Mbenöausgabe Nt. 278 ♦ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 134 Bezilgsiedingunge» uttb Aujelgeupriise (ini in bn Morgmanigab« imgigeden Reftattioa: STD. BS, Lindenstrahe 3 Aernsprecher:»Sahoff 292— 285 X(l.'Uareffc: So jlolbcmotraf Verlw Devlinev Volksblatt preis ISS Mark Sonnabend 1b.5um192Z Verlag und Anjeig enabteilunz SeschSstszeit S-S Uhr Verleger: voreoSrio-varlag GmbH> verli« SV». VS. Llndenstrohe 2 Fernsprecher: VSnhoff 2506.2537 Zentralorgan der Vereinigten 8ozi aldcmokrati f eben Partei Dcutfchlands Poincares Sieg gegen öie Linke. Die innere Politik der Regierung mit 372 gegen 20? Stimmen gebilligt. Paris, 16. Juni.(CEra.) Di« gestrige Debatt« über die i n n e r e Politik fand in einer Nochtsitzung chre Fortsetzung. Sie begann abends um g Uhr und endet« erst heute früh um 3 Uhr. Di« Sitzung fand ihren Abschluß in der Annohme der Resolution des Wgeordneeen Brouffe, über die Poincare d« Dertrauensfroge stellte. Die Resolution lautete: Die Kammer mißbilligt die von gewisser Seite ausgehenden Gewalttätigkeiten, die darauf hinauslaufen, die Einheit des Landes zu stören, die mehr als je für die äußere Politik notwendig Ist. Die Kammer heißt die Erklärungen gut und drückt ihr Per- trauen aus, daß sie im Innern eine Politik der demokratischen Aktion, des sozialen Fortschritts, der Einigkeit aller Republikaner verfolgt, die unter Achtung der Laiengefetzgebung jedes Kom- proiniß mit den antirepublikanischen Parteien ebenso wie mit den revolutionären Parteien zurückweist. Diese Resolution wurde mit Z7S gegen 207 Stimmen äuge- nommeu. Poiucarä erklärte in Beantwortung der Interpellation, er wundere sich, daß man annehmen könne, er b e g ü n st i g e in irgendeiner Weise royalistische Umtriebe. Die Republik sei heute untrennbar von dem siegreichen und durch die Einverleibung von Elsaß-Lothringen wieder- hergestellten Frankreich. Sein« Regierung werde die republi- kanischeFreiheit, die Beachtung der Gesetze und die Aufrecht- erhaltung der Ordnung sicherstellen. Er habe nicht sieben Jahre als Präsident der Republik den Schiedsrichter zwischen allen repu- blikanischen Parteien gespielt, um am End« seines Lebens der republikanischen Ueberzeugung untreu zu werden, die er sein ganzes Leben hindurch verteidigt habe. Seftie Regierung werde nur die- jcnigsn bekämpfen, die die soziale Revolution wollten, aber auch die, die eine Monarchie wiederaufzurichten versuchen sollten. Frankreich habe in der Vergangenheit seit der Revolution durch eine zu große Anzahl von Staats st reichen gelitten, um aufs neue zu dieser Lergangenheit zurückkehren zu wollen. Er begreife voll- kommen, daß ein Jahr vor den Wahlen jedermann die Wahrheit missen wolle, aber er könne nicht sagen, welch« polikischeu Parteien ku die Reglervngsmehrheil gehören müßten, weil die Darl.ieo selbst nicht einheitlich seieu. Die auswärtige Politik könne in keiner Weif« die jetzige Debatte beeinflussen. Die Regierung müsse das gesamte parlamentarische Frankreich hinter sich haben, um mit Ersolq verhandeln zu können, damit sie die Reparationen und hie Frankreich notwendigen Sicherungen erlange. Bon der jetzigen Kammer habe die ouswärtlgc Politik nichts zu fürchten. Die Regierung wolle einen ehrlichen Kontrakt mit einer geschlossenen Mehrheit abschließen, die sie bis zu den Wahlen unterstütze. Die Schulgesetze seien geheiligt, niemand wolle sie umstoßen. Elsaß- Lothringen sei auszunehmen, das die Gesetze kenn« und dem man fcierlich die Beibehaltung seine» Statuts versprochen habe. Poincare sprach alsdann über die Verhandlungen, die die franzö- s'sche Regierung jetzt mit dem Vatikan führe. Die religiösen Ge- s.'llschaftcn könnten gemäß den inneren Gesetzen der Kirchen tunktio- nieren. Das sei ein großer Fortschritt, den man erzielt Hab«. Poincare beendete seine Rede gegen 8 Uhr, worauf sich die Kammer bis 9 Uhr vertagte, um alsdann zu einer R a ch t s i tz u n g zusammenzutreten. Nach Wiedereröffnung der Kammer erklärt« P o i n c a r ä, die Regierung wünsche, daß die P r ä f e k t e n ihr Amt unparteiisch verwalteten. Die Republik habe das Recht und die Pflicht, vor den Beamten zu verlangen, daß sie sie nicht bekämpfen, von dem ewigen Liebe der Brüderlichkeit der Völker dürfe man sich nicht ein- lullen lassen. Man müsse der Lage, in der sich Frankreich angesichts des schlechten Willen« Deutschland» befinde, Rechnung tragen. Was die Sicherheit des Landes anbetreffe, habe er als Bor- sitzender der Botschofterkonferenz Deutschland notifiziert, daß die Kontrollkommissionen funktionieren mühten. Das sei namentlich hinsichtlich der Luftschiffahrt notwendig. Deutschland müsse über- nacht werden. Di« deutsche Regierung ermutige die Mord- und Sabotageakte und fordere Frankreich durch lächerliche Vorschläge heraus. Deshalb sei man gezwungen, den Druck zu verstärken und zn verlänger«. Die äußere Politik werde also noch eine Zeitlang die Fragen der inneren Politik beherrschen. Alles, was die nationale Verteidigung angehe, müsse vor allen Dingen die Regierung l ud die Kammermehrhett beschäftigen. Augenblicklich sei zwar der Fried« unterzeichnet, ober die Friedensbedingungen seien noch nicht geregelt. So seien Frankreich die Banner vom Jahr« 1871 noch nicht zurückerstattet worden. Frankreich Hobe also sein Werk der Gerechtigkeit noch nicht vollendet. Man müsse von der Mehrheit verlangen, daß sie die Wiederherstellung Frankreichs und eine» wirklichen Friedens nicht aus den Augen verlier«, und zwar durch Ausrechterhaltung der Allianzen. Wenn die Mehrheit diese Politik unterstützen wolle, sei die Regierung bereit, ihr zu folgen. Poincare wurde von den bürgerlichen, sogar von einem Teil der linksbürgerlichen, mit Ausnahme der linksstehendm Radi- kalen. zu seiner Rede beglückwünscht. Der Verlaus der Rachssitzung gestaltete sich ziemlich erregt. Zu Beginn der Sitzung ergriff der kommunistisch« Abgeordnet« L a f o n t das Wort und kritisierte die Rede des Ministerpräsidenten auf das schärfste, wobei er die Schlußfolgerung zog. daß die Republik nie- mals eine reaktionärere Regierung haben fönhe als die Poincare«. Leon Daudet macht Zwischenrufe, auf die die Linke mit großem Lärm antwortet. Nach Lofont erhält der Abgeordnete Cachtn das Wort und behauptet gleichfalls, die Regierung messe die Kam- munistm und die Roya.'isten mit verschiedenem Maß st ab e. Er kommt besonders auf seinen eigenen Fall und auf die der übrigen wezcn Gefährdung der Sicherheit des Staates ang-'. klagten Kommunisten zu sprechen, die das Opfer einer in den Akten dcz Unter- juchungsrichters begangenen Fälschung geworden seien. Eachin erklärt, die Rede Pomcares habe allerdings das Gute an sich, daß sie die Zweideutigkeit aus der Welt schaffe und ein« klare Lage gebracht habe. Als letzter der eingeschriebenen Interpellanten ergriff der Kommunist Renard Jean das Wort und wandte sich gegen den Block der Linken, der sich, wie er erklärte, in seinen Augen nicht wesentlich von dem nationalen Block unterscheide. Di« Kammer hörte mit großer Aufmerksamkeit zu. In seiner halb- stündigen Rede griff eV die Politik der radikalen Partei an, die sich im Jahre 1920 gegen die streikenden Eisenbahnarbeiter gerichtet habe. Ironisch ruft Leon Daudet dazwischen:.Sie sind mein Komplice, Herr cherriot. Sie sind ein Reaktionär!" Nach der Rede des Abgeordneten Renard Jean, die unter großem Lärm zu Ende geht, so daß die Ordnungsbeamten eingreifen müssen, wird der Schluß der Sitzung verlangt. Diese Forderung wird abgelehnt, so daß die bereits eingeschriebenen Redner noch zu Wort kommen. Der erste ist der frühere Finanzminister im Kabinett Elemenceau, klotz. Er wirft Poincare vor, daß er durch seine Red« zwei Blocks gegeneinander gestellt habe. Außerdem sei sie in sich widerspruchsvoll, da sie diejenigen in die Majorität eingeschlossen habe, die noch seiner Ankündigung ausgeschlossen werden sollten. Der Redner entfesselt stellenweise großen Tumult. Klotz sagt: „Was ich suche...' Daudet ruft dazwischen:„Sie suchen einen Ministersitz..." Klotz:„Ich suche von Ihnen, Herr Ministerpräsident, zu erreichen, daß Sie sich genau ausdrücken, weiter nichts. Als Beweis dafür habe ich die Tagesordnung vor- geschlagen, die der Regienrug das Vertrauen ausdrückt,"— Zwischenrufe von rechts.— Klotz fährt fort:„Sie haben in Ihrer Rede ge- wisse republikanische Elemente der Kammer aus Ihrer Majorität ausgeschlossen und den Vers sich gemacht, den Block der Linken dem Lloc national entgegenzustellen. Poinearö:„Ich protestier« gegen Ihre Ausführungen. Sie stehen vollkommen im Widerspruch mit dem, wa» ich gesagt habe, und ich werde mich später noch näher darüber äußern. Klotz:„Wenn Herr Herriot der Regierung das Vertrauen nicht ausspricht, selbst wenn Herr Poincare die Erklärungen ab» gibt, die ich verlang«, dann ist dies fein« Angelegenheit. Die groß« Mehrzahl der Mitglieder wird ihre Stimme unserem Vertrauensvotum geben, denn es ist notwendig, daß eine repu- blikanisch« Mehrheit geschaffen wird." Klotz endet« unter großem Lärm. Dl« Bewegung war unbeschreiblich. In den Wandelgängen hörte man, die Situation sei für die Regierung eine sehr kri- tische. Das Manöver Kotz' wurve als äußerst geschickt und ge- sährlich bezeichnet. Im Saale riefen die Abgeordaeten wiederum: „Schlußl" Der Royalist de Magalon sprach dann von seinem Platz« aus:„Sie würden nun einen Mann hören, der ein Nationalist und«in großer Bewunderer von Maurros ist und unsere» großen Mitbürgers Leon Daudet. In Anbetracht der inneren Lage ist er jedoch heute als Patriot der Ansicht, daß er die Regierung unterstützen muß.