Nr. 289 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 143 Bezugspreis: Für den Monat Juni 9100 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Sugemburg 11 100 M., für das übrige Ausland 13 100 M. Postbezugspreis freibleiben d. Poftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frant reich. Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 400 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezetle toftet 3000 M. Reklamezeile 15000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 1000 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 500 M. Stellengesuche das erste Wort 500 M., jedes weitere Wort 400 M. Worte über.15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten geile 700 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffne: Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 23. Juni 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße -VO Stinnes' Pfundgeschäfte. Der Herr Generaldirektor vor dem Untersuchungsausschuß. Die Verhandlungen des Untersuchungsausschusses, die sich 290 Hugo Stinnes jr. macht sodann Angaben über die Devisen- und ohne Benachrichtigung der Privatstellen zu faufen versuchte.-gestern mit den Devisenbedürfnissen des Stinnes- Konzerns geschäfte der Hamburger Firma Stinnes, die nur Details betreffen. In der Fragestellung, die sich an diese Aussagen fnüfte, betonte beschäftigten, sind nach zwei Seiten hin charakteristisch gewor- Redakteur Deser bemerkt zu den Angaben des Herrn Direktor Mi- Direktor Gleimius von der Devisenkontrollstelle und Herr Secke!, den. Der Ton, den im besonderen der Direttor Minour noug, es sei ungewöhnlich, daß ein Haus von dieser Bedeutung in Leiter der Devisenbeschaffungsstelle, daß das Vorgehen der Firma anschlug, entsprach durchaus der Gewöhnung unserer Schwer- Berlin und anderwärts dauernd in Devisen glatt ist und dabei in Stinnes Unruhe in den Markt hineinbringen mußte. Durch die weitere Besprechung ergab sich, daß die Firma industrie. In diesem Jargon ist sie schon unter dem alten sehr bedeutendem Umfang neue Geschäfte und Regime mit Ministern und Portiers umgesprungen. Wir be- größere Erwerbungen macht. Vielleicht werden diese Stinnes immer wieder eifrig im Devisengeschäft tätig gewesen ist. dauern, daß der Untersuchungsausschuß nicht noch energischer neuen Geschäfte so gemacht, daß Baluta, die für den Betrieb übrig Es find feine fleinen Summen, wenn sie Boften, wie etwa 55 000 als er es getan hat sich dagegen verwahrt hat. Das war und eigentlich für den Betrieb hätte da sein sollen, zu früh Pfund auf Termin fauft. Die Verhandlungen des Untersuchungsandere Entscheidende ist, daß nunmehr feststeht: der Stinnes- oder zu start in neue Geschäfte gesteckt worden ist, so daß sie nachher ausschusses haben diesmal hinter Zusammenhänge geleuchtet, die Konzern hat nicht etwa nur einmal in der fritischen Zeit, gefehlt hat. Es scheint auch, als ob alle oder viele der in Valuta zeigen, wie weit die Macht der privaten Wirtschaft auch zur Durchda die Reichsregierung mühsam den Kurs der Mart hielt, einlaufenden Ueberschüsse schleunigft im Auslande angelegt wurden. freuzung von Staatsmaßnahmen ffrupellos angewandt wird. große Posten Devisen gekauft, sondern er ist fortlaufend Wenn die Firma Stinnes in der geschilderten Weise vorgeht, so Die Phönirkredite. im Geschäft gewesen. Er hat immer ohne die Reichsbant, wirft das natürlich auf weite Kreise ein und reizt zur Nachalso im freien Markt gekauft. Interessant ist es in diesem ahmung. Mein Artikel hat sich keineswegs auf die Firma Stinnes Zusammenhang, daran zu erinnern, daß die Berichtigungen allein bezogen. Bon anderen Stellen sind ja auch Erklärungen abder Deutschen Allgemeinen Zeitung" mit Energie und gegeben worden, die zur Entlastung dienen follten. Die Frage ist, lleberheblichkeit zugleich abgestritten haben, daß Stinnes mit ob denn nicht die Reichsbant in der Lage ist, auszusagen, wie jene Devisentäufen in jener Zeit überhaupt etwas zu tun gehabt Nachfrage der Firma Stinnes auf fie und auf den Markt gewirkt hat. Es ist ferner festzustellen, welche Geschäfte besonderer Art von habe. Stimmes um diese Zeit gemacht worden sind, die gegen die Wünsche der Reichsbank errichtet waren. Eingeweihte Kreise wissen, daß der freie Verkehr der Devisenkontrolle der Reichsbant außerordentliche Schwierigkeiten macht undzu Preistreibereien führt. Für die Beurteilung der Devisengeschäfte des Herrn Harmlos ist der freie Verkehr nicht, harmlos war es gewiß auch nicht, Stinnes ist ja nicht nur entscheidend, inwieweit er sich auf wenn eine Firma von diesem Range in der fritischen Zeit plöglich schaftsminister sich davon überzeugt haben, daß bei der Transaktion dem deutschen Marft betätigt hat; völlig im Dunkel ist der einen großen Betrag unter Umgehung der Reichsbant| Steuerhinterziehung oder Kapitalflucht ausgeschlossen ist. andere Devisenzufluß und die Devisenverwertung geblieben, die aus seinem internationalen Geschäft erwachsen. Devisenoperationen aus jenen Anfällen mußten, menn fie nicht in der Richtung der Stabilisierungspolitik der Reichsregierung lagen, ebenfalls verderblich wirken. Wie Stinnes aber zum Stabilisierungsbemühen Cumos stand, dafür ist der kurze Brief an Hermes ein verblüffend durchschlagendes Dokument. Es muß auch unterstrichen werden, was der Zeuge vor dem Untersuchungsausschuß ausgesagt hat, der eine bessere Rinderstube gehabt zu haben scheint, der Redakteur Deser von der Frankfurter Zeitung". Die von Stinnes in den Untersuchungsausschuß geschickten Herren hatten einen flug aufgebauten Schlachtplan. Es sollte eine Attacke gegen die Linkspresse und weite Kreise des Volkes geritten werden. Es ist daraus die Feststellung einer Herren jagd, einer Hatz nach Devisen geworden, die rücksichtslos durch die färglichen Felder des deutschen Volkes gegangen ist. * Der vom Reichstag eingesetzte Ausschuß zur Prüfung der Ruhrfredite verhandelte am Freitag über die Gewährung von Krediten an die Eisen- und Stahlindustrie des Ruhrgebiets. Hierbei fam auch die der Phönir-.- G. drohende Ueberfremdung durch den beabsichtigten Abschluß eines Darlehnsvertrages mit einem holländischen Finanzfonsortiums zur Sprache. Der Ausschuß stimmte der be antragten Erhöhung des Stahlfinanzkredits unter der Voraussetzung zu, daß der Vorstand der Phönix- A.- G. v or Inanspruchnahme des kredits dem Reichsfinanzminister und dem Reichswirtschaftsminister erklärt, daß er von der Generalversammlung Phönig durch die holländische Transaktion eine Ueberfremdung ausschließen und die Rech der deutschen Aktionäre wahren läßt; und ferner unter der Boraussetzung, daß der Reichsfinanzminister und der ReichswirtDie neue Devisenverordnung. Der Reichspräsident hat auf Grund§ 48 der Reichsverfassung heute folgende Verordnung erlasser:: § 1. Gegen Reichsmart oder Wertpapiere jeder Art, die auf Reichsmart lauten, dürfen im Inland und Ausland nur solche Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung(§ 1, Abs. 2, 3 der Valutaspekulationsverordnung vom 8. Mai 1923, Reichsgefeßbl. I, Seite 275) erworben oder veräußert werden, für die eine amtliche Notierung in Berlin stattfindet. Der Erwerb oder die Veräußerung ist nur zu dem amtlichen Kurse des Tages des Geschäftsabschlusses, und zwar zu dem Geld- oder Brieffurse oder einem dazwischenliegenden Kurse zulässig. § 4. Der Reichswirtschaftsminister ist ermächtigt, Uebergangsund Ausführungsbestimmungen zu dieser Verordnung zu erlassen und zu bewilligen. § 5. Diese Verordnung tritt mit der Verfündung in Kraft. Der Reichspräsident: Ebert. Gegengezeichnet: Der Reichstanzler: Cuno. Beratung fämtlicher Gewerkschaften. Gestern hatten die Spitzenverbände der freien, christlichen Eine amtliche Notierung wird lediglich dann als vorliegend an- und Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften an Hand der vorliegengefehen, wenn in der betreffenden Währung am Tage des Ge- den Pläne eine gemeinsame Besprechung über den fchäftes eine amtliche Notierung des Kurses der Auszahlung statt- Weg zur Schaffung wertbeständiger Löhne und Gehälter. Es findet. An Tagen, an welchen eine amtliche Notierung der Aus- ergab sich Einigkeit auch über die taktische Behandlung der zahlung nicht stattfindet, dürfen in der betreffenden Währung Ge- Frage. Heute findet eine Erörterung diefer Spigengruppen schäfte nicht abgeschlossen werden. mit den Unternehmern in der Zentralarbeitsgemeinschaft statt. Der Kurs für Auszahlung ist auch für Geschäfte in Bant noten maßgebend, wenn für Banknoten tein besonderer amtlicher Rurs notiert wird. Wird ein solcher besonderer Kurs notiert, so gilt er lediglich für Geschäfte in Banknoten. Am Freitag wurden im Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Borgänge bei der Stügungsaftion der Mark Vertreter der Firma Stinnes und der Redakteur Deser von der Frant furter Zeitung" vernommen. Generaldirektor Min our polemisterte zunächst gegen die Frankfurter Zeitung" und erklärte, die Firma Stinnes hätte es unter ihrer Würde gehalten, auf die Borwürfe zu antn- crten, wie es überhaupt wertlos fei, die ganze Angelegenheit zu untersuchen. Da er sich in seinen weiteren Ausführungen sowohl über den Ausschuß als über seine Aufgabe abfällig äußert, wird er vom Vorsitzenden unterbrochen. Minoux erklärt weiter, die Firma Stinnes habe im März rund 48 000 Pfund Sterling, im April 128 000 Pfund Sterling, im Mai 224 000 Pfund Sterling Devisen am freien Markt gedeckt. Einen erheblichen Borrat habe sie nicht gehabt. Redner wendet sich nun zu dem Ankauf von 100 000 Pfund Sterling Mitte März. Dieser Bedarf sei entstanden Im Kleinverkehr sind Umfäße bis zu 5 Pfund Sterling burch die Eisenbahnen, die ihren Berpflichtungen nicht hätten nach fommen fönnen. Am 12. April feien 60 000 Pfund Sterling getauft, furz nach der amtlichen Kursfestseßung. Die Firma hätte sie ohne Aufsehen bei drei oder vier Banken zu beschaffen gesucht. Das Verhalten der Firma Stinnes fei nicht auffällig gemeijen, denn sie habe immer am freien Markt gekauft, niemals bei der Reichsbant. Ueber das Wie und das Maß der Stüßungsaktion fonnte man verschiedener Meinung sein. Im März habe Hugo Stinnes dem Finanzminister Dr. Hermes gegenüber seinen Standpunkt§ 3. Mit Gefängnis bis zu drei Jahren und mit ziemlich genau präzisiert. Der Zeuge verliest einen Brief von Stinnes an Dr. Hermes, in dem es heißt:„ Ich habe gegen die Art der Devisenpolitik und der Dollaranleihe fo außerordentliche Bedenken, daß es das Aeußerste ist, was von mir erwartet werden kann, daß ich nicht gegen diese Maßnahmen auftrete. Es toftet mich schon erhebliche Ueberwindung, da ich nicht gewohnt bin, auf Ihre Anfrage mit meiner Meinung zurüdzuhalten." Redner wendet sich dann wiederum in herausfordernder Weise dauernd gegen die Frankfurter Zeitung" und ruft damit erheb liche Unruhe bei den Ausschußmitgliedern hervor. Nach Beendigung seiner Bernehmung erklärt der Vorsitzende Lange- Hegermann, daß der Zeuge fich von seinem eigentlichen Gegenstand meit entfernt habe und eine abfällige Polemit beliebe. Er ersuche dringend, diese Polemik einzustellen. Auf Antrag der sozialdemokratischen Mitglieder zogen sich die Ausschußmitglieder daraufhin zurüd, um in einer internen Sigung weiter zu beraten. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Sigung bittet der Borfizende erneut, den Boden der Sachlichkeit nicht zu verJaffen oder dementsprechenden Betrage in einer anderen Währung auch zum legtbekannten amtlichen Kurse zulässig. Diese Borschriften finden auf Geschäfte, die mit der Reichsbant abgeschlossen werden, teine Anwendung. Die neuen Steuerabzüge. Auf Antrag der Sozialdemokratie wurde bekanntlich in Steuerausschuß des Reichstages gegen die Stimmen der bürgerlichen Parteien eine fünffache Erhöhung der Abzüge von der Lohnsteuer beschlossen. Die Einzelabzüge sind unseren Lesern in ihrer Höhe bereits bekanntgegeben. Ihre Auswir§ 2. Geschäfte, die gegen die Vorschriften des§ 1 verstoßen, fung auf die Gehälter bzw. Löhne gestaltet sich wie folgt: sind nichtig. Die Nichtigkeit fann nicht zum Nachteil von Ber- Es bleiben vom 1. Juli 1923 ab bei einem unverheirateten fonen geltend gemacht werden, die den die Richtigkeit begründenden Arbeitnehmer monatlich 560 000 m., bei einem verheirateten Sachverhalt beim Abschluß des Geschäftes nicht fannten. Arbeitnehmer ohne Kinder monatlich 620 000 m., bei einem verheirateten Arbeitnehmer mit zwei Kindern monatlich Geldstrafe bis zum Zehnfachen des Wertes der ausländischen 3ah- 1420 000 m., bei einem verheirateten Arbeitnehmer mit vier lungsmittel oder Forderungen oder mit einer dieser Strafen wird Kindern monatlich 2 220 000 m., bei einem verheirateten Arbestraft, mer vorfäßlich oder fahrlässig den Vorschriften dieser Ber- beitnehmer mit sechs Kindern monatlich 3 020 000 m. des ordnung zuwiderhandelt. Ebenso wird bestraft, wer vorfäßlich zu Arbeitslohnes steuerabzugsfrei. Die vom Arbeitslohn eineiner solchen Zuwiderhandlung auffordert, anreizt oder fich erbietet. zubehaltenden Steuerbeträge sind in allen Fällen auf volle Neben der Strafe können die ausländischen Zahlungsmittel oder 10 m. nach unten abzurunden. Forderungen, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, zugunsten Abgesehen von diesen ziffernmäßigen Aenderungen ist des Reiches eingezogen werden, auch wenn sie dem Täter oder der Arbeitgeber nach wie vor an die Eintragungen, die von einem Teilnehmer nicht gehören. Erweist sich die Einziehung als der Gemeindebehörde oder von dem Finanzamt auf dem nicht durchführbar, so kann das Gericht nachträglich durch Beschluß Steuerbuch hinsichtlich der Zahl der bei den einzelnen Arbeitdie Einziehung des Wertes anordnen. find, gebunden. Der Feststellung des Wertes der Zahlungsmittel und Forde- nehmern zu berücksichtigenden Familienangehörigen gemacht rungen ist, soweit eine amtliche Kursnotierung an der Berliner Börse erfolgt, der mittlere Kurswert dieser Börse im Zeitpunkt der verbotenen Handlung zugrunde zu legen. Ferner fann angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten der Schuldigen öffentlich bekanntzumachen ist. Die Bekanntmachung fann auch durch Anschlag gemäß Artikel III,§ 2 des Not gefeges vom 24. Februar 1923( Reichsgefeßblatt I, S. 47) erfolgen. Sehnsucht nach dem Mbret. In Nordalbanien ist Revolution. Südflawische Truppen sind in die Flucht geschlagen. Aufständische rüdten auf Stutari vor, Ziel ist der Sturz der Regierung in Tirana und Wiedererhebung des Fürsten Wied( des einstigen Mbret") auf den Thron. Die südslawische Presse sieht die Borgänge als Folge des bulgarischen Staatsstreichs an. " Heschutzer ües Lockspitzels. Auf unsere Feststellung, daß Held Schlaget ex ein simpler Polenspitzel gewesen ist, antwortet die deutsch- nationale Presse mit wüsten Schimpfereien. Das war nicht anders zu erwarten. Immerhin ist interessant, daß die „Deutsche Tageszeitung" in der Hitze des Gefechts unsere Be- hauptung indirekt bestätigt. Sie erklärt zwar großspurig, bis zum wirklichen Beweise, daß Schlageter in verräteri- scher oder agitatorischer Absicht Dokumente verkauft habe, sei sie von der Richtigkeit unserer Angaben durchaus noch nicht überzeugt. Gleichzeitig bemerkt sie aber, daß es Dinge gebe, die»nach außen hin vielleicht einen bösen An- st rich haben, tatsächlich aber mehr sittliche Kraft erfordern, als moralisches Maul- heldentu m". Wir gehen wohl mit der Annahme nicht fehl, daß die „Deutsche Tageszeitung" genau weiß, daß Schlageter die Rolle eines Lockspitzels gespielt hat. Nach außen hin hat das wohl einen„bösen Anstrich", zeugt aber nach Ansicht der „Deutschen Tageszeitung" von hoher„sittlicher Kraft". Auch ein Beitrag zur Moral der deutschnationalen Prozent- Patrioten._ Der passive Wiüerstanü. Die Auswirkung der Versuche im Ruhrgebiet, einen aktiven Widerstand zu ermöglichen, haben unsere„nationalen Kreise" immer noch nicht zur Vernunft gebracht. Trotz der zahlreichen Ausweisungen und Verhaftungen, die regelmäßig einem Dynamit-Attentat folgten, schreibt die„Deutsche All- gemeine Zeitung": „Der aktive Widerstand ist als Akt deutscher Notwehr gegen erbärmlichen Raub und Diebstahl der Einbrecherhorden genau so aus der Tiefe der Volksseele emporgequollen, wie es beim passiven Widerstand der Fall ist, er ist ebensowenig wie der passive Widerstand von Berliner Behörden organisiert und bezahlt... Gerade jetzt, da die Entscheidung nahe, wäre es ein verbrecherischer Leichtsinn, wenn wir die Waffen des aktiven Widerstandes aus der Hand legten... Die Behauptung, der aktive Widerstand sei aus der „Tiefe der Volksseele emporgequollen", ist genau so verlogen wie die Feststellung, die aktive Wwehr sei nicht organisiert und bezahlt. Die Brücken- und Schienen- sprengungen im Ruhrgebiet sind nur von organisierten Aben- teurern vorgenommen worden, weil sie bezahlt wurden. Vielleicht läßt sich die„D2lZ." in Elberfeld darüber Aus» kunst geben, wer, wie jetzt festgestellt ist, im Mai 49 Sprengungen innerhalb der Grenze des Ruhrgebietes vorgenom» men hat und welcher Abenteurer sie organisierte. Die Ar- beiterschaft als Trägerin des Abwehrkampfes verwahrt sich entschieden gegen die Propaganda für den aktiven Widerstand, weil sie bemüht ist, nach wie vor passive Resistenz zu üben. Unter diesen umständen ist die Bezeichnung des aktiven Widerstandes als Notwendigkeit genau so verbreche- risch wie die Dynamit-Attentate selbst. Bruchsal, 22. Juni.(WTB.) In diesen Tagen traten hier die berufenen Vertreter der R Hein p salz in Anwesenheit des Eon- derbeaustragten der bayerischen Staatsregierung, Dr. v. Winter- stein, und des Staatskommisiars für die Pfalz, Geh. Rat Dr. Dktppes, zusammen. Die Ansprache, die von tiefem oaterländi- schen Empfmden getragen war, ergab den einmütigen Beschluß, an dem bisherigen passiven Wider stände unter allen Umständen festzuhalten, selbst auf die Gefahr hin, daß den Pfälzern noch wettere Opfer von ihren Peinigern zugemutet würden. Der Verlauf der Ver- saimnlung bewies von neuem, daß die Pfälzer in ihrer Treue zum Reich und zu Bayern durch nichts wankend gemacht werden können. Anwesend waren Vertreter sämtlicher Parteien, der Gewerkschaften, Vertreter von Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschast, von Beamten, von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Tagung öer öeutsihen Volksbühnen. Im StrÄtverordnetensaal des Potsdamer Schlosses, dem ehemaligen Thoatersovl höfischer Kunst, begann gestern die 4. Reichstagung der Deutschen Volksbühnen-Ver- eine unter Teilnahm« von etwa 100 Delegierten aus allen Teilen Deutschlands. Kurt Vaake, der Borsitzende des Verbandes, zog in seiner Eröffnungsrede vre Kulturlini«, die von Potsdam nach Weimar führt. Er betonte dabei, daß die organisatorische Arbeit der Volks- bühnengemeinschast als im wesentlichen abgeschlossen betrachte: werden könne, während die heutigen Ausgaben der Konsolidierung im Innern und der literarischen Führung gelten. Auch das Aus- land, Holland, die Schweiz, Amerika achtet aus deutsche Volksbühnen- arbeit, durch die das Volk seinen Anteil an den künstlerischen Werten erhalten solle. Geheimrat Trendelenburg, der die Tagung im Namen des Ministeriums begrüßte, rühmte die große innere Kraft der VÄksbühnenbewegung. Kn Vertreter des Pots- damer Magistrats sprach von der Anerkenmmg, die dl« Volksbühne bei den großen Kulturorganisationen fände. Sodann erstattete Dr. Nestriepke dm Geschäftsbericht, der die außer- ordentlich starke Zunahme der Volksbuhnengemeinde schildert«. Gegenwärtig seien bereits etwa 100 Organisationen dem Verbände angeschlossen. In zahlreichen anderen Städten bestünden Gründungsausschüsse. Besonders sei die Bewegung sehr stark im Rhein land, Ruhrgebiet, m Ober- und Nie- derschlesien und in Schleswig-H olstein. Numerisch vorgeschritten seien vor allem Chemnitz, Hamburg, Düssel. dorf, Köln, Hannover, Breslau. 350000 Mitglieder im Reich verewigen sich mit 150 000 Anhängern in Berlin. In Königs. berg habe man neuerdings das Stadttheater in Pacht genommen. In Köln habe sich eine G.m.b.H. mit Unterstützung der dortigen freien Volksbühne gebildet, die das Metropoltheater an 20 Tagen im Monat übernommen habe. Die Zeitschrift des Verbandes erfreue sich stet» gmder Beachtung. Besonders wichtig war die Mitwirkung des Der- bandes an der Gesetzgebung, so bei den Vorbereitungen der Landes- steuergesetzgebung. Der Verband sei sich seiner grundsätzlichen Gegnerschaft zum christlichen Bühnenvolksbund bewußt. Doch fand eine Zusammenarbeit in rein technisch-organl- satorischer Beziehung statt. Oertlich seien die Gegensätze zwischen den freien Volksbühnen und den Theatergemeinden des Bühnen- volksbundes oft scharf. Die Durchführung der Landesbühnenorganl- satton sei trotz mancher Erfolge vielfach nicht w der Weise möglich wie ursprünglich geplant. Man müsse unermüdlich weiterschaffen, um vor allem literarische Erziehungsarbeit zu leisten, damit nicht nur ein Theat er für das Volk, sondern ein Theater des Volkes entstehe. Den Kassenbericht erstattete Architekt G e i l g e n s, der die Notwendigkeit zur Schaffung vermehrter Einnahmen aus eigener Kraft betonte. In der D i s k u s s i o n erklärte zunächst der Direktor von Mühl- Hausen in Thüringen den Anschluß seiner Organisation an den Ver- band. Mehrere Delegierte von Frankfurt o. M., Köln, Hildesheim usw. wandten sich scharf gegen die Tätigkeit des Bühnenvolksbundes und die Haltung pes Verbandes m dieser Frage. Pros, Kesten- Das Refervatblau. Bayerns Kampf gegen die Reichseinheit. München, 21. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der Landtag be- faßte sich am Freitag mit ewem Antrag der Regierungsparteien, der sich gegen die Einführung der Reichs-Eisenbahneruni- form in Bayern und für die Beibehaltung der blauen bayerischen Uniform ausspricht. Von Rednern der Sozialdemo- kralle und der Demokratie wurde darauf hingewiesen, daß man sich heute.mit wichtigeren Dingen beschäftigen sollte als mit solchen Lop- palien. Genosse Endres erklärte, daß neun Zehntel des bayerischen Eisenbahnperson als für die Emführungder Einheitsuniform seien, und bezeichnete den Anttog als ein weiteres Glied in der Kette der An- griffe auf die Reichseinheit. Der Handelsminister bestätigte, daß tat- sächlich die überwiegende Mehrheit der Organisationen des Personals aus praktischen Rücksichten sich für die Einheitsuniform ausgesprochen hätten. Bei dieser Sachlage könne die Regierung schwer etwas da- gegen einwenden. Trotzdem wurde der Anttog mit den Stimmen der Regierungsparteien angenommen. Verfolgte Unschuld. München, 21. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der„Völkische Beobachter" spricht heute in großer Aufmachung von einem neuen „Schweyer-Skandal", der angeblich darin besteht, daß ein Telephongespräch zwischen dem nati onals ozialistis chen Führer Esser und einem Augsburger Parteimitgliede von amtlicher Stelle belauscht worden sei. Auf Grund dieses Gespräches, dessen Inhall absolut niemand bekannt gewesen fei, hätte Esser am Donnerstag in einer geschlossenen Mitgliederversammlung sprechen sollen. Bei seiner Ankunft am Augsburger Bahnhof wurde er von einem Kriminalschutzmann in Empfang genommen und darauf hingewiesen, daß ihm oerboten sei, in Augsburg zu sprechen. Von der zuständigen Stell« wird.lärt, daß von München aus kein« Telephonüberwachung stattgesunden habe. Ein solcher Eingriff könne also, wenn er überhaupt stattgefunden habe, nur von feiten der lokalen Behörde in Augsburg vorgenommen war. den fem. Untersuchung darüber sei im Gange. Neberfall auf den Bizepräfidenten der Handelskammer. München, 22. Juni.(TU.) Vergangene Nacht wurde der Vizepräsident der Munchener Handelskammer. Kommerzienrat Siegmund Fraenkel, bei der Heimkehr von einer Reffe von mehreren Leuten mit dem Hakenkreuzabzeichen nach vorausgegangenen Beschimpfungen überfallen und mit einem Schlageisen blutig geschlagen: auch schwere Bedrohungen wurden ausgestoßen. Einer der Täter ist festgestellt worden. Es besteht die Aussicht, die anderen Teilnehmer des rohen Ueberfalls zu ermitteln._ Der neue Saarzwangukas. Saarbrücken, 22. Juni.(MS>.) Die abgeänderte„Schlch"-Ver- ordnnng bestimmt u. a.: Wer durch Druckschristen oder in öffent» lichen Versammlungen in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise die im Saargebiet durch den Vertrag von Versailles ge- schaffene Ordnung angreift, wird gemäß 8 18 des Preßgesetzes vom 7. Mai 1874 bestraft; ebenso wer I. die Saär-Regierung, ihre Mitglieder oder ihre Einrichtungen oder Beamten be- schimpft oder verleumdet. 