Nr. 265 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 131 Bezugspreis: Für den Monat Juni 7600 902. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 9600 M., für das übrige Ausland 11 600 M. Postbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Gonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 250 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezcile toftet 2500 m. Reklamezeile 12 500. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 800 M.( zulässig zwei feitgedruckte Worte), jedes weitere Wort 400 M. Stellengesuche das erste Wort 400 M., jedes weitere Wort 250 2. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 609 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frith bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 9. Juni 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Meinungsaustausch London- Paris. Paris, 8. Juni.( WTB.) Ueber die weitere Behandlung werden kann. Bei dem Stand der deutschen Finanzen könne man der gestern überreichten deutschen Borschläge seitens der französi- aber allerdings noch nicht sagen, welches Erträgnis dieses Versprechen fchen Regierung schreibt das„ Journal des Debats", offenbar beein- haben werde. flußt, obwohl man noch teine Erklärungen abgegeben habe, fönne Der„ Temps" zieht dann folgende Schlußfolgerungen: man annehmen, daß ein Meinungsaustausch mit dem Die deutsche Regierung müsse alles im unbesetzten Deutschland tun, britischen Kabinett erfolge. Die Frage, ob eine allierte um diejenigen Einnahmen zu erzielen, die sie für die Zahlung der ReAntwort nach Berlin gerichtet werde, bleibe unsicher. Ein alliierter parationen aufzuwenden gedenkt. Die Alliierten ihrerseits würden Schritt scheine nur dann möglich, wenn die englische Regierung sich bemühen, die gleichen Einnahmen in den besetzten Gebieten zu von jetzt ab mit der französischen und der belgischen Regierung einig schaffen und einzuziehen. So werde Deutschland Zeit und die wäre, die vorherige Einstellung des passiven wider- Alliierten Pfänder haben. Aber es sei selbstverständlich, daß der standes zu verlangen. In London scheine man anzunehmen, daß passive Widerstand aufhören muß. die deutsche Note hinsichtlich der finanziellen Pfänder gewisse neue Vorschläge enthalte, die in gewisser Beziehung festgehalten werden fönnten. Jetzt handele es sich darum, festzustellen, ob der belgischfranzösische Standpunkt einerseits und der britische andererseits miteinander vereinbar feien. Es sei wahrscheinlich, daß die franzöfifche Regierung dem englischen Kabinett sehr offen bekanntgeben werde, wie sie die Lage auffaffe. Lernt von Italien! Bon G. E. Modigliani- Rom Mitglied der italienischen Deputiertentammer. Es ist so oft gesagt und wiederholt worden, daß der italienische Faschismus für die gesamte europäische Bourgeoisie eine Lehre gewesen ist, daß die Frage durchaus am Plaze ist, ob denn die europäischen Sozialisten nichts aus dem Schicksal des italienischen Sozialismus zu lernen haben. Zumal die Niederlage des italienischen Sozialismus sich unter ganz besonderen Verhältnissen vollzogen hat. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hatte das europäische Proletariat besonders in Frankreich und in England feinen eigenen endgültigen Aufschwung für möglich und sogar für nahe bevorstehend gehalten. Aber das waren Wiederaufnahme der Militärkontrolle. nur Illusionen, die durch nichts gerechtfertigt waren. Der Paris, 8. Juni.( BTB.) Die, Agentur Havas teilt mit, daß Mangel an Organisation war derart, daß es leicht möglich ge= die Botschaftertonferenz nach mehrfach vergeblich von ihr unter- wesen sein würde, die Niederlagen des Proletariats vorausnommenen Schritten gestern einnütig beschlossen habe, der deut zusehen, wäre nur der kritische Sinn des Sozialismus ebenso fchen Regierung mitzuteilen, daß die interalliierte start entwickelt gewesen wie sein revolutionärer Drang. Militärtontrolle in Deutschland wieder aufgenommen wer den müsse. Sie werde Deutschland auffordern, alle Maßnahmen zu treffen, um diese Tätigkeit zu erleichtern und zu verhindern, daß Condon, 8. Mai.( WEB.) Wie Reuter erfährt, wird in es durch das Verhalten der deutschen Beamten wie der deutschen amflichen Kreifen noch immer völliges Stillschweigen Bevölkerung zu Zwischenfällen tommt. Eine Note in bezüglich des deutschen Angebots gewahrt, eine kabinetts- diesem Sinne jei bereits heute nachmittag dem deutschen Geschäftsfizung ist zu heute noch nicht einberufen worden; und es ist träger in Paris übergeben worden. fogar möglich, daß eine Sigung, in der die Lage besprochen wird, nicht vor nächster Woche abgehalten werden wird. Die vorherrschende Auffassung geht dahin, daß die Reparationsfrage England hat es nicht eilig. Im Gegensag hierzu hatte der italienische Sozialismus in der Nachkriegszeit eine unbestreitbare Stärke erreicht. Fast zwei Millionen Stimmen bei den Wahlen und fast drei Millionen Gewerkschaftsmitglieder, 156 von insgesamt 508 Abgeordneten, beinahe 2000 von insgesamt 8000 Gemeinden in seinen Händen, das waren die Elemente einer Kraft, die nicht zu verachten war und die jedenfalls erst nach einem zweijährigen Kampfe niedergerungen werden konnte, den das Elberfeld, 8. Juni.( Eig. Drahtbericht.) In der Nähe von italienische Proletariat nicht allein gegen die Faschisten, sondern auch gegen den gesamten staatlichen Apparat fo lange unerledigt geblieben ist, daß der Versuch, eine eilige Gelfentirchen wurden Deutsche überrascht, die im Begriff führen mußte, der sich immer offener auf die Seite des Faschismus stellte. Es ist also nicht der Mangel an Kraft, der die Erklärung für die Niederlage des italienischen Sozialismus liefert. * Man waren, die Brücke am fistalischen Hafen am Rhein- Herne- Kanal bei Dellwig zu sprengen. Die Franzosen eröffneten ein lebhaftes Gewehrfeuer. Sie verwundeten eine und verhafteten zwei Personen. Auch hier soll wieder Verrat auf deutscher Seite mitgefpielt haben. Der Metallarbeiterstreit ist beigelegt. Entscheidung herbeizuführen, nuglos und unflug wäre. ist der Meinung, daß zunächst zwischen den Alliierten ein erfchöpfender Gedankenaustausch stattfinden müffe. Der Schlüssel zu der ganzen Lage liege natürlich in Paris, und ein Gedankenaustausch mit der franzöfifchen Regierung werde voraussichtlich sofort eingeleitet werden. In der Zwischenzeit werde das deutsche Memorandum von den Sachverständigen forg Faschistenverschwörung gegen Mussolini! fältig geprüft werden. London, 8. Juni.( WTB.) Wie Reuter erfährt, wird in amtMailand, 8. Juni.( E. P.) Einiges Aufsehen erregt in Mailand lichen Kreisen noch immer völliges Stillschweigen bezüglich die plötzliche Verhaftung des Majors Baseggio und des deutschen Angebots gewahrt. Eine Kabinettsfizung ist zu heute mehrerer anderer Mitbegründer der faschistischen Bewegung, nicht einberufen worden, und es ist sogar möglich, daß eine Gigung, die die erst Dor werden. Und man behaupte nicht, diese Kraft sei teine reale gewesen! Ich weiß wohl, daß sie nicht ganz so real war mię jene, die der deutsche Sozialismus oder die englische Arbeiterbewegung nach einem halben Jahrhundert Schwierigfeiten und Kämpfen errungen haben; ich weiß wohl, daß in den letzten dreißig Jahren der Widerstand der Bourgeoisie in Italien mehr blutig als wirksam gewesen ist, aber man darf nicht vergessen, daß die italienische Bourgeoisie ihrerseits ebenbedeutete die Besiegung des italienischen Sozialismus die einiger Zeit wegen Meinungsverschiedenheit falls viel schwächer war als die Bourgeoisie Nordeuropas. So Niederlage einer zwar jungen, jedoch verhältnismäßig starken Organisation. 9 in der die Lage besprochen wird, nicht vor nächster Woche abgehalten aus der Bartei austreten mußten. Unter den Berhafteten befindet werden wird. Die vorherrschende Auffassung geht dahin, daß die aus Reparationsfrage so lange unerledigt geblieben ist, daß der Versuch, sich ein ehemaliger Angestellter des" Popolo d'Italia" und Freund eine eilige Entscheidung herbeizuführen, nuklos und unflug lungen ab und entfalteten eine der Regierungspolitik widerdes Ministerpräsidenten. Sie hielten oft geheime Versamm wäre. Man ist der Meinung, daß zunächst zwischen den Alliierten sprechende Propaganda. Das Vorgehen Mussolinis wurde von ihnen Niederlage des italienischen Sozialismus weit mehr die Man muß daher den Mut haben, zu erklären, daß die ein erschöpfender Gedankenaustausch stattfinden müsse. fritisiert und behauptet, der Faschismus sei entstanden, um die Folge einer Reihe von taktischen Fehlern war, Der Schlüffel zu der ganzen Lage liege natürlich in Paris und Republik und Diftatur zu verwirklichen. Später habe er diese als eines tatsächlichen Mangels an Kampfmitteln. Man ein Gedankenaustausch mit der franzöfifchen Regierung werde voraus Ideale verraten, um sich auf die Monarchie zu stützen. Mit wollte zu viel erreichen. Man hatte zu weitfichtlich sofort eingeleitet werden. In der Zwischenzeit werde das der neuen Bewegung wollte man vom Ministerpräsidenten die ge hende Programme. Und als es immer noch deutsche Memorandum von den Sachverständigen sorgfältig geprüft Rüd tehr zum republikanischen Ideal verlangen und Beit gewesen wäre, sich Selbstbeschränkung erhob für den Weigerungsfall auch Drohungen. Da die Bewegung aufzuerlegen, die Kampffront zu verfür= Ein offiziöser französischer Kommentar. Paris, 8. Juni.( ca) Der„ Ienips" beschäftigt fich in einem Berzweigungen in anderen Städten haben soll, wurden auch in zen, hat man dies versäumt. Rom Haussuchungen vorgenommen. Die Verhafteten wurden ins hochoffiziösen Leitartikel mit dem deutschen Memorandum. Er bes Gefängnis abgeführt und wegen Berschwörung gegen den wicklung des italienischen Sozialismus vollzogen hatte, dachten Denn gerade infolge der Leichtigkeit, mit der sich die Entschwert sich zunächst darüber, daß die deutsche Regierung sich nicht Staat angeflagt. In Ferrara ist bei dem früheren Abgeordneten feine Führer, daß es ebenso leicht sein würde, auf diesem Wege um die Entscheidung der Alliierten bekümmert habe, nämlich daß Geattelli eine Haussuchung vorgenommen worden. Geattelli wurde und in diesem Tempo fortzufahren und vorwärtszuschreiten, lein deutsches Angebot vor Aufgabe des passiven wider zur näheren Aufklärung nach Mailand übergeführt. Es wurden standes auch nur geprüft werden würde. Deutschland habe bei Statuten und Programme für die Gründung einer neuen nationalen feiner Note nur an England gedacht. Wenn die englische Re Bewegung vorgefunden, deren Sig in Mailand war. gierung das deutsche Angebot, das nicht von der Einstellung des Widerstandes spricht, als eine annehmbare Basis für Verhandlungen betrachtet und Frankreich auffordern würde, sich bereits jetzt über diesen oder jenen Punkt der deutschen Note auszusprechen, dann würde England automatisch in das gleiche Lager wie Deutschland geraten. Nachspiel zum Foch- Besuch. Prag, 8. Juni.( Eigener Bericht.) Bor einigen Tagen veranstalteten bezeichnenderweise die klerikalen tschechischen Studenten eine Brotestversammlung gegen ihre fortschrittlichen Kollegen, weil Alsdann wendet sich das Blatt dem fachlichen Inhalt der deut diese die Beteiligung am Empfang des Marschalls Foch abgelehnt schen Borschläge zu. Es ist bemerkenswert, daß es zugibt, daß die hatten. Die fortschrittlichen Studenten zogen in starter 3ahl zu deutsche Note in der Frage der Garantien einen merklichen jener Versammlung. Polizei verwehrte ihnen den Zutritt, worauf Fortschritt bedeute. Zunächst jedoch weist der„ Temps" den sie eine eigene Bersammlung abhielten. Diese wurde aber plötzlich Gedanken einer internationalen Rommission für die Festsetzung der von der Polizei in brutalster Weise auseinandergesprengt, wobei deutschen Leistungen zurück. Der dritte Gebante, den Cuno aus- felbft die Hilfeleistung für Verwundete gehindert wurde. Als gesprochen habe, sei, daß Deutschland baldmöglichst die schriftliche jedoch die Foch- Enthusiasten nachher über den Wenzelsplatz zogen Diskussion in eine mündliche umformen wolle. Dieser Vorschlag er- und Bassanten, die bei ihrem Gesang den Hut nicht abnahmen, geinnere an die Friedensangebote, die die deutsche Regierung prügelt wurden, rührte sich die Polizei nicht. während des Krieges von dem Augenblick an gemacht habe, an dem Nun ist gegen die Polizisten, die schwerer Brutalität und reaktioes begriffen habe, daß der Sieg ihr entgehen müsse. Auch damals närer Parteinahme beschuldigt werden, eine gerichtliche Untersuchung habe es sich darum gehandelt, zu Berhandlungen zu kommen, ohne eingeleitet, aber auch gegen einen Studenten, der bei der Hilfeleistung daß von vornherein Konzessionen oder Garantien genauer ange- für einen Verwundeten äußerte, die Polizei habe wohl ein Gesetz geben worden seien. zur Tötung von Menschen. Dieser Student wird der Verlegung des Hinsichtlich der Garantien, die Deutschland vorschlägt, führt Republitschutzgesetzes beschuldigt; er ist Nationalsozialer, der„ Temps", aus: Man könne nicht behaupten, daß Deutschland also Parteigenosse des Außenministers Dr. Benesch. Pfänder anbieten kann. Es liege in seiner Absicht, die neuen Ein- Eine Interpellation im Abgeordnetenhaus, die vom Präsidium nahmequellen, von denen es spricht, in seiner Hand zu behalten. zum Teil zensiert wurde, fordert u. a. die Freilaffung des ver Aber es verspricht den Alliierten ein Borrecht auf die Einnahmen der hafteten Studenten. Eisenbahnen, auch die Zahlungen der Industrie usw. Die deutsche Ein Redakteur der„ Roten Fahne" verhaftet. Heinz Neumann, Note gäbe hier zwar nicht mehr, als was den Alliierten nach dem in dem die Polizei einen der Urheber des Zusammenstoßes zwischen § 248 des Versailler Vertrages zustehe. Aber sie gäbe zu und das Kommunisten und italienischen Faschisten vermutet, ist im Ruhrmüffe man anerkennen, daß der Artikel 248 praktisch angewandt gebiet verhaftet worden und soll nach Berlin überführt werden. auch gegen die letzten Bollmerke des kapitalistischen Regimes! Jedesmal, wenn auf dem rechten Flügel der. Partei eine mahnende, warnende Stimme ertönte, wurde ihm die, russische Revolution": entgegengehalten und damit war der Fall erledigt! Man wollte all dem feinen Glauben schenken, was allmählich über die wahre Entwicklung der ruffischen Revolution durchfickerte; man erkannte nicht, daß sie alles verstischen Gesellschaftsordnung, und es wurden bei jeder Gelegenwirklichte, bis auf das eine: die Niederwerfung der kapitaliheit Resolutionen angenommen, die nur eine einzige Lösung" heit Resolutionen angenommen, die nur eine einzige„ Lösung" zuließen:" Sowjets bilden!" Und wenn jemand versuchte, begreiflich zu machen, daß sich die Bourgeoisie zwar weniger entschlossen gegenüber„ Refor men" zeigen, daß sie sich aber ganz anders verhalten würde, wenn ihr Allerheiligstes, das Privateigentum, angetastet wäre, so fonnte er noch heilfroh sein, wenn man sich damit begnügte, ihn auszulachen! Die Kraft des italienischen Sozialismus reichte mindestens aus für eine Bolitik der Befestigung der Freiheiten, der demokratis schen Erneuerung des Staates, der Beranterung und des Ausbaues der sozialen Gesezgebung; sie reichte mindestens aus, um in der auswärtigen Politit alle internationalen Anstrengungen gegen die falschen sogenann= ten Friedensverträge zu unterstüßen. Aber all das war nicht revolutionär" ge= nug. Es wurde als" Reformismus“ verschrien und verwor= fen. Ja, noch mehr: dieses abgelehnte Programm wurde verleumdet und alle guten Genoffen" vom marimalistischen Flügtzl nahmen für bare Münze alle Verdrehungen und Tor- heiten, die von den bürgerlichen G e g n e r n des Sozialismus gegen diejenigen Führer erfunden und verbreitet wurden, die öffentlich für eine„rechtssozialistische" Politik eintraten. So daß auch hierin die Extrem! st en des Sozialismus, wenn auch ohne es zu wollen, in die Hände der E x t r e m i- sten der Reaktion arbeiteten; sie waren ihnen dabei be- hilflich, jeden Versuch zu verhindern, die Forderungen und den Kampfgeist der Massen in die Bahn eines großen Versuches demo-kratischer, sozialer und pazifistischer— also im wahrsten Sinne des Wortes: sozialistischer— Erneuerung zu lenken. Wohl hat man— sogar auf maximalistischen Kon- gressen— seither, jedoch zu spät, erkannt, daß bei einer „rechtssozialistischen" Politik schon das Signal zum Angriff be- reits den Sieg bedeutet haben würde. Aber die sozialistischen Heeresmassen kämpften auf einer anderen Front.... Oder vielmehr: sie warteten darauf, daß der maximalistische General- stab seinen großen Sowjetplan fertigstelle! Und sie warten heute noch darauf.... Denn auf einmal bekamen es die italienischen K a p i t a- listen mit der Angst zu tun, angefangen mit den Agrariern Norditaliens und der Toscana, und gingen zum G e g e n a n griff über. Die geschichtlichen Ereignisse hier zu schildern, ist wohl überflüssig. Ich habe während meines Aufenthalts in Deutsch land feststellen können, daß man sie hier genügend kennt. Der Faschismus war und ist also nichts anderes als der Aufstand des italienischen Kapitalismus gegeneineRevolution,dienichterfolgte und gegen ein d e m o k r a ti f ch e s D u r chd r i n g e n des Proletariats, das dagegen sehr wohl hätte erfolgen können. Nun, mögen die Sozialisten aller anderen Länder auf ihrer Hut sein: ivenn sie es nicht verstehen, das zu tun, was möglich ist, um in der inneren Politik die durch das Prole tariat eroberten Machtpojitionenzuhalten und aus- zubauen und in der auswärtigen Politik den Frieden zu erzwingen, dann können sie sich auf den Gegenangriff derRcaktion gefaßt machen. Und selbst wenn ihnen dann das Schicksal des italienischen Sozialismus erspart bleibt, wer- den sie in diesem Gegenstoß keinen Anlaß zur Freude finden Wer sich ein Ziel steckt, das erreichbar ist, der ver- zichtet damit noch lange nicht auf die Zukunft. Aber wer nur auf das„Morgen" blickt, ohne jede Rücksicht auf die Not- wendigkeiten undMöglichkeiten von„Heute", der verurteilt sich selbst zur Ohnmacht für heute und für morgen. Lernt von Italien! Es wäre natürlich verfehlt, aus dem italienischen Beispiel die Lehre einer grundsätzlichen Scheu vor der Tat zu ziehen. Es gilt aber, die Vorteile eines vorübergehenden taktischen Verzichtes mit den Nachteilen einer möglichen Nieder- läge richtig abzuwägen. Daran erkennt man eben, ob ein politischer oder organisatorischer Führer der Arbeiterklasse auch wirklich staatsmännische Fähigkelten besitzt. Es können wohl Situationen eintreten, in denen gehandelt werden muß, wenn man nicht Gefahr laufen will, von den Gegnern über- rumpelt zu werden. Und der europäische Sozialismus würde sich vielleicht noch schlimmeren Gefahren aussetzen als der italienische, wenn er nicht fähig wäre, sich ein A k t c o n s- Programm zu geben und danach zu handeln. Aber in Italien ist der Sozialismus besiegt worden, weil er in einem ersten Stadium den Kapitalismus durch die Drohung einer Revolution aufrüttelte, die nicht kam, und weil man in einem weiteren Stadium sich nicht schnell genug zu einer positiven demokratischen Po- litik entschließen konnte, die zwar auf jede revo- lutionäre Phraseologie verzichtet und manche Kompromisse erfordert hätte, durch die es aber zweifellos mög- lich gewesen wäre, den faschistischen Gegen- angriff zu verhindern. Und deshalb noch einmal: Lernt von Italien. Der NeichstagsÜebatte zweiter Tag. Bürgerliche Redner. Der zweite Tag der Aussprache über die Interpellation der Sozialdemokratie war im großen und ganzen eine E n t- t ä u s ch u n g. Mit Ausnahme der Rede des Demokraten Dernburg boten die bürgerlichen Parteien so wenig Geist und Sachkunde auf, daß dst Debatte stundenlang ohne jeden Eindruck auf das schwachbesetzte Haus hinplätscherte. Der Zentrumsmann Peter Schlack, ein Führer der christlichen Genossenschaften, hielt eine Rede, die er nach allen Seiten gerecht abzuwägen versuchte, die aber doch mehr zu einer E n t- s ch u l d i g u n g der kapitalistischen Wirtschaftsmethode als zu einer genügenden Kritik der jetzigen Zustände wurde. An fach- lichen Vessenrngsoorschlägen war auch er sehr schwach. Er regte einen gesellschaftlichen B o y k o t t der Wucherer an, ver- langte ein Verbot des Ankaufs und Verkaufs von Devisen, sowie es sich um reine Geldgeschäfte handle und glaubte im übrigen, sobald die Geldentwertung aufhöre, werde sich zeigen, daß die Steuern allgemein überstreckt seien. Schlack schloß mit einer Einladung an die Sozialdemokratie, in die Reichsregierung einzutreten; sonst habe sie jedes Recht verloren, die anderen zur Verantwortung zst ziehen. Der deutschvolksparteiliche Mittelständler Findeisen verstärkte diesen Ruf nach'der Mitregierung der Sozialdemokratie. Man hörte nichts mehr von jenem Wahlsprüchlein: „Von roten Ketten macht euch frei Allein die Deutsche Volkspartei!" Diese bürgerlichen Reichstagsreden sind ein Deweis dafür, wie stark manche dieser Herren zu der Erkenntnis ihrer b e« grenzten Regierungsfähigkeiten gekommen sind. Die Sozialdemokratie entscheidet natürlich selbst, oll sie in die Regierung eintritt oder nicht. Das ist für sie immer nur die eine Frage, ob sie innerhalb oder außerhalb der Regierung der großen ehrlich arbeitenden Volksmasse wertvollere Dienste leisten kann. Eine herausfordernde Rede trug der Deutsch- nationale W i e n b e ck vor. Nichts hörte man von ihm über die Steuersabotage der Besitzenden, nichts über das Versagen bei der Dollaranleihe, sondern nur heftige und oerletzende Angriffe auf die Sozialdemokratie. Unsere Partei, nicht die Wucherer und Schieber, zerstöre die Front an der Ruhr. Der armen Schwerindusttie geht es nach diesem deutschnationalen Redner schlecht und anderen kapitalistischen Schichten noch schlechter. Damit war schon an den Reichssinanzminister die Mahnung gerichtet, mit seinen verschärfenden Steuerplänen zurückhaltend zu sein. Eine Rede, die wenigstens Sachkuniie verriet, war der Vortrag des Demokraten Dernburg. Aber auch aus seinen Darlegungen war die Sorge zu entnehmen, daß die angekün- digte Steuervorlage zu weit gehen könnte. Dernburg behauptete, bei keiner Schicht des Volkes sei das reale Ein- kommen im Verhältnis weniger gesunken als bei den A r- beitern l Den Vorwurf einer Minderung der Oualitäts- arbeit und einer Schleuderkonturrenz der deutschen Industrie im Auslande wies er zurück.