Nr.287 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 142 Bezugspreis: Für den Monat Juni 9100 R. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband file Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Desterreich und Luxemburg 11100 M., für das übrige Ausland 13100 M. Postbezugspreis freibleiben d. Poftbestellunger nehmen an Belgien, Dänemart, England, Eftland, Finnland, Frant zeich, Holland, Lettland, Lugemburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolf und Seit", der Unter haltungsbeilage, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 400 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Sonpareillezetle Boftet 3000 M. Reflamezeile 15 000. Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 1000.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 500 M. Stellengesuche das erste Wort 500 R., jebes meitere Wort 400 0. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 700 M. Anzeigen für die nächste Nummer Imüffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Douboff 2506-2507 Das Brotversorgungsgeseh. Freitag, den 22. Juni 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 werden, müssen durch Belastung des Besizes auf Deutsche und die Bayerische Volkspartei und die Demokraten wollten das Dreifache und außerdem den Gesamtbetrag auf gebracht werden. Zu dem Prinzip der Besitzbelastung hatten sich die bürger- 1200 Milliarden begrenzen. Das Zentrum wollte das Bier Der Reichstag hat am Mittwoch das Gesetz über die lichen Parteien bereits verpflichten müssen bei der Aufhebung fache erheben. Was endgültig beschlossen wurde, geht me Sicherung der Brotversorgung im fommenden Wirtschaftsjahr der Getreideumlage. Es war unverkennbar, daß Bestrebungen über die ursprünglichen Zugeständnisse aller bürgerlichen verabschiedet. Dieses Gefeß war die zwangsläufige Folge des im Gange waren, sich nun ihm, wo es der Berwirklichung Parteien hinaus. Es wird im Gesamtbetrage etwa Beschlusses der bürgerlichen Parteien im April dieses Jahres dieses Beschlusses nahe ging, zu entziehen. Die Sozialdemo 1800, illiarden ergeben; falls die Geldentwertung Beschlusses der bürgerlichen Parteien im April dieses Jahres tratie hat das verhindert. Unermüdlich, haben ihre Bertreter aber fortschreitet im entsprechenden Maße mehr. Diese Bertauf Aufhebung der Getreideumlage. Die Sozialdemokratie hat darauf hingewiesen, daß es die Notlage der hilflosesten Kreise beständigkeit der Abgabe erleichterte deshalb der Sozialdemo damals gegen diesen Antrag gestimmt. An dieser Haltung wird auch durch ihre jezige Zustimmung zu dem reuen Gesez unserer Bevölkerung zu steuern gilt und daß nur bei restloser fratie die Forderung nach zehnfacher Abgabe in einer Zahüber die Sicherung der Brotversorgung nichts geändert. Für Einlösung des Versprechens die Sozialdemokratie diesem Ge- fung zuzuftimmen. Gewiß ist es auffällig, daß bei der bedie freie Wirtschaft mit Getreide ist im Reichstage eine sichere fe ihre Zustimmung geben kann. Es fam schließlich zu einer fannten Steuerscheu der bürgerlichen Parteien diese Regelung Mehrheit vorhanden. Jetzt handelte es sich aber überhaupt Ginigung aller bürgerlichen Parteien mit der Sozialdemo- die Zustimmung aller bürgerlichen Barteien gefunden hat. Aber die Erklärung dafür ist nicht allzu schmer. Sie liegt in nur darum, die durch die Aufhebung der öffentlichen Brot- tratie auf folgender Grundlage: persorgung und das Steigen der Brotpreise in schwere Bedrei Tatsachen: 1. ist die aufzubringende Summe im Ber Bon dem Vermögen, die der 3wangsanleihe unterliegen, hältnis zu der ursprünglichen Last der Zwangsanleihe in drängnis geratenden Boltskreise vor den Gefahren dieser wird als einmalige Abgabe das Sechsfache der Zwangs Höhe von einer Milliarde Goldmart, 2. konnten die bürgerfreien Wirtschaft zu schützen. Auch die bürgerlichen Barteien anleihe erhoben. Nur Befizer festverzinslicher Werte usw. find lichen Parteien ihrer sonstigen Abneigung gegen Besitzbefonnten sich dieser Pflicht nicht entziehen. Sie waren gebunden ausgenommen. Die Abgabe ist je zur Hälfte am 1. August 1923 lichen Parteien ihrer sonstigen Abneigung gegen Besißbedurch die öffentliche Meinung, die einen solchen Schutz ver- und am 2. Januar 1924 fällig. Sie wird um den Betrag erhöht, Schicksal der Opfer des Krieges und der Geldentwertung hanlastung nicht freien Spielraum laffen, weil es sich um das langt und durch die Entschließung, die sie selbst seinerzeit an- um den der Roggenpreis von 120 000 m. für den Zentner in delt, die zum Teil im Lager der bürgerlichen Parteien stehen, genommen hatten. In dieser Entschließung war erklärt wor- ber Zeit vom 1. bis 15. Juli bzw. vom 1. bis 15. Dezember sich er- 3. aber waren die bürgerlichen Parteien nicht frei in ihrer den, daß eine Berbilligung des Brotes für Min höht. Für verspätete Zahlung werden Berzugszinsen von Entschließung, weil es zwischen Zentrum und Gozialdemo derbemittelte, zu denen auf jeden Fall die breite Masse 15 bzw. 30 Proz. pro Monat erhoben. tratie bereits mit den Ausschußberatenden zu einer Berständider Sozialrentner, Kriegsopfer, Kleinrentner, Erwerbslosen, gung gefommen war, die den anderen bürgerlichen Parteien Armengeldempfänger und der Kinderreichen zu rechnen ist, die Freiheit ihrer Entschließung nahm. unter Deckung der erforderlichen Mittel durch Belastung bes Besizes im weitesten Umfange zu bewirken sei. Der Ausführung dieses Beschusses und der wirtschaftlichen Siche rung der Brotversorgung galt deshalb der Gesezentwurf. Auf dem Wege zum neuen Lohn. Die Beschlüsse des AfA- Bundes. 3um erstenmal ist also eine Reichssteuer mert beständig gemacht worden. Dadurch ist der Ge fahr vorgebeugt, die feinerzeit die Zwangsanleihe völlig entEs ist deshalb ein Schlag gegen die Arbeiterwertet hat. Es ist aber ferner bestimmt worden, daß für den lasse, wenn die Kommunisten die Haltung der SoFall unvorhergesehenen Anwachsens der Zahl der Bedürftigialdemokratie wie üblich als Verrat bekämpfen. Demgegengen die erzielten Mittel nicht ausreichen, die Aufbringung über sei festgestellt, daß die Kommunisten im Ausschuß nur die Ursprünglich war beabsichtigt, die Brotversorgung durch weiterer Mittel erneut durch die Belastung des Besizes durch vierfache Abgabe beantragten, als die Sozialdemokratie bedie Aufbingung einer Reserve bis zu 31 Millionen Tonnen Gesetz zu regeln ist. reits das Zehnfache beantragt hatte. Ist auch die Lösung zu sichern. Davon sollten mindestens 11 Millionen Tonnen Die Sozialdemokratie hatte zwar ursprünglich die zehn nicht nach jeder Richtung hin ideal, so ist sie doch ein Schus Inlandsgetreide zu freien Marktpreisen angetauft werden. fache 3wangsanleihe verlangt. Reine der bürgerlichen Bar- für die hilflosen Kreise der Bevölkerung gegenüber der freien Gegen diese Regelung hatte die Sozialdemokratie von Anfang teien war aber dafür zu haben. Die Deutschnationalen, die Brotmirtschaft. an Bedenken. Da die freie Wirtschaft grundsätzlich beschlossen war, bedeutete die von der Regierung beabsichtigte Schaffung einer sehr großen Reserve erstens die Aufbürdung eines gewaltigen Risifos auf das Reich, zweitens die Belastung des Reichs mit den sehr hohen Verwaltungskosten und drittens die Gefahr starter Steigerung der Getreidepreise durch den Kauf großer Mengen von der Regieerung. Die Sozialdemofratie verlangte deshalb die Erwerbung einer Reserve bis Der AfA Bund hat gestern abend seine Beratungen, gleichen. Diese Zuschläge haben nach einem der Geldentwertung zu einer Million Tonnen ausländischen Gedie in Verbindung mit den anderen freigewerkschaftlichen entsprechenden Inder zu erfolgen. freides, da diese Menge voll ausreicht, um zeitliche und Spizenverbänden und mit Sachverständigen geführt worden b) Der Lebenshaltungsindeg( im mesentlichen auf den örtliche Notstände in der Brotversorgung und den Versuch der sind, zum Abschluß gebracht. Der Beschluß des AfA- Bundes- Kleinhandelspreisen aufgebaut) bleibt bei schneller Veränderung der Breistreiberei zu befämpfen. Es wurde beschlossen, daß das ausschusses lautet: Baluta hinter den tatsächlichen Lebenshaltungskosten leicht zurüď. Reich zur Sicherstellung der Versorgung eine Million Tonnen Der Besitz hat die Flucht aus der Papiermark vo1130gen. Anpassung an die Geldentwertung tann durch Verbindung der MeßDer Großhandelsinder folgt im ganzen der Baluta. Eine wirkliche Brotgetreide zu erwerben hat. Zwar ist damit nicht gefeßlich Die einseitige Goldrechnung hat zur Stärkung des Sachwertbefizes ziffern oder durch Verwendung einer derfelben, jedoch unter Befestgelegt, daß die Reserve nur aus Auslandsgetreide zu be cuf Kosten der auf Papiermart- Einkommen gestellten Boltsschichten rücksichtigung der zu erwartenden Beränderung, stehen hat, doch dürfte das wahrscheinlich geschehen, weil das geführt. Angestellte, Beamfe, Arbeiter, alle Klein und Sozial- gefunden werden, etwa im Berhältnis der prozentualen Verände Inlandsgetreide zur Versorgung nicht ausreicht und natur rentner, Träger der Wissenschaft, der Kunst, Schriftsteller, Redakteure, rung, welche in der eben vorhergegangenen Lohnperiode eingegemäß jede Regierung ein Intereffe daran hat, unberechtigte Aerzte, Rechtsanwälte und zahlreiche Angehörige der freien Berufe treten ist. Breissteigerungen auf dem Inlandsmarkt zu vermeiden. erleben bei jedem Marksturz ein fofortiges herabfinten von c) Der Lebenshaltungsinder des Statistischen Reichsamts ift in Ebenso darf angenommen werden, daß jede Regierung unter ihrer bisherigen Lebenshaltung. Dies bedeutet Ber- feiner gegenwärtigen Gestalt nicht brauchbar, weil er sowohl dem Druck der öffentlichen Meinung gezwungen fein wird, den elendung. Die bisherige Papierberechnung bes Arbeitseinkommens, entspricht wie auch viel zu langsam zusammengestellt und veröffentin Warenarten und-mengen der notwendigen Lebenshaltung nicht Bersuch der spekulativen Preistreiberei durch das der Rente und Unterstützung führt zur Herabdrückung der Bezahlicht wird. Einjeßen der Reserve zu bekämpfen. Ferner ist bestimmt lung insbesondere auch der gelernten Arbeitskraft. Die dadurch erworden, daß die öffentliche Brotversorgung bis zum 15. Sep- zeugte Berminderung der Boltstaufkraft bedeutet eine Schädigung unverzügliche Abänderung des Index in der Weise, daß seine Ge Der Af- Bund fordert deshalb von der Reichsregierung die tember, statt 15. August, fortdauert, und daß die Reichsregie ber Lebens höhe und Arbeitsmöglichkeit Deutschlands, staltung den wirklichen Lebensverhältnissen des Arbeitnehmers einrung mit Zustimmung des Reichsrats in der Lage ist, fie ganz die weit über die Wertvernichtungen durch den Krieg und Folgen der schließlich eines gewissen kulturellen Mindestbedarfs entspricht, seine oder teilweise bis zum 15. Ottober fortzusehen. Damit ist, fo- Niederlage hinausgeht. weit das bei freier Wirtschaft überhaupt möglich ist, Sicherheit Dieser Zustand wurde verschärft durch eine völlig ver und diese Veröffentlichung allwöchentlich jeden Mittwoch erfolgt. Zahlen dem tatsächlichen Geldwert bei Beröffentlichung entspredjen gegen das Entstehen von Gefahren für die Brotversorgung fehlte Finanz- und Währungspolitit, welche nicht Bei Festsetzung und Durchführung des neuen Inder sind von vorn während der Uebergangszeit von der alten zur neuen Ernte nur die Dedung von Reichs- und Staatsausgaben durch fortschreitende herein Bertreter aller Arbeitnehmerschichten maßgebend mit zu begegeben. Die Kommunisten gebärdeten sich hierbei als Enteignung aller Befizer und Empfänger von Papiermark vollzog, freiwillige Regierungspartei. Ihre Anträge sahen zum aller- fondern diese Inflationssteuer( Entziehung von Kauftraft größten Teil die Wiederherstellung der Regierungsvorlage bei allen Besitzern von Papiermark oder Papiermartforderungen 3. Schuß vor Entwerfung zwischen den Gehaltszahlungsfristen. vor, obwohl damit feine Verbesserung, sondern eine wesent durch massenhaften Neudrud von Noten) auch zugunsten aller Die frühere und teilweise noch jetzt übliche, Gehaltszahlung für liche Verschlechterung des Gesetzes verbunden gewesen wäre. Waren- und sonstigen Sachwertbesitzer erhob und so weitgehend zu längere Frist entspricht nicht den heutigen Geldwertschwankungen, Bu solcher Stellung fommt man halt immer, wenn man nur einer unzweckmäßigen volkswirtschaftlichen Organisation geführt hat. vielmehr ist zur Wertbeständigteitserhaltung not aus untenntnis und Agitationsbedürfnis handelt. Der AfA- Ausschuß begrüßt es deshalb, daß der Vorstand des wendig: Der zweite Teil des Gefezes regelt die Aufbringung der Af- Bundes die Initiative ergriffen hat, um durch eine Neuge- a) Berkürzung der Gehaltszahlungsfristen Mittel zur Perbilligung des Brotes für die Bedürftigen. Er staltung der gewerkschaftlichen Lohnpolitik wieder eine feste allermindestens auf vierzehn Tage, enthält deshalb den wichtigeren Teil des Gesetzes. Hier hat Grundlage für die Entwicklung des Realeinkommens aller ar- usw.) bedeutet Rücklage von Lohnteilen in Bapiermart heute faft b) Für größere Anschaffungen( Kleidung, Hausrat, Brennstoff es langer und hartnäckiger Auseinandersehungen bedurft, um beitenden Boltsschichten zu schaffen. Das zeit und fraftraubende regelmäßig Berluft und schließlich Unmöglichkeit der Anschaffung. s.) bedeutet Rücklage von Lohnteilen in Bapiermart heute fast zu einem Ergebnis zu kommen, das den Forderungen der dauernde Berhandeln um ein Nachhinken der Löhne hinter der all. Deshalb muß die Möglichkeit geschaffen werden, diese Lohn- und Sozialdemokratie so weit entsprach, daß sie ihm zustimmen gemeinen Geldentwertung muß abgelöst werden durch ein System Gehaltsteile wertbeständig anzulegen. Hierfür bedarf es der Einfonnte. Im vergangenen Jahr hatten wir zwar die Umlage. der Sicherung der Wertbeständigkeit des Arbeitsrichtung wertbeständiger Sparanlagen. Aber da der Umlagepreis für Getreide in der zweiten Hälfte infommens. des Jahres dem freien Marktpreis entsprach, so war die Um. lage feinerlei Belastung der Landwirtschaft. Dafür aber eine Der AfA- Bind hält es für dringend notwendig, daß zunächst alle Tarifverträge auf der Grundlage der Wertbeständigerhaltung um fo größere Belastung für die Reichstaffe. Sie hat viele hundert Milliarden Mark für die Brotverbilligung hergeben tommens durch Geldentwertung zu verhindern. Hierzu wird emp Als erster Schritt ist das weitere Sinten des Arbeitsein. der vereinbarten Lohnhöhe von vornherein abgeschlossen werden. Der Af- Bund erwartet weiter von den zuständigen Reichs- und müssen, die bei den jetzigen deutschen Steuerverhältnissen von fohlen: Länderbehörden, daß sie die Schlichtungsausschüsse im Sinne denen aufgebracht wurden, die das Martenbrot zu einem billi- Ausgangspunkt aller Lohnverhandlungen ist vorerst der tarif. Bunft 1, 2 und 3 anweisen. geren Preise erhielten. Die angebliche Berbillli lich festgesetzte Lohn. Belcher Monat dieses oder eines früheren Insbesondere sind diese Grundfäße auch für die Arbeitnehmer gung mar also gar teine. Was dem Lohn- und Ge- Jahres dabei zur Grundlage zu nehmen ist, bestimmt je nach den des Reiches, der Länder und sonstigen öffentlichen Körperschaften haitsempfänger durch billigeres Brot an Ausgaben erspart Berufsperhältnissen der einzelne Verband. Der Grundlohn fofort anzuwenden. wurde, das wurde ihm durch die Inflationssteuer in vielfacher wird jeweils für die Dauer des tariflichen Cohn- oder Gehaltsab- Darüber hinaus ist die Erhaltung der Wertbeständigkeit für Arbeitsentgelt aller Art sowie für Sozialrenten und Unterstützungen Höhe genommen. Einer der größten Borzüge des neuen Ge- fommens neu vereinbart. gefeglich im Sinne unserer Richtlinien festzulegen. Dies ist feges ist deshalb darin zu erbliden, daß Reichsmittel für Brotverbilligungszwede fünftig nicht mehr erforderinsbesondere unbedingt erforderlich im Interesse solcher Arbeita) Die während der Tarifperiode eintretende Veränderung der nehmergruppen, die zum Abschluß von Tarifverträgen wirtschaftlich lich werden. Alle Beträge, die für diesen Zwed beansprucht Rauftraft ist durch bewegliche Zuschläge zum Grundlohn auszu- zu schwa ch sind, sowie derjenigen Boltstreife, die infolge der GeldHierfür stellt der AfA- Bund folgende Richtlinien auf: 1. Ausgangspunkt der Cohnfeftfehung. 2. Anpassung an die Geldwertschwankungen. teiligen. 4. Art des Vorgehens. rntwertung neuerdings von ihrer bisherigen Lebenshöhe immer tiefer herabgeorückt werden. Der AfA-Bund richtet an die politischen Parteien das Ber- langen, schleunigst für eine solche gesetzlich« Festsetzung zur Sich«. rung der wirtschaftlich Schwächsten und insbesondere auch der neuerdings Proletarisierten einzutreten. Die Verwirklichung der hier vorgesehenen Lohnregelung kann und soll nicht etwa ein Ende der Lohnbewegungen, son- dern die Wiederher st ellung ihrer normalen Grundlage bringen. Die Kräfte der Gewerkschaften wer- den wieder ftei für ihre eigentliche Aufgabe: Kampf um die Steigerung des Anteils der Arbeit am Produktionsertrag. Stellungnahme öes �lDS. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Be- a m t e n b u n d e s hat nach Beratung der wirtschaftlichen Lage der Beamtenschaft und deren Entwicklung beschlosien: 1. Der seit Jahren vorhandenen, in der letzten Zeit ganz be- sonders rapid vor sich gehenden Geldentwertung und damit ver- bundenen ungeheuren Preissteigerung ist das Beamteneinkommen zeitlich und qualitativ nicht genügend angepaßt worden �und dadurch dauernd in seinem Realwert gesunken. Dieser ist zur- zeit auf einem derartigen Tiesstand angelangt, daß daraus nicht nur eine ernstliche Gefahr für die Erhaltung des Beamtentums, sondern auch für das Staatswohl entsteht. Um die dringend not' wendige Anbahnung einer Hebung der Kaufkraft des Beamteneiw kommen? herbeiführen zu können, ist zunächst deren Erhaltung und Schutz vor weiterem Herabgleiten erforderlich. 2. Weite Kreise der deutschen Wirtschaft sind längst dazu über- gegangen, anstatt mit der entwerteten Papiermark mit beständigen Wertmessern zu rechnen. Diese einseitige Flucht aus der Mark mit ihren Begleiterscheinungen und Folgen hat nicht nur die Verelendung der Nichtbesitzenden beschleunigt, sondern auch die Finanzwirtschaft des Staates, der fast allein noch an der Papier- markrechnung festhält, fast vollständig ausgehöhlt. Beide. Miß- stände müssen daher auch mit demselben Mittel bekämpft werden. 3. Dies hat zu bestehen: a) für die Beamtenbesoldung durch eine wirischafiliche und und zeitlich rasche Anpassung an die Geldentwertung, d. h. durch automatische Veränderung der nominalen Papiermarkbesoldung an Hand eines in kurzem Zeitraum zu ernnttelnden und zu ver- verlässigen Preisindex': d) für die Reichs- und Staatsfinanzen ebenfalls durch auko- matische Veränderung der Rominalhöhe auch der' Vesihsteuern. die sich der Geldentwertung ebenso anzupassen haben wie die von den Arbeitnehmern und Beamten entrichteten direkten und in- direkten Steuern. Durch eine derartig« gerechtere Verteilung der - Inflationssteuer, die heute ausschließlich von den nichtbesitzenden Schichten des Volkes getragen wird, wird gleichzeitig auch der Inflation s e l bst wesentlich gesteuert. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes for- dert von der Reichsregierung die alsbaldige Durchführung der wirl- schaslilchen Geldentwerlungsanpafsung des Beamleneinkommens und wird sich gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bund und dem AfA-Bund für den Schutz der Arbeitskraft vor weiterer Schädigung einsetzen. Erst wenn der Schleier der Geld- rntwertung von der Besoldungsentwicklung der Beamtenschaft weg- gezogen ist, wird der Kampf um die Hebung des wirtschaftlichen und sozialen Niveaus der Beamtenschaft auf klarer Grundlag« geführt werden können. Doppelte Moral! Aus der Reichspo st Verwaltung wurde im April eine Beamtin entlassen, weil sie unverehelicht Mutter geworden ist. Die Maßnahme wurde mit„Ehe- bruch" und„unwürdigem Verhalten"(sj 10 BGB.) begründet. Veichspostminister Stingl hat am 7. Juni eine Petition der Betroffenen zurückgewiesen. Dem Fall liegt folgender Tat- bestand zugrunde: Der Pater des Kindes, der 12 Jahre älter ist als die Mutter, versprach der Beamtin die Ehe und gestand erst, daß er bereits verheiratet fei, als die Beamtin nach der Empfängnis zur Heirat drängte. Die Beamtin hat also in gutem Glauben gehandelt. Das Reichspostministerium mußte zugeben, daß für ein„unwürdiges Verhalten" der Gemäß- regelten der Beweis nicht erbracht sei. ' Es ist heute so viel von der Gleichberechtigung d e r F r a u die Rede. Der vorliegende Fall zeigt, daß selbst höhere Behörden von dieser Auffassung weit entfernt sind. ! Wenn hier unbedingt gemaßregelt werden soll, so wäre der natürliche Vater zur Verantwortung zu ziehen. Der natürliche Bater...! In derselben Reichspostoerwaltung zeugte ein verhei- rateter Beamter innerhalb elf Monaten drei uneheliche Kinder von drei verschiedenen Fr a u e n. Die Folge? Er bezieht für alle drei Kinder die gesetzlichen Kinderzulagen. Basta! Und der Herr Reichspost- minister findet für diesen Fall kein mißbilligendes Wort. Doppelte Moral...? Aber nein! Der Herr Reichspostminister darf sich auf den Verband der weiblichen Po st- und Tele- graphenbeamtinnen beziehen, der vom hohen Söller seiner sitllichen Unantastbarkeit den Entlastungen unehelicher Mütter zustimmt. Es ist schwer, keine Sattre zu schreiben. Im Postministe- rium aber sollte man einmal sein natürliches Moralemp- finden fragen, ob es nicht moralischer ist, seine schützende Hand über ein betrogenes Mädchen zu halten, als es ins Elend hinauszustoßen._ Nationalhelö Schlageter- Polenfpitzel! Der Verlauf der großen Landtagsdebatte hat vor allem dem Volke vor Augen geführt, m welchem Maße die natio- nalistifchen Geheimorganisationen von Verrätern und Spitzeln durchsetzt sind, die sich nicht scheuen, für fremdes Geld ihre angeblichen Gesinnungsfreunde den Blutgerichten der Einbruchs- Heere auszuliefern. Schlageter ist bekanntlich ein Opfer derarttger Spitzeltätigkeit geworden— aber er selbst war, wie sich immer mehr herausstellt, nicht im geringsten von besterer Gesinnung als feine jetzt verhafteten Verräter. Das beweist insbesondere eine Zuschrift des Danziger Korrespondenten des„Soz. Parlamentsdienstes", die sich auf äußerst zuver- lässige Angaben stützt und die wir trotz dem Spruch, von Toten nichts Böses zu reden, im Interesse Deutschlands wieder- geben müssen. Da wird berichtet: Schlageter hat sich vor dem Deginn des Ruhrabmteuers mehrere Monate auch in D a n z i g aufgehalten, das seines deutschnationalen Senats wegen von den deutschen Reaktionären neben München als „Ordnungszelle" angesehen wird. Schlageter war von den deutschen Geheimverbänden zu irgendwelchen Zwecken nach Danzig entsandt worden. Hier führte er dasselbe nichtstuerische Leben wie die Harden-Attentätcr, d. h. er trieb sich wochenlang täglich in Bars, Dielen und Kaffees herum. Als feine Geldmittel infolge des kost- spieligen Schlemmerlebens zur Neige gingen, versuchte er bei amt- lichen deuffchen Stellen unter Hinweis auf feine„nationale Betätigung" weitere Geldmittel flüssig zu machen. Dieses scheint ihm nicht in genügender Weise gelungen zu sein; denn er trat bald darauf zu der po l n i s ch e n Spitzelagentur in Danzig in nähere Be- Ziehungen. Als inttmer Bekannter des polnischen Oberspitzels in Danzig verkehrte er mit diesem öffentlich in Danziger Gaststätten. Der Nachweis ist erbracht, daß Schlageter den Polen deutsche Geheimdokumente verkauft hat. Ob es sich hierbei um echte Dokumente oder um Fälschungen handelte, entzieht sich unserer Kenntnis. Gefälschte Dokumente können unter Umständen für da« deutsche Volk aber noch schlimmere Folgen haben als echte Geheim- dokumente. Die polnische Spionageagentur war auf jeden Fall mit der Tätigkeit Schlageters höchst zufrieden. Diese Feststellungen werden unsere„nationalen Kreise" selbstverständlich nicht davon abhalten, weiterhin für Schla- geter-Straßen und-Denkmäler Propaganda zu machen und den Spion Schlageter als Nationalhelden zu empfehlen. §uchs-?nterpellation kn München. Akünchen, 21. Juni.(Eig. Drahtber.) Der Hochverratsprozeß Fuchs-Machhaus wird auch den Landtag beschäftigen. Die Sozial- demokratische Fraktton hat eine Interpellation eingebracht, die u. a. ftagt:„Was gedenkt die Staatsregierung zu tun, um solchen verräterischen, gegen die Einheit des Reiches gerichteten Bestrebungen in Bayern wirksam zu begegnen?"— Zur Begründung wird ge- sagt:„Die im Prozeß Fuchs und Genossen festgestellten Tatsachen haben bewiesen, daß ohne zureichendes Eingreifen der Staatsbehörden hochverräterische Unternehmungen im französischen Intereste gefördert werden konnten." Hitlerisches Regiere». Unser Parteiblatt in Asch äffen bürg ist wegen eines dem „Soz. Parlamentsdienst" erttnommenen Artikels über die Umtriebe des„Reichs wehrblocks Roßbach" in Magdeburg bis ein- schließlich 2. Juli verboten worden. Der das Verbot erlassende Staatskommissar, Oberregierungsrat Groß, hat vor kurzer Zeit eine Felddien st Übung der Nationalsozialisten in Mespel- brunn inspiziert! Am 23. Juni findet in Aschaffenburg ein« Fahnen- weihe des bekannten Bundes„Oberland" statt. Die Aschazfenburgcr Arbeiterschaft ist der Auffasiung, daß das Verbot erfolgte, um Sber Vorbereitungen und Verlauf dieser völkischen Veranstaltung nichts berichten zu können. Beschwerde gegen das Verbot ist eingereicht. Die Steuervorauszahlungen. Der S.teuerausfchuß des Reichstages beschäftigte sich am Donnerstag mit dem Zentrumsanttag auf Erhöhung der viertel- jährlichen Vorauszahlungen bei der Einkommensteuer und der Körperschastssteuer. Nach diesem Antrag sollen die Vorauszahlungen vom IS. August ob für die Einkommensteuer um das 25fache, für die Körperschaftssteuer um das SSfache erhöht werden. Die Sozialdemokratie verttat demgegenüber die Anschauung, dag die Erhöhung der Vorauszahlungen nicht willkürlich vorgenonnnen werden dürfe, sondern daß ein bestimmter Grundsatz, und zwar die durchschnittliche Lohnsteigerung zum Maßstab genommen werden müsse. Da die Regierung diesen Weg im gegenwärtigen Augenblick als unannehmbar bezeichnete, beantragte die Sozialdemo- kratie 1. daß die Erhöhung der Vorauszahlungen bei der Einkommen- steuer das 3l>fache. 2. bei der Körperschastssteuer das zOfache betragen soll und sie beantragte 3. daß die Ermächtigung des Reichsfinanzministeriums. Er- höhungen der Vorauszahlungen vorzunehmen, auch iur den nächsten Termin ab 13. August gelten soll und 4. daß bei der Körperschastssteuer ebenso wie bei den einzelnen Steuerpflichtigen die bei jedem Termin geltenden Voraus- Zahlungen verfünffacht werden so wie dl« Gesellschaften vor dem 1. Juni 1922 ihre Bilanz abgeschlossen haben. Bei der Abstimmung wurden alle sozialdemokratischen Anträge abgelehnt. Beschlossen wurde, daß die Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer auf das 2 5 fache erhöht werden und daß der Reichsminister der Finanzen ermächtigt ist, für die am IS. November 1923 und am IS. Februar 1924 fälligen Vorauszah- lungen eine andere Erhöhung zu bestimmen. Bei Abschlüssen vor dem 1. Juli 1922 ist die zu leistende Vorauszahlung zu vervierfachen. Die Erhöhung der Vorauszahlungen tritt nicht ein, sofern das Ein- kommen hauptsächlich aus Lohnarbeit, aus Steuerberufstat'.gkeit oder Erttägen fest verzinsbarer Wert« besteht. Die Vorauszahlun- gen auf die Körperschastssteuer werden auf das 3Sfache festgesetzt und bei Gesellschaften, die vor dem 30. September 1922 bilanziert haben, soll als weitere Vorausbezahlung das lOOfach« des Betrages entrichtet werden, den sie bis zum 1. Mai zu entrichten hatten. Entspricht diese Regelung auch nicht voll den Erfordernis, en, die die trostlos« Finanzlage des Reiches stellt, so werden durch sie doch erneut die schweren Fehler des Geldentwertungsgesetzes und die zu niedrige Bewertung anerkannt und es wird zugegeben, daß die Höhe der Einkommensteuer und der Körperschastssteuer ebenfalls der Geldentwertung entsprechend während des Steuer- jahres angepaßt werdbn muß. Langsam und unvollkommen zwar. aber doch unaufhaltsam sind die bürgerlichen Parteien gezwungen, den von der Sozialdemokratie für die Steuergesetzgebung immer ver- tretenen Mnschauungen Rechnung zu tragen. Der Voltsbühnentag in Potsdam. Heute abend tritt in Potsdam der vierte Voltsbühnentag zu» sammen. Auf ihm werden an 100 Volksbühnen gemeinden, die im Verband der Deutschen Volksbühnenvereine zusammengeschlossen sind, vertreten sein. Jahrzehnte hindurch.gab es nur in Berlin eine„Freie Volksbühne"..Wohl wurden vor dem Krieg« hier und da auch in anderen Orten— so in München, in Bielefeld— Ansätze zum Aufbau von Volksbühnenorganisationen gemacht. Aber sie schei- terten durchweg wieder an irgend weichen Hemmnissen. Das wurde aber nach dem Umsturz von 1913 anders. Der Drang der Massen, stärker als bisher am Kulturleben teilzunehmen, und die neu- geschaffenen Möglichkeiten einer Betätigung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens brachten es mit sich, daß sich in wenigen Monaten an einem guten Dutzend von Orten Volksbühnengemeinden bildeten. Die Berliner Volksbühne unternahm es dann, zwischen diesen '„Volksbühnen" und„Freien Volksbühnen" einen Gedankenaustausch I>erbeizusühven. Sein Ergebnis war die Einberufung eines ersten Volksbühnentages noch Berlin, der unter Beteiligung der Vertreter von 14 oder IS Volksbuhnenorganisationen im Ottober 1920 stattfand. Auk dieser Tagung kam es Gründung des Ver» bandes. Von jetzt a» breitete sich die Bewege cift recht in raschem Tempo aus. Die vom Verband entfaltete Propaganda machte immer breitere Kreis« der Bevölkerung auf die Bedeutung der Be- suchororganisation aufmerksam. Zugleich sorgte die Wirksamkeit des Verbandes dafür, daß innerhalb der bestehenden Volksbühnen- gemeinden die organisatorischen Einrichtungen ausgebaut wurden und über die Bedeutung der Volksbühnenidee größere Klarheit entstand. Als nach knapp zweija-ynge* Tätigkeit des Verbandes vor einem Jahr in B i e l e f e l d der dritte Volksbühnentag stattfand, waren bereits mehr als 40 Volksbühnen gemeinden im Verband oereinigt. Heute, nach knapp dreijähnger Berbondswirkfamkett, sind es gut 100 Theatergemeinden. In ihnen sind an S00000 Mit- g l i e d« r zusammengeschlossen. Die Volksbühnenbewegung erstreckt sich auch nicht mehr lediglich auf Großstädte und Mittelstädte: es bat sich gezeigt, welche Bedeutung sie gerade auch in kleineren Orten gewinnen kann. Gewiß haben die Volksbähnengemeinden in der Regel noch nicht wie die Berliner Organisation mit ihren 1S0 000 Mitgliedern eigene Theatorbeiriebe; sie mieten ihre Vorstellungen in den Stadttheatern und veranstalten, wenn am Ort kein stehendes Theater ist, Gastspielvorstellungen. In einzelnen Mittelstädten be- legen die Volksbühnengemcinden bereits die Hälfte aller Bor- stellungen der Etadttheatcr für ihre Mitglieder, und in zahlreichen kleineren Orten hat erst die Existenz einer Volksbühne überhaupt die regelmäßige Veranstaltung künstlerisch wertvoller Gastspielvoifftellun- gen ermöglicht. Die Volksbübuenbewegung ist heute bereits ein wich- tiger Kullurfaktor geworden. Zweierlei ist es, was diese Organisation der Theaterbesucher fo wichtig macht» einmal bedeutet sie die Möglichkeit, das Theater ganz anders als bisher den breite» Schichten der werk- tätigen Bevölkerung zu erschließen. Durch die plan- wirtschaftliche Regelung des Besuches der Vorstellungen wird ein Weg gezeigt, die Kosten für den Besuch des Theaters erheblich herabzumindern. Hinzu tritt die Möglichkeit, durch die Erhebung eines einheitlichen Borstellungsbei- träges bei ständ!gem Wechsel der Plätze unter den Theater- besuchern mit der Privilegierung der Bessergestellten bei der Platz- Zuweisung aufzuräumen. Die Tatsache, daß nicht mehr die Theater- leitung, sondern eine Organisation von.Besuchern für das Theater wirbt, trägt vollends das Ihrige bei, um weitere Kveise für die Kunst zu interessieren und zu regelmäßigen Theaterbesuchern zu machen. Die andere Bedeutung der Besuchorvrgonisation ist die, daß ihre Existenz die künstlerischen L e i st u n g e n des Theaters auf eine neue Basis stellt. Sie braucht nicht durch Konzessionen an das Amüsier- und Sensationsbedürfnis einer künstlerisch indifferenten Masse Publikum anzulocken. Es kann jetzt ein Spielplan verwirklicht werden, der künstlerischen Gesetzen folgt und zugleich Ausdruck der befondrnn kulturellen Interessen jener Gemeinschaft ist, für die das Theater spielt. Di» Organisation der Besucher gibt außerdem die Möglichkeit, das Theaterpublikum viel mehr zum schöpferischen Miterleben des Kunstwerks zu erziehen: die Besucher- schaft des Theaters stellt ein« Gemeinde dar, deren Mitglieder aus der gleichen Sehnsucht nach künstlerischer Erhebung ihren Anschluß vollzogen. Die Besucher des Theaters erhalten als Glieder dieser Gemeinschaft aber auch die Möglichkeit einer größeren M i t w i r- kung bei den Darbietungen des Theaters: indem sie durch ihre Organe bei der Gestaltung des Spielplanes Einfluß ausüben und auch sonst Gelegenheit haben, ihr« Wünsche zur Geltung zu bringen. Die Frage ist, ob nicht gerade Huer noch weitere Wege gefunden werden können, um die Anteilnahm« der organisierten Äesucherfchast am Theater zu steigern. Gerade die Frage dieser Möglichkeiten soll auf dem diesjährigen Bolksbühnentag zu eingehender Erörterung gelangen. Es ist ganz klar, daß in der Bolksbühnenbewegung noch nicht alles vollkommen ist, daß noch eine ungeheure Erziehungsarbeit zu leisten ist, damit die Bolksbühnengemeinden wirtlich Kulturgemein» schoflen darstellen, befähigt, das wahre Kultur- und Volkstheater zu. schaffen und zu tragen. Aber das Entscheidende ist doch, daß durch den Zusammenschluß der vielen Tausende ein Boden für jene Er- ziehmigsarbett geschaffen, daß die klare Erkenntnis des Zieles vor- Händen und der ehrliche Will« da ist, diesem Ziel zuzustreben. Möge es den Verhandlungen der Potsdamer Tagung gelingen, die Zlrbeit der Bolksbühnengemeinden neu zu befruchten! Und möge der Volksbühnenbewegmtg ein weiteres gesundes Wachstum zuteil werden! •» * Die Beratungen des VolkSbübnentageS stnden im Stadt. verordnetenfitznngSfaal im Potsdamer Stadtschlotz statt. Sie beginnen am ssreitaa abend mit einem Bericht de« BerbandSgeichättSiilhrers über die Entwicklung der Bewegung im abaclansenen Jahr und einer anschließenden ?lussprawc über die organisatorischen Probleme. Am Sonnabend vor. mittag 9'/. Uhr werden sie fortgelegt mit einem Vortrag von Dr. S. N e st r i e p k e über daZ Thema.Die Idee? der BolkSbühne und die Erziebung zur K» l t u r g c m e i n s ch a f t- Ferner bringt der Sonnabend einen Vortraa von Prof. K e sie n b e r g über daS Thema„BoltSbühne und Oper'. Am Sonntag vormittag LH, Uhr spricht der Chemnitzer Geschäftsführer G eil über die künstlerische Gestallung der Werbearbeit. Alle Sitzungen sind öffentlich. Gaükarlcn find im Generalsekretariat der Berliner Volksbühne, Cöpenicker Str.«8, sowie in der Geschäftsstelle der Potsdamer Volksbühne. Potsdam, Am Kanal 36, gegebenenfalls auch noch im Tagungslokal erhältlich. kalte Sommer. Di« bekannten„ältesten Leute", die sich nie erinnern können, jemals. einen so miserablen Sommer erlebt zu haben, haben diesmal recht. Es sst in der Tat feit Menschengedenken in Mitteleuropa kein Sommer vorgekommen, der so völlig ohne Wärme und Sonnen- schein gewesen wäre wie der diesjährige. Sucht man in der mittel- europäischen Witterungsgeschichte nach Analogien dafür, so muß man weit über den Zeitraum zurückgehen, den die lebende Gene- ration selbst gesehen hat und aus der Witterungsgeschichte die mut- maßlichen Gründe für einen solchen abnormen Sommer abzuleiten oersuchen. Da zeigt sich nun, daß, wie die milden und kalten Winter, mehr noch auch die Sommer die Neigung haben, gruppenweise auf- zutreten. So lesen wir mit blossem Neid in Behres„Klima von Berlin", daß von 17S6 bis 1770 fünfzehn warme Sommer ununter. krochen gefolgt sind. Von 1791 bis 17g8 folgten deren acht, von 1778 bis 1783 ihrer sechs und ebensoviel« von 1872 bis 1877. In den letzten Jahrzehnten waren diese Perioden warmer Sommer weit kürzer: die letzt« Reihe aufeinander folgender warmer Sommer hat es von 1904 bis 1906 gegeben, also nur drei unmittelbar hinter- einander. Aber wir brauchen unsere Altvorderen nicht nur zu beneiden. Auch früher hat es lange Reih« von Sommern gegeben, die zu kalt waren. Die schlimmste derartig« Periode war die von 1730 bis 1747, in der nicht weniger als 13 kühl« Sommer ununterbrochen auseinander gefolgt sind. Auch die Neuzeit hat eine bemerkenswert lange Reihe kühler Sommer erlebt: die Sommer von 1881 bis 1888. Während der letzten 200 Jahr« sind nicht weniger als« sechsmal je vier kühle Sommer unmittelbar aufeinander gefolgt. Je drei kühl« Sommer folgten sich viermal, je zwei siebenmal. Das ist ja auch in diesem Jahre der Fall: denn der Sommer 1922 muß ebenfalls zu den kühlen Sommern gerechnet werden.. Naturgemäß waren die Sommer auch in den langen Perioden unmittelbar aufeinander folgender Kühle nicht all« gleich schlecht. Die achtjährig« Periode von 1881 bis 1888 l)at beispielsweise keinen einzigen Sommer gebracht, dessen Mitteltemperatur unter 17 Grad C. lag. Es ist dies jeweils das Mittel aus der Monatstemperatur der Sommermonate Juni, Juli und August. Weitaus schlimmer war die ganz lange Serie kühler Sommer von 1730 bis 1747. Fünf Jahre hintereinander, von 1731 bis 173Z, lag das Temperaturmittel des Sommers unter IS oder unter 16 Grad C.F und während der ganzen langen Periode� überschritt die Sommertemperatur nur zwei- mal um ein wenig 17 Grad C. Es kann wohl keinem Zweifel unterliegen, daß so anhaltende Perioden sommerlicher Kühle bestimmte, vermutlich kosmische Ursachen gehabt haben müssen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird in solchen Zeiten«ine starte Trübung der Atmosphäre geherrscht haben, durch die die Intensität der Sonnenstrahlung verringert gewesen ist. Merkwürdigerweise waren in jener achtzehnjährigen Periode kühler Sommer die meisten I Langfame Klärung im Kabinett. Revision Goerges verworfen. Jbiefer Bartel madjen was er will. Das ist auch ber Grund threr Die Berhandlungen der Reichsregierung mit maßgeben- Düsseldorf, 21. Juni.