Nr.267 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 132 Bezugspreis: Für den Monat Suni 7600 90. noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaat und Memelgebiet fomie Desterreich und Luremburg 9600 M., für das übrige Ausland 11.600 M. Bostbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Lugemburg, Defierreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowatei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten erscheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 300 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 2500 M. Reklamezeile 12500 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 800 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 400 M. 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Die Plöhlichkeit, mit welcher diese Regierung gestürzt werden konnte, ist der beste Beweis für ihre Unpopularität und Korruption. Die neue Regierung wurde von allen Schichten der Bevölkerung mit großem Enthusiasmus aufge nominen. Die neue Regierung ist von dem unerschütterlichen Prinzip des Gesetzes und der Ordnung durchdrungen. Ihr Bestreben ist, dem Lande den inneren Frieden, die Ordnung und die Eintracht zurüd zugeben. Friede im Lande und Friede mit dem Ausland, das ist das Programm der neuen Regierung. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Schutz den Aermsten! Der Ausgleich für die Brotvertenerung. Die freie Getreidewirtschaft, die durch den Beschluß der Condon, 9. Juni.( WTB.) Reuter meldet aus Sofia, die trümmert wurden, fonnte man des Glaubens sein, daß die bürgerlichen Mehrheit des Reichstages mit dem Beginn des Regierung ist durch eine Organisation von Reserveoffizieren Regierung Stambulisti vollkommen fest im Sattel jige. In neuen Wirtschaftsjahres eintritt, ist für große Schichten der gestürzt worden. Alle Minister wurden in Haft genommen. Wirklichkeit hatte diese Regierung, die mit allen Mitteln der Bevölkerung eine gewaltige Gefahr. Die Lohn- und Ge Eine neue Regierung wird gebildet, die alle Oppositions. Gewalt und der Korruption die oppofitionellen haltsempfänger, die fünftig feinen Anspruch mehr parteien mit Ausnahme der Kommunisten in sich vereinigt. Elemente niederhielt, namentlich in den Städten auf billiges Brot haben sollen, müffen sich in harten Kämpfen Als erste Botschaft der neuen Regierung ist folgende spät nachts mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie war eine mit dem Unternehmertum erst die höheren Löhne beschaffen. eingehende Drahtmeldung der Bulgarischen Telegraphenagentur zu ausgesprochene Bauern regierung, die sich auf die in den Sie werden aber, auch wenn ihnen das gelingt, immer noch letzten Jahren reich gewordene Bauernschaft stüßte und die durch die täglich sich verändernden Brotpreise eine zunehmende in letzter Zeit vorgenommene Agrarreform war der voller ist der Zustand für diejenigen Schichten unserer Bevölke stadtische Bourgeoisie auf das heftigste bekämpfte. Durch die Unsicherheit ihrer Eristenzbedingungen erleben. Noch gefahrs ländliche Großgrundbesitz vernichtet und eine neue bäuer rung, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen, sondern auf liche Bourgeoisie großgezüchtet worden, die sich nicht Rentenbezüge oder Armenunterstüßung an nur gegen die Großgrundbefizer, sondern auch gegen die gewiesen sind. Die Zahl dieser Personen mit FamilienHandels- und Industriebourgeoisie wandte. Gestützt auf die angehörigen wird von der Regierung felbft auf 7 200 000 Ber bewaffneten hundertschaften in den Dörfern, fonen angegeben. Eine erschreckende Zahl! Sie ist um ein zwang die Bauernregierung Stambulisti das städtische Bürger- Mehrfaches größer als vor dem Kriege und zeigt ziffernmäßig, tum wie auch die Arbeiterschaft unter das Joch ihrer Dittatur. wie viele Menschen durch den Krieg und durch die von der Die bürgerlichen Oppositionsparteien voran die stärkste Schwerindustrie begünstigte Geldentwertung um ihre ganze oppofitionelle Bartei der Narodnjaki( Volkspartei), die die Schwerindustrie begünstigte Geldentwertung um ihre ganze Finanz-, Handels- und Industriebourgeoisie umschließt Existenz und um ihre Arbeitstraft gebracht worden sind. nahmen unter diesen Umständen eine immer feindlichere Hal- bewußt, die die freie Brotwirtschaft besonders für diese Opfer Auch die bürgerlichen Parteien sind sich der Gefahren tung gegen die Regierung ein. Der jezige Umsturz, in dem des Krieges und der Geldentwertung mit sich bringt und die die Reserveoffiziere die führende Rolle gespielt haben sollen, bis zum Berhungern führen können, wenn wir in eine neue ist wahrscheinlich mit Hilfe der mazedonischen Revo Periode des Martsturzes hineinkommen. Gleichzeitig mit der lutionspartei vorgenommen worden. Da die RegieDa die Regierung über feine bewaffnete Macht mit Ausnahme der dorf- Aufhebung der Getreideumlage im April d. J. haben deshalb lichen Hundertschaften verfügt, die faum aftip eingreifen die bürgerlichen Mittelparteien folgendes beantragt: dürften, ist ein starter Widerstand gegen die neue Regierung„ Eine Verbilligung des Brotes für nderbemittelte nicht sehr wahrscheinlich, es sei denn, daß außenpoli- au denen auf jeden Fall die breite Masse der Sozialrentner, Kriegstische Schwierigkeiten ihre Eristenz bedrohen sollten. Diese opfer, Kleinrentner, Erwerbslosen, Armengeldempfänger und Schwierigkeiten fönnten ihr vor allen Dingen durch Süd- der Kinderreichen zu rechnen ist, ist unter Deckung der erforderlichen flawien bereitet werden, mit dem die bisherige Regierung Mittel durch Belastung des Besizes im weitesten Umfange eine Verständigung auf Kosten der Mazedonier ou bewirken. Diese Belastung muß vor Beginn des neuen Wirt anstrebte. schaftsjahres gefeßlich festgelegt sein. Vorher darf die Reichs Soweit man auf Grund der latonischen Reutermeldung getreideftelle nicht aufgehoben werden." ein Urteil abgeben darf, fann man sagen, daß es fich offenZur Ausführung dieses Beschlusses hat die Regierung dem fichtlich um eine Revolte der städtischen Bevölte. Reichstage einen Gesetzentwurf vorgelegt zur Sicherung der rung gegen Sie Diktatur der Bauernschaft Brotversorgung im fommenden Wirtschaftsjahr. Haben die handelt. Welche Rolle hierbei die Arbeiterschaft spielt, bürgerlichen Parteien im April noch beschlossen, daß die VerIm übrigen kommt die vorstehende Nachricht um so un- läßt sich vorläufig schwer beurteilen. Sicherlich herrscht auch billigung für Minderbemittelte" gelten soll, so schränkt der erwarteter, als man nach allen bisherigen Mitteilungen aus bei ihr heftige Empörung gegen die Diktaturmethoden der Gefeßentwurf jetzt den Kreis auf Bedürftige" ein und Bulgarien annehmen durfte, daß die Regierung Stambu bisherigen Regierung, die alle freiheitlichen Regungen im fchaltet die Erwerbslosen vollkommen aus. liski außerordentlich start fundiert sei. Besonders nach Proletariat unterdrückte. Diese Tatsache dürfte wohl auch er- Ein sozialdemokratischer Antrag, der beide Verschlechterungen den fürzlich stattgefundenen Parlamentswahlen, bei flären, daß die sozialistische Partei Bulgariens mit den bürger- beseitigen wollte, wurde von den bürgerlichen Parteien aba denen die bäuerliche Regierungspartei vier Fünftel aller lichen Oppositionsparteien anscheinend gemeinsame gelehnt. Mandate eroberte, während alle Oppositionsparteien zer- Sa che gemacht hat. * Bereits vor etwa zehn Tagen wurde aus Butareft die Nachricht eines Umsturzes in Bulgarien verbreitet, doch stellte fich alsbald heraus, daß dieses Gerücht ebenso aus der Luft gegriffen war, wie ähnliche Meldungen, die im Laufe der Ictzten drei Jahre wiederholt entstanden waren. Man müßte daher eigentlich auch diesem Telegramm mit der größten Stepfis gegenüberstehen, wenn nicht diesmal die Tatsache, daß ein so ernſtes Nachrichtenbureau wie Reuter die Ver antwortung für die Berbreitung dieser Sensation übernimmt, den Grad ihrer Wahrscheinlichkeit erhöhte. Dazu fommt noch, daß das Reuter- Telegramm dirett aus Sofia ftammen soll. Bei der Berliner bulgarischen Gesandtschaft lag da gegen in den späten Abendstunden keinerlei Nachricht dieser Art aus Sofia vor. Frankreichs aktiver Widerstand. Mussolinis innere Politik. " Noch deutlicher zeigt das Berhalten der bürgerlichen Barteien bei der Aufbringung der Mittel für die Berbilligung, daß sie nicht bereit sind, die von ihnen selbst vorgesehene Belastung auf sich zu nehmen. Nach den Berechnungen des Reichsernährungsministeriums ist für die 7200 000 Anspruchsberechtigten bei einer Verbilligung des Brotes um etwa unter zugrundelegung eines Friedensbrotpreises von 15 Pf. pro Pfund ein jährlicher Betrag von 90 Millionen Goldmart erforderlich. Bei dem gegenwärtigen Stand der Mark entspricht das einem Betrage von mindestens Keine Verhandlungen, solange die deutsche Abwehr dauert. Rom, 9. Juni.( WTB.) In seiner Senatsrede sprach Musso. lini auch zur inneren Bolitik und bob die zur Wiederher Offiziöse Bariser Blätter melden, daß die französische stellung der öffentlichen Ordnung getroffenen Maßnahmen herund belgische Regierung den Regierungen in London und vor. Er wandte fich gegen die übertriebenen Zahlen über Rom mitgeteilt hat, sie würden feinen deutschen Vorschlag angebliche Waffenver haftungen und sagte, daß in Wirklich prüfen, ehe nicht der organisierte deutsche Widerstand, be- en 2000 Festgenommenen nur 150 in Heft behalten worden fonders. der im Ruhrgebiet, aufgehört habe. Darüber findet feien. Die Verbände der Schwarzhemden seien in eine Orga- 1800 Milliarden Mart. Um diese Summe aufzubringen foll aufgestellt. nisation umgewandelt worden, die unmittelbar den staatlichen nun ein lebhafter Meinungsaustausch zwischen diesen vier Re- Behörden unterstehe. Diese Miriz habe dem König teinen Treueid ein Mehrfaches des bei der Zwangsanleihe gezeichneten Begierungen, durch Gesandtenbesuche bei den Leitern der Außen geschworen, weil die Betson des Königs das Sinnbild des Bater- trages als Abgabe erhoben werden. politik statt. Der englische Außenminister Lord Curzon ist noch landes und des ewigen Lebens des Baterlandes fei.( Lang- Zweifellos ist dieser Weg sehr schematisch und mit Unauf seinem Landsiz. anhaltender lebhafter Beifall. Die Minister und Senatoren erheben gerechtigkeiten verknüpft. Die 3wangsanleihe hat die Sach Ob die belgische Regierung tatsächlich diesen Schritt sich unter den Rufen: Es lebe der König! Es lebe Italien!) Der wertbefizer ungeheuerlich geschont. Selbst sehr kapitalfräftige Poincarés mitgemacht hat, möchte einigermaßen anzweifelbar König habe nicht Chef einer Miliz werden können, die Partei- industrielle Unternehmungen zahlen einen lächerlich geringen erscheinen, wenn der Brüsseler Berichterstatter des„ Echo de charakter trug. Gegenwärtig finde eine ſehr ſtrenge Auswahl unter Betrag zur Zwangsanleihe. Noch geringer ist die Belastung ihren Mitgliedern statt, und sämtliche Offiziersstellen würden mit Baris" meldet, in Brüssel betrachte man das deutsche Memo- früheren Angehörigen der Armee besetzt. Mussolini betonte weiter, des ländlichen Grundbesizes. Am stärksten werden die Bes randum als einen Fortschritt und als glüdlich. In- früheren fein Faschift wolle die Berfassung vernichten. dessen, die Brüsseler Konferenz vor einigen Tagen hat ja, Die Regierung wolle durchaus nicht das Barlament abschaffen, fon- schwer geschädigt sind. Es ist deshalb vollkommen berechtigt, fizer von feftverzinslichen Wertpapieren herangezogen, obwohl sie bereits zu einem erheblichen Teil durch die Geldentwertung wenigstens nach der offiziösen Mitteilung, diese Bedingung dern beabsichtige vielmehr, es zu verbessern und zu vervoll- daß sowohl die Besizer von festverzinslichen Wertpapieren als fommnen. Der Große Rat der Faschisten sei fein Gegenstück zum Der italienischen Regierung soll der englische Vorschlag Ministerrat und diesem auch nicht übergeordnet. Der Große Rat auch der städtische Grundbefiz fowie Rentenschulden und auf Einberufung einer Ententetonferenz zugegangen der niemals zur Zuständigkeit des Ministerrats gehörende Dinge Hypothetenforderungen von der Abgabe für die Brotverbilli sein. gung befreit werden sollen. Es wäre zweckmäßig und gerechtfertigt, wenn die Sachwertbefizer, insbesondere der landwirtschaftliche Grundbesiz, in wesentlich stärkerem Maße als alle übrigen zur Abgabe herangezogen werden könnten. Der länd liche Grundbesig ist nicht nur leistungsfähig, sondern er trägt auch die geringsten Steuerlasten und wird aus der freien Getreidewirtschaft Borteile ziehen, die mehrere Billionen betragen werden. Leider ist die stärkere Belastung des Großgrundbefizes im jezigen Augenblic sehr schwer möglich, weil damit die Einziehung der Abgabe nur unter neuer Beranlagung und nicht sofort möglich wäre. Das aber würde den ganzen 3wed in Frage stellen. Gemeinsame Antwort der Entente? erörtert habe, habe den Charakter einer beigeordneten Körper schaft und stelle ein vermittelndes Organ zwischen der verantwort lichen Regierungsgewalt und den verantwortlichen Stellen der Faschisten dar. Man stelle die Regierung als Mörderin der Freiheit Paris, 9. Juni.( Eca.) Wie die Expreß- Korrespondenz von einer gul unterrichteten Seite erfährt, soll den alliierten Regierungen ein Entwurf der belgischen Regierung für eine bin. Sie fei vielleicht zu großmütig gewesen; denn mer hätte gemeinsame Antwort der Alliierten an Deutschland fie in den Tagen der Oktoberrevolution taran hindern fönnen, vorliegen. Diefer belgische Entwurf fieht eine Mitteilung an fich für immer berjenigen zu entledigen, die jetzt unter Miß Deutschland vor, feine lehte note fei in gewiffen Puntten un- der Großmut der Regierung ihr ihre Aufgabe erschwerten. Der Faschismus sei eine gemerffchaftliche Bewegung, genügend, ohne jedoch näher auf die Einzelheiten diefer Note ein- ber 1% Millionen Arbeiter und Bauern angehörten. Das italienische zugehen. Gleichzeitig würde die gemeinsame Note der Alliierten Bolt misse, daß es eine Regierung habe, die es regiere, und vor darauf hinweisen, daß Frankreich und Belgien vor jeder allem, daß, wenn diese Regierung einige Klassen durch harte Maßweiteren Diskussion über die deutsche Note das Einstellen des nahmen treffe, fie dies nicht aus Laune tue, sondern im höchsten Der Kampf, der gegenwärtig im Volkswirtschaftlichen Widerstandes im Ruhrgebiet verlangen. Die Note, die also nicht Interesse der Staatsnotwendigkeit. Bor der faschistischen Regierung Ausschuß des Reichstages um die Aufbringung der Mittel ausdrücklich jagen würde, daß auch England und Italien die Aufgabe babe es mehrere Regierungen in Italien gegeben, die dauernd vor zu Berbilligungszwecken für das Brot geführt wird, dreht sich des Widerstandes Deutschlands als unbedingt erforderlich halten, einem Bantier oder einem Journalisten, einem Meister fondern nur durchblicken ließe, daß England und Italien die fran- meniger hervortretenden Führer gezittert hätten. Die gegenwärtige Die fozialdemokratische Fraktion verlangt die Erhöhung um fondern nur durchbliden ließe, daß England und Italien die fran- om Stuhl der Freimaurer ober einem anderen mehr oder deshalb in der Hauptsache um die Höhe dieser Abgabe zöfifch- belgischen Forderungen unterstütze, würde von allen Alliierten Regierung fei aber eine unabhängige Regierung. Sie tenne das Zehnfache. Die Agrarier wollen am liebsten mit Bettel unterzeichnet werden, pfennigen davontommen, meil es ihnen jo fchließlich gleichs teine andere neben lich üüftia ist, ob die Hypothekenbesitzer, die ihnen im FriÄ>en 60 Milliarden Gold geliehen hatten, die durch die Geldent- wertung in ihre Taschen geflossen sind, während die Rentner am Bettelstabe herumlaufen, noch weiter verelenden. In den Parteien der Mitte ist ein sehr heftiger Kampf entbrannt. Auch hier wehrt sich der Besitz mit allen Mitteln gegen die aus- reichende Erhöhung der Zwangsanleihe. Eine Erhöhung um das Vierfache wird hier für ausreichend gehalten. Was aber würde das bedeuten? Der Gesamt- eingang aus der Zwangsanleihe wird auf 300 bis 350 Mil- liarden Papiermark geschätzt. Da der städtische chausbesitz, die feswerzinslichen Wertpapiere usw. ausscheiden, so bleibt nur ein Betrag von 200 bis 250 Milliarden. Eine Erhöhung um das Vierfache, die günstigstenfalls 1000 Milliarden bringen wird, würde also nur rund die Hälfte der erforderlichen Summe liefern. Es bliebe also nur entweder die Möglichkeit, den Kreis der Bedürftigen weiter einzuschränken oder die Höhe der Er- Mäßigung zu erniedrigen oder nach einem halben Jahre mit der Verbilligungsaktion überhaupt aufzuhören und die Armen- empfänger, die Krüppel, die Greste, die Witwen und Waisen einfach ihrem Schicksal zu überlassen. Will man das nicht, so muß man die Abgabe v e rz« h n- fachen. Das bringt dem Reiche 2000 Milliarden, günstigsten- falls 2500. Bedenkt man aber, daß bis zum'1. Juli, wo die Zahlungspflicht beginnen soll, eine weitere Geldentwertung eingetreten ist und daß die völlige Zahlung sich bis in den Juli hinein verzögert, so ist dieser Betrag kaum noch aus- reichend, weil 90 Millionen Goldmark selbst bei geringfügiger weiterer Entwertung der Mark an diesen Betrag Heraureichen, ja sogar über ihn hinausgehen werden. Der Widerstand in den bürgerlichen Parteien gegen die Aufbringung der Mittel für die Berbilligung des Brotes ent- springt genau denselben Motiven, mit denen seinerzeit die Zwangsanleihe zu dem großen Steuerbetrug gewor- den ist. Man versprach eine Goldmilliarde und man zahlt jetzt kaum ein« Sechzigstel Goldmilliarde. Um die freie Getreidewirtschaft und ihre gewaltigen Vorteile zu be- kommen, ve r s p r a ch man Schadloshaltung aller Bedürftigen. Jetzt, wo es dieses Versprechen zu oerwirklichen gilt, versucht man sich ihm zu entziehen. Dieses Verhalten der bürger- lichsn Parteien ist um so schamloser, weil es in einem Augen- blick erfolgt, in dem die unaufhaltsamen Preissteigerungen schon manchen ehemals vermögenden Rentner dazu gebracht baben, zum Strick zu greifen. Es muß deshalb von jenen bürgerlichen Politikern, die nicht aus angeborener Steuerscheu und eigenem unmittelbarem Interesse heraus handeln, verlangt werden, daß sie mit der Sozialdemokratie für die Erhöhung der Abgabe um das Zehnfache eintreten. Zwar ist auch das noch kein absoluter Schutz für die Brotverbraucher, aber mit dieser Summ« besteht doch jedenfalls die Möglichkeit, wenig- stens vorläufig die großen Gefahren abzuwenden, durch die «ine erneute Erhöhung des Brvtpreises um das Vierfache oder eine noch höhere Summe heraufbeschworen wird. Die enstcheidende Bedeutung der jetzigen Auseinander- setzung zwischen den bürgerlichen Parteien und der Sozial- demokratie liegt in folgender Tatsache: Die Sozialdemokratie will die Rentner aller Art, diese bemitleidenswertesten Opfer des Krieges und der Geldentwertung, schützen. Die bürger- lichen Parteien dagegen verteidigen wie im Kriege und nach dem Kriege nur die Interessen des Großgrundbesitzes, der Schwerindustrie und der großen Kapitalisten, auch wenn Schichten, die ehemals ein besseres Dasein hatten und ihnen nahestanden und zum Teil noch nahestehen, darüber zugrunde gehen._ »Skanöalsucht�. Wenn die Voltsmassen über die maßlosen xPreissieige- rungen, die grenzenlose Auswucherung, der sie lm lächerlich unzureichenden Löhnen ausgesetzt sind, in Bewegung geraten, dann schreit die deutschnationale Presse nach— dem Schutzmann. Nimmt sich die Sozialdemokratie— pflichtgemäß— Der botanische Garten. Von Emil Rath-Schönholz. „Bitte, treten Sie ein, meine Herrschoftcn, nachdem Sie Ihre Schuhe einer gründlichen Reinigung unterzogen! Dieses hier ist der größte botanische Garten der Welt, den Ihre Augen staunend erblicken! Das Territorium, das den Grund dieses ausgedehnten Pflanzenreiches bildet, heißt im allgemeinen Deustchland. Die 20 Meter hohe Mauer, die es umschließt, ist, das möchte ich betonen — nur aus Stenergesetzen, Ein- und Aussuhrbeschränkungen er- richtet! Gleich hinter dieser für zahlreiches Publikum so bereitwillig geöffneten Pforte dehnt sich eine wunderbore Kolonie des Wucher- trautes aus, die ihresgleichen sucht. In keinem Lande der Erde, selbst in Rußland nicht, ist dieses Kraut so üppig und reichlich ver- treten. Wie Sie sehen, schart sich das ganze Gewimmel um die etwa 80 000 Fuß hohe Dollarstaude, deren weithin leuchtende Blüte allerlei Geschmeiß anlockt. Die Pflanze ist sehr empfindlich. Ein leiser Lufthauch, oft aus unkontrollierbaren Gegenden kommend, genügt, durchgreifende Veränderungen in den Größenv er Hältnissen .dieser Pflanze hervorzurufen. Ihr Wurzelgeflecht scheint sich un- heimlich weit zu oerzweigen, denn in diesem ungeheuren Garten gibt es kaum ein Fleckchen, das nicht unter ihren Launen zu leiden hat. . Hier, im Schatten, auf sumpfigem Boden schmarotzend, treibt die S ch w e r t l il i e ihre aufgeblähten, hakenkreuzförmigen Dolden. Von Zeit zu Zeit rasselt sie mit den harten Blättern und entlädt ihre Staubgefäße nach erfolgter Beftuchtung durch Schmetterlinge, die durchweg gemeinen Arten angehören, mit maschinengewehrähn- lichem Geknatter. In ihrer Nachbarschaft gedeiht prächtigster Klastch- mahn, der in diesen Zeiten der Papiernot zu Fasern zerstampft wird und Zellstoff für gewisse Blätter liefert. Nun kommen wir, sehr verehrte Herrschaften, zu den Tarif- b e e t e n. Dieses Beet, vor kurzem voll erblüht, stt von Herrn Gröner gestiftet worden. Jenes, das uns von Herrn Stingl zum Geschenk gemacht wurde, steht kurz vor der eigenllichen Blüte, deren Schauspiel sie am 1. Juli genießen dürften. Sie brauchen sich nicht zu bücken! Die Tür dieses von der Schwerindustrie gestifteten Treibhauses ist groß genug, an- ständige Leute so ein- und ausgehen zu lassen, daß sie keinen Anstoß erregen! Unter dem schützenden Dach der Industrie— wenn ich so sagen darf— entwickeln sich all« möglichen Pflanzenarten zu Riesen- gewächsen. Das dort ist der Kohlenpreis— feine gigantische Gestalt erinnert an die vorsintflutlichen Mammutbäume. Dies« Gewächse dort sind Preisstauden für Eisen, Blech. Fertigprodukte, Chemikalien, Textilwaren. Wie? So so, Sie können dies« Lust nicht ertragen? Ja, ungesund ist diese Luft, in der sich die Pflanzen mit beängsti- gender Schnelle auswachsen. Sie schießen förmlich in die Höhe— da, sehen Sie z. B. den Brotbaum! Seit unserem Eintritt hat er seiner