Abendausgabe Nr. 34440. Jahrgang Ausgabe B Nr. 172 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in ber Morgenausgabe angegeben Rebaffiou: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 1000 Mark Mittwoc) 25. Juli 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Beclag Gmbs. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Jernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Belgisch- französische Gegensätze. Zur Rheinlandfrage. Ein rheinischer Genosse schreibt uns: Gestern fand auf dem Landsiz Millerands ein 1920 ab gemeinsam mit der großindustriellen nordfranzösischen Das Schredgespenst der Rheinischen Republit" ministerrat statt, vermutlich der letzte vor der Ueber- Empain- Gruppe, nachben für diese Expansionszwede eine teson geht neuerdings wieder um. Mießmacher von Beruf, freiwillige reichung der französischen Antwort auf die englischen dere Bant, die Union Européenne, gegründet worden war, die mehr. -gutbezahlte und unfreiwillige Agenten der französischen Dokumente, da die nächste Kabinettsjigung erst am 2. August heit der Prager Eisenindustrie, der Bankrac- Gruben, der Habecz- Regierung und ganz Hellhörige, überbieten sich gegenseitig stattfinden soll, während die englische Regierung spätestens Kraiowec- Stahlwerte, weiter, auf dem Wege über die Prager in dunklen Prophezeiungen. Und Ueberängstliche deren in dunklen Prophezeiungen. Und Ueberängstliche bis zu diesem Termin auf eine Antwort rechnet. Da auch Zivnostenska Bant, derjenige der Beitscher Magnefit- Werte und gibts im Rheinland selbstverständlich auch hören die Unten Poincaré auf einige Tage auf Ferien geht, ist offenbar aus endlich die Mehrheit der Gruben- und Eisenwerke des früheren Tage. Aber mehr noch als von einer kleinen Zahl im Rheinund sehen für heute, spätestens für morgen, den Abend aller Der geplanten Unterredung zwischen Theunis und ihm nichts Erzherzogs Friedrich in Mährisch- Ostrau in französischen Befiz ge land selbst, scheint in andern Kreisen drüben im unbefetten geworden. Diese Absicht dürfte aufgegeben sein, nachdem bracht. Zu der Einflußnahme größten Stils in der Tschecho: Gebiet bas Schicksal der Rheinlande, der Pfalz, des Hessenes sich herausgestellt hat, daß die Meinungsver flowakei, die das Kernstüd der Stahl- und Eiſenindustrie des Gebiet das Schicksal der Rheinlande, der Pfalz, des Heffenfchiedenheiten zwischen Brüssel und Paris Landes umfaßt, tam die Einflußnahme auf die Huta Bantowa- landes und der Gebiete an der Ruhr mit einem gewissen Fa doch zu erheblich sind, daß eine gemeinsame französisch Werke in Bolnisch- Schlesien. Anschließend wurde durch die schon deutete allerdings eine Gefahr, riesengroß und von unabsehtalismus betrachtet zu werden. Wenn das so wäre, das bebelgische Antwort an England nicht erfolgen tönne. Die genannte Union Européenne Hand auf die Ungarische Allge- deutete allerdings eine Gefahr, riesengroß und von unabsehBarifer Regierungspresse, die sich in den letzten sechs meine Kreditbank und damit auf die öffentlichen Arbeiten in un baren Folgen. Vor allem deshalb, weil damit die Widergebaren Monaten stets bemühte, diese Gegensäge als harmlos hinzu garn, in Jugojlamien, ebenso auf die Kroatische Generalspartasse standskraft an der unmittelbaren Front bedeutend geschwächt stellen, zählt jetzt die Buntte ganz offen und ausführlich auf, gelegt und auch in Ungarn mittels besonderer Gesellschaften In- würde. Das theinische oẞit tann feine Aufgabe nur lösen, in denen die französische und belgische Politit voneinander beressen gewonnen. wenn die ganze deutsche Welt geschlossen hinter ihm steht. abweichen. Insbesondere tritt Belgien für die Annahme des Die Invasion der franzöfifchen Schwerindustrie ist keineswegs an Rhein und Ruhr lehnen die Anbiederungsversuche der Darüber bestehen feinerlei Zweifel mehr: die Werttätigen deutschen, bzw., englischen Vorschlages der Ernennung eines abgeschlossen und bemeist nur, daß die franzöfifche Idee der Franzosen auch heute noch mit der gleichen Entschiedenheit Sachverständigenausschusses ein, ebenso neigt es feinen Entente absolut nicht nur der Sicherung Frankreichs, ab, wie am ersten Tage. Die freien Gewerkschaften zur Revision des Londoner Zahlungsplanes sondern vor allen Dingen feiner mirtschaftlichen Erpan haben noch vor wenigen Tagen mit aller erwünschten Deut Dom 5. Mai 1921 und auch in der Frage der staffel. fion dient. Lehrreich auch für die deutsche Arbeiterschaft, lichkeit herausgestellt: für uns gibt es feine rheinische Frage! weisen Räumung des Ruhrgebietes scheint Theunis die im Ruhrgebiet im Kampf gegen den französischen Imperialismus b. h., das rheinische Bolt ist nicht gewillt, auf fremdes Geheiß weit mehr entgegenkommen zu wollen als Poincaré. Baldwin jagte gestern auf einem Festessen der Lon- steht und die niemals verkennen darf, daß, wenn sich die an und oder unter militärischem Diktat irgendeine staatspolitische boner City zu Ehren des amerikanischen Finansstaatssekretärs ständigung so vollzieht, daß Franfreichs Wirtschaftsinteressen in historische oder politische Notwendigkeiten gewisse Umfor für sich durchaus notwendige deutsch- französische Wirtschaftsver Aenderung mitzumachen oder gar herbeizuführen. Wenn Mellon, er hoffe auf den Erfolg seines Schrittes; die euro- der rheinisch- westfälischen Montan- und Eisenindustrie ausschlag mungen bedingen- worüber sich streiten läßt, dann wird päischen Angelegenheiten wären jahon längst geregelt, wenn gebend find, gerade die rheinisch- westfälische Arbeiterschaft die Kosten das zu gegebener Zeit aus eignem Antrieb und gestützt auf die man fie Geschäftsleuten überlassen hätte. des Wirtschaftstrieges bezahlen wird, die eine solche Expansion, wie eigene Kraft erfolgen. sie die französische Schwerindustrie gegenwärtig betreibt, unbedingt mit sich bringen muß. Lloyd George fritisierte scharf die französische Bolitit, die den Frieden verhindere, und befürwortete den Eintritt Deutschlands, Rußlands und der Vereinigten Staaten in den Bölferbund. Die französischen Stinnesse. Wovon Poincaré nicht sprach. Die rheinisch- separatistische Agitation hat gewiß einige Vor alben Dingen hätte Herr Poincaré am Sonntag Gelegen haben die französischen Agenten auf gewisse Kreise einigen Erfolge gehabt. llebeschadet von irgendwelchen Strupeln heit gehabt, seine Antitrustrede auch gegen die französischen Unter- Eindrud gemacht. Die tleinbürgerlichen Eristennehmungen zu richten, noch dazu, wo ihm wohl bekannt sein wird, zen, denen der Umsturz am wehesten tat, weil er sie aus daß es in Frankreich Dugende von tleinen Stinneffen ihrer spießbürgerlichen Geruhsamteit auffcheuchte und an den gibt. Und wenn. man die Worte Poincarés am Sonntag prin Grundmauern ihres parasitären Lebens ernsthaft rüttelte, ersipiell werten darf, wenn er tatsächlich der Antitrustmann ist, hoffen von einer grün- weiß- roten Republik die Erlösung Die Rede gegen die Berirustung der rheinisch westfäli ber in den industriellen Zusammenballungen eine europäische Ge-fen Industrie, die Herr Poincaré gelegentlich der am verflosseten fahr sieht, warum legt er sich nicht die Frage vor, welche Urbon allem Uebel. Es winft, jo meinen sie, der Franken und Sonntag fällig gewordenen Denkmalseinmeihung in Billers- Cotterets fachen die Vertruftung in Deutschland erst ermöglicht habe? Die völlige Befreiung von irgendwelcher staatlichen Bevormun oie der bekannte Wirtschaftspolitiker Francis Delaifi im man gilt befonders für die Ronzentration der Stinnes Ge Eigentum frei verfügen zu können, und vor allem frei zu wergehalten hat, bekommt ihren pikanten Reiz durch eine Artikelferie, Ronzentrationen sind bei uns oft wahl- und ziellos erfolgt. Das bung. Dh, welch ein Glück, einmal wieder ungehemmt von Wohnungs, Mieteinigungs- und Pachtamt über„ fein" chester Guardian Commercial" veröffentlicht. Delaifi fonstatiert fellschaft. Es hat bei diesen wirtschaftlichen Kombinationen oft den von der Berantwortung für die Schäden, die der jezige nichts mehr und nichts weniger als die große Invasion, die die per 3wang vorgeherrscht, die wertios werdende deutsche Paviermart Staat durch die Schuld des früheren nun gutzumachen hat. französische Schwerindustrie in Ausführung der Politit des unterzubringen. Das war nur möglich infolge der deutschen InComité des Forges in Berbindung mit einer Bantengruppe, an deren flation und angesichts dieser hat Herr Boincaré nur alle liriache, Das find Beweggründe des nacktesten Egoismus. Epiße die Union Parifieme steht, auf dem Kontinent planmäßig fich an die Brust zu schlagen. Ohne die Biderfinnigkeiten des Ber. In der Hauptsache sind es Kleinbürger, Mittelunternommen hat. Dadurch ist vorerst mal der größte Teil der failler Bertrages, die so ungeheuerlich find, daß die Entente es ständler, Hausbesizer, einige Bauern in der schmerindustriellen Unternehmungen der Nachfolgeftaaten der öfter nicht magie, fie überhaupt zu verwirklichen, ohne die übertriebenen hinteren Eifel, ein paar Beamte und ganz verschwindenreichisch ungarischen Monarchie in franzöfifche Hand gekommen, Forderungen bes Diftats von Spa, ohne die Absurditäten des dem Maße hier und da an der Peripherie auch Arbeiter, die 3. B. die österreichischen Berg. und Hüttenwerte mit ihren Londoner Zahlungsplanes, ohne die Ruhrinoasion, die den fich der Bewegung angeschlossen haben. Man hört davon, Hochöfen und Stahlwerken in der Gegend von Teschen, die befann