Nr.315 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 156 Bezugspreis: Für den Monat Juli 22 000 m. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Oesterreich und Luxemburg 30 000 M., für das übrige Ausland 35 000 M. Postbezugspreis freibleiben d. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemart, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland, Luxemburg, Defterreich, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakei und Ungarn. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unter haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Conntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialbemotrat Berlin" od to Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 1200 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile toftet 5000 Mt. Reflamezeile 25 000 M. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 1500 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 800 M. 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Die Berg: arbeiter und Metallarbeiter sind empört über diese flärungen ab, die im Vorwärts" nur noch furz repitiert wer- fte.( Eehr wahr! bei den BS. Wiederholte Rufe rechts: Zur den konnten. Wir geben sie mit Rücksicht auf ihre besondere Geschäftsordnung! Giode des Präsidenten.) Bedeutung nach dem stenographischen Protokoll ausführlich wieder. Genosse Müller erklärte: Unter der sehr reichhaltigen Tagesordnung, die uns eben hier perlesen worden ist, vermiffen wir eins, und wir wollen dem nach helfen. Ich habe im Auftrage meiner Fraktion zu beantragen, daß morgen an erster Stelle auf die Tagesordnung der Sigung gefeht wird: Aussprache über die politische Lage. Wir haben diese Anregung bereits im Aeltestenausschuß gegeben; sie ist im Meltestenausschuß abgelehnt worden, BS. Unruhe redits. Wir verlangen von der Regierung, daß sie in der politi. schen Debatte, die wir fordern, zu diesen Akten Stellung nimmt. Wir sind der Ueberzeugung, daß das notwendig ist, auch im Interesse der Aufrechterhaltung der paffiven Re: sistenz in dem betreffenden Gebiet.( Sehr wahr! bei den BS.) Es ist die Sorge um das Schicksal des Rheinlandes, die uns treibt, diese politische Debatte zu verlangen. Wir müssen fie verlangen, weil wir wissen, wie schwer das Rheinland jezt unter der Sperre leibet. Wir wollen nicht haben, daß, während der Reichstag hier nicht versammelt ist, Dinge geschehen, die einen Schaden verursachen, der irreparabel ist. Ich glaube also, daß das, was ich bloß in bezug auf einen Bunft, der die politische Debatte betrifft, gefagt habe, genügt, um eine solche Debatte zu verlangen.( Buruf rechts: Die haben Sie ja schon gehalten!) Nein ich habe jetzt nur die Begründung für die Notwendigkeit der Debatte gegeben, aber ich bin nicht auf diejenigen Einzelheiten eingegangen, die mir im Interesse unserer inneren und äußeren Politit notwendig erscheinen. Ich glaube also, daß der Reichstag nicht auseinandergehen fann, ohne eine solche politische Debatte zu führen, und ich glaube, daß das deutsche Bolt das Recht hat, von seiner Boltsvertretung zu verlangen, daß eine solche politische Debatte herbeigeführt wird, und in diesem Sinne ersuche ich Sie, für unseren Antrag zu stimmen. ( Lebhafter Beifall bei den VS.) * Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direction der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Worte statt Taten. Der Ausbruch des Metallarbeiterstreits in Berlin ist eint weithin sichtbares Zeichen dafür, daß die soziale Krise infolge der Geldentwertung ihren Höhepunkt erreicht hat. Es geht nicht mehr um Lohnforderungen allein, es geht um das höhere Ziel der Erlangung eines wertbeständigen Lohnes, der zugleich eine Ueberleitung aus der Betrugs- und Verschwendungswirtschaft der Inflation in gesündere Wirtfchaftsformen ist. Unter diesen Umständen hätte man erwarten müssen, daß der Reichstag bei feiner gestrigen Beratung der sozialdemokratischen Anträge auf Erlaß eines Strafgefezes zum Schuße der Währung und einer Berordnung zur Erhaltung der Wertbeständigkeit der Gehalts- und Lohnbezüge aller Arbeiter, Angestellten und Beamten rasche Entschlüsse der Reichsregierung reifen lassen würde. Diese Hoffnung schlug fehl. Die Front der bürgerlichen unternehmerfreundlichen Barteien und der Reichsregierung gegenüber den Forderungen der Arbeiterschaft war die gleiche, wie sie sich bereits in den Verhandlungen innerhalb der Reichsarbeitsgemeinschaft gezeigt hatte. Grundsäglich erkannte man die Forderungen der Arbeiterschaft als gerechtfertigt an, zu aten erbat man Zeit, brauche man Erwägungen, während das Haus brennt. Es ist hierzu ein Grund angeführt worden, auf den ich gleich eingehen will, weil er immerhin Bedeutung hat. Es ist gesagt morden, daß man über die politische Lage nicht sprechen könne, weil zurzeit internationale Berhandlungen schweben, die das nicht er. lauben. Ich möchte demgegenüber von vornherein wiederholen, mos ich im Aeltestenausschuß bereits mitgeteilt habe, daß es nie Mit großem Nachdruck hatte Genosse Wissell bei der mandem von uns einfällt, über schwebende politische Verhandlungen Begründung der sozialdemokratischen Anträge auf das Unhaltmit ausländischen Regierungen oder mit dem Heiligen Stuhl, wenn bare der gegenwärtigen Situation hingewiesen. In aller fachbas nicht möglich ist, hier Auskünfte zu verlangen. Das ist ganz lichen Schärfe hat er die verfehlte wirtschaftsselbstverständlich. Niemand will internationale Gespräche, wenn sie lichen Schärfe hat er die verfehlte Wirtschaftsendlich in Gang gekommen find, irgendwie stören.( Sehr richtig! bei politit des Kabinetts Cuno mit ihren verheerenden Folgen den VE.) Unsere Absicht ist gerade die gegenteilige. Wir wollen auf die Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft_getennder äußeren Politit von der inneren Seite aus zu Hilfe zeichnet und darauf hingewiesen, daß wir von der Substanz tommen.( Sehr richtig! bei den VS. Lachen und hört! hört! unserer Arbeitskraft leben, daß die Arbeitskraft verausgabi bei den D.- Nat.) Ich will Ihnen das noch näher auseinandersezen, wird, der Erfaz der Arbeitskraft aber durch den niedrigen Herr Abg. Herat, Sie sollen das noch hören. Wir vermissen hier Lohn unmöglich geworden ist. Die Erklärungen des Reichsbas Notwendigste. Ich will dazu nur eins herausgreifen, nämlich Der Herr Abg. Dr. Stresemann hat darauf hingewiesen, daß finanzministers und des Reichsarbeitsministers ergaben, die verbrecherijchen Sabotageatte, als die intellektuellen Urheber der Sabotageafte in erster daß man sich in der Regierung ernsthaft mit der Frage die im besetzten Gebiet fortgesetzt passieren.( Sehr wahr! bei den Linie die Franzosen und die Belgier zu bezeichnen sind.( zurufe beschäftigt. Aber ist es nicht gerade in diesem Augenblick, wo nicht nur". Ich bitte Sie, einmal Ihre Presse Abg. van den Kerkhoff: Bon den Fran- rechts: Nur!) zofen!) Ach, Herr Abg. van den Kerkhoff, da lachen ja die Hühner, nachzulejen. Ich sage: Die teutinationale Preise ist eine Reihe von Schiedssprüchen abgelehnt werden mußte und wenn Sie sagen, daß sie von den Franzosen angezettelt werden. täglich intellektueller Urheber dieser Attentate.( Lebhafte Zuftim- Lohntämpfe von ungeheurer Tragweite entbrannten, geradezu ( Lebhafte Buftimmung bei den BS. Große Unruhe und stür. mung links. Zurufe rents.) Wenn Sie uns Gelegenheit gegeben erschütternd, von der Regierung zu erfahren, daß zwar mische Zurufe rechis.) Geben Sie uns die Möglichkeit, über diese hätten, morgen hierüber zu reden, hätte ich Ihnen Dußende von Tarifverträge mit Wertbeständigkeitstlaufel fchon jetzt für verDinge hier zu sprechen. Sie haben es es ja in der Hand. 3itaten dafür gebracht, wie zu diesen Sabotageaften aufgehetzt bindlich erklärt werden können, während jeder Arbeiter ( Fortgesetzte Zurufe rechts. Glede des Präsidenten.) wird. Ich kann also auch hier wieder feststellen, daß die Fran meiß, daß auch noch nicht ein einziger Schiedsspruch dieser Ich habe meinen Antrag zu Legründen. Sie scheinen Angst zofen und die Deutschnationalen in diesem Bunfte zusammenarbeiten. 2irt e r folgt ist. Warum wartet und zögert man, wenn man vor einer solchen Debatte zu haben; wozu Sie alle Ursache( Sehr wahr! links) Wenn der Herr Abg. Stresemann tann gemeint die Notwendigkeit derartiger tariflicher Regelungen einsieht? haben.( Lebhafte Zustimmung bei den BS. Zuruf des Abg. Dan hat, daß ich, wenn ich noch Minister des Aeußern oder Reichskanzler den Kerkhoff. Begenrufe links: Steuern zahlen!) Es handelt wäre, anders gesprochen hätte, so kann ich das nicht zugeben.( Bu- mit Worten erhöht man den Reallohn nicht. Und es ist des fich darum es ist gar tein Zweifel darüber, und alle Belt weiß ruf von den DRat.: Er hat Sie überschäßt!) Nein, ich glaube, halb auch ein schlechter Trost, daß im Reichstag gestern ein das, denn es sind eine ganze Anzahl Leute festgenommen worden daß nichftt nur ich, fondern auch andere Reichskanzler die Auffassung Antrag des Zentrumsabgeordneten Marg angenommen wurde, baß diese Sabotageatte nicht von den Franzosen verübt worden vertreten hätten, die ich vorhin ausdrücklich zum Austrud gebracht welcher verlangt, daß das Reichsarbeitsministerium Vereinfind.( Wiederholte Burufe von den D.- Nat.) Ich begreife Ihren habe, daß man nämlich während solcher internationaler Berhand- barungen mit der Privatwirtschaft auf Anpassung der Ge Widerspruch nicht recht, rechnen Sie doch morgen mit uns at, lungen der äußeren Politit von der inneren Seite aus zu Hilfe hälter und Löhne an die Geldentwertung fördern soll. wenn Sie die Courage dazu haben.( Lautes Lachen rechts, tommen muß.( Sehr wahr! links.) Machen wir uns doch nichts und daß die Bezüge der in öffentlichen Diensten stehenden und Bebhafte Zustimmung bei den VS.) Es handelt sich hier um verbreche. vor! Sie erregen fich eben über die Aeußerungen, die wir über der Unterstützungsempfänger schnell der Geldentwertung angerische Afte, die in der ganzen Welt verurteilt werden( fehr Sabotagealte tun, und ehe 8 Tage ins Land gehen, werden Sie paßt werden sollen. Dennoch ergab die Debatte ein Positives: richtig! bei den BS.), die am allermeisten verurteilt werden von erleben, daß solche Sabotageafte von einer ganz anderen paßt werden sollen. Dennoch ergab die Debatte ein Positives: ben Bewohnern des alt und neubefeßten Ge. Seite verurteilt werten als von uns.( Burufe rechts.) Nein gegen die Stimmen der Rechten wurde vom Reichstag derjenige bietes( lebhafte Zustimmung bei den BS.), d. h. von den nicht von den Feinden, ich meine andere Leute; wir werden uns Teil des sozialdemokratischen Antrages angenommen, der verTrägern des paffiven Widerstandes und von den Leibtragenden dieses über diesen Punkt in diesem Hause noch zu unterhalten haben. langt, daß Reichsaufträge nur an Firmen mit wertbeattiven Widerstandes.( Sehr wahr! links.) Es ist ganz gewiß nur Wir wollten uns ja morgen in Ruhe darüber unterhalten. Sie ein Urteil vorhanden über den Terror, der von franzöfifcher und hindern uns ja leider daran. belgischer Seite in dem befeßten Gebiet ausgeübt wird, und es wäre durchaus verständlich, wenn irgendwo irgendwer wegen er fittener Unbill oder gar als Utt der Notwehr sich ein Verbrechen zufchulden kommen ließe, das von feiner Regierung gedeckt werden fann.( Fortgesette Rufe rechts: Geschäftsordnung!) Aber darum handelt es sich nicht. Es handelt sich hier um Sabotageatte, bie von organisierten Banden ausgeübt werden( sehr richtig! links), die aus dem unbefeßten Gebiet in das besetzte Gebiet hineingehen.( Buftimmung bei den BS. 3urufe Saarentschließung im Völkerbundsrat. Interesse des Landes solche Reden verhindern. Ich stelle wiederholt Dann hat der Herr Abg. Hergt zuletzt gefagt, er wollte im fest, daß die ganz überwiegende Mehrheit der leidenden Bevölkerung des alt- und neubefegten Gebietes unserer Auffassung ist.( Lebhafte Bustimmung links.) Und ich sage nun noch mehr! Wenn sich diese Sabotageatte wie derholen und tiefe Leiden steigern, dann werden Sie erleben, daß die Träger des Widerstandes im befeßten Gebiet in einer Weife Stellung dagegen nehmen werden, daß Sie Ihr blaues Wunder erleben!( Lebhaftes Bravo! lints.) ständigen Löhnen vergeben werden sollen. Im übrigen wird jetzt die Reichsregierung, der der Lohnantrag zu weiteren Vers ist, zu zeigen haben, ob sie mun ernsthaft die Initiative zur gehandlungen mit den Spizenorganisationen überwiesen worden jeglichen Regelung der Lohnfrage auf wertbeständiger Grundlage ergreifen will. Jedenfalls drängt die Lage zu einer Entscheidung. Diese Entscheidung muß bald fallen, weil sie in ihrer Wirkung weit über die eigentliche Lohnfrage hinausreicht. Die Eisenbahner und die Gemeinde- und Staatsarbeiter haben sich die Forderung nach mertbeständigen Löhnen zu eigen gemacht. Um diese durchzuführen, wird man auch energisch den Steuerbeide Argumente entschieden zurüd, den zweiten Einwand nament- betrug der Besitzenden beseitigen müssen und wird die Erlich durch eine Note der deutschen Regierung die feststellt daß eine hebung derjenigen Steuern, zwischen deren Beranlagung Genf, 7. Juli.( WEB.) Der Bölferbundrat faßte heute nach Einigung über die Frage in den Dresdener Verhandlungen in ab- und Zahlung ein gewiffer Zeitraum verstreicht, gleichfalls auf langen Beratungen eine Entschließung über die Saarfrage, in der er fehbarer Zeit nicht zu erwarten fei. Hanotaur der zunächst den eine wertbeständige Grundlage stellen müssen. Wenn die den Charakter der Regierungstommiffion im Saargebiet als Ber- polnischen Standpunkt unterstühte, schloß sich dem Rat an, Reichsregierung es nicht zuwege gebracht hat, die nach ihrer Meinung nicht unüberbrückbaren Gegensätze zwischen den treter des Bölkerbundrates und ihre tollettive Ber- Polnischen Standpunkt unterstützte, schloß sich dem Rai an, antwortung feststellt, sowie die Erwartung auf AufGenf, 7. Juli.( Ill.) Die heutige Vormittagssigung des Bölfer- Forderungen der Arbeiter und den Zugeständnissen der hebung der Ausnahmebestimmungen zu gewiffer Zeit aussprit, bundrats galt der Beendigung der Aussprache über die Danzig Unternehmer auszugleichen, so ist die Befürchtung nur die Gründe für die Einführung der Franten währung anettennt polnische Frage. Des Spaniers Quinones de Leon Bericht allzu gerechtfertigt, daß bei der Durchführung der wertund den Ausbau der lofalen Gendarmerie, die laut Bertrag an die wurde später vom Rat einstimmig angenommen. In dem Bericht beständigen Löhne für Reichs- und Staatsarbeiter the SchwieStelle der fremden Garnisonen fritt, anempfiehlt. Der Rat sichert wirg der von Danzig immer vertretene Standpunkt bestätigt, rigkeiten der Steuerregelung ebenfalls zu Verzögerungen der Regierungsforumiffion feine 21 n terstühung bei ihren wei- boß bie polnisch- Danziger Ronvention von 1920 eine Ergänzung und führen, deren Folgen unabsehbar sind. Ganze Arbeit tut not gestern noch hörte man nur Worte. teren Aufgaben zu. Hanotaur, Lord Robert Cecil und Branting er Erweiterung des Bersailler Artikels 104 darstellt und im allgemeinen Inzwischen Klettern die Preise weiter. Die Reichsflärten in längeren Ausführungen den Sinn der Entschließung. Der als Richtlinie zu gelten habe. Im Falle von Streitigkeiten Bölkerbundrat befchloß troh lebhaften Einspruchs des pol- follen wie bisher die beiden Barteien sich an den Bölterbund.inderziffer, die auf Antrag der Gewerkschaften nunmehr nischen Bertreters Modzeleniti auf Lord Robert Cecils An- tommiffar wenden. Es sei aber nicht statthaft, in Streit möchentlich veröffentlicht wird, weist in der Woche vom trag, die Auslegung des Artikels 4 des Minderheitsvertrages dem fragen den Entscheid des Bölterbundkommissars oder des Bölfer 27. Juni bis 4. Juli eine Steigerung der Lebenshaltungskosten 3nternationalen Gerichtshof zu überweisen. Der Ge- bundrats durch eigenmächtige Handlungen vorzugreifen. um 37,3 Broz. auf den 16 180fachen Borkriegsstand nach. Daß Bolens Danzigs und erklärten sich richtshof hat sich zunächst über die Zuständigkeit des Böllerbundes Die mit damit aber die Elendskurve noch längst nicht zu Ende ist, das Die Be- zeigen nicht nur die täglich in jedem Arbeiterhaushalt so auszusprechen foll aber im bejahenden Falle sofort fein Gutachten der Annahme des Berichts einverstanden. über Artitel 4 fällen. Modzelenjti begründete die Verfagung handlung verschiedener Details wurde auf die August- Tagung ver- brückend wahrnehmbaren Preissteigerungen. Die Großder Frage mit zwei Argumenten: 1. Die Angelegenheit intereffiere schoben. Soweit die Fragen unter den Parteien selbst geregelt handelspreise waren vielmehr bereits am 3. Juli nach auch andere Staaten mit Minderheiten mit denen man sich vorher werden fönnen, soll das in den für die nächsten Tage angesetzten den amtlichen Messungen auf dem fast 34 000fachen Borkriegsverständigen müsse. 2. Sie werde im Laufe der Dresdener Berhand- Berhandlungen zwischen Polen und Danzig in Anwesenheit des stand! Bei dem überhezten Tempo, mit dem sich heute die Kleinhandelspreise den Großhandelspreisen anpassen, bei der lungen direkt mit Deutschland geregelt werden, Cecil wies Bölterbundtommiffars und des Generalsekretärs erfolgen, Bertreter immer noch weiter um sich greifenden Goldmarkrechnung in Industrie und Handel ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß schon die allernächsten Tage eine weitere starte Ver- teucrung der gesamten Lebenshaltungskosten bringen wer- den, die bereits heute über viermal so hoch sind, als im Durch- schnitt des Monats Mai, wo die neue Markverschlechterung sich in verschärfter Weise auf dem Warenmarkt auswirkte. Unter diesen Umständen ist es der Arbeiterschaft unmöglich, darauf zu verzichten, daß ihr Arbeitslohn in ähnlicher Form vor der Entwertung geschützt wird, wie sich bisher die In- dustriellen und die sonstigen Sachwertbesitzer den Wirkungen der Geldentwertung zu entziehen suchten. Die Arbeiterschaft geht dabei längst nicht so weit wie Industrie, Landwirtschaft und Handel längst gegangen sind, denn sie verlangt nur die Berücksichtigung der tatsächlich erfolgten Teuerung in ihrem Lohne, während jene Kreise den Dollar und den Weltmarkt- preis— und auch letzteren nur solange er über dem Inlands- preis liegt— als Wertmaß anerkennen. Aber die tatsächliche Teuerung, wie sie sich in der Lohnzahlungswoche ergibt, muß in vollem Umfange berücksichtigt werden, sonst ist auch dieser„wertbeständige" Lohn kein ehrlicher Lohn, er wird zur Waffe zu einer eaneuten Senkung des Reallohnes für die Unternehmer. Ebenso selbstverständlich ist es, daß neben dem wertbeständigen Lohn auch die Möglichkeit geschaffen werden muß, Ersparnisse wertbeständig anzulegen, um nicht auch die- jenigen Kreise, wie bisher, auf Kosten ihres dringlichsten Lebensbedarfs manchmal zu unwirtschaftlichen Ausgaben zu zwingen, weil sie die Entwertung des Geldes befürchten müssen, und große Anschaffungen, zu denen heute schon ein- fachste Bekleidungsstücke zu rechnen sind, nicht vom einzelnen Lohn bestritten werden können. Das alles find Fragen, die heute nicht mehr als wissen- schaftliche Probleme zur akademischen Erörterung stehen, son- dern die dringend einer sofortigen Lösung bedürfen. Die Kraft des Volkes wird unterhöhlt, die Widerstandsfähigkeit der breiten Massen in dem erbitterten Ringen um das Ruhr- gebiet erheblich geschwächt, wenn man, wie die Unternehmer und die bürgerlichen Parteien es tun, im entscheidenden Mo- ment in dieser lebenswichtigen Frage nur Worte findet, wo Taten notwendig find._ General v. watter gegen üen �vorwärts". Am Montag vormittag beginnt vor der Strafkammer des Ber- liner Landgerichts im Neuen Kriminalgericht Moabit, Zr� 403, unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Regen die Berufungs- Verhandlung in der Beleidigungsklage, die der ehemalige Reichs- wehrgeneral von W a t t e r gegen den verantwortlichen Redakteur des„Vorwärts", Genossen Victor Schiff, angestrengt hat. In der ersten Verhandlung vor dem Schöffengericht am 23. Fe- bruar d. I. war unser Redakteur zwar nur zu der relativ niedrigen Geldstrafe von 10 000 M. verurteilt worden, doch war nach dem ganzen Verlauf des Prozesses eine Verurteilung an sich Unverstand- lich und besonders die f ch r i f t l i ch e Begründung des Urteils forderte zum schärfsten Protest heraus: dieses Urteil mußte wegen feiner psychologischen und rechtlichen Wirkungen geradezu als ein Freibrief für künftige Putschisten aufgefaßt werden; weder der Eid der Reichswehroffiziere auf die republika- nifche Reichsoerfassung, noch die Verordnungen des Reichspräsiden- ten gegen die Bildung jener„S«lbstschutz"-Organisationen, deren Treiben