2. Wer die verschiedenen Teile der Soarbevölkerung, welcher Staatsangehörigkeit sie auch sein mögen, gegeneinander aufreizt oder aufzureizen versucht. Der- artige Druckschriften können beschlagnahmt werden. Gegen den Beschluß des Landgerichts, welcher die vorläufige Beschlagnahme verfügt, steht der Staatsanwaktschast soforttge Beschwerde zu. durch deren Einreichung die Beschlagnahme nicht gehemmt wird. Ver- breitung aller Druckschriften, die außerhalb des Saargebiets erscheinen, kann verboten werden. Deröffentsichung, Verkauf und Verbreitung von Druckschriften jeder Art, welche innerhalb des Saargebiets erscheinen, kann bis zu einem Monat verboten werden, wenn ein Artikel obigen Tatbestand erfüllt. Das Verbot kann auch auf jede neue Druckschrist ausgedehnt werden, die sich fachlich als die verbotene darstellt. Oesfentliche Versammlungen, welche offenbar'zum Zweck haben, die Versailler Saarordnung zu beein- ttächtigen, können vom obersten Polizeidirektor(des Franzosen Adler) verboten werden, ebenso Vereinigungen, die einen derartigen Zweck verfolgen. berg bat, keinen Richtungsftteft zu entfachen, sondern sich mehr den Aufgaben der eigenen Leistungen zuzuwenden. Das Ergebnis der heutigen Debatte dürfte die Einsetzung einer Kommission zur Behandlung dieser Frage sein. Nene verlragsverhällaisie bei der Staaksoper. Die Inten- danz der Staatsoper teilt folgendes mit:„Durch Presse- äußerungen aus Grund direkter Fühlungnahme mit Mitgliedern ist in der Oeffentllchkett der Eindruck erweckt worden, als ob eine Reihe führender Mitglieder der Staatsvper aus dem Verbände als Mit- glied ausschieden und nur noch in einem Gastspielverhältnis zum Institut verblieben. Tatsächlich ist dies nicht der Fall, sondern die Intendanz hat nur eine schon seit Monaten eingeleitete Neu- organisatkon der Vertrags- und Gagenverhalt- n isf e der Mitglieder zum Abschluß gebracht, welche in der Hauptsache eine wesentsich finanzielle Aufbesserung und eine wertbeständige Basis ihrer Einkommen zum Hauptzweck hat. Bei denjenigen ersten Kräften, welche bereits zu internationaler Bedeutung gelangt find und denen daher billiger- weffe die Möglichkeit zu auswärtigen Gastspielen und Tourneen ge» geben werden muß, werden nicht wie früher die Urlaubszeiten, son- dern die Anwesenheitszeiten festgelegt und es tritt an die Stelle der Zahlung einer besonderen Gage neben dem Spiel- geld ledkglich die abendliche Honorierung, ein Versahren, das auch bei anderen ersten Bühnen mehr und mehr Eingang findet. Es handelt sich also lediglich um interne Umgestaltungen ver- Walkings- und kassentechnischer Art, ohne daß sich an dem Zu- gehörigkeitsverhältnis des Mitgliedes zum Institut etwas ändert. Wenn Mitglieder diese neuen Berttäge, die schon seit Beginn der Spielzeit angebahnt worden sind, selbst als sogenannte„Gastspiel- Berttäge" bezeichnen, so ist dies eine irrtümliche Auffassung, die darauf beruht, daß die Mitglieder durch das im übrigen spontane Entgegenkommen der Intendanz größere Freiheiten für ihre auswärtige Tätigkeit— und bei dieser handelt es sich um Gastspiele— erlangen. Die Intendanz denkt nicht daran, ge- waltsamen Versuchen von Mitgliedern, sich ihrer Vertragspflichten ganz oder zum Teil zu entledigen, nachzukommen, und findet sich zu Vertragsänderungen irgendwelcher Art nur bereit, wenn dies mit den Interessm des Instituts zu vereinbaren ist." Ankäufe der Notgemeinschaft deutscher Kunst. Die Notgemein- schaft deutscher Kunst, die mtt der Bewilligung einer Milliarde für ihre Zwecke durch den Reichstag endlich hat begründet werden können, hat nun auch ihre praktische Arbeit begonnen. Eine Reihe von deutschen Kunstausstellungen wurde mit Erwerbungen aus den Mitteln der Notgemeinschaft bedacht. So erwarb die Notgemein- schaft auf der eben geschlossenen Ausstellung in der Ver- liner Akademie der Künste: von Otto H. Engel das Bild„Abendttänge", von D o r a H i tz ein SNlleben„Amaryllis", von Felix M e s e ck eine Landschaft, von Max Neumann eine Landschaft„Die Mondnacht", von Wolf Röhricht ein Ettlleben mit Mohn, von Wilhelm Schmid ein Blumenstilleben, von Fritz Tischler- Breslau ein Bild von der Panke, von Alfred Thon ein Stilleben, endlich von WilhelmGerstel eine Bronze- xlastik»Mädchen mit Apfel", Dft Kunstwerke sind für den Schmuck Saardebatte in Paris. Paris, 22. Juni.(EP.) Die Kammer hat eine Vorloge über den Ausbau der Zollbahnhöfe an der deutsch-saarländischen Grenze(80 Millionen Frcs. Kredit) angenommen. Abg. M a rgai n e tadelte die bis jetzt von Frankreich im Saargebiet befolgte Politik, die ein Irrtum gewesen sei. Abg. C a ch i n erklärte, daß die Saar- bevölkerung den französischen Berwaltungsmethoden feindlich gesinnt sei. Er protestierte gegen das Streikverbot. Handels- minister Le Trocquer machte darauf aufmerksam, daß der Kohlenarbeiterstreik einen Tag nach der Unterzeichnung des Ab- kcrnnnens zwischen der Gnu den Verwaltung und den Arbeitern aus- gebrochen sei. Die ergriffenen Maßnahmen hätten nur bezweckt, die Arbeitsfreiheit zu wahren. Der Berichterstatter Lenail erklärte, daß durch die Einführung des Frankenturses im Saargebiet dieses dem gleichen wirtschaftlichen Regime unterstellt worden sei wie Frankreich. Cr hoffe, daß binnen 11 Jahren die Saar- bevölkerung die Aufrechterhaltung des Zollkordons, der bald errichtet werde, fordern werde. völkerbunü unö Saargebiet. Saarbrücken, 22. Juni.(Mtb.) Zu Beginn der Ruhcoktion hatte die Saarregierung den in ihrem Dienst stehenden Chef des Oberbergamts Saarbrücken, Berghauptmann Frantzen, angeblich beurlaubt, damit er einen Posten im Ruhrgebiet annehmen konnte. Gegen dies« Verletzung der Neutralität hatten sowohl die polt tischen Parteien des Sacrrgebiets wie auch die deutsche Regierung beim Völkerbundsrat Protest erhoben. � Wie aus der jetzt veröffentlichten Nummer des„Journal Offizielle" des Bölkerbundes hervorgeht, hat der Bölkerbundsrat die Regie- rungskommission des Saargebietes im Falle Frantzen interpelliert. Präsident R a u l t hat daraufhin mitgeteilt, daß Frantzen seine Tättgkeit bei der Regierungstommission nicht mehr aufnehmen wird. Damit ist der Fall erledigt. Aus der Tatsache der Rückftage des Völkerbundsrates bei der Saarregiernng ergibt sich, daß auch beim Völkerbund wegen dieses Vorgehens der Saarregierung Bedenken bestanden. Die Pro- teste der deutschen Regierung und der saarländischen Parteien haben ihren Zweck erreicht._ tzarüings Neöe. Unsere Abend blcttt-Meldungen über die Rede Präsident Hardings in St. Louis werden durch folgenden Bericht ergänzt: New York, 22. Juni.(EP.) In seiner Rede in St. Louis er- klärte Harding im besonderen noch folgendes:„Ich werde alle von mft übernommenen Verpflichtungen aufrechterhalten, ich werde aber jeden Plan von Allianz oder Kompromißpollttk als poli- ttsch unklug, als unttadittonell und als unamerikanisch a b- lehnen. Ich begünstige von ganzem Herzen eine Gesellschaft freier Nationen, die vom Gefühl des Rechts und der G e r e ch- tigkett anstatt von Gewalt und S e l b st s u chtrü ck s i ch t en beherrscht werden. Eine solche Gesellschaft muß so organisiert sein, daß sie den Frieden aufrechtzuerhalten imstande wäre. Wir bestehen auf den Beitritt Amerikas zum Haager Schiedsgericht, weil dies die einzige Friedensagentur ist, der wtt beitteten können, ohne unsere Prinzipien und unser nationales Wohlergehen zu ge- fährden. Es war immer unser größter Wunsch, den Triumph der Demokratie über die Autokratie und die Ersetzung der monarchisti- schen Herrschaft durch das Volksrecht zu begünstigen. Daher kommr mffere lebhafte Hoffnung, daß zu Bedingungen, die wtt nicht an- geben wollen, in Europa eine gerechte Lösung aller gegen- wärtigen Konflikte gefunden werden müsse und dem heldenhaften und demokrattschen Frankreich die Genugtuung verschafft werde, die ihm zukommt. Deutschland möge seine Ver- pflichtungen in der Reparationsftage einhalten. Möge die deutsche Demokratie durch ihr Bettagen den Sinn für die nationale Ehre bekunden, den die Monarchie nicht gehalten hat, und nachher im internationalen Schiedsgerichtshof seinen ihm reservierten Platz einnehmen." Harding kritisierte sodann die gegenwärtige Organisatton des Völkerbundes, wobei er be- sonders forderte, daß der Gerichtshof vom Völkerbund u n a b- hängig sei. öffentlicher Gebäude des Reichs und der deutschen Staaten bestimmt. Des weiteren hat die Notgemeinschaft ein Biertel der ihr zur Ver- fügung stehenden Gelder für Materialbeschaffung für die Künstler ausgeworfen, da die heute ungeheuerlich steigenden Kosten für den Künstlerbedarf die Produktton schwer gefährden. Marronis aeneste Entdeckung. Marconi, der von seiner aus- gedehnten italienischen Kreuzfahrt an Bord seines Schiffes„Elektta" nach London zurückaekehrt ist, erklärte den ihn begrüßenden Inter- viewern, daß feine Bersuche ein ganz unerwartetes Ergebnis gehabt hätten. Er behauptet, daß es ihm jetzt möglich fei, von einer Station zur anderen auf direktem Weg« funkentelegraphische Nachrichten zu senden, die sich bis jetzt, wie man weiß, konzentrisch verbreiteten, so daß sie von jedem EmpfSnger,.d«r sich im Radium der Wellen be- fand, aufgefangen werden tonnten. Marconi glaubt auch auf dem Wege zu sein, eine bedeutsame Verbesserung im Uebermittlungsoer- fahren zu bewirken, die geeignet ist, das absolute Geheimnis der funkentelegraphffchen Uebermitllung zu wahren. Ueber die Einzelheiten seiner neuen Entdeckung verbreitete er sich in folgenden Erklärungen:„Wtt haben Nachrichten bis zu einer Entfernung von mehr als 3600 Kilometer blitzschnell und unbedingt deutlich über- mittelt, und zwar mit einem ganz geringen Aufwand von Energie. Es handelt sich in Wahrheit nur um einen Bruchteil der Energie, die flir die Sendung von Nachrichten von London nach Paris bei dem üblichen Berfahren verbraucht wird. Das ist schon aus dem Grunde sehr wichtig, weil dadurch die K o st e n für den Bau der Sendestativnen auf lange Enffermmgen wesentlich herabgesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus dem Umstand, daß mit gut konsttuierten Apparten die Nachrichten siebenmal schneller als jetzt übermittelt werden können, ohne daß die Genauigkeit der Uebermitllung darunter leidet, mit anderen Worten, es ergibt sich auch hier ein siebenmal höherer Ertrag. Demzufolge würde auch der Preis der Radiotelegramme bedeutend herabgefetzt werden können." Armer Chopin, was hast du für Epigonen) Paderewski, der gewesene polnffche Staatspräsident, gab in Paris ein Konzert für die Entwicklung des Giftgaskrieges zugunsten der französischen Gistgasindustrie! Plätze waren schließlich für Geld nicht mehr zu haben. Paderewski will noch mehrere Konzerte für die Entwicklung der chemischen Laboratorien zur Erzeugung von Giftgasen geben. Das Protektorat über diese Konzerte haben P o i n c a r e und Fach übernommen. Nationalgalerie. AIS nachträgliche Ehrung zum 75. Meburtstage Karl Hagemeisters bereitet die Nalionalgalerie eine Ausstellung von Welken des Meisters vor. ES handelt sich vor allem darum, der Oefscntlichkeit die noch wenig oder gar nicht bekannten großen Landschasten und Meechilder Hagcmeisters au« der legten Epoche seines Schaffens zu zeigen, die tm ersten CornelmSsaal angeordnet werden sollen. „Der Parthenon» eröffnete ewe graphische Ausstellung de« Frauen« kunstverband« S. Die Gesellschaft der deutschen Naturforscher»nd Aerzte vrr> gibt 820 000 M.(aus den Ueberschüffen der Jahrhunderiseier usw.) an zllngere Forscher, die an schlecht dotierten In st ituten arbetten.— Begründete Gesuche in 4 Eremplaren find zn richten an die GeschästSsührung der Sesellschast z. Hd. von Pros. Dr. L. Siagow, Leipzig, Nürnberger Str. 48. Dramatische LanötagsMung. Baeckers Genugtuung. Juuerdeutsche Justizfkandale. Sm Landtag sprach am Freitag nach den schon mitgeteilten des Gerichts 15 Menschenleben gefährdet hat, die ich " r'ul"....... v--—--- gerettet Hab«.(Andauernde Zurufe der Komm.) Ueber Zuchthansmeuiereieu In Telle und Brandenburg habe ich nur zu sagen, daß meine Fraktion die Maßregel, die der jReden als letzter Redner zum Haushalt des Staatsministeriums Ministerpräsident Genosse Vroun Der Abgeordnet« Vaecker hat von mir verlangt, daß ich ihm «gegenüber dem Innenminister Genugtuung verschaffe. Ich bin Leiter des Brandenburgischm Strafvollzugs. Direktor Finkenburg dazu nicht in der Lage. In der„D. Tagesztg.* stand eine Notiz,"grifren hat, vollkommen billigt; um so mehr, als auch der be- in der es u. a. heißt:„Organe des Herrn«Seoering tragen schon das ÄÄ � Strafvollzugs aus dem Haufe, Kollege Schmidt, Kainszeichen des Steckbriefs an der Stirn, der«Schlagster den Fran-«"klart hat, daß er nicht anders gehandelt hatte. zofen auslieferte!" Diese Notiz war es, die der Minister des! Hierauf erörtert Genosse Kuttner den Fall des Privatdozenten Innern gemeint hat; sie ist unterzeichnet: P. B., wohl Paul Vaecker.«Dr. Rüge. Dieser hatte dem Oberschlesischen«Selbstschutz angehört. Solange Sie, Herr Vaecker, nach diefen Erörterungen und nach! Cr stand im dringenden Verdacht, daß er dort eine Femorgani- Feststellung der Tatsachen noch nicht einmal Gelegenheit genommen! sation eingerichtet habe, die verschiedene Mitglieder des Schutzes be- baben, hier im Hause oder in ihrem Blatte dem Minister des st'tigt haben soll. Außerdem lagen Anklagen des Hochverrats Innern Genugtuung zu verschaffen, haben Sie jede mora- tische Berechtigung zu Ihrem Verlangen verwirkt!(Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.)— Damit schließt die Aussprache. Der Antrag der Sozialdemokraten auf Aufhebung der preußischen(Be- sandtschaften in Dresden und München wird abgelehnt. Bei der Beratung des Finanzetats wird ein sozialdemotra- iischer Antrag, die Hohenzollern-Schlösser zu Entbindungs- an st alten usw. umzugestalten, abgelehnt! Bei der dritten Beratung des Handelsetats führt Genosse Osterath u. a. aus: Bon der zweiten Beratung des Handels- und Gewerbehaus- Halts, in der wir die Bilanz der Ruhrbesetzung zogen, trennen uns nahezu vier Monate. Damals hat niemand geglaubt, daß wir den Widerstand solange fortsetzen könnten. Wir dürfen zugestehen, ohne daß darin eine Anerkennung einer Schwäche zu suchen ist, daß unser Wirtschaft skörper heule aus tausend wunden blutet. der französisch« Wirtschastskörper aber auch. Wir haben seit der Ruhrbesetzung einen Kcchlenausfall von nahezu 40 Millionen Tonnen gehabt. Hoffentlich werden die Franzosen daraus die Lehre ziehen, daß man nicht diktieren kann, sondern verhandeln muß. Unser« Verhondlungsbasis ist besser als je zuvor, und weil wir noch Kräfte hoben, weil wir— eine vernünftige Politik vorausgesetzt— noch monatelang an Rhein und Ruhr standhalten können, darum dürfen wir über den passiven Widerstand und über die Bedingungen, unter denen wir ihn vielleicht einstellen können, reden. Es darf jedenfalls das nicht geschehen, was vor mehr als vier Iahren geschah, daß das„zu spät" konstatiert werden muß.