Dolarpreis in Deutschland in den Millionenzahlenraum frieb, hätte daß auch Industrielle, Kaufleute ufm. der Bewegung nicht ten Stoba- Werte in Bilfen und die Rufton- Bromowski- Berfe. Die Martentwertung, weil in der deutschen Wirtschaft für das Aus unsympathisch gegenüberstehen. Positive Unterlagen dafür Während die genannten Unternehmungen allein durch Schneider maß feinerlei hinreichende Begründung vorhanden ist, niemals das sind nicht vorhanden, wenn man sich in den Reihen der Creusot gefchludt worden sind, hat diese Großunternehmung von gegenwärtige Tempo annehmen fönnen. Arbeiter auch nicht einen Augenblid darüber im unflaren ist, daß im Falle der Verwirklichung der separatistischen Pläne auf weite Unternehmerfreife abfolut fein Berlaß wäre. Der Eigner haben sich noch nie durch staatspolitische Rücksichten wesentlich beeinflussen lassen. Jedenfalls- darüber fäuscht BIB. erhält von zuständiger Stelle folgende Mitteilung: man sich auch in französischen Kreisen nichtsteht die große Durch ein Schreiben an die Spizenverbände des Handels und und Unebenheiten ausgeglichen, insbesondere find gewiffe Beschrän- Masse der Bevölkerung aus wirtschaftlichen und politischen ber Industrie vom 20. Juli 1923 hatte der Reichswirtschaftsminister fungen der Balutafpekulationsverordnung für das Saargebiet Ueberlegungen und aus innerer gefühlsmäßiger Abneigung bei Inlandsgeschäften im Großhandelsverbehr weitergehend in Wegfall gekommen. Weiter fann auch ber inländische Annon.bem Liebeswerben der Franzosen und ihrer charakterlofen, als bisher 3 ahlung in ausländischer Währung zugelaffen. cen alquifiteur einer ausländischen Zeitung für die Inserate bezahlten Subjekte fühl bis ans Herz gegenüber. Wenn auch Dieses Schreiben findet jegt in einer zur Veröffentlichung gelangen in dieser Zeitung ausländische Zahlungsmittel in Bahlung nehmen. die Rolle der größten und einflußreichsten Partei, des ben zweiten Wenderung der Ausfuhrbestimmungen zur Zentrums lange Zeit als unflar gelten mußte, so darf Balutafpetulationsverordnung feinen gesetzgeberischen Niederschlag. Diese neue Verordnung bedeutet nur die gefeßliche Fest- Doch wohl die von dort drohende Gefahr als gebannt be Borerft bis zum 15. Auguſt trachtet werden. legung einer tatsächlich schon vollzogenen Entwicklung, zu der Bielleicht darf auch das Berbot des Ratohliten. wir im Leitartikel der gestrigen Dienstagabendausgabe tags in Köln durch die Interalliierte Kommission unter Stellung genommen haben. Dort ist bereits bekannt, daß dem Gesichtswinkel betrachtet werden. hierdurch die Nachfrage nach Auslandsgeld mur ungeheuerungenügendes Verständnis", vielleicht die Gefte der Gleich Es ist Strafe für Einfuhrwaren und Baren, die überwiegend aus Einfuhrwaren berpergrößert und von der Reichsregierung die vollige gültigkeit, nachdem die Hoffmung auf den rheinischen Ratho gestellt sind, wenn der Zahlungsempfänger eine Handelstammer Auschaltung der Mart aus Deutschland nicht nur figismus getrogen hat. bescheinigung befibt oder sich schriftlich verpflichtet, die Devisen binnen eingeleitet, sondern gleich ziemlich weit getrieben wird. zwei Wochen an die Reichsbant oder den Besitzer einer Handels. Unsere Forderungen zur Rettung vor der Katastrophe tenninis tamen; es hätte aber bazu nicht einmal der EntDie Franzosen haben lange gebraucht, bis sie zu der Erfammerbescheinigung weiter zu geben. Der Zahlungleiftende hat sind in dem gleichem Artifel gestern erhoben. Abschrift der Erklärung der Devisenbeschaffungsstelle in Berlin täuschung beim Zentrum bedurft, wenn man auf die N. 7, am Weidendamm 1a, einzusenden. Ein Erwerb aus. Fortgesetzte Devisenpanik. Stimme der Arbeiterschaft gehört hätte. Wie ein ländischer Zahlungsmittel gegen Reichsmart oder Wertpapiere, die Fels im brandenden Meer steht seit Beginn der Besetzung auf Reichsmart fauten, zur Bezahlung solcher Waren ist ver. die sozialdemokratische und freige wertschaftZulaffung von Auslandswährung. Bei gewiffen Inlandgeschäften. dürfen im Großhandelsverkehr in ausländischer Währung bezahlt werden unb insoweit jeder Woche für die lektvergangene Woche an die Devisenbeschaffungs. Expansionsdrang des Kapitals und die Gewinnfucht seiner stelle einzufertben hat. Daneben sind in der Verordnung noch eine Reihe anderer Erleichterungen gewährt Dollar in Danzig 560 000 bis 600 000. boten. Weiterhin ist zugelaffen, daß ein Einzelhändler, Die erhöhte innerpolitische Spannung übte einen starten Einliche Arbeiterschaft. Unbeirrt und unbetörbar prallt alles der von Ausländern, die im Inland feinen Bohnsih haben, fluß auf die Kursbewegung der Mart aus. Bereits an der geftrigen an ihr ab und bringt fie große persönliche und materielle für Barenlieferungen ausländische Gebsorten erwirbt, diese nach New Dorker Börse trat ein scharfe: Rückgang des Markturses ein. Opfer. In ihrem Bann steht vom ersten Augenblick ab bie Umwandlung in Devisen in gleicher Weise in 3 ahlung gibt heute vormittag wurden aus Danzig Dollarturie 560 000 bis christliche Arbeiterschaft auf die die Politik des Zen600 000 gemeldet. In Berlin fand heute ein offizieller trums mehr Rücksicht nehmen muß, als offen und gerne zuvon der Ablieferungspflicht entbunden Devisenverkehr statt. Die Meldungen von den Auslandsbörsen riefen gestanden wird, und die Kommunisten haben nach jedoch eine ftürmische Nachfrage nach mertbeständigen An- anfänglichem Baudern und nach Ueberwindung phantastischer wird. In Berbindung hiermit steht die Bestimmung, daß, wer als leihen, insbesondere Dollarschazanweisungen sowie nach Baluten Gewaltpläne ebenfalls die allein mögliche Linie der beExporteur ober auf Grund von Einfuhrgeschäften, Einfuhranfchluß- und Kolonialwerten hervor. Auch der übrige Effeftenmarkt zeigte dingungslosen Ablehnung gefunden. Das ist die Front, die geschäften, Ausfuhrvorgeschäften, der vorstehend bezeichneten Gein Anbetracht der rapid fortschreitenden Martentwertung eine auße: fich den französischen Agenten und ihren Subjeften entschäfte, oder mer als Spebiteur ausländische Zahlungsmittel oder ordentlich feste Tendenz. Die Umsätze maren jedoch nicht besonders gegenstellt. Forderungen in Zahlung nimmt, alle Eingänge oder Abgänge an groß. Die Geldmarktlage hot fid) erneut verschärft. Es wurden folchen Zahlungsmitteln oder Forderungen unter genauer Angabe für tägliches Geld, sofern folches überhaupt erhältlich ist, 1-2 Pro3. gesteckten Ziel, das nicht erst jetzt, sondern seit je ihre Politik Die französischen Imperialisten werden von dem einmal bes Bertragsgegners und des Tages des Einganges und des Ab- gezahlt. 3m weiteren Berlaufe tefestigte sich die Tendenz noch beherrscht, nicht lassen. Sie werden weiter mit der an ihnen gangs fortlaufend in ein besonderes Devisenbuch aufzuzeichnen mehr. Es waren auf der ganzen Linie bedeutende Kursbewundernswerten Zähigkeit versuchen, den Rhein zur und eine Abschrift der Aufzeichnungen bis zum Sonnabend steigerungen zu verzeichnen. politischen Grenze und das Land und Volt auf bem Hnfnt Ufer sich botmößig zu machen. Aber so, wie es sn naiven Gehirnen spukt, kommt die„Rheinische Republik" nicht. Sie wird nicht„ausgerufen", wie D o r t e n es ein- mal vor drei Jahren versuchte und was mit einer Riesen- blamage für ihn endete: und ein S m e e t s, dieser kleine Mann mit dem noch kleineren Gehirn hat schon lange nicht das Format zum Siaatsstreichler. Wenn Frankreich in seiner Verblendung den Streich einmal wagen sollte, dann wird er mit einem offenen f r a n z ö s i s ch-m i l i t ä r i s ch e n Putsch verbunden sein, der gleichzeitig eine Seitendeckung nach Süden und Norden zur Voraussetzung hätte. Denn England so wenig wie Italien werden aus staatspolitischen und wirtschaftlichen Erwägungen der östlichen Erweiterung Frankreichs auf dem europäischen Kontinent ruhig zusehen können. Damit ist schon lange leise angedeutet, in welch ungeheurem Maße die„rheinische Frage" eine europäische ist, deren Lösung von allen vernünftigen europäischen Politikern in der Herstellung des Zustandes von vorher gesehen werden muß. Die französische Regierung wird selbstverständlich die von ihm ausgehaltenen Organisationen und Subjekte in dem ihr geeignet erscheinenden Maße weiter verwenden. Es soll auch auf Pariser Einflüsse hin eine engere Verbindung zwischen der Dorten- und Smeetgruppe hergestellt worden sein; im Lager der Separatisten herrschen aber gegenwärtig so starke Unstimmigkeiten, daß eine aktive Handlung kaum mög- lich sein wird. In der„Rheinisch-republikanischen Volkspartei" haben einige Streber die Krankheit ihres Führers Smeets benutzt, um selbst an die Spitze zu kommen und gegenwärtig führt der kleine Mann einen erbitterten Kampf gegen seine Widersacher in den eigenen Reihen, der alle Kräfte absorbiert. Man re- galiert sich mit Liebenswürdigkeiten derart, daß es selbst dem gewiß nicht feinfühligen Poincar6 fraglich erscheinen dürfte, ob solch« Männer als die geeigneten Repräsentanten des fran- zösisch-rheinischen Gedankens moralisch oder materiell unter- stützt werden könnten. Es wird ein Augenblick kommen, in dem über diese Zusammenhänge mehr gesagt werden muß: vor allem auch über einige merkwürdige Erschemungen, die bei dem seinerzeitigen Attentat auf Smeets und der Untersuchung gegen den Täter, den man noch nicht packen konme, zu beobachten waren. Es ist so: die Gefahr im Rheinland ist keineswegs ge- bannt. Es besteht aber durchaus kein Anlaß zur Nervosität, wenn auch alle Vorgänge mit größter Aufmerksamkeit ver» folgt werden müssen. Das rheinisch« Proletariat st e h t f e st! So sehr eine Verbindung kulturpolitischer und wirtschaftlicher Art mit dem französischen Volke von der rhei- nischen Arbeiterschaft gewünscht wird, so entschieden lehnt sie die imperialistischen Bestrebungen der französischen Militär- parte! ob. Gegen diesen entschiedenen Willen werden die Separatisten sowohl als auch ihre Auftraggeber vergebens anrennen. �usraubung ües Rheinlanües. Mainz. 