( Eig. Drahtbericht.) Der in Düffel- Caillaug unter Herriots Leitung, menn auch viel zaghafter, inneren Schwäche. Seit zwei Jahren wird nun ber einstige Verfuch den Persönlichkeiten der Wirtschaft über eine Neuauflage der dorf ftationierte Revisionsgerichtshof der franzöfifchen Befahungs- wiederholt. So sind zunächst einige Parlamentarier ausge. Stügungsaktion wurden am Donnerstag fortgesetzt. Die Re- armee verwarf am Mittwoch nach kurzer Beratung die Revision schlossen worden, die für die Wiederaufnahme der Beziehungen gierung plant eine wesentliche Beeinflussung des Devisen des in Mainz wegen eines Sprengattentats zum Tode verur- im Batikan entgegen dem Barteibeschluß gestimmt hatten. Dasselbe marktes und Strafmaßnahmen ähnlich wie sie in der Tschecho- teilten Landwirtschaftslehrers Goerges. slowakei und in Polen bereits bestehen. Nur ist sie sich noch Schicksal sollte nun die nominell der radikal- sozialistischen Partei noch Wie uns mitgeteilt wird, beabsichtigt Regierungspräsident angehörenden Mitglieder der Regierung Boincaré treffen, falls fie nicht flar, wie ihre Pläne zur Durchführung gelangen Grühner bei der englischen Regierung einen Schrift zu unter- nicht aus ihr ausschieden. Daß die Betreffenden dieser Aufforderung fönnen. Mit dem Reichsbantpräsidenten, dessen Berschwinden nehmen, der den Zwed hat, die englische Unterstützung feine Folge leisten wollen, war vorauszusehen. Viel fraglicher ist es, wohl eine Voraussetzung für das Gelingen einer neuen für eine Begnadigungsaktion für den Berurteilten zu er- ob die Partei den Mut aufbringen wird, fe ft zu bleiben und ihren Stüßungsaktion ist, ist die Regierung nach wie vor gegen fireben. eine Devisenzentrale. Die Berhandlungen sollen am FreiAusschluß zu beschließen. Es gibt nämlich bei den Radikalen nicht teg fortgesetzt werden. wenig wantelmütige Elemente, die alles andere als„ radikal" sind und Goerges hatte ein Sprengattentat auf einen Bahntörper bie den innerpolitischen Bruch mit Poincaré sehr ungern sehen. Selbst unternommen und ist geständig. Das Unternehmen, das ledig. Herriot zählt nicht gerade zu den fühneren und kampfentschlossenen lich Unschuldige den schwersten Bedrängungen ausfezte, ist Elementen seiner Partei. Ein Umfall in der Frage des Ausschließens zu verurteilen. Aber darüber zu Gericht zu fizen, ist Sache der drei Kabinettsmitglieder ist demnach keineswegs unmöglich. der deutschen Gerichte. Die Bollstreckung des Todes. urteils wäre eine Untat, die einen wahren Sturm der EntVor der franzözösisch- belgischen Antwort an England. rüstung in Deutschland hervorrufen würde. Soll durch der Paris, 21. Juni.( Eca.) Der ,, Temps" veröffentlicht folgende art rechtswidrige und un menschliche Gewalturteile offiziöse Notiz: der schmale Pfad der Verständigung blockiert werden? England wird der Sache der Menschlichkeit und dem Frieden Europas einen guten Dienst erweisen, wenn es den Versuch unternimmt, den Fall Goerges aus dem Bereich der Politit in den einer menschlichen Verirrung zu überführen. Polen ftürzt mit. Der polnische Außenminister Senda hat jüngst in einem Interview das hohe Interesse Polens an einer Lösung der Ruhr frage betont. Der Sinn dieser Worte wird flar, wenn man sieht, wie der Wert der polnischen Mart unaufhörlich mit dem der deutschen Währung verknüpft ist. Mit dem legten Marksturz hat denn auch die polnische Valuta, mag fie auch gegen unsere Bapiermark etwas gestiegen sein, einen tiefen Fall getan, der jo auch zu einem Ministerwechsel und zu allerhand Maß nahmen führen soll. Da in Berlin die Bolenmart amtlich noch nicht notiert wird, ziehen wir die amtliche Wiener Notierung zum Bergleich heran. Eine Polenmart galt in Wien: am 1. 6. 1,26 deutschösterr. Kr. I am 15. 6. 0,78 deutschösterr. Ar. 12. 6. 0,95 糖 " 13. 6. 0,76 " 9 14. 6. 0,86 18.6. 19. 6. 號 0,53 0,48 10 Zwei Belgier erschossen. Der belgische Botschafter in Paris, der gestern mit dem Direktor der politischen Abteilung des Quai d'Orsay drei Besprechungen gehabt hatte, wird voraussichtlich heute abend von Poincaré empfangen werben. In diesen französisch- belgischen mündlichen Verhandlungen, die kaum einen entscheidenden Charakter haben fönnen, solange die Ministertrise in Belgien andauert, befaßt man sich mit den In= struttionen, die dem Grafen St. Aulaire, dem französischen Bots Münster, 21. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In der Nähe der schafter in London, gegeben werden sollen und die es ihm ermög Lippe im Amtsbezirk Marl find heute früh zwei belgische lichen, die Unterhandlungen mit Lord Curzon fortzusehen und so auf Soldaten erfchoffen, ein drifter schwer verlegt die von der englischen Regierung gestellten Fragen antworten zu worden. Die Täter sind entkommen. Ueber Marl ist der ver- tönnen. Aus dem bisherigen Verlauf geht deutlich hervor, daß Während die stabilisierte deutschösterreichische Krone ihren Wert schärfte Belagerungszustand verhängt. Ein Reihe von Personen, Belgien mit Frankreich im großen und ganzen über die zu gegenüber den„ Edelvaluten" seit vielen Wochen unverändert bei darunter der Bergaffeffor Schlieper, der Ingenieur Valten, Re- erteilende Antwort einig ist. Französischerseits beschäftigt man sich behalten hat, sinkt die polnische Mart automatisch mit der deutschen. daffeur Dr. Milchke, Lehrer Glafer und der Amtsinspektor Schulte- weiterhin mit der Einstellung des deutschen Wider. Boerste find als Geifeln festgenommen worden. In Marl ist standes und mit dem Regime, das später im Ruhrgebiet einSevering- Hehe und Rathenau- Feier. ein 19 jähriges Mädchen von einem belgischen Soldaten vergewaltigt zutreten hätte. Diese Studien, die sehr eingehend find, scheinen noch Bon deutschnationaler Seite wird eine Erklärung veröffentlicht, worden. Der Soldat wurde von feinem Truppenteil verhaftet. nicht beendet zu sein, und es wäre zweifellos verfrüht, die in der im Anschluß an die Attentatspläne gegen Severing gesagt Köln, 21. Juni.( Eig. Drahtbericht.) In Westhofen ist am praftifchen Schlußfolgerungen zu ziehen, die der französische Botwird, daß die Deutschnationale Boltspartei es begrüßen 19. b. M. ein 15jähriges Mädchen von einem franzöfifchafter darzulegen in der Lage sein wird. würde, wenn die Parteien gleichmäßig das ihre täten, um solche ichen schwarzen Sergeanten und einem weißen Gefretten ver Poincaré wird scharf gemacht. verbrecherischen Wahnsinnstaten zu verhindern". Die Deutschnatio. Bewaltigt worden. Paris, 21. Juni.( EP.) Im Journal des Débats" nimmt Auguste nale Partei habe immer wieder darauf hingewiesen, daß sie den Die Abriegelung des Ruhrgebietes. Gauvain Stellung zu den Pariser Meldungen der Londoner Zeitun Mord als politisches Kampfmittel verurteile und verabscheue. Bei den Attentaten in neuerer Zeit habe es sich herElberfeld, 21. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Nach einer Berord. gen, die von einem Nachgeben Poincarés gegenüber dem ausgestellt, daß die Täter Leute waren, die sich jeder parteipolitischen nung des Kommandanten der 3. Liniendivision ist die seinerzeit vom englischen Standpunkt berichten. Die ungeheure Mehrheit des franFestlegung oder Beeinflussung entzogen. Wenn das gesamte deutsche Preußischen Landtag beschlossene Berbreitung und der öffentliche An- Bösischen Boltes würde im Gegenteil das Kabinett Poincaré Bolt ohne Unterschied der Parteien es ablehne, mit derartigen schlag der Rede des preußischen Ministerpräsidenten dings den Willen, mit England zu einer Einigung zu kommen, aber aufgeben, wenn es nachgeben würde. Frankreich habe allerKreisen eine Gemeinschaft zu haben, werde sie diese von ihren Wahn- Braun, ebenso wie jede Berbreitung in Flugblättern und der es wolle deshalb nicht seine vitalsten Interessen opfern. finnstaten abhalten. Man fönne derartigen Untaten vorbeugen, Breffe verboten. In Dortmund haben die Franzosen am 19. Juni wenn man provozierende Beranstaltungen vermeide. Flugblätter abgeworfen, in denen es heißt, daß der passive WiderSoweit verzeichnen wir diese Aeußerung mit Genugtuung, obwohl stand in 14 Tagen beendet sei. In Hörde und Dortmund ist am 19. zu einzelnen Bunften manches zu sagen wäre, was für die Deutsch eine Anzahl französischer Eisenbahner eingetroffen. Auf nationale Bartei nicht angenehm wäre. Wenn in der Erklärung aber dem Bahnhof Dahlhausen haben die Franzosen an verschiedenen weiter die linksstehenden Kreise aufgefordert werden, am Jahres Stellen die Schienen aufgerissen. In den letzten Tagen find bei einem tage der Ermordung Rathenaus von Gebentfeiern und größeren Eisenbahnunfall bei Merklinde 5 Wagen und Bersammlungen abzusehen, so muß das zurückgewiesen werden. Nicht eine Bechenlokomotive vollständig zertrümmert. nur die linksstehenden Kreise, sondern das ganze deutsche Bolt, soweit es nicht parteipolitisch orientiert ist, betrachtet den 24. Juni als einen Trauertag für die deutsche Republit. Es wäre schlimm um einen Staat bestellt, der es sich nehmen lassen wollte, in würdiger Form das Andenken eines Staatsmannes zu ehren, der sein Leben und können in den Dienst des Staates gestellt hat und der als Repräsentant feines Staates durch heimtückische Mörderhand niedergestreckt wurde. Es ist eine Beleidigung der deutschen Republit, von ihr zu verlangen, aus Rücksicht auf ihre Feinde von den selbstverständlichen Anstandspflichten abzusehen. Handelstriege unter Verbündeten. Belgien und die Tschecho flowatei, wie Frankreich und Portugal stehen miteinander im Zoll frieg. Frankreich und Spanien stehen nahe davor. Die Franken- Krise. Paris, 21. Juni.( Eca.) Nach einem kurzen Rückschlag an der geftrigen Nachbörse war in den heutigen Börsenstunden wieder ein Anziehen des englischen Pfundes zu verzeichnen, das mit 74,19 notiert wurde und an der Nachbörse mit 74,30 gefragt war. Englische Besorgnisse um den Marksturz. In Recklinghausen ist der Belagerungszustand heute morgen aufLondon, 21. Juni.( Eẞ.) Die Times" veröffentlichen heute gehoben worden, In 2ennep haben die Franzosen heute bei der einen Leitartikel über den Ruhrkonflikt, der mit den Meldungen ihrer Beitreibung der der Stadt auferlegten Rontribution von 50 Pariser und Brüsseler Korrespondenten in den legten Tagen, die von Millionen Mart auf der Sparkasse 1 100 000 Mart, auf einer Privat Berhandlungsmöglichkeiten zu berichten wußten, in Gegensatz steht. bant 280 000 Mart beschlagnahmt. Ueber den Restbetrag verlangte Die Beitung erklärt, daß die Lage in den legten 14 Tagen infolge sie von der Postverwaltung die Ausstellung eines auf das Postschec. des Martsturzes sich verschlechtert habe. Es sei möglich), amt Essen lautenden Scheds, was abgelehnt wurde. England erwägt.. B daß Deutschland zu der Zeit, als es feine legten Borschläge machte, mehr hätte anbieten tönnen, aber es sei fraglich, ob es jetzt auch nur die damals angebotenen Ziffern aufrechterhalten könne. Es Condon, 21. Juni.( WTB.) Unterhaus. Abg. Webglei ganz lächerlich, zu behaupten, Deutschland ruiniere sich, um wood fragte, ob es in Hinblick auf die Möglichkeit des Ausbruchs die Reparationen nicht bezahlen zu müssen. Die Frage, ob ein wirtvon Unruhen im Ruhrgebiet ausführbar sein würde, eine bes schaftlich und politisch startes Deutschland in Zukunft für Europa fondere Untersuchung darüber anzustellen, ob Nahrungseine Gefahr wäre, habe jetzt nur akademischen Wert. Wenn der mittel einbehalten würden. Baldwin erwiderte: Ich Marksturz weiter fortschreite, seien in Deutschland große soziale zweifle nicht daran, daß derartige Nachforschungen angestellt Umwälzungen zu erwarten. Niemand könne Interesse am Auswerden. Ich werde diesen Punkt erwägen." bruch von Unruhen in Deutschland haben. Anstatt Zahlungen bieten zu können, würde Deutschland wie. Rußland zusammenbrechen und ein ewiger Almosenkandidat werden. Gegenwärtig stehe der Wohlstand Europas auf dem Spiele. In den Verhand lungen mit Frankreich müsse die englische Regierung versuchen, dem schnellwirkenden Zerstörungsprozeß in Deutschland entgegenzuwirken. Regierungsumbildung in Bulgarien. Zurückgenommene Ausweisung. Winter warm, und zwar regelmäßig alle Winter nach den besonders fühlen Sommern. Das ist ohne weiteres einleuchtend: die starke Trübung der Atmosphäre, die im Sommer die Erwärmung durch Münster, 21, Juni.( MTB.) Die Ausweisung von Beamten die Sonnenstrahlen verhindert, verhütet im Winter die Ausstrahlung der Ruhrorter Hafen verwaltung ist zurückgezogen worden, nach der Wärme in, den Weltraum. Wahrscheinlich dringt in solchen dem der Besetzungsbehörde flargestellt war, taß die HafenverwalJahren auch fosmischer Staub in größeren Mengen bis in die oberen Schichten der Atmosphäre und erzeugt infolge der durch ihn gebil. tung fein Staatsbetrieb ift, vielmehr mit der Reichsbahnverwaltung deten Rondensationsterne viel Wolfen. Ja, man geht heute jogar nur in Betriebsgemeinschaft steht. soweit, die Ursache der auf andere Weise nicht befriedigend zu er lärenden Eiszeiten auf eine allgemeine Abfühlung der Erdoberfläche durch Berringerung der Strahlungswärme der Sonne zurüdzuführen, und zwar in sehr lange, tausenden von Jahren umfaffenden Perioden. Man müßte dazu allerdings annehmen, daß unser Sonnensystem während dieser Zeiten Gebiete durcheilt hat, die mit dunkien, fosmischen Nebeln von ungeheurer Ausdehnung angefüllt sind. Diese Möglichkeit ist durchaus gegeben und wird von den Aftronomen gerade in jüngster Zeit mehr als je in den Kreis ihrer Berechnungen gezogen. Dortmund, 21. Juni.( TU.) In Redlinghausen ist der Belagerungszustand aufgehoben. Mailand, 21. Juni.( 2.) Nach dem„ Corriere della Sera" hat das Kabinett Zankoff die unter Stambulijffi so schwer verurteilten Mitglieder des Kabinetts Radoslawoff, das den Eintritt Bulgariens in den Weltkrieg beschloß, aus der Haft entlassen. Das bulgarische Kabinett foll umgebildet werden, um die Beteiligung aller Parteien an der Regierung zu ermöglichen. Als fünftiger Ministerpräsident wird Dan off bezeichnet. Französische Ausschreitungen in Mannheim. Mannheim, 21. Jani. leber ( Mtb.) nächtliche Schießereien französischer Soldaten im Mannheimer Jungbuschiertel, also im unbesetzten Mannheimer Stadtgebiet, gibt die Mannheimer Polizeidirektion folgende Darstellung: In der Nacht Dom 20. zum 21. Juni zwischen 1 und 2 Uhr hielten sich französische Bulgarien und Rumänien. Soldaten im unbesetzten Manngeimer Stadtgebiet auf und überfielen Bufarest, 21. Juni.( Eca.) Der neue bulgarische Außenminister Das Schillertheater im Betriebe der Staatstheater. In der mit vorgehaltenem Revolver und mit dem Rufe hände hoch!" Kristo Kaloff erklärte dem Berichterstatter der Bukarester Zeitung Charlottenburger Bezirksversammlung wurde Mittwoch eine Borlage die Borübergehenden. Soweit bisher festgestellt werden fonte, Dimineata, die neue Regierung wünsche in voller Freundschaft über die Verpachtung des Schillertheaters an die Generalverwaltung wurde einer Frau und einem Kaufmann die Barschaft geraubt sowie mit Rumänien zu leben. Bulgarien werde alle Schulden, zu der Staatstheater beraten. Die Bersammlung stimmte der Vorlage Eine denen es sich im Friedensvertrag verpflichtet hat, bezahlen. Es werde ohne jede Aussprache zu. Im Pachtvertrag verpflichtet sich das einem Zivilisten Kragen und Krawatte heruntergerissen. Staatstheater, Schauspielvorstellungen im Sinne volkstümlicher Polizeistreife, die sich nach dem Tatort begab, verwies die die von der früheren Regierung unterbrochenen Berhandlungen Stunft unter Berücksichtigung der Interessen der minderbemittelten Franzosen aus dem unbesetzten Geoict. Einer der beiden Soldaten weiterführen und die zwischen Bulgarien und Rumänien bisher noch Kreise zu geben und die Preise durchschnittlich um ein Drittel 30g fofort feinen Revolver und be brohte die Polizei ungelöften Fragen erledigen. Die Bolitif der neuen Regierung niedriger zu gestalten als im Staatstheater. Die Hälfte der Bläge beamten, während der andere auf der Flucht mehrere werde entschieden, aber aufrichtig friedlich sein, damit die ma foll den Abonnenten und den Besucherorganisationen überlassen Schüsse auf die Beamten abfeuerte. Nachdem sich die Franzolen terielle und moralische Erneuerung Bulgariens ermöglicht werde. werden. Ferner ist das Staatstheater gehalten, eine bestimmte ins besetzte Gebiet zurückgezogen hatzen, eröffneten sie auf die Polizei weigert, seinen Bosten zu verlassen, sei bereits am Freitag zur UeberDer Geschäftsträger in Prag, Daskaloff, der sich bekanntlich Anzahl von Schülervorstellungen für die 3öglinge der Charlotten- beamten ein regelrechtes Süßenfeuer, das non den burger Fortbildungs- und Gemeindeschulen als Nachmittagsvor= stellungen unentgeltlich zu geben und für die Schüler der übrigen Beamten erwidert wurde. Ein Polizeibeamter wurde durch einen lijftis würden Bulgarien niemals im Auslande vertreten. Erkönig gabe der Gesandtschaft aufgefordert worden. Anhänger StambuCharlottenburger Schulen zu ermäßigten Breifen. Der Vertrag wird Querschläger verlegt. Nach dem Vorfall brangen tranfis würden Bulgarien niemals im Auslande vertreten. Erkönig auf fünf Jahre geschlossen, nach deren Ablauf die Schillertheater. 3öfifche Batrouillen meit ins unbefette Gebiet Aktion durchaus spontan war. Ihre Ursache war die Bedrückung der Ferdinand habe dem Umfturz völlig ferngestanden, da die Gesellschaft wieder in ihre alten Rechte eintritt. Bom Personal hinein vor. Eine Untersuchung des Borfalles ist im Gange. werden der Direktor Bategg und sein Stellvertreter, der Rendant, Städte durch das Land. der Dramaturg sowie 20 von 26 Bühnenmitgliedern und das ge= gesamte faufmännische und technische Personal übernommen. Die Die radikalsozialistischen Kabinettmitglieder Die Telegraphen- Union verbreitet weitſchweifig eine Reihe be. Schillertheater- Gesellschaft wird die fünfjährige Frist zu ihrer Sanierung benußen. Der Fehlbetrag der laufenden Spielzeit dürfte fich auf 40 Millionen Mark belaufen. Auflehnung gegen den Parteibeschluß. Paris, 21. Juni.