Abendausgabe Nr. 302 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 151 Preis 300 Mark = Vorwärts= Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rcbaffion: Sw. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Döuhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 30. Juni 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr. Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Neue französische Bluturteile. Sieben Dentsche zum Tode verurteilt. Die„ Expreß- Korrespondenz" gibt über den ungeheuerlichen Prozeß nach dem„ Petit Parifien" diese Darstellung: Der Berliner Etatkrach. Aus der Berliner Stadtverordnetenfraktion wird uns geschrieben: Die gestrige Ablehnung des Etats bringt die Stadtverwaltung von Berlin in eine der schwierigsten Situationen, in der sie je gewesen ist. In langen und gründ lichen Beratungen ist der Etat im Ausschuß vorberaten worden. Er sollte in der gestrigen, leider letzten Sigung vor den Ferien im Plenum verabschiedet werden. Es ist bedauerlich, daß der Versuch der sozialdemokratischen Fraktion, die Abſtimmung in der Donnerstagsigung vorzunehmen, durch die Obstruktion der Deutsch nationalen mit teilweiser Billigung der Volksparteiler vereitelt wurde. Alle Schwierigkeiten, die sich aus der Bestimmung der Geschäftsordnung ergeben, daß während der Ferien fünfzehn Mitglieder der Beratung eines Gegenstandes widersprechen können, würden dann fich nicht aufgetürmt haben. Paris, 30. Juni.( WIB.) Nach einer Havasmeldung aus wiederholen wir, was der„ Vorwärts" nach der Erschießung Mainz ist gestern vor dem französischen Kriegsgericht Schlageters schrieb: gegen eine Reihe Deutscher wegen angeblicher Sabotageatte Diejenigen, die über ihn zu Gericht faßen und die anderen, die verhandelt worden. Sigben angetlagte wurden zum ihren Spruch vollstreckten, hatten dazu tein anderes Recht Tode, ein achter Angeklagter zu lebenslänglichem 3ucht- als das der Gewalt. mit wirklicher Justiz, deren 3wed es ist, haus und ein neunter zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Wie die Allgemeinheit vor asozialen Taten zu schützen, hat ihr Vorgehen Havas mitteilt, heißen die Verurteilten: Saffe, Maurer, Grube, nicht das geringste zu tun. Es dient lediglich dem 3wed, Hahme, Schneider, Freier, Frey, Laufh und Högler. durch Einschüchterung und blutige Rache die Sicher heit der widerrechtlich in deutsches Gebiet eingedrungenen Truppen zu gewährleisten. Die fremden Richter im Kriegskleid haben In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni wurden in Boden weniger Recht, über einen Deutschen auf deutschem heim die Bruchstüde einer Schiene in die Mitte einer Weiche ge- Boden zu Gericht zu figen, als er über sie.... trieben, um dadurch den Schnellzug Wiesbaden- Frankfurt, der um Das trifft in vollem Umfange auch zu für das Kriegs- Die Sozialdemokratie hatte während der ganzen Beratun 4.10 Uhr die betreffende Stelle paffieren mußte, zur Entgleisung zu gerichtsurteil von Mainz, über das bisher nur frangen des Etats den größten Nachdruck darauf gelegt, den Etat bringen. Angeflagt sind die Deutschen Saffe, Maurer, Bruber, zösische Berichte vorliegen. Wir deutschen Sozialdemo- vor den Schwankungen der Geldentwertung Hahme, Schneider, Meyer, Lauth, Fren, Rögler, die sämtlich fraten haben feine Sinnesgemeinschaft mit denen, die zu schützen. Sie wollte vermeiden, daß der Etat heute festbeschuldigt werden, Mitglieder einer Rechts Dynamitattentate und Sprengversuche machen. Wir be- gestellt, morgen bereits durch den Sturz der Mark überholt ist. organisation zu sein, deren Zwed es fein foll, Sabotageatte in fämpfen sie in jeder Form und erwarten, daß die deutsche Der Etat war vom Magistrat vorgelegt mit einem Fehlbedem besetzten Gebiet vorzunehmen. Die fünf ersten angeklagten Regierung alles tut, um diesen Störern des passiven Wider trag von 32 Milliarden Mart. Diese 32 Milliarden Bersonen sind beschuldigt, an der Sabotage von Bodenheim teil standes entgegenzuwirken. Aber die französischen Mark mußten den Etatsausschuß in irgendeiner Weise herbeigenommen zu haben. Fren soll Schneider angeworben und Rögler Kriegsgerichtsurteile haben nicht die Spur eines geschafft werden. soll diese beiden Personen beherbergt haben, trotzdem er von ihren Rechts für sich. Sie sind Ausfluß nacktester Gewalt. Der franzöDie bürgerlichen Parteien suchten von dieser Summe einen Abfichten gewußt habe. Caffe und Meyer hätten eine telephonische fische Militarismus handelt wie seine Brüder in allen Ländern: möglichst großen Teil durch lieberschüsse aus den Werken zu Hilfstabine außer Funktion gesetzt, während Lauth und Fren Er fennt nur eine Richtlinie für seine Wirkung: Das ist Er erzielen. Ein dahingehender deutschnationaler Antrag war zu Explosivstoffe befördert hätten. Die Angeklagten sollen zu ihrer zwingung eines Kadavergehorsams, ganz Beginn der Ausschußberatung bereits angenommen worden. Berteidigung ihre mißliche Lage angeführt haben, fowie die Un gleich, ob ein Rechtstitel seinen Befehlen moralischen Halt gibt Den unausgesetzten Bemühungen der sozialdemokratischen gewißheit, in der fie fich über die Ziele der Organisation befanden. oder nicht. Aber das militaristische Syftem erzeugt überall Bertreter ist es dann aber gelungen, die Lasten des Defizits im Sie schieben den größten Teil der Schuld auf einen flüchtigen als Gegenwirkung Haß und Berachtung. Die neuen Todes wesentlichen auf die wirtschaftlich starken Schultern zu legen. Kameraden. Die verteidigenden Rechtsanwälte, sämtlich Deutsche, urteile werden diese Stimmung in Deutschland gegen den Die Erhöhung der Tarife für Gas, Wasser und Elektrizität für plädierten in französischer Sprache und hoben dem„ Petit Parifien" französischen Militarismus noch vermehren. Sie werden die Verwaltungszwecke ist vermieden worden und damit eine Bezufolge den unseligen Einfluß derjenigen Kreise hervor, die der gleiche Stimmung vertiefen gegen die politischen Ma ch tlastung der unbemittelten breiten Massen. Dagegen wurde die artige Sabotagealte organisieren würden. Sie beantragten haber in Frankreich, die mit einzelnen Menschenleben Gewerbesteuer wesentlich erhöht und eine Steuer von der gemildernde Umstände für die Angeklagten. Der Regierungskommissar wie mit dem Schicksal ganzer Völker ein frivoles Spiel treiben. zahlten Lohnfumme neu eingeführt. hatte acht Todesurteile beantragt. Nach einstündiger So wichtig auch die sachlichen Erfolge waren, so entDas neue Bluturteil, von dem wir immer noch trotz allem scheidend war für die sozialdemokratische Fraftion, daß der Beratung Sprachen die Richter folgendes Urteil aus: Eaffe, Maurer, Gruber, Hahme, Schneider, Fren, Mener wurden zum Tode ver. hoffen wollen, daß es teine Bollstreckung findet, fann den Erfolg einer einigermaßen erträglichen Ausbalancierung des urteilt, gegen Lauth wurde auf lebenslängliche Zwangsarbeit passinen Widerstand gegen die französische Gewalt Berliner Etats für die ganze Dauer des Etatsjahres gesichert erfannt, Rögler wurde zu einer Gefängnisstrafe von 5 Jahren und politit so wenig bannen, als es die früheren Urteile gleicher wurde. Daher verlangte sie, daß die Besizsteuern automatisch Art getan haben. Dazu tommt noch, daß das ganze angebliche der Geldentwertung angepaßt wurden. Nur dadurch wäre es zur Tragung der Rosten verurteilt. Attentat sehr start nach Lodspigelarbeit ausschaut. möglich gewesen, aus dem ewigen Finanzelend in Berlin Paris, 30. Juni.( BWIB.) Unter den Einzelheiten, die bie Gibt doch der französische Pressebericht selbst zu, daß vier der herauszukommen. Ohne eine Geldentwertungsklausel wäre Agence Havas" über den Kriegsgerichtsprozeß, in bem fieben Deutsche zum Tode verurteilt wurden, veröffentlicht, befindet Beteiligten die übrigen" Saboteure" der französischen Behörde der Etat trok aller Veränderungen, die unsere Fraktion durchdenunziert haben. Und diese Denunzianten sind sicher mit gesetzt hatte, nur ein hohles Gebäude gewesen. Schon jetzt fich die Angabe, daß sie Mitglieder eines Freitorps französischen Franken gekaufte Spizel, wie jene Heinz- Hauen- hätte der Magistrat neue Dedungsvorschläge einreichen müssen, gewesen seien. Die Angeklagten hätten zuerst geleugnet und hätten stein- Komplicen, die Schlageter für 700 000 Papiermart ver- deren Berabschiedung aber mit Rücksicht auf die Ferien wahrweiterhin erklärt, die Befehle zur Sabotage feien ihnen aus Augsburg von einem Dr. Frande zugegangen, der der rieten. In den geheimen Bünden, die überall in Deutschland, scheinlich nicht möglich gewesen wäre. Der von unserer Fraktion im Etatsausschuß zum Antrag fozialdemokratischen Partei angehöre.