25. IiiÜi.(25133.) Die Franzosen haben aus der R e i ch s b a n k, die sie bereits seit längerer Zeit besetzt halten, das varyondene Geld geraubt. Wie es heißt, wurden die Tresors unter Leitung von Pariser Spezialisten mittels Sauerstoff- apparaten und Picken aufgebrochen. 25 bis 50 Milliar- den. wurden auf Lastautomobilen weggeführt. Essen, 25. Juli.(UT.) Vor dem französischen Militärpolizei. gericht in. Werden stand der Kassierer der Essener. Reichs- bank S ch ü d e r, der dem Besetzungskommando, als dieses von ihm die Schlüssel zum Tresor verlangte, einen falschen Schlüssel gegeben hatte, dessen Anwendung emen Mecha- n-i 6 M u s an dem Schloß in Tätigkeit setzte, so daß es bisher trotz aller Anstrengungen nicht hat geöffnet werden können. Der Angeschuldigt« gab rückhaltlos zu, diesen das Schloß zerstö- r c n d e n Schlüssel im Bewußtsein der Tragweite seines Z3er- Haltens den Franzosen gegeben zu haben. Das Kriegsgericht ver- urteilte den Reichsbankkassierer zu zwei Monaten Geföng- 'i i s und 5 Millionen Mark Geldstrafe. -----------------------» prinzeffmnenliebe und Korvettenkapitän oder Meineiüig, aber üoch Jungfrau. (öS. Fortsetzung eines Hintertreppenromans.) LXXV. Kapitel. Mit kreidebleichen Augen erhob sich Prinzessin Margarete. Tatenstill summten die Fliegen im Gerichtssaol, während ihre kussigen Lippen tiefbewegt flüsterten: „Ehrhardt war tot. Er hotte seinen Namen abgelegt. Er war nun ein anderer Mensch. Es lebte nur Herr v. Eschwege." Tieferschütterten Ohres lauschten die Richter dem angetlogtischen Vorbringen. So hotte die Prinzessin dereinst auch dem betroffenen Untersuchungsrichter zornmutig ins Gesicht geschleudert, daß es einem Wesen ihres Standes nicht zukäme, Eide zu schwören, namentlich keine wahrheitsgemäßen. Und als der plebesische Wicht sich kleinlaut auf die Weimarer ZZerfosiung berief, nach welchem Machwerk alle Slandesunterfchiede ausgehoben seien, hatte sie ihm mit zornbeben. dm Lippen das Buch entrissen und vor die entsetzten Füße ge- schleudert.*....:. „Ich werde meinen Beichtvater um Rat fragen." Gellend schnitt dos Wort durch die schaurige Stille des Gerichts- zimmers. Zwei Rächt« lang beichtete die Prinzessin ihrem Beichtvater, der, wie der scharfsinnige Leser bereits erraten hat, kein anderer ist als der Held dieses Rcmans. Was m dieser Zeit von den beiden be. sprechen wur>. erfuhr kein Mensch außer dem Rechtsstudenten Liedig, dm der galant« Beichtvater ab und zu zur Unterstützung heranzog. Am dritten Morgen ober erhob sich die Prinzessin, trat vor den Untersuchungsrichter und beschwor finstern Hauptes die Worte: „Ich kenne keinen Ehrhordt mehr, ich kenne nur noch v. Esch- rege." Hohnlachend rauscht« sie auf dunkeln Fittichen hinaus. Der kopfschüttelnde Untersuchungsrichter ober starrte auf«inen Zettel, den ihm eine unbekannte Judashand in die Akten ge- schmuggelt hatte: ,.Eichmann--v. Eschwege, v. Eschwege�Ehrhardt. Sind zwei Größßen einer dritten gleich, so sind sie auch unter einander gleich." Der Untersuchungsrichter grübelte mit gerungenen Fäusten. Denn fertigte er den Haftbefehl gegen Eichmann aus. UXX Vi. Kapitel. In rascher Fahrt, die zwei Hühnern das Lebenslicht kostete, hatte sich unterdessen das Polizeiautomobil dem lieblichen Städtchen Kernrod« genähert. Jetzt hielt es vor der durch anmutigen Kam- Tätigkeitsbericht der Koblenzer Degoutte-Filiale. Paris, 25. Juli.(Eca.) Nach einer Mainzer Meldung des „Echo de Paris" hat die Rheinlandkommission 630 Eisenbahubeamle und Arbeiter, sowie 65 andere Beamte und Personen ausgewiesen. Außerdem wurden 11 Zeitungen und Broschüren im besetzten Gebiet verboten. Esten, 25. Juli.(WTB.) Wie die„Rhemisch-DestfäLsche Presse" aus Bochum meldet, wurde der Direktor Schreiber vom Bochumer Verein von den Franzosen verhastet. Schreiber ist schweizerischer Nationalität. französische Militärflieger über Teutschland. Paris, 25. Juli.(Havas.) An dem Gotenburger Flug» zeugwettbewerb, der am 4. August beginnt, werden drei bis vier Militärflugzeuge teilnehmen, denen auf Grund des 8 200 des Friedensvertrages das Ueberfliegen von Deutschland gestattet werden muß. Möbel als Brennholz. Trier, 28. Juli.(MTB.) Aus den neuen Bauten der Bau- genossenschaft wurden die bereits dort lagernden Tischler- arbeiten von den Franzosen herausgeholt und als Brennholz verwandt. Die Schuldigen heulen! Der Mord von Frankfurt bietet den Beschützern der R a t h e n a u- und Erzbergermörder ein gefundenes Fressen. Im Chorus schreien sie jetzt über die Gefährlichkeit der sozialistischen und kommunistischen Demonstrationen, und diejenigen, die über das„Attentat mit der Klystierspritze" höhnten, führen den tollen Reigen an. Die ganz einfache und selbstverständliche Verurteilung, die der„Vor- wärts" dem Totschlag im Westen Frankfurts zuteil werden ließ, bezeichnet das Organ der Bündler für hohe Brot- und Butterpreise als„Krokodilstränen" und leistet sich dazu diesen Erguß: Rein, Ihr Herren Sozialisten, so einfach liegen die Dinge nicht, daß man ste mit ein paar Worten des Bedauerns erledigen könnte. Ist es ein Wunder, daß der Haß gegen alles, was in besteren Stadtvierteln wohnt, aufschäumt, daß der Sozialist in jeden politisch anders Denkenden seinen Todfeind sieht, wenn ihm oom„Dorwärts" und ähnlichem Prestegelichter täglich das Gift tropfenweise ins Blut gespritzt wird? Können die Führer der SPD. sich darüber ent- setzen, daß kommunistische Metohden angewandt, wenn man geheime Anweisungen verschickt, die alles mit der kommunistischen Taktik gemeinsam haben außer der Führung? Wenn man ge- m e i n s a m demonstrieren läßt und dabei Hetzreden Mt, dce erfahrungsgemäß zusammengeballte Menschenmengen fast regelmäßig zu Unbesonnenheiten verleiten? Die jetzt weh und Ach schreie«, sie haben mit Fleiß gesät. Run sehen sie die Ernte. Das Blut der so schmählich Hingemordeten, es klebt als leuchtendes Kainszeichen auf der Stirn derer, die die Leidenschaften aus- peitschten, und keine Krokodilstränen vermögen es abzuwaschen. Wenn es je eine Unverfrorenheit gegeben hat, dann liegt sie in dieser agrarischen Leistung der„Deutschen Tagesztg." vor. Daß die Sozialdemokratie die stärkste Geg- per in jeder politischen Gewalttat ist, weiß natürlich auch jedes rechtsstehende Blatt, sogar die„Deutsche Tagesztg.". Wenn sie trotzdem das Gegenteil in die Welt schreit, so g«- schieht das nur, weil ihnen das Wut des Staatsanwalts Haas in Frankfurt die Schuldspuren ihrer eigenen Mordverherr- lichung abwaschen soll. Unsere Parteigenossen werden ihre Nerven jedoch nicht verlieren, auch wenn der>Chor der Schuldigen noch lauter heulen sollte. Sie werden sich auch durch den Aufschrei der Kommunisten nicht verleiten lassen, nun ihrerseits in Der- zweiflungsstimmung zu geraten und jedem erstbesten Dema- gogen nachlaufen. Gerade in so kritischen Zeiten wird sich die U e b e r l e g e n h e i t der sozialdemokratischen Welt- anschauung gegenüber den Parolefabrikanten von links und rechts erweisen. Von dem Verbot aller Demonstrationen unter freiem Himmel wird auch eine Reihe von V e r a n» staltungen der Sozialdemokratie betroffen, die fort des aus Südwestofrika infolge des Krieges zurückgekehrten Be- sitzers ausgezeichneten Villa des Freiherrn hinter dem Pusche. Ein mürrischer Pförtner öffnete und bedeutete den ihm ent- steigenden Schergen, daß der Freiherr verreist sei und infolgedessen im Teie-ü-Tete mit seiner Gattin nicht gestört zu werden wünsch«. Mit knurrendem Lächeln schob ein stämmiger Polizist ihn bei- seit«. Ueber die Treppe drangen sie vor. Der Freiherr hinter dem Busche war gerade darin vertieft, der Freifrau hinter dem Busche«inen zärtlichen Kuß auf die Stirn zu siegeln, als die rohe Horde eindrang. Mit erhobener Brust trat ihnen der Freiherr entgegen. „Hinaus!" Er deutele auf sein Jagdgewehr. Aber die Schergen waren m der Ueberzahl. Während der eine den tieferschütterten Freiherrn umzingelte, griss der ander« mit verwegener Hand unter dos Kopfkissen, dessen frischbezogener. Bezug in der linken Ecke die siebenzinkige Freiherrnkron« trug, das Zeichen seines Nutznießers. Ein gellendes Hohngelächter— er hielt die verräterischen Papier« in der Hand. Doch zu früh. Die Freifrau, der keine seiner Bewegungen ent- gangen war, stürzt« wie eine Furie übei�ihn her, und während ein tränenfeuchter Blick der«rsteren sich auf dem auf dem Nachttisch stehenden Porträt Ehrhardts-Eschweges-Cichmanns, das letzteren ohne Dollbari darstellte, festsog, verschlang erstgenannte das recht- zeitig entrissene Papier. Ein schriller Aufschrei des Polizisten_ und schon war die zerkaut« Papiermass« in den ewig verschwiegenen Magen der Frei- fran hinabgeglitten. LXXVIT. Kapitel. Der Reichskanzler Cuno hott« die Minister um sich versammelt. „Meine Herren," spracher mit tränenumflorter Stimme,„wir können der kleinen, aber mutigen Derschwörerschor nicht Herr werden. Erzberger ist ermordet, Rathenau