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir bekennen heut«: wir können über Konzessionen reden, die uns dann gemacht werden müssen, wenn wir den passiven Wider- stand aufgeben. Wir glauben, den französischen Macht habern eine Lektion erteilt zu haben. Nach der furchtbaren Lehre durch den passiven Widerstand ist unsere Lage für Verhandlungen heule günstiger als je zuvor. Während der Abwehrzeit sind viele Fehler gemacht worden. Unseren Antrag, die unbedingt notwendige Kohlen einfuhr unter öffentliche Kontrolle und in die öffentliche Hand zu nehmen, hat die bürgerliche Mehrheit abgelehnt. Was ist die Folg«? Wir haben bis heut« annähernd 8 Millionen Tonnen englischer kohle«ingeführt und die kostet heute 700 000 M., fast den dreifachen Inlandspreis. Man hat sich auf lange Frist, im Preise freibleibend» in der Abnahme aber gebunden, eingedeckt, und sogar der Reichs- v e r k e h r s m i n i st e r hat in der Panikstimmung für fern« Zeiten hinaus, bis Anfang Dezember, zu außerordentlich ungünstigen Preisen abgeschlossen. Es sind nicht weniger als 8 Millionen Pfund für Sohle hinausgeworfen worden. Das ist keine Wirtschaftsführung. Weiter hat der Stoß gegen die stabilisierte Mark jede vernünftige Lohnpolitik über den Hausen geworfen. In dem Augenblick, wo wir w« r t b e stän d i ge Löhn« haben, hört das Interesse breiter Wirtschaftskreise an der Markverschlechterung auf. (Sehr richttal links) Heut« ist jede Lohnerhöhung zunächst ungenügend. Die Kommunisten sagen, im Bergbau seien die Löhne vom 9. Februar bis zum 1. Mai unverändert geblieben. Allerdings, aber die Mark war bis zum April auch unverändert. Am 1. Mai kam eine Lohnerhöhung von 30 Proz. für den Ruhrbergbau: am 15. Mai weitere 23 Proz. Lohnerhöhung. Der Lohn stieg also von 12 000 auf 18 000 M. Am 1. Juni gab es 10 000 M., am 5. Juni 15 000 M.; zur Stunde wird verhandelt, und sehr wahrscheinlich wird man sich auf Lohnerhöhungen von durchschnittlich IX'II.IS iJivtii( IVA; v l u 1) u Ii U � l( l/Vl» Ulli, Hill IUI, cty � i.. �■,'. v r 25 000 M. für das Ruhrrevier«inigen. Damit steigt der Durch- Hertel dl gung gegeben worden war. daß fchnittslohn auf 68 000. Aber ist dadurch die Kaufkraft d-s!."i/L""ter dem Vorsitz eines Richter s, der sich n Lohnes auch nur mn«in Iota herausgebracht? Das einzige Mittel, A n k l a g er gebardete, daß er oerurtnlt worden heute den Abwehrdomm zu erhalten, ist der Uebergang zu wertbeständigen Löhnen. Natürlich gehört auch noch manches ander« dazu, Opfer des Besitzes usw., worüber ich jetzt nicht zu reden brauche. Es muß in den Reichsindex der Großhandelsinder, ein großer Wisderbeschaffungsfaktor und«in Faktor für Kultur- bedürfnisse«ingebaut werden. Der Regierung und den besitzenden....... Klaffen erwächst die Pflicht, die Inittatioe zu vervielfachen, um das worden" ist. Wenn soviel in einem einzelnen Falle vorliegt, daß ein Unschuldiger verurteilt erklärt, die Lösung der Frage' der coert beständigen Löhn« stehe �?�en ist, obgleich die Tat, selbst wenn sie wahr wäre, verjährt noch nicht fest. Auch die Lehrlings löhne müßten zun,. wäre, obgleich sie wctter schon emmal abgeurtc.lt worden ist und es Gegenstand der Verhandlungen der Schstcht.mgscusschüsse und der � nicht das bescheldenste Rechtsm.ttel gibt, dann haben w.r alle Ur- Entscheidung des Demobilmachungskommissars gemocht werden.—] fath®' Zunächst einmal an unsere ei gen« Brust zu schlagen und Der Handelshaushalt wird genehmigt, der Geletzentwurf zur Cr- Zss fragen-...(Andauernde Rufe rechts: Verraterl Pfui!- höhung der Staatsbürgschaft für das Ostvreuhenwerk A-G. auf,®"6e Unruhe l.nks und andauernde Zurufe.— Glocke des Prä- dreißig Milliarden Mark verabschiedet.— Bei der dritten Beratung ilventen.) und verschiedener anderer«Sachen gegen ihn vor. Er wurde in Breslau verhaftet; der Amtsrichter entließ ihn aber einen Tag später, ohne das Material gegen Rüge den amtlichen Stellen zu be- schaffen, dann wurde ein Steckbrief hinter ihm erlassen, aber Rüge war und blieb verschwunden. Der Iusttzminister sagt« da- mals, daß gegen den Amtsrichter das Disziplinarverfahren eröffnet worden sei. Rüge ist jetzt plötzlich in München aufgetaucht, näm- lich als Zeuge in dem Prozeß Fuchs-Machhaus. Ich möchte nun wissen, ob das preußische IusttMinisterium, nachdem durch die Mümhener Vorgänge der Verdacht, daß Rüge in Oberschlesien Mord« begangen hat, sich außerordentlich verstärkt hat. nunmehr die Auslieferung Ruges verlangen wird. Oder ist Bayern für Preußen neuerdings Justiz ausländ?� In der Frage der bayerischen volksgerichte mochte ich das Justizministerium ersuchen, sich den Beschluß des Amtsrichters P o p e r t- Hamburg, eines Richters von Bedeutung, kommen zu lassen, zu prüfen, ob nicht auch in Preußen jedes Rechtsersuchen eines bayerischen Bolksgcrichtes abgelehnt werden müßte, wenn die bayerischen Volksgerichte nicht zu Recht bestehen. In Sachsen hat man sich zu diesem Standpunkt durchgerungen. (Lachen rechts.) Man hat uns geftagt, warum wir nur gegen inländische Urteile protestterten, warum wir nicht Protest erhöben gegen die Urteile der Franzosen im besetzten Gebiet. Darauf ist zu ant- warten: Wir haben protestiert und wir protestieren auch heute. Aber unsere Reden sind nicht nur dazu da, um leere Proteste zu sein, sondern es ist unsere Pflicht, mit ihnen dort zu bessern, wo wir bessern können. Auf Poincare machen wir mit unseren Reden keinen Eindruck. Aber Unrecht, das durch unsere Justiz- organe hier im unbesetzten Gebiet geschieht, zu ändern, dazu sind wir imstande. Und darum müssen wir an dieser Stelle reden, weil wir helfen und bessern können. Wir protestieren zunächst gegen das Urteil, das Schlageter zum Tode verurteilt hat, aber wir warnen davor, einen Mann zum Nationalhelden zu machen, dessen Persönlichkeit durchaus noch nicht als einwandfrei feststeht.(Unruh: rechts.) Ich will von Schlageter selbst nichts sagen, aber gehen Sie in die Umgebung Echlagcters(Zurufe rechts), sie wimmelt von Landsknechtsnaturen und käuflichen Subjekten und Verrätern wie Schneider und Goetze. In dieser Umgebung ist es n i ch t s a u b e r, und noch ist der Punkt nicht aufgeklärt, wer für die Unterhaltung der Truppe hauenstelu Geld gegeben hat, und ob die Taten, die hier als völkischer Ueberschwang bezeich- net werdm, wirklich nur Taten des Gefühls gewesen sind oder nicht Dinge, die ihre finanzielle Belohnung gefunden haben von einer Stelle, die Sie(nach rechts) besser kennen als ich.(Lebhaste Zurufe rechts.) Ich warne davor, einen Mann zum Nationalhelden zu machen, der in D a n z i g mit polnischen Spitzeln und Spitzelorganisationen umgegangen ist und im Verdacht steht, in Danzig Material des Freistaates und des Deutschtums an die Polen ausgeliefert zu haben. In diesen Landskncckstskreisen liegt nicht die Idealgestalt des deutschen Volkes, das sind dieselben Kreise, aus denen die Mörder hervorgegangen sind(lebhafte Zurufe rechts), die Mörder Rathenaus und die Mörder Crzbergers.(Stür- mische andauernde Unterbrechung und lebhaste Pfuirufe rechts.) Der Redner kommt nun auf den so protestwürdigen Münchener Schandprozeß gegen Fechcnbach zu sprechen, der verurteilt wurde wegen eines von ihm nicht be- gangenen Verbrechens des angeblichen Landesverrats, wegen eines Verbrechens, das, wenn es begangen worden wäre, nach dem Urteil eines namhaften Rechtsgelehrten, des Professors Kitzinger, be- reits verjährt war, als dieser Deutsche verurteilt worden ist, gegen das Gutachten des einzigen Sachverständigen, daß dieser Deutsche verurteilt worden ist, ohne daß ihm genügend Gelegenheit er verurteilt wie ein fanati- ist von einem Gericht, gegen dessen Spruch es ein Rechtsmittel und sogar das Rechtsmittel der Wiederaufnahme nicht gibt. Es steht fest, daß Felix Fechenbach wegen eines Verbrechens oerurteilt worden ist, das, selbst wenn er es begangen hätte, längst verjährt war, als man ihn unter Anklage stellte.(Rufe rechts: Pfui Teufel)! Weiter steht fest, daß man dem heiligsten Grundsatz der Justiz„ne bis in idem"(nicht zweimal für dasselbe) verletzt hat. weil er bereits einmal unter Anklage gestellt und rechtskräftig abgeurteilt Volt vor dem Versinken ws Elend zu bewahren.(Beifall b. d. Soz.) Handelsminister Genosse Siering des Iustlzetats übt Genosse Suklner scharf« Kritik an unserer Justiz, die wabrs Wukausbrüche der Rechten hervorrief. Als der Redner airoas Fechenbach. Urteil erinnerte und sagte, unser« Proteste gegen Poincaree Blutjustiz müßten wirkungslos bleiben, solange dieses unqeheur« Urteil fortbestehe, sprang die Rechte auf, stürzte gegen die Redner- tribüne vor und brüllte minutenlang Pfui und Schluß.— Als Gen. Kuttner einen Satz beginnt:„In der Angelegenheit," ruft Schultz. Neukölln«Komm.): Sprechen Sie über Ihren Prozeh?— Kuttner: Sie wissen, daß ich darüber mit gutem Gewissen reden kann.(Schultz macht wieder Zwischenrufe.) Herr Kolleg« Schultz, ich habe geglaubt, daß gerade in Ihrer Fraktion doch volles Verständnis für diesen Prozeß herrschen müßte.(Zurus des Kommunisten Hoffmann.) Nein, Herr Kolleg«, das haben die Zeugen gesagt, daß das der Erschossene gesagt hätte, und wenn die „Rote Fahne" in diesem Punkte gelogen hat, so ist das nur ein« Lüge mehr von vielen. Aber im übrigen habe ich gedacht, daß gerade in der Kommunistischen Partei volles Verständnis dafür wäre, daß Betrunkene mitunter sehr gefährliche Menschen sind, und daß man sich gegen sie wehren muß. Und wenn die Kommunisttsche Partei dos noch nicht gewußt hat, könnt« sie sich vielleicht von ihrem Kollegen K a tz darüber belehren lassen, daß man sogar in die Lage kommen kann, seinen eigenen Vater, wenn er betrunken ist und das Leben anderer bedroht, niederzustechen.(Sehr richtig! bei den Soz.; erregte Zuruf« der Komm.) Ich mache dem Kollegen Katz keinerlei Vorwurf daraus. Aber wenn er sich sogar gegen seinen betrunkenen Vater wehren kann, dann habe ich wohl auch das Recht, pucchZege» fiinea gy&gn. tet nach he» fedeuttwiti at la b ca««de. Prinz Alexander von Hohenlohe hat in der.Possischen Zeitung" einen Artikel über diesen Iusttzmord geschrieben: Wo bleibt ein deutscher Zola?(Zurufe rechts.) Ich frage auch: Wo sind in den Reihen unserer Dichter und Denker die, die den Mut haben, auch wo es unpopulär ist, hier auf den Tisch zu schlagen und zu sagen: Ich klage an!(Beifall bei den Soz.— Zurufe rechts.) Solange der Justizmord an Fechenbach fortbesteht, so» lange es weite Kreise unseres Volkes gibt, die nicht die Hand rühren, um einen unschuldig verurteilten Deutschen zur Freiheit zu oerhelfen, solange sind zum mindesten die Proteste derer, die nichts gegen einen deutschen Justizmord tun, hinfällig, und insofern wird auch Deutschlands berechtigter Rechtskampf von der Welt nicht gehört werden, wird der berechtigte deutsche Ruf um Recht und HUfe verhallen.(Unruhe rechts.) Schaffen wir bei uns im Innern Recht! Das ist die erste und notwendigste Voraussetzung(lebhaft« Zustimmung bei den Soz.), um vor der Welt und der Weltgeschichte auch unser Recht zu er- halten.(Beifall und Händeklatschen links.— Pfuirufe rechts. — Glocke des Präsidenten.— Anhaltende große Unruhe im Hause.) Staatssekretär Frihsche erklärt, er l e h n e e s a b, auf die Vor- würfe über Rechtsbeugung preußischer und deutscher Gerichte ein- zugehen.(Lebhafter Beifall rechts.) Im Falle Rüge habe ein richterlicher Freilassungsbefehl vorgelegen, so daß dem Anttage der Staatsanwaltschaft, Rüge wieder zu verhaften, nicht stattgegeben werden konnte. Nach neuen Meldungen aus Bayern werde die Verfolgung wieder aufgenommen werden. Die bayerischen Volks- gericht« feien in Preußen als gesetzmäßig anerkannt, so daß auch weiterhin ihrem Ersuchen von dm preußischen Gerichten Persönlich bemerkt der Kommunist Sah gegen Kuttner, er habe seinen Vater niemals angegriffen, dieser habe im Gegenteil in einem Tobsuchtsanfall i h n nisdeifchlagen wollen. Der Vater fei nicht an den Folgen seiner Notwehr, sondern längere Zeit danach an einem Blutsturz gestorben.— Genosse Suklner erwidert, daß in Röntgmtal ein K o m m u n i st dieselben Behauptungen wie er(Kuttner) auf- gestellt habe.(Widerspruch der Kamm.)— Katz erklärt, die Aus- führungen in Röntgental seien hypothetisch gemacht worden, Kuttner bestreitet das. Er stellt, von stürmischen Schlußrufen der Rechten und der Kommunisten fortwährend unter- brachen, fest, daß er Katz keinerlei Vorwurf gemacht, son- dern nur von ihm und seinen Freunden Verständnis für die Lage einem bettunkenen und gewalttätigen Menschen gegenüber gefordert habe.