( Db bie Angeflagten auch im Ruhrgebiet, ihr Wesen treiben, stecken unendlich viele das wirklich gesagt haben, erscheint mehr als zweifelhaft. Bielleicht Spigel. Und deren Beruf ist es, Gewalttaten nicht nur zu erhobene Geldentwertungsinder entstammte zudem einer vom haben sie von der„ nationalsozialistischen Partei" ge- melden, sondern auch hervorzurufen, wenn sie ihr Geld haben magistrat im Etats ausschuß eingebrachten Vorlage. Dem Grundsaz der automatischen Anpassung der Steuern an Wenn die französischen Gewalthaber mit dem Spitzel- die Geldentwertung mag te feine der bürgerlichen geschmeiß arbeiten wollen, so mögen sie es tun. Aber von der Parteien zu widersprechen, dem praktischen Bordeutschen Regierung verlangen wir, daß sie noch unzwei- fchlage aber stellten sie hundert juristische, formale und rechtdeutiger und flarer von dem Treiben der Dynamitards ab- liche Bedenken entgegen. Es war deutlich zu erkennen, daß rückt, wie der Reichsfanzler es in seiner Barmer Rede viel die mehr fommunal interessierten Bertreter einzelner bürgerzu spät, aber doch endlich versucht hat. licher Fraktionen, insbesondere auch zwei Bertreter der deutschnationalen Frattion, nur unter dem Druck der Interessententreise und aus Agnst vor der Konturrenz der anderen bürgerlichen Fraktionen sich diesen Bedenken, deren Haltlosigkeit. ihnen vollkommen flar mar, untermarjen. Die Annahme der Geldentwertungsklausel mit den Stimmen der Linken, des Zentrums und eines Teils der Demokraten war für die Rechtsparteien das Signal zur Ablehnung aller entscheidenden Steuervorlagen enthielt jest fast feine Einnahmen mehr und war somit auch für die Sozialdemokratie gegenstandslos ge= worden. Auch sie lehnte deshalb den Etat ab. " sprochen und der französische Berichterstatter hat das verwechselt. Daß ein Sozialdemokrat solche Befehle" erteilte, ft zu abfurd, als daß es irgendwie geglaubt werden könnte.) " Angesichts des neuen furchtbaren Urteils, das die frant zösischen Offiziere als„ Kriegsrichter" gesprochen haben, Metallarbeiterstreik in Berlin. Heute Besprechungen beim Reichsarbeitsminister. wollen. England und die deutsche Note. Paris, 30. Juni.( Eca.) Das Reufer- Bureau veröffentlichte geffern abend eine offiziöse Nofiz, in der zunächst die Zufriedenheit Der größte Teil der Auflage unserer heutigen Morgen- der englischen maßgebenden Kreise über die Lösung der belgischen ausgabe enthält bereits die uns spät nachts zugegangene Mel- Miniftertrife geäußert und Frankreich ein Wint gegeben wird, man dung, daß die Abstimmung der Arbeiter in den Betrieben, die erwartet nunmehr unverzüglich in wenigen Tagen" die franzöfifche dem Verband Berliner Metallindustrieller angehören, eine Antwort auf den englischen Fragebogen, eine Antwort, die die und damit auch zur Nichtannahme des Etats. Der Etát gewaltige Mehrheit für den Streit ergeben hat. Die genauen Aussicht auf einen endgültigen Fortschritt für die Berhandlungen Bahlen liegen auch heute vormittag noch nicht vollständig vor, der 2iierten eröffnet. Das Reuter- Bureau gibt alsdann der Hoffjedoch steht bereits so viel fest, daß bisher rund 100 000 nung Ausdruck, daß diefe franzöfifche Antwort nur einen ersten Stimmen für den Streit und nur etwa 11 000 schrift bedeuten würde, denn man fei in London immer noch gegen ihn abgegeben sind. Da die Gesamtzahl der in der der Ansicht, daß die deutsche Note eine Antwort verdiene, und Berliner Metallindustrie beschäftigten Arbeiter eine Viertel- man hoffe immer noch, daß, wie bereits zum Ausdrud gebracht million beträgt, könnten diese Zahlen niedrig erscheinen; dies worden sei, die Allierten Mittel und Wege finden werden, um eine wäre jedoch ein Trugschluß, da eben nur die Betriebe abzu- gemeinsame Antwort an Deutschland zu erteilen. ftimmen hatten, deren Besitzer dem Verband Berliner Metallindustrieller angehören. Webernahme von Dollarschahzanweisungen. Beschluß zu erheben. Außerdem solle die Geldentwertungs Ein Appell an die Industrie. Das Reichsarbeitsministerium ist sich natürlich darüber flar, was das Ausbrechen eines solchen RiesenSeitens der Reichsregierung ist gewünscht worden, die bei der streits bedeutet, deffen weitere Entwicklung zunächst gar nicht Emission nicht gezeichneten Beträge der Dollarschazanweisungen nunabzusehen ist; das Ministerium hat den Bevollmächtigten des mehr durch die Wirtschaftskreise noch aufbringen zu lassen. Darauf Metallarbeiterverbandes, Genoffen Ulrich, auf heute mittag hin hat, wie die Telegraphen- Union meldet, das Präsidium des 12 Uhr zu einer Besprechung eingeladen. Genosse Reichsverbandes der Industrie beschlossen, bei den Mitgliedern des Urich hat dieser Einladung Folge geleistet. Reichsverbandes darauf hinzuwirken, daß von der Industrie alle nur irgend entbehrlichen Devisen zum Umtausch gegen Dollarschah anweisungen zur Verfügung gestellt werden. Von diesem Beschlusse hat der Borsitzende des Reichsverbandes, Dr. Sorge, den Reichskanzler am heutigen Tage Mitteilung gemacht. Dollar 154000. Am heutigen Sonnabendvormittag ist der Streit noch nicht ausgebrochen; die Belegschaften sind überall zur Arbeit erschienen. Die Lage wird uns von maßgebender Stelle als schwebend bezeichnet. Geht der Verband Berliner Metallindustrieller von seinem Standpunkt nicht ab, der auch von dem einen oder anderen Unparteiischen geteilt zu werden scheint, so ist der Kampf unaufhaltsam. Ob die Unter- Am Wochenschluß war das Geschäft in ausländischen 3ahnehmer zu einem Entgegenkommen bereit sind, ist zur Stunde unbekannt. Ob das Reichsarbeitsministerium für heute mittag auch Bertreter des Verbandes Berliner Metallin du striellen eingeladen hat, konnten wir dort trotz aller Bemühungen nicht erfahren. Trotzdem hat sie alles versucht, um im Interesse der Gemeinde zu einem 2 us meg aus der schwierigen Situation zu gelangen. Im Aeltestenrat wurde von deutschnationaler Seite der Vorschlag gemacht, die von dem Magistrat eingebrachte Dringlichfeitsvorlage, den Haushalt in der Dom Etatsausschuß festgesetzten Fassung anzunehmen, zum flaufel mit dem Zusatz akzeptiert werden, daß diese Bestim mung estr in Kraft trete, wenn die gesetzlichen Unterlagen dafür geschaffen seien. In eingehender Berhandlung stimmte die Fraktion diesem Vermittlungsantrag mit großer Mehrheit zu. Sie handelte im vollen Bewußtsein der Berantwor tung, die sie als größte Fraktion für die Weiterführung der Geschäfte der Stadt trägt, und für die zunächst gar nicht abzusehenden Folgen, die eine längere etatslose Zeit für Berlin notwendigerweise im Gefolge haben muß. Als unsere Vertreter mit diesem Beschluß der Fraktion noch kurz vor Mitternacht in den Weltestenrat famen, um ihn bekanntzugeben und zu hören, was die anderen Fraktionen beschlossen hätten, mußten sie zu ihrem äußersten Befremden vernehmen, daß die bürgerlichen Parteien, insbesondere die Deutsche Voltspartei, nicht bereit waren, diesen Vermittlungsvorschlag anzunehmen. Sie bestanden vielmehr auf der Annahme des bereits abgelehnten demokratischen Antrages, der in ganz platonischen Redewendungen eine Berbeugung vor dem Gedanken der Anpassung der Steuern an lungsmitteln ziemlich ruhig. Die Tendenz blieb fest. Der Dollar wurde amtlich mit 154 000 notiert. Man rechnet für fommenden Montag angesichts der starken Nachfrage des BuElifums nach wertbeständigen Anleihen und Industrieaftien mit einer weiteren Steigerung der Kurse am Effektenmarkt. die Geldentwertung macht. Trotzdsn der Kämmerer in eindringlichster Weise die Sachlichkeit und Richtigkeit der Stellung der sozialdemokrati- schen Vertreter anerkannte und das große Verantwortungs- gefühl hervorhob, das unsere Fraktion durch ihren Beschluß be- wiesen habe, siegte bei der Deutschen Volkspartei das Bestreben nach Schutz der Interessen des Besitzes über das Verantwortungsgefühl der Gemeinde Berlin gegenüber. Unsere Vertreter verzichteten unter diesen Umständen aus wei- tere Verhandlungen und verließen den Berhandlungsraum. Vortrag Zrepmuths in München. München. 29. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Es ist in Bayern nicht ungefährlich, besonders für den einzelnen, Gerechtigkeit für Fechenbach zu verlangen und dafür Propaganda zu machen. Aus dieser Erkenntnis und im Hinblick auf die Vorgänge gerade der letzten Wochen ließ der Republikanische Reichsbund Bayern den durch seine Broschüre bekannt gewordenen Kammer- gerichtsrat Freymuth auch nicht in einer öffentlichen Derfamm- lung sprechen, sondern vor geladenen Gästen im eigenen Heim. Freymuth begründete zunächst überzeugend, daß die bayerischen Volksgerichte zu Unrecht bestehen: durch die bayerischen Volksge- richte ist zum ersten Male in der reichsdeutschen Rechtspflege ein vollendeter Separatismus entstanden. Heut« gibt es taffäch- lich ein deutsches und ein bayerisches Strafprozehverfahren. — Dieser Separatismus besteht ohne jede verfassungsmäßige Grund- löge nun bald vier Jahre. Dann zerpflückte Freymuth Anklage und Urteil gegen Fechenbach, wie schon in seiner Broschüre und wies nach, daß das Urteil der juristischen Betrachtung in keiner Weise standhalten kann. Seinen eigenen Nachforschungen ist es bekannt- lich gelungen, die Schwächen und Unmöglichkeiten der Anklage und des Urteils nachzuweisen, während der Münchener Unioersttäts- Professor Dr. Kitzingen den unwiderleglichen Beweis erbracht hat, daß das Fechenbach vorgeworfen« Verbrechen bei der Erhebung der Anklage verjährt war. Dazu muß das bayerische Justiz- Ministerium, ob es will oder nicht, Stellung nehmen, denn es handelt sich nicht um die Person Fechenbachs, sondern um die Sache der Ge- rechtigkeit, die alle angeht: den Landtag, die Regierung, den Reichs- tag und alle, die in Deutschland leben. Einen erschütternden Appell richtete hierauf der Verteidiger Fechenbachs, Rechtsanwalt Hirschberg, an die Deffentlichkeit. Ihm selbst seien auch heute Nock) zu einem wirksamen Eingreifen die Hände gebunden, da er über die Ergebnisse des Prozesses sowie über den größten Teil des Urteils und seiner Begründung an das ihm vom Volksgericht auferlegte Schweigegebot gebunden sei. Das ganze Verfahren und das Urteil selbst seien übrigens durch die Art des Vorgehens m einen undurchdringlichen Nebel gehüllt, den zu durch- dringen der Verteidigung in keiner Weile gelungen sei. Auf Vor- schlag des Sekretärs der Liga für Menschenrecht« richtete die Per- fammlung ein Telegramm an den Vorstand des Reichstags nnt dem dringenden Ersuchen, der Reichstag möge noch vor den Sommerferien die sozialdemokratische Fechenbach-Jnterpella- tion erledigen. Die Ruhrkreüite— ein Panama? Usber die Art und die Höhe der Kreditgewährung an die Ruhrindustrie ist bislang selbst dem Reichstag Li« Kenntnis verwei- gsrt worden. Man wußte zwar, daß die Kredit« sehr hoch sind, daß sie auf Papiermarkbasis gewährt wurden, und daß sie deshalb nicht nur ein« starke Schädigung des Reichs, sondern auch«in« der wichtigsten Quellen für die Erschütterung der Markstützungs- aktion waren. In der Zeitschrift„DieWeltbühne" werden nun einig« Angaben veröffentlicht, für die wir der genannten Zeitschrift die Verantwortung bezüglich der Richtigkeit überlassen müssen. Immerhin halten wir es angesichts der ungeheuren Bedeutung dieser Kredite für notwendig, von diesen Angaben Kenntnis zu geben. Es soll die R e i ch s b a n k ohne Hinterlegung von Reichsschatz- wechseln, aber gestützt auf die Garantie des Reichs, einen großen Tell der Ruhrkredite von sich aus gegeben haben. Das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat in Hamburg erhielt davon auf nicht wertbeständig« Dreimonatswechsel etwa 900 Milliarden Mark(also Wechsel, die'in entwertetem Geld« zurückerstattet werden! Red. d.„lB."). Das Syndikat hat außerdem von der Reichskreditgesellschaft 400 Milliarden Mark erhalten, die erst wert- beständig gemacht werden s o l l en, und zwar auf der Grundlag« des Preises für die Fettförderkohle. Außer diesen rund 1300 Milliarden erhielten die kleineren Syndikate des Kohlenbergbaues besondere Kredite von IS bis 20 Milliarden. An Privatbanken soll ein Nationalpiraten. Wir sind die Nationalpiraten, Jeder Zoll ein Lump, Ein Lump. Sprengen den Sozialdemokraten Ihr klein's Häusel in Klump, In Klump. Fort die Lassen mit den Geisteswaffen, Nur das Pulver kann es schaffen! Grausam, roh und blond— Das ist Einheitsfront. Wir sind die Nationalpiraten, Jeder Zoll ein Bändig Ein Bandit. Und wir schreiben unsre Taten Mit Pistol und Dynamit, Dynamit. Laßt es schallen, laßt es knallen, Die Minister müssen fallen Zehne auf einmall Das ist national. Wir sind die Nationalpiraten, Jeder Zoll ein Spion, Ein Spion. Uns'r« Freunde wir verraten Für den Judaslohn, Judaslohn. Nur kein Schwanken! Seht die blanken Uns von Richert übersandten Franken. Aus der Dalles I Deuffchland über alles! Mich, von Lindenhecke». Friß Mauthner, in den 1890er Jahren einer der einflußreichsten Thealerlritiker Berlins, Verfasser zahlreicher Romane, sprachwissen. schaftlicher und philosophischer Werke, ist zu Meersburg am Boden- see im Alter von 74 Jahren gestorben. Von Geburt Böhme, kam er als junger Literat nach Berlin und machte iich durch die im Mosseschen„Deutschen Montagsblatt" veröffentlichte glänzende Parodienserie„Nach berühmten Mustern" bald einen Namen. Die literarischen Modegrößen jener Zeit, Dahn, Auerbach, Spiolhagen, Scheffel, Freytag u. a., wurden hier in einer Weis« oer- ulkt, die nicht nur in höchstem Maße amüsant war, sondern auch u)vähli'>en Lesern zum erstenmal die Augen öffnet« für die Platt- heit, Hohlheit und Verlogenheit ihrer angeschwärmten Liebling«. Mauthners Parodien, die als Büchlem rasch in zahlreichen Auflagen Kredit von 400 Milliarden Mark gegeben worden fein. Die Gesamtsumme dieser nicht wertbeständigen Kredite belaufe sich auf über 2 Billionen Mark. Dazu aber kommen noch die Kredite an die Stahls in an- zierungsgesellschaft. Hier sind die allerkräftigsten Kreis« der deutschen Wirtschaft mit einem Mal« die„allerbedürftigsten". Zu dieser Stahlfinanzierungsgesellschaft gehören folgende Konzerne: Stinnes, Krupp, Otto Wolff, Haniel, Klöckner, Mannesmann, Stumm, Rombach und Hoefch. Der Kredit beläuft sich auf nicht weniger als 6( 0 Milliarden Mark. Er ist zwar wertbeständig, beruht aber nach fortdauernder Verschlechte- rung nur noch auf der Basis des Eisenpreises. Außer diesem großen Kredit für die Schwerindustrie sind nrch recht beträchtliche Summen durch die„Hit a",„Hilfskasse für gewerbliche Kredite", ausgeliehen. Von den mehr als 100 Milliar- den, die die„Hika" ausgegeben hat, ist auch nur ein kleiner Teil, etwa S— 7 Milliarden* wertbeständig rückzahlbar. Neben diesen Zhediten, von denen das Reich nur einen kleine r.Teilwieder- sehen wird, laufen die Entschädigungen auf Grund des Oktupa- tionsleistungsgesetzes, die ohne jede Prüfung lediglich auf Grund der Anmeldungen bis zu 80?roz. ausgezahlt werden. Schließlich verhandeln die Kohlen- und Tiienindustriellen mit der Regierung über den Ersatz der„unproduktivenAusgaben". Sind diese Angaben zutreffend, so hat man die Erklärung für die große Flüssigkeit des Geldmarktes und den ungeheuren Ansturm der rheinisch-westfälifchen Schwerindustrie ans den Devisen- markt. Vom Reich würden dann die Mittel stammen, die gegen die Aktionen des Reichs Verwendung finden. Es erscheint uns unmög- lich, daß diese Dinge im Reichstag unerörtert bleiben sollten. Ministerneuwahl in Mecklenburg. Schwerin, 30. Juni.