ermordet, Ehrhardt noch Ungarn entkommen. Meine feste Ueberzeugung geht dahin: (Fortsetzung folgt.) _ Mich. v. Lindenhecken. Sommerrcise durch die Sahara. Wie aus T i m b u k t u tele- graphisch gemeldet wird, ist dort soeben die von F. L o y d Gib- b o n s veranstaltet« erste amerikanische transsaharische Automobilexpedition eingetroffen. Sie war von Pn-Sala zu Zlniong Mai abgefahren und hat in weniger als drei Monaten einen Weg von mehr als 3000 Kilometer durch Gebiete zurückgelegt, die zu den ödesten der S5elt gehören, und die obendrein in der denk- bar ungünstigen Jahreszeit des Hochsommers durchfahren wurden. Die Teilnehmer der Expedition hatten denn auch entsetzlich unter der sengenden Glut zu leider, und einige der eingeborenen Führer für den Sonntag k oerfäfebenar Orten vorgesehen waren. Wir wissen, daß diese Verbote jetzt sehr ungelegen kommen und geeignet sind, auch dort Verstimnmng auszulösen, wo für kommunistische Phrasen und Kraftmeiertum gar keine Sym- pachte besteht. Aber unsere Genossen werden wissen, daß ihr Verzicht auf geplante Veranstaltungen im gegenwärtigen Augenblick besser ist, als wenn diese Veranstaltungen eftva die Möglichkeit zu Zusammenstöße geben könnten, die zu provozieren gerade wir keinen Grund haben. Die Agrarier wissen natürlich sehr genau, daß die Er- bitterung gegen sie.und ihre preistreibmden Klassengenoffen aus der Bourgeoisie nicht nur bei Kommunisten vorhanden ist. Sie wissen auch, daß die Abrechnung mft jener Sorte von Patrioten kommen wird, die sich an der Not des Volkes bereichern. Aber die Sozialdemokratie hat zu großes poli- tifches Verantwortungsgefühl, um den Rschtsbolschewtsten gerade dann Angriffsflächen zu bieten, wenn es ihnen beliebt. Zeit und Methode der Abrechnung werden wir selbst be- stimmen. Und sie wird dann um so gründlicher werden. S. M. Kasperle. Man schreibt uns: Ihr« Mitteilungen im.Vorwärts" am Sonnabendabend über den„Spion des Zaren", das ist Wilhelm II., überraschte jenen nicht, der über das intim« Leben dieses letzten Hohenzollern auf dem Thron von Deutschland und Preußen gut unterrichtet ist. Diese Aktion des Sohnes gegen 2Zater und Mutter, diese sinnlose, plumpe, gewissenlose Einmischung eines Außenstehenden in die aus- wärtig« Politik findet ihr Seitenstück in anderen Borgänzen. Das Nachstehende, von dem nur einmal bisher in der Oeffentlichkeit flüchtig gesprochen worden ist, bildet«in Gegenstück und ist zur Cho- rakteristik des letzten Hohenzollern nicht weniger geeignet. Wilhelm II. war Kaiser und als Kaiser in die englische Botschaft nach der Wilhelmstroße geladen. Er perorierte prahlerisch, wie die wöhnlich, vor einem Kreise der Geladenen. Bei seinen Ausführungen leistete er sich die folgenden Worte:„>1c>n oncle, ce c 6 c h o n!"(„M ein Onkel, dieses Schwein'.") So wurde der regierende König von England tituliert, bei dessen Botschafter, auf dessen Grund und Boden, denn das ist nach internationaler Aus» fassung ein Botschaftsbotel, Wilhelm II. zu Gaste war. Also der Gast benannte feinen Gastgeber als Schwein, eine angenehme Bc- Zeichnung zwischen Souveränen und Berwandten oor einem söge- nannten illustren Kresse. Verhaltenes Entsetzen der Anwesenden. angenehmste Ueberraschung der internationalen Intriganten. Zehn M'uuten später kannte man den Borgang ein pcar Häuser weiter in der Wilhelmstraße, nämlich in unserem Auswärtigen Amt. Was sollt« geschehen? Man hatte erklärlicherweise in unserem Aus- wärtigen Amt rot« Köpfe und eine unruhige Nacht. Wie sollte man diese unvergleichliche Aeußerung„Seiner Majestät des deutlichen Kaisers" aus der Welt schaffen, vertreten, beschönigen, bemänietn? Dos lllaheliegende wäre gewesen, auf Unzurechnungs- fähigkcit zu plädieren, und das ging erklärlicheriveise auch nicht. Am frühesten Morgen entsandte man in die englische Botschaft «inen Unglücklichen mit d«n Sluftrog, die Sache, so gut es ging, wieder einzurenken. Der englisch« Botschafter empfing den armen deutschen Beauftragten sogleich. Der deutsche Beamte stotterte, daß gestern abend„Seine Majestät der deuffche Kaiser in der eng- lischen Botschaft über Seine Majestät den König von England" ge- äußert habe,— da fiel der englische Botichafter den stotternden Ab- gesandten des Auswärtigen Amtes unterstützend ins Wort und sagte:„Ah, n'en parlons pr.s; ce n'cst pas un komme serieux." („Reden wir. nicht davon; da s ist ja kein ernst zunehmen. der Mensch.") Aehnlich. urteilte der Maler L e n b a ch: In einer Gesell- schaft am Abend des Tages, da Bismarck entlassen war, sprach man scher das Ereignis. Nach feiner Gewohnheit hörte Limbach ernst und wortlps zu, dgnn sagte er, der Bismarck so oft gemalt und immer kritiklos bewundert hatte, wie io viele Künstler, die ohne Berltändriis für Politik das. gleiche getan haben:„Daß solch ein Kasperle solch «inen Mann stürzen könnt', HM' i nimmer gedacht." Das hemmungs- und verantwortungslose Kasperle hat noch Ge- waltlgeres vollbracht; es hat Deutschland g e st ü r z t— in? Unglück, und das deutsche Volk Hot es sich gefallen lassen. Das ist eine Lehre, die nie vergessen werden darf!— wurden Opfer der Hitze, die im Schatten eine Höhe bis zu 45 Grad erreichte. Um das Unglück voll zu machen, hatte sich die klein« Karawane überdies in der Umgegend der Felsen von Homado verirrt und konnte nur auf Umwegen unter großen Strapazen die Brunnen von Ten-Renvoa erreichen. Die Wasseroorrät« waren in- zwischen fast ganz oerbraucht, und es blieb zuletzt jedem der Teil- nehmer nur noch di« Rotion für einen halben Tag. So war es «in Wunder, daß die Reisenden dem Tode entgingen. Während die Amerikaner ihren Weg über die Hochebene von Hoggar. fortsetzten, wurde Gibbons selbst von einem der Sahara- k ö n i g« namens T a r g u i empfangen, der ihm in der Audienz eine auf dem Fell eines weißen Lammes geschriebene Botschaft für dem Präsidenten Harding übereichte. In dieser Bot- schalt drückte der König jener Gebiete, denen der Regen unbekannt ist. den Wunsch aus, daß„Allah die Schafherden des amerikanischen Voltes ständig vermehren und seine Kamele fruchtbarer, stärker und schnellfüßiger machen möge", und schloß mit den Worten:„Möge das groß« amerikanische Lolt stets über das Wasser verfügen, das es braucht." „Die Tugendpriuzefiiu" gab es im Deutschen Künstler» Theater zum 50. Male, und wenn durch die Wiederholungen auch Text und Musik nicht besser geworden sind, so hat man ssch in der Nürnberger. Straß« doch so famos aufeinander eingespielt, daß es ein ewiges Lachen ist, und das mag immerhin etwas wert sein. Neu war Hilde Falk, die als Ingeborg in dem musikalisch einzig wertvollem Duett des zweiten Aktes mit ihrem Partner Klaus Fery(Graf Erfsa) ssch als geschmackvolle Sängerin erwies. Im übrigen stannd Max Adalbert auf der Bühne und neben ihm be- hauptete sich mit großer Bravour Kurt B o i s. Emma D« b n e r, Ada Lenz und Ernst Krampfs rundeten das Spiel gefölRz ab. tr. Die bestbeznhllen Autoren. Ein italienisches Blatt weist gele- genllich der fruchtlosen Bemühungen eines angesehenen italienischen Gelehrten, für sein« interessanten Leben-erinnerungen«inen Ver- leger zu finden, auf die für den Zeitgeschmack charakteristische Tat- fache hin, daß sich die größten englischen Zeitschristen in Riesen- Honoraren überbieten, um sich den Abdruck der Denkwür» d i g k e i t e n irgendeines gerade in Mode stehenden Jockeis oder Boxkämpfer» zu sichern. So veröffentlicht Donoghue, augenblicklich der meistgenannte Ritter von Steigbügel und Reit- peitsche, zurzeit in einer Londoner Wochenschrift die„Geschichte seines Lebens". Seitdem diese Denkwürdigteilen erscheinen, hat die Zeitschrift ihre Auslage verdoppelt. Die große Meng« de'» englischen Publikums liest nichts lieber als die Autobiographien fol- ch«r Sportgröhen und verschlingt auch die von Donoghue, der für den Abdruck in dem Londoner Matt als Honorar die Kleinigkeit von 10 000' Pfund Sterling erhalten hat. Weshalb soll ein tüchttger Jockei, der immer fest im Sattel saß und sein« Mütze nie verlor, nicht ebenso lesenswerte Memoiren schmoen wie gewisse entkrönte Häupter? Tie Schlüsselzabl des Buchhandels ist schon wieder erhöht worden und zwar auf 25 000, mit Wirkunz vom 25 Juli ab. Württemberg ein zweites Sapern? Genosse Wilhelm Keil veröffentlicht im Sozialdemokiatffchen Parlamentsdienst einen Artikel, dem wir folgendes emnehmsn: Es hat den Anschein, als ob Württemberg sich allmählich zu einem zweiten Bayern«ntwickeLn wollte. Die national» sozialistische Agitation* ist vor etwa einem Jahr von Bayern aus in dos benachbarte württembergische Gebiet hincm- getragen worden und hat sich seitdem mit riesigem Geldaufwand und unter Ausschfcchtung der durch den Ruhreinsall der Franzosen in weiten Volkskreisen erzeugten nationalsozialistischen Stimmung in bedenklicher Wesse ausgebreitet. In vielen württembergischen Ge- me-nden bestehen heute nationalsozialistische.Ortsgruppen, die ihre Stoß, und Sturmtrupps, Hundertschaften und neuerdings auch „Regimenter" bilden und in mehr oder weniger verschleierter Form Hebungen militärischer Art abhalten. Die württembergische Regie- rung laßt diese Dinge laufen. Wie erkört sich das? Nach den letzten gleichzeitig mit den Reichstagswahlen am k. Juni 1920 vorgenommenen Landtagswahlen trat unsere Partei aus der Landesregierung aus. Demokraten und Zentrum bildeten darauf eine Minderheitsregierung. Das Mini- sterium des Innern, das bis dahin von