— Abermals widersrpicht Katz, Rede und Gegenrede wechseln, bis schließlich Genosse Heilmann diese Debatte ab- schließt mit der Feststellung, daß die Deutschnationalen und Kom- munistm Kuttner zusammen und gleichzeitig niederzu- brüllen versucht haben. Der Iusttzhaushalt wird angenommen. Das Haus erledigt dann in später Nacht die dritte Beratung des Haushalts des Landwirt- schaftsministeriums, des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und des Wohlfahrtsministeriums, worüber wir noch berichten werden. Neuanpasiung üer Verbrauchssteuern. Der Steuerausschuß des Reichstages begann am Frettag mit der Beratung der Vorlagen über die Anpassung der Verbrauchs- steuern an die Geldentwertung. Genosse Keil führte über die Stellung der Sozialdemokratie in der Generalaussprache u. a. fol- gendes aus: Die Finanzverwaltung will die Verbrauchssteuern, deren Erhebung infolge der Geldentwertung kaum noch lohnt, wirtschaftlich gestalten und damit die Vorwürfe der Entente entkräften, daß Deutschland nicht ernstlich gewillt sei, seine Steuerquellen voll aus- zunutzen. Auch wir sind der Auffassung, daß alles getan werden muß, um tüe Finanzhoheit des Reiches zu retten. In dieser Hin- sicht hätte bisher zweifellos mehr geschehen können. Unsere Lage wäre nicht ganz so ungünstig, wie sie ist, wenn unseren Wünschen und Vorschlägen auf dem Gebiet der Steuern immer entsprochen worden wäre. Es fragt sich aber, ob das vom Minister bezeichnete Ziel mit den vorgeschlagenen Maßnahmen erreicht werden kann. Es handelt sich hier nur um kleine, dürftige Maßnahmen, um ein halbes Dutzend Neiner Verbrauchssteuern. Was sanft geschehen muß, darüber hat der Minister nicht gesprochen. Er hat kürzlich im Plenum des Reichstages anerkannt, daß die Veranlagung zur Der- mögenssteuer schon für das Jahr 1924 nicht mehr zu gebrauchen ist. Wir vermissen nun die praktischen Konsequenzen, die sich aus der Rede des Ministers vom 7. Juni ergeben. Wie steht es mit den Vorarbeiten zu einer grundlegenden Aenderung im Steuersystem? Eine mehrjährige Veranlagungsfrist läßt sich in der Gegenwart mit ihrem raschen Wechsel nicht mehr halten. Man muß zu einer kurz- fristigen Veranlagung übergehen und sie höchst einfach gestatten. Das ist zu erreichen, indem man bei der Wertermittlung den gemeinen Wert zugrunde legt, anstatt die komplizierten, unübersichtlichen Vorschriften, die heute gelten. Auch für die Er- fallung des Vermögenszuwachses gilt das. Ferner hat der Minister bezüglich der Feststellung der Einkommen selbst anerkannt, daß die vor einigen Wochen geschaffenen Paragraphen 33a und b des Ein- kommensteuergesetzes nicht mehr haltbar sind. Diese Bestimmungen sind von so ungeheuerlicher Wirkung, daß sich manche Steuerzahler scheuen, sie sich ganz zunutze zu machen. Wenn diese Bestimmun» gen nun aus technischen Gründen für 1922 Anwendung finden müssen, dann dürfen die minderbemittelten Schichten nicht über Ge- bühr belastet werden. Es kommt noch hinzu, daß die Abwälzung der vesitzsteuern auf den Verbrauch nie so leicht gewesen ist wie heute. wo Besitz- und Verbrauchssteuer mehr und mehr ineinander fließen. Der Reichsfinanzminister legt Gewicht darauf, daß die Ver- brauchs steuern so gestaltet werden, daß er der Entente gegenüber bestehen kann. Ich vermute aber, daß die Entente sich auch für die B e s i tz b e st e u e r u n g interessierm wird. Es müßte übrigens bei Verhandlungen mit der Entente mit Nachdruck auf die grundlegenden Unterschiede des Steuersystems in Deutschland und den Ententeländern hingewiesen werden, vor allem auf die Vor- belastung des deutschen Verbrauchs durch die Um- s a tz st e u e r und die K o h l e n st e u e r. Solche Generalverbrauchs- steuern hat kein Land der Entente. Dann ist festzustellen, daß weite Kreise unseres Volkes einer fortgesetzten Verarmung anheimfallen, daß sich ein Sinken des Neallohnss vollzieht, wie es kein anderes Land aufzuweisen hat, und daß die Zunahme der Krankheiten und Sterblichkeit in Deutschland erschreckend ist. Nicht nur die Rücksicht auf die Entente verlangt eine grund- legende Aenderung unseres Steuerwesens. Wir haben uns selbst zu fragen: Entspricht das gegenwärtige Steuersystem den Anforderungen der Gerechtigkeit? Die Sozialdemokratie kann diese Frage nicht be- jähen. Genügt die Kapitalvcrkehrssteuer, besonders die Börsen- steuer? Bei den ungeheuerlichen Gewinnen, die eine gewissenlose Spekulation ergibt, könnten die Reichseinrmhmen bei schärferer heran, iehung ohne Schädigung irgendwelcher wirlschafllichsn Interessen wesentlich höher sein. Hier muß das Reich rücksichtslos zugreifen. Auch andere Steuern können noch ertragsfähiger gestaltet werden, u. a. auch die Schaum- weinsteiier, die sehr wohl eine Erhöhung auf 50 Proz. ertragen kann. Der Reichsfinanzminister hat von dem Ziele gesprochen, die Nolenpresse als Quelle der Inflation stillzulegen. Mit den Vorlagen, die jetzt im Ausschuß zur Beratung stehen, wird dieses Ziel nicht erreicht, ihr Ertrag deckt nicht einmal den Notenbedarf von 1 bis 1)4 Togen. Ist vor Schluß dieses Tagungs- abschnittes des Reichstages ein umfassendes Programm für einen durchgreifenden Umbau des Steuersystems nicht mehr zu erwarten, so müssen wir doch unsere Stellungnahme zu den vorliegenden Steuern davon abhängig machen, wie sich die Regierung zu den von mir vorgetragenen Fragen stellt. Je nach der Antwort, die wir erhalte», lverden wir unsere Haltung einrichten. Reichsfinanzminister Dr. Hermes erklärte, daß er den durch- greifenden Umbau der Vermögenssteuer für dringend notwendig er- achtet. Er ist mit Keil darin einverstanden, daß die bestehende lange Veranlagungsfrist nicht mehr haltbar ist und kürzer« Zeiträume ge- schaffen werden müssen. Auch bestätigt er, daß die Paragraphen 33a und b eine Begünstigung der Sachwertbesiher bedeuten und geändert werden müssen. Aber auch bei den Ver- brauchssteuern dürfe nichts unterlassen werden. Gen. keil erwiderte zum Schluß der allgemeinen Aussprache u. a., daß die Forderung der Sachwerterfassung von der Sozialdemokratie keineswegs aufgegeben worden fei. Sie müsse als Bestandteil des Reparationsproblems betrachtet werden, das ohne die Sachwerterfassung nicht zu lösen ist. Mit den Erklä- rungen des Ministers werden wir uns nicht begnügen. Von größter Wichtigkeit für unsere Stellungnahme ist auch die Frage, ob dos Steuersystem geeignet ist.die Inflation herabzudrücken. Hierauf trat der Ausschuß in die Einzelberatung ein. Die V»r- lag« über die Erhöhung der S a l z st e u e r auf 10 M. pro lcx wurde ohne wesentliche Aenderungen angenommen. Bei der Abstimmung über den grundlegenden Paragraphen 1 enthielten sich die Sozial- demokraten in Konsequenz der von Keil abgegebenen Erklärung der Abstimmung. Der§ 5, der der Reichsregierung das Recht gibt, bei eingetretener Preisveränderung den Steuersatz höher oder niedriger festzusetzen, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokratie, die Streichung beantragt hatte, angenommen. Infolge technischer Schwierigkeiten erscheint der.Vorwärts" b-ute in beWÄcktS» Uochmg. Gewerkschaftsbewegung Die Inflationsgefahr. Daß das Reichsfinanzministerium, das die Ausgaben des letzten Budgetjahres zu 85 Prozent durch die Notenpresse deckt, das sich bisher jeder deflatorischen Finanzpolitik hartnädig widersetzt hat, das die Erzbergersche Finanzreform von Grund auf jabotiert hat, jetzt endlich hinter die Gefahren der Inflationspolitik tommt, zeugt zwar von einer beängstigenden Langsamkeit, aber noch keinem absoluten Stillstand des Denkens. Aber dies nur nebenbei, zur Charakterisierung der Geistesverfassung der hohen Bureaufratie des Reichsfinanzministeriums. den durch die Einnahmen gebedt. Das ist allerdings eine Situation, die man fich im Reichsfinanzminifterium nicht ausdenken kann. Des halb das Geschrei, hinter dem weiter nichts steckt als Impotenz und fapitalistische Engstirnigkeit. Lohntarif der feinkeramischen Industrie. Wirtschaft Der Krebsgang der Reichsbank. Gold Umlauf. bestand Noten 754 086 23. März 1923 Umlauf. Gold bestand Noten in Millionen Mark in Millionen Mark 955 955 955 839 4955 634 1 280 095 29. März 1923 839 5 517 919 1 336 500 7. April 1923 839 5 624 112 955 1 437 779 15. April 1923 820 5 837 964 955 1 654 574 23. April 1923 755 6 096 052 955 1984 496 80. April 1923 702 6 545 984 955 2 252 963 7. Mai 1923 689 6 723 102 955 2 703 794 15. Mai 1923 629 7112 782 955 955 3 123 000 23. Mai 1923 629 7 586 645 3 512 787 31. Mai 1923 577 8 563 749 940 3871 256 577 9 309 565 Die Wandlungen des Goldbestandes und des Notens In dem von uns gestern besprochenen Artikel des Syndikus Die feinferamische Industrie schloß am 21. Juni in Nürnberg umlaufes der Reichsbank sind mit den Wegen unserer äußeren Dr. Meissinger wird u. a. auf eine Dentschrift des Reichsfinanzministeriums angespielt. Diese Denkschrift in freier Vereinbarung ein Lohnabkommen ab, das für die Zeit und inneren Politik innig verknüpft. Wir geben hier eine furze ist uns nicht unbekannt. In diesem Monument der Impotenz, das vom 18. bis 24. Juni eire Effektivlohnerhöhung von 75 Proz. und Darstellung für die Zeit des Kabinetts Beder- Cuno( Havenstein). auf jeden unbefangenen Leser niederschmetternd wirkt, wird gleich für die vom 25. Juni bis zum 1. Juli eine solche von 85 Proz. entzeitig die engftirnigste Politik inflatorischer Privatinteressen ver- hält. Dadurch erhöhen sich die tariflichen Einstellöhne der treten mit einem unerträglichen doktoralen Selbstbewußtsein eine Facharbeiter über 24 Jahre auf 4463 m. Etundenlohn in Großnationalökonomische Seichtbeutelei vorgetragen, die in der Weisheit Berlin, 4251 M. in Ortsflaffe A, 4125 M. in Ortsflaffe B und gipfelt, daß die Notenpresse zur Inflation führe. Die Armut tommt 3995 m. in Ortsgruppe C. Die Affordbasis, die fast durchschnittlich 30. Nov. 1922 um 25 Proz. im Effektivverdienst überschritten wird, enthält die 30. Dez. 1922 6. Jan. 1923 von der Powerte." ob auch der Reichsfinanz- Säge 5581 M. für Groß- Berlin, 5315 M. für Ortsklasse A, 5156 M. Das Reichsfinanzministerium will von wertbeständigen Löhnen für Ortsklasse B und 4995 m. für Ortsklasse C. Die im Zeitlohn 15. Jan. 1923 minister, ist uns nicht bekannt nichts wissen. Denn, fagt jene Denkschrift u. a., das führe zur teschäftigten Facharbeiter haben nach dreimonatiger Beschäftigung 23. Jan. 1923 7. Febr. 1923 Inflation. Die höheren Löhne führten zu einem größeren Noten- ohne Leistungszuschläge als Tariffäße Stundenlöhne von 31. Jan. 1923 umlauf, also zur Inflation. Man käme dadurch in einen fehler- 5133 M. in Groß- Berlin, 4890 m. in Ortsflaffe A, 4743 m. in Ortstlaffe B und 4596 M. in Ortstlaffe C. Die sonstigen Arbeiter 15. Febr. 1923 haften Kreislauf. über 24 Jahre fommen auf 4335, 4127, 4004 und 3882 M. Einstell- 23. Febr. 1923 Ihre Affordbasissäße sind 5418, 5161, 28. Febr. 1923 7. März 1923 stundenlohn bei 75 Proz 7. Juni 1923 939 5007 und 4849 M. Nach dreimonatiger Beschäftigung gelten 4769, 4 272 511 15. Juni 1923 577 10 905 092 4541, 4405 und 4267 m. im Zeitlohn ohne Leistungszuschlag. 15. März 1923 Bei unserer Tabelle ist zu beachten, daß im Goldbeftand nicht Die Facharbeiterinnen über 20 Jahre erhalten als Einstellöhne nach der Reihe der Drisklassen 2977, 2833, 2749 und 2665 M., ihre berücksichtigt ist, daß wir z. B. zurzeit 180 Goldmillionen Mark in Affordbasis hat die Höhen von 3721, 3542, 3435 und 3329 M. ausländischen Banten hinterlegt haben. Zum Notenumlauf sind Nach dreimonatiger Beschäftigung betragen die zeitlohnfäße ohne noch 12,3 Milliarden Papiermart Darlehnskaffenscheine hinzuzu Die sonstigen Leistungszuschlag 3421, 3259, 3161 und 3063 m. Arbeiterinnen über 20 Jahre haben Einstellöhne von 2707, 2580, 2501 und 2422 M. Die Akkordbafis beträgt 3383, 3224, 3126 und 3029 M. Nach dreimonatiger Beschäftigung erreichen die sonstigen Arbeiterinnen über 20 Jahre 2977, 2837, 2749 und 2665 m. Bei dem Prozentzuschlag von 85 Broz. erreichen die über 24 Jahre Wir wollen es dem Reichsfinanzministerium und allen Nach alten Facharbeiter als Einstellöhne 4718, 4494, 4360 und 4224 m. betern dieses ausgewachsenen Blödsinns möglichst klar und einfach in der Stunde. Die Affordbasissäge sind 5900, 5618, 5450 und fagen: Die Arbeiter wollen nicht mehr Geld, sondern weniger 5280 M. Facharbeiter über 24 Jahre im Zeitlohn erhalten ohne Geld. Sie würden sogar sehr erfreut sein, wenn sie statt der sechs Leistungszuschlag 5426, 5169, 5074 und 4858 m. in der Stunde. stelligen Lohnzahlen am Freitag fimple 30 m. befämen. Nur Dementsprechend erhöhen sich auch die Stundenlöhne für die sonsti. müßten es auch wirkliche Mart sein und nicht einige Stüd gen Arbeiter über 24 Jahre und für die Facharbeiterinnen und 1 holländischer Gulden Papier, auf die Herr Havenstein beliebige Zahlen drucken zu lassen fonftigen Arbeiterinnen über 20 Jahre. Die Arbeiter und Arbeite- 1 argentinische Papier- Befo das Privileg hat. Da jedoch die Havensteinrubel infolge der rinnen der niederen Altersklassen stehen in Abständen darunter. 