(Heftiger Lärm, erregt« Zurufe von der äußersten Linken.) potncar- erhebt sich, worauf sofort wieder Stille eintritt:„Wenn es sich um äußer« Posittt handelte, erklärte der Ministerpräsident,„dann würde ich mich freuen, äll« diejenigen Abgeordneten in der Majorität zu sehen, die un» günstig gesinnt sind. Ader e» handelt sich um inner« Politik. In meiner Red« habe ich genaue Grenzen gezogen. Ich habe erklärt, daß eine republikanisch« Mehrheit entschlossen sein muß, die republikanischen Ge- setze zur Anerkennung zu bringen. Ich habe erklärt, daß ein« repubsikaniscki« Mehrheit kein« Elemente umfassen kann, die mit Revolutionären halten. Man schiebt mir Worte unter, die ich nicht gesagt habe. Alsdann tritt Herriot auf die Tribüne, dessen Rede mit großer Spannung erwartet wird. Er antwortet jedoch nicht auf die Reden der Abgeordneten Pbarnegarnay und Bellet aus der Nachmittagssitzung. Dem nationalen Block wirft er vor, sie habe im Lande Verwirrung� l-ervorgerufen und unterstreicht die Meinungsverschiedenheiten und � Unterschied«, die von nun an die radikal« Partei vom Block trennen würden. Da man von uns, sagt er. bis zum Ablauf der Legislatur- Periode unser Lertrauen verlangt, können wir uns unter diesen Verhältnissen nicht mik jenen Elemente« abgeben, von denen wir getrennt sind, da» heißt mit denjenigen, die kein« Einkommensteuer haben wollen und nicht haben wollen, Dollar bis IIb WD. In Anbetracht der unveränderten außenpolitischen Lage bleibt die Tendenz des Devisenmarktes fest. Das Geschäft in ausländischen■ Zahlungsmitteln gestaltete sich an der heutigen Börse sehr rege.- Der Kur« für Kabel New Park wurde amtlich 113000 notiert. Später handelt- man Dollarnoten mit 11600 0. Im Esfeklenfreioerkehr zeigte sich wieder sehr lebhast« Nachfrage hei größtenteils etwas erhöhten Kursen. daß die Kriegsgewinnler und Steuerhinterzieher (eine unzarte Anspieltrng auf die jüngst enthüllten Steuerhinter- Ziehungen des Borsitzenden des nationalen Blocks Francois Arajo. Red. d.„V.") verfolgt werden. Er erklärt, daß seine Freunde und er ihre Stimmen nicht mit denen de» nationale» Blocks verbinden würden.„Wir halten es weder mit der Reaktion noch mit der Revolution. Da man uns aber von beiden Seiten herausgefordert hat, hat man uns ausgeschlossen, und wir Repubsikancr nehmen diese Heraussordernng anl" (Stürmischer Beifall bei der gesamten Linken.) Es wird alsdann über den Schluß der Debatte abgestimmt, der mit 2ö3 gegen 243 Stimmen angenommen wird. Der Präsident verliest die Resolutionen. Es liegen deren sechs vor. Der Text der Tagesordnung des radikal-sozialistifchen Abgeordneten Renard ist der einzige, der kein« Vertrauensertlärung erhält. Poincare erklärt, die Regierung nähme nur den Tagesordnungstext des Abgeordneten Brouss« als Vertrauensvotum an, und er verlang« dafür das Borrecht der Abstimmung. Renards Tagesordnung wird mit 380 gegen 200 Stimmen abgewiesen. 2?.".7b erfolgte die zu Anfang gemeldete Abstimmung über die Bertrauens- r e s o l u t i o n Brouss«. * Die Bedeutung der gestrigen Debatte und ihres Aus- ganges liegt darin, daß der längst fällige Trennungsstrich in der inneren Politik zwischen dem Nationalen Block und dem in Bildung begriffenen Block der Linken nun- mehr endgültig gezogen ist. Und zwar hat sich dabei P o i n- c a r 6 entschieden auf die Seite des Rechtsblocks ge- schlagen. Er selbst war sich ziemlich lange im Zweifel darüber gewesen, ob er nicht den Versuch einer innerpolitischen Annäherung an die Link« mit Hilfe eines Teils des Nationalen Blocks unternehmen sollte. Manchem Führer der Linken, z. B. Herriot, wäre bis vor kurzem diese Entwicklung nicht unsympathisch aeweseir. Die jüngsten Ereignisse, besonders die faschistischen Attentate, haben indessen die Notwendigkeit einer klaren Entscheidung im Hinblick auf die kommenden Wahlen bewiesen, und dabei ist PoincarS, wohl sehr gegen seinen eige- nen Willen, von der rechtsgerichteten Mehrheit der Kammer gezwungen worden, sich schon jetzt in einen schroffen Gegensatz zur Linken zu stellen. Der Bruch zwischen ihm und der bürgerlichen Linken scheint jetzt, zumindest auf dem Gebiete der i n n e r e n Politik, vollständig zu sein. Allerdings schützt ihn bis auf weiteres das Ruhr- unternehmen vor einer Krise. Er selbst hat in seiner innerpolitischen Verteidigungsrede die außenpolitischen Gesichtspunkte immer wieder in den Dordergrund gerückt, und es ist ihm auf diese Weise gelungen, manche noch zögernde Elemente bei der Stange zu Hallen. Die Mehrheitsver- h � l t n i s s« bei der Abstimmung sind keineswegs so glänzend für ihn, wie man es beim ersten Anblick der Zahlen glauben könnte. Denn man darf nicht vergessen, daß bei den Wahlen vom November 1919 well über 499 entschiedene Anhänger des Nationalen Blocks in die Kammer entsandt worden waren. Der Zuwachs der Linken, der sich im Lande bei jeder Nachwahl als ungeheuer stark erweist, ist selbst innerhalb des Parlaments nicht unwesentlich. Befand« sich Frankreich nicht mitten in der Ruhraktion, dann würbe die Mehrheit für Poin- carch wenn überhaupt noch vorhanden, noch viel geringer sein. Jedenfalls hat sich Poincarä nunmehr und voraussichtlich bis zu den Wahlen auf einen reaktionären Kurs im Innern end güllig festgelegt, der zweifellos auch in seiner aus- wärtigen Politik gegenDeutschland zum Ausdruck kom- men wird. Aber die Kosten dieser reaktionären Politik, dercu Unfruchtbarkeit und Kostspieligkeit nachgerade erwiesen seil» dürste, wird nicht allein das deutsche, sondern auch dos fron- zöstsche Volk tragen müssen. pariser Selgiensorgen. Wenn die Sozialisten regierte«: pari». 16. Iuni.(EP.) Der.Mai in" schreibt: Die Mi- nislerkrise in Belgien sei außerordeudlich ernst. Die Sozi a l i st e n, die In der Kammer 6« und im Senat 30 Sitze haben. würden die Krise benutze«, um sich dem Lande anszudrängen. Wir haben die pstichk, alle Konsequenzen zu ziehen, wenn die belgische« Sozialisten gegenwärtig mit Hstfe einer bürgerlichen Fraktion zur Regierungemacht gelangen würde, so würde die» da» Ende der E» t e n t« bedeuten. Die Militär dtenstzeit würde aus sech« Monate herabgesetzt und die Rolle Belgten, in Europa votl ständig ge- ändert»verden. Die Aufhebung der letzlhrn erst eingeführten Dtenstpflichtver- längerung ist auch nach anderen Quellen wahrscheinlich. Theunis und Iaspar wollen nur wiederkehren, wenn sie eine Mehrheit mit sicheren Grundsätzen in der Senter Universitäts- und in der Militiin frag« haben. ■m* Heut« und morgen findet in Brüssel unter dem Lorsitz d: Drouckeres und mit Vandervelde als Hauptreferen? ein außerordentlicher Parteitag der b-lzischen Arbeiter- parte! statt, dessen Einberufung zufällig kurz vor dem Ausbruch der Regierungskrise beschlossen worden war, Der Umschwung in Bulgarien. Bon P. Djidroff: Sofia. bestehenden Proportionalwahlsystem stattgefunden, so wäre zu gelangen. Gleichzeitig versuchte er die Kraft der Ar beiterorganisationen zu schwächen, zuerst durch die Niederwerfung des Eisenbahnerstreits 1919/20 und dann durch eine Reihe anderer reaktionärer Maßnahmen. die eine Schlußfolgerung, daß Herr Stinnes auch der Geldgeber für den Deutschen Arbeiter- Nach= richtendienst ist. Wie ehemals Lensch, so benützt jetzt auch Arno Frante seine Parteizugehörigkeit, um unter soziaWir geben diese Ausführungen des Genossen Djidroff, Dann ging Stambulijski gegen die bürgerlichen Parteien listischer Flagge im Dienste des Herrn Stinnes die sozialistische der 1918/19 dem Koalitionsfabinett als Justizminister an- vor, die einen Block gebildet hatten, um den Kampf gegen die Bewegung Deutschlands in den Schmutz zu ziehen. Für solche gehörte und am Shamburger Weltfongreß teilgenommen Regierung zu führen. Er fand Gelegenheit, sie zu unter- fäuflichen Subjekte ist in der deutschen Arbeiterbewegung fein hat, als Information über die Lage in Bulgarien wieder. drücken, indem er alle ihre Führer als gewesene Minister ohne Plaz. Sie wird auch Franke zwingen müssen, fein sozialiDie Ereignisse, die sich in den letzten Tagen in Bulgarien gesetzlichen Grund ins Gefängnis warf und vor Gericht stellte. ftisches Mäntelchen abzulegen und als das zu erscheinen, was abspielten, wurden in der ausländischen Presse als Revolution Im Grunde genommen spielte Stambulijski mit der Staats- er ist: ein Renegat übelster Sorte! gekennzeichnet. Das trifft nicht ganz zu. Der Sturz der Re- gewalt, die er mit unglaublicher Kurzsichtigkeit handhabte. Den gierung Stambulijffi war gewiß ein gewalttätiger Aft, aber wirklichen Aufgaben des Staatslebens war er nicht im gedie Einsetzung der neuen Regierung bedeutet feineswegs eine ringsten gewachsen. Das politische Leben wurde von einem Politische Schwarzkunst. Umwälzung der sozialen und politischen Zustände Bulgariens. halbbolschewiftischen Regime beherrscht, und deshalb schenkten Goldlöhne, Kommunisten und Völkische. Obwohl Stambullijffi einer Organisation angehörte, die die Kommunisten ihm ihre Gympathie. Um diese Leute Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Kommunisten die feste Wurzeln im Volte gefaßt hatte, war er dennoch isoliert, ganz in seiner Hand zu haben, bedrohte er sie mit Reformen geschichtesten Schrittmacher der Deutschvölkischen sind. Eine weil er sich den politisch denkenden Leuten entfremdet hatte. tommunistischen Zwangsgemeinden auf dem flachen Lande)./ neue Bestätigung dafür liefern„ Rote Fahne" und" Deutsche Hätten die Wahlen zum Parlament nach dem ursprünglich Es bestand eine gewisse Intimität zwischen ihm und den Kom- Beitung" vom Sonnabendmorgen. In