(MTB.) In der gestrigen Landtagssitzung wurde der Apotheker H e n n« ck e aus Waren mit 31 Stimmen der Linken zum Finanzminister gewählt. Es wurden 26 weiße Zettel abgegeben. Wie wir bereits meldeten, hat der Finanzminister von Mecklenburg-Schwerin, Genosse Julius Asch, am Freitag sein Amt niedergelegt. Hierzu wird uns von Schwerin geschrieben: Auch die Deutschnationalen und Volksparteiler. die in Mecklenburg-Schwerin zusammen arbeiten, mußten die Sach- kenntnis und Energie des Genossen Asch anerkennen. Sie unter- stützten ihn, bis er in einer Finanzreform auch die mecklen- burgifchen Agrarier ihrem Einkommen enffprechend zu den Steuerlasten heranziehen wollte. Seither arbeitete die?. chts- presse mit allen Mitteln, um ihn unmöglich zu machen. Selbst vor den widerwärtigsten Verdächtigungen schreckte>aan nicht zurück. Vor Uebernahm« des Finanzministeriums sollte er sich als Leiter des staatlichen Filmbetriebs Unregelmäßigkeiten haben zu Schulden kommen lassen. Weit über den genehmigten Etat sollte er bauliche Veränderungen in seiner Dienstwohnung vorgenom- men haben. Als Haupfführer der Hetze trat der deutschvölkische Landtagsabgeordnet G i e s e auf, der sich jetzt so tapfer vor einer Aussprache in der Parchimer Femesache drückt. Auf seinen Antrag beschäftigte sich der Untersuchungsausschuß des Land- tags mit den Verleumdungen. Das Resultat der Untersuchungen war eine völlige Reha- bilitierung für Asch. In der Landtagssitzung vom 27. Juni rückten sämtliche Parteien von dem deutschoölkischen Giese ab. Selbst der Führer der Deuffchnationalen sah sich genötigt, sein Bedauern über die unverantwortliche Handlungsweise seines völkischen Partners auszusprechen. Aber man kennt ja die Kampfesart der Rechtspar- teien, wenn es gilt, unbequeme Persönlichkeiten beiseite zu schieben. Und so nahm es denn nicht wunder, als der Vertreter der Volks- partei, Landgerichtsrat Krüger, am 29. Juni einen neuen Vor- stoß gegen dm sozialdemokratischen Finanzminister unternahm. Diesmal muhte die vom Land Mecklenburg-Schwerin ausgesetzte Roggenanleihe herhalten. Finanzminister Asch und ander« höhere Staatsbeamte, so hieß es, hätten sich auf Kredit in erheblichem Maße an der Zeichnung beteiligt. Sie hättm ihren Anteil an der Zeichnung, die 28 mal überzeichnet war, voll einzahlen können, währmd die kleinm Zeichner ganz abgewiesen wurden und andere nur einen Teil der gewünschten Anteile erhielten. Wie liegen demgegenüber die Tatsachm? Asch hatte über 100 Zentner Roggenonleihe gezeichnet bei einem Kurs von 64 000 M. verbreitet wurden, haben zur Reinigung der literarischen Atmosphäre wesentlich beigetragen und den Reformern, die in der zweiten Hälft« der achtziger Jahr« ihr Werk begannen, wirksam vorgearbeitet. Diesen Reformern— Kritikern und Dickstern—, die sich in der naturalistischm sogenannten„jüngstdeutschen" Richtung vereinigten, hat sich Mauthner freilich niemals mit Haut und Haaren verschworen, aber er förderte die lebensfähigen und zukunftverheißenden Keime, die er hier zu finden.meinte, er war einer der Begründer der Ber- liner„Freien Bühne", die unter Otto Brahms Leitung und Paul Schlenthers, Gerhart Hauptmanns, Otto Erich Hartlebens u.a. Mitarbeit einen neuen Stil in der deutschen Bühnenkunst anbahnt«. Seine Stellung als einflußreicher Theaterkrittker hat Mauthner nie- mal? zur Förderung irgendwelcher Cliquen benutzt. Er bemühte sich, objektiv zu sein, und war stets ein ehrlicher Mann.n Auch darf man ihm das Zeugnis ausstellen, daß er nie der Versuchung unterlegen ist, feinen schlagkräftigen und unter Umständen tötlich wirtenden Witz zum Zwecke der Selbstbespiezelung blitzen zu lassen, sondern daß er immer das, was ernst zu nehmen war, auch ernsthaft behandelte. Er unterschied sich durch diese Eigenschaft namentlich von seinem Kollegen Oscar Blumenthal, der unter Umständen kein Be- denken trug, einer Pointe zuliebe das Schicksal einer Bühnendichtung zu gefährden. Mauthners Romanschriftstellerei stand nicht auf der Höhe seiner kritischen Leistung, aber sein« philosophischen, namentlich seine sprachkritischen Werke bieten mannigfache Anregung und hoben m vielfacher Hinsicht heilsame Klärung geschaffen. vle nächste Sonnenfinsternis und die Relcckioitätstheorie. Pro- fessor Ludendorff, der Direktor des Astropbysikalischen Observatoriums in Potsdam hat von der mexikamschen Regierung die Einladung erhalten, an den dorttgen Beobachtungen der am 10. September stattfindenden Sonnenfinsternis teilzunehmen. Ludendorff wird, nachdem die von seinem Observatorium mit unter- nommenen Beobachtungen auf der Weihnachtsinsel im vorigen Jahre unter Leitung von Professor Freundlich infolg« der Ungunst der Witterung nicht zustande kamen, die Gelegenheit benutzen, um die zur Ueberprüfung von Einsteins Relativitätstheorie notwendigen Feststellungen zu machen. Der Rockesever-Lesezirkel. In der Not, in der sich die deutsche .Wissenschaft dadurch befinde:, daß sie durch uiffere schlechte Valuta von dem Bezug ausländischer Bücher und Zeitungen abgeschnitten ist, gewährt die Rockefeller-Stiftung seit 1921 großzügige Unter- stützung. Diese Stiftung, deren Zweck dahin angegeben wird,«teil- zuhaben an der weltumfassenden Bewegung zur Verhütung von Krankheiten und zur Schaffung erprobter Bedingungen für einen guten Gesundheitszustand der Menschen", unterhält medizinische Hochschulen in Amerika, Kanada, England, Belgien, Brasilien: in China hat sie eine ganz neue medizinisch« Akademie eingerichtet. Umfassende Maßnahmen hat sie gegen die Ausbreitung de, gelben Fiebers in Mexiko, Zenttal- und Südamerika durchgeführt: sie unter- stützt in 12 Staaten die Malariakontrolle, kämpft in zahlreichen Län- dern gegen die Tuberkulose und hat in Amerika einen systematischen Kampf gegen den Hakenwurm unternommen, die typische Krankheit der Bergleute Für die hungernden europäische» Kin- der sst von der Stiftung eine Million Dollar bereitge- Drei weitere höhere Beamte zeichneten auf 50—100 Zentner. Bor einiger Zeit bereits hat aber Genosse Asch auf seine Zeich- nung verzichtet. Es bliebe aljo nur der Vorwurf, daß Finanz- minister Asch Staatskredite in Anspruch genommen hat. Wer auch dieser Vorwurf läßt sich nicht aufrechterhalten, da es schon vor dem Kriege in Mecklenburg gang und gäbe war, Beamten für solche Zwecke Vorschüsse zu gewähren. So erhielten z.B. während des Krieges die mecklenburgischen Beamten auf Wunsch Vorschüsse zur Zeichnung der K r i e g s a n l e i h e. Es ist also durchsichttg, daß man die Steuerpolitik des Finanzministers meinte, als man ihn wegen der Zeichnung der Roggenanleihe angriff. Wenn sich Finanz- minister Asch trotz dieses Sachverhalts entschloß, zurückzutreten, so mag man das im Interesse einer gesicherten Finanzpolitik bedauern, aber es bleibt menschlich verständlich. Der lvahlkampf in Paris' Umgebung. Paris, 30. Juni.(EE.) Bei den Nachwahlen im Departement Seine et Oise verzichteten die Sozialisten auf die Ausstellung einer eigenen Kandidatur zugunsten der kommunistischen Kandidaten Marty und Paquerreaux, die bei den Hauptwahlen 43 000 bzw. 40 000 Stimmen erhalten hatten. Die Kandidaten des Block national. Andre und Filhos, verzichteten auf eine eigen« Kandidatur zugunsten der.Radikalsozialisten" Franklin Bouillion und Goust. Daher ist eine Stichwahl zwischen „Radikalsozialisten" und Kommunisten wahrscheinlich. Dem Ergebnis der Ersatzwahl im Departement Seine-et-Oise sah man in ganz Frankreich aus verschiedenen Gründen mit großer Spannung entgegen. Einmal handelt es sich um einen der größten Wahlbezirke des Landes, der die Hauptstadt Paris in wettem Kreise umschließt und unter dem unmittelbaren Einfluß der hauptstädtischen Press« steht.' Vor allem aber war erst im Jahre 1919 die ganze Liste des nationalen Block mit 86 000 Stimmen und großem Vorsprung unter Führung Tardieus gewählt worden, zugleich aber gehörten dieser Liste zwei jetzige Mitglieder des Kabinetts Poincare, der Iusttzminister C o l r a t und der Wie- deraufbauminister R e i b e l, an. Die Radikalen waren damals unter Führung Franklin-Bouillons um 86 000 Stimmen hinter Tardieu-Colrat zurückgeblieben, die noch vereinigten Sozia- listen erhielten knapp 38000 Stimmen. Wohl ist inzwischen eine heftige persönliche Fehde zwischen Tardieu und Poincare ausgebrochen und andererseits ist Franklin Bouillon ein stark nationalistisch orientierter Radikaler, so daß der Unterschied zwischen dem Nattonalen Block und den Radikalen dies- mal etwas verwischt war. Aber das Resultat des Wahlganges am vorigen Sonntag war trotz aller sonstigen Unklarheiten eine v e r- nichtende Niederlage für den Nationalen Block. Dieser verlor über 35 000 Stimmen, während Franklin-Bouillon nur 6000 Stimmen gewann: aber das Hauptmerkmal dieses Wahl- ganges war die ungeheuere Zunah c der kommu- nistisch-sozialistischen Stimmen, die zusammen 51 000 Zettel erhielten, also 13 000 mehr als 1919. Daß die Kommunisten den weitaus größten Teil dieser