1 belgischer Frant Banterottwirtschaft des Reichsfinanzministeriums täglich geringer 85 Proz. der Beschäftigten der feinteramischen Industrie arbeiten 1 norwegische Krone eingeschäßt werden, vollzieht sich an allen, die nicht Sachwertbefizer im Afford. sind und für ihre Leistungen nur besagte Havensteinrubel bekommen, ein Riesenbetrug, der sie um den wesentlichen Teil ihrer Arbeit bringt. Und zwar einzig allein zum Nußen der Sachwertbesitzer, die diese unredlichen Gewinne in fremden Noten„ anlegen", ins Ausland verschieben, in volkswirtschaftlich unproduktiven Anlagen vers geude. usw. Zunächst eine Feststellung: das Reichsfinanzministerium hat offenbar noch gar nicht begriffen, um was es sich bei den wertbeständigen Löhnen handelt. Es deutet das so um: Die Arbeiter wollen mehr Geld; mehr Geld aber ist Inflation, also Geldentmertung, also höhere Preise, also wieder mehr Geld usw. Das hat zu einer unerhörten Berelendung geführt, viel schlimme: als die Verelendung der Kriegsjahre. Denn heute hat der Arbeiter, der Angestellte, der geistige Arbeiter, der Sozial- und Klein ren ner als wirtschaftliche Grundlage nur jene elende Papiermart, die infolge der Inflationspolitik des Reichsfinanzministeriums alle, bie auf sie gestellt sind, in rasendem, atemraubenden Wirbel in den Abgrund reikt. Die Unternehmer, der Groß- und der Kleinhandel, die Landwirtschaft und die Schwerindustrie haben ihre Vorkehrungen getroffen. Es fällt ihnen längst nicht mehr ein, die Havensteinrubel für bare Münze zu nehmen. Sie rechnen in Dollar, Goldmart, Wiederbeschaffungspreis usw. Und sie haben recht. Aber weil sie es bisher allein tun, so ergibt sich ganz von selbst, daß die in irgendeiner festen Währung rechnenden Waren befizer nicht allein den in jeder kapitalistischen Gesellschaft üblichen Gewinn machen, sondern darüber hinaus noch den Gewinn, den hnen die fombinierte Bankerottwirtschaft des Reichsfinanzministeriums und der Reichsbant zuschanzt. Das Verfahren ist sehr einfach. Jemand tauft eine Ware. Er fauft zu vielleicht 10 Dollar oder eine andere ähnliche Festwährung. Und er verkauft sie wieder. Natürlich wieder zu 10 Dollar plus einem entsprechenden Gewinn. Als er faufte, galt der Dollar vielleicht 100 000 m., als er verkaufte 150 000. Er gab also eine Million Papiermark und bekommt dafür 1½ Millionen. Man wird einwenden: Ja, das ist eben der Wiederbeschaffungspreis. Gemiß. Und soweit ist nichts dagegen einzuwenden. Der rom Reichsfinanzministerium hervorgerufene Betrug beginnt erst jetzt. Denn auf die 1% Millionen Papiermart schlägt der Warenverkäufer feinen Gewinn. Seien wir bescheiden und sagen wir 25 Broz. 375 000 Papier mart. Er zahlt aber seinen Angestellten und Arbeitern nicht etwa auch zum Wiederbeschaffungspreis, sondern zum Dollarpreis von 100 000 oder noch darunter. Dem Staat zahlt er die Steuern gar zu einem Dollarpreis von vielleicht 3000. Dieser Betrug vollzieht sich tagtäglich. Nun wehren sich die Arbeiter. Auch sie verlangen den Wiederbeschaffungspreis Inflation! schreit das banterotte Reichsfinanzminifterium. Der Lohn für Glaser beträgt vom 25. bis 30. Juni 8200 M. Dazu kommt die Werkzulage von 82 M., so daß vom 25. ab 8282 M. 3u zahlen sind. Sonnwendfeier der Freien Gewerkschaftsjugend. In der Nacht bom 23. zum 24. Juni begeht die Jugend der freien Gewerkschaften gemeinsam mit der freien Angestelltenjugend im Gelände der Büttberge( unweit Wilhelmshagen) ihre Sonnwendfeier. Alle Darbietungen, Chorgesang, Mufit, die Aufführung der Rütliszene und Ansprache wird das Werk der Jugend sein. Der Jugend soll es eine Weihestunde werden, aber auch eine Rundgebung für die frei gewerkschaftlichen Gedanken.„ Regen und Wind, wir achten's gering." Jugend heraus! Neue Bergarbeiterlöhne. Bei den am 22. Juni im Reichs. arbeitsministerium begonnenen Lohnverhandlungen für die Bergarbeiter einigten sich die Parteien des besetzten Gebietes dahin, daß mit Wirkung vom 25. Juni ab eine durchschnittliche Lohnerhöhung je Schicht von 25 000 m., das find etwa 57 Broz. einschließlich der Erhöhung der sozialen Zulagen eintreten folle. Die Verhandlungen für die übrigen Reviere sind noch im Gange. Passive Resistenz der österreichischen Staatsangestellten. Der Reichsverband der öffentlichen Angestellten befchloß, wegen der ablehnenden Haltung der Regierung gegenüber den Beamtenforderungen ab gestern früh passive Resistenz zu üben. Wie uns dazu unser Wiener Berichterstatter drahtet, ist diese Organisation eine neutrale" Körperschaft mit start deutsch nationalem Einschlag. Ihre Mitglieder haben mit der passiven Resistenz begonnen. Dagegen haben sich die der Gewerkschaftstom mission angeschloffenen Berbände geeinigt, den parlamentari schen Weg zu beschreiten. Im Nationalrat begründete Genoffe Dr. Otto Bauer eine dringliche Anfrage mit der Forderung, daß die Regierung sofort mit dem Komitee der Beamtengewert fchaften verhandeln folle. Bundeskanzler Seipel erklärte, daß die Verhandlungen nicht abgebrochen seien, sondern daß sie immer zu Berhandlungen bereit fei, allerdings werde dabei auch das Indergefeg besprochen werden müssen. Achtung, Holzarbeiter! Am Montag, den 25. Juni, abends 6½ Uhr, im Englischen Sof, Meganderstr. 27a, Bersammlung der VGPD- Genevalversammlungsdelegierten somie Erfagleute. Tagesordnung: Gtel. Tungnahme zur Generalversammlung. Partei- und Gewerkschaftsausweisf legitimiert. Der Werbeausschuß. Rentralverband der Angestellten. Montag abend 7% Uhr Funktionärver. fammlung des Einzelhandels in den Gophienfälen, Gophienstr. 17-18, Soch zeitsfool. Thema: L. Annullierung des ersten Abschlusses; Schaffung eines neuen Tarifes für Juni. 2. Die Frage der wertbeständigen Löhne. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Was wird in Wirklichkeit die Folge sein, wenn auch die Arbeit zum Wiederbeschaffungspreis bezahlt werden muß? Der betrügerische Mehrgewinn wird den Warenbesitzern entzogen werden. Die Arbeiterschaft wird nicht mehr von Woche zu Woche, von Tag zu Tag in tieferes Elend versinken. Die Einnahme des Staates aus dem gesteigerten Verbrauch, die eine volkswirtschaftlich nüzliche ist, werden steigen. Das Reichsfinanzministerium wird statt die Staatsausgaben zu 85 Broz., vielleicht nur zu 70 Broz. aus der Notenpresse ,, decken". Vielleicht wird der Staat gezwungen, da er auch seine An gestellten nach dem Wiederbeschaffungspreis zahlen wird müssen, eine wirtschaftlich vernünftige Finanz- und Tarifpolitik zu machen. Die Notenpresse täme also ganz zum Stillstand. Die Ausgaben wür- Schlußwort Dr. Damaschke. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr im Leffing- Museum, Brüberstraße 18, Bortrag des Serrn Dr. S. Saffe: Die Berpönung bes Willens". Gäste willkommen. Bund deutscher Bodenreformer. Ortsgruppe Groß- Berlin. Große öffent. Tiche Rundgebung am Montag, den 25. b. M., abends 7% Uhr, in der Land. wirtschaftlichen Hochschule, Invalidenftr. 48, Sörfaal 10: Um den deutschen Boden". Redner: Bible vom Reichsverband landwirtschaftlicher Kleinbetriebe; albrecht vom Reichsverband der Kleingärtner; Bertreter der Mieterverbände. rechnen. 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Hen 1 italienische Lire 1 Bfund Sterling 1 Dollar ... Devisenkurse. .... 22. Juni 21. Juni Käufer Berkäufer Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 53266.50 53533.50 49625.50 49879.50 45614.7132.- 7168.- 6758.47630.50 47869.50 45886.22543.50 22656.50 21147.24888.50 24511.50 22743.36059.50 36240.50 33516.3760.50 3772.50 3521.- 3537.65664.- 60847.50 61552.50 6144.50 6175,50 5785.50 5814.50 626430.- 629570.- 583537.- 586463.65336.6792.21253.22857.33684.135660.- 136340.- 126682.- 127318.8354. 8396. 13965. 14035. 7905.- 7945.13216.50 13283.50 1 französischer Frank 1 brasilianischer Milreis 1 Schweizer Frant. 1 spanische Beseta 100 österr. Kronen( abgeft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar Bolennoten wurden im freien Verkehr mit 125 bis 184 gehandelt. 24839.- 24461. 22743.- 22857.20074.50 20175.50 18802.50 18897.50 193.51 194.49 182.54 183.46 4084.50 15.55 4105.50 15.64 3835.1745.50 1754.50 1546.- 1554.8855.14.24 1704.50 14.16 1695.50 1466.- 1474.Briefkasten der Redaktion. E. Sch. 98. F. B. 52. Das ist Ansicht des Artikelschreibers. Die Frage ist zum mindeiten ftrittig. Das Gefez beſtimmt darüber nichts. Th. u. 17 8ur Kün. bigung des Bertrages bedarf es der Zustimmung des Mieteinigungsamtes. Bir glauben nicht, daß dasselbe der Kündigung zuftimmen wird. Ein Gesez besteht nicht. Vielleicht richten Sie ein Gesuch an das Preußische Landwirtschaftsministerium in Berlin. B. G. Neukölln. Bon Hohenzollern. Berantwortlich für Politit und Wirtschaft: Bittor Schiff, Berlin; Gewerkschafts bewegung: J. Steiner, Berlin; Feuilleton: K. H. Döicher, Berlin- Wilmersdorf; und Sonstiges: Frik Karstädt, Berlin- Wilmersdorf; Anzeigen: Sotales Th. Glode, Berlin. Berlog: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin GB. 68, Bindenstraße 3. Sieran 1 Beilage. Vin wollen dorf fyormu? Dann nehmen Sie für die ganze Familie nur noch Continental Sohlen und Absätze. Diese sind viel billiger als Leder und halten länger infolge der vorzüglichen Qualität. Verlangen Sie daher ausdrücklich Continental Sohlen Absätze So gut wie Continental- Reifen. Zur Aufklärung und Abwehr! Um den immer wieder, in letzter Zeit besonders stark auftauchenden Gerüchten entgegenzutreten, erklären wir nochmals, daß unsere Firma ein rein deutsches Unternehmen mit deutschen Inhabern deutschen Beamten deutschen Arbeitern und rein deutschem Kapital ist. Unsere Weinbrände verdanken ihre ausgedehnte Verbreitung der hervorragenden Qualität. Dujardin& Co. G. m. b. H., vorm. Gebr. Melcher gegründet 1810 Uerdingen a. Rh. Nr. 289 40. Jahrgang Früherer Ferienbeginn. Am 30. Juni wird der Unterricht geschlossen. Beilage des Vorwärts Mit Rücksicht auf die am 1. Juli eintretende Erhöhung der Eisenbahntarife hat das Minifterium für Wissenschaft, Kunst und Bolfsbildung die Oberpräsidenten der Provinzen BerlinBrandenburg, Sachsen, Schleswig, Hessen- Nassau und Schlesien ermächtigt, den Ferienanfang zurüdzulegen und anzuordnen, daß am 30. Juni der Unterricht geschlossen Montag neuer Straßenbahntarif. Sonnabend, 23. Juni 1923 Prozeß Köhn. Ergebnissen führt. Allerdings muß in diesem Zusammenhang darauf verwiesen werden, daß sich die Landwirtschaft in erster Linie für eine schleunige Belieferung des Ruhrreviers mit Kartoffeln ein. Es sollen Zeugen gehört werden, die sich nicht getäuscht fühlen. fegt, eine angesichts der Lage im besetzten Gebiet vollkommen ver- Im Laufe der weiteren Verhandlung erklärt der Angeflogte Durch die unerwartete Nachricht, daß die Eisenbahnfahrständliche Forderung, hinter der die Ansprüche des unbesetzten Ge- Köhn bei Erörterung über den Begriff des Nettogewinnes, daß er preise vom 1. Juli ab schon wieder, und zwar auf das Drei- bietes zurückstehen müssen. Es fragt sich nur, ob nicht neben den mit 500000 M. Wetteinlagen einen Nettogewinn fache der eben erst erhöhten Junifäße gesteigert werde, ist vielen für Rhein und Ruhr bestimmten Kartoffeln nicht auch weitere Trans- von 47 Millionen Mark erzielt habe. Bors. Dr. Siegert: Leuten die Ferienfreude plöhlich und sehr gründlich porte für die von der Knappheit in erster Linie betroffenen Groß- Ich finde diese Aeußerungen von Ihnen so findisch, daß darüber nerdorben worden. Die neue Preissteigerung fommt just zu städte freigemacht werden können. Eine weitere Verschärfung erfährt fein Wort zu verlieren ist." R.-A. Dr. Pindar:„ Herr Köhn will berechter Zeit noch vor Beginn der Schulferien, so daß auch die Lage auf dem Berliner Kartoffelmarkt durch das fast völlige haupten, daß er die Einzahlungen auf den Banten fest liegen hatte alle die Familien, die nur im Juli einen Erholungsort aufsuchen Ausbleiben polnischer Kartoffeln. und zu den Wetten nur ein Betriebskapital von 500 000 m. verfönnen, schon die hohen Fahrpreise zahlen müssen. So schien es wendete." Angefl. Köhn:„ Jawohl." Vors.:„ Ich halte mich nur wenigstens im ersten Augenblick, und man darf vermuten, daß es an die Feststellungen des Gewinn- und Berluftkontos und dieses auch die Absicht der Eisenbahnverwaltung war, gerade den besonders schließt mit erheblichen Verlusten ab." Der nächste Zeuge ist der ertragreichen Ferienverfehr nicht von der Berteuerung auszunehmen. Die Verkehrsdeputation hat sich gestern den Anträgen der Di- städtische Beamte Berklok aus Dresden, der im Juli 1921 bei Köhn Jezt aber tommt ebenso überraschend die amtliche Meldung: rektion auf sofortige Erhöhung der Tarife angeschlossen. Danach be- Geld eingezahlt hat. Er sei der Meinung gewesen, daß Köhn als trägt der Straßenbahntarif von Montag, den 25. ab 1000 m. und Rennfachmann in der Lage gewesen sei, große Gewinne zu machen. von Montag, den 2. Juli ab 1500 M. Vom 1. Juli ab fostet die Nach dem Prospekt hielt ich meine Einlagen immer für gesichert, einfache Fahrt auf der Stadtbahn 3. Klasse 1200 M. und 2. Klasse wenn auch fein Gewinn erfolgen fönne; es hieß in§ 3, daß das 2400 m. Die Hochbahn wird ihre Tarife von Dienstag oder Mittwoch Prospekt heißt es, daß die Sportbank als eine Art Sparkasse aufStammfapital für die Einlagen haftet." Bors.: In dem Köhnschen zufassen sei. Das hat Sie also zur Einzahlung veranlaßt?" nächster Woche ab erhöhen. Die Omnibus- Gesellschaft. erhöht von Montag ab auf 1000, 1200 und 1500 m. In der Verkehrsdeputation Zeuge:„ Ja." R.