Nr.263+ 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 130 Bezugspreis: Für den Monat Juni 7600 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Lugemburg 9600 M., für das übrige Ausland 11 600 M. Postbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frank. reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Gonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 1500. Reklamezeile 7500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Mort 500 M.( zulässig zwei fettgebruckte Worte), jedes weitere Wort 250 M. 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Um alles zu vermeiden, was die Fortsetzung des Gedankenaustausches erschweren fönnte, hat die Reichsregierung sich in ihrer Rüdäußerung auf die Punkte beschränkt, die den Antworten der Alliierten gemeinsam sind. Demgemäß ist heute( Donnerstag) den Regierungen in London, Rom, Paris, Brüssel, Washington und Tokio zur Erläuterung und Ergänzung der Note vom 2. Mai folgendes Memorandum übermittelt worden. Memorandum. 1. Die deutsche Regierung hat nach sorgfältiger und gewiffenhafter Untersuchung ihre ehrliche Ansicht darüber zum Ausdruc ge bracht, was Deutschland an Reparationen zu leisten fähig ist. Sie würde nicht aufrichtig handeln und das Problem seiner wirklichen Lösung nicht näher bringen, wenn sie, nur um die politischen Schwierigkeiten des Augenblics vorübergehend zu erleichtern, mehr versprechen wollte, als nach ihrer Ueberzeugung das deutsche Volk bei Anspannung aller seiner Kräfte zu halten im stande ist. Die Frage nach der deutschen Leistungsfähigkeit ist jedoch eine Tatsachenfrage, über die verschiedene Meinungen möglich sind. Deutschland perkennt nicht, daß es unter den augenblicklichen Berhältnissen ungemein schwer ist, zu einer sicheren Schägung zu ge langen. Aus diesem Grunde hat die deutsche Regierung sich erboten, die Entscheidung einer unparteilschen internationalen Instanz über Höhe und Art der Zahlungen anzunehmen. Ein stärkerer Beweis für den Reparations willen Deutschlands ift nicht denkbar. In einer so großen und so verwidelten Frage können entscheidende Fortschritte nicht durch schriftliche Darlegungen, sondern nur durch mündlichen Gedankenaustausch am Verhandlungstisch erzielt werden. Deutschlands Zahlungsvermögen hängt von der Art der Lösung des Gesamtproblems ab. Die Bahlungsmethode kann nur in unmittelbarer Aussprache mit den Empfangsberechtigten geregelt werden. Die Festlegung der Garantien in ihren Einzelheiten bedarf der Mitwirkung der jenigen, denen die Garantien dienen sollen. Zur Lösung aller diefer Fragen sind mündliche Verhandlungen nötig. Deutschland erkennt seine Berpflichtung zur Reparation an. Die deutsche Regierung wiederholt ihr Erjuchen, eine Konferenz zu berufen, lungen über sachliche Fragen einzutreten. Aber hier hat, gewiß nicht ohne Zutun der Sozialdemokratie, die Erkenntnis gefiegt, daß Eitelkeit und Rechthaberei die Lösung der wirtschaftlichen Probleme nicht verschleppen dürfen. einbarungen eine bessere Atmosphäre für die bevorEine ganz andere Frage ist, ob nicht durch vorläufige Verstehenden Verhandlungen geschaffen werden könnte. Dazu ist aber guter Wille auf beiden Seiten erforderlich. Wenn es der französischen Regierung darauf ankommen würde, den Boden für eine Verständigung vorzubereiten, so müßte sie der Einsicht zugänglich sein, daß gewisse Reizungen auf= hören müssen, wenn ihre natürlichen aus der Stimmung der betroffenen Bevölkerung selbst entspringenden Gegenwirkungen ausbleiben sollen. Wer hingegen etwas verlangt, was der Beinigungen mit unerschöpflicher Geduld ertragen werden, der zeigt, daß er eine Verständigung nicht will. um den besten Weg zur Erfüllung dieser Berpflichtung zu verein- menschlichen Natur widerstreitet, nämlich daß fortgesetzte baren. Es ist nun Sache der angerufenen Mächte, sich darüber Das Memorandum ist in fünf Hauptstädten- London, Paris, zu Brüssel, Rom und Washington- wörtlich überreicht worden. Nach Bu entscheiden, wie sie sich zu dem wiederholten und besser be= wörtlich überreicht worden. Nach gründeten deutschen Wunsch nach mündlichen Verhandlungen Tokio dagegen ist angesichts der ungeheuren Uebermittlungs- stellen wollen. Das Ergebnis muß mit Festigkeit ab= spesen nur ein Resumé telegraphiert worden, während dem japa gewartet werden. Inzwischen ist es Aufgabe der Regienischen Botschafter in Berlin der volle Wortlaut übergeben wurde. Es ist am besten, mit dem Lehten zu beginnen. Was das Memorandum der deutschen Regierung zu Bunft 4 erflärt, ist so vernünftig und unanfechtbar, daß nur schlimmste Böswilligfeit ihm widersprechen kann. Es muß verhandelt werden, wer nicht verhandeln will, setzt sich ins Unrecht. rung, dafür zu sorgen, daß die nötige Festigkeit des Abwartens auch aufgebracht werden kann. Gelingt es, die Gefahr einer wirtschaftlichen Krise, die durch den Marksturz her= vorgerufen ist, zu bannen, dann darf man hoffen, daß eine Staatstatastrophe vermieden und der Berhandlungstisch erreicht wird. Paris sucht Hindernisse. Wir haben die Meinung, daß man berechtigt sei, mündParis, 7. Juni.( Eca.) Die Aeußerungen einer hochliche Aussprache zu verweigern, weil im schriftlichen GedankenDie deutsche Regierung ist bereit, alle Unterlagen für eine zu austausch noch keine genügende Annäherung erzielt sei, stets stehenden persönlichkeit des Quai d'Orsay laſſen den vorläufigen verlässige Beurteilung der deutschen Leistungsfähigkeit beizubringen. als falsch und verhängnisvoll bekämpft. Sie jetzt noch zu ver- Schluß zu, daß der erste Eindruck des deutschen Memorandums in Schluß zu, daß der erste Eindruck des deutschen Memorandums in Sie wird auf Erfordern vollen Einblick in die staatliche Finanz- treten, dazu fehlen alle Voraussetzungen. Denn die Gegen= den maßgebenden französischen Kreisen tein allzu günstiger gebarung gewähren und alle gewünschten Auskünfte über die Hilfs- fäße sind nicht mehr so groß, daß man meinen dürfte, zu sein scheint. Man bezeichnet den Inhalt des deutschen Memoquellen der deutschen Bolkswirtschaft erteilen. der Versuch zu ihrer Ueberbrückung müßte auf unüberwindliche dere erklärt man, die erste Vorbedingung für alle Verhandrandums als bei weitem nicht befriedigend. InsbefonSchwierigkeiten stoßen. 2. Die deutsche Regierung hatte die Ausgabe großer An Ieihen in Aussicht genommen, um den reparationsberechtigten Mächten baldmöglichst erhebliche Rapitalbeträge zuzuführen. So lange sich die Ausgabe von Anleihen in großen Beträgen als undurchführbar erweist, ist die deutsche Regierung auch damit einverstanden, daß an Stelle der Kapitalsummen ein System von Jahres Teiftungen tritt. 3. Da die alliierten Regierungen Wert darauf legen, schon jetzt genauere Angaben über die Auswahl und die Ausgestaltung der von Deutschland ins Auge gefaßten Sicherheiten zu erhalten, schlägt die deutsche Regierung folgende Garantien für die Durchführung des endgültigen Reparationsplanes vor: a) Die Reichsbahn wird mit allen Anlagen und Einrichtungen von dem sonstigen Reichsvermögen losgelöst und in ein Sondervermögen umgewandelt, das in Einnahmen und Ausgaben von der allgemeinen Finanzverwaltung unabhängig ist und unter eigener Berwaltung steht. Die Reichsbahn gibt Goldobligationen in Höhe von zehn Milliarden Goldmart aus, die alsbald als erfistelliges Pfandrecht auf das Sondervermögen eingetragen werden und vom 1. Juli 1927 ab mit fünf Prozent verzinslich find, alfo eine Jahresleistung von 500 millionen Goldmart sicherstellen. Die deutsche Regierung erklärt sich bereit, die Reichslungen fei nicht erfüllt, da fich Deutschland nicht dazu bereiterklärt bahn und den gesamten deutschen Grurd und habe, den paffiven widerstand aufzugeben. Der Gedanke Boden bis zum Betrage von je 10 Milliarden Goldmark zu lands wird als vollkommen unannehmbar bezeichnet und an einen Schiedsspruch über die Zahlungsfähigkeit Deutschverpfänden. Das allein ergibt einen Gegenwartswert von 20 Milliarden Goldmart. Sie ist bereit, außerdem die Bölle man meint auch, daß der Vorschlag Deutschlands, die weitere Entauf Genußmittel und die Verbrauchssteuern auf Tabat, Bier, widlung in einer konferenz zu besprechen, bei der Deutschland Wein und Zucker sowie die Erträge des Branntweinmonopols als gleichberechtigter Teilnehmer auftreten werde, die Befugnisse zu verpfänden. Der Wert dieses Planes ist ziffernmäßig nicht der Reparationskommiffion beiseite drängen und die Bestimmungen genau bestimmbar. Alles in allem wird auch der ungünstigste fich Poincaré in den Abendstunden mit dem Studium der Note des Versailler Vertrages beeinträchtigen würde. Im übrigen hat Rechner kaum das Kunststück fertig bringen, den Gegenwartsbefaßt. wert des deutschen Angebots auf weniger als 30 Milliarden Goldmark zu berechnen; er wird aber bedeutend höher, wenn man bedenkt, wie steigerungsfähig die genannten Zoll- und Verbrauchssteuererträge sind, und weiter bedenkt, daß zusäßliche Sachlieferungen nicht ausgeschlossen sich in amtlichen Kreisen davon zurüd, Erklärungen zur find. Auch auf der Gegenseite wird man nicht verkennen, daß schließlich doch etwas von den öffentlichen Einnahmen für die inneren Aufgaben des Staatswesens übrig bleiben muß, denn die Aufrechterhaltung des Staatswesens ist doch eine unerläßliche Voraussetzung für die Fähigkeit zu Leistungen an das Ausland. Meinen die auswärtigen Regierungen trot dem, daß eine andere Lösung möglich sei, so sind eben die mündlichen Verhandlungen dazu da, solche Pläne zur Er örterung und zur Reife zu bringen. London verhält sich abwartend. London, 7. Juni.( WTB.) Wie Reuter meldet, hält man deutschen Note abzugeben. Die Lage wird als zu heitel angesehen, um zu geftatfen, Eile zu zeigen oder schlechtüberlegte Erklärungen abzugeben, bevor die Auffassungen bei den allierten bekannt sind. Das Kabinett wird die Note in einer auf einen möglichst nahen Zeitpunkt anzuberaumenden Sihung besprechen. Wie man erwartet, wird alsdann zwischen London, Paris, Brüffel und Rom ein Gedankenaustausch stattfinden, um über die von den Alliierfen zu unternehmenden Schritte schlüffig zu werden. Sphynx Baldwin. London, 7. Juni.( WTB.) Unterhaus. Kenworthy( Lib.) b) Um eine weitere Jahresleistung von 500 Millionen Goldmart vom 1. Juli 1927 ab sicherzustellen, wird die deutsche Regierung alsbald die gesamte deutsche Wirtschaft, Industrie, randum den Gegenwartswert ihres erweiterten Angebots zu Die Regierung hat es unterlassen, in ihrem MemoBanken, Handel, Verkehr und Landwirtschaft zu einer Garantie her- berechnen und auf diese Art eine feste Summe" anzufragte, ob die Regierung mit der französischen oder deutschen, anziehen, die als erststelliges Pfandrecht in Höhe von zehn Mil- bieten. Warum sie das unterlassen hat, ist ein öffentliches italienischen, belgischen und amerikanischen Regierung zwecks liarden Goldmart auf den gewerblichen, den städtischen und Geheimnis, das in der Presse schon vielfach erörtert wurde. Erörterung einer Regelung der deutschen Reparationsfrage in Ber. den land- und forstwirtſchaftlichen Grundbesit e ingetragen wird. Gerade dadurch hat sie geglaubt, eine weitere Annäherung bindung stehe. Baldwin verneinte dies: Hierauf fragte Die 500 Millionen Goldmark Jahresleistung werden entweder mittelbar im Rahmen einer allgemeinen, auch den übrigen Befih erfassenden an den Standpunkt von Regierungen, die für die fünftigen Kenworthy: Ist das so aufzufassen, daß die Regierung sich in dieser Berhandlungen sehr wichtig sind, erzielen zu können. Die Frage still verhält und überhaupt nichts tut?" Baldwin Steuer oder unmittelbar von den belasteten Objekten auf- nächste Zukunft muß zeigen, ob die Annahme, von der die erwiderte:„ Mein". Kenworthy fragte:„ Wenn wir uns nicht still gebracht. Regierung ausging, zutrifft und ob die erwarteten und er- verhalten, tann der Premierminister dann fagen, was wir tun?" c) Außerdem werden die 3ölle auf Genußmittel und die Ver- wünschten Folgen den Weg zum Verhandlungstisch zu Baldwin antwortete:" Ich glaube, sie werden es bald sehen." brauchssteuern auf Tabat, Bier, Wein und Zuder sowie die ebnen auch wirklich eintreten werden. Baldwin fuhr, nach einem Telegramm der TU., fort:„ Mein Erträge des Branntweinmonopols als Sicherheit für die Ernstlich fann nicht geleugnet werden, daß es möglich sei, Eindruck ist der: Nach Empfang der deutschen Note wird die engJahresleistungen verpfändet. Der Rohertrag dieser Zölle und mit der deutschen Regierung in erfolgversprechende Verhand- lische Regierung sofort in Tätigkeit treten und versuchen, eine Verbrauchsabgaben, der sich im Durchschnitt der letzten Bor friegs- lungen über die Lösung des Reparationsproblems einzutreten. Diskussion der Berlündeten mit dem Ziele herbeizuführen, eine jahre auf rund 800 millionen Mart belief, ist zwar feitdem infolge Besteht aber die Möglichkeit, über dieses Grundproblem zu Einigung zustande zu bringen. Wenn die deutsche Note eine des Berluftes an Land und Bolt und infolge des verminderten Ver- einem Einverständnis zu gelangen, so ist es unzulässig, geeignete Grundlage darstellen wird, so werde ich heute abend noch brauchs auf etwa ein Biertel zurüdgegangen. Mit der Prestige fragen in den Vordergrund zu schieben. Auch von den verschiedenen Stellen zu erfahren versuchen, was sie eigentGesundung der Wirtschaft wird er jedoch automatisch wieder steigen. für Deutschland bedeutet es eine Aufgabe des leeren Prestige lich bietet und was fie versäumt hat. Deutschland ist zu gut 4. Zum Schluß glaubt die deutsche Regierung folgendes betonen standpunktes, wenn es sich bereit erklärt, nach allem, was ihm über die englische Anschauung informiert, als daß es irgendwelche zu müssen: wangetan wurde und noch angetan wird, in fachliche Berhand- Forderungen vernachläffigen tönnte." r wo sinü die Provokateure? Bei der Erwerbslosendemonstration in Weimar, an der das Gewertschaftskartell offiziell beteiligt war, traten Ele- mente als Provokateure auf, die weder organisiert, noch in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung bekannt sind. Nach der Demonstration in Leipzig provozierten Leute, die ausdrücklich erklärten, weder Sozialdemokraten noch Kommunisten zu sein, sondern ihre eigene Aktion zu machen, den Zusammenstoß mit der Schutzpolizei. Führer der Kommunisten stellten sich den Gewalttätigen entgegen. Diese scheinbar nebensächlichen Tatsachen müssen hervor- gehoben werden, da die de u t s ch v ö l k i s ch e und deutsch- nationale Presse seit den Vorfällen im Ruhrgebiet be- müht ist, alle Teuerungsunruhen auf das Konto der Kommu- nisten zu schieben und daraus kommunistische Putschabsichten zu konstruieren. Die völkische Presse täte besser, mit ihren Verdächtigungen sparsamer umzugehen, um sich nicht selbst einem sehr nahe- liegenden Verdacht auszusetzen. Der Dresdener Bericht- erstatter des„Berliner Tageblatts" stellt z. B. fest, daß wäh- rend der Unruhen in Dresden Leute gewesen sind, die eine sehr merkwürdige, keineswegs völlig klare Rolle gespielt haben, Leute, deren Namen schon bei früheren f a s ch i st i- schen Putschen, z. V. bei der Ermordung Lieb- k n e ch t s, genannt worden sind". Genannt werden die be- kannten Leutnants K r u l l und K i l l i n g e r, die sich unter der Maske von Beauftragten des Reichskommissars für öffentliche Sicherheit bei den Dresdener Be- Hörden einschlichen und plötzlich verschwanden, nachdem sie wiederholt nach Berlin telephöniert hatten. Es herrsche in poli- tischen Kreisen Dresdens die Ueberzeugung, daß ni ch t nur diese beiden Herren faschistische Pläne verfolgten. Uns erscheint eine behördliche Verfolgung dieser Angelegenheit umso notwendiger, als der Gewährsmann des„Berliner Tageblatts" weiter behauptet, von der Reichswehr seien in diesen Tagen ohne Wissen der sächsischen Re- g i e r u n g bayerische und hannoversche Truppen vor die Tore Dresdens geschickt worden, so daß ein Eingriff von dieser Seite auch gegen den Willen der sächsischen Regierung durch aus im Bereich der Möglichkeit lag. * HUe TU. mitteilt, befinden sich unter den während der Leipziaer Krawalle Verhafteten kein polltisch organisier- ter Arbeiter und nur wenige Erwerbslose. Die Ernährungssckwiexigkeiten. Besprechungen mit Verbrauchern. Im Reich-ministerium für Ernährung und Landwirtschast fand am Donnerstag unter Vorsitz des NeichSminksterS Dr. Lulher«ine Besprechung mit den Organisationen der Verbraucher statt, die die Schwierigkeiten auf dem gesamten Gebiete der Er- n ä h r» n g behandelte. Einleitend wurde ausführlich dargelegt, welche gesetzgeberischen und VerordnungSmahnahmen in den letzten Monaten durchgeführt und in Angriff genpmmen worden sind, be- sonders �ur Frage der Handelserlaubnis, der Wucher- bekämpfung, der Preiskontrolle usw. Die Wirkung dieser Mahnahmen wurde in ihrer Bedeutung anerkannt. Weiter behandelte der Minister unter scharfer Betonung der sich aus den Preissteigerungen ergebenden Schwierigkeiten ein- gehend die Anregungen, die von feiten der Verbraucher gegeben wurden, und legte die gesamte Ernährungslage dar, wobei er die Möglichkeit einer Einwirkung auf die Preisbildung durch allgemeine Verbilligungsaktionen des Reiche? als unwirtschaftlich und in ihrer letzten Auswirkung auch für die Verbraucher schädlich bezeichnete. Die Unmöglichkeit, durch der- artige Mahnahmen der Regierung preissenkend zu wirken, der- anlahte die Verbraucher zu dem Wunsche, der Minister möchte den anderen in Betracht kommenden Refforts der Regierung diese Ver« bäliniffe darlegen, damit dieser Umstand bei den Verhandlungen über Lohn- und Gehaltszahlungen beachtet wird. Der Minister sagte einen solchen Schritt zu. Gefahren im Ruhrgebiet. Ewerfeld, 7. Juni.