Nr.349 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 173 Bezugspreis: Für den Monat Juli 30 000 3. Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar. und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 38 000 m., für das übrige Ausland 43000 M. Poftbezugspreis freibleiben d. Boftbestellungen nehmen an Belgien, Dänemark, England, Estland, Finnland, Frant reich, Holland, Lettland. Luremburg, Desterreich, Schweden, Schweiz. Tschechoslowakei und Ungarn. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Zeit", der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" crfcheint mochentäglich ametmal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillegeile toftet 12 000 m. Reklamezeile 60 000 M. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 5000 M.( u= Täffig zwei fettgedruckte Worte), Wort jebes weitere 2 200 D. 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WIB. meldet um Mitternacht: Die Reichsregierung beriet auteilungen für eine beffere Lebensmittelbeschaffung sorgen. auf Grund der Vorarbeiten der Ministerien und der Vorbe- Im weiteren Verlaufe der Sigung wurde zur Sprache gebracht, daß sprechungen, die in letzten Wochen beim Reichskanzler stattge- die Knappheit an Kartoffeln und Gemüse in der Hauptsache dadurch funden haben, heute unter dem Vorsitz des Reichspräfi- verschuldet ist, daß die Ernte infolge der Ungunft der Witterung sich denten über die Maßnahmen, die angesichts der gegenwärti- verzögert hat. Wegen der Devisenschwierigkeiten kommt die Einfuhr gen wirtschaftlichen Notlage zu ergreifen find. ausländischer Kartoffeln nicht in Frage, die aus Holland eingeführten Verabschiedet wurde der Entwurf des Gesetzes über die müssen dem Ruhrgebiet zugute kommen. Man trägt sich mit der Erhebung eines Opfers für Rhein und Ruhr, Absicht, zu versuchen, als Ersatz für Kartoffeln gewiffe Teigwaren eines Gejehes über Uenderung einzelner Berbrauchs- und andere Baren bereit zu stellen. An die landwirtschaftlichen OrSteuergejege und eines Steuerzinsgesetzes, die gemeinsam ganisationen soll erneut die Aufforderung ergehen, durch erhöhte die Inflation zu hemmen helfen werden. Der Reichsfinanz- Lebensmittelablieferung die Versorgung der Städte zu erleichtern. minister legte ferner den Entwurf eines Gesetzes zur Alende. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen, daß die katastrophale Ent rung des Vermögenssteuergesetzes, des Erb. wertung der Mark die Ernährungsschwierigkeiten erhöht, indem sie fchaftssteuergesetzes und des Umsatzsteuer- die Lebensmittelprobuzenten davon abhält, ihre gefehes vor, durch das insbesondere Anpassung an die Waren gegen das schlechte Papiergeld zu verkaufen, bevor sie Geldentwertung erreicht werden soll. es unbedingt müffen. Man hofft, mit der Einbringung der Ernte In einem Telegramm an die Ministerpräfi- von Kartoffeln und Gemüse die Schwierigkeiten auf diesem Gebiet denten der Länder hat der Reichskanzler darauf hinge. bald überwinden zu können. Zu dem Mangel an Fleisch trägt wiesen. daß die Beratung dieser Gefeße im Reichsrat so be- bei, daß große Biehmengen nicht erst nach Berlin transportiert, Jonschleunigt werden muß, daß fie dem Reichstag am 8. dern in andere Städte geleitet und zum Teil auch von den Konserven oder 9. August vorliegen. fabriken aufgekauft werden. Weiter wurde über die Ausgabe der wertbeständigen Anleihe beraten. Genauere Festlegungen hierüber werden in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Ueber weitere Maßnahmen der Reichsbant, insbesondere zur Lösung der Goldkreditfrage, werden ebenfalls in den nächsten Tagen Mitteilungen erfolgen. Cuno an die Landwirtschaft. BIB. meldet: Die Deputation verlangte ferner die Bereitstellung größerer Mittel für Rotstandsarbeiten. Heute foll im Rabinett über diese Frage ebenfalls verhandelt werden. Am Sonnabend soll noch eine weitere dringende Besprechung mit dem Reichswirtschaftsminister, dem Reichsarbeitsminister, dem Reichsernährungsministe: sowie mit dem preußischen Minister des Innern und dem preußischen Finanzminister stattfinden. Belgiens Entscheidung. Der Reichstanzler Dr. Cuno hat an die Führer der Landwirt. fchaft folgendes Telegramm gerichtet:„ Die Städte find infolge der Die internationale Lage wird im Ausland wieder peffiBerspätung der Ernte von Startoffeln entblößt. Auch sonst wachsen mistischer beurteilt. Ausschlaggebend dafür ist die Tatsache, die Ernährungsschwierigkeiten der großen Berbrauchermassen. Ich daß es Frankreich offenbar gelungen ist, Belgien in der richte daher an die deutsche Landwirtschaft den dringenden Frage der Einstellung des passiven Widerstandes als Aufruf, alle Kräfte anzuspannen, um die Erträge insbesondere Borbedingung jeglicher Verhandlungen mit Deutschland bei der Frühfartoffelernte möglichst umgehend dem Berbrauch der Stange zu halten. Demgegenüber ist der Umstand, daß zuzuführen und die Lage in den Städten zu erleichtern". die belgisch- französischen Ansichten in der eigentlichen Repa rationsfrage voneinander so abweichen, daß eine gemeinsame Antwort an England nicht erfolgen fann, von relatip geringer Bedeutung. In dem Augenblid, wo auch Belgien die Kapi tulation Deutschlands fordert, wäre der Erfolg der ganzen englischen Aktion in Frage gestellt. Der Reichskanzler und der Reichsernährungsminister merben in den rächsten Tagen auch mündlich mit der Landwirtschaft wegen Behebung der Ernährungsschwierigkeiten erneut ins Benehmen treten. Polizeilicher Schuh für Lebensmitteltransporte. Der Amtliche Breußische Prefsedienst schreibt: Es gehen Gerüchte um, daß in einigen Gegenden des Landes aus Furcht vor bevorstehenden Unruhen die Beschidung der Märkte seitens der Landbefizer unterlaffen wird. Es ist eine selbstverständliche und bringende Pflicht aller derer, die Lebensmittel produzieren, diese auf den Markt zu bringen, da neben der wachsenden allgemeinen Teue rung eine nicht genügende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln außerordentliche Gefahren im Gefolge haben fönnte. Zu unserer Genugtuung fönnen wir mitteilen, daß die ländlichen Organisationen auf ihre Mitglieder dahin einwirken, die Märkte nach wie vor regelmäßig zu beschicken. Die Broduzenten mögen wissen, daß die Polizeibehörden angewiesen worden sind, die Lebensmittel auf den Transporten zu den Märkten aus reichend zu schützen. Die Ernährungssorgen Berlins. Zur Beratung über die Ernährungsnotlage der Stadt Berlin und ihrer Abhilfe fand gestern im Reichsernährungsministerium eine mehrstündige Besprechung statt, an der von der Regierung außer mehreren Kommiffaren Staatssekretär Heinrici vom Ernährungs. ministerium und Staatssekretär Ramm vom preußischen Landwirtschaftsministerium und vom Berliner Magistrat Oberbürgermeister BoB, Bürgermeister Ritter, Stadtrat Richter und Frau Stadt. rat Dr. Ben I teilnahmen. Die Beratung erfolgte auf Grund des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung. Der Oberbürger meister mies auf die bedrohliche Situation hin und legte dar, daß die Zahl der Die Krise der Lebensmittelversorgung nähert sich dem Höhepunkt. Selbst für große Geldscheine gibt es fast nichts mehr. Lange Bolonäsen vor den Geschäften erinnern an die Zeit, wo trok Kriegszwangswirtschaft und schärfster Rationicrung niemand sicher war, ob er auch den auf ihn entfallenden Anteil der zwangsbewirtschafteten Ware erhalten würde. Auch heute haben wir eine solche 3 wangs wirtschaft, nur mit dem Unterschied, daß sie nicht von Behörden ausgeübt wird, fondern von den Produzenten und 3mporteuren. Diese wiederum stehen unter dem wachsenden Druck des Valutasturzes und der Knappheit am Devisenmarkt. Lebensmittel sind da aber die Verbraucher erhalten nicht genug, oder sie sind zu teuer; auch Devisen gibt es aber diejenigen, die damit Ware heranbringen wollen, erhalten sie nicht oder können sie nicht verwerten, weil niemand weiß, ob die erzielte Summe in Papiermark die Einfuhr oder die benötigten Devisen be 3 a hit machen. An einem einzigen, dem gestrigen, Tage fostete der Dollar in Berlin 760 000, in Danzig zwischen 600 000 und 900 000, in New Dorf 1 050 000 m. Belcher Lebensmittelimporteur soll Dollars für mehr als eine Million kaufen, um dann in Berlin nur drei Virtel des Gegenwertes zu erhalten und dann noch nicht zu wissen, ob er mit dem Papiererlös auch wirklich die Dollars oder die Lebensmittel und Rohstoffe wieder kaufen fann? Das alles find Erklärungen. Worte machen nicht satt. Aber Worte, die zum Sturm auf die Läden auffordern, wie man sie jetzt manchmal hört, können das Elend nur ver= größern. Es ist zweckmäßig, daß die preußischen Polizeibehörden angewiesen worden sind, die vom Lande hereinkommenden Lebensmittel auf den Transporten und auf den Märkten zu schüßen, und es ist nur recht, daß die ländlichen Organisationen bemüht sind, die Landwirte zur besseren Lebensmittellieferung an die Städte zu veran lassen. Es muß aber dahingestellt bleiben, ob derartige Zufagen ausreichen werden, um die dringend erforderliche Beffe rung der Nahrungsmittelversorgung der Städte auch wirklich ung der Nahrungsmittelversorgung der Städte auch wirklich herbeizuführen. in die Höhe, die nicht nur den Verbraucher, sondern auch die Denn die Preise springen mit dem Dollar in einer Weise Berteiler in die Enge treibt. Der Protest des Berliner leinhandels in ihrer Bersammlung am Donnerstag zeugt von einer Erbitterung, die kaum mehr zu überbieten ist, leider aber nicht von ebensolcher Erkenntnis. Wie muß es auf die Verbraucher wirken, wenn die Händler an die Spize ihrer Forderungen den Schuß gegen Kartellwillkür also Schutz Paris, 27. Juli.