Arbeiter- und Bauernstrmmen, nämlich 42 000, erhielten, ist darauf zurückzu- führen, daß die dortige sozialisttsche Parteiorganssation bei der Spal- tung zerschlagen wurde und die Bevölkerung miter dem Einfluß der kommunistischen„Humanite" steht. Außerdem war als kommu- nistischer Kmrdidat der Bruder des eingekerkerten Volkshelden Marty aufgestellt, so daß die Zettelabgabe für ihn indirekt als ein« Kundgebung für die Amnestie wirken sollte. Jedenfalls hat dieser große Zuwachs der Arbeiterstimmen eine wahre Panikstimmung unter den Bürgerlichen hervorgerufen. Die Kandidaten des Nattonalen Blocks erklärten, angesichts der großen revoluttonären Gefahr auf den weiteren Kampf gegen Frank- lin-Bouillon zu verzichten. Nun haben sich die Sozialisten, obwohl sie von den Kommunisten geradezu niederträchttg während des Kampfes behandelt wurden, zugunsten der Kommunisten zurückge- zogen. Es ist durchaus möglich, daß auch wirklich linksstehend« ra- dikale Wähler, die nur sehr ungern dem nationalistisch gesinnten Franklin-Bouillon Gefolgschaft geleistet hatten, es jetzt ablehnen, ihre Sttmmen mit denen des Nationalen Blocks gegen die Arbeiterkandi- datur zu vereinigen und entweder Sttmmenthaltung üben oder so- gar für Marty stimmen. Dann wäre ein Erfolg der kommunistischen Seite nicht undenkbar. stellt. Zu diesen Unternehmungen tritt nun die Unterstützung der.Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft" in der Beschaffung von Zeitschriften, über die Dr. Jürgens in der „Deusschen Medizinischen Wochenschrist" berichtet. Bereits in den letzten Iahren hat die Rockefeller-Stiftung 400 medizinische Zeit- schristen Englands und Amerikas für die deusschen wissenschaftlichen Insttwte und Bibliotheken geliefert. Nunmehr wird eine Erweite- rung dieser Hilfsaktion durchgeführt, indem die Lieferungen be- ttächtlich erhöht werden. Zugleich erfolgt eine neue Berwertungs- ort der Sendungen. Die Rockefeller-Sttftung liefert alle wertvollen medizinischen Zeitschriften Englands und Amerikas in je 5 bis 6 Exemplaren, von denen je ein Exemplar seinen Standort in den Staatsbibliotheken Berlin und München erhäll, damit jeder Forscher� sicher sein darf, die Schriften an dieser Stelle stets einsehen zu können. Die übrigen 4 Exemplare werden auf vier Lesezirkel verteilt, von denen jeder 5 bis 6 Universitätsstädte umfaßt. Jede Zeitschriftenmappe dieser Lesezirkel liegt etwa zwei Monate in jeder Universitätsstadt in der betreffenden Bibliothek aus und wird dann an die nächste Hochschule, die zu dem Zirkel gehört, weiterbefördert. Die Zeitschriften machen daher in längstens einem Jahr die Runde in allen Universitätsstädten. Zur Bernfleinkunde. Es dürste bekannt sein, daß Bernstein nicht nur an der Ostsee sondern auch in der ganzen norddeusschen Tiefebene im illuvialen Boden gesunden wird. Ein solcher Fund wurde vor kurzem m einer Ziegeleigrube des Kreises Lauban gemacht, wo beim Schachten von Lehm ein großes Stück Bernstein Zutage gefördert wurde. Dies zeigt deutlich, daß auch das schlesische Tiefland einst Meeresboden gewesen ist. Einige schlesische Museen weisen hervorragend schöne Stücke auf, deren Fundstellen bis in die Täler des schlesischen Gebirges hineinreichen. Auch das Riesen- gebirgsmuseum in Hirschberg besitzt solche Fundstücke, die aus den Ziegelgruben des Hirschberger Tales stammen. Hierbei möqe daran erinnert sein, daß der 1800 in Sprottau geborene bekannte Botaniker Heinrich Robert Göppert, der die tropische Bewaldung Deusschlands durch lebenslange gründliche Forschung nachgewiesen und in ihren Resten erforscht und gesammelt hat, sich um die Erforschung der Bernsteinflora große Verdienste erworben hat. Er erkannte als einer der ersten, daß der Bernstein ein fossiles Harz, das Sekret einer Konifere, darstellt, die mit unseren Kiefern und Fichten verwandt ist: aber es lag ihm auch daran, den Charakter der Flora zu be- stimmen, die zur Tertiärzeit an den baltischen Gestaden grünte. Er hat aus den Bernsteineinschlüssen über 163 Pflanzenarten festgestellt. Durch Schlesien führte übrigens auch die sogenannte„Bernstein- straße" nach Prag und weiter nach Venedig. Grftaufführunge« der Woche. Dienstag, Staatsibeater:.Die Freite'.— Donnerstag: Schlohpartthcater:.Im weihen Nöh'l'. Urania-Borträge. Fm Tbcatcr alle Tage: ,A l t» I e rli n i n der Biedermeierzeit'.— Im kleinen Saal: Sonntag. Donnerstag. Freitag:.Der Ausbruch des Aetna'. Dienstag, Mittw., Sonnabend:.Holland, Land und Leute'. Schillertheatcr. Frau ErniBelian, die erste Sängerin des Tdeatcrs an der Wien in Wien, ist für ein einmonatlicheS am 1. Juli begumendes Gastspiel von der Sommcrdirrktiou gewonnen worden. Die 6-700 fache Julimiete. Gewerkschaftsbewegung Wertbeständige Gehälter! Zum 1. Juli tritt bekanntlich eine ganz erhebliche Erhöhung| gebende Inftanz sämtlicher Berliner Mieterorgani dar Mieten ein. Während an festen Zuschlägen für Juni das fationen, einstimmig den Beschluß gefaßt, die Vorschußzahlung Die vom Drtsausschuß des Allgemeinen Deutschen 54% fache der Grundmiete zu zahlen war, ist für Juli in ein- als gefezwidrig abzulehnen. Infolgedessen geben die Berliner Beamtenbundes für Freitagabend ins Lehrervereinshaus einfachen Häusern das 180ofache der Grundmiete zu zahlen. oben bezeichneten festen Zuschläge, feinesfalls aber den Vorschuß in besucht. Das Reichsarbeitsministerium hatte als Vertreter den MiMieterorganisationen einmütig die Parole aus, am 1. Juli nur die berufene öffentliche Beamtenversammlung war außerordentlich stark Die Grundmiete ist unverändert auf Friedensmiete abzüglich Höhe der 100fachen Grundmiete zu zahlen, weil der Minister für nisterialamtman Klar entsandt. 20 Broz. in einfachen Häusern usw. stehengeblieben. In Komfort Boltswohlfahrt zum Erlaß der Anordnung vom 30. April d. J., auf Der Referent Dr, Völter vom ADB. zeigte zunächst, wie in häusern ist, wenn nur eine besondere Einrichtung im Betrieb welche sich diese neue eingeführte Vorschußzahlung ftüht, nicht be- Wirtschaft, Handel und Industrie die sogenannte Schlüsselzahl ist, eine 5fache, und wenn mindestens 2 dieser Einrichtungen im Berechtigt war. Die Mieter werden aufgefordert, ihre Rechte ent- angewandt wird; nur Staat und arbeitende Klassen haben diesen trieb sind, eine 10fache Grundmiete mehr zu zahlen. Eine nicht schieden zu wahren und sich auch durch Zahlungsbefehle Schlüssel noch nicht gefunden. Der Redner wendet sich gegen die dauernde Außerbetriebseßung( wie z. B. die Außerbetriebsetzung der Vermieter nicht einschüchtern zu lassen, sondern den Streit mit Schlagworte Goldlohn und Friedensreallohn. An Beispielen macht der Heizung in den Sommermonaten oder Reparaturperioden) be- Hilfe der Mieterorganisationen zum gerichtlichen Austrag zu bringen. er flar, daß selbst beim Goldlohn die absolute Wertbeständigrechtigt die Mieter nicht zur Verweigerung der Zahlung der erhöhten Verständige Bermieter werden, wie bei der vom 1. Ja- feit nicht gegeben ist. Er würde in dem Maße, wie der Dollar nuar bis Ende April in Geltung gewesenen und von vielen Gerichten steigt oder fällt, eine Spefulationsfrage sein. Zuschläge. In den festen Zuschlägen sind enthalten eine 150fache schon mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Notlage vieler Mieter ver- Friedensreallohn nicht sofort eingeführt werden kann, ist jedem Grundmiete für laufende Instandsetzungsarbeiten und eine ofache ichten und dafür monatlich( statt vierteljährlich, wie es bei der Bolfswirtschaftler befannt; auch wenn wir teine Reparationen zu für Zinssteigerung. Der Rest( 30fache Grundmiete in einfachen, Borschußzahlung geschehen soll) abrechnen. leiften und eine beffere Steuer politik hätten. Keine Illusionen 35. bis 40fache in Komforthäusern) sind Berwaltungskosten einBei Häusern mit Sammelheizung oder Warmwasserversorgung darüber. Aufgabe der Gewerkschaften muß es natürlich sein, für schließlich der Rosten für Hausreinigungs- perbleibt es aber bei der Verpflichtung des Mieters Wiedererlangung des Vorfriegslohns zu fämpfen. Jeßt müffen vor material und einschließlich der gesamten Kosten für Hausreini zur Zahlung eines Borschusses auf die Kosten der Heizstoffe. allem Löhne und Gehälter vor der weiteren Verschlechterung ger, Hauswart, Heizer, Fahrstuhlführer