einem Parteigenossen ge- leitet worden war, wurde mit dem Zentrumsabgeordneten Graf besetzt. Die neue Regierung arbeitete mit wechselnden Mehrheiten. d. h. sie nahm bald von der deusschnationalen Rechten, die sich in den ländlichen Teilen des Landes Bauernbund, in den städtischen Bürgerportei nennt, bald von der Sozialdemokratie Unterstützung cm. In ollgemein politischen Fragen, in denen das von dem Derne- traten Dr. Hieber geleitete Kabinett hinter den Reichskabinettcn Fehrenbach und Wirth stand, stützt« es sich auf die Sozialdemokratie, in den Fragen der inneren Polizeiverwaltung war dagegen die Politik des Ministers Graf halbrechts gerichtet. Roch dem Tode des Ministers Graf übernahm der das Zentrum führende bisherige Iustizminister Bolz das Ministerium des Innern. Herr Bolz scheint nun in der Leitung der inneren Verwaltung ganz in den Fußstapfen seines verstorbenen Parteigenossen Graf, den er während einer langen Krankheit vertreten hat, wandeln zu wollen. Er gestaltet es, daß die Polizei— ganz wie in Bayern— mit oller Schärf« gegen die Kommunisten vorgeht, den nationalsozialistischen Hetzern zum Bürgerkrieg aber volle Bewegungsfreiheit läßt. Sowohl innerhalb der demokratischen als der Zentrumspartei wird di« Haltung des Minssters Bolz nicht einmütig gebilligt. Ein starker linker Flügel der Demokraten sieht mit großer Besorgnis der Zukunft entgegen, vermag sich aber in der Landtags- fraklion nicht durchzusetzen. Im Zentrum ist es der von der katholischen Arbeiterschaft getragen« Flügel, dem die Haltung des Herrn Bolz Beklemmungen verursacht. Die Dauern, Schultheißen und Beamten im Zentrm decken indessen ihren Innen- minister. Die Beweggründe hierfür liegen teils in grundsätzlicher Abneigung gegen die demokratische Republik, teils in der Besorgnis, daß die Rechte mit ihrer demagogischen Agitation die Bauern. schaff des Zentrums kopfscheu machen könnte. Sucht doch die Rechte selbst die Hoheitsrechte des Staates gegenüber den Kirchen preis- zugeben, nur um das Zentrum von der Demokratie loszureißen. Diesen Versuchungen oermag der rechtsgerichtete Teil des Zentrums nicht zu widerstehen. Er verläßt sich daraus, daß das Zentrum(23) und die Deusschnationalen(28), zu denen sich die Volksparteiler(4) noch gesellen würden, über ein« Mehrheit verfügen und wenn die Deine'raten nicht parieren, eine Rechtsrcgierung bilden könnten. Daher auch die ängstliche Zurückhaltung der Demokraten, deren Führer Hiebcr zwar das Treiben gewisser Hetzer von rechts ein Verbrechen nannte, die aber ihren Worten die Taten nicht folgen essen...'.-.....■..... »Ein für allemal!'" Der Rcichsansschtttz gegen Bodenrefor». Der Reichsausschuß der deutschen Landwirt- s ch a f t hat gegen den sozialdemokratischen Antrag zur Agrarreform eine Resolution gefaßt, die in Form und Inhalt nichts anderes als eroßograrische Demagogie ist. Der Landhunger der breiten Mossen wird mit unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen von einer angeblichen Ernährung der Städte und der Industrie- lvzirte durch die Aufteilung von Riesengütern abgetan, obwohl die jetzigen Zeiten mit der katastrophalen Lebensmittelteuerung jedem Einsichtigen die Augen geöffnet haben, aus welche Kreise sich die Poiksernährung nicht stützen kann. Es sind dieselben Großagrarier, die während des Krieges di« Zwangswirtschaft untergraben haben und nur auf Eigensucht bedacht waren. Es ist daher auch begreiflich, daß der Rcichsiondbund in seiner hysterischen Angst vor jedem Ein- griff in das private Bodenmonopoi sogar gegen di« Enteignung i>rn Wäldern Einspruch erhebt mit der eigenartigen Begründung. daß im gcmeinwirtschaftlichen Betrieb die Holzerzeugung des deut- schen Waldes zurückgehe. Run wissen wirs also: Wo kein groß- e pr arischer Mist liegt, wachsen selbst die Kiefern nicht! Es ist ergötz- lich zu sehen, wie sich diese Art der Demagogie überschlägt. Zeigt doch schon die Tossache. daß ein gewaltiger Teil des deutschen Waldes sich seit langer Zeit in den Händen des Staates und anderer öffent- licher' Organe befindet, wie wenig di« Kundgebung des Reichs- ausschufles der deutschen Landwirtschaft vom Willen zur Sachlich- keit getrübt ist! Den Höhepunkt erklimmt die agrarische Demagogie«it der Er- k'ärung:„Der Reichsausschuß lehne Bestrebungen, die auf gleiche Z�ele binauslaufen. von welcher Seite sie auch kommen mögen, ein für allemal auf das ensschiedenst« ab." Dieses.ein für e�.mol" war es. das dos preußische Herrenhaus den Wünschen des Volkes nach einer Wahlrechtsform entgegenstellte, dieses»ein für allemal" ist Millionen Volksgenossen aus Kund- gedungen des alten Regimes und vom Kasernen'yof her so gut bekannt, daß man nach dem Ton auf die Musikanten schließen kann. Der Kappist v. W a n g e n h e i m- Kleinspiegel, der jetzt im Reichsausschuß das große Wort führt, hat sich durch diese einzige Wendung schon das Verdienst erworben, zu zeigen, woher der Wind weht. Es ist derselbe rücksichtslos« Egoismus, mit dem sich die preußischen. Junker gegen jeden Wunsch anderer Volkskreise, der im Interesse des Volksganzen geäußert wurde, wehrten. In Wirk- lichkeit ist es der Standpunkt derer, die Herren im Hause snn wollen und sich um die Bedürfnisse der breiten Massen den Teufel scheren. Unzweifelhaft spricht es auch die Resolution aus, daß man an dem P r i v a t e i g e n t u m nicht rütteln lassen wolle. Es sind dieselben Gründe, di« man vor mehr als hundert Jahren gegen die Vauernbesreiung vorgebracht hat. Aber die Herren mögen be- ruhigt fein, lieber das preußische Herrenhaus ist die Zeit Wweg- geschritten. Sie wird auch das„ein für allemal" der Reichsland» bündler beiseite schieben, wenn dos Volt seine Interessen zu er- kennen beginnt. . Der frühere französische Ministerpräsident Charles vupuy ist hcchbetagt gestorben. Er ist vor allem durch den Ausspruch be- rühmt geworden, den er als Kammerpräsident bei dem Bomben- cttcntat des Anarchisten Daillant tat. Als dieser sein« Bomb« in den Sitzungssaal geworfen hatte und eine allgemein« Panik aus- gebrochen war, rief er in den Saal:.Mein« Herren, die Sitzung dauert s ort'".. Irren-Revolten. Die Revolte in der Irrenabteilung des Zellengefängnisses Moabit, die am Sonntag ausbrach und im Keime erstickt wurde, hat zahlreiche Vorläufer. Fast keine Irrenanstalt, die ein eigenes Ver- wahrungshaus für verbrechcrisckz veranlagte Geisteskranke besitzt, ist davon verschont geblieben. Ebenso wie hie Patienten in den „festen Häusern", können auch solche Gefangene, die an wirklicher Hastphychose erkranken oder niir Geisteskrankheit simulieren, um Vorteile zu erlangen, nicht durchweg in Einzelzellen untergebracht werden. Eine Revolte ist also, wenn mehrere Dutzend Irre sich i.1 dem gleichen Räume befinden, verhältnismäßig leicht anzuzetteln. Alle diese Leute wissen, daß ihnen schlimmeres als em paar Wochen Zellenaufentholt nicht passieren kann, und verlassen sich darauf, daß .sie ja krank sind. Gewöhnlich sind derartige Revolten nur eine gewalttätige Demonstration gegen das Essen oder die Behandlung. Auf Gelegenheit zu£ Flucht wird meist nicht gerechnet, weil die Verwohrungshöufer heute sämtlich so stark befestigt sind, daß eine Massenflucht nur mit tatkräftiger Hilfe von außen, durch andere Verbrecher, möglich ist, wie das kürzlich in der Hamburger Irren- anstatt Langenhorn der Fall war. Angriffe durch Befreiungskolon- nen sind verschiedentlich auch gegen die Berliner städtischen Irren- onstalten erfolgt, aber stets abgeschlagen worden. Bedenklicher war eine große Reoolle vor etwa zwei Jahrzehnten in der Jrrenanstall Dalldorf. Hier waren sogar Dolche und Revolver eingeschmuggelt. Es gab ein« regelrechte Schlacht zwischen den Irren und den Wär- tern, wobei auch olles Inventar demoliert wurde, aber kein Irrer erlangte die Freiheit. Irrenärzte nehmen solche Ereignisse nicht tragisch, sie sind daran gewöhnt. Phantasiepreise für Kartoffeln. Unerhörte Behandlung einer erregten Hausfrau. Ein Vorfall, der sofortige Klarstellung bedarf, erregte heut« vormittag in der Markthalle in der Lindenstroße die Massen der einkaufenden Frauen aufs äußerste. Trotzdem selbst in westlichen Vororten für das Pfund Kartoffeln SVM Mar? genommen werden, brachte es hier ein Händler fertig, erst 8000 Mark und bald darauf sogar 7000 Mark für das Pfund zu fordern. Das erregte mü Recht eine Hausfrau derart, daß sie. zumal die Polizei bis dahin gegen den Händler nichts unternommen hatte, die an- wesenden Frauen aufforderte, die Kartoffeln nicht zu kaufen. Infolge dieser Aufforderung kam es zu einer Ansammlung der er- regten Hausftauen. Nunmehr erst griff die Polizei ein, und zwar nach verschiedenen uns zur Verfügung gestellten Berichten so außer- ordentlich ungeschickt und taktlos, daß sie nicht, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, beruhigend, sondern geradezu aufs neue erregend wirkte. Die Augenzeugen berichten, daß die Beamten— gegen Frauen— die Seitengewehre gezogen und damit die Frauen ab- gewehrt hätten. Jen,.