(Eig. Drahtkxricht.) Der Metall arbeiterstreik in Hagen ist beigelegt: damit kehren 35 000 Metallarbeiter zur Arbeit zurück. Die(Bemaßregelten sind wieder eingestellt worden. Dieser Ausgang bedeutet nicht nur einen Sieg der Gewerkschaften, sondern auch einen Sieg des offiziellen Arbeit- geberverbandes, des Hagener Stahlbundes, gegen die äußerst rechts- und extremnationalistisch gerichtete Gruppe der bergischen Arbeit- geber, die unter dem direkt verbrecherischen Einfluß des deutsch- nationalen, aber durchaus natilmalsozialistifch orientierten Reichs- tagsabgeordneten van den Kerthoff stehen und di« den Streik im wichtigen Jndustriebezirt Hagen provozierten. In Remscheid, wo noch immer 15 000 Metallarbeiter im Streik stehen, haben am Donnerstag unter dem Vorsitz der Düsseldorfer Regierung Eini- gungsverhandlungen begonnen. Die Tätigkeit der Franzosen erstreckt sich nach der Beschlag- nähme der wichtigen Mittellinie auf die umliegenden Zechen, die die größten Kokereien Westfalens enthalten. Gewöhnlich erscheinen Truppen mit Panzerwagen. Sie reißen das Anschlußgleis nach den in der Nähe gelegenen Zechen auf und entfernen sich wieder. Am Donnerstag wurden die Anschlußgleise der Zeche„Zentrum I und III" in Wattenscheid,„Holland III und IV" in der Nähe von Gelsenkirchen unbrauchbar gemacht. Man rechnet mit völliger Stillegung des wichtigen Verschiebebahnhofs Wattenscheid. Damit wäre der Kohlentronsport voll unterbunden. Im übrigen macht sich ein großer Kartofselmangel be- merkbar. Er ist zurückzuführen auf die durch di« Wittcrungs- Ungunst hier im Westen fast um vier Wochen verschobene Kartoffel- frühernte und auf die infolge des Marksturzes ungeheuer in di« Höhe geschnellten Preise für holländische Kartoffeln, durch die früher der Bedarf im Ruhrbezirk gedeckt wurde. Wie wir erfahren, be- schäftigten sich bereits die Arnsberger und die Düsseldorfer Regie- rungen mit dieser Frag«. Der Hauptgrund der Mißstimmung bleibt aber die L o h n f r a g e. Di« Geduld der Ruhrarbeiter in dieser Beziehung wird auf die denkbar härteste Prob« gestellt. Hier muß bald eine Aenderung getroffen werden. Man darf sich über di« Stimmung der Bevölkerung des In dustriegebietes keinen Illusionen hingeben. Sie könnten falsche Mei nungen aufkommen lasten, die den tatsächlichen Verhältnisten im Ruhrbezirk nicht gerecht werden und die den Ruhrkrieg in«in Sta- dium treiben, das den gewünschten Erfolg nicht gewährleistet. Am Mittwoch fanden große, von den Gewerkschaften und vom AfA- Bund einberufene Versammlungen statt, in denen diese Auf- fassung zutage trat. Während der Mann auf der Straße der Auf- fassung zuneigt, daß der Widerstand der Eisenbahner so ziemlich zwecklos sei, weil die Zechen ihre Kohl« doch auf di« Halden tippten und sie sozusagen mll den Franzosen schen Hand in Hand arbeiteten, hat auf ander« Kreis« das mit Forde- rungen verknüpft« Angebot der Industrie und der Land- Wirtschaft, die sich vor den Opfern drückten, wähnend die Ar- beiterbevölkerung an der Ruhr sozusagen alles opferten, v e r h« e- red gewirkt. Weiter führt man ins Feld, daß di« Disziplinar- verfahren gegen die streikenden Eisenbahner vom Februar 1922 immer noch schweben, und daß Dergbauangestellte, die seit Iahren gemaßnegelt sind und laut Schiedsspruch wieder«ingestellt werden müssen, immer noch auf der Straß« liegen. In einer Resolution, die di« Gelsenkirchener Gewerkschaften gestern abend einstimmig angenommen haben, wird das als Dolchstoß In den Rücken der Ruhrkämpfer bezeichnet. Kpd. and Nuhraktion. Elberfeld, den 7. Juni(Eig. Drahtbericht). Am Sonntag, den 28. Mai, hat in Obcrmarksloh eine Versammlung von Delegierten sUnterbezirt) der KPD. stattgesunden. In dieser Versammlung hat der Leiter der Zentral st elle der KPD. erklärt, daß die Franzosen mehrfach an die Partei mit folgendem Vorschlag heran- getreten seien:„Die jetzig« deutsche Regierung ist ein Schaden für das deutsche Volk und muß gestürzt werden. Deutschland kann nur geiunden, wenn eine Lrbeiterregierung besteht, und iim diese zu erreichen, seien die Franzosen bereit, den Kommunisten a s f e n zur Verfügung zu stellen." Das Angebot sei von der KPD. abgelehnt worden. Der Kampf um öie Mark. In der gestrigen Sitzung de« Reichstagsausschusies zur Nnier- suchung der Ursachen des Marksturzes wurde zunächst die Frage der Goldrechnung weiteiberalen. Auf die Frage, ob der Devisen» bestand der Wirtschaft größer war als heute, erwiderte der ReichSbankpräsident, daß sich das heule nicht genau feststellen lasse. Zum Schluß der Sitzung fragte Genosse Hertz, ob der Reichs- bank bekannt sei, daß Firmen große Devisenbestände nach dem Zusammenbruch der Slützungsaklioa angesammelt haben, um sie beim Hochstand der Kurse wieder zu verkaufen. Die Sachverständigen der Reichsbank, Havenstein und Kausmann, ver- neinlen das; Geheimral Friedrich, der ebenfalls Mitglied des ReichSbankdirekloriumS ist, crllärte, es schwebe wohl ein Fall, ober es handle sich hier nur um geringe Bestände. Genoye Hertz erwiderte, seine Frage beziehe sich auf ein Großunter n eh me n und out sehr erhebliche Deviscnbelräge. Die Frage de§ Genossen Hertz blieb unbeantwortet. Arn Freilag wird öffentlich weiter« beraten._ Zum Nünchener �ochverratsprozeß. Der Hochverratsrpozeß gegen den Kunstsachverständigen und Vertrauten Rupprechts von Wittelsbach, Professor F u ch s. (über die gestrigen Verhandlungen berichten wir in der Beilage), entrollt ein Bild von dem Treiben der Deutschvölkischen, das für die gesamte Bewegung moralisch vernichtend ist. Roch mehr als die Angeklagten sind die Kläger diesenigen, über die zu Gericht gesessen wird. Geldgier, Angebertnm, Spitzelei und Skrupellosigkeit, das sind die Haupttugenden dieser„Bater- ländischen", die sich dazu berufen fühlen, ihre Volksgenossen aus dem„Sumpf" herauszuführen. Der Führer des „Blücherbundes" nimmt die Franzosengelder eines Machhaus und Fuchs, um dann ihre Geldgeber ans Messer zu liefern. Die große Leuchte der bayerischen Völki- schen, Privctdozent Dr. R u g e, der den Organisationsplan für den Geheimbund lieferte, beginnt seine Tätigkeit damit, daß er sich für über eine Million Devisen(darunter französisches Geld) sozusagen als Generalsold aushändigen läßt. Der Privatekretär Ruges, Student Baur, wich eines Tages ermordet aufgefunden. Der deutschvölkische Führer des „Blücherbundes", S basier, der die Fuchs und Machhaus bespitzelte, läßt auch den Mitgründer des Bundes, Rüge, überwachen. Rüge selbst beschließt, eine Mörder- gemeinschaft zu gründen, die die Aufgabe haben soll, „schädliche" Politiker und unbequem? Parteifreunde zu beseitigen. Dr. Heim soll erdolcht werden. Den be- anders rabiaten und völkifch-fanatischen Redakteur des„Bölki- chen Beobachter", E ck a r d t, will er selbst aus der Welt chaffen.... Man fühlt sich nicht in einen Gerichtssaal, sondern in ein Irrenhaus verfetzt. Noch mehr als während des Rathe- nau-Prozesses hat man bei diesen Leuten das Empfinden der geistigen und sittlichen Minderwertigkeit. Und das ist das Trostlose, daß diese Minderwertigkeit nicht nur für einzelne Mitglieder der Bewegung, sondern für die Be- wegung selbst gilt. Sie lockt die Kreise, die mit ihr sympathi- sieren, immer tiefer in das Verbrechertum hinein, und die Regierung, die ihr tatenlos zusieht, macht sich selbst eines Verbrechens schuldig, das sich eines Tages bitter rächen muß. Roßbachs tzastbeschwerüe. Der in Haft befindliche Oberleutnant a. D. R o ß b a öb hat beim OberreickiZanwalt ftegen seine Unter suckiunashast Belchwerds erhoben. In der Begründung des Schreibens heißt es, Roßbach habe es bisher abgelehnt, etwa in Frage kommende Rei-bsstellen durch sein« Aussage zu kompromittieren, da er erwartete, daß er nach den nunmehr erfolgten Feststellungen auf freien Fuß gesetzt werde. Da er sich in dieser Annahme getäuscht sehe, beantrage er die Vernehmung des Generals v. Seeeft unter gleickzeitiger Gegenüberstellung General Ludendorffs. Der Oberreichs- anwalt hat zu diesen beiden Anträgen noch nicht Stellung ge- nommen. „Drdktoug öes Krieges"' von Walter Sloem Schloßpark-Thealer. Die Befürchtungen, die der etwas prätentiöse Titel erregen mochte, erwiesen sich zum Glück als grundlos. Bloem, der bekannt« Romanschriftsteller, redet hier nicht, wie es heut« so oft versticht wird, in Zungen, er ringt, Geschautes und Durchfühltes in plastisch schlichter Formung zu gestalten. Und die Sympathie, die er für seine Helden empfindet, reißt ihn nicht aus der Sphäre des Mensch- lichen zu mystisch-verzerrter, die Scheußlichkeit und Barbarei des Völkennordens vergessender Schwärmerei fort. Im Mittelpunkt des ersten Bildes(„Lebe n") steht«in im Krieg Erblindeter: ein Major, der, äußerlich gefaßt, doch innerlich voll fiebernder Angst im Lazarett der ersten Begegnung mit seiner von ihm vergötterten jungen Frau entgegensteht. Dem kräftigen, lebenstüchtigen und lebensfrohen Manne galt ihre Liebe. Kann dies Gefühl sich halten? Wird es sich nicht in bloßes Mitleid wan- deln, das mit geheimer Sehnsucht nach Befreiung nur aus dem Zwang des Schuldbewußtseins bei ihm ausharrt? Das wäre im- erträglich. Doch noch immer hofft er. Als die Frau kommt, legt er ihr den Gedanken einer Trennung nah«. Empört weist sie ihn ab. Doch in ihrer Empörung hört er einen Unterton. der ihm gewiß macht, was er fürchtete. Sein Entschluß, den Bund zu lösen, che er' zur Fessel wird, ist unabänderlich. Das verhalten«, die Bangigkeit hinter einem Anschein militärischer Burschitosität ver- steckende Spiel Fritz A l b e r t i s brachte die Tragik zu ergreifendem Ausdruck. Gut war auch die Krankenschwester Käthe Herbsts, die den Erblindeten, ohne daß er es ahnt, in aller seiner Blindheit liebt. Von ihr leuchtet am Schluß etwas wie ein letzter Hoffnungs- schimmer auf. Eigenartig und stark klang auch das zweite Stückchen(„Tod") aus. Ein tödlich verwundeter, blutjunger Leutnant, in verschlossener Knabenart von Albert Bert hold vortrefflich dargestellt, sleht im letzten Augenblick die Pflegerin, eine fromme Klosterschwester, an, ihm. der die Welt verlassen müsse, ohne Frauenlieb« je gekannt zu haben, «inen Abschiedskuß auf die Lippen zu drücken. Nach dem Tode erst willfahrt sie ihm. Der Schauplatz des dritten Stückes(„Unsterblichkeit") ist ein Unterstand, den eine totgeweihte Schar unter dem Trommel- feuer des Feindes besetzt hält. Auch hier charakteristisch scharfe Umrißzeichnung der Personen, unter denen der skeptische Stabsarzt (A l b e r t i) und der von visionärer Todesahnung bewegte, doch ungebrochene Hauptmann(Fritz Kennemann) am anschau- lichsten hervortreten. Ihr Gespräch streift Fragen der Unsterb- lichkett. Der von der Heeresleitung anbefohlene Ausbruch mäht alle hinweg. Albert Bertholds Regie ging des Verfassers Intentionen feinfühlig und mit großer Umsicht nach. Das Publikum schien ge- pack; pnh.bewegt.- „Tanroggen." Wenn selbst der Maurenbrecher der„Hohenzollern- legende" die Bewegung von 1812/13 als ein« der großartigsten be- zeichnet, die die deutsch« Geschichte kennt, so ist es zu verstehen, wenn ein Schriftsteller wie Maximilian Böttcher sich den dankbaren dramatischen Stoff, den der oben in Ostpreußen zwischen Franzosen und Russen eingeklemmte preußische Feldherr Graf Porck bietet, nicht entgehen ließ. Dos Stück,„Tauroggen" genannt, er- lebte im Theater in der Kommandantenstraße seine Neuausführung, nachdem es in der Volksbühne bereits 1918 unter der Sommerdirektion Sladeks wiederholt ausgeführt war. Die alte preußische Armee erstand wieder, und der Personenzettel floß von dm erlauchtesten Nanren über. Es ist natürlich ein Offiziersstück, aber die Geschichte läßt sich nun mal nicht vergewaltigen, und so kommt es zum Schluß, daß das Bolk selbst, allerdings noch ver- treten durch Kaufmann, Förster, Gutsbesitzer, Richter»nd Professor, dem zwischen Pflicht gegen den König und Haß gegen die Franzosen hin und her schwankenden Porck die Entscheidung aufzwingt: Mit den Russen gegen die Franzosen! Wer möchte daran zweifeln, daß sich hier Parallelen ergeben zu heute und von dem Publikum sofort gezogen werden? Kleist's Wort knallt in den Dialog hinein:„Schlagt sie tot! Das Weltgericht fragt euch nach dm Gründen nicht" und wird von den Studmten auf der Galerie mit rasendem Beifall quittiert. Von Handlung kann nattirlich nicht viel die Rede sein, da dem fortgesetzten Ansturm der Offiziere keine Gegenspieler er- wachsen. Im Mittelpunkt allen Geschehens steht von der ersten bis zur letzten Szene Dorck, dem Ferdinand Gregori mit den Mitteln seiner vornehmen großen Kunst zu packender und überzeugender Gestaltung verhalf. Hier wächst einem im Bühnenrahmm die Per- sönlichkeit eines alten preußischen Junkers und Haudegens lebensecht entgegen. Sehr sympathisch neben ihm der junge Horst Hegewald des Otto B raml. Unmöglich aber von den übrigen zwei Dutzend Figurm, die im Grunde nur Falle für den alten Porck bilden, emen zu nennen. Es standen gut gewachsme Menschen aus der Bühne, die sich in Ihren Uniformen und ihren kraftvollen Worten offenbar sehr wohl kühlten. Das Zusammenspiel unter der Regie Friedrich Lobes wie auch der Gesamteindruck warm gar nicht übel. Böttcher, von dem schon vor Jahren ein soziales Drama„Schlagende Wetter" aufgeführt wurde, hat eine geschickte Hand in dem Aufbau dramattsch bewegter, fpcmnmder Szenen. Sein« Sprache ist glücklicherweise nicht völkisch-pathettsch. Trotzdem wurde die Aufführung von einem Teil des Publikums zu nationalistischen Kundgebungen benutzt. Was für eine Sorte Publikum des war, �ist aus der Tat- fache ersichtlich, daß die„Deutsche Zeitung" für das Stück leb- haste Provaganda gemacht und zum Bezüge von Karten zu er- mäßigten Vreism eingelobkn hotte— ein Verfahren, gegen das der Verfasser Maximilian Böttcher in emem an uns gerichteten Schreiben energischm Einspruch erhebt. tr. Moderne Baukunst. Der Erbauer des Einsteinttirms bei Pots- dam, Dipl.-Ing. Erich Mendelfohn, hielt im Kunstgewerbe- musmm auf Einladung des Bundes dmtscher Architekten einen Licht- bildvortraa über seine Arbeiten und Entwürfe, die, nicht lange vor Kriegsausbruch beginnend, einen Zeitraum von zirka zehn Jahrm umfassen. Mendelfohn steht durchaus auf modernem Boden, feine Bauformca entspringm„dem inneren Drang, dm Willen unserer Zeit zu ermitteln und festzulegen", wie er sagt. Nicht am Reißbrett und nicht mit Lineal und Winkelmaß schafft er, die Einfäll« kommen ihm bezeichnenderweise am leichtesten beim Anhören von Musik: aber auch die Formationen der Natur, das bewegte Auf und Ab der Dünenbildung auf der Kurischen Nehrung sind ihm Anreiz und An- trieb, und die erste skizzenhafte Niederschrift seiner architektonischen Reaktionen auf diese Anreger ergeben oft reizvolle graphische Kunst- werke.— Mendelsohns Arbeiten der Frühzeit betonen ausschließlich und stark die Konstruktion, weshalb auch dos Eisen am liebsten als Baumaterial verwandt wird: so entstehen die Entwürfe zu einem Zentralbahnhof, einem Getreidespeicher, einer Maschinenhalle. Ueber- all ist dos Material in sich logisch verbunden, ohne Ansatz, ohne Sprung, eine zusammenhängende Umrihlinie umgibt das Ganze. Diese ungebrochene Umrißlinie, oft wie ein Ton an- und abschwellend, bald vorstürmend, bald zurückweichend, doch nie abgehackt, abgebrochen, abgeschnitten, zerhackt, ist das Hauptmerkmal der Mendel sohnfchen Arbeiten. In der darauffolgenden Periode wird das anfängliche rein konstruktive Skelett verlassen, die architektonische Form beginnt sich zu runden, sinnlicher zu werden, „Fleisch anzusetzen" und das gefügige Instrument des modernen Architekten, der Beton, tritt in seine Rechte. Es entstehen die Eni- würfe zu einem Bolkshaus, einer Fabrik, einem Geschäftshaus, einem Haus der Freundschaft und dann das Gebäude zur experimentellen Erforschung der Einsteinschen Theorien, der gelbe Bau in der Nähe der Potsdamer Sternwarte, der E i n st e i n- T u r m. Uns besser noch erreichbar als dieser ist eine noch im Bau befindlich« Arbeit Mendelsohns, die Aufstockung des Masse- Hauses. Hier gab es die schwierige Frage zu lösen, was mit dem alten vorhandenen Haus gemacht werden sollte, da ein Umbauen oder gar Abreißen aus pekuniären, ein Fortführen oder Anpassen aus ästhetischen Gründen nicht möglich war. Mendelfohn ging nun folgendermaßen vor: Er machte einen dicken Strich nicht durch, sondern über die Ver- gangenheit: er ließ den alten Bau unverändert stehen, trennte ihn aber durch ein starkes Gesims von dem auf ihm sich erhebenden Reu- bau. Man kann auf die Lösung dieser tnifslichen Aufgabe, die sich erst bei Fertigstellung des Bauwerks beurteilen läßt, gespannt sein.