— Der bayerische Volksparteiler E m m i n g e r macht« die sächsische und die thüringische Regie- rung stark verantwortlich für die inneren Zustände Deutsch- lands, und der kommunistische Redner ließ die übliche Walze laufen: Nicht nur der Kapitasismus, fondern die schwächliche und verräterische" Koalisionspoliftk der Sozial- demokratie hat an dem Unheil des deutschen Voltes große Schuld. Kaum ein Dutzend Abgeordnete hielt den tommunisti- fchen Redensarten stand. Die eigene Partei des Redners war nur durch drei Mann vertreten. Dann wurde die Aussprache auf heute, Sonnabend mittag, vertagt. Für unsere Fraktion wird Genosse Robert Schmidt in seinem Schlußwort sich mit den bürgerlichen Einwänden gegen unsere Forderungen beschäftigen. Die fortsihreitenöe Teuerung. Inder ersten- Iuniwoche hat sich eine abermalige Verteuerung der Haushaltungskosten vollzogen. In der ab- gelaufenen Woche(beginnend mit Sonnabend, den 2. Juni, und endend mit Freitag, den 8. Juni) verteuerten sich nach den Berechnungen der„Industrie- und Handelszeitung" die Lebenshaltungskosten einer vierköpsigen Arbeiterfamilie um 19 Proz. gegenüber der Vorwoche von dem 4992fachen auf den S3g4fachen Vorkriegs st and in der Berichts- wache.__ die bayerischen Skanüale. Die in Bayern gewählten sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten traten gestern, Freitag, zusammen, um die Vorgänge in Feucht, die Verbote sozialdemokratischer Zei- tungen, die Rede des Innenministers Schweyer im bay- erifchen Landtag und die das bayerische Kabinett kompro- mittierenden Feststellungen im Verlauf des Prozesses Fuchs- Machhaus zu besprechen. Es herrschte vollkommene Ueber- einstimmung, daß diese bayerischen Fragen, die auch für die Reichspolitik und die Beziehungen Deutschlands zum Ausland von höchster Bedeutung sind, im Reichstag s o schnelj wie möglich besprochen werden müssen. Ueber das wüste Vorgehen der bayerischen Regierung, die zu einem entschlossenen Kampf gegen die Arbeiterschaft aus- zuholen scheint, meldet uns unser Münchener Korrespondent: München, 8. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Infolge des Ver- botes der„Münchener Post" kaufte der Verlag Birk u. Co. von dem„Bayerischen Wochenblatt", das seit zwölf Iahren im Verlag Gerhard Auer erscheint, Nummern, um sie den Lesern der„Münchener Post" zuzustellen, damit sie über die politi- schen Tagesereignisse notdrüftig unterrichtet sind. Donnerstag nach- mittag erschien ein Polizeiaufgebot in den Räumen von Birk u. Co., unterband das Weitererscheinen des„Wochenblattes", beschlagnahmte besten Matrizen und wollte die Rotationsmaschinen von Birk u. Co. plombieren. Aus den Einwand, daß diese Ma- schinen auch zur Herstellung anderer Arbeiten im Betrieb« gebraucht würden, unterblieb die Versiegelung. Statt dessen aber werden seit Freitag früh der Rotationsmaschinenraum und die darin auszu- führenden Arbeiten von Polizeimannschaften überwacht. Am Don- verstag abend beschäftigte sich das„Graphische Kartell München" mit dieser Angelegenheit. In der dabei gefaßten Entschließung wird mit Enttüstung von dem Vorgehen der Polizei Kenntnis genommen und weiterhin erklärt, daß die Arbeiterschaft des graphischen Gewerbes nach wie vor auf dem Standpunkt abso- luter ungehinderter Pressefreiheit steht, ganz gleich, welche Tendenz den Organen innewohnt. Gerade die Arbeiterschaft Münchens for- dert deshalb sofortige Aufhebung der Z e itung- v er b o t e und ist entschlossen, im Verneinungsfalle für alle übrigen Zeitungen sofort die entsprechenden gewerkschaftlichen Konse- quenzen zu ziehen. e- München, 8. Iunl.(Cig. Drahtbericht.) Anläßlich der Beratung des Etats für da« Ministerium des Innern hielt Minister Schweyer heut« seine Etatsred«, in der er auch auf die vielfachen Angriffe der Sozialdemokraten gegen ihn teilweise antwortete. Dabei sagte er u. a.: Wegen der Vorgänge am 1. Mai ist«in Ermittlungsverfahren bei der zuständigen Staatsanwaltschaft anhängig, und zwar sowohl nach der Herkunft der Waffen aus Oberwiesenfeld wie wegen des von General v. T u t f ch e k herausgegebenen Befehls. Mit der Be- lästigung von Frau Dr. K e m p f int Zirkus Krone bei der national- sozialistischen Versammlung ist die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Das Strafverfahren ist gegen 80 Nationalsozialisten wegen Amts- anmaßung und anderem in der Schwebe. Das Verbot der„Münchener Post" ist deswegen erfolgt, weil dieses Blatt wiederholt Artikel veröffentlichte, die vom Standpunkt der guten Beziehungen zum Ausland außerordentlich bedenklich erscheinen müssen. Dies gilt besonders von dem Arttkel am 4. Juni„A u s dem Sumpf« der N a t i o n a l a k t i v e n", der die Grenze dessen, was von der Regierung geduldet werden kann, so erheblich Gesterreichisthe Nufikwoche. Von Dr. Kurt Singer. Es ist Dank zu sagen für diese drei Abende der Anregung. Das Ende der Saison bringt noch soviel gute Trümpfe, daß das Spiel gewonnen scheint; man ntmmt nun in Ruhe und Freud« Abschied. Der heißblütige, großartig führende Dirigent Paul Pella zeigte uns die Wiener Aussassuna der 8. Mah le r fchen Sinfonie(über deren Licht und Schatten hier schon oft gesprochen wurde), zeigt«, daß alles an diesem Werk in der Konzentration des kleinen Raumes gewinnt, daß die Kolossal-Aufmachung den Feinheiten und ätherischen Stimmungen der Sinfonie Abbruch tut. Am zweiten Abend Novt- täten. Vorher packle einen das Gruseln. Hinterher hott« man es nicht gelernt. Sicher nicht bei den Orchesterliedern Bittner«, die ebenso süß und singschön, wie seicht und rückwärtsschauend sind (von der Gattin Emilie Bittner aber Mit dem menschlichsten wahr- haftigsten Ausdruck geschmückt wurden). Dann Schönbergs Kammersikifonie. Wir kennen sie auch von den Konzerten der Volks- biihire her. Ihr eigentümlicher, großer Reiz ist die wechseloolle, kühn erlauschte und bezwungene Farbe der Instrumente, ist die absolut sichere, geradlinig«, vor nichts an Mißklang zurückschreckende Führung selbständiger Stimmen. Das alles ist verwischt, undeutlich in der Klavierbearbeitung von Eduard Steuermann. Als Spieler, als Arrangeur«in Wundermensch, ein Gehirn-Fabelwesen (vom Schlag« Erdmann); doch mußte kritischer Blick die Arbeit im Keim ersticken. Zemlinstis M< eterlinck-Lieder schienen mir der grüßte Gewinn des Abends, vielleicht der ganzen Musikwoche zu sein. Sehnsucht und Innerlichkeit drängen in diese wundersamen Musik-Poesten hinein, im Klang etwas Feierliches, Außergewvhn- liches; von Mahler her leuchtet das Kolorit, aber ein eigener, �ein- fam ringender, im Zwielicht doppelt leuchtender Kopf schreibt Weisen von Melancholie und des Aufschwungs, des Gebeugtseins und des Aufbrausens. Frau Hüni-Milja--fek deutete die Seele der Lieder inbrünstig aus. Orchesterstücke von Berg und Webern be- beendeten das Programm. Zuletzt aber kamen die lang erwarteten Gurre-Lieder Schönbergs. Den Ultra-Modernen muß dies« breit gedehnt« Liederrcihe vorkommen wie eine vorsintflutliche Eingebung; d«n Unmodernen wird sie Labsal. Alle empfinden weltliche Längen und erheben sich an Schönheiten, die von anderer Welt zu kommen scheinen, etwa die Klage der Waldtaube. Dieses legendär« Spiel von Jacobsen ist innerlichste Kunst, Bindung von Liebeslyrik und Balladen, von Epos und dramatischen Lichtern. Um die Lieb« des Königs, um den Tod der Geliebten, um die ritterliche Fahrt und die Mannen-Gesänge der Gurre-Leute geht der Text. In der Musik, die vor 28 Jahren entstand, begegnet sich der junge Mahler mit dem alten Wagner. Ja, das Nibelungen- und Meistersinger-, da» Tristan- und Tannhäuser-Melos dominiert. Die Ausgestaltung des Orchesterklangs ist glanzvoll, prunkend, die Untermalung mono- logischer Ueberlegungen, triebhafter Leidenschaften, naturgewaltiger Entladungen der Poesie ist von einem großen technischen Meister bis in die kleinsten Details der tonpoetischen Malerei durchgefübrt. Das Werk bat ein ungeheures, glän.zendes Pathos, es hat selbst im Rhythmus Farben magischer Kraft, da» Leitmotiv klingt wie im Drama auf, und Spannungen, die sinfonischen Gebilden sonst ftemd sind, Ekstasen, Ausbrüche, Generalpausen, Jagden des Bluts und der brutalen Gewalt wirbeln zusammen, um«in fesselndes, auch an- greifendes Musikwerk zu stützen. Dennoch: die Gurre-Lieder sind mehr breit als tief, mehr sinnlich, als geistig, mehr«in Wert von vorgestern, als von übermorgen. Die Gebärd« Ist die eines großen Mimen mit Mantelwurf, rollenden Augen, schmetternden Tönen, die Theatersprache macht aus Szenen des oerinnerlichten Vorentwurfs äußerlichen Glanz, Pomp und spielerische Beredsamkeit. Das alles ist wirksam, höchst wirksam, allzu wirksam. Und zwischen wahren Eingebungen de» Genius liegen Strecken von äußerlich zeichnender Musik, die in das Reich des Komvonisten zu laden scheinen mit dem Ruf: Hereinspaziert! Die Aufführung leitet« Ialowecz äußer- lich mit knappster Beschränkung auf das Wesentliche an Einsätzen, Tempi, Stufungen. Innerlich ist er mit Sinn und Wesen der Lieder(die einen Riesen-Publikums-Ersolg brachten) ganz vertraut. Hätte er drei Proben mehr gehabt, die Darbietung wäre von aller- höchstem Rang gewesen. Man darf Ihm für sein« aufopfernde Hin- gab« an seinen Lehrer danken; desgleichen dem bescheiden abseits stehenden Bruno Kittel, der seinen Chor wieder minutiös«in- gudiert hatte. Es war nicht sein« Schuld, daß die rasenden rchesterwogen das Mannenschiff beinahe fortgespült hätten im Klang-Orgismus! Von den Solisten nenne ich nur die aller- vornehmest« und stilistisch sicherste Frau C a h i« r, die eindringliche, frei und stolz dahinschwebende Stimm« von Frau Bindernagel, den musikalischen, chnell»inspringenden Georg A. Walter und den vorzüglichen, Partitur sprechenden Schauspieler Klitsch aus Wien.. Reinhardts Wiederkehr. Wi« einige Blätter zu melden wissen, wird im kommenden Winker in Berlin ein neues Theater eröffnet iverden, dessen Gebäude neben dem„Theater am Kurfürstendamm" liegt und dessen Erbauer Oskar Kaufmann ist. Es soll sich um einen kleinen intimen Bühnensaal nach Art der Tribüne han- dein. Dieses Theater ist— wie ein Mittagsblott zu wissen meint— bereits von Edmund Reinhardt gepachtet worden, der die künstlerische Leitung seinem Bruder Max anvertrauen wird. Max Remharvt will hier neue Ideen, die er in Amerika empfangen hat, in eigenen Inszenierungen oerwirtlichen. Also eine Verbindung von Amerikanismus und Reinhardt-Stil, und das Ganze auf einer intimen Bühne vorgeführt! Man darf gespannt sein, wie das Wundergebilde aussehen wird. Die Operette und die Srillk. Ein Leser schreibt uns: Mit großer Freude las ich die Ausführungen Ihres K— cd.-Mitarbeiter« unter dem Stichwort„Die dumme Liebe— und die Berliner Krttit". Alle Freunde der wirklich guten Operette werden erleichtert aufgeatmet haben, daß sich endlich jemand getraut hat, in diese» Wespennest hincinzustechen. An dem Tiefstand, wie er zurzeit in der Operette herrscht, hat gerade die Berliner Kritik nicht zum wenigsten schuld. Oft muß man wirklich glauben, daß die Rezension vom Spezial-! reparier für Gardinenbrände unter Assistenz der Modenredaktrice verfaßt sei. Wenn man auch das Verständnis des p. t. Publikum» gar nicht gering genug einschätzen tonn, so- genügt doch diese Ausrede für einen wirklich künstlerisch und das Verantwortlich« seiner Stellung empfindenden Kritiker nicht. So tonnte es kommen, daß Gilbert nach emem Anlauf(„Di« Braut des Lucullus") bald wieder m die lukrativen Niederungen der Massentiffchfabritation herabstieg, daß Fall kein brauchbares Textbuch mehr in die Hönde bekommt, daß Lehar scheinbar ganz von unseren Bühnen verschwunden ist usw. usw. Dazu noch der Berliner.Star"-Unsugl Man sammelt eine Anzahl „Kanonen"— von denen übrigens einige in der Provinz erfolglos oerpuffen würden—, reißt dadurch auch den ärgsten Unfug wenig- sten, teilweise heraus— und die künstlerische Verantwortlichkeit des Theaterleiters ist endgültig sck scta gelegt. Und mit ihr— das sei hier nicht verschwiegen— auch die des bettessenden Musikverlegers. Alles basiert nur noch auf Beinen— und die„bestausgeogenste Soubrette" Berlins zu sein, bedeutet einen Ruhm! Darüber energisch Beschwerde zu erheben, ist die Pflicht aller wahren Operettenfreunde und heißt noch lange nicht„Brunnem" treiben. Die Operetten- Rezensenten der großen Berliner Blätter aber mögen sich— zeit- gemäß versiert— die Worte des alten Philosophen Bischer als Leit- motiv nehmen: „Kritik ist eine Sichel, zu mähen kurz und klein, Und Ja- und Amenkager, das darf man niemals sein!" S. Wg. SkOvo Wort«„via Inmsradio" an einem Tage. Die drahtlose Telegraph!« wttd immer mehr für den öffentlichen Verkehr, nament- lich den Auslandsdienst, in Anspruch genommen. Der größte Teil der Telegramme nach Amerika, Spanien, Italien, Rußland, Aegyp- ten usw. geht jetzt drahtlos. Die Stationen Nauen, Eilvese cmd teilweise auch Königswusterhausen versehen diesen Auslandsvienst. Nauen und Eilvese werden von der„Trans- radiobetriebszentrale" in Berlin aus bedient. Welch bedeutende Verkehrssteigerung hier zu verzeichnen ist, bezeugt, wie die„Umschau" mitteilt, die Tatsache, daß an einem Tage jetzt rund 50 000 Worte„via Transradio" ausgesandt werden. Kürzlich wurde sogar em« Höchstleistung von 81 13g Telegrammworten, davon 38 000 allein nach New Port, erzielt. Mary Wigman veranstaltet mit ihrer gesamten Tanzgruppe diel weitere Wiederholungen ihre» Programms am lt., 12. und 13. Iuin. S Uhr in der Philharmonie. Da» Konzert von Joseph Schwarz,»-i» am 6. Juni infolge plöh. sicher Erkrankung de» Künstlers abgesagt irnsen muhte, wird bestimmt am 14. Junt. 8 Uhr. in der Philharmonie stallstnden. Wortrag über«eiangäphyftoloaie. Am Sonntag, den 10.,mlltaa» '1,1 2 Uhr. hält der Odeiniänqer und Dr. med. Jean N a d o l o v> t s ch im August- Förster- Saal. Keilhstr. II, satnen siebenten Vortrag über prakiiich angewandte sprach, und MesangSpbtPologic-- mit Demonstrationen an den Zuhörern besonder» spricht er über«ehltop« und Zungcnlage, Wabrl. und Relonarzenlsatlung. E i n t r i t i r e t. Jntercssenlen willtomn-en Der neue Lekror für die nordischen Sprachen. Zum Nachfolger de» unlängst verstorbenen L-ttorS sür die aorstlchcn Sprachen an der«erl-ner Universttät. Protcssor NeuhauS au»«o en- bagen, bat daS UnterilchlSminIsterium mit iemefterbcginn ven Genossen Dr.» der Iltraine 12, in Sibirien 3 Millionen und In den kaukasischen Nepublisen 1420000. In den kaukasischen Republiken beträgt die Zahl der Analphabeten über 40 Proz. der gesamten LeoöUeruug. überschreitet, daß die Polizeidirektion sich genötigt gesehen hat, ein- zugreifen. Zum Fall Machhaus-Fuchs bemerkte der Minister, daß auch die Regierung ein« restlose Aufklärung der Zusammenhänge wünschte. Betreffs der Verhaftung der beteiligten Personen war man sich klar und einig darüber, daß gegenüber dem Treiben schärfstes Vorgehen notwendig fei und daß ohne Ansehen der Person zugegriffen werden müsse. Nicht ganz klar war man sich zunächst über den Zeitpunkt des Vorgehens. Die Bestimmung dieses Zeit- Punktes muhte man der Polizei überlassen. Di« tatsächlichen Unter- lagen waren aber damals, also am 20. Februar, noch mangelhaft. Auch stand der Aufenthalt Richerts keineswegs sicher fest. Trotzdem hat die Polizei noch am gleichen Abend den Versuch gemacht, den Aufenthalts Richerts ausfindig zu machen und allenfalls zu feiner Festnahme zu schreiten. Der Versuch ist aber erfolglos geblieben. Die Darstellung des„V o r w ä r t s", der mich der Mitwisserschaft an der Verschwörung des Fuchs-Machhaus bezichtigt, ist zu pervers und zu albern, als daß ich darauf eingehen möchte. Die unpolitifthen Putschsolöaten. München, 8. Juni.