heute gefährlicher ist den je, würden danach ein genügen- des Hindernis für jene Kreise bilden, die sich mit dem Gedanken tragen, die Republik gewaltsam zu beseitigen: ein paar rhetorische Wendungen, ein Minimum von äußerem Schein würden in Zukunft für den Strafrichter schwerer wiegen als die o f f e n k u n- 'd i g st e n Tatsachen. So ist die zur Debatte stehende Frage, ob General v. Watter an einer„Vcrschwörersitzung in Karlsruhe" teilgenom- wen und ob er im Kapp-Putsch„Eid- und Verfassung s- b r u ch" begangen hat, wie dies vom„Vorwärts" behauptet wurde, zu einer grundsätzlichen Frage geworden, deren rücksichtslose Beleuchtung in der gegenwärtigen Zeit von besonderer Wichtigkeit Gin Zusammenstoß. Von Henri Barbusse. Ich saß auf einer Bank der vornehmen Promenade; vor mir dehnte sich eine Wiese, die grünem Satin glich. In der Morgensonne schössen aus Schläuchen riesige Federn von blendcndeni Weiß: der Rasen war wie frisch lackiert. Ein himmlisches Wetter! Das farbenfchillernde und doch diskret abgetönte Hin- und 5)ersluten der mondänen Spaziergänger glich einem talentvollen, mit soviel Geschmack in der Farbengebung aus- geführten Bilde, daß ich nach Verlaus einer halben Stunde meinen Roman verkehrt hielt. Ich ließ ihn auf meine mageren Knie sinken und genoß in sybaritischem Nichtstun den Anblick. Da gewahrte ich vom Ende der Allee her— ein sich näherndes Paar. Der Mann und die Frau waren schöne und vor allem sehr vornehme Erscheinungen. Es ging von ihnen ein nicht zu über- bietendes Etwas von Distinktion aus, das armen Teufeln gleich mir — trotz allem Sichdagegenwehren— stets imponiert. Die Dame trug ein Schneiderkleid aus Kaschmir, das mit Gerank kostbarer alter Spitzen besetzt war. Eine persische Miniatur und eine Kokette von 1860 verschmolzen, verklärten sich in dieser Frau. Weiße Gamaschen schmiegten sich knapp und zart um einen zierlichen, kurzen Fuß. Wie eine Guaschmalerei war die auf ihrer spitz zulausenden Hutsorm von einem blitzenden kleinen Stern ge- baltene Reiherseder aufgesetzt. Aus dem Gewoge dieser sashionabeln Spaziergänger hob sie sich heraus, als wenn si» einsam initten im Paradiese gewesen wäre. Der Mann verkörperte eine unübertreffliche Anpasiung an die letzte, mir fremde Mode, die Ich trotzdem erkannte. O, ich war mir meiner zerknitterten Manschetten nur zu be- wüßt— gestern hatte ich mich beim Anziehen versehentlich draus gesetzt— meiner mit Beulen behafteten Schuhe, deren schadhaste Spitzen sich hartnäckig nach oben wölbten und meiner durch den SomUagsrock nur noch vermehrten Befangenheit____ Und trotzdem * wogten meine Blicke das rosige, zarte Gesicht zu streifen, dos, mit dem Puderhauch auf den Wangen— in der ovalen Umrahmung des mottgolden schimmernden Haares— einem Pastell glich. Wie der fjerr und die Dome an mir vorüber waren, folgte ich ihnen gesenkten Blickes, fast unfreiwillig---- Das Selbstherrliche und der eklatante Reichtum dieser beiden weckte in mir den arm- seligen Wunsch, sie zu beobachten. In Wirklichkeit waren es drei: ich unterließ zu sagen, daß die Hand der jungen Dame von einer dünnen, hell glitzernden Kette vorwärtsgezogen wurde, an der ein kleines Hündchen zerrte. Der weiße Liebling, der seinen Schweif gleich einem Sonnenschirm trug und die wie aus Papier geschnittenen Oehrchen spitzte, verschwand dermasien unter den, krausen Fell, daß man kaum den kleinen, mit einer Pelzschabracke sorglich eingehüllten Körper wahrnahm. Meine Spaziergänger blieben plötzlich stehen. Da bemerkte auch ich den Gegenstand der Ueberraschung. Und ich bekenne, daß er auf mich gleichfalls einen unschönen Eindruck machte. Ein mißgestalteter Zigeuner, mit gelbem Teint, pech- schwarzen haaren— er sah wie ein exotischer Hexenmeister aus— batte am Rande der Allee Posta gefaßt und spielte ein Akkordion. Vor ihm stand ein viereckiger Kasten, darauf hockte ein als Tänzerin verkleidetes Aefschen. Ich kann Nicht sogen, wi« sehr dies« düstere, zerlumpte, aus der erscheint. Deshalb ist auch Berufung gegen das schösfengerichtliche Urteil vom„Vorwärt?"-Redakteur eingelegt worden. Der Prozeß, der bereits in der ersten Instanz einen nicht ge- ringen Zeugenaufwand verursacht hatte, dürfte vor der Strafkammer eine noch größere Ausdehnung gewinnen, da das Gericht die Ladung weiterer Zeugen aus Karlsruhe, aus Westfalen usw. von Amts wegen angeordnet hat. Als Zeugen sind geladen: der preußische Minister des Innern Gen. S e o e r i n g, die Reichs- und Land- tagsabgeordneten Gen. Braß, Husemann. Woldt: Poli- zeioberinspektor Becker- Karlsruhe, badischer Landesgendormerie- oberst Blankenhorn, ehem. Sekretär der Demokr. Partei Badens Blech: General K a b i s ch, Major v. L ü tz o w, Reichswehrmajor Lorenz, Hauptmann v. H a u n st e i n. Der Prozeß soll z w e i Tage dauern. Als Verteidiger des Angeklagten fungieren wieder die R.-A. Dr. H o r o w i tz- Berlin und Gen. Alwin S a en g e r- München, als Vertreter des Generals v. W a t t e r die R.-A. Dr. Alsberg und P e s ch k e. der verfasiungstag bleibt! Die Reichsregierung läßt amtlich mitteilen: Der Reichstag hat dos Gesetz über die Feiertage nicht mehr oerabschiedet. Während eine große Mehrheit für die reichs- gesetzliche Festlegung der großen christlichen Feiertage, für den V e r f a ss» n g s t a g und den Gedenktag für die Opfer des Krieges gesichert war, konnte unter den Parteien eine die Mehrheit für die Schlußabstimmung sichernde Verständigung darüber noch nicht erzielt werden, ob über die Regierungsvorlage hinaus ent- sprechend den Beschlüssen des Ausschusses auch der 1. Mai der Feiertagsgesetzgebung der Länder entzogen werden und der Herbst- bußtag da, wo er nach dem Inkrafttreten der Reichsverfassung ab- geschafft ist, wieder eingeführt werden soll. Aus diesem Grunde wurde die Verabschiedung des Gesetzes vorläufig zurückgestellt. Di« Reichsregierung hält an der Notwendigkeit fest, das Gesetz baldmöglichst zu verabschieden, damit das Deutsche Reich aus der die Einheit gefährdenden Mannigfaltigkeit der Feiertagsgeftaltung und den fortwährenden Kämpfen auf diesem Gebiet herauskommt, weshalb auch für die beiden enannten Punkte eine Verständigung der Parteien für die Schlußabstimmung erzielt werden muß. Die Aufschiebung trifst formell auch die Festsetzung des Ver- fassungstages als Nationalfeiertag. Nachdem aber die Re- gierimgsvorlage in der Schlußabstimmung des Reichsrats von den Ländern ein stimm ig angenommen ist und in diesem Punkte auch die Zustimmung des Reichstages gesichert er- scheint, wird der Verfassungstag in Fortbildung der Uebung der beiden letzten Jahre auch in diesem Jahre fe st lich be- gangen werden. Wegen der Beteiligung der Länder ist die Reichsregierung mit den Landesregierungen bereits in Verbindung getreten. Die Feier soll in diesem Jahre mit einem„Rhein- und R u h r t a g" verbunden werden, um den Gefühlen der Geschlossen- heit Deutschlands, des Dankes an die leidenden Mitbürger und des festen Entschlusses der Erhaltung von Rhein und Ruhr für unser Vaterland im Zusammenhang mit dem allgemeinen Bekenntnis zum Staat und seiner Verfassung starken Ausdruck zu geben. Kartoffelnot und Lanöbünöler. Den„Segen der freien Wirtschaft", die unsere bürgerliche Reichs- tagsmehrheit den Agrariern als besonderes Geschenk zukommen ließ, bekommt das deutsche Volk gegenwärtig besonders in der Kartoffel- Versorgung zu spüren, obwohl die Kartoffelernte des vergangenen cherbstes eine der größten war, die wir je in Deutschland hatten. Aber gerade die über alles Erwarten große Kartoffelernte führte zu einem unglaublichen Leichtsinn, der auf die Kartoffel konsumieren- den breiten Massen kein« Rücksicht kannte. Das Reich erweiterte das Kartoffelkontingent für die Spiritusbrennereien sofort erheblich. In reichlichen Mengen wurden Kartoffeln den Fabriken zur Verarbeitung als Kartoffelmehl, Kartoffelstöcken usw. zugeführt. Die Landwirt- schaft ging bei dem ungewöhnlichen Kartoffelsegen rasch dazu über, Kartoffeln in nie geahnten Mengen zu verfüttern, weil die Kartoffel immer noch bei weitem das billigste Futter für das Vieh darstellte. Die Folge der guten Ernte war also der denkbar leichtfertigste Raub- Kloake irgendeiner Hölle aufgetauchte Gruppe die schöne Allee, gleich einem Schandfleck, verunzierte. Der Mann sah gemein, tückisch, abstoßend aus. Der Affe trug über seinem schmutzigen Fell ein abscheuliches, von garstigen Flecken starrendes Röckchen aus rosa Leinwand, welches ein Hosenträgerteil, der an einem weißen Knöpfchen haftete, über der mageren Schulter festhielt. Seine Aufgabe bestand im Aufrechlstehen und nach rechts und links Balancieren..., aber er brach immer wieder schnell zusammen, kauerte erschöpft nieder, legte die grauen und ins rötliche spielenden Pfoten auf den Kistenrand und auf seinem Guttaperchagesicht wechselten heständig die Grimassen. Dann versetzte sein Herr der Kiste einen leichten Fußtritt: da» Tier zitterte, fuhr zusammen, sprang wieder auf und für einige Augenblicke schnellte sein Schwanz den Rock empor, wie die Degen der Tenöre ihre Prun/mäntel heben. Die»ame lachte laut auf. Sie amüsierte sich über die Begeg- nung mit diesem trübseligen 5)ungerleider. Der kleine Hund kläffte. „Brav, Double-Blanc!" Jetzt konstatierte meine ziemlich ante Beobachtungsgabe Folgen- des.(Ich pflege die Mienen der Mitfahrenden in den Straßen- bahnen genau zu prüfen, habe auch Gelegenheit mich zu schulen, wenn ich im Sommer aushilfsweise beim Auskunstsdienst tätig bin.) Der Dame machte die Wut des kleinen Hunde» Spaß und sie fand unbewußt ein Interesse daran, sie noch anzustacheln. „Er mag nicht» Häßliches leiden, sehen Sie, Frank! Bravo, Double-Blanc, du hast keine Angst vor dem boshaften Affen." Double-Blanc kam näher, zerrte an feiner weißen Kette, die, wie Silber klingelnd, sich gleich einer Harfenseite spannte. Der Affe gab jetzt Zeichen der Unruhe, sprang auf die Erde, nach der anderen Seite, als wolle er einen Zigarrenstummel auflesen. Ein gutturales Räuspern seines Herrn trieb ihn wieder auf die Kiste. Aber dort krümmte er sich zusammen und bedeckte mit der rechten Pfote sein vieldeutiges Gesicht. Nach meiner Meinung ließ es die Besitzerin von Double-Blanc gern zu. daß dieser sich unmerklich dem kleinen Tänzer näherte: da» Draufgängertum des preziöfen Lieblings erfüllte sie mit einem ge- wissen Stolz. „Er begreift," sagte sie. Ein wiederholtes, perlendes Lochen: sie schnalzte mit der Zunge. Da sprang der kleine Köter plötzlich elastisch und unwiderstehlich los: sein Mäulchen faßte den Saum des rosalinnenen Röckchens und schüttelte ihn wütend. Der Affe rollte drohend die Augen, ließ einen Ton wie eine in die Falle gegangene Maus hören und zog mit beiden Pfoten den Rock dicht an den Körper. Diese Geste, die eine Bewegung der Scham nachäffte, löste Gelächter aus. Aber aus dem Gebiß des Vierhänders drang ein so krampfhaftes und wildes Knirschen, daß ein kleines Kind einen Kiesel schleuderte, der neben die Kiste, in den leeren Sammelteller fiel. Und ich? Ich gestehe: beim Anblick dieses Treibens empfand ich so etwas wie Scham, unterdrückte aber jegliche Aeußerung, weil ich allzu schüchtern und viel zu simpel gekleidet oder vielmehr zu feig, zu arm war, um in der Oefsentlichkeit laut zu denken. Knacks! Die morsche Leinwand gab nach und zerriß____ Aber im selben Augenblick zuckte das dürre Acrmchen des Affen nieder und die zusammengekrallte Pfote traf das weiße Schnäuzchen seines Peinigers. bau, der uns in der jetzigen Uebergangszeii zur neuen Ernte m diä größten Schwierigkeiten versetzt, zumal das regnerische und kalte Wetter des Frühjahrs die neue Kartoffelernte außerordentlich ver< zögert und beeinträchtigt hat. Trotz der reichen Ernte bat also die freie Wirtschaft, wie es die Sozialdemokratie zur Genüge voraus, jagte, zu den schwersten Erschütterungen in der Versorgung des deuffchen Volkes mit dem wichtigsten Nahrungsmittel geführt. Wie schlimm es bestellt ist mit der Kartosfelknappheit, ersieht man am besten daraus, daß der Reichslandbund auf Druck der Reichsregierung sich schon im vorigen Monat veranlaßt sah, an seine Mitglieder die Bitte zu richten, den Großstädten und Jndustriebezirken noch Kar, toffeln zuzuführen: der Verwertungsverband deutscher Spiritus, fabrikanten mußte an die Brennereien einen Aufruf richten, keine Speisekartoffeln mehr zu brennen und zu verfüttern, sondern sie schleunigst zur Ablieferung für die menschliche Ernährung zu bringen. Aber den Brandenburgischcn Landbund rührt die offenkundige Ernährungsnot des Volkes nicht. Er bringt es fertig, in einer Zuschrift an die Berliner„Kreuz-Zeitung" kurzerhand einen Teil der Schuld an dem Kartofselmangel„der ganz unglücklichen Handhabimg der Wuchergesetzgebung" in die Schuhe zu schieben. Auf sie sei es zurückzuführen, wenn im Gegensatz zu den ftüheren Iahren (also während der Bewirtschaftung) auch keine nennenswerten Vor- räte beim Großhandel vorhanden seien, da„trotz Aufhebung der Zwangswirffchaft von den Behörden die Preisgestaltung in einer den wirtschaftlichen VerhälMissen nicht angemessene» Weise beeinflußt" werde. Diesen Herrschaften genügen also die Gewinne, die ihnen durch die Aushebung der Zwangswirtschaft zugeführt wurden, noch lange nicht. Schon lausen sie Sturm gegen die wirklich nicht rigoros ge, handhabte Wuchergesetzgebung, weil die durch sie überwachten Preis» sie noch immer nicht beftiedigen Sie erläßt diese Kundgebung, die dem Aufruf des Reichslandbundes in den Rücken fällt und eine weitere Ablieferung noch vorhandener Kartoffelbeständ« wenigstens in Brandenburg unmöglich machen dürfte. Die Koalitionsfrage. Borstandssitzung der Bolkspartei. Im Reichstag trat gestern unter dem Vorsitz de« Abg. D� Stresemann der Zentraloorstand der Deutschen Volks» Partei zu einer außerordentlich stark besuchten Sitzung zuscnn» men, um zu den großen Fragen der Reichspolitik und der preußischen Politik Stellung zu nehmen. Der Landtagsabg. Dr. Leidig, der hierauf über die preußische Politik sprach, trat für die groß« Koalition in Preußen ein. Unter lebhaftem Beifall der Ver- sammlung erklärte er, es würde Landesverrat bedeuten, wenn man an eine Auflösung der großen Koalition denken wolle. 2» der gleichen Richtung bewegte sich die Aussprache. Die neuen Seamtenbezüge. Die gestern im Reichssinanzministerium geführten Verhandlungen über die Erhöhung der Beamtengehälter hatten folgendes Ergebnis: Der Teuerungszuschlag zu den Grundbezügen der Beamten (Gehalts- und Ortszuschlag) wurde von 87 Proz. auf 237 Proz„ der Frauenzuschlag von 64 000 auf 166 000 M. erhöht. Die Ortssonder» Zuschläge für Beamte wurden in der gleichen Höhe wie die der Ar» bettet abgebaut. Die Besatzungszulage im besetzten Gebiet ist von 80 000 M. pro Monat aus 144 000 M., die Kinderzuloge von 16 000 aus 28 000 Mk. erhöht worden.— Der Hauptausschuß des Reichstags hat der Regierung bereits die Ermächtigung zur Auszahlung der vereinbarten neuen Gehalts- und Lohnbezüge erteilt. beispiellose Markflucht. Prag, 7. Juli.(TU.) In Verbindung mit dem neuerftchea Rückgang der Reichsmark sind ungewöhnlich große Ankäufe tschechoslowakischer Wertpapiere in Wien und Prag in reichsdeutscher Währung erfolgt. In Verbindung damit ist auch der Kurs der Reichsmark in Prag auf 1,23 für 10000 M. zurück. gegangen, was ungefähr dem vierten Tie! der österreichischen Krone entspricht. Sosort ließ dieser ob und flüchtete mit grellen Iammeriaute» — oerletzten Auges— zu den Füßen seiner Gebieterin. Der junge Mann aber sprang hinzu, hob seinen Spazierstock — ein scharfer Hieb durchschnitt die Luft— und traf den Affen m die Flanke. Noch einmal drehte der sich auf seiner Kiste, wo er einen Augen« blick vorher gearbeitet hatte, dann sank er platt, mit schwachen Zuckungen, zu Boden, während sein rosa Kleid, das noch am Hofeiu träger hielt, sich zerfetzt längs feiner Weichen anschmiegte. Das alles war das Geschehen eines einzigen Augenblicks. Zu gleicher Zeit sah ich, wie die kleine schwärzliche Masse am Boden zuckte, der Zigeuner— er stand mit offenem Munde da— sein dichtes Haar durchwühlend, heulte und durch die angewachsene Menge ein Polizist wie das verkörperte Schicksal sich direkt auf iha zu den Weg bahnte. Der junge Herr suchte stumm, durch die Energie seines Ein« greifens selbst ein wenig außer Fassung, die Blicke der Dame. Ich aber, ich trennte die noch unschlüssig dastehenden Gruppe» und stürzte mich auf ihn. Ich? War ich denn das? Ja wirklich.... Auge in Auge stellte ich mich vor ihn hin und verabfolgte ihm au» ollen Kräften eine schallende Ohrfeige. Er schwankte, mit einem Fuße in der Luft. Ein zweiter Schlag warf ihn gegen einen Baum. Und da ich von ihm nichts weiter vor mir hatte als seinen zu Boden gefallenen Hut, schleuderte ich die elegante Kopfbedeckung sieges- trunken mitten auf die Chaussee. Dann entferete ich mich ruhigen Schrittes. Ich fühlte mich würdig des rings um mich entstandenen tiefen Schweigens, ich, der mo- mentan Schwäche, Befangenheit und sogar seinen lächerlichen, arm- seligen Rock mit allen Flecken darauf vergessen hatte. (Berechtigte Uebcrsetzung von Johannes Kunde.) Verschickung von SchuINndern in Erholungsstätten. Die Arbert der Schulsürsorge erstreckt sich in diesen Sommermonaten besonders darauf, den erholungsbedürftigen Kindern die ihnen so dringend notwendige Verpflanzung in günstigere Lebensbedingungen zu ge- währen. Zwei auf diesem Gebiete tätige Fachmänner, der Direktor der Sozialhngienischen Abteilung des Hauptgesundheitsamtes, Schweers und der Direktor des Berliner Jugendamtes Häußler haben die hierbei in Betracht kommenden Fragen in der Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege erörtert, worüber Mamlock in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrist" berichtet. Die so wichtige Auswahl der Schulkinder muß durch den Schul- a r z t erfolgen, der durch systematische Fürsorgearbeit im Laus« des Jahres die bedürftigen Kinder ermittelt und später den Kur- erfolg feststellt. Das letztere ist bisher leider vielfach unterblieben, doch soll nunmehr das gesamte zur Beurteilung nötige Material den Schulärzten zugeleitet werden. Auch die praktischen Aerzte müßten zur Mitarbeit herangezogen werden und den Schulärzten Vorschläge und Anregungen geben. Für Großstädte ist eine Z« n- tral stelle erforderlich, von der aus die Verschickungen«inheit- lich erfolgen. Von hier aus muß auch die Finanzierung betrieben werden. Die Städte haben in erster Lim« die Aufgabe, für Kinder, bei denen keine Eltern vorhanden sind und niemand anders di« Kosten tragen kann, die erfordertichen Mittel auszubringen. Erst in zweiter Linie haben sich d'e Städte an den Kosten zu beteiligen, wenn bereits andere Kostenträger vorhanden sind. Sehr zu empfehlen ist di« Unterbringung der Linder in Einzelpjlegestell««. Fort mit der Notverordnung! Ernährungskatastrophe im Ruhrgebiet? Die Depots find bis jetzt unberührt, da die Schlüssel nicht heraus gegeben werden. Antrag der bayerischen Sozialdemokraten. Regierungspräsident Grüßner wendet sich an den Papst. Paris, 7. Juli.( WTB.) Nach einer Havas- Meldung aus Düssel Elberfeld, 7. Juli.( WTB.) Das von dem Regierungspräsidenten dorf hat die belgische Besatzungsbehörde in der Reichsbant. München, 7. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Auf Grund der bewiesenen Tatsache, daß die Ausnahmeverordnung der Grüner aus Anlaß der Absperrung des Ruhrgebietes an den filiale in Duisburg vier Milliarden Mart be bayerischen Regierung vom 11. Mai in unerhört einseitiger päpstlichen Delegaten Msgr. Testa in Essen gerichtete Telegramm ichlagnahmt", um die Geldbuße von 30 Milliarden Mart zu hat folgenden Wortlaut: Weise gegen die Linksparteien und die arbeitenden Massen andecken, die der Stadt nach dem Eisenbahnunglück an der Hochfelder gewandt wurde, hat die sozialdemokratische Landtagsfeit 4. Juli 1923 rüden im Einbruchsgebiet ErnährungsAbschnürungsmaßnahmen französischer und belgischer Truppen Brüde auferlegt worden war. fraftion folgende Interpellation eingebracht: „ Wann gedenkt die Staatsregierung des Freistaates Bayern tatastrophe größten Umfanges in nächst greifbare Paris, 7. Juli.