— Auch in Wohnbauten hat sich Mendelfohn versucht und hierbei auch die Innenausstattung übernommen. Da die Möbel dieser auf speziellen Austrag erbauten Eigenheime ja wohl mehr als Im- mobilien bettachtet werden konnten, hatten sie sich auch dem archi- tektonischen Eharakter, der Flächen- und Linienführung des Raumes anzupassen. Man fühlt sich bei diesen Innenausstattungen übrigens an die ersten Möbclschöpfungen des Belgiers van de Velde, wie sie vor zirka dreißig Iahren in Deutschland entstanden, erinnert. Hier gibt cS keinen spielerischen, angepappte.-. Zierrat, etwaiger Schmuck ist nicht aufgesetzt, sondern aus dem Material selbst herauezehol:: meist aber wird auch dieses vermieden, die bewegte auf- und abschwellende Fläche und Linie sind Leben und Reiz genug.— Die Ausführung eines erstaunlichen, interessanten Projekts wird die nächste große Arbeit Mendelsohns bilden: der Bau eines Kraft- werks in Pa 12 st Ina mit Hafenanlagen, Cafes, Bureauhäusern, Verkaufsständen usw. Das A'te. was gut erscheint, bleibt dabei be- stehen, aber sonst müssen sich selbst der Jordan und die Palmen in den Dienst moderner Technik, moderner Baukunst, modernen Stil- Wesens pellen, F. E. Vogel. Brüsseler Nachklänge. London, 7. Juni(WTB.) In einem Leitartikel schreibt »Times", die gestern in Brüssel abgehalten« Konferenz könne sich als ein Wendepunkt erweisen. Belgien sei der Ruhrbesehung etwas müde und würde gern auf seinen Anteil daran verzichten. Das praktische Ergebnis der Zusammenkunft könne eine An- Näherung der französischen Haltung an die belgische sein, die ihrer- seit? wieder der englischen viel näher stehe. Belgien sei ebenso wie Großbritannien nicht bereit, unbestimmte Zeit auf Ergebnisse zu warten und habe ebenso wie Bonar Law seinerzeit einen env- gültigen Plan für die Regelung der Reparationsfrag« entworfen. Belgien könne die Aufgabe haben, eine entschiedenere Rolle bei der Lösung der Frage zu spielen, als bisher wahrscheinlich gewesen sei. Belgien wünsche aus einem ganz besonderen Grunde, daß ein voll- kommen«? Einverständnis zwischen Frankreich nd Großbritannien herrsche. Davon und von nichts anderem hänge die Sicher» heit Belgiens ab. „Teatps" fordert Einstellung des Widerstandes. Paris, 7. Jimi.(Eca.) In seinem Leitartikel beschäftigt sich der ..Temps" mit dem Ergebnis der gestrigen Brüsseler Konferenz. Die Ruhroperation, meint das Blatt, werde ihre»heilsamen Folgen" erst wirtlich ergeben, wenn ihre Entwicklung ohne Unter» b r e ch u n g vor sich gehe. Die deutsch« Regierung habe erst jetzt ihre neuen Vorschläge gemacht, weil es ihr einerseits an Einheitlichkeit und Autorität fehlte, und weil sie andererseits mrt einer M i» n i st e r k r i s e in Frankreich gerechnet(?) habe. Belgien und Frankreich hätten durch ihre gestrigen Entschließungen, in dem Wunsche, Deutschland möge annehmbare Angebote machen, der beut- scheu Regierung zwei Bedingungen vorgeschlagen, die sie er- füllen müßte. Die erst« sei als Vorbedingung für jedes Abkommen zu betrachten, nämlich daß die Räumung des Ruhrgebiets erst nach Zahlung der Reparationen erfolgen könne, die andere als Bor- bedingung für jede Verhandlung: Deutschland müsse vor jeder Prüfung seiner Vorschläge den passiven Wider st and ein- stellen Zu dieser letzteren Entscheidung stellt der»Temps" die Frage: Wo sind die angeblichen Meinungsverschieden- h e i t e n. die man zwischen Paris und Brüssel festzustellen glaubte? Die Tatsache sei ebenso befriedigend wie bedeutend, daß Frankreich und Belgien die neuen deutschen Vorschläge nicht prüfen werden, wenn Deutschland nicht damit beginnt, mit seinem passiven Widerstand aufzu- hören. Hatte die deutsch; Regierung vorhergesehen, fragt der„Temps" ironisch, daß das Kommunique von Brüssel ihm«ine derartige Mit- teilung machen würde? Wenn die deutsche Regierung es gewußt hat, dann könnte sie sich wohl keinen Illusionen hingeben über das Schicksal einer deutschen Rote, die nicht«ine Mitteilung über das Ende des passiven Widerstandes enthält. Wenn sie es aber nicht vorhergesehen hat, dann liest sie die Zeitungen schlecht. Der.Temps" polemisiert dann gegen englische Presse- stimmen, die der Meinung Ausdruck gaben, daß die deutsche Regie- rung nicht in der Lage sei, dem spontan ausgebrochenen Wider- stand der Bevölkerung Einhalt zu gebieten. Diejenigen Leute im Ruhrgebiet, die tatsächlich aus dem Gefühl einer vaterländischen Pflicht heraus Widerstand leisteten, vergaßen, daß sie nur einen Teil ihrer Pflicht erfüllten, denn Deutschland habe die Berpflich- tung übernommen, die Reparationen zu bezahlen. Außerdem ständen diese Bewohner des Ruhrgebiet» unter dem Einfluß ihrer Regierung, ihrer Partsien und ihrer Zeitungen. Der Rest der Be- völkerung, schreibt der.Temps" weiter, betrachte den passiven Wider- stand als eine Geldangelegenheit. So oerhalte es sich bei- spielsweise bei vielen Industriellen des Ruhrgebicts und des Rhein- landes. Die Maßnahmen, die die deutsche Regierung im Ruhrgebiet getroffen Hab«, hätten lediglich ihren geschäftlichen Interessen ge- dient. Die Einstellung des passiven Widerstandes, meint der„Temps", könne dem Reparationsproblem nur dienen und zur Besserung de» Markkurses beitragen, was für die englischen Produzenten von Bor- teil sei. Wenn Frankreich und Belgien verlangten, daß Deutschland die Aufwendungen für das Ruhrgebiet einstelle, dann arbeite es gleichzeitig auch für England. Der luremburgisch« lveschäflslräger in Berlin, Dr. I. P. K i r s ch, ist hier gestorben. Volksnot � voltsforöerungen. Die sozialdemokratische Interpellation im Reichstag. Finnlands Prokest. Eine von 75 000 Bürgern aus ganz Finn- land unterschriebene und sehr prächtig ausgeschmückt« Protest- a d re sse gegen den f ra n z ö s i sch- b-e l g i s che n Ruhr. e i n b r u ch ist der Deutschen Gesandtschaft in Helsingfors am 20. April d. I. überreicht worden und zurzeit in der Hand- fch r i f t« na b t e i l un g der Preußischen Staats- bibliothek(Unter den Linden 35) täglich von 9 bis 3 Uhr zur Besichtigung ausgestellt. Die Adresse besteht in einem schönen Lederbande, dessen erste Seit« in Zierbuchstaben die Inschrift trägt: »An das deutsche Volk". Di« in farbigen Lettern ausgeführte Kundgebung hat folgenden Wortlaut:„Seit Jahrhunderten war es unserm Volk vergönnt, die Frücht« deutscher Geistesarbeit zu ge- nießen, und deutsche Waffen halfen unser« Freiheit erringen. Jetzt, wo Deutschland und sein« Kultur vom Untergang bedroht sind, können wir Finnländer nicht stillschweigend die Gewalt mitansehen, die gegen«in wehrloses Volk verübt wird, sondern wollen unserer tiefen Mißbilligung dagegen Ausdruck geben. Möge dies« Kund- gebung zugleich als Beweis de» warmen Mitgefühls dienen, mit dem in Finnland das zälie Ringen des deutschen Volkes um sein Dasein verfolgt wird." Die Unterschriften zeigen ein« Reih« von Namen hervorragender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Finnland. Di« sich hier ausdrückende freundschaftliche Gesinnung wird gewiß jeden Deutschen in unserer dunklen Zeit besonders er- freulich berühren, zumal das finnische Volk bereits zur Linderung deutscher Not opferfreudig beitrug. Professor Lenard. der Lehrer der Physik an der Universität Heidelberg, gebürtiger Ungar und deutschvölkischer Antisemit, itagen den wegen der Vorgänge im Heidelberger Physikalischen In- stitut am Tag« der Rathenau-Kundgebung(27. Juni v. I.) ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, hat seine Ent- Fassung aus dem badischen Staatsdienst erbeten. Er ziehe hin in Frieden, es gibt ja auch noch bayerische Universitäten! Die Zunlkälle. Das vorwiegend trübe und regnerisch«, un- gewöhnlich kühle Wetter dauert in allen Teilen Mitteleuropas un- verändert fort. Jnkolge der vorl�rrschenden Nordwestwinde sind die Temperaturen sogar noch weiter gesunken, was nicht wunder nimmt, wenn man hört, daß in Skandinavien innerhalb welter Gebiet; noch völliger Winter herrscht So find in ganz Nord- und Mittelnorwegen bedeutende Schneefälle vorgekommen, während die T?mverat"ren bis zu 3 Grad unter Null laaen. Auch im euro- päischen Südosten, wo kürzlich schon sehr groß« Fiitze herrschte, ist es wesentlich kühl-r geworden: allein in einem Teil'lnteritallen» herrscht zurzeit heißes Sommerwetter. Die gleich« Wetterlage wie acgcnwärtig herrsckte in der ersten Iuniwoche 191-1; sie ist im Juni überhaupt bei weitem am häufigsten. Tie Arreiter.Kuustvcreiuignn, veranstaltet vom 5. Bi« 22. Juli eine Sckultunstausliellung. „Tie Truppe- bat aB Hervst d. I. Herrn Rudolf Ferst er vom Et-atSihcater»rrpflichtet. Die Teatfifie Hochschul« fstr Politik veranstaltet vom 10 tii 16. Juni einen R t ich it urs»«in Hilde« Hein,. ZI» den«ortrüqen sind Jrau v. Qhclmb. Prolessor Dr. Schreiber. Professor Tr. Scrafträiier. Dr. N-Nriepke, Prof. Dr. Hoektch. Dr. Schneider. Aisred Wo Ist. Prolessor Dr. Rühlmann und ReichsgerichtSpräsident Dr. Simon» beteiligt. Schon der erste Tag der Beratung unserer Interpellation> hat gezeigt, daß die Reichsregierung die furchtbaren Gefahren; der Lage nicht klar erkennt. Das beweisen die drei Minister-! reden, die der eindrucksvollen und nachdrücklichen Begründung der Interpellation durch Genossen A u f h ä u s e r folgten. Arbeitsminister Dr. Brauns, ein geistlicher Zentrums- mann, beschränkte sich mit kluger Vorsicht auf eine Aufzählung dessen, was in seinem Ressort schon geschehen sei und in we- nigen Tagen noch geschieht, um die Renten aller Art der Geldentwertung anzugleichen. Der Reichswirtschafts- m i n i st e r Dr. Becker spricht als Minister nicht anders wie früher als Vertreter des Großkapitals in den Steuer- ausschüffen Warum soll man sich auf der Suche nach Aus- wegen aus der furchtbaren Lage allzu viel Sorgen machen? Für Herrn Becker ist der Versailler Vertrag und seine Aus- Wirkung die beinahe alleinige Ursache unserer Rot, und da- mit gibt er sich zufrieden. Er wird aber erleben, daß mit dem Hinweis auf den Versailler Gewaltfrieden, so sehr dieses Dokument mit Schuld an unserem Elend trägt, niemand zufriedengestellt werden kann. Nicht nur Versailles und nicht nur die Diktate der Entente, sondern in sehr großem Maße auch die Selbstsucht des deutschen Besitzes haben uns in das Elend hineingesteuert, und wir fordern von einer Regie- rung. die auf diese Bezeichnung überhaupt Anspruch macht, daß sie in dieser Scbicksalsnot des Landes und des Volkes zu ganz anderen Maßnahmen greift, als sie die drei Minister heute angekündigt baben. In der heute, Freitag, beginnenden Besprechung der Interpellation ist Genosse Robert Schmidt unser Redner. » In der Reichstagssitzung am gestrgen Donnerstag wurde zunächst die große Anfrag« der Sozialdemokraten über die Regisrungsmoßnahmcn zum Ausgleich der Geldentwertung be- gründet, und zwar durch den �lbg. Kufhäufer lSoz.): Die rechtsradikale Presse, unter Dorantritt der volksparteillchen „Zelt" hat anläßlich der Einbringung dieser Interpellation von einem Sturmlauf der Sozialdemokratie gegen die Regierung gesprochen und behauptet, der Sozialdemokratie komme es in der jetzigen Zeit der Not lediglich darauf an. ihr Agitationsbedürfnis zu befriedigen. Diese Tatsache kennzeichne allein schon die sogenannte Einheits- fronb Man erblickt ein Verbrechen bereits in dem Versiich, die Ursachen der Wirtschoftsanarchie zu beleuchtenl Die Interpellation wurde eingebracht, nicht um einem Agitationsbedürfnis der Sozial- demokratie zu genügen, sondern um eine Entspannung der außer- ordentlich schwierigen Lage herbeizuführen. Gewiß tragen die Franzosen schwere Schuld an unserer wirtschaftlichen Not, aber darüber dürfen nicht diejenigen vergessen werden, die in Deutschland selbst ein lebhaftes Interesse cm der Markentwertung haben und die Wirtschaft zum Tummelplatz ihrer unbegrenzten Profitsucht machen. Es sind nickt nur Einzelpersonen, fondern bestimmte Teil« des deutscken Besitzes, die die Notlage ausnutzen. Mit diesen Feinden, die im Lande stehen und das deutsche Volk zur Ver- zweiflung treiben, muß endlich und gründlich abgerechnet werden. (Lebhafter Beifall links.) Di« deutsch« Arbeiterschaft ist zu be- sonnen, als daß ste daran glauben könnte, die jetzige Krise durch Putsche zu lösen. Die Arbeiter und Angestellten haben das Gefühl. keinen Boden mehr unter den Füßen zu haben.(Sehr richtig! links.) Dos ist das Schlimmste an der heutigen Lag«! Diejenigen, die die Entwertung der Mark für ihre Prioatzwecke ausnutzen, haben seil dem Kriege keine Prodnktionspalitit getrieben, sondern lediglich Privatinteressen verfolgt. Di« Großindustrie knüpfte bereits ihr erstes Angebot vom Jahre 1921 an«ine Reihe von Bedingungen und glaubt auch jetzt ihren„Opfersinn" in derselben Weise bekunden z» müssen. Man tagt, es müsse mehr gearbeitet werden. (Stürmische Zustimmung rechts.) Alle diejenigen, die nach mehr Arbeit rufen, sollten dock einmal zusehen, wie viel tatsächlich mehr gearbeitet wird! Wenn wir trotz der gesteigerten Ausfuhr — dem besten Zeichen für die gesteigerte Produktivität—«in Sinken der Mark erlebten, so liegt das daran, daß der Erkrag der ZNehrarbeil im Ausland geblieben ist. In ausländischen Banken sind die Devisen der deutschen Kapitalisten aufaehäuft.(Widerspruch rechte.) Beweise für diese Behauptungen können Sie in ollen amerikanischen und englischen Banken finden. Die einzigen, die bei uns in Deusschland ent- eignet sind, sind die Lohn- und Gehaltsempfänger, während die Besitzenden in einer ganz unverständlichen Art geschont werden. Die Stützungsaktion hat nur den Großindustriellen die Vorteile gebracht und die Reichsbant einen guten Teil ihres Goldbestandes gekostet. Das ist die Folge der Tatsache, daß man die Stützunasaktion unternahm, ohne zugleich ernsthaft an die Sanierung der Reichsfinonzen z» gehen. Der Verlust der Reichsbank an Gold hat zur Folg«, daß der Dollar heute wieder auf 80 000 aeNettert ist. Der Rekchsbankpröstdent hat selbst an- erkennen müssen, daß Quertreibereien mit Devisen in den besitzenden Kreisen vorgekommen sind. An dieser Tatsache ändert auch nichts die abschwächende Erklärung, die Herr Havenstein im Paluta- ausschuß des Reichstaaes abgegeben hat und über die die Auguren in der Burgstraße(Börse.- Red.) recht herzhaft gelacht haben werden. Wenn man aber der Meinung ist, daß einzelne Leute zum Schoden der Ass-'emeinbeit mit Devisen spekuliert haben, dann muß man auch den Mut baben, sie an den Pranger zu stellen. Wir sind der Meinung, daß ein Mann wie havenstein wirklich nicht der geeignete Träger der Stühungsafsson für die Mark ist. Es gibt heute im Reich« nur noch drei Stellen, die nach Papiermark rechnen: die Steuerbehörden, die Lohn- und Gehaltsempfänger und die Reichsbank. Durch diese Papier- markrechnung der Reichsbank auch bei der Kreditgewährung ift es möglich, daß bei der Spekulation mit Dollars in kürzester Zeit Milliardengewinne gemacht werden.(Widerspruch rechts.) Di« Auskünfte, die die Reichsbonk über alle diese Ding« im Unter- suchungsaussckuß gegeben hat. sind völlig ungenllaend. Dringend notwendig scheint uns eine Kontrolle der Stinne suchen An lagen im 2tuslar.be, zum Beispiel der �hugo-Stinnes- Linie" in der Seeschiffahrt und oll der industriellen Beteiligungen von Slinnes in fast allen Industriezweigen. Ueber unsere Steuerpolitik, die wir jeßt zur Zeit der Ruhrbesetzung betreiben, ist zu sagen, daß sie die- selbe ist. die ckerr Helfferich im Kriege gemacht hat. De? Gesetzentwurf über die Anpassung der Steuern an die Keldent- wertung ist in Verbindung mit den Bewertungsvortchriften aeradezu eine Prämie auf die Steuerdrückebernerei des Besitzes. (Sebr rickilg! links.) Ma-- kann auch nicht behaupten, daß auf Grund dieles Gesetzes die Steuern schneller einoagangen sind. Das Garantie-Angebot der Industrie ist an eine Reide schwerer Bedingungen und Boraussehungen geknüpft. Der Wegfall der Aus» ftilzrabgabe würde für die Industrie einen Gewinn bedeuten, größer als�di« angeboten« Garanftesummel Dostalb« gilt von der so viel- gerübwten Opfcrbereitfckaft der Landwirtschast. Wir fordern, daß das Reich automatisch an den Industriegewinnen beteiligt wird. Ferner ist«in.