Abendausgabe Nr. 338 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 169 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt Preis 600 Mark Sonnabend 21. Juli 1923 Borlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Note„ beträchtlich abgeändert". Der Spion des Zaren. Die ersten achtziger Jahre gehörten zu den kritischesten des vergangenen Jahrhunderts. Sie standen im Zeichen Borderasien und der Balkan waren die Brandherde des allen Mitteln um den entscheidenden Einfluß. Konflikts. Dort rangen englische und russische Diplomatie mit Als ein. Exponent englischen Einflusses galt auf dem Balkan der Fürst von Bulgarien, Alexander von Battenberg, dessen Position zu unterwühlen die Agenten Petersburgs nicht müßig wurden. Condon, 21. Juli.( WTB.) Wie die Blätter melden, sind der haben und würde auf diese Weise dazu gelangen, die Ruhr- und eines scharfen Gegensages zwischen England Entwurf der Antwort an Deutschland und die Mantelnote Rheinlandfrage und somit auch den deutschen Widerstand im be- und Rußland, dem„ Walfisch" und dem Bären", deren an die Allierten gestern abend in endgülfiger Form der französischen, setzten Gebiet zu prüfen. Denn dieser Widerstand habe selbstverständ- weltpolitischer Zusammenstoß damals noch als ein geradezu belgischen, italienischen und japanischen Botschaft fowie der amerika- lich eine Rückwirkung auf das Wirtschaftsleben der in unausweichliches Ereignis betrachtet wurde. nischen Botschaft zur Information zugeftellt worden. Die Dokumente Frage stehenden Gebiete. Auch die Prüfung der von dem wurden nach Brüffel durch einen Sonderfurier weiterbefördert. Deutschen Reich angebotenen Garantien und " Times" glaubt zu wissen, daß der Entwurf der Antwort bei den der soll dieser Sachverständigenfommission überlassen werPfän Besprechungen zwischen dem Premierminister und Curzon am den. Dieser englische Standpunkt führt alsdann zu Donnerstag beträchtlich abgeändert und verbessert der Schlußfolgerung, daß die Besetzung daß die Besetzung des Ruhrgebietes worden sei. In der endgültigen Form habe er gestern die ein- durch die französisch- belgischen Truppen und der deutsche Widermütige Zustimmung der Kabinettsmitglieder erhalten. In dem stand im Zusammenhang mit dem Gesamtproblem ge Mantelmemorandum werde angedeutet, daß eine baldige Ant prüft werden müßten. Infolgedessen wäre es am besten, mit wort erwünscht sei. Die Stellung Deutschlands zu dieser weltpolitischen Koneiner Prüfung zu warten, bis die Sachverständigen sich geäußert und stellation war umstritten. Am Berliner Hofe selbst herrschten einen Vorschlag unterbreitet haben. Auf den deutschen Vor- schwere Meinungsverschiedenheiten. Wilhelm I. und BisLondon, 21. Juli.( Eca.) Ueber den Inhalt des englischen Ant schlag einer allgemeinen internationalen Konferenz geht die englische mard wünschten, teils aus Sympathie mit dem zaristischen. wortentwurfes an Deutschland, sowie des Begleitbriefes an die Alli- Note scheinbar nur in sehr ausweichender Form ein. System, teils aus objektiveren Gründen der äußeren Politit, ierten, ber den Charakter eines Memorandums erklärender Art Aus zahlreichen Kommentaren der englischen Presse geht hervor, die Aufrechterhaltung möglichst guter Beziehungen zu Rußhaben soll, wird in den maßgebenden Kreisen strengstes Still. daß das englische Projekt einen durchaus abänderungsland. Der Kronprinz, spätere Kaiser Friedrich, und seine Frau, schweigen bewahrt. Nach der Auffassung der englischen Bresse fähigen Charakter hat und daß die Dokumente so abgefaßt die viel befehdete„ Engländerin", hielten zu London und zum über die Dokumente scheinen die interallierten Verhandlungen von sind, daß sie jede Provokation Frankreichs ver Fürsten Battenberg. nun an in eine neue Phase einzutreten. Die Antwort ist das Memorandum, das diese Antwortnote begleitet. Dieses Memorandum foll etwa folgende Gebantengänge zum Austrud bringen: Eine Sachverständigentommiffion, die beauftragt wäre, die Zahlungsfähig teit Deutschlands abzuschäßen, müßte sich zunächst mit einem Stu dium der deutschen Einnahmequellen befaffen. Als dann hätte es die Zahlungsmittel ins Auge zu faffen, d. h. die Art und Weise, wie diese Zahlungsmittel benutzt werden fönnen. Eie würde sich natürlich auf diese Weise zu fragen haben, welche räumliche Verteilung diese Einnahmequellen im Innerdeutschland meiden. " Mit welcher Einstellung den deutschen Interessen besser Eine unklare Klarstellung. gedient war, ist natürlich eine Frage, über die verschiedene an Deutschland soll sich in der Hauptsache mit dem Sachver BIB. meldet: Der unter unseren Londoner Depeschen Meinungen möglich find. Damals wurde sie vorwiegend geständigen ausschuß befassen, der beauftragt wird, die 3ah( siehe Morgenausgabe des ,, Vorwärts". Die Red.) abgedruckte fühlsmäßig und nach Gesichtspunkten der inneren Politik entlungsfähigkeiten des Deutschen Reiches abzuschätzen, während die englische Stimmungsbericht der schieden. Die Freisinnigen, die für das parlamentarische zur Frage Frage des paffiven Widerstandes in dieser Note nur in flüchtiger Räumung des Ruhrgebiets ist, wie wir erfahren, insofern System eintraten, erhofften von einer engen Verbindung mit Form behandelt fein foll. Es soll dabei das Bebauern über die zutreffend, als der deutsche Botschafter in London am England auch innerpolitische Fortschritte. Die Reaktionäre Folgen, die dieser Widerstand hat und die Hoffnung auf seine Donnerstag erneut dahin instruiert worden ist, daß keine aber waren fanatische Russenfreunde, weil sie in dem Zarentum Einstellung zum Ausdruck kommen. Die englische Antwortnote deutsche Regierung der Bevölkerung der rechtswidrig be- das einzige sichere Bollwerk gegen die gefürchtete Revolution an Deutschland soll 6 Schreibmaschinenseiten umfassen. Ausführlicher setzten Gebiete einen Abbau ihes Widerstandes zumuten erblickten. fann, ohne daß der Bevölkerung gleichzeitig vor allem Ein solcher Zarenfreund aus folchen Beweggründen war fichere Garantie für die Räumung der Gebiete por allem auch der damals etwa Mitte der Zwanzig stehende in fürzester Frist gegeben wird. Was der Bericht über Prinz Wilhelm, der älteste Sohn des Kronprinzen, der Einzelheiten des deutschen Standpunktes und über den an- spätere Kaiser Wilhelm II. Seine abgöttische Liebe geblichen Inhalt von diplomatischen Besprechungen der letzten für den Zarismus ist bekannt. Bekannt ist auch sein Ausspruch, Wochen hinzufügt, ist unrichtig. Soweit er Londoner der Zar Alexander III. fei der einzige wirkliche Kaiser" Auffassungen wiedergeben foll, ist er in der vorliegenden Europas, aber hätte der Großonkel Friedrich Wilhelm IV. unklaren Form nicht verständlich. lleber den Inhalt im Jahre 1848 das Blut nur tüchtig in den Rinnstein des englischen Entwurfs für eine Antwort an Deutschland fließen lassen, dann wären auch die Hohenzollern noch ,, mirt liche Raiser" non Deutschland. liegen an amtlicher Stelle feine Nachrichten vor. Wilhelm I. und Bismarck begingen nun im Jahre 1884 den großen Fehier, diesen jungen Mann, den sie selber als Ein Aufruf der französischen Radikalen. Kriegsentschädigung von mindestens 375 Milliarden Goldmart durchaus unreif bezeichneten- obwohl er damals immerhin rechnete! Ein ebenso bedenkliches Symptom war die Aufschon 25 Jahre alt war, nach Petersburg zu entfenden, Paris, 21. Juli.( EE.) Das Exekutivkomitee der rabitalstellung Franklin Bouillons als Kandidat bei den um den dortigen Hoffestlichkeiten beizuwohnen. Hier wurde die fozialistischen Partei veröffentlicht einen Aufruf an die jüngsten Erfahwahlen im Wahlkreis Bersailles, der feinerzeit Berbindung angeknüpft, die dann in der neuerdings verinternationalen Demokratien, in dem zunächst der bisherigen Politit gegen das Friedensdiftat stimmte, weil es ihm nicht weit genug öffentlichten Rorrespondenz Wilhelms mit dem die Schuld an der tragischen Bilanz des Krieges zugeschrieben wird. ging. Und es ist für den Geist der radikalen Partei bezeich- 3 ar en fortgesponnen wurde. Wir haben heute morgen schon Borbedingung jeder Neuordnung sei die endgültige Lösung des nend, daß sie zunächst zweimal feierlich den Ausschluß der ein martantes Stüd dieser Korrespondenz abgedruckt, aus dem Reparationsproblems. Die Radikalsozialisten wollen jedoch nicht jenigen Mitglieder beschloß, die Migtlieder des Kabinetts Poin- klar hervorgeht, daß sich der junge Mann, der vier Jahre zulassen, daß diese Frage entgegen den Rechten und Interessen Frant care sind und sich geweigert hatten, auszuscheiden, daß sie aber später Kaiser wurde, als Spion des Raren am Berreichs gelöst würde. Das gegenwärtige internationale Chaos fei nachträglich den Kürzeren zog. liner Hofe und als Denunziant gegen seine eigenen Eltern nur(!) auf den schlechten willen des deutschen Kapi- Eine Partei, die solche Leistungen aufzuweisen hat, ist natalismus und die Zurückziehung der Angelsachsen türlich nicht berufen, Aufrufe an die„ internationale Demo- betätigte. In einem anderen dieser Briefe heißt es: Ich bitte Sie bloß um eine Gunst: Hüfen Sie sich vor Ihren zurückzuführen. Im Jahre 1918 und 1919 seien die Rechte fratie" ergehen zu lassen. Der Inhalt dieses Aufrufes ist auch Frantreichs von allen Regierungen und allen Bölkern feierlich danach. Ihm zufolge wäre also" nur" das deutsche englischen Verwandten! Laffen Sie sich nicht einschüchtern durch anerkannt worden. Heute scheine man dies bestreiten und der Großfapital und der angelsächsische Egoismus bas, was Ihnen mein Vater erzählt. Sie kennen ihn ja: er geffen zu wollen, daß Frankreich in einen Krieg hineingezogen fchuld an der jegigen fatastrophalen Entwicklung der Dinge! steht gern in Oppofition" und befindet sich unter dem Einfei, ben es nicht gewollt habe und den es mit allen Mitteln zu er mollte leugnen, daß die furzsichtige Selbstsucht der deut- fluß meiner Mutter, die, ihrerseits von der englischen Königin verhindern sich bemüht habe. Frankreich habe alle Lasten dieses schen Schwerindustrie ihr gerüttelt Schulbenmaß trägt, und wer beeinflußt, ihn dazu veranlaßt, alles durch die englische graufamen, von den Altdeutschen entfesselten Strieges auf sich gewollte die verhängnisvollen Folgen der„ Europamüdigkeit" der Brille zu betrachten. Ich versichere Sie aber, daß zwischen dem nommen. Internationale und privatrechtliche Marime sei es, daß Amerikaner und vieler Engländer bestreiten? 