( EP.) Seit gestern Freitag hat der franzödie am 11. Mai 1923 erlassene notverordnung" aufzuheben, Nähe. Trotz wiederholter feierlicher schriftlich und mündlich mir die in einer einseitigen parteiischen Anwendung durch die bayerische gegenüber abgegebener Erklärungen Generale Degoutte und Den- fische Frankfurs den Rekordtiefstand erreicht. Die Abwärtsbewegung Regierung stärkste Beunruhigung in weiten Boltstreifen hervorruft." Dignes, über Ruhrgebiet keine Hungerblockade zu verhängen, greifen hat sich heute fortgefeßt. Der Dollar notierte heute 17,84, bas Regierung stärkste Beunruhigung in weiten Volksfreifen hervorruff." ihnen unterstellte Organe der Militär- und Zivilverwaltung dauernd Pfund Sterling 79,40. Es ist interessant, daran zu erinnern, daß weitgehend in deutsche Zufuhr Lebensmitteln beim Regierungsantritt Poincarés der Dollar 12 und das Pfund Rekordtiefstand des Franken. Pöhner und Möhl wollten Bayern losreißen. Einfuhr von Kartoffeln, Fetten, billigem Gemüse, Beſchlagnahme ein. Ich unterlasse absichtlich Aufstellung der zahllosen Eingriffe in zirka 50 Frant notierte. = " Devisenkurse. 7. Juli 6. Juli Käufer Verkäufer Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-)( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs Kurs Kurs 68827-50 69172.15 68827-50 69172.50 1 argentinische Papier- Befo 60847-50 61152.50 60847.50 61152.50 1 belgischer Frant I norwegische Krone 1 dänische Krone. 1 schwedische Krone München, 7. Juli.( Eig. Drahtb.) Durch eidliche Zeugen aussagen der Zudervorräte der rheinischen und Ruhrbevölkerung, sowie Ein- In dem Rechtsstreit zwischen dem hessischen Staat und dem ehe. im Hochverratsprozeß Fuchs- Machhaus, in dem am Montag, griffe in das Bankwesen, verweise jedoch besonders auf die Bemaligen Großherzog erließ das Gericht eine einstweilige Verfügung, den 9. d. M., Urteilsverkündigung ist, wurde erhärtet, daß die Beschlagnahme der legten Kartoffelporräte bei der die unter Zugrundelegung der Verbindlichkeiten, welche dem Kläger strebungen auf Trennung Bayerns vom Reiche bereits 1921 feste Bevölkerung von Duisburg durch dortigen General. Bon Be- gegenüber seinen Beamten und Bediensteten obliegen, für die Zwischenzeit die Leistungen des Beklagten vorläufig festsetzt. Im Gestalt angenommen haben; ferner erfuhr man, daß schon damals fagungsbehörden zugesicherte ungehinderte Zufuhr und ungehinderte übrigen ruht vorerst der Rechtsstreit. bayerische Regierungsstellen sowie Reichsbehörden von diesen Dingen Einreise und Ausreise von Lebensmittelhändlern steht auf Papier, Kenntnis bekommen hatten. Kurz vor dem Prozeß hat der sogar Delegierten Internationalen Roten Kreu Hauptzeuge Mayr in einem Briefe an den bayerischen Innen- 3 es 3utritt zum Ruhreinbruchsgebiet taum möglich. Zahl minister diese Zusammenhänge von neuem bloßgelegt, um wenigstens still sterbender Opfer dieses nicht gehaltenen Versprechens Generals zusammen mit dem Prozeß eine restlose Aufklärung zu veranlassen. Degoutte oder seines Unvermögens, seine Befehle bei Unterstellen Dieser Brief, der heute in der Münchener Post" veröffentlicht durchzusehen, mehrt sich stündlich und täglich, besonders in Kinderwird, erhebt schwere Anflagen gegen die Männer, die sogenannte welt. Die Bevölkerung des Einbruchsgebietes, besonders kathovaterländische Politik in Bayern machen. Es wird darauf hinge- lische, bittet Sie durch mich, zu veranlassen, dieses Verhalten zum wiesen, daß im Herbst 1921, furz nach dem Ableben des ehemaligen Gegenstand rasch efter und weitgehendster Einfluß- 1 holländischer Gulden Königs Ludwig III., ein Konventikel den Plan betrieb, gelegentlich nahme bei Besagung zu machen, insbesondere staatlichen und der Beisehung die Monarchie wieder in den Sattel ze heben. städtischen Beamten ungehinderte Einreise und Ausreise in AnDiesem Konventikel gehörten u. a. an: Dr. Pittinger, Ober- gelegenheiten Lebensmittelversorgung sofort zu erwirken. 10. Millandesgerichtsrat Pöhmer, Regierungspräsident v. Kahr, lionen Menschen erhoffen den Erfolg Ihres Schrittes." Reichswehrgeneral v. Möhl, Regierungsrat Soden. Diese Pläne wurden dem Major Mayr bekannt und er unterrichtete den damals in München weilenden Staatsfommissar von Nürnberg1 japanischer gen Düsseldorf, 7. Juli.( Mtb.) General Degoutte hat eine neue 1 italienische Lire Fürth, Oberregierungspräsident Gareis, der sogleich äußerte, daß erfügung über die Erhebung der französischen 3ölle und 1 Pfund Sterling man diese Dinge ungesäumt der Reichsregierung mitteilen müsse. Gebühren erlassen, wonach die Einfuhrzölle und Gebühren nicht 1 Dollar. Mayr versuchte aber zuvor noch, Pöhner und Möhl von ihrer mehr in Papiermart, sondern nach Belieben in nichtentwerte 1 französischer Frant privaten Geheimpolitit abzubringen, jedoch ohne Erfolg. Die ter Währung zu zahlen sind, und zwar soll bei der Berechnung 1 brasilianischer Milreis Unterrichtung der Reichsregierung erfolgte nun unter voller Initiative en Roeffizient in Anrechnung kommen, der den Zollämtern regel- 1 Schweizer Frank. Fürth, Oberregierungsrat Goreis, der sogleich äußerte, daß mäßig telegraphisch mitgeteilt wird. Die Gebühren werden in der- 1 spanische Peseta Reichswehrministerium, dem jetzigen General Diese Mitteilungen gegeben ist. jenigen Währung erhoben, die auf den Einfuhrerlaubnisfcheinen anHerrgott, und an Legationsrat Will. wurden auch in einem Exposé schriftlich niedergelegt und bilden heute Frankfurt a. M., 7. Juli.( WTB.) Seit einigen Tagen halten eine bis ins einzelne gehende Bestätigung der seitherigen Entwidfung der Dinge in Bayern. Will setzte den Reichspräsidenten die Franzosen das Gebäude der Reichsbantin Mainz befest. davon in Kenntnis, und dieser ließ den Major Mayr zu sich zum Bortrage bitten. Zwei Tage darauf besprach sich der Reichspräsident mit dem damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Grafen Ler chenfeld, der diese Dinge ins Lächerlich e zog und dem es offenbar gelong, ein Eingreifen des Reichs in Bayern zu ver= hindern. Die Mitteilungen in diesem Briefe sind auch um deswillen intereffant, als Minister Schweer bekanntlich gegen den Bürgermeister Dr. 2 uppe von Nürnberg ein großes Kesseltreiben und ein Disziplinarverfahren veranlaßt hat, weil diefer angeblich unter Umgehung seiner vorgesetzten Behörde( Ministerium des Innern) fich direkt an das Reich um Hilfe gegen Rechtsputschisten gewandt hat, während Schwener wegen desselben Delikts gegen einen feiner politischen Beamten, das ihm wohlbekannt war, nicht im geringsten vorgegangen ist. Der Ueberfall auf Caillaur. Der Advokat Elot, der in Toulouse Caillaur überfallen hatte, wurde zu drei Monaten Gefäng nis verurteilt. Mehrere Camelots du Roi erhielten einmonatige Gefängnisstrafen mit teilweisem Strafaufschub. Die französische Kammer hat das Washingtoner Abkommen vom 6. Februar 1922 über die Beschränkung der See rüstungen mit 460 gegen 106 Stimmen ratifiziert. Die Erholungsfürsorge hat bei der Berschidung sehr wichtige er. zieherische Aufgaben zu erfüllen und man hat damit bei der Einzelunterbringung gute Erfolge erzielt. In der Einzelpflege sind die drei wichtigsten Faktoren, die für die Kinder notwendig find, in umfänglichster Weise vorhanden: Licht, Luft und gute Nahrung. Zollerhebung in fremden Devisen. 1 finnische Mart. 100 öfterr. Stronen( abgeſt.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone • 1 bulgarische Lewa i jugoslawischer Dinar 8628. 8672.- 8628.- 8672.28329.. 28471.- 28024.50 28170.50 30723.- 30877.- 30324.- 30476.46383.50 46616.14 46383.50 46616.50 4862.50 4887.50 4862,50 4887,50 84787.50 85212.50 84787.50 85212.50 7531. 7569.- 7531.- 7569.798802. 798600.- 802000.175560.- 176400.- 175566.- 176490.10274. 10326.- 10274.- 10326.17955. 18045.- 17955.- 18045. 30324.30476.- 30324.- 30876.24937.50 25062.50 24937.50 25062.50 259.35 260.65 249,37 250,63 5386.50 5413.50 5361,50 5388,50 20.29 20.41 1775.50 1784.50 1870.- 1880.- 1870,- 1880, Die Streiklage in Berlin. Die Zentralstreifleitung der Metalla beiter teilt mit: Die Zentralstreifleitung hat festgestellt, daß Elemente am Berke sind, solche Betriebe, die nicht von der Streifleitung aufgerufen worden sind, mit in den Kampf zuziehen. Diese Elemente versuchen, durch telephonischen Anruf die Betriebe i rrezuführen, indem sie die Nachricht geben, die Streitleitung habe beschlossen, daß auch ihr Betrieb mitstreifen foll. Wir machen erneut darauf aufmerksam, daß die Mit glieder der Streifleitung einen Ausweis beibringen müssen mit der Unterschrift Ulrich. Die Streifleitung ersucht bringend, Disziplin zu wahren. Der Streit der Bauarbeiter geht weiter. Die Bauarbeiter sowohl wie die Zimmerer haber das Angebot der Unternehmer, das hinter dem Schiedsspruch des Bezirkslohn amts zurückblieb, abgelehnt. Die Bauarbeiter wie die Metallarbeiter haben nicht allein das mehr als begreifliche Gefühl der Erbitterung über die unzureichenden Zu geständnisse der Unternehmer, sie wollen auch angesichts der beispiellosen Teuerung endlich die Kauftraft ihres Lohnes gesichert sehen. 20,29 1775,50 Am 2. Juli 1923 laut Markthallenausweis foftete Rindfleisch Butter Mehl Bohnen Neis Brot( à Pfund 947 M.) ( Nach der Gewichtsmenge des Friedensbrotes) Kartoffeln ( 10 Pfund alte und 10 Pfund neue Kartoffeln) Milch. . 1 Pfund 19 000 M. 1 35 000 IP 1 3 200 " 6.000 • " 19 1 6 200 " P " 5 4 735 20 Pfund 55 000 m. . 1 Liter 2960 M. * Gesamtausgabe 130 202 W. 20,41 1784,50 Ob= Die geringere Ausgabe für die Bestreitung des MietDer Obermagistratsrat Dr. Wölbling hat die Parteien am Montag zu Verständigungsverhandlungen einge- Der Stundenlohn eines hochqualifizierten Metallarbeiters laden. Gleichzeitig bekam der Deutsche Metallarbeiterverband in Berlin betrug 1914 95 Pf., die Arbeitszeit 9 Stunden pro vom Reichsarbeitsminister die Einladung zu neuen Tag oder 54 Stunden die Woche. Für die acht vorbenannten Verhandlungen am Montag vormittag. Die Zentral- Lebensmittel mußte ein Metallarbeiter also im Jahre 1914 streitleitung hat beschlossen, der Einladung des Reichsarbeits- 4,6 Stunden arbeiten. Nach den Zahlen des Schiedsspruches ministers Folge zu leisten. vom 2. Juli betrug der Tariflohn 9000 M., dazu ein Akkordüberverdienst von 35 Broz.= 12 150 m. pro Stunde. wohl der Akkordarbeiterlohn im allgemeinen nicht 35 Broz. über den Höchfttariflohn der Klasse 1 ausmacht, sind sie ein gesetzt worden, um die im Tarif vorgesehenen Nebenbezüge verheirateter Arbeiter mit in Anrechnung zu bringen. Im allDrohender Berluft deutschen Kunftbefihes. Nach einer Meldung gemeinen wird nach den Angaben des Verbandes Berliner der Stunde" beabsichtigt der Herzog von Cumberland den Metallindustrieller der Akkordüberverdienst hochqualifizierter sogenannten„ Belfen schah", der sich in Gmunden befindet fogenannten elfenschap", der sich in Gmunden befindet Metallarbeiter auf 25 bis 30 Broz. bewertet. Bei diesem Vers und wertvolle kunstarbeiten englischer und französischer Silberschmiede und fostbare Reliquien dienst wären zum Kauf der acht vorgenannten Lebensmittel Da sie nun einmal in den Kampf getreten sind, wollen 10,71 Stunden aufzuwenden. Während also 1914 aus der deutschen Renaissance enthält, für 30 Millionen Dollar zu verkaufen. Die österreichische Regierung stellte jedoch sie nicht diesen Kampf um ein Objekt führen, das morgen dem hochqualifizierten Metallarbeiter für die Befriedigung den Schatz unter Staatsaufsicht, und zwar auf Grund des Gesetzes schon gegenstandslos geworden sein wird. Troz der Eini- seines sonstigen Lebensbedarfes 49,4 Stunden à 0,95 m. ver= über die verbotene Ausfuhr von Kunstwerken. Der Herzog will da- gungsversuche, die gemacht werden, muß festgestellt werden, blieben, verbleiben ihm heute nur noch 37,29 Stunden à 12 150 gegen protestieren mit der Begründung, der Welfenschatz sei ,, Privat daß eine Verschärfung der Streiflage eingetreten ist. Mart. In Dollar umgerechnet verblieben ihm 1914 11,17 besitz". Der Batriotismus„ höchster Herrschaften" hat bekanntlich immer wenn die Unternehmer sich nicht dazu verstehen, der Forde Dollar, am 2. Juli 1923 jedoch nur 2,83 Dollar. dort ein Ende, wo der persönliche materielle Vorteil beginnt, und rung der Arbeiterschaft auf Sicherung der Wertnamentlich im Berscheuern von Kunstbefiß, für dessen idealen Wert beständigkeit des vereinbarten Lohnes der natürlich fie in der Regel kein Berständnis haben, wetteifern diese Kreise mit ein ausreichender sein muß- Rechnung zu tragen, zinses, die heute von den Arbeitgebern bei ihrer Beweisfühden ordinärsten Schiebern. Hoffentlich ist die österreichische Regie- dann muß damit gerechnet werden, daß die Streitbewegung rung maßgebend in den Vordergrund gestellt wird, wird fast rung in der Durchführung des Ausfuhrverbots energischer als es die an Ausdehnung und Schärfe schnell zunimmt. restlos aufgehoben, weil die sonstigen Bedarisartikel im Ardeutsche zu sein pflegt. Wie aus den Berichten, die wir auf der vierten Seite ver- beiterhaushalt, wie Kleidung, Wäsche und Schuhzeug, einen Ein Zeichen der Zeit. Wenn Roald Amundsen auch auf seinen öffentlichen, hervorgeht, wird die Forderung auf Sicherung der derartigen Ueberpreis im Verhältnis des Friedenseinkommens Versuch, den Pol zu überfliegen, verzichtet hat, so wird sich deshalb Wertbeständigkeit des vereinbarten Lohnes besonders von erflommen haben, daß mit Recht nach der absoluten Wertung die arttische Zone doch nicht der Senfation eines über ihren Eis- den Gemeindearbeitern und den Eisenbahnern der vergleichenden Zahlen auch dann die errechneten Ziffern feldern freifenden Flugzeugs beraubt sehen. Eine der großen in den Vordergrund gestellt. Die Verhandlungen, die darüber der Senkung des Reallohnes vollkommen zu Recht bestehen, amerikanischen Luftschiffahrtsgesellschaften hat in der nächsten Woche stattfinden, werden wesentlich auf die selbst wenn man die prozentual zum Friedensverdienst äußerst geringfügige Monatsmiete nicht in Parallele stellt. sich entschlossen, ihrem sonst Handelszwecken dienenden Flugdienst einen Touristendienst anzugliedern, der in erster Reihe das Ziel gegenwärtige Situation einwirken. Während es dem hochqualifizierten Arbeiter in der verfolgt, Leuten, die es sich leisten können, Gelegenheit zu einer Genosse Otto 3iska, Erster Bevollmächtigter der Ber- Friedenszeit möglich war, mit einem einzigen Wochenverdienst Bergnügungsreise im Flugzeug nach der arkti. fchen 30ne zu bieten. Zu diesem 3wed wurde ein mächtiger liner Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, einen sehr guten Maßanzug sich kaufen zu können, muß er Hydroplan von mehr als 31 Meter Länge und 7½ Tonnen Gewicht schreibt uns zu den in unserem gestrigen Morgenblatt bereits heute, wo der Preis eines Maßanzuges 2 Millionen Mark erbaut, dessen zwei, je 24 Pferdekräfte starke Motoren ihm eine besprochenen Ausführungen des Herrn Dr. Karl Röttgen: im Durchschnitt beträgt, 4 Wochen mit vollem Arbeitsverdienſt Wenn Herr Dr. Köttgen in seinem ersten Artikel von dem für die Bestreitung dieser Ausgabe arbeiten; während es ihm Stundengeschwindigkeit von 160 Kilometer geben. Das Wasser. flugzeug ist mit großen Kabinen, in Betten verwandelbaren Sigen, Friedensreallohn ausgeht, ist es meines Erachtens eine un- in der Borkriegszeit möglich war, mit einem Tagesverdienst Garderoben, Defen, elektrischen Küchen, drahtloser Telegraphie und haltbare Beweisführung, wenn er sich dann auf die letzten sich ein paar gute Straßenschuhe zu kaufen, muß er heute den allen anderen Bequemlichkeiten ausgestattet. Nach dem Reifepro- brei Jahre beschränkt. Untersuchen wir einmal, wie die Verdienst von mindestens 5 Tagen zur Anschaffung dieses gramm wird es seine Fahrt im Norden von Kanada antreten und Lebenshaltungskosten sich in der Zeit vom Juli 1913 bis 1914 Bekleidungsstückes aufwenden. Gar nicht von den bedeutend über die Baffinibai und Grönland nach dem Polargürtel vordringen. Hier soll den Jagdliebhabern Gelegenheit gegeben werden, auf gestaltet haben und wie sie am 2. Juli 1923 waren. Ich führe höheren Steuerlasten zu sprechen. alroffe und Eisbären zu jagen. Das Wasserflugzeug acht für jeden Arbeiterhaushalt unbedingt notwendige Lebensfann ohne Zwischenlandung 7000 Kilometer zurücklegen und außer mittel in einer bestimmten Menge an, die für beide Berder Besatzung 11 Bersonen befördern. Sechs bekannte Sportsleute gleichszeiten vollkommen analog sind: der Vereinigten Staaten haben sich schon als Passagiere für die Jm Juli 1913 und 1914 toftete Jagdpartie einschreiben lassen. Während die Völker Europas mehr und mehr verelenden, und der deutsche Proletarier sich nicht die bescheidenste Erholungsreise gönnen fann, find amerikanische Jagdliebhaber" in der Lage, unerhörte Lurusfahrten allein zu dem edlen Zweck zu unternehmen, Walrosse und Eisbären tot zu schießen. Der Deutsche Kunstverlag, Wilhelmstr. 69, eröffnete eine Ausstellung Das deutsche Kunstbuch", die den Verlagsfirmen E. A Seemann, R. B. Hirsemann und Insel Berlag gewidmet ist. Rindfleisch Butter Mehl. Bohnen Reis Brot. Kartoffeln Milch . * 1,40 1 Pfund 0,85 M. 1 IP 0,20 1 0,20 " P 1 0,20 " 0,50 " 20 0,80 1 Liter 0,20 Gesamtausgabe . 4,35 Mt. Wie schon im Vorwärts" hingewiesen, stellt Herr Dr. Köttgen sich in seinem Artikel auf den Standpunkt, daß man den Arbeitern bei der zerrütteten Wirtschaft und bei dem Produktionsumfang nur 23 bis 34 der Friedenshöhe einräumen fönnte. Ich glaube, daß auf dieser Grundlage durchaus eine Berständigung über die Höhe der Entlohnung möglich ist, wenn nach den vorher aufgezeichneten Berechnungen, die sich auf die feststehenden Zahlen stüßen, der Verdienst des hochquali fizierten Facharbeiters nur 30 Proz. des Friedensreallohnes beträgt. Es ist leicht zu errechnen, welcher Lohn gezahlt wer den müßte, um diesen Stand zu erreichen. Gewerkschaftsbewegung Der Bauarbeiterstreik geht weiter. Bom Baugewerfsbund wird mitgeteilt: schöpfend geregelt hat. Entsprechendes gilt für die beantragten Abschläge für die Kreise IX, XÍ und XII( Odergau, Schlesien und Ostpreußen). 3. Die Spigen löhne werden vom 7. bis 13. Juli um 50 Broz., und vom 14. bis 20. Juli um 75 Proz. erhöht. Diese Löhne sind in der Form zu zahlen, daß etwa zwei Fünftel des Tariflohnes in einer nach unten auf volle Tausend abgerundeten Summe am Dienstag der Woche als Abschlags zahlung zu leisten sind." [ Borschüsse: 18-21 Jahre: männliche 175 000 m., weibliche 110 000 m., 21-24 Jahre: 200 000 und 124 000 m., über 24 Jahre: 210 000 und 130 000 M.; 14 Jahre: 42 000 und 26 000 m., 15 Jahre: 63 000 und 39 000 m., 16 Jahre: 94 000 und 57 000 m., 17 Jahre: 126 000 und 78 000 m.; Mindererwerbsfähige 18-21 Jahre: 140 000 und 88 000 m., 21-24 Jahre: 160 000 und 99 000 m., über 24 Gestern nahmen die am Kampf beteiligten Mitglieder des Deut. Jahre: 168 000 und 104 000 M. Borschuß für Frau: 24000 m., schen Baugewerksbundes in allen Bezirken zu dem Vergleichsvor- für jedes Kind: 24 000 m. Der Borschuß fommt Montag zur Danach beträgt der tarifliche Mindest wohenlohn in fchlag der Unternehmer Stellung. Die Abstimmung hat ergeben, daß Auszahlung. Die große Tariffommiffion der Gemeindearbeiter, an der Vergleichsvorschlag mit überwiegender Majorität abgelehnt deren Sizung Bertreter des Deutschen Eisenbahnerverbandes teil- Berlin ab 7. Juli für Gehilfen über 24 Jahre: verheiratet 504 000 worden ist. Mithin dauert der Streit im Berliner Hoch, Beton- nehmen, schlägt der heute, Sonntag, bormittags stattfindenden Funktio- Mart, ledig 483 800 M.; im ter zwischen 21 und 24 Jahren: und Tiefbaugewerbe fort. Die Streifleitungen der am Kampf be- närfonferenz die nachstehende einstimmig angenommene Ent- perheiratet 478 800, lebig 459 600 M.; im Alter zwischen 19 und 21 Jahren: verheiratet 441 000., lebig 423 400 m. und für Neuteiligten Organisationen nahmen sofort nach Bekanntwerden des Ab- schließung vor: ftimmungsergebnisses zu der dadurch geschaffenen Eituation Etellung. Die große Tariffommission nimmt Renntnis von dem Ergebnis ausgelernte 362 900 m. Für die Woche vom 14. bis 20. Juli erNach der von den Kollegen als Provofation empfundenen Ablehnung der Lohnverhandlungen mit dem Magiftrat. Sie erklärt die Borhöhen sich die Löhne in der gleichen Reihenfolge auf 588 000 bzm. des Schiedsspruchs des Bezirkslohnamtes durch die Unternehmer schläge des Magistrats als völlig ungenügend und unzu 564 500, 558 600 bam. 536 300, 514 500 b3m. 493 900 und 423 400 m. Die Abschläge für Hilfsarbeiter sowie für die Orte mit weniger als nimmt der Kampf im Berliner Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbe reichent. Sie verlangt von den Spizenorganisationen und der fchärfere Formen an. Die Streitleitungen des Baugewerksoundes, Reichsregierung, daß die Verhandlungen über die wertbe 25 Bros. Ortszuschlag regeln sich nach den festgelegten Sätzen des des Zentralverbandes chriftlicher Bauhandwerker und des Zentral ständigen Löhne in den nächsten Tagen zu Ende ge- Manteltarifs. verbandes der Maschinisten und Heizer haben einmütig beschlossen, führt werben. Sie erwartet hiervon eine Regelung der Löhne daß ab Montag, den 9. Juli, auf allen Bauten die und Gehälter, die der Verelendung der Arbeiterschaft einen Damm Arbeit zu ruhen hat. Wir weisen im besonderen darauf hin, entgegenfeßt. Sollte wider Erwarten die Frage der Wertbeständaß die Fachgruppen der Fliesenleger, Töpfer, Glaser und Brunnen afeit der Löhne nicht in türzester Frist gelöst werden, dann verbauer an dem allgemeinen Streit nicht beteiligt sind. Auch die pflichten sich die Gemeindearbeiter, gemeinsam mit ten StaatsLehrlinge haben in der Betrieben zu bleiten. Soweit es sich um die arbeitern mit allen gewertschaftlichen Mitteln ihre Rotstandsarbeiten handelt, bleibt es bei der bisherigen Bestimmung. Durchführung zu erzwingen." Am Montag pormittag 10 Uhr findet eine General verfammi ung des Baugewerfsbundes ftatt, wozu sämtliche in den Bezirken gewählten Generalversammlungsdelegierten erscheinen müffen. Die Generalversammlung findet im Englischen Hof, Alex anderstraße, statt. Berbandsbuch und Delegiertenkarte legitimiert; ohne Legitimation fein Zutritt. Tagesordnung: Die Situation im Baugewerbe. * Bom Zentralverband der Zimmerer, Ortsverwaltung Berlin, wird uns dazu mitgeteilt, daß die Zimmerer gleichfalls einmütig den Vorschlag der Unternehmer abgelehnt haben und im Streit verharren. Solidaritätskundgebungen. Die Ortsverwaltung des Verbandes der Buchbinder und Bapierverarbeiter richtet an ihre Mitglieder in der Metallindustrie folgenden Aufruf: # Achtung, chemische Arbeiter! Der 3.