Nr. 299 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 148 Bezugspreis: Für den Monat Juni 9100. noraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Buremburg 11 100 M., für das übrige Ausland 13 100 M. Poftbezugspreis freibleiben d. Postbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant. reich, Holland, Lettland, Luremburg, Desterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der ,, Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 600 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile toftet 3000 M. Reklamezeile 15 000 m. ,, Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 1000 M.( zulässig zwei feit. gedruckte Worte), jedes weitere Wort 500 M. 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In der heutigen Schlußßigung des so fest wir in der Rheinlandfrage stehen, so wenig auf der anderen Rheinischen Provinziallandtages gab Dr. Men Seite irgend etwas unterlassen werden soll, was mit dem Bestand, nig im Namen der Fraktionen des Zentrums, der Arbeitsgemein- der Einheit und der Souveränität des Reichs vereinbar ist und schaft und der Sozialdemokratie folgende Erklärung ab: mit der wirtschaftlichen Zahlungsfähigkeit im Einklang steht, um Grausam ist der Drud, der auf dem Rheinland fastet. Mitten dadurch Ruhr und Rhein frei zu machen.( Bravo!) Wenn aus im Frieden ist ein friedliches, wehrloses Bolt, das ureigene Kuitur Anlaß von Aeußerungen, die ich vor wenigen Tagen in Königsberg fein eigen nennt, getnechtet und entrechtet. Bahllose gemacht habe, die Rede davon war, daß in dieser besonnenen aber Männer und Frauen, die nichts als ihre Pflicht dem Vaterland festen Politik irgendeine Schwankung eingetreten fei, so trifft dies und dem Gewissen gegenüber tun, werden aus der Heimat aus in feiner Weise zu. Wir haben die Hoffnung, daß die einzige Waffe, gewiesen, von Haus und Hof vertrieben oder schmachten in schmäh- die wir in der Hand haben, die Waffe des paffiven wider licher Gefangenschaft. Sie haben sogar ihre Liebe zum Vaterland standes, uns auch zu einer Lösung bringen wird. In der Frage mit ihrem Blute besiegeln müssen. Unbarmherzige Gewalt= haber, die feine Schomung fennen, tönnen trog aller Qualen diefen starten Mut und die Treue der Rheinlande nicht ins Wanken bringen. Der Rheinische Provinziallandtag, die aus dem freiesten Wahlrecht der Welt hervorgegangene Vertretung des rheinischen Boltes, erhebt vor aller Welt erneut einer besonnenen und festen Haltung Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Von der Lohntheorie zur Tat! Bon S. Aufhäuser. Die Erörterung neuer, der Geldentwertung angepaẞten Lohnmethoden ist in den letzten Wochen und Tagen auffällig in die Breite gegangen. Wenn es nur darauf ankäme, erafi wissenschaftlich zu prüfen, welches Inderverfahren den höchsten Grad von Vollkommenheit aufzuweisen hat, dann könnten schließlich diese Untersuchungen auch noch einige Monate fortgefeßzt werden. Es kommt aber einzig und allein darauf an, daß sofort etwas geschieht. Die Sicherung der Wertbeständigkeit des Lohnes ist nunmehr aus dem Stadium theoretischer Diskussion heraus in die Tat umzusetzen. Durch die fachlichen Vorarbeiten ist das Problem durchaus soweit geklärt, daß schon in den ersten Wochen des Monats Juli das neue Lohnsystem verwirklicht werden könnte, wenn bei den Unternehmern und auch bei der Reichsregierung der in der Lösung der außenpolitischen Wirren und in jener Frage ist gute Wille vorhanden ist. Sollte er aber fehlen, dann ist die Reichsregierung mit der preußischen Regierung und den Rees höchste Zeit, die wissenschaftliche Diskussion durch die ergierungen der Länder einig. Sondermeinungen, wie fie forderlichen organisatorischen Mittel für die Durchsetzung notder Leiter eines Landes in den letzten Tagen geäußert hat, werden Einspruch gegen diese Gewalttaten und ihre Bedrüder. zum Ausgleich gebracht werden. Aber eins ist notwendig, wenn wendiger Forderungen zu ersetzen. Ihren Opfern fagen wir heißen Dank.( Alseitige Zustimmung.) Sie im Kampf gegen den hereingebrochenen Feind täglich Schweres Dem verstärkten Drud fegen wir die Einigteit, ber Gewalt und Schwerstes erdulden müssen, wenn es Ihnen manchmal zu das Recht und der Bernichtungsabsicht den Willen zur Frei schwer wird und wenn Sie aus Ihrem deutschen Empfinden heraus heit entgegen. Dieser Dreitlang deutschen Willens und deutscher ich sagen: Es kann nicht mehr in Ruhe ertragen werden!, dann Hoffnung eint uns in unserem Kampf und in unserer Abwehr. bedenken Sie, daß Unbejonnenheiten irgendwelcher Art die Lösung Der passive Widerstand ist aus dem Bolke geboren und des konflikts nicht bringen werden. Wir müssen besonnen im lebt in den Massen. Die Rheinländer werden diese unsere Waffe Rahmen des passiven Widerstandes bleiben und wir müssen die lebt in den Massen. Die Rheinländer werden diese unsere Waffe nicht niederlegen, bevor Necht und Freiheit der deutschen Waffe des Geistes, die einzige Waffe, die wir gegenüber der Waffe Rheinlande gesichert sind. Darin wissen wir uns einig mit unseren Bolfsgenossen in Westfalen, Baden, Heffen und in der Pfalz. Wenn fich auch in der inneren Politik auf wirtschaftlichem und futurellem Gebiet unsere Auffassungen trennen, in einem sind wir einig: der Gewalt haben, anwenden bis es zum guten Ende tommt. Aber noch ein weiteres. So wenig es zu unbesonnenheiten kommen darf, ebensowenig ist ein Anlaß zu Kleinmut und Schwäche vorhanden Es würde schwerer sein, das zu ertragen, was eintreben würde, wenn Sie die Waffe des passiven Widerstandes aus der Hand gäben.( Sehr richtig!) Auf dem Weg, den wir beschritten haben, ist doch wenigstens ein fleiner Schritt vorwärts getan. Eine rheinische Frage gibt es für das rheinische Bolt nicht. ( Allseitige stürmische Zustimmung.) Auch in die Form unserer Zugehörigkeit zum Deutschen Reich als ureigenster Angelegenheit lassen wir uns nicht von fremden Völkern hineinreden. Die offen zu Tage liegenden Bestrebungen Frankreichs beweisen, daß diese Lockerung Barmen, 28. Juni.( WTB.) Vor der Erklärung, die im Namen des staatsrechtlichen Verhältnisses der Rheinproving zu Preußen der Fraktionen des Zentrums, der Arbeitsgemeinschaft und der eine Lösung der Bande bedeutet, die uns mit der deutschen Republik Sozialdemokratie abgegeben wurde, hatte ein kommunistischer verbindin. Mit Freimut und Entschiedenheit sprechen wir es aus: Der Frieden der Welt, die Zukunft der europäischen Kultur und Wirtschaft verlangt, daß Deutschlands ehrlicher Wille zur Arbeit, zum Wiederaufbau und zur Wiederherstellung durch Gewalt nicht zu nichte gemacht wird. Die Welt wird nicht zum Frieden kommen, che nicht Frieden und Freiheit einkehren am deutschen Rhein! ( Lebhafter Beifall.) Abgeordneter eine Erflärung abgegeben, in der die Entschlossenheit auch feiner Partei zur Abwehr der Pläne des franzöfifchen imperialismus auf das Rheinland Ausdruck fand. * Nach der Kundgebung des Provinziallandtages nahm der Reichsfanzler noch an einer Bersammlung des Eisen- und StahlwarenIndustriebundes in Elberfeld teil. Er versicherte der Wirtschaft, daß die Regierung fie nicht verlassen würde, und der Vorsitzende erflärte, darüber sehr erfreut zu sein. Die Wirtschaft wisse, daß sie Opfer bringen müsse. Was hat die Regierung zu tun? Soweit es sich um die allwöchentliche Beröffentlichung der für einen be weglichen Teuerungsfaktor erforderlichen Meßziffern handelt, sind die Vorarbeiten des reichsstatistischen Amtes soweit vor= geschritten, daß hier kaum noch Schwierigkeiten bestehen, um schon mit Beginn des Monats Juli den Lebenshaltungsindex in verbesserter und beschleunigter Form zu veröffentlichen. Die weitere Frage, ob die allwöchentliche Inderziffer der Lebenshaltung mit dem Großhandelsinder fombiniert werden soll, oder eine andere Ergänzung zum Lebenshaltungsinder vor genommen wird, durch die eine nach der Veröffentlichung noch zu erwartende Teuerung mit berücksichtigt wird, dürfte gleichfalls in den allernächsten Tagen die eine oder andere technische Lösung finden. Damit muß aber dann zunächst diese Inderdiskussion ihren Abschluß finden. Bon der Regierung muß weiter erwartet werden, daß sie die Anwendung ihrer amtlichen Inderziffern für die einzelnen Tarifverträge obligatorisch, d. h. durch Gesez anordnet. Es wird Sache des Reichstags sein müssen, dem Reichsfabinett, das sich bisher in allen Tonarten ausgeschwiegen hat, die Zunge zu lösen. Vor allem wird auch der Reichsfinanzminister öffentlich eine bündige Erklärung zu geben haben, ob für die Reichsarbeiter und die Beamten das System des wertbeständigen Lohnes eingeführt werden soll oder nicht. Wenn einer seiner Vertreter bei den Vorberatungen erklärt hat, daß die Einführung wertbeständiger Löhne abzulehnen sei, weil sie den Zusammenbruch der Mark mit sich bringe, dann ist die Zeit allmählich zu ernst geworden, um auf solcher Grundlage noch allzu lange weiter zu verhandeln. Die Lohnund Gehaltsempfänger haben feine Lust mehr, bei der Aufrechterhaltung einer fiftiven Währung das alleinige Opfer zu bilden, während im gesamten Kapitalverkehr längst nicht mehr nach Papiermart gerechnet wird. Die Reichskanzler Dr. Cuno, der der Sigung beiwohnte, hielt im Anschluß an die Erklärung eine Rede, in der er u. a. ausführte: Mit Einmütigkeit in der Abwehr der fremden Gewalt vom Rheinlande weiß sich die Reichsregierung eins. Ich kann nur immer wiederholen, was von mir 223 Jahre Gefängnis für Eisenbahner. bei jeder Gelegenheit erklärt wurde, was ich auch heute wiederhole Im Verlauf der Bersammlung teilte dann Oberregierungsrat und was hier öffentlich und feierlich nochmals dokumentiert sei, Treine mit, daß bis zum 16. Juni folgende Strafen über weil man es nicht oft genug aussprechen kann: daß die Rheinlande Eisenbahner im befeßten Gebiet verhängt worden sind: 223 und ihre Zugehörigkeit zum Reich und zu Preußen unangetastet Jahre 8 Monate 10 Tage Freiheitsstrafe, 148 558 200 m. und bleiben müffen und daß keine irgendwie verfchleierte Form der 250 Fr. Geldstrafe. Die Zahl der Verurteilten betrug 124, Arbeiter, Angestellten und Beamten der öffentlichen Betriebe 2innerion, mag fie internationale Gendarmerie oder neutrale Oberaufsicht heißen, für uns diskutabel ift.( Bravo!) Es gibt deshalb von denen 70 auf das altbesezte Gebiet und 54 auf das neubesetzte müssen in den nächsten Tagen erfahren, ob das Reich, soweit feinen Kompromißweg, ben wir in dieser Frage betreten entfielen. Von den Freiheitsstrafen entfielen auf das altbesetzte es Arbeitgeber ist, mit gutem Beispiel vorangehen will, fönnen.( Bravo!) In dieser Auffassung ist sich die Reichsregierung Gebiet 173 Jahre 9 Monate 7 Tage Gefängnis und 30 Jahre oder ob man sich auch in den öffentlichen Betrieben erst einig mit den Regierungen der deutschen Länder. Ich freue mich Zwangsarbeit, auf das neubesetzte 49 Jahre 11 Monate 3 Tage durch politischen und gewerkschaftlichen Druck bequemen wird, und danke dem preußischen 3nnenminister dafür, daß er Gefängnis. In dem gleichen Zeitraum feien ausgewiesen 6879 Be- allmählich in eine Revision bewährter Grundsäge" einzubei Eröffnung dieser Tagung dem Worte und dem Sinn nach in amte und Arbeiter, davon 4392 aus dem altbesetzten und 2487 aus treten. gleicher Weise zu Ihnen gesprochen hat. Die Politit, die die Reichs dem neubesetzten Gebiet. Bon Familienangehörigen seien regierung schon vor Eintritt in die Ruhrattion begonnen hat, die Was tann die Zentralarbeitsgemein= fie sicher und in geradliniger Entwicklung während der Ruhr aus dem altbesetzten Gebiet 11 691, aus dem neubesetzten 5214, ausschaft tun? Die Zahl berer, die noch Hoffnungen auf die attion fortgelegt hat und die sie auch in Zukunft in den außen- den Wohnungen seien im altbesetzten Gebiet 16 281, aus dem neu- Bentralarbeitsgemeinschaft setzen, ist nicht im Wachsen politischen Fragen innehalten wird, gibt Ihnen die Gewähr, daß, befeßten 6285 vertrieben. begriffen. Die Zentralarbeitsgemeinschaft hat in den letzten Monaten gerade in der Lohnfrage ihr größtes Fiasko erlebt. Theunis übernimmt die Kabinettbildung. blid, ganz losgelöst von ihrer ganz umstrittenen historischen Die Zentralarbeitsgemeinschaft könnte aber in diesem AugenCondon, 28. Juni.( WTB.) Kenworthy fragte im Unter- Brüssel, 28. Juni.( Eca.) Theunis hat sich heute abend Entwicklung, einfach die Aufgabe einer Zentraltarifgemeinschaft haus den Premierminister, ob eine Antwort seitens der franzö- 6.30 Uhr zum König begeben, um ihm mitzuteilen, daß er die Bil- übernehmen. Sie müßte die thr angeschlossenen Organisatiofischen Regierung auf die letzte britische Note über die deutschen dung des Kabinetts übernimmt. Diesem Schritt Theunis' wat nen dazu verpflichten, schon vor dem Intrafttreten einer geReparationen und die Besetzung des Ruhrgebiets eingelaufen fei, eine Bertrauenserklärung der Rechten und der liberalen fetzlichen Regelung, d. h. sofort die Anwendung des neuen welches der Charakter der Antwort sei und ob sie dem Parla- Cinken vorausgegangen. amtlichen Inder durch besondere Klauseln in allen jetzt abzument unterbreitet werden wird. Baldwin erwiderte, er könne schließenden Tarifverträgen sichern. Es fann aber nicht ihre augenblicklich seiner Antwort vom 21. d. m. nichts hinzufügen. stellten Händlerkreise zu stellen, die sich bemühen, für die neue Lohnregelung irgendeinen Dollar- oder Goldinder ausfindig zu machen, damit auch bei dieser Gelegenheit wieder einmal gespielt und am Arbeitslohn gewonnen wer= den tann. Anfragen im Unterhaus. Kenworthy fragte, ob der Premierminister eine Information Temps" gegen Friedensappell des Papstes. Aufgabe fein, fich etwa in den Dienſt jener spekulativ eingehabe, wann er die Antwort erwarten fönnte, Baldwin er- Paris 28. Juni.( TU.) Der Brief des Papstes wird vom widerte: ich fürchte, ich fann es nicht sagen; ich werde mich sehr Temps" mit unverhüllter Erbitterung besprochen. Das Blatt freuen, eine Antwort zu erhalten. Das Parlamentsmitglied John fagt, daß man leicht erkennen könne, wer diese Intervention bewirkt Ward fragte den Bremierminister, ob feine Aufmerksamkeit ge habe. Weiterhin schreibt das Blatt, daß der Papst bei der Beurte lenkt worden sei auf den Staatsprozeß, der augenblicklich in lung der französisch- deutschen Beziehungen zwei Punkte übersehen München verhandelt merde, in dem gewisse bayerische Bürger be- habe: 1. die Tatsache, daß Deutschland für den Ruhrkrieg riesige schuldigt würden, mit der französischen Regierung fonspiriert zu Summen ausgebe, während seine Gläubiger auf Bezahlung warhaben, um einen bayerischen Sonderstaat zu schaffen; ten und das deutsche Volt eine gesunde Währung braucht; 2. das ferner, ob er von den in Frankreich im Umlauf befindlichen Ge- Unrecht, das die privilegierten deutschen Klassen begehen, die sich der rüchten gehört habe, daß die britische Regierung die franzöfifche bei politischen Lage bedienen, um Reichtümer aufzuftapeln, die dem ihren Versuchen, das Deutsche Reich zu zerstückeln, unterstütze, Steuerfistus entzogen werden. Zum Schluß weist der" Temps" und ob er beabsichtige, irgendeine Erklärung über diese Frage abzu- darauf hin, daß dieser Brief in Frankreich den Streit über die geben? In einer schriftlichen Antwort teilte Mac Neill hierauf diplomatischen Beziehungen zum päpstlichen Stuhl wiemit: de Antwort auf die beiden ersten Teil der Anfrage lautete der aufrühren werde. Jedenfalls erleichtere er nicht die Stellung bejahend, aber die in dem zweiten Teil erwähnten Behaup- derjenigen Franzosen, die für die Aufrechterhaltung dieser Beziehun tungen feien vollfommen unbegründet. gen eintreten. Eine Entspannung der Lage tönnte die 3entralarbeitsgemeinschaft aber nur erleichtern, wenn sie statt des Auftürmens aller möglichen technischen Schwierigkeiten mit der den deutschen Arbeitgebern sonst nachgerühmten Firigkeit ein 3entralab tommen für die sofortige und einheitliche allgemeine Einführung der erwähnten Inderklausel herausbrächte. Als reiner Dikutierklub würde die Zentralarbeitsgemeinschaft entbehrt werden können. Was wird von den Gemertschaften ver= I an gt? Die Spigengewerkschaften haben, obgleich die Lohnbewegung vorwiegend Angelegenheit der einzelnen Berufsverbände ist, nach dem letzten fatastrophalen Marksturz eine gegriffen unJ innerhalb ganz kurzer Zeit die umfangreichen Vorarbeiten für die Einführung des neuen Lohnsystems ge- leistet. Das System des wertbeständigen Lohnes würde die Funktionäre und die Mitgliedschaften von all jener zeit- und kraftraubenden Tarifarbeit befreien, die heute ausschließlich geleistet wird, um hinter der rasenden Geldentwertung einher- zulaufen. Die formelle Trennung des Arbeitseinkommens in Grundlohn und beweglichen Teuerungsfaktor macht uns die Hände und die Kräfte erst wieder frei, um überhaupt den Kampf um die Steigerung des Reallohnes und feine etappen- weife Annäherung an den Friedensreallohn wieder aufnehmen zu können. Die Spitzengewerkschaften werden die Schaffung eines brauchbaren Index und die Sicherung seiner Anwendung auf gesetzlichem Wege oder durch zentrales Abkommen ge- währleisten können. Jetzt aber ist es Ausgabe all der Stellen in der Arbeiter- und Angestelltenbewegung, die unmittelbar Träger der Tarif- Verhandlungen sind, im Nahmen dieser gefundenen Regeln die praktische Verwirklichung innerhalb der einzelnen Ve- rufe und Industrien in Angriff zu nehmen. Wir wissen nicht, wann die Widerstände gegen einen gesetzlichen Anwendungs- zwang des Index für die Tarife überwunden sein werden, und wir brauchen schließlich auch die Gesetzgebung nicht abzu- warten. Die Widerstände im Parlament sind in demselben Maße zu überwinden, in dem es den Gewerkschaften gelingt, draußen in der tariflichen Regelung das neue System zur Geltung zu bringen. Es sollte deshalb für die gesamte ge- werkschaftliche Tarifbewegung nur noch eine Parole geben: „Anfangen!" All den Volksbeglückern und Pawlenschustern, die auch in diesem ernsten Augenblick immer noch Zeit haben, täglich neue Ziele aufzuzeigen, anstatt jetzt die gesamte Bewegung