreisen galt er eher für blasiert, als für einen Sonderling. Ließ er seinem Widerwillen freien Lauf, so begegnete er nur einem Paar lockender Augen und einem Lächeln bewußter Erotik um rotstistbemalte Lippen.— Die Kajüte um ihn her kam ihm wie eine Klosterzelle vor, aber ihre Einsamkeit machte ihn doch nicht ganz ruhig. Hier gab es zu viele finstere und verdächtige Winkel! Am frischesten war es noch morgens, wenn er an Deck kam und den feuchten Atem der Märzluft spürte oder dem Vorbeigleiten des grünen Wassers folgte, ehe er sich an fein Tageswerk machte. * Frisches Wasser an Bord bekam Gude von einem Schiffer, der ein Tankboot durch den Hafen führte und die Schiffe mit Trinkwasser für die Reise versorgte. Er preite Gude mit einem Pfiff:„Hallo Kapitän! Lassen Sie mich an Bord, damit ich Ihnen persönlich weine Waren empfehlen kann. Feinstes Kopenhagener Gemeindewasser!" Sein Boot war ein kleiner Dampfer aus zerbeultem Blech, wie eine Keksdose, zusammengebolzt und mit einem Ofenrohr. das mit einem Knick nach hinten gebogen war und tinten- schwarzen Rauch in Ringeln qualmte. Die Maschine räusperte sich und spuckte, aber was das Ziehen anbetraf war sie ein kleiner Teufel, wie Kapitän Samuelsen sagte, und faßte gern beim Bugsieren eines Fünfmasters mit an, wenn es darauf ankam! Doch die Schäbigkeit des Bootes war berüchtigt, es wa- der schwimmende Skandal des Hafens, ein nach ranzigem Oel stinkender frecher Räuber, der einem Schiff unter voller Fahrt mit einem großartigen Schwung gerade vor den Bug lief, seine Fender aus zerfasertem Hanf wie sechs abgehauene Negerköpfe gegen die Seite schwappend. (Fortsetzung folgt.) Rüderstr. 7. Beteiligung an ben Borinag zu verdanken, daß die Berlegung feine nachteiligen Folgen gehabt| Wanderauskunftsstelle des Jugendamts Friedrichshain. Der Jungsozialisten. Gruppe Friebrichshain. Wynedens über: Jugend und Staat" in der Stadthalle Klosterstraße. habe. Gefängnisarzt Dr. Ludwig Hirsch bezeichnete den Ange- wandernden Arbeiterschaft wie auch der Jugend im besonderen ist Rarten sind im Landsgemeindehaus zu haben. Gruppe Süben. Die Veranstaltung fällt aus; die Mitglieder beteiligen fich an dem Borttag flagten, der allerdings einen etwas weibischen Eindruck mache und jezt endlich auch im Bezirk 5 die Möglichkeit gegeben, jegliche Wynedens in der Stadthalle. Gruppe Neukölln. 7% Uhr im Jugend dem man bei seiner Schüchternheit eine derartige Tat faum zutrauen ustunft in Fragen des Wanderns und der Wanderheim, Nogatftr. 63, Disfusionsabend. follte, als völlig geistig gesund. Nach sehr langer Beratung bewegung, wie Fahrpreisermäßigung, Bleibenausweise für JugendMorgen, Freitag, den 8. Juni: verneinten die Geschworenen die Schultfrage auf schweren Raub und herbergen, Quatiernachweise, Jugendherbergsangelegenheiten, Schul erklärten den Angeklagten schuldig des Diebstahls sowie ausflugsbeihilfen im Bezirksamt Markusstr. 49, Zimmer 33, au 5. bt. Pünktlich 8 Uhr Gigung aller Abteilungsfunktionäre im Lokal Thiel, der Körperverlegung mittels hinterlistigen erhalten. Ab Montag, den 4. Juni, ist die Auskunftsstelle jeden 6. abt. 7½ use Funktionärsigung bei Dobrohlaw, Swinemünder Straße 11. Ueberfalls, verneinten aber das strafverschärfende Moment der Montag von 1,4 bis 16 Uhr und jeden Freitag von 11 bis 1 Uhr 7. Abt. 7 Uhr Funktionärsiung bei Bärwalde, Schlegelfte. 