usw. Die Betriebs- Hier ist, wie wir bereits mitteilten, neu angeordnet, daß die Mieter des Reallohnes geschützt werden. Durch die Wertbeständigkeit kosten für die Dienstwohnung des Portiers werden Mehrbeträge, die durch Preissteigerungen im Laufe des Viertel- des Lohnes kann nur eine relative Befferung eintreten. Je also vom 1. Juli ab nicht mehr auf die Mieter des jahres entstehen, nach Vorlegung der Rechnungen an den Vermieter schneller und je häufiger das Gehalt an die Geldentwertung angepaßt wird, desto wertbeständiger wird es. Hauses umgelegt; nur noch für den Monat Juni, für den nachzuzahlen haben. in diesen Tagen bekanntlich die nachträgliche Umlegung erfolgt, find sie noch zu zahlen. Mit der Beseitigung der Betriebskostenumlage für die Bortier wohnung vom 1. Juli ab ist eine Fülle von Streitigkeiten, die sich durch die feit dem 1. Mai eingeführte Umlegung ergeben hatte, wieder beseitigt worden. Böllig klare Verhältnisse hätten allerdings nur dadurch geschaffen werden können, daß die Portier- bzw. Haus reinigungsfosten völlig von den Verwaltungstoften getrennt worden wären, wie dies z. B. in Magdeburg geschehen ist. Die Grundlage für ein solches Borgehen war dadurch geschaffen worden, daß der Schlichtungsausschuß am 24. Mai einen Tarifvertrag gefchloffen hatte, der eine feste Regelung der Entlohnung vorjah.. Der Magistrat ist jedoch mit seiner Absicht, diese Trennung( die von den Mietern beantragt worden war) vorzunehmen, bedauerlicherweise bei den Aufsichtsbehörden nicht durchgedrungen. Der anfechtbare Betriebskostenvorschuß. Die anfechtbare Bestimmung der neuen Magistratsbekannt machung ist die, daß die Mieter vom 1. Juli ab wieder einen Be triebskostenvorschuß zahlen sollen, und zwar in Höhe einer 100 fachen Grundmiete. Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat die Delegiertenversammlung des Mieterverbandes Gau Berlin im Bunde Deutscher Mietervereine, d. h. die maßDie Auswirkung der neuen Mieteerhöhung wird sich erst bei der Umlegung der Betriebsfoten zeigen. Hier find nämlich ganz bedeutende Erhöhungen eingetreten, teils durch Steigerung der Werftarife, teils durch Erhöhung der Höchstgrenzen für die privatrechtlichen Betriebskosten. Die Höchstgrenzen für Juli, denen wir die bisherigen Säße in Klammern beifügen, find folgende: Private Müllabfuhr 7200( 1800), private Schlackenabfuhr 2500( 700), Reffelreinigung 4500( 500), Feuerver ficherung 5000( 1000), Versicherungen gegen Glasschäden 1000( 500), Wafferleitungsschäden 1000( 650), Haftpflicht 800( 300), Fahrstuhl betrieb 6000( 1000). Alles in allem ist für Jufi mit einer 600-700fachen Grundmiete zu rechnen, wenn nicht noch ein höherer Saß angenommen werden muß. Jebenfalls müssen die Gewerkschaften bei den bevorstehenden Lohnverhandlungen auf die Wiedereinbringung dieser erheblichen Mehrausgaben ihrer Mitglieder bedacht sein, zumal eine bedeutende Nachzahlung an Wohnungsbauabgabe für Januar/ Juni( 270fache Friedensmiete) noch zu zahlen ist. Auch die amtlichen Fürsorgestellen usw. müssen dieser Mehrbelastung sofort Rechnung tragen, wenn nicht die Erregung der breiten Massen sich noch weiter steigern soll. Daß der Wenn die Gehälter mur annähernd dem Reichsinder gefolgt wären, so hätten sie nie so tief finten fönnen. Gewiß ist es manchmal vorgekommen, daß die Gehälter um etwas mehr erhöht wurden, als die Reichsinderzahlen, aber nicht im Gesamtdurchschnitt. Es wird endlich Zeit, daß man von der Theorie zur Bragis tommt. Der Redner zitiert eine Dentfchrift des Reichsfinanzministeriums an den Reichstagsausschuß, worin gefagt wird, daß bei Einführung der wertbeständigen Löhne und Gehälter die Volkswirtschaft ruiniert würde; daß die Leute so wenig faufen fönnen, sei eine Folge der verminderten Warenbestände, notwendig sei also Erhöhung der Arbeitsleistung; zur Beseitigung der Warenfnappheit und der Inflation sei das Hauptgewicht auf die EinIhränkung zu legen, um dadurch eine Preisverbilligung zu erzielen.( Lachen und Burufe: Also weiter hungern!) Dabei hat felbſt ein fapitalistisches Organ einmal geschrieben, daß in Deutschland die meisten Leute 3 wangssparer geworden sind. Der Redner verlangt " Sachwerterfaffung, werbeständige Steuern und Goldsparkonten. Noch gibt es in Deutschland diesen gangbaren Beg, ohne fich dem ausländischen Kapital zu verschreiben, wie es Deutschösterreich unter feiner bürgerlichen Regierung getan hat. Die Besitzenden werden zur Pflichterfüllung gezwungen werden müssen. Noch ist es Zeit; forgen wir dafür, ehe es zu spät ist!( Lebhafter Beifall.) den tomm. Antrag auf Vornahme von Neuwahlen stimmten Alle Diskussionsredner waren der Auffassung, daß jetzt Schluß Massenandrang auf den Bahnhöfen. nur die Antragsteller. Bon Koch)( Dnat.) war folgende Fassung des gemacht werden muß mit dem Lohnbetrug. Die Beamtenschaft ift Der erste Ferientag brachte heute früh einen Riesen Antrags vorgeschlagen: Den Magiftrat zu ersuchen, beim Landtage in der Forderung nach wertbeständigen Gehältern einig mit der geansturm zu den Bahnhöfen, da alles noch billig" fahren will, was darauf hinzuwirken, daß bei Festlegung des Wahltermins gemäß famten Arbeiterschaft. Der Vorsigende erinnert die Bersammelten bekanntlich bis einschließlich 3. Juli für alle die noch möglich ist, die dem Gesetze, dessen§ 15 dahin geändert wird, daß auch in Berlin an die abfällige Kritik des Landtagsabgeordneten Dr. Bredt von der sich im Laufe des heutigen Loges noch eine Fahrkarte erstehen. So Neuwahlen stattfinden. Auch dieser Antrag wurde in nament Wirtschaftspartei der Beamtenschaft gegenüber. Auch die letzten find es die beiden Faftoren: Ferienbeginn und bevorstehende Fahrlicher Abstimmung mit 122 gegen 70 Stimmen abgelehnt. Luftigen Blätter" zeigen die Beamtenfreundlichkeit". Warum werden solche Blätter noch von uns gelesen, warum solche AbgeordDie Potsdamer Stadtverordneten gegen Oberbürgermeister neten gewählt? preiserhöhung, die dem Andrang zu den Zügen ungeheure Dimen Die Stadtverordnetenversammlung in Botsdam hat fionen geben. Auf dem Anhalter Bahnhof und auf dem Boßberg. Nachstehende Resolution wurde gegen eine Stimme anStettiner Bahnhof waren die Morgenzüge, die vielfach gestern in längerer geheimer Sigung folgenden Beschluß gegen doppelt gefahren wurden, im Nu gestürmt, selbst die erfte und zweite zwei Stimmen und eine Stimmenthaltung gefaßt: Die Stadtver- genommen: Die Versammlung verlangt von der Reichsregierung, Klasse war durchweg sehr gut besetzt es gibt ja immer noch genug ordnetenversammlung hält ein weiteres Berbleiben des baß die Forderung, das Beamteneinkommen der steigenden TeueLeute, die es haben ganz besonders in den Zügen nach der Oberbürgermeisters Boßberg, der das Vertrauen rung in vollem Maße und in zeitlich rascher Folge anzupassen, endlich verwirklicht wird; fie billigt die von den Spigengewerkschaften Stadtverordnetenversammlung Tschechoslowakei, mach München und in dem Bäderzug nach Riffin- der gesamten gen, in dem die Ausländer allerdings start überwogen. Um die und weiter Kreife der Bevölkerung nicht mehr gemachten Vorschläge, die sie als brauchbare Grundlage zur Durch vierte Klaffe der Personenzüge spielten sich richtige Schlachten ab. befibt, an der Spiße der Verwaltung für unmöglich. Die führung der Anpaffung anfieht und erwartet von allen beteiligten An den Sperren fam es bei der ungeheuren Menschenmenge, die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Oberbürgermeister, sofort Instanzen, daß fie munmehr aus dem Stadium der Erwägungen andrängte, nur deshalb nicht zu unliebsamen Zwischenfällen, weil fein Benfionierungsgefuch zu wiederholen. Dieser Be- heraus zum Handeln schreiten. Sie fordert die gesamte Kollegen, die Bahnsteigschaffner durch Beamte der Schußpolizei unterstützt fchluß soll der Bürgerschaft durch die Breffe bekanntgegeben werden. fchaft auf, fich einmütig hinter diese Forderung zu stellen, deren Berwirklichung eine Eristenzfrage für die Beamtenschaft bedeutet. wurden, die auf das Publikum einrebeten und vor allem in sehr Maschinendefekt im Charlottenburger Elektrizitätswert. Die Die Versammlung erklärt sich in dieser Frage solidarisch mit der entgegenkommender Weise Vätern und Müttern behilflich waren, städtischen Elektrizitätswerte