4 der Schuldige für die Schäden, die er angerichtet habe, auf- Aber die Hauptschuld trägt vor der Weltgeschichte tommen müsse. Frankreich habe daher das Recht, Reparationen Frankreich nicht nur wegen des unter seiner Führung bezu verlangen. Das Manifest verlangt schließlich den 3usammen- gangenen Wortbruches von Versailles, nicht nur fluß aller Demofratien zur Durchführung der Abrüftung wegen der wahnwißigen Illusionspolitik, die es seitdem in und Schaffung eines Statuts als oberste Garantie für die Erhaltung London und Genua erzwungen hat, sondern zuletzt durch das des Friedens. Kaiser, dem Fürsten Bismard und mir vollkommene Einmütigkeit besteht, und daß ich niemals aufhören werde, es als eine höchste ftügen und immer mehr auszugestalten. Denn gerade das Bollwerk Pflicht anzusehen, die Allianz der drei Kaiserreiche zu füßen und immer mehr auszugestalten. Denn gerade das Bollwerk an den drei Eden Europas, an dem sich die Wogen der Anarchie brechen sollen, ist es ja, was England am allermeisten in der Welt fürchtet. Sollte zufälligerweise irgendetwas Ernsteres passieren, was zu ungünstigen Gerüchten Anlaß geben fönnte, so will ich mir, wenn Sie es mir gestatten, die Freiheit nehmen, Sie zu warnen. Es ist natürlich ganz ausgeschlossen, daß Wilhelm I. und Bismard, mit deren Einverständnis er sich brüstet, von diesem unanständigen Treiben des hoffnungsvollen Sprößlings auch nur die geringste Ahnung hatte. Denn sie waren beide besonders der alte Kaiser Freunde diplomatischer Korreftheit. Aus einer anderen schon zitierten Stelle geht übrigens ausdrücklich hervor, daß der Briefschreiber ganz auf eigene Faust, hinter dem Rücken des Kaisers und der Regierung, handelte. empörende Verbrechen der Ruhrbeseßung. Abgesehen von der obenerwähnten Minderheit haben die Sollte dieser telegraphische Auszug den Wortlaut des Auf- Radikalfozialisten niemals entschieden gegen diese militaristische rufes getreulich wiedergeben, so müßte diese Rundgebung fü Gewaltpolitit Front gemacht, sie haben es höchstens bis zur alle wirklichen internationalen Demokraten" eine neue, Stimmenthaltung gebracht, und wenn sie es taten, nicht schwere Enttäuschung bilden. Freilich darf man angesichts der etwa aus Protest gegen diesen Bruch des Bölkerrechts, gegen Zusammensetzung der radikalen Partei und ihrer jungen Ver- den militaristischen und imperialistischen Geist, aus dem dieses gangenheit nur sehr bescheidene Ansprüche an ihre weltpolitische Borgehen entsprang, gegen die schamlose Bergewaltigung einer Einsicht stellen. Mit Ausnahme der Jahre 1911-1914, in friedlichen Arbeiterbevölkerung, sondern lediglich unter dem denen sie unter Führung Caillaug einen neuen Kurs der Gesichtspunkte, daß diese Operation nicht rentabel genug internationalen Berständigung einzuschlagen versuchte wäre und die Engländer verschnupfen könnte. mobei fie unter den schwersten internen Hemmungen zu leiden All das läßt sich nicht mit einem summarischen und anfechtDer Wiener Abend", der sein interessantes Material hatte, ist ihre Bolitif wahrhaftig nicht so ruhmvoll, daß fie baren Urteil über die Kriegsschuldfrage entschuldigen, das, selbst fich etwas darauf einbilden dürfte. Caillaur selber ist übrigens wenn es vollständig zuträfe, nicht die Tatsache der verlegten zweifellos der russischen Regierung verdankt, segt nun seine seitdem von den meisten seiner eigenen Barteigänger schändlich vierzehn Bunkte Wilsons aus der Welt schaffen könnte. Die Veröffentlichungen weiter fort. Am 13. März 1885 schreibt preisgegeben worden, und zwar nicht, weil sie an seine Schuld" Wiedergutmachung der Schäden in Nordfrankreich der prinzliche Spion folgendes: In wenigen Tagen wird der Prinz von Wales hier sein. glaubten, sondern Dor allem aus Angst vor der und die Pflicht zur Reparation überhaupt wird von der übernationalistischen Demagogie. Das Gegenteil von Mut ist, wiegenden Mehrheit des deutschen Volkes anerkannt, auch jen- Ich bin feineswegs begeistert von diesem Besuche, weil- verzeihen überhaupt, besonders in Dingen der auswärtigen Boli feits der deutschen Sozialdemokratie. Selbst die wahrhaftig Sie, er ist ja Ihr Schwager( und Onfel des Briefschreibers! Red. d. tit, das Kennzeichen der radikalen Partei. Diese zählt nicht sehr fortschrittlich gesinnte Regierung Cuno- Rosenberg hat B.") dieser unehrenhafte und intrigante Mensch zweifellos hier zwar eine ganze Anzahl ausgezeichneter Männer, vor sieben Wochen ein An ge bot gemacht, das für jeden ein- versuchen wird, die bulgarische Angelegenheit zu beschleunigen und das sind gerade diejenigen, die versuchen, im Geiste fichtigen Franzosen durchaus annehmbar sein müßte. Die wofür der Türke zu Allah flehen wird, daß er ihn zur Hölle Caillaur fortzumirten. Die große Masse aber unterscheidet sich Radikalsozialisten haben sich dazu bisher nicht geäußert und senden möge oder sich mit den Frauen am Hof in politische Dom nationalen Blod lediglich in innerpolitischen Fragen. In auch in ihrem Aufruf steht kein Wort des Protestes gegen die Dinge hinter den Kulissen einzulassen. Ich werde versuchen, ihn der auswärtigen Politit sind sie manchmal noch schlimmer. rein negative Haltung Poincarés gegenüber diesem Angebot, foviel wie möglich zu beobachten; aber ein Mensch kann nicht überSo fönnen wir nicht vergessen, daß der frühere Finanz- fein Wort des Protestes gegen die nur aus militärischen all sein! minister Ioh heute noch rabital- sozialistischer Abgeordneter Brestigegründen erhobene Forderung einer Kapitulation ist, der als Mitglied der Regierung Clemenceau die blöd- Deutschlands. Eine Partei, die sich fortschrittlich dünkt und finnige Parole ausgab, daß der Boche alles bezahlen" würde einen derartigen Aufruf an das Ausland ergehen läßt, ist einund der als Unterzeichner des Friedensvertrages mit einer fach nicht ernst zu nehmen. " " Ich habe Dolgoruti einige interessante Mitteilungen gemacht be treffend die Zahl und Namen der indischen und englischen Regimenter, die in Rawul- Puidi für eine Truppenschau in Gegenwart des Emir am 24. d. M. zusammengezogen worden sind... Wer Ohren hat, kann hören. Möge sie doch der Mahdi olle zusammen in den Nil werfen! In einem späteren Brief werden die Beobachtungen, die der Bricfschrciber während des Aufenthalts des Prinzen von Wales am Berliner chofe gemacht haben will— feine Be- obachtungs gäbe ist übrigens ein besonderes Kapitel—, dem Zaren getreulich wiedergegeben. Da heißt es denn: Diese Leute(die Engländer. Red. d.„V.".) sogen, daß es unbedingt notwendig ist, daß früher oder später die beiden Reiche miteinander kämpfen müssen, und daß es keinen Weg gäbe, dies zu rermeiden. Don diesem Augenblick begann ich, mir Auszeichnungen zn machen und jede Mitteilung zu erhaschen über alles, was eine Mobilisierung in England betrifft, um alles, was für Sie notwendig ist. zu wissen. Ich werde auch jedenfalls dort Dolgoruki Bericht er- statten. Was mich betrifft, so bin ich sehr eng befreundet mit dem englischen Militäraltachi, der mir viele Dinge erzählt, die den anderen unbekannt sind. Leider fehlen alle Anhaltspunkte dafür, wie der Zar diese BriefschreiberFi aufgenommen hat. Wahrscheinlich hat er nach dem bekannten Grundsatz gehandelt, daß man Spione zwar nicht achtet, aber sich ihrer bedient. Ueberdies scheint es in Petersburg an einer kritischen Einstellung zu den jungwilhelminischen Geheimberichten nicht gefehlt zu haben, die Folgen hätten sonst viel verhängnisvoller fein müssen. Man hat wohl auch in Petersburg gewußt, daß man es nur mit einem Großmaul und Aufschneider zu tun hatte! denn daß die Engländer gerade ihm, den sie sehr genau kannten— u bad boy, einen üblen Jungen nannte ihn der Londoner Onkel— ihre diplomatischen und militärischen Geheimnisse auf die Nase gebunden haben sollten, war doch allzu un- wahrscheinlich. Man spricht ein Wort der Entschuldigung ans, wenn man in diesem Zusammenhang von krankhafter Entar- t u n g redet. Aber was dieser junge Prinz da tat, wie er seine Eltern und den ganzen Berliner Hof ausspionierte, wie er mit dem Frieden hazardierte, wie er sich in das Vertrauen einschlich, um es in der abscheulichsten Weise zu mißbrauchen, das alles sind Dinge, die man sich als Handlungen eines not- m a I empfindenden Menschen nicht gut vorstellen kann. Das alles wirkt wie die Symptome einer moralischen Er- k r a n k u n g. Ist es am Ende überflüssig, diese alten Geschichten wieder auszugraben? Nein! D-enn der Mann, der solche Dinge aus dem Kerbholz hat, war jetzt vor fünf Jahren noch deutscher Kaiser. Er Haiti» aus die auswärtige Politik des Deutschen Reichs ein Menschenalter lang einen hemmungslosen Einfluß, er hielt diese Zeit über das Schicksal von 70 Millionen, ja ganz Europas in seiner Hand! Es ist früher oft gesagt worden:„Der Kaiser kann nicht dafür, wie er