8. 43. Abt. 7 Uhr bei Rrüger, Grimmstr. 1, Bezirksführersizung. Ausgabe der lebensgefährlichen Behandlung mittels der Waffe. Das Urteil geöffnet. Beitragsmarten. Die Armbinden sind mitzubringen. lautete auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis unter Schöneberg. 77. Abt. 7½ Uhr Funktionärsikung. 1. Vortrag des Genoffer Fritsch. 2. Geschäftliches.. Anrechnung von fünf Monaten Untersuchungshaft. 78. Abt. 7 Uhr im Lokal König, Brinz- GeorgStraße 10, Borstandsfizung. Ebenda um 8 Uhr erweiterte Borstandsfigung. 79. st. Pünktlich 7% uhr wichtige erweiterte Borstandsfigung bei Groß, Sedanstraße 17. Alle Funktionäre, Rommissionsmitglieder und Bezirkskassierer müssen erscheinen. 81. Abt. Friebenau. 8 Uhr erweiterte Borstandssigung bei Ulbrich, Handjernstraße 86. 85. abt. Sempelhof. 7½ Uhr bei Lange, Ringbahnstraße, erweiterte Borftandsfizung. Erscheinen Pflicht. Er will feine Mieten haben! Ein Hauswirt oder Verwalter, der in den Streik tritt, nicht mehr mit Haueangelegenheiten belästigt sein möchte und sich weigert, Geld von den Mietern zu nehmen, ist doch wohl eine Seltenheit. Aus unserem Lesertreise wird uns nun dieser feltene Fall berichtet. Der Verwalter Günther in Neukölln, Schillerpromenade 5, ist den Gelbannahmeftreit getreten. Durch einen Aushang im Hausflur verkündet er folgendes: „ Da die Umlage des Portiers für März und April von 4874 M. nicht erledigt ist wo dieselbe bezahlt da das Verwaltungsgeld nicht ausreicht ich aber aus meiner Taiche dasselbe zu zahlen nicht geneigt bin, werde ich bis das geregelt ist feine Miete faifteren und feine Rechnungen bezahlen und bitte ich bis dahin in Hausangelegenheiten mir nicht au belästigen. E. Günther." Die Hausbewohner werden diesem Wunsche gewiß gern nach fommen und ihm" mit Geldzahlungen nicht belästigen. " Das Zentralwohlfahrtsamt teilt mit, daß die Kleiderwerte Baer Sohn A.- G, Chauffeeftr. 29/30, aus Anlaß des sechzigsten Geburtstages ihres Direktors Baer dem städtischen Obdach 500 Männerhemden und 500 Frauenhemden zur Verfügung gestellt haben. 3mmer noch alfe Hoheitszeichen. Die Hoheitszeichen der früheren Staatsform befinden sich immer noch an der Dienstkleidung einzelner Beamten. So trägt ein Teil der Beamten der Reichebahn auf den Achselstücken getrönte preußische Wappen idilber. Die Dienfivorsteher find angewiesen worden, dafür zu Vorträge, Vereine und Verfammlungen. forgen, daß das Echild abgenommen wird. Die Juristische Sprechstunde findet im Juni Montags, Mittwochs und Freitags von 3-6 Uhr, Dienstags und Donnerstags von 6-7 Uhr und Sonnabends von 3 bis 5 Uhr statt. Zucker auf Sonberabschnitte der Milchkarte. Wie im Monat Maid. 3. berechtigt auch im Monat Juni d. J. der Sonderabschnitt der für die ein und zweijährigen Kinder geltenden A Milchfarte zur Entnahme von 2 Pfund Zuder, der Sonderabschnitt der B- Milchfarte( brei und vierjährige Kinder) zur Entnahme bon 1 Pfund Buder, und der Sonder abschnitt der C- Milchfarte( für werdende