( Eca.) Auf Grund des heutigen Leitartikels ihrer selbst vor Auswucherung stellen, gleich darauf des" Temps" tönnen eine Reihe von Rückschlüssen auf den Stand aber mit aller Entschiedenheit jeden Schuh des Verder französisch- belgischen Verhandlungen sowie auf den Inhalt der brauchers durch Buchergeseze mit der gleichen Entschiedenfranzösischen Antwort an England gemacht werden. Der heit bekämpfen? Auch die Form, wie sie jeden regelnden Ein" Temps" stellt zunächst fest, daß das gestern in Paris abgefaßte hinstellen, muß die Arbeiterschaft erbittern und Zweifel daran griff in die Warenverteilung als Knzession an die Straße" Dofument in feiner Weise einen Entwurf einer Antwort an Deutsch ermeden, ob diefe Leute überhaupt dazu berufen sind, über and enthalte, so wie dies heute früh der„ Matin" behauptet hatte. die wirtschaftlichen Grundforderungen der Gesamtheit zu urFrankreich und Belgien feien noch weiterhin entschloffen, teinen teilen. Die Straße" ist es ja, in der die Einzelhändler wohnen, deutschen Vorschlag in Betracht zu ziehen, solange der deutsche non deren Käufern sie leben. Wer in der Not ist und in diefer Widerstand fortgesetzt werde, und infolgedeffen sei es natürlich nicht Not die Hilfe der anderen ebenfalls notleidenden Volksgenossen ihre Aufgabe, eine Antwort an Deutschland zu senden oder auch wünscht, sollte sich hüten, den anderen zu reizen. nur den Entwurf einer Antwort an Deutschland, welche England bereits fertiggestellt habe, zu verbessern. Die französische Antwort an England beschäftige sich vielmehr mit dem Begleit schreiben, das die englische Regierung ihrem Antwortentwurf beigegeben habe. " Aber die Irrwege der Interessenten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, daß tatsächlich eine Gefahr vorliegt, die nicht unterschätzt werden darf. Ein Redner, Dr. Kizinger vom Textileinzelhandel, hat in der erwähnten Versammlung außerordentlich treffend etwa das folgende gesagt:„ Meine Herren, ob Sie so oder anders verfahren, es fommt alles auf eins heraus: entweder der Konsument holt sich seine Ware ohne Entgelt gegen Entgelt dann sind Sie auch pleite- also bleiben nur die Tagespreise. Und wenn Sie dann wegen Wuchers allefamt ins Gefängnis gehen, es ist doch besser, im Gefängnis zu ſizen als zuzusehen, wie unter dem Sturz der Mart das Betriebs= fapital vollkommen aufgezehrt wird und Sie nichts mehr kaufen und verkaufen können!" Der Artifei des„ Temps" führt dann weiter aus, daß die belgische Regierung nach wie vor die gleichen Forde rungen aufstelle wie die franzöfifche Regierung. Gleichzeitig würde dann sind Sie pleite! Oder er holt sich fie würde die in Paris verfaßte Antwort den von der belgischen Regie: rung vertretenen Ideen Rechnung tragen. Infolgedessen sei Grund zu der Annahme vorhanden, daß Frankreich und Belgien mit dem 9leichen Tert an England antworten würden. Der Temps" bestätigt alsdann, daß die französische Antwort einige Fragen enthalte. Das Dokument ſei ſtreng geheim und niemand fönne infolgedessen etwas über seinen Inhalt fagen. Aber es genüge, nachzudenken, um ihn sich an einigen Beispielen Das ist die Stimmung eines besonnenen Teiles der flar zu machen. Die englischen Blätter hätten mitgeteilt, baß ihre Händlerschaft. Die Läger werden leer, weil man für den Ervon schwerster Ernährungsnot Betroffenen 600 000 bis 700 000 Regierung, tem Bursche Deutschlands entsprechend, die Absicht lös der Ware feine oder nur weniger neue Ware kaufen kann. betrage. Er madie auf die Ketten von Lebensmittelfuchenden auf habe, die Schäzung der deutschen Zahlungsfähigkeit einem inter Kredite gibt es für den Kleinhandel so gut wie gar nicht. merksam. Besonderes Mißtrauen erwede in weitesten Schichten die nationalen Sachverständigenausschuß verschiedenartige Preisbildung angesichts des Man. Der„ Temps" meint, diese Abschätzung fäme der Absicht gleich, die gels an Nahrungsmittein, besonders an Kartoffeln. Hervorgehoben deutsche Schuld zu verringern. Wie, fragt der„ Temps", wäre wurde ferner die schlechte Beschaffenheit des Brotes, die dem man ein derartiger internationaler Schiedsspruch mit den genauen Be gelhaften, von der Reichsgetreidestelle gelieferten Mehl zugeschrieben ftimmungen tes Friedensvertrages zu vereinbaren? werde. Schlimm sei vor allem die Notlage der Erwerbslosen und der Kurzarbeiter. Unumgänglich notwendig sei die Bergebung von Notstandsarbeiten, auch seien dem Lebensmittelgroßhandel genügend Devisen zur Beschaffung von Waren und zur Bersorgung der Märkte 11 Sozialisten statt 3 in der ersten Kammer. Denn das ist das Entscheidende: Auf dem Lebensmittelzur Verfügung zu stellen. Ferner feien Mittel bereitzustellen, um Amsterdam, 27. Juli.( WTB.) ( WTB.) Die heutigen Wahlen zur markt gibt es heute nur eine Ware, die wirklich knapp ist: den Minderbemittelten die Lebensmittelbeschaffung zu verbilligen. ersten Kammer, die zum ersten Male nach dem Proportional die Kartoffel. Das ist an sich gar nichts Außergewöhn Es seien Teigwaren, Grieß, Hülsenfrüchte und Reis bereitzustellen. mahlsystem erfolgten, ergaben das folgende endgültige Resultat: liches vor einer neuen, verspäteten Ernte, wenn man auch der Staatssekretär Heinrici führte aus, daß die Ursachen des Katholiken 16( bisher 21), Orthodore 8( 14), chriftlich- historische Regierung den Vorwurf machen muß, daß sie von der überLebensmittelmangels in der Devisentnappheit liegen. Die Reichsbant Partei 7( 7), Soziqliften 11( 3), Freiheitspartei( Unions- reichen Ernte des vorigen Jahres vorzeitig und trotz der Warwerde, das fei vorbereitet, durch erhöhte Deoijen. liberale) 5( 1), freifinnige Demofraten 3( 4). nung der Berbraucher zu große Mengen an Kartoffeln der Wahlerfolg in Holland. anzuvertrauen. Aber was das Wesentlichste ist: den Genossenschaf ten geht es nicht anders. Was ist heute ein Geschäftsanteil von 100 000 m., für den man noch nicht ein Pfund Schmalz taufen kann, gegen einen Geschäftsanteil von 30 m. vor dem Kriege, für den man im Großhandel mehr als 50 Pfung Schmalz taufen fonnte? Die Zerrüttung der Wäh rung bedroht den Warenmarkt mit der Auszehrung, weil der Händler feine Ware mehr einkaufen kann. Spirituzfabrikatwn überlassen hat. Zeiten, wo vor der neuen Ernte die Kartoffelversorgung haperte, hat es seit 1914 oft ge- nug gegeben. Alles andere aber steht der deutschen Volkswirtschaft aus- reichend zur Verfügung. Fette sind da, wo nicht im Lande, so in den Häfen. Ueber Kutter, die jetzt vornehmlich in die Badeorte wandert und schon daher überteuert ist, lohnt kaum zu reden. Dank der agrarischen Preispolitik ist sie schon längst kein Volksnahrungsmittel mehr. Margarine ist längst nicht so knapp, wie es nach den leeren Läden erscheinen mag, von einer Knappheit oder einem Mangel an Getreide kann überhaupt keine Rede sein. Und doch bekommt der Verbraucher alles das nur in kleinen Mengenl Wie ist das möglich? Trotz der im allgemeinen guten Versorgungslage ist e i n e Marktpanik ausgebrochen, wie die Sozialdemokraten sie vor einer Aufhebung der Bewirtschaftungsmaßnahmen immer vorausgesagt haben. Die Marktpanik aber entwickelt sich so: der Produzent weigert sich, seine Ware bei dem gleitenden Geldwert gegen schundige Papiermark abzugeben. Der Großhandel scheut das in der Zeit vor der freien Wirt- schaft so viel gerühmte„Risiko" und die„Initiative" des Privatunternehmers, obwohl er Kredite bekommt. Der Klein- Handel aber, zwischen dem Preisdiktat der Lieferanten und dem Schrei der Verbraucher nach billiger Ware stehend, sieht sein Betriebskapital zerrinnen, nicht nur weil die Wuchsrgesetz- gebung es so will, sondern weil bei einem Dollarstand, der an einein Tage zwischen 600 000 und 1 050 000 M. steht, es einen festen Wertmaßstab für den Ein» und Verkauf nicht mehr gibt. Die Verbraucherschaft kann nun nicht zusehen, daß Hintz und Kunz bei Waren, die mit dem Dollar nichts oder nur wenig zu tun haben, ein Dollar von heute oder gar vielleicht von U/z Millionen als Preismaßstab genommen wird. Dazu ist ihre Kaufkraft, die schon jetzt versagt, viel zu sehr geschwächt! Deshalb, und weil es in diesen Zeiten aber wird ihr freudig die Verantwortung für die Folgen des langt sie das schärfste Vorgehen gegen will» kürliche W a r e n zu rü ckh a ltu n g und Preis- treiberei. Aber gegen die verheerenden Folgen der Marktpanik, die Warenknappheit, vermag die Wucherverfolgung nichts aus- zurichten. Die Warenknappheit ist herbeigeführt durch das Fehlen jeglichen Wertmessers. Daß wir heute so weit sind, ist der Erfolg der Regierung Cuno. Niemand aber wird ihr freudig die Verantwortung für die Folgen des Zusammenbruches am Devisen- und Warenmarkt abnehmen. Alle Anzeichen deuten auf h ö ch st e Gefahr. Wenn nicht schleunigst zur Goldrechnung übergegangen wird, hat die Papiermark, die als Wertmesser längst tot ist, auch als Zahlungsmittel nur eine Lebensdauer, die man allenfalls noch nach Tagen schätzen kann. Was dann kommt, wenn der Wirt- schaftsorganismus ganz versagt, ist die vollkommene Auf- löfung, ist Hunger in den Stödten und Arbeitslosigkeit im ganzen Land! Noch ist es Zeit. Das Volk hat das Recht zu fordern, daß die Regierung Notstandsmaßnahmen trifft, um die vorhandenen