Größe mehr als das Doppelte zugelegt!! Ihnen graut? Mir der unerträgllchen Not des Volkes an— dann redet man von Befriedigung des sozialdemokratischen Agitationsbe- dürfniffles. Kennzeichnet man das Treiben in der bayerischen„Ordnungszelle", dann entrüstet man sich über „sozialistische Skandalsucht" und zetert darüber, daß dadurch die„Stellung der Reichsregierung untergraben" werde. Im allgemeinen hat man sich auf deütschnationaler Seite um die Gefährdung der Politik der Reichsregierung sehr wenig ge- kümmert. Das zeigt gerade in diesen Tagen die VerHerr- lichung terroristischer Akte im Ruhrgebiet, die der Politik der Reichsregierung und dem Willen der Ruhrbevölke- rung gleichermaßen zuwiderlaufen. Aber wenn die Sozial- demokratie, nicht zum mindesten um Deutschlands Ansehen im Ausland zu wvhren, gegen die bayerischen Methoden Front macht, dann ist das staatsgefährlich. Glaubt etwa die „Deutsche Tageszeitung", die sich besonders entrüstet, daß das Fehlurteil gegen Fechenbach in der weiten Welt Deutschland irgendeinen Freund erwirbt? Oder daß das Wüten der Hitler-Kohorten gegen eigene Volksgenossen den Glauben stärken kann, in Deutschland existiere überall eine feste und zielbewußte, auch von den früheren Herren respektierte Staatsauorität? Das glaubt die„Tageszeitung" natürlich selber nicht. Ihr dürfte es auch nicht darauf ankommen, die Regierung zu stärken, fondern über die bayerischen Zustände den Mantel christlicher Nächstenliebe zu werfen. Deutschvölkische Seklemmvngen. Durch das Parteibureau der Deutschvölkischen Freiheitspartei läßt Herr v. Graefe-Goldebee eine Erklärung veröffentlichen, in der es u. a. heißt: „Es gehört die ganze Verlogenheit gewisser Blätter der Linken dazu, um, wie es in den letzten Tagen andauernd geschehen ist, die des Landesverrats angeklagten Kreis« bayerischer Separatisten mit den Deutschvöl tischen überhaupt in Verbindung zu bringen. Sowohl die Deutschvölkifche Freiheits- Partei, wie die Bayerischen Nationalsoziali st en stehen in offenem Kamps« mit diesen Gruppen, die gerode in den Völkischen, die auch in Bayern die eigentlichen Vorkämpfer des Reichsgedankens sind, ihr« schärfsten und gefährlichsten Gegner mit Recht erkennen... Ich ober erkläre jeden, der nach dieser meiner Feststellung noch weiter die Behauptung von irgendeinem Zusammenhang zwischen uns Völkischen und denen gegen die Herren Fuchs und Genossen gemachten Anschul- digungen ausstellt, für einen Lügner!" Dazu ist folgendes zu bemerken: Der Bund„Blücher", in dem die Fuchs und Genossen eme Roll« spielen konnten und von denen er französische Gelder nahm, ist der Münchener Ar- beitsgememschaft Nationaler Verbände angeschlossen, denen auch der „Wikinger Bund" angehört. Punkt ll der Statuten des „Wikinger Bundes" lautet:„Das politisch« Programm ist das der Nationalsozialistischen Deutschen Ar- beiterparti". Di« geistige Verwandtschaft zwischen den deutschvölksschen Separatisten und den deutschvAtischen Unio- nisten geht daraus eindeutig hervor. Herr Graefe wendet sich weiter gegen den in der Reichstags- sitzung vom g. d. M. getanen Zwischenruf des Genossen Hermann Müller, der Hochverratsprozeß Fuchs beweis«, daß Deutsch- völkische französische Gelder genommen hätten. Aus dem Vorhergesagten geht hervor, daß der Zwsschenruf durchaus mit den Tatsachen übereinstimmt. Sachsen und Sapern. Müachen, S. Juni. sEig. Drahtb.) Die Fraktion der B aheri- schen SolkSpartei beschäftigt sich in einer Anfrage an die Regierung mit dem Vorgehen deS sächsischen I u st i z« Ministeriums gegen die bäuerischen Volksgerichte. Ein solches Vorgehen Sachsens widerspreche den Bestimmungen des Gerichts« verfasiungsgesetzeS, verneine die deutsche Rechtseinheit und bilde einen unerhörten Eingriff eines anderen Bundesstaates in die bayerische Rechtspflege. Von der bayerischen Regierung werden„Maßnahmen gegen diese Nebergriffe Sachsens" verlangt. auch beinahe! Verlaffen wir diesen Gift hauchenden Boden und retten wir uns in die erfrischende Kühle der ländlichen Grotte! Hier atmet olles breite Behäbigkeit und Sättel Saftige Rüben, goldene Nehren, fettes Gras— alle Vorbedingungen für eine gute Ernte sind gegeben. Durch jenes Fenster können Sie gerade in die Stube des Besitzers schauen. Er wendet mit einer Heugabel da« in einer Riesentruhe angesammelte Papiergeld, um es vor Mottenftaß zu schützen! Ihnen wird kalt? Schön. Wir sind auch am anderen End« des Gartens angelangt.... Dieses kümmerliche Pflänzchen dort? Was das ist? Wie es heißt? Meine hochverehrten Herrschaften— nähern Sie mir etwas Ihre Ohren, damit ich es nicht so laut sagen muß!— dieses armselig« Pflänzchen dort, dos nahe der Mauer im Schatten sein Leben fristet, ist— ist— das Realeinkommen des deutschen Arbeiters, Angestellten und Beamten!" Ein internationalistischer heßfilm. Der„Fridericus-Rex- Film, das Propaganda- und Erbauungsschaustück unserer Deutsch- völkischen, wurde, wie wir seinerzeit mitteilten, vor einigen Monaten in polnischen Städten zur Unterstützung einer deutschseind- lichen Agitation vorgeführt. Jetzt wird er, mit srayzösischem Vegieittext, an zwei Brüsseler Kinos gezeigt, wo er dazu dient, das belgische Publikum gegen die„Boches" aufzuhetzen. Wir zweifeln nicht daran, daß die Cscrepy-GeseUschast, die den Film inszeniert hat, auch jetzt wieder erklären wird, sie sei an dem „Mißbrauch" unschuldig, und wir zweifeln ebenso wenig daran, daß unsere Deutschnationalen nach wir vor einem Machwerk zu- jubeln werden, das dazu dient, dem deutschen Vaterlande in der gegenwärtigen schweren Zeit unabsehbaren Schaden zuzufügen. Leider haben wir nach den bisher gemachten Erfahrungen auch keinen Grund, daran zu zweifeln, daß die preußischen Behörden die Cserepy-Gesellschaft auch femerhin nach Kräften unterstützen werden. indem sie ihr die preußischen Schlösser für ihre Filmausnahmen zur Verfügung stellen usw., und daß der Preußische Landtag für diesen Unfug kein Wort des Tadels finden wird. Oberfchiesifche„ Einheitsfront". Aus Oberschlesien wird dem SPD. geschrieben: Im„Deutschen Volksund für Oberschlesien", der Hauptorganisation für deutsche Kulturarbeit in der polnisch gewordenen Ostmark, ist es durch Provokationen der äußersten Rechten zu einer bedauerlichen Spaltung gekommen. Der evangelische Postor K i e h r, der sein Amt wiederholt zu politischen nationalistischen Hetzereien ausnutzte, wurde leider durch den Vor- stand des Volksbundes gegenüber sozialdemokratischer Kritik ge- deckt. Dadurch wurde der sozialdemokratiscke Abgeordnete Gen. K o w o l l- Kattowitz gezwungen, sein Amt als zweiter Vorsitzender des Volksbundes niederzulegen und seinen Austritt aus dem Volksbunde zu erklären, womit die Mitarbeit der deutschen Sozialdemokraten an dieser für das ge- samt« Deutschtum bestimmten Organisation zunächst unmöglich ge- worden ist. Sachlich haben die deutschen Sozialdemokraten die positive Arbeit des Bolksbundes für die deutschen Bildungseinrichtungen in Pol- Die Delbrück-Sachte bleiben üeutsch. Entscheidung der Grenzkommisfiou. Die Grenzkommission in Breslau hat. wie WTB. über die laug- umstrittene Frage, ob die Delbrück-Schächte Denlschland oder Polen zufallen sollen, zugunsten Deutschlands entschieden. Für Zuteilung an Deutschland stimmte» außer dem deutschen Kom- mifiar, Major Etzel, der englische und der italsenische Kommissar. Die Grenzkommission halle schon mehrfach ihrer Aussassung dahin Ausdruck gegeben, daß Deutschland mehr Anrecht ans die Delbrück- Sckjächle habe als Polen, hat es aber vor der endgültigen Entscheidung noch für zweckmäßig gehalten, das Gutachten eines neutralen Sachverständigen einzuholen. Dieses Gutachten, das von dem Professor an der Bcrgwerksschule in Madrid F ab r e g a, erstattet worden ist, hat der heutigen Entscheidung zugrunde- gelegen. Die Tätigkeit üer Wuchergerichtsbarkeit. Die„Rote Fahne" und nach ihr die übrig« kommunistische Press« in Deutschland bemüht sich krampfhaft, ihre.�oatroll- ausschüsse" den Arbeitern populär zu machen. Mit Mühe und Not werden teiglich„Fälle" festgestellt, in denen die Kontrollausschüss« angeblich wirksam tätig geworden sind. Notabene, es handelt sich in den ganz wenigen Fällen, die die Kommunisten überhaupt mitteilen können— ob sie zutreffend sind, steht nicht einmal fest— nur um Fälle, wo die Ausschüsse gegen ganz kleine Leute vorgegangen sind. Daß ober diese Tätigkeit der arbeiteten Bevölkerung nichts nützt und nichts nützen kann, und im Verhältnis zu dem, was die zuständigen Organe von sich aus pflichtgemäß tun, ganz bedeu- tungslos ist, mögen folgende Zahlen ermessen. Die preußischen Polizeiverwaltungen haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres rund 43000 Ermitte- lungssachen in Wucherfällm abgeschloffen und an die Staats- anwaltschaften weitergegeben, darunter die Polizei in Berlin allein gegen 10 000. Zur schnelleren Aburteilung sind seit einiger Zeit Marktgerichte tätig. Sie sind zunächst in Berlin, dann in Magdeburg, Hannover, Breslau und Stettin errichtet worden, und werden jetzt errichtet bzw. sind m der Errichtung be- griffen in Frankfurt a. M., Cassel, Kiel, Husum, Barmen-Elberfeld, Essen, Erfurt usw. Die Polizeistreisen, die mit dem Markt- gericht zusammenarbeiten, führen Beschuldigte sofort dem Markt- gerieht vor, welches auf Antrag des Staatsanwalts entweder sofort zu einer Aburteilung kommt oder, wenn es sich um einen kompli- zierten Fall handelt, diesen an das Wuchergericht abgibt, da» auch über Berufungen der vom Marktgericht Verurteilten ensscheidet. In der kurzen Zeit des Bestehens der Marttgericht« sind bereit» weit über 1000 Fälle zur Aburteilung gelangt und es ist auf viele Millionen Mark Geldstrafe erkannt worden. Selbstverständlich kann mit Polizei und Gericht die Preisbildung nicht wesentlich beeinflußt werden. Noch weniger ober durch die kommunistischen Kontrollausschüsse, die, wie die Erfahrung im Ruhrgebiet gezeigt Hotz nur bewirft haben, daß die Der. sorgung gerade der arbeitenden Bevölkerung auf das ernftlichsts in Gefahr gebracht worden ist. Zur Ungleichung an die heutig« Preisgestaltung sst zunächst erforderlich ein wesentliches Hinaufsetzen der Löhne und Gehälter der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Dazu bedarf es wiederum nicht der Kontrollausjchüsie und der kommunistischen Organisationszersplssterer, sondern einer starken einheitlichen Gewerkschaft»- bewegung. Im übrigen muß die Preisgestaltung geregelt wer- den durch in der Richtung der sozialdemokratischen Forderungen liegende reichsgesctzlich zu schaffende wirtschaftliche und finanzpolitische Maßnahmen.> _ Die Ausweisung Hölleia» au» Frankreich soll unmittelbar be- vorstehen. Damit wird auch der Strafantrag hinfällig. Eine kommunistische Kundgebung vor dem Hause von I a u r« s in Paris wurde verboten. nisch-Oberschlesien stet» mit großem Nachdruck unterstütztz was ihnen durch das Abrücken des dem Zentrum nahestehenden ersten Por- sitzenden Frhrn. o. Reißen st ein von übertriebenem Nationa- lismus bisher auch ohne Aufgabe ihrer Grundsätze ermöglicht wurde. Erst die Provokationen der äußersten Rechten haben den Gegensatz zwischen den verschiedenen deutschen Gruppen in Polnisch-Ober- schlesien zum Austrag gebracht, was im Gesamtinteresse des Deutsch- tums tief zu bedauern ist. Die deusschen Sozialdemokraten werden als Partei von dieser Spaltung keinen Schaden haben. Heidelberger Studenten sür Lencrrd. Wie berichtetz hat der Heidelberger Universitätsprofessor Lenard, gegen den wegen seines Verhaltens am Tage der Rathenau-Demonstrativn ein Diszi- plinarverfahren eingeleitet worden ist, seine Entlassung«ingereicht. Die Heidelberger Studentenschaft hat Nim ein Schreiben an das Kultusministerium und den Senat gerichtet mit gesammelten Unter- schriften, in dem ersucht wird, da; Abschiedsgesuch nicht zu genehmigen und das Versahren niederzuschlagen. Wa» hätte wohl im wilhelminischen Zeitalter«in« Univer- sstätsbehörde mit Studenten gemacht, die sich eine Kundgebung zu- gunsten eines wegen staatsgefährdender Handlungen verfolgten Professors erlaubt hätten? Die jugendlichen Demonstranten von Heidelberg riskieren allerdings nichts, und dieses Bewußtsein dürfte ihren Bekennermut wesentlich beflügett haben. Banknoken'waschcn. Es ist kürzlich ein Fall berichtet worden, in dem ein« Behörde bei der Ablieferung schmutziger Geldschein« eine besondere Reinigungsgebühr erhob. Dewöhnlich aber zwingt der Staat nicht feine Untertanen, die Banknatenwäsch« zu bezahlen, sondern er bezahlt sie selbst und spart damit viel Geld. In den Ver- «inigen Staaten werden jährlich Hunderttaufende von Dollars durch das' Reinigen der schmutzigen Banknoten gespart, und auch bei uns gibt es dafür umfassend« Einrichtungen. Di« Noten werden mit Seife gewaschen, abgescheuert, i» kaltem Wasser gespült und dann geplättet. Das Waschen erfolgt in großen Maschinen, durch die die Noten hindurchgehen. Das„Stärken" und„Plätten" der Noten sind dann weitere Vorgänge, die zu ihrer Wiederherstellung bei- tragen. Freilich lassen sich dies« Maßnahmen nur mit Bonknoten aus sehr gutem Papier vornehmen, wie es bei den amerikanischen Geldscheinen verwendet ist, und es fragt sich, inwieweit unser heutiges Papiergeld die Wäsche ausholt. Eine tollwütige Löwin. Zum erstenmal ist jetzt ein Fall kon- stattert und wissenschaftlich untersucht worden, daß auch der Löwe von Tollwut befallen werden kann. In Paris kamen kürzlich vier junge Löwinnen aus Abessinien an. Ein« von ihnen, deren Alter auf acht Monate geschätzt wurde, erkrankte alsbald. Sie ver- weigerte die Nahrung, zeigt« jähen Wechsel von Niedergeschlagen- beit und Aufregung, dann trat eine Lähmung zuerst der Hinterbein-, später auch der Vorderbeine ein, und schließlich folgte ein kurzer Todeskampf. D:« ganze Krankheit hatte nur drei Tage gedauert. Bei der Untersuchung fanden sich in den Neroenzellen die chorak- teristilchen Negrischen Körpcrchen und die sonstigen Merkmale der Hund s w u t. Professor Manouelian impfte mit der Substanz ein Kaninchen und zwei Meerschweinchen: bei ollen drei Tieren stellte sich� nach zwei Wochen die typische Tollwut ein. Ungelöst bleibt natürlich die Frage, wie die Löwin zu der Erkrankung tautz Schweyer und die Hochverräter. 28ie Oberst Nichert entkam. München, 9. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Erklärun gen des Ministers Schwener zu der Nichtverhaftung des Richert im Landtag bedürfen aus prozessualen, vor allem aber aus politischen Gründen einer Stellungnahme. Der Minister stellte feft: 1. Es ist unwahr, daß die Verhaftung des Richert aus innerpolitischen Gründen nicht durchgeführt ist. 2. Die tatsächlichen Unterlagen waren am 20. Februar noch mangelhaft. 3. Das ganze Belastungsmaterial war noch in den Händen eines Dritten. 4 Der Aufenthalt des Richert stand feineswegs fest. Der ersten Behauptung Schweŋers steht die eidliche Ausfage des Zeugen Major Mayr gegenüber, wonach Kautter als Teilnehmer der Besprechung bei Schwener dem Zeugen Mayr erklärt hat, Schwener habe tatsächlich angedeutet, daß ausinnerpolitischen Gründen die Verhaftung des Richert zunächst nicht stattfinden solle.( Die Vernehmung des Zeugen Kautter soll nächste Woche erfolgen.) Schwener und Nork die Sache nicht für so dringend hielten und sie bescheidenen Landarbeiterforderungen ablehnen, obgleich gerade die erst noch näher untersuchen wollten. Wegen der Person des schlesische Landwirtschaft in der letzten Zeit glänzende Gewinne geRichert sagte der Polizeipräsident ausdrücklich, daß man den Fran- macht hat. Die Mindestbedingungen des Landarbeiter- Verbandes 3ofen bei späterer Gelegenheit wieder nach München her für die Wiederaufnahme der Arbeit umfassen eine Notbeihilfe in überlocken und dann festnehmen werde. Da Kautter selbst nicht wußte, wo die Verschwörerfizung stattfinden werde, gab der Polizei- Höhe eines Monatslohnes nach den Februarfäßen, ferner die Ber präsident Auftrag, daß Kriminalbeamte später mit ihm zusammen- bierfachung der Februarlöhne für Juni. Bezahlung der treffen sollten, um ihn dorthin zu begleiten. Die Herren verfehlten Streittage wird nicht verlangt, dagegen die volle Aushänfich aber." digung der Naturaldeputate und der Verzicht auf EntAuf Befragen äußerte der Zeuge Biris dann, er könne sich wohl lassungen aus Anlaß des Streiks. vorstellen, daß Schwener aus außenpolitischen, nicht aus innenpolitischen Gründen eine sofortige Berhaftung des Koffbus, 9. Juni.( WTB.) Die Meldung einiger Berliner Richert für un3med mäßig gehalten habe. Jedenfalls habe Blätter über die Vorgänge auf der Grube Erika der Jlie- Berger aber den Eindruck gehabt, daß Schwener die Nichtverhaftung nur baugesellschaft sind übertrieben. An den Kundgebungen am aus fachlichen Gründen durchgeführt habe. Der Vorsitzende des Donnerstag hat sich nur ein Teil der Velegschaft beteiligt, etwa Gerichts schloß diese Episode mit der Bemerkung:„ Daß dieser raffi- 2500 Mann, von denen 40 bis 50 junge Burschen aus dem Denierte Franzose nicht mehr herüberkommen würde, war doch klar!" monstrationszug in das in vollem Betrieb befindliche Ilfe- KaufUeber die Person des Richert wußte übrigens heute ein Zeuge haus stürmten, Kleider, Stiefel uiw. zusammenrafften und damit namens Fontaine, der längere Zeit Redakteur im Saargebiet verschwanden. Sie stießen dabei sofort auf den Widergewesen ist, einiges zu erzählen. Richert sei eine im Saargebiet all- it and ihrer älteren Kollegen, wurden zum Teil bereits gemein bekannte Persönlichkeit, ohne daß man aber über seine tat- ermittelt und verhaftet. Der Vorschuß war den Arbeitern, fächliche Stellung und die Rolle, die er spielte, genau informiert ge- um bei der raschen Geldentwertung noch einkaufen zu können, auf wesen sei. Er bewohne seit dem Einmarsch der Franzosen ins Saar- ihr Bitten hin bezahlt worden unter der ausdrücklichen Bedingung, gebiet cine Villa in Saarbrücken( Trillerweg 20), fei äußerlich daß er am nächsten Lohntag in Abzug gebracht werde. Auf allen Privatmann, werde aber mit dem Titel Rommandant" angesprochen Jlsegruben wird gearbeitet. Zu Punkt 3: Das ganze Belastungsmaterial befand sich in den und verkehre sehr viel in der Regierung des SaarHänden des Leutnants Friedmann, des Geschäftsführers gebiets. Ziemlich sicher wäre, daß Richert der Chef der frandes bayerischen Ordnungsblods, dem ja Schwener sehr nahe steht zöfifchen Propaganda im Saargebiet fei, die den Zwed habe, das und dessen Borsigender, Hofrat Pigis, bei der Besprechung mit Saargebiet It n Frnkreich anzuglie Schwener anwesend war. Warum wurde Friedmann nicht sofort dern. zum Minister gerufen? Sollte Schweyer aber mit dem Dritten" Und einen solchen Mann läßt Herr Minister Schwener entMajor Mayr gemeint haben, so ist dieselbe Frage berechtigt. Denn wischen! Mayr hat unter Eid befundet, daß er nach der Verschwörersizung am 20. Februar die darauf folgenden 36 Stunden ununterbrochen in seiner Wohnung zugebracht hat, in der Erwartung, daß ihn tie Polizei doch ganz bestimmt rufen werde. Zu Punkt 2 ist festzustellen, daß nach dem bisherigen Ergebnis des Prozesses die Unterlagen am 20. Februar in feiner Weise mangelhaft waren, sondern daß im Gegenteil aus weiteren beeideten Zeugenaussagen hervorgeht, daß das Material, wie es dem Minister Schwener am 20. Februar vorgelegt wurde, schon damals genau folüdenlos war, wie es heute ist. Zu Punkt 4: Schwener und Polizeipräsident Nork waren davon unterrichtet, daß die Verschwörersitzung abends 8 Uhr stattfinden werde. Es wäre ein leichtes gewesen, die Wohnung des Machhaus ausfindig zu machen, wo diese Sigung tatfächlich abgehalten wurde und wo auch, wie sich später herausstellte, Richert sich bis gegen früh 5 Uhr des fommenden Tages aufgehalten hat. Zur Aufklärung diefer ganzen Angelegenheit ordnete das Gericht am Samstag, dem sechsten Berhandlungstag des Machhaus- Prozesses, die nochmalige Ladung des Zeugen Hofrat Piris an, der am 20. Februar zusammen mit Kautter beim Minifter Schweyer war. Unter Eid schilderte dieser den Vorgang in folgender Weise: ,, Am Vormittag des 20. Februar hielt Kautter die Situation für so außerordentlich fritisch, daß ihm eine sofortige Verständigung der Behörden notwendig erschien. Er bat mich, ihn zu Minister Schwener zu begleiten. Wir gingen um 4 Uhr nachmittags zu Schwener, wo Rautter an Hand eines schriftlich niedergelegten Protokolls dem Minister den ganzen Sachverhalt schilderte und dann anschließend noch seine persönliche Auffassung auseinandersetzte. Kautter gab dabei eine solche Menge erdrückender Einzelheiten wieder, daß Schweŋer jedenfalls von dem Ernst der Situation vollständig überzeugt sein mußte. Kautter sagte zum Schluß, daß er selbst und seine Mitarbeiter die weitere Entwicklung dieser Dinge nicht mehr auf ihre Verantwortung nehmen könnten; fie überließen nun die Entscheidung den Behörden. Er stelle mur die eine Bedingung, daß restlos zugegriffen und daß nicht durch helbe Maßnahmen irgendeine Verschleierung ermöglicht werde. Schmeyer war in höchftem Maße erstaunt und in großer Erregung. Er erflärte, daß ihm ähnliche Zusammenhänge zwischen Fuchs und Kühles bekannt gewesen seien, andere Namen dagegen nicht. Nunmehr äußerte Kautter, er sei in der Lage, dem Minister die ganze Berschwörergesellschaft noch heute abend ans Meifer zu liefern. Schwener bestellte daraufhin die beiden Herren nochmals auf 7 Uhr zu fich, um inzwischen den Polizeipräsidenten Norz zu verständigen. Bei dieser zweiten Unterredung um 7 Uhr war Schwener schon zurückhaltender, und Nork erweckte den Eindruck, daß er die ganze Angelegenheit überhaupt nicht für ernst nehme. Ich hatte deswegen auch eine Auseinandersehung mit Morg, weil diefer fagte, die Sache wäre doch wohl nicht so schlimm und am Ende aufgebauscht. Er hätte doch andernfalls etwas von feinen Kriminalorganen erfahren müffen. Ich gewann nun den Eindruck, daß Es kann sein, daß sie schon in ihrer Heimat von einem tollen Hunde gebiffen wurde. Möglicherweise stammt das Gift aber auch von einem Tiere, das ihr zur Nahrung diente; in diesem Falle müßte man annehmen, daß eine kleine Wunde, ein Riz in der Schleimhaut etma des Rachens den Uebertritt der ansteckenden Substanz in die Blutbahn ermöglichte. Was ist ein Hungerfuch? Oft wird der Ausdrud gebraucht am Hungertuch nagen", und jetzt fast mehr noch als während des Krieges haben viele Menschen fennengelernt, was es heißt, wenn das Schicksal das Hungertuch aufgehängt hat. So oft die bekannte Redensart aber auch gebraucht wird, nur wenige Menschen missen, was ein Hungertuch eigentlich ist. = gierung hat die gerichtliche Deffnung der Leiche des mach München, 9. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die bayerische Rehaus veranlcßt. Dabei wurde, wie amtlich bekanntgegeben wird, in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise festgestellt, daß der Tod durch Selbstmord eingetreten ist. Die Streiks in Schlesien. Breslau, 9. Juni.( Eig. Drahtber.) Die Streiflage in Dбerschlesien hat sich wesentlich verschärft. Die Arbeitgeber lehnen alle Verhandlungen ab, da der Streit nicht von den Gewerkschaften erklärt worden sei und sie ihn daher als wilden Vertragsbruch betrachten. Bürgerliche Meldungen über angebliche errorakte werden von gewerkschaftlicher Seite als unrichtig bezeichnet. Ueber die genaueren Ziele des Streits ist infolge der Blanlosigkeit der Agitation von fommunistischer und unionistischer Seite ein flares Bild nicht zu gewinnen. Die Ursache des Ausstandes liegt im wesentlichen in der maßlosen Teuerung, die im Industriegebiet neuerdings besonders scharfe Formen angenommen hatte. Breslau, 9. Juni.( Eig. Drahtber.) Der„ Deutsche Land arbeiter Verband" hat für Mittel- und Niederschlesien den Generalstreit erklärt, da die Arbeitgeber die Erfüllung der B Polen und der Ruhrkampf. Warschau, 9. Juni.( Poln. Tel. Ag.) In der Senatskommission längere Rede über die Außenpolitik der Regierung. Er betonte, für auswärtige Angelegenheiten hielt Außenminister Seyda eine daß die Stellung Polens auch durch die Ueberzeugung beeinflußt merde, daß Berlauf und Ausgang des Kampfes im Ruhrgebiet auf lange Zeit die Rolle Deutschlands in Europa und sein einen unmittelbaren Einfluß auf Polen ausübten, weil dadurch Berhältnis zu Bolen bestimmt würden. Wer die Vergangenheit und die Zukunft nüchtern beurteile, komme zu dem Ergebnis, daß alles, was in Deutschland geschehe, und was Deutschland heute Bolen gegenüber beseele, von polnischer Seite fluge und entschiedene Bemühungen verlange, um die Lage der auf den Trümmern der Zentralmächte entstandenen Staaten zu ordnen und in Mitteleuropa den Frieden zu bewahren, der das Ziel Polens fei. Bezüglich Danzigs erhob Minister Seyda gegen den Bölkerbund den Vorwurf, daß er infolge Unkenntnis der Lage es dahin gebracht habe, daß heute eine weitere Verhandlung mit dem geben, solange fich Danzig nicht völlig auf die Grundlage des Danziger Senat zmedlos geworden sei. Polen werde nicht nachFriedensvertrages gestellt habe, und solange es sich nicht dem darin enthaltenen Willen beuge, daß die Freie Stadt Danzig die Sicherung des freien Zugangs Bolens zum Meere sein solle. Türkische Drohung mit Sonderfrieden. Causanne, 9. Juni.( WIB.) Die türkische Delegation veröffentlicht eine Erklärung, in der sie Gerüchten entgegentritt, wonach die Türken einen Sonderfrieden mit England zu schließen beabsichtigen. Dieses Dementi ist um so auffälliger, als derartige Gerüchte in den Kreisen der Konferenz nicht umliefen, Kanzlerrede in Münster. Bei einem Empfangsabend des Reichsverbandes der deut- fähigkeit und Hilfsmittel vor. Es war auch irrig, wenn die franschen Presse in Münster hielt gestern Reichskanzler Dr. Cuno eine Rede. Münfter, fagte er, ist die Hauptstadt des Westfalenlandes, dessen Stärfe und Truß unser Troft und Schuh ist. Nächst der Stadt liegt der Schauplatz eines stummen gewaltigen willen. Ringens zwischen Gewalt und Recht. Die Unabhängigkeit der Presse, auch den Kräften des Wirtschaftslebens gegenüber, sei ein hohes Gut, wichtig auch um des Staates als Ergänzung zu der Note vom 2. Mai übergeben. Es ist ein Borgestern haben wir den Mächten unser Memorandum natürlicher Schritt auf dem Wege, den die Regierung von Anfang an gegangen ist. In dem westfälischen Brovinzialbandtage zu Münster habe ich einen Tag nach dem Ruhreinbruch die Grundlinie dargelegt: die Lösung des Reparationsproblems, um jeden mit der deutschen Staatsfreiheit und der deutschen Wirtschaftskraft zu vereinbarenden Preis, ist das Ziel, die Aussprache in zösische Note das Angebot den 132 Milliarden des Londoner Zah lungsplanes gegenüberstellte, denn diese bedeuten nur einen nennt daß Deutschland nicht schon während des Mora. aert, nicht einen Jehtwert. Sodann war es unrichtig, toriums nach Maßgabe seiner Kräfte mit Sachleistungen beginnen wollte. Der Vorschlag endlich, eine internationale Kommission über die deutsche Leistungsfähigkeit und die aus ihr folgenden Möglichkeiten zu befragen, ist aus der Reparationsfommiffion felbst hervorgegangen, sachverständiger infolge des Eingreifens des französischen Miniſterwenngleich die im Mai berufene Kommission internationaler Finanzpräsidenten unverrichteter Sache wieder auseinandergehen mußte. Die englische und die italienische Antwort eröffneten eine Möglichkeit der Fortsetzung des Meinungsaustausches. Seitdem ist alles geschehen, um die außenpolitische Lage zu erforschen und dem schweren verantwortlichen Schritte einen günstigen Boden zu schaffen. Im eigenen Gewissen hatte die Regierung den stärksten Antrieb zur Beeilung dieses Schrittes angesichts der offenen, ehrlichen und gleichberechtigten Verhandlungen Die Entstehung der Rechtshändigkeit. Eingehende Unter der Weg, den diese Regierung sich vorgezeichnet hat. Nichts ist unerhört ffeigenden Leiden des besetzten Gebietes suchungen vorgeschichtlicher Geräte, die von Sarafin vorgenommen unterlassen worden, was der Lösung dieser Aufgabe dienen fönnte. und steigenden Schwierigteiten auch im unbefehten wurden, haben nach einem Bericht der„ Umschau" ergeben, daß Unser Angebot in London, unser Vorschlag für Paris, die zwischen Gebiet. Den Blick auf Rhein und Ruhr gerichtet, haben wir den feine Anhaltspunkte für Rechtshändigkeit der prähistorischen Menschen beiden liegenden Bemühungen zu einer Aussprache zwischen fran- neuen Schritt getan. Wo man die Sprache der Ehrlichkeit und vorhanden sind. Die Abnügungsmerkmale, die sich besonders an zösischer und deutscher Industrie zu kommen, das Angebot eines be- eines die gegebene Lage berücksichtigenden realpolitischen GeschäftsSchabern erkennen laffen, zeigten deutlich, daß die Geräte mit der fonderen friedensichernden Abkommens über das Rheinland sind finns versteht, wird man ihn werten als einen Beweis der rechten und mit der linken Hand gleichmäßig benutzt wurden. Da- Folgen dieses Willens. Die Antwort auf diese gehäuften Be- Aufrichtigkeit und des ernsten Willens Deutschlands, die Renach steht fest, daß die Menschen der älteren und der neueren mühungen war der Einmarsch französischer und belgischer Truppen parationsfrage der Lösung entgegenzuführen. In Ergänzung der Steinzeit unterschiedslos mit der rechten und der in das Ruhrgebiet und Ueberschreitung aller Grenzen, die rechtlich, Note vom 2. Mai haben wir uns streng auf die beiden Fragen belinken and arbeiteten. Erst seit dem Beginn des Bronze- räumlich und fachlich das Rheinlandabkommen der Besetzung zog. schränkt, die den Antworten der Alliierten gemeinsam waren: Höhe zeitalters beginnt der Gebrauch der rechten Hand zu überwiegen. Seitdem tam zu dem ersten Zielpunkt der Lösung der Reparations des Angebots und Benennung der wirtschaftlicher Garantien. Go Die Gründe für die Ausbildung dieser heute allgemeinen Unvolltomfrage ein zweiter, noch größerer: es galt, alle Kraft anzuspannen, sehr wir, ohne uns von der geraden Linie unserer Politik zu ent menheit sind nicht leicht festzustellen. Sarafin nimmt an, daß es sich um für Rhein und Ruhr die Wiederherstellung des Rechtszustandes fernen, zu jeder Modifizierung des Angebots uns bereit um religiöse Motive handelt: die linke Hand galt, wie es auch noch zu erreichen, alles fernzuhalten, was der Bevölkerung in ihrer finden konnten, so wenig fonnten wir, zumal angesichts der fortheute vielfach der Fall ist, als die weniger glückliche und wurde se lb ft gewollten und selbstgewählten Abwehr als schreitenden Schwächung unserer finanziellen und wirtschaftlichen daher nach Möglichkeit ausgeschaltet. eine Berleugnung und Schwächung erscheinen tönnte, alles zu tun, Kraft durch den Ruhreinfall, zu einer anderen zahlenmäßigen um die furchtbaren Leiden zu lindern, die alle Schichten der Be Selbstschätzung unserer Leiftungsfähigkeit gelangen. Wer eine wirkvölkerung des besetzten Gebietes tragen. liche Löfung des Reparationsproblems will, darf nicht so sehr an das Diese erste und ursprüngliche Aufgabe, unserem Bolle und Versprechen als an das Zahlen denken. Zu oft schon haben wir Bande wieder zur Freiheit und zum Frieden zu verhelfen, ließen und haben mit uns unsere Gläubiger erfahren, daß unter Zwang uns die Bemühungen um die Lösung der Reparations- und Drohung abgegebene Versprechungen zu immer neuen Verfrage verdoppeln. Es war im frühen Mittelalter, als der kirchliche Brauch auffam, Bange standen wir der völligen Ablehnung jeglicher Berhand- wirrungen führten. Deshalb ist in der Frage der Leistungsfähigkeit während der Festenzeit den gewöhnlich reich mit goldenen und lungen durch Frankreich gegenüber. Lange bot auch keine andere die Methode des ehrbaren Kaufmanns buntfarligen Bieraten geschmückten Altar mit einem Tuch zu ver- Macht dem sehenden Auge einen Anhalt, an dem wir hätten ein- notwendig, nicht aus irgendeinem persönlichen Geschmad, sondern hüllen, um die ernste Stimmung der Gläubigen nicht durch den sezen fönnen, bis die befannte Unterhausrede des englischen Staats- einfach deshalb, weil sie allein bei denjenigen, die das ReparationsAnblid des prunfvollen Schmuckes zu zerstreuen. Dieses Tuch nun, fekretärs des Aeußern und gleichlautende Ratschläge der italienischen problem als solches betrachten und nicht zu politischen Zwecken mißdas aus weißer, grauer oder violetter Leinwand hergestellt und mit Regierung eine neue Möglichkeit gaben. So ergab sich folgerichtig braucht wissen wollen, Bertrauen weckt und erhält, und weil sie desBildern aus der Leidensgeschichte Chrifti oder auch nur mit großen der Schritt, den wir am 2. Mai getan haben. Wir fonnten dabei, halb außenpolitisch nützlich ist, haben wir in dem Memorandum schwarzen Kreuzen bemalt oder bestickt war, hieß das„ Hunger- wenn wir ehrlich bleiben wollten, nicht über den Rah- daran erinnert, daß die Frage der deutschen Leistungsfähigkeit feine tuch"; denn es deutete, daß man der Fastenzeit gedente. men hinausgehen, in dem wir für die Pariser Konferenz und in Frage der Gefügigkeit noch des Willens, sondern eine Frage des Der Brauch, Hungertücher aufzuhängen, der schon in Schriften späteren Erklärungen unsere Leistungsfähigkeit nach gewissenhafter Urteils ist. Nach unserer Ueberzeugung wird diese Leistungsfähig des 9. Jahrhunderts erwähnt wird, hat sich in einigen wenigen Prüfung und Ueberzeugung umriffen hatten. Um wahr zu sein, feit im Auslande weit überschäßt. Die Gegner selbst erkennen das Kirchen so in den Domen von Trient und Paris wie auch in der fonnten wir uns nicht auf das Finanzielle allein beschränken, son- an, wenn sie nun den Gedanken großer Anleihen in den HinterLambertikirche zu Münster bis in die neueste Beit erhalten. In dern mußten die Hand in die Wunde legen, die tiefer noch als die grund treten lassen. Aber wenn schon verschiedene Meinungen beMuseen kann man auch alte Hungertücher aufbewahrt sehen. Das ungelöste Reparationsfrage, nicht bloß im Herzen eines jeden stehen sollten, so mag eine unparteiische internatio aus dem Jahre 1472, das mit mehr als 100 Bildern aus der bibli- ich meine den Einbruch in deutsches Gebiet, mit all dem aus ihm ſchen Geſchichte bestickt ist, außerdem auch Tücher aus dem 16. und folgenden Wirtschatfsruin, dessen Beendigung wir zusammen mit Er 17. Jahrhundert, ebenfalls sehr funstvoll ausgeführt. reichung der unversehrtheit des Rheinlandes durch das Angebot frieden sichernder Vereinbarungen erreichen wollten und gerade um der wirtschaftlichen Reparationskraft um Deutschlands willen erreichen müssen. Leo Blech, der Generalmusikdirektor unserer Staatsoper, scheidet wie jest offiziell mitgeteilt wird mit Ablauf dieser Spielzeit aus seinem Anit. Ein Beschluß über seinen Nachfolger ist noch nicht gefaßt. Staatsoper. Die deutsche Uraufführung von Rimsky Korssaksffs " Der goldene Hahn", findet am 18. statt. Das Werk ist ein phan taitisches Spiel noch einem russischen Märchen von Puschkin. Sauptrollen: Tie Damen Jurjevskaja, Senderowna, und die Herren Fischer, Aramesco, Stod, Battong, Janssen. objektive Tatsachenforschung, nicht politische Gunst oder Mißgunst bestimmend ist, und für die die Grundlage des Urteils jenes Recht ist, das auch dem bedrückten Deutschland im Vertrag von Bersailles zugestanden und in feier. licher Form unmittelbar vorher von den Alliierten verbürgt worden ist, daß die Leistungsfähigkeit und die Hilfsmittel Deutschlands seine Reparationspflicht begrenzen, und die gesellschaftliche, wirtschaftliche und finanzielle Organisation Deutschlands aufrechterhalten ist, das sich aufrichtig bemüht, seine volle Tatkraft der Reparation zuzuwenden. Die Antworten, die wir erhielten, find Ihnen tekannt. Frant reich machte uns zum Vorwurf, daß die deutsche Note der faum perhehlie Ausdruck einer systematischen Auflehnung gegen den Ber trag von Versailles sei, aber dieser Vertrag felbft sieht ausdrücklich die Möglichkeit der Ermäßigung oder des Aufschubes der festge= Der Schluß der Kanzlerrede war nach Mitternacht noch fezten Schuldverpflichtung nach Maßgabe der deutschen Leistungs nicht eingetroffen. Gewerkschaftsbewegung An die Berliner Arbeiterschaft! Samstertäufe, Seintonjunttur, Kreditnot und wird ein Zuschlag von je 30, für die dritte und vierte von je 75, zeitweilig bedenkliche Produktionseinschränkung. Der darüber hinaus für jede Ueberstunde und für Sonntagsarbeit ein Papierlohn bei Goldpreisen führt noch heute zu übermäßigen Zuschlag von 100 Pro3. je Stunde gewährt. Dieser Rahmentarif 3wischengewinnen in Produktion und Handel. Die Folge gilt Uns 1. Juni bis zum 30. September 1923. Dom ist eine volkswirtschaftlich ganz unrationelle Ausbreitung eines nur schließend berichtete Seipt über die letzten Lohnangebote der Von der Gewerkschaftskommission wird uns geschrieben: zum Teil berechtigten, vielfach ganz parafitären Zwischenhandels, Arbeitgeber für die Zeit vom 8. bis 22, Juni. Es sollen an Stunden Die Unzufriedenheit und Erbitterung der Arbeiterschaft bei den das Mitschleppen unrationeller Betriebe... dazu lohn erhalten: Juwelenfasser und Monteure 4000 m., Goldschmiede gegenwärtigen Zuständen über die Untätigkeit der Reichs- ein Sinken der Warenqualität... Bei den Arbeiter- und Reparateure 3500 M., Kettenmacherinnen und Juwelenmonregierung ist vollauf berechtigt. Von der Gewerkschaftstom- maffen führt der Papierlohn immer wieder bei jeder Balutaver- tiererinnen 80 Proz. von den bezüglichen männlichen Löhnen, andere mission ist alles, was in ihren Kräften stand, getan und nichts unter- infen vom erreichten Lebensstandard und befördert Löhnen. Jungausgelernte sollen im ersten halben Jahre 2000 m. schlechterung zu einem sofortigen automatischen herab Poliererinnen ebenfalls 80 Pro3. von den einschlägigen männlichen laffen worden, die maßgebenden Stellen auf die Unzufriedenheit auf eine gewisse Berelendung, auf der sich nicht so sehr allgemeiner leber- und im zweiten 3000 m. erhalten. Jugendliche Arbeitskräfte beiderlei merksam zu machen und sie zu warnen. Wir haben wieder gewinn des Unternehmertums über Renten normaler Zeiten, wie Geschlechts im Alter von 14 bis 16 Jahren 1000 m. und im Alter holt und mit Nachdruck gefordert, daß sowohl Maßnahmen gegen die eine weitgehend unrationelle voltswirtschaftliche Or- von 16 bis 18 Jahren 1500 M. Die Zugeständnisse der Arbeits Teuerung und den Wucher ergriffen, ausreichende Mittel zur ganisation aufbauen. Die Papierberechnung von Lohn und geber wurden gegen eine Stimme angenommen. Beschaffung von Arbeit bereitgestellt, auf das Unternehmer- Gehalt führt zu einer herabdrückung der Boltsfauftum zur Anpassung der Löhne an die Teuerung ein Druck raft..." Professor Dr. Hirsch fordert deshalb mert bestän= ausgeübt und auch den Unterstütungs- und Rentendige Arbeitseinkommen, die den Goldpreisen entsprechen. empfängern ihre berechtigten Forderungen erfüllt werden. Vom Vorstand des ADGB. ist das gleiche geschehen. Und dennoch sind bis heute unsere Forderungen nicht erfüllt und unsere Warnungen in den Wind geschlagen worden. Lohnbewegung der Buchdrucker. Die Buchdrucker, deren Vertrag bis zum 15. Juni lief, harten Ausführungen, die darüber im Vorwärts" wiederholt gemacht mor- beantragt, die am Freitag stattfanden und eine Erhöhung des Diese Feststellungen decken sich in fast allen Buntten mit den infolge der Teuerung neue Verhandlungen mit den Unternehmern den sind. Wir haben heute nicht trot, sondern wegen des Mart- Wochenlohnes von 104 000 m. auf 176 000 M.( um 72 000 M.) sturzes, noch mehr aber wegen der Doppelwährung von ergab, fo daß der Stundenlohn von 2167 M. fich um 1500 m. auf Preisen und Arbeitseinkommen eine furchtbare Wirtschafts- 3667 M. erhöht. Der Antrag auf Rückdatierung vom 26. Mai resp. Wenn infolge dieser Untätigkeit der Regierung die Erbitte trife. Ende April waren mehr als 35 Proz. der Ar- 2. Juni wurde von den Unternehmern trog stundenlanger Bemühunrung der Arbeiterschaft in steigendem Maße zunimmt und sich beiter und Angestellten Deutschlands ganz oder gen abgelehnt, aber zugesichert, daß allen Buchdruckereibefizern durch Kundgebungen Luft zu machen sucht, so ist das verständlich. teilweise arbeitslos. Die großen Verbrauchermassen find empfohlen wird, am Anfang der nächsten Woche denjenigen PerAuch uns find schon wiederholt, sowohl schriftlich wie mündlich, An- einfach nicht mehr in der Lage, die Preise der Waren zu bezahlen. fonalen einen entsprechenden Vorschuß zu gewähren, die einen solchen regungen gegeben worden, durch eine öffentiche Protest m flarsten tritt dies bei den Bergarbeiterlöhnen in Erscheinung. wünscher, und über dessen Rückzahlung die Betriebsräte mit ihren regungen gegeben worden, durch eine öffentiche Protest: Während vor dem Kriege der Hauerlohn bei einer Tonne Fett: Unternehmern sich vereinbaren können. Der Berechnerzuschlag fundgebung der Unzufriedenheit der Arbeiterschaft Ausdrud fördertohle 56 Pro 3. ausmachte, ist er nach und nach auf 13% beträgt ab 9. Juni 1131 Proz.- Das Abkommen läuft auf zwei zu geben. Wenn wir bisher davon Abstand genommen haben, so Prozent im Dezember 1922 gefunten. Der ungeheure Marksturz, Wochen bis zum 22. Juni und fann erstmalig am 18. Juni gefündigt geschah das aus wohlüberlegten triftigen Gründen, ohne auch nur der seitdem eingetreten ist, hat den Lohnanteil noch weiter herab- werden. einen Augenblick zu vergessen, welche Pflichten wir im Interesse der gedrückt. Dabei gehen die rückständigen Berfechter turzsichtiger Arbeiterschaft zu erfüllen haben. Auch in seiner letzten Sizung hat Unternehmerintereffen gerade mit den angeblich hohen Bergarbeitersich der Ausschuß der Gewerkschaftskommission sehr ernsthaft mit löhnen haufieren. Mit dieser selbstmörderischen Lohnpolitit muß dieser Frage beschäftigt, ist aber nach reiflicher Prüfung zu dem Er- endlich Schluß gemacht werden. gebnis gekommen, vorläufig noch von einer solchen Kundgebung Abstand zu nehmen, die in Betracht kommenden Stellen aber erneut auf den Ernst der Situation in Berlin aufmerksam zu machen und von ihnen zu fordern, daß endlich energische Maßnahmen zur Linderung der Not der Arbeiterschaft ergriffen werden. Dem ADGB. und den Reichstagsfraktionen der Arbeiterschaft ist der Beschluß der Blenarversammlung der Gewerkschaftskommission unterbreitet. Gleichzeitig sind diese Körperschaften der Arbeiterschaft ersucht worden, im Sinne derselben zu wirken und ihren Einfluß geltend zu machen, damit der Notschrei der Arbeiter schaft Gehör findet. Die Wirkung dieses Schrittes soll zunächſt abgewartet werden. Geschieht auch jetzt noch nichts, wird der Ausschuß der Gewerkschaftskommission, ohne Zeit zu versäumen und feine Pflicht zu vergessen, erneut zur Lage Stellung nehmen und prüfen, welche weiteren Schritte getan und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Wir hoffen und erwarten von der organi sierten Arbeiterschaft, daß sie den Gewerkschaften vertraut und fich zu unüberlegten Schritten nicht verleiten läßt. Selbstmörderische Lohnpolitik. Das Beamtenrätegesetz bedroht! traten die Spigenorganisationen der Beamtengewerkschaften zur Erneute Besoldungsverhandlungen. Am Sonnabend vormittag Besprechung einer neu einzuleitenden Gehalts- und Lohnbewegung zusammen. Es wurde zunächst beschlossen, am Montag im Reichsfinanzministerium zwecks Festsetzung eines Termins zur Neuregebedroht. Sämtliche Länderregierungen haben die Beschlüsse der Die Verabschiedung des Beamtenrätegejeges ist ernsthaft lung der Gehälter und Löhne vorstellig zu werden. Die Lohnverhandlungen im Steindrud vertagt. Die Verzweiten Lesung des 28. Ausschusses abgelehnt. Der Reichs- handlungen am 9. Juni mußten vertagt werden, da die anwesenden fanzler wird deshalb nach seiner Rückkehr von der Reise eine Bes Vorstandsmitglieder des Unternehmerverbandes die Verantwortung sprechung mit der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft abhalten, um für eine 70prozentige Erhöhung der Löhne nicht übernehmen fie zu bewegen, den Standpunkt des Reichskabinetts, das gegenEs sollen deshalb die Tariffreisvertreter des Unterteiliger Auffassung ist wie die Länder, einzunehmen. Von dieser nehmerverbandes für die nächsten Tage nach Berlin geladen werden. Besprechung dürfte es abhängen, ob die Verhandlungen über den Inzwischen wollen die Unternehmer Anweisung auf Auszahlung Gelegentwurf ihren Fortgang nehmen oder ob die Regierung die von 50 Proz. des gegenwärtigen tariflichen Mindestlohnes als Borlage zurückzieht. Vorschuß herausgeben. Vor dem Hamburger Schlichtungsausschuß wurde gestern in den Forderungen der Hafenarbeiter ein Schiedsspruch gefällt, wonach ihnen ab 16. Juni eine 100prozentige Lohnzulage bewilligt werden soll. Bis zum 12. Juni müffen sich die Parteien erklärt haben. Der Tagelohn beträgt im Falle beiderseitiger Annahme Erfolglose Verhandlungen in der Metallindustrie. Die am Sonnabend zwischen den AfA- Gewerkschaften, den andern Angestelltenverbänden und dem Verband Berliner Metallindustrieller geführten Verhandlungen über Auszahlung eines Gehaltsteils haben fein Ergebnis gebracht. Die Arbeitgeber hatten ihr erstes Angebot im Laufe der Berhandlungen erhöht. Es sollten ausgezahlt werden K1, T1, Cb, Co für die Angestellten unter 18 Jahren und die Lehrlinge 40000 M. männlich 150 000 Tarifgruppe A über 18 Jahre weiblich 130 000 männlich 220 000 weiblich 200 000 männlich 260 000 weiblich 230 000 männlich 320 000 weiblich 290 000 ( männlich 370 000 • { " " 19 " " 19 IP K2, T2. . K3, T3. K4, T4, M fonnten. 