Mütter) zur Entnahme von 2 Pfund Zuder. Der Preis für diesen fog. Säuglings. sucker ist der gleiche wie für den auf Buderkarte verläuflichen Buder. Der Säuglingsauder fann im Gegensatz zu früber von jedem beliebigen Stolonial warengeschäft gekauft werden. Diese Geschäfte liefern die Marken nicht mehr beim Ernährungsamt, sondern bei der Zuckerkontrollstelle ab. Groß- Berliner Parteinachrichten. Für den Kampffonds der VSPD. Otto Klemperer, Berliner Generalmusikdirektor? Man soll die B. 3. am Mittag" nicht vor dem Abend loben. Es ist noch nicht ausgemacht, daß Otto Klemperer aus Köln das Regiment der Berliner Staatsoper übernimmt. Vorläufig schweben nur Verhandlungen; kommen sie aber zu gutem Abschluß, so ist Berlin sicher um einen der interessantesten Musikertöpfe reicher. Wir kennen ihn zwar nur aus gelegentlichen Konzertaufführungen, die ihn als geistreichen, diffizilem Wert mit scharfen Strichen nachgehenden Musiker zeigten( Mahler, Schönberg). Sein Bestes, sagt man, jei seine Opernführung. Die ihn preisen, wissen zwar aus eigenem Erfahren auch nichts über ihn, aber einmal spricht Rolland im ,, Johann Christoph" Gutes von Klemperer, zum zweiten aber und vor allem verdankt er seine Opernfarriere dem Manne, der die Wiener Oper wurden vom 5. Kreis( Friedrichshain) aus diversen Ueberschüffen zehn Jahre zu einem Jdealinstitut geschaffen und dessen Mozart 150 000 m. überwiesen und vom Genoffen P. Bey an die BezirksAufführungen noch heute von Hörern hymnisch besungen werden: Gustav Mahler. Der empfahl feinerzeit den jungen Klemperer nach taffe abgeführt, worüber hierdurch mit bestem Dant öffentlich 3. A.: Alex Pagels. Brag und Hamburg, und so etwas tat er nie bei einem Unwürdigen. quiffiert wird. Klemperers Wesen ist auf Fortschritt, Tat und Neues gestellt, sein Wille ist energiegeladen, feine Musikalität umfassend. Seht er seinen eifernen Kopf auch gegen Widerstände in Berlin durch, so ist Aufschwung und vielleicht Höchstleistung von der Berliner Staatsoper zu erwarten. Als Leiter der Sinfoniekonzette wird er wohl seinem abgesägten Kölner Kollegen taum folgen wollen. Auch das wird sich nun bald flären müssen. Blech geht definitiv an das Deutsche Opernhaus. Man wird verlangen müssen, daß über Stiedrys Position an der Staatsoper oder im Krollschen Institut mit Tatt 6. und Gerechtigkeit bestimmt werde. K. S. 105. Abt. Adlershof. Freitag, den 8. Juni, 7 Uhr, Lotal Biege, Bismardstraße 29, öffentliche Bersammlung. Tagesordnung: ,, Die Kriegserklärung der Schwerindustrie". Ref. Gen. Franken- Solingen, M. d. L. Kreisvorstandes an bekannter Stelle. 3. Kreis. Webbing. Freitag, ben 8. Juni, 7 Uhr, Sigung des erweiterten Kreis. Kreuzberg. Freitag, den 8. Juni, 8 Uhr, in der Juristischen Sprech stunde, Sigung der Beitungskommission. Freitag, den 8. Juni, 7% Uhr, Konferenz der Mieterratso bleute der Abteilungen bei Wolf, Gräfeftt. 26. Bon jeder Abteilung hat auch ein Bertreter der Beisiger bei den Miet einigungsämtern zu erscheinen. Der zuständige Bezirksstadtrat wird erfucht, anwefend zu fein. 14. Kreis. Reutölin. Freitag, den 8. Juni, T½ Uhr, Funktionärverfammlung im Gesangsfaal ber Anaben- Mittelschule, Donauftr. 