und verfügbaren Lebensmitelvorräte zu er- fassen und dem Verbraucher zuzuführen. Wenn sich keiner dazu findet, das Risiko der Geldentwertung zu übernehmen, so muß die Regierung, die das Währungselend nicht genügend bekämpft hat. es selbst tun und die Ware zu einem ertrag- lichen Preise an die Verbraucher bringen unter Zuhilfenahme der gemeinnützigen Konsumgenossenschaften. Darüber hinaus aber muß sie die von der Sozialdemo- kratie und von einem großen Teil des Bürgertums längst geforderten Maßnahmen treffen, um die Wirtschaft vor den Folgen des Markverfalls zu retten. Zunächst ist die Ein- führung von Gold steuern. Goldkrediten und einer allgemeinen Goldrechnung dringend erforderlich. Selbstver- ständlich muß zugleich die Frage der wertbeständigen Löhne auf breitester Grundlage und mit allgemeiner Ver- bindlichkeit gelöst werden. Sie sind für eine Reihe von Industrien und im Reiche durchgeführt: sie sind aber längst noch nicht allgemein in Geltung und werden vielerorts noch daraufhin revidiert werden müssen, ob sie auch in der gegen- wältigen Form ausreichend die Geldentwertung berücksichtigen. Das einzig«, was jetzt nicht geht, ist das tatenlose Ab- warten, das die Regierung Cuno bisher ausgezeichnet hat. Noch ist es Zeit! Aber in wenigen Tagen schon können sich die Wogen der Erbitterung überschlagen, wenn nicht weithin sichtbare Abhilfe geschaffen wird, ganze Taten erfolgen. Zentrum gegen Cuno. „Glatter Bankerott." Das führende Organ des Zentrums, die„Germania", ver- öffentlicht einen Leitaufsatz, der als die Sensation des Tages betrachtet werden muß. Denn er ist eine Kampf- ansage gegen die Regierung Cuno in der allerschärftten Form. In diesem Artikel, der die Ueberschrift trägt:„I n h ö ch st e r Not!" wird ausgeführt: Nicht nur in kommunistischen und sozialdemokratischen Kreisen hat die Mißstimmung einen gefährlichen Grad er- reicht, auch in Zentrumsvers»m m l u n g e n hört man Aeußmmgen von bisher nicht gekannter Schärf«. Ganz zu schweigen von den Ausbrüchen der Verzweiflung in den Elendpolonaijen, die sich wieder, wie mitten in der Kriegszeit, vor den Lebensmittel- geschöften bilden. Die Unzufriedenheit oder vielmehr die Wut ist allgemein. Sie äußert sich in den heftigsten Anklagen gegen die Regierung, gegen die Parteien, gegen den Reichs- tag, denen man die Verantwortung für die heutigen Zustände zu- schiebt und denen man vorwirft, die Dinge tatenlos laufen gelassen zu haben. Die Luft ist mit Elektrizität geladen. Cm Funke genügt, und die Explosion ist da. Es ist ganz zwecklos, den Kopf vor den Tatsachen in den Sand zu stecken und nicht sehen zu wollen, was jedermann fühlt. E» herrscht Reunte-Rovember- Stimmung. Man mag noch so viel Enischuldigungs- und Erklärungsgründe für die Entwicklung anführen, die Tatsache läßt sich nicht weg- diskutieren, daß das Elend zu einem wefenllichen Teil« durch in« Reichsregierung herbeigeführt worden ist. Diese Regierung hätte stark fein können, wenn sie nur gewollt hätte. Innerpolitisch hat sie es gut gehabt wie kein« ihrer Vorgängerinnen. Außenpolitische Rücksichten und, wie wir heute ruhig zugestehen können, nicht immer richtig verstanden« nationale Disziplin haben fast jede Kritik verstummen lassen, auch da, wo ein ernstes und kräftiges Wort am Platze gewesen wäre. Di« Regierung Cuno aber bedeutet eine einzige Eni- täuschung. Der Regierung Wirth wurde vorgeworfen, sie hätte sich häufiger gewandelt und sich im Zickzackkurs bewegt, aber die Regierung Tuno bewegt sich überhaupt nicht mehr. Sie steht still... Entweder hat die Regierung die heutigen Zu- stände vorausgesehen— dann sind ihre Unterlassungssünden groß, oder sie hat sich von ihnen überraschen lassen— dann hat sie es so an Voraussicht und politischem Instinkt fehlen lassen, daß man nur von einem glatten Bankerott reden kann. Wie die Dinge liegen, muß man annehmen, daß die Regierung die innen- und außenpolitisch« Lag« zu optimistisch von Anfang an beurteilt hat und daß ihr infolgedessen die Dinge über den Kopf gewachsen sind. Vor allem hat sie die Dauer des Ruhr- kampfes ganz falsch eingeschätzt. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Regierung allzu sehr unter dem Eindruck unserer nationalistischer Phrasenmacher gestanden hat und daß sie an die Wirkungen starker Worte mehr geglaubt Hot. als ihr und leide? mich dem deutschen Volke bekömmlich war. Dabei wollen wir ganz die Gerücht« außer Acht lassen, die von bestimmten Einflüssen in der Reichs- k a n z l« i sprechen. Jedenfalls stehen wir heut« vor den End- ergebnissen, die die auf falscher Beurteilung der Lage beruhend« Politik der Reichsregierung herbeigeführt hat. Hätte man die Mittel zum Ruhrkompf rücksichtslos durch Steuern aufgebracht, dann hätten wir vielleicht weniger nationale Redensarten gehört, dafür aber nicht die ver- hängnisvollen Konsequenzen einer Politik zu erleben brauchen, die, statt die Staatsgewalt mit starker Hand zu gebrauchen, lieber den Einflüsterungen von Inieressenkreifen folgte. Dann hätte es auch weniger Leute gegeben, die an der Markverschlechte- rung verdient hätten... Es heißt, die Regierung arbeite jetzt mit aller Macht an der Ausarbeitung schnellfließender Steuervorlagen, die große Beträge einbringen sollen. Eine gründlicher« Reform unseres Eteuerwesens ist gewiß eine absolute Notwendigkeit, ober die Frage ist doch, ob sie schnell und durch- greifend genug erfolgen kann, um wirksame Hilfe zu bringen. Das Vertrauen zu der Regierung und auch zum Reichstag ist im Dolke nach dieser Richtung jedenfalls außerordentlich schwach Deshalb hört man fast aus allen Kreisen, selbst aus linksstehenden, den Ruf nach einem Diktator oder noch Einsetzung eines Wohlfahrtsausschusses, dem die Vollmacht zu diktatorischen Maßnahmen gegeben werden müfle. Dieser Ruf nach dem Diktator ist als Ausdruck der verzweifelten Stimmung bezeichnend und verständlich, aber doch ein Versuch mit untauglichen Mitteln. Die Regierung könnte Diktator sein, wenn sie«s wollte, denn keine Partei und keine Berufsgruppe wäre heute in der Lage, energischen, Erfolg versprechenden Maßnahmen der Regierung Widerstand entgegenzusetzen. Der Reichstag will sich im Laufe des kommenden Monats oersammeln. Je eher er es tut, desto besser. Freilich genügt es dann nicht, schöne Reden zu halten, sondern es muß endlich gehandelt werden. Sommi der Reichstag zu der lleberzeugung. daß die augenblickliche Regierung nicht di« Kraft und die Aukorikäi mehr hat, um die Lag« zu meistern, dann ist e» feine Pflicht, die kaufe- quenzen daraus zu ziehen. Er muß jetzt den Mut zur Verantwortung haben und Zühr er willen zeigen. Findet er nicht die Srast zu entscheidende» Enischlüflen. ohne Rückficht aus Zaleressen. Politiker, dann ist das Schicksal des Parlamentarismus besiegelt und mit ihm, fürchten wir, das Schicksal de» deutschen Voltes. Die Ausführungen der-„Germania" sind klar, nur m einem Punkt bedürfen sie der Erläuterung. Wenn von„bestimmten" Einflüssen in der Reichskanzlei geredet wird, jo kann damit nur H e l f f e ri ch gemeint fein, der als einer der einflußreichsten Berater des Reichskanzlers gilt. Die Regierung Cuno ist die zweite Reichsregierung der Republik ohne Sozialdemokraten. Die erste endete bekanntlich mit der Katastrophe des Londoner Ultimatums. Die Regierung Cuno stützt sich auf die„Arbeits- gemeinschaftderMitt e", deren Kernstück das Z e n- trum bildet, und die gegründet wurde, ir.n der Sozialdemokratie ein Gegengewicht zu bieten. Di« Sozialdemokratie hat während des ganzen Ruhr- kampfes sachlich die Auffassung vertreten, von dem die Kritik der„Germania" an der Regierungspolitik jetzt ausgeht. Sie hat alles getan, um die Regierung und die hinter ihr stehen- den Parteien aus dem Wege vorwärtszudrängen.der durch diese Auffassung vorgezeichnet wird. Sie war aber auch stets und ist noch immer der Meinung, daß sich das Reich in seiner gegenwärtigen Lage den Luxus langwieriger, ausweglos scheinender Regierungskrisen nicht leisten kann, und daß daher negativen Konsequenzen, wenn sie gezogen werden, die p o s i t i v e n auf dem Fuße folgen müssen. Mit anderen Worten: Wer die Regierung Cuno stürzen will, muß dafür sorgen, daß eine starke, aktions- sähige. auf ehrliches Vertrauen breiter Bolksmassen gestützte Regierung sofort als ihre Nachfolgerin auf den Plan tritt. Auf alle Fälle gibt der Aufsehen erregende Artikel der „Germania" einen Grund mehr ab, die rascheste Einberufung des Reichstags zu fordern. Es muß Klarheit geschaffen werden! Im veleidigungSprozeß Suttner— Davldsohn verwarf der Siros- senal des KammergerickiS am Freitag die von dem Angellagtm Davidsohn eingelegte Revision. Da» Urteil der Strafkammer Berlins, durck, das Davidsohn wegen übler Nackrede gegen Kuttner mu böcklstzuläisigen Geldstrafe verurteilt wurde, ist damit rechts« kräftig. In der Urteilsbegründung d-s Kammergerichts wird ausgeführt, daß die Strafkammer ohne Rechtsirrtum Notwehr de« Kläger» im Falle Eichhorn angenommen habe, daß andererseits der Schutz des§ 198 dem Angeklagten nicht zustehe, weil die Form seiner Aeußdrung deutlich die Absicht erkennen lasse, den Kläger zu beleidigen und herabzuwürdigen. Pflanzen zu bedecken, wenn man nicht vorzieht, aus frischem Kuh- mist und warmem Wasser bereitete Pflaster zu verwenden. Eben dort schnürt man bei Schlangenbissen das gebissene Glied fest ab, und legt, wenn man die Schlange töten