ist, er kann auch nicht dafür, daß er Kaiser ist." Richtig! Aber irgendwie und irgendwann mußte dieser tragi- komische Irrtum der Geschichte korrigiert werden, und daß er nicht rechtzeitig korrigiert wurde, war Deutschlands Verhängnis. Nur eine Genugtuung bleibt: Die Gestalt des letzten deutschen Kaisers stehe für alle Zeit als Warnungstafel auf dem Wege jener, die in die Monarchie zurückwollen. Das graue Clenö. Eine bemerkenswerte Zentrumsstimme. Der fürchterlickze Ernst unserer Finanzlage findet neuerdings auch in der bürgerlichen Presse größere Beachtung. In der letzten Zeit führen einzelne Blätter sogar ewe Sprache, deren Schärfe und Bestimmtheit überraschen, avsr doch zu spät kommen. So lesen wir in der „Schlesischen Volkszeitung" vom 17. Juli lm Handelsteil einen Artikel unter der Ueberschrift:„Dem finanziellen Zu- sammenbruch entgegen!" folgende bemerkenswerte Aus- führungen: „Es muß immer und immer wieder betont werden— und an dieser Stell« ist das est geschehen—, daß die Finanzpolitik V-'-l---------- 1---------------------------- �-- 1—? Die Schreibmaschine. Bon Artur Silbergleit. Sie front als Dienerin des Werktags der neuen Schönheit un- srrer Zeit, der Hast unserer Tage: ihre Nerven sind die unermüdlich schwingenden Tasten, die gewöhnet, Befehlen der Merkuvjünger oder schwingenden Tasten, die, gewohnt. Befehlen der Merturjünger oder schon welkenden Mädchen- ulsd Männcrfingern unterjochen lassen. Ihre ewige Uebcrmittlung seelenloser SchnftzeichLn ober Zahlen machte sie selbst nicht seelenlos: wenn sie, des Alltags müde, über- stülpt von ihrem stählernen Kuppeldach, vor sich hinträumt, und ihr rostlos pochender Herzschlag nicht mehr den Frieden der Stille an- lastet und beklopft, träumt sie von jener Zeit, da der Mensch nach kein« Maschine kannte und da der Maschine noch der Mensch fremd blieb. Sind er und sie nicht heut« wähl- und qualverwandt, wurde der Mensch nicht ihr Bruder, h. h. auch eine vom Fronlied der Pflicht ewig durchhämmerte Maschine? Tag verrinnt ihr um Tag in gleichem Takt und Ton, aber manchmal horcht sie erstaunt und mit hachklopfendem Herzen auf, wenn ihr ein Dichter eine Botschaft der Götter zur Weitergab« an die Menschheit anvertraut odc? wenn ihr ein«rsinderischer Genius die Kühnheit seiner Pläne preisgibt. Als sachliche Uebermitilerin oller Evangelien der Märkte und der Märchen bewahrt sie ihr gläubiges Gefühl an die Entwicklung der Menschheit in den Tiefen ihrer zeitsrohen Seele, und sie vermag auf den Füßen ihrer Schriftzeichen ebenso zu eilen wie langsam dahinzuwandeln, ebenso zu tanzen wie hinziitrippeln. Aus den aufgeschlagenen Büchern der Gehirne schreibt sie Wesentliche? und oft Unwesentliches dienst- bereit nach, eine treue Magd des Alltags imd zugleich ein« Königin ihrer zeitlosen Träum«. Notlage der pädagogischen Zeitschnslen. In einer Kleinen An- frage sämtlicher Landtagsabgeordneter der Deutschen Volkspartei imirde das Augenmerk des Staatsminifteriums auf die o t l a g c der deutschen Fachpresse, insbesondere auf die Gefährdung de? Fortbestandes der pädagogischen und Unterrichts- wissenschaftlichen Zeitschriften gelenkt. Das Staats- Ministerium wurde gefragt, ob es bereit fei, besondere Mittel zur Er- Haltung bedrohter Zeitschristen der genannten Art und gegebencn- iasis auch zur Unterstützung der Schulbüchercien bei ihrer Beschaffung bereitzustellen, ferner ob es auf die Reichsregierung und die Regie- runaen dar Länder im gleichen Sinn« einzuwirken gewillt sei. Wie der Zlmtliche Preußische Pressedienst der Antwort des Mi- nisters für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildtmg entnimmt, erkennt dieser die in den Ze'tvyhüiinifstn begründete Notlage der fachwissen- schoftlichen Zeitschriften on. Weiter wird ausgeführt, daß bisher, soviel zu ermitteln gewesen ist, lg? pädagogische Zeit- s ch r l s t e n seit dem Jahre 1919 ihr Erscheinen eingestellt hoben. Ander« stehen vor der Gefahr des Eingehens. Ihre Zahl wäre noch erheblich größer, wenn nicht einer Anzahl der wichtigsten des Reiches schon fest Monaten die gefährlichsten Wege geht. Wie sich die Dinge aber neuerlich zugespitzt lzaben, ist das Verharren in diesen Methoden der verwerflichste Fehler, den man bei der jetzigen Lage überhaupt begehen kann. Ja, wir stehen nicht an zu erklären, daß die ganze Finanz- und Preispolilik des Reickies, wie sie sich in der lehken Zeit des Ruhrkampses herausgebildet hat, zu einem nationalen Unglück wird. Das ist absolut nicht zu schwarz gesehen. Wir bekennen es rund heraus, daß wir vor dem Tag, der den Zusammenbruch dieser Politik erweist, schon heute ein wahres Grauen haben." Der Verfasser des Artikels weist dann auf die falsche Kricgsfinanzierung als den Beginn des deutschen Finanzelends hin und fährt fort: „Aber was gegenwärtig zur Finanzierung des Ruhrkampfes von feiten des Reichs getan wird, ist eine Reu au flöge dieser Schuldenwirtschaft in einer Größe, wie man sie selbst in den Zeiten der ärgsten Zerrüttung nach der Revolution nicht wieder erlebt Hot. Und an diesem Fehler wirb unsere Slaais- und Privai- wirischaft lehlen Endes zugrunde gehen, wenn nicht alsbald Einhalt geboten wird. Das muß ganz offen und im Vollbewußtsein der Verantwortung, die wir der Oefsentlichkeit gegenüber in uns fühlen. ausgesprochen werden. Wir können der Reichsregierung, aber auch dem Reichstag den Vorwurf nicht ersparen, daß sie die Finanzwirtschaft des Reichs In einen Zustand hoben bringen lassen, der heute als vollständig hoffnungslos bezeichnet werden muß. Ein gesunder Finanzzrundsatz einer jeden Kriegführung verlangt die Deckung ordentlicher Ausgaben durch ordentliche Einnah- m e n, aber auch die Deckung außerordentlicher Ausgaben durch außerordentliche Einnahmen. Der ganze Ruhckamps hätte durch eine besondere Steuer, durch eine aktive Steuerpolitik größten Stils auf eine feste Dosis gestellt werden müssen. Das hat man unterlassen, dafür wurde aber die Notenpresie in einem unglaublichen Maße belastet. Gewiß hätte sich unsere Mark unter dem äußeren und inneren Druck vor einer weiteren Entwertung nicht vollends schützen lassen, aber zu d e r Zerrüttung, wie wir sie heute vor uns sehen, hätte es nicht zu kommen brauchen." Der Artikel schließt in tiefstem Pessimismus: „Die Dinge stehen in der Tat so: Wir gehen unweigerlich dem finanziellen Zusammenbruch entgegen. Und das Ver- zweifelnde an der Lage ist, daß niemand sich findet, der dem rollen- den Rad in die Speichen fällt." Nein, es findet sich wirklich niemand! Wohl aber fanden sich sehr viele, auch aus dem Zentrum, die der Sozial- demokratie in den Arm �fielen, als sie durchgreifende steuerliche Maßnahmen zum Schutze der Währung forderten und im einzelnen vorschlugen. Herr Hermes, der Finanz- minister, gehört ja wohl dem Zentrum an. Er sollte sich in erster Linie zu Gemüte führen, was fein fchlefffches Partei- blatt sagt. Selagerungszuftanö in Dreslau. Breslau, 21. Juli.(WTS.) Der vberpräsident der Provinz Niederschlesien hat über Stadt und Landkreis Breslau den verschärften Ausnahmezustand verhängt. Danach sind Versammlungen usw. u n t e r s r e i e m h i m m e t bis aus weiteres verboten, während Versammlungen in geschtossenen Räumen vierundzwanzig Stunden zuvor angemeldet werden müssen. Zuwiderhandlungen werden mit Gesängms von mindestens drei Monate« und mit Geldstrafen bis zu zehn Millionen Mark belegt, Ferner hat der P o l i z« i Präsident in Breslau eine Bekanntmachung erlassen, wonach die Polizei angewiesen ist, mit allen Mitteln gegen Ausschreitungen vorzugehen. Hunderle von Verhaftungen ski-n bereits vorgenommen and mehrere Vlüvderer ums Leben gekommen. Die Bevölkerung wird dringend ermahnt, sich nicht unnötigerweise aus der Straße aufzuhalten. Ansammlungen sind verboten. Der Ausschank von Branntwein usw. in den Schank- wirkschasten ist bis auf weiteres untersagt.— Der Allgemeine Deutsche Gewerks chastsbund hat sich' erboten, die Schuhpolizei bei der Ausrechterhaltnng der Ruhe und Ordnung zu unter- st ü h e n. Die Behörden haben das Angebot angenommen. Breslau. 21. Juli.(Eigener Drahtbericht. Auch heute sind noch Plünderungsnersuche unternommen worden, wenn auch von ihnen, soiveit sie vorwiegend wissenschaftlichen Zwecken dienen, durch Beihilfe der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft die Möglichkeit des Weiterbestehens gegeben wor- den wäre Die Staatsregierung oerfolgt ständig diese auch von ihr als sehr bedeutsam angesehene Angelegenheit und wird in denjenigen Fällen,, wo eine ausreichende Beihilfe von der Notgemeinschaft der deutschen Wissen'chost nicht gegeben werden kann, ihrerseits zu Helsen suchen, soweit es sich um die Erhaltung wirklich wertvoller Zeitschriften hcndelt und soweit die ihr dofür zur Verfügung stehen- den Mittel ausreichen.