120. Thema: Deutschlends Wirtschaftslage". Ref. Landtagsabgeordneter Buchwig- Görlig. Mitgliederversammlung Gemeinschaft proletarischer Freibenter. Steglig. am Freitag, den 8. Juni, abends 7½ Uhr, in einem Alaffenzimmer der Ge meindefcule 6( Plantagenstraße). Bortrag bes Genoffen Dr. Krische:„ Kritis von Spenglers Untergang des Abendlandes". Gäfte find willkommen. Verein der Freidenter für Feuerbestattung, E. B. Freitag 7 Uhr in der Comeniusschule, Schöneberg, Frantenstraße, Borinag mit Lichtbildern über: Freidenfertum und Feuerbestattung". Arbeitersport. Ite Rachtrag zur Ausschreibung zum Sportfest des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Frisch- Frei", G. B., Niederschöneweide, am 15. Juli 1923. Herren über 35 Jahre: 100- meter- Lauf, Wellspringen, 4 mal 100- meterStafette. Meldungen find zu richten bis 1. Suli an Friz Janisch, BerlinRieberschönemeibe, Berliner Straße 38. Der B. F. C. Abler 1912 fucht für feine 1., 2. und 3. Mannschaft für die Wochentage Spiele auf eigenem ober Gegners Plaz. Angebote an R. Montag, Sonnabend, ben 9. Juni, fpielt Abler I Berlin 9. 20, Briegener Str. 18. gegen M. T. B. Bernau auf dem Adlersportplag Christianiastraße. Beginn 5% Uhr. Sonntag, ben 10. Juni, bler I gegen Beltener Ballspielflub, Adler II gegen Beltener Ballspielklub II. Beginn 3 Uhr. Berliner Schwimm- Unien 1913. Die nächste wichtige Gigung für Mit glieber über 17 Jahre ist am Donnerstag, ben 14. Juni, abends 7% Uhr, im Bereinslokal von Tornom, GO. 16, Michaeltirchstr. 28. Das Erscheinen ist unbedingte Pflicht. Die Uebungsstunden finden, für sämtliche Abteilungen referviert, jest jeden Freitag von 6 bis 7% Uhr in der Flußbadeanstalt ,, Am Mühlengraben", Friedrichsgracht, unweit Spittelmarkt, statt. Jeden Gonntag Rettungswache im Freibad Adlershof", unweit Bahnhof Oberspree. " Sport. Rennen zu Hoppegarten am Diensfng, den 6. Juni. 1. Rennen. 1. Hiltrud( Krüger), 2. Kasbed( Grabfd), 3. Sonnen Ichein( Breege). Toto: 52:10, ẞlag: 16, 12: 10. Ferner liefen: Sham Dich, Grasmüde. 2. Rennen. 1. Goldulf( Raftenberg), 2. Eidmote( Senkich), 3. Aleg ( Weber). Toto: 63: 10, Blat: 28, 30, 69:10. Ferner liefen: SpokenHefer, Gistreiben, Lehnsgraf, Feirefis, Dtavi, Maifrigdorf, Czardas Gretel. 3. Rennen. 1. Staffellauf( Strüger), 2. Dorian( Tarras), 3. Polide ( Basch). Toto: 60:10, 117, 13, 16:10. Ferner liefen: Fillipov, Billiger, Fateider, Lamoral, Reford. 4. Rennen. 1. Nicotin( v. Fallenbay), 2. Chrysolith(. Schilgen), 3. Civilift( Schlutius). Toto: 45:10, Blat: 28, 25:10. Ferner liefen: Teifi, Cea. 5. ennen. 1. Ilchida( Torfe), 2. Ellelleit( Tarras), 3. Novize Olejnit). Zoto: 17: 10, Plat: 17, 50: 10. Ferner liefen: Auslese, Mortala, Drchis. 6. Rennen. 1. Lapis Electrig( Bachmeier), 2. Fribora( Sentich), 3. Alarid( Raftenberg). Ferner Zoto: 118: 10, Play: 37, 41, 41:10. liefen: Abbazia, Sardanapal, Minnie, Zannenfels, Mignon, Jungfernrede, Leuchtfeuer, Palette. „ Neue Reichsbanknoten". Zu der von uns gebrachten, einer Rorrespondenz entnommenen Mitteilung, wonach demnächst deutsche Reichsbanknoten zu 500 000 m. im Kupferdruckverfahren her gestellt werden sollen, teilt uns die Reichsdruckerei mit, daß zwar die Absicht besteht, solche Noten herauszugeben, ein fester Beschluß aber noch nicht gefaßt ist. Sollte es dazu tommen, so würden die neuen Reichsbanknoten jedoch nicht im Kupfertiefbrud 73. Abt. Schmargendorf. 