( EE.) Die drei dem Minifterium Poincaré Damit ist vorläufig das Schicksal des Schillertheaters entschieden, angehörigen minifier Strauß, Kolonialminifter Sarraut und da der Landtag dem Vertrage zweifellos zustimmen wird. Wir Post- Unterstaatssekretär£ affont erklärten nach dem heutigen hätten es lieber gesehen, menn das Schillertheater der Boltsbühne ministerrat den Pressevertretern, daß fie entgegen dem Bartel- deutschen Auslaffungen gundfäßlich die Bezeichnungen ,, Santtion" verpachtet worden wäre. Indes ist der volkstümliche Charakter bes beschluß nicht aus dem minifterium ausscheiden würden. Sie beTheaters gewahrt, und die berechtigten Ansprüche der Besucher: trachteten es als ihren Lebenssto13, mit dem großen Republiorganisationen find gesichert. Jetzt, wo das Staatstheater mehr Spielraum hat, wird es hoffentlich den Erwartungen, die an feine faner Poincar zusammenzuarbeiten. Leitung gefnüpft wurden, sowohl in dem einen mie dem anderen Theater entsprechen. Eine Spende des Neichspräsidenten. Der Reichspräsident hat der denlichen Schiller Stiftung in Weimar, dem Wohlfahrtswerte für denische Schriftsteller und Schriftstellerinnen eine Spende von einer Minion Mart überwiej n " Patriotische Voraussetzungen zur agrarischen Balerlandshilfe. sonderer Bedingungen, die der Reichslandbund in einer Dentschrift zur Garantiefrage der Landwirtschaft für die Zahlungen fordert die deutsche Landwirtschaft als Borausfegung für an die Feindbundstaaten dem Reichskanzler überreicht hat. Danach ihre Mitwirtung bei der Lösung der Garantiefrage, daß in amtlichen und Reparation" vermieden werden und daß die Kriegsschuldfrage entsprechend den neuesten Forschungen beachtet wird! Man muß staunen, was für Gründe der Landbund vorschüßt, um sich von seinen Die Parteidisziplin in der bürgerlich radikal- sozialistischen Partei Verpflichtungen zu drücken. Oder meint er das nicht so schlimm? ist immer sehr mangelhaft gewesen. Kurz vor dem Kriege wurde Gefahr in Spanien. Der Minister des Innern betonte auf eine zum ersten Male unter dem Impuls von Caillaug der Versuch lona, wo sich neue Attentate ereignet haben. Anfrage in der Kammer die gefährliche Lage in Barce. unternommen, eine einheitliche politische Stellung den parlamen- nische Sonderbewegung hat jetzt in der spanischen Kammer Die tatalo tarischen Bertretern dieser Bartei aufzuzwingen. Doch blieb dieser zur Bildung einer neuen Partei, der Katalonisch- republikanischen Verfuch ohne nachhaltige Folgen. Im allgemeinen tann jeder in inten" geführt. Gewerkschaftsbewegung Eine Unternehmermeinung. -D Der Besondere Anlaß zu feiner Attade bilbet für den Dr. Drohender Streik in den Markthallenbetrieben. Schmidt ein Vorschlag in Nr. 9/10 des Zentralblattes der christ. lichen Gewerkschaften Deutschlands, wonach unorganisierte Gemüsegruppe in der Zentralmarlthalle führen seit Jahren einen Die Arbeitnehmer in den Großhandelsbetrieben der Obst- und doppelte Beiträge zur Arbeitslosenversicherung erbitterten Kampf mit den Unternehmern im Obst- und Gemüſe. Teisten jollen. Seine recht niedrige Unterstellung der Motive zu diesem nicht ernst zu nehmenden Vorschlag schließt der Terror Doktor mit einem: Pfui Teufell" Damit tönnen auch wir ihn verlassen. N Zu den neuen Beamtengehältern. handel. Der Tarifvertrag war am 31. März abgelaufen und nun eigern sich die Unternehmer, einen neuen Tarifvertrag mit der Organisation abzuschließen. Trogdem im Fruchtgroßhandel zurzeit Riesen. fummen verdient werden, zahlt man den Arbeitern noch Löhne bon 80 000, 90 000 und 100 000 M. pro Woche. Eine geregelte Arbeitszeit existiert in diesen Betrieben überhaupt nicht. Mit solchen Löhnen ist die Existenzmöglichkeit nicht mehr gegeben. Deutscher Verlehrsbund Sektion I. Der strenge Nationalist. Der Umfang der Wanderungen. Bor einigen Tagen erschien in bürgerlichen Blättern ein Artfel des bekannten Syndikus der Vereinigung deutscher Arbeitgeber. Derbände, Dr. Meizinger, über natürlich gegen den mertbeständigen Lohn. Es ist nicht der erste Artikel des schreibseligen Syndifus gegen den wertbeständigen Lohn. Da aber die Frage inzwischen so brennend geworden ist, daß heute zweifellos Aus den Kreisen der unteren Beamten erhielten wir folgende die gesamte öffentliche Meinung den Gedanken aufgegriffen hat, Zuschrift: endlich auch die Arbeit so zu bezahlen, wie vertraglich Vor einigen Tagen veröffentlichte der Vorwärts* die vom vereinbart worden ist, statt fie um einen mehr oder weniger Haushaltsausschuß des Reichstages genehmigten neuen Beamten unlautere Manipulationen zu fristen, sondern sie wollen ehrliche Die Arbeitnehmer lehnen es aber auch ab, ihre Eristenz durch großen Teil des vereinbarten Lohnes zu betrügen, spricht grundgehälter. Bei dieser Neuregelung ist man Dr. Meisinger in fanfteren Tönen und bemüht sich sogar, fachlich zu Grundfaz, bei den Beamten der unteren Gehaltetlassen zur Verfügung stellen, ihrer Tätigkeit entsprechend bezahlt haben. dem alten Menschen bleiben und ihre Arbeitskraft, die sie dem Unternehmer fein. Zu seinem Unglüd. Er verwechselt die gleitende Lohnmöglichst viel abzuknappfen, den oberen Beamten dagegen sehr ent. Geschieht das nicht, muß ein angemessener Lohn erkämpft werden. itala mit dem wertbeständigen Lohn, diesen mit dem gegen zu kommen, treu geblieben. Jedenfalls fommt man bei Inderlohn, den wieder mit dem Goldlohn usw. in bunter näherer Betrachtung dieser Neuregelung zu recht eigenartigen Reihe. Resultaten. In einer ganz besonders schweren wirtschaftlichen NotDie gleitende Lohnstala bestand vor dem Krieg in Eng- lage befinden sich die Beamten der unteren Gruppen. land und in den Vereinigten Staaten und richtete sich nicht nach den Hier hat man gar fein Berständnis für die NotLebenshaltungskosten wie der Inderlohn, noch der Rauftraft lage aufbringen können. Bergleicht man nämlich nach dieser Durch Zeitungsinserat wurde fürzlich eine Stelle als Lagerdes Geldes, gemeffen an mehreren Indicies, wie der Neuregelung die jetzigen Grundgehälter mit den für den arbeiter angeboten. Darauf erfolgte u. a. folgende Bewerbung mertbeständige Lohn, auch nicht nach dem Kurswert Monat Juni bereits gezahlten Summen, so ergibt sich für durch Postkarte: des Papiergeldes wie der Goldlohn, sondern nach den Prei- die Beamten in Gruppe II ein Minus von 28000 bis Möchte mich gerne um die Arbeit bewerben oder sonstige Besen der Produkte der verschiedenen Industrien, für die die 40 000 m., in Gruppe V ein Minus von rund 21000 bis 26 000 m. fchäftigung, bin Ehrlich und fleißig, streng Nationalist. Bin bis gleitende Lohnffala eingeführt war. Diefe gleitende Lohnftala im Monat. Erst bei den Beamten, die der Gruppe IX angehören, jezt felbſtäng gewesen als Barbier und möchte den Beruf auffonnte also nicht, wie Dr. Meißinger erzählt, in Desterreich abge- fcheint eine besondere Notlage vorzuliegen; denn in dieser Gruppe geben. Alter 37 Jahre gesund und träftig. Lohnansprüche wäre baut werden, weil sie dort nie bestanden hat. In Defterreich bestand und besteht der Inderlohn. Die Be- erhöht sich das monatliche Grundgehalt um rund 55000 bis 61 000 m., ich schon mit 75 Proz. vom Tarif zufrieden. So bitte ich doch um hauptung, daß in Desterreich der Inderlohn abgebaut worden ist, mehr von 48 000 m. gegenüber dem letzten Grundgehalt abzu- Mannes fort. Nachdem er wahrscheinlich in seinem Berufe die um dann in Gruppe XIII, Gruppe der Regierungsräte, mit einem gütige Rücksicht zu nehmen." Namen und Adresse lassen wir im Interesse des träftigen daß selbst die Gewerkschaften sich überzeugen mußten, daß der Inderschließen. Man fomme nicht mit dem Einwand, daß der hinzu John für die österreichische Induſtrie nicht tragbar fei, ift falfch. tommende Teuerungszuschlag die obigen Differenzen ausgleichen Preise gedrückt und damit keinen Erfolg hatte, versucht er es jetzt Die Unternehmer, die Regierung und der Völkerbunddiktator wollen allerdings den Inderlohn beseitigen. Nicht aber die Gewerkschaften. höht er nur die vorgenannten Gehaltsunterschiede. mürde. Da dieser wiederum nur prozentual erfolgt, er- als Lohnbrüder und bietet Gesinnung an, wo etwas Intelligenz Weiterhin berlangt wurde. Er kann allerdings nicht mehr geben als er hat Bei jedem neuen Vertragsabschluß wird um den Inder gefämpft. Begegnet er uns aber noch einmal als Die Unternehmer wollen ihn einschränken oder den Grundlohn her- muß festgestellt werden, daß sich das Gehalt in Gruppe II und das hat er faum. abfegen. Die Arbeiter vertreten den gegenteiligen Standpunkt. Das um das 38fade, in Gruppe V um bas 33. bis 34fade, elender 2ohnbrüder, fo müssen wir diesen strengen Rationaist sozusagen das natürliche Verhältnis. Der Vertrag aber einmal in Gruppe IX um das 37 fache und in Gruppe XIII listen an den Branger stellen. geschlossen und er läuft gewöhnlich auf drei Monate rund um das 35 fache gegenüber den alten Grundgehältern erist auch fede Diskussion und jedes Feilschen um Mullen erledigt. Der höht hat. Die Summen, die man also den Beamten der höheren vereinbarte Lohn wird gezahlt, nicht auf Grund einer fiktiven Bäh- Gruppen bewilligt, find auf Kosten der unteren Beamten aufgeDie Internationale Arbeitskonferenz von 1922 empfahl den rung, die alle auf fie Angewiesenen betrügt, sondern auf Grund bracht worden. Daraus ist ersichtlich, daß die Spannung in eines Inder der Leber.shaltungsfoften, der paritätisch von beiden den Gruppen III bis XIII noch größer geworden ist. Im Mitgliedstaaten der Internaionalen Arbeitsorganisation, zur ErParteien festgestellt wird. Für die Staatsangestellten ist der Inder Plenum sind sämtliche Verbesserungsanträge unserer Partei von füllung der Borbedingungen eines gründlichen Studiums der Banfogar gejeblich festgelegt. Dieser Inder schadet der öfter den Demokraten bis zu den Deutschnationalen abgelehnt worden. berungsfragen, dem Internationalen Arbeitsamt statistische Angaben Die Nach reichischen Wirtschaft so wenig, daß trop der Lebensunfähigkeit Das sollte besonders den Beamten der unteren Gruppen, die die über Ein- und Auswanderung zu liefern. diefes von faft allen Rohstoffen entblößten Rumpflandes die Ar- Vertretung ihrer Interessen zum großen Teil immer noch den weisungen, welche dieses Amt bisher erhielt, lassen erkennen, daß beitslosigkeit zurückgeht, während es bei uns umgefehrt ift. bürgerlichen Parteien übertragen, zu denken geben. Es sollte die die überseeische Wanderung, welche die bedeutendsten Probleme der Aber für Dr. Meiffinger ist die fachlich schimmernde Drapierung Pflicht eines jeben Beamten fein, für eine feste ge- Wanderung in sich schließt, feit 1913 sehr start zurüdgegangen ist. Wenn nahezu alle wichtigen Auswanderungsländer der Welt zunur eine durchsichtige Verkleidung des Nein. Für ihn müßte erst schloffene Beamten organisation einzutreten, eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden, ehe man die Fortsetzung dieser Ungerechtigkeiten in Zukunft bei Neuregelung fammengefaßt werden, so ergibt sich eine Abnahme von insgesamt Frage, den für eine Leistung vereinbarten Lohn auch wirklich zu 2 247 000 Personen im Jahre 1913 auf insgesamt 945 000 in 1920 der Gehälter Einhalt zu gebieten." und 793 000 in 1921. Die Zahl für 1920 fommt bloß zwei zahlen, erwägen fönnte. Die Währungs- und die Reparationsfragen Der Verband der Fabrikarbeiter im Jahre 1922. Fünfteln, und die für 1921 fogar nur einem Drittel jener des müßten erst gelöst werden und würden dann von selbst den wertbeständigen Lohn bringen. Auch die Privatwirtschaft müsse erst auf Auch im Jahre 1922 stand der Fabritarbeiterverband in bezug Jahres 1913 gleich. Es erhebt sich die Frage, ob diese starte Verminderung der Ueberfeewanderungen durch Goldrechnung umgestellt, die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen auf seine Größe an atveiter Stelle aller freigewerkschaftlichen beseitigt werden. Wenn dies aber alles geschehen sein werde, fo Organisationen. Am Ende des Jahres 1922 waren 733 013 Mit eine entsprechende Zunahme der Binnenwanderungen aufgewogen steigt sofort das Bedenken auf, ob bei den sich dann ergebenden alieber( 525 504 männliche und 207 509 weibliche) vorhanden. wird. Die verfügbaren Zahlen zeigen aber, daß die BinnenPreisen und Löhnen die deutsche Wirtschaft noch fonfurrrenzfähig Gegenüber dem Jahre 1921, in dem die Mitgliederzahl 681 971 wanderung nicht an Umfang gewonnen hat, um den Rückgang auf dem Weltmarkt bleibt, zumal die Gesamtlohnbelastung der( 493 239 männliche und 188 732 weibliche) betrug, ist eine Zunahme der Ueberseewanderung auszugleichen, sie weist vielmehr eben. deutschen Industrie infolge der unproduktiven Löhne im weiteften von 51 042 Mitgliedern( 32 265 männliche und 18 777 weiblide) falls eine Abnahme auf: ihr Umfang beläuft sich auf etwa zwei Fünftel derjenigen der Vorfriegszeit. Wenn man die RepaSinne im Vergleich zur Borkriegszeit schon ziemlich an den oder um 7,48 Proz. zu verzeichnen, ein Ergebnis, das als be triation außer acht läßt, so läßt sich aus dem vorhandenen ZahlenGoldinder herangelommen ist". friedigend anzusehen ist. Bahlstellen hat der Verband 564 in 16 Gauen. Die Leistungen auf dem Gebiete des Unterſtüßungs material eine Verminderung des Gesamtumfangs der Wanderung wefens waren sehr beachtliche. Jm ganzen wurden 115 490 911,37 m berausgabt, und zwar für Streitunterstügung 67 054 578,17 m. Der Arbeitnehmerverband des Friseurgewerbes, 8weigverein für Gemaßregeltenunterftüßung 355 831,10 m., für Kranken- Berlin, Engelufer 24( 8immer 59) bat für seine Mitglieder ein unterstüßung 25 462 909,70 9., für Arbeitslosenunterstützung neues 2oh nabtommen getroffen, das ab 22. Juni gilt und 15 832 258,15 M., für Reiseunterstützung 1899 554,25 m., unbefristet ist. für Umzugsunterstüßung 508 952,85 m., für Notlageunterstügung 74 814,10 m., für Sterbegeld 3 920 240,75 M., für Rechtsschutz Sperre, die über die Firma Bache, Spandau, Aderstr. 25, berbang Achtung, Modellfischler! Hiermit zur Kenntnisnahme, daß die 381 772,30 W. worden war, als aufgehoben gilt, da die Differenzen erledigt find Die Gesamtzahl der bom Verband geführten 2ohnbewegungen betrug 9570. Deutscher Holzarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Davon wurden 9209 ohne Streit erledigt, während bei 861 zur Arbeitseinstellung geschritten werden Achtung, Bananschläger! Laut Bereinbarung vom 20. Juni mußte. Es wurden erreicht bei Angriffsbewegungen für 268 Ber- awischen dem Schutzverband Berliner Schlossereien und dem fonen eine Arbeitszeitverkürzung von 2066 Stunden pro Woche, für Deutschen Metallarbeiterverband, Drtsverwaltung Berlin, sind 8969085 Berfonen 9569119474 m. Gesamtlohnerhöbung pro Woche folgende Löhne festgesezt worden: Bom 18.- 24. Juni beträgt der ( ohne Einrechnung der einmaligen Wirtschaftsbeihilfen). Bei den Stundenlohn 6900 M. Bei Affordarbeit das 8100fache des Tarifs Abwehrbewegungen wurde für 3133 Personen eine Lohnerhöhung vom Jahre 1912. bon 558686 m. die Woche erzielt. Von den 361 Arbeitseinstellungen, bie fich auf 1803 Betriebe mit 58 950 Arbeitern und 18 084 Arbei terinnen erstredten, endeten 825 mit vollem und 18 mit teilweisem ausgabe über eine Versammlung der Holzarbeiter ist durch ein Erfolg, während 17 erfolglos blieben, und einer am Jahresschluß unerledigt war. Bemerkenswert ist, daß von 34 Abwehrstreils 32 und von 44 Aussperrungen 40 für die Arbeiter erfolgreich waren. für 10 277 Betriebe mit 718 151 Beschäftigten abgeschlossen. Am 31. Dezember 1922 waren im Verbandsgebiet 858 Tarife Ziemlich, jagt Herr Dr. Meissinger. Darüber werden wir einige Zahlen veröffentlichen. Also die Unternehmer zahlen schon heute ziemlich Goldlöhne. So ungefähr, wie sie ziemlich schon Goldfteuern zahlen. Und die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen belastet sie natürlich ganz außerordentlich, etwa wie die unerschwinglichen Eisenbahn- und Posttarife, die einen Bruchteil der Weltmarkt tarife ausmachen. Man sehe sich einmal unsere Konzerne besonders der Schwerindustrie an. Trotz der ziemlichen Goldlöhne", der Riefentarife, der Bauzuschüsse für Arbeiterwohnungen, die die Allgemeinheit aufbringt, haben sie noch nicht einmal überall Weltmarktpreise, so daß die Fertigindustrie vielfach im Inlande sich noch billiger eindeden fann als im Auslande. Wozu also Löhne zahlen, die auch den ausbedungenen Löhnen wirklich entsprechen? So fagt der Syndibus der Arbeitgeber: Freilich bei weitem nicht aller Arbeitgeber. Es gibt auch unter den Arbeitgebern Leute, die einen Betrug für einen Betrug halten. Und etwas anderes ist der Lohn in Havenstein- Rubel nicht. Gewerkschaftsterror". In dem Zirkus, den Mar Maurenbrecher leitet, reitet ein Dr. Erich Schmidt aus Eichwalde den alten abgetriebenen Klepper Gemerffchaftsterror". Der Mann, der durch feine Ausführungen bewegung gänzlich unbekannt ist, stellt sich als einen Stenner derselben vor und schreibt: den deutlichen Beweis liefert, daß ihm die GewerkschaftsWer die Gewerkschaftsbewegung fennt, der weiß genau, daß ihre so großartig erscheinenden Mitgliederziffern nicht zulegt auf einen Organisationsterror beruben, ben die Gewerkschaften verstedt oder offen„ auszuüben pflegen," je nachdem, ob fie fich der Gerichtsbarkeit gegenüber„ ücher" fühlen oder nicht." Der vorgebliche Renner der Gewerkschaftsbewegung weiß aber noch mehr. Die Gewerkschaftstönige und sozialistischen Bartei bonzen sehen aber voll Trauer, daß ihnen die Felle wegzuschwimmen beginnen. Sie schreien deshalb nach Organisations3wang und der gewerkschaftliche Reichsarbeitsminister Dr. Brauns leiht ihren Wünschen ein nur allzu offenes Dhr." Der Terror- Dottor hat die Entdeckung gemacht, daß die Gewerkschaften in der Auflösung begriffen sind. Er teilt ihre Mitglieder in zwei Sorten ein. Die einen werfen sich dem Kommunismus in die Arme, die anderen aber, bie fich die freie Persönlichkeit nicht haben von dem Gewerkschaftsterror rauben laffen", schließen fich den berufsständischen Organisationen des Nationalverbandes deutscher Berufsverbände an". Trogdem viele Gewerk schaftler selbst vor blutigem Terror bis zum Totschlag nicht zurüd schredten, wenn es gelte, die Arbeitnehmer in ihre Reihen hineinautreiben, beginnen die Gewerkschaftsreihen sich zu lichten". " Wenn das so richtig wäre, wie es falsch ist, dann wäre das Terrorismusgegreine ja ganz überflüssig. Unser Stenner brauchte nur abzuwarten, bis die Reihen der Gewertschaften so gelichtet sind, wie es die feiner gelben Schüßlinge heute noch sind. Daß beren berufsständischen Organisationen" noch nicht aus dem Agitationsstadium in der schwerindustriellen Breffe herausgekommen find, liege daran, daß die Gewerkschaften und ihr Reichsarbeits minister Dr. Brauns alles tun und baransezen, um fie nach Möglichkeit von dem Feilschen mit dem Arbeitgebersyndifus fernzubalten." Unser Reichskanzler Cuno" soll den Gelben dazu berhelfen, daß sie zu dem Feilschen" zugelassen werden. *** um der Die Metallarbeiter für wertbeständige Löhne. Die Funktionärversammlung der Metallarbeiter am Mittwoch nahm nach einem Referat des Genoffen Dißmann eine Resolution an, in der es heißt: einen Notzustand geschaffen, der mit jebem Tage unerträglicher wird. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben für die Arbeitertiaffe Die Ursachen sind zurüdzuführen auf die kapitalistische Wirtschaft und Herrschaft. Dem Rapitalismus verdankt das Bolt den Welt. frieg, tapitalistische Macht gibt auch heute der Weltpolitik wie der Innenpolitik Deutschlands ihr Gepräge. Eine Aenderung der heutigen Zustände herbeizuführen bedingt umfassende Maßnahmen betreffend die einzelnen Wirtschaftsgebiete, Steuern usw. Das bedeutet jedoch entscheidende Machtkämpfe zwischen Kapital und Arbeit. Das Proletariat steht in diesem Rampfe allen bürgerlichen Barteien gefchloffen gegenüber. Lehtere haben bisher das freie Spiel fapitalistischer Kräfte gefördert, jede 3wangs- und Gemeinwirtschaft befämpft und ernsthafte proletarische Forderungen stets abgelehnt. Deshalb fann es mit dieser Klasse feine Harmonie und Koalition geben. Ihre Lebensinteressen legen der Arbeiterklasse die zwingende Berpflichtung auf, den Bruderstreit zurüdzudämmen und in gemeinfamer Arbeit, planmäßigem Vorgehen und einheitlichem Kampf eine proletarische Einheitsfront zu bilden, die zu einer Einigung der politischen Arbeiterparteien führen muß, um dem proletarischen Kampf den Erfolg zu sichern. um etwa 69 Proz. berechnen, Berichtigung. Die Gewerkschaftsnotiz in der gestrigen Abendtechnisches Bersehen entstellt. Der Schlußfaz des zweitlegten Sages muß beißen: Fünf Kollegen wurden nach dem Friedrichshain zu einer Bersammlung der Metallarbeiter und eine gleiche Anzahl nach dem Lehrervereinshaus zu den Gemeinde- und Staats. arbeitern entsandt, um die Wünsche der Berliner Holzarbeiter betreffend einheitliches Handeln zu überbringen." Ferner muß es in der Notiz über die neuen Löhne im Ofen fezergewerbe betreffend den Akkordzuschlag heißen: 799 900 bzw. 999 900 Bros. Buschlag, was, wie wir zum näheren Verständnis bemerfen wollen, das 7999fache bzw. 9999fache des Buschlages von 1914 bedeutet." Jugendveranstaltungen. Arbeiterbewegung III. Heute, Freitag, den 22. Juni: Blankenburg. Jugendheim Schule Triftstraße, Bortrag: Unsere Gegner". Jugendheim Nossad, Hauptstraße, Bortrag: Aleldung". Brig. Jugendheim Chauffeeftraße 48 11, Distufionsabend. Buchholz Jugendheim Rosinenstr. 4, Bortrag: Charlottenburg. Röpenid. Jugendheim Grünauer Str. 5, Distuffionsabend. Luisenstadt. Jugendheim Stallschreiberstr. 56, Vortrag: Connenwende". Moabit. Jugendheim Bal beint Nogatftr. 52, Bortrag: Rilotin und Altohol". benferstraße 21, Bortrag: Ferdinand Freiligrath". Reutolla II. JugendRieberschönhausen. Jugendheim Blantenburger Str. 69-70, Bortrag. Steglig II. Jugendheim Solsteinische Str. 3, Diskussionsabend. Süben. Jugendheim Bärwaldstr. 64 bis 56, Distuffionsabend. Giboft, Röpenider Biertel. Jugendheim heute nicht in der Manteuffelstraße, sondern in der Reichenberger Straße 12-15. Weißenfee. Jugendheim Wörthstraße, Schule, Bortrag. Heute abend im Jugendheim, GB. 68, Lindenstraße 3, Fadelverkauf zur Counenwende( Fadel 1500 92.) Für die Arbeitertiaffe, beren zunehmende Berelendung immer stärker in die Erscheinung tritt, reichte angesichts des zunehmenden Berantwortlich für Bolitik und Wirtschaft: Bittor Schiff, Berlin; Gewerkschafts3erfalls der Mart die bisherige Form der Lohnabkommen nicht aus. bewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton:.. Döfer, Berlin- Wilmersdorf: Die tariflichen Abmachungen müssen wertbeständige Löhne Lotales und Sonstiges: Frin Karstädt, Berlin- Wilmersdorf; Anzeigen: enthalten, die neben einer Sicherung der Existenzbedingungen eine Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdru feret Th. Glocke, Berlin. Befferung des in den verflossenen Jahren gefundenen Reallohns er. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin S. 68, Zinbenstraße 3. streben. Sieran 1 Bellage. feciferrin flüssig und in Tabletten Nervenstärkend- blutbildend Nervösen, Erschöpften bringt das nervenstärkende, blutbildende Leciferrin wieder Kraft und Lebensfrische. Schon eine vier- bis sechswöchentliche Kur zeitigt nach ärztlichen Feststellungen sichtbare Erfolge. Leciferrin ist, an den heutigen Preisen der Lebensmittel gemessen, billig und eignet sich daher auch als tägliches Kräftigungsmittel, ebenso zur Unterstützung der Kinder- und Wöchnerinnen- Ernährung. Elsen 0,3% Lecithin 0,05%, Zacker 3% Geschmadskorrigenten.". Galenus Chemische Industrie Frankfurt am Main tlr. 257 ♦ 40. Jahrgang Beilage öes vorwärts Freitag, 22. Juni 102Z Der Herliner Haushaltplan. Zweite Lesung in der Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtverordneten begonnen gestern die zweite Lesung des Stadthaushaltsplcmz für 1923 und förderten sie ein tüchtiges Stück. Zu längeren Auseinandersetzungen führre das Gesundheits wesen, bei dem die Rechte allerlei Wünsche hat. Gegen einen im Ausschuß angenommenen Antrag der unter anderem eine lveitgehend« Personaleinschränkung und die Teilung des Acht- pundentages fordert, wandte sich Genosse Dr. W e y l. Bei samt- Echen gestern erledigten Kapiteln wurde die Beschlußfassung vor- pehalten. * In der Einzelberatung des S ta d t ha u s h a l t s- plaas für 1923 gab es noch einen Nachhall zu der vor acht Tagen stattgehabten Aussprache über die Etraßenbahnerent. lassnngen. Stadtrat Koblenzer nahm Veranlassung, den Dezernenten des Torifamts Dr. Vollbrecht gegen verdächtigende Angriffe des Stadtverordneten Koch(D. Bp.) namens des Magistrats auf das Nachdrücklichste in Schutz zu nehmen und gleich- zeitig Verwahrung einzulegen gegen von demselben Herrn Koch ver- suchte Boeinflussungen von Magistratsangestellten, die den Weisungen Vollbrechts pflichtniößig nachgekommen waren. Herr Koch suchte sich, so gut es ging, aus der Affaire zu ziehen.— Sodann wies Gen. R e i m a n n die vom Stdv. Schwarz(D. Vp.) bei der Verhandlung des gleichen Gegenstandes gegen die Sozialdemokraten erhobene Beschuldigung, sie hätten ihn Iwrch Annahme des Schlußantrages unmöglich gemacht, die Ausführungen von Koch zu ergänzen, als haltlos zurück. Dem Verlangen der Kommunisten, ein« sachliche Debatte über Koblenzers Erklärung zuzulassen, wider- setzte sich der Borsteher Dr. Caspari. Jugendamt und Wohlfahrtsamt. Dle Haushaltsberatung begann mit dem Haushalt für das ftentral« Jugendamt imb die Jugendwohlfahrtspflege. Gen. Riedger referierte über die Verhandlungen des Haushalts- vusfchusses. Die Darlegungen des Dr. Rosenberg(Kam.) über die Lstganisation der Jugendwohlfahrtspflege und' des Jugendamts Und ihre Reformbedürftigkeit fanden nur geteilte Aufmerksamkeit, was die Kommunisten zu wiederhosten lärmenden Protesten ver- anlaßt«. Ohne weitere Aussprache wurden die beiden Kapitel erledigt. Hierauf kam ein Dringlichkeitsantrag der Kommunisten zur Verlesung, der angesichts der drohenden und teilweise bereits eingetretenen Lebensmittelnot die Beschlagnahme von Lebensmitteloorräten, die unentgeltliche Versorgung der Unbemittelten, Sozialrentner usw. neben einer Reihe weiterer Maßregeln verlangt. Widersprucb wurde nicht erhoben, die Verhandlung aber aus das Ende der Sitzung oerschoben.— lieber das Zentrale Wohl- fahrtsamt, Arbeitslians, Obdach, Blinden- und Toubstamimen- pflege, Siedflmgswefen. Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Hinterblieben«, Erholungsheime, Krüppelsürsorge usw. be- richtete Gen. R e i m a n n. ,?rau Dr. Wygodzinski(Soz.) sprach ihre Befriedigung darüber aus, daß vom Reichstag das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten nunmehr ver- abschiedet sei und daß damit auch die Station für geschlechtskrcmke Weiber aus dem Obdach endlich verschwinden werde. Die vorgenannten Kapitel wurden bewilligt, ebenso ohne Aussprache die Kapirel„Ocffentlichc Beleuchtung. Straßenreinigung, Besprengung und Abfuhrwelen, Bedürfnisanstalten, Park- und Gartenverwoflung, Gemeindefriedhöf«, Krematorien. Veerdigungs- wesen. Heber öas»Gesunöheitswefen� erstattete Dr. Kirchner(Dnatl.) ein sehr ausführliches, für die Pressetribüne aber aus dem schwachen Organ des Bortragenden fast gänzlich verloren gehendes Referat, v. a. verweilte er bei dem Antrage der Sozialdemokraten, die zweite Klasse in den Kranken- Häusern abzuschaffen. Der Ausschuß hat bekanntlich beschlossen, den Antrag abzulehnen und den Magistrat zu ersuchen, sie da, wo sie noch besteht, weiter bestehen zu lassen. Nach den weiteren Ausschuß- Vorschlägen sollen die P er s o n a l k o st e n für das Kranken- und Jrrenwesen nur in dem Umfang bewilligt werden, daß das gesamte Personal zur Zalfl der Betten jeweils mindestens in dem Ver- hälwis stehe bei den Krankenhäusern von 1:2,5, bei den Leicht- krcmkenhäusern und Hospitälern von 1: 8, bei den Irrenanstalten von 1: 4, zur Ermöglichung dies«? Personalverringerung soll der geteilte Achtstundentag durchgeführt werden; bis zum 1. Oktober soll der Magistrat der Versammlung über die Durch- führung Bericht erstatten.— Die Annahme dieser' Beschlüsse ist im Ausschuß mit 13 gegen 11 Stimmen erfolgt.— Der Direktor in Hauplgesundheitsamt Prof. Hoffmann stellte in Vertretung des Stadtmedizinalrats fest, daß die Durchführung des Verlangens des Ausschusses die Verwaltung zwinaen würde, nicht weniger als 47 Proz. des Gesamtperfonals an Acrzten, Schwestern und Pflegern zu entlassen. Das fei für die Krankenhausverwaltung unerträglich. — Gen. Dr. Wey l: Die bürgerliche Avsfchußmehrheit hat nach dem Rezept gehandelt: Für die Krankenhäuser und für die Kranken das Schlechteste gerade gut genug. Der Auefchußantrag ist ein unzeheuerllches Attentat aus die Volksgesundheit. linier dem Borwand«, Sparsamkeit zu üben, will man eine der wenigen noch übrig gebliebenen Errungenschaften der Revolution, den verhaßten Achtstundentag beseitigen— denn der„geteilte" Achtstundentag ist kein Achtstundentag. Ganz unsozial wäre auch die Ablehnung einer Vergünstigung für die Krankenkassen gegenüber den Selbstkosten der Stadt. Zur Zeit beträgt der von ihnen zu zahlende Satz"s der Selbstkosten; fortan soll er% betragen. Die gemeinnützigen Krankenanstalten kommen jetzt mit der schlauen Forderung, die Stadt wolle von den Krankenkassen den vollen Selbst- kostensatzl Wir werden allen diesen Rückwärtsereien, auch der Beibehaltung der 2. Klasse, den ollerenergischsten Widerstand ent- gegensetzen. Ebenso sagen wir gegenüber der Forderung, für die Seelsorge in den Krankenhäusern einen Betrag in den Haus- balt einzusetzen: principiis obsta! Wehre den Ansängen! Wir sind mit dem derzeitigen Stande des Groß-Berliner Medizinalwesens im ganzen zufrieden: es muß auf seinem heutigen Stande mindestens erhalten werden.— Für die Ausschuß antrage speziell für den geteilten Achtstundentag, setzte sich zunächst Freu Dr. Mayer(D. Vp.) unter scharfem Widerspruch von kommu- nistischer Seite ein. R i n t o r f(Komm.) nahm sich besonders der Krankenkassen an. Von den Bürgerlichen wurde ein Antrag ein- gebracht, i« Wortlaut des Ausschußantrages statt„jeweils mindestens� m dem Verhältnis stehe" zu sagen„jeweils tunlichst" usw. Als abgesagder Gegner der Ansprüche der Krankenkassen bewahrte sich wieder der Stdv. Arzt Dr. Falken» b e r g(D. Vp.) Ein weiterer Dringlichkeitsantrag aller Parteien, den Magistrat zu ermächtigen, den Blinden ein« einmalige Unter- stützung zur Veschafft-ng von Kleidung, Schuhwerk usw. zu ge- währen, gelangt einstimmig zur Annahm«.— Ueber das Kapitel „Arbeit und Gewerbe"(Landesamt für Arbeitsvermittlung, Facharbcitsnachweie, Zentrale öer Erwerbslosenfürsorge, Landesamt für Arbeitsbeschaffung. Landesberufsamt) berichtete Gen. Haß.— Streiter(D. Vp.) suchte nachzuweisen, daß der von dem ADGB. abgeschlossene Notarbeitsoertrag eine Spitze gegen die „Technische Nothilfe" enthalte. Letztere hätte bei der Stionlierung des Vertrages zugezogen werden müssen; es sei unverständlich, wie der Magistrat sein« Zustimmung habe geben können. Was geschehe, wenn es sich um gewerkschaftlich nicht sanktionierte Streiks handle?— Di« weitere Erörterung dieses Gegenstandes verschob die Versammlung bis zur Beratung eines Antrages der Dnatl., die die gleiche Materie betrifft. Zum Haushalt der Werke m!t kaufmännilcher Buchführung (Gas-, Elektrizitäls-, Wasserwerke, Güter, Fuhrpark, Zentrale Buch, Ziegelei Eranse«, Müllbeseitigung), der K a n a l i s a t i o n s- werke und der F o r st Verwaltung bemängelte Dörr(Komm.) die in die Milliarden gehenden„Rücklagen", mit denen man ope- riere, um die Bevölkerung über die übermäßige Höhe der Tarife hinwegzutäuschen. Bei den Gaswerken seien die Einnahmen für die Nebenprodukt« viel zu niedrig angesetzt. Die Haushaltsberatung wurde an dieser Stelle a b g e- brachen. Di« sämilichen Abstimmungen zum Stadthaushalt er- folgen erst später.— Die Versammlung erledigte dann noch eine Reih« von kleineren Vorlagen.— Schluß%10 Uhr. Der wieüerbMaffungswert. Ein Angestellter eines bedeutenden Berliner Luxuswarenge- schöfts schreibt uns: Die gegenwärtige katastrophale Markentwertung bringt es mit sich, daß zurzeit in sämtlichen Detailgeschästen nach dem Grundsatz» der„Wiederbeschaffung" fieberhaft gearbeitet, das heißt hochge�j zeichnet wird. Chefs, Angestellte und gerecht urteilendes Säufer- Publikum sind sich in der Erkenntnis einig, daß eine derartige Höher- bewertung notwendig ist, wenn die„Substanz", das heißt das Warenlager, auf alter Höhe gehalten werden soll. Aoraussetzung für diese gerechte Beurteilung der erwähnten Maßnahme ist natür- lich, daß die Umzeichnung sich den tatsächlichen Verhältnissen an- paßt und sich nicht in der Ansetzung übermäßiger und wucherischer Phantasieaufschläge austobt. Machen sich die Herren Chefs aber wohl einmal klar, was in der Seele eines Angestellten vorgeht, der unter voller, oft übermäßiger Einsetzung seiner Arbeitskraft alles tut, um seine Chefs in der Durch- führung der betreffenden Maßnahme zu unterstützen? Der ar- beitend« Angestellte, der seinem Prinzipal beim Heraufzeichnen mit jedem Federstrich oft Riesenwerte rettet bzw. oerdient, denkt unwill- kürlich cm seine persönliche sorgenvolle Existenz Er zieht unwill- kürlich Vergleiche und denkt wehmütig an seine eigene einzige „Substanz", die er zu oertaufen hat— seine A r- b e i t s k r a s t. Wird ihm wohl ein einziges Mal in gleicher Weise die Möglichkeit geboten, seine„Substanz" zum Wiederbeschaffungs- wert umzusetzen, wie sein Prinzipal das als selbstverständlich ver- langt? Der Angestellte bezieht sein Gehalt monatlich postnume- rando, er muß also mit dem, was er für den bereits verflossenen Monat verdient hat, im neuen Monat haushalten, er muß ver- suchen, seine Substanz mit Hilfsmitteln zu ersetzen, die hierzu normalerweise nicht mehr ausreichen. Der Tarif, sein einziger An- halt, regelt ja nur die Bewertung der bereits hingegebenen Arbeits- substanz, und zwar unter Berücksichtigung verflossener Wirtschafts- Verhältnisse. Das Moment der Wiederbeschaffung kommt also gar nicht zur Berücksichtigung, obgleich doch gerade Arbeitskraft als tost- barstes Gut außerordentlich" vielseittge und komplizierte Boraus- setzungen erfordert, um als„Substanz" erhasten zu werden. Ver- gleichswetse sieht man also auf feiten des Geschäftsinhabers die fast lückenlose Erhaltturg der Substanz, alias Ware— die in der Praxis einem Verdienen nach Goldparität gleichkommt—, auf der anderen Seite steht die unbedingte und mathematisch sichere Opferung der Arbeitskraft als Substanz. Eine erschütternde Tragik liegt in dieser Gegenüberstellung! Die Folgen, die auf feiten des hilflosen Angestellten über die Stationen„Verarmung",„Re- signation",„Demoralisierung" zu schliegliche? erbitterter Gegner- schaft gegenüber dem Arbeitgeber führen können, steten ganz auto- motisch und schrittweise ein. Die Zuspitzung dieser Gegensätzlichkeit hat mit politischer odcr parteilicher Beeinflussung gar nichts zu tun. Wie kann aber ein Wirtschaftskörper, in dem ein so scharfkantiger Fremdkörper sitzt, in dem aber alles auf ein verständnisvolles Auf- einandereingehen eingestellt sein sollte, gesunden? Der von der einen Seile immer wiederholte Ruf nach Erhöhung der Arbeitsleistung kann niemals dann auf Derständnis stoßen, wenn die Möglichkeiten der Wiederbeschaffung der Arbeitskraft gleichzeitig verweigert wer- den. Und weich unendliche Nahrung wird durch diese Verschieden- art der Anschauungen und Handlungen der ausländischen Meinung zugeführt, die immer wieder betont, daß der Kapitalis- mus in Deutschland auf Kosten der Mittelklassen mehr wie je Triumphe feiert, ohne selbst Opfer zu bringen. Billiger(ferieilaufenthalt im Arbeiterjugend- Landheim am O u e n z s e e bei Brandenburg a. d. Havel bietet sich für Knaben im letzten Sckuljahr. Näheres im Jugendsekretariat 81V. 68, Linden« siraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 11, von 0—4 Uhr. Befreiung vom Sichtvermerk. In Zukunft sind diejenigen Personen, und zwar sowohl Reichsangehörige als Ausländer, vom SichtvermerkSzwange befreit, die im Reichsgebiete ihren Wohnsitz oder dauernden Ausenthalt haben. isj Als die Wasser fielen. von Otto Rung. Keiner sprach. Maud Martens schlug den seegrünen Seidenschal dichter um sich, ihre Augenlider senkten sich müde. Sie sah auf einmal älter, schärfer und traurig aus. Gude schenkte stumm ein. Aber nicht einmal seine Schwester begegnete jetzt seinen Augen. Selbst Andreas Pauli sah zur Seite und zündete sich, wie um die Pause zu unterstreichen, eine Zigarre an; sie flammte auf, seine Zähne glühten wie ein Ofenrost. Es war so still, dag sie den Wind in der Takelung der Bark sausen und weit in der Ferne das Läuten der Straßenbahnen hören konnten. * Die Woche darauf sah Gude spät am Tage die Be- wohnerin des Achterschisfes. Sie stand mittschiffs am Rande der Plattform über der Hütte und sah in den Nyholmcr Kanal hinein. Sie trug einen weißen Kittel, der halb über der weinroten Bluse geöffnet war. Als sie ihn sah, ging sie gleich nach hinten und kam nicht wieder. Am nächsten Tage sah er sie zur selben Zeit ganz ebenso wieder, wie sie von der Rufs in die Stadt spähte. Auch jetzt trug sie ihren weißen Kittel. Sie blieb diesmal länger stehen, und er sah sie deutlicher als z'.ivor. Dos Gesicht war bleich, über dem feinen Oval lag das Haar dunkel und reich. Er sah jetzt, wie klein sie war, zierlich und doch von einer gewissen Kraft, Brust und Hüften waren nicht ohne Fülle. Aber die Haltung war nachlässig und der Ausdruck nervös angespannt. Kurz darauf ging sie zögerstd fort. Er dachte, daß er sie ver- scheucht hätte, und fühlte sich schuldbeladen. Wie sie dort ins Land hinein spähte, lag über ihr etwas hilflos Einsames und Trauriges, das auch ihn verstimmte. Bei der Untersuchung der Dänischen Werst war er jetzt ungefähr aus dem Grunde angelangt. Es war ein tiefer Morast, aber fester Boden ließ sich wohl finden. Das mächtige Material wies nicht wenige Lücken auf. Die oft äußerst vage bezeichneten Posten der Bilanz gaben immer wieder neue Rätsel auf. Aber immer inehr sammelte sein Interesse sich um Andreas Pauli selbst. Diese Bilanzen waren Schanzen, die er sich errichtet hotte. Fiel ein Fort in seiner Front, so war längst eine neue Stellung dahinter vorbereitet. Stets bekam er nur Andreas Paulis offenherzig lächelnd« Zabnreihe und hi« zwesiach oergräfl'rte Treuherzigkeit hinter den kreisrunden Augengläsern zu sehen. Aber ein Plänklerausfall vou seiner Basis hatte schon seine Tarrik offenbart. Oder war es vielleicht Maild Martens, die für ihren Besuch an Bord quittierte? Ein führendes Blatt hatte(Budes Porträt gebracht. Es war eines Tages als Momentaufnahme auf seinem Wege von der Bank aufgenommen und zeigte ihn mit der dokumenten- l gefüllten, schwellenden Mappe und mit einer Miene von wenig kleidsamer Zerstreutheit. Unter dem Bilde stand eine Notiz und als Uederschrist sein Name: Der Mann der neuen Aera! Der leichtfüßige, in seinem ganzen Schwung feminine Artikel bezeichnete ihn als den befahrenen Steuermann, der nach i weiten Fahrten heimgekehrt war und nun das Komniando übernahm— und gleichzeitig— gewissermaßen symbolisch— sein Heim aus einem alten Kahn aufschlug, der am Bollwerk im Hafen lag— wo. sollte nicht verraten werden!