-.-. der chemischen Industrie fällte in feiner Eigung alten männlichen Arbeiters beträgt in facharuppe II für die Zeit am Donnerstag folgenden Spruch:" Der Lohn des über 20 Jabre bom 1. bis einschl. 10. Juli 10,500 m. pro Stunde." Die Lohntabellen können ab Montag, den 9. Juli, auf dem Bureau des Verbandes der Fabritarbeiter, Engelufer 24/25, unter Vorlegung des Mitglieds- und Funktionärausweises in Empfang genommen werden. Die Friseurgehilfen für wertbeständige Löhne. Prozente oder Trinkgeld" lautete das Thema einer gut befuchten Versammlung der Friseurgehilfen. Genosse Salle vom Verband der Fabritarbeiter, Ortsverwaltung Groß- Berlin. Verband der Gastwirte gehilfen beleuchtete eingebend die Schäden diefes Entlohnungssystems. Schon der Umstand, daß die Arbeit- Jugendliche Teglilarbeiter! Sonnabend, den 14. Juli, findet geber es einzuführen veriudhen, mahne zur Vorsicht. Jit das System eine gitationetour nach Brantenburg an der Havel statt. Kollegen erst einmal da, bann ist an eine geregelte Arbeitszeit nicht mehr und Kolleginnen, welche sich daran beteiligen, melden fich bis zu denken. Auch Betrügereien wird damit Tür und Tor geöffnet. Dienstag abend 6 llur im Verbandsbureau. Fahrpreis für HinAuch werden dann eine ganze Reihe von Geschäftsuntoften auf die und Rückfahrt ca. 7000 m. Prozente umgelegt. Für geleistete Arbeit ist ein ausfömmlicher Die Cöhne in der Fachgruppe vereinigter Unterwideleien und Lohn zu zahlen. Nach lebhafter Diskussion fand folgende Entschließung einstimmig Annahme: Die heutige Mitgliederversammlung Elektromotorenfabriken zu Berlin betragen in der Lohnwoche vom bertritt nach wie vor den Standpunkt, daß das Trinkgeldwesen die 28. Juni bis 4. Juli 9500 m., 9000 M. und 8400 M. In der Lohnunwürdigste Entlohnungsform ist und infolgedessen auf dessen Bee woche vom 5. Juli 11 000 m., 10 500 und 9300 M., Die Löhne feitigung hingewirkt werden muß. Die Ablösung durch prozentualen der Jugendlichen und Weiblichen entsprechen prozentual vorstehenden Aufschlag auf die Bedienungspreise ist eine Lösung der Lohn- Säßen. Die Ortsverwaltung hat in ihrer legten Sigung beschlossen, frage und muß feiner sonstigen unmoralischen Wirkung wegen Zigarettenindustrie. Montag nachmittag 4 Uhr bei Schulz. Elifabethstr. 30, daß alle Mitglieder, die in Metallbetrieben, in denen abgelehnt werden. Die Beriammelten verpflichten sich, für Sigung sämtlicher Vertrauenspersonen der Zigarettenindustrie gestreift wird, beschäftigt sind, sich restlos an dem Streit feste ausreichende und wertbeständige Löhne einzutreten. zu beteiligen haben. Die Vertrauensperionen werden aufgefordert, aweds Auszahlung der Streifunterstügung ihre Verbandsbücher im Bureau, Engelufer 24/25 II, 3immer 39-41, abzugeben. In der allgemeinen Funttionärfonferenz des Verkehrsbundes, bie am Freitag im Gewerkschaftshaus tagte, wurde folgende Entschließung angenommen: Die allgemeine Funktionärversammlung des Deutschen Verfehrsbundes spricht allen in ihrem schweren Kampfe gegen ein rüdfichtsloses Unternehmertum befindlichen Kollegen der Metall- und Bauindustrie ihre warmste Sympathie aus. Die Funktionäre des Deutichen Verkehrsbundes find sich bewußt, daß der Kampf der Metall- und Bauarbeiter auch ihr Kampf ist und geloben deshalb, alles einzusetzen, um diesen Kampf zu einem für die Arbeiterschaft erfolgreichen Ende zu führen. Arbeitsaufnahme in der Holzindustrie. Der Deutsche Holzarbeiterverband, Berwaltungsstelle Berlin, und die Vereinigten Verbände der Berliner Holzindustrie haben gegenseitig die schriftliche Erklärung abgegeben, daß die vom Demobilmachungstommissar vorgeschlagenen Säge von ihren Drganisationen angenommen worden sind und über alle übrigen Differenzpunkte Uebereinstimmung erzielt worden ist. Die Arbeit wird am Montag, den 9. Juli, in allen Betrieben wieber aufgenommen. Für die Arbeitgeber: Theodor Paeth. Für die Arbeitnehmer: A. Boese. Die örtlichen Sonderzuschläge. Im Reichsfinanzministerium fand am Freitag eine Beiprechung mit den Länderregierungen über die Frage der örtlichen Sonderzuichläge an Orten mit besonders schwierigen Verhältnisien statt. Da die Behandlung der Frage für das ganze Reichsgebiet längere Beit erfordert, aber die Regelung im befesten und Einbruchsgebiet sowie den angrenzenden Gebieten möglichst bald erfolgen muß, follen zunächst die legtgenannten Gebiete vorweg behandelt werden. Im Anschluß hieran joll alsbald die Frage der örtlichen Sonderaufchläge für die übrigen Reichsgebiete erneut geprüft werden. Die Brüfung soll sich insbesondere darauf erftreden, in wie weit sich die Unterschiede in den Beamtenbezügen an den einzelnen Orten, die durch die örtlichen Sonderzuschläge entstanden sind, iet es durch eine Ausdehnung des Kreises der Orte, ausgleichen lassen. Lohnregelung der Buchdrucker. Donnerstag nachmittag trat in Berlin die Zentrale Lohntommiffion zusammen, um neue Löhne festzusetzen. Die Vertreter der Buchdrucker und Buchdruckereihilfsurbeiter verlangten: 1. Für die Woche vom 7. bis 13. Juli werden die Löhne um 130 Proz. erhöht mit der Maßgabe, daß die vom Reich möchentlich festzustellende Indersteigerung vom 14. Juli ab auf den heute festzusehenden Lohn aufgeschlagen wird. 2. Sonderzulagen für die Kreise JI, III und IV sowie für Hamburg. Kartellvorstand. Betriebsversammlung der Belegschaft Stock- Motorpflug, Röpenider Straße, bei Reifara, Melchiorstraße 15, Montag vormittag 10 Uhr. Der Betriebsrat. Zentralverband der Schuhmacher. Montag Branchenversammlung der Zuschneider abends 5% Uhr, Röpenider Straße 127a; Branchenversammlung der Maschinenerbeiter und Fertigmacherinnen nachmittags 4% Uhr bei Bocker, Weberstraße 17.. Dienstag Berfammlung der Stepperinnen und Borrichte. rinnen in und außer dem Saufe für die Straßen, Ball- und Lurusschuh. industrie nachmittags 4½ Uhr Röpenider Straße 127a; Versammlung der Maschinen, Sandawider und zwiderinnen bei Boeker, Weberstr. 17, nachmit tags 4 Uhr. Streitenbe von göwe, Zypo! Betriebsversammlung Montag vormittag 10 Uhr im Schüßenhaus. Berbandsbücher find mitzubingen. fchloffen private Gas, Waffer- und Elektrizitätswerte sowie Hochbahn, ACG. und Fernstromwerke Golpa- Richornewiß am Montag abend 6 Uhr im großen Saale der Bökow- Brauerei, Brenzlauer Allee 242. Tagesordnung: 1. Stellung. Ref. Rollege Schwanebed. 2. Diskussion. Eingeladen sind diefelben Gemerf nahme zu weiteren Maßnahmen nach der Antwort des ADGB. und der AfA. schaftsinftenzen, wie im Inferat zur ersten Bollversammlung. aller Rollegen ist Pflicht. Ohne Ausweis fein Zutritt. 23er Ausschuß. J. A.: Soffmann. AfA- Funktionäre Metall! Mittwoch abend 7 Uhr im großen Gaale des Deutichen Hofes, Ludaner Str. 15, wichtige Bersammlung. Metallarbeiter. ftreit." Legitimation: Funktionärtarte und Mitgliedsbuch des Butab, DWV., ZDA. Bollversammlung der Kommunal, Staats- und Reichsbetriebsräte, ange Erscheinen Berbanb ber graphischen Hilfsarbeiter und arbeiterinnen. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch nachmittag 5 Uhr Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24( groker Saal). 1. Vortrag: Die Wirtschaftslage und die Wertbeständigkeit der Löhne". 2. Wahl von sechs Hauptvorstandsmitgliedern Der Ortsvorstand. J. A.: Otto Gloth. und drei Revisoren. 3. Bericht von den Lohnverhandlungen. 4. Berschiedenes. verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Victor Schiff, Berlin; Gewerkschafts.o bewegung: J. Steiner, Berlin; Feuilleton: Dr. John Schikowski, Charlottenburg; Lokales und Sonstiges: Grip Rarstädt, Berlin- Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdrueret Hierzu 2 Beilagen und Die Bücherschan". Die Unternehmerseite fordert, daß für alle Orte des Odergaues, Oftpreußen und Schlesien nur 50 Broz. der allgemein zu bewilligen- und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. den Lehnerhöhungen festgesetzt werden. Bon den Arbeitervertre Die Gemeindearbeiter fordern wertbeständige Löhne. tern wurde mit allem Nachdrud die Einführung wertbe= Die gestrigen Berhandlungen mit dem Tarifamt des Magistrats ständiger Löhne gefordert. Die Gegenfeite wollte von zeitigte nachstehendes Ergebnis: Handwerter: 18-21 Jahre, dieser neuen Lohnregelung nichts wissen, erklärte sich aber schließlich männliche 9070 m, weibliche 6349 m., 21-24 Jahre: 10 244 und bereit, diese Frage vor dem nächsten Zusammentritt der nächsten 7171 M., über 24 Jahre 10 670 und 7470 2. Angelernte Lohntommission in engerem Kreise zu erörtern. In der Lohnfrage Be Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ MS. ärztlich bevorzugt Migräne 7 ahnschmerz Rhauma Erhältlich in Pulver und Oblaten. Arbeiter: 18-21 Jahre: 8689 und 6081., 21-24 Jahre: felbft fam es zu feiner Einigung, und mußte das nach dem Tarif: Bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern hat fich Togal 9812 unb 6869 m., über 24 Jahre 10 222 und 7155 m. Ungevertrage vorgesehene Zentralschlichtungsamt angerufen werden. Lernte Arbeiter: 18-21 Jahre: 8497 und 5261 m., 21 bis Freitag nacht wurde dann folgender Schiedsspruch gefällt: wegen seiner harnsäurelösenden Wirkung hervorragend bewährt. 24 Jahre: 9595 und 5942 m., über 24 Jahre: 9996 und 6189 m. 1. Eine automatische Anpassung der Löhne an die Kosten der Es wird von vielen Aeraten empfohlen. In allen Apotheken. Jugentliche: 14 Jahre: 1999 und 1237., 15 Jahre: 2999 Lebenshaltung fann erst in Betracht kommen, wenn der von der Beft. 64.3% Acid. acet. salic. 0406% Chinin, 12,6% Lithium ad 100 Amylum. und 1857., 16 Jahre: 4498 unb 2785., 17 Jahre: 5997 und Reichsstatistik geplante oder von den Parteien selbst geschaffene für Herren- u. Damen- Bekleidung 3713 M. Mindererwerbsfähige: 18-21 Jahre: 6798 und nervollkommnete Inder aufgestellt ist. 2. Abschläge für Jugendbeste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise liche und Ledige fönnen nur vom Zentralschlichtungsamt, nicht 4208 m., 21-24 Jahre: 7676 und 4754 m., über 24 Jahre: 7996 Koch& Seeland b. H. und 4952 Dr. Kinder- und Frauenbe hilfe 800 m. pro Stunde. abweichend vom Reichstarif, norgenommen werden, weil der Die Einkommensgrenze wird erhöht; Ergebnis wird bekanntgegeben. Reichstarifvertrag diefe Frage für die Dauer feines Bestehens er Berlin C2 Breite straße Stoffe Rudolph Hertzog Gertraudtenstraße 20-21. G.m. Berlin C2 Brüderstraße Damenkleidung für den Hochsommer Besonders vorteilhaftes Angebot! Boile- Kleider weiß und farbig m weiß und farbig m. 72000 85000 115000 ft. 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An alle, die einen Bersuch wagen wollen, geht die dringende Bitte: Meldet euch bei der Reichsstelle für Adoptivvermittelung beim Deutschen Roten Kreuz, Abteilung Mutter und Kind", Berlin- Charlottenburg, Berliner Str. 137( Cecilienhaus). Reklame- Feldzug. Reulich auf dem Weg zur Arbeit hatte ich einen guten Gedanken. Ich ging an den Häusern entlang, um ihm nachzuhängen und ihn mir nichi durch Vorübergehende entreißen zu lassen. Ich wollte ihn schonen. Doch plötzlich entflatterte er. Mein über die Häuser fort in den hellen Himmel gerichteter Blid traf hoch oben an einer Häuserkante auf ein großes grellfarbenes Feld, das ein zackiger Blitz durchfreuzte: eine Lampen- Reflame. Ihre ungeheure Aufdringlichkeit zerstörte mit einem Schlage alle Sammlung. In Charlottenburg stieg ich in die Stadtbahn. Häuser und Plähe drehten sich an mir vorbei, Straßen, von grünen Bäumen eingefaßt, eröffneten freundlich ihren Ausblick. Die Dächer und das Pflaster glänzten im Morgenlicht. Die Große Berliner Straßenbahn", die jetzt nur noch Ber-| Schnell fuhren die Pferdebahnwagen noch nicht, wenigstens nicht liner Straßenbahn" heißt, hat am 8. Juli d. J. einen Gedenktag. nach heutigen Begriffen. Bom Rosenthaler Lor bis Am 8. Juli 1873, vor jezt 50 Jahren, eröffnete sie ihre erste zur Badstraße brauchten sie zwanzig Minuten, Linie. Das überhaupt erste Straßenbahnunternehmen in Berlin aber damals galt das als wenig. Der Wettbewerb des Pferdebahnwesens mit dem in jener Zeit weitverzweigten Berliner war allerdings die Große Berliner Straßenbahn nicht. Schon 1865 Omnibuswesen, das besonders die Verbindungen mit den sich mehr wurde von einer Gesellschaft die Straßenbahnlinie Berlin- Char und mehr bevölkernden Außenbezirken pflegte, wurde jehr bald belottenburg eröffnet, die in der Dorotheenstraße am Kupfergraben merkbar. Schon drei Monate nach Eröffnung der Pferdebahnlinie ihren Ausgangspunkt hatte. Aber der Aufschwung des Berliner Rosenthaler Tor- Badstraße mußte eine von dem Stadtinnern nach Straßenbahnwesens datiert doch erst von der Großen Berliner dem Gesundbrunnen führende Omnibuslinie den Betrieb einstellen. Straßenbahn oder vielmehr Pferdebahn, wie sie damals hieß. Dennoch waren für diese erste Pferdebahnlinie wegen der hohen Anlageloften in der Brunnenstraße mußte auf Roften des Unternehmens der Fahrdamm durch Beseitigung der Vorgärten von 10 Meter auf 17 Meter verbreitert und neu gepflastert werden die Betriebsergebnisse zunächst nicht besonders günstig. Sie besserten fich, als die Linie bis zum Gesundbrunnen ausgeihren Widerstand aufzugeben, und die Pferdebahngleife durften die dehnt werden konnte. Die Eisenbahngesellschaft entschloß sich, Eisenbahngleise kreuzen. Am Bahnhof Savigny- Platz treten riesige Bilder vor mich hin: Eröffnung des Betriebes auf der ganzen Strecke Rofenthaler Tor- thren weißen Gaum gewagt hat. Sie ist gleichsam erstaunt über Am 21. Februar 1874 folgte dann die Eine Lady im Spizenkleid blickt auf den Fleck herab, der sich in Gesundbrunnen. Gründung und Pläne. feine Kühnheit. Anders ihre Zofe. Sie ist dem Fleck dankbar, der ihr Gelegenheit gibt, ihr Knie zu beugen und vor dem Bild der Da. untadelhaften Gepflegtheit und Vornehmheit Dienst zu tun. neben steht ein Kontorjunge:„ Kontorbedarf nirgends so gut wie bei Müller." Diese Reklame ist fehlerfrei. Man schwebt willenlos in diesen Knaben hinein, sieht sich mit ihm um in einem staubigen, mit flugen Techniken angefüllten Raum und nimmt durch seine schmale Bruft einen gepreßten Atemzug. Sein verschmitter Blick fagt:" Fürchten Sie nichts, Herr Müller, ich bürge Ihnen dafür, daß Noch im Jahre 1871 hatte Berlin erst 3710 Droschten, 132 Dmnibuswagen für 22 Linien, 306 Torwagen und Kremser für den Ausflugsverkehr, und ganze 18 Pferdebahnwagen für die eine Linie nach Charlottenburg. Um den zunehmenden Personenverkehr bewältigen zu können und die bei dem damaligen Wohnungs mangel sehr notwendigen Verbindungen mit den Vororten zu verbessern, wurde am 8. November 1871 die„ Große Berliner Pferdeeisenbahn- Aktiengesellschaft" gegründet. Unter den Gründern waren ein paar Unternehmer, die schon am 13. Mai 1871 mit der Weiterer Ausbau des Liniennehes. Stadt einen Bertrag über Anlegung von Pferdebahnen abgeschlossen hatten. Die neue Gesellschaft trat in jenen Bertrag ein und über- Inzwischen waren auch schon von ein paar anderen Linien, benahm die Ausführung. Borgesehen waren zunächst sechs sonders von der Ringlinie, einige Teile ausgebaut und dem BeLinien, eine Ringlinie durch die nach Abriß der Stadtmauer ent- trieb übergeben worden. In Benutzung wurden noch 1873 gestandenen Straßen und fünf Linien von der Stadt nach den Vor- nommen im September die Strecke vom Rosenthaler Tor bis orten. Bier von diesen fünf Linien waren gleichfalls als ziemlich voll zum Oranienburger Tor, im November die Strede vom ständige Ringe gedacht und sollten auch die Vororte untereinander Potsdamer Tor bis zum Halleschen Tor, im De verbinden. Geplant war eine Linie vom Rosenthaler Tor über Gezember das furze Stück vom Halleschen Tor durch die sundbrunnen und Pantom nach dem Schönhauser Tor, eine Linie Belle Alliance Straße bis Ede Baruther Auf der nächsten Wand taumeln ungeheure Zigacom Büschingplatz nach Lichtenberg und von da durch die Frank Straße. Die Strede Potsdamer Tor- Hallesches Tor erhielt furter Allee und Große Frankfurter Straße bis zum Play an der fofort starten Berkehr, der andauerte und ein sehr günstiges finaneiner Schachtel, eine auf Fernwirkung berechnete Strausberger Straße, eine Linie von Ede Röpenider und Neue zielles Ergebnis brachte. Am Schluß des Jahres 1873 hatte die Reklame, in diefer Perspektive finnlos und brutal. Nun fährt der Jakobstraße über Schlesisches Tor nach Treptow, von dort über Rig Gesellschaft schon über 12 Kilometer Gleise in Beirieb, auf denen Zug durch den Tiergarten. Bon seinen Wegen weicht der Tau dorf( heute: Neukölln) zum Kottbuser Tor und weiter durch Dranien- 780 782 Personen befördert und 123 800 m. vereinnahmt worden zurück, und sie heben sich in den Morgen und schimmern wie ein und Jerusalemer Straße nach dem Dönhoffplay, eine Linie vom waren. Sie hatte 44 Wagen, davon 40 mit Decksigen und 137 nadter Körper, der aus dem Wasser taucht. Flüchtig schäumt das Dönhoffplatz durch Linden- und Belle- Alliance- Straße nach Tempel- Pferde. In ihrem Dienst standen 137 Personen. Im Jahre 1874 Grün vorüber. Hinter dem Bahnhof Bellevue fiegt die Reklame. hof, von dort über Lichterfelde, Steglitz und Schöneberg nach dem wurden dem Betrieb übergeben im Mai Schönhauser Tor- Auf einer großen, breiten Häuferwand steht ein häßliches Tier auf Botsdamer Tor, eine Linie vom Oranienburger Tor durch Chauffee- Pantow und Brandenburger Tor- Potsdamer Tor, und schreit den Sinn der Reklame in die Luft. Ein Hund richtet sich, und Müllerstraße bis zum Steuerhaus an der Weichbildgrenze. im August Danienburger Tor- Moabit, im November Diese Pläne wurden zunächst nur teilweise vermirflicht. Hallesches Tor- Prinzenstraße und Schönhauser auf eine Schachtel steigent, hoch empor, weist seine furchtbaren Besonders die Verbindungen der Vororte untereinander auszuführen, or- Prenzlauer Tor, im Dezember Oranienburger Bähne und belt. fein Schuhpuh sei der beste! lind obgleich dicht blieb einer sehr viel späteren Zeit vorbehalten. Tor- Wedding. Bis Ende 1874 dehnte sich das Gleisneb auf 38,7 Kilometer aus. Die Beförderung im Jahre 1874 belief fich idon auf 5% Millionen Fahrgäfte. 