- erste Frau, eine schmächtige, schwächliche Person, die infolge der Erregung Hcrzkrämpfe bekam, soll— wiederum nach verschiedenen gleichlautenden Berichten— teilweise an den Füßen durch die Halle geschleift worden fein, so daß ihre Aleidung beschmutzt und zerrissen wurde. Die Frau ist dann auf der Wache festgehalten worden, bis ihr Mann sie abholte, der sie sofort ärztlicher Behandlung zuführte. Ein Mitglied unserer Redaktion, das di« Sache an Ort und Stelle feststellen wollte, er- hielt von dem durch die Hall« promenierenden Poltzeileutnant die merkwürdig« Antwort, daß die Darstellung über die Behandlung der Frau nicht stimme. Im übrigen wurde die Auskunft ver- weigert. Statt alio zu helfen, durch die Presse weitgehende Auf- klärung in das Publikum zu tragen, erschwert dieser Herr dem Organ der.O«sfentlichkeit die Arbeit. Wir erwarten nunmehr, daß dem unglaublichen Benehmen der Beamten einer schwächlichen, kranken'llird ett�sten' Füau gegenüber ntm den Stellen, die für die Ausbildung der Un.terbeamten und ihren Verkehr mit dem Publikum verantwo-rtfich sind, föforttge Aufklärung folgt, die Gewähr dafür bietet, daß der Frau Genugtuung zuteil wird und daß sich derartige Vorfälle nicht wiederholen. der Mefeneinbruch in üer Irieürichsiraße. Zu dem Einbruch in das Juwelengeschäft von Rosenthal u. Sohn in der Friedrichstraße 69 wird noch mitgeteilt: Wie die Ermittlungen ergaben, müssen die Verbrecher ihr Unternehmen von langer Hand mit größter Ueberlegung vorbereitet haben. Das zwischen der Mohren- und Toubenstraße gelegene Haus, das dem bestohlcnen Iulewier gehört, fft nicht sehr groß, beherbergt nur drei Geschäfte imd ein Rechtsanwaltsburcau und ist fast gar nicht bewohnt. Die Verbrecher waren mit den besten Werkzeugen ausgerüstet, stießen aber bei ihrem zweimaligen Kellerdeckendurchbrucb und bei dem Versuch an eine» eisernen Tür auf so starken Widerstand, daß mehrere Werkzeuge brachen. Der. Wächter hat die Kontrolluhren regelrecht gestochen, aber nichts Verdächtiges wahrgenommen. Die Einbrecher müssen ihn bei der Vorbereitung des Planes genau be- obachtet haben, so daß sie auch mit seinen Gängen Bescheid wußten. Zu der Beute gehören u. a. 4 Perlen armbänder, 7 goldene Damen- taschen, 13 golden: Zigarettenetuis, 36 schwere silberne Zigaretten- etuis, 19 goldene Feuerzeuge, 19 goldene Spiegel und Puderdosen. 6 goldene Taschenmesser, 24 schwere goldene Siegelringe mit Halb- edetstcinen, 8 steife Armbänder, 8 Broschen mit Steinen, 3 Paar Onyx-Ohrringe, 18 golden« Kanalierketten, 86 goldene und Platin- ketten, zum Teil mit Perlen. 13 Armbänder, zum Teil mit Brillanten, 18 Cbateleines, 49 Paar goldene Knöpfe, 6 Medaillons mit Brillan- len. 89Krawaltennadeln mit Brillanten und Perlen und 89 einfache goldene Krawattennadeln. Angaben zur Ermittelung der Einbrecher und über das Auftauchen der Beutestücke nimmt die Dienststelle 25. I. 3 im Zimmer 193 des Polizeipräsidiums entgegen. Sie werden auf Wunsch vertraulich behandelt. Neue Brotpreise ab Donnerstag. Der Zweckoerbnd der Bäckermeister Groß-Bersins teilt mit: Der Doppelzentner Weizenmehl ist auf 3 Millionen Mark gestiegen, das Pfund Mehl kostet also über 15 999 M. Aus diesem Grunde ist es notwendig, ab Donnerstag'dos markenfreie Brot von 39 999 auf 31 999 M., di« markenfreie Schrippe von 1309 auf 1400 M. zu erhöhen. Em Brot zu 31 999 M. bedeutet, auf den Friedensbrotpreis zu 43 Pf umgerechnet, das 69999fach« dieses Preises. Ein Mann, der vor dem Kriege ein monatliches Einkommen von 129 M. hatte, müßte demnach, um von dem Brot zu 31 999 M. die gleichen Mengen wie im Frieden einkaufen zu können, ein Monatseinkommen von rund S'ä Millionen Mark haben. Tariferhöhung bei der Hochbahngcsellschaft. Die Hochbahngesellschaft wird am Freilag. den 27. Juli, ihr« Fahrpreis« erhöhen, und zwar in folgender Weis«: bis zum 3. Bahn- Hof 3. Kiasse 3000 M.. 2. Klasse 4000 M., für die ganze Strecke 3. Klaff« 4999 M. 2. Klasse 3999 M. Blocks zu 19 Karten tosten: bis zum 3. Babnbos 3. Klasse 27 000 M., 2. Klaffe 36 000 M.. für die ganze Strecke 3. Klasse 36 999 M„ 2. Klasse 43 999 M. W-chen- karten zu 12 Fahrten für die ganze Strecke kosten: 3. Klasse 36 999 Mark. 2. Klosse 43 909 M._ Wohnungsaufsicht. In einem Erlaß des Wohlfvhrtsministers wird eine gewisse Nachprüfung als erforderlich bezeichnet darüber, ob die für laufende Reparaturen den Hausbesitzern durch di« Miets- Parteien anfallenden Mittel zweckentsprechend v«r- wendet werden. Ebenso erscheint es erforderlich, daß, soweit noch dem Gesetz die Mieter oder Vermieter verpslichtet sind, Aus- besserungen aus eigenen Mitteln durchzuführen, auch hier auf eine fachgemäß« Durchfuhrung des Gesetzes hingearbeitet wird. Dem- gemäß bezeichnet es der Minister als notwendig, daß die Bezirks- wohnung-aufsichtsbeomten von Zeit jzu Zest in den einzelnen Ge- mcinden m Gemeinschaft mit den zuständigen örtlichen Organen st ichproben weise Besichtigungen von Wohnungen vornehmen und gegebenenfalls mit den Organen wegen der zweck- mäßigsten Verwendung der vorhandenen Mittel verhandeln. In den für das Jahr 1923 von den Wohnungsoufsichtsbeamten zu er- stottenden Berichten erwartet der Minister ausführliche Mitteilungen hierüber. Nicht Kampf, sondern praktische Arbeit! Zusammenarbeit von Hausbesitzer- und ZNietervereincn. Im östlichen Groß-Berlin, also gerode da, wo im März und April der später abgebrochene Mietezahlstreik mit großer Schärfe einsetzte, fft der Gedanke, zwischen Hausbesitzern und Mietern eine Berständigungsbasis zu schaffen, der Verwirklichung nahe- gerückt. Di« Anregung dazu geht von Hausbesitzervereinen aus, in denen die gemäßigten Elemente mir ihrer Mehrheit der Meinung sind, daß sich die beiden großen Parteien in zahl- reichen Punkten der Wirtfchoftsfragen sehr wohl auf gemeinsamem Boden zusammenfinden kön- nen, wen auch naturgemäß nie alle Gegensätze zu überbrücken sein werden. Di« Parteien haben zwar oft genug schon in Dele- giertenversammlungen, die vom Magisttat oder anderen Behörden «inberufen waren, gemeinsam verhandelt, aber«s hat sich hierbei die Bureaukrafie meist nur als Hemmschuh aezeigt. Run will man von unten herauf und zunächst für kleinere Bezirke die Ber- ständigung oersuchen, die vor allem auch den Zweck haben soll, das zum großen Teil überaus gespannt« Verhältnis zwischen Wirt und Mieterschaft in den einzelnen Häusern in ruhigere Bahnen zu lenken und die ebenso kostspielige als verärgernde Prozessiererei einzu- schränken. Die Mieterführer der betteffenden Bezirke sind bereit, wenn gewiss« Vorbedingungen, die sich auch aus die Haltung d:s Bundes der Groß-D«rlin«r Hausbesitzervereine beziehen, erfüllt wer- den. So lange die Bundesleitund in übermäßigen Geldforderungen ihre Haupausgabe sieht und dieser Taktik von den Hausbesitzervereinen zugestimmt wird, versprechen sich die Mietersührer auch von den angeregten paritätischen Venhandlungen nicht allzuviel. Von einem M i« t ez o h l stre ik ist vorläufig nicht mehr die Rede. Dos Leitmotiv soll sein: Nicht Kampf, sondern praktische Arbeit! Nicht obn« Wert kann das praktische Zusammenorbiten sein, wenn es gelingt, Mittel und Wege zu fin- den, um die zahlungsschwachen Mieter zu entlasten. Hier liegt der Kernpunkt der ganzen Mieterbewegung. Kolomalwarcntzändler und Wuchergesetzgebung. Der Verband der Berliner Kaufleute der Koloniolwarenbranche E. B. hat auf einer lversommlung in den Kammersälen zu Berlin eine Entschließung gefaßt, in der er, teilweise mit begründeten Klagen, sich gegen die heutige Form der Wuchergesetzgebung wendet. Er weist daraus hin, daß der völlige Zusammenbruch der Lebens- Mittelversorgung nur dadurch verhindert werden könne, daß dem Handel ausreichende Betriebsmittel zur Verfügung gestellt und diese dadurch wertbeständig erhalten werden, daß die sich aus den Großhandeispreisen sich ergebenden Kleinhandelspreise nicht als Wucher angesehen werden. Di« arbeittiehmende Bevölkerung müsse und werde durch wertbeständige Entlohnung in der Log« sein, diese Marktpreis« zu bezahlen. In der letzten Aeußerung liegt ein gewisses Zugeständnis, daß die wertbeständigen Löhne die Voraussetzung für besser« Verhältnisse im Kleinhandel sind. Die Resolution läßt aber grundsätzlich die Erkenntnis vermissen, daß nicht di« Wucherbestimmungen allein es sind, welche am Betriebskapital zehren. Es gibt genug Kauf- leute, welche heute noch gezwungen sind, ihre Preise unter der durch das Wucherrecht erlaubten Höhe zu halten, meil die Kaufkraft der Bevölkerung in ihrem Stadtteil es nicht erlaubt, höhere Preise Zu nehmen. Der Absatzmangel ist vielerorts ebenfalls ein wichtiger Grund für den Schwund des Bettiebskapitals im Klein- Handel. Aber insofern haben die Kolonialwaren Händler recht, daß auch ihnen mehr Bewegungsfreiheit bei der Preisberechnung ge- lassen werden muß und daß man es ihnen nicht fortgesetzt zu- muten kann, unter den mit dem Dollar rapide steigenden gegen- wärtigen Einkaufspreisen zu verkaufen. Voraussetzung dafür ist ober, daß nicht dadurch noch g r ö ß-e r e r Schaden für die Ver- braucher enfftebt. und dos wird solange der Fall sein als die wert- beständigen Löhn« nicht allgemein eingeführt sind. Deshalb sollte auch der Kleinhandel die Forderung nach wert- beständigen Arbeitseinkommen cm die Spitze, seinen Wunsch nach der Anpassung der Wucherbestimmungen an den rapiden Sturz der Mark erst an zweite Stelle setzen, dann wird er auch die Zu- stimmung der Verbraucher lmben. Wenn er aber mit der S ch l i e ßung der Geschäfte droht, um seine Wünsche durchzusetzen, so werden die ZZerbraucher sich dagegen hoffentlich zu wehren suchen, indem sie ihre eigenen Konsumgenossenschasten in die Lage ver- setzen, einem solchen Lieferstteik erfolgreich zu begegnen. Eine Lokomolivenigleisung fand heute Vormittog auf dem Potsdamer Ringbahnhof statt. Die Maschine war mit großer Wucht aus einen Prellbock gefahren und infolgedessen entgleist. Der Materialschoden ist bedeutend. Beamte und Fahrgäste wurden jedoch nicht verletzt. In dem ZNassevprozeß gegen die Teppichdiebe Brenner u. Gen. und ihre Hehler bat die Fenenstraskammer des LandgeriebtS III sehr schwere Strafen verhängt. Es erhielten Brenner 3 Jahre, Friedrich 3 Jahre, Sauer 2 Jahre 6 Monate und T r n b u§ 4 Jabre Zuchthaus sowie je 3 Jahre Ehrverlust. Von den Hehlern wurden Richter zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, Baumgart zu einem Jahr Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Freigesprochen wurden V o l l u ck, die Portierfrau Müller, Kaufmann Else und die tiirii''chen TeppichhänHer A I a b I u und S a b a u. Ein schwerer Autounfall rief die Charlottenburger Feuerwehr nach der Ranke- und Auqsburger Stnoße, wo ein besetztes Auto mit einem anderen Fuhrwerk zusammengestoßen war, wobei mehrere Personen schwer v e r l e tz t wurden. Zwei von ihnen brach!