— da nicht nur Merkur sich an Bord befand, sondern dem Gerüchte nach auch Aenus als gern gesehener und sicher äußerst scharmanter Gast ihre Luxuskabine achtern an Bord hatte! Gude schloß, daß demnach Maud Martens, wahrschein- lich von Andreas Pauli beraten, den Artikel verursacht hatte. Bezeichnenderweise schien Fräulein Martens der Freundin als möglicher Rivalin doch nicht die genaue Adresse ausge- liefert zu haben. Das war soweit gut. Aber an den diskret beobachtenden, sogar hie und da ein wenig kühl ironischen Blicken in der Bank und bei Sitzungen erkannte er, daß man den Artikel gelesen und erörtert, möglicherweise auch so ver- standen hotte, wie man ihn osfeitbar verstehen sollte. Er sah zum drittenmal das junge Mädchen auf demselben Platze über der Hütte wie früher. Es war früher am Tage. Sie trug nicht ihren weißen Kittel, sondern einen langen grauen Mantel, der lose über ihren Schultern hing. Sie starrte, diesmal in offensichtlicher Erwartung, nach Ryhavn hinüber. Der Blick war fester, bewußter. Um die zusammen- gebissenen Lippen lag ein düsterer, pathetischer Zug. Auf einmal verstand er, wem ihr Warten galt. In ihrem Antlitz stand der stumme Verdruß eines allein gelassenen Weibes. Aber die Forderung in ihren Augen war zugleich äußerlt konkret. Es überaschte Gude, daß Rustad sich in den letzten Wochen nicht an Bord gezeigt hatte. War er in sein Nebelland, zu seinem halbbewußten Traumleben zurückgekehrt? Und war jetzt alle Erinnerung an dieses Schiff und an die, die von seiner Hand hier an Vord� lebte, in jener Tiefe seines Gemüts ver- funken, wohin kein unterseeischer Gedanke mehr reichte? Wo mochte er wohl sitzen und seine Nätsel murmeln, oder Poker spielen, träumen und trinken? Eines war gegeben: Drei Tage schon hatten die Glocken von den beiden Ponys nicht über den Kai geklungen. Wahrscheinlich stand sie jetzt, beklommenen 5zerzens und ratlos, spähend und lauschend dort drüben, ob die Manna des Tages nicht käme, wie sie einmal verheißen war! Er ging nach vorn. Unmöglich konnte er sie ausfragen oder ihr feine Hilfe anbieten. Aber tatsächlich stand es so, daß sie direkt physischen Mangel litt. Unzweifelhaft war sie ganz ohne Mittel. Entschlossen ging er an Land. Auf seine Anfrage erfuhr er, daß flser kleine Ponywagen mit seinem Transport von Tagesgerichten für einen Monat bestellt und von einem aus» löndischen Herrn, der seinen Namen nicht aufgegeben hatte, für diese Zeit vorausbezahlt war; doch der Monat war ab- gelaufen und eine Erneuerung der Bestellung nicht erfolgt. Gude erneuerte also die Bestellung. Auch er gab seinen Namen nicht an. Doch er verabredete, daß die Lieferung bis auf weiteres forlgesetzt werden sollte und bezahlte für längere Zeit. Noch ein wenig unsicher, ob er das Recht gehabt hätte, einzugreifen, ging er an Bord zurück. Der Passagier des Achterschiffes befand sich immer noch auf seinem Ausguck. Doch eine halbes Stunde später ertönten die Glocken des Ponywagens, und er hörte ihre Schuhe rasch über das Deck laufen. Ja, wie hungrig mußte sie sein! Der schwarze und der weiße«Küchenjunge hoben jeder eine silberne Schüssel auf die weiße Mütze. Der duftende Dampf stischgebratcnen Ge- slügels stieg ganz zu Eudes Deck herüber. Trotz seiner Sorge, was die Zukunft bringen würde, mußte er lächeln: Als der Geist der Lampe unsichtbar wurde, sprang der Geist des Ringes in die Bresche! Bon Andreas Pauli erhielt er eine Einladung zum Mittagessen auf seinem Landsitz in Vedbeck. Pauli schrieb, daß er unter anderen den Aufsichtsrat der Dänischen Werft treffen würde, der sich herzlich danach sehnt«, den Beirat von Ministerium und Werft kennen zu lernen. Auch der leitende Direktor der Bank der Dänischen Werst würde anwesend sein. Es kämen ausschließlich Herren, schloß der Brief, und dieser Satz war unterstrichen— unnötig dick nach Eudes Meinung. da die Einladung doch einem unverheirateten Manne galt. Parlättfig-" hotte er jedoch nichts mit dem Zsustichtsrat der Dänischen Werft zu verhandeln, und so sagte er mit ein paar höflichen Worten ab.— Er befand sich auf dem Heiniwege durch Nnbavn. Es war ein Sonntag zu Anfang Mai. Schon am Vormittage wurde es wann wie im Hochsommer, doch es war eine eigene erregende, frühlingsartige Hitze. (Fortsetzung folgt.) Ein Detektivfilm aus dem Leben. Milliardenbetrug, Bestechung und Erpressung. Ein umfangreiches Ermittlungsverfahren, das reichen Stoff zu einem Deteftipfilm aus dem Leben geben könnte, beschäftigt gegenmärtig die Gerichte von Berlin, Potsdam, Leipzig und Aachen. 6.14, C. 9.18 Uhr. Am Sonntag früh 7.00, 7.37, D. 10.15 Uhr. Anschluß an die Spreewaldbahn haben in Lübben die Züge 7.00, 7.37, 2.25, E. 9.18 Uhr. Sonntags auch D. 10.15. Rückfahrt am Sonntag abend von Lübben 8.01( an Görl. Bhf. 9.37) und 9.20( an 11.24). 3um letzten Zug Anschluß von Altzauche 8.20. Rariellverband Webbing. 3. Bezirk. Sigung am Montag, den 25. Junt, abends 7 Uhr, im Ledigenheim( Schönstedtstraße), Zimmer 19. Alle Beremé und Abteilungen müssen vertreten sein. Artistenwettstreit. Der 4. Bezirk des Arbeiter- Athleten- Bundes veranstaltet Sonnenwende des Touristenvereins Die Raturfreunde, Ortsgruppe Berlin, . B. Der Sonderzug fällt fort. Dafür fahren folgende Züge verstärkt am Sonnabend, den 23. Juni: 4 Uhr( Borzug 3,50 Uhr), 5,30 Uhr mit Anschlußzug nach Schöpfurth( eingelegt), 6,40 Uhr und 8,43, letterer mit Anschluß nach Schöpfurth. Führer der Abteilungen und Gruppen, meldet euch eine Stunde vor Abfahrt mit Angabe der Teilnehmerzahl beim Stationsvorsteher. RüdAbt. Nordost. Alle Nordoster fahrzeiten werden nach der Feier bekanntgegeben. treffen fich zur Sonnenwende um 5 Uhr Normaluhr vor dem Stettiner Fernbahnhof. Fahrscheinfahrt. am Sonntag, den 24. Juni, im Charlottenburger Volksgarten, Tegeler Weg Nr. 74-75, einen Artistenwettstreit. Nur gute Kräfte treten auf. Anfang nachmittags 4 Uhr im Theatergarten, bei Regenwetter im großen Festsaal. Etntritt 600 0. Vertrauliche Behandlung von Wucheranzeigen. Turn- und Sportverein Eiche, Köpenid. Die Borkämpfe zu dem 2. Bereins Der Bantbeamte Massonet, der bei einer Aachener Bant Sportfest beginnen bereits um 94 Uhr früh. Die gemeldeten Vereine erhalten Bielfach bitten Personen, die Anzeigen wegen Preiswuchers the Startmaterial zugefiellt, ausschließlich der Startnummern, die erst auf beschäftigt war, geriet eines Nachts auf der Straße mit mehreren Fahrtverbindung bis Bahnhof Röpenick epti. Personen in eine erregte Debatte. Als er sich als Bankbeamter vor erstatten, um vertrauliche Behandlung ihres Nasdem Blag ausgegeben werden. Straßenbahn bis Marienstraße- Edc. Vereine mit mehr als 8 Teilnehmern stellte, schlugen ihm seine Gegner vor. ihnen bei der Verfüberung mens, da sie andernfalls Nachteile verschiedenster Art befürchten. merden gebeten, Kampfrichter zu stellen. Kampfrighterbesprechung eine halbe fogenannter Expreßdollaricheds bei seiner Bank behilflich Da die Erfahrung gezeigt hat, daß diese Befürchtungen nicht immer Stunde früher. bes 4. Bezirks. Meisterschaftsspiele am Sonntag, den 24. Junt, zu sein. Auf diese Weise tam er mit einem gewissen Steinbeck unbegründet sind, und infolgedessen die Verbraucher sich vielfach in Richterfelbe- Süd am Barffriedhof, nachmittags 4 Uhr. Fauſtball Männer in Verbindung, der bereits von 15 Staatsanwaltschaften u. a. auch scheuen, Anzeige zu erstatten, weist der Präsident des Landespolizei- und Altersturner Schöneberg- Marienfelde. Handball( Jugend) Friedenau- Wedwegen Mordes gesucht mird. Steinbed veranlaßte amts, dem Amtlichen Preußischen Prgfiedienst zufolge, die nach ding;( Männer) Zossen- Wedding. Die Jugendspiele finden am 1. Juli in Massonet, aus dem Depot eines österreichischen Großindustriellen, geordneten Behörden darauf hin, daß es im Interesse einer wirl- Marienfelde vormittags 10 Uhr statt. Berliner Schwimm- Union 1913. Am Sonnabend, den 23. Juni, abends das dieser bei der Deutschen Bank in Aachen hatte, famen Bucherbekämpfung awed mäßig erscheine, einer dahin 7 Uhr, im Bereinslokal von Torno, GD. 16, Michaeltirchstr. 28, außerordent750 Glanzftoffattien durch betrügerische Maßnahmen mit gebenden Bitte soweit als irgend angängig zu entliche Gigung. Das Erscheinen eines jeden Mitgliedes ist unbedingte Pflicht. Ebenso werden die Eltern der jüngeren Mitglieder zum Besuch aufgefordert. Hilfe mehrerer Mitbeteiligter an die Zentrale der Deutschen Bant; prechen. Wichtige Tagesordnung. U. a.: Unsere Genossenschaftsfrage". nach Berlin zu leiten. Hier wurden die Aktien allmählich von den Ein mißlungenes Bubenstüd. Als in der Nacht zum Donnersangeblichen Empfangsberechtigten abgeholt und zu Geld gemacht. Das auf diese Weise veruntreute Objekt hat einen Wert von drei- tag ein Beamter des Polizeireviers 24 auf einem Streifgange die viertel Milliarden. Massonet, der aus Luckenwalde gebürtig euiielstraße passierte, bemerkte er in einiger Entfernung ist, gab seine Stellung auf und besuchte seine Mutter in Lucken einen Lichtschein. Vor dem Hause Beusselstr. 36 entdeckte er zwischen malde. Durch seine großen Geldausgaben lenkte er Verdacht auf dem Schaufenster und dem eisernen Schubgitter ein Patethen, fich und wurde unter der Anschuldigung des Landes aus dem an zwei Seiten brennende gündschnüre heraus perrats verhaftet. Bei der Verhaftung übergab er dem Polizei- ragten. Arbeiter- Turn- und Sportbund. 1. Kreis. 2. Bezirk. Am 14. und 15. Jult Er schnitt sofort die Zündschnüre ab und nahm das beamten deutsches und ausländisches Geld im Werte von drei Paketchen mit nach dem Revier, wo man in demselben 10 Re- findet in Templin für den 2. Bezirk das 3. Bezirksturn- und Sportfest statt. Millionen Mart zur Aufbewahrung und sagte dem Beamten dabei, bolberpatronen vorfand, die in Schießpulver ein Das Programm ist folgendes: Sonnabend Eintreffen der Teilnehmer; bei ge nügender Beteiligung durch Sonderzug. Die Fragebogen find den Bereinen daß er die Hälfte davon für einen guten 3wed" verwenden folle. gebettet waren. Die Untersuchung dieses verbrecherischen Anzugesandt. Meldeschluß am 25. Juni. Gleichzeitig letter Termin für Einfenbung des Festbeitrages an Georg Gradtke, Berlin- Beißensee, Megstr. 11. Seinen Gefangenenauffeher bestach Massonet mit flages ist der Kriminalpolizei übertragen worden. drei Millionen Mart, wofür dieser ihm zur Flucht verhalf. Massonet begab sich nach Berlin und fnüpfte hier mit der Witwe eines Staatsanwalts ein Verhältnis an. Durch Redereien feiner Geliebten erhielt die Polizei Kenntnis von den Straftaten und nahm Massonet fest. Massonet hatte vorher zwei Freunden von der Bestechung des Gefangenenauffehers Mitteilung gemacht, und diese hielten die Summe, die der Aufseher erhalten hatte, für zu hoch und schrieben dem Aufseher einen Brief, daß er ihnen die Hälfte bei Bermeidung einer Anzeige abgeben müsse. Beide wurden wegen Erpressung verhaftet; es sind das der Kaufmann Reuschel aus Leipzig und der Sekretär der Separistenpartei im Rheinland, von Hoven. Der Hauptschuldige Steinbeck, der auch den Hauptanteil der Beute erhalten hat, wird noch gesucht. Es ist bekannt geworden, daß er in Berlin in Lokalen der Lebewelt häufiger Gaft gewesen ist. Von dem erbeuteten Geld ist übrigens ein Betrag von 50 Millionen Mart einem Kabarettbefizer in Eisenach geliehen worden. Dafür, daß Mossonet und einer seiner Komplizen der Deutschen Bant davon Mitteilung gemacht haben, sind ihnen von dieser 5 Millionen Mark Belohnung von diesem Betrage zugesichert worden. Massonet behauptet außerdem, daß er 1200 Dollar und ausländische Effekten im Werte von 300 mil lionen Mart in Aachen nergraben habe. Bis auf Steinbed ist die ganze Berbrecherbande bereits hinter Schloß und Riegel gefeßt worden. Das Berfahren lautet auf Betrug, Unterschlagung, Ürfundenfälschung, Bestechuna und Erpressung. Die Berteidigung des Hauptangeklagten hat R.-A. Dr. Goldftüder über. nommen. Die Verzweiflungstat. Beim Schuh der Mutter den Vater erschlagen. Rheinlandfrage und passiver Widerstand." Ueber dies Thema spricht Herr v. Gerlach am Freitag 7, Uhr im Museum für Meeresfunde, Georgenstraße, in der Drtsgruppe Berlin der Deutschen Friedensgesellschaft. Zur Erneuerung der Steuerkarten für Kraftfahrzeugbesiker erläßt das Finanzamt Börse im vorliegenden Inseratenteil einen öffentlichen Aufruf. Vernünftige Stadtväter. Keine Anwesenheitsgelder. In Hardenberg- Neviges sollen nach einem einmütigen Beschluß keine Anwesenheitsgelder mehr gezahlt, wohl aber ein etwaiger VerJedem Stadtverordneten soll dadienstausfall vergütet werden. gegen eine fommunale Zeitschrift nach eigener Wahl zur Verfügung gestellt werden. Zur Nachahmung empfohlen. 6. 7. Groß- Berliner Parteinachrichten. Kveis. Kreuzberg. Sonnabend, den 23. Juni, 7% Uhr, Sigung der Beamtenobleute der Abteilungen in der Juristischen Sprechstunde, LindenAreis. Charlottenburg.( 56. und 57. Abt.) Wegen der ungünstigen Witte Straße 3. rung ist das Waldfest vom 24. Juni auf den 15. Juli verlegt worden. 17. Kreis. Lichtenberg. Arbeitersportwerbewoche! Die Genossen des Kreises versammeln fich Sonnabend, den 23. Juni, 6 Uhr, Frankfurter Allee, Ede Mainzer Straße. Kreisbanner mitbringen. Bannerträger stellt die 115. Abteilung. Erscheinen Pflicht. Abteilungs- Mietervertreter der Partei. Heute 7 Uhr in der Bibliothek, Weichselstr. 16. Kreis. Friedrichshain. Montag, den 25. Juni, öffentliche Beamtenver. sammlung in Schmidts Festsälen, Fruchtstr. 36a. Thema: Die neuen Beamtengehälter und die Sozialdemokratie". Ref. Gen. Steinkopf, M. d. R. Die Werbeausschüsse müssen einladen. Handzettel bei den Obleuten. 32. bis 38. Abt. Die Abteilungsleiterinnen laden zum Kreisfrauenabend am Dienstag, den 26. Juni, abends 7% Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, ein. Thema: Der internationale Frauenkongreß in Samburg". Ref. Genoffin Wurm, M. d. R. 5. Heute, Freitag, den 22. Juni: 44. Abt. 7 The wichtige Funktionärsikung bei Rabe, Fichteſtr. 29. Abgeorb. 97. Abt. Reutölln. Achtung, Bezirkskassierer! Die Abrechnung hat bis späte nete jeber Art sind eingeladen. Ausweis mitbringen. stens 25. b. M. beim Genoffen Moll, Emser Straße 57, zu erfolgen. Morgen, Sonnabend, den 23. Juni: Wirtschaft Der Inder auf dem Siegeszug. Die ehrliche Rechnung setzt sich überall durch. Jeht hat der Reichsminister für Wiederaufbau eine Verordnung erlassen, die für die Praxis der Reichsentschädigungsbehörden und der ihnen an gegliederten Spruchfammern bindend ist. Es werden die Liquidationsschäden nach bestimmten Grundsägen in dermäßig festgesetzt Der Zentralverband der Filmverleiher tagt zur Zeit in Berlin, er beschloß, für die Filmvermietung eine Grundzahl und den laufen. den Multiplikator einzuführen. Man sieht aus diesen beiden Maßnahmen erneut, daß die Behörden ebenso wie die Privatunternehmer im praktischen Wirtschaftsleben ohne Grundziffern und Richtzahlen, oder wie man es sonst nennt, einfach nicht mehr auskommen. Die Wertbeständigdie Wertbeständigkeit der Reichsbankkredite ergänzt wird, schafft für keit der Löhne, wenn sie durch die Wertbeständigkeit der Steuern und Deutschland die Grundlage einer klaren Währung. Indermäßige Preiserhöhungen. Wir registrieren heute: Linoleum, Gamafden, Gummimäntel, elektrische Heiz- und Kochapparaie, Benzol, Stabeisen, Feinbleche, Röhren, Filzhüte, Handarbeitsgarne. Diese Waren werdenfämtlich im Preise auf Grund von Meßziffern erhöht. Der Terfilhandel für Einführung der Goldrechnung. Der Reichsbund des Textileinzelhandels hat, wie dem Konfettionär" gedrahtet wird, auf seiner in Dresden abgehaltenen Hauptversammlung nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „ Der Textileinzelhandel, dem es unmöglich gemacht wird, anders als in fremder Währung zu kaufen, erblickt die einzige Lösung der durch den Währungsverfall entstehenden Schwierigkeiten in der bewußten Einstellung der gesamten Wirtschaft auf Gold. rechnung. Es ist nicht länger erträglich, daß jede neue Geldent. nen Bevölkerung und dem von der Kauffraft dieser Kreise abhängigen Einzelhandel zur Last fällt." Diefe Resolution soll, einem Anirage entsprechend, auch den übrigen Einzelhandelsverbänden zur möglichst weiten Berbreitung mitgeteilt werden. of Treffpunkt aur Sonnenmenfeier 76 Uhr abends Bahnhof Schönebergwertung einseitig der Masse der auf Papiermarteinkommen angewiese. b. Abends Plakate abholen von Goldschmidt, Stolpifdie Str. 36. Montag, den 25. b. M., dafelbst Funktionärtonferenz. Erscheinen Pflicht. b. Die Mietervertretersigung findet erſt Sonnabend, den 30. Suni, statt. Abt. 7 Uhr bei Höhlte, Bergmannstr. 69, Sigung des Abteilungsvorbt. Die am Sonnabend fällige Funktionärfonferenz fällt aus; die Be zirfsfilhrer laden zur Mitgliederversammlung am Mittwoch zu Wollfchläger ein, in der Genosse Lüdemann über: Soziale Baubetriebe" spricht. standes. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 95. Abt. Neukölln. Am 18. Juni ift Genoffe Sirschfels, Lichtenrader Straße 31, verstorben. Beerdigung Sonnabend, den 23. Jumi, 1½ Uhr, Gemeindefriedhof Mariendorfer Weg. 115. bt. Sichtenberg. Genoffe Flade, Frankfurter Allee 75, ist verftorben. Einäscherung Sonnabend frith 10 Uhr krematorium Baumschulenmeg. Arbeitersport. Touren für Gonntag, den 23./24. Sachwerte- Cebensversicherung. Einen fleinen Einblick in die Aus. dehnung, die das Bersicherungsgeschäft neuer Form annimmt, ge währt der Jahresbericht der Schiffslebens- Verf. A.