konnte, den Schlangen- köpf auf die Wund«. Bei Verrenkungen muß der Patient ein warmes Bad nehmen, woraus die Prozedur der Einrenkung erfolgt. Handelt » sich um eine Schenkelverletzung, so bindet man den Kranken für acht oder neun Tag« an zwei in die Erde gerammte Pfähle, um ihn an jeder Bewegung zu hindern. Im ägyptischen Sudan wie anderwärts auch schreitet man nur in den dringendsten Fällen zur Amputation eines Gliedes. Wie Dr. Hassan Zeti versicherte, wurde in der Armee des Mahdi, wenn die Amputation unumgänglich war. der Patient in einem Raum festgebunden und mußte den Arm oder das Bein durch ein in die Mauer gehauenes Loch oder durch ein Fenster stecken. Da, betreffende Glied wurde dann von dem mit der Operation betrauten 57eilkünstter auf ein Kissen gelegt und durch einen Hieb mit dem kurzen Säbel abqetrennt. Die Amputationen wurden vor wenigen Jahren noch in Kordofan in dieser primitiven Art ausgeführt. Man taucht den Stumpf, um die Blutung zu stillen. in siedendes Oel, und verbindet einig« Tage nach der Operation die Wunde mit einem, aus einer Mischung von Salz und Holzasch« bestehenden Plaster. Einstein über den französischen Pazifisten Langevain. Bei den Friedenskundgebungen, die am Sonntag anläßlich der neunten Wiederkehr der Tage des Kriegsausbruchs vormittags 10 Uhr in Berlin stattfinden, wird neben 20 Bertretern der deutschen Linksparteien und S Delegierten der englischen Kultur, und Parka- mentskreis« als Abgesandter der Pazifisten Frankreichs der berühmte Physiker dieses Landes, Prof. Langevain- Paris, das Wort ergreifen. Prof. Albert Einstein schildert l*e Bedeutung Langevains folgendermaßen:„Longevain ist heute unter den theoretischen Physikern zweifellos der bedeutendste in Frankreich. Die junge Generatton von Physikern besitzt in ihm de., hervorragendsten wissenschaftlichen Lehrer des Landes. Seme wich- tigsten wissenschaftlichen Leistungen liegen auf dem Gebiet des Mag. netismus, der Ionenlehre und der Relativitätstheorie. Es ist ein Vorkämpfer der sozialen Gerechtigkeit und des pazifistischen Ge- danken». Sein« Freund« verehren in ihm«in« Persönlichkeit von außerordentlicher Klarheit, Lauterkeit und Güte." Professor Langevain wird in sämtlichen Kundgebungen des Sonntags das Wort ergreifen. Ein Kraftwerk am Jordan. Auf der Strecke vom Meromse« bis zum Toten Meer fällt der Jordan um vierhundert Meter. Di« Kraft dieser Absturzes soll dem Lande dienstbar gemacht werden, vorerst zwischen dem Ste Tiberios und der Ebene?}e°?«el, wo da» Gefälle auf einer Strecke von 12 Kilometern m.ebr o!» vierzig Meter beträgt. Erbauer dieses W a s e r k ra f t w e r k, ist der russische Ingenieur Peter Ruthenberg, der wie„Dos Neu« Palästina" mitteilt, unter Kerenski Gouverneur von Petersburg man, sich aber seitdem von der Politik abqewandt ha«. Ruthenberq hat ein« ähnliche Anlage schon in Nord-Kalabmn geschaffen. Di« Wasserkraft des Iordangefälles wird in Elektrizität umgc- wandelt und gleichzeitig der Bewässerung des Landes dienstbar gemacht werden. Dos Kapital für die Anlage— eine Million Pfund Sterling— ist von ewigen Engländern ausgebracht worden, Der Dollar steigt rapid* Don Fritz Müller, Chemnitz. Der Deutschnational«: Al» wir noch«inen Kaiser hatten, galt der Dollar 4,20 M. Wählt deuffchnattonal, dann wird die Mark wieder... Der Kommunist: Recht, so, der Dollar mag ruhig weiter steigen. Dann haben wir in Deutschland bald russische Verhältnisse! Der Antisemit: Für jede Mark, die der Dollar steigt. sollte man einen Juden aufhängen! Der Republikaner: An dem rapiden Versall unserer Währung ist der Rathenau-Mord schuld. Der Oesterreicher: Boriges Jahr habt Ihr uns besucht. wenn Ihr billig leben wolltet. Dieses Jahr kommen wir zu Euch. Das hätte sich vorm Jahr niemand träumen lassen! Der Besitzer eines Sparkassenbuches: Was hier noch steht, waren damals etwa SOO Dollar. Da muß ich eigentlich dafür bekommen... Einer, der sich verrechnet hat: O, ich Rindvieh! Habe ich damals die 40 Dollar, die ich mir die ganze Zeit hindurch aufgehoben hatte, für 38 000 M. oerkauft, weil ich dachte, der Rück- gang des Dollarstandes würde anhalten! Ein Monarch a. D.: Jetzt steht der Dollar so hoch, daß ich meine Lebenserinnerungen«bensalls nach Amerika verkausen kann! Der Hausierer: Dos stimmt, vor einer halben Stunde waren die Streichhölzer SO M. billiger. Inzwischen ist aber auch der Dollar gestiegen! Der Statistiker: Nun darf der Dollar nicht weiter steigen: denn auf dem Bogen, wo ich die Kurve einzeichne, ist nach oben hin kein Platz mehr. Der Spießbürger: Zwischen Kriegs, und Nachkriegs- jähren ist so gut wie kein Unterschied. Während de» Krieges ging ich jeden Abend nach dem Markt, um nach dem Heeresbericht zu sehen. Jetzt schaue ich nach, wie der Dollar steht. Der Beamte: Was habe ich denn von den Millionen, die ich jeden Monat bekomm«? Es sind lappig« 14 Dollar. KV Dollar hätte ich eigentlich zu bekommen. Als ich anfing, kriegte ich 2S Dollar. O. diese Zeiten! Altertümlicher Rechenunterricht: Ein Dollar gilt 4,20 M., 12 Dollar 12 mal soviel, dos sind... Der Spekulant: Diese Effekten möchte Ich mit SOO Millionen Mark beleihen. Dafür will ich Dollar haben. Der Industriell«: Der Dollar steigt! Das Geschäft blüht! Ei« Besitzer von Reichsmark: Ach, wenn doch ein» mal die Mark soviel Dollar gelten würde, wie jetzt der Dollar Mark gilt! An de» Verwandten in Amerika: Und zum Schluß noch eine Bitte! Lege doch Deinem nächsten Schreiben, dem wir in größter Erwartung entgegensehen, wieder eine Dollarnote bei! Der Schöpser der deutschen Druckschrift. In dem Bestreben, einem großen Meister möglichst viel Werwolles zuzuschreiben, hat man immer wieder die Ansicht verfochten, daß Dürer die be- rühmtesten Schriften seiner Zeit und besonders die eigentliche deutsche Druckschrift, die Fraktur, geschaffen habe. Gegen diese durch nichts begründete Behauptung wendet sich Julius Zeitler in einem Aussatz„Die Vinzenz-Rockner-Schriften", den er im„Somm- lertabinett" veröffentlicht. Er betont, daß Dimer tassächlich der Schöpfung dieser Schriften völlig fern steht. Der wahre Urheber der beiden Haupsschriften, die im Anfang des 16. Jahrhunderts ort- standen, der Type des Gebetbuches Kaiser Maximilians und der Type des„Theuerdant". ist vielmehr der Geheimschreiber Maxi- milians Vinzenz Rockner. Em Schreibmeister hat also diese großartigen deutschen Schriften geschassen, die noch der Form der Kanzleischrist angehören, aber deutlich den Weg zur Fraktur hinweisen. Neben diesen beiden Typen steht noch eine dritte b«. deutende Schrift jener Zeit, die Type der„Ehrenpforte" von 1515, die auch zu den Arbeiten für Kaiser Max gehört. Wie bei dem „Gebetbuch" ist Dürer auch an der„Ehrenpforte" als Meister des Buchschmucks tätig gewesen. Damit ist aber noch keineswegs gesagt, daß auch die Druckschrift von ihm stammt. Als Schöpfer der Ehren- psorten-Type muß vielmehr der Schreibmeister Johann Neu» dörffer gelten, der selbst berichtet, daß er dem Formfchneider Hinmnmus Andreas in Nürnberg„eine Prop von Frakwrschriften" gemacht habe, die er in Holz und in stählernen Punzen geschnitten hatte. Die Neudörffer bildeten in Nürnberg eine ganze Schreibmeister- generation, und der ältere Neudörffer war schon als Zwanzig. jähriger Rechen- und Schreibmeister. Die von ihm geschaffene Type, die in der„Ehrenpforte" von 1515 erscheint, ist die letzte Dorstuse für die eigentliche Fraktur, die dann in Dürers Schrift„Unter- weysung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheit" von 1525 auftritt. Da dieses Buch keinen Druckvermerk trägt, so glaubte man, daß Dürer es selbst gedruckt habe. Es gibt aber keinen Anhalt dafür, daß Dürer in seiner Wohnung am Tiergärtnev Tor eine Hausdruckerei besessen hat. Vielmehr geht auch die Type der „.Messung" auf Johann Neudörffer zurück, und Dürer hat nur theoretischen Anteil an der Schaffung der Druckschrift genommen, die er dann selbst bei seinem Buche verwenden ließ.„Eine Dürer. Schrift" oder gar eine„Dürer-Fraktur" gehört also wohl zu den Legenden", schließt Zeitler. Die Chirurgie der wilden. Ueber die Behandlungsmethode der «ingeborenen Wundärzte im Sudan und ihre Gewaltkuren s U Doktor Eisenbart, teilt der Arzt Dr. Paul Tribier Einzelheiten mit, bei deren Lesen der Europäer schon schaudert. Im ägyptischen Feld- zu» von 1889 bedeckte man die Schußwunden mit einem bereit- gehaltenen, mit einer Mischung von Bienenwachs und Sesamöl be- strichenen Pflaster. Di« Wunde wurde nicht ausgewaschen, sondern nur abgetrocknet und mit Baumwollcharp!-- verbunden. Steckte die Kugel noch in der Wunde, so legt« man Blei auf, um dos in der Wund« befindliche Blei unschädlich zu machen. War die Kuqel nicht mehr im Körper, so schloß man die Wunde durch Honig fest gegen dm Luftzutritt ob. In der Provinz Kassala, wo die medizinischen Kenntnisse der Eingeborenen einen ganz besonderen Tiefftand zeigen. pflegt man Wunden und Krebsgeschwüre mit Asche aus Hotz oder Von Wulle bis Brandler. folgen, in der es heißt, daß Anzeichen dafür vorliegen, daß bas er- farbeiterzeitung", das Organ des Bergarbeiterverbandes", verbreitet Die konterrevolutionäre KPD. wähnte Berbot nicht beachtet wird und daß es zu Zuſammen habe. Dabei ist die„ Bergarbeiterzeitung“ im Ruhrrevier nicht verstößen fommen wird. Gegen Unbotmäßige werde mit dem er boten, sondern das Verbot erstreckt sich nur auf das altbesetzte belgischRaum hat Brandler die Einheitsfront von Bulle bis forderlichen Nachdrud vorgegangen werden. Die Polizei- franzöfifche Gebiet. Bekanntlich war in Aachen der Bezirksleiter des Breitscheid" endeckt, so entdecken auch schon noch viel Radikalere direktion warnt davor, sich am Sonntag unnötig auf der Straße Bergarbeiterverbandes, Mathias Schlösser, im Mai d. I. die Einheitsfront von Wulle bis Brandler. Die Kommu- aufzuhalten, da Neugierige Gefahr laufen, wie Unbotmäßige be- verhaftet worden, er wurde aber bald wieder freigelassen. Jetzt hat nistische Arbeiterzeitung" berichtet aus Rheinland- Westfalen: handelt zu werden. 