« Beseitigung der vielgestoltigkeit der Steuer. behörden und eine Aenderung des Lohnsteuergesetzes zu verlangen. Die Löhne, Gehälter, Renten und Unterftiitzungen müssen der Geld- entwertung angepaßt werden. Als seinerzeit der Dollar durch die Intervention der Reichsbant auf 20000 gehalten wurde, jpaf der Reichswirtfchaftsminister gleich mit einem Rundschreiben zur Hand, in dem darauf hingewiesen wurde, daß durch Lohnerhöhungen die Stützungsaktion, die Stabilisierung der Mark, gefährdet werden würde. Jetzt, da der Dollar so enorm in die Höhe gckletten ist, wartet man vergeblich auf eine Mahnung des Reichswirtfchafts- Ministers, nun auch die Löhne der Geldentwertung anzupassen. Der Arbeitgebcr-Berband verhandelt feit Wochen mit allen Aewerk- fchaften, kommt aber zu keiner Einigung, weil er sie nicht will, und trotzdem bringt die schwerindustrielle Presse es fertig, von der Gefahr der Lohnkreiberei und von übertriebenen Forderungen der Straße zu reden! Wir verlangen, daß die Reichsregierung uns sagt, mit welchen Maß- nahmen sie die Löhne an die Teuerung anpassen will. Die Arbeiter» schaft wird sich nicht durch unlautere Element« zu unbesonnenen Handlungen verleiten lassen, die Regierung aber muß dafür sorgen, daß die Hungergrenze nicht überschritten wird. Es muß hier im Parlament für das notleidende Poll gesorgt werden, eh« die Mobilisation der Arbeiterschaft außerhalb des Parlaments weitere Fortschritte macht. Das Gebot der Stunde ist gemein» wirifchafrliches Denken und sozialistisches Handeln. (Ledhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Als erster Regierungsvertreter antwortet Neichsarbeitsminiftee vr. örauns: Di« Regierung hat eine der Teuerung angepaßt« Erhöhung der Unterstützung der Sozial- und KleinrenMer, der Kriegsbefchä- digten und Hinterbliebenen, der Wochenhilfe und der Unfallrente vorbereitet. Auch in der Knappschastsverstcherung sind ähnlich« Maß- nahmen im Gange. Die Erwerbslosenunterstützung soll unoerzüg- lich der Preisentwicklung angepaßt werden. Die Erhöhung soll rückwirkende Kraft bis zum 1. Juni haben. Bestrader» Aufmerksamkeit widmen wir einer angemessenen Entschädigung für die Kurzarbeiter. Zur Schaffung neuer Arbeit haben wir das System der pro buk- tiven Erwerbslojenfürforge wesentlich ousgebout, be- sonders im besetzten Gebiet. Die Dorschüsse für die Wohnungsbau- abgab« sind bettächtlich erhöht worden. Als die neue Markent- wertung stch zeigt«, zog das Arbeitsministerium daraus die ent- sprechenden lohnpolitischen Folgerungen. Tatsächlich sind auch in den großen Industrien Lohnerhöhungen um ö? Proz. und mehr ein- getreten und die Erhöhungen sind damit noch nicht abgeschlossen. Im Bergbau werden am nächsten Montag neue Verhandlungen beginnen. Die Bedenken gegen eine automakische Lohnregelung oder die Einführung von Goldlöhnen sind nicht entkräftet. Der Goldlohn bietet keinen Schutz gegen die weitere Verminderung des Reallohnes. Im Einverständnis mit dem Wirtschaftsministerium bemühen wir uns, einen Maßstab zu finden, der die Verminderung der Kaufkraft möglichst schnell und richtig ersaßt und den wir bei künftigen Lohnverhandlungen zu- gründe legen können. Im lausenden Monat werden wir angesichts der sprunghaften Preisentwicklung über den Reichsindex hinaus- gehen, dessen Mängel uns bekannt sind. Reichsfinanzminijker vr. Hermes: Die von der Regierung schon bei der Derabschiedung des Steuer- anpassungsgejetzes gegen einzelne Reichstagsbeschlüsse erliobecken Bedenken haben sich als richtig erwiesen. Wir können aber im Laufe dieses Jahres die Vorschriften nicht ändern, well sonst das schon sehr verzögerte Veranlagungsgeschäft ganz in Unordnung kommen würde. Bis zum 6. Juni sind 224 Milliarden Zwanasanleihe eingegangen. Die Vorschußzahlungen aus Einkommen- und Ber- nwgenssteuer müssen der Geldentwertung entsprechend wesentlich erhöht werden. Der demnächst zur Beratung kommende Antrag Marx will die Vorauszahlung für die Einkommensteusr zum 15. August und November auf den zehnfachen Betrag der Steuer von 1922 festsetzen. Wir werden aber voraussichtlich auf den zwanzigfachen Betrag kommen müssen. Wir arbeiten daran, die Besihsteuern möglichst der Geldenkwerknng anzupassen. Ganz wird uns das nie gelingen. Wir werden auch um eine be- trächtliche Steigerung der Verbrauchssteuern nicht herum- kommen. Vor allem muß aber dahin gewirkt werden, daß die im A u s l a n d e bestehenden unbegründeten Vorurteile gegen unsere Steuer- und Finanzpolitik nicht weitere Nahrung erhallen. ReichswZrtschastsminister de. Secker: Die Hauptursoche für die Verelendung Deutschlands ist das Versailler Friedensdiktat und nicht die Devisenspekula- tion.(Unrulze und Zurufe bei den Soz). Es ist richtig, daß die Löhne nicht den Preisen im gleichen Tempo folgen. Die Sachver- ständigen im Untersuchungsausschuß haben den im Inland und Aue- land angelegten deutschen Deoisenbesitz sehr gering eingeschätzt. Diesen Sachverständigen glaube ich m c h r als dem Abg. Aushäuser. Selbst wenn durch die Verschiebung solcher Gelder ins Ausland dem deutschen Steucrfiskus Mittel verloren gehen, dann schätze ich den der deutschen Wirtschaft daraus entstehenden Verdienst viel höher ein.(Lebhafte Unruhe und Rufe bei den Soz.:„Sie reizen ja zum Schieben an!"—„Schieberministerl) Wirsschast- liche Fragen sollte man doch wirtlchastlich und nicht politisch be- handeln. Bei dem Ueberschuß der Einfuhr über Ausfuhr ist die Enkwerlung unserer Alark eine natürliche Erscheinung. (Große Unruhe bei den Soz.). Wir wollen aber nicht die Hände in den Schoß legen. Wir haben die alte Devisenverordnung wesent- lich verschärst und die Konzessionspflicht für Wechselstuben ein- geführt. Mit der Einführung eines Einheitskurses würde kein Nutzen geschaffen, sondern nur ein große Schädigung des Han» dels erreicht werden. Der Vorschlag einer völligen Z e n t r a l i- s i« r u n g des Devisenhandels bei der R e i ch« b a n t würde in Deutschland nicht durchführbar sein. Wir werden die neuen Bor- schriften der Deoisenveroronung scharf durchführen, aber solange der Einfuhr-Ueberschuß nicht aufhört, können wir das Uebel nicht be- feitigen. Die Arbeiterlöhne müssen in die Höhe gebracht werden, dem Mittelstand muß geholfen werden. Erst wenn wir frei von Reparationslastcn unsere Produkte auf dem Wcllmarkt ab- setzen können, ist eine Gefundung unserer Währung möglich. Auf Antrag des Abg. M ü ll er- Franken(Soz.) wird die Be- sprechung der Interpellation beschlossen: sie wird auf heute, Freitag, 2 Uhr nachmittags vertagt.— Schluß S>, Uhr. Die Thüringer Krise. Weimar, 7. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Wegen der bestehen- den Regierungsschwierigkeiten in Thüringen haben am Mittwoch, den 5. Juni, abermals Verhandlungen zwischen der SPD. und KPD. stattgefunden, die ergebnislos verlaufen sind. Di« KPD. verlangte die vollständige Unterwerfung der SPD. unter die kommunistischen Bedingungen. Der Versuch der SPD., trotz der Gegensätze die KPD. zu oeraulajsen, auf dem Gebiet der allgemeinen Arbetterpolitik die Regierung zu unterstützen, wurde schroff abge- lehnt. In einer Erklärung, die die KPD. abgab und die von ihr vor Beginn der Verhandlung niedergeschrieben und vervielfältigt war, verlangt ste den R'ü cktritt der Regierung. Demgegen- über erklärten unsere Genassen, daß sie die bisherige Politik fort- setzen und erwarten, daß die KPD. nicht Arbeiterinteressen, die durch die sozialistische Minderheitsregierung in Thüringen versolgt werden, aufgibt sondern kräftig weiter lmterstützt. und fördert. GeVsrMastsböwegung Um wertbestänüige Arbeitseinkommen. Die Frage der Einführung wertbeständiger Löhne und Gehälter, die im Leitartikel der Morgenausgabe des„Vorwärts� vom Mittwoch eingehend begründet wurde, hat dieses schon lang« diskutierte Pro- blem endlich in Fluß gebracht. Es ist bemerkenswert, daß selbst die bürgerliche Presse sich nicht direkt ablehnend verhält, ja teilweise dem Gedanken der Einführung wertbeständiger Arbeitseinkommen, wenn auch unter Borbehalt, zustimmt. Allerdings passiert ihr dabei das Mißgeschick, daß sie diese wertbeständigen Arbeitseinkommen bald mit Jndexlöhnen, bald mit Goldlöhnen verwechselt. Auch der Reichs- ardeitsminiftcr Dr. Brauns, der in der gestrigen Reichstagssitzung sich zu dieser Frage geäußert hat, ist diesem Mißverständnis ver- fallen. Er sprach gegen die G o l d l ö h n e, die im.Zentralblatt der Christlichen Gewerkschaften" von seinem Parteigenosien B a l t r u s ch verfochten worden sind. Andererseits betonte aber auch der Reichs- arbeitsminister die Notwendigkeit der Anpassung der Löhne und Gehälter an die Preise. Wenn hier von wertbeständigen Arbeitsein- kommen gesprochen worden ist, so war damit nichts anderes ge- meint. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es sich dabei weder um Jndexlähne noch um Goldlöhne handelt, sondern daß zur Grundlage genommen werden soll der Durchschnitt der Teuerung?- zahlen, des Goldzollaufgeldes und des Dollarstandes. Jndexlöhne sind aus den bereits angeführten Gründen a b» z u l e h n e n. Es kommt aber noch ein anderer wesentlicher Grund hinzu. Der Index wird festgestellt auf Grund der Tcuerungszahlen der Lebenshaltungskosten. In diesen Lebenshaltungskosten sind u. a. auch die Mieten einbegriffen. Nun sind die Mieten bekanntlich durch die bestehende Zwangswirtschaft im Wohnungswesen künstlich niedrig gehalten. Jndexlöhne würden also bedeuten, daß die ge- samte Ersparnis, die durch die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen gemacht wird, den Unternehmern, darunter besonders den Schwerindustriellen, zugute käme, der Staat, also das gesamte Volk, aber allein die Lasten zu tragen hätte. Durch den Preiswucher der Baustoffsyndikate ist das gesamt« Baugewerbe ebenso gefährdet wie unsere Wohnungswirtschaft über- Haupt. Dieser Preiswucher muß unterbunden werden. Es muß aber auch verhindert werden, daß die Gemeinwirtschaft im Woh- nung-wesen dazu dient, den Uebergewinnern neue Uebergewinn« zu- zuschanzen. Schon aus diesem Grunde, aber nicht weniger aus den bereits angeführten Gründen sind reine Jndexlöhne, die sich auf die Teuerungszahlen der Lebenshaltungskosten stützen, entschieden ab- zulehnen. Die Frage wertbeständiger Arbeitseinkommen ist reif, über- reif, praktischverwirklichtzuwerden. Das wird nicht ohne Kampf geschehen können. Man muß erwarten, daß die Unternehmer sich hartnäckig einer solchen Regelung, die schließlich im Interesse der Produktion wie der Produktivität selbst liegt, wider- setzen werden. Demzufolge wird sich auch die Reichsregie- r u n g widersetzen, denn das Kabinett Cuno tut und unterläßt alles, was die rückschrittlichen Unternehmerkreise von ihm in Wirtschaft- lichen Fragen fordern. Das Reich ist heute der überwiegend größte Unternehmer. Di« Stellungnahme der Reichsregierung zu dieser Frage hat also ein« eminent praktische Bedeutung. Wertbeständige Arbeitseinkommen haben in erster Linie den Zweck, die Arbeiterschaft und unser Wirtschaftsleben überhaupt von den zerstörenden Wirkungen der Geldentwertung wie der Kurs- fchwankungen nach Möglichkeit zu schützen: in zweiter Linie die Spekulation zu unterbinden. Heut« ist fast das gesamte Unternehmer- tum, besonders das der Schwerindustrie, an der Geldentwertung direkt interessiert. Steuern, Löhne, Bahn- und Posttarife werden in Papiermart gezahlt. Jede Geldentwertung bringt den Unternehmern riesig« Gewinne. Das gleiche trifft auf die Land- Wirtschaft zu. Dieser Antrieb zur Geldentwertung muß unterbunden werden. Wenn die Arbeiterschaft wertbeständige Löhn« fordert, so ist das nicht allein eine Lebensnotwendigkeit für sie, sondern zugleich eine eminent staatserhaltende Tat. Vorbereitung zur Neuregelung öer Staatsbezüge. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, treten am Sonn- abend die Spitzenorganifationen zusammen, um zu einer neuen Gehalts- und Lohnregelung für Reichs- und Staats- bedienstcte Stellung zu nehmen. Diese Maßnahme macht sich be- sonders dadurch notwendig, weil die Reichs- und Staatsbedienstetcn bisher stets zu spät in den Genuß der bereits festgesetzten Beträge kamen. Die Bewegung im Einzelhandel. Am Mittivock abend beschäftigten sich die Handelshilfsarbeiter in einer überfüllten Mitgliederversammlung mit dem vom Schlich- lungsausschuß gefällten Schiedsspruch. Nachdem bereits durch die Funktionäre die Ablehnung des Schiedsspruches erfolgte, hat auch die Mitgliederversammlung denselben einstimmig abge« lehnt. In der sehr erregten Diskussion wurde verlangt, den Arbeitgebern ein Ultimatum von L4 Stunden zu stellen, falls die Arbeitgeber keine weiteren Zugeständnisie macken. von den ver- Handlungen vor dem Demobilmachungskommifsar, welche heute vormittag stattfinden, wird es abhängen, ob eS am Montag zu Arbeitseinstellungen kommen wird. Protest der Lehrer. Die GDB.(Lehrergewer kschast im ADB.) nahm in ihrer Mit- gliederversammlung am 2. Juni folgende Resolution an: Die GDB.(Lehrergewerkschast im ADV.), Berlin, lenkt mit allem Nachdruck die Aufmerksamkeit der gesamten deutschen Beam- ten- und Lehrerschaft auf die Gefahren, welche durch den erneuten Marksturz und durch die in dem Garantieangebot der Industriellen erkennbaren Absichten eines schrankenlosen Kapitalismus allen den Bevölkerungsschichten drohen, die von Lohn und Gehalt ihr Leben iristen. Angesichts der mit furchtbarer Schnelligkeit fortschreitenden Berelendung weitester Volksschichten, angesichts des schweiften Ab- Mehrkampfes gegen den französischen Imperialismus, wagen es die Führer der Großindustrie, dem nach Hilfe rufenden Staate Bedin- gungen zu stellen, die ihre Herrschast über den Staat und seine letz- ten Produktivkräfte und die Abwälzung aller Reparationslasten auf die Schulkern der Lohn- und Gehaltsempfänger bedeute». Ihre ao» erhörten Forderungen gehen u. a. auf die tatsächlich« Beseitigung des Achtstundentages und die Entlassung von Zehntausenden van Staats- und Kommunalbeamten hinaus. Die Lehrergewerkschast im ADB. erwartet, daß der Vorstand des ADB. in enger Fühlung- nähme mit dem ADGB. und dem AfA-Vunde sofort ein« umfassende Aktion gegen diese Anschläge auf die nackte Existenz auch des Gros des Beamtenschaft einleitet, vor allem auch die Beamten selbst zu wuchtigen Protestkundgebungen aufruft. Bes chleunigte Verbindlichkeitserttärung. Die Beschwerden über die allzu lange Dauer des Verfahrens, betreffend die Verbindlichkeitserttärung von Schiedssprüchen, haben sich in der letzten Zeit wieder sehr vermehrt. Sie kommen von Arbeitnehmer- wie von Arbeitgeberseite, indem einerseits die Ar- beitnehmer durch die nachträglichen Verbindlichkeitserklärungen erst verspätet in den Genuß bereits entwerteter Bezüge ge- langen, und indem andererseits den Arbeitgebern durch die Verzögerung erhebliche Rachzahlungspf lichten erwachsen. In einem Falle hat sogar die Verzögerung des Verfahrens schließlich zur Ablehnung des Antrags auf Verbindlichkeitserttärung mit der Begründung geführt, daß die im Schiedsspruch vorgeschlagene Regelung inzwischen längst überholt sei und die vorgeschlage- neu Nachzahlungen nicht mehr zugemutet werden könnten. Der Minister für Handel und Gewerbe hat deshalb, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge, m einem Erlaß die zuständigen Stellen dringend ersucht, das Verfahren auf Berbindlichkeitserklärung in jeder Weife und unter Benutzung aller Hilfsmittel, z. B. des Fernsprechers(für die Ladungen, di« Einforderung von Akten usw.), zu beschleunigen und Verschleppungen energisch entgegenzutreten, damit die Parteien in möglichst kurzer Frist Klarheit über ihre Rechtsbeziehungen gewinnen und die häufig gerade durch die Dauer des Verfahrens hervorgerufenen Wirt- schaftskämpfe vermieden werden. Nette Buchbinderlöhne. Die rasenden Preissteigerungen der letzten Tage haben den Buchbinderverband veranlaßt daS mit dem.Api' am 2S. Mai bis zum 13. Juni abgeschlosiene Lohnabkommen schon jetzt einer Revi- fion zu unterziehen. Bei den deshalb am S. Juni mit dem„Api" gepflogenen Verhandlungen haben die Unternehmer ab 7. Juni eine allgemeine Zulage von öv Proz. auf die der- zeitigen Löhne zugestanden, so daß der Spitzenlohn für verheiratete Gehilfen in Ortsklafie 1 und 2 nunmehr 3150 bzw. 8056 M. pro Stunde beträgt. Am 14. Juni finden neue Verhandlungen siatt. Mit den übrigen Tariskontrahenten finden in den nächsten Tagen ebenfalls Lobnverhandlungen statt, obwohl der BDB. bisher ab- gelehnt hat, schon vor dem 13. Juni höhere Löhne zu zahlen. Streik im Berliner Kohlenhandel. vom Deutschen verlehrsbund wird uns geschrieben: Bei der Firma I. S. Sochaczewer, Berlin, Wiclefstr. 10, ehemaliger Hoflieferant, jetziger Lieferant staatlicher Behörden und Ministerien, sind seit dem 6. Juni die Arbeitnehmer in den Streik getreten. Herr S. ist in dem Glauben, daß bei den heutigen ver« Hältnissen ein Arbeiter noch mit 86 000 M. Lohn große Ersparnisse machen kann. Zwischen dem Verband Berliner Kohlengroßhändler und dem Deutschen Verlehrsbund wurde ein Vergleich geschaffen, daß den Arbeitnehmern bis zur Erledigung des Lohnabkommens am 6. reip. 7. Juni ein Vorschuß von 100 000 M. gezahlt wird. Dieses wurde von Herrn S. mit den Worten abgelehnt:.Ich zahle keinen Pfennig'. Da es jetzt jedem Kunden freigestellt ist. seine Ware dort ein- zukaufen, wo es ihm paßt, möchten wir noch darauf hinweisen, daß sich Herr S. nicht geniert, die vom Kohlenamt bestimmten Preise, worin auch die Löhne der Arbeiter einkalkuliert sind, einzustreichen. AuS diesem Grunde müssen die Arbeiter sich selbst ihr Recht erkämpfen, und ersuchen diese um die Solidarität der Arbeiter, wie überhaupt der Bevölkerung von Moabit. Neue Löhne im Töpfergewerbe. Infolge der riesigen Teuerung der letzten Tag« sind gestern neue Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Töpfergewerbe gepflogen worden. Es kam schließlich eine Einigung auf folgender Grundlage zustande: Die Gesellenlöhne für den 1. und 2. Juni betragen 3000 M. die Stunde, für die Woche vom 4. bis g. Juni erhöhen sich die Löhne auf 3800 M. Für die Woche vom 11. bis 16. Juni tritt eine weitere Erhöhung auf 4100 M. ein. Bei Akkordlöhnen treten Zuschläge entsprechend den vorstehenden Zu- lagen ein. Für Jugendliche bleibt es bei den seitherigen prozen- tualen Sätzen der Gesellenlöhne. Träger auf Bauten bekommen den Ofensetzerlohn. In einer außerordentlich stark besuchten Versammlung berichtete Brinckmann gestern abend im„Rosenthaler Hof' über das Resultat der Verhandlungen. Nach unwesentlicher Debatte stimmte die Versammlung dem Abkommen gegen eine kleine Minderheit zu. Lohnabkommen im Gastwirtsgewerbe. Der Arbeitgeberverband im Gastwirtsgewerbe und der Zentral- verband der Hotel-. Restaurant- und Cafä-Angestellten fordern ge- meinsam auf, in allen Betrieben Vorschußzahlungen auf die neuen Löhne umgehend vorzunehmen. Das gestern zum Abschluß ge- kommene neue Lohnabkommen sieht Lohnerhöhungen von ungefähr 80 Proz. vor.