auf den einen Punkt des neuen Lohnsystems zu konzentrieren, möchten wir aber zurufen:„Wir bitten um Schluß der Debatte!" * Vor wenigen Tagen teilten wir bereits mit, daß die Be- ratungen der Zentralarbeit sgemeinschaft über die Einführung eines wertbeständigen Lohnes zunächst zur Einsetzung einer Kommission geführt haben. Diese Kommission wird heute Freitag über ihre Beratungen dem Plenum der Zentralarbeitsgemeinschaft berichten, das dann zur E n t» f ch e i d u n g gelangen dürste. parchim und der Staatsgerichtshof. Die Zuschrift, die wir in unserer Donnerstag-Morgenaus- gäbe aus mecklenburgischen parteigenössischen Kreisen veröffent- lichten— sie stammt von einem Führer der freigewerkschaftlichen Landarbeiterbewegung, der die Verhältnisse auf dem Lande sehr genau kennt und die Tätigkeit der Roßbach-Organisation gut beobachten konnte—, klang in einen wahren Hilferuf an das Reich aus. Um die geradezu tragische Bedeutung dieses Notschreis zu begreifen, ist es notwendig, die besonderen politischen, kultu» rellen und sozialen Verhältnisse in Mecklenburg-Schwerin zu beachten: dieses Agrarland war bekanntlich in dieser dreifachen insicht bis zur Revolution das rückständigste in ganz eutschland: überhaupt kein Wahlrecht, ein prä- historisches Schulwesen, eine brutale herrschende Schicht von Großgrundbesitzern und Rittergutsbesitzern, ein träges, zahlen- mäßig schwaches städtisches Bürgertum, und, neben einer größeren Anzahl kleiner Bauern, die im erbitterten Gegensatz zu den Großagrariern standen, die Masse der rechtlosen Land- arbeiter, das waren die Hauptmerkmale des mecklenburgischen Landes. Die Revolution gab auch dem mecklenburgischen Volke das gleiche Wahlrecht und mit einem Male trat eine starke sozial- demokratische Wählerschaft auf den Plan. Doch die Verwaltung konnte dort aus Mangel an Kräften nur sehr langsam er- neuert werden. Insbesondere die Justizverwaltung, die ein Personal mit juristischer Vorbildung voraussetzt, blieb gänzlich unverändert. So ist ganz naturgemäß die Demokratisierung der Verwaltung und besonders des Justiz- u, Sei den /litsgewiesenen. Von Otto Ernst Hesse. Man schlendert wie in einem mittelalterlichen Traum durch die kleinen, winkligen Gassen und Sträßchen Bielefelds, die die Jahrhunderte neben den moderneren Straßenzügen haben stehen lassen, entzückt, begeistert von diesen Giebeln und Fachwerken, von diese? bürgerlichen Baukunst, die aus dem kleinsten, manchmal nur drei Fenster breiten Häuschen ein architektonisches Kunstwerkchen von der schönsten Harmonie der Berhältnisse gemacht hat. Und steht in der„Welle", wohl dem reinsten Ueberblsibsel der Stadt, vor einem schiefen Giebelhaus«, an dem eine Inschrift belehrt, daß es ein Meister Soundso anno 1SS7 erbaut hat, ein Auto, so erschrickt man: so tief ist der historisch« Bann, der von dieser Gass« ausgeht. Und man nimmt diesen Zauber mit hinauf auf die Sparmburg, von wo aus man die Stadt mit den Augen beherrscht, bis weit hinaus ins weftsAifche Land, das sich mit den zarten Horizontalen seiner Hügelwellen leicht gegen die Vertikalen der schieferschwarzen oder tupfergrünen Türme und die schlanken Linien der zahlreichen Schorn- stein« legt und mit seinem wechselvollen Grün, unter Licht und Schatten eines beinahe regenlosen Nachmittags, dem halbgeschwärzten Ziegelrot der Westfalendächer, das der Altmeister Rohlfs aus dem benachbarten Soest klassisch zu malen versteht, einen wundervollen Rahmen gibt. Aber: man trägt mit sich, was dies« Stille und Harmonie stört. Man hat den Morgen in der Beratungsstelle für die Ausgewiesenen des besetzten Gebietes, die die Eifenbahnver- waltung eingerichtet Hot, zugebracht und hat viel Bitteres gehört. Zweiundfünfzigwusend Deutsche— und übermorgen sind es ge- wiß schon sechzigtvusend— sind aus Heimat und heimatlichem Arbeitskreis mit Gewalt vertrieben worden. Fllnfundachtzig Pro- zent dieser Ausgewiesenen sind pflichteifrige Eisenbahner nebst ihren Familien, und die Eisenbahnverwaltung hat Sorge und Mühe ge- nug, trotz der neuen Verordnung des Reichspräsidenten, nach der auf je tausend Einwohner des unbesetzten Reiches zwei Ausgewiesene des besetzten Gebietes unterzubringen sind, den täglichen Zustrom zu bewältigen. Man denkt im Reich viel zu wenig an diese Tausende, die da über eine sogenannte Grenze mit brutaler Schnelligkeit ab- geschoben werden, man hat im Reich auch wenig Ahnung davon, was für eine Organisation dazugehört, diese naturgemäß bis in die Tiefen der Seel« und die Spitzen der Nerven aufgewühlten Menschen psychologisch und materiell so zu versorgen, daß sie das Gefühl in das Exil mitnehmen, ihre Opfersteudigkeit finde die nötige Resonanz im Reich. Zwei große Beratungszentralen sind geschaffen worden. In Fulda werden die Ausgewiesenen der Reichsbahn- dwektionen Mainz, Trier und Frankfurts in Bielefald dst der wefens, dieses Schmerzkind des neuen Deutschland, nirgends fo rückständig geblieben wie im mecklenburgischen Lande. Dem Hilferuf der Mecklenburger Republikaner an das Reich muß unter diesen Umständen besondere Beachtung geschenkt werden. Der Verfasser jener Zuschrift fragte, ob denn nicht die j u r i st i s ch e Grundlage für ein Eingreifen des Ober- reichsanwalts in die Parchimer Mordaffäre gegeben sei, durch das allein eine Ausbrennung der Roßbach-Kloake in Mecklenburg zu erreichen ist, nachdem die dorfige Justiz in dieser Hinsicht so vollständig versagt. Die Frage der Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes ist aber nach dem Gesetz zum Schutz der Republik unbedingt zu bejahen, und zwar aus verschiedenen Gründen: Einmal schwebt bereits vor dem Staatsgerichtshof das Verfahren gegen Roßbach, also gegen die militärssch organi- sierten geheimen„Turnerschaften" der Freiheitspartei. Die Mitglieder des sogenannten„Vereins für landwirtschaftliche Berussausbildung", dem sämtliche Parchimer Mörder ange- hörten, waren verpflichtet, der Freiheitspartei beizu- treten. Des weiteren zeigt die Begünstigung eines der Täter durch die Roßbach-Zentrale in Wannsee, ebenso die hier schon gekennzeichnete Rolle des Verbindungsmannes Oberleutnant F r i ck e, welche innigen Beziehungen zwischen der Roßbach- Zentrale und den Roßbach-Kreisen in Mecklenburg bestanden. Der Oberreichsanwalt hätte— schon im Interesse des noch schwebenden Verfahrens— nachzuprüfen, ob der„Verein usw." nicht eine Parallelerscheinung zu den„Turnerschaften" der Freiheitspartei darstellt. Aber ganz abgesehen davon, war der„Verein usw." in Mecklenburg bereits behördlich aufgelöst und bestand unter dem Decknamen einer„Abwicklungsstelle" unverändert fort, ja er stellte weiter neue Mitglieder ein, was genau das Gegen- teil einer„Abwicklung" bedeutet. Damit ist der geheime Charakter dieser Vereinigung nach dem 8 128 des Strafgesetz- buches ohne weiteres gegeben. Entscheidend für die Zuständigkest des Staats- gerichtshofes ist neben dem militärischen Aufbau des„Ver- eins", der in der Führerhierarchie(Truppführer, Gruppen- leiter, Bezirksleiter) und in den geheimen„Führerversamm- lungen" zum Ausdruck kommt, vor allem die Tatsache des unbefugten Waffenbesitzes. Denn nach dem Z 7, Abs. 5 des Republikschutzgesetzes verfällt der Jurisprudenz des Staatsgerichtshofes: „Wer sich einer geheimen oder staatsfeindlichen Verbindung (§§ 128, 129 des Strafgesetzbuches) anschließt, die selbst oder deren Mitglieder unbefugt Waffen besitzen." Der unbefugte Waffenbesitz geht aber nicht allein aus den Aussagen verhafteter Mittäter hervor, wonach sämtliche Truppführer— lauter aste Roßbach-Gardisten— über Waffen verfügen, sondern auch aus dem W affenfund auf dem Gut Äeuhof. Als nach dem dort beschäftigten Trupp- führer Fähnrich H ö ß gefahndet wurde, der die Ermordung Kadows geleitet hatte, wurde ein Waffendepot be- schlagnahmt, bestehend aus einem Maschinengewehr, sieben Revolvern, darunter Armeepistolen und Munition. Nach Z 13, Abs. 2 des Schutzgesetzes fallen auch solche Handlungen unter die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofes, die im„t a t f ä ch l i ch e n Z u f a m m e n h a n g" mit fonsti- gen Handlungen stehen, die nach Leipzig gehören. Daß die vereinbarte Beseitigung eines Spitzels durch Mitglieder des „Vereins" den Zwecken dieser Organisation dienen sollte, ist selbswerstandlich. Somit gehört die ganze Par- chimer Mordsache vor den Staatsgerichtshof. Die einzige noch zweifelhafte Frage wäre die, ob die Untersuchung gegen die Mecklenburger Roßbach-Filiale bzw. gegen die Parchimer Feme-Mörder in Verbindung mit dem schwebenden Verfahren gegen Roßbach und seine„Tur- nerschaften" oder von ihm getrennt von diesem zu führen wäre. Die Entscheidung hierüber hätte aber der Oberreichs- anwalt selbst zu treffen. Das ist die juristische Seite der Frage. Die po- l i t i s ch e n Gründe, die für die Ueberweisung der Parchimer Angelegenheit an den Oberreichsanwast sprechen, hat in über- Direkttonsbezirke Essen, Elberfeld und Köln aufgenommen, verpflegt und verteilt. Fulda dirigiert seine Transporte nach Süddeutschland, Bielefeld die seinigen nach Norddeutschland. In diesen Beratungs- stellen, die eine Reihe von Fürsorgestellen hinter sich haben, werden fast ausschließlich ausgewiesene Beamte beschäftigt damit die neu an- kommenden Ausgewiesenen von vornherein sich in verständnisvoller Behandlung wissen. Es gibt da schweren Dienst, einen Dienst voller Unregelmäßigkeiten Tag und Nacht, Dienst mit langen Fahrereien, Wartereien und psychologischer Delikatesse, die manche Verstimmung auszugleichen hat. In Fulda und Bielefeld versucht man, den Aus- gewiesenen die erste freundliche Rast zu schaffen und die Familien- Oberhäupter mit Frau und Kindern, die oft tagelang später ein- treffen, zu vereinigen. Hier werden, nicht ohne Schwierigkeiten, die Personalien festgestellt— eine bureaukratische Notwendigkeit, da schon mancher Gauner sich als„armer Ausgewiesener" dem Reich auf den Geldbeutel zu legen unternommen hat—, wier werden die Millionen an Vorschüssen und zinslosen Darlehen ausgezahlt, mit denen sich die völlig ohne Hab und Gut Exportierten die ersten notdürftigen Anschaffungen machen können. Bielefeld hat für die durchgehenden Transporte ungefähr siebenhundert Betten in Hotels, Prioatquartteren und Schulräumen zur Berfügung, alles, wie man sich überzeugen kann, tadellos sauber und so bequem, wie sich eben Masjenquarttere einrichten lassen. Man hat auch begriffen, daß das seelische Moment beim Empfang der Ausgewiefenenzüge eine Rolle zu spielen hat, und ist mit Ge- sang, Blumen und Liebesgaben zur Stelle, mit denen man stunden- lang auf den Zug warten muß. Auch bemühen sich jetzt Magistrat und Lehrerschaft, für die Unterhaltung der abgespannten und oft krankhaft erregten Ausgewiesenen etwas zu tun. Doch das dürfte mehr Sache der Gemeinden sein, denen die Transporte dann endgülttg zugeleitet werden. In Badeorten bis hin zur Nordsee und Ostsee, in Eisenbahnerhäusern und Privat- quartieren werden die Beamten mit ihren Familien untergebracht, wobei die Beamten und Arbeiter, so gut es geht, sofort wieder eine entsprechende Tättgkeit erhalten. Aber diese Tätigkeit allein wird den Schmerz, aus der engeren Heimat vertrieben zu fein, Häuser und Heime, an denen man jahrelang, jahrzehntelang gebaut und zusammengetragen hatte, haben verlassen zu müssen, kaum lindern können. Man muß diesen Opferbereiten und Opfern der Gewalt- Herrschaft überall das Gefühl geben, daß ihr Verhalten Resonanz findet, daß ihr Märtyrertum— und der, der ein wenig Einfühlungs- vermögen in die seelische Lage anderer kxtt, wird jedes dieser pri- vaten Schicksale als märtyrerhast nachfühlen— einen seelischen Zweck hat. Die Gemeinden, denen solche vertriebenen Familien zugeleitet werden— und soweit man sieht, wird der Strom ja immer größer— müssen ihre bureaukratische Umständlichkeit in diesen Fällen einmal abtun und energisch helfen, den Vertriebenen das Bewußtsein zu schaffe� trotz allem �daheim' zu fem, zeugend knapper Form die o o l k s p a r i e i l i ch e„Zeit" zum Ausdruck gebracht, indem sie gestern schrieb: „Wir sind keine Freunde des Gesetzes zum Schutze der Re- publik, aber nachdem es geschaffen ist, gehört dieser Fall unzweiselhaft vor den Staatsgerichtshof. Es müssen die letzten Fäden solcher Organisationen aufgedeckt werden, damit man weiß, mit wem man es bei diesen Verbrechen zu tun hat." Das ist ganz unsere Meinung und wir sind überzeugt, daß auch die Reichsregierung den gleichen Standpunkt ein- nimmt. Richter in Haft behalten— Bernhardt entlassen. Die VS.-Korrefpondenz teilt mit: Auf Grund der gestrigen Vernehmung der an der Mcrdsache Parchim in Berlin verhafteten Ludwig Richter und Rudolf Bernhardt durch den Untersuchungsrichter im Polizeipräsidium ist Bernhardt im Laufe des gestrigen Nachmittags auf Antrag seines Verteidigers, Rechtsanwealt P. Bloch, aus der Haft e n t- lassen worden. Gegen Richter wurde dagegen der Haft» befehl aufrechterhalten und der Begünstigung ver- dächtig ins Stadtvogteigefängms eingeliefert. Zu den gestrigen Veröffentlichungen des Polizeipräsidiums über das Ergebnis der bisherigen Ermittlungen gegen die in Berlin ver- hasteten Mitarbeiter Roßbachs, Ludwig Richter und Rudolph Bernhard, wird der BS.-Korrespondenz aus deutschvölki- schen Kreisen folgendes mitgeteilt:„Richter war früher Ange- stellter der Oryamsationsabteilung ll der Deutschvölkischen Freihcits- Partei, in der die„Turnerschaften" organisatorisch zusammengefaßt wurden. An der Spitze dieser Abteilung stand Roßbach. Richter selbst war alter Roßbach-Mann und wurde bei Gründung de? Abteilung von Roßbach als Sekretär übernommen. Nach dem Verbot der Partei wurden die Angestellten der Abteilung ent- lassen, also auch Richter. Davon, daß Richter einen der Teilnehmer an dem Parchimer Mord in das Bureau der drei völkischen Ad- geordneten, Dessauer Str. 5, bestellt haben soll, ist in diesem Bureau nichts bekannt. Die weitere Behauptung, daß in diesen Geschäftsräumen dem Mordteilnehmer �Reisegeld gegeben war. den fei, ist ebenfalls unrichttg.(Ist aber von Richter selbst z u g e- geben! Red. d.„V.".) Alle zur Auszahlung gelangenden Be- träge gehen durch die Hände des Reichstagsabgeordneten Wulle, der weder Richter noch einer anderen Person in Richters Auftrag Geld zur Verfügung gestellt hat." Roßbachs tzeldenjünglinge. Das Urteil im Prozess Hunsiker— Nartowski. In dem Betrugsprozeß gegen Nartowstl, Biali- wons und Hunsiker, über den wir bereits kurz berichteten, billigte Staatsanwalt Deepenthal den Angeklagten zu, daß sie nicht beab- sichtigt hatten, dem Deutschen Reich zu schaden, sondern daß sie mehr den Polen einen Schabernack spielen wollten, lediglich um Geld zu verdienen. Er beantragt« für sämtliche Angeklagten je IX Jahre Gefängnis und Anrechnung der vollen Untersuchungs- hast durch die die Strafe verbüßt wäre. Die Strafkammer verneinte darauf den Derrat militärischer Geheimnisse sowie Ur- kundenfäschung und erkannte nur auf einfachen Betrug. Bialiwons und Rartowski wurden zu je sechs Monaten Gefängnis Hunsiker zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde durch die Untersuchungshaft als verbüßt angesehen. Rartowski wurde als Ausländer der Polizei zur weiteren Berfügung über- wiesen. Bialiwons wandert ins Zuchthaus zurück zur Verbüßung seiner dreijährigen Strafe wegen Landesverrats und Hunsiker wurde freigelassen. Noch ein Selbftschutzheld. Ein schwerer Fall der Ausnutzung der Wohlfahrtsbersitschaft wurde dem 20iährigen Angeklagten Rudolf Hoeppener, der sich vor der 7. Strafkammer des Landgerichts III wegen B e« truges und schwerer Urkundenfälschung zu verant- warten hatte, zur Last gelegt. Gleichzeitig gab die Verhandlung wieder einmal einen Einblick in die Psyche jener jungen Leute, die, ohne Lust zu ernster Lehre und Arbeit, durch die Lande vagieren und nur allzu leicht willfährige Werkzeug« in den Händen dunkler polittscher Existenzen werden. Der Angeklagt« hatte sich hauptsächlich mtt Sammlungen für politische Zwecke, und zwar für rechtsstehende Kreise befaßt. Er war nach Ausbruch der Revolution aus der Obertertia abgegangen und hatte sich den Baltikumtruppen Offener Srief. Sehr geehrter Herr Degner! Als ich Ihre Kritik über die Aufführung von Hölderlins„T o d des Empedokles" las, glaubte ich die selig entschlafene„Tägliche Rundschau" vor mir zu haben. Diese nämlich pflegte auch mit Bor- liebe Behauptungen aufzustellen, die sich nicht immer als stichhaltig erwiesen. Ich habe damals nicht geantwortet— aus ersichtlichen Gründen. Heute antworte ich— aus ebenfalls ersichtlichen Gründen. Ich pflege künstlerische Kritiken, gleichviel ob sie Lob oder Tadel enthalten, gerne hinzunehmen. Das Lob freut— aus Tadel kann man lernen. Aber diese Kritiken müssen an die rechte Adresse gerichtet sein! Die Ihrige, Herr Degner, ist es nicht: Regisseur des „Empedokles" war nämlich Ernst Legal— nicht Leopold I e ß n er. Der Regisseur— das dürfte im allgemeinen bekannt sein— ist innerhalb seiner Arbeit von dem Intendanten in gleicher Weise un- abhängig wie der Kritiker einer Zeitung vom Chestedakteur. Chef- redakteure und Intendanten vertreten das Prinzip und find für das Programm oerantworllich— der Kritiker und Regisseur wirkt an seiner Stell« autonom, wenn anders er eine Persönlichkeit ist und kein Handlanger..(Dies nebenbei.) Run zur„aeui» Ießner": Erstens habe ich den„Tod des Empedokles" nicht angenommen (ich hätte es gern getan!)