54 000 Mart. Buchdrucker. Der BSPD.- Fraktionsvorstand tritt am Montag um 145 Uhr bei Baum, Stallschreiberstr. 47, zu einer kurzen Borbesprechung zur Generalversammlung zusammen. Pünktliches und vollzähliges Er. scheinen ist unerläßliche Pflicht. J. A.: Otto Fiedler. Achtung, Metallarbeiter! Am Montag 6 Uhr findet in den Sophien. fälen, Sophienstr. 17-18, die Fortsegung der Generalversammlung statt. Es ist Pflicht aller Parteigenossen, die als Delegierte fungieren, diefe Bersammlung restlos zu besuchen. Metallarbeiter, Bezirk 21. Dienstag nachmittag 4 Uhr in der Schule Niederschöneweide, Berliner Straße, Zusammenkunft aller BSPD.- Be triebsräte, Vertrauensleute und Generalversammlungsdelegierte. Da michtige Tagesordnung, Erscheinen unbedingt Pflicht. Bartei und Verbandsbuch als Ausweis. Achtung, AEG. Brunnenstraße. Am Dienstag, nachmittags 3 Uhr, im Lotal von Carus, Boltastr. 37, fehr wichtige Frattionssigung aller BSPD.- Arbeiter und Angestellten. Es ist Pflicht aller Genoffen, anwesend zu fein. Ohne Parteiausweis fein Zutritt. Der Fraktionsvorstand. Es gibt feinen ernsthaften Wirtschaftspolitiker, feinen Gemertschafter, ja, vielleicht heute auch feinen einsichtigen Unternehmer mehr, der behaupten wird, daß die in Deutschland heute übliche Regelung der Löhne und Gehälter noch länger fortgeführt werden tann. Raum haben die Bertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einer Berufsgruppe nach langem Verhandeln und Inanspruchnahme von mehreren Schiedsstellen eine Regelung der Arbeitseinkommen getroffen, die meist nur für vierzehn Tage Gültigkeit hat, so ist sie ⚫ weiblich 340 000 schon durch einen neuen Martsturz überholt. Die Unternehmer Außer diefen am 15. Juni auszahlbaren Abschlagssummen sollten fürchten stets, daß zu weitgehende Zugeständnisse durch eine mög- auf die sogenannten sozialen Zulagen Vorabzahlungen von je liche Besserung der Mart die Konkurrenzfähigkeit der Industrie ge- 20 000 m. gewährt werden. Die Angestelltenvertreter glaubten, fährdet und schüßen sich vor dieser Eventualgefahr durch ungenügende diese Beträge nicht akzeptieren zu können. Ein von ihnen gemachter Anpassung der Löhne an die Preise. Die Gewerkschaftsvertreter da- neuer Vorschlag, der in den Hauptpunkten der ursprünglichen tag abend 7½ Uhr Neue Philharmonie, Röpenider Str. 96-97. gegen fürchten und mit weit größerer Berechtigung daß jede Angestelltenforderung entsprach, erschien wiederum den Unter- Deffentliche Versammlung am Montag abend 7 Uhr im Lehrervereinshaus, Lohnerhöhung in Wirklichkeit eine Lohnherabjegung ist. Die nehmern undistutabel. Es ist jetzt zu erwarten, daß die Firmen am Aleganderplat. Tagesordnung: 1. Die Rommunalbeamten und das Folge davon ist eine ständige und wachsende Unruhe, die nur auf der Grundlage ihres legten Angebots in den Betrieben einseitig probuftionshemmend wirken fann. für Juni finden am fommenden Mittwoch statt. eine Regelung treffen werden. Die endgültigen Tarifverhandlungen Tarifliche Vereinbarungen der Goldschmiede. Zentralverband der Angestellten. Chemie. Fachgruppenversammlung MonReichsgewertschaft Deutscher Rommunalbeamten. Ortsausschuß Berlin. Reparationsangebot der Industrie". 2. Freie Aussprache. Verbandsgruppe 1: Angestellten und Beamten, Fachgruppe Gemeindetechniker Groß- Berlin. BerBerwaltungs- und Sozialbeamte. Berbandsgruppe 2: Bund der technischen bandsgruppe 3: Deutscher Bertmeister- Berband, Fachgruppe Gemeindebetriebe. Berbandsgruppe 4: Berband Deutscher Berufsfeuerwehrmänner, Rommunale Feuerwehr. Berbandsgruppe 5: Gemeinde- und Staatsarbeiterverband, Be. amtenfektion. Lehrergewerkschaft im Allgemeinen Deutschen Beamteeband. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale Groß- Berlin Be6, Kreuzberg. Donnerstag abend 5 Uhr im Märkischen Sof, Berlin 60., Admiralstr. 18c, Bersammlung aller im Bezirk wohnenden Mitglieder Tagesordnung: 1. Das Arbeitsrecht. Ref. Kollege Rochowski. 2. Freie Aussprache. este. 3. Berbandsangelegenheiten und Berschiedenes. Die Bezirksleitung. 3. A.: In der gestrigen Abendausgabe des Berliner Tageblatts" peröffentlicht der frühere Staatsfefretär im Reichswirtschaftsministerium, Professor Dr. Hirsch Leitfäße über die Einführung der allgemeinen Goldrechnung in Deutschland". Er weist dabei auf die befannte Tatsache hin, daß im Wirtschafts- und Finanzwesen in In einer gut besuchten Bersammlung aller in den Goldwaren- air Deutschland sich die Goldrechnung immer mehr eingebürgert hat. betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Freitag in Ausgenommen davon seien bisher nur der Arbeitsmarkt und die den Akademischen Bierhallen" berichtete Branchenleiter eipt Reichs und Staatsfinanzen mit Ausnahme der Zölle und einiger über die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern. Erst wurde über mit der Baluta gehenden Prozentabgaben( Ausfuhrabgaben, Kohlen- Festlegung des Rahmentarifs verhandelt. Die wöchentliche ArbeitsSteuer). Die Folge dieses Durcheinanders von Goldrechnung, reiner zeit soll 46% Stunden betragen. Am Tage vor den hohen Festtagen Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Saternus, Papiermarkrechnung und sozusagen gebrochene Rechnung nach ver- tritt der Arbeitsschluß bereits um 2 Uhr ein. Hinsichtlich des Urlaubs R. S. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner, Berlin; Feuilleton: Lokales und Sonstiges: Billy Mobus, schiedensten Inderzahlen habe die schwersten wirtschaft ist festgelegt worden, daß dieser im ersten Jahre 5, im zweiten 6, Berlin- Pantow; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. lichen Schädigungen zur Folge: Zunächst Barender im dritten 7, im vierten 8 und im fünften Jahre und darüber Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei schleuderung an das Ausland, Streif der Sparer, hinaus 10 Tage betragen soll. Für die ersten beiden Ueberstunden und Berlagsanstalt Baul Ginger 1. Co. Berlin B. 68, Lindenstraße 3. 2 Bellagen. Rudolph Hertzog Breitestraße Weiße Panama- Herren- Sporthemden M. 75000 60000 Farbige Herren- Sporthemden M. 75 000 53000 45000 Flanell- Herren- Sporthemden....... M. 62500 41475 Weiß wollene Herren- Sweater hoch am Hals, Mittelgr. M. 92000 halb offen, mit Kragen, Mittelgröße M. 96000 Herren- Sportjacken in weiß und farbig M. 275500 162000 110000 Damen- Strandjäckchen, Westen und Sportjacken große Auswahl in entzückenden Farben Kinder- Sportjacken Mittelgröße M.200000 175000 125000 Reinwollene Stutzen für Herren M. 43000 34000 21500 für Damen M. 50000 für Kinder M. 30000 27000 Kräuselstoffe Frottés) einf., Streifen u. Karos, in relcher 21 000 Meter M. BERLIN C2 Für Reise und Sport 31000 Farbenauswahl, Br. 100/110 cm, Mfr. M. u.s.w u. S. W. Kleiderleinen farbig, för Blusen, Kleider und Sport: 10 200 13 000 zwecke, Breite 70/80 cm u. s. w. Zephyr u. Perkale Bree 70/80 Meter M. 9000 9700 u. s. w. Sandalen in dauerhafter Ausführung für Damen, Herren und Kinder cm.. 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Jahrgang 7. Seilage ües vorwärts Sonntag, 10. Juni 102Z Robert Schmidt über die Wirtschaftslage. In der gestrigen Sitzung des Reichstags wurde die Debatte über die sozialdemokratische Teuerungsinterpellation fortgesetzt. Abg. Mulle(Deutschvölk.) schiebt alle Schuld an dem heutigen Elend de.! Sozialdemokraten, die den Friedensvertrag unter- zeichneten, und den jüdischen Kapitalisten in die Schuhe. Abg. Ledebour(U. Soz.) fordert zur Beseitigung des Wuchers und der Ausbeutung der Arbeiterschaft eine Aktion des gesamten Proletariats, die allein in der Lage sei, bessere Behältnisse zu schaffen. Alsdann erhall das Schlußwort Abg. Schmidt(Soz.): Nach Anficht der bürgerlichen Redner werden gegenwärtig in kapitalistischen Kreisen keine großen Verdienste erzielt, kann der landwirtschaftliche Besitz keine weitere Belastung ertragen, kann weiter nichts getan werden, um das Sinken der Mark aufzuhalten, die Preisentwicklung zu stoppen und die Lohnfrage befriedigend zu lösen. Das ist ein Ergebnis, mit dem wir und die Arbeiterschaft nicht zufrieden sind.(Sehr richtig! bei den Soz.) Als die Maß- nahmen zur Stützung der Mark eingeleitet wurden, ging ein Gefühl der Erleichterung durch die Massen, weil damit unmillelbar erreicht wurde, daß die Preise nicht mehr im bisherigen Umfange stiegen, eine gewisse Festigkeit erreichten und bei einzelnen Produkten sogar sanken. Der neue Umschwung an der Börse hat uns wieder fast täglich Preissteigerungen gebracht. Welche Erbitterung entsteht in allen den Kreisen, die nicht die Möglichkeit haben, sich einzudecken und dadurch vor weiteren Preis- erhöhungen zu schützen, die vollständig schutzlos dieser Wirtschaft- lichen Unbill preisgegeben sind! Ich teile nicht die Auffassung, daß wir bei einem Dollarkurs von 20 000 M. nicht mehr mit dem Aus- lande konkurrieren können. Gewiß haben wir eine Epoche steigender wirtschaftlicher Prosperität und Sinken der Mark gehabt. Aber bei diesem gewaltigen Anprall der Dollorsteigerung erleben wir eine völlige Zerrüttung der Kaufkraft der breiten Massen. W i r drosseln die Konsumfghigkeit! Die Folgen dieser steigenden Entwertung der Mark sind Hemmung der wirtschaftlichen Entwicklung und Arbeitslosigkeit. Deshalb sind wir der Meinung, die Konkurrenzfähigkeit der Industrie wäre auch unter einem Dollarstand von 20 000 M. aufrechtzuerhalten gewesen. Aber unsere Preis« in der Industrie sind übersetzt, sie sind unberechtigt und die Biluuzen unserer Gesellschaften sind ein Beweis dafür, daß wir in der Preisbildung weit über das zulässige Maß ge- gangen sind. Don der rechten Seite wird behauptet, alles, was wir kritisch vorbringen, sei die Folge der sozialistischen Wirtschaftspolitik, die von den bisherigen Kabinetten befolgt worden ist. Dies ist aber eine Politik, die meiner Ansicht noch, soweit wir daran beteiligt sind, sich in gemeinsamer Arbeit mit den bürgerlichen Parteien vollzogen hat. Weder wir noch die bürgerlichen Parteien brauchen sich dieser wirtschaftspolitischen Tätigkeit zu schämen, soweit die Sozialdemo. kratie daran teilgenommen hat. Als der Krieg zu Ende war, mußten wir 10 Millionen Arbeiter wieder in Arbeit bringen und die Industrie zur Friedensarbeit umstellen. Außerdem galt es, dafür zu sorgen, daß wenigstens dos unbedingt Notwendige zur Ernäh- rung des Volkes herbeigeschafft wurde. Diese Aufgabe hoben wir gemeinsam mit den bürgerlichen Parteien schnell und gut gelöst. (Sehr richtig! bei den Soz.) Herr Abg. Wienbeck Nagte über die Vernichtung des Mittelstandes und redete von der Berufsfreudigkeit. Diese Berufsfreudigkei» kehrt aber leider bei einigen Leuten erst dann ein, wenn die Tonne Roggen 2 Millionen Mark kostet.(Leb- haste Zustimmung links.) Auf der Grundlage einer solchen Berufs- freudigkeit können wir keine Wirtschaftspolitik treiben.(Lebh. Zu- stimmung links.) Das ist Ausraub ung der großen Masse!(Sehr richtig! links.) Wenn wir Ihre(nach rechts) Wirt- schaftspolitik weiter betrieben hätten, dann hätten unsere Land- arbeiter auch heute noch die Gcsindeordnung. Sie haben es mit Ihrer Wirtschaftspolitik dahin gebrachl, daß wir jährlich 400 000 ausländische Arbeiter ins Land hineingc- tagen haben.(Sehr wahr! links.) Die deutschen Arbeiter im Osten haben Sie von den Gütern in die Städte gejagt, weil Sie ihnen weder den notwendigen Lohn noch eine menschenwürdige Wohnstätte gaben. Sie haben die Germanisierungspositik im Osten betrieben und Hunderttausende von Slawen ins deutsche Land hineingezogen, weil sie billigere und willigere Arbeits- kräfle waren.(Sehr richtig! links.) Mit dieser deutschnationalen Politik können Sie wahrhaftig nicht prunken. Sie haben sich gegen die Gleichstellung der Landarbeiter mit den Industriearbeitern aufgelehnt, die Kanalbauten, die Elektri- sierung der Eisenbahn und die Ausnutzung der Wasierkräfte ver- hindert. Mas Sie versäumt und sabotiert haben, müssen wir heute nochholen!(Lebhafte Zustimmung links.) Es ist hier viel über die Vorzüge der freien Wirtschaft geredet worden, aber niemand hat ge- sagt, wie man die Opfer dieser freien Wirtschaft unterstützen soll. Für uns ist die freie Wirtschast und die Zwangswirtschaft keine Glau- benssache. Der Getreidepreis wird ebenso wie der Fleischpreis nur durch die Konjunktur in die Höhe getrieben. Die Anpassung an die Weltmarktpreise ist nicht nötig, weil wir heute zu Un- recht an Löhnen sparen, weil wir ein Opfer von der Arbeiterschaft verlangen, während auf der anderen Seite jedes Verständnis für dieses Opfer fehlt und Sie(nach rechts) nur immer wieder aufs neue sagen: Wir müssen die Konjunktur ausnutzen, wir verzichten nicht auf unseren Profit. Das steht bei Ihnen an erster Stelle, während wir sagen: Das Allgemeininteresse muß an erster Stelle stehen. (Sehr richfig! links.) Man behauptet, die Landwirtschaft könne keine weiteren Lasten tragen. Ein Beispiel: Für das Ab- lieferungsgetreide wurden in den letzten Monaten 63S 000 Mark pro Tonne bezahlt, während es im freien Handel zwei Millionen Mark kostet An jeder im freien Handel verkauften Tonne Getreide erübrigt die Landwirtschaft also gegenüber dem Ab- lieferungsgetreide 1 315 000 M. Wenn diese Marktlage aufrecht er- halten wird, und wenn man berücksichtigt, daß die Landwirtschaft in diesem Jahre 2,1 Millionen Tonnen Brotgetreide abgeliefert hat, dann wird sie im nächsten Jahre allein aus dieser Differenz einen Gewinn von 2,7 Villionen Mark oder bei einem Dollarstand von 80 000~ 138 Millionen Goldmark erlangen.(Hört, hört! links. Noblerweis« wollen die Herren da- für auch 200 Millionen zur Reparation beitragen. Ueber die Wirkung unserer Steuergesetzgebung auf die Landwirt- schaft hat neulich ein Abgeordneter in der hessischen Kammer einige Ausführungen gemacht, die ergaben, daß der Pächter eines Besitz- tums von 304 bis zu 750 Morgen, das er bewirtschaftet, Defizit macht und keine Einkommensteuer bezahlt, während dieselbe Steuer- gesetzgebung bei einem Besitztum von 70 Morgen ein Einkommen von 75 000 M. errechnet und den Besitzer oder Pächter mit 7 500 M. Steuern belastet. Der große v-sitzer ist also frei, mäh- rend der einfachste Landarbeiter, seine Steuern zu zahlen hat.(Leb- hastes hört, hört! links.) Dieser Zustand ist unhaltbar und kann un- möglich aufrecht erhalten werden. Wir halten nichts davon, zur Besserung der Verhältnisse Schaufensterscheiben einzuschlagen und haben mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß auch har-to«»tnv»rHtsche Redner von den Krawallen der letzten Schluß der Teuerungsdebatte im Reichstag. Tage abgerückt ist. Die Hilfeleistung der Industrie in der Repa- rationsfrage hat die Unzufriedenheit in unserem Volke nur geschürt. haben die Arbeiter für ihre Mitwirkung am Ruhrkamps, für die Opfer, die sie brachten, Forderungen gestellt? Sie haben nur ge- fordert, Sorge dafür zu tragen, daß sie nicht zugrunde gehen. An dieser Genügsamkeit sollte sich die Industrie ein Beispiel nehmen. Was durch die Zeichnungen für die G o l d a n l e i h e zur Stützung unserer Ernährungsverhältnisse geboten worden ist, ist viel zu wenig und hat im Ausland den Eindruck erweckt, daß selbst wir kein Vertrauen zu unseren Verhältnissen haben. Der Hochverrats- prozeß, der augenlicklich in München verhandelt wird, und in den maßgebende und einflußreiche politische Persönlichkeiten verwickelt sind, vergrößert das Mißtrauen des Volkes von Tag zu Tag. Die wirtfchaftlichn Gegensätze tragen auch nicht dazu bei, Vertrauen zur deutschen Wirtschaft auszulösen. Es gibt leider immer noch Leute, die aus dem Sinken des Markkurses Vorteile münzen. Aus den tatsächlich vorhandenen wirtschaftlichen Ersordernissen ist der große Devisenbedarf nicht zu erklären: er wird künstlich auf- gepumpt durck die Spekulation. Die Bedenken gegen die Goldlöhne teile ich, aber wir werden doch prüfen müssen, ob es nicht eine Grundlage gibt, aus den mißlichen Verhältnissen heraus- zukommen. von der Regierung fordern wir. daß sie dafür sorgt, daß den Angestellten und Arbeitern in Industrie, Handel und Land- Wirtschaft Löhne gezahlt werden, die ein Auskommen ermöglichen. Wenn unser Volt immer wieder sieht, daß kapitalistische Interessen- kreise aus der Markentwertung keinen Schaden haben, sondern daß sich die Preisentwicklung mit der Markentwertung parallel bewegt, so fühlt es sich mit Recht zurückgesetzt, denn es ist nicht in der Ord- nung, daß die Löhne heute nur 40 bis 50 Proz. der Vorkriegszeit be- tragen. Sie reden bm und her von den Substanzverlusten der deut- schen Wirtschaft. Aber treiben wir nicht auch ein Stück Raub» Wirtschaft mit unserer Arbeitskraft, die auch eine volks- wirtschaftliche Substanz, zwar nicht eine tote, aber eine lebende von ungeheurem Werte ist?(Sehr richtig! links.) Und ist es nicht eine Raubwirtschaft, daß unser Volk nicht genügend ernährt wird, daß die Kinder krank, gebrechlich sind und geistig zurückbleiben? Diese trüben Aussichten für die Zukunft verpflichten uns, eingehend die Frage zu prüfen, ob nicht ein automatischer Wertmesser zu finden ist, der die Löhn« an die Entwertung der Mark und die Preisentwicklung anpaßt?(Sehr richtig! links.) Herr Dernburg hat gesagt, die Produktion sei um 50 Proz. zurückgegangen. Dos ist weit übertrieben! Bei der Steinkohle im Ruhrgebiet haben wir im Jahre 1022 gegen 1013 einen Rückgang von 15 Proz. Es fragt sich, welche Betriebseinrichtungen dort rückständig geblieben find, die die Erklärung für den Rückgang der Produktion geben. Und dann fage ich offen: So wie es vor dem Kriege der Fall war. konnte mit den Arbeitskräften im deutschen Bergbau nicht weiter gewirt- schastet werden. Mit 40 Jahren werden diese Leute als verbrauchte Menschen auf die Schutthalden geworfen.(Sehr richtiig! links.) Bei der Braun- kohle haben wir in demselben Zeitraum ein Plus in der Produktion von 57 Proz.(Hört, hört, links.) Im Kali- b e r g ba u haben wir eine Zunahme der Abfotzziffer von 1,0 Millio- nen Doppelzentnern gegenüber dem Jahre 1013. Auch beim Alu- minium ist eine erhebliche Zunahme der Produktion zu verzeichnen. Für eine ganze Reihe von Industrien ist es natürlich auch sehr schwer, das verlorene Absatzgebiet nach dem Auslande wieder- Zugewinnen. Man glaubt, wenn wir billig liefern, könnten wir den Markt wiedererobern. Das ist falsch, denn der Krieg hat uns nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt die Konsumfähig- keit, die wirsschaftlichen Grundlagen vernichtet. Ich sehe also für die kommende Zeit nach den Erklärungen der Regierung und der Par- teien kein Ausschalten des weiteren Verfalls der Mark, weitere Be- drängnis aller Erwcrbsfchichten, die bis ins Unerträgliche wächst. Wer hier helfen will, darf sich mit der Erklärung wirtschaftlicher Uebelständ« nicht begnügen. Noch weniger sollte er sie beschönigen. Es gilt, den Kampf gegen diese Mißstände aufzunehmen! (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) vreilscheid(Soz.) bemerkt persönlich: Herr Wulle hat mich einen der deutschen Diktatoren gerannt. Das kann aber nicht stimmen, denn nach Wulle find doch die Juden die Diktatoren Deutschlands— und ich bin keiner.