__ Verband der»uchdlitder»ad Papierrerarbeiter. Smrnadend vormittag 10 Uhr im großen Saale des Gemerkschastshause», Engelufer 24, Funktionär- Versammlung sämtlicher Branchen. In Anbetrocht der außerordentlichen Wich- tigkeit der vorliegenden Tagesordnung ist es unbedingt erforderlich, daß jede Werkstnd« vertreten ist. Die Ortsvcrwaltung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigte»»ad Kriegerhinterblieb«»«». Ortsevrein Stegliß. Freitag, den 8. Juni, abend» 8 Uhr, i» der Aula des Sqmnafiums Heesestvaße, Bersammlung. Gausekretitr Willi Poetsch spricht Wer„Der Stand de: Rentenversorgung'. Gäste willkommen. Scmciuschaft proletarischer Freidenker. Gruppe Weste». Ritgliederver- sammlung Freitag, den 8. Juni, abends Tii Uhr, im Lokal von Memer, Blllowstraße 88. Referat über„Weltanschauungsfrage»'. Frei« Aussprach«. Gäste willkommen. VLrtfthcrst Aufstieg der Sozialeu Baubetriebe. Den unsäglichen Schwierigkeiten zum Trotz, welche die Geld- entwertung, die Ueberteuerung der Baustoffe und der erbitterte Kampf des Privatkapitals gegen jede Form der Gemeinwirtschaft ihnen bereiteten, haben sich die Sozialen Baubetriebe zu machtvollen Faktoren der Wirtschast, des Bauwesens im besonderen, entwickelt. Es gab im Jahre 1922 insgesamt 2 0 7 gemeinwirt- schaftliche Baubetriebe, von denen 100 Betriebe als Bauhütten, 107 als Genoffenschaften organisiert waren. Jeder Betrieb hatte rund 100 Arbeiter und Angestellt«, steht also in dieser Hinsicht weit über dem Durchschnitt der privaten Baubetriebe. Di« verausgabten Lohnsummen stiegen' von 204 Millionen im Jahre 1921 auf 2,2 Milliarden im Jahre 1922. In ihrer durchschnittlich zweijährigen Tätigkeit haben die So- zialen Baubetrieb« über 14000 Kleinwohnungen ge- baut. Im Jahre 1922 wurde ein Umsatz von 4,2 Milliarden Mark erziell: die Betriebe gingen jedoch in das neue Wirtschaftsjahr mit einem unerledigten Auftragsbestand von 6 Milliarden Mark. Die Tätigkeit der gemeinwirtschastlichen Baubetriebe stand in der weit- aus überwiegenden Mehrzahl im Dienst gemeinnütziger Körperschaften. Rur 16 Proz. des Umsatzes entfiel auf pri- oate Auftraggeber, unter denen sich aber ebenfalls noch Konsum. genoffenschaften und andere Organ« der Gemeinwirtschaft befanden. Das Vermögen der Sozialen Baubetriebs nach dem Stand von Ende 1922 geht aus folgenden Zahlen hervor: Das gezeichnet« Stammkapital betrug 85,6 Millionen Mark, die Reserven und Ueber- schüss« 254,2 Millionen, das Kredittapital 237,4 Millionen Mark. Bei dem verhältnismäßig kleinen Antellkapital der Genossenschaften ist der Vermögensbestand an Sachwerten bereits recht beträcht- sich. Der Buchwert der Sachwerte, die sich im Eigentum der So- zialen Baubetriebe befinden, betrug End« 1922 insgesamt 462,5 Millionen Mark, der Tageswert zum gleichen Zeitpunkte jedoch 3,95, also fast 4 Milliarden Mark. Alle diese Zahlen sind ein Be- weis für die gesunde Grundlage und die kräftig« Entwicklung der sozialen Vauwirtschoft._ Die Margarinepreise. Die Margarinesabriken setzten die Preise scharf herauf. Auf 9700 M. bis 13 550 M. je Piund..Bei diesen hohen Preisen ist das Geschäft tot,' bemerkt der Marktbericht der Gebrüder Ganse dazu. Diese kurze Bemerkung kennzeichnet die E i n s ch r ä n k u n g, die sich breite Volksmasien infolge der Teuerung auferlegen müffen und die sogar zum Verzicht aus den notwendigen Brotaufstrich zwingt, besier als lange Ausführungen. 1 Billion neue Banknoten gab die Reichsbank in der mit dem 31. Mai abgelaufenen Woche neu in den Verkehr. Gleichzeitig hat sich der G o l d b e st a n d der Reichsbank um 75 Millionen Gold- mark auf 757,9 Millionen Goldmar! vermindert. 53 Millionen davon sind zur Einlösung der letzten fälligen belgischen ScbatzwcSel verwandt worden, weitere 22 Millionen wurden als Pfand für Devisenkredite hergegeben. Die erhöhte Notenausgabe der Reichs- bank, die den Notenumlauf auf die Höhe von 8,6 Billionen Mark gebracht hat, ist eine Folge der starken Beanspruchung der Zentralnotenbank durch Reichskredite, infolge deren sich der Bestand der Reichsbank an Schatzwechieln um 1070 Milliarden auf 3 Billionen erhöhte, und durch private Kreditanforderungen, die den Bestand der Reichsbank an Handelswechseln um 276 Milliarden auf 4 Billionen erhöhten. 14 320fache Zölle. In der kommenden Woche beträgt das Gold- zolloufgeld 1 431 900 Proz.. bis dahin 1 189 900 Proz. Walzeisenpreiserhöhung. Der gemeinschaftliche Preisausschuß beschloß ein« Erhöhung der Stahlbundrichtpreise für Thomasgüte um 2 7,83 Proz. mit Wirkung ab 6. Juni. Der Mehrpreis für Lieferung in Siemens-Martin-Handelsgüte wurde auf 400 000 Mark, für die übrigen Sorten entsprechend ab 6. Juni fest- gesetzt. Ein Kilo Stabeisen kostet jetzt 2806 M„ etwa den 80 OOOfachen Borkriegspreis. Eine Neugründung des Okto-Wolfs-Konzerus. Mit einem Kapital von 11X1 Millionen Mark ist die M e t a l l- M o n t a n- Aktiengesellschaft, Berlin, unter hauptsächlicher Beteisi- gung d-r Firma Olto Wolff(Köln) begründet worden. Di« Gesell- schaft betreibt den Handel mit Metallen und metallischen Roh- st offen und Schrott. Durch die Beteiligung der Phönix- A.-G. und der Rhein st ahlwerke bei den Düsseldorfer Gründerfirmen hat die Metall-Monian-A.-G. eine breit« Basts. Stinnes in Dänemark. In Aarhus erschienen in der Der- Handlung über die Konkurssache des Großtaufmanns Berthelsen unter anderem zwei Hamburger Kaufleute, die Hugo Stinnes ver- traten. Die Firma Verthelsen besitzt in Aarhus ein Oel- und Benzin. depot, sowie Tantanlagen in mehreren Stödten Jütlands. Die deutschen Koufleute gaben mit 343 000 Kronen das Höchstangebot ab. Die Uebernahme fand gleich darauf statt. Deviseukurse. Unserer gestrigen Kurötafel ist noch nachzu- tragen: 1 finnische Mark 2189,50 Geld, 2200,60 Brief: 1 japanischer Den 38653,— Geld, 38847,— Brief; 1 brasilianischer Milreis 7980,— Geld, 8020,— Brief; 1 Schweizer Frank 14314,— Geld, 14386,— Brief; 1 spanische Peseta 11999,50 Geld. 12060,50 Brief; 100 österr. Kronen 111.22 Geld, 111,78 Brief; 1 tschechische Krone 2359,— Geld, 2371,— Brief; 1 ungarische Krone 13.76 Geld, 13,84 Brief; 1 bulgarische Lewa 849,50 Geld, 854,50 Briei; 1 sugo- slawischer Dinar 902,50 Geld, 907,50 Brief; 1 polnische Mark kostete im freien Verkehr etwa 1,23 M. Wetter bis Tonnadeud mittag. Etwas wärmer, zunächst vielfach heiter und trocken. Später wieder zunehmende Bewölkung und besonders an der Küste etwas Regen bei mäßigen westlichen Winden. ZZerantwortlich für Politik: Pietoe Schill, Berlin: Wirtschaft: Art»» Satera»», 2ri«i>richsblizM by Wegweiser-Verlag Berlin.) ei Als dieWafser fielen. von Otto Rung. Aus dem Dänischen von Erwin Magnus. Und Kapitän Samuelsen enterte an Bord:.Guten Tag, hier bin ich mit meinem Wasserwerk!" Er steckte einen Schlauch auf das Ventil seines rostigen Wassertanks, der umsonst aus einem städtischen Pfosten auf dem Platze hinter dem alten Packhaus der Graupenmühle gefüllt war. „Gestatten Sie, daß ich Ihr Bassin mit der Zentrale ver- binde, Sie brauchen keine Angst vor Kurzschluß bei mir zu haben!" Seine kleinen schwarzen Augen schlüpften listig aus Lee der hochrückigen Nase hervor, und er berichtete seine hundert Geschichten von Hafenneuigkeiten, von Schlägereien im Schwimmdock und von Zollbeamten, die in der Steuermanns- kajllte saßen und„Guanolikör" tranken, während der Tally- mann englische Eisenwaren und Fayence löschte, wie es dem Importeur gefiel. Gube hatte ihm zerstreut zugehört. In der Kambüse war Feuer unter dem Kaffeekessel, als Kapitän Samuelsen kam. Er kannte den kleinen gelben Hund, von dem er wußte, daß er den ganzen Winter an Bord gewesen war, und lockte ihn. Nein, dem vorigen Schiffer hatte er nicht gehört. Es war ein wilder Hund, der sich nicht fangen ließ. Das Tier fraß einen Schiffszwieback, den man ihm an Deck schmiß, und lief dann an Land in irgendein Loch hinter dem Packhause. „Gratuliere zur Villa, und jetzt zeichne ich Sie als Abon- nenten aufs Wasserwerk!" Kapitän Samuelsen sprang in sein Boot, seine drei schwarzäugigen Jungen, in Wollhemden und Matrosenmützen, grinsten mit müßen Zähnen, standen aber stramm als Fallreepswache, während der Vater an Bord sprang.— Gude hatte dem Iungmann Matti eine neue Ausstattung gestiftet. In einem Keller an der Toldbodgade war ein Laden mit Oelzeug, Holzschuhen und Tonpfeifen, die als„letzte Neu- heiten der Saison" hinter den niedrigen Scheiben aufgehängt waren, während auf einem riesigen Schild über der Fassade des Hauses..See- und Herrenequipierung" stand. Dort wurde Matti als Herr equipiert. Er stand be- nommen da und drehte sich vor Gude, um sich in einem neuen kaffeebraunen, gewürfelten Anzug, einem Wollhcmd mit roten Quasten am Qucder und 5inöpfstieseln sehen zu lassen, die feiner waren als die Schuhe des Freundes eines Nyhavnmädchens. Der Priem blieb in seiner Backe sitzen, verlegen stand er mit gespreizten Händen da und ließ sich bewundern. Er ging willig hin und her, um sich sehen zu lassen, und hielt sich rücksichtsvoll auf der Seite von Gudes sehendem Auge. Schließ- lich beglückwünschte Gude ihn freundlich: „Du bist nicht wiederzuerkennen!" und schickte Matti hin- unter, um sich umzuziehen. Gude hatte sich an Bord eingelebt. Matti konnte Kaffee und Spiegeleier machen. An Service befand sich genug in der Kambüse. Steingut, worauf unter der rissigen Glasur aller- Hand Schiffe gedruckt waren. Der Proviant bestand zumeist aus Konserven, doch aß Gude gewöhnlich an Land. Jeden Morgen kam Kapitän Samuelsen mit der Fillale des städtischen Wasserwerks. Dann erscholl sein Prei nach Matti:„Hallo, du langer Bolschewist. Da bin ich mit dem Wafferfaß!" Er schlug ein Samtalbum auf, in dem Talmiuhren an feuervergoldeten Ketten hingen: „Sie her, Seemann! Echte Chronometer, achtzehnkarätig, zehn Jahre Garantie bei kleiner Fahrt und vierzehn Tage zur Probe! Zum Schmuck für deine neue Weste; dein Chef gibt dir gern Vorschuß auf die Heuer." Gude bezahlte, und Mattis rote, knotige Finger wählten bebend eine Riesenuhr mit einer Kette von Medaillen, so breit wie der Gürtel eines Preisringers. Kapitän Samuelsen bot Gude Postkarten in verschlossenem''"'schlag für Herren oder transparente Spielkarten mit pikan i Inhalt an, angenehm, die Sonnenhöhe zu jeder Morgenstunde zu nehmen!„Nicht Ihr Genre, Käptn? All right!" Mit allen möglichen Ratschlägen machte er sich nützlich. Als Gude eines Tages einen abgebrochenen Schlüssel und Spuren eines Dietrichs an seiner Kajütentllr fand, brachte der Kapitän für eine Bagatelle ein echt amerikanisches, einbruch- sicheres Paleschloß an. Ja, Nyhavn ist ebenso voll von Spitzbuben wie von Ratten! Hatte Herr Gude sonst heute noch irgendwelche Aufträge? Hatte Herr Gude nicht Bedarf für einen geübten Barbier? Samuelsen hatte die ganze Besatzung von: Kapitän bis zum Messejungen, ja den Schiffshund dazu rasiert! Mitten in der Sommerhitze.„Heute nicht? Ja. nichts für ungut. Dann stoßt ab, Jungens, jetzt kommt Vater." Seine Backe war dick, aber Gude sah deutlich, daß es von der Zunge, nicht von einem Priem herrührte. Wenn er auf Deck spuckte, war es nicht von Tabaksast gefärbt. Die See- 1 stiefel schlotterten um die krummen dünnen Beine, aber er stampfte wie ein echter Seemann über das geborstene Deck. Dann stand er mit gespreizten Beinen am Rad und witterte mit der langen Nase nach Geschäften und Neuigkeiten von allen Schiffen des Hafens. Zum Abschied faßte er mit einem kecken Griff an die Mütze und fuhr los mit einem mächtigen Kielwasser hinter seinem verbeulten Blechboot. Die„Rumpelschute" wurde er überall im Hafen, selbst von dem Kapitän des Schlammprahms, genannt, wenn er sich weiter bumbootete, um mit allem, von Hosenknöpfen bis zu Augensalbe und Salvarsan, zu schachern, und nach allem ausspähte, was ihm vor den Bug trieb, mochte es ein Spritanker oder ein Ertrunkener, ein Steinfischer aus Dragör oder wie letzthin ein insolventer Heringshändler sein, der auf seinem Ulster schwamm, bis Kapitän Samuelsen ihm eine Fangleine um den Hals warf und ihn vermittelst zehn Kronen in bar nach der Anlegestelle des Trangrabens bugsierte. Noch einmal winkte der Kapitän„Hals- und Beinbruch". An der Reling hingen feine schwarzäugigen Jungen. Heute war es einer mehr; er hatte die Masern gehabt. * Wenn Gude des Abends unter der leise schaukelnden Lampe bei seiner Arbeit saß, konnte die Einsamkeit schwer werden. Oft krachte es rings in den alten Planken, es konnte lauten, als gingen rasche Schritte oben über das Deck. Er arbeitete an diesen Abenden an einer Broschüre über die schiff- brüchigen Finanzen des Augenblicks. Der konkrete Stoff be- kam hier an Bord einen Hintergrund von Versall und Tod. Die dumpfen Schatten außerhalb des Lichtkreises der Lampe nahmen phantastische Formen an, es konnte sich anhören, als ob Seeleute sich drinnen in ihren Kojen umdrehten. Hier hatten sie, in jeglichem Wetter schlingernd, geträumt und ge- flucht und getrunken. Bargen die alten Balken noch das Echo der Zeit, die tol war? Jetzt saß er selber da und schrieb über eine schiffbrüchige Welt. Er war ihr auf ihrer blinden Fahrt gefolgt, hatte von Kind auf ihren wilden, übermütigen Kurs gekannt. Kurve auf Kurve konnte er ihre Geschichte aufzeichnen, das durch die SorglosigkgZt ihrer Führer in Verwirrung gebrachte Besteck vorzeigen. Die ersten Abschnitte seines eigenen Lebens waren wie ein Spiegel dessen, was die Führer jener Zeit, die über- mächtigen Vorgesetzten seiner eigenen Klasse, vorgehabt hatten. In seil, er kleinen Welt— ein Dutzend Jahre zurück, in dem nicht viele Häuser von hier entfernten Heim— fand er die Ursache des Schiffbruchs wieder. .......(Fortsetzung folgt.) Schaffung von Arbeitsgelegenbett einstimmig, der Antrag betreffend| fich gerabe aber bie Ballonbrüftung fchwang und wieber| an maden, und wir haben feine Luft, die Diskussion fort gu die Lebensmittelfrage unter Streichung des Sages, die Lebensmittel hinabstieg. Die Frau war so erschroden, daß fie zunächst gar nicht feßen. Bu erwägen wäre, ob lintirchliche zur Bermeidung ärgerverkaufsstellen weiter auszubauen. Die Deutsche Boltspartei hatte daran dachte, um Hilfe zu rufen. Unterdessen verschwand der Dieb licher Vorkommnisse nicht besser täten, sich von derartigen Leichengetrennte Abstimmung darüber beantragt; die Auszählung ergab mit seiner Beute. An einer anderen Stelle erging es einer Haus- predigten überhaupt fern zu halten, wie sie auch den Kanzelreden Stimmengleichheit( 83 gegen 83). angestellten ebenso wie hier der Hausfrau. Meistens arbeitet aber sich entziehen. Das tönnte zugleich erzieherisch auf Hinterbliebene der Spezialist so vorsichtig, daß man nichts von ihm merkt. wirken, die an der hergebrachten Sitte der Mitwirkung eines Grst gestern mittag ist er am Holsteiner User wieder aufgetreten. Pastors festhalten zu sollen glauben und die andersdenkenden Mitteilungen, die geeignet sind, ihm auf die Spur zu kommen, Freunde des Verstorbenen nötigen, die Herzensergüsse eines Pastors nimmt Sriminalfommissar Trettin im Polizeipräsidium entgegen. über sich ergehen zu lassen. Ein weiterer Dringlichkeitsantrag, der die Beschleunigung der Entscheidung über die Anträge auf Kurzarbeiterunter stübung fordert, wurde. angenommen. Die leberweisung der Vorlage zur Kenntnisnahme betreffend Maßnahmen gegen das Steigen der inländischen Lebensmittelpreise infolge Steigen des Dollarturses an einen Ausschuß von den Kommunisten in voriger Gigung beantragt wurde mit 83 gegen 81 Stimmen beschlossen. Zum Antrag der Wirtschaftspartei, betreffend das Vorgehen des Bezirksamts Friedrichshain in Sachen der Erhebung einer Steuer für Fahnenschilder u. dgl., ließ der Magistrat den Schritt des Bezirksamts für' unzulässig erklären. Mörder im Rückfall. Rangierers Tod. Der Rangierer Adolf Funke aus der Carmen- Sylva- Straße 123 geriet auf dem Bahnhof BantowDas nächtliche Abenteuer eines Droschtenkutschers. Schönhausen beim Besteigen eines fahrenden Koblenzuges Sehr glimpflich kam ein wegen Raubmordverfuchs unter die Räder und wurde schwer verletzt. Man schaffte den Angeklagter bei den Geschworenen des Landgerichts III davon, Verunglückten nach dem Bantower Strantenhaus, wo er bald nach rbwohl sich seine Bluttat als Mord im Rückfall darstellt. feiner Aufnahme verstarb. Bulegt wurde noch ein Dringlichkeitsantrag der Wirtschafts- Der angeflägte Arbeiter Joseph Glugowsti ist schon wegen Wenn man Kinder allein läßt. Der Kammacher Friz Ries partei verhandelt, der ausreichenden Schuh der Inhaber von Ge- Mordes por bestraft. Mit 17 Jahren hat er in seiner und feine Ehefrau beteiligten sich fürzlich an einem Vereinsschäften und Verkaufsständen gegen Blünderung, Kontrollaus Heimat, in einem Dorf im Bosenschen, einen Gastwirt mit vergnügen und ließen ihre beiden 9 und 6 Jahre alten Kinder schüsse usw. fordert. Berichte( Wirtschaftspartei) empfahl, der Art erschlagen, weil er bei diesem 12 M. Schulden allein in der Wohnung Mirbachstr. 