(Eig. Drahtbericht.) In der Freitagssitzung des Lzochverratsprozesses Machhaus-Fuchs wurde«in« Reih« von Entlastungszeugen vernommen, deren Aussage aber im allgemeinen wenig Bedeutung zukommt. Einen mehr lxiteven als ernsten Eindruck rief«in Mitglied des nationalsozialistischen Kampfoerbandes hervor,«in persönlicher Freund des Machhaus. Cr sagt«, er sei ge- wohnt, die Befehl« Hitlers auszuführen, im übrigen' kümmere er sich aber nicht um Politik! Die Aussage des Hofrats P i x i s, des Führers des„bayerischen Ordnungsblocks", bestätigte in vollem Umfang, daß die vier Haust- belastungszeugen tMayr, Friedmann, Kautter, Schäfer) ihr« em- gehenden Beziehungen zu Fuchs-Machhaus nur im Interesse der Aufdeckung dieses 5)0chverrats gepflogen haben. Es sei ganz ausgeschlossen, daß sie daran gedacht hätten, bei einem eventuellen C n d e r f o l q des Hockivsrrats sich an dessen Erfolg zu beteiligen. Die Aussagen des Studenten Staehle, Mtglied des Blücher- bundes, belasten wieder den Angekl. Berger. Der Zeug« versichert unter seinem Eid, daß Berger einmal sagte:„Wenn es am 24. Fe- bruar nicht losgeht, so gehe ich mit meinen Leuten allein vor." Dieser Zeug« charakterisiert im übrigen die im Blücherbund um- laufende Parole dahin, daß ein Losschlagen gedacht war für den Irall, daß der neudeutsche Bolschewismus ausbreche oder daß das Vaterland gegen den äußeren Feind zu den Waffen rufe. Wenn der weiter« Verlauf der Verhandlung keine besonderen Ueberraschungen bringt, so rechnet der Gerichtshof mit der Beendi- gung des Prozesses am Donnerstag oder Freitag nächster Woche. Der oberschlesische Unruheherd. Die Meldungen über Streiks und Ausstände in Oberschlesien lenken erneut die Aufmerksamkeit auf dieses Gebiet. Entente- bcsetzung, Abstimmungstämpse, nationale Auseinandersetzungen mit den Polen, nationalistische Selbstschutzoerbände haben in diesem weit- verzweigten und bedeutenden Industriegebiet in den letzten Iahren eine politische und soziale Unruhe erzeugt, die immer wieder zum Ausbruch kommt. Die offen« Unterstützung der Selbst- schutzverbände durch das Unternehmertum hat die sozialen Gegensätze dort ungewöhnlich verschärft. Es ist bekannt, daß die letzte große Streikbewegung mit der offensichtlichen Prote- gierung der Selbstschutzleute durch die Industriellen zusammenhing. Auch jetzt wieder wird die soziale Unrast durch nationalistische Provokationen verschärft. So heißt«s in einem uns aus dem Gebiet zugehenden Bericht: „Zum kommenden Sonntag wird Feldmarschall H i n d e n- bürg hier zur Fahnenweihe des„Vereins ehemaliger Schutz- und Kolonialtruppen" erwartet. Am Sonnabend, den 2. Juni, fuhren mehrer« Formationen des Selbstschutzes angeblich zu einer Denkmalsweihe von Hindenburg nach Breslau. Die Leute waren mehrere hundert Mann stark auf dem Bahnhof in Hindenburq aufmarschiert, meist jung« Burschen von 16 bis 21 Iahren. Sie trugen ganz oder teilweise Uniform und di« üb- lichen Abzeichen und Orden der illegalen Organi- sationen. Militärische Führung. Haltung und Kom- mando waren deutlich ersichilich. Zwei große schwarzweihrote Fahnen wurden mitgeführt, Pagen waren von der Bahnbehörde gestellt. An ber Denkmalsweihe haben sich auch Selbstschutz- delegationen aus anderen schlefischen Städten beteiligt. In Breslau erregten sie am Sonntag abend bei der Heimkehr auf dem Zuge vom Freiburger Bahnhof zum Hauptbahnhof mit schwarzweißroten Fahnen unliebsames Aufsehen." Es ist klar, daß das offene Auftreten dieser Selbstschutzforma- tionen die allgemeine Spannung im oberschlesischen Industrie- gebiet verschärfen muß, und es bleibt deshalb zu hoffen, daß das Verbot dieser Organisationen, der» Zusammenhang mit Ehr- Hardt, Roßbach usw. ja gerichtsnotorisch ist, auch in Ober- schlesien energisch und fühlbar durchgeführt wird. Ausdehnung des Ttreiks. Beulhen, 8. Juni. sWTB.) Die Streiklage im oberschlesischen Industriegebiet ist vollkommen verworren. Eine klare Uebcrsicht über die ganze Ausstandsbewegung ist unmöglich, da einer- seits die fortdauernd« Ausdehnung des Streits und die vereinzelt vorgekommenen Terrorakte, andererseits die einander vollkommen widersprechenden Erklärungen der Berufsorgani- sationen und die Bekanntmachungen der Z e n t r a l st r e i k- leitung einen Schluß darüber zulassen, ob die Streikbewegung einzig auf die infolge der neuen Preiswelle eingetretene wirtschaftliche Notlag« der breiten Arbeiterschaft zurückzuführen ist oder ob sie auch von politischen Motiven(?) getragen wird. Heute früh wurde die Arbeiterschaft der Königin-Luise-Grube, der Ober» schlesischenKokswerk», der Guido-Grube, der Kols- werkeinZaborze, der Kokswerke in P o r e m b a, der Waggon- fabrik Boehmer u. Co. sowie anderer Betriebe dem Streik ange- schlössen. Der Betriebsrat der Kraftwerke in B o b r e k faßte heute vormittag den Beschluß, den Betrieb stillzulegen. Die Belegschaft oerließ darauf die Arbeitsstätte. Das vom Kraftwerk in Bobrek ab- hängige Borsigwerk mußte daraufhin den Betrieb einschränken. Die Arbeiter der oberschlesischen Elektrizitätswerke be- schließen heute nachmittag über ihren Anschluß cm den Streit, falls bis dahin die Forderungen der Streitenden nicht erfüllt sind. Die Gefahr eines General st reiks in Oberschlesien ist damit in greif- bare Nähe gerückt. Bei den Verhandlungen mit den Gewerkschaften über den Vorschuß erklärten die Vertreter der Arbeitgeber, daß sie dem Streit und seiner weiteren Entwicklung mit Ruhe entgegensähen und nichts unternehmen würden, um ihn zu be- enden. Der Zentralstreikleitung gegenüber erklärten sich die Ar- beitgeber bereit, über die Forderungen der Streikenden mit den Ge- werkschaften zu verhandeln, während die Gewerkschaften bis jetzt noch ablehnen, die Forderungen der Streitenden in ihrer Gesamtheit zu vertreten. Eine Abordnung von Arbeitern der in Hindenburg streikenden Betriebe wurde von der Stadtverordnetenversammlung empfangen. Auf Ersuchen der Abordnung erließ der Magistrat ein Alkoholverbot. Der Streikleitung wurde, wie in Beuthen, das Recht der Ueberwachung«ingeräumt. Die Streikenden in Beuthen veranstalteten gestern eine Geldsammlung bei der Kauf- manschaft von Beuthen und Umgebung, die den Betrag von mehreren Millionen ergab. Die Bouthener Kaufmannschaft will über die Ge- Währung weiterer Gelduntcrstützungen an die Streikenden beschließen. Die Landtagssitzung am gestrigen Freitag begann mit folgender Erklärung öes präjiöenten Leinert: Der Herr Abg. Pieck hat gestern erklärt, daß man hier dem Abg. K a tz wiederholt„Z 31" zugerufen hat. Er sagte, daß ich ganz genau wisse, woher dieser Zuruf stamme. Es werde durch diesen Zuruf dein Abg. Katz der Vorwurf gemacht, daß er wegen mangelnder geistiger Zurechnungsfähigkeit vom Vatermord freigesprochen worden sei. Dieses Gerücht sei zum erstenmal durch eine an die Regierung gerichtete Eingabe des„Reichsoerbandes gegen die Sozialdemokratie" aufgebracht worden, und zwar löll als Herr Katz Stadtbeamter in Hannover geworden ist. Diese Ein- gäbe sei dann den Personalakten des Herrn Katz einverleibt worden und diese Akten seien niemandem weiter als mir zugänglich. Abg. Pieck hat dann ausgeführt, durch eine öffentliche Erklärung des Abg. Katz fei festgestellt, daß Oberbürgermeister L e i n e r t sich dreimal die Kötzschen Personalakten habe bringen lassen, obgleich dieser gar nicht mehr Stadtbeamter ist, und Leinert habe sich die Verleumdung, die damals der„Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemo- kratie" gegen Katz ausgesprochen hat. herausnotiert: auf diesem Wege Wien die sozialdemokratischen Abgeordneten Kenntnis dieser gemeinen, niederträchtigen Verleumdungen gegen den Abg. Katz er- halten. Präsident Leinert fügt hinzu: Demgegenüber stelle ich fest, daß Herr Katz niemals Stadtbeamter, sondern Angestellter gewesen ist, und daß ich seine Personalakten niemals selbst durch- gesehen habe; aus den Personalakten hat Bürgermeister Dr. Weber, als ich die W i e d e r e i n st e l l u n g Katz' in die städtischen Dienste wünschte, mir den Vorgang bei der früher erfolgten Entlassung Katz' vorgetragen. Ueber den Vorwurf des Datermordes ist bei dieser Gelegenheit meiner Erinnerung nach nicht ein Wort gesprochen worden. Seitdem habe ich weder die Kötzschen Personal- akten wieder gesehen noch mir auch nur ein Wort daraus heraus- notiert. Demzufolge rührt auch die Weiteroerbreitung des Gerüchtes, daß Herr Katz aus Gründen des§ 31 des Str.GB. vom Vatermorde freigesprochen sei, nicht von mir her. Ich habe es auch niemals verbreitet, und allen, die mich danach gefragt haben, ob diese Behauptung richtig sei, immer geantwortet, daß ich davon keine Kenntnis habe, daß mir der Vorfall früher einmal ge- schildert worden sei in der Weise, daß bei Herrn Katz Notwehr vorgelegen habe und deshalb ein Strafverfahren gar nicht ein- geleitet worden ist. Hierauf beginnt das Haus di« zroeile Beratung des Haushalls des Staaksministeriums und des Ministerpräsidenten. Verbunden damit wird die Beratung des Gesetzentwurfs über die einstweilige Versetzung der unmittel- baren Staatsbeamten in den Ruhestand sowie die deutschnationale Große Anfrage über die Erhaltung der deutschen Sprache und Kultur in Schleswig. Nachdem der Kommunist Schulz-Neu» källn, trotz der Mahnungen des Präsidenten, seine Aufgabe als Be- richterstatter gröblich mißbraucht und eine endlose Parteirede vom Stapel gelassen hatte, nahm Ministerpräsiöent öraun das Wort zu folgender Rede: Das Diktat von Versailles hat auch bei loyalster Ausführung durch den Gegner für das Rheinland und seine treudeussche Be- völkerung langjährige schwere Bedrückungen und Lasten zur Folge. Denn nichts drückt ein selbstbewußtes, freies Kulturvolt seelisch und materiell so schwer, wie eine fremde militärische Besetzung, die es der Gewalttätigkeit und launischen Willkür militärischer Gewalt- Haber preisgibt. Di« Art aber, wie Frankreich und Belgien die Be- setzung der Rheinland« von Anbeginn durchgeführt haben, geht weit über das nach dem Friedensvertrag Zulässige hinaus und hat sich mehr und mehr zu einer systemalischen Quälerei des rheinischen Volkes entwickelt. Einerseits lieh man bezahlt«, verächtliche Subjekte auf die Rheinländer los, die durch eine separatistische Pro- p a g a n d a die Bewohner für eine Loolösung von Preußen und dem Reiche und für den Anschluß an Frankreich gewinnen sollten, andererseits bedrückte und quälte man das Volk mit schikanösen Maßnahmen schlimmster Art und legte ihm kaum erträgliche Lasten auf. Das alles unter dem heuchlerischen Vorwande, daß es zur „Sicherheit der Bcsahungstruppen erforderlich" wäre. Was seit dem Beginn des Ruhreinbruchs im altbesetzten Rhein- lande vor sich geht, hat mit aller Klarheit die machtpolitischen und annexionislischen Pläne Frankreich» offenbart. Was dort im Frieden gegen ein wehrloses Volk an brutalen Gewaltakten verübt wird, dürste kaum in der Geschichte der Kulturvölker seinesgleichen finden. Rücksichtslos werden Beamte, Wirtschaftler und Männer des öffentlichen Lebens mit einer kaum zu überbietenden Grausamkeit zu Tausenden aus ihrer Heimat ausgewiesen, von Haus und Hof vertrieb«». Um diese Grausamkeit zu steigern, müssen gleichzeitig mit kurzer Frist, oft in wenigen Stunden, auch die Familienangc- hörigen, wehr- und schutzlose Frauen, Kinder und Greise, unter Zurücklassung ihrer Habseligkeiten ihr Heim verlassen und werden hinausgestoßen in die Fremd«. Viele werden auf Jahre hinaus in die Gefängnisse geworfen. Durch diese Unmenschlichkeiten drücken sich die der- zeitigen französischen Gewalthaber vor aller Welt ein S ch a n d- mal auf die Stirn, von dem sie sich niemals vor der Geschichte werden reinigen können. Der rheinischen Bevölkerung aber, die all« dies« Leiden standhaft trägt, ohne in ihrem Deutschtum wankend zu wer- den, gebührt der unauslöschliche Dank aller Volks- genossen im unbesetzten Gebiet. Indem ich diesen Dank namens der Staatsregierung hier erneut ausspreche, verbinde ich damit di« erneute Zusicherung, daß alles in unseren Kräften Stehende geschehen wird, um das schwere Los der Opf«r französischer Willkür zu erleichtern.(Bravo!) Es wird und muß Ehrenpflicht des ganzen deutschen Volkes sein, einzustehen für unsere Brüder am Rhein, die Opfer zu bringen, di« notwendig sind, um die Wunden zu heilen, die französische Brutalität geschlagen hat. Die französischen Gewalt- haber aber werden durch diese brutalen Kolonialmethoden ebensowenig wie durch ihre verlogene Propaganda die Bevölke- rung in ihrem Widerstande gegen französische Eroberungepläne er- schüttern und sie ihrem Vaterland« aotrllnnig machen können. (Bravo!) Deshalb sind auch alle jene Pläne im Ausland, das Rheinland zu neutralisieren, Rechnungen, die ohne die rheinische'Be- völkerung gemacht werden. Man spricht wohl vorsichtig erst von einer„Loslösung der Rheinlande aus dem preußischen Staats- gefüge", von der„Schaffung eines selbständigen Staates im Rahmen des Deutschen Reiches". Dieser selbständige Rheinstaat soll aber eine interalliiert« Kont'.ollkommission als Oberoormund und vor allem eine internationale Gendarmerie erhalten, d. h. die Rheinländer sollen auf die Dauer unter die polizeiliche, mili- tärische Diktatur Frankreichs und seiner Verbündeten gestellt werden. Eine blutigere Verhöhnung des Grundsatzes vom S e l b st b e- stimmungsrecht der Völker, für das die Alliierten im Kriege vorgaben zu kämpfen, ist wohl kaum denkbar.(Sehr richtig!) Und daß das zur Sicherheit des bis an die Zähne bewaffneten Frankreichs gegen das entwaffnet«, wehrlose deutsche Volt not- wendig sein soll, wird man wohl kaum die Welt glauben machen können. Es ist daher durchaus zutreffend, was der Rcichsaußen- minister in der Reichstagssitzung vom 16. April d. I. über diese U im Kanötag. Pläne und seine Stellung dazu ausführte. Auch für die preußische Regierung erkläre ich, daß eine Aufgabe der Rheinlande für uns nie und nimmer in Frage kommt!(Lebhafter Beifall.) Die Treue, mit der �>i« Rheinländer bisher zu Preußen und dem Reiche gestanden haben, und allen französischen Gewalttaten zum Trotz weiter stehen werden, wird stets mit gleicher unwandelbarer Treue und Hilfsbereitschaft vom ganzen preußischen und deutschen Volke erwidert werden. Hände weg vom Rheinland! Der Rhein und die Rheinländer waren deutsch, sie sind deutsch und werden deutsch bleiben!(Beifall und Händeklatschen.) Am Schlüsse der Sitzung wurde ein Antrag der vier Koalitions- Parteien, die Rede des Ministerpräsidenten im ganzen Land durch Maueranschlag bekanntzugeben, gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Als zweiter Redner spricht �lbg. Genosse Haas-Köln: Schon die Sanktionen bürdeten der rheinischen B«völke- rung Unerträgliches auf: sie waren ein furchtbares Instrument in der- Hand der unbarmherzigen Nutznießer des Versailler Friedens, aber sie waren nur ein Kinderspiel gegenüber all dem, was der Einmarsch ins Ruhrgebiet über die Bevölkerung gebracht hat. Am Anfang hieß es, die Jngenieurkommission sei nur zu friedlichen Zwecken gekommen. Ueber diese friedlichen Zwecke wurde in der Zwischenzeit furchtbare Aufklärung gegeben. In der letzten Zeit verjagt man die Eisenbahner und ihre Angehörigen sogar innerhalb von Minuten von Haus und Hof. Furchtbare Tra- gödien spielen sich im stillen ab und kein Schrei der Empörung wird in der Welt gegenüber solcher Unbill lebendig. Versamm- lungs- und Pressefreiheit haben aufgehört zu existieren. Lohn- gelder werden beschlagnahmt, Unterstützungsgelder für Arbeitslos« und Minderbemittelte werden geraubt, Wohnungseinrichtungen werden weggeschleppt, Raubüberfälle sind an der Tagesordnung, und seit Wochen müssen wir ungezählte Mordtaten— Mordtaten an Greisen und an Kindern— miterleben, nicht zu vergessen den blutigen Karsamstag von Essen. Den französischen Kapitalisten und Imperialisten geht es nicht um die Ruhrkohle und nicht um Holzlieferungen, sondern um die Erfüllung alter französischer Pläne, es geht um die W e g- nähme des Rheinlandes. Deshalb erkläre ich hier im Namen meiner Partei mit aller Deutlichkeit: die Bevölkerung des Rheinlandes wird bis zum letzten Atemzug gegen jede Loslösung ihrer Heimat von Deutschland sein. Keine internationale Gendarmerie und dergleichen kann uns von unserem Standpunkt abbringen. Wir wissen ja aus den Erfahrungen im Saargebiet, was den Ar- beitern bevorsteht. Am Rhein existieren heute keine deutschen Festungen mehr, gibt es kein deutsches Militär. Und im übrigen Deutschland steht ein Heer von nur 100 000 Mann. Demgegenüber stehen auf fran- zösischer Seit« 800 000 Mann bis an die Zähne bewaffnet. In Deutschland ist nichts mehr abzurüsten und im Rheinland gibt es nichts mehr zu„neutralisieren". Wir müssen fordern, daß die Garantien zur Sicherheit zwischen Deutschland und Frankreich aus Gegenseitig- k e i t beruhen und unter voller gegenseitiger Gleich- berechtig ung geschaffen w«rd«n. Die Reichsregierung bietet in ihrem Memorandum ansehnliche Garantien für deutsche Leistungen. Wir erinnern uns hier an das Wort Strese- manns, daß für die Freiheit des Landes keine Leistung zu hoch sein diirfe. Schade nur, daß bei dem letzten Sturz der Mark von der Opfcrwilligteit der Besitzenden s ö wenig zu spüren war. Auch im besetzten Gebiet haben sich verhältnismäßig viel Unter- nehmer verblendet und töricht genug gegen die berechtigten Forde- rungcn der Arbeiter gestemmt. Als dann die Unruhen ausbrachen, ist wohl der eine oder andere im Kreis der Schwerbelehrbaren stutzig geworden. Gar mancher, der den Gewerkschaften nicht gut gesonnen ist, hat sich da plötzlich der Bedeutung der Gewerkschafts- bewegung erinnert. Die„Köln. Ztg." vom 27. Mai schrieb u. a.: „Das, was uns im Ruhrgebiet retten kann, sind nur die G c w e r k- schaften, deren Geist und Disziplin die Hunderttausend« von Ar- beitern zusammenhalten muß, um der kommunistischen Gefahr und dem Anarchismus vorzubeugen. Nie haben deutsche Gewerkschaften im Augenblick tiefster vaterländischer Erniedrigung eine größer« Aufgabe und eine größere Verantwortung getragen, als heut« im besetzten Ruhrgebiet. Mög« ihr Wirken uns vor Schlimmerem be- wahren!" Die Gewerkschaften haben die Verantwortung auf sich genommen und die Aufgabe gelöst, Ihrem Vorgehen ist es zu verdanken, daß im Nuhrgebiet nicht alles zusammengebrochen ist. Die Arbeitgeber im übrigen Deutschland sollten sich am Verhalten der Gewerkschaften ein Beispiel nehmen und dementsprechend handeln: denn sonst hat eines Tages auch die Kraft der Gewerkschaften ein Ende. Es müssen die Konsequenzen gezogen werden zunächst in der Lohn- Politik, dann aber auch für die anderen Probleme und Aufgaben der Gewerkschaften. Die organisierten Arbeitermassen stellen auch heute und künftig ihren'Mann und an ihrer Seite stehen die organisierten Beainten. Der Regierung aber rufen wir zu: R e- gierung, handele! Tue was notwendig ist! Schaff« bei- zeiten Linderung gegenüber der wachsenden Not! Wir stehen fest zum freien einigen Deutschland.(Starker Beifall.) Abg. Dr. Porsch(Z.) gibt für seine Fraktion eine Erklärung ab, die sich mit bemerkenswerter Schärfe gegen alle Versuche der Fran- zosen, das Rheinland in irgendeiner Form von Deutschland loszu- lösen, wendet. Wie Dr. Porsch, so gibt auch Abg. Wallres(Dnat.) seine Freude über die Rede des Ministerpräsidenten und über den bisherigen erhebenden Verlauf der Sitzung Ausdruck. Nach den Aueführungen des Abg. Heimann(D. Vp.) und Gottschalk(Dem.), die im gleichen Sinne gehalten waren, wie die der bürgerlichen Vor- redner, wandte sich der Kommunist Dr. Meyer-Ostpreußen gegen das Treiben der Faschisten im Ruhrgebiet. Weiterberatung heute Sonnabend, 11 Uhr. * Zum Fall Katz, der von Pieck aus schwer verständlichen Beweggründen zum Gegenstand öffentlicher Erörterung gemacht wurde, geht uns noch folgende Mitteilung zu: In der Versammlung am 29. Mai 1923 in Röntgental(Berlin) führte der Kommunist Schwenk, Fraktionssekretär der Kommu- nistischen Partei im Preußischen Landtag, in Erwiderung auf Aus- führungen des Genossen Wende über die Vorgänge im Landtag in bezug auf Katz aus: „Herr Katz ist in Familienverhältnissen aufgewachsen, di� sehr trübe waren, da sein Bater die Familie sehr stark vernach- lässigte. Eines Tages kam Katz dazu, als sein Vater die Mutter tätlich bedrohte. Es war nun Pflicht des Sohnes, hazwischcnzu- treten und seine Mutter vor den Mißhandlungen des Baters zu schützen. Dabei wurde der Vater von ihm ver- wundet und ist daran gestorben. Das Gericht erkannte die miß- lichen Familienverhältnisse an, in denen Katz aufgewachsen war. konnte ihn aber bei aller Berücksichtigung dieser Verhältnisse nicht freisprechen, sondern war so human, die Freisprechung herbei- zuführen unter Zugrundelegung des§ 51." Wende sprach dem Herrn Schwenk in seinem Schlußwort den. Dank dafür aus, daß nun die Gerüchte über Katz in Verbindung mit dem§ 31 endlich einmal klargestellt worden find, indem es nun feststeht, daß Katz aus Grund des§ 51 freigesprochen worden ist. Gewerkschaftsbewegung P Baltrusch gegen Brauns. Wirtschaft gerichtet und danach seine Maßnahmen eingerichtet habe. Wie die Arbeiterschaft gegen den deutschen Rapitalismus anfämpfe, so habe sie noch viel mehr Ursache, den imperialistischen französischen Kapitalismus zu bekämpfen. Zu der Frage der Arbeitsgemeinschaften erklärte der Redner, daß diese Lohnfragen Die Krisis in der Bauwirtschaft. Der Reichsarbeitsminister hat sich bekanntlich im Reichstag gegen nicht zu regeln haben, die Arbeiterschaft habe sich hier eine Position Die Reichsarbeitsgemeinschaft Steine und Erden" versandte an die Einführung von Goldlöhnen ausgesprochen. Obwohl wir aus den gesichert, wenn sie nicht vorhanden wäre, müßte sie geschaffen werden. Es handle fich hier nicht um ein Prinzip, sondern um die den Reichstag und an den Reichswirtschaftsrat eine Denkschrift, im Borwärts" dargelegten Gründen nicht Anhänger der sogenannten Zweckmäßigkeit. An einem treffenden Beispiel über die Häute- betitelt:„ Die Krise in der Bauwirtschaft". Diese Denkschrift verfolgt Goltlöhne sind, halten wir es doch für interessant, die Ausführungen auftionen zeigte er, wie wichtig die Teilnahme der Arbeitervertreter den Zweck, die Reichs- und Staatsbehörden zu veranlassen,„ in miederzugeben, die der Führer der christlichen Gewerkschaftsbewe- hier sei. größtmöglichem Maße öffentliche Mittel zur Inangriffnahme gung F. Baltrusch in Nr. 9/10 des 3entralblattes der christlichen Der Kassenbericht schließt in Einnahme und Aus- von großen öffentlichen Bauten zur Verfügung zu stellen". Gewerkschaften Deutschlands" vom 14. Mai 1923 gemacht hat. Er gabe mit 177668940 Mart für das letzte Quartal ab. Der Die Reichsarbeitsgemeinschaft, in der auch Arbeitnehmer gleichschreibt dort u. a.: Vermögensnachweis führt die Summe von über 138 MilBenn es nun Tatsache ist, daß in der Wirtschaft die Preise lionen auf. Aus dem Bericht über Streits und Lohnberechtigt vertreten sind, glaubt, daß in ganz furzer Zeit das fich nach der Goldrechnung durchsetzen, wenn Goltzinsen und bewegungen, der von Gerhardt erstattet wird, geht hervor, gesamte Baugewerbe zum Erliegen kommen wird, wenn nicht schnelle schließlich auch Goldbilanzen intern allgemein eingeführt werden daß die besten tariflichen Verhältnisse in der Gruppe der Treib und gründliche Hilfe" gebracht wird. und andererseits