der„ Roten Fahne Stambulijsti unbedingt gestürzt worden, da er die Mehrheit munisten, die offen eingestanden haben, daß sie die tyrannische wie er ihn meint und schließt sein Loblied mit dem schwungder Wähler auf keinen Fall für sich hätte gewinnen können. Regierung Stambulijffis jeder anderen bürgerlichen Regierung vollen Gaz Im Anfang war die Tat!". In der„ Deutschen Er war sich dessen bewußt, und darum änderte er nach der vorzögen. Trotzdem sind sie ihm während des Umsturzes nicht Auflösung des Parlaments das Wahlsystem so, daß der Sieg au Hilfe gekommen. Sie werden sich ruhig jeder bürgerlichen Beitung" drückt Herr Geisler auf denselben Knopf, indem von vornherein für die Bartei gesichert war, die die relative Regierung unterordnen, um ihre foftbaren Barteihäuser nicht er von einer offen betriebenen Umfturzpropaganda der KomMehrheit erlangte. In Anberacht des niedrigen fulturellen zu gefährden. Dennoch ist der Sturz Stambulisftis auch der munisten spricht, die schon in allernächster Zeit zum BürgerNiveaus eines Telles des Volkes kann jede Regierung in Bul- Anfang vom Ende der kommunistischen Herrlichkeit in Bul- rieg zu führen geeignet sei. Welche Schlußfolgerungen die Deutschvölkischen daraus ziehen, braucht nicht gesagt zu werden. garien, wenn sie die Staatsgewalt demagogisch und despotisch garien.... Ein fleines Malheur passiert Herrn Geisler im weiteren ausnügt, auf einen gewiffen Erfolg rechnen. Außerdem hatte Die neugeschaffene Regierung kann nur als eine 3 wiStambulijski alle oppositionellen Parteien ihrer Führer beraubt ichenregierung angesehen werden. Ihre Aufgabe ist, Berlauf seiner Betrachtungen. Es heißt da: " Die tommunistische Umsturzpropaganda arbeitet und die Freiheit so beschränkt, daß man sich im eigenen Lande die Ordnung nach dem Umsturz aufrechtzuerhalten und die Bes nicht mehr sicher fühlte. So gewann Stambulijffi eine ihm dingungen für eine gefeßmäßige Verwaltung zu schaffen. Ob geschicht mit an sich richtigen, der früheren Propaganda der jelbst unerwartete Mehrheit in der Sobranje, die alles andere das neue Kabinett auch die Wahlen vornehmen wird, fann" Deutschen Bolts partet" entnommenen Argumenten gegen als eine wirkliche Boltsvertretung war. Diese neugeschaffene noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Man kann auch die Erfüllungspolitik der bürgerlichen Regierung und zeigt ben Lage stellte vor allem die bulgarische Sozialdemokratie vor nicht im voraus sagen, ob alle Parteien, die in dem jetzigen Maffen, daß sie die Berelendeten sein werden, wenn Deutschland schwere Kämpfe. provisorischen Kabinett vertreten sind, an der zu schaffenden Erfüllungspolitik treibe, und namentlich, wenn es in der RuhrDer Sturz der Regierung Stambulijffi war für das Land neuen Regierung teilnehmen werden. Wie diese Dinge sich frage tapituliert. Und nunmehr werden die irrenden Massen audy eine Lebensnotwendigkeit. Je länger diese Herrschaft währte, aber auch weiter gestalten, sicher ist vorläufig das eine, daß noch mit Forderung der Goldlöhne als wertbeständiger Löhne desto mehr verschlechterte sich die allgemeine Lage Bulgariens. der Umsturz in Bulgarien von einem großen Teil der Be- aufgepeitscht, um sie für die Ziele der Arbeiterregierung", Es gab zwar Kräfte, die sich der Regierung hätten entgegen- völkerung als Befreiung von einer Tyrannei angesehen wird, b. b. Sowjetregierung, und der Sachwerterfassung, d. h. setzen können, aber sie waren weder organisiert noch hatten und daß die politischen Parteien, von allen bisherigen Fesseln Grundlage für die Möglichkeit des wertbeständigen Lohnes schaffen." sie den Mut, den schweren Kampf gegen einen Mann aufzu- befreit, an die Schaffung freiheitlicher demokratischer Zustände Grundlage für die Möglichkeit des wertbeständigen Lohnes schaffen." nehmen, der, gestützt auf die organisierte Staatsgemalt, feine schreiten werden. Herr Thalheimer schreibt dagegen über dasselbe Thema Mittel scheute, um seine politischen Gegner niederzuwerfen. folgendermaßen: ,, Um es gleich zu sagen: wir kommunisten haben dies wunderbare Rezept, um ohne Kampf aus dem furchtbaren Hungerzu Stinnes und der Sozialismus. Sozialisierung zu gewinnen. Die Sachwerterfassung soll die Zu der steigenden Unpopularität Stambulifftis im Innern famen seine Mißerfolge in der äußeren Bolitik und fein un- Sinter den Kulissen des Arbeiter- Nachrichtendienftes". elend herauszutommen, nicht. Aber bie tampffcheuen, Troz des Lärms, den Stambulijski in der äußeren Politik Seit einiger Zeit erscheint in Berlin ein sogenannter burgfriedlichen, toalitionslüfternen sozialdemokramachte, war die allgemeine Ueberzeugung im Lande die, daß" Deutscher Arbeiter- Nachrichtendienst", besonnenes Verhalten gegen die mazedonische Organisation. So murde ein pinchologischer Zustand im Lande geschaffen, bei dem die Gewalt des Gewaltigsten leicht gestürzt werden fonnte. Die angeblich unerschütterliche Regierung Stambulijski wurde in 24 Stunden von den oppofitionellen Elementen fortgefegt, ohne daß die Bauernpartei fich erhoben hätte, um ihre Regierung zu schützen. Die letzte Tatsache beweist übrigens, daß die Bauernschaft allein nicht imftande ist, eine starke und dauernde Regierung zu schaffen und die Macht im Lande auszuüben. als tischen Partei- und Gemertschaftsinftanzen sind mit heißem BeUnruhen in Brandenburg a. d. H. er feine wesentlichen Erfolge erzielen könne. Außerdem sah deffen Herausgeber Arno Frante und Otto Berz zeich- mühen auf der Suche danach, ja, fie haben es bereits gefunden! man, daß er mit Serbien Berträge schloß, wonach gegen die nen. Dieser angebliche Arbeiter"-Nachrichtendienst wird Das Rezept heißt Goldlöhne, mertbeständige Löhne, Indermazedonische Bewegung strenge Maßnahmen ergriffen wer- regelmäßig und unentgeltlich ins Ausland geschickt. Wie wenig föhne und dergleichen, und nun wird mit dem Eifer, der eines den sollten, während gleichzeitig die Frage Thraziens so ent- dieser Arbeiter"-Nachrichtendienst mit der Arbeiterbewegung mittelalterlichen Schwarztünstlers würdig ist, spinschieden wurde, daß das bulgarische Intereffe für lange Belt etwas zu tun hat, zeigt ein Artikel über den Internatio- tifiert, wie das Rezept zu miſchen sei." beeinträchtigt wurde. nalen Kongreß, der in seiner Nummer 3 erschienen ist. Während der Kommunist also behauptet, die FordeEs wird darin behauptet, der Kongreß habe bei den deutschen rung nach Goldlöhnen sei die Ausgeburt einer fampfscheuen, Arbeitern allgemeine Enttäuschung hervorgerufen". Der burgfriedlichen und foalitionslüsternen Politik, sieht der deutsche Arbeiter habe auf dem Kongreß nur die Meinungs- Deutschvölkische in dieser Forderung den ersten Schritt äußerungen der Herren französischen und belgischen Bertreter, zum Bürgerkrieg und Bolschewismus. Wer hat nun Recht? wie Vandervelde, Blum, Grumbach usw. gehört", die„ das unveräußerliche Recht" der Ententemächte auf„ volle Entschädigung" erklärt hätten. In Versammlungen der Arbeiterschaft sei wiederholt zum Ausdruck gebracht worden, daß diese Brandenburg a. d. H., 16. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In Vorgänge der Internationale und der internationalen Soli- Brandenburg a. d. H. befinden sich seit einigen Tagen die Arbeiter Der bulgarische Bauernbund war über 25 Jahre der darität der Arbeiterschaft mehr Schaden zugefügt hätten, als der industriellen Betriebe im Ausstand. Die van den Streifenden Träger einer starten oppofitionellen Bewegung, die eine demo- wenn diese Zusammenkunft überhaupt nicht stattgefunden habe. aufgestellten Forderungen, die fich auf eine. Erhöhung der durch fratische Berwaltung anstrebte. Gemeinsam mit den Mit Ein großer Aufwand sei schmählich vertan worden." das Inderfystem errechneten Löhne beziehen, wurden nach gliedern dieses Bundes hat die bulgarische Sozialdemo= Diese eine Probe genügt, um zu zeigen, welch Geisteskind Berhandlungen mit den Gewerkschaften von den Fabrikanten be. fratie den Kampf gegen das persönliche Regiment des der Deutsche Arbeiter- Nachrichtendienst" ist. Bon dem einen wittigt. Außerdem wird an Stelle der vierzehntägigen Fürsten Ferdinand geführt. Der bedeutendste Führer dieses der Herausgeber, Arno Franke, weiß man, daß er die angeblich Teuerungserrechnung die achttägige Errechnung eingeführt. Bundes war Dragieff, deffen Ausschluß aus der Organi- sozialistische Zeitschrift Der Firn" leitet, die in einem Be r- Die Aufnahme der Arbeit ist aber bisher noch nicht erfolgt, weil die sation eine der ersten Aufgaben Stambulijffis war. Dieser I age des Herrn Stinnes erscheint. Da weder Arno unionistischen Elemente und ihr kommunistischer bildete sich ein, daß er allein dazu berufen sei, Bulgarien vor- Franke noch der ehemalige Edelbolschewift Otto Berk mit Anhang allerlei politische Forderungen aufstellen, u. a. die Erwärts zu bringen, und unter Anwendung der unglaublichsten irdischen Gütern so reich gesegnet sind, daß fie eine Korrefpon- richtung proletarischer hundertschaften. Die Erbemagogischen Mittel suchte er an die Spitze der Bewegung benz unentgeltlich ins Ausland versenden können, so bleibt nur regung unter den Streifenden ist groß. Ueberall fanden große An. Eins, zwei, drei- an der Bank vorbei. Bon Peter Scher. Am Stachus- Blah in München steht eine Bant, auf die man fich zur Zeit der ersten Frühlingssonne sehen muß, wenn man dem Tojen des Verkehrs einige Momente ruhiger Betrachtung abgewinnen will. Man sieht von hier ans die erstaunlichsten Erscheinungen. Eingeborene wandeln hier vorüber, die an grünen Hüten wundervolle