— Mittel des Reiches sind für den gedachten Zweck in Gestalt der Beihilfen der Notgemeinschaft bereits in erheblichem Umfange aufgewendet worden. Es ist nicht zu be- zweifeln, daß dies auch fernerhin geschehen wird. Kunstmaler aus der Walze. Die Kunst ist stets nach Brot ge- gangen, aber selten ist es ihr so schwer geworden, dos notwendige Brot zu finden wie heutzutage, wo vieie Künstler dem größten Elend preisgegeben sind. In früheren Zeiten, da der Künstler sich noch mehr als Handwerker fühlte, gingen die Maler, wenn sie on ihrem Wohnort nicht genug verdienten, mi« die Hondwcrks- burschen„aus die Walze" und zogen non Ort zu Ort. Die berühmten Meister, fuhren in ihrem Wagen mit Dienerschaft von einem Hof zum andern, um die Fürstlichkeiten zu porträtieren, ihre bescheideneren Kollegen wanderten auf„Schusters Rappen", um ihre Dienste den Bürgern und Bauern anzubieten. Auch die T a- r i f e, die die Künstler heutzutage notgedrungen wieder festgesetzt haben, waren damals gang und gäbe. Lon den Erlebnissen eines reisenden Malers berichtet C l c- mens Brentano in feiner Novelle„Die in a g e r e W c h- müller und ungarischen N a ti n n a lg e s i ch t e r". Sein Held Wehmüller malt Bildnisie von Ungaren, die er nie gesehen hat, auf Vorrat und läßt dann m jeder Stadt öffentlich ausrufen, er sei mit einem reich assortierten Lager„wohlgetroffener National- gesichter" angelangt und lad« das Publikum ein, sich das ihm zu- saaende Porträt, Stück im Stück einen Golddukaten, selbst aus- zusuchen. Persönliche Züge, wie Schnurrbarte, würden unentgeltlich beigefügt, während die Uniformen extra bezahlt werden müßten. Die Anzeige eines Wachsbildhnuers der Wiener Aka- d e m i e vom Anfang des 19. Jahrhunderts, der seine Kunst eben- falls„auf der Walze" verwertete, lautet folgendermaßen:„Karl Berg, Bildhauer und Modelleur der Wiener Akademie, empfiehlt sich bei seiner Durchreise dem geehrten Vublikum zur Modellierung von Naturphysiognvmien nach neuester Methode, in größter Aehn- lichkeit, wovon Muster schon in Rahmen jederzeit besichtigt werden können, wobei er das oe-hrte Publikum verständigt, daß er nur kurze Zeit sich hier aufhält. Preise: Porträt en profilc 7, 8 und 10 Gulden, en face 20 Gulden." Solche Tarife hatten alle Maler. So wird z. B. in„Meusels Miscellaneen" auf Anfrage mitgeteiit: „Herr Klotz läßt sich für ein P o r t r ä t mit einer, auch wohl zwei Händen 3 Louisdor zahlen. Herr Etlinger malt wenig Hände und nimmt eben so viel, Herr Hofnaß nimmt auch soviel, malt aber auch wohlfeiler. Herr Delos läßt mit sich handeln, hin- gegen ist Herr Schlesinger der billigste und nimmt nur 5 Gulden die Gegenmaßnahmen bereils In Wirkung treten. Der Oberprösident von Niederschlesien hat den Ausnahmezustand über Stadt- und Landkreis Breslau erklärt, der wohl der Bestätigung der Landes- regierung b-darf. Der Stellvertretende des Polizeipräsidenten warnt die Bevölkerung vor öffentlichen Ansammlungen und ver- bietet den Alkoholansschank. Die freien Gewerkschaften haben einen Ordnerdienst eingerichtet, dessen Unterstützung von der Polizei angenommen wurde. Auch die Kommunisten be- teiligen sich daran. Es ist dadurch gelungen, die Einsetzung von Reichswehr zu vermeiden, die die Lage zweifellos auf das äußerste verschärft hätte. Die Reichswehr schützt nur einig« öffentliche Gebäude, ohne daß ihr Auftreten im Stroßenbild in die Erscheinung tritt. Bisher sind den Schießereien sechs Tote, zum Teil unbeteiligte Passanten zum Opfer gefallen. Dazu kommt eine größere Anzahl von Verwundeten. Die a n t i- semitische Tendenz der Drahtzieher der ganzen Unruhen tritt aus den Berichten über die einzelnen Plünderungen immer deutlicher hervor. Es handelt sich osfenbar um ein Manöver rechisstchender Kreise, von den eigentlichen Urhebern der Teuerung abzulenken. Breslau, 21. Juli.(WTB.) 2m Laufe der spülen Abend- und der Nachtstunden kam es zu weiteren Plünderungen. wobei die Polizei wiederholt von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte und zahlreiche Perhaskur.gen vornahm. Der Schaden, den die Stadt erleidet, beträgt mehrere Milliarden. Ein Teil der Geschäfie hat auch heute noch geschlossen. Auch heule wurde eine Reihe von Personen verhaftet. Nach polizeilichen Feststellungen beträgt die Zahl der Toten ö, die der Pcrwundcken 12—15 Personen. Ein Teil der Verhafteten ist wieder freigelassen worden. NotftanS in Devisen. Ein Brief des Reichswirtschaftsininisters. Der Reichswirts chaflsminister gibt in einem Schreiben an die Spitzenverbändc des Handels und der Industrie zur Hebung der gegenwärtig«ingetretenen Stockung im Waren- und Zahlungsverkehr folgende Ausnahm« von§ 2 der Valuta- spekulationsverordnung bekannt: Es wird vorübergehend, und zwar vorläufig bis zum IS. August d. I. zugelassen, daß für Einfuhrwaren und Waren, die überwiegend aus eingeführtem Material hergestellt sind und die schon bisher üblicherweise auf Valuta- oder Goldbasis berechnet wurden, Devisen, die im Besitz der Abnehmer sind, i n Zahlung gegeben und genommen werdcn dürfen, sofern der Umsatz nicht im Kleinhandelsverkehr erfolgt und sosern der Nehmer der Devisen(Lieferant der Ware) entweder selbst sich im Besitz einer Handelskammerbescheinigung befindet oder dem Geb.r die Erklärung abgibt, daß er die Devisen binnen zwei Wochen a n die Reichsbank oder an«inen im Besitze einer Handelskammer- beschemigung befindlichen, namentlich zu nennenden Eiufuhrinier- cssenten weitergibt. Abschrift dieser Erklärung hat der Geber un- verzüglich an die Devisenbesckzafjungsstelle zu senden, widrigenfalls die Ausnahme nicht Platz greift und die Zahlung in Devisen straf- bar bleibt. Da die hiermit bewilligte Au s n a h m e nur den gegen- wärtigen Notstand mildern und vorhanden« Devisen für den Einfuhrbedars schnell nutzbar machen soll, wird dies« Uebergangs- maßnahm« wieder auszuheben sein, sobald es gelungen sein wird, die stärkere Devisenrcpartierungen zu vermeiden oder etwa durch Einführung eines Goldgiroverkehrs die zurzeit obwaltenden Schwie- rigkeiten zu beheben. Der Minister bemerkt ausdrücklich, daß d e Verpflichtung zur Ablieferung von Exportdevisen durch dies« Aus- nähme nicht berührt wird, und daß weder der Lieferant be- rechtigt ist, von dem Abnehmer Devisenzahlung zu fordern, noch der Abnehmer befugt ist, sich zum Zwecke der Begleichung solcher Inlandsverpflichtungen ausländische Zahlungsmittel durch Ankauf zu beschaffen. Der Inholt dieses Schreibens an die Spitzenverbände wird alz Verordnung in diesen Tagen näher bestimmt bekantgegeben, unbeschadet der sofortigen Wirksamkeit. Marly mit 4690 Mittärskräflingen begnadigt. Anläßlich des französischen Nationalfeiertages wurden 4690 Militärgefangene be- gnadUzt, darunter auch der kommunistische Deckoffizer March, dem allerdings fein Rang abgesprochen wurde. für ein Porträt." Selbst ein so hervorragender Meister, wie der mecklenburgische Hofmaler Georg David Matthieu machte bei Bildern mit oder ohne Händen große Preisunterschiede, wie aus folgender Aufftellunq seiner Preise hervorgeht: Personen in Lebens- große 40 Dukaten, Personen halb in Lebensgröße mit Zwerghänden 20 Dukaten, Ihre Durchlaucht Prinz Ludwig mit einer Hand 15 Du- kotcn, der Kommerjunker von Darnikcw ohne Hand 10 Dukaten." Deutsch-russische Konvention zum Schuhe des geistigen Eigentums. Die Auslandabteilungs des wissenschaftlich. technischen De- partemcnis des Obersten Volkswirtschaftsrates der Sowjet- republik hat den Börsenverein der deutschen Buch- Händler um die Vorbereitung einer eventuell abzuschließenden Konvention zum Schutze des geistigen Eigentums zwischen Deutschland und Rußland gebeten. Der deutsche Reichsminister der Justiz hat unter gewissen Voraussetzungen dem Dörsenverein zu erkennen gegeben, daß es der Reichsregisrung zweckmäßig erscheine, wenn mit den Vorarbeiten schon jetzt be- gönnen würde. Der Ausschuß des Börlcnvereins für Urheber- und Verlagsrecht hat sich daraufhin folgendermaßen schlüssig gemacht: Am wünschenswertesten wäre der Beitritt der ruffischen Republik zur Berner Konvention: ist dieser noch nicht zu erreichen, so dach vielleicht die Aufrechterhaltung des zwischen Deutschland und Rußland im Jahre 1913, vor dem Kriege, abgeschlossenen Vertrages, eventuell mit einigen Aenderungen. Auch dann aber hat der Aus- Muß Bedenken, ob ein der Form nach auf Gleichberechtigung ge- stellter Staatsvsrtrag den deutschen Autoren und Verlegern in Sowjetrußland tatsächlich die gleiche Rechtssicherheit gewähren würde, wie sie die russischen Autoren und Verleger in Deutschland genießen würden. Trotzdem wird der Ausschuß alle Vorbereitungen treffen. Erstaufführungen der Woche. Moni.: Schloßpark. Theater: 'Willy« Frau'. Urania-Vorträge. Tonnt., Mittw.:.Berner Oberland': Mont.:.Thüringen': Dienst.:.Tirol': Don».:.Von der Zugspitze bis zum Watzmann': ltzreit.:.Unser schöne« Ricsengeblrge': Tonnav.:„Der Harz'. Tie Landwirtschaftliche Hochichule veranstaltet in den Räumen der Höheren G ä r t n e r- L e h r n n st a l t zu Dahlem am 31. Juli und 1. August einen Lehrgang über Vienenzucht. Meldungen zur Teilnahme sind unter Einzahlung der Gebühr von 10 000 Ml. an die Kasse der Landwirtschasllichen Hochschule N. 4, Jnvalidcnstr. 42, zu richten. Zwei Millionen Mark vergibt die Gesellschaft Deutscher Natur- for'cher und Zlcrzte an jüngere Forscher, die an schlecht dotierten Instituten arbeiten. Durch einen norddeutschen Industriellen und einen Schweizer («elchrten wurden die für obigen Zweck bestimmten Ncberschüsse auf der Jabrbundeitfeier der Geiellschast erhobt. Gesuche sind zn richten an den Geschästssübr«, Pros. D r. B. Rassow, Leipzig, Nürnberger Straße 48. Die Frequenz der Danziger Dechnischen Hochschule im Sommer- s e m e st e r 1923 gestaltet sich wie folgt: Studenten und Hörer 1735, Hospitanten 93, zusammen 1828. 350 Swdenten sind au« dem Freistaat Danzig, 374 au« Deutschland, 523 au» Polen und 308 find ander» Au«länder. Der Kampf gegen die Eisenbahner. Nur noch bis... bis... diebstähle auf dem Kerbholz. Mitteilungen zur Aufklärung nimmt der Reichswasserschutz in Baumschulen meg, hur schulstraße( FernSprecher Oberschönemeide 1071) entgegen. Mit Bier und Schnaps betäubt. Auf der Straße fand sie sich wieder. Durch Betörung einer Hausangestellten ist Tätern, die noch un bekannt sind, wieder ein großer Einbruch gelungen. Ein junges Mädchen, das bei einem Kaufmann in der Bayern- Allee dient, lernte fürzlich auf einem Ausgang mit ihrer Freundin einen jungen Allein aus Hessen 12000 vertrieben. " Nur noch bis", diese drei Worte spielen zurzeit in Berlin Darmstadt, 21. Juli.