69 zurüd. Als die Eltern Dörr( Komm.) bekämpfte ihn; Meyer( Dem.) und Koch( Dnat.) hatte. Er ist damals als Jugendlicher zu der Höchststrafe von morgens gegen 5 Uhr heimkehrten, fanden sie ihre beiden sprachen dafür. Die Übstimmung ergab eine Mehrheit für den 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Von dieser Strafe hat inder, burch Gas betäubt, besinnungslos auf. Beide fonnten ins Leben zurüdgerufen werden. Sie hatten in Abwesenheit der Eltern die Gaslampe angezündet und, ehe sie zu Bett gingen, den Hahn nicht ordnungsmäßig geAntrag. In der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion wird nach folger des Genossen Löwenstein, der sein Stadtverordneten mandat niedergelegt hat, der Gewerkschaftsangestellte Genosse Otto Schmidt aus Charlottenburg. Wie es in einem Arbeiterhaushalt aussieht. Bon einer Partetgenossin aus Neutöln. einer einfachen Frau aus bem arbeitenden Bolle, erhalten wir einen Brief, den wir ob seiner äußerst anschaulichen und eindringlichen und darum erschütternben DarStellung der unerhörten Notlage der arbeitenden Klaffe, gleichzeitig aber auch ihrer starten ethischen Kräfte ungekürzt und unverändert zum Ab. brud bringen. Die Rebattion. Neukölln, den 5. Juni 1923. P schlossen. Die Ter 2. Bezirk des Deutschen Arbeiter Sängerbundes, Gau Berlin, veranstaltet am Sonntag, den 10. b. M., von 9-12 Uhr vorm., im Strandschloß in Tegel am See, eine Sängermorgenfrage, an der Freier Bolfschor Tegel u. Umgegend" Maibund Mittenau Männerchor Reinidendorf, Dft Gemischter Chor Reinidendorf, Dft" Waldes Freier Männerchor Wilhelmsruh„ Geselligkeit Hennigsdorf" " Freie Sänger Hermsdorf" und andere mitwirken. gün Waidmannsluft" Freunde des Gesanges find herzlich willkommen. er neun Jahre verbüßt und ist 1921 aus der Strafanstalt in Wronke entflohen und über die Grenze nach Deutschland und später nach Berlin gekommen. Was er in Berlin getrieben hat, wollte der Angeklagte nicht angeben. Am 5 Mai vorigen Jahres habe er seiner Braut helfen Der Erfte Staatsanwalt in Potsdam, Dr. Gerlach, hat, wie wollen, mit ihren Möbeln und Sachen über die Grenze nach Deutsch- aus Potsdam gemeldet wird, gegen die Ablehnung des land zu kommen und sei nach Kreuz gefahren. Seine Braut sei Berfahrens gegen Herrn v. Raehre aus Pezow beim Merger habe er viele Rognats getrunken und fei am nächsten Tage aber nicht, wie verabredet war, nachts im Walde erschienen. Aus Rammergericht Beschwerde eingelegt. Die neuen 500- Mart- Sttüde haben soeben die Münze verlassen. nach Berlin zurüdgefahren. Da er fein Geld hatte, um mit der Auf der Vorderseite tragen fie in der Mitte die Aufichrift: 500 Mart Straßenbahn zu fahren, habe er zu Fuß zu feinem Bruder nach 1928. Sie wird von den Worten: Deutsches Reich umrahmt. Jede der Bahnstraße am Tegeler Schießplatz gehen wollen. An der Seite de Münzzeichens A wird durch einen Eichenzweig mit Eichel Invalidenstraße hätte er nicht weitergefonnt und habe eine Droschte verziert, Die Mitte der Rüdseite zeigt den Reichsadler mit der genommen. Der Angeklagte behauptet, daß er die Absicht gehabt Umschrift: Ginigteit und Recht und Freiheit. habe, auf freiem Felde am Spandauer Weg auszurücken. Der Form der neuen Münze macht einen guten Eindrud; fie iſt doppelt Lieber Vorwärts! Im Leitartikel der Sonntagsnummer stand Proschkentutscher hielt ihn aber zurück und verlangte erst Bezah- io groß wie bas 200- Mart- Stüd, das sich schon deshalb keiner u. a. zu lesen, daß das Eristenzminimum einer vierföpfigen Familie ung. Schließlich hatte er ihm seine Uhr dagelaffen. Da fein Beliebtheit erfreut, weil es leicht mit dem 50- Pfennigftüd verwechselt 3. 3. 200 000 m. pro Woche beträgt. Dazu möchte ich mir einige Plan, über einen Baun bei den Holzplägen der dortigen Gegend werden fann. Ausführungen erlauben. Da es für einen verheirateten Gärtner zu flettern, infolge seiner Schwäche mißlang, habe er wieder umschwer ist, das ganze Jahr dauernde Arbeit zu haben, so arbeitet tehren müssen. Tatsächlich ist der Angeklagte zu dem Droschten- Die Juristische Sprechstunde findet im Juni Montags, mein Mann seit 8 Jahren in der Filmfabrit von K. G. Er be- futscher zurückgekommen und hat ihn mit den Worten: Nun, Mittwochs und Freitags von 3-6 Uhr, Dienstags und tam dort am letzten Freitag, den 1. Juni, für 49 Lohnstunden Sie sehen doch, daß ich kein Betrüger bin", auf Donnerstags von 6-7 Uhr und Sonnabends von 3 bis 52 288 M. ausgezahlt, in welcher Summe also ichon eine Ueber gefordert, ihn wieder zurückzufahren. Der Droschkentutscher gewann 5 Uhr statt. stunde nebst Aufschlag enthalten ist. Von dieser Summe bat mein dadurch Bertrauen und händigte ihm die Uhr wieder ein. UnterMann noch die Krankenkasse zu bezahlen, da er nicht der Ortskaffe, wegs ersuchte der Angeklagte den Kutscher, in die unbebaute sondern der Familienversicherung wegen, der Gärtnertasse an- Liverpooler Straße einzubiegen. Kaum war der Kutscher gehört. Dann geht noch ab: 2000 m. für Miete, 3800 M. für in diese menschenleere Gegend am Domfriedhof eingebogen, als er den„ Borwärts", die Beiträge für die Partei für uns beide, plöglich hinterrücks von dem Angeklagten einen fürchter Boltsfürsorge, Feuerbestattungsverein usw. Dann habe ich am lichen Schlag auf den Hinterkopf erhielt, so daß ihm Sonnabend für 1 Bfd. Schmalz 11 000 m. bezahlt. Wenn ich nun das Blut über das Gesicht strömte. Es entstand nun ein Ringen noch uniere drei Brote und die fieben Liter Milch hole, so ist leicht zwischen den beiden Männern, in dessen Verlauf der Angeklagte auszurechnen, daß für die sieben Mittagsmahlzeiten in diefer Woche dem Kutscher nochmals zwei Schläge auf den Kopf verfekte. Dann Ein Sack and Zeltbahnleinwand ist in einem aus Spandau fommen nicht mehr viel übrig bleibt, sondern es gibt wieder wie bisher sprang er in den Wagen, ergriff die Peitsche und schlug auf das den Zuge auf dem Lehrter Bahnhof von einem Manne gefunden worden, der ben einen Tag Kartoffeln mit Soße und den anderen Soße mit Pferd und auf den diesem in die Bügel gefallenen Rutscher ein. fich Otto a'r brecht nannte und in der Chausseestr. 11, born 2 Treppen, Kartoffeln. Die Woche vorher belam mein Mann für 48 Stunden Inzwischen war auf die lauten Hilferufe des Ueberfallenen ein wohnen wollte( fiehe Abendausgabe des Vorwärts" vom Montag, ben 4. Juni). Wie uns die Verliererin, Frau A. Günther, Neukölln, Arbeitszeit 50 943 M. ausgezahlt, wovon der Gasmann gleich über Radfahrer hinzugekommen und überwältigte den Angeklagten. Raiser- Friedrich- Straße 72, born 2 St., mitteilt, ftimmt 21 000 Werbob. Wie wir dann mit dem uns verbleibenden Rest Es hatten sich bald noch mehr Leute eingefunden, die nun in ihrer die Adresse nicht. Der Finder wird daher gebeten, seinen Namen und * gefchwelgt" haben, fann man sich denken. So geht es uns Erregung den Attentäter gehörig verprügelten, so genaue Adresse nochmals mitzuteilen. nun ichon seit drei Jahren. Da wir ein Kind von daß er ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Der als Zeuge vernommene Drochtenfuischer erklärte, daß ihm bei dem Schlag Berliner Arbeiterverein Schachklub". Am Sonnabend, den drei Jahren haben, ist es mir leider nicht möglich, außer hell vor Augen geworden sei, er habe in den Knien gewantt, aber 9. Juni, abends 7, Uhr, Simultanvorstellung des Schach dem Hauſe arbeiten zu geben, wie ich es bis furz vor der Stand gehalten, bis der Radfahrer zu Hilfe fam. Der Angeklagte stolonieftr. 147, bei Bende. Alle Berliner starken Spieler find eingeladen. freundes anjen kopenhagen im Spiellofal der Abt. Norden 11, Niederkunft getan habe. alles was der Körper so nötigt braucht, fann ich nicht faufen. habe ihm vom Wagen mit der Peitsche in die Augen Butter, Schinken, Sped ist feit airta neun Jahren Ben Ropfschmerzen. Prof. Dr. Strauch hat den Angeflagten im Betriebe der August- Thyssen- Hütte vier Arbeiter, die mit geschlagen. Noch jezt leide er infolge des Ueberfalls an dauern. Opfer der Arbeit. Nach einer Meldung aus Hamborn wurden aus unserer Speisekarte gestrichen. Während des Krieges gab es nichts davon, und jetzt, wo alle säden voll find, ist der auf seinen Geisteszustand untersucht, aber feine Spur irgendeiner der Reparatur cines Delteffels beschäftigt waren, durch ent. fürsorgliche Arbeitgeber darauf bedacht, daß wir uns nicht den flagten nur schuldig der schweren Körperverlegung mit gefährlicher 3 wei Arbeiter wurden auf der Stelle getötet, während geistigen Störung entdeckt. Die Geschworenen sprachen den Ange. weichende Breßluft gegen die Wand geschleudert. Magen daran verderben fönnen. Seit Pfingsten haben wir weder einen Happen Fleisch noch eine Scheibe Wurst gesehen. Das Wochen Gefängnis, unter Anrechnung von einem Jahr Waffe und das Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren zwei die beiden andern schwere Quetschungen erlitten. für haben wir uns an den beiden Feiertagen an einem ganzen zwei Wochen Untersuchungshaft. Pfund Gulasch nudeldick gefr... An Anschaffungen von Kleidern und Wäsche ist natürlich nicht au denken. Ich bin nicht in der Lage, auch nur Flicken und Garn zum Ausbessern zu kaufen. Ja, muß man denn io ruhig zusehen, wie alles zerlumpt und verkommt, nur weil ein Chef es für richtig hält, seine Arbeiter mit einem Hungerlohn abzu finanziellen Schwierigkeiten durch eine Veränderung ihres tech Der Volkshochschule Groß- Berlin ist es gelungen, ihre speisen? Sie werden es mir wohl glauben, daß ich schon mehr als einmal nischen Betriebes und die Gewinnung einer neuen wirtschaftlichen abends, wenn Mann und Kind schliefen, nahe daran war, aufzustehen, die Grundlage völlig zu beseitigen. Sie hat sich auf restlose Dedung Gashähne zu öffnen, um diesem elenden Hungerdasein ein Ende der Ausgaben durch die eigenen laufenden Einnahmen eingestellt. zu machen. Aber was würde das schließlich nützen? Weber die Um den fostspieligen Apparat befoldeter Angestellten einſparen zu Ausbeuter noch die Wucherer und Schieber würde das auch nur tönnen, wird vom Herbst ab der Betrieb nur an vier chr einen Augenblick aus ihrer schönen fatten Ruhe bringen? So alio ftätten fortgefeßt. Die Verwaltungsaufgaben werden von den fiebt es in einem Arbeiterhaushalt aus, in dem der Mann jabrein, hörern und andern ehrenamtlichen Drganen übernommen. Die 4. jabraus ieine Arbeit hat und für sich weder eine Zigarre noch ein dem Umfang nach verminderte Lehrtätigkeit wird dafür um so Glas Bier gebraucht, sondern jede Papiermark brav jeiner Familie intensiver im Sinne der schon bisher geübten Grundsäße ge- 7. Helfer fomie der Aktionsausschuß der Elternbeiräte. Sonnabend, den 9. Juni, 7% Uhr, bei Burg, Brenzlauer Allee 189, gemeinsame Gigung. nach Hause bringt. Wie ist es denn um die Familien bestellt, die staltet werden können. mehrere Kinder haben und wo der Mann öfter längere Zeit ar- werden größtenteils unter gemeindlicher Leitung selbständig fort Die Lebrstätten der Vorortbezirke standssigung an bekannter Stelle. Sonnabend, den 9. Juni, von 5 bis 7 Uhr, im Arbeiterjugendheim, Rosinenftr. 4, rech und Rassenstunden Es wird soviel über Diebstähle und Einbrüche geklagt. Wenn wir nicht so an das Hungern und Entbehren erstmals verwirklichten und erprobten pädagogischen und organisageführt. Zur Wahrung der an der Wollshochschule Groß- Berlin der freien Schulgemeinde. Rat und Auskunft.. allen Schulfragen. gewöhnt wären und uns immer richtig satt essen wollten, wie torischen Grundsäße wurde ein Verband Voltshochschule 70. abt. Wilmersdorf. 7% Uhr bei Bieper, Holsteinische Str. 60, Funktionär. Heute, Freitag, den 8. Juni: wir als arbeitende Menschen ja auch ein Recht darauf baben, foto B Berlin" gegründet. Dem Verbande find bisher angemüßten wir schon längst zu dieser edlen Zunft gehören. Und wenn gliedert: die Volkshochschule Groß- Berlin mit ihren vier Lehrstätten 79. abt. Schöneberg. Pünktlich 7½ Uhr im Lokal Groß, Gedanstr. 17, Funkdie Arbeitgeber endlich ihre Pflicht erfüllen würden, und für volle in Alt- Berlin und Treptow, die Voltshochschulen in Charlottenburg Jungsozialisten. Gruppe Schöneberg 8 Uhr im Jugendheim, Feurigftt. 35. Arbeitsleistung auch ausreichende Bezahlung geben wollten, gäbe und Lichtenberg, sowie die im Entstehen begriffene Volkshochschule es eine Menge Unglück und Verbrechen weniger auf der Welt, und des Bezirks Kreuzberg. Die Geschäftsstelle der Bollshochschule sie behielten doch noch genug übrig, um sich ihre Villen immer Groß- Berlin und des Verbandes Volkshochschule Groß- Berlin be- 3. mehr zu verschönern und immer noch ein neues Auto und Motor- findet sich Georgenstr. 34/36. boot anzuschaffen. Frau N. J. beitslos ist? Neuorganisierung der Volkshochschule. " Der misverstandene Grabprediger. Das größte Militärluftschiff der Bereinigten Staaten ist wäh rend eines Unwetters verbrannt, nachdem es nach beendetem Probeflug an einen stählernen Mast auf dem Flugplay von Dayton veranfert worden. Zwei Mitglieder der Besagung wurden dabei verlegt. Bezirksausschus für Arbeiterwohlfahrt. Achtung, Kreis- und Abteilungsleite Groß- Berliner Parteinachrichten. rinnen des 1. und 20. Kreises! Donnerstag, den 14. Juni, nachmittags pünktlich 3 Uhr, Besichtigung des Ostar- Helene Heims in Dahlem. Rechtzeitige Meldungen( je 20) find zu richten an Genoffin Linte, Wittenau, Hauptstraße 18, und Genoffin Wollstein, NO. 43, Liegmannstr. 5. Rreis. Prenzlauer Berg. Vorstand der freien Schulgemeinde, freiwillige Rreis. Charlottenburg. Heute, Freitag, den 8. Juni, 8 Uhr, engere Bor fisung. tionärsizung. Wichtige Tagesordnung. Bortrag des Genoffen Dr. Friedländer: Die Reichsverfassung". Morgen, Sonnabend, den 9. Juni: t. 7 Uhr bei Krüger, Engelufer 23, Bufammenkunft der Inhaber von tommunalen Aemtern sowie aller Mitglieder, die bereit sind, folche zu übernehmen. 1. Bortrag des Gen. Horsch. 2. Wahl eines Obmanns und dessen Stellvertreters. 44. Abt. Bon 5 bis 7 Uhr beim Genoffen Schmolinsky, Naunynstr. 41, Abrechnung ber Bezirksführer. Ausgabe der neuen Beitragsmarten. ring, Ede Nordhausener Straße. 54. bt. 8 Uhr im Jugendheim Funktionärsigung. 71. Abt. Wilmersdorf. 8 Uhr wichtige Funktionärversammlung bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchfaler Straße. se. 8immer 26. bt. Marienborf. 8 Uhr Funktionärsgung im Rathaus Mariendorf, Sonntag, den 10. Juni, im Birkenwäldchen", nachmit. tags 3 Uhr, Rinderfeft des 11. Rreifes Schöneberg. Die Genossen werden gebeten, fid) hieran gut beteiligen. Rarten au 360 M.( Rinder frei) beim Genossen Günther und den Bezirksführern. Funktionäre bringen die Haustassiererlisten mit. Kinderveranstaltungen: Zwei schwere Explosionskatastrophen. Zu der in Nr. 232 veröffentlichten Betrachtung wie ein Zwei folgenschwere Explosionen riefen am Donnerstag die Bastor am Grabe agitiert", die über ein Bortommnis Charlottenburg. 52. Abt. 8 Uhr Funktionärtonferenz bei Dadelow, SömmeBerliner Feuerwehr nach der Gerichtstraße 23 und Blumenstraße 5. am Grabe einer Fichte" Turnerin berichtete, schreibt uns Ueber die Explosion in der Gerichtstraße wird im einzelnen folgen- der darin genannte Pfarrer Collin aus Niederschönhausen: des gemeldet: Während einer durch eine Beerdigung veranlaßten 1. Es ist unwahr, daß ich die nicht genau zitierten- 23crte Betriebspause machte sich um 14 Uhr nachmittags in den Fabrit bon den Alten und Jungen in dem von dem Einsender behaupteten räumen der Selas.- B. ein starter Gasgeruch bemerkbar. Bufammenhang gebraucht habe. 2. Jit es unwahr, daß ich meine Die beiden anwesenden Werfführer der Breßgasfabrit sowie Ansicht über Fichtes Stellung zu den Fragen des vaterländischen und mehrere Arbeiter versuchten die Ursache festzustellen und die Gefahr religiösen Lebens vorgetragen habe. Selbstverständlich habe ich Fichtes 123. abt. Raulsdorf. 7½ Uhr Funktionärversammlung im Jugendheim. Die zu beseitigen. Als sich der Arbeiter Johann Reffelring der reigene Gedanken, zum Teil in wörtlicher Wiedergabe gebracht. Ich schadhaften Stelle mit einer Qunte näherte, erfolgte eine furcht- fonte doch wohl annehmen, daß Leute, die sich nach Fichte nennen, bare Explosion, die den betreffenden Arbeiter tötete und auch in der Gedankenwelt Ficties zu Hause sind. Sind fie das 4. Areis. Prenzlauer Berg. Gruppe Norboft( Arbeitsgemeinschaft der Kinderdie übrigen Anwesenden mehr oder minder schwer verletzte nicht, stehen sie, wie anscheinend der Herr Einsender, im Gegensatz Jm Rudolf- Virchow- Krankenhaus bato. auf der Rettungswache wurde den dazu, sollten sie den Namen Fichtes nicht auf ihr Panier schreiben. Berlegten die erste Hilfe zuteil. Der angerichtete Schaden ist erheblich. Dag ausgerechnet mit solchen Fichte- Gedanken vaterländischer und religiöser Natur ein Geistlicher am Grabe gegen feine Kirche Mehrere Wände wurden eingedrückt und zahlreiche Fensterscheiben agitiert, fönnte mit einigem Recht doch nur im Blid auf solche gertrümmert. Die Schupo mußte die Unfallstelle absperren. Bei der Explosion in der Blumenstraße wurde eine aljo in einer Kirche feinen Platz mehr hätten. Zur Ergänzung be Streife behauptet werden, die für Glaube und Heimat fein Gefühl, Perfon verlegt. Auch hier sind zahlreiche Fensterscheiben ein- merte ich, daß die Eltern des von mir bestatteten Mädchens öffentgedrückt worden. Regale und Werkbänke gerieten in Brand; das lich mir ihren Dank für mein Wirken ausgesprochen haben." Feuer konnte jedoch bald gelöscht werden. 