Rafierpinsel zur Schau tragen und auch sonst mit den merkwür digften Dingen in den fröhlichsten Farben behängt find. Man sieht Damen, unruhig auf die Uhr blidend, ihre Kavaliere erwarten, und Jünglinge, die es faum noch erwarten können, Ravaliere zu werden. Hin und wieder rollt ein Wagen vorüber, auf dem neugierige Fremde ticht gedrängt figen und atemlos den Belehrungen eines Mannes lauschen, der mit ausgestreckter Hand erklärt, daß der Pavillon da drüben in den Zeiten der Räterepublit in Brand geschossen, in zwischen aber, wie man sich überzeugen fönne, wieder tabellos aufgebaut worden sei. Frembartig anmutende Zungen hört man sich auf preußisch, ja fächsisch über die Erscheinung eines Mönches wundern, der eben in Gedanken im Mittelalter stehen geblieben scheint. Von einem Bauern in Dachauer Tracht wird unvermittelt eine Ruh vorbeigetrieben. Auf der Bant, vor der aus man dies alles fieht, faß ich gestern neben einer alten Dame, die den Anschein erweďte, fie tönne recht gut mit Spigmeg persönlich befreundet gewesen sein. Sie faß, wie aus einem Medaillontid jener Zeit herausgestiegen, etwas stef und feierlich auf dieser Bant am Stachus. Ueber ihrem elfenbeinfarbenen Gefichtchen saß ein Spigen häubchen, und in den spinnendünnen Händen, die aus fingerlosen Spihenhandschuhen hervorzuweinen schienen, trug fie ein Ridikülchen fonderbarer Art, imd ein Etwas ging von ihr aus, wie von einem ganz ganz alten Rosenbukett. fangenen Vogel umspannt, und sie sprachen zueinander wie junge Menschen, die glücklich find, daß fie voreinander nichts mehr zu verbergen haben. Ohhh!" sagte das alte Fräulein neben mir und ließ das Bergament ihres Gefichts wie von himmelblau und goldenen Initialen aufleuchten, und so sehr ergriff sie das Bild dieser Zärtlichen vor uns, daß sie unwillkürlich ihre Hand auf meinen Arm legte, worüber sie fogleich erröten und irgend etwas Dünnes lispeln mußte. Die zärtlichen jungen Menschen waren mittlerweile ganz nahe an unsere Bant herangekommen. Er hielt ihre Hand noch genau so gefangen, und sie waren beide fo liebenswürdig vergnügt, daß es faum eines Seitenblices auf das Geficht des alten Dämchens beburft hätte, um zu wissen: fie schluchzt in ihrem Herzen vor Seligfeit, daß es dergleichen immer noch und immer wieder gibt. Pause. Und in diesem Moment mußten, unter unbefangenem Gelächter, von der Seite des zärtlichen Paares die Ausrufe zu uns dringen: Dein Mann. ha, ha!"„ Na du... und deine Frau!" Ich fühlte, wie das arme alte Jüngferchen erstarrte. Aber so ist einmal das Leben: eins, zwei, drei an der Banf vorbei! Ein Amt ohne Befugnifje. Wie die, Runftwanderer" auf Grund von Angaben des Reichskunft warts mitteilt, betrugen die 3iffern des Etats für dieses Amt im Jahre 1922/23: 7 millionen für persönliche Ausgaben( Behälter für den Reichskunftmart, zwei Referenten, zwei Bureauhilfsarbeiterinnen und eine Ranzleihilfsarbeiterin); 484 000 m. für alle übrigen. Aus. gaben. Also erforderten die persönlichen Ausgaben mehr als, das Bierzehnfache der Summe, die für die eigentlichen Aufgaben des Reichstunstwarts verwendet wurde! Das Mißverhältnis ist lächerlich und beschämend. Wir haben einen Reichstunstwart eingesetzt, aber wir haben verfäumt, feinem Wie sie so dasaß, gingen ihre Augen gleich denen eines ver- Amt einen Wirkungstreis zu schaffen. Er darf Anregungen" geben, schüchterten Mäuschens in die Runde, das immerhin ein ganz flein die niemand zu befolgen verpflichtet ist, und er wird gelegentlich bißchen an dem Speck der großen Welt zu riechen sich denn doch meistens wenn es zu spät ist- um„ Gutachten" ersucht, aber als nicht nehmen laffen wollte. schöpferischen, maß- und richtunggebenden Faftor lehnt man ihn So mußterke te denn also die vorübergleitenden Erscheinungen ab. Die wichtigsten fünstlerischen Aufgaben werden ohne seine Mit mit einer stillen schnuppernden Reugier, und es war luftig zu sehen, wirkung von den anonymen Kunstfachverständigen" der einzelnen mie niedliche Affetbe iber ihr Bergamentgeficht huschten fo zwar, Refforts erledigt, und zwar in der Regel nach der alten blamablen daß immerhin ein auffladerndes Flämmchen der Freude am Er- wilhelminischen Tradition. Der Reichstunstwart hat teine Möglichlebnis, faum entzündet, schon wieder vom Niederschlag einer kleinen feit, entscheidend einzugreifen, denn ihm fehlen die offiziellen amifäuerlichen Stepfis gedämpft wurde, bis wieder ein verführerisches lichen Befugnisse". Lüftchen an der Asche rührte, und so fort in ständigem Auf und Nieder. 2ährend ich so, nahe bei ihr sigend denn die Bant war sehr Münchener Nationalisten- Hymne. ( Umgedichtet von Fuchs und Mach aus.) Deutschland, Deutschland über alles, Ueber alles in der Welt! Doch wie bleibt im finstern Dalles Noch die Heldenbrust geschwellt? Franken braucht man jedenfalles, Wo die Mart doch stündlich fällt. Deutschland, Deutschland über alles, Frankreich, Frankreich zahlt das Geld! Deutsche Weiber, deutsche Dielen, Deutscher Wein und deutscher Suff, Drin muß sich der Jüngling fielen, Freunde: Immer feste druff! Froher Klang des Pfropfenfnalles, Jeder fühlt sich als ein Held. Deutschland, Deutschland über alles, Frankreich, Frankreich zahlt das Geld! Einigkeit und Recht und Freiheit, Das ist alles eitler Land. Geld Geld Geld: die große Dreiheit Bleibt des Glüdes Unterpfand. Richert naht mit Pintepinte, Biete ihm die hohle Hand, Nimm den Zafter und verstinke Aus dem deutschen Baterland! Mich. von Lindenheden. Borschlag zur Martffabilisierung. Gestern faufte ich eine Rolle. bitte nicht zu erröten eine Rolle Toilettenpapier. Sie foſtete 1500 m. und enthielt bei genauer Zählung fünfzig Blatt, das einzelne Blatt also zu 30 m. Seitdem weiß ich, wie Zwanzigmarkfcheine mit erheblichem Ruhen zu verwenden find. Besitzern von zwanzigmartscheinen bin ich bereit, mein Geheimnis mitzuteilen. Es ermöglicht eine Aufwertung des Papiergeldes um 50 Broz. Sedif Alam. Erstaufführungen der Woche. Mont. Staatsoper: Det gol. dene Hahn.- Sonnab. Große Boltsoper: 8ar und 8immermann". Urana Vorträge. Sonnt., Mont., Mittw., Donn., Freit., Sonnab.: Alt- Berlin in der Biedermeierzeit"; Dienst.: Glazer Bäder und Berge". In der Abgukiammlung antifer Bildwerke in der Universität ( Besuchszeit Sonntags von 4-1, Montags 1,11-1,2, Sonnerstags von 4-7 Uhr, Eingang Dorotbeenstraße) findet auf vielfach geäußerten Bunsch die nächste Führung schon am Donnerstag, den 21, nachmittags Als die Institution des Reichstumstwarts geschaffen wurde, hieß es, man wolle eine Reimzelle" bilden, die sich im Laufe der Zeit träftig entwickeln werde. Seitdem find drei und ein halbes Jahr begehrt, und immer wechselten e Ruhe und Sensationsbedürf- verflossen, ohne daß die entscheidenden Instanzen irgend etwas zu tigen ihre altjüngferliche Seele sich schaudernd am Rande des Entwicklung der Keimzelle beigetragen haben. Den bei uns noch stürmischen Lebens bewegen fühlte, bemerkte ich auf einmal, wie die immer einflußreichen Bureaukraten der alten Schule ist das„ revolu- 5 hr, statt. Augen der alten Berson größer wurden und, vom Licht eines ver- tionäre" Amt des Reichstunftwarts ein Dorn im Auge. Und der zückten Gefühls verschönt, auf einem jungen Baar hafteten, das, Reichstag? Es wäre wirklich an der Zeit, daß er sich zu einem etwas abseits vom Gedränge unserer Bant gerade gegenüberstand Entschluffe aufraffte und dem flandalösen Zustand ein Ende machte. und ungewöhnliche Zärtlichkeit für einander befundete. Denn die Frage, um die es sich hier handelt, ist nicht nur für die Er hatte seinen rechten Arm unter ihren linten gebogen und hielt innere Kultur Deutschlands, sondern auch für sein Ansehen nach -thre fleine Hand mit feiner fräftigen Tage lichevoll wie einen ge- außen hin von weitragender Bedeutung. Synagoge eine reiche Bibliothek, die über 9000 Bände enthält, gefunden. Diele Bibliothet enthält ganz alte und seltene Eremplare, die feinerzeit aus einem fleinen Städtchen im Gouvernement Minst nach Mostan ausgeführt wurden. Die Bibliothek wird von den Fachmännern für außerordentlich Iwertvoll bezeichnet. Fund einer alten Bibliothek. In mosta u wurde in einer alten fammlungen auf ben Straßen ftaff. Heute morgen wurde eine „ Bestechungsgelder üblich..." Band hinausgeschickt. Die Gutsbesitzer, die dafür hohe BermittlungsAtteilung berittener Schußpolizei eingesetzt, die den Sicherheitsprovisionen zahlen mußten, sahen sich aber bald geschädigt, da die dienst übernahm. An der Langen Brücke, die über die Havel führt, Geschichten aus einem Wohnungsamt. fogenannten ,, Bandarbeiter" für die verlangte Bandarbeit nicht getam es zwischen den Demonstranten und der Polizei zu Zusammen- Vor der 3. Straftammer des Landgerichts I entrollte sich ein eignet waren. Schon nach wenigen Tagen ließen die meisten der ftößen. Eine Anzahl Schüsse wurden abgegeben, aber niemand umfangreicher Bestechungsprozeß, der bezeichnende Schlaglichter auf Männer die Arbeit im Stich und fuhren nach Berlin zurüd, um verletzt. Die Polizeiverwaltung hat auf Grund der in Betracht die an der Tagesordnung stehenden Wohnungsschiebungen warf. on hier aus von den Verbänden wieder anderwärts hin verschickt kommenden Paragraphen des Allgemeinen Landrechts Versammlun- Angeklagt waren fünf Beamte des Wohnungsamts gängen benachrichtigt wurde, ordnete jetzt eine Untersuchung zu werden. Die Staatsanwaltschaft, die von diesen Vorgen unter freiem Himmel, Umzüge und Ansammlungen auf der Wedding, nämlich der Techniker Robert Gau, der Techniker gegen diese unlauteren Vermittlungsstellen an. Ihre Bücher und Straße verboten. Die