die Einführung der Goldrechnung bei den Löhnen und bei der Steuer als nicht zulässig und undurchführbar von den interessierten Kreisen bezeichnet wird, dann heißt das tatsächlich, den Sachwertbejiz auf Kosten des Staates und der Arbeitstraft einseitig bevorzugen und P stärten. Der Papierlohn bewirkt, daß bei den Arbeitnehmern bei jeder Valutaverschlechterung sofort ein automatisches Herabsinken der Lebenshaltung eintritt. Die Mittelschichten, Rentner und Kleinrentner fallen der weiteren Verelendung anheim. Die Enteignung der schwachen Volfsschichten greift, soweit dies überhaupt noch möglich ist, um sich, und zwar zugunsten der sich durch die Goldrechnung sichernden Inhaber von Sachwerten. Die Aufrechterhaltung des Papierlohns bei Goldpreisen bringt in Produktion und Handel große Zwischengewinne, Aufrechterhaltung unrationeller Betriebe, Ausbreitung des paralitären zwischenhandels und führt schließlich zu einem Sinken der Warenqualität. Und wo das Reich und die Länder bei der Durchsehung der Goldpreise, des Gold zinses und der Goldbilanzierung in der Privatwirtschaft und bei der Zahlung der Steuern derselben in Papiermark bleiben, das lehrt uns ein Blick auf die schon angedeuteten zerrütteten Finanzverhältnisse des Reiches und das entwertete geringe Steuerergebnis. Baltrusch begründet dann eingehend die Notwendigkeit auch im allgemein wirtschaftlichen Interesse, mit der Doppelwährung, wie fie jezt in Deutschland herrscht, schnellstens aufzuräumen. Der Reichsarbeitsminister ist gewiß ein Mensch mit sozialem Empfinden, aber die schönsten Gefühle nützen den Arbeitnehmern gar nichts, wenn der Träger praktisch nicht daraus die Konsequenzen zu ziehen Dermag. Unfere werten Inferenten * machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwärts" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bel Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b.H. Die Denkschrift gtbt ein ausführliches Bild der Krise und stelt fest, daß der Rüdgang im Baustoffabsag schon im Jahre 1922 begonnen und Anfang 1923 einen verheerenden Umfang angenommen hat. Die Zementindustrie zum Beispiel hatte im Januar 1923 einen Rüdgang im Absah von 8,6 Proz., im Februar von 15,4 Proz. und im März einen solchen von 27,5 Proz. gegenüber dem Monat des Vorjahres. In der Kaltindustrie betrug der Rüdgang im Januar 1923 25 Broz. und stieg bis auf 50 Proz. im März. Aehnlich liegen die Verhältnisse in allen anderen Zweigen der vom Baumarkt abhängigen Baustoffindustrien. Abgesehen von dem Einfluß des Ruhrkonfliktes glaubt die Dentschrift die Stagnation im Baugewerbe auch auf die Wirkungen der Markstüzungsaktion zurückführen zu fönnen. Infolge der Stabilisierung der Mart ist in diesem Frühjahr der Beginn der Bauperiode vollkommen ausgefallen." Die Wirkungen der Stügungsaktion sollte nicht überschäht werden. Jede Stabilisierung der Mark muß den Baumarkt, soweit er vom Privattapital lebt, und nicht wie der Wohnungsbau, riemensattler vorhanden sind. Es bleibe zu erwägen, ob die Lohn von gemeinwirtschaftlichem Kapital, das Leben in größte abkommen zentral oder bezirksweise geregelt werden; einer örtlichen Schwierigkeiten bringen, solange die deutsche Volkswirtſchaft paſſiv Regelung sei entschieden zu widerraten, da die kleineren Mitglied- ist. Der Baumarkt kann normalerweise von volkswirtschaftlichen schaften zu sehr dem Unternehmertum ausgeliefert sein würden. Im Ueberschüssen leben. Seine Konjunktur nach dem Kriege iſt einzig allgemeinen fönnten 2ohnerhöhungen immer nur und allein auf die Martentwertung zurückzuführen. Dies schwer und hart ertämpft werden. Im Tapezierer gibt nun auch die Denkschrift zu, wenn sie darauf hinweist, daß der gewerbe habe es die Entwicklung dahin gebracht, daß die selb Industrie mit der Stabilisierung der Mark„ der Anreiz zur tändigen Tapeziererwerfstätten zurüdgingen, Investierung von Kapitalien in Bauten" genommen worden ist. die Polsterer seien jetzt zumeist in den Möbelfabriken beschäftigt, Die stabile Mart aber ist der natürliche Zustand der Wirtschaft, meshalb sich hier die Tarife an die der Holzarbeiter immer mehr der Baumarkt muß darum bei völligem Versagen der privatanlehnten. Redakteur Beder nimmt in seinem Bericht zugleich fapitalistischen Rapitalquelle fich eine gemeinwirtschaftliche zu den zum Verbandsorgan gestellten Anträgen Stellung. Der Rapitalquelle schaffen, wenn er gedeihen soll. Diese Schlußfolgerung Ausschußvorsitzende Ankermann- Offenbach teilt mit, daß sich vermeidet die Denkschrift. Sie fommt darum auch zu Borschlägen, lieb Frig Ebert, dem Reichspräsidenten, nach dem Statut des Reichsverbandes der Industrie in Gegensatz fetzt. Als Vertreter für den gestellten Ausschlußantrag gegen das Mit: bei denen sich Baurat Riepert als Mitunterzeichner der Denkschrift feine stichhaltige Begründung ergeben habe. Der An- des Reichsverbandes der deutschen Industrie verlangt er von der trag habe lange Zeit die Gemütet erregt. Aus allen Mitglied- Reichseisenbahn, daß sie ihr Defizit beseitigt und ihre Einnahmen schaften seien Zuschriften und Anträge eingegangen, und wenn eine erhöht. Als Vertreter der Baustoffindustrie verlangt Herr Riepert Mitgliedschaft zu wiffen verlangte, warum dem Antrage nicht statt aber er absetzung der Frachten, obgleich er zugeben muß, gegeben worden sei, so wollten andere in der Verbandszeitung dar- daß diefe Frachten heute um die Hälfte billiger find als vor dem gelegt haben, warum einem solchen Antrage stattgegeben werden solle. Kriege. Eine Ente. Die BS.- Korrespondenz verbreitete vor zwei Tagen die Nach richt, daß das Reichsfinanzministerium durch Rundtelegramm die Behörden angewiesen habe, an alle Beamten einen Vorschuß von 300 000 m. auszuzahlen. Diese Nachricht ist von der gesamten bürgerlichen Breffe wiedergegeben worden. Die Nachricht ist falsch. Ein derartiges Rundtelegramm ist nicht ergangen. Die Not der Erwerbslosent. Ende des Streiks der Telegraphenarbeiter. Die streifenden Telegraphenarbeiter des Oberpoftdirektionsbezirks Groß- Berlin waren am Freitag mittag in jo großer Zahl im Gewerkschaftshaus versammelt, daß der große Saal bei weitem nicht ausreichte, alle Anwesenden aufzunehmen. Am Dienstag hat dieser Streit eingesetzt, und unter so starter Solidarität, daß außer den Kriegsinvaliden taum einer von der Arbeiterschaft in den Betrieben zurückgeblieben sein dürfte. Ursache des Streifs ist die Un= zufriedenheit mit den von der Regierung bewillig ten Löhnen für Juni. Die Streifenden gehören als besondere Abteilung dem Deutschen Verkehrsbunde an. Von ihrer Orga nisation wurde die Forderung einer Erhöhung der Löhne um 100 Proz. erhoben. Bewilligt wurden schließlich 66% Proz., die bis heute noch nicht ausgezahlt sind. Der Streitbeschluß ist zwar mit einer Dreiviertelmehrheit gefaßt worden, aber in den tariflich mit der Oberpostdirektion festgelegten Betingungen ist vorgesehen worden, daß vor einem Streit Verhandlungen mit der zuftändigen Behörde stattfinden müssen. Das ist unter: Die Unterstüßungsfäße für Erwerbslofe find zuletzt mit Iassen worden, und deshalb hat das Bostministerium eine bezüg Wirkung vom 14. Mai an erhöht worden. Heute sind sie aber beliche Anfrage an die Organisation gerichtet. Die Versammlung ge- reits wieder entwertet. Die furchtbare Preissteigerung hat bestaltete sich sehr bewegt, zeitweise fonnter die Redner nicht durch- sonders die Massenkonsumartifel wie Brot, Kartoffeln, Margarine dringen. Eine Solidaritätserklärung anderer im öffentlichen Ver- erfaßt. Ganz zu schweigen von Fleisch, das ohnehin faum auf tehrswesen tätigen Gruppen ist nicht erfolgt. Scherff und Benden Tisch der Arbeitslosen kommen wird. Es darf niemanden, am her werden sich sofort zweds weiterer Versammlungen mit dem wenigsten die Regierung verwundern, wenn dumpfe Verzweiflung Bostministerium in Verbindung sehen. Mit großer Mehrheit wurde die Massen der Arbeitslosen padt und sie nur zu leicht zum Wert nach Schluß der Diskussion folgende Entschließung angenom- zeug gewiffenloser Propagandisten macht. Es muß den Arbeits" Die Telegraphenarbeiter Groß- Berlins find gewillt, die fosen geholfen werden; einmal durch vermehrte Not stand 3 Arbeit am Sonnabend früh wieder aufzunehmen, arbeiten zu erträglichen Löhnen und weiter durch Erhöhung menn von der Gewerkschaft die feste Garantie gegeben wird, für der Unterstützungsfäße. Der Vorstand des ADGB. hat nachstehende zwei Punkte ihre ganze Kraft einzusetzen: 1. Keinerlei sich erneut in diesem Sinne an die Reichsregierung gewandt und lungen mit den Spizen organisationen zweds Erhöhung der Juni: löhne um 100 Broz. über die Mai Löhne und 3 ahlung von 300000 m. am Anfang nächster Woche als Ausgleichszulage für die riesige Teuerung." men: Nachdem die Versammlung diesen Beschluß gefaßt hatte, haben die Bertreter des Deutschen Werkehrsbundes mit dem Reichspoſtministerium verhandelt, und das Reichspostministerium gab die Zuficherung ab, daß Maßregelungen aus Anlaß des Streifs nicht stattfinden dürfen. Verbandstag der Sattler und Tapezierer. Erster Berhandlungstag. Dieser Verbandstag, der erste nach dem Zusammenschluß des Verbandes der Sattler mit dem der Tapezierer, hat besonders mit einen weiteren Zusammenschluß der Verbände zu einem Industrieverband, weiter aber über die viel un strittene Frage der Arbeitsgemeinschaften zu verhandeln. Erschienen find 39 Delegierte, unter größeren Schwierigkeiten auch die aus dem tesetzten Gebiet, und außer den Vertretern des Verbandsvorstandes, der Redaktion und des Ausschusses ein Vertreter des Gewerkschaftsbundes und Vertreter der Bruderorganisationen aus Frankreich, England, Desterreich, Dänemart. Aus der Begrüßungsansprache des französischen Bertreters sei hervorgehoben, daß er erklärte, die französische Arbeiterschaft habe nach Kräften gegen die Politik der französischen Regie rung protestiert. Leider seien ihre Organisationen durch die vielen Spaltungen so geschwächt, daß sie wirkjame Maßnahmen nicht er greifen tönnten. verlangt, daß schnellstens die Unterstügungsläge entsprechend den Teuerungsverhältnissen ausgebaut werden. Eine Neuregelung steht bevor, aber sie muß auch so ausfallen, daß sie wirklich befriedigen fann. Die Gehaltsregelung in der chemischen Industrie. Von den in der AfA vereinigten Organisationen war beim Arbeitgeberverband beantragt worden, nicht, wie ursprünglich im Mai vereinbart, 40, sondern 75 Pro 3. des Mai- Gehaltes bis zum 15. Juni als Akontozahlung an die Angestellten zur Aus. zahlung zu bringen. Der Arbeitgeberverband hat es nicht für notwendig erachtet, mit den Angestelltenorganisationen über diese Frage zu verhandeln, sondern teilte ihnen nur telephonisch mit, daß er beschloffen hätte, feinen Mitgliedsfirmen zu empfehlen, 60 Broz. des Mai- Gehaltes an die Angestellten auszuzahlen. Die AfA- Verbände haben gegen eine derartige Behandlung ihrer Anträge beim Arbeitgeberverband protestiert und von weiteren Maßnahmen nur abgesehen, damit die Auszahlung der in Frage kommenden Summen nicht noch weiter verzögert wird. Die Tarif kommission der Angestellten beschäftigte sich am Donnerstagabend mit den zu erhebenden Forderungen für den Monat Juni, kam jedoch nach eingehender Aussprache zu dem Entschluß, daß es bei den heutigen ungeklärten wirtschaftlichen Verhältnissen zweckmäßig ist, die Forderungen erst am Berhandlungstage selbst dem Arbeitgeberverband zu überreichen. Die Tarifverhandlungen finden am 14. Juni statt; die am gleichen Tage tagende Mitgliederversammlung der AfA- Organisationen soll zu dem Verhandlungsergebnis dann Stellung nehmen. Baugewerkschaft, Fachgruppe Glaser. Der Lohn beträgt vom 8. bis einschl. 13. Juni 3232 M. pro Stunde. Dazu kommt ein Aus gleichszuschlag von 400 M. pro Stunde, so daß ab 8. Juni 3632 M. zu zahlen sind. Nachdem nun einmal die Krise eingetreten ist, deren Auswirkungen auch einen großen Teil der gesamten deutschen Arbeiterschaft erfassen, verlangt die Dentschrift, daß der Staat in die Bresche springen soll mit der Bergebung großer öffentlicher Arbeiten. Hoch- und Tiefbau der verschiedensten Art harren der Ausführung, werden aber aus Mangel an Mitteln aufgeschoben. Das iſt Sparsamkeit am falschen Fled. Es kommt hinzu der riesige Bedarf der Bevölkerung an Wohnungen, für den die Mittel durch schleunige Eintreibung der Wohnungsbauabgabe zu beschaffen sind. Daß der Staat seine Aufträge möglichst in Zeiten der Krise ausführen läßt, ift eine durchaus berechtigte Forderung. Sie ist noch dahin zu ermeitern, daß Reichs, Staats- und Kommunalbehörden in um= faffendem Maße die Geldbeschaffung und die Auftragsregelung organisieren. Andernfalls besteht die Gefahr, daß bei steigenden Baustoffpreisen die behördlichen Organe sich an der Jagd nach Baustoffen beteiligen, während durch ihre Zurückhaltung bei finfenden Preisen die Krise verschärft werden muß. produttive Erwerbslosenfürsorge hat hier überdies ein weites Tätigkeitsfeld. Die Die Arbeitsgemeinschaft macht es sich aber leicht, wenn sie nur an die Staatshilfe appelliert. Wie steht es mit einem wirksamen Preisabbau, der doch zum Beispiel in der Zementindustrie möglich ist? Ueber die Fragen, die hierher gehören, gleitet die Dentschrift hinweg, obwohl gewerkschaftliche Organe sich oft genug gegen den Baustoffwucher gewandt haben. Es wäre Aufgabe der Vertreter der Arbeiterschaft in der Reichsarbeitsgemeinschaft gewesen, diesen Gesichtspunkt zu betonen. Solange die Baustoff erzeugenden Industrien aus sich heraus teine Anstrengungen machen, die Baustoffe zu verbilligen, solange haben sie auch fein Recht, an den Staat heranzutreten. Wenn das Privatkapital den Baumarkt nicht ernähren fann, dann sollte die Industrie sich mit der gemeinmirtschaftlichen Regelung des Baumarktes grundfäßlich abfinden. Andernfalls ist die Krise, die mit dem neuen MartSturz schon wieder etwas abgeflaut ist, durch die staatliche Hilfe lediglich vertagt, nicht beseitigt. Denn die Bauwirtschaft ist ihrer inneren Struktur nach heute ungesund, fie bedarf weitgehender gemeinwirtschaftlicher Eingriffe, soll sie genesen. Die Bautätigkeit im Mai. Nach den Feststellungen der Bauwelt" wurden im Mai 638 Wohnungs- sowie 300 Fabrit- und sonstige Bauten ausgeführt gegen 8862 Neubauten im Mai 1922, im April d. J. 385 Wohnungs- sowie 215 Fabrifbauten. Die Bautätigkeit zeigt ein langfames Wiederan steigen. Die Zahl der geplanten Neubauten bleibt jedoch weit hinter den Vergleichszahlen des Borjahres zurüd. Besonders groß. ist die Zahl der Dachausbauten. Ein Steinfalz- Synditat. Die bisher zu einer Nonvention zus fammengeschlossenen Steinsalzwerke Deutichlands haben nunmehr ein Steinsala Syndikat G. m. b. H. gegründet. Eine Reihe von Berken hat sich zu besonderen Gruppen, die auch gleichzeitig den Verkauf tätigen, zusammengeschlossen. Neuer Eisenpreis. Gießerei- Roheisen I 1619 000 m., III 1616 000 m., Luremburger Qualität 1606 000 M., Siegerländer Stahleifen 1 604 000 mt., Spiegeleifen 1 768 000. Durchschnittspreise für Roheisen, welches mit inländischen und ausländischen Brennstoffen hergestellt mirt: Hämatit und cu- armes Stahleifen 2116 000 m., Gießerei- Roheisen I 2 086 000 m., III 2 083 000 m., Luxemburger Qualität 2 073 000 m. In seiner Eröffnungsrede wies Berbandsvorfizender Blum auf die Geschichte des Verbandes hin, dessen Gründung 1889 er folgt sei. Er fonnte aber eine alte Mitgliedskarte vorzeigen, nach der schon vor 50 Jahren in Offenbach ein Sattlerverein bestanden habe. Schon bei Feststellung der Geschäftsordnung machten sich die rorhandenen Gegensäge bemerkbar, indem ein fommunistischer Lehrergewerkschaft im ADB. Sonntag vormittag 10 Uhr Funktionär versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 25, Bortrag von Faltenberg. Bertreter von Offenbach eine längere Redezeit, als vorgesehen war, Die Mitglieder der Lehrergewerkschaft sind hierzu eingeladen. beantragie und damit durchdrang. Auch zu der Behandlung von Allgemeiner Deutscher Beamtenbund, Drtsansschuß Groß- Berlin. Sonn Brotesten ausgeschlossener Mitglieder machte dieser Vertreter Ein- tag, 10. Juni, vormittags 9½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, mendungen, die er aber nach eingehender Belehrung aufgeben mußte. Großer Saal. Funktionärsizung des Provinzialaus duffes der Mart Branden Der Geschäftsbericht des Bersihenden Blum rief schon bung. Die Funktionäre des Orisausschusses Groß- Berlin des ADB. find zu während der Erstattung mancherlei 3wischenfälle hervor. Die diefer Bersammlung eingeladen, auch Mitglieder haben Zutritt. Referent der erste Bundesvorsitzende Rollege Falkenberg. Stellung der Gewerkschaften zur Ruhrpolitik und zu den ArbeitsGewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Betriebsräte und Ber gemeinschaften mißbilligen die Kommunisten. Zur Ruhrpolitit trauensmännerversammlung für den 13. Verwaltungsbezirk am Dienstag, den fonnte der Redner feststellen, daß sich der Verband und der Ge- 12. Juni, nachmittags 4 Uhr, im Wilhelmsgarten, Tempelhof, Berliner Str. 49. mertschaftsbund lediglich nach der Stellungnahme und im Einver- Tagesordnung: Die wirtschaftliche Lage und die Aufgaben der Betriebsräte. Referent Kollege E. Barth. Die gegenwärtige schwere, wirtschaftliche Lage er- Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei ständnis der drei hauptsächlichst beteiligten Verbände der Berg- fordert das Erscheinen aller freigewerkschaftlichen Betriebsräte und Ber- und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin S. 68. Lindenstraße 3. arbeiter, der Transportarbeiter und der Maschinisten und Heizer trauensleute. Hierzu eine Beilage und Jugend- Borwärts". DUFTIC Devisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nadzu tragen: 1 finnische Mart 2174,50 Geld, 2185,50 Brief; 100 öfterreichische Kronen 109,82 Gelb, 110.38 Brief; 1 ungarische Krone 12.96 Geld, 1304 Brief; 1 bulgarische Rewa 839,50 Gelb, 844,50 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 867,50 Geld, 872,50 Brief; eine polnische Mart loftete im freien Verkehr etwa 1,17 m. Berantwortlich für Politif: Bictor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner, Berlin; Feuilleton: A. S. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Billy Möbus, Berlin- Pankow; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. LUCCA der LIKOR KÖSTLICH Vertretung und Lager für Groß- Berlin: M. Schlewinsky, Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Str. 48. Telephon: Amt Pfalzburg 9942, 9943 Alleinverkauf für Hotels, Kaffees usw. für Groß- Berlin: Max Gruban& P. C. Souchay. Berlin NO. 18. Fernsprecher: Amt Alexander 4306, Amt Königstadt 2258. Paul Bggebrecht, Berlin N. 24, Friedrichstr. 109. Fernsprecher: Amt Norden 6000 u. 6001. Nr. 265 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Sonntägliche Wanderziele. Hangelsberg- Rauen- Fürstenwalde. Bon der Stadtbahn fahren wir mit den Fürstenwalder Zügen über Erfner( hier umfteigen) tis angelsberg. Nach furzer Wanderung in südöstlicher Richtung haben wir die Spree erreicht. Wir lassen uns an der Fährstelle übersetzen und kommen in gleicher Richtung durch schönen Wald nach Braunsdorf. Wir wandern im Gebiet des alten Berliner Urstromtals; deshalb ist das Gelände ziemlich eben, und da der Boden aus Sand besteht, kommen hier ausgedehnte Kiefernwälder vor. Braunsdorf liegt am Oder- Spreefanal, der den reich gewundenen Lauf der Spree beträchtlich abfürzt und dadurch eine bessere und schnellere Verbindung der Spree mit der Oder schafft. Von Braunsdorf wandern wir füdlich, an fangs über Felder, dann wieder durch Wald nach Marigraf pieste, auf einer inselartigen Erhebung in einer ausgedehnten Niederung gelegen. Im füdlichen Teil des Dorfes bei der Kirche geht der Weg nach Rauen in östlicher Richtung ab. Sobald wir Marfgrafpieste verlassen haben, sind wir wieder im Walde, der sich bis Rouen hinzieht. M Sonnabend, 9. Juni 1923 3offener Borortbahn erreicht. Das Dorf Rangsdorf liegt einige Minuten jenseits des Bahnhofs, am Ostufer des großen Rangsdorfer Sees. Vom Bahnhof Rangsdorf fahren wir nach dem Potsdamer Bahnhof zurück. Weglänge 18 Kilometer. Der neue Steuerabzug. getreten. Wir geben im folgenden nochmals, durch einige Beispiele Bom 1. Juni ab ist eine Neuregelung des Steuerabzuges ein erläutert, die wichtigsten Bestimmungen wieder. nöten vergangener Tage gibt uns die Geschichte dieses abgelegenen Dörfchens traurige Runde. Um 1624 zählte man in" Brüsendorf" 10 Bauern, 7 Kofsäten, 1 Hirt und 1 Laufschmied. Während des 30jährigen Krieges litt das Dorf jedoch dermaßen, daß nur noch ein Rossät übrig war. Die andern Pauren undt Coffaten seindt alle wüste." Die Dorfkirche weist noch auf das Mittelalter zurü; ihr Turm, der einst dem Schiff im Westen vorgelagert war, ist nicht mehr erhalten. In westlicher Richtung verlassen wir das Dorf; bald sind wir Der Betrag 10 Proz. des Arbeitslohnes ermäßigt sich mit am Bahnhof Brusendorf der Mittenwalder Kleinbahn. Die Etraße Wirkung vom 1. Juni 1923 ab bei Monatslohn für Ehemann- und führt rechts von den bewaldeten Klein- Kienitzer Bergen vorüber, Ehefrau um je 1200. M.