1875 folgte eine Zunahme des u. a. die Strecken nach Tempelhof und Rigdorf. Nach dem StadtGleisneßes auf 74 Kilometer. Dem Betrieb wurden übergeben innern drang das Gleisney bereits vor vom Halleschen Tor bis zum Dönhoffplak, vom Oranienburger Tor bis zur Weidendammer Brücke und zum Monbijouplatz. Die erste Linie. * Wer hilft? retten aus neben ihm ein bescheidenes, lustiges Männlein den anderen„ unübertroffenen Schuhput" anpreist und nicht weit davon zwei drollige Kerle, Stiefel über die Köpfe geftülpt, sich auch vertraulich über die der furchtbare Hund auf: Weh dem, der anderes behauptet! Die Güte dieses Produktes unterhalten, taucht immer wieder riesenhaft Reklamen sind jetzt ein wahres Getümmel geworden, jede schreit ihr Ich, Namen über Namen! Die Stadt darunter ist verstummt. " An einem Bahnübergang flebten zwei Plakate: Wählt sozialdemokratisch" stand auf dem gelben, Wählt die Deutsche Boltspartei" stand auf dem grünen, von gleichem Format und gleicher Schrift. Die Blafate hoben sich gegenseitig auf. Aber das Bild führt eine beredtere Sprache, und auf einer Fahrt durch Berlin zwingt Dir das moderne Plakat fraft seiner fünstlerischen Untadelhaftigkeit Borstellungen auf, die weitab von deiner inneren Wirfa lichkeit liegen. Es steht in der Deffentlichkeit wie ein Baumert, pie ein Garten und macht die Oeffentlichkeit vergessen durch die ihm eigene unverschämte Sprache. Seine zerstörende Kraft ist unermeßlich, so wahr, als von Reklamefünstlern feine Gnade zu erwarten ist. Preissprünge. Die erste Linie, deren Bau nach Ausarbeitung und Genehmigung der Pläne in Angriff genommen wurde, war die vom Rosenthaler Tor nach dem Gesundbrunnen. Am 26. August 1872 tat man den ersten Spatenstich, aber bald gab es Schwierigkeiten. Weil durch den Bau der Verkehr in der Brunnenstraße gestört wurde, ordnete die Polizei im November 1872 die Einstellung der Arbeiten an. Erst im März 1873 Auf die weitere Entwicklung der Großen Berliner", auch auf wurden sie wieder aufgenommen. Die Linie bis zum Gesund die Kämpfe um den Einheitstarif und die Berstadtlichung soll hier brunnen zu führen, war zunächst nicht möglich, weil die Berlin- nicht eingegangen werden. Stärkere Fortschritte im Ausbau des Stettiner Eisenbahngesellschaft gegen die Kreuzung ihrer die Bad- Linienneßes ermöglichte schon der mit der Stadt abgeschloffene straße damals an der Grünthaler Straße noch in Straßenlage neue Vertrag von 1880. Damals fam auch die vielumstrittene überquerenden Gleise Einspruch erhob. Die Pferdebahngleife Strede vom Potsdamer Platz durch die Leipziger Straße fonnten einstweilen nur bis zur Babstraße gelegt werden. Auf bis zum Spittelmarkt zustande. Die furzsichtigen Geschäftsleute der der so entstandenen Strede wurde dann am 8. Juli 1873 der Be- Leipziger Straße hatten Versammlungen gegen dieses Projekt ein trieb eröffnet. Bei den Probefahrten, die am Bortage per berufen, weil sie Schaden davon befürchteten, daß fünftig der Ber anstaltet wurden, konnte jedermann gratis mitfahren. Das gab, wie fich denken läßt, in der Rosenthaler Borstadt ein fehrsstrom nicht mehr zu Fuß" an ihren Läben vorüberfluten großes Hallo und einen tollen Ansturm. Aber auch an dem Er mürbe. Was wäre aus der vor 1880 noch ziemlich unbedeutenden öffnungstage wollten viele„ dabei sein", und es benutzten Leipziger Straße geworden, wenn sie niemals eine Straßenbahn diefe Fahrgelegenheit am ersten Tage fofort 4403 Personen, die erhalten hätte? 728 M. Einnahme brachte. Ueber solche Zahlen lächeln wir heute, Wie die Preise im Lebensmittelhandel in die Höhe schnellen, das aber vor 50 Jahren galten sie als ansehnlich. Der Preis betrug für die ganze Strecke 20 Pf., für die Teilstreden vom Rosenthaler Tor wiffen wir alle aus eigener Erfahrung. Lebensmittel muß man täglich faufen, und täglich gehen unseren Hausfrauen die Augen über, wenn bis Biehhof und vom Biehhof bis Badstraße je 10 Pf. Der Vich- In allen größeren Städten des Reichs versuchen die Fürsorge- fie die schon wieder gestiegenen Preise hören. Wer aber mal etwas hof, der damals ein privates Unternehmen war, lag an der Brunnen- ftellen, uneheliche oder verwaiste oder im eigenen Eltern- braucht, was man nicht alle Tage zu kaufen pflegt, der erlebt noch Straße in der Gegend der heutigen Usedomstraße. Bei den Führern hause schlecht aufgehobene Kinder in gesicherte Familienverhälf ganz andere Dinge. Von den Möbelpreifen fönnen sich dieder vielen Schlächterwagen waren die Pferdebahnwagen unbeliebt, niffen unterzubringen, aber ihre Arbeit wird von Monat zu Monat jenigen schwer eine rechte Borstellung machen, die in der glücklichen weil denen die Straßenmitte vorbehalten war, und noch Jahre hin- mehr erschwert durch das stets geringer werdende Angebot an Adop- Lage sind, feine Möbel mehr faufen zu müssen. Aber junge Leute, durch kam es nicht selten zu unfreundlichen Auseinandersetzungen. tionsstellen im Gegensatz zu der ständig wachsenden Zahl der ver- die vor der Berheiratung stehen, wiffen davon ein klagelied Sturzbades. Mit schauerndem Behagen spürte sie das Wasser häuser gegen den fernen Streifen Bollwerk und den Kanal eistalt um Rücken und Glieder plätschern; als sie wieder in jenseits der Häuser. Ihr Lehrer in der Kolonie der Jungen ihre Rammer ttat, ließ sie den fleinen Sonnenfled des Kuh- jenen Sommer hätte sicher die Aufgabe wert zu lösen gefunden. auges über Brust, Schultern und Rüden tanzen, wie er wollte; Sie dachte an ihn noch mit Respekt als seine Schülerin Gude erinnerte sich genau, Wort für Wort, feiner Unter- es war, als berührte ein Mund langsam vom Raden bis zur wohl fast demütig, troß des bitteren Zornes, der immer bei redung mit dem russischen Ingenieur, dem Vertrauensmann Sohle ihre Haut. Sie wickelte das schwere Haar um ihre dem Gedanken an das dreimonatige Zusammensein mit ihm der Murmanbahn und hochbezahlten Surveyor der Werft bei Hände, spürte sein Gewicht und seine Wärme, beurteilte die in ihr nagte. Wo mochte er jetzt sein? Bermutlich in Paris. ihrer Lieferung an Eisbrechern und Transportbooten für die Farbe, wo der Sonnenfled es traf, und ordnete es schließlich. Und mit wem! gewaltige Anlage einer Order für Millionen, die nun Das Erwachen an einem so leuchtenden Morgen erfüllte sie mit Sie fühlte selbst, wie verzweifelt fie umhertappte. Nie gänzlich verloren waren. Er konnte deutlich das finstere einer ausgelassenen Freude. Sie kleidete sich langsam in ihr mehr ging fie mit Freude an ihre Staffelei. Jeder Pinselstrich Kasino in Archangelst vor sich sehen: die fartenspielenden einziges Kleid, und plötzlich ward ihr schwer ums Herz. Sie schien ihr verfehlt, jede Farbe unbeholfen gewählt. Sie verOffiziere des russischen Stabes, die unbeweglichen Mienen der dachte an den neuen und schweren Tag, der jetzt fam. Sie mochte nichts. Ihr Lehrer hatte ihr erklärt, daß die Natur englischen Militärtommission, die branntweintrintenden In- machte ihren Spirituskocher zurecht, um Tee zu bereiten, und nicht das malerische Ziel wäre, daß das Bild tief in ihr selbst genieure, diesen ganzen wilden Abend, als der erste Panzer- faß wartend einige Zeit da. Immer einsamer fühlte sie sich, verborgen läge und herausgeholt werden müßte! Aber unzug mit vor den Roten flüchtenden Menschen gerade eintraf. der Raum war öder als zuvor ohne Sicherheit oder Freude. lösbar gebunden lag alles Gefühl jezt in ihr, zurückgedrängt, Er konnte noch die vertrunkene, schleppende Stimme des In Zögernd tam fie an Ded. Hier war die Luft schon geronnen, ihr das Herz zerbrechend; nichts von dem, was sie genieurs Jsan Michailoff hören, jedes der Papiere vor sich warm, und die Sonne hatte Macht über die Brise bekommen, bitter oder traurig, zornig oder hoffnungsvoll tief im Gemüte fehen, die dieser aus seiner fettigen Brieftasche zog und unter die leicht und duftend vom Meere her wehte. In den niedrigen fühlte, fand feinen Ausdruck. Sie sah ein, daß sie hier ins allgemeinem Grinsen herumgehen ließ.Kästen an der Reling blühten noch die letzten Hyazinthen, Blaue hinein focht nicht viel mehr als ein Dilettant, kaum Doch die Bücher der Werft zeigten nichts, fie ergaben aber rings tamen aus der Erde frische grüne Schößlinge noch von der Lust getrieben, daß sie eigentlich nur malte, feinen Beweis gegen Andreas Pauli. Die Zahlen standen anderer Blumen, die jetzt der Jahreszeit nach an der Reihe weil das nun einmal ihr Lebensweg, ihr trauriger Beruf geunerschütterlich mit treuherzigem Aussehen auf dem grund- sein mochten, ohne daß sie jedoch wußte, was es war. Wie worden war. Und nun ließ sogar die Substanz der Farbe festen, foliden 3ement der Beilagen. Zweifellos waren es sie zu tun pflegte, begoß sie alle diese Beete, fühlte fich aber fie im Stich. Eine Tube nach der anderen wurde leer. Nun Masten, Kulissen, teuflisch gewandte Taschenspielerei. Aber verstimmt. Sie hatte einen üppigeren Frühling an Bord er wohl! Diese roten Ziegeldächer ließen sich wohl aus Pariser immer flarer sah Gude: Ohne das Recht zu verhöhnen, ohne wartet. Noch waren es nur Reime, die neugepflanzten Rosen Blau und Ocker konstruieren; das müßte einen Erfaz für Rot die Macht des Richters, dies Gewebe zu durchhauen, fand er waren noch mit Bast ummidelt; der Gärtner hatte versprochen, geben. Die ausgeflemmten roten Tuben warf sie entschlossen sie zu befreien, wenn es Zeit war. über Bord. Möglicherweise würde es wirken, wenn sie das ganze Bild durch richtige Behandlung mit Weiß bleichte. Die 3inkweißtube war noch halbvoll. 32] Als die Wasser fielen. feinen Boden. Bon Otto Rung. -Nur das Gras auf dem Dache des Deckhauses war zum Vorschein gekommen, es war noch fein und dünn, aber es hatte nachts geregnet, und die grünen Halme standen aufrecht über der Erde. Die Nächte hindurch beschäftigte er sich in seiner Kajüte mit diesen Phantomen von Zahlen, dieser ganzen Garde von Schatten, die die Wache um Andreas Bauli hielten. In den Rustads Abreise, sein monatelanges Schweigen erfüllten Bausen fühlte er um sich her immer nur dieselbe unwirkliche sie mit Unruhe und Angst. Sie mußte ihm eine unmäßige Dede, das dumpfe Krachen in Balken und Schotten, den leisen An der Breitseite des Schiffes lag heute wie jeden Morgen Summe schulden, das sah sie ein; die zurückzubezahlen würde elastischen Laut von Schritten:- den wachhabenden Chef, ein kleiner dicker und plumper Dampfer, feine Maschine unüberwindlich schwer sein. Ihre Mittel waren vollkommen der längst von allem Dasein erlöst war und doch jetzt, wie hustele trocken und spie fetten Rauch aus, von dem Rußteile erschöpft, jede Möglichkeit, sich neue zu verschaffen, so ausfrüher rastlos und ewig droben auf seinem Deck wanderte. in Flocken auf dem Deck lagen und oft auch an ihrer Palette geklemmt wie ihre Tuben. Die üppige Zeit war vorbei, die hingen. Woher das Boot fam, wußte sie nicht, und sie fühlte Kameraden waren verstreut, nach dem Süden gereist oder In der schmalen Kajüte achtern wachte Gerda. Mit ge- fich erleichtert, als es fortfuhr. An seinem Ruder stand ein ohne Geld ganz wie sie selber. An andere von ihnen dachte sie schlossenen Augen hatte sie einen leuchtenden Schimmer ge- tleiner dünner Mann mit hochstehendem Schnurrbart unter mit Rorn und Berachtung. schen, jegt blidte sie gerade in die Sonne hinein, die durch die der frummen Nase. Auf der Reling ritten vier Matrosen- Gudes Besuche waren jetzt seltener geworden. Das fand runde Luke in der Wand ihr Auge im Schlaf getroffen hatte. jungen, die Honneur machten, als sie fich zeigte. sie ganz in Ordnung. Sie erinnerte fich mit Bitterfeit seines Im felben Augenblick hellwach, frisch nach dem Schlafe, Sie rollte die Staffelei nach vorn, um zu malen. Miß- Ausdrucs am ersten Tage, als er ein Wert von ihrer Hand setzte sie sich auf und ließ sich von der Rosenbank herabgleiten, mutig betrachtete sie ihr gestriges Wert. Sie hatte ein Motiv gesehen hatte, feines Schweigens, während sie im geheimen schlüpfte aus dem Nachtgewand und hinter den Vorhang des vom Hafen gewählt: die rein fubistischen Formen der Bad- angstvoll seine Züge bewachte. ( Fortsetzung folgt.) gெரி s nis 70 m Mann, der Angeklagte Szalet, mit erhobenen Stod heraus und schrie: Die sind von der Orgesch." Zwei der jungen Leute flüchteten, dem dritten verfeßte Szalef einen Schlag mit dem Stock über den Hinterkopf, so daß er hinfiel. Nunmehr ist der Zeuge eingeschritten und wollte Szalet verhaften. Dieser stürzte aber zu Boden und rief: Helft mir, laßt mich nicht verhaften; drängt ihn ins Wasser." Man habe das auch versucht und wollte ihm dabei die Pistole, die er als Beamter trage, aber nicht herausgezogen hatte, aus der Tasche reißen. Wenn nicht Hilfe durch die Schupo gekommen wäre, würde er totgeschlagen oder ins Wasser geworfen worden sein. Auffällig war, daß der ganze Trupp braune Spazierstöde mit den Krüden nach oben trug. Auf der Wache wurde Szalet gefragt, was 2. Drgesch bedeute. Das wußte er nicht. Die Beweisaufnahme 3. wurde darauf geschlossen und die Verhandlung auf Montag vertagt. Jrrige Meinungen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 113. Abt. Schmödwig. Gonntag, den 8. Juli, öffentliche Boltsver fammlung im Lotal Storchenneft", Wendenstr. 10. Thema:„ Die poli tische Lage". Ref. Gen. Adolf Buschick. Bezirksansschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschußkommission. 5. und 16. Kreis. Besichtigung des Ostar- Helene- Heims Donnerstag, den 12. d. M., nachmittags 3½ Uhr. Aus jeder Abteilung beteiligen fich je 3 Genossen und Genossinnen. Areis. Tiergarten. Montag, den 9. b. M., 7½ Uhr, erweiterte Kreisvor reis. Webbing. Frete Schulgemeinde und Bertreter der Elternausschüſſe standsfizung bei Krüger, Puttligstraße 10, der weltlichen Schulen. Dienstag, den 10. Juli, 7 Uhr, bei Gauermann, Sparrstr. 9, GSigung. Erscheinen Pflicht. 5. Kreis. Friedrichshain. Montag, den 9. Juli, 7 Uhr, Funktionärsizung in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a. 1. Die politische Lage". Ref. Gen. Hugo Heimann, M. d. R. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Bei tragserhöhung. Alle Funktionäre und Funktionärinnen haben Zutritt. Funktionärtarte und Mitgliedsbuch mitbringen. Areis. Charlottenburg.( Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde.) Ausflug nach der Planschwiese. Treffpunkt Montag, den 9. d. M., nachmittags 2 Uhr Kreis. Charlottenburg. Sonnabend, den 14. Juli, 7½ Uhr, in der Mul am Quisenplag. 7. 7. 9. der Gemeindeschule, Wiglebenstr. 34, Lehr- und Unterhaltungsfilme". Rarten zu 1500 m. beim Genossen Wilt, Nordhausener Str. 10, und bei Kreis. Wilmersdorf. Montag, den 9. Juli, 7½ Uhr, gemeinsame Sigung den Bildungsausschußmitgliedern des Kreises. des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsführern bei Kollath, Heidel berger Plag. zu singen. Eine Chestandskandidatin erzählt uns, wie es thr und ihrem zufünftigen Gatten in einem großen Möbelgeschäft in Berlin Südost erging. Am 18. Juni wurde ihnen für ein Büfett, eine Kredenz, einen Tisch und sechs Stühle der Betrag von 3 810 000 m. genannt, die nötigenfalls auf zwei Ratenzahlungen verteilt werden follten. Das war, wie man zu sagen pflegt, ein gar zu heftiger Schlag ins Portemonnaie und verzichtend lehnten sie ab. Als sie den Laden verließen, überreichte ihnen der Inhaber( oder war es ein Angestellter?) die Geschäftskarte mit dem wohlmeinend" hinzugefügten Rat, fie möchten sich die Sache nicht zu lange überlegen, da die Möbel bald noch teurer würden. Das junge Paar befann sich, daß es doch wohl besser sei, diese Mahnung zu befolgen und brachte schleunigst aus dem Kreise der Angehörigen wenigstens den zur ersten Ratenzahlung erforderlichen Betrag zusammen. Am 20. Juni gingen beide wieder zu dem Geschäft aber was mußten sie jetzt hören! In einem Zeitraum von napp 48 Stunden hatten sich die Preise so geändert, daß für dasselbe Büfett und dieselbe Kredenz unter Verzicht auf Tisch und Stühle Etatablehnung bedingt nicht Steuerfreiheit. der Betrag von 5 800 000 m. gezahlt werden sollte. Das bedeutete nicht viel weniger als eine Verdoppelung des Preises! daß infolge der Ablehnung des Berliner Haushaltes bis auf weiteres Bereinzelt wird aus der Bevölkerung die irrige Meinung laut, Daß eine derartige Preissteigerung wucherisch fei, wollte der feine Steuern mehr an die Stadt gezahlt zu werden brauchen. Das Geschäftsmann nicht begreifen oder nicht zugeben. In ohnmächtiger ist ein grundlegender Irrtum, auf den einmal rechtzeitig But verließ das junge Baar das Geschäft, um die Hoffnung auf und nachdrücklichst hingewiesen werden muß, damit die Steuerzahler baldigen Möbelkauf zu begraben, da auch für die sonstigen Möbel die durch die Nichtzahlung nicht erhebliche Unkosten an Mahn- und VollBreise entsprechend hoch waren. Wenn zum Wohnungsmangel die streckungsgebühren sowie an Verzugszuschlägen erleiden. Die meisten Möbelteuerung tommt, wer soll da noch Lust haben, zu städtischen Steuern werden auf Grund besonderer Steuerverordnunheiraten! Welcher Lohn oder Gehaltsempfänger fann da über- gen erhoben, in denen die Steuerfäße, sei es ziffernmäßig, sei es in haupt noch die Möglichkeit haben, sich eine Wohnung einzurichten Prozenten, festgesetzt sind. Die Erhebung aller dieser Steuern wird und eine Familie zu gründen! durch die Ablehnung des Haushalts überhaupt nicht berührt. Dies gilt für die Grunderwerbssteuer und Wertzuwachssteuer, für Schanffonzessionssteuer, Beherbergungssteuer, Vergnügungssteuer, Kraftdroschkensteuer, Mietkraftwagensteuer, Biersteuer, Hundesteuer, Pferdefteuer und Motorbootsteuer, ferner auch für die Wohnungsbauabgabe. Daß die Reichseinkommen und Kirchenfteuern, soweit sie von städtischen Steuertassen eingezogen werden, nicht berüht werden, ist selbstverständlich. Dagegen ist der städtische Haushalt von entscheidender Bedeutung für die Grundsteuer und für die Gewerbesteuer, weil für diese Steuern erst mit der Berabschiedung des Umlageverteilungsbeschlusses mit dem Haushalt die Steuersäge für das laufende Jahr festgesetzt werden. Da dieser Beschluß nicht gefaßt worden ist, kann also sowohl die Grundsteuer wie auch die Gewerbesteuer vorläufig nicht veranschlagt werden. Diese Steuern sind vielmehr nach den alten Sägen vorläufig weiter zu zahlen, und zwar für jedes Bierteljahr der 4. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Hermann Schwarz, Blankenfelderftr. 10. 5. Abt. Rommunale Rommission. 8 Uhr Sigung bei Sebler, Georgenkirch. vierte Teil des Betrages, der für das gesamte Rechnungsjahr 1922, Mittwoch, den 11 Juli, ftraße 36. Die Funktionärfonferenz fällt aus.. also einschließlich Nachtragsumlagen, erhoben worden war. Für Abteilungsversammlung im Rofenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11-12. einige städtische Steuern find nachträglich noch Erhöhungen beschlossen worden, so für die Hundesteuer und die Biersteuer. Diese liegen zurzeit den Aufsichtsbehörden zur Genehmigung vor. Dagegen ist die Lohnfummensteuer vorläufig abgelehnt und kommt demnach bis auf weiteres nicht zur Erhebung. Zugzusammenstoß auf der Ringbahn. Zwei Personen schwer, 60 leicht verlegt. Ein schweres Eisenbahnunglüd hat sich gestern nachmittag auf dem Ringbahnhof Papestraße in Schöneberg zugetragen. Auf dem oberen Bahnhof der Station stießen gegen 3% Uhr 3 wei Ringbahnzüge mit solcher Gewalt zusammen, daß eine Lokomotive und fünf wagen aus den Schienen geworfen und start beschädigt wurden. Von den Passagieren der beiden Züge wurden zwei Personen schwer und 60 leicht verlegt. Drei Aerzte waren sofort zur Stelle, die den Berletzten die erste Hilfe angedeihen ließen. Die Feuerwehr transportierte die am schwersten Berlehten mit Krantenautos in die nächstgelegenen Krankenhäuser. Gegen 26 Uhr war das Hindernis beseitigt, und der Zugverkehr, der bis dahin unterbrochen werden mußte, fonnte wieder aufgenommen werden. Die Ursache des Zusammenstoßes foll auf Bersagen der Bremse eines Juges zurüdzuführen sein. Die beiden Schwerverlegten find der 26 Jahre alte Eisenbahner Willi Klein aus der Rochhannstraße 32, der eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hat, und der Schriftsteller Emil Rittmann aus der Allerstraße 35 in Neukölln, der wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung oder einen Schädelbruch erlitten hat. Beide Schwerverletzte fanden Aufnahme im Schöneberger Kranfenhause. Wie wir weiter erfahren, hat einer der Ringbahnzüge auf dem Bahnsteig gestanden, und der andere Zug, der aus Tempelhof tam, ist von hinten auf ihn aufgefahren, fo daß die Buffer der Lokomotive abbrachen. Die meisten Verlegten find burch Glassplitter oder dadurch zu Schaden gekommen, daß fie gegen die Wände geschleudert wurden. Bon anderer Seite wird über den Unfall folgendes mitgeteilt: Der vom Potsdamer Bahnhof tommende Ringbahnzug 1836 hielt auf dem Bahnhof Bape straße, als der von Tempelhof tommende Ringbahnzug 3762 angeblich infolge falscher Weichenftellung auf den haltenden Zug auffuhr, obwohl das Signal auf" halt" stand. Drei Wagen 3. Klasse des Zuges 3762 entgleisten. Die Zugleitung hatte für schnellste Benachrichti gung der Dienststellen gesorgt, die auch fofort hilfs geräte und Aerzte entsandte. Um 7 Uhr fonnte der Verkehr wieder aufgenommen werden. Der Materialschaden ist nicht sehr erheblich, er beschränkt sich auf die Beschädigung einer Lokomotive und mehrere Wagen. Die Brikettknappheit. Besserung für die nächste Zeit in Aussicht gestellt. Auf die Borwürfe, die kürzlich, wie mitgeteilt, vom Berband der felbständigen Holz- und Kohlenhändler gegen das Kohlen amt Berlin erhoben wurden, wird jetzt vom Magiftrat das folgende erwidert: nahmen des Kohlenamts 11. Rreis. Schöneberg- Friedenau. Zeitungskommission! Dienstag, den 10. Juli, 14. Kreis. Reukölln. Kreisfunktionärtonferenz Montag, den 9. Juli, 7½ Uhr, 7 Uhr, Borwärtsspedition Belziger Straße Sigung. in der Aula der Knaben- Mittelschule Donaustraße 120. Besprechung der Abteilungsleiter Dienstag, den 10. Juli, 6% Uhr, im Parteibureau Neckar. straße 3. 