(Große Heiterkeit, v. G r a e f c: Aber jüdisch verheiratet!) Auch das nicht! Damit ist die Jnterpellationsdebatte beendet. Ein von den Kommunisten eingebrachter Mißtrauens- antra g gegen die Regierung Cuno wird gegen 5 kommunistische Stimmen abgelehnt. Schluß V/i Uhr. Nächste Sitzung Montag 3 Uhr. Mnisterpräsident Vraun über die deutschdämsche Frage. Eine Antwort an LlnterrichtSminister Appel. Auf der Tagesordnung der gestrigen Landtagssitzung stand zunächst eine deutschnationale Anfrage über den Kampf um die Erhaltung des deutschen Sprachverkehrs in Schleswig. Ministerpräsident Braun: Ich werde im allgemeinen zu der Bedrohung unserer Nordmark durch dänische Ausdchnungsbestrebungen Stellung nehmen und dabei gleichzeitig dem dänischen Unterrichtsminister Appel kurz auf die Ausführungen antworten, mit denen er Teil« meines vor� kurzem durch die dänische und deutsche Presse gegangenen Interviews zu entkräften versucht hat. Aus der Fülle des mir vorliegenden sehr gewissenhaft auf die Verhältnisse in den einzelnen Orten eingehenden Materials will ich nur hervorheben, daß in den Städten zwar über- all deutsche Schulabtcilungen eingerichtet sind, weil der deussche Pcvölkerungsanteil zwischen 40 bis 70 Proz. beträgt, während bei uns m Flensburg, wo bekanntlich zwei dänische Schulen existieren, sogar nach dänischer Berechnung höchstens 10 Proz. Dänen in Frage kommen. Aber auf dem Lande hat die deutsche Minderheit nur dort einen gesetzlichen Anspruch aus Errichtung einer deutschen Schule, wo 26 Proz. der Eltern des Kirchspiels mit zusammen 24 Kindern den Antrag stellen. Heber diesen Antrag ist aber von der gesamten Bevölkerung des Kirchspiels, also auch der dänischen Bevölkerung in der Weife abzustimmen, daß nicht abgegebene Stimmen als gegen den Antrag abgegeben zählen. Nach einer Aeußerung des Dänenführers Peter Gab wird die Ausführung dieses Gesetzes durch die dänischen Ver- waltungsbehörden dadurch gekennzeichnet, daß»man möglichst ver- meiden wolle, daß die Deutschen die Freiheit benutzten, die ihnen im Gesetz gegeben war. ihre eigenen deutschen Abteilungen zu bekommen." Weitere Schwierigkeiten bietet die Kostenfrage, weil durch ein Sondergesetz die Entscheidung in die Hönde des Kirch- fpielrats gelegt ist, in welchem unter Umständen allein die dänisch gesonnenen Mitglieder noch einmal über das Bedürfnis zur Errichtung einer deutschen Schule abstimmen. Schließlich weise ich noch darauf hin, daß in vielen Orten deshalb trotz dringenden Bedürfnisses kein deutscher Unterricht erteilt werden kann, weil Lehrkräfte, die zur Erteilung deutschen Unterrichts befähigt werden, nicht zur Verfügung stehen. Zufammenfässend läßt sich also sagen, daß zwar der Wortlaut des dänischen Schulgesetzes für Uneingeweihte scheinbar von außer- ordentlichem Entgegenkommen gegenüber der Minderheit zeugt, daß aber in Wirklichkeit die Benutzung der Bestimmungen in sehr vielen Fällen nicht möglich ist. Erst in den allerletzten Tagen ist— und das zeigt am besten die damit von dänischer Seile selbst zugegebene Reformbedürftigkeit der bisherigen vestimmungen— eine Reuregelung erfolgt, die den deutschen Wünschen bis zu einem gewissen Grade Rechnung trägt. deren praktische Auswirkung aber abzuwarten bleibt. Was dagegen die Behandlung der dänischen Minorität diesseits der Grenze— die nirgends solche Prozentsätze erreicht, wie die der deutschen im abgetretenen Gebiet— anbetrifft, so kann ich das eine erklären, daß wir überall dem Geiste einer gerechten Minder- heitspolttik entsprechend die Erteilung dänischen Unterrichts be- willigen, wo es sich um Kinder auch nur eines dänischen Eltern- teils handelt. Weiter kann und darf aber auch die objektivste und gerechteste Mlnderheitspolitik nicht gehen. Auf das allerentschiedenste müssen wir uns indes dagegen wenden, wenn die Dänen mit Hilfe ihrer auf die Ueberlegenheit ihrer Valuta gestützten Propaganda es versuchen, den Kreis der dänisch sprechenden Minorität künstlich und den wirklichen Verhältnissen schroff widersprechend dadurch zu vergrößern, daß sie auch Kinder rein deutscher Eltern für ihr« dänischen Schulen und somit fiir die Erzieuhng in dänischer Sprache zu gewinnen suchen. Dauernd stellen wir bei den Neu- anmeldungen für die dänischen Schulen einen großen Prozentsatz von Kindern fest, die kein Wort dänisch können. Solche Kinder in Schulen mit dänischer Unterrichtssprache unterrichten, heißt sie geistig verkrüppeln. Diese Auseinandersetzungen würden sich vielleicht erübrigen, wenn wir mit Dänemark zu einem Minderheilsabkommen gelangt wären. Wir haben den Abschluß eines solchen Abkommens angeboten, ober die dänische Regierung hat sich geweigert, selbst auch nur in Vorberatungen darüber einzutreten. Es liegt daher nicht cm Deutschland, wenn mangels emes klaren Rechtsbodens für die Behandlung der Minderheiten solche Diskussionen wie diese von Land zu Land gepflogen werden müssen. Aber es wird nicht nur auf dem Gebiet der Schule eine unzu- lässige propagandistische Einwirkung auf die deutschen Nordschles- wiger versucht, sondern es wird, und das läßt sich nicht abstreiten, auch aus allen anderen Gebieten des öffentlichen Lebens eine außerordentlich starke dänische Propaganda südlich der Grenze getrieben, die bewußt dem Zwecke dient, hier im deutschen Lande die dänische Einfluß- und Sprachsphäre zu erweitern. Wenn man dänische Zeitungen in deutscher Sprache zu Preisen herausgibt, die noch nicht einmal die Hälfte der Selbstkosten decken, wenn man weiter 284 Besucher dänischer Bolkshochschulen zum Beispiel in einem Winter mit Geld unterstützt und ihnen freie Reise, Ausenthalt und Unterricht in Dänemark gewährt, wenn man durch Ortsgruppen des schleswigschen Vereins Lebensmittel, Geld und Kohle verieilt, und Subventionen an Sporwereine gibt, so hat das natürlich einen politisch propagandistischen Zweck. Nebenher geht das Bestreben, auch wirtschaftlichen Einfluß zu gewinnen Insbesondere hat der Erwerb deutschen Grund und Bodens durch die Dänen sehr stark zugenommen. In Flensburg allein sind in der Zeit vom 1. Januar 1020 bis 31. Dezember 1022 340 Grundstücks in dänische Hand übergegangen. Aehnlich, wenn nicht gor schlimmer, liegen die Berhältnisse auf den Inseln. Es ist uns in unserer Lage nicht leicht, dem entgegen zu wirken, ober wir müssen jede Achtung als selbständige große Kulturnation verlieren, wenn wir uns gegen diese dänische Durchdringung deutscher Gebiete nicht wehren wollten. Zum Schlüsse möchte ich noch das wiederHalen, was ich schon verschiedentlich ausdrücklich erklart habe. Wir haben gegen Däne- mark als Volk und Staat nicht den mindesten Groll und wünschen mit ihm in Freundschaft und Frieden zu leben. Seine loyale Neuträlität im Kriege haben wir nicht vergessen. Auch so manches Wert der dänischen Hilfstätigkeit an unseren Kindern verpflichtet uns noch heute zu Dank. Aber wir verlangen gerade im Interesse eines guten nachbarlichen verbällnisses zwischen- den beiden Ländern, daß die verantwortlichen Stellen in Dänemark den unveront» wortlichen chonvlnistischen Kreisen, die auf dem besten Wege sind, unser gutes Einvernehmen zu stören, das Handwerk legen.(Leb- hafter Beifall.) Im weiteren Derlauf der Sitzung machte Abg. Richter- Neumünster(Soz.) auf die Gefabren aufmerksam, die siktz aus der sich stets vergrößernden Spanne zwischen Preisen und Löhnen ergeben. Di« Lage der vollbeschäftigten Arbeiter sei unerträglich, die der Kurzarbeiter oerzweifelt und die der Erwerbslosen katastrophal. Ein Eingreisen der Staats- nnd Reichsregierung sei nötig, wenn schwerste Erschütterungen vermieden werden sollen. Es sei bezeichnend, wenn die Textilindustrie trotz größten Bedarfs 65 Proz. und die Lederindustrie 40 Proz. Kurzarbeiter Hobe. Es folgen Ausführungen der Abpg. L o e n a r tz(Ztr.). Frau V o i g t(D. Vp.) und G r a e f-Anklam(Dnat), der im Namen seiner Partei ein neues Mißtrauensvotum gegen Seoering einbringt. Hierauf ergreift Ministerpräsident Braun noch einmal das Wort: Die wirtschaftlichen Verhälnisse werden vvn der Staatsregierung aufmerksam verfolgt. Es wird alles getan, um die Notlage zu mildern. Auf dem Gebiet der W u ch e r b e k ä m p s u n g ist das Landespolizeiamt'wester ausgestattet worden. Zahlreiche Der- Ordnungen zur Wucherbekömpsung find hinausgegangen. Auch die neuen Marktberichte haben schon gute Erfolge gezeitigt. Die Zahl der polizeilichen Ermittlungen und Meldungen an die Gerichte hat in den ersten fünf Monaten d. I. nicht weniger als 43 000 betragen. Bereits vor Monaten haben die Ministerien die Aufforderungen erhalten, Notstandsarbeiten so vorzu- bereiten, daß sie jederzeit zur Ausführung kommen können. Wenn Schwierigkeiten eintraten, so lagen sie auf finanziellem Gebiet. Bedauerlicherweise hat in einzelnen Fällen die Reichsregierunq Arbeiten eingestellt, die nicht nur unbedingt wichtig. Indern auch im Interesse der Bekämpsvng der Arbeitslosigkeit notwendig waren. (Hört, Hört!) Es handelt sich vor allem um die Weiterfiihrung des Mittevandkcmals, Die Staatsregierung verkennt nicht den Ernst der Lage. Erst jetzt ist wieder beim Wohlfahrtsminister eine Delegation gewesen, die auf den bedrohlichen Umfang der Arbeitslosigkeit in Berlin Aus der Partei. Jörg- Str. 8. Reukölln. 91. Abt. Montag, den 11. Juni, 7 Uhr, Gigung aller Funktionäre bei Biehl, Biebrichstraße. Ordner und Feſtausschuß milffen auch erscheinen. 93. Abt. 7½ Uhr Funktionärßigung im Lotal Arösler, Niemez-, Ede Cannerstraße. Erscheinen Pflicht. 103. Abt. Oberschöneweibe. 7% Uhr Funktionärsizung bei Imberg. 121. Abt. Karlshorst. 7 Uhr Borstandssitzung beim Genossen Langer, JunkerGemeindeschule. 7½ Uhr Versammlung der Elternbeiräte in der Schule Bromberger Str. 15. Thema: ,, Die Arbeitsschule". Ref. Gen. Lehrer Hädide. Frauenveranstaltung am Montag, den 11. Juni: 13. Kreis. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Pünktlich 8 Uhr Funktionärinnensizung bei Langer, Tempelhof, Ringbahnstr. 6. 8. 17. 97. Genosse Dr. Eduard David wird morgen Sechzig! Er ist am und auf die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit hinwies. Wir 11. Juni 1863 in Ediger an der Mosel geboren, verlebte seine Jugend werden alles tun, um die öffentliche Ruhe und Sicherheit aufrecht in Gießen, wurde Kaufmannslehrling in Berlin, nahm dann die 98. zu erhalten. Mit Polizeimitteln bekämpft man aber feine sozialen Studien wieder auf und wurde 1890 Gymnasiallehrer in Gießen. Es Erscheinungen. Mit der Polizei allein geht es nicht. Es ist unbewar die Zeit, in der eine fleine Schar geistig hochstrebender Intelletdingt erforderlich, daß berechtigte Lohnforderungen unter allen Umständen von den Unternehmern auch tueller sich der obrigkeitlich verfemten sozialdemokratischen Beweerfüllt werden. Die skandalösen Preissteigerungen gung anzunähern begann. David war bald einer der vordersten in haben die unheilvolle soziale Entwicklung, in der wir augenblicklich der Reihe. Unter Berzicht auf die bürgerliche Karriere, die dem hochstehen, nahezu zur Katastrophe verschlimmert. Mit den gegen- begabten Wissenschaftler offen stand, trat er offen der Partei bel wärtigen Löhnen können die Familien in den breitesten Bolts- und gründete 1893 die in der Parteigeschichte wohlbekannte Gießener schichten unmöglich auskommen. Es muß ein Ausgleich ge-„ Mitteldeutsche Sonntagszeitung". Als Redakteur dieses Blattes, schaffen werden, der im Verhältnis zur Preissteigerung steht. Nur später der„ Mainzer Volkszeitung" wurde er ein Pionier unserer Beso fann man schlimmeren Dingen vorbeugen, als solcher Bewegungen mit der Polizei Herr werden zu wollen.( Lebhafter Beifall links.) wegung in Hessen. Von 1896-1908 war er Mitglied der Zweiten Rach Ausführungen der Abgg. Baczerski( Bole) und Wiemer hessischen Kammer, 1903 entriß er in einem heftigen Wahlkampf den ( D. Bp.) wird eine Vorlage, durch welche die Beamten der Reichstagswahlkreis Mainz dem Zentrum. Seitdem gehört er dem Pressestelle beim Staatsministerium den politischen Be- Reichstag ununterbrochen an und zählt zu seinen besten Rednern. amten eingereiht werden, angenommen. Das Haus vertagt sich Am 1. Oftober 1918 berief ihn der Reichskanzler Mar von Baden zur Weiterberatung auf Montag 12 Uhr. als Unterstaatssekretär in das Auswärtige Amt. Nach der Revolution wählte ihn die Nationalversammlung zu ihrem ersten Präsibenten, aber schon eine Woche darauf wurde er Reichsminister ohne Portefeuille. Dem Kabinetten Bauer und Müller gehörte er als Inne Portefeuille. Den Kabinetten Bauer und Müller gehörte er als Innenminister an. Seit einem Jahr ist er Reichsvertreter in Darmstadt. Als Theoretiker wandte er sich vornehmlich der Agrarfrage zu, der sein großes Wert Sozialismus und Landwirtschaft" gewidmet Vom Radikalismus. Bon Gustav Radbruch. In einer radikalen Partei wird Radikalismus leicht zu einem Ehrentitel. Man rechnet es sich zum Ruhme, daß man sich an Radikalismus von niemandem übertreffen läßt. Man erblickt in ihrem Radikalismus das untrügliche Siegel für die Richtigkeit politischer Ideen. Man will das Wort eines geistreichen Franzosen zuschanden machen, daß für irgend jemand auch noch der Radifalfte ein Reaktionär bleibe. Man kann es nicht ertragen, jemand zu wissen, der noch weiter lints" steht als man selber. Man Achtung! Referenten! Achtung! Freitag, den 15. Juni, abends 7 Uhr: iſt dauernd bemüht, an Radikalismus noch sich selbst zu übertreffen. Konferenz aller Referenten der Partei wurde. im„ Cucauer Hof"( Musenjaal), Ludauer Straße 15 Vortrag des Genoffen Dr. Rudolf Breitscheid über: „ Die gegenwärtige politische Lage" Uebermorgen, Dienstag, den 12. Juni: Abt. 7½ Uhr Beamtenversammlung in der Baugewerksschule, Rurfitrstenftraße 141. Thema:„ Das Beamtenrätegeset". Ref. Wilhelm Hoffmann, M. d. R. Abt. 7 Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärkonferenz. Die Bezirks. führer laden zum gemeinsamen zahlabend am Mittwoch nach der Schulaula in der Tegeler Str. 18 ein. Abt. Reukölln. 7½ Uhr Mitgliederversammlung im Zeichenfaal der Schule Mariendorfer Weg 69-70. Bortrag des Gen. Otto Meier, M. d. 2.: ,, Die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands". Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 12. Juni: 57. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Thunad, Wielandftr. 4. Thema:„ Die Frau und der Sozialismus". Ref. Genoffin Rnned, M. d. R. 86. bt. Mariendorf. 7½ Uhr bei Niendorf, Chauffee, Ede Strehligstraße. 20. Kreis. Reinidendorf. Funktionärinnenfisung( Agitation, Rindersuz, Arbeiterwohlfahrt und Bürgerdeputierte) 7 Uhr in Rosenthal bei Frieß, Lindenallee 30. Jeder Ort muß vertreten sein. 4. Kinderveranstaltungen: 3. Kreis. Bedding.( Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde.) Dienstag, den 12. Juni, 7 Uhr, im Jugendheim Schönstedtstraße, Vortrag der Genossin Soffmann: Familien- und Gemeinschaftserziehung". Kreis. Prenzlauer Berg.( Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde.) Montag, den 11. Juni, 7½ Uhr, wichtige Selferfonferenz( Sonnenburger und Christburger Straße) bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Die Rindergruppe Rorboften spielt Monteg und Donnerstag auf dem Spielplay Friedrichshain, großer Ring. ** 5. Abt. Mittwoch, den 13, Juni, abends 7 Uhr, im Reichstafino, Neue Rönigstraße 26, fpricht Gen. Pfarrer Bleier über: Gozialistischer Pazifismus". 34. Abt. Mittwoch 7 Uhr Mitgliederversammlung in den Comeniusfälen. Hier. zu einladen. Bezirksmieterausschuß. Montag, den 11. Juni, 7½ Uhr, wichtige Sigung in der Geschäftsstelle des Mieterbundes, Potsdamer Str. 56, Gartenhaus 3 Tr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 42. Abt. Unfer Gen. Albert Groß, Gneisenauftr. 32, ist verstorben. Die Einäscherung erfolgt am 12. Juni, 12% Uhr, im Krematorium, Baumschulenweg. Ehre feinem Andenken. 90. Abt. Neukölln. Unser Genosse Hermann Gutsche, Beichfelstr. 2, ift, 63 Jahre alt, am 1. Juni verstorben. Ehre seinem Andenken. Die EinSport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 9. Juni. 1. Rennen. 1. Quertreiber( v. Falkenhayn), 2. Machthaber( v. Sorder), 3. Malacara( R. v. Westhagen). Toto: 26:10, Plak: 17, 27: 10. Ferner liefen: Eris, Diplomatie. 2. Rennent. 1. Tannkönig( Sths), 2. Magelene( Bismark), 3. Paulus( R. Schuller). Toto: 16:10, 3 Itefen. Jeder Standpunft ist binnen furzem ein überwundener Standpunkt und von Dauer nur der atemlose Wettlauf des Ehrgeizes um den Blatz auf dem äußersten linken Flügel. Dieser Wettlauf fann sich auf zwei geometrischen Linien bewegen: entweder im Kreise dann findet man sich eines Tages überrascht auf der entgegengesetzten Seite des Ringes der Parteien angelangt; oder in einer Parabel bann faust man in einsamem Stolze unaufhaltsam in das kalte, dunkle, ist. Es erschien 1903 und fam 1922 in zweiter erweiterter Ausgabe äfcherung hat am 7. Juni stattgefunden. leere, unendliche Nichts. Nichts bleibt dann als der Gegenfab heraus. Bon seinen fleineren Schriften hat sich vornehmlich der zu jedem festen Standpunkt und der giftige Haß des Referetenführer" Eingang in weiteste Streife verschaft. schlechten Gewissens gegen den Standpunkt, der zuletzt überwunden Oft hat er in der Partei hart für seine Ueberzeugung gerungen, und er wird es vielleicht noch manchymal tun, aber menschlich ist er Es ist ein ganz typisches( ich möchte sagen:) Krankheits- stets auch denen liebenswert gewesen, die anderer Ansicht waren bild mit regelhaften Erscheinungsformen und regelhaftem Ablauf, als er. So vereinigt sich die ganze Partei in den herzlichsten Wündieser sich selbst nie genügende Radikalismus. Es sind nicht schen für sein Wohlergehen und weiteres Wirken! die Schlechtesten, die er befällt. Oft freilich wild ge= Die tschechische Sozialdemokratie steht vor einem Zuwachs. Die 3. Rennen. 1. Blindgänger( Edler), 2. Cerec( Kränzlein), wordene Spießer, die sich durch das Maß ihrer Wildheit immer von seit einiger Zeit geführten Einigungsverhandlungen 3. Sommerflor( P. Lewicki). Toto: 61:10, Play: 17, 14:10. Ferner lief: neuem beweisen müssen, daß sie keine Spießer sind. Defter mutige, mit der vom Abg. Modratschet geführten Partei der„ fort- Contrahent. schwungvolle, dramatische Naturen, denen der Schwung, den eine schrittlichen Sozialisten" haben zu einer Bereinbarung geführt, die 4. Rennen. 1. Rautendelein( v. Herder), 2. Trompeter( v. DörnIdee auslöst, und der Mut, den sie fordert, Wahrzeichen ihrer Richtig bemnächst nach der gewiß zu erwartenden Billigung durch die beiden berg), 3. Sagelschlag( v. Falkenhaus). Toto: 26: 10, Blat: 14, 18: 10. 5. Rennen. 1. Fontalyca( K. Schuller), 2. Chalzit( Gersler), feit sind und die in der Geschichte nicht die allmähliche Umwälzung Bollzugsausschüsse in Kraft treten wird. Abg. Modratschef tritt 3. Augur( Austel). Toto: 27: 10, Blat: 19, 40: 10. Ferner liefen: Consehen, sondern nur den plötzlichen Durchbruch, in dem jene um- dann der tschechisch- sozialdemokratischen Fraktion bei, fandidiert vention, Corona mälzung doch nur ihren Endpunkt erreicht( genau wie auf der rechten nicht wieder und zieht sich nach Ablauf feines Mandats von der 6. Rennen. 1. Blücher( Lüder), 2. Perbi( B. Schneider), 3. Winna Seite mancher sich nicht daran gewöhnen kann, daß die Weltgeschichte Bartei, die„ Akademie", gegründet und geleitet, sich auch im GePolitik zurüd. Er hatte seinerzeit die wissenschaftliche Zeitschrift der( Bär). Toto: 17:10, Blaz: 12, 12: 10. Ferner lief: Giada. 7. Rennen. 1. Adolphus( v. Falkenhayn), 2. Kribbel Krabbel nicht mehr einem Kaisermanöver, sondern einer Aufsichtsratsfizung nossenschaftswesen betätigt, war aber aus der Partei wegen Diffe-( b. d. Rede), 3. Barbarossa( v. Keller). Toto: 55: 10, Blat: 17, 31, 13: 10. oder Gläubigerversammlung gleicht. Am häufigsten aber find es renzen nationaler Art ausgeschieden. Ferner liefen: Juvento, Jakor, Gardemaß, Klepzig, Schnepfe. idealistisch gläubige Massen, welche sich von der massenpsychologisch verstärkten Welt begeistert tragen lassen, die einer jener radikalen Romantifer erregt hat. Denn das ist ja das Wesen und die Gefahr des Radikalismus, daß er schließlich, bar jedes anderen Inhalts als eben des Willens zum größtmöglichen Radikalismus, fein 3iel mehr fennt, als die Massen in Bewegung zu bringen,„ die Revolution weiterzutreiben“ wohin, das wird sich schon finden! Groß- Berliner Parteinachrichten. 106. Abt. Johannisthal. Montag, den 11. Juni, 8 Uhr, öffentliche Boltsversammlung im gofal Bota, Stubentauchstr. 9-10. Tagesord ,, Das Angebot der Industrie- ein Attentat auf Republik und Arbeiterfchaft". Ref. Gen. Dr. Kurt Rosenfeld, M. d. R. Die Genossen der angrenzenden Orte werden ebenfalls um Erscheinen gebeten. 74. Abt. Zehlendorf. Dienstag, 12. Juni, 8 Uhr, öffentliche Bersammlung im Raiserhof, Potsdamer Straße. Thema: Die Einheitsfront und das Angebot der Industrie". Ref. Gen. Rudolf Wissell, M. d. R. So wird der radikale Romantiker, ehe er sich's versieht, zum radikalen och stapler, der die Maffen zugleich umschmeichelt und betrügt, der die Parolen nimmt, wo er sie findet denn nicht auf die Parole fommt es an, sondern auf die Aktion, die ihr Ziel dann schon selber finden wird, der kein seines Zieles bewußter Führer ist, sondern ein strupelloser Spieler, der sich vom Zufall die. Kreis. Wilmersdorf. Montag, den 11. Juni, abends 8 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung bei Schramm, Hohenzollerndamm 2. Karten mischen läßt und der deshalb immer in der Lage ist, die Ver- 13. Kreis. Mariendorf, Tempelhof, Marienfelde und Lichtenrade. Montag antwortung für das, was schließlich herauskommt, abzulehnen und 17. Areis. Lichtenbeig. Montag, den 11: Juni, 7 Uhr, Ronferenz der Fraktion, abend 28 Uhr Fraktionssigung im Rathaus Mariendorf, 8immer 26. zu verschieben.( Wir haben's erlebt!) Bezirksamtsmitglieder und Kreisfunktionäre im Arbeitsamt, Schreiber. hauer Straße. Tagesordnung: Bericht vom internationalen Rongreß“. Ref. Genosse Robert Breuer. 18. Areis. Weißenfee. Montag, den 11. Juni, 8 Uhr, Kreisfunktionärkonfe 19. Greis. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde. Montag, den 11. Juni, renz im Lotal ,, Grüner Baum", Berliner Allee 205. um 7 Uhr, im Säuglingsheim Bersammlung der Helfer und Helferinnen. 20. Kreis. Reinickendorf. Montag, den 11. Jumi, 7 Uhr, im VerwaltungsAber die ziellose Aktion dünkt sich selber höchst zielbewußt. In munderlichem Gegensage läuft neben der Taktik der Aktion um der Aftion willen eine Theorie einher, die mit geometrischer Genauigkeit alles voraussagt und sich durch feine Tatsache beirren läßt, vielmehr jeder im Handumdrehen ihren Platz anweist in einem vorher fertigen Glaubenssystem von den letzten Dingen, in einer prophetischen Geschichtsphilosophie der Weltrevolution, unfehlbar und alles beweisend wie für den ernsten Bibelforscher die Offenbarung 7. St. Johannis. Man befindet sich in einer anderen als der wirklichen, in einer feltfam entſtellten, gefährlich betörenden Welt, in einem Irrgarten mit Fallgruben und Zerrspiegeln. Glücklich, wer den Ausgang noch finden kann. 5. gebäude, Reinickendorf- Ost, Hauptstr. 46, Zimmer 60, erweiterte Kreis. vorstandssigung. Areis. Friedrichshain. Dienstag, den 12. Juni, 8 Uhr, bei Wittschuß, Petersburger Straße 5, Kreisbildungsausschussigung. Rrois. Charlottenburg. Uebermorgen, Dienstag, den 12. Juni, 7% Uhr, bei Edmann, Scharren, Ede Wilmersdorfer Straße, Bersammlung der Freien Schulgemeinde. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Psycho- Päda. gogen Juftus Popp über: Praktische Winte zum besseren Verstehen unserer Kinder und Jugendlichen". 2. Die Stellungnahme der Charlot tenburger Schulärzte, Lehrer- und Elternschaft gegen die ungenügende Reinigung der Schylen". Kurt Gener hat das Krankheitsbild des Radikalismus in 11. reis. Schöneberg- Friedenau. Dienstag, den 12. Juni, 8 Uhr, Kreisfunt. tionärsihung bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Erscheinen Pflicht. einem äußerst wertvollen Büchlein geschildert( Der Radikalis. mus in der deutschen Arbeiterbewegung. Ein sozio- 81. Abt. Friedenau. Die Genossen beteiligen sich mit ihren Familien am Heute, Sonntag, den 10. Juni: logischer Versuch. Jena, Thüringer Verlagsanstalt, 1923. 111 Seiten.) Nicht nur( nach Ibsens Wort) Dichten, auch Denten, wo es etwas wert ist, heißt Gerichtstag halten über sich selbst", und das gibt der schonungslosen Sachlichkeit, mit welcher hier Waldfpaziergang der Arbeiterjugend. Abmarsch 1½ Uhr vom Schillerplag nach Dahlem. Nachzügler 24 Uhr Waldfrieden. Morgen, Montag, den 11. Juni: ohne ein leiden- 4. Abt. 7% Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bei Hermann Schwark, Blanschaftliches Wort, vielmehr mit fast mitleidiger Einfählung jener 8. Abt. 7½ Uhr bei Wiemers, Bülowstr. 