29 Im Ruhrgebiet hielten die KAPD. und AAU. mehrere öffentliche Bersammlungen ab, die gut besucht, teilweise überfüllt waren. In Effen hat die KPD. es für nötig gehalten, einen Vertreter der Reichszentrale Maslowsky- zu entfenden, der den Natip= nalismus der KPD. und der Dritten Internationale verteidigen sollte. Er kam jedoch gar nicht soweit, seine Weisheiten an den Mann zu bringen. Die Gemeinheiten der PD., die bei den letzten Hungerrevolten ihre Hundertschaften dem Effener Polizeipräsidenten zur Verfügung fielte, um auf alle Fälle die„ Ruhe und Ordnung" aufrechtzuerhalten, waren denn doch noch in zu lebhafter Erinnerung. Die Profeten ließen ihn einfach nicht sprechen. Auch bei den Erwerbslosen hat die KPD. völlig abgewirt schaftet. Ene Versammlung des„ Kontrollausschusses" von Effen wurde, nachdem die Bersammlungsleitung ausgerüdt war, von unseren Genossen zu Ende geführt, In einer Berfammlung der Erwerbslofen felbst wurde tie gesamte Bersamm lungsleitung der APD. von den Bersammelten aus dem Saal gewiesen und die Bonzen hinterher. Die RBD.- Genoffen selbst haber zum großen Teil das Treiben ihres Klüngels durchschaut und lassen sich nicht mehr als willige Hunde für die KPD.- Hundertschaften gebrauchen. Man sieht: die KAPD. und die AAU. fönnen es genau so gut gegen die KPD., wie diese gegen die verruchte„ BSPD." Ihr Radikalismus übertrumpft den der größeren Konkurrentin noch um einige vorangestellte, lang dahin rollende Rrrr... Leid fann einem nur die Arbeiterschaft tun, auf deren Kosten all diese Narrenspossen getrieben werden! Die Deutschnationalen proklamieren: Der Antifaschistentag hat stattzufinden. Während Dr. Maurenbrecher von der Böllischen Frattion in der " Deutschen Zeitung" vor furzem feststellte, daß die Kommunisten gar nicht die Macht haben, sich in einen Kampf um die Macht einzulaffen und daß es deshalb teine fommunistische Gefahr gibt, gebraucht die beutschnationale Kreuzzeitung" auch weiter den Kommunis mus als Dedmantel für die Hege zum Bürgerfrieg. heißt da: Es Rüften ist Anfang und Ende der Pläne, die geschmiedet wer: den, Rüsten für den Bürgertrieg, dessen Ausbruch niemand vorherbestimmen fann, der aber von den Kommunisten mit Sicherheit erwartet und beschleunigt wird." Das paẞt ganz ausgezeichnet zu Maurenbrechers Feststellung: Es wird nichts geschehen, denn er( der Kommunismus: Anm. b. Reh) hat die Macht nicht, irgend etwas Ernstliches im Kampf um bie Regierungsgewalt zu unternehmen." Auch in deutschnationalen Kreisen weiß man natürlich sehr genau, was von der fommu nistischen Soldatenspielerei zu halten ist. Man lacht heimlich darüber und gebraucht sie als miltommene kulisse. Es ist noch immer so gewesen, daß die fommunistische Radaupolitik die beste Stüße für die Monarchisten ist. = Deswegen herrscht im völkisch- deutschnationalen Lager auch eitel Entrüftung über das Berbot der Demonftrationen im Freien, und die Kreuzzeitung" verfteigt sich gar zu der Proklamation: Der Sonntag wird den Antifaschistentag bringen. Troß aller Berbote und Propofationen!" Das hätte auch die„ Rote Fahne" nicht besser sagen fönnen. Also, Kommuniften, angetreten in Reih und Glied! Die deutschnationale Boltspartei von Hafenkreuz und Wilhelms Gnaden befiehlt, Ihr habt zu parieren! Braunschweig, 27. Juli.( WIB.) Wie die„ Braunschweigischen Neuesten Nachrichten" melden, läßt die Polizeidirettion ihrem Berbot der Versammlungen unter freiem Himmel und de: Umzüge am Sonntag heute eine weitere Bekanntmachung Das Kraftwerk soll dem Jordanwaffer zunächst jährlich 16 Millionen Kilowattstunden abgewinnen. Die Anlage ist nur ein fleiner Teil innerhalb des großen Blanes der wirtschaftlichen Erschließung und niodernen technischen Durchdringung Palästinas. Sachsen, Geser und Cuno. Die Scherlpresse, von der man nicht weiß, inwieweit man sie als regierungsoffiziös betrachten soll, fällt über die höfliche Rüdfrage der fächsischen Regierung wegen der befannten Bürgerfriegserklärung in WTB. mit aufgeregten Schimpfworten her. Sie erwartet vom Reichskanzler eine auf den gleichen Ton gestimmte Antwort. Man darf ja gespannt sein... Das„ Berliner Tageblatt" teilt mit, daß jene Regierungserflä. rung erlassen wurde, während der Reichsminister Deser der dafür zuständig ist dienstlich abwesend war. Das Blatt äußert in diesem Zusammenhang über die Formulierung der Erklärung in bezug auf Sachsen und Thüringen berechtigtes Befremden". Man darf daraus schließen, daß der dem„ Berliner Tageblatt" nahestehende zuständige Minister diesem„ berechtigten Befremden" über die Art, wie man während seiner dienstlichen Abwesenheit in sein Reffort hineinregiert hat, nicht ganz fern steht. Der bayerische Separatismus. Eigene Finanzverwaltung Referendum- der Bahnen. Loslösung man Anfang Juli den Bezirkssekretär Hugo May und dessen Frau verhaftet und ins Gefängnis abgeführt. Beide sollen der= dächtig sein, gegen die belgische Besatzungsbehörde gearbeitet zu haben. Wenn die belgisch- französischen Befagungsbehörden glauben, durch ein derartiges Vorgehen gegen den Bergarbeiterverband und feine Angestellten den Widerstand der Bergarbeiter brechen zu können, dann find sie auf dem Holzweg. Dieses Borgehen steht auch im Gegensatz zu den Versicherungen des Generals Degoutte und anderer Generale der Besagungstruppen, daß den gewerkschaftlichen Organifationen feine Schwierigkeiten gemacht werden sollen. drohte. England und die Rechtsfrage. Um so beachiensmerter ist es nun, daß jetzt der„ Daily Telegraph", der der Regierung Baldwin nahefteht, die Rechtsfrage aufwirft, um zu dem Schluß zu gelangen, daß die Ruhrbesetzung tatsächlich dem Friedensvertrag miterspricht: Biele Monate hindurch hat die englische öffentliche Meinung eine Gleichgültigkeit gegenüber der Rechtsfrage in der Ruhrbesetzung an den Tag gelegt, die auf uns um so befremdender wirken mußte, als sie dieser Seite des Problems von Anfang an besondere Bedeutung beigemessen und den ganzen passiven Widerstand mit de: Verlegung des§ 18 begründet hat. Diese Gleichgültigkeit der Engländer wurde zum Teil damit erklärt, daß fie als praftische Menschen wenig Sinn für juristische Kontroversen haben; in Wirklichkeit dürfte der Gedanke dabei mitgesprochen haben, daß es der englischen Regierung schlecht anstehe, gegen eine München, 27. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Der Bayerische Bertragsverlegung zu protestieren, tie fie unter Lloyd George jelbe Landtag leistete in diesen Tagen Attordarbeit, um in die zu begehen im Begriffe war, als sie beim Londoner Ultimatum Sommerferien zu fommen. Bei diesem großen Aufwaschen möchte vom Mai 1921 mit dem gemeinsamen Einmarsch ins Ruhrgebiet nun die herrschende Regierungspartei gleichsam im Handumdrehen auch Dinge mit erledigen, die die politiche Entwicklung" Bayerns seit dem Jahre 1918 hemmen und Bayern wieder in die königliche Hoheit von dazumal zurückführen sollen. Dazu gehört einmal die geplante Berfassungsänderung über das Referendum, das in seiner neuen Form die Brüde für den Staatspräsidenten werden soll, und dazu gehört auch die Einrichtung einer eigenen bayerischen Finanzverwaltung. Die für die erste Gesetzesvorlage notwendige Zweidrittelmehrheit wird, wie schon mit. geteilt, in der Bollfigung der kommenden Woche nicht erreicht werden. Aber auch mit der Berabschiedung der Borlage über die eigene Finanzverwaltung blieb die Bayerische Bolkspartei heute in der Minderheit, da sämtliche anderen Parteien für eine Bertagung auf den Herbst stimmten. Die Herren um Knilling zogen darauf sofort einen anderen Antrag aus ihren Mappen, der verlangt, daß die seinerzeit an das Reich verkauften Eisenbahnen wieder dem bayerischen Staatsbetrieb einverleibt werden sollen. Berhandlungen darüber sollen mit der Reichsregierung ungefäumt eingeleitet werden. Der Antrag stützt sich auf die bekannten zwei Denkschriften aus den Kreifen der Bayerischen Bolkspartei selbst, die vor einigen Wochen erschienen sind und deren Ergebnis vom Reichsverkehrsministerium zum Teil schon widerlegt wurden. Die Beratung des Antrags nahm heute den ganzen Tag in Anspruch. Die Demokraten verlangten, daß zuerst ein unparteiifcher Ausschuß die in den beiden Denkschriften aufgestellten Behauptungen untersuchen soll und dann erst soll der Landtag mit den Materien befaßt werden. Die fozialdemokratische Fraktion schloß sich diesem Antrag an, wobei Genosse Endres betonte, die Sozialdemokraten treten für eine vernünftige Dezentralisation ein, die sehr wohl möglich sei auch ohne Aufteilung der Reichsbahnen. Die Beratung ist zwar noch nicht zu Ende, doch ist vorauszusehen, daß der Antrag der Bayerischen Bolkspartei mit den Stimmen der Regierungsmehrheit angenommen wird. Ernste Lage in Schlesien. Beslau, 27. Juli.