14. Kreis. Neukölln. Ordnerdienst. Dienstag, den 10. Juli, Abteilungsobleute und Stellvertreter wichtige Gigung 7 Uhr bei Wall, Allerstr. 7. 15. Kreis. Dienstag, den 10. Juli, 7½ Uhr, Gigung der Obleute des Kreis. bildungsausschusses bei Grahl, Niederschöneweide, Berliner Straße 129. 17. Kreis. Lichtenberg. Montag, den 9. Juli, abends 7 Uhr, Konferenz der Fraktion, Bezirksamtsmitglieder und Kreisfunktionäre im Arbeitsamt Schreiberhauer Straße. 18. 19. Baum", Berliner Allee 205, Kreisfunktionärtonferenz. Bollzähliges und pünktliches Erscheinen unbedingt notwendig. Mittwoch, den 11. Juli, Kreis. Beißensee. Montag, den 9. Juli, 7½ Uhr, im Lokal zum ,, Grünen Kreis. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Eisenbahnfahrt bis Buch; von Buch Lorenfahrt bis zum Gorinfee. Treffpunkt vormittags 84 Uhr Bahnhof Bankow- Schönhausen. Anmeldungen bis Montag abend 8 Uhr im Säuglingsheim. Morgen, Montag, den 9. Juli: 7. Abt. 7 Uhr Funktionärsizung bei Dahms, Schlegelftr. 9. 8. Abt. Die Funktionärsizung am Montag bei Wiemers fällt umständehalber aus. Alles Nähere in den Zahlabenden. 14. Abt. 7% Uhr bei Dietrich, Swinemünder Str. 36, Funktionärschung. Er. fcheinen sämtlicher Funktionäre Pflicht. 15. Abt. 7 Uhr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obiglo, Stralsunder Str. 11. 16. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Regenberg, Gartenstr. 75. 17. Abt. 7 Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärtonferenz. Betriebsräte und Betriebsvertrauensleute der BSPD. sind eingeladen. Die Beisetzung des ermordeten Bismard- Bündlers am gestrigen Abend, die von den rechtsstehenden Verbänden zu einer Art Pro= paganda für Schwarzweißrot und haten treuz aus- 18. Abt. 7½ Uhr Funktionärsigung bei müller, ferite. Han gestaltet worden war, vollzog sich, trotz des provozierenden Charakters 20. Abt. 7% Uhr funktionärsgung bei Fritsch, Drontheimer Str. 4. 19. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Schuchhardt, Christianiaftr. 116. der ganzen Veranstaltung, ohne mennenswerte Zwischenfälle. In 22. bt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Radzen, Brüsseler Str. 53. Moabit verfuchten in zwei Fällen einige Heißsporne den Fahnen- 23. Abt. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Grunwald, Kameruner Stage. trägern schwarzweißrote Fahnen zu entreißen. Im übrigen bewahrte 24. Abt. 8 Uhr Funktionärtigung bei Binger partsquittung find mitzubringen. die Arbeiterschaft eine must ergültige Disziplin und ließ fich auch durch das anmaßende Gebahren der Bismard- Bündler nicht aus der Ruhe bringen. Der Zug löfte sich nach der Beisehung auf 31. dem Friedhof in Plößensee gegen 9% Uhr auf. 27. 40. Mitgliedsbuch der Gewerkschaft und Der Abteilungsvorstand trifft sich dort 1 Stunde vorher. triebsvertrauensleute find hierzu eingeladen. bt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Lehmann, Korsörer Str. 1. Die Be. abt. Funktionärtonferenz abends 8 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische. Straße 36. Partei und Gewerkschaftsmitgliedsbuch ist mitzubringen. bt. 7½ Uhr bei Keufner, Hagelberger Straße 20a, Funktionärsizung. Be triebsvertrauensleute sowie sämtliche Obleute der Rommissionen müssen vertreten sein. Ein Liter Milch 4000 Mart. Die Milchpreise für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin werden mit Birtung vom Montag, ben 9. Juli, wie folgt festgesezt: Für Vollmilch 4000 Mari 42. bt. 7 Uhr bei Höhle, Bergmannstr. 69, Funktionärtonferenz. je Biter, für nach Berlin eingeführte Magermilch 1880 m. 43. 7 Gigung famtlicher Bezirksführer und Obleute ber Kommiſſionen je litet. Die A- Milchlarten werden wie bisher mit 1, Ziter, bie st.hr Funktionärtonferenz Schule Reichenberger Straße 44-45. B- Milchtarten sowie die Karten für werdende Mütter( C- Karten) 45. abt. 7 Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bei Bertsch, Biener Str. 38. wie bisher mit je 1 Liter Vollmilch beliefert. Verlängerte Hundesperre. Aus Anlaß eines neuen Toll. mutfalles hat sich der Polizeipräsident gezwungen gesehen, auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die teilweise Hundesperre in Groß- Berlin bis zum 26. September d. J. bestehen zu lassen. Nach wie vor herrscht demnach Maultorb- und Leinezwang in dem Bereich der Polizeiämter Mitte, Tiergarten, Wedding, Prenzlauer Wilmersdorf. Berg, Friedrichshain, Kreuzburg, Charlottenburg und Berlin Der Bezirk Grunewald- Forst ist von diesen verschärften Bestimmungen ausgenommen. Dort herrscht nur der übliche Maultorbzwang. Schließlich besteht Maultorb- und Leinezwang auch im Bezirk Berlin- Schöneberg. Eine fliegende Spielbant wurde gestern, Sonnabend vormittag Unternehmer nahm man mit zur Bache. Das Spielgerät und am Freitad Wannsee von Kriminalbeamten ausgehoben. Die beiden 132 820 m. Spielgelder wurden beschlagnahmt. Geschäftliche Mitteilungen. 44. bei Krüger, 1. 46. Abt. 7% Uhr Sigung der Abteilungsleitung und sämtlicher Funktionäre bei Eichholz, Cuornstraße 23. 48. t. 7 Uhr bei Lübke, Brandenburgstr. 1, Funktionärtonferenz. Neukölln. 89. Abt. 7% Uhr Borstands- und Funktionärsigung bei Krüger, Lenau, Ede Reuterstraße. 93. Abt. Achtung, Bezirksführer! Sämtliche Funktionäre find zum Dienstag( nicht Montag wegen der stattfindenden Kreisfunktionärversammlung) zur Funtionärsigung zu laden. Lokal Reuer, Ref. Gen. Maderholz. 95. b. 7% Uhr Funktionärsigung bei Gustmann, Steinmetstr. 78. minenhofstraße 124. ftraße. 103. Abt. Oberschöneweide. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Imberg, Wilhel 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr Funktionärsigung im Lokal Anders, Bahnhof128. bis 130, Abt. Bankom. Antoniunge Rea 136. Abt. Reinickendorf- Oft. 7½ Uhr Jugendheim Geebad, Residenzstraße 49, Funktionärsigung. Die Bezirksführer laden zu einem gemeinsamen Be sirtsabend am Mittwoch, den 11. Juli, im Jugendchim Geebab ein. 139. Abt. Tegel. 7% Uhr Jugendheim Bahnhofstr. 15, Funktionärversammlung. Jungsozialisten. Gruppe Südost. 7% Uhr Jugendheim Gemeindeschule Glogauer Straße 14-16, Vortrag des Gen. Wilhelmi über: Jugend und Gewerk. schaften". Arbeiterjugend und Parteigenossen willkommen. Frauenveranstaltung am Montag, den 9. Juli: 36. Abt. Nachmittags 3 Uhr gemittliches Beisammensein Lotal 8um Fürsten Wolfgang", Landsberger Chauffee, Ede Weißenseer Weg. Gäste willkommen. Uebermorgen, Dienstag, den 10. Juli: „ Die Tagespresse hat in diesen Tagen Ausführungen aus der Generalversammlung des Verbandes der selbständigen Holz- und Kohlenhändler Berlins gebracht, die den falschen Eindruck ermeden können, als ob die derzeitige Brifettknappheit in Berlin auf MaßFreizügigkeit der Rohlenbarte und Freigabe der Abschnitte 1-5- zurückzuführen sei. Allerdings sind die Eingänge an Britetts in den letzten Wochen erheblich hinter der Norm zurüdgeblieben, hierauf find aber selbstverständlich die Unterverteilungsmaßnahmen ohne jeden Ein3. Abt. Rommunale Rommission. 7% Uhr Sigung bei Rrüger, Engelufer 23. fluß, da das Kohlenamt Berlin naturgemäß nicht mehr Kohlen ver- Artikel, der sich im legten Jahrzehnt so die Gunft des Publikums erobert hat 9. Abt. 7% Uhr Funktionärtonferenz bei Sübner, Wilsnader Str. 34. Eine Isolierflasche, die weder springt noch bricht. Es gibt wohl kaum einen 6. Abt. 7% Uhr Funktionärkonferenz bei Dobrohlow, Swinemünder Str. 11. teilen fann, als der Versorgungsbezirk jeweilig erhält. Hierüber wie die Sfolierflasche. Sie hat nur einen Nachteil: ihre Zerbrechlichkeit. Mit 11. abt. 7½ Uhr Funktionärkonferenz bei Raiser, Gogłowstyſtr. 34. haben bei den letzten Besprechungen mit der Vertretung des Handels diesem Uebelstand räumt die neue patentierte Iſola- Stahlglasflasche auf Sie 21. Abt. 7½ Uhr Funktionärkonferenz bei Kroll, Utrechter Str. 21. auch keinerlei Meinungsverschiedenheiten bestanden, es ist vielmehr ruht auf der vorzüglichen Qualität und der großen Wandstärke des zur Herstel 39. Abt. 7% Uhr Funktionärkonferenz Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. fpringt nicht und bricht nicht. Jhre außerordentliche Widerstandsfähigkeit be- 34. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Rofin, Gubener Str. 19. feitens des Handels anerkannt worden, daß die seinerzeitige Freigabe lung verwendeten Glases, das nach einem im In- und Ausland patentierten 56. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Abteilungsversammlung Schule Bestalozzider Abschnitte 1-5 durch die damaligen Verhältnisse durchaus ge- Berfahren noch besonders gestählt wird. Die Isola- Gesellschaft in Rudolstadt straße 40. Thema: Der Hamburger Rongreß". Ref. Dr. 8echlin. boten war. Diese Freigabe erfolgte seinerzeit auf Anregung des ist die Erfinderin und alleinige Fabrikantin dieses ihr patentierten Artikels. 74. Abt. Behlendorf. 8" Uhr Mitgliederversammlung bei Midlen, Botsdamer Reichstohlenkommissars in einem Zeitpunkte völliger Abfahstockung richten Anzeige in der Zeit vom 9. bis 23. Juli dieses Jahres eine mit 5 Broz. Die freie Hansestadt Bremen legt gemäß der im Inferatenteil veröffent- Straße. Ref. Gen. Buchholz. Thema: Die Konsumgenossenschaften in der Arbeiterbewegung". und unter Umständen, die eine derartige rapide rückläufige Ent- verzinsliche Dollar- Wertanleihe zur öffentlichen Beichnung auf. Der Kurs be wicklung unserer Währungsverhältnisse nicht voraussehen ließ. trägt 97 Broz. Die Zahlung des Gegenwertes fann in Reichsmart und in Dollar erfolgen. Den Zeichnungen auf Reichsmart wird der jeweilige Dollar. Unter den heutigen leider völlig veränderten Verhältnissen ist eine furs augrunde gelegt. Die Berzinsung, Tilgung und Rüdzahlung der Anleihe 86. alsbaldige Vollbelieferung der freien Abschnitte nur In erfolgt in deutscher Reichswährung nach dem jeweiligen Geldweit von Dollars beschränktem Maße durchführbar. Diesen veränderten der Bereinigten Staaten. Der Ertrag der Anleihe ist für die Durchführung 121. Umständen ist im Verordnungswege bereits durch Beschränkung des von Neu- und Erweiterungsbauten des bremischen Staates bestimmt. Die Berzinsung und Tilgung der neuen Anleihe wird durch das vorhandene Ber Zugriffsrechts der Selbstabholer Rechnung getragen worden, such mögen des bremischen Staates an Bauten und werbenden Anlagen, das sich die Hausbezieher können bei der heute herrschenden Kohlenknappheit auf 400 millionen Goldmart beläuft, sichergestellt, baneben werden die Einnahmen aus den aus bem Anleiheerlös au schaffenden Reuanlagen den Er. nicht die sofortige Belieferung aller freigegebenen Abschnitte der merbern der neuen Anleihe zur Sichersterung ihrer Ansprüche für Berzinsung 41. und 42. Abt. Gonnabend, ben 14. Juli, familienausflug nad Bebenbor Rohlentarte beanspruchen. Der Händler ist vielmehr nach der Ber- und Tilgung verpfändet. ordnung über die Kohlenverteilung verpflichtet, seine Kunden in angemessener Frist, d. h. entsprechend den Eingängen und unter Berücksichtigung des Bedarfs aller seiner Kunden zu beliefern. Das Kohlenamt hat vorerst von einer zeitweiligen Sperrung der zuleßt freigegebenen Abschnitte absehen müssen, da der Reichstommissar für die Kohlenverteilung für die nächste Zeit eine erhebliche Besserung in der Belieferung Berlins in Aussicht gestellt hat." Wetter bis Montag mittag. Anfangs sehr warm, troden und überwiegend heiter, später etwas fortschreitende Zunahme der Bewölkung und vereinzelte leichte Gewitter, aber nur geringe Abkühlung, schwache östliche bis südöstliche Winde. Lebensmittelpreise des Tages. Zufuhr: Fleisch ausreichend, Geschäft schleppend. Fische ziemlich ausreichend, Geschäft flott. Obst und Gemüse reichlich, Geschäft flott. * Am Sonnabend galten in der Zentralmarkthalle folgende Kleinhandelspreise: Rindfleisch 22 000-28 000 M. Schweinefleisch 24000-28000 M. Schollen * 91. Abt. Reutöln. 7% Uhr Funktionärßigung bei Lüddecke. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 10. Juli: Abt. Mariendorf. 7½ Uhr bei Niendorf, Chauffee-, Ede Streligstraße. Abt. Karlshorst. Mittwoch, den 11. Juli, Mitgliederversammlung im Restaurant Fürstenbad". Tagesordnung: Klaffentampf, Klaffenbewußt fein und Solidarität". Ref. Gen. Adolf Buschid. Diskussion und Ber schiedenes. Frauenveranstaltung: Weft. Abfahrt Buntt 11 Uhr Potsdamer Wannseebahn. Nachmittag 3 Uhr Raffetochen im Restaurant Leopold, Alsenstraße. Gäste herzlich willkommen. Kinderveranstaltungen: Broletarische Kindergruppe Charlottenburg. Ausflug nach der Jungfern heide am Montag, den 9. Juni. Treffpunkt 2 Uhr nachmittags am Luisen plaz. 11. Kreis. Schöneberg- Friedenau. Am Montag, den 9. Juli, beginnt bte Ferienhalbtagstolonie nach Behlendorf. Treffpunkt 12 Uhr am Großgörschen. bahnhof und am Bahnhof Friedenau( Wannseebahnhof). Jugendveranstaltungen. Werbebezirk Teltowtanal. Sonntag, den 8. Juli, nachmittags 4 Uhr, großes Jugendtreffen in Marienfelde. Abends 7 Uhr Jugendfeier bei Safelow, Berliner Straße. Anschließend Facelzug. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Zirkus- Krawalle vor Gericht. Schluß der Beweisaufnahme. Im Laufe der gestrigen Verhandlung wurden die letzten Zeugen vernommen. Der Zeuge Kaufmann Wettstein nahm an der Zirkus- Bersammlung teil. Es flirrten die Fenster und Kalbfleisch 22000-28 000 M. Hammelfleisch 22 000-27 000 M. GeSteine flogen hinein. Bald darauf versuchten Kommunisten und räucherter Schinken 46000-48000 M. und Speck 40 000-46 000 M. Rohfleisch 29 000 M, Gänse 37000-38000 M. Enten 37 000-38000 M. Kindergruppe Südoft. Treffpunkt zum Sommerfest der Partei nachmittags Asylisten, ausgerüstet mit Waffen und zum Teil auch Schlagringen, Hühner 23 000-26 000 M. Schellfisch 9500-12 000 M. Kabeljau 9000 bis 2 Uhr Görliger Bahnhof, Unfallstation. den Zirkus zu stürmen, wurden aber zurückgestoßen. Als der Zeuge 16 000 M. Dorsch 5000-9000 M. Seelachs 9000-12 500 M. Morgen, Montag, den 9. Juli: dann hinausging, sah er auf dem Zirkushof, wie ein Beamter ver 8000-10 000 M. Flundern 2500-7000 M. Rotzungen 7000-10000 M. Friebenau. Jugendheim Offenbacher Str. 85a, Mädchenabend. Often, bunden wurde. Leute mit Sowjetsternen hielten Personen an und in Eis: Schleie 15000-20 000 M. Hechte 12 000-18 000 M. Aale Stralauer Viertel. Bortrag: Jugend und Familie". Unsere Eltern find herz Barsche 13 000-16 000 M. Bleie 6 500-14 000 M. Tichst eingeladen. Südost. Treffpunkt zum Sommerfest der Partei nachmit untersuchten sie. Beim Abmarsch wurden diese im Lustgarten von 24 000-30 000 M. einem Trupp, der rote Fahnen bei sich führte, überfallen. Auch Plötzen 6000-12 000 M. Naturbutter 38 000-40 000 M. Margarine 21 000 bags 2 Uhr, Görliger Bahnhof, Unfallstation. ein Trupp des Proletarischen Gesundheitsdienst es bis 28 000 M. Schweineschmalz 29 000-32 000 M. Weizenmehl 4000 war dabei. Vorf.: Wie verhielt sich der Proletarische Gesundheits- bis 5000 M. Graupen 5500 M. Nudeln 3000-8000 M. Reis 5800 bis 9000 M. Erbsen 5400-7500 M. Weiße Bohnen 7000 M. Neue Kartoffeln dienst dabei? 3euge: Leute, die mit weißer Binde und Sowjet- 3600-4000 M. das Pfund. Kohlrabi 6000-8000 M. die Mandel. Spinat Lotte 30. Warum geben Sie weber Alter, noch Vorbildung, noch jestge stern gekennzeichnet waren, schlugen mit den Schwengeln der zu 2500 M. Spargel 4000-7 000 M. Grüne Bohnen 7000-8500 M. Grüne Beschäftigung an? Ohne Kenntnis dieser Dinge ist auf Fragen nach Berufs fammengelegten Tragbahren auf uns ein. Der Zeuge hat einige Gurken 10 000-14 000 M. das Stück. Tomaten 10000-12 000 M. Pfeffer- wahl und Ausbildungsmöglichkeiten schwer zu antworten. Für Sie tämen der Afrlisten wiedererkannt. Kriminalassistent Holl sah im Luft linge 5500-6000 M. Zwiebeln 4500 M. Kirschen 2500-7000 M. Erd- vielleicht private Handelsschulen in Betracht.( Adreßbuch 3. Teil.) Stenographie und Maschineschreiben lehren Wahlfortbildungsschulen, zum Teil in befon garten drei junge Leute, die ruhig dastanden und fich die Sache an heeren 9000-12000 M. Johannisbeeren 6500 M. Blaubeeren 5000-6000 M. beren Stenotypistinnenklassen. Die nächste für Sie wäre Waldemarstraße 77. Jaben. Blöglich stürzte aus den Reihen der Asyliften ein junger Zitronen 2000-6000 M. das Stück. Cinen tschechischen Birtel bennen wir nicht. Briefkasten der Redaktion. Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) Durchschnitt Mai. 20. Juni. 27. Juni 4. Juli 0 3816 9 272 11 785 16 180 Steigerung in der letzten Woche 37,3 v. H. Gegen die Devisenfurstreiberei. WTB. meldet: Tage werben zeigen, ob man ben Mut zu tatkräftiger Bekämpfung| Biel zu lange hat man mit entschiedenen Maßnahmen zur Stübung der großen Devisenhamsterer aufbringen wird. Aufwertung. Die der Währung gezögert, und man hat jeßt, wo die Mißstände so lange geduldet wurden, wenig Recht zu hoffen, daß die neuen Verordnungen auf diesem Gebiete gründlich Abhilfe schaffen. Wir brauchen ein Gesez zum Schuh der Währung. Niemand wird sich Während die Arbeiterschaft durch den Widerstand der einer Täuschung darüber hingeben, daß auch dieses nur den Aus= Unternehmer gegen die Einführung wertbeständiger Löhne auf einer wüchsen am Devisenmarkt steuern fann, daß es, um durchgreifend gefunden und billigen Grundlage in schwere Lohnfämpfe verstridt zu wirken, nicht nur durch eine bessere Finanzpolitit ergänzt ist, während sie um einen ausreichenden Schutz gegen die grenzen werden muß, sondern daß überhaupt erst eine endgültige Regelung lose Berelendung erbittert ringen muß, steht die Börse im Zeichen der Reparationsfrage erfolgen muß, wenn der Mark auf die Dauer einer Flucht in die Sachwerte, wie sie selbst in früheren geholfen werden soll. Bis dahin aber ist ein weiter Weg. Ein Berioden der Martentwertung nicht zu beobachten war. Die Attien- Aft der wirtschaftlichen Notwehr ist es, wenn die Arbeiterschaft hausse hält an. Unermüdlich speist die Notenpresse den Geldmarkt, ihrerseits jezt mit allem Nachdruck die Forderung nach wertbe. niemand will an der Papiermart festhalten. Die rigorose Drosselung ständigen Löhnen erhebt, nachdem das Unternehmertum die Lage der Nachfrage nach fremden Zahlungsmitteln durch die Reichsbank der breiten Massen durch die rücksichtslose Handhabung der Preishat wenigstens zur Folge gehabt, daß der Sturm gegen die Mark schraube verschärft hat und ein Ende der Geldentwertung noch nicht Die Reichsbank wird in Zukunft Devisen nur abgeben, wenn abgeschwächt wurde. Immerhin stieg der Dollar in der letzten Woche abzusehen ist. ihr der ursprüngliche Auftraggeber, mit anderen nach den amtlichen Notierungen von 154 400 auf 175 600. Worten derjenige, welcher legten Endes die Devisen zur Zahlung Preise aber steigen in lezter Zeit fast noch schneller als der Fast 25 Billionen schwebende Reichsschuld oder 24926 Milliarden für erlaubte 3wede gebraucht, bei Auftragerteilung genannt Dollar. Im Großhandel wenigstens ergeben die durch Mark werden in der monatlichen Uebersicht über die Reichsfinanzen wird. Soweit die ursprünglichen Aufträge an Devisenbanken er schnittlichen Meffungen des Statistischen Reichsamts eine Preis vom Ende Juni ausgewiesen. teilt werden, müssen diese bei Weitergabe Ihrer Orders an die Reichs- steigerung um 137 Broz., während der Dollar" nur" um 131 Proz. Der Abschluß der dänischen Arbeiterbant. Die vor den bank, an andere Devisenbanken oder an die Makler den ursprüng- in die Höhe gegangen ist. Ein ähnliches Bild zeigen die Aktienkurse. dänischen Arbeiterorganisationen gegründete Arbeiterbank in Kopenlichen Auftraggeber und seinen Wohnsitz entweder ohne weiteres Auch fie, die früher sich dem Dollarfurs nur allmählich anpaßten, hagen hatte im 4. Geschäftsjahre einen Gesamt umsatz von 429 Milbezeichnen oder einen Meldezettel, aus dem Betrag der Order, ferner steigen in der Zeit, wo die Mark langsam fintt, stärker als der Dollar lionen Kronen oder 89 Millionen mehr als im Vorjahr. Der Namen und Wohnsiz des Auftragebers einwandfrei hervorgehen, in und vermindern so die Spanne, die zwischen den Vorkriegskursen Ueberschuß betrug 105 254,53 Kronen. Entsprechend den ge= geschlossenem Umschlage, auf dem die Auftragsbeträge verzeichnet und den heutigen Kursen besteht, wenn man lettere in Gold um- seglichen Bestimmungen ist das Aktienkapital um eine Million stehen, beilegen. rechnet. Berücksichtigt man die in den letzten Jahren erfolgte Ber- Kronen erhöht worden. Die Reichsbank sieht sich zu dieser Maßnahme genötigt, nachdem wässerung des Aktienkapitals, so haben einzelne Aktienkurse sogar fie die Erfahrung gemacht hat, daß Auftraggeber in Erwartung der die Borkriegskurse überschritten. Das ist an sich kein Wunder. An Repartierungen bei der Devisenzuteilung vielfach weit höhere einer großen Zahl von Beispielen wurde in letzter Zeit dargelegt, Beträge in Auftrag gegeben haben, als der wirkliche wie die Aftiengesellschaften bemüht find, ihre Bilanzen so aufzuBedarf es rechtfertigt. Die Bekanntgabe des ursprünglichen Auf- stellen, daß riesige Goldreserven verschleiert werden. traggebers wird die Reichsbank in den Stand setzen, sofort ent- Die Nachfrage nach Attien wächst infolgedessen, und sie wird noch da, sprechende Erhebungen anzustellen. Selbstverständlich durch gefördert, daß man auf eine weitere Verschlechterung der Mark haben Auftraggeber, die etwa in der genannten Weise verfahren, rechnet, wie sie an den ausländischen Börsenplägen in letzter Zeit und dadurch gegen den Sinn der Bestimmungen des§ 5 der Devisenbereits verzeichnet wurde. verordnung vom 8.Mai d. J.