Situation ist sehr ernst. Arnold Seifert, der Techniker Richard Mahnkopf, der Bureau- Schriftstücke wurden von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Das Beamtenvertretungsgesetz. Die Regierung hat Bedenken. Amtlich wird gemeldet: um " 1 Prozeß Köhn. Gefangenenauffeher lernen fippen. gehilfe Albert Schwarz und der Hilfsangestellte Gustav Wiltsch. Mit diesen hatten auf der Anklagebant Plaz zu nehmen die Hauswirtin Ida Hempel, Frau Gertrud Geloff und der Kaufmann Christian Cords. Den Wohnungsbeamten wurde zur Last gelegt, daß sie in einer ganzen Reihe von Fällen gegen Bezahlung Leuten, Bei der geftrigen Bernehmung des Angeklagten Köhn wurde die feinen Anspruch darauf hatten, Wohnungen verschafft hätten. dieser von dem Borsigenden und dem Verteidiger scharf heranDer Reichstanzler und der Reichsminister des Innern Defer Die Sache kam dadurch heraus, daß die Angeklagte Hempel genommen. Vorf.: Sie sind also der Ansicht, daß alles Schwindel besprachen gestern mit den Führern der Reichstagsfraktionen das für ihren Sohn eine Wohnung haben wollte und Frau Sel off be- ist und daß überall geschoben wird? Angefl.: Nur bei den großen Beamtenvertretungsgeset. Der Reichskanzler sowohl auftragte, Beziehungen mit Beamten des Wohnungsamtes anzu- Rennen, bei denen es um die Ehre der Ställe geht und große Gewie der Innenminister betonten das große Interesse des Reichs an fnüpfen, da ihnen befannt war, daß der Angeklagte Cords dank der minne in Frage kommen, ist es einwandfrei, sonst sind Schiebungen einem baldigen Zustandekommen des Gesetzes, wiesen aber ebenso artiger Beziehungen" eine Wohnung erhalten hatte. Zum Bech für an der Tagesordnung und nur mer gut Bescheid weiß, gewinnt. sehr auf die Bedenken hin, die gegen die vom 23. Reichs- Frau Seloff geriet fie an die falsche Adresse. Der Beamte Hübner, Schließlich schränkt der Angeklagte seine Behauptungen dahin ein, tagsausschuß in der 2. Lesung gefaßten Beschlüsse obwalten. der längst hinterher war, um den Ring der Techniker beim Woh- daß nicht alle Rennen unreell seien und daß er nur sagen wolle, In dieser Hinsicht stimme die Reichsregierung mit sämtlichen Länder- nungsamt, die bei diesen Schiebungen die Hand im Spiele hatten, zu daß die Leute Bescheid wissen, wann ein Pferd herauskommt und regierungen überein. Nach Hervorhebung der wichtigsten Punkte sprengen, war gerade derjenige, an den sie sich wendete. Als der gewinnen soll und daß diejenigen, die Bescheid wissen, diese UnNach Hervorhebung der wichtigsten Punkte Beamte dann von Frau Seloff 3000 m. ausgehändigt erhalten hatte, fenntnis des Publikums ausnuten. Der Verteidiger Rechtsanwalt des Gesetzes ergab sich das Einverständnis, daß die Reichsregierung ließ er fie verhaften. Die Ermittlungen der Ueber Dr. Bindar macht den Versuch, nachzuweisen, daß Köhn probeweise den Fraktionsführern eine Aufzeichnung über die- wachungsbehörde führten auf die Spur des Angeklagten Gau, und aus dem Gefängnis heraus nach seiner Methode habe arbeiten dürfen. jenigen Bunfte zugehen lassen wird, die nach der Auffassung der dieser machte, in die Enge getrieben, dem Beamten auch das Ge- Er hat unter Kontrolle von zwei Gefängnisbeamten, Reichsregierung und der Länderregierungen nicht annehmbar sind. ständnis, daß es ständige lebung bei dem Wohnungsamt die noch als Zeugen auftreten werden, jedesmal vorher die Wetten Wedding sei, daß die Techniker jede Gelegenheit benugen, diese Wetten ein Jahr lang durchführte, hat er tros mancher großen in ein Buch eingetragen. Indem er mit 10 000 M. Anfangseinjazz Wohnungssuchenden sich BestechungsHitler und das deutsche Turnfest. gelber zahlen zu lassen. Er gestand auch ein, wie es mit Berluste mit einem Gewinn von 350 millionen Mart Gewinn geendet. Die beiden Gefangenenaufseher haben nach dem künstlichen Zurückhalten und Unbrauchbarmachen von WohnunMünchen, 16. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Das 13. deutsche Turnfest, das bekanntlich vom 13. bis 20. Juli in München ab- gen gehandhabt werde und erklärte zu Protokoll:„ Ich habe einer Methode mitstudiert und sind nun dank der Belehrung durch den Untersuchungsgefangenen während meiner Tätigkeit als Beamter des Wohnungsgehalten wird und für das seit Monaten große Borbereitungen ge- amts in mehreren Fällen Geld erhalten und mit Köhn in der Lage, selbst etten durchzuführen und troffen werden, hat den völkischen Organisationen aller anderen Angestellten geteilt. Es war das ständige reiche Beute zu werden: Vorf. Dr. Siegert: Wir haben ja schon Schattierungen einiges Kopfzerbrechen verursacht. Berschiedene ihrer Uebung." Im einzelnen gab Gau auch an, daß Cords 12 000 früher bei Riante von einem ähnlichen Experiment gehört. Das Verbände haben sich auf den Standpunkt gestellt, daß fie diefe pater- gezahlt habe, und er bezeichnete noch fünf bis sechs weitere Fälle. Tragische für Köhn ist aber, daß er nachher mit so großem Erfolge ländische Kundgebung für das deutsche Boltstum" wegen der ange- Später hat Gau diese Aussagen widerrufen, und er blieb auch in der geweitet haben will, während er ausgerechnet in der Zeit, in der es kündigten Teilnahme von jüdischen, amerikanischen und sonstigen Verhandlung bei seinem Widerruf, indem er erklärte, daß er ein- für ihn auf alles antam, mit so großen Verlusten dauernd gearbeitet hat. Rechtsanwalt Bahn: Mar Riante hat dasselbe Experiment nichtdeutschen Turnvereinen meiden werden. Entgegen diesem Be- geschüchtert worden sei und bei der ersten Bernehmung nicht ganz im Gefängnis gemacht, nur war klante besorgt, daß Staatsanwalt schluß erlassen nun Hitler für Reichsteutschland, Dr. Riehl für anwesend" gewesen wäre. Daß er von Cords Geld bekommen habe, Dr. Horn seine Tips lernen fönnte und dadurch zum reichen Mann Deutschösterreich und Knirsch für Deutschböhmen einen Aufruf mit bestritt er nicht, will dieses aber für anderweitige Geschäfte erhalten werden würde. Borf. Dr. Siegert: Benn die Stille der Unterder Anordnung, daß sämtliche Mitglieder der national- haben. Auch der Angeklagte Seifert widerrief ein früheres Geſtänd fuchungshaft nur dazu gehört, reich zu werden, werden sich sicherlich nis, während die drei anderen Angestellten des Wohnungsamtes jede viele sehr gerne einfperren laffen.( Große Seiterfeit.) Weiterhin fozialistischen Partei mit Aufbietung aller Kräfte in einer Massen Bestechung von vornherein geleugnet hatten. tommt es zu Auseinandersegungen über die Befangenheit und Nichtbeteiligung an dem Turnfest teilzunehmen haben, um den Das Gericht verurteilte Bau zu einem Jahr Gefängnis befangenheit der Sachverständigen, in deren Berlauf der Vorsitzende größtmöglichen Einfluß auf das Fest felbft auszuüben. Mit dieser und 100 000 m. Geldstrafe, Seifert zu fechs Monaten Geben Sachverständigen Kahen ersucht, fünftig sich bei Fragestellungen Beteiligung wird schießlich ein großer nationalsozialisti- fängnis und 50 000 m. Geldstrafe, Frau Seloff und Frau zunächst an ihn selbst zu wenden. Rechtsanwalt Bahn: Es wäre scher Kongreß ausgeschrieben, der gleichzeitig in München abge- 5 empel zu je 100 000 m. Geldstrafe und Cords an Stelle der an der Zeit, die Haftentlassung des Herrn Köhn in Erwägung zu halben werden soll. Man geht also wohl nicht fehl, wenn das verwirkten Gefängnisstrafe von vier Monaten zu einer Geldstrafe ziehen. Köhn( zu seinem Berteidiger gewendet): Jetzt liegt mir noch deutsche Turnfest 1923 auch verschiedene Ueberraschungen völkischer von 6 Millionen Marf. Die Angeklagten mahntopf, nichts daran, herauszukommen. Rechtsanwalt Bahn: Sagen Sie Schwarz und Wiltsch wurden freigesprochen. Bewäh- das nicht so laut, Herr Köhn, das Gericht könnte sich das sonst Art bringen wird. rungsfrist wurde Gau und Seifert vom Gericht versagt, da Land- merken.( Wiederholte Heiterkeit.) gerichtsdirektor Marschner in der Begründung ausführte, daß gerade die Unredlichkeiten bei den Wohnungsämtern in der Bevölkerung fo außerordentlich böses Blut machten, und daß dem energisch entgegen getreten werden müsse. Der Angeklagte Gau wurde sofort in Haft genommen. Die Garantien. Auch Bayern stellt Bedingungen. In der heutigen Sigung wurde zunächst der Angeklagte Friedrich Bielas aus Dresden verantwortlich vernommen. Neben diesem Angeklagten war auch dessen Vater Hermann Bielas mitangeklagt. Das Verfahren wurde aber am ersten Berhandlungstage abgetrennt, da der ältere Bielas rechtsseitig gelähmt ist oder, wie der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Wiegert, mit Ironie bemerkte, „ rechtzeitig gelähmt" worden ist. Beide Bielas waren Generalvertreter für Dresden und Umgegend. Der Angeklagte Friedrich Bielas ist von Beruf Buchdrucker und als Kriegsbeschädigter Rentenempfänger. Den Betttonzernbetrieb fannte er schon, da sein Vater Generalvertreter von Riante war. Auf die Frage des Borsitzenden, wie er dann die Vertretung des Köhn übernehmen fönnte, erwiderte der Angeflagte: Was ging mich Klante an, den hatte doch mein Bater. Der Ruhm des Verbandes des Industriellen und des Reichslandbundes läßt Bayern nicht ruhen. Der Wirtschaftsbeirat der Bayerischen Boltspartei hat sich mit dem Garantieangebot Was die Republik sich bieten läßt. der Reichsregierung beschäftigt und ist zu dem Ergebnis gekommen, Schwarzweißrot sind die Farben des ehemaligen Kaiserreiches. daß die Bürgschaft der deutschen Reichseisenbahn schwere muß da nicht der Weitergebrauch schwarzweißroter Gefahren für die„ Eigenart und Staatlichkeit" in sich berge. Als Fahnen wie eine Demonstration für Monarchie und Abwehr gebe es nur ein Mittel: Bayern müffe die felbständige Ber- Raisertum wirten? Bisher haben die Verehrer der alten Zeit waltung feines Eisenbahnnetzes zurüdfordern. Also auch Bayern noch nicht nötig gehabt, ihre schwarzweißroten Fahnen herunterzu fieht in dem Stampf um die Freiheit des Deutschen holen. Was soll man von einer Republit halten, die nun schon im Reiches ein großes Handels objekt. Armes Deutschland! fünften Jahr sich dieses Treiben gefallen läßt? Aus mehreren Orten ber Provinz Brandenburg find uns in den letzten Tagen lebhafte Haffentlassung des Magistratsjettetärs Leder. Der MagistratsAeußerungen der Entrüftung darüber zugegangen, daß dort das fekretär beim Wohnungsamt Wilmersdorf, gegen den in der Affäre Die Blockade. Schwarzweißrot nach wie vor triumphiert. In Lübben wurden Wolpe ein Strafverfahren wegen Bestechung und Erpressung schwebt, Paris, 16. Juni.