( MtB.) Mit den zuletzt gemeldeten eine hochbedeutsame Rolle.„ Nur noch bis“, diese drei Worte sind Eisenbahner ausweisungen aus dem hessischen Teil des wirklich inhaltsschwer. besetzten Gebiets ist nunmehr die Zahl 3000 erreicht. Rechnet man „ Nur noch bis" dann und dann kosten die Koblen soundso viel. die Durchschnittstopfzahl eine: Familie nur mit vier es find wie ein Peitschenhieb wirkt diese Tatsache auf viele Arme. Sie zahlreiche Familien mit 8-10 Köpfen darunter so ergibt sich hungern und hungern, um sich die zig Papiermar! zu ersparen eine Gesamtzahl von rund 12000 vertriebenen An- und ziehen dann mit Kinder- und Handwagen, die unbepadt auf gehörigen von Eisenbahnern. 3000 Eisenbahnerfamilien find also dem Wege zum Kohlenhändler schon zusammenbrechen, vergeb- Mann fennen. Dazu gefellte sich ein zweiter, der sich dann der ihrer Wohnungen und Möbel und des größten Teils ihrer Wäsche lich von Kohlenfeller zu Kohlenfeller oder von Kohlenplay Freundin anschloß. Man machte später gemeinsam mehrere Aus. gesezt, unter unglaublichen Drangsalierungen und Quälereien über 4 Kohlenplay. Liefer Kummer ſenkt sich über diese zusammen- flüge. Dabei erfuhren die Männer auch, daß die Famiie aus der die Grenze des besetzten Gebiets abgeschoben. In vielen gekrochenen Gestalten und die Verzweiflung greift nach ihnen. Bayern- Allee verreist ist. Der erste benutzte diese Gelegenheit, dem Dörfern, in denen Eisenbahne: folonien waren, sind ganze" Nur noch bis“ hört man die und die Operette oder sieht Straßenzüge verödet und die Geschäftswelt durch den Aus- irgendeinen Christus oder einen Fridericus Rex und dann ist's mit fall ihrer Kundschaft schwer geschädigt. Während sich so hinter der Welterlösung und mit Deutschlands Aufstieg ein für allemal dieser Zahl eine Unsumme von Tränen und Leid verbirgt, ist auf vorbei. Und diese drei Worte sollen sich als Reflame gewinnde: anderen Seite der Erfolg gleich Null. Die Franzosen haben bringend bewähren. mit ihrer ganzen Ausweisungspolitik lediglich erreicht, daß die noch„ Nur noch bis" tostet das Brot soundsoviel. Das Plakat zurückgebliebenen Eisenbahner nur um so fester ihren Willen hängt in den Bäckerläden und soll auch zugleich für halbvertrocknete zum Ausharren in dem freiwillig beschlossenen Widerstand Kuchen werben. befunden. Vielen Menschen aber werden die Augen groß aus Angst, das soll man nicht vergessen. Denn viele unter uns haben nur noch bis" zu leben, dann verhungern sie, während das SchmarogerVerein Sozialistische Arbeiterjugend Auch Aerzte an der Einreise verhindert. Essen, 21. Juli.( MtB.) Der leitende Arzt des Prosperhospitals in Redlinghausen, der einzige Spezialarzt für tum fich ungehemmt und ungestraft überfrißt. innere Krankheiten, war vor der Verkehrssperre zu seinem im unbesetzten Gebiet wohnenden schwerkranken Bater gereist. Infolge der plötzlich von der Besatzungsbehörde erlaffenen Verkehrssperre war es ihm nicht möglich, nach Recklinghausen zurückzugelangen. Ein der Besatzungsbehörde unterbreiteter Dringlichfeitsantrag wurde abgelehnt, da die Besatzungsbehörde sich auf den Standpunkt versteifte, daß der genannte Arzt durch einen am Ort wohnenden Arzt ersetzt werden könnte. Ein Poftamt freigegeben. Speyer, 21. Juli.( MiB.) Wie verlautet, ist die Besetzung tes Fernsprechpostamts Speyer durch die französische Besatzungsbehörde heute vormittag aufgehoben worden, so daß Aussicht besteht, daß der Post, Telephon- und Telegrammverkehr baldigst wieder aufgenommen wird. Die im gleichen Gebäude untergebrachte Oberpost diret tion der Pfalz war dagegen heute vormittag noch belegt. Die Beamten der Oberpostdirektion dürfen nach wie vor ihre Diensträume nicht betreten. Bekanntlich erfolgte die Besehung des Postamtes und der Oberpostdirektion als„ Sanftionsmaßnahme" dafür, daß die Oberpostdirektion sich geweigert hatte, ein französisches Rundbelegramm zu befördern, worin die Einrichtung eines sogenannten gemischten Bahnschuhes befohien werden sollte. Woche. Rückgang der französischen Koksbeute. Rußland und die Meerengenkonvention. Groß- Berlin, Werbebezirk Oberfpree Am Sonnabend, den 21. und Sonntag, den 22. Juli, veranstaltet der Werbebezirk„ Oberspree" im Rahmen einer Werbewoche einen Jugendtag. Programm: Sonnabend: Begrüßungsfeier am Kyffhäuser, anschließend Fackelzug durch Nieder- und Oberschöneweide. Beginn 8 Uhr abends. Sonntag vorm. 9½ Uhr im Kyffhäuser, Berliner Straße: Feierstunde, bestehend aus Musik, Gesang, Rezitationen, Festrede, Lieder zur Laute und Aufführung des Jugendspiels „ Der Bergfried". Nachmittags 1,3 Uhr Kundgebuna in der Hainstraße, nachdem gemeinsamer Abmarsch zum Waldfest in der Königsheide in Johannisthal. Berliner Ferienspiele. Wer sind die Toten? Mädchen einen Besuch zu machen und sich dabei auch die Wohnungg anzusehen. Zum Mittwoch abend luden die beiden Männer die ihnen in einer Wirtschaft in der Wilmersdorfer Straße ein. Hier Mädchen wieder zu einem Spaziergang ein unnd kehrten spät mit gaben sie zunächst Bier zum besten. Dann drängten sie ihnen auch schwere Likföre auf. Das Ende war, daß sich das Mädchen aus der Bayern- Allee nachts um 3 Uhr in den Anlagen der adenschen Straße wiederfand. Es erwachte hier aus dem Schlafe und stellte mit Schreden fest, daß ihm die Handtasche mit den Schlüsseln fehlte. In größter Angst eilte es nach Hause, fand aber die Tür verschlossen. Jetzt lief sie zu ihrer Freun din und erfuhr, daß diese sich mit ihrem Begleiter von ihnen getrennt habe und heimgegangen fei. Als man nun endlich die Wohnung in der Bayern- Allee öffnete, fand man sie halb ausgeräumt. Die beiden Mädchen, die ihnen ins Garn gegangen waren, wissen nicht einmal die Namen der Männer. Für die Aufflärung des Einbruchs und die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes ist eine hohe Belohnung ausgefeht. Mitteilungen, die vertraulich behandelt werden, nimmt die Dienststelle B. I. 4. des Kriminalfommiffars Gennat im Zimmer 105 des Polizeipräsidiums entgegen. Feststellung eines Lebensmitteltoncherers. Borgestern vormittag sammelten sich auf dem Wochenmarkt am Maybach- Ufer vor dem Stand des Gemüsehändlers Friedrich R. zirka 1000 Personen an, weil S. für ein Bund Moorrüben 17000 Mart verlangte, obgleich der Preis ab 16. Juli auf 7200 m. für das Bund festgesezt worden war. Die Waren wurden beschlagnahmt und beim Polizeiamt Neukölln sichergestellt. Gegen N. ist Anzeige wegen Wuchers erstattet worden. Eifersucht! Eine blutige Eifersuchtsszene spielte sich im Hause Roppenstraße 31 ab. Hier feuerte der 22jährige Arbeiter Paul Weiz aus der Hussitenstraße 8 auf seine Geliebte, die 24 Jahre alte Arbeiterin Anna Anfer, in deren Wohnung mehrere Schüsse ab. Die Kugeln gingen fehl, worauf es der Anter gelang, die Flucht zu ergreifen. Auf herbeigerufene Polizeibeamte gab Weiß ebenfalls mehrere Schüsse ab, die ebenfalls fehlgingen. Nachdem man gewaltsam in die Wohnung eingedrungen war, fand man den Schützen mit einem Schuß in der rechten Schiäfe schwer perlegt auf. Er wurde in fast hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhaus am Friedrichshain geschafft. Er stu Paris, 21. Juli.( WTB.) Die Journée Industrielle" ver= Das Jugendamt muß noch 1 milliarde nachfordern. zeichnet folgende Ziffern der Kotszufuhr aus dem Ruhrgebiet Auf 13 Außenspielplätzen in Tegel, Buch, Blankenfelde, in den letzten Tagen: Ueber Ehrang am 7. Juli 2828, am 8. Juli Wuhlheide, Königsheide usw. erholen sich zurzeit beim 3503, am 9. Juli 3488, am 10. Juli 903, am 11. Juli 2754 und Spiel täglich 30 000 Kinder unter der Leitung von Lehrern und 12. Juli 1918 Tonnen. Dazu kommen auf der Zufuhrstrecke über Helfern in Luft und Sonne. Gie werden morgens in Gruppen Dem Gedenken Ludwig Bambergers galt eine fleine Erinne Aachen für die genannten 6 Tage im ganzen 5213 Tonnen. Die hinausgeführt, auf den Spielplätzen während des Tages verpflegt rungsfeier, die gestern abend anläßlich seines hundertsten Geburtstages nom Deutschen Republikanischen Reichsgesamte Zufuhr für die Berichtswoche beträgt 20 598 Tonnen, und fehren abends nach Berlin zurück. 1½ Milliarden waren 9. h. 3400 Tonnen täglich im Durchschnitt.( Also immer weni- von der Stadt Berlin für die Durchführung der Aktion zur Ergänzung nach einleitenden Borten Karl Betters gab der Reichsminister bund im„ Meisterjaal" in der Köthener Straße veranstaltet wurde. der von den Eltern zu zahlenden Beiträge zur Verfügung gestellt des Innern Deser ein Bild dse liberalen Politifers. Bamberger ger infolge der allmählichen Erschöpfung der Haldenvorräte. Red. worden. Die stark ansteigende Teuerung warf alle Berechnungen erblickte am 22. Juli 1823 das Licht der Welt und schloß seine Augen des„ Vorwärts".) über den Haufen. Ein Straßenbahnzug für die Beförderung der Kinder, der vor 14 Tagen 400,000 m. fostete, wird jetzt mit für immer am 14. März 1899, so daß sein ganzes Wirken und Annahme des belgischen Militärgesehes. Militärgesetzes. 900 000 m. berechnet. Die täglichen Berpflegungsfosten Schaffen ausschließlich dem 19. Jahrhundert angehörte. stiegen in derselben Zeit von 850 m. auf 1700 m. pro Kind. Die dierte Rechtswissenschaft und wurde 1848 in die politischen Kämpfe Brüssel, 21. Juli.