-G. Nach dem Kurse Dom 1. Juni 1923 find im vergangenen Jahre für 7,3 Milliarden Mart wertbeständige Schiffslebens- Bersicherungen aufgenommen worden. Daneben wird jetzt die Waggon lebens- und die Automobillebens- Bersicherung ausgebaut. Da es sich dabei nicht um eine BerSicherungsmethode der alten Art, sondern um eine Art Erlebensversicherung handelt, ist ersichtlich, melch raffinierte Wege heute zur Erhaltung von Sachwerten mit Erfolg beschritten werden. haben ja auch schon die Hauslebens- und die Maschinenlebensversicherung. Wir Zusammenfaffung der Hamburger Getreidekredite. Von einenz Konsortium führender Hamburger Getreidehandelsfirmen wurde die Samburger Getreidekredit A. G. mit einem Kapital von 1 Milliarde Mart gegründet. Der Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung und Finanzierung des einschlägigen Handels. Ein unerquickliches Familienbild entrollte die Verhandlung gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter dem Vorsiz non Landgerichtsdirektor Boigt gegen den 21jährigen Arbeiter Hugo Klein, der sich wegen Tötung feines Vaters zu verantworten hatte. Der Totschlag war in der Nacht zum 2. Januar diefes Jahres verübt worden. Nach vorhergegangenem Streite zwischen Bater und Mutter, in den sich der Sohn eingemischt hatte, hatte der Angeklagte ein Beil ergriffen und dem Vater mehrere Siebe über den Kopf verseht, fodaß dieser mit zertrümmertem Schädel fofort tot war. Der Angeklagte war vor Gericht geständig 31. und stellte seine Tat als einen Berzweiflungsaft hin. Der 39. Bater sei ein Gewohnheitstrinfer gewesen, der, wenn er 42. nachts betrunken nach Hause fam, Mutter und Schwestern miß47. handelt habe. Einmal habe er die Schwester derart geschlagen, daß sie aus Mund und Nase blutete. Es sei nicht selten gewesen, daß der Vater in der Dunkelheit Rochtöpfe und das Haushaltungsgeschirr zertrümmerte. Als es in der verhängnisvollen Nacht wieder zu einem derartigen Auftritt mit dem finnlos betrunkenen Bater fam, habe er die Besinnung verloren, nachdem der Vater gedroht hatte, ihn nebst Mutter und Schwester mitten in der Nacht auf die Straße zu jagen. Ohne Besinnung habe er das Beil ergriffen und den Bater niedergeschlagen. Die Mutter des Angeklagten bestätigte die Angaben ihres Sohnes und bezeichnete ihr Eheleben an der Seite dieses Säufers als das den fbar unglüdlichste. Ihr Sohn sei ein ruhiger und ordentlicher Mensch gewesen, der immer der Arbeit nachgegangen sei. Während die Schwestern des Angeklagten Gonnabend, ben 23. Juni, Gammelstart ber Abteilungen und Drisgruppen Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität Berlin. Achtung, Bundesgenossen! für diesen Partei nahmen, traten die Stieffchwestern, die Töchter aus 5% Uhr Beberwiese. Erscheinen aller ist Bflicht, ebenso am Mittwoch, den der ersten Ehe des erschlagenen Arbeiters Klein, gegen ihn auf. Die 27. Juni, 6% Uhr, Sammelstart Bankow, Mühlenstr. 12, speziell die 6., 7., Geschworenen sprachen den Angeklagten schuldig der Körperver- 9. und 11. Abteilung sowie die Ortsgruppe. Freitag, den 29. Juni, 7 Uhr Start für Fahrwarte Neue Friedrichstr. 1. legung mit Tobeserfolg unter Bubilligung mildernder Umstände. 1. bt. 23. Connenwendfeier Gofener Berge 8 Uhr abends; 24. nach ebenda Das Ürteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis. 6 und 12 Uhr, Starts Bülowstraße 58. 2. bt. 23. nach Tangermünde; Treffpunit 3½ Uhr Lehrter Bahnhof; abends 6 Uhr Gofener Berge; 24. vormittags 5 und mittags 1 hr nach ebenda; Starts Dieffenbachstr. 36. 3. Abt. WandFahrtänderungen bei der Ringbahn.. lissee vormittags 6 Uhr, mittags 1½ Uhr Grünauer Str. 17; Starts Baufiger Der Bahnsteig des Potsdamer Ringbahnhofs Blag. 4. A bt. Mogenfee 5 Uhr, Müggelhort 12 Uhr mittags; Starts WeberAmerikanische Banfroife. Kaum ist die Einstellung der Zahlungen wird gegenwärtig fo verlängert, daß die Ringbahnzüge um. Abt. Rauensche Berge vormittags 4 Uhr, Rahnsdorfer Mühle 6 und 12 Uhr; wird der Zusammenbruch der Firma 3 immermannu. Forjay wiese. 5. A b t. Tiefenfee 5 Uhr, Böthfee 12 Uhr; Starts Landsberger Plaz. von Knauth, Nachoo u. Kühne in New York verdaut, da zwei Wagen verstärkt werden können. Diese Berlängerung des Starts Ropenhagener Str. 26. 7. Abt. 28. 5 Uhr nachmittags Teupis, 24. Bahnsteigs bedingt umfangreiche Benderungen an den Gleis und vormittags 4 Uhr ebenda, 12 Uhr Schmödwig: Starts Rolonieftr. 146. 8. bt. gemeldet. Wir registrieren diefe Meldungen aus einem besonderen Weichenanlagen. Damit der Verkehr möglichst wenig gestört 23. Seupis 5½ Uhr Arminiusplak, 24. vormittags 5 Uhr Teuvis. Arminius. Grunde. In Deutschland gibt es nahezu feine Konkurse mehr wird, werden die Arbeiten größtenteils nachts ausgeführt. Bura Grau; Starts at 8. 9. 11. 25. he nachmittags und dies zu einer Zeit, da die Verhältnisse, wie die New Yorker Zu Schaffung ausreichender Arbeitspausen müssen aber an einigen 23. 5% Uhr Leuviz, 24. vormittags 6 und mittags 12 Uhr Crossinsee; Start sammenbrüche zeigen, durchaus nicht einfach sind. Die geringe Zahl Tagen von 11.00 abends ab bie Rüge von est end nachhr Benthen: Starts Utrechter Sir. 9. Jugend Abteilung. Gofener Wirtschaft. Die fortgesetzte Entwertung der Mark täuscht über Comeniusplag. 11. 5 t. 23. 4 Uhr nachmittags Teuvig, 24. vormittags der Konkurse bei uns zeigt so recht die hohlheit unserer dem Potsdamer Ringbahnhof in Schöneberg en den und die Berge: Start 8 Uhr abends Schlesisches Tor. Ortsgr. Neun. 23. Die Mängel und Verluste auch des dümmsten Kaufmanns hinweg. fonst vom Potsdamer Ringbahnhof nach Richtung Tempelhof ber- 5 Uhr Teupis: Start Herzbergplag. Ortsgr. Mariendorf. Liepkehrenden Züge zwischen Potsdamer Ringbahnhof und Schöneberg nisfee vormittags 5 Uhr. Drisgr. Lichtenberg. 23. Sportdemon In Mart gerechnet, verdient eben jeder, und wenn er feine Ware ausfallen, so daß diefe Züge erit in cöneberg bee Busteet ten sgt. Bartsst. Tegel. Migrenbed: Gtart überhaupt nicht in Umlauf bringt, scheinbar am ehesten. Dazu Bürgergarten. Ortsgr. Baumschulen 28. Gofener Berge; ginnen. Die Züge von Tempelhof nach dem Potsdamer Ring- Start 7 Uhr abends Bahnhof. Ortsgr. Oberichöne weide. Bor- tommt, daß unsere Exporteure, auf unsere schlechten Papiermarklöhne bahnhof und von dort nach Westend werden verkehren und so ge Ins Odertal 5 Uhr vormittags; Start Mühlenstr. 12. Ortsgr. Charjeht aus Stockholm gemeldet, daß dort deutsche Ziegelsteine um mittags 5 Uhr Rörbistrug; Start Glemensstr. 6. Drtsgt. Bankow. geftüht, im Ausland alle anderen Waren zumeist schlagen. So wird legt werden, daß fie in Schöneberg den Anschluß an die dort fottenburg. Familientour Scatwinkel: Start 7 Uhr Galvaniſtr. 13. endenden oder beginnenden Züge ermitteln. Das reifende Publikum Ortsgr. Bilmersdorf. Wannsee: Start 12 Uhr Denkmal Aue. 70 Broz Billiger sind als schwedische von noch nicht wird durch Aushänge, die an den betreffenden Tagen auf allen tag, den 25. Juni, abends 7 Uhr, in der Weinmeiſterſtr. 16-17 in Empfang zu preise, die wegen der Ausschaltung der Konsumkraft weiter Volks. MEB.- Bundesmeisterschaft am 8. Juli. Die Blatate find mur am Mon- einmal gleicher Güte. Im Inland gibt es trotz der Höhe der Waren. Ringbahnhöfen angebracht werden, näher unterrichtet werden. nehmen. Mitzubringen und abzugeben ist die schriftliche Angabe der dushang, freise mit einem scheinbaren Ueberfluß an Waren zusammenfallen, 8weds Aufstellung der Abrechnung der Nummern bis 9 des ,, Arbeiter- Fußball" haben alle baran beteiligten Genoffen, insbesondere Gut feine freie Konturrenz. Tausende von Kartellen, Syndikaten, KonJugendherberge Erlkönig" im Spreewald. mann, Saul und die Bezirkserpedienten, ebenso die Genossen, die mit dem ventionen usw. diftieren Sie Preise. So verschwanden die Konturse. Am Sonntag, den 8. Jufi, nachmittags 2 Uhr, findet die Ein- uerfelber. 2 u eten. Sonnabend, den 28. Juni, abends Rommen wir einmal in gesündere wirtschaftliche Verhältnisse, so meihung der vom Jugendamt der Stadt Berlin gemeinsam mit Fichte- Weft. Aenderung file bas offene Sportfeft am 8. Juli. Die Bor werden sich diese Dinge ändern. Schon die Einführung der wertden Deutschen 3. H., teilweise mit Mitteln von amerikanischen fämpfe finben nicht, wie ursprünglich angegeben, vormittags, fondern um beständigen Löhne wird wahrscheinlich die Reinigung vorbereiten. Freunden der Jugend eingerichteten Jugendherberge statt. Bur 1 Uhr nachmittags statt. Meldeschluß 30. Junt. meldungen find zu richten Der Betrug mit dem Gewinn aus immer schlechterer Bezahlung der an 6. Teller, Berlin- Wilmersdorf, Sigmaringer Straße 15. Feier sind die Jugend selbst, alle Freunde der Jugend, alle Freunde Arbeitstraft hört dann auf. Dem Ausland gegenüber wird die des Spreewaldes und seiner eigenartigen Schönheit herzlichst einQualität der Arbeit, die Höhe der technischen Organisation ent geladen. Das Fest soll eine Heerschau der Freunde des Herbergsscheiden. Die deutsche Industrie ist in den jüngstvergangenen zehn werkes werden. Auch die einheimische Bevölkerung wird in ihrer wendischen Tracht in großer Zahl an der Feier teilnehmen. Die knapp, Geschäft rege. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft Jahren, weil sie sich auf Dumping und Kartelldiftatur eingestellt hat, weit hinter der industriellen Durchbildung der Produktion anderer beabsichtigte Teilnahme ist dem Jugendamt der Stadt Berlin, Länder zurüdgeblieben. Im Inland wird der wertbeständige Wanderauskunftsstelle, Berlin C. 2, Boftstraße 16, mitzuteilen. Bege zur Erlkönig- Weihe. 1. Bom Görl. Bhf. mit Fernzügen Kleinhandelspreise: Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Schn die Spekulation auf die fallende Mark eindämmen. Der tüchtigere Kaufmann wird sich wieder vom gewöhnlichen Spetulanten nach Lübben( 2 Std.). Dort umsteigen in die Spreewaldbahn und Rindfleisch 12 000-16 000 M., ohne Knochen 15 000-18 000 M. unterscheiden. Wir werden wieder Konkurse haben. Wenn sich Fahrt bis Altzauche- Burglehn( ½ Std.), dam Fußweg- Std. Schweinefleisch 13000-16000 M. Kalbfleisch 9000-14 000 M. Hammel- Unternehmer" bei uns wieder anfangen das Genic zu brechen, dann bis Altzaucher Mühle. 2. Vom Göri. Bhf. nach Lübben( 2 Stb.). fleisch 12 000-14 200 M. Rindertalg 17 500-20000 M. Schellfisch 3600 beginnt die Reinigung unserer Wirtschaft. Bon dort zu Fuß durch die Stadt Lübben über Radensdorf nach bis 4700 M. Kabeljau 3500-5000 M. Rotzungen 5500-6500 M. In Eis: Hechte 10 500-12 500 M. Altzaucher Mühle( 14 Kilom. meist Landstraße). 3. Vom Görl. Bhf. Schleie 8000-13 000 M. Lebende Schleie Devisenkurse. Unserer geftrigen Kurstafel find noch folgende mit Fernzügen nach Betschau( 2% Std.). Tageswanderung über 16000-17500 M. Aale 18000-21000 M. Naturbutter 21500-24 800 M. Rotierungen nachzutragen: 100 österreichische Kronen 182,54 Gelb, nach Altzoucher Mühle( Fußwege neben den Fließen). Insgesamt 950-1020 M. das Stück. Weizenmehl 3000-3500 M. Graupen 2500 bis 1 ungarische Krone 14.16 Gelb, 14,24 Brief; 1 bulgarische Lewa Burg 1 Strone 8885,- Geld, 3855,- Brief; 23 Kilometer. Gegf. Uebernachten in Betschau oder Burg.( 3. 5.) Kopf. Mohrrüben 1700-2000 M. Kohlrabi 5000-5600 M. die Mandel. 1695,50 Geld, 1704,50 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 1466,- Geld, Züge ab Gört. Bahnhof nach Lübben, Lübbenau, Kirschen 4800-6000 M. Stachelbeeren 1500-1800 M. Erdbeeren 15000 1474, Brief; Polennoten wurden im freien Bertehr zwischen 115 Reddusch, Vetschau am Sonnabend: 7.00, 7.37, D. 10.15, 12.15, 2.25, bis 20 000 M. und 122 gehandelt. Teupi, 24. Dormittags 5 Uhr Sodnißsee; Starts Schulstr. 114. 10. Abt. Stellen. Uhr, in Genefelderstr. zu erscheinen. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft ziemlich flau. Fische lebhaft. 3000 M. Haferflocken 2400-2950 M. Blumenkohl 5500-6500 M. der Jubiläumsverbandstag der Holzarbeiter. Die Niederlage der SPD. Raffel, In der Stadthalle in Kassel wurde am Sonntag in Anwesenheit zahlreicher in- und ausländischer Persönlichkeiten der 13. Verbandstag des Deutschen Holzarbeiterverbandes, mit dem sich zugleich auch = Severingstürzer. Der Landtag fegte gestern, Donnerstag, nachdem er für die habe. Aus guten Gründen kann ich auf die Vorgänge in Friedrichsder Tag des 30jährigen Bestehens jährte, eröffnet. Nach Erledigung Urbarmadyung von staatlichen Mooren in Hannover und Schleswig feld und auf die folgenden Auswirkungen in Münster nicht einder Begrüßungsansprachen wurden zu Vorsitzenden gewählt: Holstein 24 Milliarden und für Bedeichungsarbeiten in Schleswig gehen.( 3urufe rechts: Warum nicht?- Abg. Rippel[ Dnat.]: Tarnow Berlin, Edel- Rassel. In der ersten Arbeitssigung 1800 000 Mart bewilligt und auf Anregung unserer Genossen die Standal! Entrüftungsrufe links.) Wenn die deutschnationale Bresse am Montag wurden die Anträge der Kommunisten auf verlängerte Novellen zur und Beamtenbesoldung die Borgänge in Münster einen Ausfiuß der Willtür des preußischen Redezeit, auf Zulassung von Korreferenten und auf Einladung einer angenommen hatte, die Haushaltsbesprechung fort. Wie am Mitt wohl von preußischen Kriminalbeamten ausgeführt, aber auf die Delegation der russischen Holzarbeiter als Gäfte mit großer Mehrheit woch Gen. Heilmann mit den Deutschnationalen, so rechnete nun Innenministers nennt, so muß ich feststellen, daß die Recherchen abgelehnt. mit den Kommunisten ab: Ueberall waren die Bergleute gegen den( Lebhaftes Hört, hört! links.) Diese war besorgt, daß die dortigen wohl von preußischen Kriminalbeamten ausgeführt, aber auf die Genosse Limberh Aufforderung einer Reichsstelle zurückzuführen waren. Streit; denn im Ruhrgebiet fonnte unter den anormalen Berhält Erscheinungen, wenn fie fich fortsetten, der allerungünstigsten Einniffen ein Streit im gewöhnlichen Sinne gar nicht geführt werden. fluß auf die Berhandlung gegen die Krupp Direttoren Es find ja nicht die Unternehmer, die die Löhne zahlen. Aber über haben würden.( Stürmisches Hört, hört! fints.) Ich bitte dringend, all haben fommunistische Garden, junge Schmösels und unlautere auf Herrn Bae der einzuwirken, daß er nicht immer wieder an die Elemente, die sich immer bei kommunistischen Aktionen" einfinden, Vorgänge in Münster erinnert, denn diefer Herr, der in Münster die Belegschaften jo lange terrorifiert, wieder zum Vorsitzenden des Reichsverbandes der deutschen Presse gewählt worden ist, hat seinen Aufenthalt dazu benutzt, um sich wieder unrichtige Informationen zu verschaffen, die dann auch die " Dtsch. Tagesztg." verwendet hat.( hört, hört! links.) Beim Den Bericht des Vorstandes erstattete dann Tarnow. Er verwies auf den gedruckt vorliegenden Bericht, dessen allgemeine Angaben durch Einzelheiten ergänzend. Eingehender beschäftigte fich Stellungnahme zur Arbeitsgemeinschaft. der Redner mit der zu erklären. Landarbeiterstreit in Schlesien Schon der letzte Verbandstag habe in Hamburg den Beschluß gefaßt, die Schaffung verfassungsrechtlicher und gesetzlich fundierter Organe zu fordern, durch welche die Arbeiterschaft an der Wirtschaftsführung bis da und dort den Arbeitern die Galle überlief. Ueberall, wo die verantwortlich teilnimmt. In diesem Beschluß war auch die Auf- Arbeiter sich ebenfalls mit Knüppeln oder Beilen bewaffneten und faffung ausgesprochen, daß die Organisation der Arbeitsgemein ernste Miene machten, war der kommunistische Sput bald verschwun schaften zeitlich begrenzt sei und erlöschen müsse, wenn die Arbeiterschaft auf rechtlicher und gesetzlicher Grundlage zur Mitverantworten. Ueberall, wo die fommunistischen Banden auf den Zechen sich tung berufen wird. Diese Auffassung soll von dem diesmaligen Ber- eingefunden hatten, wurde geplündert und gestohlen, was find Terrorakte zwar vorgekommen, aber was in der deutschnatiobandstag einer Nachprüfung unterzogen werden. Tarnow erinnerte nicht niet- und nagelfest war. Ja, das Lumpengesindel hat sich nalen Bresse gestanden hat, ist hundertmal übertrieben. an die Kämpfe, die um die Frage der Arbeitsgemeinschaft in grund- stellenweise nicht gescheut, das Leben der Bergleute in Gefahr( hört, hört! lints.) Der Minister verliest einen Bericht eines nichtfäßlicher und taftischer Hinsicht geführt worden sind. Hier handele zu bringen. Grubeneinrichtungen aller Art, Schachtanlagen und sozialistischen Landrats, wonach der Selbstschuh in bewaffes sich um die grundsägliche Frage, die schon oft in anderer Form dergl. wurden beschädigt oder zerstört, Millionenschäden angerichtet. neten Trupps aufzog. Nur durch die Einwirkung des Landin der Arbeiterbewegung leidenschaftlich diskutiert worden ist, näm. An den gefährlichsten Stellen( wie in Benzollagern) liefen rats auf die Selbstschußführer wurde Schwereres verhütet.( Hört, lich darum, ob die Arbeiterschaft ihren Einfluß überall dort geltend die Blünderer mit brennenden Bigaretten herum. Auf hört! links.) Terroratte werden verfolgt und der Staatsanwaltmachen soll, wo sich die Möglichkeit dazu bietet, oder ob sie warten den Zechen„ Viktoria"," Germania"," Preußen" überall das gleiche schaft zur Kenntnis gebracht, aber von einem Bersagen der Polizei foll, bis sie sich das Allein bestimmungsrecht erkämpft hat. id. Unter Lügen wie: tie Franzosen hätten das Werk besetzt, lockte fann feine Rede sein. Ebenso wie die Arbeitsgemeinschaft war die Idee der Tarif. man die Belegschaften heraus. Dabei trugen kommunistische Hun Ich habe mich nicht gegen Einzelheiten der„ Bergisch- Märkischen gemeinschaft umstritten, bis sie sich durchsetzte als eine unab- tertschaftler Waffen auf Grund französischer Waffenscheine. Das Zeitung", sondern gegen die Tendenz des Artikels Mitschuldig an wendbare Notwendigkeit. Als die Gewerkschaften nach der RevoluTechtelmechtel zwischen Kommunisten und Franzosen dem Tod Schlageters" gewandt. Es blieb der tion in die Arbeitsgemeinschaften eintraten, glaubten fie fich start ist zu verschiedenen Malen einwandfrei festgestellt. Ihre Ber Rabulisfit Baeders genug, an der Wirtschaftsführung teilnehmen zu tönnen. Unter fammlungen fanden zum Teil unter dem Schuß der Franzosen statt. vorbehalten, das Berliner Polizeipräsidium für eine Zentralbehörde dem Druck der Ereignisse der Revolution gestand man ihr dies Recht Der Respekt vor den französischen Offizieren führte bei den Komder Mitbestimmung zu. Im Artikel 165 der Reichsverfassung ist die munisten zu den tomischsten Szenen, bis zum Hadenzujam/ Breslau die Verhaftung Hauensteins verlangt. Dann hat das Schon vor langem hatte das Polizeipräsidium Mitwirkung der Arbeiterschaft in den Produktions- und Wirtschafts- menreißen und Strammstehen. Und diese Leute be- Berliner Polizeipräsidium ihn wegen zahlreicher Verdachtsmomente fragen verfassungsrechtlich festgesetzt. In den Betriebsräten schimpften dann die der Feuerwehr zu Hilfe geschickten organisierten verfolgt. Es wäre deutsch und national, anzuerkennen, daß find derartige Organe geschaffen worden, und im Reichswirtschafts- Arbeiter als Faschisten. In Oberschlesien haben sich die Kommunisten Ihre Anflagen, ich sei fchuld an Hauensteins Berhaftung, falsch allerdings nur in der Spize eine Einrichtung, mit den Hafenfreuglern verbündet. Da wurden die Selbst- find. Statt dessen verleumden sie mich weiter!( Unruhe rechts; lebin der die Arbeiterschaft bei der Regelung von Wirtschaftsfragen mit schuhler, Orgeschleute mit dem Hakenkreuz, von den Kommunisten als hafte 3uftimmung lints.) Herr Hergt hat öffentlich der Regierung wirft. Wenn auch die Bezirkswirtschaftsräte noch nicht errichtet Brüder begrüßt. Auf den kommunistischen Zwischenruf, die So- Rampf bis aufs Meffer angefagt. Glauben Sie da, daß ich find, so tann man doch heute sagen, daß die gefeßlich und verzialdemokraten ließen auf die Kommunisten schießen, antwortete da immer stillhalten muß, um mich von Ihnen prügeln zu lassen? fassungsrechtlichen Bestimmungen soweit ausreichend sind, daß die schlagfertig Gen. Lambert: Wenn Ihr wie in Bochum Miene macht, Nein, auf einen Schelm anderthalben!