-A. Bahn:„ Aber an anderer Stelle des Prospektes Wir zweifeln nicht, daß die Oberpräsidenten von dieser Er- wurden diese Erhöhungen zum ersten Male von sämtlichen Parteien ist doch nur von Wetten die Rede, wie konnte der Zeuge dann die mächtigung überall Gebrauch machen werden. Da wird mancher mit Ausnahme des kommunistischen Vertreters angenommen. Auch Bank für eine Sparkasse halten?" 3euge:„ Köhns Vertreter Bicles Familienvater wieder Mut schöpfen, die schon aufgegebene die Deutschnationalen, die bisher immer Obstruktion trieben, indem fagte mir, das Geld würde nicht nur in Wetten, sondern auch in Ferienreise nun doch zu wagen. In eine sehr üble Lage fie höhere Tarife verlangten, stimmten diesmal den Anträgen der Werten angelegt. Als dann eine weitere Zeugin aus Dresden aus dürfte aber die Eisenbahnverwaltung geraten. Sie verliert nicht nur Direktion zu. Das hängt zweifellos mit der im Rathaus deutlich zu R.-A. Dr. Bindar den Antrag, es möge auf fämtliche von der der Gruppe der geschädigten Einzahler aufgerufen wird, stellt einen Teil des Mehrertrages aus dem Ferienverkehr, sondern wird beobachtenden Schwenkung der Deutschnationalen zu positiver Mitauch am 30. Juni voraussichtlich einen Reiseandrang von arbeit zusammen. Um nicht ganz ausgeschaltet zu werden, hat sie sich Bahl etwa 60 betrage, im Interesse der Beschleunigung der VerStaatsanwaltschaft als Belastungszeugen geladenen Personen, deren noch nicht dagewefener Stärte zu bewältigen haben. ja auch bereiterklärt, dem städtischen Etat diesmal zuzustimmen. Die handlung verzichtet werden. Der Angeklagte werde dann auch Hoffentlich beeilt sich die Eisenbahnverwaltung, die nötigen Vor- gestern beschlossenen Erhöhungen waren angesichts der 100prozentigen Ronzessionen bezüglich der Beweisaufnahme machen. Das Gericht fehrungen zu treffen. Lohn- und Gehaltssteigerungen unvermeidlich. zog sich zu einer Beratung zurück, die nahezu anderthalb Stunden dauerte. Als der Gerichtshof wieder zurückkam, verkündete Landgerichtsdirektor Dr. Siegert folgenden Gerichtsbeschluß: Dem Angeklagten und der Verteidigung wird eröffnet, daß ihnen Gelegenheit gegeben wird, Zeugen namhaft zu machen, die sich nicht getäuscht und geschädigt fühlen durch ihre Einzahlungen bei den Röhnschen Unternehmen. Mit Rücksicht darauf, wird dem Bertagungsantrag der Verteidigung stattgegeben und beschlossen, die weitere Verhandlung am Montag früh 10 Uhr fortzusehen Die sämtlichen Dresdener Zeugen werden in Uebereinstimmung der Bartei entlaffen. wird. Zurückgehaltene Kartoffeln. Die Wucherpolizei hat viele 100 Zentner beschlagnahmt. Dant privater Anzeigen, nach denen an verschiedenen Stellen Berlins Kartoffeln in einer Gesamtmenge von etwa 4503 entnern zurückgehalten würden, verfügte die Wucherpolizei des Polizeipräsidiums über eine größere Menge von Kartoffeln, die in der Rembrandtstraße beschlagnahmt worden waren. Der Berkauf wurde durch die Wucherabteilung überwacht. Gleichzeitig ist auf einem Bahnhof ein ganzer Waggon Kartoffeln be= fchlagnahmt worden. Auch hier wurde für die Weiterleitung an den Einzelhandel amtlich Sorge getragen. Die nötigen Personalfeststellungen sind vorgenommen worden. Soweit die offenbar auf amtliche Information zurüdzuführende Mitteilung einer Lokalforrespondenz. Es geht daraus hervor, daß trog aller amtlichen Dementis und Aufklärungen" doch noch größere Bestände an alten Kartoffeln in Berlin vorhanden waren. Die Bucherpolizei scheint eben die Praftifen gewisser, Teile der Berliner Händlerzunft noch nicht recht zu kennen, sonst würde sie ihren guten Glauben, daß in Berlin feine Kartoffeln zurüdgehalten werden, nicht so optimistisch vertreten haben. Wie der Erfolg beweist, ist die tatfräftige Mithilfe des Publitums zur Feststellung der Zu die aufs rüdhaltungen unerläßlich, da Geradewohl an= gestellten polizeilichen Kontrollen meist resultatlos verlaufen. Die Frage wäre übrigens noch an die Wucherpolizei zu richten, weshalb die Namen der volksfreundlichen Herrschaften, die aus dem Hunger der Massen Rapital schlagen wollen, nicht gleichzeitig veröffentlicht werden? * NW Wetteraussichten für Sonntag. N. gumm NO W< top SWSSO Regen und Veranderlich Schön Wind Gewitter dod 30- 30 2020 10-10 0 10 10 0 einer Woche. Drei Stadtverordnetenfihungen in In der nach sten Woche finden drei Sizungen der Berliner Stadtverordneten statt, und zwar am Dienstag, den 26., Donnerstag, den 28., und Freitag, den 29. d. M., um den Etat unter Dach und Fach zu bringen. Unsere Abonnenten bitten wir, die Nacherhebung für Juni, 1500 M., den Austrägern bei dem erstmaligen Vorlegen der Quittung zahlen zu wollen, damit den Austrägern die Arbeit erleichtert, und dem Verlag, da die Einkassierung besonders entschädigt wird, Kosten erspart werden. Das martenfreie Brot 7000 M. Am kommenden Montag, den Ein fostspieliges Abenteuer hatte ein junger Professor aus dem Reiche der Mitte. Der Japaner lernte eine Tänzerin kennen, die sich Erna v. Sydow nannte und mit ihm mehrere Lotale aufsuchte, um schließlich in einem Hotel in der Friedrid stadt zu landen. Als Am Anfang dieser Woche drang ein umfangreiches Tiefdruck- der Japaner erwachte, war seine Begleiterin spurlos verschwunden. gebiet von Island nach dem europäischen Nordmeer und von dort Einen Kreditbrief über 120 englische Pfund und 2 englischen Pfundmit geringerer Geschwindigkeit nach der skandinavischen Halb- noten hatte sie mitgenommen. insel und der südöstlichen Ostsee vor, in deren Nähe es dann längere Zeit verweilte. In fast ganz Deutschland setzte sich demgemäß die trübe, kühle, regnerische Witterung mit nur kurzen 25. b. M., treten folgende Erhöhungen für markenfreies Gebäd in Unterbrechungen fort. Beinahe allein in Ostpreußen überschritt Straft: Brot 7000 Mart, Sarippe 330 Mart, Hörnchen, die Temperatur am Sonntag an vielen Orten 20 Grad Celsius, Kaiserbrötchen und Schnecken 500 M., Blunder, Blechkuchen je nach während sie in den meisten anderen Gegenden, selbst in den Mittagsstunden, unter 15 Grad Celsius blieb. Besonders ergiebige Qualität 800-1000 m., Einback das Pfund 6000 M., Zwiebac das Regenfälle fanden anfangs in der Umgebung der unteren Elbe, Pfund 7600 M., geriebene Semmel Pfund 5200, als Mindestbadsowie an der pommerschen Küste, später in Bayern und Ostpreußen gelb 1000 m. statt. Um Mitte der Woche zog das östliche Tief nach Finnland fort und es breitete sich ein auf dem Biscayischen Meere gelegenes Hoch über ganz Frankreich und den größeren Teil von Jedoch nahten vom Nordmeer und Rußland Mitteleuropa aus. rasch hintereinander zwei neue kräftige Tiefdruckgebiete heran. uns kühles, trübes Wetter mit ziemlich frischen West- bis Nordwestwinden und öfters wiederholten Regenfällen bedeutend vorherrschen und in Zwischenzeiten der Himmel sich nur wenig aufklären. Erhöhte Tätigkeit des Aetna. Die Kartoffelknappheit in Berlin hat sich in den letzten Tagen noch weiter verschärft. Die Zufuhren sind von Tag zu Tag geringer geworden; am gestrigen Freitag tamen faum mehr als 20 Waggons mit dem so notwendigen Nahrungsmittel in Berlin an, ein Quantum, das im Handumdrehen verfauft war und den Bedürfnissen der Großstadt in feiner Weise gerecht wird. Nach Ansicht maßgebender Kreise dürfte sich dieser unerfreuliche Zustand in den nächsten Tagen noch weiter verschärfen, da absolut feine Auch am Sonnabend und Sonntag dürfte daher bei nebenstrom des Aetna bedroht, der in drei Tagen einen Kilometer Aussicht auf Abhilfe durch größere Zufuhren vorhanden ist, es fei denn, daß ein gründliches Nachforschen nach auf dem 2ande vorhandenen Vorräten einfegt und zu wirklichen 19] Als die Wasser fielen. Bon Offo Rung. Das Städtchen Cinguagloffa dem Untergang geweiht. Das Städtchen Linguaglossa wird neuerdings von einem zurückgelegt hat und nur noch 1500 Meter Dom Städtchen entfernt ist. Das Borrücken wird durch die Senkung des Geländes begünstigt und richtet sich unmittelbar gegen das Zentrum Gude sah an der Ecke der Strandsträde eine Schlägerei:| zählte, daß fie Matti in einem Korridor hinter den MüllEin Mann mit einem Gesicht, das rot wie eine Beule war, eimern in der Gasse drüben gefunden und gewußt hätten, wo schlug auf ein Frauenzimmer los. Um sie herum standen die er hingehörte. Jetzt warteten sie offenbar auf eine BeMüßiggänger des Quartiers, Zuhälter und Dirnen. Die lohnung. Er erinnerte sich solcher Sonntagmorgen aus seiner Rausschmeißer der Gastwirte staken die Nasen aus den Den einen der beiden hatte Gude schon früher bemerkt, Knabenzeit in dem alten Quartier. Damals lag noch das qualmenden Kellern hervor, die winzigen Scheiben der Gasse es war ein Herumtreiber des Quartiers, der andere war der alte Bethelschiff zwischen Strandgasse und Charlottenborg und wurden von den Mädchen der Logierhäuser mit hängendem Tätowiermann Johnson aus der Hinterstube des Nyhavnläutete mit seiner fleinen Schiffsglocke zum Gottesdienst. Doch Haar und bloßen, rosig aus den Hemden guckenden Schultern tellers. Von ihm hatte der Wasserschiffer Gude erzählt, daß jetzt ertönten voll die orgeltiefen Glocken der Marmorfirche, geöffnet. Das Frauenzimmer heulte bei jedem Schlage, der er im Geheimen Handel mit Frauenzimmern triebe und darauf der zartere Dreiflang der russischen Kirche wie in traf, fie stieß mit den Füßen so hoch fie fonnte, fuchte dem außerdem hinter dem Rücken der Polizei Heuerbas wäre, jenen Zeiten, da das Kaiserschiff auf der Reede lag und der Kerl, der sie schlug, auf die dreckigen Segeltuchschuhe zu menn es galt, einen Mann, der ohne Schiffahrtsbuch und Parussische Matrosenchor mit frischgeplätteten Schürzen, weiß treten. Auf die weiße, zwei Mehlfäcken gleich gespannte piere und no question asked! fortgelaufen war, wie Erzengel, durch die Bredgade an den wartenden Equi- Bluse fielen die Blutstropfen aus ihrer Nafe. Die Herum- unterzubringen. Sicher wußte er mehr von Mattis heutigem pagen der Diplomatie vorbeimarschierte. Selbst die Glode stehenden erzählten trocken, daß es die Amerikanerin" wäre, Schiffbruch, als er zugeben wollte. der St. Paulskirche tönte mit ihrem Klange wie aneinander- die von ihrem Freund eine Tracht Brügel bekäme. Und stoßendes Steingut fern aus Nyboder wo jetzt wohl die jedesmal, wenn er traf, brüllte er: Da hait du's! Hast du Konfirmanden in feinen Karossen vorfuhren ganz bis Ehre im Leibe, daß du dich hier ohne einen Pfennig für mich, Nyhavn herüber. deinen angetrauten Mann, herumtreibft!"