58, Bezirksführersitzung. tenfeldestraße 10. Radikalismus zergliedert wird, ihren eigentümlich eindringlichen 9. bt. 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Hübner, Wilsnader Str. 34. sittlichen Ernst. Das Buch verdient die ernsteste Beachtung nicht nur 11. abt. 7½ Uhr Funktionärtonferenz bei Raiser, Gogłowskyfte. 34. der Wissenschaft, sondern auch der Arbeiterschaft. 14. Abt. 7 Uhr bei Dietrich, Swinemünder Str. 36, Funktionärßigung. Gämt. Tiche Abteilungsfunktionäre müssen erscheinen. Nachschrift der Redaktion: Das Wort„ Radikalismus 15. Abt. 8 Uhr bei Obligo, Stralsunder Str. 11, Sigung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute. 16. Abt. 7% Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34, Gigung der Funktionäre, Rommunalen Rommiffion und Elternbeiräte. Die Bezirksführer laden zu den Mittwoch- Zahlabenden ein. ist hier in dem Sinne angewandt, den es in den letzten Jahren gewonnen hat. Radikal sein heißt, wörtlich übersetzt, die Dinge von der Wurzel aus betrachten und behandeln im Gegensatz zu 18. bt. 7% Uhr Ronferenz sämtlicher Funktionäre bei Müller, Uferstr. 12. einer Betrachtungs- und Behandlungsweise, die an der Oberfläche 19. Abt. 7 Uhr Funktionärsizung bei Schuhhardt, Chriftiania Str. 116. haften bleibt. In diesem guten Sinne des Wortes will auch die 21. Abt. Pünktlich 7 Uhr bei Hönisch, Utrechter, Ede Müllerstraße, Funktionär 20. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Bose, Koloniestr. 15. Sozialdemokratie nicht aufhören,„ radikal" zu sein. Aehnlich aber figung. wie der Begriff des Nationalen durch die Nationalisten, ist der des 23. Abt. 7 Uhr Funktionärsgung bei Grunwald, Kameruner Str. 19. 22. Abt. 7½ Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre bei Hönisch. Radikalen durch die sogenannten„ Raditalinstis" forrumpiert 24. bt. T½½ Uhr Funktionärsizung bei Schütz, Selterstr. 2. 26. Abt. 7 Uhr im Musikalischen Fuchs", Joftnftr. 7, Sigung der Parteiund in sein Gegenteil verwandelt worden. Während echter Radi- funktionäre und Betriebsvertrauensleute. falismus die Aufrichtigkeit und Gründlichkeit bis zur 27. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Lehmann, Korförer Str. 1. Leidenschaft steigert, ist das Kennzeichen des Radikalinstitum, das sich heutzutage Radikalismus nennt, die schlimmste Oberflächlichkeit und Unaufrichtigkeit gegen sich selber. Mit dieser Bemerkung, die nur eine Erläuterung, feine Einschränkung darstellt, können wir uns der Empfehlung des Buches von Gener voll anschließen. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Berein der Freibenter für Feuerbestattung, E. B. 14. Bezir!. Dienstag, 12. Juni, abends 8 Uhr, bei Raddag, Brig, Chausseestraße, große öffentliche Berfammlung. Filmvortrag über Feuerbestattung. Ref. Otto Lenze. Zur Deckung der Unfosten 300- M.- Tellersammlung. Berein Kunfteisbahn" Berlin. Am Donnerstag, den 14. Juni, abends 8 Uhr, in den Kammerfälen, Teltower Straße, Bersammlung des Arbeitsausschusses. Bericht über die geleisteten Borarbeiten zum Bau einer fünft lichen Eisbahn. Alle Eisläufer und Interessenten merden gebeten, an dieser Bersammlung teilzunehmen. Die Geſchäftsstelle ift Giffchiner Str. 107. Dön hoff 6323 31. Abt. Funktionärfonferenz. Wohlfahrts- und Kinderschusfommission ift dazu eingeladen. Die Konferenz findet bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, ftatt. Bezirksführer müssen zum Zahlabend einladen. 35. Abt. 8 Uhr bei Drellfe, Schreinerstr. 18, Sigung fätlicher Mieterräte und Intereffenten. 36. bt. 7 Uhr Konferenz aller Funktionäre und tätigen Genossen bei Jur39. Abt. 7 Uhr bei Köhn, Neuenburger Str. 9, Funktionärsigung. fat, Löwestr. 10. Dampfer LEVIATHAN 59 956 Br.- Reg.- Tonnen Der modernste, grösste und luxuriöseste Ozeandampfer Die höchsten Leistungen von Wissenschaft, Kapitalkraft und Erfindungsgeist finden in diesem Wunderschiff ihre Verkörperung. Unvergleichliche Bequemlichkeiten in allen Klassen Erste Reise nach New York am 17. Juli 1923 dann 7. August, 28. August usw., alle drei Wochen von Southampton- Cherbourg. Alles Nähere durch die untenstehenden Adressen Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: President Roosevelt America President Fillmore President Harding. President Arthur George Washington 13. Juni 25. Juli 16. Juni 18. Juli 21. Juni 26. Juli 27. juni 1. August 4. Juli 8 August 11. Juli 15. August Abfahrt von Southampton und Cherbourg I Tag später Prosp. u. 64 seit. illustr., Tührer d. d. Verein. Staaten" Nr. 83 kostenfrei Vorteilhafte Gelegenheit für Güterbeförderung UNITED STATES LINES Berlin W 8, Unter den Linden 1 NW 40, Invalidenstraße 93 Berlin W 9, Budapester Str. 5 W 8, Unter den Linden 22 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen 40. Abt. 7½ Uhr Funktionärißung bei Reufner, Hagelberger Str. 20. Ale Für Rheumatiter n. Nervenleidende! in herborragend be Obleute, Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute müssen erscheinen. 41. Abt. 8 Uhr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Funktionärsigung. währtes Mittel zur 44. Abt. Die Funktonärversammlung am Montag fällt aus. Die Bezirks. Bekämpfung rheumatischer und gichtischer Leiden, Nerven- und führer laden zur Mitgliederversammlung am Mittwoch durch Handzettel Kopfschmerzen ist Togal. Es ist flinisch erprobt. Ein Versuch überein. Thema: Jugend- und Wohlfahrtspflege in der Stadt Berlin". Ref. zeugt! In allen Apotheken. Best. 64,3% Acid. acet. salic., 0406% Chinin, Stadrat Rachom. 46. 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Ueber die durchschnittliche Berteuerung der Großhandelswaren im letzten Monat wird zunächst berichtet: Die neuerliche Entwertung der Mart rief namentlich in der zweiten Hälfte des Monats Mai eine a tute Preissteigerung auf allen Gebieten der Warenwirtschaft hervor. Nach den Berech nungen des Statistischen Reichsamts ist die Großhandelsinderziffer Don dem 5212 fachen des Friedensstandes im Durchschnitt April auf das 8170fache oder um 56,8 Proz. im Durchschnitt Mai gestiegen. Der Dollarkurs wurde im Durchschnitt April mit 24 457 und im Durchschnitt Mai mit 47 670 M. notiert. Die Höherbewertung beträgt 94,9 Proz. Dieser Bewegung famen wiederum die Einfuhrwaren mit einer Steigerung von dem 7466fachen auf das 13 601fache oder um 82,2 Proz. am nächsten, während die vorwiegend im Inlande erzeugten Waren gleichzeitig von dem 4761fachen auf das 7084fache oder um 48,8 Proz. anzogen. Im einzelnen stiegen: Getreide und Kartoffeln von dem 3473fachen auf das 5388 fache, Fette, Buder, Fleisch und Fische von dem 4802fachen auf das 766 5 fache, Rolonial waren von dem 5917fachen auf das 11368 fache, Lebensmittel zusammen von dem 3952fachen auf das 6335 fache oder um 60,3 Pro3; Häute und Leder von dem 6566fachen auf das 12351 fache, Textilien von dem 9693fachen auf das 17185 fache, Metalle von dem 6346fachen auf das 11474 fache, Rohlen und Eisen von dem 7309fachen auf das 10087 fache, Industrie stoffe zusammen von dem 7566fachen auf bas 11,601fache oder um 53,3 Proz. Bichtiger als diese Zahlen, die als Durchschnittspreise des letzten Monats von der tatsächlichen Entwicklung längst überholt find, sind die Messungen an den einzelnen Stichtagen, deren letzte am 5. Juni erfolgte. Der Gesamtinder ist hier gegen den 25. Mai um meitere 37,2 Proz. gestiegen, und zwar erhöhten sich Lebensmittel um 25,2 Proz ,, Industriestoffe um 49,5 Pro3, Inlandswaren um 41,8 Proz. und Einfuhrwaren um 25,6 Proz. Seit dem 5. Februar, wo die Preise unter dem Einbrud der Dollarhausse besonders hoch standen, zeigte das Niveau der Großhandelspreise nach den Stichtagsmessungen folgende Schwankungen: Staufulbumen Harful unrelf als Rompott gefocht, verbrauchen Diel 3uder. Diefer if tapp und teuer. Süsstoff erfüllt denselben Zwed. Cr If gut im Geschmad, bequem zu der wenden, billig und befömmlich. Arbeit in Rolonielwaren, Drogenhandlungen umb pethelen. 5. Februar. 25. 5. März Gesamt Lebens- Industries Inlands. Einfuhr| Mark inzwischen wesentlich davon abhängen wird, was in der index 7 170 7093 mittel stoffe maren 5.967 4.902 7558 4925 waren 11 176 5 227 3 933 7732 4874 " B 5 120 3 662 7846 4725 • 15. 4 750 3 195 7.657 4.376 6 618 " 24. 4827 3 299 7684 4447 6 577 5. April 4 844 3.567 7.215 4489 6.623 15. 4.923 3 694 7221 4568 " 25. 5.738 4481 8.089 5 141 6 239 4.802 8.779 5 364 10 309 7105 5758 9 463 6.098 11806 " • 7034 12 774 7748 8.806 19 100 10 989 15468 19 417 5. Mai 15. 25. 9034 12 393 6 699 8723 5. Juni. Die Großhandelspreise sind also bereits am 5. Juni im Durch schnitt auf den 12 393fachen Friedensstand angelangt. Bergleicht man man die einzelnen Warengruppen miteinander, so haben sich 3n landswaren der Fall, ebenso wie bei den Industriestoffen. die Preise fast durchweg verdoppelt. Das ist auch bei den reinen Die Arbeitslöhne sind aber in der Zeit vom 5. Mai bis 5. Juni feineswegs um 100 Proz. gestiegen. Daraus ergibt sich einwandfrei, daß die Preise bedeutend schneller gestiegen sind als die Löhne, daß von einer Preisheraussetzung infolge" der hohen Löhne in den meisten Fällen nicht die Rede sein kann. Der gewaltige Preisauftrieb im Großhandel, wo die Preise dem Kleinhandel noch voraufzueilen pflegen, macht es zur dringenden ohnerhöhungen anzuftreben. Ist doch seit dem 5. Juni Bflicht, mit aller Energie einen Ausgleich der Teuerung durch der Dollar weiter gestiegen, und mit ihm der überwiegende Teil der Warenpreise. Nachdem aber ein Stillstand der Preise seit dem Fehlschlag der Stüßungsaftion nicht mehr erhofft werden kann, ist die Frage, mit welchen Mitteln ein dauernder automatischer Angleich der Löhne herbeigeführt werden kann, zum brennenden Problem geworden. Die Dollarhauffe. Zwischenzeit zur Stützung der Mart geschieht. Die Beratungen des Reichstagsausschusses zur Untersuchung der Ursachen des Marksturzes konnten die Hoffnung, daß nun endlich energische Maßnahmen gegen die Devisenspekulation und-hamsterei getroffen werden, nicht gerade steigern. Die bürgerlichen Bertreter, die in der Mehrzahl find, haben hier einen regelrechten Vorstoß zur Entlastung der ipekulation' unternommen, der von den beteiligten Sachverständigen unterstützt wurde. Ihr Vorgehen wurde noch wesentlich gefördert durch den Reichswirtschaftsminister Be der, der sich nicht scheute, im Reichstag zu behaupten, daß der Ver= dienst, der der Bolkswirtschaft durch den Erwerb und die Zurückhaltung der Devisen entstand, größer ist, als der Verlust des Steuerfiskus bei der Kapitalverschiebung. Die Börse hört auf derartige Aeußerungen verantwortlicher Regierungsstellen und bringt schon soviel Intelligenz auf, daraus zu schließen, daß eine ernsthafte Betämpfung der Treibereien gegen die Mart nicht beabsichtigt ist. wenn er glaubt, daß Gelder, die lediglich im Ausland liegen bleiben, Aber Herr Becker befindet sich auch durchaus im Irrtum, der deutschen Volkswirtschaft Nuzen bringen. Um ihren Betrag, der von den Sachverständigen auf 2 Milliarden Goldmark sicherlich zu niedrig geschäßt wurde, hat sich die P'assivität der deutschen Zahlungsbilanz erhöht. Borläufig bedeutet ihre Existenz für Deutschlands Währung und Wirtschaft gar nichts, und es ist für die breiten Massen, deren Lohn durch die Teuerung unPrivatfapitals an fremden Devisen ihnen vielleicht später einmal ausgefeßt entwertet wird, ein schlechter Trost, daß der Reichtum des Erleichterung bringt. Unsere Genossen haben den Versuchen der Bürgerlichen, die Ursachen des Marksturzes nur in allgemeinen Tendenzen der wirtschaftlichen Entwicklung zu suchen, scharfen Widerspruch entgegengesetzt. Solange aber die Regierung ihrerseits nicht mit Maßnahmen am Devisen- und Geldmarkt und in der Finanzwirtschaft entschieden eingreift, müssen in der Tat die gegen die Mart gerichteten Entwicklungstendenzen zur vollen Wirfung kommen. Der Arbeiterschaft bleibt dann aber ihrerseits kein anderes Mittel, als der drohenden weiteren Bernichtung ihrer Kauffraft durch die andauernde Warenverteuerung durch die Forderung nach wertbeständigen Löhnen entgegenzuwirken. Der Dollar hat gestern seinen bisherigen Höchststand über schritten. Sieht man von den Schwankungen im freien Verkehr ab, die am Sonnabend ganz besonders start waren, so liegt die amtliche Notierung mit 84 000 immer noch ganz wesentlich über der vom Ende der Vorwoche, wo man für einen Dollar 78 250 M. bezahlte. heißen 1 ungarische Krone 13,31 Geld, 13,39 Brief; 1 bulgarische Devisenkurse. In unserer geftrigen Kurstafel muß es richtig Die Gründe für den neuen Aufstieg der Devisenkurse sind nicht Lema notierte amtlich 988,50 Geld, 994,50 Brief; 1 jugoslawischer ohne weiteres erkenntlich. Man hätte zum mindesten erwarten Dinar 957,50 Geld, 962,50 Brief. 1 polnische Mark kostete im müssen, daß die neue Reparationsnote eine gewiffe Entspannung freien Verkehr etwa 1,17 m. herbeiführen würde, die sich auch in einer Besserung des Markkurses äußern mußte. Den steht aber die Tatsache gegenüber, daß bis zu einer endgültigen Regelung der Reparationsfrage noch langwierige Verhandlungen erforderlich sind, und daß das Schicksal der Zigaretten Derkauft billigt„ Etiöba", Handelsgesellschaft für Tabatwaren Bölte& Co., SO. 26, Elifabethufer 5-6 ,. Tel.: Morippl. 8711 Marken- Zigaretten auch andere, 3igarren, Tabate laufe jeben Boften gegen Raffe. Angebote nur fchriftlich an Sperlich, W62, Bormfer Str. 4 Schokoladen en gros billig abzugeben für Wiedervertäufer, Rantinen, ständig großes Lager in Markenw. Wolff, Müllerstr. 30. Hansa 184 Hermann Engel Landsberger Str. 85,86,87 Großer Juni-, Aussteuer- und Reiseausrüstungs- Verkauf. 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Walton Newhold: Das britische Parlament von innen gesehen/ X.: Neue revolutionäre Veränderungen im amerikani. schen politischen Leben/ Giulio Aquila: Der Faschismus an der Macht Z. Leder: Die Offensive des Kapitals/ A. Martynow: Von der Russischen Sozialdemokratie zur Kommunistischen Internationale/ Evelyn Roy: Die Totenfeier in Gaya/ A. Ma etzki: Georges Sorel Bibliographie/ Beilage: Generalregister der drei Jahrgänge der Zeitschrift 214 Seiten Grundpreis 3 Mark 214 Seiten * VERLAG CARL HOYM NACHF. LOUIS CAHNBLEY, HAMBURG 3 8 preiswerte Angebote solange Vorrat reicht! • Herrliche Wolljumper 33000-39000| Fesche Sommermäntel Blaue Tuchmantel..... 118 000 Woll- und Waschkleider 150 000 Herren- u. Damen- Gummimäntel 22500 98000 • 52000 98 000 Wandervolle Strickjacken 48000-95 000 Flotte Räcke Alpaka- Mantel, schwarz. Jetzt noch reichhaltiges Lager in Pelzmäntel, Skinks- u. Katzenjacken, Plüsch- u.Wollplüsch-, Astrachan- u.Tuchmäntel u. Kostüme zu sehr bil! lgen Preisen! 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Juni 1928 bei gegeben, wonach unsere Leser Karten fi alle Bläge zum halben Raffenpreis erhalten Nr. 267 40. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Jub bid dien pat bus bils Kinder auf der Straße. III. In der Nacht. Wenn abends auf den Großstadtstraßen und-plähen die Bogenlampen aufflammen, dann ist die Zeit da, in der das Gefindel aus seinen Höhlen friecht, und der Weltstadtparasit, der elegante Hochstapler follegial neben dem prallgemäfteten Schieber, der Talmifavalier neben dem Provinz, Kraut und Schlotbaron den Dirnen strich unsicher machen. Um diese Zeit gehören Kinder ins Bett und haben nichts mehr auf der Straße zu suchen, mögen sie nun bezopfte, frühreife Tauenzien- Mädchen sein oder eben schulentlaffene Jünglinge. Am wengsten aber Kinder von 10 bis 14 Jahren. Und doch eine der traurigsten Beobachtungen ist die, daß man im Westen um die Spätabendzeit und selbst in der Nacht solche Kinder noch auf der Straße treffen tann. Eine Kontrolle. Wir unternahmen es vor kurzem, in der Spätabendzeit die Zahl der Kinder auf zwei der belebtesten Straßen Berlins festzustellen. Unser erster Gang führte vom Bahnhof Friedrichstraße die FriedrichStraße bis zur Leipziger Straße entlang. Immer auf der rechten Seite bleibend, begegneten wir um 11 Uhr herum hier sieben Kindern ohne Begleitung irgendwelcher Erwachsenen; die Kinder standen meist im Alter von vielleicht zehn bis zwölf Jahren. Ungefähr die Hälfte der Kinder handelten mit Streichhölzern, die übrigen bettelten, einer vielleicht zwölf Jahre alt verteilte Reflamezettel für eine Aftrologin, Wahrsagerin und Handliniendeuterin. Ein Dreifäfehoch suchte nach der Polizeistunde Gäfte für ein Nachtlokal der Jäger: ſtraße. Der Unternehmer war wohl der sonderbaren Meinung, daß ein folcher Junge weniger auffalle als ein tuscheinder Erwachsener. Außer diesen unbegleiteten Kindern, begegnete uns faft diefelbe Anzahl on Kindern, die Erwachsene begleiteten. Es waren meist kinder, die Blinde und Krüppel führten, mit ihnen bettelten oder mit Blumen sich mit den Erwachsenen auf den Weg in Dielen und Bars machten. An der Ede der Leipziger Straße fahen wir eine Frau mit drei Kindern, deren jüngstes höchstens sechs Jahre alt sein konnte, und ebenfalls Streichhölzer feilhielt und bettelte. Vor Theatern und Hotels. die, wenn sie etwas älter sind, feß die Zigarette im Mund und ein Mädchen mit Hängezopf am Arme haben, muß man staunen. Da wird Karussell gefahren, auf der amerikanischen Schaukel geschaufelt, da wird das Panoptikum beäugt, die letzten Azteken mit den Bogel ben Bürfel- und Losbuben das Geld verloren. Wie manches junge föpfen werden bestaunt, und vor allem wird am Lotterierad, in Berbrecherbasein, das heute im Café Dalles oder in der Auguft. herberge moralisch verendet, hat auf dem Rummel feine Rutschbahn auf der schiefen Ebene des Berbrechens begonnen. Aus den Kreifen dieser schon halb Berdorbenen sehen sich auch die Patrouillen der Jugendlichen zusammen, die in einer Art Schüzenlinie vor. gehend um die Theaterzeit herum in der Nähe der Theater, Lupuslokale und Bars nach verlorenen Gegenständen suchen, sie an strupellose Händler verschärfen und den Erlös dann dem Rummel in die Hände spielen. Noch ein Kapitel ist nicht zu vergessen, das sich hier um ältere Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren, die man Kapitel des erotischen Erwachens im Kinde. Natürlich handelt es häufig in den Spätabendstunden in Parks und Anlagen mit gleich altrigen, oft auch älteren Mädchen sich herumtreiben sieht. Es ist tatsächlich eine eigentümliche Zeiterscheinung in physischen und psychischen Wirkungen des Kriegserlebens begründet, daß das Geschlechtsleben sich stärker und deutlicher bemerkbar macht. Unauffällige Beobachtungen in Kreisen Jugendlicher bestätigen das. Namentlich bedauerlich aber ist das Hereinziehen Halbwüchfiger in homoferuelle Kreise. In der berüchtigten Tiergartengegend an der Budapester Straße fann man des öfteren in später Stunde Jugend liche in Begleitung Erwachsener beobachten. Eine starte Gefahr ist hier vorhanden, auf die Eltern und Erzieher ihr Augenmerk richten müffen. Manche Eltern wundern sich, wenn- wie es namentlich in den westlichen Streifen und Vierteln um Tauenzienstraße und in frühem Alter an einer bekannten, leider zu sehr bekannten und Rurfürstendamm herum schon öfters vorgefommen ist, ihre Kinder daher zu menig gefürchteten Krankheit erfranken, an der dann die naiven Eltern mehr als die weniger naiven Kinder schuld tragen. * Das Treiben der Jugendlichen muß heute mehr denn je überwacht werden. Sicherlich waren es extrem eingestellte Kinder der Großstadt, von denen hier erzählt wurde. Aber wahrscheinlich läßt fich manches verallgemeinern. Möglich, daß gerade diese Erschei nungen der kommenden Generation einen verhängnisvollen Stempel aufprägen. Viele dieser Erscheinungen wetterleuchten auch unter der Provinzjugend. Mehr aber als alles andere haben wir eine gefunde, törperlich wie geiftig fräftige Generation als tommende notwendig. Die eifrigen fleinen und flinten Berdiener find häufig vor den Theatern bei Beginn und Schluß der Vorstellungen zu finden. Zuerst stehen sie auf der Lauer und warten. Kommt ein Auto, dann stürzt der eine hin, öffnet den Wagen, der andere fäubert den Damen die Schuhe, die nicht im mindesten ftaubig sind, ein anderer öffnet die Theatertür. Sehr oft erhalten sie alle einen mehr oder weniger bedeutenden Geldschein von den Kavalieren. Andere haben sich mit kleinen Sträußchen versehen und bieten sie den Damen überraschend an, die dann meist in der ersten Ueberrumpelung zu Der Mann im Keller. greifen, worauf der Herr, ob er nun will oder nicht, ob er sich freut oder ärgert, höflich von den kleinen Verkäufern zum Blechen auf Der Bahnhof Ebersstraße liegt hoch über dem Niveau der gefordert wird. Preise nennen die Schlaumeiers natürlich nicht. Straße. Man muß achtundvierzig Stufen steigen, um zum BahnDer Wohltätigkeit sind teine Schranten gefeht! Kinder sind Menschenkenner von erstaunlicher Treffsicherheit, die sie aber als Er- steig zu gelangen. Aber man stößt von der Straße nicht gleich auf wachsene allmählich verlieren. Manche der Jungen verstehen es die Treppe, man muß erst durch einen Tunnel gehen, in dem es fogar, bis in die Garderobe hinein vorzubringen und dort den immer feucht und dämmerig und dumpf und kalt wie im Keller ift. Damen bei der Entfieidung" behilflich zu sein. Selbstredend eben Kurz vor der Treppe macht der Tunnel einen Knick. falls nicht fostenlos! Ist das Theater nun aus, dann geht es umgefehrt los. Während des Theaters hat man den Jungen an den Hotels Konturrenz gemacht, dort Autos geöffnet, Röfferchen fünf Schritt weit getragen, statt Sträußchen Streichhölzer angeboten oder aufgeglättete Achtuhrabendblätter und Börsencouriers oder die nicht weggegangenen Sträußchen vor den Dielen und Bars abgesetzt. Nun stehen sie wieder vor dem Theatereingang. Darf ich für die Herrschaften einen Wagen holen?"," Wollen Sie ein Auto?", Ach, faufen Sie mir doch'n Sträußchen Beilchen ab!" In den Garderoben helfen die Kühnsten den Frauen wieder in die Mäntel. 