teilen mit: Im Eelettrizitäts übrigen Arbeitnehmerschaft, die an der Herstellung eines ehrlichen die Kleinen über die Gitter der Sperre zu heben. Denn der Prozent wert Charlottenburg ist ein Maschinendefekt eingetreten, Lohnes das gleiche Intereffe hat." satz der Kinder unter den Reifenden war so groß, daß die ab- der die volle Aufrechterhaltung der Stromlieferung fahrenden Züge teilweise den Eindruck eines Kinderferienzuges in Frage stellt. Die Reparatur ist sofort in Angriff genommen, machten. Technisch spielte sich der Betrieb mit bewunderungswürdi erweist sich aber doch als so zeitraubend, daß leider einige Zeit die ger Pünktlichkeit ab. Die antommenden Nachtzüge aus dem Süden, Stromzuführung nur eine beschränkte sein fann. Die meist auch einen Borzug hatten, wiesen gegenüber den abBerlin fauft Bauland. Der Berliner Magistrat hat ein großes gehenden allerdings Berspätungen bis einer zu Baugelände an der Müllerstraße erworben. Es handelt sich Stunde auf. Der Nachtschnellzug aus Baden über Frantfurt hatte sogar drei Stunden Verspätung, was jedoch auf die Gleis- um die Grundstüde 102 bis 112, die zusammen 181 661 000 m. zerstörung zurückzuführen war, die die Franzosen zwischen Darm bahnftation Seeftraße. Sie sollen mit mittelgroßen Bürger zerstörung zurückzuführen war, die die Franzosen zwischen Darm- often sollen. Sie liegen nur zehn Minuten von der Untergrund. stadt und Frankfurt vorgenommen haben. Auch die in Berlin einhäusern in Randbebauung besetzt werden. treffenden Züge waren start überfüllt, jeder Stehplatz war aus genügt. Trotz der hohen Gepäcktarife waren die Gepäckwagen überall vollgestaut von Koffern und Körben von oben bis unten. Die Zirkuskrawalle vor Gericht. Die Bernehmung der Asylisten. Mieterverband Buchholz und Umgegend. Deffentliche Mieter. bersammlungen in Buch, heute Sonnabend, 8 Uhr, Restaurant Boddag Buchholz, Montag, 8 Uhr, Reftaurant Bocho. Thema: Mietsschraub ab 1. Juli. Maffenbesuch erwartet. Der Vorstand. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas warmer, zeitweise helter, feboch überwiegend betöltt, bei größtenteils schwachen westlichen bis südwestlichen Binden. Fußball Schweden- Deutschland. Beim gestrigen Länderwettfampf im Fußballspiel Schweden- Deutschland, welcher im Stadion Dor einer Zuschauermenge von 14 000 Personen stattfand, siegte Schweden mit 2: 1. Groß- Berliner Parteinachrichten. Der Holzarbeitersteif. der Die Bertrauensmännerversammlungen Branchen und Bezirke finden am Mittwoch, dem 4. Juli, in denfelben Lotalen statt, die im Mitteilungsblatt bekanntgemacht sind, jedoch müssen sie wegen der um 7 Uhr stattfindenden Generalpersammlung sofort nach Arbeitschluß beginnen. Die versammlung feine Verzögerung erleidet. Vertrauensleute müssen pünktlich erscheinen, damit die GeneralAngestelltengehälter im Buchdruckgewerbe. Man schreibt uns: Nachdem freie Bereinbarungen an der Hartnäckigkeit der Arbeitgeber gescheitert waren, hat der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin die Junigehälter durch Schiedsspruch festgefeßt: 160 Broz. Aufschlag auf die Maigehälter. Erklärungsfrist bis zum 2. Juli. Die Arbeitgeber haben sich bisher gegen eine Anpassung der Löhne an die Geldentwertung gesträubt. Demzufolge waren die Angestellten durch die Maivereinbarung in große Erregung geraten. Der Schiebsspruch schafft einen gewissen Ausgleich, den die Arbeitgeber durch Annahme anerkennen müssen, wenn nicht die Unruhe in den Betrieben noch weiter wirten soll. Lohnabkommen der Vergolder. Die in den Branchen der Bergolder und Bilder= rahmenmacher beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nahmen gestern, Freitag abend, in Böfers Festsälen das Lohnabtommen für die Zeit vom 2. bis 6. Juli entgegen. Branchenleiter Jungsozialistengruppe Güboft. Die Gruppe beteiligt fich an der Wanderung bera betty berichtete u. a.: Da das vorletzte Abkommen auf vierArbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde am Sonntag, ben 1. Juli, nach der Rönigsheide. Treffpunkt 8 Uhr Görliger Bahnhof. Montag, den 2. Juli, Heimabend mit Bortrag bes Genoffen Erich Graupe über die politische Lage. Anfang 8 Uhr im Jugendheim, Gloganer Str. 15( Schule). Alle Bartei genoffen und-geno finnen werben hiermit zu dieser Beranstaltung herzlich eingeladen. Zu der heutigen Sizung sind als Zeugen erschienen der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Laverrenz, der Reichstags abgeordnete Geisler, der Borfißende des Bundes für Freiheit und Ordnung", Generalleutnant v. Hülfen, und Rapitänleutnant D. Dort. Die Bernehmung der angeflagten Asylisten wird fortgefeßt. Medizinalrat Dr. Thiele begutachtet, daß einer von ihnen, der Angeklagte Otto Kühn, der Artist ist und als Seiltänzer im Zirkus Busch aufgetreten ist, hochgrabig geistesschmach ift, so daß er berechtigte 8meifel an feiner Zurechnungsfähigkeit habe. Borf.: Würde aber der Angeklagte Kühn als Zeuge Angaben machen können, denen zu glauben ist? Der Sachverständige ist der Meinung, daß auch diese mit der größten Reserve aufzunehmen wären. R.-A. Dr. Weinberg: Nach dem Sachverständigen ist der Angeklagte geistig in der Entwidlung eines sechs. jährigen Rindes stedengeblieben, so daß seine Aeuße rungen nicht mehr Gewicht haben als die eines fechsjährigen Rindes. Der Sachverständige bestätigt das. Der nächste Angeklagte, der vernommen wird, ist der Arbeiter Bastian, der sich im Gefängnis einen langen Bortrag ausgearbeitet hat, den er zunächst verlesen wollte. Aus seiner Aussage ist zu entnehmen, daß am Abend vor dem Krawall ein beffergeleideter Mann im Asyl war und von Saal zu Saal ging und Ansprachen hielt, daß die Kundgebung der Orgesch verhindert werden müsse. Später jagten die Afpliften, er fei von der Kommunistischen Partei ge tommen. Der Obmann Heppner habe dann einen Treffpunkt für 1 Holländischer Gulden den nächsten Morgen festgelegt. Er selbst sei aber direkt zum Birtus 1 argentinische Bapier- Beso Busch gegangen. Auf dem Hof vor dem Zirkus standen die Arbeits- 1 belgischer Frant lofen schon in Reihen geordnet. Heppner und Maßlom mahnten 1 norwegische Krone zur Ruhe und Ordnung. Dann tam singend ein Zug proletarischer 1 dänische Krone. Jugend mit roten Fahnen an und marschierte auf den Eingang zu. 1 schwedische Krone Glach darauf entstand ein Getümmel und man fah Stöde i finnische Mart.. in de: Luft. Der Angeflagte gibt auf Befragen weiter an, daß i japanischer Den plöglich aus den Reihen der Obdachlosen der Ruf erscholl: Nun ran, i italienische Lire unsere Brüder sind in Gefahr." Er will dann aber, als die Schlä- 1 Pfund Sterling gerei begann, fortgegangen fein. Im Anschluß daran tommt es zu 1 Dollar.. einem 3ufammenstoß zwischen dem Vorsitzenden und 1 französischer Frant... dem Berteidiger Dr. Weinberg, der sich gegen die Art der 1 brasilianischer Milreis Fragestellung wendet. 1 Schweizer Frant. .. zehn Tage abgeschlossen war, die Teuerung aber immer schärfere Formen annahm, erhoben die Arbeitervertreter bei der Verhandlung am Mittwoch noch eine Nachforderung für die Zeit vom 25. bis 30. Juni. Leider gelang es nicht den laufenden Stundenlohn von 5500 m. auf 8000 m., wie gefordert, zu erhöhen. Für die Zeit vom 2. bis 6. Juli forderten wir 11 000 m. Stundenlohn. Die Arbeitgeber boten für die erste Woche 70 Pro 3., für die zweite Woche 90 Pro3. Bulage. Erst nach harten Debatten einigte man fich, das Lohnabkommen nur für eine Woche abzuschließen. Im übrigen aber lehnte die Berhandlungskommission die 70 Proz. als unzureichend ab. Das letzte Zugeständnis der Unternehmer lautete auf 85 Prog.; es wird der Kollegenschaft zur Annahme empfohlen. Nach einer kurzen Diskussion, in der mehrfach die 60348.50 60651.50 60348.50 60651.50 85 Bro3. als ungenügend erklärt wurden, nahm die Versammlung 59064.50 54335.50 54363.50 54636.50 das Abkommen an. Devisenkurse. 80. Juni Käufer Berläufer ( Gelb-)( Brief-) Kurs Kurs ... 1 spanische Beseta Aus der gefirigen Stadtverordnetenfihung vom Freitag ist nach 100 österr. Stronen( abgeſt.) zutragen, daß der Antrag betreffend bas Gefes Groß- Berlin 1 tschechische Krone ( es forderte Bertagung der Beratung über die Abänderung des 1 ungarisce Strone Gefezes, bis Erfahrungen mit der Reorganisation der Groß 1 bulgarische Lewa Berliner Berwaltung norfiegen) angenommen wurde, Für 1 jugoslawischer Dinar 29. Juni Käufer Berkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Aurs 8054.50 8095.50 8054.50 8095.50 25836.50 25463.50 25336.50 25463.50 Schreckliche Folgen von Indexlöhnen. 