—, sondern ich fand ihn vor. Folglich konnte mir zweitens auch nicht„Angst werden vor meinem Ent- schluß". Folglich wollte ich drittens die„Sorge nicht los werden", Sie hadern ferner mit dem Zeitpunkt der Ausführung. Aber das sollten Sie nicht tun. Es gibt nämlich innerhalb des Repertoires etwas, das man„Aufbau" nennt. Und es fand sich meines Erachtens keine bessere Krönung einer kampfreichen Spiel- zeit als die Aufführung des Hölderlinschen Weihespieles. So wurden denn auch in anderen Blättern Stimmen laut, die gerade de» Ter- m i n der Aufführung als eine künstlerische Tat des Schauspielhauses anerkannten... deswegen zwar, weil die Sommermonate zumeist den Operettentrieb der Bühnenleiter zu entfesseln pflegen— das Staatstheater aber in solchem Zeitpunkt noch nicht„die Koffer packte", sondern es mit Hölderlin hielt. Sie wünschen mir schließlich„gute Erholung und Kraft zu lebens- gestaltenden Inszenierungen". I ch wünsche Ihnen dagegen: einig« besinnliche Augenblicke, um über den Anlaß dieses meines offenen Briefes nachzudenken. � Leopold Ießner. Wie Karl Scheidemantel zur Bühne kam. Der Tod des Sängers und Gesangspädagogsn Karl Scheidemantel ruft die Erinnerung an den genialen Baritonisten wach, der nicht nur als Bühnen-, sondern auch als Liedersönger sich«inen Weltruhm«rjvorben hatte. 1911 hatte er seinen Abschied von der Bühne genommen, nachdem er in 33 Iahren in 179 Partien unvergeßliche Gestalten geschaffen hatte. In seiner anspruchslosen und humorvollen Art hat er selbst erzählt, „Wie ich zur Bühne kam". In Weimar,„wo jeder schon von Rechts wegen einen kleinen Kunstklaps weg hat", war«r als Sohn eines Hostischlers geboren, und der Pater schickte cht, aufs Seminar, um Eine Hamburger Putschzentrale. Hamburg, 28. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Kommandos aber scheinbar untereinander nicht trauen, hat das Stettiner Kommando in Hamburg einen besonderen Vertrauensmann namens Niemann, der ihm Informationen liefert. Ein gewiffer Hans Kreuzfeld In der Bürgerschaft enthüllte der sozialdemokratische Abg. Ehrenteit einen gut vorbereiteten Anschlag gegen die Re. publik, dessen feingesponnene Fäden durch die Aufmerksamkeit der Bolizeibehörden zerrissen worden sind. Aus dem Material ergibt sich, daß seit 1919 in Groß- Hamburg auf Veranlaffung des Stabes des Wehrtreistommandos in Steffin eine Nachrichtenstelle angeschlossen, bei denen er sich bald zum Offizier aufschwang.] Später spielte er beim Stabe des Fürsten Awalow- Bermont eine führende Rolle. Als diese Trippenteile aufgelöst wurden, schloß er fich der Organisation C an und war bei dem Grenzschutz Oberland in Oberschlesien. Hier sammelte er bereits für die genannte Truppe. Nach Auflösung des Grenzschutzes machte er sich selb= ständig". Er behielt eine Reihe von Sammellisten und Stempel in der Hand und wandte fich teils an ehemalige Angehörige der Organisation, teils an ihm befannte Gönner derfelben. An zahl reiche Firmen richtete er gefälschte Schreiben einer angeblichen erwarb die Mitgliedschaft in der Sozialdemokratie „ Oberschlesier- Hilfe". In dem Brief schrieb er, daß ein Zug Verund dem Metallarbeiterverband und versuchte, im Auftrage des ftümmelter wieder auf dem Transport sei und daß für diese Mittel notwendig wären. Er fügte cuch von ihm angefertigte, Stettiner Wehrkreiskommandos, einen Plan zur Abwehr eines Rechtsputsches sowie einen Plan zur Bildung proletarischer blutrünstige Schilderungen über Greueltaten in Hundertschaften bei den sozialdemokratischen VertrauensOberschlesien bei. Auf diese Weise gelang es ihm, sehr erheb existiert; weder die hamburgische, noch die preußische Regierung leuten loszuwerden. Als er damit fein Glück hatte, wandte er sich fiche Geldbeträge einzunehmen. In der Verhandlung behauptete er, waren von der Existenz unterrichtet. Auch die Regierung Wirth daß er an einen Studienassessor Köhler einen Teil der vereinnahmten wußte nichts darüber. Diese Nachrichtenstelle hatte bereits bei der an die radikalen Betriebsräte, wo er schon etwas mehr Erfolg Summen für die D. T. abgeführt habe. Er aeftand aber ein, daß er Borbereitung und Durchführung des Kapp- Putsch es ihre hatte. Ein gewiffer Schneider Krusemart in Altona hatte den den größten Teil des gesammelten Geldes für sich verbraucht habe. Hand im Spiel. Auch davon wußte weder die Hamburger noch die Auftrag, unter den Erwerbslosen entsprechende Propaganda Staatsanwaltschaftsrat Sieger erblickte in der Handlungsweise des preußische Regierung, noch auch die damalige Reichsregierung. Diese zu treiben. Ein Hamburger Konzern hat für diese Propaganda Angeklagten den schmählichsten Mißbrauch der Hilfs- Nachrichtenstelle, die aus privaten Mitteln unterhalten wird, be- Riesensummen zur Verfügung gestellt, ebenso der frühere Direftor der Moermann- Linie, Müller. In einer Denkschrift, die bereitschaft. Durch derartige Betrügereien werde den Spenvon dem Hamburger Verbindungsmann am 25. März nach Stettin dern die Lust zu wirklicher Hilfe geraubt. Der Staatsanwalt bean- faßt sich noch heute mit der tragte 3 Jahre 6 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Ueberwachung von Versammlungen und Personen der links von den gesandt wurde, ist der Das Gericht fah die Sache sehr milde an und verurteilte Deutschnationalen stehenden Parteien. Plan einer militärischen Besetzung Hamburgs Hoeppener zu 1 Jahr Gefängnis, wovon 6 Monate auf die Unter- 3ur Aufgabe der Nachrichtenstelle gehörte, das Reichswehrkommando enthalten. Behring, der Vorsitzende des Bundes der Niederfuchungshaft abgerechnet wurden. Die Roßbachtruppe hat also Aus- über interne Borgänge innerhalb der Regierungsparteien, deutschen", wird als der Mann bezeichnet, bei dem alle Fäden zuficht auf erfreulichen Zuwachs. über die Parteiführer und ihre Gewohnheiten zu unter- sammenlaufen. Die Vororte Barmbed, Hammerbrood und die nördrichten. Zu diesem Zwed waren 20 befoldete Agenten in Hamburg lichen Vororte Hamburgs sollen, um größere Unruhen im Keim zu Altona tätig. Diese hatten die Mitgliedschaft in den einzelnen erstiden, vor dem Einmarsch der Truppen mit Artilleriefeuer belegt Parteien zu erwerben und zu versuchen, auch an vertraulichen werden. Aus dem Material ergibt sich weiter, daß der Leiter der Bufammenfünften teilzunehmen und das Wehrkreiskommando davon„ Technischen Nothilfe", Bayer, mit der illegalen Nachrichtenstelle zu unterrichten. Der Nachrichtenstelle ist weiter ein eigener Erfen- nicht nur in Verbindung steht, sondern als zuverlässig benungsdienst angegliedert, dem die Aufgabe zugewiesen ist, die Haupt zeichnet wird. Bon dem Generalmajor a. D. Hellfrih ist im hetzer" zu überwachen und Tatsachen und Ansprachen zu sammeln, Mai d. 3. ein umfangreicher die als Unterlagen für eine spätere Inhaftierung dienen fönnSchlachtplan gegen den inneren Feind ten. Ferner sollten Personen ausfindig gemacht werden, die später aufgestellt worden. Aus diesem Pazifisten und Sozialisten aufgestellt worden. als 3eugen gegen die Hauptheger" auftreten würden. einem streng geheimen Bericht an das Wehrkreisfommando hat vor Plan ergibt sich, daß Berbindung besteht zwischen dem Bund der einiger Zeit eine Besprechung über die Organisation des Nach Niederdeutschen" und den deutschnationalen Wandervögeln, richtendienstes in Norddeutschland im Hamburger Hotel den deutschnationalen Turnvereinen und dem„ BismardAtlantic" stattgefunden. Es wurde verlangt, den preußischen Bund". Besondere Aufmerksamkeit ist der Staats tommiffsar zur Aufrechterhaltung der Ordnung nach Möglichkeit von dem Nachrichtendienst auszuschalten. Der Verbindungsmann des Wehrfreiskommandos, Oberstleutnant v. Breder Iom- Altona, riet aber von der Ausschaltung ab, weil der Staatstommiffar dann Knilling lächelt! Die München, 28. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die politische Aussprache im Landtag wurde schnell zu Ende geführt. Außer dem Genossen Dill fühlte sich feiner der Redner veranlaßt, die Dinge in Bayern beim rechten Namen zu nennen. Nur der Demokrat Dirr erkannte an, daß endlich eine radikale Reinigung der sogenannten nationalen Bewegung in Bayern, eine Rückkehr zu dem Grundfak: Gleiches Recht für alle" notwendig sei. Der Mi nisterpräsident gab dem Parlament einen Fußtritt. Er fümmerte sich einen Teufel um die demokratische Kritik. fchweren Anklagen, die ihm Genoffe Dill entgegenschleuderte, verursachten Herrn von Knilling wohl einiges Unbehagen, aber die an ihn gerichteten Fragen beantwortete er nur mit einem hochmütigen Lächeln. Dieses parlamentarisch unqualifizierbare Verhalten verteidigt er und seine Partei, wie man hört, formal damit, daß nur der Etat des Aeußeren zur Debatte stand, die Beschwerden der Sozialdemokratischen Partei aber lediglich innerpolitische Dinge berührt hätten. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß der bayerische Ministerpräsident und Minister des Außeren zugleich verantwortlich ist für die gesamte Politik der bayerischen Regierung. Ja, daß er die führende und in erster Linie verantwortliche Persönlichkeit im Gesamtministerium ist. Diese Interpretatign Stammt von niemand anderem als dem Führer der Bayerischen Bolkspartei, Held. Die Interpellation der Sozialdemokratie betreffend den Hochverratsprozeß Fuchs- Machhaus gedenkt die Regierung nach der Urteilsverkündung, also Anfang nächster Woche, zu beantworten. Abgeblitzte Volksparteiler. Dresden, 28. Juni.( WTB.) Der sächsische Landtag lehnte heute das von der Deutschen Boltspartei gegen Ministerpräsidenten Zeigner wegen seiner Niederplanizer Rede eingebrachte Mißtrauensvotum mit 48 Stimmen der Sozial demokraten und Kommunisten gegen 43 Stimmen der Bürgerlichen ab. Verdreifachung der Renten. Der Reichsrat nahm in seiner gestrigen Bolisizung Berordnungen an, wonach die unter fügung für Rentenempfänger in der Invaliden und Angestelltenversicherung am 1. Juli verdreifacht und die Bezüge aus der Unfallfürsorge, sowie die Zulagen und Geldbeträge in der Unfallversicherung verdoppelt werden. Angenommen wurde schließlich noch eine Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über wertbeständige hypotheten. Danach werden außer den im Gesez genannten Wertmessern weiter eine Sorte Kali und drei Sorten Kohlen als Wertmesser zugelassen. aus ihm einen Volksschullehrer zu machen. Er zeichnete fich befonders im Singen aus und besaß bereits mit 17 Jahren eine vollentwickelte Männerstimme, so daß er bei einer Schüleraufführung dem Opernfänger Borchers auffiel. Dieser lud ihn zu sich und fagte:„ Hören Sie mal, junger Mann, Sie haben Stimme und Talent. Ich will Sie zum Sänger ausbilden, und zwar umsonst. Sie brauchen erft Stundengeld zu zahlen, wenn Sie 80 Taler Cage haben." Der Bater behandelte diese neue Aussicht seines Sohnes in ebenso prattischer wie vorsichtiger Weise. So blieb Scheidemantel denn auf dem Seminar und bildete gleichzeitig seine Stimme bei Borchers aus. Schon nach einem Jahre wirkte er in einem kleinen Konzert mit, bei dem sich unter den Zuhörern auch der Intendant des Weimarer Hoftheaters befand. Ich fang aus dem Tannhäuser Wolframs Anrede im zweiten Aft," erzählt Scheidemantel selbst. Da stand der Intendant auf, fam auf mich zu und sagte: Sie sind engagiert!" Ich war jo verlegen, daß ich nichts antworten fonnte, und endlich sagte ich:„ Ach bitte, sprechen Sie mit meiner Mutter!" Die Ueberraschung, die das Engagement unter den Anwesenden verursacht hatte, war vor diefer unerwarteten Wendung gewichen. Alle lachten. Wir tamen nach Hause, und mein Vater, fühl und ruhig, erwiderte: Gut, ich werde mit dem Herrn Baron sprechen. Wenn's was Ordentliches ist, ja Lüdenbüßer, nein." Der junge Sänger erhielt feinen Rontratt, follte aber erst noch die Abgangsprüfung auf dem Seminar machen. Da tam der entscheidende Tag. Auf den 15. September 1878 mar Tannhäuser" angesagt. Fedor Don Milbe, ber den Wolfram fingen follte, hatte abgesagt, und ich wurde vor die Feuerprobe gestellt. Die Aufregung in der Schule und in unserem Bekanntenkreise! Das ganze Seminar versammelte sich im Theater in den höheren" Rängen. Alle unsere Bekannten waren da. Da sagte ein Kürschner: Ich habe schon gehört, daß er eine schöne Stimme hat, aber ob er spielen tann?"" Was?" befam er von einem anderen zur Antwort, " der wird nicht spielen tönnen! Hast du schon mal gefehen, wie er turnen und schwimmen fann?" Der Abend fam, und ich stand mit einer einzigen Orchesterprobe als Wolfram auf der Bühne. Aber Das Bublifum nahm mich glänzend auf. Im ersten Jahre sang ich 16 große Rollen. Das war der Anfang." spiel am 3. Juli. 3 1 die Wiederherstellungsarbeiten für die Monarchie Nach Mit Beseitigung der Führer des roten Widerstandes gewidmet. Es heißt da wieder in der Denkschrift: Je rücksichtsloser die Gewalt angewandt wird, desto schneller geht es. Aufrührern wird nicht verhandelt." Den Unterführern dieser Bewegung ist von General a. D. Hellfrig, der natürlich auch feine schöne Pension von der Republik bezieht, die Verpflichtung auferlegt worden, im Falle einer Berhaftung und gerichtlichen Bernehmung, feine Angaben zu machen, sondern ihn als den allein Informierten hinzustellen. Es wurde ferner eine fertig ausge= arbeitete Berordnung vorgefunden, nach der die landesstaatliche Gewalt in Hamburg aufgehoben und erschweren könnte. Aus dem vorliegenden Material ergibt sich, daß auch Beamte von Behörden mit diesem illegalen Nachrichtendienst zusammenarbeiten, daß die Herstellung der Monarchie geplant ist, daß führende Militärs aus Schwerin und Stettin Träger dieser Bewegung sind, alle Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen bespielt und Mittel der Republit für die antirepublikanische Propaganda benutzt werden. Im Wehrfreistommando Wie der Senat mitteilte, ist das ganze Material an den Ober. Stettin sind die gleichen Bestrebungen vorhanden wie beim Schweriner Kommando. Da sich die leitenden Personen der beiden reichsanwalt gegangen. An unsere Leser und Freunde! alle Gewalt einem bestimmten Teil der Reichswehr übertragen wird. Zwei Saboteure verhafttet. Elberfeld, 28. Juni.( Eig. Drahlber.) Im englisch beBeschlagnahme von Lohngeldern. Der rapide Sturz der Mart und die damit in Verbindung fetten Gebiet wurden gestern nacht um 12 Uhr zwei stehenden ins riefenhaft fich steigernden Preise für alle Materialien männer verhaftet, die im Befig von zwei 3entnern hat für das Zeitungsgewerbe und insbesondere für das Fortbestehen Dynamit waren, Die beiden Berhafteten verweigerten zuunserer Parteipreffe die allerschwersten Folgen. Konnte im Juni nächst jede Aussage. Erst später gestanden sie, daß sie aus die Zeitung dem im tollen Laufe nach oben gehenden Dollarkurs München tamen und nach Benrath bei Düsseldorf wollten. und den mitspringenden Preifen faum ftandhalten, jo werden im Juli die Verhältnisse für die Preffe fast unerträglich. Der PapierPreis ist noch nicht endgültig festgesetzt, doch soll nach der Anfündigung der Druckpapierfabrikanten die Erhöhung von ungefähr 180 Pro 3. gegen Juni betragen. Im Juni erhöhte sich der Papierpreis auf 2550 m. für die erste Hälfte des Monats, fodann ffieg er am 15. Juni auf 2750 m. und für die letzte Woche des Monats fogar auf 2985 m. Nach den bisherigen Mitteilungen wird der Papierpreis für Juli wahrscheinlich über 7000 m. pro Kilo betragen. Eine Wagenladung Papier, die bisher 25 Millionen foftete, wird im Juli über 75 millionen mark foften. Der Drudpreis hat sich gleichfalls im Juli in furzen Zwischenräumen um 70 und 75 proz. erhöht. Telephon- und sonstige Postgebühren ftiegen um das Mehrfache. Einen festen Bezugspreis für den ganzen Monat festzulegen, wird unter den jetzigen Verhältniffen zur Unmöglichkeit. Wir haben, bevor uns die Ankündigung über die ganz abnorme Erhöhung des Papierpreises bekannt wurde, den Bezugspreis mit fchahungsweisen Zuschlägen für Erhöhung im Juli, die aber bei weitem den angekündigten Papierpreis nicht erreichen, für den nächsten Monat auf 22 000 m. festgefeht, müssen aber hinzufügen, daß bei dem unberechenbaren Dollarturs, nach dem der Papierpreis berechnet wird, dieser Preis freibleibend fein muß. Wir möchten daher unsere Abonnenten und Genossen jetzt schon bitten, daß sie, wenn wir durch den Druck der weiter steigenden Preise gezwungen würden, in der zweifen Hälfte des Monats eine weitere Erhöhung eintreten zu laffen, im Interesse der Erhaltung unseres Parteiorgans, auch diese auf sich zu nehmen. mir find überzeugt, daß unsere Freunde und Genoffen den drückenden Verhältniffen, in denen sich unsere Presse befindet, das bisher gezeigte Berständnis uns auch diesmal entgegenbringen und alle Kräfte daran setzen, den Vorwärts" zu erhalten und zu flärten. Verlag und Redaktion des Vorwärts". " Eine Rede Severings. Gladbeck, 28. Juni.( WTB.) Gestern mittag famen hier sechs junge Leute von Essen an, die in Koffern 1 Milliarde 100 Millionen Mark nach Dorsten bringen wollten, wo das Geld zur Auszahlung von Gehältern und Löhnen dienen sollte. Als die jungen Leute mit den Koffern auf dem Wege zum Ostbahnhof waren, wurden sie vor dem Hotel Dreckmann, in dem sich das Offizierskasino befindet, von Belgiern angehalten. Sie mußten sich ausweisen und die Koffer öffnen. Nachdem die Belgier Herkunft und Zweck des Geldes feſtgestellt hatten, wurde die gesamte Summe von ihnen ,, beschlagnahmi". Duisburg, 28. Juni.( WTB.) Gestern wurden weiterhin 200 Duisburger Eisenbahnerfamilien, die den Ausweisungsbefehl er= halten hatten, von Duisburg abtransportiert. Eine ungeheure Menschenmenge aus allen Schichten der Bevölkerung gab den Scheidenden das Geleit zum Bahnhof. Das Gelsenkirchener Zugunglück. Gelsenkirchen, 28. Juni.( TU.) Wie einwandfrei festgestellt worden ist, wurden bei dem gestrigen Eisenbahnunglück drei Fran30jen getötet. Die Anzahl der Verwundeten ist nicht zu ermitteln gewesen, da sie in das französische Miltärlazarett Düsseldorf gebracht wurden. Die Strecke, auf der jeglicher Betrieb ruht, dürfte erst nach längerer Zeit wieder befahrbar sein. Ein Beitrag zur Kartoffelnot. Aus unserem Leserkreise schreibt ein Geschäftsmann: Ich erhielt mich mit dem Ueberbringer über die Knappheit der Ware. Ich am Montag eine Fuhre Kartoffeln zur Abnahme und unterhielt selbst war im Herbst in Thüringen beim Kartoffelausmachen, solche Ernte hat es seit Jahren nicht gegeben! Ich fragte den Ablieferer: Wo sind oder bleiben die Kartoffeln? Die Antwort des Lieferanten auf meine Frage war: Nachdem das Brennverbot aufge= hoben, ist es verständlich, daß die Erzeuger ihre Ware zu den Brennereien bringen, die die höheren und höchsten Preise bezahlen! Die Zuschrift trifft insofern durchaus die volle Wahrheit, als die derzeitigen Kartoffelbefizeer nicht nur eine, sondern verschiedene Möglichkeiten haben, die Kartoffeln vor allzugroßer Billigkeit zu Bielefeld, 28. Juni.