( mtb.) Eine neue Verfügung des Generals aus Anlaß der Enthüllung eines Dentmals für die ehemaligen ist ohne Raution aus der Haft entlassen worden. Bekanntlich wird Degoutte verhängt mit sofortiger Wirkung die Blodade über Lübbener Jäger" faff überall schwarzweißrote Fahnen ausgehängt, Leder zum Vorwurf gemacht, daß er etwa 5 Millionen Mart von unter denen man die paar schwarzrotgoldenen mit der Laterne dem Bankier Wolpe, der aus feiner Wohnung ermittiert werden Rohprodukte, Halbfabritate and chemische Er- fuchen mußte. In Prenzlau trugen am letzten Sonntag viele follte, erpreßt hat. Leber ist vom Wohnungsamt fuspendiert. Die zeugnisse der demischen Firmen und Gesellschaften im befehten Häuser schwarzweißroten Schmuc", weil eine antirepublikanische Ermittlungen in dem Strafverfahren nehmen, ungeachtet der HaftGebiet, die Kohlengruben haben und mit der Bezahlung der Kohlen- Organisation ihre Fahnenweihe hatte. Daß auch das Hakenkreuz auf entlassung, ihren Fortgang. fleuer im Rüdftande find. Die bezeichneten Produkte dürfen die Fahnen zu sehen war, versteht sich von selber. Hafentreuzler aus Fabriten nur mit einem besonderen Erlaubnisschein der Interalliierten Berlin tamen an demselben Sonntag nach Rheinsberg und 57 Jahre alte Kutscher Paul Lau aus der Großen Frankfurter In die Spree geworfen wurde in der vergangenen Nacht der Industrie- Kontrollkommission verlassen. zogen durch die Stadt zum Schloßpart, um dort ihre Hegreden zu Straße 41. Der Mann machte in der Nähe der Zelten die Bekannthalten. In dem Zuge sah man weiße Bimpel mit Hakenkreuzen schaft zweier Burschen, die sich zuerst harmlos mit ihm unterhielten, und eine schwarzweißrote Fahne, auf der die Inschrift prangte:„ Mit ihn dann aber, ais er mit ihnen am Wasser entlang ging, überGott für Kaiser und Vaterland. Den Zug begleiteten fogar Schupo- fielen und ausplünderten. Sie raubten ihm Barschaft und Beamte. Wen sollten sie schützen: die Republik oder die Schwarz- Uhr und warfen ihn schließlich, als er sich zur Behr sehte, über das Frankfurt a. M., 16. Jumi.( Mtb.) Am Donnerstag abenb wurde auf den D- 3ug Paris- Wiesbaden bei Rübesheim am Rhein ein Bombenattentat verübt. Ein Soldat ift getötet worden und eine Reihe von Baffagieren hat Berlegungen erfitten. Der Zug fonnte seine Fahrt mit einstündiger Berspätung in Richtung Mainz fortsetzen. % Paris, 16. Juni.( WTB.) Wie das„ Echo de Paris" berichtet, hat der vom Kriegsgericht in Mainz zum Tode verurteilte Landwirtschaftslehrer Goerges gegen das Urteil Revision eingelegt. Englands Aktivität. weißroten? Gedenkfeier für Walter Rathenau. Geländer in die Spree. Mit ihrer Beute verschwanden sie dann unerkannt in dem Dunkel des Tiergartens Auf die Hilferufe des mit dem Wasser kämpfenden Mannes eilten Leute herbei, die ihn ans Land zogen. Sportfest in Weihensee. Der Arbeiterturn- und Sportverein Effen, 16. Juni.( BTB.) Die Bache am Hauptbahnhof Dortmund weigert fich, die auf dem Bahnhof stehenden Milch und vereinigte sich gestern Abend im Meistersaal auf Einladung der Zu einer Gedenffeier in ernster Schlichtheit und Eindringlichkeit An die Elternschaft Charlottenburgs. Infolge des regen ZuNahrungsmittelfenbungen ausladen zu lassen. Nie- Liga Junge Republit eine große Schar Freunde und Anhänger spruchs und weil viele Kinder an den Montagen verhindert maren, mand darf den Bahnhof betreten. des jetzt vor einem Jahre schmählich ermordeten Minsters Walther an dem Unterricht in der Lebenstunde( Eittenlehre) seitens Rathenau. Im Bordergrund der Beranstaltung ftand der Vortrag der Freien Schulgemeinde teilzunehmen, ist jetzt auch für die FreiStephan Großmanns, der in leisen, tastenden und verbal tage ein gleichlaufender Lehrgang eingerichtet worden. Der wöchent tenen Borten das Bild des Toten nachzeichnete. Unter feinen fich zweimal ftattfindende Unterricht wird Montags und Freitags Borben wandelte sich die Zuhörerschaft zu einer tief ergriffenen Don 4 bis 6 Uhr in der 32. Gemeindeschule, Oranienſtr. 13, für Gemeinde. Was müßten, so begann Großmann, die jugendlichen die Kinder aller Schulen, die die erste Klasse besuchen, durch den Mörder von diesem Mann? Der eine behauptete, er sei ein Schwa Genossen Lehrer Wilh. Schmüder erteilt. ger Radeks, der andere, er fei einer der Weisen Zions, der dritte wußte von ihm nur, daß er einmal einen Artikel in Hardens 3u weißensee veranstaltet morgen, Sonntag, den 17. Juui, anläßlich seines funft" geschrieben haben soll. In Wahrheit ist Rathenau einer der 25jährigen Bestehens ein großes Sportfest, bestehend aus: Gerätewett wenigen bedeutenden Staatsmänner gewesen, über die wir nach dem turnen, leichtathletische Beitfämpfe, Schwimmwettkämpfe, Massenfreiübungen, Kriege verfügten. In überaus fesselnder und geiftvoller Weise zieht Massenpyramiden der Männer, Frauen, Lehrlinge, Knaben und Mädchen, Großmann eine Baralelle zwischen Rathenau und Paul de Lagarde, sowie Raffball und Fußballwettlampje. Da etwa 20 auswärtige Vereine Die Vorkämpfe zur Leichtdem Rathenau in so vielem ähnlich und in deffen ganz ehrlichem, vertreten sind, ist guter Sport zu erivarten. pertieftem, edlem Deutschytum er sein Bestes wiederfindet. Das beatbletit und das Betturnen finden vormittags ab 7 Uhr auf dem Renn jagt aber gleichzeitg, daß er um sein Judentum, dem er entstand, Schwimmen findet um 10 Uhr vormittags auf dem Weißen See statt. Um bahngelände statt; Beginn der Hauptlampje nachmittags um 2 Uhr. Das stärkste innere Rämpfe geführt hat. Wie de Lagarde findet auch er 12%, Ubr großer Feftumzug von der Gemeindefurnhalle. feine Erlösung in der Befreiung vom 3wedgedanken. Er hatte die große und feltene Fähigkeit, sich von allen persönlichen Rücksichten zu befreien und stellte sich ganz in den Dienst des Staates. In diesem Dienste mußte er fallen. Noch seien die Geheimnisse, die um den Mord Rathenaus und um die fürstlichen Auftraggeber zu dieser Zeit schweben, nicht gelüftet und bereits von neuem rieche es in Deutschland nach Mord Die Feier war um den Vortrag von Dichterworten und musikalischen Darbietungen umrahmt. London, 16. Juni.( Reuter.) Auf dem Jahresfeft der Parlamentsjournalisten im Unterhaus jagte Baldwin in einer Rede: Es ist eine sehr große Hilfe, wenn man seine Arbeit in einer Atmosphäre allgemeinen guten Willens beginnt und es ist vielleicht eine noch viel größere Hilfe, als fie gewahr werden, wenn wir dem Willen Englands bei der Regelung der Welflage zum Erfolg verhelfen. Das ist die größte Aufgabe, die jemals einem Premierminister oder Staatsmann Großbritanniens oblag. 16. Juni 15. Juni Käufer Berkäufer Räufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-)( Belb-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Rurs 44887.50 45112.50 42044.50 42255.50 41146.50 41358.50 38402.50 38596.50 6209.- 6241.- 5835.- 5865.19201.50 19298.50 17655.50 17744 50 20448.50 20551.50 19351.50 19448.50 30324. 30476.- 28528.50 28671.50 3192.- 3208.- 2892.50 2907.50 51371.- 51629.1 holländischer Gulden 1 argentinische Papier- Peso 1 belgischer Frant. 1 norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer gen 1 italienische Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar. 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanische Beseta 100 österr. Seronen( abgeſt.) 150,22 1 tichechische Krone 3172.1 ungarische Krone 13.36 18.44 1 bulgarische Lewa 1526.1534.11.72 1321.50 1 jugoslawischer Dinar 7282,50 11970.7268.50 Schneefall in Thüringen. Auf den höher gelegenen Bunkten des Thüringer Waldes ist in der legten Nacht Schneefall eingetreten. In Neustadt am Rennsteig liegt 5 Bentimeter Schnee. Bom Fichtelberg werden 2 Grad Kälte gemeldet. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas fübler, zunächst größtenteils bewölft mit Regenfällen nnd frischen südwestlichen bis westlichen Winden. Später zeittweise auftlarend. Groß- Berliner Parteinachrichten. Areis. Kreuzberg. Die noch nicht abgeholten Sandzettel zur Beamtenverfammlung am Montag find von den Obleuten Sonntag Dormittag bis 10 Uhr vom Genoffen Ruben, Röthener Str. 17, abzuholen. Unlautere Stellenvermittlung. Arbeitslose, die als„ Landarbeiter" verschickt werden. Einen Kampf gegen unfautere Stellenvermittlung hat das 5311.50 5838.50 4887.50 4862.50 Landesamt für Arbeitsvermittlung aufnehmen müssen. 528655,-581825. 493762.496238. Um die gefeglichen Vorschriften zu umgehen, gründeten im Herbst 6. 114712. 115288. 107430.50 107969.50 vergangenen Jahres zwei Leute, Linnemann und Gabriel, 6733. 6767.- nachdem sie zunächst zusammengearbeitet hatten, Berbände. Linne12030.- 10673.- 10722. mann ben Reichsbund deutscher Aufseher und Vorschnitter", 20698.- 20802.- 19053. 19148. Gabriel den Verband der Vorschnitter Deutschlands". Der Reichs- 55. 