( Eigener Drahtbericht.) In der schlesischen Metallindustrie, wo die Arbeiter seit anderthalb Wochen teils aus gesperrt find, teils sich im Ausstande befinden, fam es heute zur Abstimmung über das Ergebnis der von den Parteien eingeleiteten Lohnverhandlungen. Die Arbeitnehmerschaft lehnte dabei den festgesetzten Satz von 18 000 m. Standardlohn zuzüglich der jeweils vom Lohnamt festzusetzenden Indegziffer als unzureichend ab und beschloß weiter im Streit zu bleiben. Dieses Ergebnis der Abstimmung ist auf die wachsende Teuerung wie auch auf die Tatsache zurückzuführen, daß die Auszahlung immer erst elf Tage nach der Festsetzung durch das Lohnamt erfolgt. Auftreten der Pharao- Ameije". Die fleine gelbrote PharaoAmeise, die in Deutschland nicht selten ist, bie aus den Tropen, wahr. scheinlich aus Indien stammt, aber seit der Mitte des vorigen Jahr. Durch die Fortführung des Streifs ift die an sich sehr gespannte hunderts durch den Schiffsverkehr weit verbreitet ist, tritt neuerdings Lage in Breslau noch verschärft worden. Es ist nicht unwahrscheinbei uns als I á ftiger Schädling auf. 3. B. haben verschiedene große Krantenhäuser darüber zu flogen. Die Ameisen über: lich, daß es hier zu Unruhen fommt, die ohne politischen Charakter fallen in Echaren die Lebensmittel, find besonders begierig auf füße ihre Ursache zunächst lediglich in der Ueberspannung der Stoffe, mie Zuder, Marmelade und Kuchen, bevorzugen aber auch Zeuerung haben würden. Auf dem Lande ist es bereits hier frisches Fleisch. Gefährlich werden fie in Krantenhäusern durch ihre und da zu Raubzügen einzelner Trupps gefommen, welche sich Borliebe für Eiter, Blut und Sputum, die sie ver- Produkte von den Feldern holten. Die Behörden beurschleppen. Es ist ferner beobachtet worden daß fie tranfe Kin- teilen die Sachlage sehr ernst und beraten über Maßnahmen, der gelegentlich üterfielen und ihnen in Rase, Mund, Ohren um den Ausschreitungen vorzubeugen. Schwierigkeiten bestehen und Augen trochen. Ihre Bekämpfung ist sehr schwierig, weil sich ihre Nefter meist in den Grundmauern der Häuser be jedoch darin, daß alle polizeilichen Maßnahmen notgedrungen un. zulänglich bleiben müssen, solange nicht gleichzeitig auch wirtschaftliche Maßnahmen getroffen werden tönnen, die die Not der Bevölkerung beheben. finden. Noch weit unangenehmer ist eine zweite, bisher in Deutschland nyr in Gewächshäusern gefundene, größere Ameifenart, die argen. tinische Ameise, die in den südlichen Bereinigten Staaten in Krantenhäusern großen Schaden anrichtet. Auf ihr Borkommen märe auch bei uns zu achten. Wie die Deutsche Medizinische Wochenschift" mitteilt, ist die Biologische Reichsanstalt für Landund Forstwirtschaft mit Studien übe: Borkommen und Schädigungs. art dieser Ameisen beschäftigt. Es Eine fpanifche Arbeitsgemeinschaft hat sich auf Veranlaffung des preußischen Kultusministers in Berlin gebildet, die für die im Lande weitverbreiteten Intereffen einen Mittelpunkt schaffen will. find Borträge beutscher Gelehrter und spanischer Gäste, regelmäßige Studientage und Kurse vorgesehen. Die Arbeit foll zunächst den Schulen zugute tommen. Durch die Schule foll aber die Pflege der Sprache und das Berständnis für Literatur, Kunst und die panze Kultur des Volkes auch in weitere Kreise getragen werden. Ene Bücherei ist in Entwicklung. Eine würdige Stätte ist ber Gemeinschaft durch das Zentralinftitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Straße 120, geboten. Dem Reichsminister a. D. Genoffen Dr. David ift von der Darmstädter tegnifden hoiule bas Recht, Borlesungen zu halten über Wissenschaft und Kunst, erteilt worden. Profeffor War Wolff, der bekannte Balteriologe und Spezialist für Pungentuberkulose, ist im Alter von falt 80 Jahren gestorben. Er war feit 1875 Rebrer an der Berliner Univerfitat. Die philofophische Fakultät der Universität Salle ist auf ihren Tintrag vom Stultusminifter in cine philofophifce und eine natur wiffenfaitliche Fakultät geteilt worden. Noch eine Besetzung! Effen, 27. Jull.( Eca.) Nach Bekanntmachung der belgifchen Befahung ist der bekannte und wichtige Elfenbahnkreuzungs. puntt Herveft- Dorsten seit heute in das befehte Gebiet einbezogen worden. Frankfurt a. M., 27. Juli.( WTB.) Die französische Garnison. verwaltung in Trier richtet auf dem Palastplah in einigen dortigen Miethäusern öffentliche Freudenhäuser ein. Die bisherigen Bewohner dieser Häuser werden zwangsweise ausgefegt und erhalten leere Eisenbahnerwohnungen zugewiesen. Neuß. 27. Juli.( WTB.) Die Beseßungsbehörde bestimmte 50 Personen( Stadtverordnete, Partei- und Gewerkschaftsführer, Darunter Eisenbahner) als Geiseln zur Begleitung der 3üge Neuß- Dormagen und auf anderen Streden. Die Geifeln müssen sich in bestimmten Gruppen jedesmal eine Stunde vor Abfahrt des Buges einfinden, erhalten ein besonderes Abteil angewiesen und müssen noch eine Stunde nach Ankunft zur Verfügung der Besetzungsbehörde bleiben. Die Rechtsansicht Ameritas und Englande erhebt gegen die französische Auslegung des§ 18 der Anlage II des Abschnitts Reparation Widerspruch. Zur Unterſtüßung ihres Standpunktes führt sie gewisse Tatsachen an, die mit den ursprünglichen alliierten Verhandlungen über diese Bestimmung in Baris zusammenhängen. Diese Verhandlungen zogen sich sowohl zwischen den führenden alliierten Staatsmännern, mie zwischen den technischen Kommissionen lange hin. Das Ziel der Bestimmung war, ein System von Zwangsmaßnahmen für den Fall einer deutschen Nichterfüllung zu finden, welches die Mächte, insbesondere Amerifa, nicht zu militärischen Maßnahmen nötigen sollte. Deshalb wurden Repressalien und Verbote von finanziellem und wirtschaftlichem Charakter besonders erwähnt. Auf die Einfügung des Eigenschaftswortes Dor= säglich" vor dem Wort„ Nichterfüllung" wurde von der amerikanischen Delegation tros des lebhaften Widersprachs der franzöfifchen Delegation, der trei Tage währte, bestanden. Andererseits wurde der Gebrauch des Ausdrucs„ betei. ligte Regierungen" von den Berfassern und Unterhändlern des Bertrages in feiner Weise als im Sinne von jede ein zelne Regierung" ausgelegt, wie es jetzt von Baris geschieht, um das getrennte Borgehen durch eine oder mehrere Mächte zu rechtfertigen. Im Gegenteil, man war damals der Ansicht, daß im Falle einer vorsätzlichen Nichterfüllung Deutschlands die be= teiligten Mächte sich erft unter sich darüber verständigen müßten, welche Maßnahmen in den Grenzen der Bestimmung ergriffen werden sollten. Zu der Zeit, als die Bestimmung entworfen wurte, bestand niemals die Abficht, daß auf militärische Maßnahmen gegen Deutschland in seinem unbesetzten Gebiete zurückgegriffen werden soll." Wir hoffen, nicht nur im Interesse des Bölkerrechts, sondern auch aus Gründen der praktischen Politif, daß die englische Regierung nunmehr und in größerem Maße als bisher der Rechtslage Rechnung tragen wird. Denn jede Regelung des Ruhrfonflikts bliebe lückenhaft und unbefriedigend, die nicht auch für die Zukunft eine Wiederholung solcher militärischen Straferpeditionen grundsäglich ausschließen würde. In dieser Hinsicht ist auch eine Meldung der franzosenfreundlichen, Daily Mail" bemerkenswert, wonach in Londoner politischen Kreisen Gerüchte im Umlauf seien, daß in dem englischen Memorandum der Gay enthalten sei, die englifce Regierung weigere fich, auf Grund der Aeußerungen verschiedener juristischer Sachverständiger, die Gefehmäßigkeit der franzöfifch- belgischen Ruhrbesehung anzuerkennen. In der Meldung der„ Daily Mail" heißt es: Nach Mitteilung gut unterrichteter Kreise sei der Bericht der englischen Juristen auf dem Argument aufgebaut, daß in den Artifeln 428-432 im Teil 14 Abschnitt 1 des Friedensvertrages, die einzigen Artikel, die die Befehung von deutschen Gebieten ermähnen, von der Rheinlandbesehung die Rede sei. Die englischen Sachverständigen stehen nun auf dem Standpuntt, baß in Uebereinstimmung mit dem Artifel 430 fein weiteres deutsches Gebiet von den Alliierten befekt mérben fönne. Bei der strengen Geheimhaltung des englischen Memorandums, schreibt " Daily Mail" weiter. fei es nicht möglich, dieses Gerücht nachzuprüfen, doch sei das Blatt in der Lage, den französischen Standpunkt zu dieser Frage mitzuteilen. Der Frankreich argumentiere folgendermaßen: Artikel 430 fönne nur auf die Rheinlandbesezung Bezug haben, weil im Friedensvertrag feine andere Besehung vorgefeben sei. Die Besetzung des Ruhrgebietes fei aber auf Grund des§ 18 Anhang 11 des Abschnittes 3 des Friedensvertrages ers folat, der bestimme, daß diejenigen Maßnahmen. zu denen die Alliterten greifen, wenn Deutschland seinen Berpflichtungen nor fäßlich nicht nachtommt, von Deutschland nicht als feindselige Handlungen betrachtet werden können. Diese Maßnahmen fönnen wirtschaftlicher oder finanzieller Art sein, wie die Alliierten es als durch die Umstände geboten erachten. Weiter berufe sich der französische Standpunkt auf das Ultimatum der Alliierten, das auch von England unterzeichnet wurde und in dem die Ruhrbesetzung angedroht wurde. Dieses Ultimatum fei auf Grund des genannten§ 18 erfolgt. Frankreich betrachte alfo die Ruhrbefeßung als juristischen Faktor, der durch Unterzeichnung der diplomatischen Dokumente von allen Ranzleien Europas aner. fannt sei und berufe sich befonders auf die Unterschrift Lloyd Georges. Es bliebe noch die Auslegung des Wortes ..respektiv" und hier seien die französischen