6. freunde). Sonntag, den 10, Juni, feiert die Rindergruppe auf den Wiesen beim Restaurant Sanssouci in Raulsdorf- Süd ein Waldfeft. Die Rinder treffen fich morgens 7½ Uhr am Arnswalder Platz. Eltern, Angehörige und Freunde der Kindergruppen, die morgens nicht gleich mitfommen, werden mittags 1 Uhr vom Bahnhof Gadowa abgeholt. Reis. Ruhr, eigen intelferinnen bei Strüger, Sonnabend, den 9. Juni, 6 Gigung Grimmstr. L Wichtige Canesordnung. Pünktliches Erscheinen Pflicht. 11. Areis. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Sonnabend, den 9. Juni, 7 Uhr, Helferversammlung auf dem Turnplag, Berlängerte Begasstraße. ( Einüben von neuen Spielen.) st. Die Funktionärligung findet nicht statt. Bernau. Connabend, ben 9. Juli, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus Bernau, Kaiferstraße, Gruppentonferenz. Tagesordnung: 1. Bericht vom Hamburger Kongres. Ref. Gen. Dr. Wagner. 2. Gruppenangelegen heiten. Es wird gebeten, zu diesem Vortrag möglichst viele Genossen mit aubringen, die nicht Funktionäre find. Der Herr Pfarrer beruft sich auf das Preßgeiez, von dessen 26. Wortlaut er offenbar, wie die Form feiner Busdrift zeigt, feine Ein raffinierter Fassadenkletterer. Ahnung hat. Wir tun ihm den Gefallen, feine Erwiderung voll. Ein ungewöhnlich dreister Fassadenkletterer treibt im Hanfa- ständig wiederzugeben, zumal da fie ihn felber tennzeichnet. biertel fein Unweien am hellen Tage. Am Holsteiner fer, in der Er schickt uns ein weit chweifiges Gerede, aber feine Angabe darüber, Bachstraße usw. lettert er an Häusern, die kein Gegenüber haben, was er von den Alten und den Jungen gejagt und durch welche in das hohe Erdgeschoß und auch den ersten Stod empor, steigt gitate er ein Bild Fichtes, wie er ihn versteht, zu zeichnen ber durch ein offenes Fenster ein und stichlt in den Vorderräumen was tucht hat. Hoffentlich erhalten wir nun nicht noch berichtigende" er friegen fann, besonders an Schmucksachen, aber auch an größeren Mitteilungen von Mitgliedern des Turnvereins Fichte", daß fie Stücken, die er wohl einem im Vorgarten stehenden Helfershelfer in der Gedankenwelt Fichtes wirklich zu Hause find, oder von zuwirft. Einmal wurde er am Holsteiner l'er von einer Frau, unferem Gewährsmann, daß im befonderen er nicht im Gegensatz die in den Hinterräumen ein Geräusch vom Vorderzimmer her zu ihr steht. Nein, es lohnt wirklich nicht, von der wahrnahm und daraufhin nach vorn ging, noch gesehen, als erleichenpredigt eines Pastors so viel aufhebens Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation treuer Bflichterfüllung bei bem Elfenbahnunglud am gehrter Bahnhof ums 32. Abt. Unfer Genoffe Georg BoInn ist am 2. diefes Monats früh in Leben gelommen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. d. m., nachmittags um 4 Uhr, auf dem Bius- Kirchhof, Wilhelmsberg, ftatt. Gastwirt Baul Ritter, Schillerite, 26. Cinäicherung am Sonnabend, be 117. Abt. Lichtenberg. Am 6. Suni verstarb plöglich unfer Genosse, ber 9. Juni, mittags 12 übt, Krematorium Baumschulenweg Kurze Landtagsfihung. Die Münchener Tsheka. Enthüllungen aus dem Machhaus- Prozeß. Der Landtag hat gestern nach Erledigung des tommuni stischen Zeitvertreibs die noch ausstehenden Bestimmungen zum Rultusetat erledigt. Darauf folgte die dritte Beratung der von den Regierungsparteien beantragten Aenderung des Diätengesezes, wonach den ausgeschlossenen Abgeordneten die Diäten und die Freifahrt für die ganze Ausschlußdauer, d. h. am Donnerstag vormittag brachte eine Reihe intereffanter Zeugen Vereinigung gewesen, und es sei seine Lebensaufgabe, solchen Dingen München, 7. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Verhandlung sei bereits früher in Afrika einmal das Oberhaupt einer ähnlichen für jeden Kalendertag derselben entzogen wird. Die Kommunisten aussagen. Besondere Bedeutung aber ist einem Teil der Aussage nachzugehen. benützten die Gelegenheit, um ihrem Groll darüber Luft zu machen. des Zeugen Hug beizumessen, da diese Angaben weit über den Die Beschlüsse zweiter Lesung werden bestätigt. Der Geschäfts- Rahmen des jetzigen Prozesses hinausgehen und der bayerischen Eid gemacht hatte, aufrechterhält, ordnete das Gericht eine soDa der Zeuge Hug seine Aussage vom Vormittag, die er unter ordnungsausschuß beantragt, die Genehmigung zur Strafper Justiz alle Veranlassung geben werden, nachzuforschen und einzu- fortige konfrontation der beiden an. folgung des Abg. Pied( Komm.). Der Ausschuß beantragt, schreiten. die Genehmigung zu erteilen. Dies wird gegen die Stimmen der im Alter von etwa 45 Jahren, ist Gründungsmitglied des angehöriger ist, früher in Venezuela und in Honduras sogar Der Zeuge Hug, ein Kaufmann aus Starnberg, Dabei wurde zunächst festgestellt, daß Hug Schweizer StaatsLinken beschlossen. Nach Erledigung des Haushalts der Blücher- Bundes und genoß als solcher das besondere Ver- Minister war und überall in jeder Weise für das DeutschPreußischen Zentralgenossenschaftstaffe fich das Haus auf heute, Freitag, 1 Uhr.- Haushalt des Staatsstrauen des Borstandsmitgliedes des Blücher- Bundes, des befannten tum eingetreten fei. 1917 ging er im Auftrag der ministeriums, deutschnationale Interpellation über die Erhaltung Dr. Arnold Ruge. deutschen Regierung nach Bulgarien zu Madensen. deutscher Sprache und Kultur in Schleswig. Die Beratung der verschiedenen Großen Anfragen über die Unruhen im Ruhr gebiet ist einstweilen zurüdgestellt worden, da das Staatsministe. rium im Hinblick auf die außenpolitische Lage zurzeit zur Beantwortung noch nicht bereit ist. Die Reichsgetreidestelle verteidigt sich. Das neue Getreidegesetz.. Am 17. Februar entwidelfe Ruge dem Zeugen einen Plan zur Gründung einer Tschefa( lies: Feme) innerhalb des Bundes, einesteils zur inneren Ueberwachung des Bundes und welter zur Beseitigung mißliebiger politischer Persönlichkeiten. Bei dieser Unterredung zeigte Ruge dem Zeugen auch 6 Flaschen mit tödlichen Giften, Flüffigteiten und Salzen, die für diesen lehteren 3wed bestimmt waren. Sechs Stunden nach Genuß dieser Gifte würden sie einen unauffälligen Tod herbeiführen. Hug ging, wie er sagte, auf diese Dinge ein, aber nur zum Schein. Kurze Zeit darauf besprach sich Ruge von neuem mit dem Zeugen, verlangte von ihm, er folle ihm 1½ Millionen Mart in Devisen beschaffen, und zwar von Machhaus- Fuchs, welche beide bisher eine fichtbare Gemeinschaft mit Ruge vermieden hatten. Er, Ruge, brauche das Geld zur Sicherstellung feiner Familie. Auge in Auge mit Ruge erklärte nun Hug, daß er seine Behauptung gegen Ruge vollinhaltlich aufrechterhalte und führte dabei noch aus, daß Ruge ja unter dem Dednamen Berger dasselbe Gewerbe eines Tichela- Häuptlings seinerzeit in Oberschlesien ausgeübt habe. Zur Sache der Giftflaschen erklärte Ruge, daß es sich nur um einfache Medizinfläschchen gegen sein Magenübel gehandelt habe, die er ftets mit sich auf Reisen nehmen müsse. Bei der Haussuchung bei Ruge als er am 28. Februar verhaftet wurde, bes schlagnahmte die Polizei auch solche Fläschchen. Der Zeuge Hug erflärt aber, daß der Inhalt dieser ihm von der Polizei vorgezeigten Fläschchen zweifellos ein anderer fei als der, die ihm Ruge am 17. Februar gezeigt und mit nach Hause gegeben habe. Bei der gestrigen Beratung des Gefeßentwurfs über die Getreibebewirtschaftung des nächsten Wirtschaftsjahres im Boltswirt schaftlichen Ausschuß des Reichstages geht der Präsident der Reichsgetreide stelle zunächst auf einige Ausstellungen und Anfragen ein, die seitens des Genossen äppler gestellt worden Infolge zufälliger Anwesenheit des Zeugen Aumüller, der sind, und die die Geschäftsgebräuche der Reichsgetreideftelle betreffen. einer von denjenigen ist, die Ruge in erster Linie für seine Tscheka Die Reichsgetreidestelle tauft niemals Dokumente und löst auch keine Der Zeuge hat die Beschaffung dieser Devisen für Ruge abge gewinnen wollte, ordnete das Gericht die sofortige Einvernahme Dokumente ein. Sie fauft greifbare Ware in Bremen oder Emden. lehnt, befundet aber, daß Ruge dieses Geld tatsächlich auch dieses Zeugen an. Dieser Aumüller, ein Student Mitte der 20er Demgemäß fieht sie vorher nicht die Konnoffemente und weiß daher on Machhaus erhalten habe. Jahre und Mitglied des Blücherbundes, machte unter Eid ganz genau bei Abschluß des Kaufes auch nicht, ob und wieviel Giranten auf Bei dieser Besprechung befonte Ruge außerdem, daß er bereits dieselben Aussagen wie der Zeuge Hug. Er erklärte, er fei auf Einden Konnoffementen verzeichnet sind. In dem von Genossen Käppler zwei Männer zur Ausführung der Ticheta- Befehle gedungen habe, ladung des jetzt angeklagten Berger am 17. Februar in die Wohnung angezogenen Fall vom 1. Februar von 49 000 Kilogramm Roggen namens Weinbrecht und Bau. Diese beiden würden zunächst den Ruges gegangen zusammen mit Weinbrecht, wo ihnen ( nicht 49 000 Tonnen) wie angegeben war, stehen tatsächlich elf Dr. Heim erdolchen. Er selbst, Ruge, werde den Dietrich Edhardt Ruge eröffnete, er brauche fräftige Leute zur Gründung einer Tscheka. Firmen auf dem Ronnossement, die sich aber auf zehn vermindern, mit Gift befeiligen. Edhardt sei deswegen zu beseitigen, weil er, Dann setzte er feite Pläne auseinander, wie sie Hug beschrieben da es sich bei der ersten und zweiten um eine Nebenstelle handelt. ein enger Berater Hitlers, diesen immer wieder vordränge, um ihn hatte. Aumüller wendete dabei ein, er müsse diefen Plan zuerst Von einer Berteuerung für die Reichsgetreidestelle könne dabei dann im gegebenen Augenblick doch wieder zurückzuhalten. Dies seinem Borgesezten Schäfer vom Blücherbund mitteilen, nicht gesprochen werden, da sie die Ware auf Grund der täglichen sei auch der Grund, warum Hitler nicht schon lange losgeschlagen was Ruge ihm aber verbot. Aumüller tat dies aber doch, Notierungen fauft. Die Firmen haben ihrerseits fortwährend Ber- und reinen Tisch gemacht habe. Der Beuge bemerkte ausdrücklich, und Schäfer befahl ihm, dem Aumüller, dem Ruge willfährig träge im Verkauf und Einkauf. Berkauft eine Firma Ware, und daß es zur eigentlichen Gründung dieser Tscheta innerhalb des zu sein, und zwar nur zum Schein, um die Sache aufzudecken. So sie bekommt gerade von einer anderen Firma eine getaufte Partie Blücher- Bundes nicht gekommen sei. Die Mitteilung des Zeugen ging er am 18. Februar erneut zu Schäfer, wo nun auch Hug anangedient, so wird sie die getaufte Ware sofort weiter disponieren. Hug wurde vom Gerichtshof und vom Auditorium unter atemloser wesend war. Später kam dann noch in die Sigung der Student Das Konnoffement wird mit ihrem Giro versehen. Auf diese Spannung vernommen. Baur, der ja bald darauf ẞripatsefretär von Ruge wurde. Weise kommt dieselbe Firma mehrfach auf das Konnoffement. ( Bekanntlich ist diefer Baur später ermordet aufgefunden worden.). Der Präsident der Reichsgetreidestelle gibt anheim, ein Gutachten der Nun ordnet das Gericht auch eine Konfrontation Ruges mit Berliner Handelstammer darüber einzuholen, daß hier ein undiesem Zeugen an, und es ergab sich von neuem eine außerordentlich erlaubter Kettenhandel nicht vorliege. dramatische Szene. Ruge stellte alles in Abrede, behauptete im Bezüglich nachträglicher Frachtvergütungen gibt der Präsident in der Nachmittagfißung. Er wurde zunächst nicht bereidigt, da er Gegenteil, daß Aumüller fich ihm als Führer einer Aktivistengruppe Aufklärungen. Weiter geht der Präsident auf die Bemängelung ein, heute sich vor allem zu den schweren Vorwürfen zu äußern hatte, die angeboten und von sich aus den Plan einer Tscheka entwickelt habe. daß nur durch fünf große Berliner Firmen getauft werde. Die am Bormittag der Zeuge Hug gegen ihn, Ruge, betreffend Gründung. Nur seine, Ruges, Angaben feien der Wahrheit gemäß. DemgegenReichsgetreidestelle müsse, um nennenswerte Mengen in die Hand einer Tscheka im Blücherbund erhoben hatte. Ruge nannte fofort über bleibt Aumüller bei seinen eidlichen Aussagen. Damit war für zu bekommen, mit großen Firmen arbeiten. Die Behauptung, die den Zeugen Hug einen ganz periogenen Patron und das Gericht dieses Thema zunächst erledigt. namentlich immer wieder seitens der Mühlen wiederholt werde, als einen französischen Agenten. Alles, was hug über ihn aus- Es wurde nun als zweiter Hauptzeuge der Leutnant wenn die Reichsgetreidestelle nur mit fünf Berliner Firmen arbeite, gesagt habe, sei eine gemeine Lüge. Die Sache verhalte sich vielmehr Friedmann vernommen, der an der Aufdeckung der ganzen muß auf das entschiedenste zurüdgewiesen werden. Die auch dem so, daß von Hug der Plan der Ticheta stamme. Hug äußerte, er Berschwörung Fuchs- Machhaus erheblichen Anteil hat. Ernährungsministerium bekannte Statistit, die in der Kommission niedergelegt werde, beweise das Gegenteil. Die Verhandlungen über die Lieferverträge für 1923/24 habe die Leitung der Reichsgetreide stelle auf Veranlassung des Minifteriums aufgenommen. Was endlich die Vorwürfe betreffe, die der Abg. Rappler gegen die Einfuhrgesellschaft für Getreide und Futtermittel erhoben habe, so habe die Einfuhrgesellschaft die Berpflichtung übernommen, die Einfuhr von Brotgetreide für die Reichsgetreidestelle zu besorgen. Das habe sie in anerkennens werter und einwandfreier Weise durchgeführt. Die Sensation des Tages, vor der alle anderen Borgänge zurüd. treten, war das Auftreten des Zeugen Privatdozent Dr. Arnold Ruge der deutschen Bibliotheken durchaus fehlen lasse und durch die nach lässige Lieferung der Fortsetzungen und Zeitschriften den Biblio theten ungeheuren finanziellen Schaden zugefügt habe und noch täglich zufüge. Die an die beiden Vorträge anschließende äußerst lebhafte Diskussion endigte in einer Resolution, in der mit aller Entschiedenheit gefordert wird, daß 1. Fortsetzungen und Beitschriften mit der Schlüffelzahl des Erscheinungstages zu liefern find, 2. bei Bestellungen auf Einzelwerte der Berechnung die am Tage des Eingangs der Bestellung beim Sortimenter geltende Schlüsselzahl zugrunde zu legen ist, 3. der Sortimenteraufschlag, wo er noch besteht, hinfort hinwegfällt. 4 Korbgruppe bes 4. Bezirks. Die Turnspiele um die Gruppenmeisterschaft file Turnerinnen und Alte Herren finden am Sonntag, den 10. Juni, ab nachmittags 2 Uhr auf dem Platz der Schöneberger statt. Meldet zum BeRorben Blößenfee, Schiedsrichter E. Grund, Fr. 6. Norben; 17. Juli: Fr. S. Sorben II- Union Rummelsburg, 8 Uhr, Schiedsrichter D. Friesede, Borwärts; 17. Juli: Fr. S. Norden I- Borwärts- Gild II Rummelsburg, Schiedsrichter D. Friesede, Borwärts; 17. Juli: Fr. S. Norden I- Vorwärts- Sild II Rummelsburg, Schiedsrichter A. Küntel, Welle; 20. Juli: Borwärts- Süden II gegen Borwärts- Süden I Rummelsburg, Schiedsrichter Pieper, Neptun 2.; 24. Juli: Fr. G. Norben I- Union Blögenfee, 48 Uhr, Edhiedsrichter M. Edert, Borwärts; 24. Juli: Fr. S. Norden II- Vorwärts- Süden II Plößensee, Schieds richter D. Schläfte, Union; 27. Juli: Vorwärts- Norden- Vorwärts- Gülden benfee, Schiedsrichter W. Kreuzer, Norden; 31. Juli: Fr. S. Norden t gegen Fr. G. Norden II BIöhenfee, Schiedsrichter M. Edert, Borwärts; Ueber die technische Durchführung der Käufe, sowie auch über Auguft: Borwärts Norden- Vorwärts- Lichtenberg Plößensee, Schiedsrichter die Anregung des Präsidenten Merz von der Reichsgetreidestelle, . Kreuzer, Norden; 10. August: Union- Vorwärts- Süden I Geebad Rummelsburg, Schiedsrichter R. Selchow, Neptun 2.; 14. Auguft: Fr. S. Norden II Sachverständige zu hören, entspinnt sich noch eine längere Debatte. Im weiteren Verlauf verweist der Minister darauf, daß die Reichs Andere Referate galten der Verwendung der Dublet. segen Borwärts- Lichtenberg S. Rummelsburg, Schiedsrichter Pieper, Reptun L. Deutsche Bundesmeisterschaft. Borrunde: Romet Hamburg( Norddeutscher getreideftelle im ganzen den Abgabepreis nur viermal erhöht habe ten( Oberbibliothekar Dr. Schottenloher- München) umb einer Meister) gegen Allemania- Berlin( Ostdeutscher Meister). Am Sonntag treffer und daß die übrigen häufigen Erhöhungen des Brotpreises von den fachgemäßen zufammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen Unifi der ftdeutsche Bundesfußballmeister Allemania Berlin und der Norddeutsche Bundesfußballmeister Romet- Hamburg in Hamburg in der Vorrunde Rommunen infolge der sonst mitsprechenden Preisentwicklung verfitätsbibliothek und Institutsbibliotheken um die Deutsche Bundesfußballmeisterschaft. Allemania schlug lektens Forst vorgenommen seien. Das Defizit der Reichsgetreidestelle, das sich( Bibliotheksdirektor Dr. Naetebus. Berlin). Ueber die Beschaf mit 3: 1 und ervang somit die Ostdeutsche Fußballmeisterschaft. Wir können aus dem Niedrighalten der Preise