- Aus den offenen Cafétüren lärmten Banjo und Grammophone die Walzer des Tages. Saufend und heulend kam der schwarze Bellenwagen der Polizei; er hielt mit einem Rud, drei Schuhleute sprangen heraus und packten die Amerikanerin samt ihrem Freunde- und fort ging es mit ihnen nach der Polizeiwache am Nytorv! Als Gude an Bord ging, sah er an der Reling achtern Fräulein Gerda. Sie war angekleidet, um an Land zu gehen, schien aber zu zögern. Wie gewöhnlich grüßte er. Er sah den erschreckten Ausdrud in ihren Augen. Unwetter lag an diesem Tage über Nyhavn. Ein wilder, gewaltsamer Rhythmus, ein magnetisches Ob Edith jetzt wohl zu Hause in der Amalienstraße faß -mie sie damals, als sie Kinder waren, dagesessen und dem Glockengeläut hier im St. Annenviertel gelauscht hatten! Dieselbe Stille wie damals lag auch jezt über ben alten Straßen. Nur die Luft fang. Alle Schaufenster in Nyhavn waren mit Läden verschlossen, die alte Holzbrücke, die über den Nyholmer Ranal nach den Straßen von Gammelholm führte, ertönte nicht wie gestern von rumpelnden Wagen. Doch am Nachmittag sprangen die Türen von allen Wirtschaften Nyholms auf. Heulend tönten Grammophone und flapprige Pianolas; aus dem Konzertsaal ,, Thalia" im Keller an der Ede der Strandgaffe erflang von Klavier und Banjo der wirbelnde One- Step. ,, Kiss me my darling." Gegen Abend wurde Matti von zwei Männern an Bord Die Mädchen tamen ohne Ueberzeug mit Laßschürze und Tanzfchuhen oder mit Matrosenfragen und rosa Bluse, das Bobby- gebracht. Er war betrunken und fonnte nicht stehen. Die haar um einen fettigen Kamm brausend. Andere famen in beiden, die ihn trugen, legten ihn auf das Dec. Dort lag Ulster und Schnürstiefeln herangewatschelt, die Seemanns- er naß, weiß und zerschlagen wie eine Wasserleiche. Sein müße schief über dem flachen, faft najenlosen Gesicht. Sie linkes Auge trug den blauen Stempel einer Faust, und der pfiffen den Burschen, frischen Jungens, die, die Jacke über einzige Rest des neuen See- und Herrenequipierungsanzuges dem Jersey, aus dem Seemannsheim oder Logishause auf war sein linter Aermel, der über die Hand gekrempelt war, jo tauchten. Die festen Ravaliere der Mädchen folgten ihnen daß der Arm doppelt so lang erschien. Fort waren Schiffer mit wachem Auge von einer Kellertreppe aus und zählten Samuelsens Talmiuhr- trok fünfjähriger Garantieihre Dollars und finnischen Markscheine, die das Mädchen die von Medaillen schwere Keite des Ringerfönigs. gestern verdient hatte. Dunkle Eristenzen schlichen sich, in fohlenlosen Schuhen schlürfend, aus einem Hof heraus: bleigraue Fragen, Ballen wandernden Schmutzes. Arm in Arm famen neue Scharen von Seeleuten die Straße herabgeschlendert. und Gude faßte mit an, um ihn aufzuheben. Das Hemd war zerfetzt, die obszönen Figuren auf feinem Rüden grinsten hell, hinten in der Lende war ein Riß, der sicher von einem Messer herrührte. Sie schleppten ihn in die Rambüse, verbanden ihn und legten ihn in die Koje. Der eine der beiden Männer erEr war ein muskulöser, breitrüdiger Kerl, in Sonntagszeug mit Kragen. An Wochentagen sah Gude ihn mit Ledermanschetten und Sixpence hinter der Scheibe des„ Café Ausgud" fizen, wo er mit Seeleuten Karten spielte. In der Kambüfe hatte der Mann kritisch Mattis tätowierten Rücken betrachtet. Amerikanische Arbeit! hatte er gesagt. Seine eigene Spezialität! Er überreichte ſeine Rarte. die Hand nach seiner Belohnung aus. In der schmutgrauen Sie gingen aufs Ded hinaus. Der Tätowiermann streckte Handfläche war in blau und rot eine geöffnete kleine Frauenhand mit langen schlanken Fingern tätowiert. Sie öffnete und schloß sich mit der Faust des Tätowiermannes. Mitten in diese Hand mußte Gude das hervorgesuchte Geld legen. Als die beiden Hände gleichzeitig zugriffen, hatte er das Gefühl von etwas unfagbar Gemeinem, als hätte er das Geld einer Dirne gereicht, die sich im nächsten Augenblick in einen Kerl verwandelte. Der Tätowiermann hob den Kopf. Die breiten blauroten Lippen teilten fich, unter den buschigen Brauen schimmerte es. Gude wandte sich um. Der Passagier des Achterschiffes war über der Ruff zum Vorschein gefommen. Sie trug noch leberzeug, ihr Gesicht war falfweiß. Die Hand des Tätowiermannes troch langsam zu dem runden Hut hinauf. Sein Blick war ganz unverschleiert, frech und unzüchtig. Gude fühlte im selben Augenblick die unflätige Tiefe, die hier in Nyhavn ihren Schlupfwinkel hatte, in den Kellern, Rloafen, den morschen Pfählen des Bollmerts, den überall rumorenden Ratten, dem schmutzigen Schimmer von Augen, die hinter Müllfästen lauerten und wie Wanzen in einem ungebrauchten Bette wimmelten. ( Fortsetzung folgt.) des Ortes. Der Vulkan selbst zeigt wieder regere Tätigkeit,| 11. weshalb auch der Lavastrom zunimmt und flüssiger wird. Die Lava strömt aus etwa 20 Ausbruchstellen. Des Nachts wird auf dem Gipfel vom Montenero starter Feuerregen bemerkt. In Catania sind aus Rom zwei Wasserflugzeuge eingetroffen, die das gesamte Ausbruchgebiet des Aetna aus der Luft beobachten und die Ausbruchherte feststellen sollen. Bultantenner erklären, wenn der Ausbruch in einigen Tagen nicht aufhöre, gebe es für Linguaglossa keine Rettung mehr. Bis jetzt sind vom Lavastrom 49 Quadratkilometer Weinberge und Haselnußwälder verschüttet. Sie bildeten den einzigen Besitz zahlreicher fleiner Bauern. Jezt hat der Lavaftrom zirka 30 Häuser verschüttet. Um den Hirtenstab des Heiligen Aegidius hat sich zwischen den Bewohnern der beiden Aetnagemeinden ein neuer Streit entfacht. Das Stantbild des Heiligen wurde von Mussolin besucht und nachher bei einer Prozession im Dorfe herumgetragen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuhkommission. 3. und 18. Kreis. 8ur Besichtigung des Ostar- Helene- Heims in Dahlem am Don nerstag, den 28. b. M., nachmittags 4½ Uhr pünktlich, melden die Abteilungsleiterinnen je 3 Genossen bzw. Genossinnen den Genossinnen Wil helmine Weide, Ramlerstr. 5, und Anna Thon, Weißensee, Rennbahnftraße 26. Fahrverbindung: Untergrundbahn Thielplag oder Wannseebahn bis Rehlendorf. BTS Guter Kaffee gibt gute Laune, darum TrinkeQuieta! 21. Theater, Lichtspiele usw. Opernhaus Volksbühne 6 Uhr: 72 Uhr: Tannhäuser Der Zerrissene Schauspielhaus Lessing- Th. 72 Uhr: Sommerspielzeit! EXZENTRISCHES THEATER 812 Peer Gynt Allabendlich 8 Uhr: 8 Theater i. d. Liebesstreik Königgrätz. Str. Gr. Schauspielhaus 8: Die wunderl. Geschichten des 8 Uhr: Kapellm. Kreisler Die Bacchantin I. Teil Berliner Th. Deutsches Th. 71 Uhr: 7.30 U.: Mädi Die Frühlingsfee Residenz- Th. Kammerspiele Tägl. 8 Uhr: 72 Uhr: Die Entlassung Der Faun 8 J. Kleines Th. Ida Wüst in Das verlorene Amulet 8U: Trianon- Th. Komödie Musik von Léhar Urania Alt- Berlin Die Gondel Deutsch.Opernhaus U Boccaccio Uhr: Friedr.- Wilhelmst. Th. Tägl. 8 Uhr: Die blonde Ratte Kreis. Schöneberg- Friebenan. Montag, den 25. Juni, 8 Uhr, Zusammenfunfft der Abteilungsmietervertreter und der foz. Beisiger beim Miet einigungsamt im Lotal Rönig, Prina- Georg- Str. 10. Kreisvorstand und Abteilungsvorstände müssen hierbei vertreten sein. zuliefern. Heute, Sonnabend, den 23. Juni: 43. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, die Beamtenlisten schnellstens abJungfozialisten. Gruppe Lichtenberg. Treffen zur Sonnenwende 6½ Uhr Fahrfartenausgabe Stralau- Rummelsbug. Suppe Südoften. 6 Uhr Görliger Bahnhof. Gruppe 7. Beteiligung an der Sonnenwendfeier in der Sozialistischen Arbeiterjugend. Treffpunkt 8 Uhr Görliger Bahnhof. Morgen, Sonntag, den 24. Juni: 19. abt. Bormittags 10 Uhr Beteiligung an der Einweihung der Gartenschule( Weltliche Schule), Gotenburger Straße, Eingang Chriftianiastraße. 39. Abt. Der für den kommenden Sonntag geplante Familienausflug ist bis zum Juli verschoben. 112. Abt. Rahnsdorf. Vormittags 11 Uhr Borstandssigung bei Lebigti. Die Genossen der Wohnungskommission müssen erscheinen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 36. Abt. Unsere Genoffin Johanna Nikolai, Edertstr. 6, ist am 21. dieses Monats gestorben und wird am Montag, den 25. biefes Monats, nach. mittags 14 Uhr von der Kapelle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus begraben. Troß ihres hohen Alters, 74 Jahre, war die Genoffin bis zulegt bei jeber Parteiarbeit tätig. ISOLA Grop. Volksoper STAHLGLAS Im Theat. d.Westens 8 U.: Julius Cäsar Stg. 3 U., bel kl. Preisen: Der Herr Senator Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Lustspielhaus 8 Uhr: Die blane Hawaii Metropol- Theater 74: Die Schönste der Frauen Vorverk. ununterbr. Neues Theat. a. Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Neues Volkstheater 7/2 Vater und Sohn Renaissance- Theat. 8 Uhr: Kampf der Geschlechter Schiller- Th.Charl. 8 U: Süße Susi Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die rot. Katze D- R.D. hält 24 Stunden heiß- 3Tage kalt Springt nicht Bricht nicht! ISOLA Man hat jahrelang Freude daran! ISOLA GES- EUR WARME- U- KALTEISOLIERUNG RUDOLSTADTH Außerdem wie bisher in altbekannter Güte ISOLA- Leichtglasflaschen- Speisenträger Kannen usw. dmirals- Varieté Verkäufe Berlins 800 bestes Programm gebrauchter Maschinen mit Garantie Berliner Prater Reichshallen.Th Th. a.Nollendorfpl. Kastanien- Allee 7-9. Tägl. 73 Uhr: Täglich: Die schöne Rivalin pie schöne Liselott 7, Wallner- Th.7% Operette in 3 Akten Des Königs Nachbarin Dazu: Das große Varieté- Programm am Potsd. Platz 8 Bellevuestr.4 Erstrang. Küche Kein Weinzwang Vorverk. 11-3 Nollendorf 4156 Theater am Kottbus. Tor The Verein Berliner Taglich Uhr Allabendl. 71/2 Uhr Stettiner Sänger Rähmaschinen. Gelegenheitstäufe wenig mir bei Fischer, Potsdamerstraße 108. Stollendorf 8682. Bekleidung Ein Fünf- Uhr- Tesonatsangkige, Sommerpaletots zu Arbeitersport. Fußball am Sonntag. Am Sonntag finden in Stralau, Goslarstr. 48( Stralauerplag), große Städte- Wettspiele statt. Es spielen folgende Mannschaften: Stettin 1 Jugend gegen Stpalau 1 Jugend 10 Uhr vormittags; Rüstrin 1 Jugend- Berliner Sportverein 22 11,20 Uhr vormittags; Oberspree 2 Männer- Stralau 2 Männer 12,45 Uhr; Stettin la- Berliner Sportverein 1b 2,30 Uhr; Rüstrin La gegen Berliner Sportverein la 4,15 Uhr; Oberspree la- Stralau la 6 Uhr. Arbeiter Turn- und Sportbund. 1. Kreis. 2. Bezirk. Teilnehmer am Bezirksturnfest in Templin am 14. bis 15. Juli. Mittwoch, den 27. Juni, Zuſammenturnen der Frauen in Weißenfee, Gemeindeturnhalle Pistoriusstraße, abends 8-10 Uhr. Barrenübungen, Freiübungen und Reigen. Freitag, den 29. Juni, abends 8-10 Uhr, Bufammenturnen der Männer und Jugend. Bezirksturnen und Freiübungen. Bollzähliges Erscheinen Pflicht. Turn- und Sportverein Eiche, Köpenid. 8u dem am Sonntag, den 24. Juni, ftattfindenden 2. Vereinssportfest beginnen die Borfämpfe um 9,15 Uhr vormittags. Die Ausgabe der Startnummern erfolgt auf dem Sportplag. Nadeln bitte selbst mitbringen. " Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. Eröffnung einer Jungmädchen abteilung in der Turnhalle Samariterſtr. 20. Turnzeit: Montag und Donnerstag 8-10 Uhr abends. Arbeiter- Sport- Kartell. 6. Bezirk( Kreuzberg). Montag, den 25. Juni Sigung um 28 Uhr. Beschließung des Werbesportfestes. BFC. Teutonia 09, e. B., fucht für Wochentags und Sonntags Taufend Spiele für 3 Männermannschaften auf eigenem Plaz gegen 25 Prozent der Plageinnahme. Buschriften an Hermann Boldt, Berlin N. 20, Roloniestr. 5. immachen leiftet Güßftoff afterbefte Dienfle. Cr ft völlig reid obne Rebengeschmad, bequem zu Derwenden, billig und befömmlich. Cine H- Dadung, entspricht der Süßtraft von 1 Pfund 3uder. Erhältlich in Kolonialwaren, Drogen handlungen und Apotheken. Die deutsche Marke von Weltruf Líföre Carl Mampe MAMPEAGBE MADK ERLIN ELEFANT bei Seeber ftaunenb bilfgen Breisen. Naß, Gor Außerhalb jeden Konzerns Maxa imannstraße 25/26, früher Muladstraße. Donhoff- Kreuzfächfe 45 000. 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SwinemünderZu dieser Versammlung haben außer Leibhaus Rosenthaler Tor, Linien- ftraße 7. Sumboldt 489. den Delegierten die Bertrauensleute und traße 203/204, Ede Rosenthalerstraße, Druckereitassierer Zutritt. Ohne Legiti verbauft bekannt billige Anzüge, Schlüpfchirrainn, Beichblei und fämtliche Me NON- Zinnschmelze fauft 28tainn, Ge mation fein Einlaß. Der Gauvorstand fer, Covercoats, Baletots, Billige Seifen v.12 Fabriken Seifenfabrik Dircksenstr. 20, Bhf. Alexanderpl. 2, he, findet im Zentralverband der liche Belzarten. Spottbillige Sommer Montag, den 25. Juni cr., abends mäntel, Kreuzfülchfe, Alastafufe, fämt. talle. Andreasftraße 49. Fahrrabantauf, höchstzahlend, Dresbenerstraße 120. Morigplag 3730. Ungestellten( Abfertigungsraum), Berlin preife. Reine Lombardware. Sädeanlauf Gollnowstr. 9. Festball jeden Gonntag ab 3 Uhr; Tanzen frei. Kurhotel Wachtelburg. Prismenferngläfer 08, Felbstecher. Oft- Bahnhof Strausberg. 83/14 Photoappavate, Mikrostope, Brillanten ftatt. Tagesordnung: 1. Liquidation Anzüge, Baletots, Schlüpfer, Cutaways, tauft Wertzentrale Belleallianceſtr. 97. 18 393, der Genoffenfchaft. 2. Wahl der Liquidatoren Sofen. Riefen- Auswahl. Belzwaren: Klavier, guterhaltenes, sucht Boigt, 290, Es wird darauf hingewiesen, daß Behpelze, Sportpelze tonfurrenzlos bil: Neufölln, Sanderstr. 30. Für Klavier6 397, statutengemäß die Versammlung ohne lig! Reine Lombardware. nachweis zahle 200 000. Telephon: 21 004,60 Rücksicht auf die 8ahl der anwesenden Genoffen gültig befchließen tann.[ 108/16 Teilzahlung. Garderoben für Herren- Neukölln 4392. Gewerblich. Züchtige Maschinennäherin, Kleiber, AfA- Haus Berlin( eingetragene Genoffen. Anzilge, Schlüpfer, Baletots, Sofen, Gilberschmelze Christionat, Ripenider. Reinidendorf- Oft, Cinfegnungsanzüge. traße 20a( gegenüber Manteuffelstraße), verlangt Burschenanzüge, schaft mit beschränkter Haftpflicht). Bahngebisse, Der Vorstand: Flatau. Adamietz. 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Januar 1923 4 . • 98 Theater des Ostens ( Rose- Theater) 7% U.: Trompeter Die Höhe der Gesamthaftsumme beträgt: 27 200.- Mr. außerordentliche Generalversammlung entraße 5. Firma achten! Täglich großer Bertauf maßmäßig hergestellter Selbständige Existenz ( Vorort) gründe ich tüchtigem Fachmann irgend eines aussichtsreichen Artitels. Räume und Geld bis 20 000 000 Mart zur Ver fügung. Angebote befördert die Erpe. bition dieser Zeitung unter A 62. Blaz, und Oberschöneweide, Edison. Fahrradantant, höchſtzahlend, Möbel Gelegenheit! Speifezimmer, Eiche, Arbeitsmarkt Stellenangebote Rugner, Schreibmaschinenmonteure fchinerstraße 78. Brismengläser, höchstzahlend. Frant, hochqualifiziert, mit nachweisbar langer Blücherstraße 56. Photoapparate, höchftzahlend. Fabrikationspragis von erftllaffigerSpezial Frant, fabrik in Wien gesucht. Persönliche Mel bungen nur am Dienstag und Mittwoch ( 26. und 27. Juni), nachm. 4-6 Uhr, bel Rozar, Hotel Holfteln" a. Anhalt. 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