( bisher 800 m.), für jedes Kind 8000 m. die ihre Umgebung um etwa 25 Meter überragen. Die Hochfläche( bisher 4000 m.), für Werbungskosten 10 000 M.( bisher 4000 M.); des Teltow, auf der wir uns befinden, ist ein Gelände, das von bei Wochenlohn für Ehemann und Ehefrau je 288 M.( bisher vielen fleinen Erhöhungen und Bergtuppen überzogen ist. Die be- 192 M.), für jedes Kind 1920 M.( bisher 960 m.), für Werbungsdeutendste Erhebung ist der Groß- Machnower Weinberg fosten 2400 M.( bisher 960 m.); im Süden, zwischen Groß- Machnow und Mittenwalde, deren höch- bei Lohn für volle Arbeitstage für Ehemann und Ehefrau je ster Punkt etwa 40 Meter über der südlich vorgelagerten Niederung 48 M.( bisher 32 M.), für jedes Kind 320 M.( bisher 160 M.), für liegt. Wir kommen nach Klein Kienih, das im 14 Jahr Werbungsfosten 400 M.( bisher 160 m.); hundert enge Beziehungen zu der wichtigen Grenzfeste Mittenwalde bei Lohn für je zwei angefangene oder volle Stunden für Im Süden von Rauen erheben sich die Rauenschen Berge hatte. Auch dieses Dorf ist von den Schrecken des 30jährigen Ehemann und Ehefrau je 12 M., für jedes Kind 80 M.( bisher Lis zu 148 Meter über dem Meeresspiegel oder 110 Meter über Krieges arg heimgesucht worden. Die Kirche ist ein mittelalter- 40 M.), für Werbungskosten 100 m.( bisher 40 m.). der Spree. Auf der Höhe der Berge liegen die Markgrafenliches Gebäude aus Granitfindlingen. In der Nähe steht ein be freine, zwei gewaltige Findlingsblöcke, wohl die größten der achtenswertes altes Bauernhaus mit altertümlicher Herdanlage. Beispiele Mart, die von dem Inlandeis aus ihrer standinavischen Heimat Wir wandern in füdwestlicher Richtung weiter, an der Ziegelei hierher verfrachtet wurden. Von dem Großen Markgrafenstein, der zu den drei Pfeilen vorbei und über den Zülowgraben. Hier ursprünglich 29,50 Meter Umfang und 8,50 Meter Höhe hatte, ist im fommen wir wieder in ein Wäldchen. Rechts erhebt sich der GeJahre 1826 ein 1600 Zentner schweres Stück abgesprengt worden. Dar richtsfichtenberg. Bald haben wir den Bahnhof Rangsdorf der aus wurde unter Leitung des Baumeisters Cantian die große Schale vor dem Alten Museum in Berlin hergestellt; auch die Friedensfäule auf dem Belle- Alliance- Plaz stammt von dem abgesprengten Wetteraussichten für Sonntag. Stück, ebenso der Steinerne Tisch und die Bänke, die in der Nähe der Martgrafensteine aufgestellt find. Der stehengebliebene Rest des Steines ist noch 6,60 Meter hoch; davon steden 1,90 Meter in der Erde. Der Kleine Martgrafenstein liegt noch unberührt; sein Umfang beträgt 21,50 Meter, seine Höhe 5,70 Meter. Die Rauenschen Berge bilden, ebenso wie die Soldaten- und Dubrowberge östlich non ihnen, eine eiszeitliche Stau- Endmoräne. Ihr Kern besteht aus Altlagerungen, die dem erdgeschichtlichen Zeitabschnitt vor der Eiszeit, dem Tertiär, entstammen. Sie sehen sich hauptsächlich aus Formsanden und Braunkohlen zusammen, die jetzt noch abgebaut werden. Der höchste Punkt der Rauenschen Berge trägt ein trigono. metrisches Gerüst, das bestiegen werden darf( nur schwindelfreien Bersonen anzuraten). Ein prächtiger Ausblick über das Spreetal im Norden mit Fürstenwalde sowie über den Scharmützelsee im Süden und das schöne Waldgebiet rundum bietet sich von hier. Bon Rauen wandern wir auf der Chaussee nach Fürsten= malde. Diese alte Stadt, die zwei Jahrhunderte hindurch der Siz der Lebufer Bischöfe war, liegt an der schmalsten Etelle des hier nur drei Kilometer breiten Urstromtals. Hierzu kommt noch die Inselbildung der Spree an dieser Stelle, so daß das Tal tesonders leicht überschritten werden konnte. Eine wichtige Handelsftraße führte vom Süden zur Ostsee hier vorüber. Der alte Stadtfern mit seinen winkligen Straßen und kleinen Häusern liegt an der Spree. Zum Bahnhof hin erstrecken sich die neueren Stadteile. Jenseits der Bahn befinden sich die großen Fabrikanlagen von Julius Pintsch. Ueber Erfner( umsteigen) fahren wir nach Berlin zurüd. Weglänge etwa 27 Kilometer( mit Besuch der Rauenschen Berge). 910 Zeuthen Rangsdorf. NW W N NO SW. SO S Sturm Regen und Veränderlich Schon Wind Gewitter Vom 1. Juni an ermäßigt sich also die zehnprozentige Steuer vom Arbeitslohn der Monatsgehalt bezieht, um 11 200 M. Beträgt sein Moretsfür den alleinstehenden Steuerpflichtigen, einfommen 3. B. 500 000 m., so ergibt sich folgende Steuer: 50 000 M. 11 200 10 Proz. von 500 000 m. Steuerfrei Werbungskosten Wochenlohn 70 000 M.: 10 Proz. Steuer Steuerfrei Werbungskosten. Tadelohn 12 000 m.: 1200 M. 10 000 Steuer " . 38 800 M. 7000 M. 288 M. 2400 2 688 " Steuer 4 312. 0 • 1200 MR. 12 M. 100 " Steuer 112 1088 M. " Verheirateter Arbeitnehmer mit drei Kindern: Monatsgehalt 500 000 m.: 10 Proz. Steuer 30-30 Steuerfrei Werbungskosten. 2020 1010 10 Proz. Steuer 50 000 m. steuerfrei für Mann 1 200 M. 00 10 10 steuerfrei für Frau steuerfrei für drei Kinder Werbungskosten. 1 200 " 24 000 10 000 Steuer " 36 400 13 600. " ,, Glückliche" Ehen. In der ver Zu Beginn der Woche drang vom nördlichen Eismeer ein sehr Den erwerbstätigen Kriegsbeschädigten wird großes und kräftiges Tiefdruckgebiet nach Nordskandinavien und auf Antrag eine Erhöhung der gesetzlichen Werbungskosten nach Finnland vor, während das seit längerer Zeit in der Nähe von dem Prozentsatz der Erwerbsbeschränkung gewährt. Als Nachweis Schottland befindliche Hoch etwas nach Westen zurückwich. In Deutschland trat daher nach kurzer Aufheiterung neuerdings in für die Höhe der Erwerbsbeschränkung dient der Rentenbescheid, den meisten Gegenden trübes Wetter ein und fanden seit Sonntag welcher in jedem Falle dem Finanzamt vorgelegt werden muß. nachmittag zahlreiche Regenfälle statt, die besonders im Nord- Auch andern Personen( z. B. Militärrentnern, Friedené dienstwesten in der Nacht zu Montag recht ergiebig waren und sich in Bom Görlizer Bahnhof oder von der Stadtbahn( in Nieder- den folgenden Tagen öfter wiederholten. Bei frischen nordwest- beschädigten, Unfallrentnern usw.) wird eine Erhöhung der geschschöneweide umiteigen) fahren wir mit den Borortzügen bis lichen Winden gingen die Temperaturen sehr stark hinab, in der lichen Werbungskosten auf Antrag vom Finanzamt gewährt. Zeuthen. Eine furze Wanderung durch Wald bringt uns vom Nacht zu Dienstag in Lauenburg in Pommern bis auf 1 Grad über Bahnhof in südwestlicher Richtung nach Miersdorf. Jenseits Null, und am Mittwoch und Donnerstag erreichten sie selbst in des Dorfes wandern wir rechts die Schulzendorfer Chaussee weiter. den Mittagsstunden fast nirgends mehr 15 Grad Celsius. Nach Nach wenigen Minuten geht links ein Weg ab, auf dem wir rechts über ganz Frankreich und Mitteleuropa ausgebreitet. Gleichzeitig Entfernung des Tiefs hat sich jetzt das westliche Hochdruckgebiet Der 47 Jahre alte Mechaniker Jakob Schick und dessen 1om Papenberg und Finkenberg vorüber durch schönen Wald zum ist, vermutlich aus niedrigeren Breiten des Atlantischen Ozeans, 42 Jahre alte Ehefrau gerieten in ihrer Wohnung in Steglig in Forsthaus Wüste mart tommen. Hier kreuzen wir die Chauffee ein neues umfangreiches Tiefdruckgebiet aufgetreten, das ziemlich einen heftigen Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. In ihrer Lon Neukölln nach Königswusterhausen. In bisheriger Richtung rasch nordostwärts weiterzuziehen scheint. Wir haben daher Angst ergriff die Frau eine Art und brachte ihrem Manne wandern wir durch den prächtigen Wald bis zu einer Waldecke. bei milden südwestlichen Winden für Sonnabend durch mehrere Schläge zwei klaffende Kopfwunden Hier hört der Wald auf der rechten Seite auf, fruchtbare Aeder überwiegend heiteres Wetter und eine beträchtliche bei. Dieser flüchtete zur nächsten Rettungswache, wo ihm die ersten nehmen seine Stelle eir.. Zur Linken begleitet uns der Wald noch Erwärmung zu erwarten, die sich am Sonntag anein Etüd weiter, bis wir an die Landstraße von Kiekebusch nach sich zwar wahrscheinlich der Himmel, besonders hat die Frau lediglich in der Notwehr gehandelt. Verbände angelegt wurden. Nach Aussagen von Hausbewohnern fangs wohl noch fortsetzen wird. Bisweilen wird Brufendorf tommen. Wir folgen ihr nach links, der Wald tritt am Sonntag nachmittag, wieder stark bewölken, gangenen Nacht kam es auf dem Heimwege zwischen dem Mechaniker zurüd. Bald haben wir Brusendcrf erreicht, das zu dem im doch dürften dann höchstens leichte Sprühregen Friedrich und dessen Ehefrau in der Nähe ihrer Wohnung in 13. Jahrhundert neu begründeten Dörfern gehört. Bon den Kriegs- oder überhaupt keine Niederschläge fallen. der Bellermannstraße zu einer heftigen AuseinanderBinseln durch den langen Korridor nach dem Kinderzimmer, das hinter den Dienstbotenstuben über dem Hinterhaustore lag. Und Edith und Holger schliefen seit jener Nacht wie die Prinzen in Goldbetten und friegten Goldstaub auf die Nase, wenn sie Gefängnis spielten und miteinander durch das Gitter flüsterten. Dreimal kaufte Kommandeur Gude Gemälde, die im Speisezimmer aufgehängt wurden:„ Das dänische Panzergeschwader bei Seegang", mit mächtig schäumenden Bogen,„ Die KönigsEs war jene Zeit zu Anfang der Neunziger, als die Damen familie geht von Bord", mit roten Sonnenschirmen und den gerade die Turnüre abgelegt, jedoch die Schinkenärmel einge- atrofen der Schaluppe in Weiß, fowie Johannes wird im führt hatten. Er erinnerte sich, daß er damals nie das Gesicht Jordan getauft", das, wie die Tante Hofdame sagte, unpajsend seiner Mutter im Profil, sondern nur die ungeheuren Aermel war, bis sie erfuhr, wen das Bild vorstellte, und das bei der schultern und ein wenig von einem Chignon im Netz gesehen Ausstellungstombola zum halben Preise gewonnen war. hatte. Sie lebte in einem Salon aus poliertem Nußbaum, in die ins Haus kam. Wenn sie mit dem königlichen Bereiter ausritt, Die Mutter war größer und voller als irgendeine Dame, dem Tische aus Naturholz mit Klunkern vor das unmoderne Mahagoni aus der Zeit der Urgroßeltern gestellt waren. Hier faß sie, wenn sie nicht Besuche machte, jeden Nachmittag und nahm zusammen mit drei jüngeren Komtessen Unterricht im Rolorieren von Porträts föniglicher Personen mit Chromo farbe auf Glas, oder dekorierte mit Brandmalerei Photographierahmen, die, mit Ausnahme der ersten brandfleckigen Versuche, auf die Plüschtische im Salon gestellt wurden. ( Copyright by Wegweiser- Verlag Berlin.) 7 Als die Wasser fielen. Bon Offo Rung. Aus dem Dänischen von Erwin Magnus." Er machte seine gewöhnliche Runde über das Dec. Es mar falt, aber still. Im Kanal sah er das kohlschwarze Spiegelbild der Dillen des Schiffes und seiner eigenen Silhouette gegen das Licht der Gammelholmer Laternen. Er dachte, wenn er jegt lauschte, so würde er den elastischen Schritt feines Vaters hören, wie er in jener fernen Zeit scharf und regelmäßig über die Schanze des Schulfchiffes Freja" ging, deren Chef er war. Der schwarze Spiegel des alten Kanals erschien ihm wie ein Gewicht an feinen Fußsohlen, das ihn in düstere Melancholie hinabzog. Er lebte sich zurück in seine heimatloſe Kindheit in dem alten Quartier, das dort hinter den gelben Giebeln von Nyhavn verborgen lag. über den Zustand der Treppe, seine Schlüssel raffelten in der Tür, Mantel, Mütze und Handschuhe flogen dem Diener Hermansen in den Arm, er musterte feine Uniform und den pechschwarzen Vollbart eine Sekunde im Pfeilerspiegel, ehe er, durch die Nase witternd, noch mit dem wiegenden Gange, der bei Hofe gebräuchlich war, ins Speisezimmer ging, um irgend eine Unordnung zu entdecken und Rotwein zum Temperieren" an den Ramin zu stellen. Später, als die Raferei des Bronzierens durch die Stadt ging, nahm auch der Bater, von dem brennenden Triebe der ganzen Oberklaffe nach Kunst und Schönheit in seinem Heim ergriffen, an der Jagd teil. Die Befihung der Familie trug damals wie jetzt Spuren des alten hofadligen Gepräges aus der Zeit, da Amalienborg entstand, doch als eine der letzten in der Straße und schon ge= zeichnet vom Hafen und der Nähe obsturer Wirtshäuser: zur Hälfte noch vornehmes Barock. Aber schließlich hatte Rommandeur Gude erklärt, nun wolle er, weiß Gott, fein Haus modernisieren, und hatte seinen Maurermeister die Fassade mit einem spiegelglasfenstrigen Erfer in ganzer Höhe des Gemeinjam zogen sie durch die Stuben und spähten und Hauses schmücken und noch ein Stockwert mit Schieferdach an schnüffelten nach Dingen, die sie vergolden konnten: zuerst Stelle der glasierten Ziegel der Mansarde aufsehen lassen. Ein Thorwaldsens„ Nacht und Morgen", dem Verlauten nach vom Zigarrenhändler bekam seinen Laden im Erdgeschoß, die Meister selbst in Marmor ausgeführt, aber ein häßlich weißes Bförtnerloge wurde zu einem Café mit Theaterbilletthändlern und unheimliches Platgt an der Wand! dann die alten, und brüllenden Nachtgästen, und das Tor stand ewig offen schweren Barockrahmen, deren Gold um die Porträts der Urund floß über von Badfisten und Stroh aus den Lagerräumen großeltern längst verblichen war und die man anstandshalber des Hinterhauses, von wo die Kinder ihre Schlupfwege und nicht mehr hängen haben konnte fie erhielten eine Lage Fuchsgänge bis zur Kvästhusgade und dem nahen Hafen hatten. grüner Tinktur mit Bronzepulver, die mächtige Krone in geAber dort vor dem Tore sprang der Vater während des mundenem Rokoko wurde vom Kommandeur eigenhändig mit Bejuchs der Zarenfamilie in Fredensborg aus der Equipage, dem Borstenpinsel eingeschmiert, alle Garderobenhafen und alle auf deren Bock der Hofkutscher stramm saß, die Beitsche empor- Nägel des ganzen Hauses wurden mit Aluminium belegt. gestreckt wie die Riemen in der Schaluppe des Chefs, wenn Schließlich waren die Eltern ratlos: was gab es noch zu verDer Kaiser von Bord ging. Der Kommandant trug Armschnüre golden? Küchengerät? Kaminvorseter? Die Gruppe der als Adjutant des Prinzen. Rasch enterte er die Smyrnaläufer drei mit der Riesenschlange fämpfenden Männer, deren Bronze hinauf, die anfingen, wo die Kisten des Zigarrenhändlers auf- ganz grün vor Alter war? Da waren die eisernen Bettstellen hörten, fluchte jedesmal, wenn er von einer Fahrt heimkehrte, der Kinder! Beide Eltern stürzten mit Bronzetinktur und mußte sie das allerschwerste Pferd der Husarenfaserne haben. Sie war die schönste Dame, die er je gesehen hatte, wenn die Kinder durch die Türspalte guckten und sahen, wie sie mit 3wirnhandschuhen an den Händen und die zwölffnöpfigen Handschuhe über die Ellbogen hinaufgeschoben, im ausgeschnittenen weinroten Seidenkleid, vor einer Gesellschaft Karten auf die Gläser legte bis der Diener Hermansen von hinten sie zu mudsen wagten. Sie durften nicht im Hofe spielen, das fam und ihre Ohren zwischen semen Knöcheln drehte, ohne daß mit ihre Samtblusen und Spikenfragen nicht beschmutzt wur den, ehe sie zum Dessert hereinkommen durften, denn das war, wie sie mußten, das einzige, was sie heute zu essen bekamen. Das Kinderzimmer war ihnen verboten, das war vollgestapelt von Glas und Porzellan, auf Ediths Bett standen Schüsseln mit Austern, und auf dem des Knaben das Dessert, die drei großen Schokoladetorten. Wollte man davon naschen, so mußte es ganz unten vom Creme dicht am Oblatenpapier geschehen, so daß man es nicht an der Schokolade sehen konnte. Und Hermansen paßte gut auf! Ramen sie in die Küche, so bespritzte die Köchin sie mit fochender Fleischsuppe, und im Anrichtezimmer war für Hermansen, die Jungfer und die beiden Stubenmädchen mit fächerförmig gefalteten Servietten und fünf Gläfern für jeden gedeckt. Auf dem Rohlenkasten saß der Bursche des Komman deurs, der aus dem Fischerdorfe war, wo sie den Sommer zuzubringen pflegten; wenn der Vater Geschwaderchef war, forgte er dafür, daß sie fünf Wochen dort lagen. Er hieß Johansen und aß mit dem Messer. ( Fortsetzung folgt.) fegung. Plötzlich zog F. einen Trommefrevolver und und Sportnarrheiten bildet die Kleingartenwirtschaft ein Der Zusammenbruch der Stühungsaktion. feuerte einen Schuß ab, der zwar nicht traf, die Frau aber zum sehr wirksames Mittel. Schweigen brachte. Herbeieilende Polizeibeamte beschlagnahmten Aus allen diesen Gründen erklärt sich der Kleingärtnertag mit den Revolver und zwei leere Hülsen und stellten die Persönlichkeit des Schüßen fest. Straßenbahn 600 Mark. Die Deutschnationalen verlangten 800 Mark! Die Verkehrsdeputation entschloß sich gestern nach längerer Debatte, angesichts der im Juni erfolgten starken Markverschlechterung, der Lohnerhöhung um 66% Proz., einer Erhöhung des Tariss auf 600 M. zuzustimmen, um Defizitwirtschaft zu vermeiden und zu verhindern, daß später der Tarif um so schärfer angespannt werden muß. Die Deutschnationalen, deren demagogische Presse in allen Tonarten gegen den Magiftrat mettert, weil er„ Tarif wucher" betreibe, verlangten 800 m., weil sie wußten, daß das abgelehnt würde und weil sie selber sich an feiner Berantwortung be. teiligen wollen. Die Demagogie ist zu albern, als daß sie nicht jeder durchschaut. Der neue Tarif tritt am Montag, den 11. Juni, in Kraft. Es foftet dann die Einzelfahrt 600 m., der Umsteigefahrschein 900 m., für Kinder, Kriegsbeschädigte, Lehrlinge Studenten usw. 300 M., Wochenfarten 6000 m. Erhöhtes Nuhegehalt für Straßenbahner. Einem sozialdemokratischen Antrag zufolge erhalten die pensionierten Arbeiter der Straßenbahn eine einmalige Nachzahlung von 223 000 bis 288 000 m. Tom 1. Juli ab sollen die Pensionen auf 180 000, 220 000 und 280 000 M. erhöht werden. Der Altmeister der Geldschrankknacker". Zum Postraub in der Lothringer Straße. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann die auf mehrere Tage berechnete Berhandlung gegen die Posträuber aus der Lothringer Straße, die in der Nacht vom 20. März 1921 einen verwegenen Raubüberfall auf das Postamt N. 54 unternommen hatten. Die Prüfung im Reichstagsausschuß. Nachdruck für Beibehaltung des Achtstundentages; er ( Fortseßung aus der Abendausgabe.) erwartet von der Gesetzgebung, daß sie alle Bestrebungen auf Verlängerung der Arbeitszeit ablehnt. Unter Verzicht auf weitere Einzelheiten betont jedoch Genosse Der Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands umfaßt Herz, daß andere als technische Maßnahmen zur Stüßung der Mark in seinen Unterorganisationen zurzeit rund 300 000 Mitglieder. Er nicht eingeleitet worden sind, abgesehen von der Krediibeschränkung, ist eine wirkliche Einheitsorganisation aller Kleingartenbewirtschafter, der Steuern die Tendenzen verstärkt wurden, die die Gegenwelle die nur kurze Zeit gedauert hat. Ich glaube, daß durch den Abbau die das Kleingartenwesen als eine öffentliche soziale Angelegenheit gegen die Mark hervorgerufen haben, insbesondere behandeln. flüffigkeit. Eine vierjährige Zeugin. " die Geld Auf Anregung des Abg. Helfferich sollen die Fragen der Finanzpolitik in Gegenwart des Reichsfinanzministers meiter beraten werden. Ein anwesender Vertreter des Reichsfinanzministeriums erklärt noch, daß am Anfang April an die Finanzämter Weisungen zur beschleunigten Einziehung der Steuern hinausgegangen feien, die einigen Erfolg gezeitigt hätten. Während nach dem Strafrecht mancher Länder Kinder nicht als Zeugen vernommen werden können, beispielsweise dürfen nach dem schwedischen Recht Kinder unter 16 Jahren überhaupt nicht als Beugen auftreten, ist nach der deutschen Strafprozeßordnung die Altersgrenze auch nach unten hin unbeschräntt. So tam es, daß in einem Strafverfahren gegen den Lehrling M. Genosse Her verweist darauf, daß diese erhöhten Steuereingänge wegen Sittlichkeitsverbrechens vor der 3. Straffammer des Land- erst vom 20. bis 30. April verzeichnet worden sind, also erst nach gerichts I ein vierjähriges Mädchen, an dem sich der dem Zusammenbruch der Stügungsattion. Diese Angeklagte vergangen haben sollte, als 3eugin geladen worden Feststellung habe also auf seine Frage feinen Bezug. war. Bei dem Aufruf stellte sich heraus, daß das geladene Fräu- Abg. Dernburg( Dem.) bemühte sich in langem Frage- und lein A. faum drei Käse hoch war. Komischerweise war eine Antwortspiel um den Nachweis, daß der Wechselumlauf der Reichs13jährige Beugin als Frau C." geladen. Das Ge- bant verglichen mit der Borkriegszeit gar nicht groß sei. Das richt vernahm informatorisch" die vierjährige Beugin. Das spielte stimmt, wenn man eine Umrechnung in Gold vornimmt. Denn fich in der Weise ab, daß der Justizwachtmeister die kleine Beugin dann beträgt der gesamte Wechselumlauf der Reichsbank heute etwas auf den Zeugentisch stellte, und da dieser Standpunkt zu unsicher über eine Milliarde, während er vor dem Kriege achteinhalb erschien, schließlich auf einen Stuhl, der an den Richtertisch heran- Milliarden gewesen ist. Außerdem läßt sich Dr. Dernburg begeschoben wurde. Der Vorsitzende fragte nun die Beugin": Weißt stätigen, daß durch die Krediteinschränkung die Konkurrenz der du auch noch, was es gestern zu Mittag gegeben hat? Unter allge- deutschen Industrie auf dem Weltmarkt gelitten habe. Einen breiten meiner Heiterfeit verneinte die Beugin" diese Frage. Es tam Raum in den weiteren Erörterungen nimmt die übrigens noch zu feinem Urteilsspruch, da der Termin wegen FehFrage der Zentralisierung der Devisenbeschaffung Tens einer Zeugin vertagt und die neue Verhandlung nach dem ein. Staatssekretär Trendelenburg betont, daß eine Ueberwachung, alt ist, fo greift von diesem Zeitpunkt ab die neue Bestimmung Krieges bestanden hat, heute ausgefchloffen fei, da bie Da der Angeklagte noch nicht 18 Jahre wie sie die zentralisierung voraussette und wie sie während des Blaz, daß Jugendliche nicht mehr vor der Strafkammer, sondern deutsche Wirtschaft heute tausendfältig mit der Weltwirtschaft ver. nur noch vor dem Schöffengericht zur Aburteilung tommen. In- bunden fei. Alle Teile der Wirtschaft hätten jetzt ihre Dvisenkäufe folgedessen gab das Gericht die Straffache an das Schöffengericht ab. bunden sei. Alle Teile der Wirtschaft hätten jetzt ihre Dvisenkäufe zu melden; es bestünde die Möglichkeit einzuschreiten, wenn Zu Tode gemißhandelt. der Kaufmann Walter Geride aus der Borussiaſtraße in Borzenfur umgewandelt werden. Jeder einzelne müßte bei der Der Malermeister Otto Bed und mißbräuchliche Räufe festgestellt würden. Durch eine Devisen. der Kaufmann Walter Geride aus der Borussiaſtraße in zentrale würden die jetzigen Repreffiomaßnahmen in ein System der Tempelhof gerieten vor dem Wohnhause des ersteren, in Tempel- Bentrale taufen; diese wäre dann nicht in der Lage, auch nur den hof, Bergstr. 45, in einen Streit, der bald in Tatli feiten absolut legitimen Bedarf der deutschen Wirtschaft sicherzustellen. ausartete. Gerice warf Bed zu Boden und bearbeitete ihn fo Für Nachforschungen nach der Legitimität würde sie gar feine lange mit den Stiefelabjäzen, bis Bed besinnungs- Beit haben. In Deutsch- Desterreich beschäftige die DevisenIos liegen blieb. Während man Geride, festnahm, wurde Bed zentrale 750 Personen, in Deutschland müßten es mindestens nach dem Versorgungslazarett in Tempelhof geschafft, wo er aber 2000 bis 3000 fein. Zudem spiele eine große Rolle, daß bald seinen schweren Verlegungen erlag. 1. Juli stattfinden wird. Aus der Luftschaufel geschleudert. Auf dem Nummelplay in der Mainzer Straße in Neuföln stürzte der vierzehnjährige Schüler Rudolf Schmidt aus der Biebrichstr. 6 aus einer Luftschaufel und trug einen Bruch des rechten unterschenkels davon. Er wurde nach dem Urban- Krankenhaus transportiert. Die Schuld trifft den Knaben selbst, da er beim Schaufeln eine alte Unfitte übrigens gestanden hatte. Ein öffentliches Plakkonzert veranstaltet ber Männer Sonnabend, ben 9. Juni, abends von 7-8 Uhr, in der Hutten-, Ede Ufenauchor Harmonie Charlottenburg( M. d. A.-S.-B.) heute straße. Es gelangen vorwiegend Bolkslieder zum Vortrag. Der Frauenmord im Erzgebirge. Die Revision abgelehnt! etwa ein Biertel des Reichsgebiets in fremder Gewalt ift. Geheimrat Kaufmann vom Reichsbankdirektorium würde die Zentrale für einen idealen Zustand halten, aber die technischen Schwierigkeiten verhinderten das Zustandekommen. Wenn alles durch eine Stelle gehen sollte, würde ein vollständiges Chaos werden. Schon bei den bisherigen Maßnahmen habe man immer beobachtet, daß die Neigung wachse, die Geschäfte aus dem unbesetzten Gebiet in das bejezte Gebiet zu verlegen. Man müsse also von dem Idealzustand absehen und sich mit den jeht neugeschaffenen Verkehr stehe, eigne sich sehr schlecht zum Polizeiorgan; daher fet Kontrollmaßnahmen begnügen. Die Reichsbant, die mitten im es zu begrüßen, daß die Kontrolle in die Hände einer Stelle gelegt worden sei, die unabhängig fei von den laufenden Geschäften. Bantier Loeb verkennt die Vorteile einer Devisenzentrale auch nicht, hält aber die Durchführung selbst im unbesetzten Deutschland für sehr fraglich. Abg. Lange- Hegermann( 3tr.) erfundigt sich dann, unter welchen Bedingungen und Kontrollen die Kredile im befehlen Gebiet Die beiden wachthabenden Beamten waren von einer mehrere Mann starten Bande überwältigt und gefnebelt worden. Man drohte Mann starten Bande überwältigt und gefnebelt worden. Man drohte ihnen, sie auf der Stelle niederzuschießen, wenn sie einen Laut von fich gäben. Dann erbrachen die Räuber im Kassenraum die Geldschränke, aus denen sie Millionenbeträge raubten. Mit ihrer Beute flüchteten sie, mußten aber eine Geldkifte, die 344 000 m. enthielt, zurüdlassen. Diese Kiste wurde am nächsten Tage bei der Aufdeckung des Raubes wiedergefunden. Es stellte sich bald heraus, daß einer der Postbeamten, der Betriebsassistent Paul Artoch, mit den Dieben unter einer Decke steckte. Der ungetreue Beamte wurde verhaftet, und bald gelang es, zunächst zwei seiner Mit schuldigen, feinen Bruder Mar Antoch und den Kutscher Willi Stein, festzunehmen. Der Betriebsassistent entzog sich der Bestrafung durch Selbstmord, während die beiden anderen feiner zeit zu schweren Zuchthausstrafen verurteilt wurden. Die Ermittlungen hatten aber ergeben, daß an dem Raub eine Bande Don etwa 11 Personen beteiligt war. Erst nach langer Zeit fonnte der größte Teil der Beteiligten infolge von Redereien der Ehefrauen ermittelt werden. Es haben sich jetzt 14 Per sonen, davon fünf wegen schweren Raubes, die übrigen wegen Hehlerei zu verantworten. Der Hauptführer ist der Arbeiter Hugo Suder, der als der„ 21tmeister der Geldschranffnader" gilt. Die Gebrüder Suder verbüßen bereits wegen anderer Straftaten längere Zuchthausstrafen. Die Anklage richtet sich wegen schweren Raubes gegen den Arbeiter Hugo Suder, den Fräser Paul Suder, ten Arbeiter Richard Leske, den Bor dem 4. Straffenat des Reichsgerichts begann gestern die Schmidt Max Kreft, den Hundehändle: Gustav Fersch, wegen Bei- Berhandlung gegen den früheren Husarenleutnant Köhn, der vom hilfe zum Raube ist die Chefrau des bereits abgeurteilten Stein, Schwurgericht beim Landgericht 3midau zu 6% Jahren GeFrau Frieda Stein, mitangeflagt. Wegen Hehlerei haben sich fängnis wegen Tötung seiner Geliebten und An= zu verantworten: die Ehefrau des Hugo Suber, Käthe Suber, eignung ihrer Schmud fachen und Belze verurteilt wor- gegeben worden sind und was dort für eine Nachprüfung möglich der Friseur Egmond Kramer, dessen Ehefrau Marie, der den war. Den Borfiz im Senat führt Senatspräsident Stöd el. fei. Geheimrat Friedrich vom Reichsbankdirektorium gibt zu, daß bie Kredite für das Ruhrgebiet liberal gewährt worden sind; Registraturgehilfe Boßberg, dessen Ehefrau Martha, der Rechtsanwalt Dr. Alsberg begründete eingehend die Revision Gastwirt Franz Stendel und eine Frau Hedwig Roche. des Angeklagten. Er führte insbesondere aus, daß in der Mißbräuche feien möglich, aber nicht festgestellt. Auch gibt er die Zu der Berhandlung ist ein großer Zeugenapparat aufgeboten, und Berhandlung eine Urkunde unter Ausschluß der Möglichkeit zu, die der Abg. Lange- Hegermann erwähnt, daß die es wirken nicht weniger als 10 Berteidiger für die Angeflagten mit. Oeffentlichteit verlesen worden sei, obwohl die Deffentlichkeit gewährten Kredite als Martverkäufe auf den holländischen Markt Die Bernehmung bereitete dem Gericht große Schwierigkeiten. Dabei hätte wiederhergestellt werden müffen. Er rügte weiter, daß gekommen sind und so zum Sturz der Mart beigetragen haben. Die Angeklagten wollten sämtlich von der Sache nichts wissen und bei dem Lokaltermin im Erzgebirge die Zeugen uneidlich vernommen daß einer der großen rheinischen Konzerne einen Kredit von vier Genosse Hertz fragt, ob der Reichsbank tein Fall bekannt sei, erklärten, daß, wenn sie dabeigeweser wären, fie doch etwas davon worden seien und ihre Bereidigung erst einige Tage später erfolgt milliarden Mark in Anspruch genommen habe, ohne ihn für wissen müßten. Mehrere Angeflagte spielten die wilden Männer". fei. Schließlich führte er aus, daß der Wahrspruch der Geschworenen den vorgeschützten Zweck zu gebrauchen. Der Reichsfinanzminister Die Berhandlungen werden morgen fortgesetzt. widerspruchsvoll gewesen sei. Der Vertreter des Oberreichsanwalts, habe im Haushaltausschuß diesen Fall zugegeben. Der BerGeheimer Oberregierungsrat lingiporn, erklärte, daß er treter der Reichsbant erklärt, daß es sich hierbei nicht um schwere Bedenken wegen des Ausschlusses der Deffentlichkeit habe, aber nicht der Auffassung beitreten könne, einen von der Reichsbant gewährten Kredit handeln könne. Die Erörterung wendet sich dann der Frage der daß dieser Punft zur Aufhebung des Urteils führen müsse. Was die Valutafakturierung Bernehmung der Zeugen bei dem Lokaltermin angehe, so stehe er auf dem Standpunkt, daß die Zeugen nur informatorisch vernommen worden seien. Betreffs des Widerspruchs des Wahrspruches der Geschmorenen sei dieser wohl durch einen Schreibfehler zu erklären. Mechtsanwalt Dr. Alsberg trat diesen Ausführungen in längerer Rebe entgegen. Reichskleingärtnertag und Achtstundentag. Der Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands nahm auf seinem am 20. und 21. Mai stattgefundenenen Reichskleingärtnertag zur Frage des angemessenen Verhältnisses zwischen Klein. gartenwesen und Achtstundentag einstimmig folgende Entließung an: In Erwägung, an das Kleingari mesen in besonders hohem Grade geeignet ist, zur Gesundung unserer überaus franken Bolts. wirtschaft wesentlich beizutragen, ist es eine vornehme Pflicht und Aufgabe aller Boltstreife, insbesondere aller Regierungsstellen und Verwaltungsbehörden, für größtmögliche Förderung und Schuß des Der Straffenat des Reichsgerichts verwarf nach mehrstündiger Beratung die Revision. Demnach bleibt das Urteil des Schwurgerichts beim Landgericht Zwickau rechtsgültig. Groß- Berliner Parteinachrichten. bei Binekti, Brückenstr. 30. tow: Sonnabend, den 9. Juni, 7 Uhr, Bersammlung in Niederschöneweide, Kreis Weißenfee. Sonnabend, den 9. Juni, 8 Uhr, im Friedensgarten, Areis Friedrichshain. Dienstag, den 12. Juni, 7% Uhr, Beamtenverfamm. lung bei Schmidt, Fruchtstr. 36a. Tagesordnung: 1. Die Beamten und die Republik". Referent Oberpostsekretär Gronefeld. 2. Organisations. fragen. Berbeausschüsse oder Bezirksführer müssen einladen. Befreundete Beamte mitbringen. Roeldestraße, Sigung des Bildungsasusschusses. Heute, Sonnabend, den 9. Juni: t. 7½ Uhr zufammenkunft aller Mieterräte und Interessenten. Die Bezirksführer werden gebeten, einzuladen. Wichtig Sigung!( Das neue Mieterschußgefet!). 45, 46, 47. Abt.( Sozialistische Arbeiterjugend Reichenberger Biertel 7 Uhr Elternabend in der Schulaula Glogauer Str. 15. Eintritt 150 M. Morgen, Sonntag, den 10. Juni: in erfreulicher Entwicklung stehenden Kleingartenwesens wirksam Ein Muttermörder. Der 17jährige Kaufmannslehrling Hans Gorge zu tragen. Aus dieser Erwägung heraus sind Bestrebungen muschner, der am 5. Dezember 1922 die eigene, 56jährige nach einer allgemeinen Verlängerung der Arbeitszeit Mutter ermordete und beraubte, um sich für ſeinen ( und gar gleich um zwei Stunden täglich) eine große Gefahr liederlichen Lebenswandel Geld zu verschaffen, wurde von der Straffür die gesamte Kleingartenwirtschaft, der sich er- fammer zu Breslau zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. freulicherweise weite Bolfskreise, namentlich die großstädtische Arbeiterschaft, zugewandt haben. Sehr viele, vielleicht die meisten der der Kleingartenwirtschaft zugeführten Industriearbeiter würden durch eine allgemeine Verlängerung der Arbeitszeit aus 15. Kreis. Freigewerkschaftlich organisierte Angestellte des Bezirkamts Trep. ihrem Kleingarten geradezu vertrieben werden, nämlich aus Mangel an Zeit für ordentliche und gewinnbringende Bewirtschaftung ihres Gartens, in welchem sie gleichzeitig die nötige Erholung finden. 18. Die daraus fich ergebenden Folgeerscheinungen würden sich aus- 5. wirken in einer noch weiteren schweren Schädigung der allgemeinen Boltsgesundheit, namentlich bei der heranwachsenden Jugend, ferner durch eine fühlbare Berringerung unserer selbsterzeugten pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel. Die in der Kleingartenwirtschaft, verbunden mit Kleintierzucht, erzeugten Mengen von Nahrungsmittel sind ganz er- 39. heblich und fallen bei der heute unzulänglichen Nahrungmittelverfor gung unseres Volkes sehr beachtlich und wünschenswert ins Gewicht. 44, Die darüber veranstalteten örtlichen Statistiken haben überaus günftige Ergebnisse offenbart. Diese zahlenmäßig nachgewiesenen günstigen Ergebnisse haben insofern noch eine besondere volkswirt- 84. Abt. Sanfmis. Die Genoffen beteiligen sich mit ihren Familien an dem fchaftliche Bedeutung, als die Erträge der KleingartenWaldfest der Arbeiterjugend an der Machnower Schleuse. Beginn 2½ Uhr. wirtschaft vielfach von Brachland stammen, das in der Borkriegszeit oft zu Hunderten von Heftaren im Bereich der GroßSterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation städte nutzlos dalag. Das reiche Deutschland der Borkriegszeit konnte 18. Abt. Unser treues Mitglied Ernst Lange, Bornemannstr. 3, zurzeit fich folche Bodenverschwendung allenfalls leisten, heute gilt es, jedes, AEG., Giedlung Seiligensee, ist verstorben. Die Einäfcherung findet heute, auch das kleinste Stückchen deutschen Bodens der Nahrungsmittel Sonnabend, nachmittag 4 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. gewinnung zu erschließen und zu trachten, daraus den höchsten Nuzen zu erzielen. Hier hat die Kleingartenwirtschaft, verbunden mit Kleintierzucht, überaus erfolgreich gearbeitet und die Freizeit des Arbeiters in gesundheitlicher wie wirtschaftlicher Beziehung überaus günstig beeinflußt. Jede Einschränkung der Kleingartenwirt schaft bedeutet schwere, ja unausgleichbare Berlufte an Boltswerten, die am wenigsten durch eine längere Arbeitszeit im Betriebe aus. geglichen werden können. Für die weitere Entwicklung der Kleingartenwirtschaft ist die a chtstündige Arbeitszeit geradezu eine der wichtigsten Voraussetzungen. Den materiellen Werten sind Caputh. Treffpunkt Sonnabend 6 Uhr Bahnhof Börse. Rosenthaler Vorstadt: So., 9. u. Gtg., 10., Wanderung nach PotsdamStegli 1: Go., 9., die ideellen zuzurechnen. Im Kampfe gegen die Tuber Nachtfahrt Strausberg- Thlandfee- Tiefensee. Treffpunkt 8 Uhr abends Bahn tuloje, den übermäßigen Ifoholgenuß, das hof Güdende. Nachzügler Sonntag 7 Uhr Bahnhof Südende. So., 9., Nachtfahrt Belzig- Wiesenburg- Rabenstein. Treffpunkt 8 Uhr BahnStegli Wirtshausleben, gegen Berwilderung der Jugend hof Steglis. Jugendveranstaltungen. Südost( Reichenberger Viertel): Heute, Sonnabend, den 9. Juni, abends 7 Uhr, Elternabend in der Schulaula Glogauer Str. 15. Ein. tritt 150 M. zu, wie sie in den beiden Devisenverordnungen vorgesehen ist. Dabei unterstreicht der Vorsitzende Lange- Hegermann, daß durch diese Bestimmung der Devisenverordnung den Importeuren und dem Großhandel jedes Risiko des Markverfalls abgenommen worden sei. Das ganze Risiko werde dem Detaillisten aufgebürdet, der nicht in Baluta fafturieren dürfe, sondern durch die Wuchergesetzgebung gehemmt werde. Auf der anderen Seite steht der Detaillist unter dem Druck der Konsumenten. Die Abg. Dernburg ( Dem.) und Dauch( D. Bp.) verfechten den Schuß des Großhandels und bezeichnen es als Fehler, daß die Wuchergesetzgebung den Detaillisten hindere, sich der Geldentwertung anzupassen. Mit Recht ruft ihnen Genosse Hertz zu:„ Dann soll also der Konsument die Geldentwertung allein tragen!" Auf eine weitere Anfrage Lange- Hegermanns gibt Bantier Loeb vom Banthaus Mendels sohn u. Co. eine Darstellung der Zusammenarbeit der Reichsbanffirma Mendelssohn und Amsterdam für die Reichsbank nach deren Anweisung Mart zur Durchführung der Stüßungsaktion. Sein Haus habe in Berlin gekauft und Devisen verkauft, weil die Reichsbank felbst den weitverzweigten Devisenhandelsapparat nicht befigt. Als Ende März der Andrang zum Devisenmarkt größer geworden sei und Summen verlangt wurden, die in die hunderttausend Pfund gingen, habe die Firma selbst der Reichsbank den Bersuch angeraten, eine Zeitlang in Berlin und der Provinz nicht mehr durch das Bankhaus Mendelssohn intervenieren zu lassen, sondern die Firmen zu zwingen, unmittelbar als Käufer bei der Reichsbank aufzutreten. Denn die Mehrzahl der Firmen hätte Wert darauf gelegt, Dom Bankgeheimnis geschüht, nicht genannt zu werden. Aus bank vom 2. März ab in Berlin bir ett interveniert. Diese Interdiesem Grunde und auf eigenen Wunsch der Firma habe die Reichsvention der Reichsbant habe sich nicht mehr den ganzen Tag hindurch abgespielt, sondern nur zum amtlichen Kurs. Der Kontakt Reichsbank Firma Mendelssohn sei jedoch nicht unterbrochen worden, sondern habe die ganze Zeit hindurch bestanden. Die Gerüchte am 18. April über den Zusammenbruch der Stüßungsaktion seien veranlaßt worden durch die Tatsache, daß die Reichsbank nicht mehr in der Lage mar, durch das Banthaus Mendelssohn jeden Betrag von Mark zu kaufen oder jede Summe an Devisen abzugeben. Auf einen Einwand des Genossen Hertz, der einen Widerspruch zu erblicken glaubt in diefer Darstellung des Bartiers Loeb mit der Darstellung der geschlossenen Sigung, erklärt Geheimrat Kaufmann, daß sich in dem Berhältnis zwischen Reichsbank zum Banthaus Mendelssohn in der langen Zeit der Stühungsaktion nichts geändert habe. Lediglich das Programm habe sich geändert; so bestünde die Zusammenarbeit auch jeht, nur in kleineren Umfange. Mit dieser Vernehmung der beteiligten Sachverständigen ver. tagte der Ausschuß vorläufig feine öffentlichen Sizungen. Zunächst werden einige geschlossene Sigungen folgen; später will der Ausschuß noch eine Reihe unbeteiligter Sachverständiger hören. Der«Zugend-Dorwärks" ist ein Diskusfionsorgan der Arbeiker-Iugend und der Iungsozialisten. Es können hier gelegentlich auch Meinungen zum Ausdruck kommen, die dem Skandpunkl der Partei nicht vollkommen entsprechen. Die Redaktion trögt daher für den Inhalt dieser Beilage nur die prcfjgesetzliche Verantwortung. Redaktion des«Vorwärts-. Ueber alles öle Einheit öer Bewegung. Zur Generalversammlung der Sozialistischen Arbeiterjugend. Von A. Kurland. Die Arbeiterjugenbewegung i st eine politische Kampfbewegung. Die sozialistische Arbeiterjugend ist nicht politisch tätig, sie unter- nimmt und leitet keine politischen Aktionen, aber indem sie um die Seele der arbeitenden Jugend kämpft und die von ihr organisatorisch erfaßte Jugend politisch und kulturell im sozialistischen Sinne erzieht, leistet sie ein Stück des allgemeinen, seinem Wesen nach politischen Befreiungskampfes der Arbeiterklasse, ist sie ein uner- setzlicher Bestandteil des proletarischen Klassen- kampfes. In dieser Begrenzung der Aufgaben und in dieser Wertung der politischen Bedeutung der Arbeiterjugendbewegung sind wir uns im Grunde gcmvmmen alle' einig. Der Kampf um das Problem„Kampf- oder Erziehungsbewegung- ist somit nichts als ein Streit um Worte. Was bleibt aber dann übrig von dem berüchtigten Gegensatz zwischen„der alten AI." und der„alten SPJ."