( TU.) Die Kammer verhandelte gestern in Entschädigungen der Aufsichtspersonen( ie eine für hineingezogen. Er übernahm bald die Redaktion des„ Mainzer Anzweiter Lesung über das Militärgesez. Sie nahm geringe 100 Kinder) mußten bei den tariflich Entlohnten durchschnittlich von Reichs propagierte. Epäter gründete er in Mainz den„ Demozeigers", in dessen Spalten er den Gedanken des einheitlichen enderungen an dem Wortlaut vor und bewilligte die ge- 45 000 m. auf 68 000 m. pro Tag erhöht werden, bei den übrigen tratischen Berein", mußte aber infolge der Umwälzung ins Aus samte Borlage schließlich mit 25 gegen 16 Stimmen bei 9 Stimm- pon 18 000 m. auf 29 000 m. Das Jugendamt hat sich daher ent- land flüchten. Im Eril lebte Bamberger als Kaufmann zuerst enthaltungen. Die Sozialisten verließen im Augenblick des Namen- schlossen, den Magistrat um noch eine Milliarde für die Fort- in schweizerischen Landen, dann in Holland und auch in Paris. Die aufrufes den Sizungsjaal und nahmen an der Abstimmung nicht fehung der Spiele anzugehen. Mit dieser Summe würde die Durch Leiden, die er als Flüchtling während und nach der Revolutionszeit teil. Ferner wurde dem Kammerausschuß der Entwurf des Ministers führung wenigstens noch bis Ende nächster Woche sichergestellt sein. zu ertragen hatte, waren groß. Steckbriefe auf Ludwig Bamberger Es handelt sich um alle die Kinder, die während der Ferien nicht ver- schwirrten überall umher, doch konnten alle ihm zugedachten Urteile, Nolf betreffend die Genter Universität vorgelegt! Es er- reisen und auf dem Lande keine Erholung finden können, und denen darunter das Todesurteil, nicht ausgeführt werden, da flärten sich 73 Mitglieder für den Entwurf, 54 dagegen, 14 haben ja an sich unbedingt zu wünschen wäre, wenn ihnen die Ferien- er sich im Ausland befand. Nachdem sich die Wogen der Erregung beiseite gestanden. Die öffentliche Debatte darüber beginnt nächste erholung auf den Spielplätzen bis zum Ferienanfang im Auguft er gelegt hatten, lehrte er nach Deutschland zurüd. Er ging dann möglicht werden könnte. als Abgeordneter für Mainz in den Reichstag, der damals noch in der Leipziger Straße tagte. Seine scharf und folgerichtig gegliederten Reden fanden Achtung und Aufmerksamkeit auch bei den Ein unbekannter Mann von etwa 60 Jahren mit graumeliertem Gegnern. Seine Stellung im Reichstag war die eines Demokraten Haar und Schnurrbart wurde an der Charlottenburger Schleuse aus und Republikaners. Später war er nationalliberal. Die der Spree gelandet. In einer Schankwirtschaft in der Mödernstraße Währungsfrage sowie die Gründung der Reichsbank starb plöglich ein mittelgroßer Mann von etwa 50 Jahren mit ge war ein besonderes Arbeitsgebiet Bambergers. Schon stuztem Schnurrbart und dunklem Anzug, der die Absicht gehabt damals hatte er den Wert eines Zentralnoten instituts hatte, seinen Bruder in Bittorf zu besuchen. Aus der Havei erkannt. Zollpolitische Grünte waren es im Jahre 1879. die seinen wurde bei Schildhorn ein Mann von 45-50 Jahren mit Austritt aus der Nationalliberalen Partei veranlaßten. In Gemeindunkelblondem Haar und schwarzem gestutzten Schnurrbart ge- fchaft mit Eugen Richter gründete er die Deutschfreisinnige Partei. borgen. Er war anscheinend Kellner und trug einen schwarzen Nach der Gedenkrede Defers gab der frühere freisinnige Abg. Mar Cutaway mit der Firma Eugen Meißner, Berlin, Jerufalemer Broemel als Freund Bambergers noch einige persönliche ErStraße. Aus dem Verbindungsfanal wurde an der Straße 12 immerungen bekannt. Damit hatte die schlichte Feier die von Chopin. ein Mann von etwa 20 bis 35 Jahren gelandet, der einen und Schumann- Klängen umgeben wurde, ihr Ende erreicht. dunklen Jakettanzug trug. Auf der Strecke zwischen dem Schlesi- Schwerer Unfall. Gestern abend fuhr auf einen Kohlenplatz in Schwierigkeiten der Regierung Witos. schen Bahnhof und Raulsdorf ließ sich ein Mann von etwa 40 Jahren der Bergstraße ein mit schweren Steinen beladener Lastbrastwagen. Warschau, 20. Juli.( DE.) Die Schwierigkeiten, mit von einem Eisenbahnzug töten, Er hat dunkelblondes Der 56 Jahre alte Arbeiter Gustav Dernbusch aus Brih wollte denen die Regierung Mitos zu kämpfen hat, nehmen weiter zu. Haar und Schnurrbart, feine Wäsche iſt B. A. 1 und B. E. ge- hinter den Anhänger des Laftkraftwagens ein Brett tegen, um den man zeichnet. Am Friedrich Kari Ufer landete Eine erhebliche Rolle spielt dabei die neue Verschärfung der Mann von etwa 25 bis 30 Jahren mit geftuztem schwarzen Dabei stürzte der Anhänger um und begrub D. unter Wagen auf der abschüssigen Bahn zum Halten zu bringen. Streitbewegung durch die blutigen Zusammenstöße mit der Schnurrbart und schwarzem Jackettanzug. Im Jagen 154 des Polizei in Lodz und Czenstochau. Obgleich die Lohnfrage überall Grunewalds fand man einen mittelgroßen schlanken Mann von etwa ich. 2s man ihn befreit hatte, war der Tod bereits eingetreten. die Grundfrage der Streifbewegung bildet, wird sie doch von der 40 Jahren erschossen auf. Die Bistole hing an einem Baum. Ein furchtbares Drama spielte sich im Hause Zionskirchstraße 52 Opposition in umfassender Weise politisch ausgenugt. Diese Um- Die Leiche war bereits bis zur Unkenntlichkeit vermest. Der Mann ab. Hier erschien in der Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden stände haben den Ministerpräsidenten Wilos bewogen, pon seinem trug einen grauen Manchesteranzug mit Perlmutterknöpfen, graue Frau der 48 Jahre alte Oberpostschaffner Heinrich Lanschte aus Sommerurlaub nach Warschau zurückzukehren. Die schwankende Segeltuchschuhe und ein Jägerhemd. Am Holsteiner Üfer der Rügener Straße 4 und zertrümmerte nach einer Haltung des Finanzministers, der die Frage der Vermögenssteuer wurde eine feine etwa 70 Jahre alte Frau mit grauem, heftigen Szene mit seiner Frau sämtliche Möbelstü de mit dilatorisch behandelt, trägt auch nicht dazu bei, um die Stellung der dünnem Haar aus der Spree gelandet. Sie hatte, um sicherer einem Beil. Dann schwang er sich auf ein Fensterbrett und stürzte Regierung zu stärken. Dazu kommt der ungünstige Eindruck der unterzugehen, einen halben Mauerstein in die Tasche fich vier Stodmerke tief in den Hof hinab. offenfundigen Berstimmung, welche bei den baltischen Staaten durch se stedt. Die Frau trug einen schwarzen Hut, ein schwarzes Kleid, schweren Schädel und Kieferbrüchen transportierte man ihn nach offenfundigen Berstimmung, welche bei den baltischen Staaten durch ein schwarzes Spitzentuch, leinene Wäsche, schwarze Strümpfe und dem Lazarus- Krankenhause, wo er noch lebend, aber im hoffnungsdas Fernbleiben Seydas von der Rigaer Konferenz hervorgerufen Beugschnürstiefel mit Lederkappe. Besondere Kennzeichen sind eine losen Zustande eingeliefert wurde. worden ist. Es scheint, daß auch in der Regierung selbst Warze auf dem linken oberen Augenlid und ein linfsseitiger Unstimmigkeiten vorhanden sind. Der sozialdemokratische Ro- Leistenbruch. Mitteilungen zur Feststellung der Persönlichkeiten botnit" will wissen, daß die Stellung des Kriegsministers Sze p- nimmt die Vermißtenzentrale im Bolizeipräsidium entgegen. tycki erschüttert sei, weil Witos damit unzufrieden sei, daß diefer bei der Umbesetzung der hohen Militärstellen eine übertriebene Parteibevorzugung habe malten lassen. Auch in Sejmkreisen wird, wie der„ Kurier Poranny" meldet, von dem möglichen Rücktritt des Kriegsministers gesprochen. Unterzeichnung erst in Konstantinopel. Causanne, 20. Juli.( EE.) Die Sowjettegierung hat der Lausanner Konferenz ein Schreiben übermittelt, in dem sie an dem Meerengenabtommen zwar eingehende, wenn auch in der Form durchaus höfliche kritik übt, sich aber doch zur Unter zeichnung des Abkommens bereit erklärt. Allerdings werde die Unterschrift erft in etwa drei Wochen in Konstantinopel geleistet werden können, da es der Sowjetregierung enmöglich fei, einen Delegierten nach der Schweiz zu entfenden. Berliner Börse im Ausland. " einen Mit Nenanmeldung von Milchkarten. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin teilt mit: Die bereits in dem Befit der Milchbezugs berechtigten befindlichen Milchtarten für den Monat August 1923 müssen bis zum 24. Juli 1923 in den MilchHeinhandelsgeschäften und in den Abmelkwirtschaften( Ruhställen neu angemeldet werden. ,, Wer hat noch ein eigenes Bett?" Auf Grund unserer unter dieser Ueberschrift gemachten Ausführungen in Nr. 327 liefen bei uns folgende Spenden ein, worüber hiermit danfend quittiert wird: Curt Weiß 150 000 m. Ungenannt 25 000 m. Ferner schenkte Herr Szymansti Schöneberg eine Bettstelle. Wetter für morgen. F Ter Bootsdicb als Verwandlungskünstler. Bei einem verdächtigen Handel in der Münzstraße wurde ein 24 Jahre alter aus Dresden gebürtiger Hans F. angehalten und festgenommen. Es zeigte sich, daß man in ihm den Mann gefaßt hatte. der in der Nacht vom 21. zum 22. Juni bei Erfner und Woltersdorf mehrere Boote gestohlen hatte, die aber von dem Reichswasserschutz wieder entdeckt und für die Bestohlenen beDie Berliner Börse blieb heute sowohl für den Effekten- fchlagnahmt wurden. Der Verhaftete gibt an, er fei der einzige wie für den Devisenverkehr geschlossen. Die Spekulanten Sohn eines Fabritbesizers, der zurzeit auf seinem Gut in Mecklenhelfen sich mit Kursen aus dem Auslande. Von dort werden weiter burg wohne. Er selbst trieb sich in Berlin umber und hatte bei einer Berlin und Umgegend. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, aber sinkende Marffurse gemeldet. Der Mittagskurs für die Dame" in der Mulachstraße Unterschlupf gefunden. Der Verhaftete sehr veränderlich, mit wiederholten leichten Regenfällen und mäßigen westMark in Basel ergibt eine Parität für den Schweizer Franken ist ein mittelgroßer Mann und trägt einen blauen Anzug. Er scheint lichen bis südwestlichen Binden. Don 58 823 gegen 57 100 bei Beginn des Geschäfts. den Verwandlungstünstlern zu gehören. Als man ihn nach der ersten Nacht aus dem Gewahrsam wieder vorführte, meldet folgende Bermittagsturse: 1 englisches Pfund 1620 000, war sein früher blondes Haar schwarz geworden, ebenso die AugenDanzig zu Groß- Berliner Parteinachrichten. 