( TU.) In einer start besuchten Bersamm- schüßen. lung in der Bentralhalle" zu Bielefeld entwickelte der preuDer Ehrhardt- Prozeß vor dem Staatsgerichtshof ist auf den Bische Innenminister Gevering seine Ansicht über die außenund innenpolitische Lage. Ausgehend von der letzten deutschen 9. Juli festgesezt worden. Angeklagt sind: Kapitänleutnant a. D. Note schilderte er die Politik, die das Kabinett Cuno bisher betrieben Ehrhardt wegen Hochverrates, Dr. Carl Schlechter, Brinzessin habe. Es sei doch allmählich eine wachsende Erkenntnis bei unseren Margarete von Hohenlohe und Dr. Franz Liederingen, beide in Feinden festzustellen. Er glaube zwar nicht an einen englischen München. Ueber 60 8eugen sind geladen. Protest gegen die französische Politit, sondern er erwarte im augenblicklichen Stadium mehr von direkten Verhandlungen mit Frank reich. Der passive Widerstand werde nicht aufhören, es sei ein Kampf des guten Gewissens gegen franzöfifche Bajonette. Aktiver Widerstand aber wäre Torheit. Die Leute, die das pre digten, seien Demagogen. Es ließe sich feine Parallele ziehen zwischen 1813 und 1923. Bur Innenpolitik sagte der Minister, daß er alle finnlosen Attentate mit allen Mitteln Das deutsche Schulwesen in Polnisch- Oberschlesien betreffen unterbindn werde. Andererseits müsse er sich entschieden gegen die sogenannten proletarischen Hundertschaften Warschauer Verhandlungen, an denen auch Calonder, der Voreinfegen. Die Gestattung derselben sei das Signal zum Bürger- figende der gemischten Oberschlesienkommission, teilnimmt. frieq, den feiner, besonders in dieser üblen wirtschaftlichen Zeit, gutheihen könne. Theater. Es ist der Sommerdirektion des Schiller Theater gelungen, Luch Stiefelbaufen als Gaft für die weiteren Aufführungen der Operette Süße Sufi" zu gewinnen. Die Künstlerin beginnt ihr Gaft Das Schauspielertheater beginnt seine Borstellungen am Montag, den 16. Juli, im Zentraltheater mit Schillers Räuber". Es wirken mit: Heinrich George als Karl Moor, Alexander Granach als Franz Moor, Maria Reiko als Amalie. Marconis neue Erfindung. Marconi hat mitgeteilt, er habe eine ähnliche Erfindung gemacht wie der Franzose Marec, die gestatten werde, alle Störungen bei Uebermittlung funtentelegraphischer Mitteilungen aus zuschalten. Dieser Apparat wird an die Ausgangsstation angebaut und gestattet die Benukung einet meitaus leineren elektrischen Kraft als bisher. Luftverkehr Moskan- Taschfent. Der Leiter der Roten Zuftflotte Die Ausführungen des Ministers wurden oft durch tomEnamenski ist nach 27stündigem Flug aus Mostau in Taschkent eingetroffen, der Redner wobei der Kaukasus in Höhe von 4900 Meter überflogen wurde. Die Trans- munistische Zwischenrufe unterbrochen, auf die taufafische Luftverkehrsgesellschaft organisiert eine Luftverkehrslinie Tiflis- meistens einging, um sich nachher noch in einer ausgedehnten AusBalu. sprache auseinanderzusetzen. 3m Prozeß gegen die Bilderftürmer von Lemgo wurde der Haupttäter au 6 Monaten Gefängnis verurteilt, die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Dem Prozeß lagen die Borgänge zugrunde, die vor einem Jahre nach dem Rathenau- Mord fich ereigneten, als Mitglieder der linken Parteien die Entfernung monarchistischer Bilder und Wahrzeichen im Rathause und anderer öffentlichen Gebäude forderten und durchsetzten. Die dänischen Offizierschüler folgten einer Einladung des Matin". Beim Fest feierte Generalsekretär Knecht die dänischfranzösische Freundschaft. Gegen die franzöfifche Spionage in Spanisch- Marotto verlangt die spanische Presse energische Gegenmaßnahmen. nach Hamburg geflüchtet. Bon dort aus besaßen die Herren den Die Einwendungen der Arbeitnehmer, das auf Grund der Gewerkschaftsbewegung Mut, uns zum Hohn aufzufordern, bis Mittwoch, den 20. Juni, leßten Vereinbarung, falls weitere wesentliche Preissteigerungen Lohn- und Steuerbetrug. Der Gleitlohn, gegründet auf Gold oder andere Teuerungszeichen, soll die Inflation, den wüsten Banknotendruck ohne Beriunterlage, steigern. Das wird behauptet und geglaubt. Das ist aber falsch. Es ist eine interessierte Theorie der kapitalistischen Bulgärökonomie. Die Volkswirtschaftslehre weiß es anders. Wenn das Spinnmädchen eine Woche lang Garn gemacht hat, wenn der Schlosser, der Ingenieur Dampfmaschinen, Elektromotoren gebaut haben, so ist ein Arbeitsertrag da und davon bekommen die Erzeuger einen Teil. Für ihre Bezüge haben sie den Gegenmert geliefert, und sogar mehr als den Gegenwert und lange vor ihrem Bezug. Sie können ihr Geld bekommen aus dem erzeugten Werte nach dem gangbaren und bewährten Verfahren des Geschäftslebens von jcher, ohne Banknotenschwindel, ob fie num sehr wenig oder nicht ganz so wenig erhalten. Es sei denn, sie befämen mehr als ihren Arbeitsertrag. Aber so bevorzugt find nur die Schieber, Kapitalisten und ihre nächsten Günſtlinge. mittags 1 Uhr, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dies wurde eintreten, die zurzeit geltenden Löhne revidiert werden müssen, von den Belegschaften mit Entrüftung zurüdgewiesen, ließen die Unternehmer nicht gelten, trotzdem nachgewiesen wurde, Kein Wort in dieser Darstellung davon, daß diese Forderung daß bei den zum täglichen Gebrauch notwendigsten Lebensmitteln beschlossen und erhoben wurde ohne Hinzuziehung der Gemert- ab 17. Juni eine Preissteigerung bis zu 50 Proz. und darüber ein fchaftsvertreter, fein Wort davon, daß mit der Aufstellung getreten ist. Auf Vorschlag der Unternehmer sollen am 5. Juli der Forderung sofort der wilde Streit einsetzte. Lohnverhandlungen stattfinden. Nachdem Nachdem die Aktion in dieser Weise eingesetzt hatte und Ber- Ein weiterer Streitpunkt war die Bezahlung bei Akkord. handlungen der Betriebsräte mit dem Landrat des Kreises arbeiten, wenn Erhöhungen der Stundenlöhne eintreten. Die Calbe a. d. S. und dem Bürgermeister sich als zwecklos er- Unternehmer wollten angefangene Stüde bis zu deren Fertig Gehälter und Löhne werden aus dem Erwiesen wie in der Zuschrift zugegeben werden muß- Land- stellung nach den alten Lohnfäßen bezahlen. Dagegen protestierten rat und Bürgermeister aus ihrem gefeßlichen Rahmen nicht heraus die Gesellenvertreter ganz entschieden mit dem Hinweis, daß das zeugnis gezahlt. fonnten", erkannte man, daß die Sache verfahren war. Weil man Abkommen aus der Vorfriegszeit total überholt ist. » Eine Es wurde dann folgendes vereinbart: Bei eintretenden nicht weiter fam, wählte man zwei Delegationen. sollte nach Magdeburg zu unseren Gewerkschaften, die andere nach Lohnveränderungen im Ofenfeggewerbe werden in Afford Berlin, um hier die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die arbeiten befindliche Stüde folgendermaßen berechnet: Jede uns überall abwies, angefangene Schicht wird nach den alten Akkordiäzen, die weitere Baueinstellung zu verhindern. Da man wandten wir uns, gewißigt durch Erfahrungen mit dem Angestellten Arbeit nach der neuen Vereinbarung berechnet. Diese Bereinbarung Heinemann des Deutschen Baugewerksbundes Magdeburg, an den tritt ab 17. Juni in Kraft. In der heutigen Mitgliederversammlung im Rosenthaler Hof wird ein ausführlicher Bericht gegeben werden. Abgeordneten Remmele der KPD." und zwar nach dem berühmten Telephongespräch, das die„ Rote Fahne" in falscher Darstellung zu ihrem tam die Deleniedrigen Angriff gegen den ADGB. ausschlachtete gation zum ADGB. Und nun betlagt sich der Berichterstatter darGewiß ist es richtig, daß bei einem Lohne, der mit der Papier- über, daß der Genosse Schulze die Mitglieder der Deputation geldentwertung einigermaßen steigt, der dem Gehalts- und auf die gewerkschaftlichen Richtlinien verwies, also auf Lohnbetrug durch die Banknoten einigermaßen vor den legalen Weg zur Führung von Lohnbewegungen und zur Beilegung die von vornherein verpfuschten Attion. Die Führer beugt, noch mehr folche Wische gedruckt werden können, wie bei biefer gegen jede gewerkschaftliche Uebung und Erfahrungen, gegen ungezügeltem Betrug. die Gewerkschaftsfagung unternommenen Bewegung, sehen offen. So war es in Defterreich. Das tommt von der Entlohnung bar auch jetzt noch nicht ein, daß sie es sind, die verkehrt der Staatsbeamten. Aber nur, wenn die Staatstaffe nicht gefüllt gehandelt haben und ihnen beim ADGB. bie einzig mögliche AusZum Gleitlohn gehören Gleitsteuern. Das Gegenteil ist funft gegeben wurde. Und nun wundert sich H. und flagt:" Es ist Steuerbetrug. Wie der Lohnbetrug, so muß auch der Steuerlich gelungen, uns auf die Straße zu fegen. den amerikanischen Machthabern der Maizena A.-G. tatsäch betrug aufhören! In Desterreich ist das nicht geschehen. Deshalb" Und warum? Weil wir nicht unseren Hunger nach gewerkschaft wird. verkaufte die in Desterreich regierende Reaktion die Staatshoheit an die Entente für lumpige 500 millionen Goldtronen, eine Summe, die mancher einzelne Defterreicher besitzt. Auch die Gehälter der Staats- und Gemeindebeamten müssen aus dem Nationalprodukt gezahlt werden. und verschleiert wird. Der Vorgang ist durchsichtig, wenn er nicht unter der Hirnver: Meisterung der kapitalistisch gekauften Bresse verdunkelt, verrührt Ein Fabrikant bezahlt feinen Nachtwächter aus dem Erzeugnis! Das Erzeugnis ist, daß frühmorgens die Fräfer, Bohrmaschinen, Kohlen und Metalle noch da sind, wenn die Arbeiter zum Betrieb tommen. Eine größere Aktiengesellschaft bezahlt viele Nachtwächter und einen Obernachtwächter. Auch Kanzleidiener und Scheuer frauen, die fein müssen, wenn der Betrieb nicht leiden soll, und die nur arbeitsteilig tun, was ein alter einzelner Drechslermeister früher eigenhändig tat. Die Gesamtheit aller Betriebe, der Staat, zahlt in gleicher Weise die Schupoleute, ben Oberreichsanwalt, den Medizinatrat, den Geh. Kanzleirat und Reichstanzler. Das tut er aus dem Erzeugnis jeder Produktionsperiode, wenn Ordnung herrscht. Aus der Notenpresse aber, wenn nur die Arbeiter ihr reichlich Teil beitragen, die Rapitalisten aber sich durch bekannte Mittel, besonders durch planmäßigen Marksturz, um ihre Schuldigkeit drücken. Kommunistische Umkehr? " lichen Richtlinien stillen wollten." ,, Der Konflikt in der Metallindustrie." Der Bericht im gestrigen Morgenblatt enthält einen finn entstellenden Fehler. Den Lohnsägen für männliche Arbeiter folgt der Satz:" Der feste Stundenlohn über 18 Jahre beträgt..." Dieser Sag muß lauten: Der feste Stundenzuschlag für Affordarbeiter über 18 Jahre beträgt: I. 1 2500 M." usw. Achtung, Steinarbeiter! Bei den legten Rohnverhandlungen wurden von den Unternehmern für die Zeit vom 25. bis 30. Junt folgende Löhne zugestanden: Wertsteingruppe: Steinmeze 9000 M., Hilfearbeiter 7900 und 8600 M.; Grabmalgruppe: Steinmetze 8800 M., Hilfearbeiter 6700 und 7750 M.; Marmor gruppe: Steinmeze 8300 M., Schleifer, Fräser usw. 8295 M.; Anfänger: 6910, 7450 und 7935 M.; Frauen: 4610, 5200 und 5895 W.; Hilfsarbeiter 7295 und 8000 M. Nein, weil ihr in der törichtesten Weise eine„ Aftion" und bie Bewertschaften, die dazu da sind, nicht von vorn inszeniert hatt, es nicht versteht, eine Lohnbewegung zu führen Die fommunistische Zersehungsarbeit in der Tschechoslowakei. herein hinzugezogen habt! Der Einsender Hausdorf am 3. Juni fand in Lieben eine von 101 Delegierten besuchte bankt dem Abg. Remmele und der„ Roten Fahne" für ihre Unter- Borstandstonferenz der tichechoslowakischen Gewerkschaften statt. In stügung. Was diese Unterstützung genügt hat, die ja auch erst ange. dem Tätigkeitsbericht wurde festgestellt, daß an Stelle der neun aus rufen wurde, nachdem der wilde Streit proflamiert war, hat er getretenen Verbände sechs neue eingetreten sind und daß die zerja selber geschildert. Das ist der Erfolg aller derart un- fegende Tätigkeit der Kommunisten den Indifferentismus fördere. innigen Aktionen, baß ein Teil der Arbeiter nach arbeits. In der Slowakei fehren die Arbeiter langſam wieder in ibre losen Streiftagen auf die Straße gefegt wird. Die Gewertschaftsmitglieder fahren schon besser, wenn sie ihre Interessenvertretung ihrer Gewerkschaft über tragen, anstatt diesen oder jenen Großfprechern, die nichts davon verstehen und dann obendrein noch für ihre Dummheit und eichtfertigkeit die Gewerkschaftsvertreter verantwortlich zu machen fuchen und auf die Gewerkschaften schimpfen, die dann ausbaden sollen, was sie selbst angeftiftet haben. " Arbeitsgerichtsgeseh. Der Reichsarbeitsminister teilt mit: uriprünglichen gewertschaftlichen Drganisationen zurüd. Die Konferenz betonte die Notwendigkeit der Durchführung der Gefeße über die Arbeitslosenunterstützung und sprach sich für die rechtliche Anerkennung der Kollektivverträge, die Gewährung von Urlaub und die Reform der Gewerbegerichte aus. GDB.- Zehrergewerkschaft im ADB. Heute, Freitag, 7 Uhr, Beamtenver beständige Beamtengehälter". Die Mitglieder der Lehrergewerkschaft find hierzu eingeladen. Jammlung im Lehrervereinshaus. Dr. Bölter vom ADB spricht über ,, Bert. Arbeitersport. Daten unbedingt Freie Turnerschaft Reukölln. Achtung, Raffenwarte der Rinder- und Der Entwurf eines Arbeitsgerichtsgefeßes ist nach Zu Jugendabteilungen! Nächste Abrechnung am 2. und 5. Juli beim Genossen stimmung der Reichsregierung nunmehr dem Vorläufigen Reichs. Geride, Kaifer- Friedrich- Str. 79. Abrechnungsformulare ausfüllen. Jugendabteilung- An- und Abmeldungen namentlich angeben. wirtschaftsrat und dem Reichsrat zugeleitet worden; einhalten. Rinderturnwarte: Nächste Sigung am 4. Juli auf dem er ist im Reichsarbeitsblatt Nr. 12, Seite 385 ber Turnplay. Turnberichte mitbringen. Außerordentliche Vereinsvorstandssigung Gestern nachmittag fand bei der Firma Schneider u. Co., öffentlicht. In der umstrittenen Frage der Organisation Montag, den 2. Juli, in der Geschäftsger Maschinenwerke in Spandau- Seegefeld, eine Betriebsversammlung der Arbeitsgerichte erster Instanz nimmt der Entwurf einen ver- vormittags 10 Uhr, findet in Raulsdorf, Restaurant zur Badeanstalt, eine Arbeitersportler Raulsdorf und Umgegend. Am Sonntag, den 1. Juli, statt. Genoffe Heinig sprach über Wertbeständige Löhne und mittelnden Standpunkt ein; die Arbeitsgerichte follen zwar grund öffentliche Berbeversammlung zweds Gründung eines Arbeiter.Schwimm. die Aufgaben der Gewerkschaften." Die Kommunisten hatten sich aus ihrer Zentrale einen gewirken der Landesjustiz- und Sozialbehörden errichtet werden. Als find hiermit höflichst eingelaben. fäglich als selbständige Gerichte, jedoch im Busammen- pereins statt. Tagesordnung: Die Bedeutung des Schwimmens für die Arwertschaftlichen Fachmann eingeladen. Was er, der doch vorsigende der Arbeitsgerichte sind in der Regel ordent zum Kopf der gewerkschaftlichen Zellenbauer gehört, erflärte, ver- liche Richter ins Auge gefaßt, es fönnen aber auch sonstige 30. Juni, 14., 21. und 28. Juli; für 2. Mannschaft zum 7., 14., 21. und 28. Juli, dient befondere Beachtung. In wohlabgewogenen Worten wurde von ihm bekanntgegeben, daß die Kommunisten im Rampf um den zum Richteramt befähigte Personen bestellt werden. Hiermit wird wertbeständigen Lohn die Richtlinien, die im besonderen der Af- einerseits dem Wunsche der beteiligten Kreise nach Beibehaltung Bund aufgestellt hat, für durchaus richtig anerkennen. In der der Sondergerichtsbarkeit Rechnung getragen und andererseits der Forderung eines Grundlohnes, der durch Verbindung mit dem notwendige Zusammenhang mit der ordentlichen Gerichtsbarkeit Lebenshaltungsinder wertbeständig gemacht werde, wird es mit gewahrt." uns volle Einigkeit geben"! beiterschaft". Referent Richard Gelchow, Neptun- Lichtenberg. Alle Interessenten Sportabteilung Fichte- Ost", Abt. Fußball. Suchen laufend Spiele im Juli Sonnabends auf Gegners oder eigenem Plaz. Für 1. Mannschaft zum für 1. und 2. Jugend zum 30. Juni, 14., 21. und 28. Juli. Buſchriften an Albin Seder it., Berlin D. 17, Grüner Weg 67, v. 3 Tr. Fußballtraining jeden Mittwoch 6 Uhr für Männer, jeden Dienstag 6 Uhr für Jugend in HohenLeitung zu erlernen, finden Aufnahme an den Trainingstagen oder in der schönhausen. Junge Leute, die gewillt sind, das Fußballspiel unter sachkundiger Gigung jeden Freitag 29 Uhr bei Scholz, Fortuna- Festfäle, Strausberger Str. 3. Arbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Kreis, 2. Bezirt. Das Zusammenturnen ber Männer und Jugendlichen findet am Freitag, den 29. Juni, abends 8 bis 10 Uhr, in Bantow, Turnhalle, Raifer- Friedrich- Straße, statt. Programm: Bezirksfest: Freiübungen nach Musit, Bezirksturnen. Ein jeder Gerätewett fämpfer hat auch eine Freiübung au turnen, die am Wettkampftage ausgeloft und 5. Die Abfahrtzeiten, Sonderzug usw., wird. Siehe Turnzeitung Nrn. werden jedem gemeldeten Berein zugefandt. Umkleidelokal Turnhalle Freiheitstraße. Arbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Kreis, 5. Bezirk. Sonntag, den 1. Juli, Bezirks- Kindersportfest auf dem Sportplat des Turnvereins Eiche" in Köpe nid, am Elektrizitätswert. Abmarsch 1 Uhr vom Marktplay in Sportkleidung. Arbelter- Rabfahrer- Bund ,, Solidarität", Berlin. Touren für 30. Juni und 1. Juli. Sämtliche Abteilungen und Ortsgruppen vom Stadttreis Groß- Berlin Stellen. Lampion mitbringen. Jm Sale nebenan Ball. Für Bahnfahrer bis Rönigswusterhausen, dann zu Fuß durch Seefen nach Rörbistrug oder per Sonntagskarte bis Groß- Beften. Um rege Beteiligung ersuchen die Fahr. Sonntag, ben 1. Juli, nach ebenda. Start früh 5 Uhr. Bundes. warte. genoffen vom 21. Bez.: Am Sonntag, den 1. Juli, Bezirkssaalsportfest in Beißenfee, Turn- und Festhalle. Start der Ortsgruppen 1 Uhr. Achtung, Fahrwarte! Freitag, den 29., Start 7 Uhr abends Neue Friedrichstr. 