? Grundsätzlich gar nichts. sAngelichts der vollen Uebereinstimmung in der sozialen Bedingtheit der beiden Bewegungen wäre es auch für Marxisten, die wir uns zu sein rühmen, eine Lächerlichkeit, einen g r ü n d- s ä tz l i ch e n Gegensatz zwischen den beiden Richtungen konstruieren zu wollen. Wäre ein solcher vorhanden gewesen, so wäre die Eini- gung überhaupt nicht zustande gekommen.) Und dennoch ist ein Gegensatz tatsächlich da, und sprachen Teilnehmer unserer Görlitzer Reichskonferenz von zwei innerlich geschiedenen Fraktionen, die auch die Konferenz nicht aus der Welt geschafft hätte. Sind wir uns über das Wesen unserer Bewegung als Teil der gesamten Klassenkampfbewegung des Proletariats im klaren, so dürfen wir. auch nicht vergessen, daß in diesem Fall die Ein- heit der Bewegung über alles geht, da wir sonst in Widerspruch mit dem Wesen des proletarischen Klassenkampfes selbst geraten würden, der geschichtlich gesehen einheitlich ist und nur als Einheit möglich erscheint. Fraktionsbildung innerlialb der Organisation ist daher nur mit bestimmter Zwecksctzung zulässig und darf nicht zur Entstehung dauerhafter, irgendwie„prinzipiell" verankerter Gebilde führen, denn in diesem Stadium muß sie die Gesamtbewegung schädigen. In diesem Sinne war die Aufrechterhaltung des SPJ.-Organi- fationsapparates, wie sie— wenn auch nicht offiziell— so doch praktisch zum Teil auch heute»och besteht, innerhalb der geeinten Organisation insofern berechtigt, als sie ein« nachträgliche Modifi- zierung der Einigungsbcdingungen als praktisches Ziel im Auge hatte. Nachdem hier indes bereits in den ersten Wochen alles ver- säumt wurde, was versäumt werden konnte, und nun auch die allein maßgebende Reichskonferenz der SAJ. den bestehenden Zu- stand sankrianiert hat. hat die Spaltung unserer Organisation in Wirklichkeit jeglichen Sinn verloren. Was manche von uns noch trennt, sind entweder sachliche Meinungsverschiedenheiten aus der praktischen Arbeit oder persönliche Zwistigkeiten, letztere praktisch in erster Linie Beides kein Grund zur Spaltung der Organisation. Unter diesen Umständen hatte die am 3. Juni tagende General- Versammlung der SAJ. Groß-Berlin eine doppelte Aufgabe. Erstens mußte sie den Kampf der Fraktion«»— und sei es auch mit den größWM Opfern— aus der Welt schaffen. Und da der Fraktions- kämpf praktisch zu einem Cliquenkampf geworden ist, hätten zu allererst die„Cliquen" beseitigt werden müssen. D. h. die „Fraktionsführer" auf beiden Seiten mußten für eine Zeitlang ver- schwinden,— bis auch sie eingesehen hätten, daß objektiv« Gründe für«inen erbitterten Kampf innerhalb der Organisation nicht vor- Händen sind. Auf der anderen Seite hatte die Generalversammlung die Pflickt, sich mit allen tatsächlich vorhandenen, aus der alltäglich«» Arbeit sich ergebenden Meinungsverschiedenheiten nicht im Geist» des üblichen Fraktionsgezänks, sondern sachlich auseinanderzu- ietzen. Wäre das unmöglich gewesen, so war doch wenigstens die Möglichkeit vorhanden, einer unsachlichen Behandlung der ganzen Materie, die sich j» im wesentlichen um Statutenänderungen drehte, aus dem Wege zu"gehen durch Ueberweisung dieses ganzen Fragen- komplexes an eine paritätisch oder irgendwie neutral zusammen- gesetzte Kommission, die dann das vorhandene Material durch- aaarbeitst und ihre Statutenänderungsoorschläg« den Abteilungen zur Diskussion und der nächsten Generaloersammlung zur Beschluß- fassung unterbreitet Härte. Bis dahin wären hoffentlich alle Wunden vernarbt und eine sachlich« Auseinandersetzung möglich geworden. Die Generalversammlung ist diesen Weg nicht gegangen. Sie hat von einer allgemeinen Revision der Statuten abgesehen und die einzelnen Abänderungsanträge dem Bezirksvorstand überwiesen. Sie hat den Bezirksvorstand ausschließlich mit Vertretern der Mehr- heit besetzt svon belanglosen Ausnahmen abgesehen), somit eine über ein Drittel der Gesamtorganisation zählende Opposition von jeglichem Einfluß auf den Bezirksvorstand ausgeschaltet. Eine solche Zu- sammensetzung des Bezirksvorstandes mag im Interesse einer ein- heitlichen und geschlossenen Arbeit derselben begrüßenswert erscheinen, im chinblick auf die Verhältnisse innerhalb der Organisation bedeutet sie einen Schritt zur organisatorischen Spaltung. Man wird erleben können, daß weniger disziplinierte Abteilungen selbst die laufenden geschäftlichen Angelegenheiten mit„diesem" Bezirksvorstand nicht werden erledigen wollen, daß andere wieder in irgendwelchen organisatorischen Konflikten sich der Autorität„dieses" Vorstandes nicht fügen werden, daß mit einem Wort die Spaltung organisatorische »nd deshalb die Einheit der Organisation auf» äußerste gefährdende Formen annimmt. Alles, was dazu führen könnte, was geeignet wäre, die Unsicher- heit innerhalb der Organisation weiter zu verschärfen, wird die Opposition zu oermeiden suchen. Denn über den Kampf, den sie führt, geht ibr. die Einheit der Bewegung. Aber gerade das Interesse der Bewegung und ihrer Einheit verlangt, daß die vor- handenen Gegensätze nicht vertuscht, sondern sachlich ausgekämpft werden. Diese Gegensätze beruhen formal auf der Reformbedürftig- keit des Berliner Ortsstatuts. Was aber inhaltlich in dem Statuten- vroblem steckt, ist etwas Tieferes, Grundsätzlicheres. Letzten Ende» ist das die Frage, ob Bureaukratiamus oder Demokratie im Auf- bau und in der Arbeit der Organisation. Der Kamvf der Organisation im Kampf gegen bureaukratischen Geist, für Demokratisierung des Orgamsationsapparaies und der Arbeitsmethoden der sozialistischen Arbeitersugend. Ihre Waffen in diesem Kampfe sind Vertiefung de» sozialistischen Bewußtseins der arbeitenden Jugend und ihre Erziehung zum Verständnis der Erfordernisse des proletarischen Klassenkampfes, dessen Bestandteil der Kampf der sozialistischen Arbeiterjugend biü>et. Nummer 4/ SonnabenS, Sen 9. Juni 1923 ...................... III............■Hill................... III.......... MI IIB II Wichtige /trbeit! Von Ludwig Diederich. Durch die Reichskonferenz der sozialistischen Arbester- jugend am 12 und 13. Mai in Görlitz wurden unserem Verbände Notwendigkeiten für unsere fernere Arbeit aufgezeigt. Auch die Ber- liner Jugendorganisation wird jetzt daran gehen müssen, die Er- gebnisse dieser Konferenz auszuwerten und Wirklichkeit werden zu lassen. Die Referate über„Soziali st ische Erziehungs- arbeit", über die„Arbeiterjugend im Wirtschaft- lichen und politischen Leben" und die Aussprache über unser Verhältnis zu den Jungsozialisten machten den Inhalt der Görlitzer Tagung aus. Wir stehen mitten im politischen Leben. Die Wogen einer auf- geregten Zeit branden an uns vorüber. Wir sollen mit zunehmen- dem Alter an den Geschicken und dem Befreiungskämpfe unserer Klaffen als denkende Menschen teilnehmen. Darüber hinaus haben wir noch im Gegensatz zu früheren Zeiten staatsbürgerliche Auf- gaben zu erfüllen. Das wird schwer sein. Sind doch die meisten von uns mit einem Schulwissen ausgerüstet, welches gerade zum Brot- erwerb ausreicht. Hier muß unsere Bewegung helfend und fördernd eingreifen. Es gilt, der Arbeiterbewegung sozialistisch geschulte Menschen zuzuführen, mit denen sie ihre Kämpfe führen kann. Die Arbeiterjugend muß in unseren Reihen mit der sozialistischen Ge- dankenweit vertraut gemacht werden. Wir müffen uns zum selb- ständigen Denken erziehen. Es kann oft beobachtet werden, daß die meisten vor einem festen Urteil zurückschrecken. Das ist nur darauf zurückzuführen, daß die Gewohnheit, nach den Entftehungsursachen eines Vorkommnisses zu forschen, fehlt. Die Erziehung zum Ge- meinschaftsgeist, zum Opfersinn ist höchst« ethische Forderung. Ebenso müssen Wahrheit und Gerechtigkeit einen guten Klang in unseren Reihen haben. Wir müffen nicht nur imstande sein, uns frei und ehrlich q egenübertreten zu können, sondern auch dem Gegner. Dann wird nicht ausbleiben, daß auch die Politik als ehrliches und auf- richttges Ringen um eine reine, bessere Menschheitsgemeinde be. trachtet wird. Wir betonen unser« kulturelle Einstellung. Wir wollen mit Fleiß und Ausdauer an der Verwirklichung unserer Ideen arbeiten. Wir sind uns aber vollkommen bewußt, daß das wirtschaftliche Lebe» der wichtigste Faktor in unseren Kämpfen ist und bleibt. Di« wirtschaftlichen Zustände beeinflussen entscheidend politisches Denken und Handeln. Und so ist es nur selbstverständlich, wenn wir vor ollem auch ein« großzügige und angespannt« wirtschaftliche Aufklärung -innerhalb des Jungproletariats betreiben. Denn diese Erziehung bedeutet den Unterboden unserer weiteren Arbeit. Die Gewerk- schaften und die Partei sind im Besitze der Mittel zum Kampfe um unsere wirtschaftlichen Interessen. Als Gegenleistung dafür stärken wir diesen Organisationen den Rücken, Indem wir in unseren Reihen neue Kämpfer mit der Erkenntnis wirtschaftlicher und politischer Dinge ausrüsten. Das ist in großen Zügen der Inhalt der beiden wichtigen Referat«. Es ist bekannt, daß auf jeder Rcichskonferenz bisher die Frage der Altersgrenze zcck Verhandlung stand. Wichtiger als diese ist diesmal die Aussprache über eine engere Verknüpfung von Jung» sozialisten und sozialistischer Arbeiterjugend gewesen. Wenn nicht weiterhin viel Kraft und Arbeit verlorengehen soll, so ist es not» wendig, daß ein festes Verhältnis zwischen beiden Organisationen geschaffen wird. Die vielfache Abneigung, welche heute noch gegen die Jungsozialisten bei der Arbeiterjugend besteht, muß schwinden und ein enges Vertrauensverhältnis an ihre Stelle treten. Das liegt durchaus im Bereiche der Möglichkeit, wenn die Junasozialisten imstande sind, sich auf die Bedürfnisse und Wünsche der Arbeiterjugend einzustellen, und andererseits die sozialistische Arbeiterjugend nichts unversucht läßt, um alle Juqendgenossen, welche unserer Organl- sation entwachsen sind, den Reihen der Jungsoziolisten zuzuführen. Es muß nun gelingen, die Forderungen der Reichs konfcrenz unseren großstädtischen Verhältnissen anzupassen. Klar und schlicht müssen wir unserem kulturellen und wirtschaftlichen Wollen Ausdruck verleihen. Schwere Gewitterwolken ziehen am politischen Horizont von neuem auf. Schon flackert an manchen Orten das Feuer der Verzweiflung auf. Hunger treibt die Menschen zur Gewalt. Da dürfen wir nicht tatenlos zusehen. Helfen wir unseren Brüdern und Schwestern, indem wir eisenharten Willen bekunden, uns die Mittel anzueignen, die es uns möglich machen, im gegebenen Augen- blick in die Phalanx unserer kämpfenden Arbeitsbrüder einzutreten. wistensthast oder Utopie! Von einem sozialistischen Studenten. In seinem Arttkel„Der sozialistische Student und die Partei" sRr. 3 des Jugend-Dorwärts) sprach Genosse Stammer davon, daß die Partei„kLin positives Verhältnis zum Staate" habe, wobei er die Arbeit aus der Herausbildung dieses positiven Perhältnisios mit zu den Aufgaben der sozialistischen Studenten zählte Hierin liegt ober eine tiefe Verkennung des Wesens dessen, was man vom sozialistischen Studenten im Interesse der Bewegung ver- langen kann, und was somit auch die Grundlage für das Wirken der sozialistischen Studenten innerhalb der Partei abgeben würde. Von einem Sozialisten, der die Gelegenheit zum Studium k>at. muß»nd wird verlangt werden, daß er auch an seine Arbeit in der Partei mit wissenschaftlichen Kriterien herantritt, daß er in die Partei den Geist der Wisienschaftlichkeit. d. h. den Geist der vor- urteilsfreien Forschung und Kritik trägt. Daraus erwächst ihm die Aufgabe einer krittschen Revision aller hergebrach- ten Dogmen und Doktrinen, aber auch die Pflicht, sich des Herein- bringens neuerGlaubensdogmen und unwifsenschaft- licher Kategorien in die Bewegung unter allen Umständen zu enthalten. Der„Geist der Problematik", von dem Genosse Stammer spricht, scheint uns mit dem Geiste wissenschaftlicher Kritik keineswegs identisch zu sein, in sich vielmehr die Gefahr der Konstruierung von allen möglichen„positiven Verhältnissen" zu bergen. Und das ist es, wogegen wir uns mit aller Entschiedenheit wenden müssen. Ist die Vertiefung des wissenschaftlichen Sozialismus Aufgabe eines jeden Sozialisten, der sich mit der sozialistischen Theorie be- faßt(um wieviel mehr also jener, die sich speziell wissenschaftlicher Arbeit zu widmen in der Lage sind), so bedeutet sie trittfche Auseinandersetzung mit sämtlichen„positiven Verhältnissen" der Wissen- schaft und des praktischen Lebens, nicht aber Vermehrung des Ozeans „possttver" Glaubensbekenntnisse um etliche neue. Es ist ein nicht entschieden genug zu bekämpfendes Gebrechen der sozialistischen Beweguna nach dem Kriege— hervorgerufen durch dessen psychologische Nächwirkungen sowie durch die allge- meine Enttäuschung großer Massen des Proletariats infolg« des Scheiterns der Revolution und der sich immer verschärfenden wirt- schaftlichen Krise—, daß sie jegliche kritische Auseinandersetzung mit ihren taktischen und politischen Methoden ängstlich meidet, daß sie krampfhaft sucht, sich im allgemeinen Hin und Her der Ent- Wicklung wenigstens an etwas unwandelbar.Positives" zu tlam- mern,— fei es die„f e st g e f ü g t e Form der Parteiorganisation" oder die„bewährten Arbeitsmethoden", fei es„Bejahung des Staates" oder„Stabilisierung der Mark"«.. Wie es anderseits typisch für alles Suchen, für alle Erneuerungs- und Reformversuche im geistigen Leben des Sozialismus(so vor allem in der Jugendbewegung) geworden ist, nicht vorwärts zu gehen auf dem Wege des kritischen Säzafsens neuer Kulturwcrte, sondern sich in mystischem Rausch in längst überholte Methoden des„freu- digen Erleben s", der kritiklosen„Bejahung" und der „positiven Verhältnisse" zurückzuversetzen, ob nun deren Gegen- stand„Gemeinschaftsethik" oder„Staat",«Weltrevolution"' oder „Republik"...(Schließlich ist ja auch die kommunistische Bewe- gung nur eine besondere Erscheinungsform dieser, ich möchte sagen, utopisch-sozialisttschen Einstellung.) Hier Wandel zu schaffen, sollte die vornehmste Aufgabe der jungen Generation sein, des zukünftige» Trägers der Bewegung, und in erster Linie ihrer wissenschaftlichen 5iilsstruppen. der sozia- listtschen Studenten(soweit sie natürlich als solche anzusehen sind). /�rbeiterjugenö unö Literatur. Von G. L ö g g o w- Kaulsdorf. Die Arbeiterjugend ist eine Kulturbewegmig. Mit größtem Interesse verfolgt sie alle Vorgänge auf kulturellem Gebiete-, sie will, daß die Kulturgüter allen Menschen zugänglich gemacht werden. Sie bekämpft aber auch mit großem Nachdruck allen Schmutz und Schund, der sich in Kunst und Literatur breit macht und das gesund« Empfinden der Jugend zu vernichten droht. Die Jugend bedarf einer Literatur, die von der der Erwachsenen ganz verschieden ist. Breite, epische Erzählweis« widerspricht dem Wesen der Jugend. Tatenfroh und lebensfreudig muß die Lite- ratur der Jugend sein, wie es ja die Jugend jelbst ist. Dieses ganz gesunde Empfinden der Jugend macht sich die Schundliteratur zu- nutze, die ja dem Leser eine Sensation nach der andern bietet. Um der Schundliteratur entgegenzuwirken, besitzen fast alle Abteilungen unserer Bewegung eine eigene Bibliothek, wo der Jugend gute, gediegene Schriften in die Hand gegeben werden, die speziell für die Jugend bestimmt sind. Bei der Zusammenstellung von der- artigen Bibliotheken muß besonderer Wert darauf gelegt werden, daß das Unterhaltungsbedürsnis der Jugend nicht zu kurz kommt. Sag« man mir nicht, daß es solche Bücher nicht gebe! Unsere deutscke Literatur bietet sür jede Altersstufe, für jeden Ge- schmack gut« Werte. Die Arbeiterjugend soll sich aber auch mit allen Wissens- gebieten vertraut machen. Populär-wissenschafttiche Werke sollten in keiner Bibliothek fehlen Besondere Beachtung muß auch dem Iugendbiblio- thekar gewürdigt werden Di« Jugend betrachtet ihn gewöhnlich als unrichtig. Und doch ist die Bibliothekarsrage eine Frag« von großer Bedeutung, hängt doch hiervon zu einem großen Teil« die k ü rzst l e r i s ch e Erziehung der Jugend ab. Der Bibliothekar muß selbst gut belesen sein, er muß das Bedürfnis der Leser, ihr« geistig« Einstellung usw. gut kennen, um ihnen geeignete Bücher in die Hand geben zu können. Und das Ist gerade bei der Jugend ein« schwere Aufgab«, der nicht jeder gewachsen ist! Run zum Schluß noch einige Worte über die Bücher des Arbeiterjugend-Verlagts. Sie sollen die Jugend ein- führen in verschiedene kulturelle und wirtschaftliche Fragen, die für die Jugend von Bedeutung sind. Und durch ihr« inner« Ausgestaltung— kürzere Darstellungen, Gedicht« und Skizzen wechseln miteinander ab—, werden dies« Bücher zu Jugendbüchern im wahrsten Sinne des Wortes. Trotz der Vielgestaltigkeit sind sie innerlich geschlossen und bieten auch dem Erwachsenen einen reichen Wissensstoff.__ Kommunismus in Rbeinsberg. Von W. Spengler. Ein Pfingsterlebnis noch. Ich hotte mir vorgenommen, nicht weiter darüber zu spretHen, ich wollte es als gelungenen Witz be- trachten und deri Mantel usw. Di« Dinge nehmen aber jetzt ein« Wendung, daß es vielleicht nicht gut ist zu verschweigen, was klärend, was beleuchtend wirken kann Erster Pfingstseiertag. Sonn« über der Welt, Sonn« über Rheinsberg. Wir sahen im Kronprinzen und tranken unseren Morgenkaffee. Plötzlich—— Klompfenklang— Liedersana: ..Brechet das Joch der Tyrannen, das uns' solange gequält. Schwenket die blutroten Fahnen über der Arbeiterwelt!"—— Ra nu, denke ich, na nu, Revolution in Rheinsbcrg? Sowas ist zumindest stillos! Und dann kommt es um die Eck«. Jugend mit blutroten Fahnen. Und auf den blutroten Fahnen ist Sichel und Hammer. Das Kennzeichen der russischen Fahne. Das Kennzeichen des Kommunismus. Sie kommen die Hauptstraße herab, am Denkmal des Krön- Prinzen vorbei. Sie kommen im strammen Schritt und Tritt, ein- geteilt in Gruppenkolonnen. Ab und zu ein Ruf:„Abstand halten!" Markt. Kommando. In Rheinsberg ist kommunisti- scher Iugendtag. Die Musik spielt ein russische» Lied. Dann geht der Sprechchor los. Viel guter Wille. Im übrigen gelingt es arg daneben. Der Sprechchor spricht Oskar Koftehl.„Das Korn soll verfaulen, wenn es uns nicht nährt, die Schornsteine——", na man weiß schon. Zuletzt:„Heraus aus den Betrieben!"„Auf die Straße!"„Heraus aus den Bettieben!" Na nu, denke ich, na nu? Oskar Kanehl? War der Anno damals, beim Schauspielerstreik nicht Streikbrecher? Mußt« man ihn nicht an den Haaren von Rotters Bühnen zerren? Daß Herr Kanehl an seinen Bühnen bestrebt ist.„saftigen Braten" sür den Bourgeois herzustellen, sei ihm an dieser Stelle verziehen. Heber- baupt: das Ganze war eben ein Regiefehler. Von Herrn Kanehl? Vom kommunistischen Iugendtag? Wir wollen uns dabei nicht aufhalten-- es naht die Festrede. „Nicht zu Spiel und Tanz wie die anderen"— er meint die soziasistische Jugend—,„sondern zum Kampf sind wir hierher- gekommen." Kampf gegen dl« Faschisten, Kampf gegen die Hoch- zeit der Internationalen in Hamburg und überhaupt und so.„Herr Severing hat unsere Hundertschaften oerboten. Wir werden weiter rüsten, wir lassen uns nicht oerbieten!" Cr sagt da, mit dem Brust- ton der Cnttüstung. Schließlich bekommen die Faschisten ihr besonderes Kapitel. Diel Unsinn, viel Vermuhmgen, einig« bittere latsachcn. Aber nun: Die Faschisten wären längst verschwunden, wenn sie nicht vom jüdischen Kapital finanziert würden!—— Da haben wir's. Die Juden sind esj Di« Juden! Schluß. Die Internationale. Abmarsch. Kommando:„In Gruppenkolonnen-- rechts schwenkt!" Rufe:„Abstand hästen!" -- Das Ganze halt!-- Der Kronprinz vorm Schloßpark zu Rheinsberg lächelt. Aus der Partei. Die deutschösterreichische Sozialdemokratie erzielt in lezter Beit einen Gemeindewahlerfolg nach dem andern, wie in Innsbrud hat sie auch in mehreren anderen Orten die Mehrheit erobert. Die Parfeizersplifferung in der Tschechoslowakei hat eine Vergrößerung erfahren: Slowakische Arbeiter, die mit der Politit Der offiziellen tschechoslowakischen Sozialdemokratie unzufrieden sind, haben, laut Preßburger Wolfsrecht", eine neue Partei gegründet. Icute. Arbeitersport. ronnen, finden diefelben am Donnerstag, den 5. Juft, um 6 Uhr, auf dem| Budesmitglieder. Der Bettstreif Findel in Charlottenburger Boltsparken, Sportplag Sippodrom, Tiergarten, statt. Tegeler Weg 78, ftatt. Startgeld beträgt 1000 m., Nachmeldung doppelt. Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. Die Meldungen zur Teilnahme Meldeschluß am 7. Juli 1923 bei Kollegen Paul Dadet, Charlottenburg, Nicam Schweizer Arbeiter- Turn- und Sportfest vom 4.- 6. Auguft 1923 müssen burſtr. 35. Zur Verteilung gelangen Ehrenpreise und künstlerische Diplome. bei Roch, Geschäftsstelle, bis 14. Juni eingereicht sein. Schwimmverein ,, Borwärts", Gruppe Lichtenberg. Gruppenversammlung 6. Donnerstags und Freitags im Geebad, Hauptfit, 6; Damenabteilung außer Vorträge, Vereine und Versammlungen. dem Freitags 6-8 Uhr im Stadtbad Friedrichshain, An der Schillingsbrücke. gliedsbudyes 750 M. Mitglieder zahlen im Stadtbad vom 6½ Uhr gegen Borzeigung des MitBereinigung der Freunde von Religion und Böllerfrieden. Genosse Pfarrer Bleier spricht Gonntag, den 10. Juni, vormittags 10 Uhr, in der TrinitatisKirche, Charlottenburg, Karl- August- Plaz( mit Untergrundbahn bis Bismarckstraße), über Individualismus und Sozialismus". 