15660.50 15739.50 bund" tagte in der Langestr. 35 der Berband" am Schlesischen 150.98 Bahnhof Nr. 5. Beide also in der Nähe des Schlesischen Bahnhofes. 3188.- Arbeitslose aller Beruf wurden geworben und gegen eine Ein11.78 fchreibegebühr von 300 m. und Zahlung eines Bierteljahresbeitrages 104. Abt. Riederschöneweide. Gemeinsamer Ausflug nach Restaurant, Balbes. 1328.60 in gleicher Höhe als Mitglieder aufgenommen. Diese Mitglieder 1256.50 1263.50 1178.- 1178.- wurden dann als Landarbeiter mit ihren Familien auf das 17157.17243. 166,33 167.19 3481.- 3499.Morgen, Sonntag, te 17. Juni: Abt. Charlottenburg. Nachmittags Besichtigung des Erziehunsheims Lin denhof. Lichtenberg, Ariemhildstraße. Treffpunkt 244 Uhr vor der Anstalt. ( Fahrverbindung Stadtbahn. Abfahrt Charlottenburg pünktlich 1 Uhr und Straßenbahn 64 bis Gudrunstraße. Die Frauen mitbringen. Gäfte und Genoffen anderer Abteilungen willtommen. ruh", Baumschulen meg. Treffpunkt Bahnunterführung Johannisthal nach. mittags 2 Uhr. Abmarsch pünktlich 2% Uhr. Bei Regenwetter fällt der Ausflug aus. Gewerkschaftsbewegung Jubiläumsverbandstag der Holzarbeiter: Am 17. Juni wird in Rassel der Berbandstag des Deutschen Solzarbeiterverbandes eröffnet. Es find nun genau breißig Jahre her, daß in der gleichen Stadt ein Berbandstag stattfand, auf dem her Deutsche Holzarbeiterverband gegründet wurde. Der Bor. gänger des Deutschen Holzarbeiterverbandes war die Gewerkschaft ber Solzarbeiter, die im September 1868 in Berlin gegründet worden ist und unter der Leitung von Theodor Work stand. Daneben bestand noch der Allgemeine Tischlerverein. Diese beiden Organisationen verförperten gewijsermaßen auf gewerblichem Gebiete die zwei damals in der Arbeiterbewegung einander be. fämpfenden Richtungen der Lassalleaner und Eisenacher. Die Berfchmelzung der beiden Organisationen erfolgte erst im Jahre 1876. Der Bereinigte Bunb ber Tischler und verwandter Berufsgenoffen fiel jedoch bald darauf dem Sozialistengesetz zum Opfer. nommen werden, In einer Bezirkstonferenz des DMB. am 25. Mai und 3. Juni Tarifabschluß in der Privatversicherung. berichteten die einzelnen Vertreter aus Bochum, Dortmund, Gelsenfirchen, Herne, Hörbe und Witten, auch Mitglieder der KPD., Auf Antrag der vier Angestelltenverbände fanden am 12. Juni baß allerorts die Betriebe gewaltfam stillgelegt seien. In Berhandlungen mit dem Arbeitgeberverbonde über die Regelung der Gelsenkirchen wurde dieser Berfuch ebenfalls gemacht und dort haben Junigehälter statt, die zu einer freihändigen Bereinbarung führten, felbft tommunistische Betriebsräte diese Leute abgewehrt, Danach werden zur Abgeltung der in der ersten Hälfte des Monats erstens weil sie ihnen unbekannt waren und zweitens weil nach ihrer Juni gegenüber dem Mai eingetretenen Teuerung die Maibezüge Angabe bie BD. von einem Generalftreit nichts wise. Und wie erhöht für Lehrlinge und Jugendliche um 45 Bros., für alle weite ren Angestellten um 50 Proz. Die sozialen Zulagen und Spesenwar die Einstellung der kommunistischen Breffe? den schwer finanziell geschäbigten Kollegen zu Hilfe zu eilen. Das Gehalt postnumerando bezahlt bekommen, ist von den auf stunt Unter diesen Umständen mußte ein Weg gefunden werden, um fähe erhöhen fich gleichfalls um 50 Broz. Den Angestellten, die ihr Die Gewerkschaften einen folden Streit nicht anerkennen fonnten, biefer Bereinbarung fich einstweilen ergebenden Junigehälter am 15. Juni ein Borschuß in Höhe von 40 Broz. zu zahlen. Die Berleben felbft die Stollegen ein, und in feiner Berwaltungsstelle ist auch handlungen über die zweite Junihälfte werden am 25. Juni aufgenur ernsthaft der Berfuch gemacht worden, einen derartigen Beschluß Durchzusehen. Trogtem haben sich die Gewerkschaften der schmer geschädigten Kollegen angenommen. Da diesen sowohl die Gewert- Lohnbewegung der Töpfer. Das lehthin getroffene Lohnajien als auch der Staat ben notwendigen Schuh nicht geben ablommen fäuft bis einschließlich 16. Juni. Die Berhandlungen tonnten, um ihrer Arbeit ungehindert nachzugehen, mußte ihnen eine zwischen weiterer Berträge findet erst am nächsten Mittwoch statt. Entschädigung, wie jeder Tumultschaden bewertet werden muß, In den heute, Sonnabend abend, in sämtlichen Bezirken GroßJeboch unter dem Sozialistengefes murben wieder neue Organisationsversuche gemacht. So wurde vor genau 40 Jahren glieder ihrer Bartei, die fich heute förmlich um diese Quittungs- Gelegenheit, zu der Bohnfrage Stellung zu nehmen. Auch auf den Im übrigen fei bemertt, baß bie RD., wenn sie alle mit Berlins ftattfindenden Bezirksversammlungen haben die Kollegen unter der Führung von Karl Kloß der Deutsche Tischlerverband formulare reißen, ausschließen will, reichlich Arbeit be. Bauten und Arbeitsstellen tann das geschehen. Berichte und murde er im Jahre 1886 in einen Bentralverband umgewandelt. haben, machen fich gar feine Gebanten und verlangen die Unter Fachgruppenleitung sugeschickt werden, 21s im Jahre 1890, nach dem Fall des Sozialistengeleges, die ftügung. Ist das tonfequent? gegründet. Zunächst eine lofe Bereinigung örtlicher Fachpereine, tommt. Selbst diejenigen, die Ihre Kollegen mit herausgeprügelt Anträge hierzu müssen bis spätestens Montag abend der Der Fachgruppenleiter Brüdmann. Gemertschaftsbewegung mieber mehr Spielraum befam, bestanden neben dem Tischlerverband noch einige andere Organisationen der Baugewerkschaft, Fachgruppe Glajer. Der Lohn beträgt vom Holzindustrie: die Bereinigung der Drechsler, deren Borfigender 14. bis einscht. 23. Juni 4140 m. pro Stunde. Wertzeug einbe Carl Begien mar, die ber Stellmacher, der Bürstenmacher, ber griffen. Montag Bersammlung. Rarbmacher, der Bergolder unb ber Bildhauer. Auf dem Rongreß der Deutschen Holzarbeiter, ber vom 4.- 7. 2pril 1893 in Raffet tagte, erfolgte die Berschmelzung der Berbände der Tischler, Drechsler, Stellmacher und Bürstenmacher zum Deutschen Holz arbeiterverband. Zu Borsigenden wurden R1oß und eipart gewählt. Ende 1893 zählte der Verband 23 774 Mitglieder. Am Jahresschluß 1922 betrug die Mitglieberzahl 434 843. Diese beiden Zahlen zeigen die glänzende Entwicklung, die der Berband inzwischen genommen hat. Im Laufe der vergangenen dreißig Jahre schloffen sich noch eine Reihe anderer Berufe dem Holzarbeiterverband an: im Jahre 1896 die Korbmacher, im Sahre 1899 der Berband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Solzplägen beschäftigten Arbeiter und der Deutfche Rorbarbeiter rerbend; im Jahre 1906 die Bergolder; 1910 die Schirmmacher und 1919 bie Bildhauer. Diese Aufzählung zeigt das meite Organisationsfeld, das der Deutfche Holzarbeiterverband zu bearbeiten hat. Im Laufe der dreißig Jahre hat der Deutsche Holzarbeiterverband sich einen führenden Blag in der Gemertschaftsbewegung errungen. Er hat feine Mitglieder erfolgreich in den Kampf geführt. Wir münschen dem Jubiläumsverbandstag in Raffel, daß er getreu ben Traditionen ber Organisation fruchtbringende Arbeit leisten möge! Kommunistisches Gezeter. Aus dem Ruhrgebiet wird uns aus Gemertschaftstreifen geschrieben: Sowohl in der Roten Fahne" als auch in ber fommunistischen Breffe des übrigen Deutschlands werben die Richtlinien und Empfangsbestätigungen über die Arbeitsverhinderungsentschädigung feitens der RPD. als ein arbeitsgemeinschaftlicher Berrat" an der gefamten Arbeiterschaft bezeichnet, zu dem dieselbe Stellung nehmen foll. Recht so. Die Behauptung der kommunistischen Partei, daß bei dem Streit, an dem 400 000 Mann beteiligt waren, teine Gewalt angewandt worben sei, mird man beweisen durch die Ziffern der Streifenden. Dazu nur einige Säge: Die Arbeitsniederlegung bei der Firma Union in Dortmund erfolgte burch Gewaltmaßnahmen einzelner lints. raditaler Clemente, die mit Brechstangen und sonstigen Schlagwerkzeugen ihre Arbeitskollegen aus den Betrieben heraus gehauen haben. Em anderen Lage standen 1500 Mann, be= maffnet mit Rnüppeln, nor ben Icren des Wertes unb verhinderten die Arbeitsaufnahme. Bal ber Firma Hoefch erfolgte bie Arbeitseinstellung am Samstag, ben 19. Mai, nachmittags, in einer Zeit, in ber die ein zelnen Berfstätten nur schwach befeht marer, meil nur diejenigen Arbeiter vorhanden waren, die die Motstandsarbeiten über die fingitfeiertage ausführen mußten. Diese wurden ebenfalls mit Gemalt aus dem Betrieb herausgeholt. Weitere Belege dafür sind, daß ned pier Berbandsfollegen( dh mer per mundet im Krantenhaus zu Dortmund liegen. Wie fah es in Bochum aus? Um Freitag, den 25. mai, fammelten fich vor dem Bochumer Berein eine Anzahl Streitfuftiger an, die in die dort bereits tagende Betriebsversammlung eindrangen und furzerhand ben Generalftreit unter Androhungen beschlossen. Deshalb fah jich der fommunistische Geschäftsführer des Fabrikarbeiterverbandes Bochum, Sirume, veranlaßt, in einer Verband Tung für die Chemie am 29. Mai in Effen den Antrag zu stellen, daß allen Arbeitern, die Fehlschichten hätten, diele bezahlt werden müßten, meil fie mit Gewalt aus den Betrieben heraus. geholt morden seien. Ein Bertreter des DMB. lehnte diese Bumutung ab, einen solchen Antrag an die Arbeitgeber zu stellen. Es wurde ihm aber bie Mitteilung, baß der Antrag ben Arbeitgebern bereits schriftlich zugestellt worden fel. Hosen Billig und gut Sommerheinkleid, well 30000 Schwarze Hosen Streifenhosen. Anzüge Paletota gewährt werden. Entschloffenheit der Eisenbahner. Ein Warnungsruf an die Regierung. Die am 15. Juni in der Böhow- Brauerei stattfindende Mit gliederversammlung des DEB., Drisgruppe Berlin, nimmt mit Ent rüstung Kenntnis von bem ablehnenden Berhalten der Regierung betreffend sofortiger Auszahlung einer einmaligen Entschuldungs fumme. Die Bersammelten fönnen auf diefe Forderung nicht verzichten. Sie ist begrünbet: 1. Durch die Tatsache, daß die Eisenbahnerbezüge in Berlin in ben legten Wochen wesentlich geringer waren, als die vergleichbaren Löhne in der Industrie, und deß selbst die sehr nieberen Löhne in der Metallindustrie vom 28. bis 31. Mat und Dom10. bis 15. Juni rund 1000 m. pro Stunde höher standen, vom 10, bis 15. Juni rund 1000 Wr. pro Stunde höher standen, als das Einkommen der Eisenbahner, was allein schon einen Ausfall von 64 000 m2, innerhalb acht Tagen bedeutet. 