« die Wehr nach dem Krankenhaus auf Westend.— Böswilligerweise wurden mehrere Züge der Wehr nach der Dankelmannsttaß« 43, Rigoer Straße 9 und Greifswalder Ettaße 83 alarmiert. Diesen Unfug nimmt kein Ende und kostet ein« Menge Geld. Die kleine Stadl Lenzen in der Mark ist den meisten märkischen Städten, auch der Stadt Berlin voraus. Sie erhebt nämlich 529 999 Prozent Grundsteuer, 95 999 Proz. Gebäudesteuer, 197 999 Proz. Gewerbesteuer»nd 93 999 Proz. 25ettiebsst«uer usw. Reue Flugpostmarke. Für den Luftpostverkehr sind neue Flug- postmarken im Werte von 299 M. herausgegeben! sie sind bei den Postansialten der Flugorte und bei einer großen Anzahl anderer Postanstalten erhältlich. Postanft alten, die keine Flugposttnarken führen, vermitteln out Wunsch den Bezug der Marken. Flugpost» marken zu 5 und 19 M. werden nicht mehr hergestellt werden. Dl« Zuristisch« Sprechstunde findet von jetzt ab bis Ende August nur am Montag, Dienstag und Mtttwoch jeder Woche von 3 bis 6 Uhr statt. Donnerstags, Freitags und Sonnabends fällt also die Sprechstunde aus._____ Em Easpar-Verkehrsflugzeug landete heute(Mittwoch) als erstes deutsches Flugzeugs glatt in Gotenburg zur Teilnahme am Weit- bewerb. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas«ärmer, zeitweiie beiter, jedoch über« wiegend tewcltt, mit leichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Ninden, Gewerkschaftsbewegung Wie die Reichsbahn spart. Som Afa- Bunb wird uns geldyrieben: mar? monatlich erhöht" werden. Gruppen. Sie muß ihre Leser sehr tief einschäzen. Denn schließlich wird es auch ihren Lefern nicht unbekannt sein, daß die Metallarbeiter außer dem Grundlohn Don 17 000 m. für die Woche vom 16. bis 21. Juli noch Frauen und Kinderzulagen bekommen von 250 bzw. 500 02. die Stunde, und daß weiter die Ausgleichszulage Don 1750 gerechnet werden muß. Rußische Arbeiterklagen. Der Kreis von Personen die jeht durch ihr Dienstverhältnis Wirtschaft Holzhändlergewinne auf Staatstoften. Die Holzarbeiterzeitung" schreibt in ihrer nächsten Nummer 81 der neuerlichen Regelung der Stundungsbedingungen bei Ber täufen der Staatsforsten: Daß der Reichsverfehrsminifter bemüht ist, feine Betriebsveraltung wirtschaftlich auf die Höhe zu bringen, wird man besonders in ber gegenwärtigen Zeit der allgemeinen Finanzfalamität bes Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, daß der preußisdy Reiches nur anettennen. Man sollte aber annehmen, daß er hierbei Das Boltskommissariat für Arbeit hat einen Gefeßentwurf Brennholz an arme Leute oder Bauholz an Wohnungslose, nein, e die einfachsten Regeln sozialer Pflichten, mie man sie selbst von jedem Holzfistus Holz verfchenft. Er verschenft freilich nicht etm Brivatunternehmer verlangen würde, einhält. Bei der Raichsbahn ausgearbeitet, melcher die disziplinarische Ahndung von Dienst verschenkt gutes Nugholz an Leute, bie bereit sind, es mit guten werden seit 20-30 Jahren Technifer im Angestelltenverhältnis zur bergehen mit Arreststrafen für einen bestimmten, fehr Gewissen weiter zu verkaufen. Damit der Andrang nich Erlebigung der eigentlichen tonftruftio- technischen Arbeiten befchäf weit gezogenen Kreis von Berfonen im Dienst und Arbeitsverhält. zu groß wird, schränkt er den Kreis der Bezugsberechtigten ein. We tigt, um die in der Privatwirtschaft erworbenen Kenntnisse im Inter. nis vorfieht. Bon welcher Auswirkung dieser Att von Staats- nicht eine Reihe Millionen Mart bar auf den Tisch legen fann, ij esse der Eisenbahnverwaltung zu verwerten. Es handelt sich um tyrannei zu werden broht, geht daraus hervor, daß er dem sowjet folch armer Teufel, daß ihm auch das preußische Landwirtschafts Sträfte, bie nicht etwa nur corübergehend im Dienfte der Verwal. ruffischen Gewerkschafts cryan(„ Trud" Nr. 155 vom 14. Juli d. J.) ministerium nicht mehr helfen fann. Es hilft nur denen, die etwa tung stehen, sondern 10, 20, 30 und mehr Jahre der Eisenbahn einen langen dumpfen Notschrei at prest in einem Artikel, den wir haben, und auch hier um so mehr, je mehr der Betreffende hat, deni Dienste leisten, die denjenigen der Beamien zum mindeften als im folgenden wiedergeben: es gilt ja, dem Kapitalmangel der fleinen Betriebe entgegenzufommen gleichwertig anzusprechen sind. Diesen langjährigen Angestellten Wie der Holzmarti" mitteilt, ist die Entscheidung über di murde in Friedenszeiten, wenn sie im hohen Alter aus dem Dienſte disziplinarischen Arreststrafen ausgefegt find, ist ein gewaltiger. Ihm neuen Stundungsbedingungen gefallen. 26 1. Auguft mu jebe pension in Höhe eines Drittels des zuletzt bezogenen Gehaltes gehören zunächst alle diejenigen Personen an, deren Dienst sich auf Holzläufer fein Holz zur Hälfte bar bezahlen und erhält di gewährt. Auf wiederholte Borstellungen von gewerkschaftlicher Die innere Ordnung und Erhaltung der Sicherheit bezieht, mozu andere Hälfte gegen Bro3. pro Woche bis zu brei Mo Seite, diese Unterſtügung der Geldentwertung anzupassen, hat ber auch austnecht, wärter und Wächter gerechnet werden. naten gestundet. Das alles aber erst, nachdem ihm das Hol Reichsverkehrsminister verfügt, daß die Säße auf 60 000 Bapier benjo fallen darunter diejenigen, welche mit dem Schuße des 20 Tage zinslos kreditiert worden ist. Eigentums in Lagern und Magazinen von öffentlicher Bedeutung Reichsbank und Wirtschaftsministerium machen vergmeifelte Un 60 000 m. find heute bestenfalls 1,50 m. nach Friedenswert be. beiraut find. Die Höchstdauer bes Arrests beträgt zwei Wochen. ftrengungen, um die Marf einigermaßen zu halten. Sie haben be rechnet. lnb bazu das große Schreibwert der Herausgabe von Dez neue Entwurf läßt dem freien Ermessen ber Berwaltung reits zu dem reinen Berzweiflungsmittel gegriffen, Höchstpreise für forilaufenden Erlaffen! Die Not der alten Leute ist unbeschreiblich. meite Grenzen und verschlechtert die Lage der von die Devisen einzuführen und zu rationieren. Der Lebenshaltungs Bei der Reichsbahndirektion Berlin wurden zwei Bauaffiftenten" ihm erfoßten Arbeiterfategorien bedeutend. Es inder des Statistischen Reichsamtes steigt von Woche zu Boche un wie die vollwertigen Tecnifer antlich bezeichnet werden, entlassen, schwächt beren Initiative und Verantwortlichkeitsgefühl. Anderer. 30 Broz. Wertbeständigkeit der Löhne, Wertbeständigkeit der Eisens und zwar nur deshalt, weil sie das 65jährige Lebensalter über. feits ist der Erfolg folcher Strenge fehr fraglich. Der Hauptteil bahntarife werden erörtert. Alle Welt erörtert die wirtschaftlicher Schritten haben. Nad) am lidhen Feststellungen find die beiden Tech. unferes Strafgesetzbuchs handelt von Bergehen im Dienste und gegen Verhältnisse und schaut mit Sorgen auf die nächsten Wochen, vor niter noch durchaus in der Lage, ihre bisherigen Dienste zu ver- die Interessen der Wirtschaft und behandelt mit genügender juristi- ferner Zukunft ganz zu schweigen. Nur eine Stelle gibt es fchen. Aber nichts liegt den Bureaukraten näher, als bas, was für icher Bründlichkeit sowohl die größeren Bergehen( Art. 110 und 128) die unberührt von allen diesen Beiterscheinungen geblieben ist, bday die Beamten, die ihre volle Benfion beziehen, vorgeschrieben ist, wie auch die Kleineren( 2t. 108). Natürlich findet der Difzi preußische Landwirtschaftsministerium; bort wagt man noch nichy cuch schematisch auf die Angestellten zu übertragen, ohne diesen in plina arrest Anwendung auf die übrigen, bom großen Gefichts. Die Geldentwertung zu berücksichtigen und geht au irgendeiner Weise den Lebensunterhalt zu ermöglichen. In Caffel puntte aus unbedeutenden Verfälschungen und feinen ein Gejammer der Abnehmer hin von dem standalösen Satz vor ist ein seit 18 Jahren bei der Reichsbahn beschäftigter Diplomingenieur ahrläffigteiten, die eine Schäbigung des Ganges ingend. 