11. Juni, abends 28 Uhr, Mitgliederversammlung bei Sachse, Lindower Str. 26. Gemeinschaft proletarischer Freibenker, Gruppe Wedding. Montag, den Referat des Genossen Dageförde: Simmelstunde in einer Stunde". Briefkasten der Redaktion. Arbeiter Radfahrer- Bund ,, Solidarität", Berlin. Fahrten für Sonntag, den 10. Juni. 1. Abt.: Rauensche Berge 5 Uhr früh, Rahnsdorf 1 Uhr. Starts Billowstr. 58. 3. abt.: Streifzüge durch den Grunewald, Endziel Freund, Bichelswerder. Start 8 und 1 Uhr Laufizer Plaz; nach Münchchofe frith 6 Uhr. 5. Abt: Rauensche Berge 4 Uhr früh, Müggelhort 12 Uhr. Starts Landsberger Blaz. Jedermann willkommen. 6. Abt Zühlsdorf 6 Uhr, Summt 12 Uhr. Start KopenDie Schüler, Jugend. und Männer- Abt. des Sport- Clubs Zurich 02 übt hagener Str. 26. 8. Abt.: Krampnißfee 5 Uhr frith Ariminiusplatz, 12 Uhr jest Dienstags und Freitags in der Turnhalle Wrangelstr. 128. Der Verein Waldstr. 8. 9. Abt. 9.: 5% Uhr Budow, Märkische Schweiz, Sonntag Etienikbetreibt Ringen, Heben, Boren und Jui- Jitsu unter Leitung erfahrener Sports- fcc 6 und 12 Uhr. Starts Schulftr. 114. 10. Abt.: Wandligsee 5 Uhr, GorinNächste Monatssigung Montag, den 11. d. M., abends 8 Uhr, im fee, Gonntag 6 Uhr Liepnissee. Starts Utrechter Str. 9. fee 12 Uhr. Starts Comeniusplag. 11. Abt.: 9.: 5 Uhr nach dem WerbellinLokal Hellmuth, Görlizer Str. 58. Jntereffenten sind eingeladen. Jugendabteilung: D. R. 22. Maßgebend ist die Gagung der Innungskrantentaffe.§ 182 NO. Wartische Leichtathletik- Bereinigung. Sonnabend, den 9. Juni, 5 Uhr, föln: Crossinsee. Start 5 und 7 Uhr Herzbergplak. Ortsgruppe Mariendorf: Krankheit an; fie umfaßt ärztliche Behandlung und Versorgung mit Arznei, 9.: 6 Uhr abends Dolgensee( Storkom). Start Schelf. Tor. Ortsgruppe Neulautet: ,, Als Krankenhilfe wird gewährt 1. Krantenpflege von Beginn der Sportlehrstunde auf dem Fichte- Sportplak, Baumschulenwcg; anschließend cr Badetour Möllener See. weiterte Sportausschußfizung, daran nehmen teil sämtliche Sportmatte und Start 6 Uhr. Ortsgruppe Lichtenberg: Stolzensowie Brillen, Bruchbändern fleineren Heilmitteln, und Borsigende der Abteilungen und Vereine, die der Märkischen Leichtathletikhagener See. Start 6 Uhr Jungstr. 10. Ortsgruppe Charlottenburg: Falten. 2. Krankengeld in Höhe des halben Grundlohnes für jeden Arbeitstag, wenn Bereinigung gemeldet sind, außerdem haben fämtliche Kampfrichter zwecks hagener See. Starts 8 und 1 Uhr Galvaniſtr. 13. Ortsgruppe Pankow: Prüfung um 5 Uhr zu erscheinen. Die Bezirkssportwarte sind besonders einBezirksbartellfest. Start 12 Uhr Mühlenstr. 12. Ortsgruppe Bilmersdorf: die Krankheit den Versicherten arbeitsunfähig macht; es wird vom vierten geladen. Boltersdorf- Rüdersdorf. Sportausschusses um 7 Uhr auf den Fichte- Sportplay, Baumschulenweg, ftait. Ferner finden sämtliche Gizungen des erweiterten und engeren Münchehofe bei Wendisch- Buchholz bitte am Sonntag zu unterstügen. Drts. Tages ihres Eintritts an gewährt."- M. G. 22. 1. Nein. 2. Auf Grund des Start 5 Uhr Denkmal Wilhelmsaue. Ortsgruppe Krankheitstag an, wenn aber die Arbeitsunfähigkeit erst später eintritt, vom Die Meldegebühr zur Märkischen Leichtathletik- Bereinigung beträgt ab 1. Juni gruppe Schöneberg: Geddinsee 6 Uhr, 12 Uhr Dreilinden. Starts Martin Ertrages. 3. Sie müssen gegen den Hausbesiger Rlage erheben. P. 51. Ihre Mutter hat teinen Anspruch auf Invaliden- oder Witwenrente. 100 M., außerdem findet jest regelmäßig jeden Montag die engere Sport- Luther- Str. 53. P. 7. Die Marten brauchen Sie vorläufig nicht weiter zu leben. Allerdings ausschußsigung statt, am legten Montag im Monat die erweiterte Sportaus- Arbeiter- Athleten- Bund, 4. Kreis, 4. Bezirk. Am 22. Juli veranstaltet der fällt die Leistungspflicht erst mit der Bewilligung der Invalidenrente weg. schußigung. Für diejenigen Teilnehmer, die nachweislich tvant find, und an Sportlub ,, Roter Stern" Charlottenburg 1900 einen Wettstreit in drei Klassen, Gollte die Rente nicht bewilligt werden, so müssen die Marken nachgeklebt den Kreis- Ausscheidungskämpfen am 30. Juni und 1. Juli nicht teilnehmen| Bantonn-, Feder- und Leichtgewicht, im Ringen und Heben, offen für alle| werden. 1Million 5. BTS 1 Million deutscher Hausfrauen kochen täglich mit Quieta: guten und billigen Kaffee! 215 Theater, Lichtspiele usw. LUNA PARK Ab 3 Uhr voller Betrieb, Feuerwerk dmirals- Varieté A Berlins und anderen Danksagung. Ortstrantentasse der Gürtler. en unben, Be- ſtigſte Angebote! Oberbetten 29 400.- Export, höchftzahlend. Pfalzburg 9851. Bekanntmachung. Die 16. Sagungsänderung, betreffend die§§ 1, 2, 4, 9, 11, 12, 13, 17, 18, 27, 60, 30b, 45, 49 und 53, ist vom Oberversicherungsamt genehmigt worden und mit dem Von 1. Juni 1923 in Kraft getreten. legterem Tage ab werden die Beiträge trägt das Höchftstillgeld für Mitglieder Bettwäsche! Diese Woche noch gün- Geigen, Celli, auch zerbrochene, für fannten, Genossen u. Laken 18 000.-, federdichte Inletts Berliner Straße 160, Wilmersdorf Jugendg. für die uns 42 000.-, Hemdentuch 4800.- an. Prima Papierhandlung. anläßl. Des Ablebens Ueberschlaglaten, Paradekissen, Blimos, Sädecintauf, Nähgarn. Gwinemünderunf. Gohnes Herbert Damaste, Dimitis, Lakenstoffe, Tischstraße 7. Humboldt 489. bewiesene Teilnahme tücher, Handtücher, befte Qualitäten, anherzlichsten Dant. erkannt billig! Riesenauswahl. Fach- NOA- Zinnschmelze tauft Lötzinn, GeHermann Heiland männische, zuvorkommende Bedienung. Ichirrzinn, Beichblei und sämtliche Micund Frau. talle. Andreasstraße 49. Rauferleichterung durch Anzahlung. Stumpe u. Jäger, Größte Bettwäsche Klavier, guterhaltenes, fucht Boigt, Spezialfabrit, Rottbuserdamm dreiund- Neuföln, Sanderstr. 30. Für Klavier800 bestes Programme jeben Ralendertag erhoben und beden vierfachen Betrag des Mindestiin Quittungs- Marken febats, andsbergerstraße achtundacht nachmeis zahle 200 000. Telephon: geldes. Druditücke der Sagungsänderung Seit 40 Jahren Spezialität sig, Dresdenerstraße dreiunddreißig, Neukölln 4392. Gewerblich. Rennen zu Grunewald Sonnabend, den 9. Juni nachm. 3 Uhr T Berlin, 8. Juni 1923. Der Borstand. find vom 13. Juni ab im Kaffenlokal ab Conrad Müller, Charlottenburg, Wilmersdorferstraße zuholen. Mauserpistolen, große, mit Holzan 13/10 Schkeuditz- Leipzig. fiebenunddreißig. ftedfutteral, Jagdwaffen aller Art, Danziger Briefmarken gegen Nominal Prismenfeldstecher, feldgraue 08 usw. be. Karl Röder Ostar Kuntschte Säcke Ankauf. plus 10 Prozent und Borto besorgt zahlt ſtets höher wie jede Ronkurrenz Borsigender. Bindfaden, Garn Franz Adomat, Danzig, Danziger Breußner, Neukölln, Tellftr. 11, I. Schriftführer. HolzkammNeukölln Boltsstimme". Nähgarnantauf, Verschiedenes. Schön, Briefmarken, einzelne, Sammlungen, Kailer- Friedr.- Str.42 fauft Reßler, Lausigerstraße 52.[ 30476* Anzengruberstr. 23. Rottbuserufer 25a. ravemünde Das moderne Seebad 25 Minuten von Lübeck 11 Stunden von Hamburg 42 Stunden von Berlin Jedermann besucht die erste Bekleidung Ge= Belzhaus Warschauerstraße 7. legenheitstäufe. Riesenauswahl. Spottpreise. . Pianos tauft Karfiol, Dresdenerftraße 54. Morigplag 128 45. Pistolen, Feldstecher, Fotos höchstzahlend. Rose, Gollnowstr. 16. Bersuch macht flug! ,, Leihhaus" Brun- Silberschmelze Christionat, Röpenider. nenstraße 5. Firma ehten! Täglich traße 20a( gegenüber Manteuffelstraße), Bahngebisse, großer Berkauf maßmäßig hergestellter tauft Platinabfälle, Anzüge, Paletots, Schlüpfer, Cutaways, Schmucksachen, Glühstrumpfasche, Qued. 1428 Hofen. Riefen- Auswahl. Belzwaren: filber. fämtliche Metalle. Pianos, Flügel fauft zu höchsten Vorzügliche Badeeinrichtungen/ Beste Wohn- Sebpelze, Sportpelze konkurrenzlos billig! Reine Lombardware. Barbaverhältnisse/ Hervorrag. Sportveranstaltungen Tagespreifen Pianomagazin. Pferderennen, Fahr- und Reitturniere, Leihhaus Friedrichstraße 2( Hallesches rossaplag 2. Stollendorf 5397. Segelregatten, Tennisturniere u dergl. Tor) verkauft elegante Herrenanzüge, Pianos, Flügel. Perferteppiche, Brücken Führer und Näheres durch die Kurverwaltung Covercoats, Schlüpfer, Gummimäntel, höchfte Tagespreife. Pianohaus Herer, Sosen, Sportpelze, Gehpelse, Raten- Ballasstraße 9. Kurfürst 9104. füchse, Blaufüchse, Wölfe zu enorm billi: bruch, Goldfachen, Gilbersachen! Stanjaden, Gealmäntel, Kreuzfüchse, GrauBahngebisse, 8ahn bis 5000.-! Platingen Breisen. Keine Lombardware. niolpapier! Quecksilber! Glühstrumpf. Monatsanzüge, Sommerpaletots zu afche bis 20 000.-! 8inn! 8inngeschirr! ftaunend billigen Preisen. Naß, Gor- tauft Edelmetall- Einkaufsbureau, Beber mannstraße 25/26, früher Muladstraße. ftraße 31( auf Sausnummer achten!). Teilzahlung. Garderoben für Herren. Fahrradankauf, Deutsche Mittelstands- Ausstellung im Sport- Palast, Potsdamer Straße 72 Opernhaus Volksbühne Groß- Berlin'( Geöffnet 11-8 Uhr 8 Uhr: 71/2 Uhr: Tägl. 8 Uhr: ELEKTRA Das Wintermärchen,& ine Gefallene 3.- 10. Juni 1923 Eintritt M. 500, Soziale Ausstellung" Verkauf Nachmittags Konzert Schauspielhaus Lessing- Th. Berliner Prater Berliner Handels- Gesellschaft 7 Uhr: Sommerspielzeit! Kätchen von Heilbronn Allabendl. 7, Uhr: Theater i. d. Königgrätz. Str. Täglich: Liebesstreik Die schöne Liselott 8: Der wunderl. Deutsch. Opernhaus Geschicht. II. Teil 7 Uhr: Aida Tägl. 8 Uhr: Operette in 3 Akten Dazu: Das große Varieté- Programm Kre sl. Eckfenster Friedr.- Wilhelmst. Th. WINTREN Berliner Th. 7.30 U.: Mädi Die blonde Ratte Groß. Volksoper Residenz- Th. Tägi. 8 Uhr: im Theat. d.Westens 8 Uhr: Rigoletto Der Herr Senator Die Entlassung St. Ubel kleinen Preisen Kleines Th. Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst Tägl. 8 Uhr: D. blaue Pyjama etc. Das blonde Gift Lustspielhaus 8 Uhr: 8U. Trianon- Th. Die blaue Hawall Metropol- Theater Walzer Komödie v. Rutkay 74: Die Schönste Musik von Léhar der Frauen Musik • Bilanz vom 31. Dezember 1922 SOLL Kasse Wechsel, unverzinsliche Schatzanweisungen und Devisen Schwebende Effektenabrechnungen Wertpapiere. Konsortialbestände 5 409 974 946 8 933 624 853 • 576 448 121 Varieté- Spielplan! Dauernde Beteiligung bei Banken und Rauchen gestattet! Reichshallen- Th Allabendl.71/ 2 Ubr, Stettiner Sänger Bankfirmen Schuldner: Nostroguthaben • Gedeckte Schuldner Ungedeckte Schuldner Ein Fünf- Uhr- Tee Grundstücke bei Schieber Bankgebäude Das Maxe DonhoffDevisen- Verrechnungen kursen). Brett'l Avalschuldner Anf.72 U M. 3 082 960 063 . 9 036 805 966 " 1 151 411 118 9 ( zu VorkriegsM. 28 597 358 M. 3 736 045 586 176 418 833 106 663 606 60 511 667 13 271 177 147 1 857 032 8 750 000 28 535 426 2051HABEN Ordentlicher Reservefonds. Kommandit- Kapital. M. 90 000 000 110 000 000 200 000 000 Vorverk ununterbr. Schulprogramm Akzepte der 8 U: Central- Theater Neues Th. am Zoo Die dumme Liebe Täglich 8 Uhr: Operette Der Leibkutscher Sozialdemokratie von Vikt. Hollaender des Fridericus Rex Beut. Künstler- Th. Neues Volkstheater Ein prakt. Handbuch 77 Emilia Galotti Erzieher, in dem nicht Eltern, Lehrer u. Die Tugend- Renaissance- Theat prinzessin Uhr: Kampf der Geschlechter Musik v. Kurt Zorlig Schiller- Th. Charl. ( Adalbert, Seidl, Bois, Kurthy) SU: Süße Susi Thalia- Theater Theater des Ostens Rose- Theater) Täglich 8 Uhr: 7%, U.: Trompeter Die rot. Katze von Säkkingen Th. a. Nollendorfpl. Casino- Theater Tägi. 73 Uhr: 8 U. Die Schlager- Posse 8 U Die schöne Rivalin Heiraten mußte! Wallner- Th.7 Der sensationellste Operettenerfolg! v. RICH. LOHMANN nur die Forderungen der Sozialdemokratie zufammengeftellt find,( ondern auch die nächsten Möglichkeit. zur( chrittweifen ErGläubiger. Rückständige Gewinnanteile Devisen- Verrechnungen kursen Avalverpflichtungen VorkriegsM. 28 597 358 56 000 000 27 598 762 251 632 966 zu M. 3756 045 586 Reingewinn Gewinn- und 680 030 988 28 535 426 205Gewinn- u. Verlustrechnung Verlust- Rechnung vom 31. Dezember 1922 SOLL eichung des Zieles Verwaltungskosten einschl.Tantiemen und dargelegt werden. Preis- Grundzahl M. 0,50 Buchhandlung Vorwärts BERLIN SW 68 LINDENSTR. 2 SCALA Des Königs Nachbarin Pilothosen 6 Uhr: Internat. Varieté Sonnt. 380 z halb. Preis.d.voll.Prop. Theater am Kottbus. Tor Urania Alt- Berlin schwarz und gestr., Kammg, Breeches, zu Fabrikpreisen abzugeben. Hosenfabrik W. Löwenberg, in der Biedermeierzeit Neue Promenade 7. Pensionsleistungen Steuern Reingewinn Kapital Vertellung des Reingewinns: 4% Gewinnanteil auf das KommanditZuweisung z. ordentlichen Reservefonds 1 724 195 568 59 250 435 841| 680 030 988 M. 4 400 000.Gewinnanteil des Verwaltungsrats " 400 000 000.99 55 929 954.29 215 600 000, 39 4101 034.M. 680 030 988.2 65 662 397 59 HABEN 196% weiterer Gewinnanteil auf das KommanditKapital Gewinnvortrag auf neue Rechnung Spiegel! Vortrag aus 1921 Bable babe Täglich 7 Uhr reife für große Salonspiegel EliteSänger U. a.:,,Die letzte Rose sowie alle Spiegel von ca. 2 Meter mal 80 cm und darüber, mit und ohne Rahmen! Sofortige Barzahlung. Benachrichtigung unter H. 61 an die Hauptegpedition des„ Vorwärts". Zinsen, Wechsel und Devisen Provisionen. Konsortial- und Effektengewinne Freigewordene Talonsteuerreserve 2 167 543 1 685 979 174 2 707 290 331 57 258 165 319 1 060 000 Berliner Handels- Gesellschaft Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schleifer Eduard Möbes am 6. Juni gestorben ist. Die Einäscherung findet am Montag, den 11. Juni, vorm. 11/2 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachrufe. Unser Kollege, der Metallarbeiter Erich Müller starb am 18. Mai und unser Rollege, der Schloffer Otto Zschernek ist am 2. Juni gestorben. Ehre ihrem Andenken! 188/7 Die Ortsverwaltung. Nach kurzem, schwerem Leiden verschied am 6. b. M. unser lieber Rollege und Betriebsratsobmann, Herr Max Lanzke. Wir verlieren in ihm einen unermüdlich für die Interessen der Belegschaft tätig gewesenen Kollegen, dessen Andenten wir stets in Ehren halten werden. Die Einäscherung findet am Montag, den 11. b. M., im Krematorium Baumschulenweg, nachm. 2 Uhr, statt. Die Angestellten und Arbeiter der Schweitzer & Oppler Kommanditges. a. Aktien, Berlin, Borsigwalde und Lichtenberg. 30555 Nach 14 tägiger qualvoller Krankheit starb am 6. Juni im Alter von 18 Jahren unsere liebe Tochter und Schwester Gertrud Feller. In tiefer Trauer Familie Paul Feller, Neukölln, Fuldastr. 55/56. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. Juni, nachm. 31 Uhr, der Leichenhalle des Neuköllner Gemeindefriedhofes Mariendorfer Weg aus statt. von • höchftzahlend. Git. Anzüge, Schlüpfer, Paletots, Hosen, fchinerstraße 78. Burschenanzüge, Einsegnungsanzüge. Photoapparate, höchstzahlend. Frank, Für Damen: Roftüme, Mäntel, Kleider, Blücherstraße 56. Gummimäntel. Herabgefegte Preise. Günstige Bedingungen. Grebler, Wein- Prismengläser, höchftzahlend. Frank, bergsweg 4, Rosenthaler Plaz, und Blücherstraße 56. Oberschöneweide, Edisonstr. 13. Felbstecher, feldgraue, 0,8, höchftzahAnzüge, Kreuzfüchse, Pelzwaren, Gum- lend. Frant. Blücherstraße 56. mimäntel, Sofen spottbillig. Neuware. Briefmarken- Sammlungen, EinzelLeihhaus Reinickendorferstr. 105( Rettel- marken, Restbestände, gesammelte Ta bedplag). gespoft, tauft höchstzahlend Bohr. * Leihhaus Rosenthaler Tor, Linien- Beffelstraße 20. Straße 203/204, Ede Rosenthalerstraße, Elettromaterial, Leitungsdrähte, Ligen, Meßinstrumente, Telepertauft bekannt billige Anzüge, Schlüp- Glühlampen, fer, Covercoats, Baletots, Gummi- phone fauft Noster, Brüdenstraße 15a.* mäntel, Kreuzfüchse, Alastafüchse, fämtliche Belzarten. Spottbillige Sommer: Morigplag 10 174. Rähmaschinentauf, auch schadhajte, preise. * Keine Lombardware. Teilzahlung fitr Herrengarderobe, Bohrer fauft Moabit, Stephanftr. 63. Damengarderobe, Regenmäntel. Rulante Berliner Bedingungen. Oranienstraße 158. Möbel Schmirgelleinen, Rugellager, Feilen, Kredithaus, Felleeinkauf, höchstzahlend, Dircksen straße 32, Laden, gegenüber Bentra! halle. 164/ 10* Rähmaschinen höhland Rommissionshaus, Schmidstraße 35. tauft * Gelegenheit. Kleiderschrank 55 000.- origpiag 129 88. Bertito 45 000.-, Umbaue 62 000.-, Bü Drehrolle kauft, Preisangabe, Sofffett 135 000.-, Trumeaus, Schreibtisch mann, Wassertorstraße 37. 82/ 17* 77 500.-, Wafchtoiletten 27 000.-, Flur garderoben, Speisezimmer, große Auswahl Autozubehör in Einzelstücken, Plüschsofa 47 000.-, Südhe 75 000.-, Chaiselongue 65 000.-, Bettstellen verkauft Gottlieb, Rügenerstraße 13, Bahnhof Gesundbrun Friedrichsgracht 5-6. nen. Bersand auch nach außerhalb. Lieferung frei Haus. Bei Rauf Fahrt. Zündkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, vergütung. Werkzeuge u. Maschinen Kugellager tauft höchstzahlend ElbinMetallbetten 30 000.-, Chaiselongues gerstraße 9( Ringbahnhof Landsberger 40 000.- Patentmatragen, Bolsterauf allee). Tagen, Rinderdrahtbett. Meide, Augustftraße 32a, Quergebäude. Patentmatragen, Auflegmatragen, Chaiselongues, Metallbetten. Walter, Stargarderstraße achtzehn. riert Augellager, Autozubehör fauft höchstzahlend Pilz, Reinickendorferstraße 23. Kugellager, Boschzündkerzen, Magnete, Bergaser tauft Zeidler, Gartenplag 5. Maschinenschrauben, Rägel, Sola Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7. offeSchlafzimmer, Speisezimmer, Schrauben kauft Krause, Wichertstr. 10 Serrenzimmer, Klubgarnituren, Rüchen Kugellager höchstzahlend. Enerin 82/ 18* usw. Große Auswahl. Besuch lohnend. straße 46, Laden. am Auf Wunsch Rahlungserleichterung. Erfolg Kurbelmaschinen( Tambour) zu laufen, Teilzahlung. Schlafzimmer, Speise, gesucht. Morigplatz 6223. Herrenzimmer, farbige Rüchen, Einzelmöbel, Riesenauswahl, bei fleinster Antostenlose Lagerung, verkauft Möbel. und Abzahlung, bis 25 Prozent Rabatt, Verschiedenes Cohn, Große Frankfurter Straße 58 132 000 Ratsuchende! Vereinigung der ( 5 Minuten vom Aleganderplag), Bad: Rechtsfreunde: nur Friedrichstraße 127. ftraße 47-48( 5 Minuten vom Bahnhof Anerkannte Brozeßabteilung. 9-7. Gesundbrunnen). haben Inserate in Metallbetten, Rorbmöbel und KlappVorwärts Hosen Billig und gut Sommerbeinkleid, weiß 30 000 Schwarze Hosen Streifenhosen. . 36000 .38 000 Sportbreeches b.z. Best. v. 30 000 Manchester Militär Anzug Hosen Manchen- Gladbacher Hosenzentrale Neuköll 2 654 662 397| 5y Berliner Straße 18/19 Edke Reuterstraße Fürstenberg Sintenis Jeidels Bieber H. Fürstenberg Die 2 Gilbert= Operetten- Schlager Komische Oper Täglich 8 Uhr Neues Opereffentheater nig Katia, Gauklerkönig Berlin Küstriner Platz 10 1 Min v. Schles Bf. Verkäufe Nähmaschinen, wenig gebraucht, mit Garantie, billige Preise, auch Zahdamerstr. 103. Nollendorf 8682. sportwagen billig. Ball, Große Frankfurterstraße 47. Alegander 3186. Arbeitsmarkt Stellenangebote Automaten- Einrichter Jm großen Möbelteller, wenig Micte, daher preiswert, solange Borrat: Schlafzimmer 1 125 000, Küchen 245 000 aufwärts, Bettstellen mit Matrage 165 000, Schränke, Tische, Stühle usw. Schriftliche Garantie. Zahlungserleich auf Offenbacher und Wuttig- Automaten terung. Schah, Brunnenstraße 160. Ach- Revolverdreher, Wertzeugmacher tung, Eingang Antlamerstraße! 105/5 auf Schneideisen und Lehren Saffondreher a.Präzisions- Massenartikel, nur erste Kräfte fucht Schraubenfabrik Wolf Musikinstrumente Bianos preiswert. Lint. Brunnenstraße 35. 33,18 Klaviermacher Wiener Str. 1-6, Eingang Gtalizer Str. Grammophone, elegante Schrankapparate, billigste Gelegenheiten. Zwizers, Charlottenftr. 74/75. Fahrräder Herrenfahrräder 75 000.-, 150 000.-, 300 000.- Freilaufräder, Rennräder „ Verwärts-Austrägerinnen werden sofort eingestellt alles billig. Brückner, Gitschinerstr. 78. Berlin, Bärwaldstr. 47 Kaufgesuche Sädeanlauf, Bindfaden, Garn. Holzzengruberstraße 23. * 19 " Immanuelfirchstr. 24 Wattstr. 9 Wilhelmshavener Str. 49 Baumschulenweg, Kiefholzstr. 180 lungserleichterung. Fischer, Pots tamm, Raifer- Friedrich- Straße 42, An- Schöneberg, Belziger Str. 27 Tempelhof, Kaiser Wilhelm- Str.13 ( Laden) die Tänzerin berdrahtbettstellen, Rinderwagen, Klappsportwagen, Rin- Frauenhaar, ausgefämmtes, fauft derdrahtbettstellen, Rinderstühle, neue ständig, Auffäufer laufende Abnahme, und gebrauchte, verkauft Schwarzmann, sucht dringend Ingber, Neue König. Rottbuserdamm 93. straße 69.