1 Dollar 330 000 bis 340 000, 1 holländischer Gulden 138 000 bis brauen. Um sich untenntlich zu machen, trägt er zumeilen auch eine 15. Abt. Die Genoffen treffen sich zur Wahrhilfe Sonntag früh 8 Uhr bei 139 000, Bolennoten 248 bis 258. Brille mit gelbem Hornrand. F. hat wahrscheinlich noch mehr BootsRunze, Aderstraße 49. Metallarbeiter! Geht zur Urwahl! Wählt Liste A Zur Verbandstagswahl der Metallarbeiter. Die Kommunistische Partei bietet alles auf, um den Deutschen Metallarbeiterverband zu erobern" und ihren Kandidaten Jakob Walcher an die Spize zu bringen. In einer Beilage der Roten Fahne", die zum Anschlag in den Betrieben bestimmt ist, werden die„ Dißmann, Urich und Konsorten" als Handlanger der Metallindustriellen und der Cuno- Regierung, als Schwindler, Arbeiterverräter und nochmals als handlanger der Scharfmacher verleumdet, die die Metallarbeiter von vorn und hinten betrogen hätten. Wer schimpf hat Unrecht! Die Dittatur, die die Kommunistische Partei über das Prole-| ausschuß ist angerufen. Wir wollen hoffen, daß es dem Schlichtungstariat erstrebt, muß sie zunächst als Dittatur über ihre Mitglieder ausschuß gelingt, eine friedliche Lösung des Konfliktes herbeizu durchsetzen, als Diktatur über die Gewerkschaften und damit über die führen. Die Lohnlommission. gesamte Arbeitnehmerschaft. Dieselbe Partei, tie in ihren eigenen Reihen cine Disziplin übt, wie sie nur noch von den Orgeschber= Neue Lohnvereinbarung in der Karosseriebranche! bänden übertroffen wird, bietet alles auf zur Verdrängung In der Verhandlung zwischen dem Kartell aller in der Wagender gewerkschaftlichen Disziplin, soweit sie ihrer partei- bau- und Karrosseriebranche beteiligten Organisationen und dem politischen Disziplin zuwiderläuft. Jegliches Vertrauen der Gewerk- Arbeitgeberverband der Wagenbau- und Karosseriefabrikanten wurde haftsmitglieder zu ihrer Organisation und deren Leitung wird von für die Zeit vom 18. bis einschließlich 24. Juli ein Lohn von insdem kommunistischen Anhang in den Gewerkschaften im Reime erstickt. Es gilt geradezu als Heldentat, die gewerkschaftliche gesamt 22 500 m. festgesetzt. Beide Verhandlungsfommissionen stimmten diesem Ergebnis zu. Disziplin zu brechen, zur höheren Ehre der kommunistischen Die Funktionäre aus den Wagenbau- und Karosseriefabriken werden Parteidisziplin. Die Kommunistische Partei wird ernten müssen, was Diese Stelle enthält ein gegen die Verbandsleitung gerichteter fie in den Gewerkschaften gefäet hat. Damit fommen wir aber um Montag 7% Uhr im Verbandshaus der Holzarbeiter, Rungestr. 30 Das Wagenbaufartell. Artikel von E. Melchte in der gleichen Nummer der„ Roten Fahne" die Tatsache der Lockerung der gewerkschaftlichen Disziplin nicht zu diesem Angebot Stellung nehmen. auf der vierten Seite ihres Hauptblattes, die nicht mit zum Anschlag herum. tommt. Wie groß ist das Unrecht erst, wenn derart geschimpft wird, wie es in dem Kommunistenblatt heute gegen unsere Genossen im Verbandsvorstand und der Berliner Ortsver waltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes geschieht! Der jüngste Streit der Berliner Metallarbeiter hat recht üble Auswüchse in dieser Beziehung gezeitigt. Wenn es schon so weit geht, daß die eigenen Mitglieder der Organisation in Verbindung mit unorganisierten inmitten eines schweren Streits ihrer Streifleitung in den Rücken fallen, wenn sie Dieser Spekulation der KPD.- Zentrale auf die Dummen stellen durch wilde Streifs in einzelnen Betrieben die taktischen Maßnahmen wir nur den Satz entgegen: An ihren Früchten sollt ihr der Streifleitung sinnlos und skrupellos durchkreuzen und von der fie erfennen!" Die Metallarbeiter- Zeitung" bringt dafür eine Organisationsleitung die nachträgliche Zustimmung zu ihrem Treiben lehrreiche Illustration durch die Gegenüberstellung einiger Ziffern über die Mitgliederbewegung in den kommunisti. shen Hochburgen des Verbandes und die in den„ reformisti shen Hochburgen des Verbandes und die in den„ reformistischen" Hochburgen des Verbandes. In den kommunistischen Hochburgen sieht es so aus: Essen begann 1921 mit 25 300 und hatte Ende 1922 noch 16780 Mitgl. Remscheid, 1921 17800 1922 " P " " " Solingen 1921 16860 1922 " " " " " 19 Suhl " 1921 1921 " 8225 9915 1922 19 " " 1922 13285 15853 5038 8500 29 " 12 " " " " " " Halle " Wie steht es dagegen in den reformistischen" Hochburgen? Dresden begann 1921 mit 38797 und hatte Ende 1922 47068 Mitgl. " 1921 1921 13 33 844 34582 1922 36 783 " " " " 1922 36 704 " 7 " " " " " Hamburg Leipzig „ Selbst Berlin, das gewiß in den letzten Jahren unter der wirtschaftlichen Ungunst am schwersten mit zu leiben hatte, hat unter feiner reformistischen" Führung seine Mitgliederziffer von 147 331 auf 153 043 fteigern fönnen." erpressen wollen, wenn Funktionäre einer anderen gewerkschaftlichen Organisation in den gleichen Betrieben sich dadurch in der Gunst der radikalen" Disziplinbrecher zu erhalten suchen, indem sie den organisierten Disziplinbruch gutheißen und sich mit den Disziplinbrechern solidarisch erklären, dann ist es höchste Zeit, dagegen Front zu machen. Verhandlungen im Hochseefischerstreik. Die Verhandlungen, die am Donnerstag im Reichsarbeitsministerium zur Beilegung des Hochseefischerstreits stattfanden, wurden, nachdem eine gewisse Annäherung der Parteien erreicht war, zunächst noch einmal auf die nächste Woche vertagt. Die Reeder wollen es bei der bisher üblichen prozentualen Fangbeteiligung der Besatzung belassen, nur wünschen sie, um die Kosten zu rer ringern, daß pro Befaßung je ein Mann eingespart werden soll. Die auf diese Weise bewirkte Kostenverringerung soll nicht unerheblich sein. Es muß aber zuvor noch die Seeberufsgenossenschaft ein Gutachten darüber abgeben, ob diese Einsparung nicht im Widerspruch mit den Unfallverhütungsvorschriften steht. tungsausschuß hat den Reichsarbeitsminister beauftragt, so schnell wie möglich die neuen Verhandlungen, die in Hamburg stattfinden, anzuberaumen, weil man, wenn auch in wichtigen Punkten noch teine Einigung erzielt ist, nunmehr doch mit einem pofitiven ReDer einzelne Disziplinbrecher fann gleich dem Streitbrecher, mit dem er auf einer Stufe steht, aus der Organisation ausgeschlossen werden. Dem Disziplinbruch als Massenerscheinung fultat rechnet. ist dadurch nicht beizukommen. Go unangenehm es auch sein mag, fich mit den kommunistischen Schwadroneuren, den Parteifanatikern und Demagogen der KPD. in den Gewerkschaftsversammlungen herumzuschlagen, so notwendig ist es geworden. Der SchlichZum Streit der Osenseher wird uns mitgeteilt, daß die Unternehmer der Provinz von. der beabsichtigten Aussperrung absehen wollen. Als Aussperrungserfaz sollen alle Ofensetzer am Die älteren überzeugten Gemertschaftsgenossen Sonnabend entlassen werden, angeblich, weil zurzeit für die müssen samt der Gewerffchaftspreffe belehrend und Provinz feine vereinbarten Löhne bestehen. Durch Gründe, die fo mahnend eingreifen, um die Nachläufer der Kommunisten von fadenfcheinig sind, läßt sich die Gewerkschaft nicht beirren. Auch ihnen zu trennen. Für die Befürworter des Disziplinbruches aber fann in der Gewerkschaftsorganisation fein Plaz sein. Niemand fann feiner Gewerkschaft und der kommunistischen Partei dienen. Das eine schließt das andere aus. Die Gewerkschaften müssen stets innerhalb des jeweils Diefe Zahlen beweisen, daß das Vertrauen zu der verleumdeten gegebenen wirtschaftlichen und politischen Rahmens die Lohn- und " reformistischer" Führung trotz alledem vorhanden ist und unter Arbeitsbedingungen zu verbessern suchen, Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, ihnen die Wege ebnen, kurzum auf dem Boden der gegebeihrem Banner die Mitgliedschaft gestärkt und gefestigt dasteht, wähnen Tatsachen wirken. Sie können sich unmöglich vor den Karren rend auf der anderen Seite die Arbeitermassen die kommunistische der sowjetistischen Außenpolitit spannen laffen, der im Nebel der Führung verlassen." Weltrevolution herumfährt, sich aber bei jeder Aftion festfährt und Ueberall da, wo die Kommunisten die Buppen tanim Dreck stecken bleibt. Wer auf die kommunistische Parteidisziplin zen lassen", wird die Einheitsfront der Arbeitnehmerschaft zer eingeschworen ist, ist Berächter und Verderber der gewerffchaftlichen rüttet, wird durch Aktionen", durch sinn- und planlose wilde Streifs Disziplin. Die Gewerkschaften müssen um ihrer Existenz und ihrer die Notlage der Arbeiter und Arbeiterinnen verschlimmert und ihre Aufgaben willen alles daransehen, der gewertjchaftlichen Widerstandskraft auf Jahre hinaus lahm gelegt. Disziplin die gehörige Geltung zu verfchaffen. Wer nicht will, daß den geschworenen Feinden der„ reformistischen" Gewerkschaften der Deutsche Metallarbeiterverband ausgeliefert wird, wählt morgen die Liste A mit dem Namen Emil Albrecht beginnend. Das ist augenblic lich die einzig mögliche, die deutlichste und beste Antwort! Gewerkschaftliche Disziplin. Jede Gewerkschaft muß von ihren Mitgliedern die frei willige Unterordnung unter die Verbandssagungen, die Berbandstagsbeschlüsse und die dementsprechenden Maßnahmen der Verbandszentrale und der Ortsverwaltungen, im Streiffalle der Streitleitung als selbstverständliche Berpflichtung erwarten und fordern. Denn ohne