1; Donnerstag, den 5. Juli, Start der Bolospieler abends 6½ Uhr Laufiger Play. Streit in einer Außenhandelsstelle? Die Ausführungen des Mannes aus der Münzstraße wurden dann noch interessanter, weil sie nicht nur die Grundlagen des der- Der Zentralverband der Angestellten teilt uns mit, daß in der zeitigen freigewerkschaftlichen Kampfes als richtig anerkannten, Außenhandelsstelle für die holzberarbeitende sondern sich auch der Argumente und Gründe der Spizenverbände Industrie eine Arbeitsniederlegung fast unvermeidbar boll anschlossen. Es wurde betont, daß ein Friedensreallohn jezt ist, da die Angestellten, die au 95 Broz. organisiert sind, fast ein gar nicht gefordert werden könne, ebenso sei der Dollar- oder der stimmig den Streit bezw. fofern der Verband eine passive Goldlohn Unfinn. Resistenz für richtig erachtet, diese beschlossen haben. Die Bersammlung begrüßte selbstverständlich die unerwartet Zu dieser Maßnahme sab sich die Angestelltenschaft deshalb vernünftigen Ausführungen des tommunistischen Gewerkschafts- gezwungen, weil die Leitung der Außenhandelsstelle bei den Geur Italienischen Nacht am Todnigfee. Start 6 Uhr abends an den bekannten sekretärs. Es machte sich bei ihr nur berechtigter Zweifel geltend, baltsverhandlungen für Juni jegliches soziales Ver ob der Redner im Sinne seiner Partei und seiner Auftaggeber ge- ständnis vermissen ließ und den Angestellten zumutete, zunächst mit sprochen habe. Auf eine Frage des Referenten wurde allerdings 100 Broz. Aufbesserung einverstanden zu sein und auf die Steige erklärt, daß die vorgetragene Meinung die aller fommunistischen rung des Lebensmittelindeg zu warten. Die Angestellten hatten Gewerkschaftler sei, die im Kampf um die wertbeständigen Löhne bereits 90 Bros. ihres Maieinkommens im Laufe des Monats im nichts anders als die Einigkeit wollten. Vorschußwege erhalten und sollten nach einem zweiten Vorschlag der Leitung mit 130 Bros. endgültig abgefunden werden. Das hätte bedeutet, daß ein Kontoforrentbuchhalter 1 381 000 m. erhalten würde, nämlich nur genau sobiel, als nach dem Gebot der Arbeitgeber ein Holzarbeiter für Juni erhalten sollte, was aber vom Holzarbeiterverband als zu niedrig abgelehnt worden ist und für dessen Erhöhung sich die Holzarbeiter bereits im Streit befinden. Auch die Gewährung eines Kohlenborihuifes. wie ihn das Reich seinen sämtlichen Beamten, Angestellten und Bon einem Mitglied der Delegation aus Barby, Herrn Haus- Arbeitern gewährt, ist natürlich hier abgelehnt worden, obwohl dorf in Neukölln, erhielten wir eine längere Buschrift, die den die Einnahmen der Außenhandelsstelle aus den Gebühren sehr beträchtlich sind und unseres Wissens taum zu einem Drittel von dem 3wed haben soll, Irrtümer und Unwahrheiten zu vermeiden wie sie der" Roten Fahne" in ihrem Angriff gegen den Vorstand Angestellten- Etat in Anspruch genommen werden. des ADSB. als Unternehmertnechte" unterlaufen sind. Diese zuDer Herr Reichstommissar für Aus- und Einfuhrfdrift ift typisch für die Auffaffungen in manchen Arbeitertreisen bedingungen bzw. der Außenhandelsausschus der Außenüber die Erledigung von Lohnbifferenzen, weshalb wir die wichtig handelsstelle werden allein in der Lage sein, durch eine Intersten Stellen wiedergeben.„ Die Deutsche Maizena A.-G., einvention die Arbeitsniederlegung zu verhindern, sofern nicht in der emeritanisches Unternehmen, läßt zurzeit ein Riefenwert in Barby legten Stunde die Leitung ihre volltommen unverständliche und an der Elbe errichten. Es sind dort allein von der Firma Wayhs unnachgiebige Haltung aufgeben sollte. Wir sind neugierig, was die„ Rote Fahne" von morgen ab zum Kampf der freigewerkschaftlichen Spizenverbände um ehrlichen Lohn zu sagen haben wird. Sie muß sich doch nun plöhlich vom wüften Schimpfen auf verständige Einsicht umsfellen. Oder war der Bewertschaftsmann der Kommunistischen Zentrale auf eigene Fauft vernünftig? Zum wilden Streik in Barby. Fachgruppe der Töpfer. 1. Rennen. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 28. Juni. Anton( Beer). Toto: 23: 10. Blat: 15, 16: 10. Ferner liefen: Giada, 1. Parma( Franzle), 2. Medardus( Rhone), 3. Mare Blüdsritter( gef.), Gallipoli II. ( Schulz). 2. Stennen. 1. Cipri( Mesa), 2. Diamant( Einfinger), 3. Machthaber Toto: 358: 10. Blaz: 99, 23: 10. Ferner liefen: Paulus ( ausgebr. und nachger.), Fabneneid( gef.), Tbalzit( ausgebr.). 3. Stennen. 1. Raubritter( b. Edertsberg), 2. Trompeter( v. Dörn berg). Toto: 166: 10. Bla: 36, 34: 10. Ferner liefen: Sommerflor ( ausgebr.), Slberstedt( gei.), Landesfürst( gef.), Steinberger( gef.), Quertreiber( gef.). 4. Rennen. 1. Goldstern( B. Lewidi), 2. Tor di Quints( Bismark), 3. Zator( Meja). Toto: 54: 10. Bla: 18, 17, 26: 10. Ferner liefen: Reford, Saul, Rose, Lebemann. 5. Rennen. 1. Der Sogenannte( Benmmoß), 2. Erich( R. Schuller), 3. Drfus( Edler). Toto: 114: 10. Blab: 23, 24, 25: 10. Ferner liefen: Herzog, Mein Leopold, Alerich, Drne( gef.), Hanswurft. 6. Rennen. 1. Roderich( Sths), 2. Larlatan( Edler), 2. TannenToto: 29: 10. fels( Bismark). Blaz: 17, 8: 10( Tarlatan), 8:10 ( Tannenfels). Ferner liefen: Defan, Sultane XIII. 7. Stennen. 1. Nicotin( v. Faltenbahn), 2. Zanntönig( v. Borde), 3. Idealist( v Herder). Toto: 27: 10. 3 liefen. u. Frentag 1000 Mann beschäftigt. Außerdem fommen noch etwa Die Betriebsräte aller Außenhandelsstellen werden in einer 700 Mann in Frage, die bei den übrigen Baufirmen tätig sind." Sonderzusammenkunft Mittel und Bege finden, um das eventuelle Durch eine angeblich verkehrte Lohnpolitik des Deutschen Bau. Einfeßen von Streifbrechern zu verhindern. gewerksbundes wurde bis heute ein Stundenlohn von 3430 m. als Spizenlohn gezahlt. Die Landarbeiter des Gutsbesizers v. Dize in Barby hätten außer ihrem Deputat einen Wochenlohn von In der Sigung mit den Unternehmern am 27. Juni atvede Aus dieser Not heraus schlossen sich die Kollegen aller Betriebe weiterer Regelung der Löhne im Ofenfeggewerbe ab 1. Juli in Barby zusammen und stellten am 18. Juni die Forderung einer lehnten die Unternehmer es ab, in Verhandlungen zu treten, da Teuerungszulage von 500 000 m. Diese Forderung war gerichtet sie erst das nächste Lohnablommen im Baugewerbe Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruferet an die Maizena A.-G., die Leitung von Barby war aber rechtzeitig a 6 warten wollen. nur 32 000 m. feciferrin Nervenstärkend- blutbildend bewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton:.. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; Berantwortlich für Politik und Wirtschaft: Bittor Schiff, Berlin; Gewerkschafts. und Sonstiges: Fris Rarstädt, Berlin- Wilmersdorf; Botales Anzeigen: Th. Glode, Berlin. und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu Bellage. Bei Blutarmut, Bleichsucht, daniederliegender Ernährung, bei körperlicher u. geistiger Niedergeschlagenheit verordnen die Aerzte Leciferrin, das vertrauenswürdige Nähr- und Blutauffrischungsmittel für Erwachsene und Kinder. Dasselbe wird infelge seines guten Geschmackes sehr gerne genommen. Elsen 0,3%, Lecithin 0,85%, Zucker 3% Geschmackskorrigenten. Galenus Chemische Industrie Frankfurt am Main Nr. 299 ❖ 4S. Jahrgang Seilage öes VorWarts Ireitag, 2H. Fun!?H2Z Etatberatung im Rathaus. Die Geldentwertungsklansel für die Gemeindeftenern. In der Stadtverordnetenosrsamn'.lung wurde gcstertt die Beratung des Haushaltsplanes fortgesetzt, aber noch nicht beendet. Längere Erörterungen gab es zunächst nur bei den Kapiteln„Werke" und„Schulwesen". Erst gegen 10 Uhr kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen über die Steuer frage. Die sozialdemokratische Fraktion, für die Genosse L o h m a n n unter scharfen Wendungen gegen die Rechte sprach, forderte die Geld- entwertungsklausel als unerläßlich zur Sicherung der Wertbeständigkeit der Steuern. Heftig eiferten die Deutschnationalen. Der Redner der Deutschnationalen erklärte, daß sie bei Annahme der Celdentwertungsklausel den ganzen Etat ab- lehnen würden. Genosse H e i m a n n geißelte diese Haltung der Bürgerlichen. Bei einer Abstimmung gelang es ihnen, Beschluß- Unfähigkeit herbeizuführen, so daß die Sitzung aufflog. » Gestern wurde von 5 Uhr ab die Seratung öes Staöthaushalts für 192? fortgesetzt. Die Diskussion begann bei dem Haushalt der st ä d t i- fchen Werke mit kaufmännischer Buchführung(Gas-, Elektrizitäts-, Wasserwerke; Güter, Fuhrpark, Kanalisationswerke usw.). Michaelis(Dem.) glaubte, aus dem Umstand, daß die bisherigen Administratoren der städtischen Güter selbst als Pächter aufgetreten sind und trotz hoher Pachtquoten ein gutes Geschäft zu machen hoffen, die Notwendigkeit der Ueberführunq des gesamten Bestandes an städtischen Werken in Privatwirtschaft ableiten zu müssen, da sonst die Berliner Finanzwirtschaft unrettbar dem Chaos verfalle. G r o n w a l d t(Wirtich. P.): Es muß eine modernere Wirt- schaftsform, vor allem auch für die Gaswerke, gefunden werden, die eine bessere Rentabilität garantiert und auch ein Herabgehen mit den Tarifen gestattet. Noch ist diese Form nicht gefunden, aber ein Anfang ist da; nun sollte dem ersten Schritt alsbald der zweite folgen. Schumacher(Komm.): Entkommunalisiert man die städti- schen Werke, so wird sich bei ihnen genau das gleiche Schauspiel wie- derholen, wie wir es auf dem Kapitalmarkt, an den Börsen, bei Kohle imd Eisen Tag für Tag beobachten können. Die beteiligte organisierte Arbeiterschaft hat sich unbedingt für die Aufrechterhal- tung des städtischen Eigentums an den Werken ausgesprochen. Daß der Gaspreis solche enorme Höhe erreicht bat, daran ist nur die ver- kehrte Politik der Berwaltung schuld. Notwendig sind nicht nur organisatorische Neuordnungen, um die bisherig« Schwerfälligkeit des Betriebes zu beseitigen, sondern auch Personalreformen. Die städtischen Werke dürfen nicht Bersorgungs- an st alten für ältere Beamte sein. Die Betriebsräte müssen wieder in die Deputationen hinein. Stadtrat D e n e ck e verwahrte sich gegen Angriffe, die vor acht Tagen von den Kommunisten gegen ihn gerichtet wurden und auch in der„Roten Fahne" wiederholt worden sind. Er sei für die in der Zentrale Buch erfolgte Anstellung eines Ingenieurs, womit die An- greiser ihre Behauptung von seiner„verteuernden Personalpolitik" beweisen wollten nicht verantwortlich; die Stelle sei schon lange vor- her ausgeschrieben worden, und e r st viel später sei er zu dem Betr es senden in ein verwandtschaftliches Bcr- hältnis getreten.(Aha! und Heiterkeit bei den Komm.) Schumacher: Es ist zugegeben im Ausschüsse, daß die Etats d«r Gas- und Stromwcrkc verschleiert, daß stille Reserven vorhanden sind. Die Persammlung stellte die vorgenannten Haushalle nach den Ausschußvorfchlägen fest, ebenso diejenigen für Viehhof, Schlachthof, Fleischbeschau und Markthallen. Ueber die Haushalte Häfen, Straßenbahn, Untergrundbahn, Zudustriebahnen, Kohlenfelder referierte Michaelis(Dem.). Vom Ausschüsse war beantragt, den Magistrat zu ersuchen, dafür zu sorgen, daß bis zur endgültigen Fest- stellung des Stellenplanes keine Tarifkräfte irgendwelcher Art ein- gestellt werden, sowie von der Verkehrsdeputation eine Nachprüfung bezüglich der vorhandenen Tarifkräfte wegen evtl. Entlassung der- selben vornehmen zu lassen. Diese Anttäge wurden angenommen, die Haushalte festgestellt. Ohne jede Debatte passierten die Kapitel„Gemeindebetriebe, soweit sie nicht zentral verwaltet werden",„Grundeigentum" und „Berechtigungen'. Mit dem Unterrichtshaushalt wurde verbunden der vom Genossen Dr. W e y l erstattete Bericht über„Planwirtschaft bei den höheren Lehranstalten von Alt-Berlin". Die bezüglichen Aus- schußbeschlüsse haben wir seiner Zeit mitgeteill. Im Ausschuß ist auch die Wiederbeseitigung der„H ö ch st b e g a b t e n s ch u l e n" angeregt worden. Daß sie ihren Zweck zurzeit nicht erfüllen, darüber war sich der Ausschuß einig; er schlägt vor, den Magisttat zu er- suchen, die Verfassung dieser Schulen dem Schulausschuß zu erneuter Prüfung zu überweisen. In der Aussprache über das gesamte slädkische llnterrichkzwefen ging Goß(Komm.) auf die bedauerliche Tatsache ein, daß sich jetzt auch in den Oberstufen, in den höheren Lehranstalten, eine Entvöl- kerung analog derjenigen in den Gemeindeschulen vollzieht. Das Zusammenlegen von höheren Lehranstalten wie von Volksschulen habe eine große Anzahl von Lehrkräften brotlos gemacht. Wie stehe der Magisttat zu dem Verlangen der Versammlung, die Klassen- frequenz auf 3S herabzusetzen? Auch das Schulwesen gehe einer unabwendbaren Katastrophe entgegen, wenn nicht das deutsche Volk, wenn nicht die breite Masse ihr Geschick in die eigene Hand nehme, um so auch die Volksbildung, auf eine kulturell würdige Stufe zu stellen.— Oberstadtschulrat P a u l s e n machte in Anknüpfung an den Frequenzhecabsetzungsbeschluß Mitteilung von dsm jüngsten Magistratsbeschluß, in Zukunft keine Eni- lassung von Hilfskräften mehr stattfinden zu lassen, nattirlich unter der Voraussetzung, daß auch Neuekn- stellungen nicht stattfinden; der Magisttat bringe bewußt dieses große Opfer. Zu lebhaftem Disput führte der Versuch der Rechten, die Er- richtung der beiden seit langem vom Mogistrat geforderten ZZ!agist?aksschulra!ssteAen sür Lichtenberg zu hintertreiben, während die für Char- lottenburg verlangten beiden analogen Stellen inzwischen — angeblich infolge einer fehlerhallen Information von der Zen- trale nach Eharlottenburg— so gut wie schon besetzt sind.— Gen. Dr. L o h m a n n erklärte, nach der Ueberzeugung seiner Fraktion steckten hinter den ins Gefecht geführten juristischen, finanziellen, schultecbnischen und schulpädagogischen Gründen lediglich parteipol,- tische Erwägungen, sonst sei es unverständlich, daß eine und dieselbe Partei ChaAottenburg bewillige, was sie Lichtenberg verweigern wolle. Die Fraktion beantrage deshalb, daß über Lichtenberg zu- erst abgestimmt werden soll; lägen keinerlei parteipolitische Gründe vor, so könne diese Reihenfolge nicht auf Widerspruch stoßen.— Die Abstimmung hierüber findet erst am Freitag statt.— Das Vorgehen des Bezirksamts Charlottenburg in dieser Frage wurde vom Stadt- schulrat P a u l s e n scharf gerügt. Zum Kap. ,.V e r w a l t u n g s k o st e n" begründete Schwenk einen Antrag seiner Fraktion, der die in Folge des sprunghaften Steigens der Devisenkurse und der Zurückhaltung der Waren drohende ErnLhrungskaiastrophe abwehren soll und jju diesem Zweck verlangt, daß der Magistrat alle ihm zllr Verfügung stehenden Lebensmittcloorräte zum Einstand?- preise an die arbeitende Bevölkerung unentgeltlich oder erheblich verbilligt an alle Krieosopfer, Erwerbslosen. Sozialrentner usw. abgibt, alle verfügbaren Mittel sofort zum Großeinkauf von Lebens- Mitteln verwendet bzw. solche Mittel von den zuständigen Regie- rungsstellen reklamiert; die Verteilung soll den vorhandenen städti- schen Einrichtungen und den Konsumentenorganisationen übcrttagen werden. Zum Haushalt der T i e f b a u Verwaltung empfahl der Haus- Haltsausschuh die Annahme der Vorlagen wegen Fortführung und Vollendung des Taues der Caprivi-Brücke in Charlottenburg. Die Vorlagen wurden angenommen und der Haushalt für den Tief- bau festgestellt. Ueber dos Hauptkapitel Steuern hatte Genosse Dr. L o h m a n n das Referat. Wir haben die betr. bedeutsamen Beschlüsse des Haushaltsausschusses bereits ausführlich mitgeteilt. In beiden Lesungen hat der Ausschuß an dem Kom- promißvorschlag zur Deckung des Defizits und an der Umlagever- teilung festgehalten. Dr. N e u m a n n(D. Dp.) wandte sich gegen die Lohn- summen st euer. Weiter habe Berlin nicht die Aufgabe, im Punkte der Geldcntwertungsklausel voranzugelien: eine Frage wie diese müsse von den Zentralbehörden des Reichs entschieden werden. Auch sei es durchaus schematisth, durchweg den Rei ch s- steuerungsindex zugrunde zu legen. Die Gewerbesteuer sei überhaupt keine Besitzsteuer. Die automatische Anpassung an die Geldentwertung habe zweifellos die Tendenz einer weiteren Waren- Verteuerung, so daß schließlich der Arbeiter den Schaden zu tragen hätte. Im Falle der Annahme der Klausel würde die Fraktion sich zum Haushalt ablehnend verhalten. Genosse Dr. L o h m a n n: Die Berliner Bevölkerung würde es einfach nicht verstehen, wenn die Stadt Berlin nicht mit dieser Klausel«voranginge. Es geht darum, ob der Skeuerbelrug den Sieg davontragen soll, ob der Besitz zahlen soll oder nicht. Nach Dr. Lohmann kam Koch(Dnatl.) mit einem Antrag aus Vertagung. Die Mehrheit wollte aber mit dem Haushalt Schluß machen und lehnte den Antrag ab.— Lange(Z.) stimmte der Klausel wegen automatischer Zlnpossung der Steurn an die Geld- entwertung zu.— Dr. Leidig(DVp.) interpellierte unter wachsen- der Unruhe der Versammlung den Magistrat, wie er dazu komme, einer solchen Demonetisterung der Mark in diesem Augenblicke sein Plakat zu geben.— Der Kämmerer beschränkte sich auf die Er- widerung, daß dieser Magistratsentschluß eigentlich schon viel zu spät komme(lebhafte Zustimmung der Mehrheit); der Magistrat befinde sich damit in sehr guter Gesellschaft, denn auch der S ta a t s- rat habe in den letzten Tagen mit sehr großer Mehrheit einen gleichen Beschluß gefaßt. Die Frag« dränge zur Entscheidung; man solle nicht warten, bis die preußische Gesetzgebung gesprochen habe. Merten(Dem.) war bereit, die bezügliche Vorlage anzu- nehmen, wenn sie aus dem Ausschusse zurückkomme, in den sie ja doch gehen müsse, lehnte aber ab, sie mit dem Stadthaushalt zugleich zu verabschieden. Der Lohnsummensteuer, die durch den Ausschuß in ihren Härten abgemildert sei, stimmte er zu.— Fabian(Dnatl.): Große Bedenken hoben wir gegen die Steuer- Verteilung; dennoch nehmen wir, wenn auch nicht leichten Herzens, den Etat an. Wir lehnen ihn aber ab, wenn die Klausel durchgehen sollt«. Erst wenn ein preußisches Gesetz derart ergangen ist, wind hier die Zeit dafür gekommen sein. Unter großem Lärm in der Versammlung führte v. E y n e r n (D. Bp.) aus, daß schon aus Gründen politischer Disziplin die Klause! abzulehnen sei. Leider habe der Steuerdirektor Lang« dieses Spreng- puloer in die Versammlung geworfen.