8½ Uhr Borstandssitzung. Erscheinen ist Pflicht( Grabsch). Toto: 44:10, Blat: 23, 18: 10. Ferner lief: Flugschrift. Derfahren, sondern im Buchdruck hergestellt werden. Urania Theater, Lichtspiele usw. Al- Berlin Opernhaus 1/2 Uhr. in der Biedermeierzeit Volksbühne Reichshallen Th. 712 Uhr: Mona Lisa Lustigen Welber von Windsor Schauspielhaus Lessing- Th. 742 Unr: Sommerspielzeit! Peer Gynt Allabendl. 7 Uhr: Theater i. d. Königgrätz. Str. 8: Die wunderl. Geschichten des Kapellm. Kreisler I. Teil Liebesstreik Residenz- Th. Tägl. 8 Uhr: Die Entlassung Berliner Th. Kleines Th. 1.30 U.: Mädi Deutsch. Opernhaus Tägl. 8 Uhr Das blonde Gift Allabendl.71/ 2 Uhr. Sonntag nachm. 3 U. halbe Preise Stettin. Sänger DonhoftBrett'l KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße Schokolade Anf.7% 0 sehr preisw.! Theater am Sarotti Stollwerck Mauxion Kottbus. Kant u. a. Marken Tor Täglich 7/2 Uhr billig! Elite- Eisen& Diamant Sänger U. a.: Die Kaiserstr. 4 letzte Rose Andreasstr. 18 Heute Donnerstag, den 7. Juni: Lotal wie bekannt. Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rollege. der Arbeiter Kurt Heilmann am 1. Juni gestorben ift. Die Einäicherung findet Donners tag, den 7. Juni, vormittags 11 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Unser Rollege, der Elektromonteur Erich Schwartz starb am 2. Juni. Die Einäfcherung findet am Freitag, ben 8. Juni, vormittags 11 Uhr. Krematorium Baumschulenweg, im Riefholzftraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Unser Kollege, der Mechaniker Werner Debois ist am 2. Juni gestorben. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. 7 Uhr: Tannhäuser su Trianon- Th. LUNA PARK Verein Ber Komödie Friedr.- Wilhelmst. Th. Walzer Rutkay Tägl. 8 Uhr: Musik von Léhar Die blonde Ratte Volksoper Groß. im Theat. d.Westens SU: Central- Theater Die dumme Liebe Operette Musik 8: Die Zarenbraut von Vikt. Hollaender Infimes Theater 8: Diplomat im Dienst D blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 Uhr Deut. Künstler- Th. Die 71/2: ugend TH Die blaue Hawaii prinzessin Metropol- Theater Musik v Kurt Zorlig 7%: Die Schönste( Adalbert, Seldi, Bois, Kürthy) der Frauen Vorverk ununterbr. Neues Th. am Zoo neater des Ostens Täglich 8 Uhr:( Rose Theater) Der Leibkutscher 73 U.: Trompeter des Fridericus Rex von Säkkingen Neues Volkstheater Walhalla- Th. 7 Uhr: Die Fahrt nach Orplid 7.45 Uhr: Die Liebe geht um Renaissance- Theat. Dora, Läuiner. Zernitz 8 Uhr: Kampf der Ab 3 Uhr voller Betrieb dmirals- Varieté A 1923 JAHRE Berlins er Buch 7. Stennen. 1. Sarnot( Heidt), 2. Ceres( Raftenberg), 3. Caffiopeja Zigaretten Marken und andere 40 000. Batentmatragen, Bolfierauf- Rupferdrähte, Wachsdrähte, Spulen Garbaty, Josetil, Salem, Problem, Fabian, Phänomen und andere führenden Marken. Zigaretten Meisenberg Nachfl., bei Ad. Nagel Hermannplay 6 Moria 5323. 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