2. Durch die Tatsache, daß die hungerlöhne in der Industrie, welche die Regierung burch ihre Anweisung an die Unternehmer gelegentlich der Marfftabilisierung im Monat März und April felbft mit verschuldet hat, tein Maßstab mehr für die Bemessung bes 2ohnes bilden fönnen, da sie faum noch/ bes amerikanischen und 12 des englischen ArbeitsIohnes betragen. 29. Juni ist der Lohn für Maler in Groß- Berlin auf 4320 M. Lohnfeffiehung im Malergewerbe. Für die Zeit vom 16. bis pro Stunde festgelegt worden., Berband der Maler, Filiale Berlin. ( 138) Sport. Die Bogkämpfe, die geftern im Wilmersdorfer Stadtpart stattfanden, brachten teine Sensationen. Den Steigen eröffneten af erle Säicherle tann einige Male gut landen und Niausch merkt man es an, daß Riaus( 142) über 10 Runden. Beide zeigten schöne Nahtämpfe er nur mit Mühe bie 10 Runden durchhält. Die letzte Runde wird hart geführt und endet unentschieden. Im nächsten Kampf über 10 Runden stehen swet flotte, gute Technifer gegenüber. Safie( 122) gegen Bit( 120). Bik, sch und flint, macht Saffe die Arbeit recht schwer, muß aber zwei Berwarnungen einsteden. Resultat: unentschieden. Arndt( 158) und Dresler( 150) enttäuschten. Dreßler muß schon in ber ersten Runde biel und harte Schläge einsteden und lämpft im weiteren Berlauf recht Irambibaft und mit sehr wenig Zechnik Arndt dagegen beobachtet die gut bermendbaren Momente nicht, wobei ihm ein Sieg ficher gewesen wäre, und unterlägt auch das Nachgeben. Dreßler gibt schließlich in der 8. Runde in3. Durch die Tatsache, daß die ab 16. Jumi geforderte Erfolge Berlegung am linten Unterarm auf. Den schönsten Kampf des Abends Erhöhung der Bezüge erst am 29. Jumi praktisch zur Auswirkung lieferten Stenbor ft, Hollonb( 140) gegen Grimm( 136) über 12 Runfommit und das Berfonal bis bahin mit' ben von der Preis.ben. Auch er endete durch Spruch des Schiedsgerichts unentschieden, Der entwidlung längst überholten bisherigen Bezügen Holländer, ein guter Technifer, arbeitete mit schöner Dedung, Grimm wird leben müßte, was vollständig unmöglich ist. dadurch zur Vorsicht veranlagt. In den letzten Runden ging es bart auf hart und Grimm, der den Kampf führte, wohl einen Puntifieg verdient. Die Bersammelten erklären sich außerstande, mit dem weiter noch ihr Leben friften, gefmeige benn ihren Dienft gegenwärtigen Wochenverdienst, ber taum noch einen Dollar beträgt, verrichten zu tönnen. Sie müffen deshalb notgedrungen bie fofortige Auszahlung einer größeren Entschuldungssumme verlangen. Für den Fall, daß die Regierung bei den am Montag stattfindenden Verhandlungen eine folche Zahlung ablehnt und den in der Entschließung am 12. Juni erhobenen Forderung nicht in befriedigender Weise entgegenkommt, beschließt die Bersammlung folgendes: 1. Die Ortsverwaltung wird beauftragt, auf Dienstag, den 19. Juni, abermals eine Mitgliederversammlung einzuberufen, in der über Annahme oder Ablehnung des Verhandlungsergebnisses entschieden werden soll. Theater der Woche. Bom 17. bis 25. Juni. Bollsbühne: 17., 21., 28. bis 25. Der Berriffene. 18., 20. Beh' bent, der Opernhaus: 17. Det sofenfapalier. 18. 8um ersten Male, Deutsche Uraufführung: Der goldene Hahn, Tligt. 19. Das Wintermärchen. 22. Die Ratten. 19. Tiefland. 20. Troubadour. 21, und 24. Der goldene Sahn. 24. Die Sout ajast. 18., 21. unb 25. Beer Gynt. 10. Sidalla. 20. Wilhelm Tell. 22. Räth. hen von Seilbronn. 25. Zum ersten Male: Der Tod des Empedokles, Rammerspiele: Der Faun. 23. Tannhäuser. 25. Bioletta. Schauspielhaus: 17, u. Jour fches Theater: Die Frühlingofee. Dent Lessing. heater: Liebesftrett. Theater in bez Königgzäger Straße: 17., 19., 21., 28. b 25. Die wunderlichen Geschichten des Kapelimeisters Kreisfer. 1. Seil. 18., 20., 22. und 24. Die wunderlichen Geschichten bes Rapellmeisters Areisler. 2. Teil.-Deutsches Opernhaus: 17. Lohengrin. 18. Die Boheme. 10., 23. und Boccaccio. 20. Eugen Onegin. 2. Sosca. 22. Tannhäuser, 24. Aida. Steues Balls Theater: 17., 19., 21., 25. bis 25. Bater und Sohn. 18., 20. und Schtler- Theater: Süße Suft. Großes Schauspielhaus: Die Bacaantin. 22. Emilia Galotti. Renaifance Theater: Rampf der Geschlechter. Die ribüne: Die Sose. Deutsches Rünstler- Theater: Die Tugendprinzessin. 2. Bon der Drisverwaltung sind sofort alle Borbes reitungen für einen eventuellen Rampf ur Durchsehung der Forderungen zu treffen. Die gesamte Mitglieds fchaft wird verpflichtet, bem Beschluß der Bersammlung gemäß unter Aufwand aller Kräfte für eine geschlossene Front Romödienhaus: Die Caufa Kaifer. in allen Betrieben tätig zu fein, um eine einheitliche, von dem Gesamtpillen der Eisenbahner getragene Attion von vornherein ficherzustellen. 3. Die Beteiligung an Deputationen, Demonftrationen und wilden Betriebsstillegungen ist von allen Mitgliedern ftritte abzulehnen, weil dadurch nur die Kampfesdisziplin und Schlagfraft der Ortsgruppe geschwächt würde. Wer sich trotzdem an folchem planlosen Borgehen beteiligt, ist für den ihm er. wahlenden Schaden selbst verantwortlich. -VW -w Berliner Theater: Mädi. Theater am Erianon Theater: Balzer. Kurfürftendamm: Die Dame mit dem Monotel. Residenz- Theater: Die Entlassung. Bentral Theater: Die dumme Liebe. theater in ber Rommandantenstraße: Sauroggen, Friebrich- Wilhelmstädtisches Theater: Die blonde Ratte.- Romische Oper: Der Gauflerfönig. Luftfpiel bans: Die blaue Hawaii.-Metropol- Theater: Die Schönfie der Frauen. Steues Operetten- heater: Ratja, die Tänzerin. Thalia- Thheater: Die rote Rage. Theater am Rellenboisplay: Die schöne Rivalin. Satimes Theater: Diplomat im Dienft. Der blaue Bnjama. Der Gelbbriefträger. Männer. Wallner- Theater: Des Königs Nach. Kleines Theater: Das blonde Gift. barin. Kofe Theater( Theater des Dftens): Der Trompeter von Sädingen. Rafino Theater: Heiraten mußte. Reues Theater am geo: Der Leibkutscher des Fridericus Reg. Rachmittagsoozellungen: Boltsbühne 17. Die Ratten. Deuties Opernhaus: 17. Die Fledermaus, 20. Schullervorstellung: gar und 24. Beh' dem, bet ligt. Leffing- Theater: 17. Die Pfarrhaustomödie. Rimmermann. 28. Schülervorstellung: Die Entführung aus dem Serail. Neucs Bells- Theater: 17. Emilia Galetti. 24. Bater und Sohn. 17. Martha, Berliner Theater: 2n die Regierung richtet die Bersammlung die bringende Mahnung, mit der bisherigen Lohn. und Gehaltspolitit, welche misberum in der Neuregelung ber Grundgehälter ihren frassen Ausbrud findet und die untere Beamtenschaft immer tiefer ins Elend führt, Shiuß zu machen, und den Lohn- und Gehaltsempfängern das zu geben, was sie zur Aufrechterhaltung ihrer Eriftenz, benötigen. Die unerträgliche Rot hat die Geduld der Berantwortlich für Bolitik und Wirtschaft: Bitter Schiff, Berlin: Gewerkschafts Eisenbahner gebrochen und den festen Entschluß gereift, wenn ihre Bewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: 2. 8. Döscher, Berlin- Wilmersdorf: Forderungen bei den fommenden Berhandlungen fein Berständnis finden sollten, den Rampf um ein mensen würbiges Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei Sein aufzunehmen. 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Sönmez Str. 177, Mariendorf: uauft Sets Chauffeefir. 29. Marienfeldes teulto, Berliner Giz. 148. enate, Riegelftr. 71. Mentola I: Medarfit. 2. Reylälin It Siegfriebitz. 28/29. Meutölu M: Biniler, Sobrechifte. 40, p. I. Stenton- Beis: mittas. Brig. Chauffeeftr. 82. owames: Rati Szobabeta Cilenbahnftr. 10. Niederfchöneweibe: Shinbler, Kennite. 28. Dranienburg: Seint. Spenhardt. Stralfunder Str. Oberschönewelbe: Robert Paul Mathildenftr. 5. Dantom: Nikmann üblenfte. 70. Rahnsdorf: Teichert, Forststr. 7. einidenbort- DR. Schönbola: Ibert Bahle. Brovins ftrake 56( aben). Heinidenberf.Weft: Selber, Scharnweberfte. 114. Stofenthal: Seinrich Gorsti, Sauptfit. 28. Samargendorf: 92ehab, Breite Cir. 3. Föneberg: Retainer Str. 27. Sübenbe: 2ub pig, Salsteftr. 35. Zegel, Tegelott, Särsfelbe, Conradshöhe: Spies, Regel, Schlieperftr. 52, Teltow:$ äfel. Ritterstr. 29. Tempelhof: Railer- Wilhelm- Str. 13. Tempelhof: Renbler, Sohenzollerntorfo 5. Trebbin: Göring, Bahnhofftr. 62. Treptow: eis, Riefholaftr. 18b, Baibmannsluft: Rohbe, Oraniendamm 10. Weißenfee: reunie, Berliner Alee 54. Bilbau Scherlehme: Rub, gettom. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulse, Bilhelmshagen. Wilhelmfit. 81. 6. Bilmersdorf: Frau Schubert, exe Tübinger Str. 4a, ReIIer. Bithamsaue 27, Woltersdorf: Surbaum, Eichenbamm 22 Bittenau: 8ibeII, Sauptstr. 24. Behlendorf, Schlachtenfee, Ritolasfee: 8eblendorf, Teltower Straße 3. Beuthen, Miersbarf: A. Behling, Bahnhoffit. 2. Roffen: Bitt. Bchnhofftr. 25. Sensin, itionwalde, Sentenbort, Richerlehme, Mühle, Bernstort, Cablow: Friebewald, Cengig, Gämtliche Literatur fomie alle wiffenfchaftlichen Werke Chauffeeftr. 54. werben geliefert. Gonntens Kub bie Geschäftsstellen gefchloffen. Siemenstadt: Sicile. Reißtr. 23, s. 3. It.