— Genosse H e i m a n n trat dem Vorredner scharf entgegen. Schon vor acht Taaen habe auch der Reichstag zu der Borlage wegen Sicherung der Browersorgung einen entsprechenden Beschluß gefaßt. Um �11 Uhr begann man mit den noch ausstehenden Abstim- mungen. Sofort beim ersten Antrag zum W ohlfahrt scmtt mutzte auf Anttag Koch namentlich abgestimmt werden. Die Deutschnatio- nalen schienen nicht übel Lust zu haben, die Versammlung b e» schlußunfähig zu machen. Jedenfalls waren nur 97 Stimm- zettel abgegeben worden und damit die Mindestziffer 113 nicht erreicht. Die Sitzung wurde abgebrochen, um mn Freitag 4% Uhr fortgesetzt zu werden._ Die bevorstehende Haftentlasiung der �rau Morvilins. Frau Morvilius, die, wie erinnerlich wegen Bandendiebstahls zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wovon fünf Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet waren, wird auf Anttag von Rechtsanwalt Dr. Stemmler auf Be> schluß der 9. Strafkammer des Landgerichts I am 4. Juli aus. der Haft enttassen werden. Die Entlassung ist aber mit einigen Ein- schränkungen verbunden worden. Frau Morvilius hat drei Milli- onen Mark zu zahlen und erhält eine dreijährige Bewährungsfrist, in der sie sich tadellos führen muß. Freiwillig muß sie sich aber der Schutzaufsicht des Jugendamtes unterstellen und Anweisungen der Aufsichtspersonen Folge leisten mit der Androhung des Widerrufs der Vergünstigung. Für die Straskammer, die den Anttag der Berteidigung beim Eingehen geprüft hat, waren maß- gebend die von der Verteidigung in der Hauptverhandlung vor- gebrachten Milderungsgründ« ihres körperlichen und geistigen infan- tilen Wesens, ihrer offensichtlichen Reue, die sie während der Sttaf- vollstteckung gezeigt hat, so daß die Annahme gerechtfertigt erscheint, daß sie nicht wieder rücksällig werden wird. Das Gericht hat auch erwogen, daß sie ihre bisheriaen Taten hauptsächlich unter dem ver- hängnisvollen Einfluß ihrer Mutter, der Frau Räber, begangen hat. L4j Als die Wasser fielen. von Okko Rung. Waldemar und Didrich Hansen kamen mit den schweren Eoldbarren, mit einem in jeder Hand, als wären es Würste. Sie kippten sie auf ein Brett unter einer gewaltigen Maschine, und ein ungeheures Hackmesser fiel herab und schlug dem Darren den Kopf ab; der war blasig und taugte nicht zum Prägen. Die Maschine war schwarz von Ruß, sie wurde genau wie eine Brotschneidemaschine mit Handkraft bettieben und war sehr alt, aus der Zeit Christians des Fünften, sagte Vorarbeiter Jensen. Doch Gerda konnte in den Tagen am Fenster stehen und von Metallstaub glänzenden Ruß in die dicken Spinngewebe vor der Scheibe pusten, daß es in der Sonne funkelte wie Reis auf einer Weihnachtskarte!— Gerda lehnte sich zurück: Das war Aladdins Wunder- höhle! Doch jetzt war es bald zwanzig Jahre her. Eines Tages kam Waldemar in die Zählstube, wo sie saß und ihre Spitzen häkelte. Aus der Fensterbank stand das große, ganz mit Gold gefüllte Kupfergefäß. Waldemar hielt die Hände unter der Schürze, aber seine Nase war weiß und seine Augen wurden ganz klein. Er hatte nicht erwartet, das Kind hier zu finden, und fragte, ob sie nicht hinaus wollte, um Haschen oder Verstecken zu spielen. Aber Gerda wollte nicht spielen, sie schrie und rief, daß Waldemar gehen sollte, und daß niemand in die Zählstube dürste, wenn der Schrank offenstände! Sie nahm Tantes Blumenzwiebeln vom Bord und warf mit ihnen nach Wal- demar. Er sollte nur versuchen, das Geld anzurühren, das gehörte nicht ihm, das wären die Zehnkronenstücke des Königs! Dann nahm sie eine große Glaskugel mit einem langen Rohr aus dem Schranke und schleuderte sie aus den Steinboden. Es gab einen mächtigen Knall, und augenblicklich kam der Bureauvorsteher in Schutzärmeln und die Feder hinter dem Ohre angelaufen, während der freundliche kleine alte Abteilungschef, der ihr immer übers Haar strich, mit rotem Kopf und atemlos aus der Probierstube hereinstürzte. Am selben Abend wurde Waldemar hinausgeworfen. Aber Tante Mariane war böse wegen ihrer Zwiebeln. Sie sammelte sie auf dem Boden zusammen, streichelte jede, Ute wäre sie ein kleines Kind; es wären kleine, lebendige Blumenscelcn, sagte sie und hielt sie in die Sonne. Aber Gerda fand, daß es schlimmer für das Geld des Landes als für die Zwiebeln gewesen wäre, wenn Waldemar gegrapst hätte. Die Tante hörte das Kind nicht an. Sie hatte wieder zu zählen begonnen, die kalten harten Geldstücke flössen durch ihre Finger und machten ihre Haut hart; ewig, ewig fielen sie wie Tropfen vom Tropfstein.„Milliarden", sagte Gerda, „muß sie Jahr sür Jahr gezählt haben! Aber für mich", fuhr sie fort,„war die Zeit ein Märchen: die Blumen, die daheim auf der Fensterbank wuchsen, der Strom, der in der Münze aus einem Gefäß in das andere sprang wie kleine blitzende Goldfische! Späte? saß ich jähre- lang jeden Tag nach der Schule da und sah den Goldsttom springen. Ich wußte jetzt, daß er von dieser Quelle weit über die Welt floß und alle Dinge in Bewegung setzte. In der großen, weißgetünchten Kammer saß ich und träumte davon, wie es mir' selbst ergehen würde. Ich lief in dem alten Münz- hause von der Kupferstube in die Silberstube und zuletzt in die Goldstube. Das war, als stiege man alle Stufen von der Armut empor zum Lande des Reichtums. Damals wußte ich noch nicht, daß wir selbst arm waren, ich wurde immer satt, aber Geld sah ich nie außerhalb der Münze, und nie habe ich später im Leben ein Goldstück in der Hand gehalten. Ich wußte nicht, daß meine Tante verrückt war, und daß sie ihr Leben für mich opferte, daß sie, um für mich zu sparen, sich selbst nicht eine einzige freie Stunde, nicht eine Freude gönnte. Doch mit den Jahren wurde sie stumm, murmelte nur ihre Zahlen, ihre Hände standen nie still. Und ihre Augen bewachten mich, wo ich ging und stand. Ich habe Ihnen ja erzählt, auf was für sonderbare Einfälle sie kam. Aber nicht eine einzige Stunde nahm sie Urlaub, selbst nicht in dem Jahre, als sie Kehlkopfkrebs hatte und wußte, daß sie bald sterben sollte, selbst da stand sie Tag für Tag an ihrem Platz- und ließ die Goldstücke springen. Bis zum letzten Tage ungefähr fand ich nur, daß es hübsch anzusehen war!" Gude konnte sie, während Gerda erzählte, vor sich sehen, diese alte, knochige und unbeugsame Frau mit der grauen Haarkrone hoch über dem krebsgelben Gesicht, die welken bloßen Arme in ein mit Gold gefülltes Becken getaucht. Das Sehnennetz lag verzweigt wie Adern von Erz unter der Haut. Mit blutlosen Lippen lallend summte sie ihre Zahlen, aus den Gefäßen Kupfer, Silber und Gold schöpfend, jeden Tag mehr gebrochen, jede Stunde tiefer gebeugt, wie eine müde, ver- stummte Norne, die blind das Schicksal durch ihre Hand rinnen läßt, geduldig und sicher ihren Faden aus Metall spinnend. Und zu ihren Füßen das Kind: aus seinem Schemel trau- mend, mundgerecht wie aus dem Einmaleins die ewigen Zahlen vor sich hinsummend.— Gerda saß jetzt stumm auf ihrem Platze in der Ecke. Ihr Blick war noch fern, ihre Schultern zogen sich fröstelnd zu- fammen. Die L««p« verebbte, vke drehte an der Schraube, aber nun drohte das Licht ganz zu verlöschen. Die Nacht lag tief- blau vor dem Kajütenfenster. Irgendwo � hoch oben in der Finsternis ging ein Sausen, ein Qualen und Kosen durch die Luft, ein schnatternder Rundgesang, der Zug Tausender von Vögeln, die über Kongedyb und Hafen nach Norden zogen. Der Frühling war unterwegs.� � Auf seinem Tische lagen die dicht beschriebenen Bogen der Abhandlung über den finanziellen Bankerott unserer Zeit, an der er jetzt arbeitete. Auf einmal erschien ihm jeder Ausweg hoffnungslos, jede Rettung unmöglich. Alle Regeln waren nur graue Theorie. Was halfen wohl Gesetze, was nützten Systeme, selbst die Statistik war nur eine Fiktion, ihre Zahlen rannen meist aus fehlerhasten Quellen. Nur eines galt: menschliches Seelenleben, männlich oder weiblich, fest oder formlos, starr oder wogend, oder alles zusammen, aber ewig unberechenbar, ein Spiel von Launen. � Er beschäftigte sich gerade jetzt mit dem Golde, seiner Wanderung über die Welt, seiner Flucht aus Europa, seiner Stagnation und seiner Sturmflut, seiner ganzen tiefen Mystik, die sich allen Gesetzen, aller Kontrolle entzog. Es hatte feine eigene Lebensform, seine eigens unbegreifliche Seele. Als Ein- hsit in dem gewaltigen Weltprozeß war es für ihn fast heilig, es war aufgespeicherte Arbeit, die durch Zins und Zinseszins zeugte und schuf, der verdichtete Segen von Jahren: das Dukatengold, der gewichtigste aller Werte der Welt! Im Elend wurde es geboren, eine arme Frau legte es in eine Krippe, es ging über die Erde als ein Sklave für Piraten oder Toren, verspottet oder angebetet, von Königen gekrönt, von Kommunisten gekreuzigt, von wenigen verstau- den als die große Idee, die es in sich trug; das heilige Erbe der Menschheit.—(Fortsetzung 1olgt.) Massensturm im Reiseverkehr. Die neuen Straßenbahntarife. 10000 Wirtschaft Das Rathenower Getreidegeschäft. für Juft und August zusammengezogenen Standaufnahme ein Teil der Verbraucher bereits von Anfang Juli an, ein anderer Teil aber Wie vorauszusehen war, hat bereits am gestrigen Tage ein erst von August an den erhöhten Gaspreis zu entrichten hat, alle Massensturm auf die Fahrkarten für die letzten Eisenbahnfahrten Verbraucher aber im Laufe des August und September eine Rech zu den zurzeit noch geltenden Preisen eingesetzt. An dem MER nung über einen Zweimonatsverbrauch vorgelegt erhalten, ist in am Potsdamer Bahnhof nahmen die Menschen bereits früh mor- diesem Jahre angeordnet, daß im Juli unt August je eine Bor kurzem erregte ein Standal bei der Rathenomer gens um 5 Uhr Aufstellung. Es ist auch in Berlin taum bekannt, Gasmesserstandaufnahme und Rechnungsvor: Dampfmühlen A.-G. allgemeine Aufmerksamkeit. Der Direktor daß für die von Berlin abgehenden Sonderzüge außerhalb legung stattfindet. Die Direktion der städtichen Gaswerfe bittet des Unternehmens hatte mit Hilfe einer falschen Lagerbuchführung Groß- Berlins Fahrkarten jederzeit brieflich bestellt werden können. Deswegen, dafür besorgt zu sein, daß bei allen Verbrauchern die und unterstützt durch sträfliche Leichtfertigkeit des Aufsichtsrates rund Das hat zur Folge, daß sich die Groß- Berliner Bevölkerung in die Standaufnahme, Rechnungsvorlegung und Rechnungseinziehung im 10 000 Doppelzentner Mehl und Kleine, die an die Reichsgetreides paar Tausend zur Verfügung stehenden Fahrkarten für die Sonder Juli und August ermöglicht wird. Es wird angestrebt, daß in jedem züge ein jeder derartige Bug umfaßt etwa 600 Plätze auch noch Monat ungefähr am gleichen Tage die Standaufnahme und Rech- stelle abzuführen waren, frei verkauft. Dazu kam, daß er auch mit den auswärtigen Bestellern teilen muß. Dadurch erklärt es nungseinziehung erfolgt. Bei der Standaufnahme im Monat Juli merkwürdige Gefälligkeitswechsel in Höhe von 17 000 holländischen sich, daß Sonderzüge im Nu ausverkauft sind, ein Zustand, der drin- wird die Gasrechnung errechnet nach einem Preise von 1200 m. je Gulden ausgestellt und auch sonst einen ganz originellen" Betrieb gend der Berbesserung bedarf. Wie zu erwarten war, hat sich der Kubikmeter und bei der Standaufnahme im Auguft nach dem im eingeführt hatte. Es kam zum Zusammenbruch; jetzt beraten die Reiseverkehr nun mit aller Kraft auf die drei ersten Juli Laufe des Monats Juli neu zu veröffentlichenden Gaspreise. Interessenten über die Sanierung. tage geworfen, für die noch die alten Fahrpreise gelten, wenn die Fahrkarten als Ausgabetag das Datum des 30. Juni tragen. Um nun den zu erwartenden Massenansturm von dem einen Tag, dem 30. Juni, abzuwenden, hat die Reichsbahndirektion Berlin, wie die Reichszentrale für deutsche Verkehrsmerbung mitteilt, die Fahrkartenausgaben der Berliner Fernbahnhöfe ermächtigt, schon heute, Freitag, Fahrkarten mit dem Lösungsdatum des 30. Juni auszugeben, so daß auch die heute ge fauften Fahrkarten bis zum 3. Juli um 12 Uhr Blazkarten, deren Vorverkauf vier Tage vor Abgang des Zuges beginnt, werden nach wie vor nur im Mitteleuropäischen Reisebureau und seinen Bertretungen abgegeben. Für Fahrscheinhefte, die mit tem 3. Juli mitternacht ihre Gültigkeit verlieren, müssen, wenn die Reise nach dem 3. Juli angetreten oder fortgesetzt wird, Ergänzungsfahrscheine und zwar vor Antritt der Reise gelöst werden. Im Berzirt der Reichsbahndirektion Berlin fann der Fahrpreis unterschied bei allen Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus und den Fahrfarbenausgaben der Berliner Fernbahnhöfe sowie den Endbahnhöfen der Vorortstreden nachgezahlt werden. Zur Vermeidung von Schwierigkeiten und Verzögerungen bei der Schalterabfertigung auf den Bahnhöfen wird den Reisenden dringend empfohlen, den Fahrpreisunterschied möglichst schon am Tage por Antritt der Reise oder Weiterreise bei den Ausgabestellen des pflichtiges Gepäd und für Hunde wird Fahrgeld wie für eine Forderung, bei der Sanierung der Rathenower Mühle und bei der Mitteleuropäischen Reisebureaus zu zahlen. mitternacht gelten. Fräulein Doktor." Auf die Hilfsbereitschaft ihrer Mitmenschen hatte es die 25jährige unverheiratete Hertha Boges abgesehen. Vier Jahre lang führte sie auf Kosten Notleidender ein üppiges Leben und es werden ihr nicht weniger als 4000 Fälle des Betruges vorgeworfen. Unter dem Namen eines Fräulein Doktor Margot Frant hatte fie sich auf das Sammeln von Hilfsgeldern verlegt. Sie ging dabei immer mit der Zeit mit. Zunächst sammelte sie für die vertriebenen Ostflüchtlinge und Elsaß- Lothringer, später die Oberschlesien- Hilfe und zuletzt für die Ruhrbewohner. Bon Botsdam her fannte sie die Adressen vieler Adels- und Offiziersfamilien und nutzte das weidlich Unter allen möglichen hochtönenden Namen trat sie auf, erzählte von dem Reichtum ihrer Familie und verübte auch zahl= reiche Darlehnsschwindeleien. Hübi und jung, wie sie war, trat fie auch vielfach mit den geschädigten Herren in nähere Beziehung, so daß viele von ihnen es für gut befanden, von einer Strafanzeige Abstand zu nehmen. Rechtsanwalt Dr. Treitel stellte unter Beweis, daß die Angeflagte eine ich mere Morphinistin sei und fich bis zu 30 Sprigen täglich verabfolgt habe. Im Morphium rausch will die Angeflagte ihre Schwindeleien begangen haben. Die 9. Straffammer des Landgerichts I verurteilte die Boges zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Unterfuchungshaft. aus. Bon einem Spießgesellen niedergeschossen. In der Paulsborner Straße zu Wilmersdorf wurde Mittwoch hormittag ein Mann mit einem Oberschenkelschuß aufgefunden. Die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß man es mit einem gewissen Narowski zu tun hatte, einem Mitglied der berüchtigten Maikolonne, die in der Wilmersdorfer Gegend ichon seit längerer Zeit ihr Unwesen treibt. Verschiedene Mitglieder dicier Kolonne hatten, wie weiter festgestellt werden konnte, mehrere Lokale aufgesucht, dort getrunken, Gäste belästigt, um schließlich auf dem Heimwege untereinander in Streit au geraten. Dieser endete damit, daß Rarowski von einem Spießgeſellen niebergeschossen wurde. Ein Erholungsheim für Schüler. Das Köllnische Gymnasium nimmt seit mehreren Jahren nur noch ausgewählte Schüler der Gemeindeschulen auf um sie in besonderem Lehrgang rasch zu fördern und zum Besuch der Universität vorzubereiten. Diefen Schülern aus der minder bemittelten Bevölkerung soll die Möglichkeit der Erholung in freier Natur geboten werden durch ein Heim, das ein aus Lehrern der Anstalt und früheren Schülern zusammengetretener Ausschuß ges schaffen hat. Bei Königswusterhausen ist in a blow 3iegelei ein Wassergrundstüd erworben und ein für Aufnahme von etwa 50 Schülern ausreichendes Haus gebaut worden. Die Baustoffe wurden größtenteils von früheren Schülern gespendet, die Erdarbeiten wurden von den Schülern selber ausgeführt. Das Haus wird mit Beginn der Ferien in Benukung genommen. Freiheitsfänger und Liedertafler. 0 Aus Arbeiter- Sängerfreifen schreibt man uns: In bürgerlichen Zeitungen fonnte man lesen, daß der Leip. ziger Männerchor, der in Hannover eine Reihe von Kon gerten veranstaltet hatte, dem Feldmarschall Hindenburg vor seiner Billa eine besondere musikalische Ehrung dargebracht habe. Hindenburg habe dann die Ehrenmitgliedschaft des Leipziger Vereins, die ihm diefer angetragen habe, auch angenommen. Dieser Borgang ist äußerst bezeichnend für die von den bürgerlichen Gesang vereinen immer abgeleugneten und ihnen dennoch innewohnenden Tendenz zur Berherrlichung von Militarismus, Monarchismus und Nationalismus. Denn daß Hindenburg heute ein Symbol ift, weiß jedermann. Die bürgerlichen Sänger waren und bleiben die braven Liedertafler, die im Stil einer reaftionären Romantit deutsches Gemüt und deutschen Sinn, Könige, Brinzen, Grafen und Soldaten, die deutsche Frau und das deutsche Liebchen, den Rhein, den Wein und das Bier ansingen. Aber von den großen Volts, Freiheitsund Menschheitsidealen wissen sie nichts zu fingen. Und wenn sie es fingen, dann sind es Worte, aber feine Bekenntnisse. Immer mehr erfennen hingegen die Arbeiter- Gefangvereine, wie die foeben statt gefundene Tagung bewiesen hat, ihre Aufgabe, immer stärker wachsen sie in ihre größte und wichtigste Aufgabe hinein, die Ideale des fämpfenden Proletariats, Freiheit, Kameradschaft, Gleichheit, Menfchlichkeit, Glück und Freude auf dieser Erde, künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Deshalb ist es auch Aufgabe und Pflicht der Jugend, sich immer stärfer an den Arbeiter Gesangvereinen zu beteiligen. Auch hier zeigt sich wieder, daß das auch heute noch vom Bürgertum vielfach so verachtete Proletariat Träger feiner großen fommenden künstlerischen Boltskultur sein fann und sein wird. Die Gasbestandsaufnahmen. " Die Sanierung, die für die Rathenower Dampfmühlen A.-G. jetzt notwendig wird, ist in Wirklichkeit ein Streit der verschiedenen Interessentengruppen um das durch den Betrug verhältnismäßig Die gestern in Rathenow stattfindende billig gewordene Objekt. Beachtlich ist, daß es dem Bantenfonsortium, das der Rathenower Dampfmühlen A.