27287,50 27418.50 27281.50 27418.50 Man fann es nicht schwarz genug ausmalen, welche schreckliche 40797.50 41002.50 40797.50 41002.50 Folgen wertbeständige Löhne haben würden. Sehr beliebt ist es, 4249.- 4271.- 4249.- 4271. Dabei auf Desterreich hinzuweisen, wo die Arbeitslosigkeit eine dirette 78815.- 74185.- 73815.- 74185.- Folge der dort seit einem Jahr eingeführten Inderlöhne sein soll. 6857.50 6892.50 6857.50 6893.50 Nun hat es mit dem österreichischen Beispiel ein eigenes Be708225.- 711775.- 708225.- 711775.- mandinis. Dieses verstümmelte Land, dem alle Rohstoffquellen wie 154173.- 154887.- 154113.- 154887.- der Zugang zum Meer abgeschnitten wurden, das ein Spielball der 9501.- 9549.- 9501.- 9549. Aasgeier aller Nationen wurde, hat infolge der unehrlichen Finanz16458.50 16541.50 16458.50 16541.50 politit feiner bürgerlichen Parteien einen vollständigen Zusammen27431.- 27569,-27431.- 27569.- bruch seiner Währung erlitten. Um die Folgen dieses Währungs22643.- 22757.- 22643.- 22757. verfalls für die Arbeiter und Beamten einigermaßen erträglich zu 222.44 223.56 229.42 230.58 machen, wurden die Inderlöhne eingeführt. Die Staatshoheit aber 4658.- 4682.- 4658.- 4682.- wurde um ein Butterbrot an den Bölferbund als Niederlage der 17.70 17.70 18.75 18.85 Alliierten von dem steuerscheuen österreichischen Bürgertum verkauft. 1414.- 1396.50 1403.50 Wie ist es nun aber mit der Arbeitslosigkeit? Seit dem Zu1675,50 1684.50 fammenbruch der Mart, der nach der Ermordung Rathenaus eins 1406. fetzte, nimmt in Deutschland die Arbeitslosigkeit ständig zu. in Desterreich? Darüber informiert folgende Wolff- Meldung: Nach amtlichen Miteilungen hat die Arbeitslosigkeit in Defterreich auch in der letzten Woche weiter abgenommen. Die Gesamt: zahl der unterstützten Arbeitslosen dürfte bereits weniger 100 000 betragen, gegenüber dem Höchststand von 170 000 Mitte März. Für die nächste Woche wurden Brot- und Gebäckpreise Der Brotpreis verbilligt sich um neuerlich herabgesetzt. 130 Kronen. Theater der Woche. Bom: 1. bis 9. Juli. Bolfsbühne: Hopfenraths Erben. Schauspielhaus: Ab 3. Die Freier. Infimes Die rote Rage.- Theater ant Rollenborsplay: Die schöne Mioafin. Theater: Diplomat im Dienst. Der blaue Pnjama. Der Geldbriefträger. Männer,- Kleines Theater: Das verlorene Amulett. Wallner Theater: Des Königs Nachbarin. Rose- Theater( Theater des Ostens): 1. bis 5. Der Trom peter von Südingen. Ab 6. Li oder Lil. Rafino Theater: Heiraten mußte. Neues Theater am 800: Der Leibkutscher des Fridericus Reg. Schloßpart. Theater Stegliz: Nach Trojas Fall. Theater am Kurfürstendamm: Die Dame mit dem Monotel. Nachmittagsvorstellungen: Bolfsbühne: 8. La Traviata. Berliner Theater: Martha. Deutsches Theater: Potasch und Verlmutter. Rammerspiele: Der Faun. als 2: fing- heater: Liebesstreit. Theater in der Königgräger Straße: 1., 3., 7. und 9. Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler. 1. Seil 2. Teil. Schiller- Theater: Süße Sufi. 6. und 8. Die wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler. Großes Schauspielhaus: Die Früh lingsfee. Neues Volls- Theater: Vater und Sohn. Große Boltsoper im Theater des Westens: Das Dreimäderlhaus. Die Tribüne: Die Hose. Deutsches Künstler- Theater: Die Tugendprinzeffin. Komödienhaus: Die Berantwortlich für Bolitik und Wirtschaft: Bittor Schiff, Berlin; GewerkschaftsCausa Kaiser. Berliner Theater: Mädi. Trianon- Theater: Walzer. bewegung: 3. Steiner, Berlin; Seuilleton: R. 5. Döscher, Berlin- Wilmersdorf; Residenz- Theater: Die Entlassung. Sentral- heater: Die dumme Liebe. Lokales Sonstiges: Fris Karstadt, Berlin- Wilmersdorf; Anzeigen: Theater in der Kommandantenfizaße: Tauroggen. Friedrich- Wilhelmstädti. 20. Glode, Berlin. sches Theater: Die blonde Raffe.. Komise Oper: Der Gaullertönig. Mitgliederversammlung Luftspielhaus: Die blaue Sawaii. Metropol- Theater: Die Schönste der Verlag: Borwärts- Verlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdru.tezei Frauen. Reues Operetten- Theater: Ratja, die Tänzerin. Thalia- Theater: und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68, 2indenstraße 3. Wie es dagegen in Deutschland, dem Lande des Lohnbetrugs aussieht, braucht nicht erst unterstrichen zu werden. Solzarbeiterverband. Bodenleger und Bohner. übermorgen, Montag, 7½ Uhr, im Arbeitslosenfaal des Verbandshauses. Reste- Haus C. Pelz Rottbuser Str. 5 E Anzugstoffe und Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz. Bekanntmachung! Bekanntmachung. Lebensmittelhaus„ Osten 2. Geschäft: Gürfelstraße 17 Auf Grund der Berordnung über den Grundlohn in der Krankenversicherung Auf Grund der Verordnung über die vom 22. Juni 1923 hat der Borstand in Frankfurter Allee 87, am Ningbhf. Berdienst- und Einkommensgrenze nach feiner geftrigen Gizung eine Renderung & 165 der Reichsversicherungsordnung und der Grundlöhne, wie folgt, befchloffen: über ben Grundlohn in der Krankenverficherung vom 22. Juni 1923 hat der Vorstand befchloffen, die Bohnstufen mit Bir- Stufe fung vom 2. Juli 1923 wie folgt festzusehen: Lohn Tagesentgelt Grund- Tägl. ftufe über bis Grundlohn 802. 3. 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Die Arbeitgeber find verpflichtet, innerhalb St. IV 1350-, St. V 1890.-, Gt. VI 2430.einer Woche nach Inkrafttreten der neuen St. Vil 2970.-, et. VIII 3510.-, St. IX M. für den KaLohnfiufen die zur Berechnung der Beiträge 4050.-, St. X 4860.erforderlichen Angaben zu machen. Erstattet lendertag. ein Arbeitgeber frog dieser Aufforderung Ferner ist die Bersicherungsgrenze ab die Meldung nicht fristzeitig, so wird flir feine 18. Juni 1923 auf 9720000 02. und ab oramilos, Manoli, Murati gibt ab unter Sabatwaren Beschäftigten bis zur ordnungsmäßigen 2 Juli 1923 auf 21 000 000 9. heraufgefett. Sages Großhandig. Marken- Zigaretten: Garbaty, Hal paus, Konstantin, Karmitry, Arno Geßner, Alle Arbeitgeber werden hiermit aufpreis: Sonderangebote.eldung, ohne Bflicht zur Rückerstattung, ber Beitrag in derjenigen Stufe erhoben, gefordert, innerhalb einer Woche der Raffe Werftstraße 21. Telephon: Moabit 2114 Gelegenh.- Käufe befür Berficherte der gleichen Art in die zur Cinitufung ihrer Miglieder erin Resten Steres, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. Spezial- Gardinenwerkstatt Zahngebisse Betrieben gleicher Art gilt. 13/18 forderlichen Lohnangaben( Bar- wie SachGleichzeitig wird burch vorstehende bezüge) zu machen und die infolge HeraufBerordnung die für die Versicherungspflicht fegung der Versicherungsgrenzen der Ber- auch zerber Betriebsbeamten, Angestellten usw. ſicherungspflicht neu unterstellten Angebrochene per Zahn 20 000-250000 M. maßgebende Verdienstgrenze ab 2. Juli 1928 ftellten bis zum 9. Juli 1923 zu melden. Gold, Silber-, Platin- Bruch auf 90. 21 000 000.- feftgefegt. Dasselbe gilt Erfolgen die Meldungen nicht fristfile die hinsichtlich der Versicherungspflicht zeitig und vollständig, so wird die Staffe Brillanten u. Edelsteine der Hausgewerbetreibenden maßgebende auf Grund des ihr durch Berordnung ein- kauft zu höchsten Tageskursen Neukölln, Bergstr.67 inkommensgrenze Die durch diefe geräumten Rechts die Einstufung felbft Edelmetallverwertung Hiesiger am Ringbahnhof. Verordnung der Versicherungspflicht neu vornehmen Cine Rückzahlung der durch Ankauf. Säcke Bindfaden, Garn unterſtellten Personen müssen bis zum die Selbſteinſchägung bis zum Eingang C., Roßstr. 8 Laden, he 9. Juli 1923 der Raffe mittels Formular der Meldung etwa zu viel erhobenen Beiträge erfolgt nicht. gemeldet werden. Diese Bekanntmachung tritt mit MonDruditücke des Vorstandsbeschlusses find HolzkammNeukölln im Raffentotal erhältlich. tag, den 2. Juli d. J., in Kraft. Kailer- Friedr.- Str.42 Gleichzeitig geben wir zur Kenntnis, 8ehlendorf, den 30. Juni 1923. Anzengruberstr. 23. daß mit Wirfung vom 1. Juli 1923 ab der Der Dorffand Anzüge Paletots Hosen fertig und nach Maß Gummimantel Manchester- Loden Knaben Garderob. 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