1 Broz. pro Woche noch herunter auf Proz. Man weiß im Alter von 50 Jahren entlassen worden, weil er sich im Dienste eines Unternehmens im Gefolge haben, find bereits durch das nicht, was ist größer, die Dreiftigkeit im Fordern oder die Unfähig der Berwaltung einen Hörfehler zugezogen hat und einige Strafgesetzbuch dem Spruche des Richters unterfeit beim Nachgeben. Auf jeden Fall ist die Angelegenheit jetzt in ein Monate tranf gewesen ist. Stadium gerüdt, wo ihr Interesse weit hinausreicht über die Holz Glauben die verantwortlichen Beamten, die seltst durch lebens. Die Aburteilung solcher Fälle würde dem Sinne des Gesezes industrie, wo die gesamte Deffentlichkeit Säuberung de längliche Anstellung und Ruhogehaltsversorgung gesichert sind, dem widersprechen. Was die anderen Kleinigkeiten betrifft, die feinerlei preußischen Ministerien von Leuten fordern muß, die in dieser Berufsbeamtentum zu dienen, wenn sie bei den Angestellt die Schaden im Gefolge haben und lediglich den Betrieb an. Beise Staatseigentum verschleudern. einfachsten menschlichen Verpflichtungen mit Füßen treten? Sollten gehen, fo hätte es genügt, es bei ber bisherigen Befugnis fie gar nicht daran gedacht haben, daß fie turch ihr Vorgehen die ber Betriebsleitung zu belaffen, die in felchen Fällen Ber. übrigen Menschen, die nicht die Sicherungen der Beamtenstellung meife erteilen, Gelb ftrafen fefifehen, den Schuldigen im genießen, auf den Gedanken bringen, zu fragen, weshalb die Be Range herableg en oder aus dem Dienste entlaffen fann. amten und Angestellten og gleicher Dinstleistungen Außerdem handelt von der Auferlegung fleinerer Bußen auch der so unterschiedlich behandelt werden? Artikel 108 des Strafgesetzbuchs. Die Einführung des Arrefts be: deutet daher, daß die Perfonen, auf die in solchen Fällen Art. 108 Anwendung fände, bedurch dem ordentlichen Richter ent zogen werben. Statt dessen sollte man lieber das Gesetzbuch abändern. Aue i. S. 11. 2. m. g. morfen. Hochbahngesellschaft. Der Geschäftsbericht der Gesellschafi für elettrische Hoch- und Untergrundbahnen in Berlin für das Jahr 1922 ergibt, daß die Zahl der Fahrgäste, abgesehen von zwei Monaten, in die Streits fielen, zwischen 9 331 714 und 11 177 741 schwankte. Der Betrieb ist durch die Strede vom Reichstanzlerplat bis zum Stadion und durch die lebernahme der Betriebsführung auf der Nordfüdbahn erweiteri worden. Zu den Verbandstagswahlen der Metallarbeiter. Zu den von uns gestern mitgeteilten Ergebnissen aus dem Die Einnahme stellte sich im Gesamtnez auf 893 MilReiche liegen rod) folgende vor: Die Liste Amsterdam fiegte in lionen, bei den eigenen Linien auf 817 Millionen und bei der Bis das deutsche Betriebsrätegefes eine Aenderung zum Flachbahn Warschauer Brüde- Lichtenberg auf 3,7 Millionen. Die Mannheim, Bremen, Chemnik, Zwickau i. S., Geiseiheim, Hohen- Besseren brachte, haben die deutschen Gewerkschaften einen jahre. Bilanz ist mit großer Zurückhaltung aufgestellt. Abschreibungen limburg, Lüber, Kiel, Stettin und Ludwigshafen. Die Liste langen harten Kampf geführt gegen den Zustand, daß Unternehmer- find nur in geringem Maße vorgenommen, man hat hierfür die Mostau in Effen, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Hagen i. B., willtür dem Arbeiter im Betriebe eine Geldstrafe auferlegen fonnte, Gelbentwertung für fich mirten lassen. So kommt es, daß Solingen, Remscheidt, Eßlingen, Stuttgart, Blauen, Coburg und und die Sozialdemokratie fämpfe jederzeit gegen das Unwefen des bie Gebäude insgesamt nur mit rund 2,9 Millionen Mark zu Disziplinarverfahrens in der Beamtenschaft. Die russische Buche stehen, also noch nicht so viel, wie die Errichtung eines Sowjetregierung, die sich Arbeiterregierung nennt, hat nur 23,2 millionen in der Bilanz enthalten. Die Wertpapiere stehen Stalles heute foftet. Kraftwerke und Betriebswerkstätten find mit einem graufen Gemisch von altpreußischer Beamtenreglementierung, mit 12,7 Millionen Mark zu Buch, ein Betrag, der bei den heutigen fapitalistischer Betriebstyrannet und ostelbischer Gesindeordnung zur nach Hunderttausenden und Millionen gehenden Kurjen längst Auferstehung verholfen. Unsere deutschen Kommunisten wird dies nicht den Wert der Effekten wiedergibt, die die Gesellschaft besitzt. gewiß nicht abhalten, die Gewerkschaftsbureautzatie" zu verfluchen Allein die 3,5 Millionen Mark Aktien( Nennwert) der Allgemeinen und die Sowjetherrschaft als höchstes Siel zu feiern. Berliner Omnibusgesellschaft, die dem Effenftenfonto zugefloffen find, stellen einen vie größeren Wert vor, als er hier in der Bilanz angegeben ist. Obwohl alfo in den Bermögenswerten gewaltige stille Reserven steden, sind noch dem Erneuerungss Durch Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin fonds 104 Millionen Mart zugefloffen, von dem 37,4 Millionen murden die Löhne der Hausangestellten in Gefchäftsverbraucht wurden. Der Reingewinn ist mit 42,5 millionen Mark und Industriehäusern ab 22. Juli durchschnittlich um recht gering angegeben, ebenso wie die Dividende trotz ihrer Er55 Bros. erhöht( Svipenstundeniohn 28 958.). Reinemade höhung von 5% auf 40 Broz über den Geschäftsgang und die frauen erhalten 12 000 mt. pro Stunde. Tarifabzüge find im Rentabilität nichts sagt. Für die Dividende, die auf eine Uftie ent Bureau des Deutschen Portierverbandes( Seffion VII des Deutschen fällt, fann der Aktionär sich noch nicht einmal eine einfache Karte Berkehrsbundes), Berlin W., Bayreuther Etr. 31, und Engel auf der Untergrundbahn dritter Klaffe faufen. Die Stadt Bera ufer 24/25, Zimmer 26, gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches zu tin hat sich durch Uebernahme von drei Millionen Mart Attien die dritte Juliwoche regelt, ist am 23. Juli für verbindlich erklärt am Schluß des Jahres 3700 Arbeiter und Angestellte, darunter haben. Der Schiedsspruch vom 18. Juli, welder die Löhne für an der Hochbahngesellschaft beteiligt. Die Gesellschaft beschäftigte worden. Die„ Rote Fahne", nachdem sie vor den Wahlen die wert beständigen Löhne als Schwindel bezeichnet hat, befundet plöglich eine große Borliebe für wertbeständige Löhne. Da die Funktionärversammlung der Metallarbeiter, die heute abend stattfindet, fich mit der Schaffung wertbeständiger Löhne zu befassen haben wird, beschäftigt sich das fommunistische Blatt in einem langen Artifel mit den wertbeständigen Löhnen, um den Funktionären die Befehle von Mostau zu erteilen. Bom Friedens. reallohn schreibt die Rote Fahne" nur mehr folgende bescheidene Worte: Die Forderung des Friedensreallohnes ift feinesmegs ein agitatorisches Schlagwort, sondern fann fehr wohl als Siel forderung aufgefiellt werden." Lohnregelung für Hausangeftelte. B 530 Frauen. Wir wissen nicht, was die„ Rote Fahne" unter der sonderbaren Bezeichnung Bielforterung" versteht. Entweder ist es eine For berung, die man jest aufstellt, oder aber es handelt sich um ein später zu erreichendes Ziel. Wenn es sich um legstres handelt, bant erflären mir, daß unsere Forderungen meitergehen. Unser Ziel ist nicht der Friedensreallohn", sondern der Sozia Iismus. Und auch innerhalb der tapitalistischen Gesellschaft 250 Prozent Lohnerhöhung in den Wach und Schließ- Die gewaltige Nachfrage nach wertbeständigen Anleihen hält muß über ben Friedensreallohn hinausgegangen werden. gesellschaften. Nach zweimaligen Berhandlungen bor bem infolge ter Dollarbauffe an; die geichnung der Sächsischen Roggen Borauslegung hierfür ist freilich, daß zunächst mit dem Raubbau Schlichtungsausschuß Groß Berlin tam endlich 20. Juli anleihe, die am Montag begonnen hat, wurde bereits am Dienstag in unserer Wirtschaft und mit dem Standal unserer Finanzpolitit zwischen dem Deutschen Berkehrsbund( Seftion VII) und gefchloffen, weil zuviel Anmeldungen vorlagen. aufgeräumt wird. Das dämmert ja auch der„ Roten Fahne" auf. 15 Wach und Schließgesellschaften ein Lohnablommen zustande, Ein weiteres Hindernis, um die Friedensreallöhne jezt schon zu elches für Wächter und Kontrolleure für den Monat Juli eine Berantwortlich für Bolitit: Bictor Schiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Saternus, 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: erreichen und darüber hinauszukommen, sind die Lasten, die der 260prozentige Lohnerhöhung vorsieht. Die Kleidergeldentfchädigung Friedrichshagen: Gewerkschaftsbewegung: wurde ebenfalls um 260 Prog. erhöht. Dr. John Schilowsti, Charlottenburg; 2otales und Sonstiges: Billy Mōbus, Bertrag von Bersailles der deutschen Wirtschaft auferlegt hat. Berlin Pantow; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Die Internationale Union der Holzarbeiter hat ab 1. Auguft und Berlagsanstalt Taul Ginger u. Co., Berlin SB. 68. Bindenfirage 3. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruferet Um zu bemeisen, daß die Lohnvereinbarung in der Berliner Metallindustrie nicht nur die Bertbeständigkeit der vereinbarten ihre Adresse nach Alberdind Thijmstraat 30 in Amsterdam verlegt. Grundlöhne nicht gefichert, sondern die Metallarbeiterföhne noch Sefretär ift C. Woudenberg. AUGUST unter die Tarifiöhne der anderen Arbeitergruppen herabgedrüdt hat, zitiert die„ Rote Fahne" eine Reihe von Tariflöhnen anderer Anzüge gut, modern verarbeitet, la Stoffe nom beften bis zum billigten, von 725000 Reiser, Sportkleider Anzüge Mäntel Hosen Mäntel reelle Stoffe, neuefte Form, vom nornehmsten bis a. einfachsten, von d Gummi Mäntel nur la Marken, elegante Porm Hosen Rammgarn, Budstin, fchöne Streis ien, fefte billige Arbeitshofen, Don 000 145000 Damen Mäntel vom elegantesten bis zum einfachsten Kleczewski Wilmersdorfer Str. 127 erste Etage am Bahnhof Charlottenburg Kottbuser Straße 4 Ecke Schillerstraße am Kottbuser Tor. Fahrgeldvergütung! Donnerstag, abends 8 Uhr. im„ Nordischen Hof"( meißer Gaal), Invalidenstraße. Tagesordnung: Be Af Mitgliederter ammlung, Gefundheitsindustrie. richt über die Zuliverhandlungen. Wanzen Motten, Läuse samt Brut kann jed. Laie in 3 Std. durch apparateloses Linksol selbst radikal beseitigen. Restehandly Erhält, in all. 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