-G. nahesteht, unter Hinzuziehung der Darmstädter und der Nationalbant gelungen ist, die Forderungen, Die Straßenbahn erhöht ihren Tarif von Montag, den 2. Juli, die die Reichsgetreidestelle an die Dampfmühlen A.-G. hat, zu er ab wie folgt: 1. Einzelfahrscheine für Erwachsene werben. Es muß dabei gefragt werden, ob die offene Forderung 1500 m., im Bereich der Borortbahnen( vormals Spandauer, Köpe= nider Straßenbahn, Teltower Kreisbahnen mit Grunewaldbahn) 1300 der Reichsgetreideftelle in Papiermart läuft, oder ob wenigstens Mart, für Kinder von 6 bis 14 Jahren, ferner( auf. Berechtigungs- der Rathenower Dampfmühle und ihrem Konsortium neben der schein für Lehrlinge, Schüler und unbemittelte Studenten, sowie selbstverständlichen Entschädigung die Nachlieferungsverpflichtung ( auf Ausweis) für Kriegsbeschädigte 800 m. 2. Teilstreden der Ware auferlegt worden ist. fahrscheine( versuchsweise) auf den Linien 9, 16 und 116 1200 M., Fahrten darüber hinaus foften 1500 m. 3. Umsteige fahrscheine, auch im Wechselverkehr mit der Hochbahn, 2200., im Bereich der vorbenannten Vorortbahnen 1500. 4. 3 och en farten für wochentäglich zwei ununterbrochene Einzelfahrten auf beliebiger Strede innerhalb einer Kalenderwoche auf den Stamm- Generalversammlung nahm nun zwar einen lebhaften Berlauf, bahnen 15 000 Mt., im Binnenverkehr der zu 1. genannten Borort- brachte aber nicht die erwartete scharfe Oposition. Der Grund dazu bahnen 13 000 m. Sonntags gelten die Karten nicht. 5. Mo- foll sein, daß in letzter Stunde der Oppositionsgruppe von der internatstarten vom Monat Juli ab: auf den Stammbahnen eine effierten Großbank die jungen Aftien sehr billig angeLinie 90 000 m., drei Linien 120 000 m., alle Linien 240 000 m., boten worden sind. Das scheint die Auseinandersetzung im Binnenverkehr der zu 1. genannten Vorortbahnen eine Linie wesentlich erleichtert" zu haben. Die Reichsgetreidestelle hat sehr 60 000 m., für den Bereich einer der Borortbahnen 75 000 m. notwendig, erklären zu lassen, inwieweit sie bei dem Verkauf ihrer 6. Schülermonatstarten 30000 m. 7. Für gebührenerwachsene Person erhoben. Das Strafgeld für Fahrgäste, die Einigung der verschiedenen Interessentengruppen zu ihrem Recht ohne gültigen Fahrschein betroffen werden, beträgt das Drei auf wertbeständige Wiedergutmachung fommt. Um Antwort wird fache des Fahrgeldes für eine Einzelfahrt, mithin 4500 m. dringend gebeten. Bon einem wilden Gepädträger empfindlich geschädigt worden ist der Reichstagsabgeordnete Dr. S. Er übergab auf dem Stettiner Bahnhof einem Träger seinen Koffer und die Reisedecke. Die Sachen wurden jedoch an der bezeichneten Stelle nicht abgeliefert. Es muß deshalb angenommen werden, daß diese unterschlagen oder gestohlen worden sind. In dem Koffer befand sich u. a. ein rote Bigarrenetui, eine Krawattenperle, 2 Brillantknöpfe für Oberho usw. Der Koffer selbst ist mit Einrichtungen versehen, die Ber fe tragen das Monogramm T. St. Auf die Wiederherbeifchaffung des Roffers ist eine Belohnung von einer Million Mart ausgesezt. Ungültigkeit der Einzelfarten des Stadt, Ring- und Vorortverkehrs. Mit Ablauf des 30. Juni werden die in der Zeit vom 21. bis 30. Juni im voraus gelösten besonders gekennzeichneten Einzelfarten des Stadt, Ring- und Vorortverkehrs ungültig. Diese Starten werden bis zum 20. Juli an dem Fahrkartenschalter des Bahnhofs, auf dem sie gelöst find, gegen Erstattung des dafür gezahlten Fahrgeldes zurüdgenommen. Dieser Bahnhof ist auf den Karten in Klammern oder in abgefürzter Bezeichnung am oberen Rande angegeben. Nähere Auskunft erteilen die Fahrkartenausgaben. Rhein und Ruhr im Bild. Unter dem Titel„ Der Deutsche Rhein" ist im Berlag Carl Gerber, München, in der Reihe der populär gewordenen Deutschen Bilder" der Reichszentrale für Deutsche Berkehrswertung ein neuer( vierter) Band erschienen, der dem so heiß umstrittenen, schwer heim. gesuchten Land an Rhein und Rubr gewidmet ist. Der erste Teil ist ganz auf heroische Romantit gestellt. Schlösser und Burgen am Rhein ziehen uns vorüber, eines immer schöner gelegen als das andere. Die trauten anheimeinden Bilder rheinischen Kleinstadtlebens vermigt man leider. Da für aber entschädigt eine Serie brachtvoller Induſtriebilder aus dem Ruhr gebiet, die den starten Rhythmus der Arbeit verkünden. Das Ganze ein Meisterwerf feinsten echten Heimatempfindens und künstlerisch- technischer Arbeit in schwerer Zeit. Aus der Partei. Berfchrobene Inder- Berechnungen. Das Reichsfinanzministerium ist bei den Verhandlungen über die Schaffung wertbeständiger Löhne bekanntlich dadurch besonders die Schaffung wertbeständiger Löhne bekanntlich dadurch besonders aufgefallen, daß sein Vertreter im Reichsarbeitsministerium den ehrlichen Lohninder als eine Maßnahme bezeichnete, die zur Lohnfflaverei zugunsten der Entente führen müsse. Der Inderlohn sei nicht möglich, weil gerade die Arbeiter noch die einzigen seien, die die Papiermart hielten; aber wenn der wertbeständige Lohn doch nachtom. fomme, bann würde das Reichsfinanzministerium men. Immer wieder wurde betont, daß man aber auf feinen Fall die Absicht habe, vorauszugehen und damit das Recht der ersten Gestaltung der wertbeständigen Löhne für sich in Anspruc zu nehmen. -W In der Zwischenzeit' plagt sich das Reichsfinanzministerium dennoch bei den verschiedensten Gefeßentwürfen, Berordnungen usw. mit der Frage herum, wie die Einnahmen wertbeständig ge staltet werden können. Dabei femmt man zu den verschrobensten Berechnungen. So ist jetzt eine Berordnung des Reichsfinanzministers erschienen, die den Betrag bestimmt, der für die persön liche Mitnahme von Zahlungsmitteln bei Reisen nach dem Auslande freigegeben ist. Mon tam auf den folgenden genialen" Index: Es wird jeweils das Fünfzehntausendfache des Betrages ter jeweili gen Gebühr für einen Fernbrief bis zu 20 Gramm als Grundlage für die Freigrenze angenommen! Man sieht, das Reichsfinanzministerium fann sich dem Gedanten der Wertbeständigkeit auch nicht entziehen, man bringt es nur nicht fertig, auf gewöhnlichem Wege durch die Tür zu kommen. Es wird durch den Keller über das Dach ir den Schornstein getrochen. Wir sind für wertbeständige Löhne, für Wertbeständigkeit aller materiellen und geistigen Werte, nur eines wünschen wir: taß finanzministerium fennen lernen mußten, in Zukunft nur entdie Geheimräte von der Sorte, die wir neuerdings aus dem Reichs. sprechend ihrem inneren Wert bezahlt werden. Lavastrom des Aetna noch langsam vor, ist aber nur noch teilweise Der unruhige Aetna. Troh beruhigender Nachrichten rückt der glühend. Nur auf der Landstraße nach Termini hat die Lava in wenigen Stunden 60 Meter zurückgelegt. Es wurden noch einige Haselnußanlagen zerstört. An einigen Stellen hat sich die Lava a uf Der Privathandel in Moskau. Das Hauptnierkmal des Privateine höhe von 50 Metern gestaut. Merkliches Bor- fapitals ist gegenwärtig feine außerordentliche Beweglichkeit. Der rücken der Lava hat sich auch vor Castiglione ereignet. Der Bischof rasche Wechsel der allgemeinen Marktonjunktur, das äußerst von Acireale ist von dem Freudenfest der dankbaren Bevölkerung drückende Steuersystem und die schwierigen Kreditbedingungen der Aleinadörfer nach seinem Sitz zurückgekehrt. Nach den neuesten zwingen die Privatunternehmer, ihr Betätigungsfeld dauernd Telegrammen des Corriere della Sera" aus Catania bedroht zu wechseln. Vor noch nicht langer Zeit ist die Privatinitiative der Lavastrom des Aetna den Flecken Catena Vecchia, hauptsächlich auf den Getreidehandel konzentriert gewesen. Von den wo schon ein Bauernhaus brennt. Der Lavastrom ist noch 900 Meter Börsenumfägen der Privatfirmen entfielen nahezu 50 Proz. auf von den ersten Häusern von Linguagloffa entfernt. Eine Eisen Getreidegeschäfte, und über 30 Proz. des Mosskauer Getreidemarktes wurden von Privathändlern bedient. Gegenwärtig bahnbrüde der Aetnarundbahn wurde abgetragen. jedoch ist, im Zusammenhang mit der allgemeinen Krife der Getreidepreise und der überaus ungünstigen Lage des Moskauer Getreidemarktes ein Rüdgang der privaten Betätigung zu tonstatieren. Die privaten Firmen haben sich fast vollständig vom Getreideanbauf für eigene Rechnung zurüd gezogen und besorgen in der Haupt sache nur noch Kommissionsgeschäfte. Aehnlich sieht es auf dem Tertilmarkt aus. Bon den in legter Zeit in Moskau eingegangenen Die Jungsozialisten halten ihre diesjährige Reichskonferenz am Firmen entfällt der größte Teil gerade auf solche, die mit Manus 10. August in Erlangen ab. Am Vorabend findet im„ Colosseum" fakturwaren handelten. Es ist überhaupt eine allgemeine Bera in Erlangen eine große jungsozialistische Kundgebung( Referent: engung des Betätigungsfeldes des Privatkapatals zu fonstatieren, Reichsminister a. D. Rad bruch) mit anschließendem Fackelzug und als vorherrschende Fo.m des Privatunternehmens tritt neuer statt. Teilnehmertarte 500 M. Der Reichstonferenz voran geht dings immer mehr der Kleinhandel mit Produkten her eine Ferienarbeitswoche, vom 2. bis 9. Auguft, die das vor. Diese zurückziehung des privaten Unternehmertums vom Thema„ Kultur und Sozialismus" behandeln und die Teilnehmer Markt ist nicht so sehr durch den großen Steuerdruck zu erklären, für eine Woche zu einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft vereinen als hauptsächlich durch die völlige Unmöglichkeit, irgendwelche stabile foll. Die Leitung der Woche hat der Genosse Dr. Engelhardt Stoffulation aufzustellen, infolge der steten Veränderlichkeit der Berlin übernommen, außerdem find vorgesehen einige Borträge über wichtigsten Kaltulationsfaktoren. Die privaten Unternehmer ziehen die verschiedenen Zweige der sozialistischen Kulturarbeit. Die Teil es unter diesen Umständen vor, sich vom Warenmarkt zurüczu nehmergebühr beträgt 5000 m. für die Woche, außerdem entstehen ziehen, um sich, wie die Ostwirtschaft", der wir diese Ausnoch Kosten für Verpflegung und Unterbringung, die verhältnis führungen entnehmen, bemerkt, dem Effetten und Geld. mäßig niedrig gehalten werden. Intereffenten für die Arbeitswoche, geschäft zu widmen, wo die Betätigung mit weniger Uebersowie jungsozialistische Gruppen, die die Einladungen für die Reichs- raschungen und Gefahren verbunden sei. fonferenz noch nicht erhalten haben, wollen sich umgehend an ben raschungen und Gefahren verbunden fei. Reichsausschuß der Jungsozialisten( Adresse: R. Weimann, Berlin S. 68, Lindenstr. 3) wenden, Die jungjozialistische Bewegung. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft flau, Preise erheblich höher. Fische ziemlich ausreichend, Geschäft rege, Preise höher. Obst und Gemüse ausreichend, Geschäft flau. Naturbutter, Margarine und Schweineschmalz im Preise erheblich höher. fammenhang mit der vor sich gehenden weiteren Konzentrierung der russischen Staatsindustrie auf die leistungsfähigsten Betriebe be reitet die Sowjetregierung, wie die halbamtliche Russische Telegraphen- Agentur meldet, zwei wichtige neue Defrete vor. Das eine Defret soll den Bertauf der zu schließenden Betriebe an Private gestatten und die Bedingungen, unter denen dies geschehen fann, festlegen. Das zweite Defret betrifft die Ueber. führung der Ausrüstung der stillzulegenden Betriebe nach anderen lebensfähigen Betrieben. Durch das neue Defret sollen diese Betriebe anscheinend vor dem Berfall gerettet werden, da ihre Konser vierung" eine große unproduttive Finanzlaft für den Staat bedeutet. Verkauf von nationalisierten Betrieben an Private. Im Zu Am Donnerstag galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Die neue Zulaffungsziffer für die Einwanderung. Nach einer Rindfleisch 16 000-18 000 M., ohne Knochen 18 000-22 000 M., Schweinefleisch 18500-20500 M. Kalbfleisch 14500-20000 M. Hammel Meldung aus Washington teilt das Auswanderungsamt mit, daß fleisch 20 000-21000 M. Rindertalg 20 000 M. Schellfisch 7800 bis im Laufe des am 1. Juit beginnenden Haushaltjahres 357803 9500 M. Kabeljau 10 000 M. In Eis: Schlele 16 300-18000 M. Hechte Einwanderer nach den Bereinigten Staaten zugelassen werden Lebende Aale 25 000-28 000 M. sollen. 15 000-18 000 M. Aale 23 500 M. Naturbutter 24 000-27 500 M. Margarine Devisenkurse. Unserer gestrigen Aurstafel ist noch folgendes Hechte 21 700-24000 M. Eler 1400 bis Schoten 7000 M. nachzutragen: 1 finnische Mart 4114,50 Gelb, 4135.50 Brief; 100 4000-6000 M. das öiterr. Stronen 211,96 Gelb, 213,04 Brief; 1 tschechische Krone Kartoffeln( alte, 4538,50 Geld, 4561,50 Brief: 1 ungarische Krone 18.45 Geld, Kirschen 3000 bis 18,55 Brief; 1 bulgarische Lewa 1396.50 Geld, 1403,50 Bricj; 11 jugoslawischer Dinar 1675,50 Gelb, 1684,50 Brief. 17 500-24 500 M. Schweineschmalz 22 000-25 000 M. 1450 M. das Stück. Mohrrüben 3000 M. das Bund. Die Direktion der städtischen Gaswerte teilt mit: Bor Jahren murde für Juli und August zusammen der Gasmesserstand der städtifajen Baswerte nur einmal aufgenommen, und zwar, weil viele Gas. verbraucher in dieser Zeit von Berlin abwesent zu fein pflegen und weil in dieser Zeit auch der Urlaub der Wertsangestellten fiel. Die rapide eldentwertung erfordert es jedoch, auch von der Blumenkohl 8000-10 000 M. der Kopf. Grüne Gurken Standaufnahme im Juli ab wieder eine den sehr gesteigerten Kohlen- Stück. Kartoffeln( neue) 3000-3500 M. das Pfund. preisen und Frachten entsprechende Erhöhung des Gas nur schwache Zufuhr) 7000-8000 M. 10 Pfund. preises eintreten zu lassen. Um nun zu vermeiden, daß bei einer 4000 M. Erdbeeren 10000-12000 M. Stachelbeeren 2200 M Oesterreichischer Gewerkschaftskongreß. reich hätte fich felbft helfen können, ohne ausländische Kontrolle und Wirtschaft" gegründet, einen Beschluß, den man nicht zu be parität in ihren Löhnen und Gehältern überschritten hätten. Defters| fonnten. An Stelle derselben wurde die Zeitschrift Arbeit und Kapitalisten haben fünf reuen habe. Die Der zweite Gewerkschaftskongreß trat am Montag vormittag ohne Generalfommissär. fm prächtig dekorierten Saal des Favoritener Arbeiterheims in Milliarden Goldkronen ins Ausland gerettet, die Beim Kassenbericht der Gewerkschaftskommission sei vor Wien zusammen. Er ist von 358 Delegierten, worunter 18 weib- Arbeiter und Angestellten aber wollen sie dem Ausland ausliefern. der Goldparität feine Rede. Ende Dezember verfügten wir über liche, beschickt, die 1049 949 Mitglieder vertreten. Wien allein Der Kongreß fönne nur eine Antwort darauf geben: Jetzt 28 Millionen Papierfronen. Wir haben allerdings Milliarden, aber stellte 252 Delegierte. Auch die Gewerkschaftspresse ist in Zahl von erst recht! Wir werden so zu rechnen haben, wie es die Gegner diese gehören nicht uns. Sie bilden den Solidaritätsfonds, der nur 42 durch 41 Delegierte vertreten. Den Internationalen Ge wert als die Rechnung erklären, die schon durchgeführt sei: von uns verwaltet wird. Die Kinderfreunde haben von schaftsbund vertritt Genosse Sassenbach, den ADG B. Heran an die Goldparität! den erhobenen Beiträgen im vorigen Jahre rund 27 Millionen erder Genosse Leipart und die Genossin Gertrud Hanna. Die Eröffnungsrede des Vorſizenden der Gewerkschaftskom- Achtstundentag ernstlich rüttelt!( Stürmischer Beifall.) Das ist die die Jugendlichen 5 Millionen und die Bildungszentrale Die Eröffnungsrede des Vorsitzenden der Gewerkschaftstom- und wir werden ebenso entschieden sagen: Wehe dem, der an dem halten, nach der Beitragserhöhung feit 1. Januar allein 20 Millionen, mission, Abgeordneten Genossen Domes, bildete eine wuchtige An- Antwort darauf, daß es den österreichischen Arbeitern und Ange- mehr als 1 Million Kronen. Wir haben im Berichtsjahre 30000 flage gegen die Regierung der Sanierung, die fortgesetzt stellten gut geht. Wir wollen nicht leugnen, wir haben es ver= Mitglieder perloren. Ende Dezember betrug die Mitbestrebt sei, die Kraft der Gewerkschaften zu unterminieren und zu standen, wenigstens von der Goldparität nicht allzu gliederzahl 1049 000. Die Welle ist seitdem noch etwas herunterschwächen. Der Heeresminister suche die republikanische weit entfernt zu sein. Es war eine glückliche Idee des gegangen, aber das mache nichts und sei schon früher passiert. Sie Wehrmacht in ein Machtinstrument der Herrenklasse umzuwandeln damaligen Kanzlers Dr. Renner, die erste Industriekonferenz ein- werde schon wieder hinaufgehen. Es sei Pflicht aller Beund den Gewerkschaftskörper systematisch zu zersetzen. Zu den zuberufen, in der er zur Festsetzung einer Art Index geraten hat. triebsräte, die Bekleidungsbeschaffungen ausschließlich schlimmsten Feinden der demokratischen und sozialen Einrichtungen Das hat unsere Situation erleichtert. Wir wurden beim bei der Großeinkaufsgesellschaft und den Genoffen. gehöre das Ministerium für soziale Berwaltung. Es Sturz der Krone von weniger Erschütterungen ergriffen. In der schaftswarenhäusern zu decen Wir geben unser Geld Zeit vom Jahre 1919 bis zum August 1922 hatten wir ja nichts auch der Arbeiter bank, da unser Grundsay ist, daß wir unser als Lohnbewegungen. In diesen zweieinhalb Jahren haben Geld für uns verwenden, um die Gemeinwirtschaft zu unterstützen wir im Interesse des Proletariats positive Arbeit geleistet. Hätten und die Eigenproduktion zu verstärken. mir dies nicht getan, so würden wir noch ganz anders im Elend leben müssen als heute. sei daher erste Aufgabe des Kongresses die Gewerkschaftsfront zu stärken. Die Anwesenheit der Vertreter der Sozialdemokratischen Partei zeige, wie innig die Verbindung zwischen den freien Gewerkschaften und der Partei in Desterreich ist. Die österreichische Regierung und ihre Organe hätten andere Sorgen als die österreichische Arbeiterschaft zu begrüßen, doch habe diese auch kein Verlangen, von ihrer Regierung begrüßt zu werden. Aber der Chef der Landesregierung Wien, der Bürgermeister von Wien, Genosse Reumann, sei erschienen. In seinem Nachruf an die Toten gedachte Domes auch unserer verstorbenen Führer Legien und Hue. Der Begrüßungsrede Sassenbachs für den JGB. folgte eine Ansprache des Vertreters des AfA- Bundes, Genossen Süß- Berlin, der den Wunsch aussprach, daß der Zeitpunkt komme, wo die Grenzpfähle zwischen den deutschen Stammesgenossen fallen. Es folgten weitere Ansprachen von Schäfer für die deutsche Gewertschaftskommission in der Tschechoslowakei, von Nemecek für die tschechoslowakische Gewerkschaftskommission, Jafzai für die ngarische Gewerkschaftszentrale, die 1913 107 000 Mitglieder zählte, heute aber auf 203 000 Mitglieder trotz der Zerstückelung des Bandes angewachsen ist, trotzdem Eisenbahner, Straßenbahner und Feldarbeiter sich nicht organisieren können, da sie feine Koalitionsfreiheit haben. Seis vom Parteivorstand bezeichnete das Wert der Regierung als Hochverrat am Volfe, weil es Deutschösterreich an das ausländische Kapital ausliefere, weil die ganze Sanierung unter Schonung des Großkapitals und der Landwirtschaft ausschließlich auf Kosten der städtischen Bevölkerung und vor allem der Arbeiterschaft gehe. Die Folgen dieser Sanierung feien furchtbare Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Dezimierung der Bevölkerung durch Hunger, Not und Krankheit. Während Seipel nur mechanisch, buchmäßig ſaniere, fordert die Sozialdemokratie die gleichzeitige Sanierung der Volkswirtschaft, die Aufrichtung eines Industriestaates. Wirtschaftliche Demo fratie zu erobern fei vor allem Aufgabe der Gewerkschaften und der Betriebsräte. Die politische Organisation wünsche nichts Besseres, als daß die Gewerkschaften Desterreichs bleiben, was sie waren und sind. Dann würden sie ihren Aufgaben am ehesten gerecht. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat in einem Begrüßungsschreiben sein Fernbleiben mit starker Arbeitsanhäufung entschuldigt. Die vorgeschlagene Tagesordnung wird genehmigt, ebenso die bisherige Geschäftsordnung mit der Abänderung, daß zur Vornahme einer namentlichen Abstimmung 50 anstatt 20 Stimmen erforderlich sind. Den Bericht der Gewerkschaftskommiffion sterstattete ueber. Er erinnerte an den ersten Gewerkschaftsfongreß von 1893, der wenig mehr als 30 000 Mitglieder vertrat. Erst nach 30 Jahren sei man dazu gekommen, was damals schon beschlossen wurde. Man habe schon 1893 vorausgesehen, daß es zu einer Industriegruppenorganisation fommen werde. Die berühmte Koalitionsregierung Windischgräß habe damals der Wiener Polizeidirektion, die den Kongreß auf Grund des§ 2 schifanieren wollte, eine mildere Praxis empfohlen, da sich die allgemeinen Gewerkschaftsfongresse im Gegensatz zu der sozialistischen Partei mit der Ausbildung der Organisation zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung, der Verbesserung der Existenz der Arbeiter befaffen wollen, wodurch eine Ableitung von einem agita. torischen Treiben zu anderen Zweden erreicht würde, was als politisch günstig betrachtet werden müßte. Unter großer Heiter teit verweist Hueber auf diese Voraussicht: gerade in Defter reich fönne man den„ Gegensah" zwischen Partei und Gewerkschaften vergeblich suchen. Der Redner berichtete dann von der Hilfsbereitschaft der Ausländer für Desterreich. Ein Pariser Brofeffor fagte in einer Denkschrift, wenn Desterreich geholfen werden fell, muß es Redner gibt dann eine Darstellung von 52 Verbänden, um zu zeigen, wie weit die Löhne an die Goldparität herangerückt sind. Die einzige Kategorie, die wirklich die Goldparität überschritten hat, das ist die berühmte Stepperin. Die Regierung habe es bisher unterlassen, Gesetze, die der Washingtoner Konvention entsprechen, zur Ratifitation vorzulegen und die Konvention beim Arbeitsamt zu hinterlegen. Der Bericht der Kontrolle stellt fest, daß Bücher und Belege stets in Uebereinstimmung mit der Kaffe vorgefunden wurden. Die nun folgende Debatte wurde, nachdem sechs Redner zu Worte atommen, vertagt. Groß- Berliner Parteinachrichten. Für den Kampffonds der BSPD. wurden vom Genossen E. E. 300 000 m, an die Bezirkslasse übermittelt, worüber hierdurch mit J. A.: Alex Bagels. beftem Dant öffentlich quittiert wird. * 4. Kreis Prenzlauer Berg. Seute, Freitag, den 29. Juni, 8 Uhr, Sigung des Das Interessante daran ist, welche Kategorie von Arbeitern es ist, die die Goldparität um 14 Broz. überschritten hat. Man muß eben erst die Frage beantworten, was die Arbeiterinnen im Frieden gehabt haben. Der Fall der Stepperin beweist doch nur, wie schlechtbezahlte Arbeiterinnen es im Frieden gegeben hat. Von den Angestellten erreicht feiner mehr als 60 Proz. des Friedenslohnes. Noch viel ungünstiger sei das Verhältnis bei den Bundesange= stellten. Aus den Zahlen der Wiener Handelskammer und der paritätischen Kommission, besonders aus den Inderziffern sei zu ersehen, daß in wichtigen Lebens- und Bedarfsartikeln die Goldparität längst überschritten ist: das Brot mit 16 Broz., Zucker mit 20 Broz., Frand- Kaffee mit 19 Proz., Rindfleisch 97 Proz., Bohnentaffee 93 Proz., Schweinefleisch 94 Proz., Hülsenfrüchte 86 Proz., Margarine 86 Proz., Pflanzenfett 81 Broz., Reis 66 Proz., Malztaffee 69 Broz. und Kartoffeln um 25 Broz. Bei genauer Berechnung des Haushaltungsbudgets ergibt sich, daß wir uns die Lebensmittel noch lange nicht kaufen können, die wir im Jahre 1917 ein- 11. Kreis. Rinderfreunde: Sonnabend, den 30. Juni, 7½ Uhr, Sizung bei taufen fonnten. 20. Kreis- Werbeausschusses der sozialdemokratischen Beamten bei Winzer, Wins, Ede Chriftburger Straße. Tagesordnung: Bericht aus der Bezirksarbeitsgemeinschaft. Sämtliche Obleute der Abteilungs- Werbeausschüsse müssen erscheinen. Kreis Reinickendorf. Heute, Freitag, den 29. d. M., 7 Uhr, im Sigungsfaal des Rathauses Reinickendorf- Oft, Ronferenz aller Genoffen des Kreises, die als Abteilungmietervertreter im Wohnungsausschuß und dem Mieteinigungsamt tätig sind. Auch die im Wohnungsamt tätigen Genossen und die Stadträte sind eingeladen. Vortrag des Gen. Herrmann über ,, Die Rechtsprechung der Wohnungs- und Mieteinigungsämter". der Genoffin Krone, Tempelhofer Str. 16. Sämtliche Ferienlisten sind bis dahin abzurechnen. 8u Montag, den 2. Juli, find die Genofsinnen, welche gewillt sind, sich als Helferin bei der Ferienhalbtagsfolonie zu be= teiligen, zu einer Gigung um 7% Uhr bei der Genossin Krone, Tempelhofer Str. 16, eingeladen. Heute, Freitag, den 29. Juni: Delegiertenversammlung bei Rohr, Kaiserallee 21-22. um Gonnabend 6½ Uhr und Sonntag von 9 Uhr ab Flugblattverbreitung vom Restaurant Bahn, Breite Str. 25, aus. Erscheinen ist Pflicht. Zur Frage der Arbeitslosigkeit überghend berichtet ueber, daß die Zahl der Arbeitslofen beinahe dieselbe ist, wie zur Zeit des ersten Kongresses. Soweit es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates und die Belastung der beschäftigten Betriebe erlaubten, haben wir herausgeholt, was wir herauszuholen vermochten. Wir haben auch eine eigene Organisation der 73. bt. Schmargendorf. 8 Uhr Teilnahme der Delegierten an her reis Arbeitslosen gefchaffen und können fagen, die Arbeitslosen haben mit uns gut gearbeitet. Bei allen ihren Schritten hat die Kommiffion und die Arbeiterkammer mehr Gewicht gelegt auf die produktive Arbeitslosenfürsorge, als auf die Unterftügung. Die Frage entsteht, ob nicht viele Arbeiter und Angestellte übrig bleiben werden, für die in Wien feine Beschäftigung zu finden ist. Die Befürchtung liegt nahe, doch die Gewertschaftsfommiffion wird genaue Ermittelungen anstellen, bevor sie eine organisierte Auswanderung unterstützt. Die bisher nach Südamerika Ausgewanderten haben es furchtbar bereut. Das Klima ist elend und faum zu ertragen. Es gibt nur eine Richtung für die Ausmanderer: Nordamerita. Allein das Kontingent der Vereinigten Staaten für die Einwanderun ist erschöpft. Ueber die Auswanderung fönnte man leicht sprechen, wenn es in Rußland anders wäre, wenn wir wüßten, werden wie bei uns, würden wir gerne darüber reden, daß Arbeitsdaß dort das Roalitionsrecht und das Streifrecht ebenso gewahrt lose nach Rußland gehen. Mit dem Problem der Auswanderung werde sich die Kommission noch eingehend zu beschäftigen haben. Morgen, Sonnabend, den 30. Juni: 39. Abt. 7½ Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bersammlung 115. Abt. Ligtenberg. Pünktlich 7 Uhr Funktionärsihung in der Bibliothek, der Mieterräte. Thema: Das neue Mieterschuhgeset". Weichselstr. 27. Uebermorgen, Sonntag, den 1. Juli: 31. Abt. Frith 7 Uhr Treffpunkt Arnimplag( Sparkaffe). Ausflug nach Buch ( hinter dem Restaurant Walbschänke, Spielwiese). Abfahrt Bahnhof Gesundbrunnen 8.16 Uhr. Nachzügler treffen sich im Rest. Waldschante, zehn Minuten vom Bahnhof. Die Bezirksführer laden ein. Bei Regenwetter 14 Tage später. 54. Abt. Charlottenburg. Die Parteigeroffen mit ihren Familien treffen sich am Sonntag um 12 Uhr zum Abmarsch zum Waldfest im Birnbaum", Galvanistr. 13. Gäste find mitzubringen. 82. Abt. Steglis. Waldfest im Grunewald. Treffpunkt Düppelplak. Abmarsch mit Mufit 2 Uhr. Nachzügler Kronprinzenallee links ab. Richtungstafel beachten. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation nfft 31. Abt. Genoffe Auguft Pieper, 23 Jahre Mitglied der Partei, ist im Alter von 53 Jahren am 26. Juni gestorben. Die Einäscherung findet am Gonnabend, den 30. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtftraße statt. Jugendveranstaltungen. Zu dem eigentlichen Bericht übergehend empfiehlt Redner einen Antrag, der den Gewerkschaften zur Pflicht macht, der gewerkschaftlichen Erziehung und wirtschaftlichen Schulung der neu gemonnenen Mitglieder erhöhtes Augenmert zuzuwenden. Jm besonderen wird empfohlen, alle verfügbaren Mittel und Kräfte aufzuwenden, um die Betriebsräte mit den notwendigen Kenntnissen auszustatten. Das Studium der Zeitschrift„ Arbeit und Blankenburg: Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße, Diskussionsabend: Wirtschaft" erscheint dem Kongreß u. a. als eines der Mittel zu Brig: Jugendheim diesem Zwecke. Das Regulativ der Gewerkschaftsfommission soll Das Mädel in der proletarischen Jugendbewegung". Charlottenburg: JugendChauffeestraße, Bortrag: Runft und Proletariat". geändert werden. Es hat sich die Notwendigkeit der Bildung einer heim Rosinenstr. 4, Distuffionsabend: Probleme der Arbeiterbewegung". Gemeindeschule Joachim- Friedrich- Straße, Bortvag: Settion der Privatangestellten und der Staats- Salenfee: Jugendheim Landsberger Biertel: Jugendheim Luisenstadt: angestellten innerhalb der Gewerkschaftskommission heraus gestellt. Diese Settionen sollen nun vom Kongreß fanttioniert Gemeindeschule Olivaer Straße, Jugend Jugendheim Gemeindeschule Stafffchreiberstr. 54, Distuffionsabend: werden. Dementsprechend wird eine Erhöhung der Zahl der Mit- und Gewerkschaft". Moabit: Jugendheim Gemeindeschule Waldenferstr. 51, Bortrag: ,, Was man von der Baluta wissen muß". Niederschönhausen: glieder der Gewertschaftsfommission auf 20 vorNordosten II: Jugendheim Gemeindeschule Chriftburger Str. 7, Pantow: geschlagen, so daß sie famt der Kontrolle aus 24 ordentlichen Mit Jugendheim Gemeindeschule Blankenburger Straße, Bortrag: ,, Tierleben im Schöne aliedern bestehen würde. Die Beitragserhöhungen sollen durch die Bortrag: Die Entstehung und die Entwidlung des Lebens". Jugendheim Breite Str. 32, Bortrag: ,, Das Leben im Bergwerk". Bon der Borständekonferenz erfolgen. Im Regulativ und im Streifregelment sollen veraltete Be- berg II: Jugendheim Comenius- Schule, Frankenstraße, Bortvag: Organisationslosigkeit zur Organisation". Weißensee: Jugendheim Schule Wörthstraße, Bortrag: Der Ürzeitmensch". Maßnahmen gegen die wilden Streifs ... die Fessel des Achtstundentages abstreifen", muß es die Fessel des Mieterschutzes beseitigen und es müssen manche foziale Errungenschaften etwas biegfamer und geschmeidiger gemacht merden.( Hört- hört!-Rufe.) Der Herr Professor verlangt auch die Beseitigung des Index. Damit sei ungescheut ausgesprochen, was die Meinung der Regierung Seipel, des Generalfommiffärs des Böllerbundes und die der Staaten ist, die Desterreich die An- ftimmungen beseitigt und schärfere leihe gegeben haben. Es soll auf Kosten der Arbeiter reformiert Die Gewerkschaft" und der„ Betriebsrat" merden. Es fei eine fyftematische Lüge, zu behaupten, daß in getroffen werden. Deutschösterreich die Arbeiter und die Angestellten längst die Gold- I mußten eingehen, da die Blätter finanziell nicht gehalten werden ISOLA ISOLA STAHLOLAS D.R.P. hält 24 Stunden heiß- 3 Tage katt Springt nicht Bricht nicht! Man hat jahrelang freude daran ISOLA GES RUDOLSTADT/ TH. Außerdem wie bisher in altbekannter Güte ISOLA- Leichtglasflaschen Speisenträger Kannen Nachdem die unten bezeichnete Genoffenschaft durch Generalversammlungsbefoluß in Liquidation getreten ist, werben alle Gläubiger aufgefordert, thre Anforübe anzumelden. 108.19* AfA- Haus- Berlin Eingetragene Genossenschaft m. befchränkter Haftpflicht in Liquidation Adamieg Flate Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Rollege, der Elettromonteur Eugen Ebert am 24. Juni gestorben ist. Shre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, ben 30. Juni, nachmittags 3 Uhr, von Der Leichenhalle des Sophien- Kirch hofes, Berlin N, Bergstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 200 000 Mark bar für aufklär. anregend. Erfinder Gratisbroschüred F.Erdmann& Co., Bln., KöniggrätzerStr.71 Urabstimmung in ben Betrieben des Verbandes Berliner MetallIndustrieller über den Schiedsspruch vom 27. Juni 1923 im Reichsarbeitsministerium. Das Abstimmungsergebnis muß bis spätestens Freitag, ben 29. Juni, abends 9 2hr, im Bureau des Deutschen Metallarbeiter Verbandes abgeliefert fein. Der Abftimmungszettel muß wie folgt qussehen: Ber für Annahme des Schiedsspruches stimmt, schreibt Annahme" wer für Ablehnung des Schiedsspruches ist. schreibt Streit" Die Kollegen der Auerlicht Gesellschaft m. 6.5. Komm.Gef. ftimmen im Botal bei Razmared, Beymefte., Ede Rotherftr., ab. In Frage kommen die Abteilungen E, H, K, A und bie Stadtabtellung. Die Abstimmung findet statt von 9-12 Uhr. Die Rollegen vom Kabelwerk Oberfpree wählen im Rabelwert. Im Auftrage des Metallkartells gez. Urich. Bettwäsche! Leibwäsche! Diese Woche großes Ultimo- Angebot zu staunend billigen Preisen. Diese Woche kein Verkauf an unsere Händlerkundschaft. Nur an unsere Detailkundschaft geben wir ab: Deckbetten Kissen Laken Inietts. 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Wir bitten tauft unsere Abnehmer, im eigenen Interesse Schmucksachen, Glühftrumpfafche, Qued den mit der Standaufnahme Beauftragten fiber, fämtliche Metalle. den Zutritt zum Gasmesser zu ermöglichen, Säde, Plane, Emballage, 8wirne da fonft der Juni Juli- Verbrauch, der zu fauft höchstzahlend Abisch, Linienſtr. 44 einem wesentlich billigeren Preise berechnet( Schönhausertor). Norden 2824. wird, nicht nachgewiesen werden kann. Geigen, Celli, auch zerbrochene, für Diejenigen Gastunden, deren Rechnung Export, höchftzahlend. Pfalzburg 9851. wir über Boftschecktonto einziehen, werden Berliner erfucht, für rechtzeitige Dedung, Gorge Bapierhandlung. tragen zu wollen Den von der im Juli stattfindenden Gasmesserstandaufnahme ab gültigen Gaspreis werden wir demnächst bekanntgeben. Berlin, den 26 Juni 1923. Gasbetriebsgesellschaft, Aktiengesellschaft. Allgemeine Ortstrantentaffe für den Stadtbezirt Cöpenid. Die Direktion: E. Körtina. Straße 160, Wilmersdorf, Felleinkauf! 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Nachtrag zur Kaffenfagung ftrage 269. Tel.: Oberschöneweide 3222, 8 U: Central- Theater rasse in Sanssouci. Die Beiträge vom 1. Juli 1923 ab für alle 150 R, Trockenparfüm 100 M., Schuhcreme I a 100 und tritt am 1. Juli d. 3. in Kraft Rad 3. Akt: Gehöft der Bersicherten für jeden Kalendertag zu Eine notwendige Hautcreme 75, 100, 150 M., Zahnpasta 30, 50, 150 90.,§ 34a ift die Familienhilfe in bezug auf mintenerstraße 4. Die dumme Liebe Mühlauer Bauern. zahlen find. Schrift für Be- Lanolin gr. Tube 75 M, Vaseline gr. Schachtel 75 M., Gewährung von Arznei, Bufchuß für große Operette Musik Infolge der Verordnung über den hörden und Aus- Damenbinden D. 900 und 1200 W., waschbare Stück 600 M., und fleine Seilmittel ufw. erweitert worden. von Vikt. Hollaender Neues Volkstheater Grundlohn in der Krankenversicherung vom schüsse, Lehrer Gürfel dazu von 50 M. an, Haarnadeln Ia Paket 100 M., Drucegemplare des 12. Nachtrages find Juni 1923 tritt eine Aenderung und Erzieher, wie Hienglong- Essenz Flasche 500, ertraftart 700, Doppelflasche ab 1. Juli im Raffenlokal erhältlich.[ 13/16 Lohnstufen und Beiträgen mit Wirkung überhaupt für alle, 1200 9., fowie viele Haushalt-, Toilette- u. Gummiartitel sehr billig. vom 2. Juli 1923 wie folgt ein: Der Borstand Flüchtlinge suchen dringend Eristenz die sich in der A. Maas& Co., Martgrafenstraße 84 an der Lindenstraße. o. Nickel, Friedr. Murcken, ftraße 116, Potsdamerstraße 68. gefchäfte, Grundstücke. Degen, Chauffec. Beitrag Wohlfahrtspflege Raffenmitglieder mit Berkauf 9-6 Uhr. Gegr. 1890. Sohn einem Entgelt auf Borsigender. Schriftführer. f. jeden betätigen. rufen: Norden 62, Rurfürft 3686. stufe den Kalendertag von Ralen Preis- Grundzahl über M. bis M. dert.M Lehrl. ohne Entgelt 105 135 U.: Ca Vater und Sohn Deut. Künstler- Th. Sommerspielzeit Renaissance- Theat. Allabendlich 712 Uhr Die Tugendprinzessin Theater des Ostens ( Rose- Theater) 8 Uhr: Kampf der Geschlechter Schiller- Th. Charl. BU: Süße Susi Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die rot. Katze 7% U.: Trompeter Th. a. Nollendorfpl. von Säkkingen Tägl. 7% Uhr: Grundlohn M. A 1 2 2000 2000 1500 6000 4000 3 6000 12000 9000 12000 360 810 18000 15000 1350 18000 24000 21000 1890 24000 30000 27000 2430 30000 36000 33000 2970 8 36000 4567 10 9 42000 Berliner Prater Die schöne Rivalin 18 Kastanien- Allee 7-9. 7, Wallner- Th.7%, Täglich: Die schöne Liselott Operette in 3 Akten 48000 42000 39000 3510 48000 45000 4050 54000 4860 Als Krankengeld wird die Hälfte des Grundlohns gewährt. Entsprechend der Des Königs Nachbarin Grundlohnerhöhung steigen auch die übri gen Barleistungen der Kaffe Anspruch Casino- Theater befteht auf die höheren Leistungen vom 31. Juli 1923 ab. Dazu: Das große 80. 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