( RGBI. S. 275) verstoßen, entsprechende Bestrafung zu erwarten. Hoffentlich bleibt es nicht auch diesmal nur bei Anfündigungen; schon bisher hatte die Reichsbank das Recht, Auskunft zu verlangen. Daß sie davon erst jest in umfassender Weise Gebrauch machen will, nachdem die Nachfrage am Devisenmarkt über alles Maß hinaus gestiegen ist, ist eine bedauerliche Verzögerung: tie nächsten Am Warenmarkt alfo wie am Effektenmarkt findet eine Aufwertung der Preise statt, dort, indem die Preisstellung in Festmart ober nach festen Wertmaßstäben immer weiter um sich greift, hier, indem man sich den Friedensgoldkursen nähert. Dieser Aufwertung der Aktien und waren steht eine weitere Entwertung der Mart gegenüber, deren ganze Schwere auf den minderbe mittelten Bolfsschichten laftet, insbesondere auf der Arbeiterschaft. Vorträge. Dereine und Versammlungen. fpricht: Why I come to Germany" ,, Warum ich nach Deutschland tomme" am Donnerstag, den 12. Juli, 8 Uhr, im Gesangssaal der Luisenschule, Ziegelstraße 12. Der Vortrag wird überfest. Gäste willkommen. dorf- West. Sonntag, den 8. Juli, Lichtbildervortrag im Eichborn- Kino, EichPazifistischer Studentenbund. Mig Anna Cortis von der Quäterkommission Berein der Freidenker für Feuerbestattung, E. B. 20. Bezirk. Reinidenbornstraße. Ref. Dr. Sompff. 8ur Deckung der Unkosten Tellersammlung. ontag, den 9. Juli, Mitgliederversammlung Schönholzer Festfäle. Gründung einer Ortskaffe. Männerchor Solidarität. Sur Teilnahme am Sommerfest des 6. Kreises Straße. Treffpunkt am Mittwoch 5 Gewerkschaftshaus. Alle Sänger treffen sich die Gänger Sonntag nachmittag 4 Uhr am Batentami Giftner müssen erscheinen. Proletarisches Kulturfartell Wedding. Montag, den 16. Juli, im Lesesaal nisationen milffen vertreten sein. Beginn 7% Uhr abends. Die SAJ. wird des Jugendheims Schönstedtstraße 1, 5 Treppen, Bollversammlung. Alle Orga gebeten, Gastdelegierte zu entfenden. Direction der Disconto- Gesellschaft Deutscher Metallarbeiter- Verband Berein Berliner Buchs Walt. Kuchenbecker Verwaltungsstelle Berlin N 54. Linienstraße 83/85 Drucker u. Schriftgießer Reinickendorf W., Berlin. Geschäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4Uhr. Telephon: Amt Rorben 833 bis 836 Montag, den 9. Juli, nachm. 5%, Uhr und 6592 bis 6595. Achtung! Fellenarbeiter Achtung! Unsere Kommanditisten werden hierdurch auf Dienstag, den 24. Juli 1923, nachmittags 4 Uhr, zu der diesjährigen ordentlichen Generalversammlung nach unserem hiesigen Geschäftshause, Behren- Dienstag, 10. Juli, nachm. 5 Uhr, straße 42 II, eingeladen. Verhandlungsgegenstände: Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand unserer Lohnverhandlung. 2. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! 1. Vorlage der Bilanz und Gewinn- und Verlust- Rechnung sowie der Berichte der Geschäftsinhaber und des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 1922. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz, die Gewinnverteilung und über Dienstag, ben 10. Juli, nachmittags die der Verwaltung zu erteilende Entlastung. 2. Abänderung der Satzung: Art. 5 Abs. 2 und 3( Ausdehnung der Einziehbarkeit von Anteilen durch Ankauf auf sämtliche Kommanditanteile; Streichung der Einziehbarkeit durch Kündigung). Art. 21( Abänderung der Höchstzahl der Aufsichtsratsmitglieder). 3. Wahlen zum Aufsichtsrat. 16 Uhr im Verbandshaus( 8immer 14) Linienstraße 83/85 Versammlung Generalversammlung in der Bodbrauerei, Fidicinstr. 2-3 fleiner Gaal. agesordnung: Berichterstattung Verlobte Juli 1923. MarkenZigaretten noch zu günstigen Preise von den Cohnverhandlungen. Su dieser Versammlung haben außer Königs erger Ohne den Delegierten auch die Bertrauensleute und Druckereitaffierer Zutritt. Legitimation tein Einlaß. Der Gauvorstand. Kochstr. Alte Gebisse Schokoladen auch zerbrochene pro Zahn 25 000 bis 300 000 Mark. in groß. Auswahl und Preislage der Funktionäre aus den Kunden- Gold-, Dubice-, Silberbruch kauft zum betrieben der Metallschleifereien Tageskurs Zahn- Ankaufsstelle geben ab und galvanischen Anstalten Tagesordnung: Bericht von ben B. Lohnverhandlungen. Erscheinen ist Pflicht. Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist jeder Kommanditist, zur Stimmenabgabe bei den zu fassenden Be- Achtung, Silberschmiede! schlüssen sind nur diejenigen Kommanditisten berechtigt, deren Dienstag, ben 10. Juli, abds. 6 Uhr. Anteile mindestens acht Tage vor Berufung der Generalver- im Dresdener Garten, Dresdener Str.45 oder Depotscheine eingetragen sind, und welche ihre Anteile der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassen- Vereins spätestens einen Tag vor der Generalversammlung entweder bei beichäft. Kolleginnen und Kollegen sammlung im Aktienbuche der Gesellschaft auf ihren Namen Branchenversammlung einem Notar oder bei der Direction der Disconto- Gesellschaft in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamburg oder dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein A.-G. in Köln, oder bei einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannten Banken an anderen Plätzen, oder bei den sonstigen im Reichsanzeiger Nr. 153 vom 4. Juli 1923 veröffentlichten Stellen gegen Bescheinigung bis zur Beendigung der Generalversammlung hinterlegen. Berlin, den 4. Juli 1923. Direction der Disconto- Gesellschaft. Dr. Salomonsohn. Dr. Mosler. AnkaufsDie Geschäftsinhaber: Urbig. Dr. Russell. Schlieper. Frank. Abteilung MAX BUSSE Brunnentraße 18 * Dr. Solmssen. Dr. Boner. Gegründet 1878 An der Invalidenstraße Ankauf und Verwertung von Brillanten Gold-, Silber-, Platinbruch + Geschlechtskranke+ Metallbetten Behandlung von Syphilis, Hautausschlägen, Wunden. 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Sonder- Ausgabe über Rußlands Wirtschaft, Handel und Industrie Verbreitetstes Insertionsorgan Redaktion und Expedition: Kleine Königstraße 9, Riga, Latvia aller in der Silberwarenindustrie Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnverhandlung. 2. Diskussion. Dienstag, ben 10. Jull, abds. 7 Uhr, Berbandshaus( Arbeitslosenfaal), Branchenversammlung Linienstraße 83/85 der Hilfsarbeiter. Tagesordnung: 1. Die Lohnberhält. niffe der Hilfsarbeiter und die Aufgaben der Branche. 2 Wahl des Branchenletters. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Dienstag, ben 10. Juli, abends 6/2 Uhr, im Verbandshaus( Sigungsfaal) Linienstraße 83/85 Versammlung der Betriebsräte der Hauptgruppe III, Untergruppen 5,6.7. Tagesordnung: 1 Der Kampf der Unternehmer gegen die Betriebsräte. 2. Distuffion. 3. Gruppenangelegen heiten. Jeber Betrieb muß vertreten fein! Die Kollegen werden aufgefordert, ihre Betriebsräte zu kontrollieren. Wegen Streit bleibt die Hauptbücherei während der Dauer des Streits geschlossen. Ausgeliehene Bücher können abgeliefert werden. 29/11 Die Deisverwaltung. ISOLA ISOLA STAHLOLAS D.R.P. hält 24 Stunden heiß- 3 Tage kalt Springt nicht Bricht nicht! Man hat jahrelang freude daran ISOLA GES RUDOLSTADT/ TH. Außerdem wie bisher in altbekannter Güte 15OLA- Leichtglasflaschen Speisenträger Konnen Urbanffr. 65 Legitimation erforderlich. Fernfpr Mpl 7160 Zymelski, Weißenburger Str. 32 Spletter& Co. Wir kaufen auch kleine Posten ausgekämmte Frauenhaare einwandfreie Ware, und zahlen heute kg M. 105 000 für das Haarverwertung A.-G., Belle- Alliance- P1.12 Schokoladen große Auswahl be tannter Marten. Billigst. Bezugsquelle fir Rantinen und Biederverkäufer Paul Grindel Schofol. Großhandl. Berlin C 25 Dircksenstr.47 am Bahnb. Börse für graue ein Drittel Alle Seifenhändler decken ihren Bedarf in Toilettenseifen, Ia Kernseifen, Seifenpulver usw. im Seifenlager Emerich A. 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Westens ( Große Volksoper) 8U.:Dreimäderinaus Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Lustspielhaus Die blaue Hawaii Metropol- Theater 74: Die Schönste der Frauen Vorverk ununterbr. Neues Theat. a. Zoo Täglich 8 Uhr: Meritzplatz Vorstellung im Park! Der Ausbrecherkönig Kartini Srenyi Meyer mit Hängeboden! Richard Oswald Lichtspiele KANI STRASS Des großen Erfolges wegen veriängert! 2. Wocho Die Der Leibrucher brennende des Fridericus Rex Singspiel in 3 Akten Neues Volkstheater U.: Kugel Vater und Sohn Sensat.- Großfilm Renaissance- Theat. In d. Hauptrolle: 8 Uhr: Kampf der Geschlechter Schiller- Th.Charl. 8 U: Süße Susi Thalia- Theater Täglich 8 Uhr: Die rot. Katze Th. a. Nollendorfpl. 7 Uhr: Die schöne Rivalin in 6 Akten Alfred Galaor Die Sensation der Sensationen Wochentags: 530, 718 u. 9 Uhr. Sonntags: 4. 530, 75 u. 9 Uhr Berliner Bockbrauerei Belle- Alliance. 7, Wallner- Th.74, Ecke Fidicinstraße. 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Im weiteren Verlauf der gestrigen Reichstagsfihung wurde| Zustimmung des Arbeitsministers die Wartezeit bis auf drei Tage der bayerischen Staatsregierung in Verbindung gu in zweiter und dritter Beratung die Novelle zum Gesetz über die abkürzen kann. treten, damit bis zur Erledigung des Antrages auf prisaten Versicherungsunternehmungen ohne Erörterung angenommen. Nach dieser Novelle sollen die Kosten der Versicherungsunternehmungen für die Aufsicht des Versicherungsamis durch die Erleichterung der Aufsicht ermäßigt, ihnen eine beffere Ausnußung ihres Vermögens durch vorteilhaftere Anlegung ermöglicht und die Leistungen der Versicherten erhöht werden. In zweiter und dritter Beratung wird die Novelle zum Hypo thekengeset( Heraufsetzung der Umlaufsgrenzen der Hypothefenpfandbriefe) ohne Erörterung angenommen. Abg. Dißmann( Soz.) berichtet über Berhandlungen des sozialpolitischen Ausschusses über Eingaben von Arbeitslosen. Leider Aufhebung der bayerischza Notverordnung hielten die Reichsbetriebe, angeblich aus finanziellen Rückſichter, mit der Erteilung von Aufträgen zurüd. Für die Dom 11. Mai 1923 durch den Reichstag in Bayern alle Maßnahmen Arbeitslofen werde aber in erster Linie Beschäftigung verlangt. Der unterbleiben, welche geeignet sind, die Geschloffenheit des deutschen Ausschuß fordert in einer Entschließung von neuem, daß die Regie: Boltes zu stören, insbesondere Preffeverbote. rung den Reichstagsbeschlüssen vom 15. Mai nachkomme. Der Antrag der bürgerlichen Parteien und Sozialdemokraten wird angenommen. Dieser in Form eines Gelegentwurfs gehaltene Antrag wird auch gleich in dritter Lesung angenommen. Auch die Entschließungen des sozialpolitischen Ausschusses zur Arbeitslofenfrage werden angenommen. Das Haus wendet sich zur Beratung des von den Sozialdemo= fraten beantragten Es folgt die zweite Beratung des Gefeßentwurfs über Wiedereinstellung und Kündigung im besetzten Gebiet. Der Ausschuß hat neben dem Recht auf Wiedereinstellung auch eine 8 weimonatige Kündigungssperre beschlossen. Ferner hat der Ausschuß das Gesetz auf die Randgebiete des besetzten Strafgesetzes zum Schuhe der Währung, und Einbruchsgebiets ausgedehnt und neben den privaten auch die öffentlichen Betriebe einbezogen. Die Mehrheit des Ausschusses hat welches den An- und Verkauf fremder Zahlungsmittel oder Edeldie Regierungsvorlage ferner dahin geändert, daß diejenigen vom metalle ohne berechtigten wirtschaftlichen Bedarf mit Gefängnis Recht der Wiedereinstellung ausgeschlossen sind, bei denen bis zu drei Jahren bedroht, dieselben Strafen dem androht, nachweislich die Entlassung nicht infolge Bejegung der Rechtsgeschäfte dieser Art eingeht, die die Währung zu schädigen erfolgt ist. Die Beweislast wird dem Arbeitgeber zugeschoben. Nach geeignet sind und Zuchthaus bis zu 5 Jahren gegen den verInfrafttreten des Gesezes sollen weitere Kündigungen grundsätzlich hängen will, der diese Handlungen in der Abficht begangen hat, die und generell nicht mehr erfolgen. Troß der Kündigungssperre ist Währung zu schädigen. Neben der Freiheitsstrafe soll Geldstrafe cber Kündigung zulässig in Fällen, wo der Arbeitnehmer sich weigert, in unbegrenztem Umfange zulässig sein. Gleichzeitig eine andere ihm nachgewiesene Arbeitsstelle anzunehmen, deren beraten werden die Anträge der Sozialdemokraten und des ZenAnnahme ihm billigerweise zugemutet werden fann. trums über die Wertbeständigkeit der Löhne. Abg. Effer( 3.) erklärt, daß seine Partei den Ausschußbeschlüssen zustimmen werde. In einem Schreiben aus dem besetzten Gebiet, so bemerkt Redner, wird es als tief bedauerlich erklärt, daß die Unternehmer im unbesetzten Gebiet den Werken im besetzten Gebiet alte Kundschaft abzujagen suchen, indem sie darauf hinweisen, daß fie prompt liefern fönnten, weil sie keine Verkehrsschwierigkeiten Fätten. Wird der sozialdemokratische Antrag angenommen, den Zusammenhang mit der Ruhrbefegung zu streichen, so ist das Gesetz für uns unannehinbar. Abg. Malzahn( Komm.) beantragt, alle diese Einschränkungen zu streichen und allen wegen der Befeßung entlaffenen Arbeitern ausnahmslos und ohne jede Einschränkung ein Recht auf Wiedereinstellung zu geben. Die Beratung wird unterbrochen und die namentliche Abstimmung über den Antrag Erfing bezüglich der Beteiligung des Reichs ant der Getreide Kredit Aktiengesellschaft norgenommen. Die Abstimmung ergibt die Annahme des An1: ages mit 292 gegen 16 Stimmen. Der Gefeßentwurf über die Erhöhung des Anteils von Bayern, Württemberg und. Baden an der Biersteuer wird an genommen. Darauf wird die unterbrochene Beratung über das Gefeß wegen der Wiederherstellung und Kündigungen im besetzten Gebiet fort gefeßt. Abg Breunig( S03.) befürwortet nochmals die fozialdemokra tischen Aenderungsanträge. Ministerialdirektor Dr. Faid bemerft, daß unter das Gefeß nur die Arbeiter im Sinne des Betriebsrätegefeges fallen fönnten, nicht Bei§ 1, wonach u. a. unter dieses Gesetz neben den Arbeitern im Sinne des Betriebsrätegesetzes auch die Beamtenanwärter fallen sollen, wie der Ausschuß in die Vorlage eingefügt hat, liegt der Antrag Alekotte( Zentr.) vor, aber die Arbeiter in beamteten Stellen. Abg. Wissell( Soz.): Dazu haben die Abgg. Hergt und Genossen( Dnat. Bp.) den Bujag beantragt: sowie mit der preußischen Regies ung in Berbindung zu treten, damit bis zur Aufhebung des Ges setzes zum Schuße der Republik die Behörden in Preußen alle Maßnahmen unterlassen, die geeignet sind, die Geschlossenheit des deutschen Volkes zu stören". Auf Antrag der Kommuntsten wird noch ein Antrag dieser Fraktion mit zur Beratung gestellt, der die Immunität der Abgeordneten während der Reichstagsvertagung gegen Bolizeimaßnahmen sichern will. Abg. Dr. Strejemann( D. Bp.): Durch den Zufazantrag Hergt hat der Gegenstand eine weit größere Bedeutung erhalten, als fich gestern übersehen ließ. Heute ist nun auch noch der kommunistische Antrag auf der Bildfläche erschienen. Unter diesen Umständen würden wir auch unsere Interpellation über die Borkommnisse in Sachsen mit erörtert wissen wollen. Wir glauben aber nicht, daß das Haus in letter Stunde in eine solche umfassende Erörte rung einzutreten gesonnen ist, und beantragen, den Gegenstand von der Tagesordnung abzuseßen. Reichsminister des Innern Defer: Ich fann erflären, baß bie Einigkeit des deutschen Boltes gegenwärtig die wirksamste Waffe in dem uns aufgezwungenen Abwehrkampfe ist, und daß nach Meinung der Reichsregierung alles zu unterlassen ist, was auf diese Einheitlichkeit und Geschlossenheit schädlich einwirken fönnte. Die Reichsregierung ist allen denen dankbar, die ohne Rücksicht auf ihre politische, soziale oder amtliche Stellung sich in dieser schweren Aufgabe ihr zur Verfügung stellen und mit ihr gemeinsam an ihrer Lösung arbeiten. Die Stügungsaftion der Reichsbank für die Mart ist elend gefcheitert. Herrn Stinnes, einem Führer der deutschen Wirtschaft, und seinen Genossen war das ein Leichtes, denn der Reichsregierung mangelte jede Autorität, sie ließ sich von den Herren auf der Nase herumtanzen. Die Börse siegte, das Reich unterlag, die Arbeiterschaft muß die Zeche bezahlen. Wir schlagen gesetzgeberische Maß- Von diesem Gesichtspunkt ausgehend hat die Reichsregierung nahmen zum Schuß der Währung vor, die wirksamer sein werden als in wiederholten Besprechungen mit den Ministerpräsidenten der Devisenverordnungen und derlei unzulängliche Mittelchen. Zum Schutz Länder die Lage erörtert und es ist dabei regelmäßig eine lebereinder Arbeiterschaft verlangen wir die Einführung wertbestimmung erfolgt. Die Reichsregierung wird die Anregungen, die ständiger Löhne. Auf den roten Lerror", den die Kreuz aus den Aeußerungen des Abg. Dr. Stresemann sich ergeben, gern zeitung" in dieser Forderung entdeckt hat, ernsthaft einzugehen, lohnt berücksichtigen und ist ihrerseits bereit, auch fünftig in diesem Sinne nicht der Mühe. Auch was Herr Helfferich dagegen ins Feld geführt auf d Landesregierungen einzuwirken. Was die Immunitätsrechte hat, ist faum einer Widerlegung wert, denn es handelt sich nur um der Abgeordneten anbelangt, so gelten diese für alle Abgeordneten eine lebergangsmaßregel bis zur wirklichen Stabilisierung ausnahmslos.( Buruf links: Auch in Bayern?) Diefe Rechte der der Mart. Troß des Stillstandes der Löhne im Februar, März und Boltsvertreter fönnen durch Notverordnungen nicht April hatten wir dank der Becker'schen Finanzpolitik steigende Lebens- eingeschränkt werden( S) ört, hört!). Sie werden auch nicht aufmittelpreife, steigenden Dollarfurs; man wollte in der Industrie die gehoben während der Zeit der Bertagung. Wenn und insoweit Ausfuhrprämie beileibe nicht verlieren. Gewiß ist in England starte Berlegungen dieser Immunitätsrechte vorgefommen sind, würde ich Arbeitslosigkeit, aber die 90 Prozent, die arbeiten, beziehen einen bitten, mir davon Mitteilung zu machen, weil der Reichsminister des. ausfömmlichen Lohn; bei uns arbeitet fast jeder, aber nicht entfernt Innern darüber zu wachen hat, daß die verfassungsmäßigen Rechte bezieht er den englischen Lohn. Diese Tatsache spricht durchaus für der Abgeordneten gewährleistet werden. die Berechtigung unserer Forderung. Unsere Industrie ist technisch in Rückstand gekommen; der Stinnes'sche Moniteur ,, Die Deutsche Allge meine Zeitung" erklärt die Technik in Gefahr, und es wird diese Tatsache auch in diesem Organ auf die Niedrigkeit der deutschen Arbeitslöhne zurückgeführt! Ich lenke ausdrücklich die Aufmerksamkeit des Hauses auf diese bedeutsamen Ausführungen. Herr Helfferich meinte noch gestern, helfen könne nur die hebung der Produktion. Mar meint dabei immer gleichzeitig auch die Berlängerung der ArDie Beamtenanwärter wieder herauszuftreichen. beitszeit. Wir leben heute in vollen Zügen von der Substanz unserer Dieser Antrag wird durch Auszählung mit 150 gegen 129 Stimmen heutigen Arbeitskraft. Sie sehen immer nur die Verausgabung angenommen und mit dieser Aenderung der§ 1. der Arbeitskraft, aber nicht den Reallohn, den Ersag der Arbeitsbeiter nach einem von der Reichsregierung zu bestimmenden Zeit- renz, die Der§ 2 verpflichtet die Betriebsinhaber, die ausgefchiedenen Ar- traft. Heute treibt Deutschland auf dem Weltmarkt nur Kontur punkt wieder einzustellen, wenn sie zu diesem Zeitpunkt arbeitslos vom Hunger- Dumping der deuffchen Industrie getragen find oder in einem anderen für sie nicht angemessenen Arbeitsver- wird; nur die Hungerlöhne des deutschen Arbeiters, der 80 Broz. hältnis stehen. Abg. Frau Sender( Soz.) befürwortet den Antrag ihrer Partei, Ben Nachsatz zu streichen, also die Wiedereinstellungspflicht überaupi festzustellen. Diese Vorauslegungen der Wiedereinstellungs. pflicht würden sonst bedeuten, daß mit der anderen Hand genommen werde, was mit der einen gegeben sei. trag angenommen. § 2 wird mit der Streichung nach dem sozialdemokratischen An3u§ 3 befürwortet Abg. Giebel( So.) den Antrag feiner Bartei, wonach die Bestimmung gestrichen werden soll, daß feine Wiedereinstellungspflicht besteht, wenn der Arbeitnehmer nach. meislich nicht infolge der Ruhr besetzung ausgeschieden ist. Bedauerlich sei die Haltung des Zentrums in dieser Frage. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag mit 169 gegen 137 Stimmen abgelehnt. Zu§ 6 wird mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten der Antrag angenommen, wonach der Ausschußbeschluß gestrichen wird, der bestimmt, daß die Kündigungssperre unwirffam bliebe, wenn der Arbeitnehmer fich weigert, eine andere ihm nachgewiesene Arbeitsstelle anzunehmen, deren Annahme ihm billigerweise zugemutet werden kann. Im übrigen bleiben die Ausschußbeschlüsse unverändert. Die Vorlage wird auch in drifter Lefung und in der Gesamtabstimmung angenommen. feines Lohnes zu dem Lebensunterhalt ausgeben muß und noch hinter dem Standard des chinesischen Kulis zurüd bleibt, machen diese Konkurrenz möglich. Wir fordern eine Erhöhung des Lohnes nach dem Maßstab seiner Kauffraft. Die Arbeitgeber erklärten das zunächst für undurchführbar, aber heute spricht im ,, Berliner Tageblatt" ein Generaldirektor schon die Anficht aus, daß man ich über die Wahl des Inder unterhalten fönne. Sorgen Sie, daß die Arbeitskraft nicht noch mehr geschmälert und gebrochen wird. ( Beifall links.) Abg. Erfing( 3.): Als die Stügungsaktion für die Mart an dem Egoismus gewisser Kreise scheiterte, ist es mit uns rapide abwärts gegangen. Es ist erklärlich, wenn die Lohn- und Gehalts empfänger sagen, so wie bisher fann es nicht mehr weitergehen. Die Forderung eines wertbeständigen Lohnes ist keine egoistische Forde rung. Es ist eine nationale, eine Kulturforderung, daß die Arbeiter einen Lohn bekommen, mit dem sie sich und ihre Familie auslömmlich ernähren können. Die Berechnung nach dem Goldzollaufschlag halte ich für gangbar. Abg. Lambach( Dnat.): Wir stimmen dem Antrage Marg zu, verurteilen aber aufs schärfste, daß die Sozialdemokratie im gegenwärtigen Moment neue Unruhe ins Bolt schleudert.( Unruhe lints.) Abg. Keinath( Dem.) spricht sich gegen den Gefeßentwurf zum Präsident Löbe: Mit Annahme dieser Vorlage hat sich der Schutz der Währung aus. Die mart jei als Zahlungsmittel nicht mehr zu halten.( Große Unruhe links.) Der Währungsverfall sei Reichstag zu einem wichtigen prinzipiellen Schritt von großer zu weit vorgeschritten. Auf die Schaffung einer wertbeständigen Tragweite entschlossen. Er hat den in Mitleidenschaft gezogenen Be- Basis für die Löhne sei auch die Demokratische Partei durchaus bewohnern der besetzten Gebiete gezeigt, daß er ihrer nicht nur in dacht. Auf ein bestimmtes System fönne man sich heute noch nicht Worten gedenkt, sondern auch versucht, durch die Tat ihre Leiden zu festlegen. mildern.( Lebhafter Beifall.) Es folgt die zweite Lesung der Abg. Dr. Rießer( D. Bpt.): Namens meiner Freunde erkläre ich, daß wir dem Antrag Marg zustimmen werden. Den sozialdemo fratischen Antrag betr. Schutz der Währung beantragen wir an einen Ausschuß zu verweisen. Abg. Frölich( Komm.): Wir unterstützen den Antrag zum Schuß der Währung. Der andere Antrag über die wertbeständigen Löhne birgt fo viel Gefahren in fich, daß wir unsere Hände nicht dazu bieten können. Novelle zur Reichsversicherungsordnung. Die Vorlage bezweckt u. a. Anpassuna an die Geldentwertung und Bereinfachung der Verwaltung. Die Frage der Ersakkassen in der Krantenversicherung ist vom Ausschuß zurüdgestellt worden. Abg. Karsten( Soz.): Das Gefeß bringt nicht die erwarteten Reformen. Um der paar Menderungen willen hätte man die Vorlage Auf Anfrage des Abg. Wissell( Soz.) erwidert Arbeitsminister nicht ein halbes Jahr liegen zu laffen brauchen. Sollten wir au Dr. Braun, daß bei Verbindlichkeitserklärung von Tarlfen die maßmertbeständigen Löhnen fommen, so müßten auch die gebenden Stellen feinen Anfloß an einer Wertbeständigkeitsklaufel Unfallrentner davon Vorteil haben. Dem Arbeitsminister ist nehmen würden. ja eine entsprechende Befugnis gegeben. Die Unfallrenten sind zum Teil lächerlich niedrig, fie reichen unter Umständen nicht mal aus, über den Währungsschus in eine Resolution umgewan Abg. Dr. Hertz( Soz.) erklärt, daß der sozialdemokratische Antrag die Roften eines Ganges zur Erhebungsstelle zu bestreiten. Die Meinen Renten müffen aufaebessert werden. Eine Ravitalabfindung belt werde, wonach die Reichsregierung erfucht werden foll, auf auf Grund diefer jezigen Renten wäre lächerlich.( Beifall bei den rund des Ermächtigungsgefeßes eine Berordnung im Sinne der Sozialdemokraten.) Die Vorlage wird in zweiter und dritter Lesung und in der Bejamtabstimmung angenommen. Nunmehr folgt die dritte Beratung der Novelle zum Not gefeß. Das Gelek wird mit einem Abänderungsantrag SchmidtGothein über die Mitwirkung des Reichstags bei den Richtlinien endgültig angenommen. Bestimmungen des Antrags zu erlassen. Abg. Dr. Rießer( D. Bp.) wendet sich gegen diefe Resolution. Der erste Antrag der Sozialdemokraten wird dem Rechts ausschuß überwiesen. Auf Antrag Tremmel( 3entr.) wird der zweite sozialde. motratifche Antrag( wertbeständige Löhne) in feinen wesentlichen Teilen der Regierung zu Berhandlungen mit den Fachorganisationen überwiesen. Der Antrag Marr Abg. Müller- Franken( Soz.): Wir können mit dem Inhalt der Erklärung des Ministers zufrieden sein, müssen aber doch die Hoffnung aussprechen, daß die bevorstehenden Besprechungen mehr Erfolg haben als die bisherigen. ( 3uftimmung lints), denn unser Antrag ist ja gerade dadurch ver anlaßt, daß nach unserer festen Ueberzeugung bisher nicht genü gender Erfolg von diesen Besprechungen zu fonstatieren war. Benn wir diesen Antrag eingebracht haben, jo geschah es deswegen, meiksici mir gerade veranlassen wollten, daß in der Zwischenzeit dasjenige geschieht, was heute der Reichsminister des Innern felbst als notwendig hingestellt hat. Wir schließen uns dem Antrag Koenen an. De Interpellation des Abg. Stresemann über die Vorgänge im fächsischen Landtag fann heute nicht zur Berhandlung gestellt werden; dazu müßte die sächsische Regierung hier ver. treten fein. Dem Antrag Hergt fönnen wir uns nicht anschließen, aber wir hätten teinen Anlaß gehabt, seiner Verhandlung zu widersprechen. In den heutigen Abendblättern werden anderthalb Spalten lang Erklärungen der Regierung zu den Botschaftern veröffentlicht. Ich bitte die Abgeordneten, in den Ferien fich mit ihren Wählern darüber zu unterhalten, daß an allen möglichen Stellen Erklärungen abgegeben werden, im Reichstag aber nichts gefaat wird.( Sehr wahr! links.) Abg. Ledebour( B. t. B.) beantragt, am Montag eine Sigung abzuhalten zur Aussprache über die Erklärungen der Reichsregierung. Der Antrag Stresemann auf Abjegung von der Lages. ordnung wird angenommen. Der Antrag Koenen wird ein ftimmig angenommen. Der Antrag Ledebour, am Montag eine Sigung abzu halten mit der Tagesordnung: Aussprache über die Regierungserklärung, wird gegen die Etimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. berufen. Bräsident Löbe: Bei der Unsicherheit der Lage bitte ich um die Ermächtigung, die nächste Tagung selbst anberaumen zu dürfen. Ich werde mich mit der Regierung auf dem Laufenden erhalten und, wenn es mir dringend erscheint oder ein begrün beter Antrag der Parteien vorliegt, den Aeltestenrat zusammen. Der Präsident erhält die nachgesuchte Ermächtigung. Abg. Marg( 2) richtet an den Reichstagspräsidenten Löbe im Namen des Hauses Dantesworte für die Leitung der Geschäfte, tie von dem Bräfibenten erwidert werden. Schluß 7 Uhr. Neudeutscher Landhunger. Ein neues Volksbegehren. Bon Otto Albrecht. In der Zeit vom 18. April bis 1. Mai dieses Jahres sollte ein öffentliches Eintragungsverfahren für ein Boltsbegehren stattfinden. Den Anlaß dazu hatte ein Antrag des Reichstundes für Siedlung und Bach tung" gegeben, der auf eine Aenderung und Ergänzung des Reichsfiedlungsgesetzes gerichtet war und der im weiteren Berfahren eine allgemeine Boltsabstimmung über das kundgegebene Begehren bezweckte. Das von den Behörden schon allgemein angeordnete und vorbereitete Eintragungsverfahren gelangte jedoch nicht zur Durchführung, weil die Antragsteller selbst es im legten Augenblid zurüdgezogen. Man war im Reichsbund für Sied. lung und Pachtung inzwischen zu der Einsicht gelangt, daß der gestellte Antrag inhaltlich zu mangelhaft vorbereitet sei. Der Berzicht galt aber nur dem gestellten er sten Antrage. Man arbeitete fofort einen zweiten neuen aus und sammelte für diefen abermals Unterschriften, die sehr bald in genügender Bahl zufammentamen. Eine zum 1. Juli d. J. nach Berlin einberufene Generalversammlung sollte sich darüber schlüssig Runmehr begründet Abg. Frau Sender( Soz) einen von fämtlichen bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten gemeinsam wird angenommen. eingebrachten Antrog, wonach die Verordnung über Erwerbslojen- Nunmehr nimmt das Haus noch den Antrag der Sozialwerden, wann der nunmehrige neue Antrag der Reichsregiefürforge dahin abgeändert wird, daß die oberste Landesbehörde mit de motraten in Beratung, die Reichsregierung zu ersuchen, mit Irung einzureichen sei. In zwei ganz neuen Ziffern, 7 und 8, wird die Lösung weiterer Probleme angestrebt. Es heißt dort: Die Annahme weitester, der Landsiedlungsbewegung fern-| mungen freiwillig abgetreten, so erfolgt die Festsetzung und Volksbegehren bestimmten neuen Antrage nicht viel auf sich, stehender Kreise und die Hoffnung ihrer Gegner und Feinde, die leberweisung der abzutretenden Flächen an die neuen meil er noch viel unreifer und verwirrter sei, als der erste Andie Bewegung würde durch das Mißlingen des ersten Vor- Nutzungsberechtigten durch den vom Reichsbund für trag das war. Das darf aber für unsere Partei nicht ent stoßes an Anhängerschaft einbüßen, erwies sich als irrig. Wer Siedlung und Pachtung(!) für jeden Bezirk zu er- scheidend sein. Wohl kann unsere Partei den neuen Antrag Gelegenheit gehabt hat, der Kundgebung des Reichsbundes nennenden Schiedsrichter für Siedlungsfachen. erheblich leichter als eine Mißgeburt abweisen, als das mit für Siedlung und Bachtung am 1, Juli d. I. unvoreinge- Dessen Anweisungen sind von den Landesbehörden sofort im dem ersten möglich gewesen ist. Sie muß darüber hinaus aber auch etwas Positives unternehmen, wenn sie ernommen beizuwohnen und sich aus der geschaffenen Lage und Wege der Rechtshilfe zu vollstrecken." der allgemeinen Stimmung der Beteiligten ein fritisches Urwarten will, daß die Landhungrigen und diejenigen, die von einer zeitgemäßen Regelung der Bodenrechtsfragen für die teil zu bilden, der wird bestätigen müssen, daß jene Annahme und Hoffnung nicht bloß irrig war, sondern daß im Gegenteil„ Um endlich den Kriegsinvaliden den Dant des Bater Volksgesamtheit große günstige Wirkungen erwarten, in ihrer die Gesamtbewegung an Umfang erheblich zu landes durch Erbauung von Siedlungshäusern abstatten zu fönnen Gefolgschaft bleiben oder sich neu um das sozialdemokratische genommen hat; daß darüber hinaus auch die ursprünglich und für die Errichtung von Arbeitersiedlungen die er Banner scharen sollen. Die Richtlinien" der Reichstagsaufgestellten Forderungen gewachsen sind, und daß schließlich ferderlichen Mittel zu bekommen, wird bestimmt: a) Wer an be fraktion sind nur erst ein Anfang. In den Landsiedlungs- und in das Ganze ein Zug hineingefommen ist, den man sowohl weglichem Vermögen mehr als 100 000 Goldmart oder dieser Summe Bodenrechtsfragen muß aber gehandelt werden, und zwar in in gutem wie auch in bösem Sinne als revolutionär gleichstehende Werte besigt, ist verpflichtet, von dem diesen Betrag jeder Hinsicht ohne Schwanker und Zagen. bezeichnen muß. Die Teilnehmer der Tagung, die aus fast übersteigenden Vermögen ein Drittel sofort an die Notgemeinallen Gegenden des Reiches, mit Ausnahme von Süddeutsch- fchaft der Kriegsgeschädigten abzutreten. land, gekommen waren, füllten alle Bläge des großen Sizungsfaales im ehemaligen preußischen Herrenhause, zum Teil sogar die Tribünen. Und die Ansprachen erinnerten lebhaft an die Zeit der Arbeiter- und Soldatenräte. Diese Erinnerung wird außerdem wachgerufen, wenn man sich die Verhandlungsmethoden und die gefaßten Beschlüsse vergegenwärtigt. Die Fest ftellung und leberweisung der abzutretenden Vermögenswerte erfolgt durch vom Reichskanzler damit beauftragte Behörden; b) alle im Deutschen Reiche tätigen Bankhäuser, Aktiengesellschaften, Rommanditgesellschaften auf Attien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und sonstigen Firmen sind verpflichtet, von dem zur Berteilung zu bringenden Reingewinn jährlich vor der Auszahlung des Reftes an die Berechtigten ein Biertel an die Notgemeinfchaft der Kriegsgeschädigten zu überweisen. Die Ausführung dieser Vorschrift ist von den Betriebsräten zu überwachen." Die erste Fassung des Antrages, der für ein Volksbegehren gedacht war und den man, wie bereits angeführt, zurückgezogen hatte, bezog sich auf folgende Punkte: 1. Der Umfang einer selbständigen Adernahrung soll durch Benennung von Bodenklassen mit einer( in dem An- Die hier mehrmals genannte„ Notgemeinschaft der Kriegstrage angegebenen) genauen Morgenzahl gesetzlich umschrieben geschädigten"( wohlgemerkt: nicht Be-, sondern Ge schädigten, werden. 2. Wer an Land, Wiesen und Wald mehr als zwei das heißt aller derjenigen Staatsbürger, die auch nur mirt= Ackernahrungen besigt, ist verpflichtet, ein Drittel der die schaftlich geschädigt worden sind!) ist ein ganz neues zweite Ackernahrung übersteigenden Fläche an das Land, in Gebilde, das, mie in der Versammlung bekanntgegeben dem der Grundbesitz sich befindet, ohne Entschädigung wurde, erst am 30. Juni d. J., am Tage vor der beschließenden abzutreten. 3. Die Länder haben diese von den Groß- Reichsbund- Generalversammlung, ins Leben gerufen worden grundbesitzern übernommenen Flächen bis zum Umfang einer ist! Bon wem, wurde nicht gefagt. Trotzdem hatten die VerAckernahrung an solche Familien in Erb pa cht zu vergeben, sammelten zu diesem Luftgebilde schon soviel Vertrauen, daß die noch kein Land oder noch feine volle Adernahrung befißen. sie es für berufen und befähigt erklärten, die ihm hier zuge4. Die Höhe der Erbpacht beträgt 5 Proz. des Wertes dachten Ausgaben zu bewältigen. Es bildet eine Parallele zu der Grundstücke im Jahre 1914. Die Einziehung der Erb- den nach der neuen Ziffer 6 neuerdings dem Reichsbund für pacht erfolgt durch die Verwaltungsbehörden. 5. Soweit auf Siedlung und Bachtung zugedachten Aufgaben! Grund der Ziffer 2 Waldflächen an die Länder abge= Man fühlt sich, wie vorhin schon bemerkt, in die Zeit der treten werden, sind sie zur Gemährleistung einer ordnungs- Arbeiter- und Soldatenräte zurückversetzt, wenn man solche mäßigen Bewirtschaftung vom Staate zu verwalten. Forderungen lieft. Und man erkennt auch sehr deutlich, wie 6. Solange feine Familien auf Uebertragung der Grund- diese Landsiedlungsbewegung nunmehr in ein offenbar flächen antragen, fann das Land die Grundflächen in größerem fommunistisches Fahrwasser hineingeraten ist. Umjange an die bisherigen Besitzer oder an andere Land Die hier angegebene dritte Fassung des Antrages mirte in 3 eit pa cht überlassen. Die Zeitpacht ist in solchen wurde nach einer Zehnminutenpause(!) zweds Aussprache in Fällen nach Ziffer 4 zu berechnen. den Gruppen einstimmig" angenommen. Sobald Der seit dem 1. Mai d. J. für eine neue Unter die erforderlichen 5000 neuen Unterschriften beisammen sind, fchriftensammlung verbreitete Antrag ent- soll der Antrag der Reichsregierung eingereicht werden, und hielt mehrfache Aenderungen der Ursprungsfassung. Dar das Boltsbegehren wird dann seinen Lauf nehmen". Man über sollte nun am 1. Juli die Reichsbund- Generalversamm- ist vollauf siegesgewiß, denn man ist überzeugt, daß nunmehr lung beschließen, wann dieser der Reichsregierung zum auch die große Masse der städtischen Arbeiterschaft mitgerissen Zwecke der Ausschreibung eines neuen behördlichen Ein- werden wird. tragungsverfahrens einzureichen sei. Die Regie wurde Es gibt immer noch große politische Kinder, die aber im legten Augenblick wieder umgestellt. im Vertrauen auf ihre gute, rein wirtschaftliche" Sache sich Die Generalpresammlungsteilnehmer wurden nämlich mit der in Borstellungen bewegen, die an sich vieles Gute und vieles Borlage einer abermals geänderten Fassung Berechtigte enthalten, die aber auch der großen Gefahr ausgeüberrascht, die erst kurz vorher, fast über Nacht" entstanden war. Danach soll folgender Saz hinzugefügt werden: Wo den Umständen nach nur fleine Flächen als Klein gärten vergeben werden können, sind dieselben doch möglichst groß zu bemessen, und sind auch deren Erbpächter zur Dampfer LEVIATHAN 59 956 Br.- Reg.- Tonnen Der modernste, grösste und luxuriöseste Ozeandampfer Die höchsten Leistungen von Wissenschaft, Kapitalkraft und Erfindungsgeist finden in diesem Wunderschiff ihre Verkörperung. Unvergleichliche Bequemlichkeiten in allen Klassen Erste Reise nach New York am 17. Juli 1923 dann 7. August, 28. August usw., alle drei Wochen von Southampton- Cherbourg. Alles Nähere durch die untenstehenden Adressen Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer NÄCHSTE ABFAHRTEN: 11. Juli George Washington. 15. August America 18. Juli 22. August President Roosevelt 25. Juli 29. August President Fillmore 26. Juli 30. August President Harding 1. August 5. September President Arthur 8. August 12. September Abfahrt von Southampton und Cherbourg I Tag später Prosp. u. 64 seit. illustr., Führer d. d. Verein, Staaten" Nr. 83 kostenfrei Vorteilhafte Gelegenheit für Güterbeförderung 379 fezt sind, zu allgemeinem Unheil zu führen. In dem vorliegenden Falle handelt es sich um solche berechtigten Bestrebungen mit solchen Gefahren. Das Berechtigte wird jeder Sozialdemokrat, der sich mit Siedlungs- und Bodenrechtsfragen näher beschäftigt hat, ohne weiteres erkennen, aber auch das schaftsgebäuden berechtigt." In der Ziffer 4 werden die ur- Ende Mai d. 3. veröffentlichten Richtlinien schon früher hersprünglich zu 5 Proz. festgesetzten, in der zweiten Fassung auf vorgetreten und hätte sie im Sinne dieser Richtlinien auch schon 3 Proz. herabgesezten Erbpachten so umschrieben, daß nur Gefeßentwürfe ausgearbeitet und etwa in Form von Papiermark( statt Goldmark) entrichtet werden sollen. Initiativanträgen in den Parlamenten vertreten, Die Ziffer 6 wird dahin geändert: Werden die in Ziffer 2 dann hätte die hier geschilderte Sonderbewegung gar nicht bestimmten Flächen an Land, Wiesen und Wald nicht inner- erst auffommen fönnen. halb eines Monats nach Inkrafttreten der Gesetzesbestim- Nun kann man gewiß meinen, es habe mit dem zum Errichtung von Wohnlauben, Familienhäusern und Wirt- Unberechtigte und Gefährliche. Wäre unſere Partei mit ihren UNITED STATES LINES Nachruf! Am 4. Juli verfchied unerwartet unser Mitarbeiter, der Schöffe Paul Neumann im 58. Lebensjahre. Mitglied des Gemeindevorstandes seit dem Jahre 1919, hatte er sich bereits vorher weit über ein Jahrzehnt als rithriger Gemeindevertreter im Dienste unserer Gemeinde große Verdienste erworben. Ausgezeichnet durch reiches Wissen und eine außerordentliche Erfahrung auf fast allen Gebieten der Gemeinde. verwaltung besaß der Verstorbene tie stes Berständnis für die Bedürfnisse und Nöte der arbeitenden Bevölkerung, ebenso wie sein beweglicher Geist leicht verstand, wirtschaftliche Fragen schnell und zutreffend zu beurteilen. Die Gemeinde Nowawes hat seinem Wirten sehr viele Er olge zu verdanken. Auch wir werden ihm stets ein warmes Gedenten bewahren. Nowawes, den 6. Juli 1923. Der Gemeindevorstand. Betanntmachung. Auf Grund der Verordnung über Grundlöhne in der Krankenversicherung Dom 22. Juni 1923( 9. G. Bl. S 421) gestalten sich die Lohnstufen vom 2. Juli 1923 ab wie folgt: Lohn Arbeitsverdienft ſtufe II шb. 2000 M. Grund- Tag John beitr. Mr. M. 133 6000 4000 360 bis einschl 2000 1500 " 6000 12000 9000 810 17 " " IV 12000 1800 15000 1350 " " " V 18000 24000 21000 1890 " " VI 24000 30000 27000 2430 " " " " Vil 30000 36000 33000 2970 " " " VIII 36000 42000 39000 3510 19 " JX 42000 " 48000 45000 4050 " X 48000 50000 4500 Auf die zu gewährenden höheren Kas fenleistungen besteht erit vom Beginne der 5. Woche nach dem Infraittreten des Vorstandsbeschlusses, also vom 30. Juli 1923 ab Anspruch Berlin, den 30. Juni 1923. Der Vorstand der Betriebsfrankenkasse der Stadt Berlin. Tageb, Nr. 6 gen BKK 23. Zigaretten Garbaty, Josettl, Salem, Problem, Fabian, Phänomen and andere führenden Marken. Meisenberg Nachtl, Grüner Weg 85 ( Andreasplatz) Frauenhaare fairft& höchft. Preifen Haarhandlung Kaiser- Wilhelm- Straße 39 Bettwäsche Mur einmaliges Reklameangebot bis 14. 7. Wir stellen in dieser Woche größere Mengen älterer Warenbestände weit unter dem Einkaufspreis zum Verkauf. 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