17 Auf den Rummelplähen. Nicht unterstützt, wohl aber in feste Hand genommen zu werden verdienen die Kinder, die man allabendlich auf den vielen Rummelplätzen in Berlin beobachten kann. Es sind zumeist die Schwerverdiener unter den Kindern, die hier ihren Berdienst um die Ecke bringen. Eine bessere polizeiliche Kontrolle auf den Rummelplähen wäre dringend geboten. Üleber die Ausgaben der kleinen Flegel, 8] " Als die Wasser fielen. Bon Offo Rung. Wollt ihr nun machen, daß ihr rauskommt!" sagte Hermansen, wenn die Kinder an Tagen, wo die Herrschaft eingeladen war, die Nase zur Küche hereinsteckten und hungrig Hasenbraten ist nichts für Kinder! Wollt ihr was zu effen haben, so fönnt ihr Bierfuppe friegen!" Doch das Hausmädchen hatte feine Luft, einen Topf sauber zu machen. Sie tonnten eine Scheibe Schwarzbrot mit Streuzucker befommen wenn sie nicht so naseweis waren und immer in der Küche herumschnüffelten! Somstag, 10. Juni 1923 und die ausgestellten Waren prüfen. Bis zu dem Berkäufer aber tommt fein heller Schein. Er ist in dem Tunnel ausgesperrt vom freundlichen Licht des Tages und lebt wie ein Gefangener im Keller. Erst gegen Abend schaltet er das elektrische Licht ein, damit der teure Strom nicht die ganze Einnahme verschlingt. Früh schon ist er auf dem Posten, wenn mit den ersten Zügen die ersten Kunden kommen. Und immer ist er freundlich und zuvorkommend. Hier taufen die ,, fleinen Leute", die immer über die hohen Preise klagen und immer fragen, ob sie nicht billigere Sorten bekommen können. Auf alle Fragen gibt der Verkäufer underdrossene Antwort. Freundlich, lächelnd, liebenswürdig. Sieht man ihn am frühen Morgen man muß sich weit vorbeugen, um ihn anblicken zu können- ist auf seinem Gesicht noch ein wenig Farbe und Frische, der letzte Abglanz der Sonne, die ihn auf dem Wege zu seinem Geschäft beschienen hat. Am späten Nachmittag aber ist sein Geficht fahl und farblos, Hände sind blaß und blutleer, und seine Stimme flingt heiser und er ist welt geworden in dem feuchten, finfteren Winkel. Seine hohl. Alles das mutet so totentraurig an, und man hat Mitleid mit dem Mann im Keller, der die Sonne nicht sieht, immer im froh, daß man ihm das Kellerloch als Laden läßt, in dem er so viel Finstern fizt und doch immer freundlich sein muß. Der aber ist verdient, daß er mit seiner Familie gerade noch am Hunger vorbeifindet. Der Köhn- Prozeß. 119 Zeugen- Der Angeklagte 14mal vorbestraft. einer eigens zu diesem Zwed gebildeten Sonderstraftammer Am Montag früh beginnt im fleinen Schwurgerichtssaal vor des Landgerichts III, deren Borsiz Landgerichtsdirektor Siegert führt, die Hauptverhandlung gegen den Kaufmann Karl Köhn, den Gründer des Köhn Konzerns". Röhn ist im Jahre 1869 in Denzig, Kreis Dramburg, als Sohn eines war dann später Delikatessenhändler, Zeitungsverleger und DruckereiLandlehrers geboren, hat die Kolonialwaren handlung erlernt und befizer. Darauf verlegte er sich auf die Erforschung des Charakters und Gemüts aus Handschriften und Bildern. Vor feinem Schwindelunternehmen war Röhn bereits 14mal vorbestraft, zuletzt megen Rüdfallbetruges in 35 Fällen zu vier Jahren Gefängnis, welche Strafe er 1914 verbüßt hat. Als dann Ende August der große Kladderabdatsch tam, sahen sich 50 000 bis 60 000 Einzahler um ihre Hoffnungen betrogen. mehrere Wochen dauern. Es sind 119 3eugen zu verDie Verhandlungen werden nehmen, außerdem mehrere Sachverständige, darunter vier Bücherrevisoren und Beamte des Finanzamtes sowie Kriminalinspektor v. Manteuffel. Wir werden über die Berhandlungen ausführlich berichten. Eigenmächtige Exmission. Der Wirt braucht die Wohnung als Bureau. Trotz aller Wohnungsnot und froß allen Mieterschußes, der auf der Wirt die nötige Bedentenlosigkeit hat, plötzlich auf die Straße dem Papier fich so schön macht, fann immer noch ein Mieter, wenn gesetzt werden. Dieses Schicksal hat ein Gärtner erlitten, der in Grunewald auf dem Billengrundstück Augusta- Vittoria- Str. 90 bei dem Kaufmann Renfing als dessen Angestellter wohnte und bei der Beendigung des Dienstverhältnisses am 1. Juni die Wahr nung, weil er noch teine andere hatte, nicht aufgeben wollte. Hier ist es am finstersten und hier hat man ein paar Steine aus der Mauer gelöst und in dem so entstandenen Loch einen fleinen Bigarrenladen untergebracht. Ein winziger, unwahrscheinlich fleiner Der Gärtner hatte nach Empfang der Kündigung noch vor Be Raum. Hinter der primitiven Tonbant, über der eine breite, blinde Glasscheibe ist, die ein Schaufenster vortäuschen soll, hat der Ber- endigung des Dienstverhältnisses eine Aushilfsstelle bei einem Billenfäufer faum Plazz, feinen Ueberrod an den Nagel zu hängen und bei diesem neuen Arbeitgeber schon Beschäftigung in der Küche, doch befizer in Neubabelsberg übernommen, und auch seine Frau fand fich, menn feine Räufer an der Theke stehen, vor die zwei drei Risten fonnte die dortige Gärtnerwohnung dem Ehepaar nicht eingeräumt mit Zigarren, die wenigen, halbleeren Schachteln mit Zigaretten werden, weil der bisherige Gärtner zwar längst die Stelle, aber und die paar Patete Tabat auf einen fleinen, runden Stuhl ohne nicht die Wohnung aufgegeben hatte. Herr Rensing war nicht dafür Lehne zu sehen. Hinter der blinden Glasscheibe sieht man ihn nur zu haben, seinem Gärtner über den 1. Juni hinaus seine Wohnung in schwachen Umrissen wie einen Schatten. Wenn oben die Züge gegen Mietezahlung zu belassen. Als dieser sie am 1. Juni nicht durch den Bahnhof raffeln, rinnen Staub und Sandtörner auf den aufgab, schritt fein bisheriger Arbeitgeber und Hauswirt zur Kopf des Verkäufers. Wenn es start geregnet hat, steht das Waffer richt mit einem Antrag auf Entscheidung zu be. eigenmächtigen Egmission, ohne vorher das Ge. im Tunnel, und von der Decke des Gewölbes fallen Tropfen auf mühen. Er verschaffte sich auf noch nicht aufgeklärte Weise zu den steinernen Fußboden des Ladens. In diesem Loch müßte eigent- tritt zu der unbeaufsichtigten Wohnung des Abwesenden, ließ durch lich immer Licht brennen. Man kann kaum die Breistafeln lefen einen Möbelfuhrmann die ganze Wirtschaft hinaus. Nach Tisch mußte der Knabe eine Hutschachtel durchs Entree| waren in allen Bolterkammern waren sie zu Hause, durchzu den tarockspielenden Herren ins Rauchzimmer tragen, wo stöberten die Lagerräume des Hinterhauses, fuschelten sich in fie, von einer Reisedecke bedeckt, unter einem Stuhl angebracht das Heu hinter den Ständern des Droschtenstalles. So war wurde. Das war in jenen Zeiten, als man noch feine in jener unberechenbaren Zeit das Schicksal zahlloser Kinder modernen Bequemlichkeiten fannte. der Oberklasse, während die Kinder der Armen sich zu Fachverband und starten Gemeinden wuchsen, und das Jahrhundert des Kindes graute. Doch hinter einem Sofa verborgen, saß der Knabe mäuschenstill da und lauschte den Erwachsenen, wenn die Kameraden des Vaters von einer Art Häuser erzählten, in Die feine Gesellschaft jener Zeiten war wie ein Schiff, denen sie in Portugal in einer nächtlichen Gesellschaft mit einer deffen Befehlshaber hoch oben auf der Brücke stand und ins Menge von Mädchen gewesen waren, oder von einer Frau auf Blaue fah, während Sklaven in der Tiefe Justiz über Ratten Desterbro, die sie das" Flottenlager" nannten. Der dice und Gesindel und über einander, diese Schar ewig wechselnden Kammerherr Lüttich rief, daß alle Männer von der Linken Gesindels hielten, das durch das Labyrinth des Domestiken Landesverräter wären, und das Herz des Knaben hämmerte flügels zog, eine Reihe privilegierter Proletarier, die in den por Begeisterung, wenn der Bizeadmiral mit dem langen Resten der Speisekammer und der Galamittage schwelgten. Badenbart sagte, daß alle Sozialisten auf die Gemeindewiese Sie ließen ihren Haß an den vogelfreien Kindern der Herrgefahren und mit einer Kanone niedergeknallt werden müßten! schaft aus, die wütend oder ängstlich ihren fleinen IndianerHolger war es nicht anders gewohnt, als daß jeder Mann, der frieg aus dem Hinterhalt der Korridore und von ihrer Burg sich in Arbeitszeug oder Schürze in Haus oder Hof zeigte, ein im Kinderzimmer, dessen Tapeten von Feuchtigkeit zerfeht Lümmel war, und daß Sozialisten und Lümmel dasselbe waren, mit Geheul und Hohn ausfochten, wenn sie Abend für wären, hatte er den Bater wohl hundertmal sagen hören-Abend eingesperrt wurden, während die Küche mit Wein, und die Männer von der Linken waren nicht besser! Zigarren und Liebsten jubilierte; furchtloser Troß erfüllte fie, wenn zur Nachtzeit der Mann, den sie hinter der Wand in der Kammer des Stubenmädchens Svendborg hatten poltern hören, plöglich in ein Laken gehüllt die Tür aufriß und sagte, daß er fie mit ins Grab nehmen wollte, wo sie verfaulen tönnten, wenn sie nicht den Mund hielten! Allein an Zigaretten war Ueberfluß. Wenn die Kinder, Edith mit der grünen Plüschtasche und der alten Boa ihrer Mutter, Holger in den veränderten Galahosen seines Vaters, deren Gäume noch zeigten, wo die Goldstreifen gesessen hatten, aus der Schule famen, stand der Zigarrenhändler in seiner Tür und nickte ihnen zu. Er schuldete, wie sie wußten, feit einem halben Jahre die Miete, und deshalb warf er ihnen als den Kindern des Hauswirts fleine Schachteln Dufe- Zigaretten zu, die sie auf der Hintertreppe oder drüben im Stall des Und er hatte sich die Hand vor den Mund halten müssen, Droschtenkutschers rauchten. In jeder Schachtel war die Photographie einer Dame in Hemd oder Badetracht, die sie in der Schule für besseres Butterbrot als das faure Brot, das Hermansen ihnen mit dem Rücken eines Brotmessers strich, eintauschten. Wenn ihr meine Kinder wäret," sagte er, so friegtet ihr dasselbe Gericht zum Frühstück, Mittag und Abendbrot: Budelblau und warme Waffeln!" Ganz satt wurden sie nur bei den großen Gesellschaften, wenn die Damen sie auf den Schoß nahmen und ihnen Käse oder Kompott in den Mund stopften, obwohl Baters Augen drohend aussahen, während er tat, als ob er lachte. Die dicke Baronesse steckte den Kindern den Finger ganz in den Mund, bis Edith fie einmal biß. War der Prinz da und fragte, ob sie müßten, mer er wäre, so hatten sie gelernt, laut und freimütig zu sagen: Jawohl Eure Hoheit." um nicht mitzulachen, wenn der Vizeadmiral sich vor Lachen über einen jungen Leutnant schüttelte, der mit dem Plan umging, ein Boot zu erfinden, das ohne Ballon durch die Luft fliegen fonnte. Ueber dreißig Jahre lang hatte der Admiral Fregatten und Korvetten geführt! Er lachte, daß alle seine Orden vom Nordstern bis zum Großkreuz wadelten:„ Ich fenne Wind und Wogen! Und das Bürschlein will mir erzählen, daß er ein Schiff zum Fliegen bringen fann! Ebenfogut fann er mir erzählen, daß er eine Laterne erfunden hätte, die direkt durch die Dinge hindurchleuchtete, so daß man sehen könnte, wieviel Zehntronenftüde ich in meinem Geldbeutel habeja, oder die Kugel finden, die ich bei Helgoland in den Schenkel friegte und noch darin habe!" Gleich darauf entdeckte der Bater den Knaben, und die Order lautete: Die Kinder raus! Und als Strafe fürs Lauschen: Hermansen stand im Frad mit roten Fangschnüren hinter am nächsten Morgen, Ostersonntag, um acht Uhr aufstehen der Tür und fah böse aus. Er wollte die Kinder schon lehren, und mit dem Unterstubenmädchen zur Kinderandacht nach fich aufzuspielen, als ob fie die Herrschaften wären! Aus Bos- Bethesda gehen statt bunter Ostereier, wie sie selbst die heit ließ er Charlen, den Mops, ins Speisezimmer ein, wo er Pförtnerfinder bekamen! heimlich unter dem Tische herumging und sich gegen die Beine So lebten sie wie kleine Wilde in dem weitläufigen Hause, der Damen lehnte, und Hermansen beobachtete mie ein Richter, durch den langen finsteren Korridor, der Herrschaft und Gewelche von den Damen von ihrem Tischkavalier fortrückte und finde trennte, gejagt und selbst jagend wie ungezähmte Kagen, welche still figen blieb und zufrieden aus den Augen blickte.- die auf dem Boden des Backhauses hinter den Mäusen her Er hieß Olsen, und ihn holte später die Polizei, weil er Silberzeug vom Büfett gestohlen hatte. Aber das war lange, nachdem Svendborg den Droschtentutschern im Torweg gezeigt hatte, was sie wagte! Die Kinder hatten Svendborg im Tor gesehen und zuerst geglaubt, daß es der Vater wäre, obwohl sie wußten, daß er mit der Mutter zum Mittag beim Admiral war. Da stand Olsen, der, ohne daß einmal Hermansen es ahnte, zwei Wochen in Svendborgs Kammer gewohnt hatte. Und heute war Hermansen mit rundem Hut und Zigarre in seine Brüderloge auf Nörrebro gegangen. Olsen trug Müze und Samthosen, aber ihm gegenüber stand die Galauniform des Kommandeurs, und darin war Svendborg. Svendborg hatte den Dreimaster des Kommandeurs auf dem Kopfe, der Galarod mit den roten Aufschlägen konnte nicht ganz über Svendborgs Busen zugeknöpft werden, und die goldgestreiften Hosen waren viel zu stramm für ihre Lenden, auf denen der Degen schaufelte, der ihr ab und zu zwischen die Füße fuhr. ( Fortsetzung folgt.) tragen und ohne besondere Berpadung auf einen offenen Wagen stellen, und dann gab er Anweisung, sie in Neubabelsberg abzu liefern. Dort entstand bei dem Eintreffen der Möbelfuhre, das erst im letzten Augenblic telephonisch vorausgemeldet wurde, große Bestürzung. Der Billenbefizer erflärte, daß er auch feinen Unterstellraum für die Möbel habe, und er ließ sie durch einen aus Nowawes herbeigeholten Fuhrherrn nach Grunewald zurückschaffen. Herr Renfing aber zeigte teine Reigung, sie anzunehmen, so daß die ganze Ladung mit dem Wagen nach Nowawes gebracht werden mußte, wo sie jetzt noch steht. Eine vorläufige Besichtigung hat er geben, daß bei den langen hin- und hertransporten ein beträchtlicher Schaden entstanden ist. Auch hat der Gärtner die ineue Arbeitsstelle eingebüßt, weil der Villenbesitzer erst die Erledigung des Wohnungsstreites abwarten mill. polizei ist der Schläger ein Mann, der als jüdischer Borer" mehr- fucht wird, Infaffos für die Kaffe zu bewirken, wird ersucht, die fach aufgetreten ist und gern auf Rummelplätzen und in Schieber- in Betracht kommende Person sofort feststellen zu lassen. lokalen verkehrt. Er ist etwa 30 Jahre alt, mittelgroß und dunkel- Sigung des erweiterten Bezirksbildungsausschusses. Donnerstag, den blond und trug zuletzt einen braumen Anzug und Schiebermüze. 14. Juni, abends 6 Uhr, in der Bibliothek des Bezirksbildungsausschusses, Dieser Boger trägt oft auch ein Augenglas, um sich un- Lindenstr. 3, zweiter Hof, 2 Tr. Alle Kreise müssen vertreten sein. Die fenntlich zu machen. Er ist nach der Tat noch in Berlin ge- ausgefüllten Fragebogen bitten wir mitzubringen. Die Karten für die sehen worden und hält sich wahrscheinlich auch jetzt noch hier auf. Journalisten" und Opern müssen umgehend abgerechnet werden. Mitteilungen zu feiner Ergreifung, für die eine Belohnung ausgesezt ist, an Kriminalkommissar Herber beim Polizeiamt in Berlin mitte. Ein Verbrecher als Erfinder und Dresseur. Der Postraub in der Lothringer Straße. Eine Gedenkstunde für Walter Nathenau. In der von der Liga Junge Republit für Freitag, den 15. Juni, 8 Uhr abends, nach dem Meistersaal, Köthener Str. 38, einberufenen Erinnerungstundgebung für den bor einem Jahre ermordeten Reichsminister Dr. Walther Rathenau hält Stefan Großmann die Gedenkrede. Die Mitglieder der dem Deutschen Republikanischen Reichsbund angefchloffenen Organisationen haben freien Zutritt; Gäste dürfen eingeführt werden. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen, Bezirk 31, Lichtenberg. Mitgliederversammlung am 12. Juni, abends 7½ Uhr, im Cecilien- Lyzeum, Rathausstr. 8. In der gestrigen Verhandlung vor dem Schwurgericht I gegen In sozialer und ethischer Hinsicht bedarf das rücksichtslose Bor- die Pofträuber in der Lothringer Straße wurden die Sachverständigen gehen des Herrn Renfing wohl feines Kommentars. Nicht einmal über den Geisteszustand der Angeklagten, die vor Gericht den wilden Samit tann er sich enthuldigen, daß er die Wohnung für einen Mann spielen, gehört. Gefängnisarzt Dr. Ludw. Hirsch stellte feſt, Jugend und Altohol. Der Vortragskursus, den das Bezirksamt neuen Gärtner braucht. Er hat gar feinen neuen Gärtner einge- daß Hugo Suder vor zehn Jahren auf Grund eines Gut Friedrichshain in der Aula der 203. Knabenschule, Petersburgerstr. 4, stellt, sondern die Gärtnerwohnung zum Bureau geachtens von Sanitätsrat Dr. Leppmann ent mündigt worden über das Thema Jugend und Alkohol" veranstaltet, nimmt am 12. Juni, macht, in dem bereits eine Bureauangestellte arbeitet. Ueber die ist. Er ist wiederholt vorbestraft und auch mehrfach in Dalldorf ge- abends 8 Uhr, feinen Fortgang. Referent ist Generalsekretär Goebel; juristische Seite des unerhörten Willtürattes wird das Gericht zu wefen. Der Sachverständige hält ihn zwar für geistig minderwertig, er wird über das Thema ,, Alkohol und Jugend" sprechen. Der Eintritt ist unentgeltlich. entscheiden haben, da gegen ihn Anzeige wegen Haus- aber für seine Lat voll zurechnungsfähig. Die Hallunzinationen, friedensbruchs eingereicht werden soll. Auch wird das Woh- die Leste am Tage vorher vorgebracht hatte, erscheinen dem Sach zur" Belämpfung der Geschlechtsfrankheiten", lautet das Thema, das in Syphiliskatastrophe und drohende Salvarsan- Diktatur durch das Geset nungsamt die jetzt als Lureau benugte Wohnung zu beschlagnahmen verständigen als glatt fingiert. Sein ganzes Auftreten vor und nach einer öffentlichen Protestversammlung( Künstlerhaus, Bellevuestraße) am und dafür zu sorgen haben, daß sie wieder als Wohnung benutzt der Tat sprechen für seine zurechnungsfähigkeit. Medizinalrat Dr. Montag, den 11. Juni, abends 7½ Uhr, behandelt wird. Für die Auswird. Daß der ermittierte Gärtner schleunigst eine Wohnung er- Thiel hat Hugo Suder eingehend untersucht. In Verbrecherkreisen sprache sind eine Reihe namhafter Aerzte vorgemerkt. halten muß, scheint uns selbstverständlich. steht er als Erfinder des Sauerstoffschneideapparats, Im Vergnügungspark Ulap am Lehrter Bahnhof beginnt Sonntag ber zum Deffnen von„ diebesficheren" Geldschränken verwendet wird, der 8- Tage- Wettlauf durch Berlin um den großen Ulap- Preis. Der Start in großem Rufe. In weiteren Kreisen ist er als 3üchter und ber gemeldeten Läufermannschaft, darunter der bekannte Weltrefordläufer Dresseur gelehriger Pudel bekanntgeworden. Suder Mazebpa Baul Gillier, findet ab Sonntag täglich punkt 7 Uhr im Prome meist zahlreiche Degenerationszeichen auf. So ist es nadenpart statt, Biel daselbst 9 Uhr. Der Part mit seinen 70 Attraktionen auffällig, daß feine Stirn dauernd in Bewegung ist. Er ist erblich ist ab 10 Uhr geöffnet. belastet, Trinter und Syphilitifer.§ 51 hält der Sachverständige nicht für anwendbar, da weder Bewußtlosigeit noch geistige Störung bei Berübung der Tat in Frage kommt. Die Beweisaufnahme wird am Montag fortgesetzt. Tragödien des Alltags. Kindesaussetzung Opfer eines Vampyrs Liebes- Service. Das Je größer die wirtschaftliche Not des Boltes wird, desto weniger fommt der einzelne, so gerne er es möchte, dazu, sich um die Sorgen und Nöte seines Mitmenschen zu kümmern. Er muß das dem Staat, der Gemeinde, den Organisationen überlassen, weil er für sich und seine Familie zu sorgen hat. Inzwischen vollendet sich hier und da und dort, ohne daß es die Deffentlichkeit sieht oder davon Notiz Lehrer- und Küfferhonorare in Sachwerten. Der Lehrerberein Börje in Hildesheim hat beschlossen, einen zeitgemäßen Tarif für Privatstunden und andere außergewöhnliche Verrichtungen feftzulegen. Danach kostet eine Stunde fünf Pfund Roggen. Für Orgelspiel bei Trauungen soll ein Bfund verlangt werden. Freiwillige Parteibeiträge. Br. Bieligt, Gehrau, 3000.-; Hermann Leber, Jena, 2000.- Dennhardt, flog, Pantom, 20-; 20 000.-; Bogeljad, Hundert Jahre Friedrichs- Werdersche Oberrealschule. Winter im Sommer. Im Innern Norwegens ist das Thermo= nimmt, das trostlose Geschick eines Bedrängten und die Justiz hat Am 18. Oktober 1924 feiert die Friedrichs- Werdersche Ober- meter unter den Gefrierpuntt gefallen. In Lillehammer bann die durchaus nicht dankbare Aufgabe, dem Recht und der Ge- realschule zu Berlin ihr hundertjähriges Bestehen. Sie wurde als war starter Schneefall. Infolge der Witterung fängt das Futter an rechtigkeit Geltung zu verschaffen. Es sind fleine Tragödien des die erste deutsche Gewerbeschule von der Gemeinde Berlin gefnapp zu werden und die Lage der Landwirtschaft ist geradezu Alltags, die sich Tag für Tag vor den Schranken des Gerichts leben widmen wollten, Gelegenheit zu geben, sich die für alle Zweige gründet, um den jungen Leuten, die sich dem praktischen Berufs troftlos. abspielen. des gewerblichen Lebens notwendigen Borkenntnisse zu erwerben. Wegen Rindesausfeßung hatte sich vor dem Schöffengericht Sie ist die erste Anstalt, die unter Verzicht auf die alten Sprachen Berlin- Mitte die 23jährige Stüße Gertrud Sutam als Opfer die realen Fächer, Mathematik und Naturwissenschaften, und die für eines ausländischen Berführers zu verantworten. Die das gewerbliche Leben wichtigsten reueren Sprachen, Französisch Berlin, 1000. Lankom, Berlin, 5000.-; Schmidt, Mouneber; iftiefad, Angeklagte war Stüge in einem Haushalt am Kurfürstendamm. und Englisch, neben der Pflege des Deutschen in den Vordergrund 1000.- Ungenannt 3000. C. Sagen, Berlin, 2000.- Angestellte bes 3.- 3. Eines Tages hatte sie in einer Buchhandlung den griechischen Stu- stellte. Aus ihr haben sich später die heutigen Real- und Oberreal- 17 900.-; Stegmann, Berlin, 1500.- Dr. N., Berlin, 5000.-; Carid 1000.denten André Samuris fennen gelernt. Nach furzer Bekanntschaft war es dem Griechen gelungen, das bisher unbescholtene Mädchen Schulen entwickelt, während die damaligen Realschulen erster Ord- Stückten 1000.-; C. Reig, Berlin, 36 000.-; C. N., Berlin,' 5000.-; Denn hardt, Berlin, 2000.-; Br. durch 8., Berlin, 500.-; Dr. W., Berlin, 9500.-; zu verführen und bald darauf war er verschwunden und nicht mehr nung" mit ihrer starken Betonung des Lateinischen sich zu dem durch Bohm- Schuch, Berlin, 10 000.-;. und R., Berlin, 20 000.-; Hein, Somit ist die Bad Oeynhausen, 3000.-; Fabowski, Wilmersdorf, 2000.-; Bm., Berlin, Mädchen ein und als das Kind da war, wußte sich die junge Mutter Friedrichs- Werdersche Oberrealschule, zu deren berühmtesten Lehrern. G. 100 000. 6. Piortomstt, Dresden, 80 000. E. St., Berlin, 900.auffindbar. Bald stellten sich die Folgen des Fehltritts bei dem heutigen Realgymnasium weiterentwickelt haben. 200. Ruben, Berlin, 3000.-; St., Berlin, 5000.-; Frau Pfurf 7000.-; feinen anderen Rat, als es auszusehen. Das Gericht schenkte der u. a. der Geograph Karl Friedrich von Klöden, die Hiftoriter Sch. 1000.-; C. R., Neukölln, 5000.-; Sch. und M., Berlin, 1500.