die Disziplin der einzelnen Mitglieder tann feine Gewerkschaft bestehen, vorwärtskommen und im Ernstfall mit einer geschlossenen erfolgreichen Kampfführung rechnen. Gemert fchaftlich geschulten Mitgliedern braucht man das nicht erst zu sagen. Allein unter dem Nachwuchs, den die Gewerkschaften in der Nachkriegszeit erfahren haben, gibt es leider heute noch eine ganze Reihe ungeschulter Mitglieder, denen der Begriff der gewertschaftlichen Disziplin ziemlich fremd ist. Für sie hat die Anforderung an Disziplin den alten militärischen Beigeschmad. Sie können nicht unterscheiden zwischen ber von brutaler Gemalt gestützten militärischen Disziplin, dem Kadavergehorsam, und der auf Einsicht und Erkenntnis wie auf der gegenseitigen Solidarität beruhenden gewert schaftlichen Disziplin. Der Streit der Buchbinderei- Werkmeister beendet! Nachdem die Werfmeister in den Berliner Buchbindereien in den Ausstand getreten waren, gelang es durch Verhandlungen mit dem Borsitzenden des Verbandes Berliner Buchbindereibefizer den Streit mit Erfolg zu beenden. Die Arbeitgeber erklärten sich nunmehr bereit, den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses vom 28. Juni anzuerkennen. Die Verhandlungen für den Monat Juli werden besonders geführt. Ernste Situation im Tapezierergewerbe. dieses neue Mittel wird seinen Zweck verfehlen. Schließlich sind es die Gesellen, die die Arbeit verrichten, und dem konsumierenden Publikum ist es ganz gleich, ob sie die Arbeiten dem Unternehmer oder dem Arbeitnehmer übertragen. In der heutigen Versammlung im Dresdener Kasino, Dresdener Streße, wird den Unternehmern die gebührende Antwort erteilt werden. Die Löhne in den Berliner Privat- Elektrizitätswerten stellen sich gemäß Vereinbarung zwischen den Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerfen der Provinz Brandenburg und dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer, Geschäftsstelle Groß- Berlin, für die Woche vom 16. Juli bis 22. Juli 1923 folgendermaßen: Gruppe 1 19 725, Gruppe II 19 105, Gruppe III 18 595, Gruppe IV 17 230, Gruppe V( mindererwerbsfähig) 14 595, Gruppe VI( Frauen) 11 920 m. Frauenzulage pro Woche 12 000 m. und Kinderzulagen 24 000 M. pro Kind bleiben bestehen. Achtung! Metallschleifer, Galvaniseure! Die Arbeiter der Firma Schneider u. Stahlberg, Berlin, Brinzenstr. 100, befinden sich wegen Lohndifferenzen im Streit. Vor Arbeitsannahme wird gewarnt. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Berlin. Angestellte der Branche Feinmechanik und Opüt. In den gestrigen Verhandlungen wurde vereinbart, daß alle Angestellten bis spätestens 24. Juli eine Borabzahlung auf das noch endgültig zu regelnde Juligehalt in Höhe von zwei Juligehältern zu bekommen haben, ohne Anrechnung evtl. bereits gewährter BorSchüffe. Am 27. Juli sollen die Juligehälter, mit einer Wertbeständigteitstlaufel versehen, festgelegt werden. Zentralverband der Angestellten. Theater der Woche. Vom 22. bis 30. Juli. Deutsches Bon der Lohnfommission der Tapezierer wird uns geschrieben: Die Lohnverhandlungen im Tapezierergewerbe scheinen nach zweimaligen Berhandeln durch das Verhalten der Unternehmer mit ernsten Differenzen zu enden. Das am 17. Juli gemachte Angebot von 15 800 Mt. für diese Woche wurde von den UnterBolfsbühne: Sopfenraths Erben. Schauspielhaus: Die Freier. nehmern als lezzies und unabänderliches" bezeichnet. Der EntRammerspiele: Die Lugusfrau. wickelung der Teuerung gemäß und entsprechend der Löhnen anderer Deutsches Theater: Schneider Wibbel. Theater in der Königgräger Straße: Die 1. Teil. wunderlichen Geschichten des Rapellmeisters Areisler. Dasselbe. Berufsgruppen mußte die Lohnkommission dieses Angebot im Inter- effing- heater: Riebesstreif. esse der Kollegen mit Entschiedenheit zurückweisen. Diese Zurück- 2 Teil. Schiller. Deutsches Opernhaus: Der Günftling, der Zarin. Senes Großes Schauspielhaus: Die Frühlingsfee. weisung war den Herren Grund genug, sich an dem Wortführer der Theater: Güße Sufi. Volkstheater: Bater und Gohn. Die Tribüne: Die Hose. Arbeiterfommission zu reiben. Die Verhandlungen wurden vertagt Künstlertheater: Die Tugendprinzeffin. Komödienhaus: Die Causa Raiser. und sollten am Donnerstag fortgefekt werden. Es tam zu feinem Berliner Theater: Mädi. Trianon- Theater: Totentonz. Resibenz- Theater: Bentral- Theater: Die Räuber. Theater in ber Stomman Ergebnis. Die Bedingung, eine Verhandlung nur dann stattfinden Die Entlassung. Friebrich Wilhelmstädtisches Theater: Die blonde zu lassen, wenn der Wortführer der Arbeiterfommission nur als bantenstraße: Tauroggen. Komische Oper: Der Gauklerfönig. Metropol Theater: Die Schönste Thaliastummer Diener daran teilnimmt, mußte von der gesammten der Frauen. Renes Operettentheater: Ratja, die Tänzerin. Theater am Rollendorfplag: Mein Freund, der Kommission abgelehnt werden, da auch nicht der geringste An- Theater: Die Bachantin. Theater bes Westens: Das Dreimäderlhaus. Aleines Theater: Labn Während früher in den Mitgliederversammlungen der Gemert- laß vorhanden ist, der den Herren die Berechtigung zu einem der Satai. Windermeres Fächer. Wallner- Theater: Des Königs Nachbarin. Intimes schaften unser Disziplinbegriff gelegentlich erläutert und durch gute artigen exorbitanten Verla igen gibt. Die Herren müssen sich schon Theater: Diplomat im Dienſt Der blaue Bnjama. Der Geldbrieftrüger. Rafino Theater des Dfiens( Nose- Theater): Li oder Lu. Beispiele bestärft wurde, sahen und hörten die neuen Mitglieder damit abfinden, daß sie nicht vorschreiben können, mer von den Männer. Neues Theater am Roo: Der Leibkutscher des in den Betriebs, Branchen- und Funktionärversammlungen, daß Arbeitern an der Verhandlung teilnimmt und was sie ihnen zu heater: Heiraten mußte. Fridericus Reg. Theater em Kurfürstendamm: Die Dame mit dem Monokel. Bollsbühne. 22. und 29. La gerade den Rednern am lautesten zugejubelt wurde, die die gemerf- sagen haben. Nachmittagsvorstellungen: Zweistündige Verhandlung führte nicht zu einer schaftliche Disziplin anfochten, mit Füßen traten und sie fyftematisch| Aenderung ihres Standpunktes. Die Herren versuchen nunmehr Traviata. untergruben. Die Kommunisten betrachten diese Bersehungs- durch Vorschüsse, an denen sie die Arbeiter nicht mitwirken ließen, Berantwortlich für Politit: Bictor Schiff, Berlin; Birtſchaft: Artur Sateenus, J. Steiner, Berlin: Feuilleton: arbeit als notwendig im Intereffe ihrer politischen Partei. Das ist die Arbeiter in den Betrieben zu födern. Wir haben die Ueber- Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: ja das Merkwürdige dabei, daß die kommunistischen Verächter und zeugung, daß diese Borschüsse feineswegs genügen, um die Teuerung Dr. John Schikowski, Charlottenburg; Lokales und Sonstiges: Willy Möbus, Berlin- Pantow; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Zerstörer der gewerkschaftlichen Disziplin aus Disziplin auszugleichen und haben unsere Kollegen die Borschüsse mit äußerster Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchbeu teret handeln, aus fommunistischer Parteibisziplin. Vorsicht und unter Vorbehalt anzunehmen. Der Schlichtungs- und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GB. 68, Zindenfirage 3. Wanzen Motten, Läuse samt Brut kann jed. Laie in 3 Std. durch apparateloses Linksol selbst radikal beseitigen. Erhältl. in all. Drogerien. Generalvertreterlager: Friedrichstraße 24. Bettwäsche Greifen Sie zu! Trog gewaltiger Steigerung, da riesiger Borrat, sehr billig: Bettbezug 160 000, 185 000, 225 000 usw. Stiffen 38 000, 52 000, 65 000 ufm. Laten 75000, 108000, 128000 uim. Sandtücher 15 000, 22 000, 29000 ufw. Bettgarnituren, bunte Be züge, Inlette, Tischtücher, Damaste, Heberlaten, Kaffeedecken usw. Biffe überzeugen Sie fich vor Eintauf bei uns! Reste- Haus Ratte. C. Pelz Wertbeständige mündelsichere 5% ige Roggenwertanleihe des Freistaates Sachsen Kottbaser Str. Anzugstoffe Kostümstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Mäntel, Kostume Röcke 2% Rabatt! Kabl& Kupferberg, Bettwäschefabrik ferate im Juvelidenstr. 6, Ede Bergstraße ( Nähe Stettiner Bahnhof) Bitte genau auf Hausnummer achten! Vorwärts fichern Erfolg! Alt- MetallBÜCHER GESUCHT Ankauf Wir sind ständige Abnehmer von artiquarischer. besonders sozialistischer Literatur. zu höchft. Preisen Curow, Neukölln Jonasfit. 68 an der Bergstr. 2 Min. vom VERLAG DER NEUEN GESELLSCHAFT Bahnh. Neukölln W. 15, Sächsische Str. 7- Pfalzburg 5140. Tel.: Neut. 4497 über 250 000 Zentner Roggen Zinstermine 31. März u. 30. September. Ab 1928 in längstens 50 Jahren zu tilgen. Verzinsung und Rückzahlung zum jeweiligen Roggenwert. Stücke zu 1/2, 1, 2, 5 und 10 Zentnern. Zinsbeginn 1. Oktober 1923. Zeichnungspreis 725000 Mark für den Zentner Zeichnungen vermitteln vom 23. bis 28. Juli sämtliche Banken, sowie die sächsischen Spar- und Girokassen. Vorzeitiger Schluß der Zeichnung und Zuteilung bis zu insgesamt 500 000 Zentner vorbehalten. Sächsisches Finanzministerium. 192/14 Sächsische Staatsbank. Volkskleidung Hosen Gummimäntel Sport- Anzüge Manchester u.Loden Hemden, Socken Unterhosen Berufskleidung Gute Ware! Billigste Preise! Gerh. Kohnen Neukölln Hermannstr. 76/77. Nur bei Erich Schulz Neukölln Kais.- Friedr.- Str. 220 a.d.Weichselstr. kaufen Sie heute noch gut und preiswert Strumpfwaren Trikotagen Wollwaren Badetrikots Badekappen Damenschlüpfer Wolle Nähgarne * Flatow Betriebsrätegesetz Neu 13. Aufl. 126-130000 募 Der unentbehrlichste in der Praxis laut Fachkritik der beste Kommentar * geb. 6. brosch. 4.× Schlüsselzahl d. Buchhdl. Buchhandlung Vorwärts Lindenstraße 3 梯