( Lebhafter Beiprivaten Arbeitsgemeinschaften hinfällig ge- unsere Verbandshäuser zu befeßen und zu zerstören, dann fall links.) worden sind. Aus diesem Grunde wird dem Berbandstag in fon- sollt Ihr was erleben! Nicht rechtsraditale Sabotageafte und nicht Damit schließt die allgemeine Aussprache. fequenter Fortführung seiner Arbeitsgemeinschaftspolitik und insbe- tommunistischer Aufruhr, erklärte Gen. Limberg zum Schluß, sondern In der Einzelberatung wird der Zentrumsantrag, dem fondere des Hamburger Beschlusses eine Entschließung vorgelegt die planmäßige, zielbewußte Arbeit und Abwehr der organisierten Staatsrat einen eigenen Haushalt zu geben, in der von unseren werden, in welcher der ADGB. aufgefordert wird, für den weiteren Arbeiter allem fönnen uns helfen.( Lebhafter Beifall.) Genoffen beantragten namentlichen Abstimmung mit 137 gegen 126 Ausbau der wirtschaftlichen Demokratie Sorge zu tragen und aus Stimmen bei 9 Enthaltungen angenommen. Abgelehnt wird der Arbeitsgemeinschaft auszutreten. der deutschnationale Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungs ausschusses zum schlesischen Landarbeiterstreik. Das Haus nimmt dann zum Haushalt der Forstverwaltung Anträge an auf freihändigen Berkauf von Brennholz zu erträglichen Preisen an Minderbemittelte, Kleinrenter usw. sowie auf Gewährung von Waldweide gegen Bezahlung für Staatsforstbeamte, Waldarbeiter und fleine Biehhalter. Beim Haushalt der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung weift Genoffe Limbert darauf hin, daß trok Not, Hungers und der schwierigen politischen Lage eine Reihe Bergunternehmer wenig joziales Berständnis befunden. Sie versuchen immer wieder die Lohnverhandlungen zu verschleppen, obwohl rasche Anpassung der Löhne an die Geldentwertung das Gebot der Stunde ist. Handelsminister Genosse Siering rat hat man Tarnow wandte sich dann der tommunistischen Zellenbildung Nach dem Zentrumsabgeordneten v. Papen, der den von den Deutschnationalen geforderten Untersuchungsausschuß zum schlesischen Bandarbeiterstreit ablehnt ,. zieht der Demokrat Nuschte die Bilanz der Aussprache. Der Ertrag der Debatte betont er liegt in dem Entschluß der Koalitionsparteien, die Regierung auch weiterhin zu unterstützen. Eines besonderen Vertrauensvotums bedarf es daher nicht.( Widerspruch rechts.) Die Hehe gegen Severing iff abgetan innerhalb der Gewerkschaften zu. Die KPD. will die deutschen Gewerkschaften für ihre politischen Zwede anspannen. Wenn man nun sagen wollte, es handle sich hier um Meinungen und Anschauungen, die verschieden gewertet werden können, so gibt es aber doch Beweise, die mehr handgreiflicher Natur find. Wir haben in und die Koalition unterstreicht die grenzenlose Niederlage, unferem Verband eine gefchloffene kommunistische die ihre Angreifer erlitten haben.( Zustimmung.) Auch der Abg. Nebenorganisation.( Lebhafte Bewegung.) Man hat sich Drewitz( Wirtsch. Partei) hebt unter Zustimmung der Mehrheit nicht mehr damit begnügt, sogenannte Bellen zu bilden, sondern man hervor, daß die Art der deutschnationalen Angriffe auf Severing hat sich zu einer festen Organisation zusammengeschlossen. alles Dagewesene übersteige. Der Minister habe sich in seiner Ant Der Redner zeigte eine Mitgliedskarte vor, die den Aufdruck ,, Ge- wort als wirklicher und seiner Berantwortung sich bewußter Staatswertschaftsoppofition, Fachgruppe Holzarbeiter" trägt und mit bemann erwiesen. sonderen Beitragsmarten versehen war.( Lebhafte Noch einmal versuchte Abg. Baeder- Berlin( Dnat.) unter Bewegung.) Es ist soweit gekommen, daß neben den legalen fürchterlichem Stimmenaufwand nach der verlorenen Schlacht die Organen unserer Organisation illegale geschaffen worden sind, eine oder andere Stellung zu retten. Den vom Gen. Heilmann verdie zu den Fragen der Verbandspolitit Stellung nehmen und leſenen, von der Polizei stammenden Bericht über die deutschymatioüber die internen Borgänge des Verbandslebens ihren Auftrag nale mordlüfterne Bersammlung am Brenzlauer Berg begebern, nämlich der Zentrale der Kommunistischen zeichnete Baeder unter Heiterfeit als Spielbericht. Dem Gen. Hel Partei, Bericht erstatten, damit diese dies Material auswertet für mann warf er, rafend vor But, mit übergeschnappter Stimme vor, einen schamlos geführten er habe mit seiner Rede nun selbst einen Best fordon um sich gezogen. Worauf Heilmann später in persönlicher Bemerfung mit ber Frage erwiderte: Wo find Ihre Toten, Ihre Opfer? In wohltuendem Gegensatz zu Baeders Aufregung fland die Ruhe und Sicherheit, mit der Innenminister Severing Kampf gegen die deutschen Gewerkschaftsorganisationen. Der Verbandsvorstand ist gegenüber diesen Bestrebungen bisher immer sehr loyal verfahren, weil er nicht daran glaubt, daß diefer Reimzellenbewegung ein Erfolg beschieden sein wird. Wir dürfen uns aber unsere Arbeit nicht erschweren lassen durch Leute, die feinerlei Verantwortungsgefühl in sich tragen und nur den Zweck eine Reihe neuer und alter Vorwürfe zurückwies. Es ist nicht fennen, die Gewerkschaften zu einem Machtmittel einer richtig betonte er, daß das preußische Staatsministernum über politischen Bewegung zu begradieren. Besonders die Borgänge in Friedrichsfeld und Münster falsche Berichte erhalten dürfen wir nicht mehr zugeben, daß Vertrauensstellen in unserer Organisation für die Zwede der Kommunistischen Partei mißbraucht werden. Der Verbandsvorstand wird dem Berbandstag eine Resolution zur Beschlußfaffung unterbreiten, in der er um die Ermächtigung ersucht, gegen diesen Mißbrauch der Orga nisation vorzugehen. Abwehr der kommunistischen Zerstörungsarbeit, feinen Beschluß dahin, daß der Vorstand alles zu tun habe, unn die Bertretungen in den amtlichen Wirtschaftsstellen zu halten. Die Nachmittagsfigung wurde ausgefüllt durch die Behandlung der Cohn- und Bertragspolitit führt aus, es treffe nicht zu, daß nach Abfuhr der Kohlenhalden durch die Franzosen neue Kohlenhalden aufgeschüttet wurden. Es habe sogar der Plan bestanden, die vorhandenen Haldentohlen an die Bevölkerung zum Hausbrand zu verteilen. Es sei nicht seine Schuld, wenn dieser Plan nicht rechtzeitig durchgeführt wurde. Nunmehr hätten die Franzosen auch diese Stohlen beschlagnahmt. Natürlich dürften sich heute die Arbeitgeber in der Lohnfrage nicht feinlich zeigen. Abg. Dr. Pinkerneil( D. Bp.) erflärt, die Arbeitgeber trügen der Notlage durchaus Rechnung. Mit dem Berghaushalt wird eine Entschließung angenommen, bet der Reichsregierung auf eine grundlegende Aenderung des Rohlensteuergeseßes hinzuwirken. Nach Annahme der Haushalte der Porzellanmanufaktur, der allgemeinen Finanzverwaltung und des Landtages vertagt sich das Haus zur weiteren Etatsberatung auf Freitag 10 Uhr. bildeten bei den reichszentralen Berhandlungen, die für einige Branchen geführt wurden, ein empfindliches Hindernis. In. der Diskussion wurde vor allem der Wunsch laut, der ADGB. solle sich mehr um die Lohn- und Vertragsfragen fümmern. Das In der Nachmittagsfihung wurde die Borstands- Bericht. erstattung fortgesetzt. Es folgten der Kassenbericht, der Bericht des des Verbandes. Referenten waren Schleicher und Dammert rief den Vertreter des Bundesvorstandes, Graßmann, auf den Plan, der das Zutrauen zum ADGB., den man gegen alle Uebel der Verbandsausschusses, der Redaktion und der Preßkommiffion. An- vom Verbandsvorstand. Der erste Referent führte folgendes aus: Zeit zu Hilfe rufe, als geradezu beängstigend bezeichnete. Die Füh Im Jahre 1922 hat der Verband für 406 865 Personen die Lohn rung von Lohnbewegungen fei in den Bundesfazungen ausdrücklich schließend wurde in die Diskussion eingetreten, die sich hauptsächlich mit der Arbeitsgemeinschaft und der fommunistischen Oppofition be- verhältnisse ohne Kampf neu regeln tönnen. Die Erneuerung der ben einzelnen Gewerkschaften vorbehalten. Auf wirtfaßte. Während sich der Verbandstag einig war in der Lohnabkommen mußte aber im Laufe des Jahres nicht nur einmal, schaftspolitischem Gebiete, vor allem in der Erwerbslofen- und Kurzsondern im Durchschnitt 12 bis 15 mal erfolgen. Dafür waren not arbeiterfrage und bezüglich der produttiven Erwerbslosemunderwaren die Ansichten über die Arbeitsgemeinschaft sehr wendig 6259 bezirkliche und örtliche Lohnabkommen. Auf den Tag ftüßung hat der Bund allerhand geleistet. In der Lohnfrage muß waren die Ansichten über die Arbeitsgemeinschaft fehr umgerechnet ergibt das 17 tarifliche Lohnabschlüsse. In den Jahren jetzt zunächst eine Basis gesucht werden, die den Friedenslöhnen geteilt. Angenommen wurde eine Entschließung, in der sich der 1921 und 1922 wurden insgesamt 195 Tarifverträge für 260 441 Be- geredyt wird. Berbandstag erneut zur wirtschaftlichen Demokratie bekannte und in schäftigte abgeschlossen. In vielen Fällen mußte auch der Kampf ent- Leuerungszuschlag muß ein Schlüssel gesucht werden. GoldFür den daneben festzusetzenden veränderlichen der weiter gesagt wird: In bezug auf die Arbeitsgemeinschaften macht sich der Ber Erfolge. Wenn es uns auch nicht gelungen ist, die Lebenshaltung Inder hat seine Mängel; brauchbarer find die Großhandels In bezug auf die Arbeitsgemeinschaften macht sich der Ber- fcheiden. Der Umfang unserer Bewegung bedeutet ein Stück sozialer zoll oder Goldzollaufgeld find allein dazu nicht geeignet, auch der bandstag die in dem Beschluß des Ausschusses des ADGB. vom der Arbeiterschaft zu heben, so ist unsere Arbeit doch dazu angetan preife. Die Sigung des Bundesausschusses, der die Vorschläge November 1920 niedergelegte Auffassung zu eigen, wonach die gewefen, die weitere Berelendung hintanzuhalten. Im allgemeinen bes Bundesvorstandes genehmigen muß, darf nicht überhaftet werden, Organisation der Arbeitsgemeinschaften zeitlich begrenzt ist ist es uns in den legten Monaten gelungen, den Reallohn, ge- damit die Mitglieder mit einer abgeklärten Meinung zu diesen wichtiund erlöschen wird, wenn andere verfassungsrechtliche und gesetzlich messen an den amtlichen Teuerungsziffern, zu halten. Die pral- gen Beschlüssen Stellung nehmen. In der allernächsten Zeit wird fundierte Organe geschaffen find, in denen die Arbeiterschaft an tische Arbeit hat bewiesen, daß bei bezirklichen Lohnablommen ohne der ADGB. mit einem Programm an die Deffentlichkeit treten, das der Leitung der Wirtschaft beteiligt ist. Der Berbandstag erhebt mit Nachdruck die Forderung nach Schlichtungsinstanzen nicht auszukommen ist. Sehr oft mußten die hieb. und stichfest ist und für dessen Durchführung sich die GewerkDer Verbandstag erhebt mit Nachdruck die Forderung nach staatlichen Schlichtungsstellen angerufen werden, die dann oft wegen fchaften energisch einsehen müssen. einer beschleunigten Schaffung solcher Organe, insbesondere der nicht richtiger Beurteilung der Verhältnisse zu falschen Urteilen kamen. Bezirkswirtschaftsräte. Er hält jedoch heute schon die Möglichkeiten, Die Frage der Echaffung vertraglicher Lohnämter ist bis heute noch gefehliche Organe benutzen zu fönnen, für ausreichend, um nicht geregelt. Die Gewerkschaften haben bereits viel zu weitgehend Die Organisation der freiwilligen Arbeitsgemeinschaft entbehren auf eine selbständige Lohnpolitit verzichtet und ihre Geschide in die zu können. Der Verbandstag fordert deshalb den ADGB. auf, Hände der staatlichen Organe gelegt. Die Lohnregelung ist heute nicht erneut zur Frage der Arbeitsgemeinschaften Stellung zu nehmen mehr wie früher eine Angelegenheit der beiderseitigen Drganisationen, und seinen Austritt daraus zu beschließen." Mit knapper Mehrheit wird dazu ein Ergänzungsantrag Stöver burch öffentliche Erfasse und Anweisungen an die Schlichtungsbehörde sondern besonders in den letzten Monaten hat sich die Reichsregierung und Genossen angenommen, der den sofortigen Austritt aus der in den Streit um die Lohnerhöhungen gemischt. pulſor( v. Herber). Toto: 15: 10. 8 liefen. Arbeitsgemeinschaft fordert. Mit großer Mehrheit findet die Damit ist die Lohnfrage zu einer öffentlichen politischen( Schmidt). Resolution des Vorstandes gegen die Kommunisten Annahme. In Angelegenheit geworden. Das Eingreifen der Reichsregierung chein, Grasmüde, Ehrentraut. ihr wird die Gründung von Sonder organisationen, die den in manchen Fällen war ein öffentlicher Standal. Auf der 3wed haben, die Gewerkschaften zu spalten und besondere tommu Suche nach neuen Wegen ist viel darüber geredet worden, Bapiermart. 3. Jogull( Bismark). nistische Gewerkschaftsverbände zu errichten", verurteilt und der oder Goldmarkföhne zu fordern. Wte fönnen feststellen, daß die Märchen. Verbandsvorstand ermächtigt, jedes Mitglied aus dem Berband aus Bapiermart heute nur noch für die 2ohnzahlungen 5. Rennen. 1. Nordsee( Duade), 2. Fairytale( Schmidt), 3. Morgenzuschließen, das einer fommunistischen Nebenorganisation angehört. stimde( Schläfte). Koto: 50: 10. Plat: 17, 19, 32: 10. Ferner liefen: Die von den Kommunisten beantragte Wiederaufnahme ihrer Ge- Geltung hat. Auf fast allen anderen Gebieten der Wirtschaft. hat sich riman, Minestra, Milton, Busta, Fata Morgana. finnungsgenossen, die auf Grund eines Beschlusses des Hamburger die Goldmark durchgesetzt. Das verpflichtet uns, mit aller Energie die Einführung einer Verbandstages ausgeschlossen wurden, wird mit großer Mehrheit abgelehnt. wertbeständigen Währung für den Arbeitslohn In der Dienstag- Nachmittagssigung entspann fich eine lebhafte zu fordern. Goldmarfpreise bedingen Goldmartlöhne.( Lebhafte Debatte über die Frage, ob der Verbandsvorstand infolge der am Buftimmung.) Bormittag gefaßten Beschlüffe die Vertretungen in den amtlichen Am Mittwoch morgen erörtert der zweite Referent, DammertWirtschaftsorganen, wie Reichswirtschaftsrat, Außenhandelsstellen Berlin( Hauptvorstand), vorwiegend die Lohnbewegung in den und Beirat beim Reichsverkehrsministerium zurückzuziehen habe oder Branchen. Auch bei ihnen ist die Schaffung von Lohnämtern annicht. Der Verbandstag ergänzte jedoch durch Mehrheitsbeschluß i geftrebt worden. Die fechs Oristlaffen des Reichsmantelvertrages Sport. Rennen zu Strausberg am Donnerstag, den 21. Juni. 1. Rennen. Civilift( v. Herber) ging allein über die Bahn. 2. Rennen. 1. Blücher( Lüder), 2. Schnudi II( Borowski), 3. Pro3. Rennen. 1. Catania( Dreißig), 2. Goldammer( Balle), 3. Roma Toto: 25: 10. Plat: 19, 41: 10. Ferner liefen: Sonnen4. Rennen. 1. Diamant( Einfinger), 2. Glasirsche( Sentpeil), Toto: 21: 10. Plat: 12, 12: 10. Ferner lief: 6. Renne 1. 1. Drfan( Ebert), 2. Dagobert( Jentsch), 3. Teisi ( Bismark). Toto: 25: 10. Blag: 14, 19, 18: 10. Ferner liefen: Fehlerlos, Mrs. Bunch, Narr, Aranyejō. 7. Rennen. 1. Landesfürst( Einfinger), 2. Hegerei( Stolpe). Toto: 13: 10. 2 liefen. 8. Rennen. Civilist( v. Herder) ging allein über die Bahn. Wetter bis Sonnabend mittag. Fortdauernd fühl und überwiegend bewölft mit leichten Regenfällen bei ziemlich frischen westlichen inden. a.Wertheim Salat Neue ital. Kartoffeln Pfund 2400M Kohlrabi Grüne Gurken Kopf 290 M Schnittlauch Radieschen Mandel 4400 M Spinat.. Soweit Vorrat Bund 80 M Bund 190 M Bratschollen Pland Zitronen. Stück 250M Lebensmittel 2600x Schellfische 5000 Pland 1700 M Rotbarse Stück 4200 bis 4800 M Ital. Zwiebeln.... Pfund 3000M ohneKopf ohne Kopf Plund 5000M Kräuterkäse...... Stück 680 M Briekäse..... Pfund 5400 M Frühstückskäse... Stück 1100 M Romatour ohne Stan ol, Pfund 5600 M Camembert.. Portionsstück 1400M Limburgerkäse ... Pfund 6400M Camembert Schachtel 1600 1900M Stangenkäse..... Pfund 6800 M Quadratkäse..... Pfund 4800м Tilsiterkäse ..... Pfund 9800M Frisches Hammelfleisch Pfd. 1000 Kenle u. Rücken P1100 Fettes Ochsenfleisch Kammu. Brust11200 Theater, Lichtspiele usw. 6pernhaus 7 Uhr: Volksbühne 7%, Uhr: Cavalleria. Bajazzi Die Ratten Schauspielhaus Lessing- Th. 7 Uhr: Sommerspielzeit! Etablissement Taufende befreit von Zelka Banbourn Stein der Weisen Friedrichst. 60 burch Reichels BandWurmmittel. 30 jähr. Mr. für Ecke Leipziger Str. Crfolge.. 9750, f Das Original aller Magelpollersteine Varieté/ Kabarett Rinder 7500( n.Alter). in Heitere Spiele u. gn Drogerien und Margaretensaal potheten, fonft bei 4% u. 74 Uhr. Otto Reichel, Berlin 43, GroßeBillardsäle Berliner Käthchen von Heilbronn Allabendlich 8 Uhr: Bockbrauerei Theater 1. d. Liebesstreik Königgrätz. Str. 8: D. wunderl. Ge- Gr. Schauspielhaus schichten II. Tell 8 Uhr: ( Kreislers Eckt.) Die Bacchantin Berliner Th. 7.30 U.: Mädi Deutsch.Opernhaus Deutsches Th. 72 Uhr: Die Frühlingsfee 7 Uhr: Tannhäuser Kammerspiele 712 Uhr: Friedr.- Wilhelmst. Th. Der Faun Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Groß. Volksoper Im Theat. d.Westens 8 Die Fledermaus Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 Uhr: Die blaue Hawaii Metropol- Theater 784: Die Schönste der Frauen Vorverk. ununterbr. Neues Theat. a. Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Neues Volkstheater Emilia Galotti U.: Urania Alt- Berlin Theater am Kottbus. Tor Täglich 7/2 Uhr EliteSänger U. a.: Die , letzte Rose' WollenSie einen Anzug oder Schlüpfer kaufen? Renaissance- Theat. so besichtig.Sie 8 hr: Kampf der deschlechter Schiller- Th.Charl. vor anderweit. Kauf meine Riesenläger! Auf Kredit! Süße Susi Das Neueste in Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die rot. Katze Th. a. Nollendorfpl Tägl. 7 Uhr: Die schöne Rivalin 7, Waliner- Th.7 Des Königs Nachbarin Residenz- Th. Tägi. 8 Uhr: Jackett- u. CutawayAnzüge Ulster Belle- AllianceSO., Eisenbahnftr. 4. Zigaretten Ecke Fidicinstraße. Garbaty, Joseffl, Salem, Freitag, Sonntag Marken. Ueberall erhältlich. KOPP& JOSEPH BERLIN W 50 Potsdamer Straße 122. für Jeden Dienstag, Problem, Fabian, Phänomen 200 000 Mark bar Meisenberg Nachfl., Aufklär. anregend. Erfinder Erstklass. Kabaret Grüner Weg 85 Anfang 8 Uhr Gratisbroschüre d ( Andreasplatz) F.Erdmann& Co., Bln., KöniggrätzerStr.71 Linden Restaurant in Bertudung mit Zonndorf" Extra" Cingänge: Unter den Linden 44 Friedrich froße 87 Mittelstraße 60. 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Unser Rollege, der Schleifer Theodor Jablusch ift am 20. Juni gestorben. Uhr, von Die Beerdigung findet Sonnabend, den 23. Juni, nachm. 2 ber Leichenhalle des Zentral- Gemeindefriebhofes in Marzahn aus statt. Unser Kollege, der Arbeiter Hugo Heinrich starb am 20. Juni. Die Einäscherung findet am Montag, ben 25. Juni, nachm. 3% Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, ftatt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachrufe. Unsere Rollegin, die Arbeiterin Martha Müller starb am 13. d. M. und unsere Kollegin, bie Arbeiterin Helene Jost ift am 17. Juni gestorben. Chre ihrem Andenken! 189/6 Die Ortsverwaltung. zu Berlin. Bekanntmachung. Sädeanlauf Gollnowstr. 9. Prismenferngläser 08, Felbftecher. Photoappavate, Mikrostope, Brillanteu bauft Bertzentrale Belleallianceftr. 97. Die 11. Sagungsänderung ist unterm 13. Juni 1923 vom Oberversicherungsamt genehmigt und tritt an diesem Tage in Kraft. Klavier, guterhaltenes, sucht Voigt, Geändert find die§§ 2, 5, 11, 15, 16, Neukölln, Ganderstr. 30. 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