-; T., Grin Behauptung der Angeklagten, daß fie auf der Straße noch gewartet David Müller und Pruß, der Botaniter v. Hanstein, ber heibe, 10 000.-; C. N., Neukölln, 10 000.- Studien, Steglig, 1000.-; B. M., Berlin, 200.-; Herzberg, Berlin, 50 000.-; Dennhardt, Berlin, 2000.-; habe, bis jemand das Kind an sich genommen habe, feinen Glauben Germanist Ph. Wadernagel und Büchmann, der Verfasser R. N., Berlin, 10 000.-; Ririchte, Lichtenberg, 150.-, A. R., Berlin, 50 000.und verurteilte sie zu der Mindeststrafe von sechs Monaten Gefäng- der Geflügelten Worte", gehören, und die zu ihren Schülern R. R., Berlin, 200.-; Fobowsti, Berlin, 1500.- Karper, Charlottenburg, mis, gewährte ihr aber dreijährige Bewährungs. Theodor Fontane zählt, die älteste Oberrealschule 4000.-M. L., Berlin, 10 000.-. Bich! 20 000.-;. G. 20 000.-; B. S., Charlottenburg, 50 000.-; Gebr. 2., 3ofingen, 7800-; Hein, Bad Denn frist. Deutschlands. Zu der Jubiläumsfeier, die am Ende haufen, 3000.-; Dr. D. C., Berlin, 50 000.-; Fabowski, Wilmersdorf, 2000.-; Ein furchtbares Los hatte ein anderes junges Mädchen namens des hundertsten Schuljahres der Anstalt Ende September 1924 Genoffen aus Milwautee 775 862.-; Rubitschef, Berlin, 20 000.-; Herzberg, Helene Sch gezogen, das sich vor der 8. Straffammer des Land- stattfindet, werden alle ehemaligen Lehrer( auch Seminarfandidaten) Berlin, 50 000.-; B. M., Berlin, 1400.-; Stüdlen, Steglik, 1500.-; C. N Neukölln, 5000.-; B. H., Berlin, 1 000 000.-; Schlesinger, Berlin- Grimewald, gerichts I unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Töld wegen Dieb- und Schüler sowie alle Freunde der Friedrichs- Werderschen Ober- 350 000.-; Dennhardt, Berlin, 3000. M. Summa 2 816 782.- 9. stahls und Hehlerei zu verantworten hatte. Außerdem war der Kellner realschule und der höheren Schulen überhaupt, insbesondere der Weitere Geldfendungen sind zu richten an den Kassierer der Adolf Platörte wegen Erpressung angeflagt. Helene Sch. war als Realanstalten, zur Beteiligung eingeladen und gebeten, zur Deckung Sozialdemokratischen Partei Fr. Bartels, M. d. L., Berlin SW. 68, 15jähriges Mädchen nach Berlin gekommen und hatte hier Platörte der recht beträchtlichen Unkosten freiwillige Spenden auf Lindenstr. 3, oder an das Postschecktonto Berlin 7918, Fr. Bartels, getroffen, den fie aus ihrer Heimat in Lychow in Hannover fannte, das Postschecktonto: Jubiläumsfonds der Friedrichs- Werderschen D. Wels, R. Ludwig, Berlin SB. 68, oter an das Bankkonto oher sie beide stammten. Zuerst hatte Platörte den väterlichen Oberrealschule Berlin 488 96" einzusenden. Mitteilungen, die Fr. Bartels, D. Heinrich, W. Pfannkuch, D. Wels, Berlin SW. 68, Freund und Beschützer des jungen Mädchens gespielt. Bald aber für die Schule von Wert und Interesse sind, besonders Angaben von bei der Distontogesellschaft, Berlin S. 68, Depofitentasse, Lindenließ der abgefeimte Verbrecher, der bereits 19mal vorbe. Adreffen früherer Schüler, nimmt entgegen: Studienrat ftraße 3. ftraft war und zulegt eine vierjährige 3uchthaus Baul Abel, Friedrichs- Werdersche Oberrealschule, C. 19, NiederStrafe verbüßt hatte, feine Maste fallen und zwang das junge wallstraße 12. Mädchen, seine Gehilfin auf seinen Verbrecherfahrten zu werden. Sie mußte die Beute aus zahlreichen Einbrüchen zu Geld machen, ihm auch als Deckung bei seinen Diebstählen in Rabaretts und Bergnügungslokalen dienen und Bekanntschaften mit Ausländern machen, deren Geld sie dem Erpresser abliefern mußte. Der Verfuch, die Mitangeklagte auch auf die Straße zu fchiden, mißglückte an deren Widerstand. Die Angeklagte schilderte, wie es ihr zur Unmöglichkeit gemacht worden sei, sich von dem Vampyr loszumachen, daß sie alle Beschimpfungen und Mißhandlungen erbulben mußte und ihm auch durch die Verbrechertaschemmen in der Linienstraße und in den berüchtigten ,, Auguftfeller" folgen mußte. P. bezeichnete sich selbst als ein Opfer ferueller Hörigkeit. Das Gericht verurteilte Platörte wegen eines fchweren Diebstahls und zweier weiterer Diebstähle zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Bon der Anklage der Erpressung wurde er freigesprochen. Die Milchpreise für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin Die Sch. wurde von der Antiage eines Diebstahls freigesprochen, jedoch wegen Hehlerei zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Ein merkwürdiger Fall, in dem sich die Tragödie zur Tragitomödie wandelt, ist der des Hausdieners 2. Wieder dreht es sich, wie so oft um„ das bißchen Liebe". 2., ein älterer Mann, hatte ein junges, lebenslustiges Weibchen geehelicht, das sich aber dem Ehegatten gegenüber mit Zärtlichkeiten sehr sparsam und zurückhaltend erwies. 2., der bereits 25 Jahre als Portier Das gesamte zentrale Jugendamt der Stadt Berlin wird mit in einem Warenhaus tätig war, fam endlich auf ein ge- Ausnahme der Abteilung 4 Wohlfahrtsstelle beim Polizeipräsidium" fährliches Mittel, sich die Gunst seines Weibchens zu erringen. Er und Abteilung 7 Bormundschaft" vom Mitwoch, den 13. Juni entwendete aus dem Warenhaus so lange Porzellangegenstände, 1923 an räumlich im Hause Poststr. 16 vereinigt. Die bis er ein ganzes Service zusammen hatte. Das Abteilung 4,, Wohlfahrtsstelle beim Polizeipräsidium" verbleibt im fchentte er dann feinem spröden Frauchen und machte es fich dadurch Polizeipräsidium, Alexanderstr. 3-6; die Abteilung 7 Bormund gefügig. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte schaft" bleibt vorläufig noch in der Burgstr. 7. Während des Umwurde der Angeklagte von dem Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Straß- zuges, der in der Zeit vom 8. bis 13. Juni erfolgt, findet mann als minderwertig erachtet. Unter Berücksichtigung dieses Um- Angelegenheiten, die feinen Aufschub dulden, abgesehen- tein standes bemaß das Schöffengericht die Strafe auf nur 20 000 m. Bublifumverfehr statt. Sozialistisch- republikanische Verfassungsfeier. Berlin, den 8. Juni 1923. Für den Parteivorstand: Fr. Bartels. Filmschau. Aus den neuen Mitteilungen" ist zu entnehmen, daß am 11. Auguſt( dem Tage der Verfassungsgebung in Weimar) eine Bläserchor, der Sprechchor für proletarische Feierstunden und ein tolle Bringeß ist in ihrer orientalischen Heimat wegen ihrer Magerteit allen große Verfassungsfeier stattfindet. Es wirfen mit: ein Die tolle Prinzeß. Dieser Goldryn- Film hat eine lustige Filmidee: die Männerchor. Die Genossen Breitscheid, Lobe und Crifpien ein Dorn im Auge. Erst ein Amerikaner muß ihre Reize entdecken. Und werden Anfrachen halten. Es ist notwendig, daß sich die Parteis, so fpielt dann die Handlung ins amerikanische Gesellschaftsleben hinüber, besonders auch die Jugendgenoffen sowie die Arbeitersportler und wo die Magere natürlich Furore macht. Mabel G. Norman ist kapriziös die fulturellen Arbeiterorganisationen diesen Tag schon jetzt für in ihrem Wesen und ihren Bewegungen genug, um zu fesseln, aber die die eigene sozialistische Feier frei halten. Der Berfassungstag ift in affäre ist trop einiger guten Späße( das Aufpumpen der Mageren) doch allen wahren demokratischen und republikanischen Ländern der zu dürftig und auch die Reize des Orients find nicht gefunden worden, so baß nicht bloß die Prinzeß, sondern auch alles andere mager bleibt. höchfte staatliche Feiertag. werden mit Wirkung vom Montag, den 11. Juni 1923, wie folgt festgesezt: Für Vollmilch 1440 m. je Liter, für nach Berlin ein wie bisher mit% Liter, die B- Milchkarten sowie die Karten für geführte Magermilch 520 M. je Liter. Die A- Milchfarten werden werdende Mütter( C- Karten) wie bisher mit je% Liter Bollmilch beliefert. Don Der Polizeipräsident hat dem Magistrat Berlin auf deffen Antrag mitgeteilt, daß er das Bersammlungsverbot für die Sonn- und Feiertage außer Kraft gefeht habe. Eine völlige Aufhebung des Verbots sei mit Rücksicht auf die innerpolitischen Verhältnisse zur Die drohende Stillegung der Dahlemer Untergrundbahn. Am Sonnabend morgen fand im Polizeipräsidium in Angelegenheit der drohenden Stillegung der Dahlemer Untergrund bahn eine Besprechung statt, an der Vertreter des Landwirt. zeit aber noch nicht möglich. schaftsministeriums, des Städtischen Verkehrsamtes, der Hoch- Ein entlaffener Hilfsarbeiter der Allgemeinen Oristrantentaffe bahn, des Polizeipräsidiums, sowie eine große Anzahl von der Stadt Berlin versucht bei hiesigen Arbeitgebern Beiträge für Herren der Eisenbahndirettion teilnahmen. Seitens der Auf die Kaffe zu erheben. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam fichtsbehörden wurde anerkannt, daß es Sache des Fistus sei, gemacht, daß die Kasse feinerlei Beiträge durch Boten einziehen den Strom zum Betrieb der Dahlemer Strede der Untergrundbahn läßt, sondern sich hierbei des Scheckverfahrens bedient. Falls ver an die Südwestelettrizitätswerte pünktlich zu zahlen. Dementsprechend sollen auch ab 1. Juni die fälligen Stromrechnungen vom Landwirtschaftsministerium beglichen werden. Demnach wird also die Dahlemer Untergrundbahn auch weiterhin noch im Betrieb beiben. Es ist zu erhoffen, daß nun auch alle Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Fiskus und der Stadt ohne weitere Benachteiligung der Anwohner der Bahn erledigt Der Jammer mit der Dahlemer Bahn wird erst aufhören, wenn die Strede bis nach Zehlendorf durch: geführt wird, und zwar nach Zehlendorf- Mitte und sei es, wie im Osten Berlins, zunnächst durch eine Zubringen- Straßenbahn. werden. Aufklärung eines Totschlages. Lebensmittelpreise der Woche. Zufuhr: Fleisch reichlich, Geschäft flau. Obst und Gemüse Fische ausreichend, Geziemlich ausreichend, Geschäft flott. schäft rege. d. Das fränkische Lied". Bor Filmoperetten haben im allgemeinen die Musitfreunde ein Grauen und die Filmfreunde auch. Bei Filmsingspielen liegt es nicht anders. Bon diesem Erfahrungsmaterial ging Sugo Toesgen Er hat die Klippen glüdlich gemieden, und eine Musik geschaffen, die mit aus, als er für das Filmschauspiel Das fränkische Lied" die Musit schrieb. er dafür lebhafte Anerkennung gefunden. Frohwein, der Verfasser des dem Film harmoniert. Bei der Uraufführung im Mozart- Saal hat Manuscripts, führt in die Raubritterzeit, wo das Faustrecht die heute beobachtete Stultivierung noch nicht gefunden hatte und lediglich im Urzustand herrschte. Die Regisseure Hubert Moeft und Friedrich Weißenberg machten alles dem Augenreiz dienstbar. So wurde der Film ein wunderschönes Bilderbuch, das Menschenfreud und-leid, sturmbewegte Kornfelder und Maienlandschaften, brennende Burgen und friedliche Dörfer durch eine Photographie übermittelt, die in ihrer Aufgabe schweigt. Hedda Vernon bringt viel Anmut für ihre Rolle mit, ebenso müssen Gerda Frey, Johannes Reithofer und Eduard von Winterstein unbedingt erwähnt werden. Mithin schuf die Mladin- Film- Company ein Wert, das Unterhaltung, Entspannung und prächtigste Augenweide bietet und sich nie berleiten läßt, an Aufgaben zu gehen, die dem Film nicht liegen e. b. Die tanzende Maste", ein amerikanischer Spielfilm, wurde uns durch die Richard Oswald- 2ichtspiele übermittelt. Es handelt sich umt ein mageres Sächelchen. Leutchen, die zwecks Schließung gut bürgerlicher Chen zueinander passen, finden sich endlich, wenn auch nach vielen Birren. Sogar ein Mord, vom Zuschauer schon lange vorausgeahnt, ist teine Sensation und auch als solche nicht beabsichtigt. Er ist ja nur die Grundlage für die Gerichtsverhandlung, in der die vergnügungsluftige Frau, die tanzende Maske, ihre Ehre opfert und ihren Mann vor dem Galgen bewahrt. May Allison sieht man in der Hauptrolle. Und man merkte beutlich, baß fie doch sehr viel für den Film mitbringt, denn sie hat oft eine wirklich das Wort ersehende Mimik. Arbeitersport. e. b. Sportlartell Charlottenburg. Am Montag, den 11. Junt, abends 28 Uhr, Kartelligung bei Megdorf, Schloßftr. 33, Seitenflügel, 3 Treppen. Delegierte müssen anwesend sein, da am Dienstag die erste Sigung des Ortsausschusses für Leibesübung flattfindet. Berliner Arbeiter- Schachtiub. Borstandssigung am Dienstag, den 12. Juni, abends 7 Uhr, bei Mahnkopf, Greifenhagener Straße 34, Ede Carmen- Sylva. Straße. Obleuteligung am Sonnabend, den 16. Juni, abends 7 Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer. Sonntag, den 17. Juni, vormittags 10 Uhr, Prohalle folgende Kleinhandelspreise: In der Woche vom 3. bis 9. Juni galten in der Zentralmarkt- pagandawettspiel gegen Norden 4 in Bankow, Berliner Str. 87, bei Gött herzlich willkommen. 16. Bezirk. Kartell für Wolfsbildung, Eport. und Rörperpflege. Mon Rindfleisch 9500-11 500 M, ohne Knochen 10 000-12 000 M. tag, ben 11. Juni, abends 48 Uhr, Sigung bei Tinius in Friedrichshagen, Schweinefleisch 8500-10000 M. Kalbfleisch 9000-10500 M. Hammel- Friedrichstraße. Bericht vom RAST. Festsegung der Jahresgeneralversammlung. fleisch 8000-9500 M. Geräucherter Schinken 16 000-17 000 M. und Berschiebencs. Speck 13 400-16 000 M. Rehfleisch 9000-10 000 M. Hühner 10 000 bis 12 000 M. Gänse 13 000-14 000 M. Enten 9500-10 C00 M. Schellfisch 1200-1400 M. Kabeljau 2500-3800 M. Seelachs 2000-2600 M. Dorsch 1500-2700 M. Flundern 1700-2200 M. Schollen 3000-4000 M. Eine Wanderung zur Sommerszeit wird Ihnen unfägliche Qualen be Rotzungen 2800-4000 M. In Eis: Aale 11 000-12.000 M. Schleie 6000 reiten, wenn Sie eine richtige Fußpflege unterlassen haben. Wir empfehlen Hechte 5000-7500 M. Bleie 3500-6000 M. Karpfen die in diefer Nummer beginnende Dr. Unblutig"-Anzeigenferie der Kutirol weisen darauf hin, daß die weiteren Fortségungen in den nächsten 14 Gonn Plötzen 2000-4500 M. 8000-10000 M. Zander 12 000 14 000 M. fabrit Kurt Krisp in Groß- Salze bei Magdeburg, melche über die richtige Fußpflege genaue Aufflärung geben wird, ganz besonderer Beachtung und tagsnummern unserer Beitung zur Aufnahme kommen werden. Ein Totschlag, dem am 2. d. M. der Schankwirt Herrmann Kuhner in feiner Wirtschaft in der Auguststraße 2 zum Opfer fiel, ist jetzt aufgeflärt, der Täter aber noch nicht ergriffen. Kuzner bis 9000 M. geriet an jenem Abend mit einem Gast in 3wift. Da sprang plöglich Lebende Aale 14000-15 000 M. Schleie 10000-12 000 M. Hechte 10000 ein anderer Gast auf, ergriff einen Stuhl und schlug bis 12000 M. Karpfen 14000-15000 M. Naturbutter 13000-14000 M. folange auf Rugner ein, bis er schwer verlegt zu Margarine 8600-11 800 M. Schweineschmalz 12 600 M. Eier 820 M. fammenbrach. Dann verschwand der Gast in der Aufregung. das Stück. Erbsen 1800-2300 M. Weiße Bohnen 1900-2400 M. WeizenKuzner wurde nach dem Krankenhause gebracht und erlag dort seinen mehl 2200-2600 M. Graupen 1600-1800 M. Haferflocken 1800-2000 M. Berlegungen. Nach dem Ergebnis der Ermittelungen der Kriminal- Nudeln 2200-3400 M. Reis 1800-2800 M. Geschäftliche Mitteilungen. Wetter bis Montag mittag. Beitweise aufllarend, jedoch fiber. wiegenb betölt mit wiederholten Regenfällen bei lebhaften weftlichen Binden. Temperatur wenig geändert. acfadedrov Zeichnung auf Wertbeständige mändelsichere 5% Kaliwertauleihe des Freistaates Brenßen von 1923 III. Ausgabe 006 50 000 t kali( 40% Kalidüngesalze) Binſen Tilgung vom Jahre 1928 ab mit jährlich mindestens 1% zuzüglich ersparter Zinsen Verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung bis 1930 ausgeschlossen 3insscheine fällig am 2. Januar und 1. Juli, erstmalig am 2. Januar 1924. Zeichnungsfrist: vom 11. bis 18. Juni d. Js. Früherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten. Zeichnungspreis: 2. 46 000 für 100 kg Nachruf. Allen Freunden u. Bekannten zur Nachricht, daß der Metallschleifer Adolf Wersich am 8. Juni i. Kremator. Gerichtstraße i. all. Stille eingeäschert ist. Pflegesohn Alfred Krause und Familie. RafcheHilfe bei qual- 1 vollem, unerträglich. aŭtjülan bringt der sicher wirtenbeOrlinda Baliam auch in hartnädigen, sonst nicht zu stillenden Fällen. In Drog. u. Apotheken, sonst bei Otto Reichel, Berlin 43, [ SO., Eisenbahnstr. 4 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Elise Blum spreche ich hiermit meinen besten Dank aus, besonders Herrn Paftor Franke für seine troftreichen Worte am Grabe. Bans Blum. Deutscher Metallarbeiter- Verband 0190erwaltungstelle BerlinX 54, Linienstraße 83/85. gleich dem gegenwärtigen Ralipreise abzüglich des vom Kalisyndikat den landwirtschaftlichen Verbrauchern zur Zeit für Bestellungen gewährten Höchftrabattes von 72%, abgerundet nach unten. Stückzinsen werden nicht verrechnet. Stüde- Einteilung: 100, 500, 1000, 10000 kg. Geschäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Achtung! Weißmetall Achtung! Morgen, Montag, den 11. Juni, nachmittags 4 Uhr, im Lokal von Redling, Waffertorstraße 71 der Sikung Bertrauensleute Betriebsräte. und Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Morgen, Montag, den 11. Juni, nachmittags 42 Uhr, im Verbandshaus ( Arbeitslosenfaal), Linienstraße 83/85 Bellausstattungen WäscheAussteuern sehr preiswert! Behifedern Lustig Cundsienriq nicht Prinzenstraße undvierrig fehlgehen! Zahngebisse auch zerbrochene, erreichen Werte bis 1 Million. Kaufe auch einzelne Zähne bis 100 000 Mark. Brillanten Gold- und Silberbruch, Schmucksachen Bei Ankauf wird Fahrgeld vergütet Herrmann& Co., G.m.b.H., Wilhelmstraße 39 Ecke Kochstraße Köthener Str. 36 am Potsdamer Platz WYK auf FÖHR Mildestes und freundlichstes durch die Bade- Verwaltung. einsenden. Nordseebad. Bäderschnellzüge. Prospekt Verzinsung und Tilgung in deutscher Reichswährung zu dem vom Reichstalirat jeweils festgesetzten Kalipreise( 40% Ralidüngefalze). Zeichnungen werden von den unterzeichneten Banken und Bantfirmen, deren sämtlichen Niederlassungen und Depofitenkaffen entgegengenommen und können auch bei allen übrigen deutschen Banken und Bankiers, sowie bei den Giro- 3entralen, Sparkassen und Kommunalbanken erfolgen. Die Zuteilung wird alsbald nach Zeichnungsschluß Wagen- und Karosseriearbeiter Porto und 100 Mark für Führerch die Ba bewirkt und bleibt dem Ermessen einer jeden Zeichnungsstelle überlassen. Der Gegenwert kann fogleich bei Anmeldung der Zeichnung bezahlt werden. Die Bezahlung hat spätestens bis zum 26. Juni d. Is. zu erfolgen, und zwar bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen bat. Die Zeichner erhalten zunächst Rassenquittungen, gegen deren Rückgabe die endgültigen Anleiheftücke baldigst ausgehändigt werden. Ein Schlußscheinstempel ist von dem ersten Erwerber nicht zu entrichten. Die Einführung der Anleihe an den deutschen Börsen wird veranlaßt werden. Für den Fall der Ueberzeichnung steht ein weiterer Betrag bis zu 50 000 t für die Zuteilung zur Verfügung. Bei Einkauf Fahrtvergütung! Ausführliche Prospekte sind bei den Zeichnungsstellen erhältlich. Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln, Königsberg i.Pr., Leipzig, Mannheim, München, Stuttgart im Juni 1923 137/2 Preußische Staatsbant, ( Seehandlung) i. Pr., Leipsia, Mannheim, S. Bleichröder, Darmstädter und Nationalbant Kommandit- Gesellschaft auf Aktien Berliner Handels- Gesellschaft, Deutsche Bant, Commerz- und Privatbant, Attien- Gesellschaft Delbrüd Schidler& Co., Dresdner Bank, 3. Dreyfus& Co., F. W. Krause& Co., Bantgeschäft, Direktion der Disconto- Gesellschaft, Hardy& Co., G. m. b. H., Mendelssohn& Co., Mitteldeutsche Creditbank, Preußische Zentral- Genossenschaftstaffe, Lazard Speyer- Elliffen, Jacob S. H. Stern, 2. Behrens& Söhne, Norddeutsche Bank in Hamburg, Bereinsbank in Hamburg, M. M. Warburg& Co., A. Schaaffhausen'scher Bankverein 2. G., Sal. Oppenheim jr.& Co., Ostbank für Handel und Gewerbe, Allgemeine Deutsche Credifanstalt, Rheinische Creditbant, Bayerische Staatsbant, Bayerische Hypotheken- und Wechselbant, Bayerische Vereinsbant, Fahrivergütung! Württembergische Vereinsbant. In letzter Stunde vor bedeutenden Preiserhöhungen Zugreifen Meine Preise bleiben unverändert billig!!! Seltene Riesen- Auswahl in Herren- Anzügen Jünglings- Anzügen Bei Einkauf Fahrtvergütung! Spiegel!! Bahle hohe Vollversammlung aller in den Wagen: u. Karosserie. fabriken Beschäftigten. Tagesordnung: 1. Bericht fiber unfere Lohnverhandlungen. 2. Dis tuffion. Dienstag, 12. Juni, nachm. 4 Uhr. im Lotal von Mecklenburg, Ravenéftr. 6 ( am Bahnhof Wedding) Sigung sämtlicher Funktionäre der Dreher, Bertrauensleute u. Betriebsräte des AEG.- Konzerns, soweit diese der Dreherbranche angehören. Achtung! Silberschmiede Achtung! Dienstag, den 12. Juni. abends 6 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 45 Branchenversammlung aller in der Silberwarenindustrie und beschäftigten Kolleginnen Kollegen. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Berhandlungen. 2. Diskussion. Achtung! 8a Bezirk. Achtung! Mittwoch, den 13. Juni, nachmittags 4½ 2hr, im Lokal Don Redling, Waffertorstraße 71 Achtung! Wir zahlen Riesenpreise Berschleudern Sie daher Jhre Wertsachen nicht an der unrichtigen Stelle, jede reelle Tage werden wir bedeutend überbieten. Achtung! Brillanteng je nach Größe, Schönheit u. Form bis 10 mill. M. u. mehr höchstem Gold-, Silber-, Platin- Bruch Börsenkurs Gute Fassongegenstände bewerten wir extra hoch Staunend erregend hohe Preise für Zahngebisse auch einz. Zähne, Brennstifte, Kontakte etc. Goldene Herrenuhren bis 3 Mill. Mark und mehr Kommen Sie vertrauensvoll zu ans, der weiteste Weg lohnt sich sehr. Für unsere Kundschaft Fahrgeldverg. m.b Edelmetalleinkaufsgesellschaft H. Köthener Str.86 Herrmann& CO. Ecke Kochstr. Wilhelmstr.39 am Potsd. Platz Außerordentliche Bertrauensmänner- Konferenz ein Laden Tagesordnung: 1. Neuwahl des Bezirksleiters. 2. Bezirksangelegenheiten. Mittwoch, den 13. Juni, nachmittags 4½ Uhr, im Lotal von Redling, Waffertorstraße 71 Breife file große Salonfpiegel ber fowie alle Spiegel von ca. 2 Meter mal 80 cm und darüber, mit und ohne Rahmen! Sofortige Barzahlung. Benachrichtigung unter H. 61 an die Hauptegpedition des„ Borwärts". für 200000 Mark bar Aufklär. anregend. Erfinder F.Erdmann& Co., Bin., KöniggrätzerStr.71 Brillanten Edelmetallbruch, Zähne zahlt unüberbietbare Preise Goldwarenfabri? Schneider& Sohn Französische Straße 15, vorn II. an der Friedrichstraße. Sigung alten, sowie der neuen Engros- Lager Gegründet 1894. Export- Lager Gina Treppe sil Damen sparen Geld 1000 M. werden an der Kasso b. Verzelgen d. Inserats Homespun 11. bis 15. 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