ergebe, betrage mehrere hundert fung der ausländischen Literatur wie über die Bemühungen der nun unferen Berliner Bertreter mit ruhigem Gewissen und als würdigen Bertreter des Ostdeutschen Meisters nach Samburg. entsenden. Berkörpert fich Milliarden Mark. Wenn dieses Defizit abgedeckt werden solle, gebe Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft sprach Bibliothekar doch in. eine technisch gut durchdachte Mannschaft, deren Prinzip es stets es feinen anderen Weg als eine Erhöhung der Abgabepreise. Cine Dr. Jürgens. Berlin. Den Fragen eines zeitgemäßen Buch war, dem Gegner an Technik ben Nang abzulaufen, um so die Chancen mit bindende Erklärung über die Preisgestaltung bis zum Ablauf des ein bandes, der heute einen unverhältnismäßig hohen Teil des herige Torwart, ist erkannt und durch einen besseren Mann erfekt worden, der Erfolg auszunugen. Die einzige Unsicherheit in der Mannschaft, der bisWirtschaftsjahres fönne heute nicht gegeben werden. Bücheretats verschlingt, widmete Oberbibliothetar Dr. Wennin fich bereits in Spiel gegen Forst gut bewährte. In Romet- Hamburg erblicken Bei Besprechung der einzelnen Paragraphen erwiderte der ger München sein Referat. Einige Fragen des Betriebes, wie mir eine förperlich start entwickelte Mannschaft, von ungeheurer Durchschlags Minister auf Anfragen, man brauche einen Apparat, der die Auf- Geldhinterlegung, Bücherdiebstahl, Bordrude und Materialbeschaf. foaft. Legtes Cinfegen aller sportlichen Kräfte war stets ihr Eigen. Jedengaben des Gesetzes durchführe, und zwar dürfe man diese Aufgaben fung, beleuchtete Bibliothekar Dr. Uhlendahl. Berlin. Direttor falls zwei Mannschaften, auf die der A. S. u. 6. Bund stolz sein kann. nicht unterschäßen. Die Reichsgetreideftelle( Geschäftsabteilung) Dr. Nörrenberg Düsseldorf forderte Berbilligung des müsse bestehen bleiben, wenigstens ihrem Wesen nach, wenn auch Bortos für Bücherpatete. Die Bedeutung der Bibliotheks die Benennung anders werde. Solange cine öffentliche Bestatistik und den Wert gewissenhafter Jahresberichte hob Direttor wirtschaftung stattfindet und die faufmännische Abteilung be- Leyh Tübingen hervor. stehe, müsse aber auch eine Berwaltungsabteilung bestehen als Besondere Aufmerksamkeit wurde den Fragen der 3entral. Sportfest in Bankow, Bichelswerber Straße( Bollantstraße). amtliche Bertretung des Reiches bei der Geschäftsabteilung. Gelbft tatalogifierung geschenft, die bereits seit Jahrzehnten die fationen in Sportfieibung 1 Uhr mittags Bantow, Berliner Straße, Ede verständlich würde aber nach Maßgabe der Abnahme der Geschäfte besten Köpfe des deutschen Bibliothetswesens beschäftigen. Direktor Raifer- Friedrich- Straße. Richtung Berlin. Der Rug bewegt sich durch die der Umfang der Stelle abgebaut. Fid Göttingen trat in seinem Referat dafür ein, daß die deutschen Abg. Räppler regte noch an, die Auslandstäufe durch die Titelbrucke von der Deutschen Bücherei in Leipzig für alle deutschen Reichsgetreidestelle felbst vorzunehmen. Bibliotheken hergestellt würden und daß die Breußische StaatsAbstimmungen wurden noch nicht vorgenommen. Der Ausschuß bibliothet in Berlin unter Aufgabe der deutschen Titelbrucke die vertagte die Weiterberatung. ausländischen Titeldrucke für alle deutschen Bibliotheken übernehme, so daß wir auf diese Weise den Anfang eines Gesamttataloges aller deutschen Bibliotheten befämen. Bibliothekar Der Rechtsausschuß des Reichstags beschloß am Donners- Dr. Frels Leipzig verteidigte die Bibliotheksausgabe Des tag entsprechend der Regierungsvorlage, den Verfassungstag wöchentlichen Verzeichnisses der Neuigkeiten des deutschen Buch 11. Auguft als Nationalfeiertag des deutschen Boltes handels gegen die Ausstellungen, die Generaldirektor Miltau festzusehen. Der sechste Sonntag vor Ostern foll als Gebenttag für Berlin in feiner Dentschrift an das preußische Kultusministerium die Opfer des Krieges gelten. Ein sozialdemokratischer Antrag, dagegen erhoben hat. Während in der überaus lebhaften Distuffion diefen Tag zugleich zu einem Werbetag für Weltfrieden und Bölfer- Generaldirektor Miltau ein Aufgeben der Berliner Titeldrude abversöhnung auszugestalten, wurde abgelehnt. In den Ländern, in lehnte, traten die Bertreter nichtpreußischer Bibliotheken für die denen nach dem 11. August 1919, dem Infrafttrten der Reichsver Bibliothefsausgabe des Wöchentlichen Berzeichniffes ein. faffung, die drei Feiertage: Bußtag, Fronleichnam und Rarfreitag nicht mehr staatlich anerkannt werden, sollen fie wieder reichs gesetzlich eingeführt werden. Der von der Regierung in Aussicht genommene Stichtag des ersten Januar 1923 wurde abgelehnt. Bibliothekartag in Regensburg. girlsfest am 8. Juli. Arbeiter- Sport- und Kultur- Kartell, 19. Begiet( Bankow und Umgegend). Am Sonntag, den 10. Juni, Devanfaltet obiges Startell fein diesjähriges But Einleitung des feftes findet ein Umzug durch Pantom fatt. Antreten aller Sportorgani Wollant, Schonenfche, Baumbach, Raiser- friedrich, Mühlen, Flora, Schulzeftraße, zum Sportplag. Nach Eintreffen des Ruges beginnen die sportlichen Vorführungen aller Sportsparten. Arbeitslofe, die politisch oder freinewerffchaftlich organisiert find oder einer Arbeiterfportorganisation als Mitalieber angehören, haben freien Zutritt nach Rorzeigung der Legitimation. Die ortümpfe beginnen vormittags 9 Uhr. Das Kartell bittet um rege Untertilgung. Großes Fußballwettspiel. R. S. C. Stiftig- Borwärts 13, Neukölln und Freie Turnerschaft Roffea treffen sich am Sonntag, den 10. Juni, machmittags 4½ Uhr auf dem Fortunasportplak in Reuföln, Kaffer Friedrich- Straße, am Berkbergplak, zu einem Freundschaftsspiel. Bother die beiden 2. Mannhatten um 2,20 Uhr. Berbindung Bahnhof Kaifer- Friebrich- Straße, Straßenbahnlinie 95, R. Großer Stäbtewettkampf im Ringen. Am Sonntag, den 10. Suni, nachmittags 4ube, fleben fich im Charlottenburger Boltsgarten in Charlottenburg, Tegeler Weg 74-75, amel der besten Vereine des Arbeiter- Athleten- Bundes Deutschlands, 6. C. Siegfried 09, Berlin. gegen G. C. Ciche, Eberswalde, im Stabtelampf gegenüber. Die Rämpfe werden von zwei Mannschaften in je spannende Rämpfe zu ermarten. Den Ringfämpfen gehen pier EinladungsAthletit- Sport- Club, c. B. Beichtathletik Socken Rubern. Männer-, klaffen ausgetragen. Da beibe Vereine ihre besten Kräfte entfenben, fireb Ueber den Realtatalog sprach schließlich noch Bibliothekar borfämpfe, und zwar im Fliegen, Bantam und Wettergewicht voraus. Dr. Meyer Hamburg. Bibliothekar Dr. Teich 1. Wien fonnte Frauen, Jugend- Abteilung. Sonntag, den 10. Juni, Internes Gportfeit auf über die Vorbereitung eines österreichischen Gesamtzeitschriftenver dem Cide Sportplat in Röpenid. Beginn 2 Uhr. Treffpunkt 1 Uhr Bahnzeichnisses und eines österreichischen Bibliothekenführers berichten. hof Sirschgarten. Bu allgemeiner Freude fonnte Generaldirettor Miltau.Berlin fhulenwea, Baumschulenstraße 84-85. Gefchäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin NW. 87, Binzendorfftr. 7. die unmittelbar bevorstehende Einführung des deutschen Leihverkehrs verkünden. Die Tagung schloß mit einer Besichtigung der an Stunstdentmälern so reichen Stadt und einem Ausflug nach der reizvoll geArbeitersport. Bertreter der Socken- Abteilung: Walter Breek, BaumSport. Rennen zu Strausberg am Donnerstag, den 7. Juni. 1. ennen. 1. Culfane VIII( Boromsfn), 2. Landesinrſt( Einfinger), 3. Fairytale( Stranglein). Zoto: 25:10, Blat 13, 26, 17:10. Ferner liefen begerei, Arannesd. Helmtraute, Dualla, Gulamith gef. Der diesjährige Bibliothefartag führte mehr als 150 deutsche legenen Walhalla, und öfterreichische Bibliothefare aus allen deutschen Bauen in der legenen Walhalla. Pfingstwoche in die altehrwürdige Donaustadt Regensburg. Die Berhandlungen, die im Reichssaal des Rathauses stattfanden, wurden durch den Vortrag des Oberarchiprats Dr. Freytag Regens 2. Rennen. 1. Ellen( Ludwig), 2. Giger!( Jentsch), 3. Eloorte burg über die Geschichte der Thurn und Tarisschen Hofbibliothek 6. Bezirt, Gruppe L. Die Serienfpiele der Gruppe I finden im Seebad Rum. Sella, Ehrentraut, Flemba, Hannelore, Atalanta, Buran. Serien- Wafferballspiele bes Arbeiter- Zurn- und Sportbundes, Kreis I,( Duade). Toto: 22:10, lab: 11, 12, 19:10. Ferner liefen: Kurtchen, eingeleitet. Die eigentlichen Verhandlungen standen ganz unter dem melsburg, Sauptstraße, und in Blögensee, Baffersportplag, statt. Sämtliche 3. Rennen. 1. Herzeleide( Jentsch), 2. Berta( Ludwig), 3. Laon Zeichen der Not der deutschen Bibliotheten, die an der Spiele, bei denen nichts vermerkt ist, beginnen um 8 Uhr. Klasse A. 19. Suni: Not des deutschen Boltes wie der deutschen Wissenschaft ihr gegegen Bormärts II Brößensee, Edhiebsrichter C. Grund, Fr. G. Rorden; 29. Junt: Herzeleide und Rebhuhn liefen unter einer Totalifatornummer. Toto: 35:10, Blab: 15, 14:10. Ferner lief: Rebhuhn. Belle- Vorwärts II, Edhiedsrichter D. Schläfte, Union; 22. Juni: Vorwärts I( Staubinger). rüttelt Maß teilnehmen. In den tiefsten Kern der Schwierigkeiten, Borwärts I- Welle, Schiedsrichter E. Grund, Fr. S. Norben. Rlaffe B. 4. Rennen. 1. Motan( Borowskn), 2. Ktorn( Sorsler), 3. Lindenmit denen die deutschen Bibliotheken heute zu tämpfen haben, leuch- 18. Juni: Fr. S. Norden 1- Vorwärts- Süden I Rummelsburg, Schiedsrichter Blüte( Thalede). Toto: 28:10, Plat: 15, 17:10. Ferner liefen: Fehlerteten sogleich die beiden ersten Referate hinein. Bibliotheksdirettor Bud, Welle: 20. Juni: Vorwärts- Süden II- Lichtenberg Rummelsburg, los, Tavalhi, ausgebr., Visland. Dr. Leyh Tübingen sprach über Anschaffungsfonds und den II Blögenfee, Schiedsrichter D. Schläfte, Union; 22. Juni: Union- Bor Schiedsrichter Pieper, Neptun L.; 21. Juni: Vorwärts- Süden I- Fr. S. Nor 5. Rennen. 1. Elichen( Braun), 2. Fairnes( Sentic), 3. Zurfball wies an der Hand deutlich sprechender Zahlen nach, daß ohne groß- wärts- Norden Blögenfee 48 Uhr, Schiedsrichter W. Rreuger, Fr. G. Norben;( Grabsch). Toto: 23:10, Biay: 16, 19: 10. Ferner liefen: Salter, ausgebr., zügige Vermehrung der Bücheretats und fachgemäßen Ausbau des 26. Juni: Union- Borwärts- Süden II Blögenfee, Schiedsrichter B. Kreuger, Darwane, ausgebr. 6. Rennen. Fr. S. Norden; 28. Juni: Fr. G. Norben I- Borwärts- Rorben Blögenfee, Bibliothetsbeamtentums feine Hilfe für die deutschen Bibliotheken zu burg, Schiedsrichter B. Agon, Welle; 10. Juli: Borwärts- Gülden II- Borwärts( Braun). Toto: 21: 10, Blat: 13, 18, 15:10. Gerner liefen: Glückstaube, 1. Oftflucht( Sorte), 2. Massary( Grabsch), 3. Jbol erwarten ist. Oberbibliothekar Dr. Räuber. Marburg zeigte in Lichtenberg Rummelsburg, Echiedsrichter F. Kupper, Welle; 6. Juli: Ft. S. Truz. Schönheit, Herbststurm. feinem Bortrag über Grundzahl, Schlüsselzahl und Norden I- Borwärts- Lichtenberg Rummelsburg, Schiedsrichter R. Gelchom, 7. Sennen. 1. Betterfcheide( Gorsler), 2. Hartenstein( Thalecke), Neptun 2.; 6. Juli: Fr. G. Norden II- Bormäris- Norden Prehenfee, Schieds. Sortimenteraufschlag, daß der deutsche Buchhandel, inssichter A. Bud, Welle; 10. Juli: Borwärts- Lichtenberg- Union Rummels- 3. Herzog( Bismark). Toto: 123: 10, Blat: 31, 20, 26: 10. Ferner liesen: besondere der Berlagsbuchhandel, es an Verständnis für die Notlage burs, Schiedsrichter B. Maps. Belle; 10 Julia Bouwärts Siden II- Rocmoäts Giroflee, Lilienstein gef, Drlan gei, Pahome. Soweit Vorrat Möwen- Eier Stack 490M gestreift u, ausgeworfen 2500M Kaninchen gegewen Pfund 3600M Rehfleisch Rehblätter gefroren M a.Wertheim Frisches Fleisch Grüne Heringe..... Pland 1800 M Frische Makrelen... Pland 2400M Steinbutten mittelPfund 2800M groß Radischen..... Bund 110 M Kopf 250u.350 M Pfund 950M Pfund 6800M Salat Sellerie Tilsiter Käse feine Qualität Pfd. 5900м Räucherflundern Colberger Pfd. 4200 SC Servus Terpentinware Servus, merke sich ein jeder, putzt die Schuh, erhält das Leder: Chem. Werke Lubszynski& Co A- G, Berlin- Lichtenberg Theater. Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 1½ Uhr: 71 Uhr: Maskenball Der Zerrissene M Ital. Zwiebeln 9 Ital. Zwiebeln..... Pfund 1700M Quadratkäse...... Pfund 3600 M Kalbskamm u. Brust Pfund 5600 M Romatourkäse. ..... Piund 3900 M Prund 3900 M Kalbskeule and Recken, ganz Limburgerkäse.... Pfund 5500 M Pfund 6000 M geteilt.. Pfund Pid. ganz Zwiebelleberwurst.. Pfund 7200 M Hammel- Vorderfleisch P. 7600 M Rotwurst....... Pfund 7200 M Hammelkeulende Pfund 8000 M Salzwurst Pfund 7200 M Landleberwurst.... Pfund 8800 M .... Pfund 8800 M Gehacktes Rindfleisch Pid 8000 M Neue ital. Kartoffeln Pfund 2000 M Prima Ochsenfleisch und 6800 M Gr. Gurken Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Sattler Robert Czaya am 6. Juni gestorben ist. Die Einäscherung findet Sonnabend, den 9. Juni, nachm. 12 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Unfer Rollege, der Schlosser Hermann Stenzel ift am 2. Juni gestorben. 188/6 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85. Geschäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Achtung! Goldschmiede Achtung! Heute, Freitag, S. Juni, nachmittags 4 Uhr, in den Akademischen Bierhallen, Dorotheen-, Ede Charlottenstraße Branchenversammlung aller in den Goldwarenbetrieben beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Berhandlungen. 2. Diskussion. Achtung! Chirurgiemechanit Sonnabend, den 9. Juni, nachmittags 2 Uhr, in den Sophien- Sälen", Sophienstraße 17 Branchenversammlung Schauspielhaus Lessing- Th. fämtlicher Kolleginnen u. Kollegen 712 Uhr: Theater i. d. Sommerspielzeit! der Chirurgiemechanit. die Arbeitszeit. Stck. v. 3000an Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 84-85 In der Nacht vom 2. zum 3. Juni 1923 verstarb kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenkaus an den Folgen eines schweren Lungenspitzenkatarrhs unser Kollege Ernst Lange Einrichter Branchenleiter der Hilfsarbeiter Sein plötzlicher Tod bedeutet für die Organisation einen schweren Verlust. Während seiner schweren Krankheit war er noch im Dienste der Organisation tätig. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren und bitten, daß sich die Kollegen zahlreich an der Bestattung beteiligen. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 9. Juni, nachmittags 4 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Die Ortsverwaltung. D.Journalisten Allabendl. 7, Uhr: agesordnung: 1. Bericht über die Liebesstreik Lohnverhandlungen. 2. Bericht über Königgrätz. Str. Theater des Ostens Da uns der Gaal nur bis um Wollen Sie einen 125 Uhr zur Verfügung steht, ist es Pflicht, Anzug oder Geschicht. II. Teil 7% U.: Trompeter Mitgliedsbuch einer freien Gewerkschaft 8: Der wunderl.( Rose- Theater) pünktlich zu erscheinen. Kreisl. Eckfenster von Säkkingen legitimiert. 188/4 Walhalla- Th. geht um Berliner Th. 7.45 Uhr: Die Liebe 7.30 U.: Mädi Dora, Lautner, Zaraitz Groß- Berlin'( tr. Kliem Deutsch. Opernhaus Tägl. 8 Uhr: 7U.: Sataniel,& ine Gefallene' Friedr.- Wilhelmst. Th. Berliner Prater Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Groß. Volksoper Die schöne Liselott im Theat. d.Westens Operette in 3 Akten 8U.: Die verk. Braut Dazu: Das große Intimes Theater& Varieté- Programm 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Casino- Theater Lustspielhaus 8. Die Schlager- Posse 8 U 8 Uhr: Die blaue Hawaii Heiraten mußte! Metropol- Theater 7% 4: Die Schönste der Frauen WINT& T BARTEN Vorverk ununterbr. Varieté- Spielplan! Neues Th. am Zoo Rauchen gestattet! Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher Urania des Fridericus Rex Alt- Berlin Neues Volkstheater in der Biedermeierzeit 7 U. Emilia Galotti Renaissance- Theat. 8 Uhr: Kampf der Geschlechter Schiller- Th. Charl. 8 U. Süße Susi Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die rot. Katze Th. a. Nollendorfpl. Tägl. 734 Uhr: Die schöne Rivalin 7%, Waliner- Th.7 Der sensationellste Operettenerfolg! Des Königs Nachbarin Reichshallen Th Allabend!.71/ 2 Uhr. Stettiner Sänger Ein Fünf- Uhr- Tee bei Schieber Maxe DonhottBrett'l Anf.7%, U Theater am Kottbus. Tor Täglich 72 Uhr EliteSänger U. a.:,,Die letzte Rose Berliner Die Ortsverwaltung. dmirals- Varieté A Berlins 800 bestes Programm Spielplan vom 8.- 14. 8. 23 OFA- PALAST A. ZOO Frideriens Rex TAUENTZIENPALAST D.Galerensträffing U. T. KURFÜRSTEND. Die Austernprinzeezin U.T. NOLLENDORFPL. Franenschicksal MOZARTSAAL D. fränkische Lied KAMMERLICHTSP. Der Absturz U. T. FRIEDRICHSTR. Die Sonne von St. Moritz U. T. ALEXANDERPL. Wettlauf ums Glück U.T. WEINBERGSWEG Die Frau ans dem Orient U.T. SCHÖNEBERG Vom&-11. 6. 23: Der Wetterwart vom 12.- 14. 6. 28: Das rote Plakat U. T. HASENHEIDE Der Wetterwart Residenz- Th. Bockbrauerei LUNA PARK Belle Jeden Dienstag, Die Entlassung Ecke Fidicinstraße. Kleines Th. Freitag, Sonntag Erstklass. Kabarett Tägl. 8 Uhr: Das blonde Gift Anfang 8 Uhr 8U Trianon- Th. MagenU.: Ab 3 Uhr voller Betrieb Gen. Möbelfabrik„ Often" inge m. b.Httpfl. Bilanz vom 31. Dezember 1922 Raffa- Ronto Attiva Walzer Komödie feiden, schwache Ber- Bant- Konto v. Rutkay bauung, Magenbe- Debitoren- Ronto Musik von Lé ha ri ichwerden werden bes Waren- Ronto boben durch Reichels Maschinen- u. 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