Sachverständigen der Meinung, das Wort bedeute, daß jede der genannten Regierun gen felbständig vorzugehen berechtigt fei. Man fei in Paris der Ansicht, Baldwin fönne feinesfalls auf die dee verfallen, die Gefeßmäßigkeit einer Auslegung abzulehnen, die im Mai 1921 burch Lloyd George anerkannt worden sei. Tatsächlich steht die Ruhrbelegung im Widerspruch sowohl zu bem§ 18 der Anlage zum VIII. Teil des Friedensvertrages, ber Die Santtions rage berührt, wie auch zu den Artikeln 428 Besatzungsbehörden gegen Gewerkschaften. bis 430 im XIV. Teil, die sich auf die Rheinlandbesezung beziehen. In letzter Zeit gehen die Franzosen und Belgier gegen die Angestellten des Bergarbeiterverbandes schärfer als bisher vor. So Die Fortschriffe der Arbeiterpartei. Bei der Erfahwahl für wurde der Bezirkssekretär des Bergarbeiterverbandes, Johann das Unterhaus in Mittel- Leeds errang der fonfervative Ran der Bezirksleiter des Bergarbeiterverbandes, Gustav Unverricht Liberalen, Stone( 3026) Stimmen den Sieg. Specht in Ramstein, mit seine Familie ausgewiesen. Weiter wurde dibat Charles Wilson mit 13 085 Stimmen gegen den Kandidaten der Arbeiterpartei, Sieffer( 11 359 Stimmen und den der Tatsächlich bedeutet zu Gladbeck( Westfalen), verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt. dieses Ergebnis einen starten Stimmenzuwachs der Arbeiterpartei, Ein Weltkongrek der Eiverantisten findet vom 2. bis 8. Auguft Das Urteil lautet: 3 Monate Gefängnis und 1 Million Mark Gelb denn bei der Hauptmahl verteilten sich die Stinnen wie folgt: Rürnberg statt. Der Reichspräsident ist Ehrenbroteltor. Bisher haben Angehörige von 41 Etaaten ihre Teilnahme in Aussicht gestellt. ftrafe. Als Grund wird angegeben, daß Unverricht die Berg Konservative 14 137, Arbeiterpartei 7899, Liberale 6260, Ift vom Intendanten der Aachener flädtlischen Theater, Stoli, zur Ur Der Tag des Zornes, ein neues Drama von Alfred Brust, aufführung erworben worden. Gewerkschaftsbewegung Die deutschen Arbeitgeberverbände. Die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände hat ihren Gefchäftsbericht für das Jahr 1922 herausgegeben. De: 188 Großfoliofeiten umfassende Bericht, der erstmals im Buchhandel zu beziehen ist( Grundpreis 2,50 M.), verwertet über das Berichtsjahr hinaus die wesentlichsten Ereignisse der ersten Monate dieses Jahres und gibt über die Stellungnahme der Bereinigung auf dem Gebiete der Sozialpolitik ein anschauliches Bild. Insbesondere den größeren Gewerkschaften, denen diese Stellung nahme zwar nicht unbekannt ist, bietet der Bericht manchen Anhaltspunkt und fritische Vergleichsmöglichkeiten. In der einleitenden Gesamtbetrachtung" wird u. a. beflagt, daß unsere innerpolitische Biellofigkeit, das Schwanken zwischen Erfüllungsversuchen und Stundungsgesuchen wegen Unmöglichkeit der Leiftung" jede Geschlossenheit des Boltes erstide. Dem geschlossenen Werben der politischen Parteien um die Mitarbeit der sozialdemokratischen Parteien blieb der Erfolg versagt. Smmer mehr arbeitete sich die Sozialdemokratie in die Negation hinein. wobei jedoch wohlweislich verschwiegen wird, weshalb bis sie schließlich nach Sufammenschluß aller trei(?) fozialdemokratischen Porteien durch Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der Deutschen Boltspartei den Kanzler Wirth zu Falle brachte.". Die Zeit nach Rathenaus Lode mit ihren Demon strationsstreits und dem Gefeße zum Schuße der Republik stellte den Höhepunkt innerer Zerrissenheit und Nervosität dar." Auch hier wird mit feinem Wort auf die Ursachen, die fyftematische Hezze der Rechtstreise gegen die Republit und ihre Vertreter eingegangen. Die Arbeit der Bereinigung der Arbeitgeberverbände sei auf den Grundton der Bolfsgemeinschaft in besonders hohem Grade eingestellt worden. Wie ich es auffaffe," fagte Michaelis.) Anstatt der aus unflaren Revolutionsideen geborenen romantischen Boranstellung der Grund- und Menschenrechte des Individuums" müsse sich wieder der flare, nüchterne Pflichten begriff des einzelnen und der Gesamtheit herausbilden." Das natürliche Führertum der Wirtschaft und ihrer Leiter, das durch die Revolution und ihre Folgeerscheinungen mißachtet und verlorengegangen war, wieder zu erweden und zur Anerkennung zu bringen, haben wir als unsere besondere Aufgabe betrachtet. Mit der Berneinung jeden Autoritätsgedankens verneinte man auch die Autorität des Staates, man betrachtete den Staat( Wer in erster Linie? D. Red.) als etwas Fremdes, dem man jeden Schaden zufügen könne, oder suchte ihn zu beherrschen und ihn den eigenen Intereffen dienstbar zu macher.", während es mehr als je Pflicht sei, den Staat zu stärfen und ihm in freiwilliger Unterordnung zu dienen. Soweit fich diese Betrachtung etwa an die Adresse der Arbeitnehmerschaft richtet, wäre mit Heinrich Heine zu fagen: In hungrigen Magen Eingang finden nur Suppenlogit mit Knödelgründen.. An dem Arbeitsgemeinschaftsgebanten habe man trok mancher Schwierigkeiten und trotz der im Arbeiterlager wachsenden Ablehnung desselben festgehalten. Doch müsse schärfer als bisher betont werden, daß das Wesen der Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht in einem dauernden Nachgeben der Arbeitgeberseite begründet sein könne. Die kommunistische Einheitsfront. Man schreibt uns: In de: Roten Fahne" Nr. 171 vom 27. Juli gießt ein Beauftragter der KPD- Fraktion in der Reichsdruderei einen vollen Schmußtütel über unsere dort tätigen Genossen aus. Es widerstrebt uns, auf die Schmuzigkeiten einzugehen und dem persönlich unanständigen Artikelschreiber einen willkommenen An aß zu weiteren unverschämten Lügen zu bieten. Darum stellen wir 1.ur fest: der„ Berrat der Bezold und Genossen" bestand darin, daß fie es ablehnten, als Obleute der freien Gewerkschaften eine Propaganda für den Antifaschistentag" der KPD. zu entfalten. Die Interessenvertretung der Arbeiterschaft war und ist uns zu ernst, um fie, wie es die Kommunisten tun, zu Parteispielereien zu be nutzen. Wenn versucht wird, mit einem Zitatenbufett aus Artifeln der Roten Fahne" einige wenige Personen für die heutigen Zeitnöte verantwortlich zu stempeln, fo zeigt das nur, wie herabfeßend die Kommunissen die Arbeiterschaft der Reichsdruckerei einschätzen. Nachdem gerade unter Mitwirkung der Kommunisten erft eine frei Achtung, Genossen! In den heutigen Betriebsversammlungen dürfte vielfach der Verfuch gemacht werden, trotz des behördlichen Berbotes und trotz des Verzichts der SPD.- Zentrale auf Sundgebungen im Freien für wilde Demonftrationen Stimmung zu machen. Ein solcher Versuch kann nur von Leuten ausgehen, die von den Folgen ihres Berhaltens teine Vorstellung haben oder die, bewußt oder unbewußt, den füdischsten Feinden der Arbeiterbewegung Borschub leisten. Darum: Borsicht und faltes Blut! gewerkschaftliche Lifte zur Neuwahl des Betriebsrats aufgestellt worden ist, bezichtigten dieselben Leute den Genossen Behold der Sprengung der Einheitsfront", Sprengung der Einheitsfront", weil die Richtung Amsterdam Handzettel herausgegeben hat und machen ihn wide: besseres Wissen dafür verantwortlich. Der Grund ist durchsichtig. Nur persönliche Hezabsetzung zieht noch. Sachlich und ehrlich ist gegen alle ge. Schmähten Genossen nichts einzuwenden. Darum fann nur Verleumdung und Berdächtigung bei den Arbeitern Mißtrauen erweden. Unsere Genossen bitten wir, beim Erscheinen weiterer Schmähpamphlete an die KPD. die freundliche Frage zu richten, ob die Redaktionsgeschäfte der KPD. Fraktion in der Reichsdruderei von einem 3ögling der Anstalt in Buch erledigt werden. haben, erhalten hundertfäße von erhöhten Beträgen, die durch besondere Bestimmungen geregelt sind. Anmerfung der Redaktion: Leider ist aus der Mitteilung des Amtlichen Preußischen Pressedienstes nicht ersichtlich, ob die ab 1. März und 16. Juni gültigen Zulagen jetzt erst angewiesen wur Es scheint zwar, als sei dem so, toch wollen wir an ein den. derartiges Bureaufratenstückchen nicht recht glauben. Gemeindearbeiterlöhne vom 29. Juli bis 4. Auguft. Auf Grund der Ermittelungen der paritätischen Kommission im Reichsfinanzministerium gelten folgende Säße: Ungelernte Arbeiter: 18 bis 21 Jahre 23 780 M., 21 bis 24 Jahre 26 850 M., 24 Jahre 27 970 M. Angelernte Arbeiter: 18 bis 21 Jahre 24 300 m., 21 bis 24 Jahre 27 450 m., 24 Jahre 28 6 00 M. Handwerfer: 18 bis 21 Jahre 25 370 m., 21 bis 24 Jahre 28 6 60 M., 24 Jahre 29 850 m. Jugendliche: 14 Jahre 56 00 M., 15 Jahre 8390 m., 16 Jahre 12 580 m., 17 Jahre 16 780 M. Minderermerbsfähige: 18 bis 21 Jahre 19 020 m., 21 bis 24 Jahre 21 480 M., 24 Jahre 22 370 M. Ungelernte Arbeiterinnen: 18 bis 21 Jahre 16 650 m., 21 bis 24 Jahre 18 810 m., 24 Jahre 19 590 M. Reinemachefrauen: 18 bis 21 Jahre 15 100 M., 21 bis 24 Jahre 17 050 M., 24 Jahre 17 760 M. Angelernte Frawen: 18 bis 21 Jahre 17 020 Mart, 21 bis 24 Jahre 19 220 m, 24 Jahre 20 020 m. Qualifizierte Arbeiterinnen: 18 bis 21 Jahre 17 760 m., 21 bis 24 Jahre 20 060 M., 24 Jahre 20 900 m. Jugendl.: 14 Jahre 3560 M., 15 Jahre 5330 M, 16 Jahre 7990 m., 17 Jahre 10 660 M. Mindererwerbsfähige: 18 bis 21 Jahre 12 080 m., 21 bis 24 Jahre 13 640 M., 24 Jahre 14 200 m. Frauen und Kinderbeihilfe je 2370 m. die Stunde. Es be. trägt demnach der Stundenlohn des umgelernten verheirateten Arbeiters mit einem Kind 32 710 m., des angelernten Arbeiters 33 340 M., des Handwerkers 34 590 M. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Stundenlohn um 2370 m. Konflikt im Versicherungsgewerbe. Nachdem durch die Haltung des Arbeitgeberverbandes deutscher Versicherungsunternehmungen es unmöglich war, hinsichtlich der fälligen Juligehaltsregelung zu einer Parteivereinbarung zu gelangen, hatte sich am 24. Juli der tarifliche Reichsschlichtungsausschuß mit der Streitfrage zu beschäftigen. Dieser Reichsschlichtungsausschuß fällte einen Spruch, nach welchem die Junigehälter für Juli um 225 Broz. erhöht werden. Damit soll die gesamte Teuerung für Juli abgegolten fein. Die Forderung des 3d. auf Einführung einer Wertbeständigkeitsklausel hat der Schlichtungsausschuß für den Monat Juli abgelehnt. Für Auguft hat er jedoch entschieden, daß am 15. Auguft eine Abschlagszahlung an die Angestellten geleistet werden soll in Höhe von 40 Broz. des Brutto- Juligehaltes und eines Buschlages, der die Aenderung der Teuerung vom 1. bis 15. Auguft einschließlich berücksichtigt. Maßgebend für die Steigerung vom 1. bis 8. Auguft ift die am 8. Auguft vom Statiſtiſchen 15. Auguft zu erwartende Teuerung ist durch eine paritätisch zuReichsamt veröffentlichte Lebenshaltungsinderzahl, die bis zum sammengesetzte Kommission der Vertragsparteien unter Vorsitz eines Unparteiischen durch Schägung zu ermitteln. Alle am Tarif be heiligten Angestelltenverbände haben diesen Schiedsspruch abgelehnt, der Arbeitgeberverband deutscher Versicherungsunternehmungen hat ihn dagegen angenommen und noch am 26. Juli beim Reichsarbeitsministerium die Verbindlicherklärung beantragt. Das Reichsarbeitsminifterium hat die Parteien zur Aussprache über den Antrag des Arbeitgeberverbandes auf Verbindlicherklärung zum 28. Juli eingelaben. Fraktion der BSPD. in der Reichsbruckerei. Lohnregelung für die Musikinstrumentenarbeiter. Bon den Funktionären erstattete Feller am Donnerstag abend im Reichenberger Hof" Bericht über bas Ergebnis der Zohn verhandlungen. Es sei bedauerlich, daß sich die Berhandlungen diesmal durch Differenzen bei einer Firma, auf deren vorherige Beilegung die Unternehmer bestanden, verzögert haben. Von der Organisation war als Kernpunkt die Forderung einer 75prozentigen Lohnerhöhung aufgestellt. Wie immer in solchen Fällen, habe man auch hier einen Mittelweg zwischen dem minimalen Angebot der Arbeitgeber und der Forderung finden müssen, um die Berhandlungen nicht scheitern zu lassen. Nach dem neuen Ab tommen werden auf die Löhne der dritten Juliwoche 55 Bro 3ulage gewährt, wodurch sich ein Stundenlohn von 28780 Die schwerste Brobe mußte das Verhältnis von Arbeitgeber art ergibt. Desgleichen sind die Werkzeugzuschläge und Akkordzum Arbeitnehmer in der 2ohnfrage erfahren." Die Schlosser in den Mechanif. Reichstarifvertrag für das Graveur- und Ziseleurgewerbe. In ununter: fäße erhöht worden. brochenen, immer neuen Verhandlungen mußte man versuchen, die betrieben erhalten 10 Broz. zu den bestehenden Die Tariflöhne für Berlin betragen für die 2ohmwoche, in die Löhne den veränderten Verhältnissen anzupassen, bei der Unflar öhnen. Für Pneumatitler beträgt der Stundenlohn der 23. Juli fällt, laufend bis 28. Juli: im 1. Jahre nach der Lehre heit, Unftetigkeit und dem Verfall unserer Wirtschaft ein unendlich 30330 M. Die Lehrlinge erhalten nach der Bereinbarung 18 900, bis zu 22 Jahren 21 300, über 22 bis 24 Jahre 22 600, über schwieriges Problem. Daß es trotzdem gelungen sei, bürfe als ein ebenfalls eine 55prozentige 3ulage. Das Abkommen 24 Jahre 23 500 M.; Hilfsarbeiter übe: 18 bis 19 Jahre 18 200, bleibendes Verdienst der beteiligten Organisationen und Bersönlich gilt für die lehte Julipoche. Einer der nachfolgenden Redner 20 bis 21 Jahre 20 000, 22 bis 24 Jahre 21 500, 24 Jahre 22 500 feiten angesehen werden. In dieser mühseligen Dauer- und Klein- tam noch einmal auf den vorerwähnten befriedigend beigelegten Mart. In die für die Lohnwoche vom 23. Juli, die bis einschließlich arbeit mußten unsere Arbeitgeberverbände freilich fast erstiden, und Ronflift zu sprechen. Lebhafte Rage wurde darüber geführt, daß 28. Juli gilt, ist eine Teuerungszulage bis 33 Broz. eingerechnet; es ist fein Wunder, wenn hier und da Fehler gemacht wurden die Berhandlungen immer erst stattfinden, wenn die Kollegen bereits follte die Reichsinderziffer in dieser Woche eine höhere Steige. und die große Linie gemeinsamer Lohnpolitit einige Tage für das auszuzahlende Geld gearbeitet haben. Bilms rung ausweisen, sind die Tariflöhne vom 26. Juli um den fehlenden verloren ging." Die Notwendigkeit des lohnpolitischen Zusammen- gab über die Gewährung und Bezahlung der Ferien näheren Differenzprozentjak zu erhöhen. Weiter haben die Parteien ver arbeitens bei den Verbänden sei jedoch zu immer sichtbarer werden- Auschluß. Feller empfiehlt in feinem Schlußwort noch einmal einbart, daß versuchsweise für die Wochen von 30. Juli bis 4. Auguſt dem Erfolg gekommen. Die Vereinigung habe es als besonteres Ziel die Annahme der von der Organisation getroffenen Bereinbarungen. und vom 6. bis 11. August die aus der vorhergehenden Lohnwoche betrachtet, diese Lohnpolitik in den Rahmen der gesamten Wirt- Die ohnzahlung müsse nach wie vor Dienstags und endgültig sich ergebenden Löhne um den gleichen Prozentfah erhöht Die Abstimmung ergab die Annahme werden, wie ihn die Steigerung der Reichsinderziffer für die in schaftspolitik einzuspannen. Auch den Gedanken der Berbunden- Freitags erfolgen. Frage tommende Woche ergibt. heit unserer Sozialpolitik mit der Wirtschaftspolitit" habe die Ber- des Lohnabkommens. inigung immer wieder zum Durchbruch zu verhelfen gesucht. Sie In Anbetracht der ständigen Geldentwertung wird den Herren Arbeitgebern empfohlen, möglichst zu Anfang der Woche etwa zwei habe in Wort und Schrift versucht, die verantwortlichen Stellen von einer Einstellung, als ob die Sozialpolitit nur Wohl Fünftel des Lohnes zur Auszahlung zu bringen. fahrtspflege und dies in der Hauptsache auch nur für Arbeiter fei. abzubringen und sie zu überzeugen, daß auch die Sozialpoliit. das Bolksganze im Auge behalten muß." Sie habe den Gedanken des Zwanges befämpft und an seine Stelle ben der Freiheit" eingesetzt. Die gefeßgebenden Faktoren müßten sich von der Gelegen heitsgefegesmacherei und von der ausschlaggebenden Berücksichtigung taftischer Berhältnisse freimachen und zu einer großzügigen Sozial politik" durchringen. Die Schlußbetrachtung behandelt den Einbruch ins Ruhrrevier und veriveist bezüglich der Stellungnahme der Arbeitgebernerbände auf die Mitgliederversammlung der Bereinigung am 14. März im ehemaligen Herrenhause. Die durch die Besezung geschaffene Lage habe die Arbeitgeberverbände in den Bordergrund des öffentlichen Wirkens gestellt. Bei dem Bersuch der deutschen Regierung, eine gewisse Stetigkeit in die wirt schaftlichen und Geldverhältnisse des Deutschen Reiches zu bringen, maren die Arbeitgeberverbände in erster Linie zur Mitarbeit berufen, meil von der hier einzuschlagenden Lohnpolitit das Ge. lingen oder Mißlingen dieses Schrittes abhängig war. Unter der Voraussetzung, daß schließlich doch noch eine Verständigung über das von Deutschland zu Leistende erzielt wird, feien die Arbeitgeberverbände wiederum mit an erster Stelle berufen, die Grundlagen für eine von der deutschen Wirtschaft tragbare Gesamtleistung zu schaffen und zu erhalten. Auch zu diesem Kapitel wäre manches zu jagen. monon wir jedoch aus verschiedenen Gründen absehen wollen. Wir behalten uns vor, auf den eigentlichen Bericht noch einzugehen. Deutsches Th. Deutsch.Opernhaus 7 Abends 7 Uhr: Theater, Lichtspiele usw. Schneider Wibbel Der Gunstling der Zarin 11 Uhr: Theater d. Westens 8U.:Dreimäderliaus Staatstheater Volksbühne Kammerspiele( Große Volksoper) Schauspielhaus Tagi. 7% Uhr: Sommerspielzeit. Hopfenraths Erben Die Freier 8 Uhr: Lustspiel mit Musik Residenz- Th. Tägl. 8 Uhr: Die Entlassung 8U.: Trianon- Th. Die Luxusfrau Intimes Theater 8: Gr. Schauspielhaus Lessing- Th. 71 Uhr: Sommerspielzeit! Die Frühlingsfee Letzte Aufführungen! 8 Uhr Liebesstreik Ab 3 Aug. Gastspiel Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Metropol- Theater Die Schönste der Frauen Vorverk. ununterbr. Theater L. d. Neues Theat. a. Zoo der 3. Studie d. Mos- KöniggrätzerStr. Täglich 8 Uhr: kauer Künstler- Th. 8: Der wunderl.Ge Der Leibkutscher Prinzessin Taranto sehiehten II. Tell d. Pridericus Rex Kreisl. Eekfenster Neues Volkstheater 7 Uhr: Berliner Theater Vater u. Sohn U.: Totentanz SCALA 30 Mädi Schiller- Th Charl. von Aug. Strindberg 8 Uhr: Internat. 8 Kleines Th. WINT Sonnt. 380 z halb. Varieté ORIEN Die Löhne in der Berliner Metallindustrie. Der Sohn beträgt ab 23. bis 29. Juli in laffe I 29 000 m. Die übrigen Klaffen erhöhen sich im gleichen Hundertjazz, die Alforde werden im gleichen Verhältnis von der alten zur neuen Affordbafis erhöht. Der Umrechnungsfaktor beträgt 1,79. Die neue Affordbasis beträgt ab 23. Juli in Alaffe 1 27 600 M. Am Montag, den 30. Juli, bezw. Dienstag, den 31. Juli, wird ein Borschuß für Arbeiter über 21 Jahre pro geleisteten Arbeitstag von 80 000 m., für Arbeiter von 18 bis 21 Jahren und Frauen pro geleisteten Arbeitstag von 60 000 M2. gezahlt. Die genauen Zahlen werden am Sonntag an dieser Stelle veröffentlicht. J. A.: Urich. Wirtschaftsbeihilfe und Notzulage für Ruhegehaltsempfänger. Wie ter Amtliche Breußische Bressedienst mitteilt, meist der Minister des Innern in einer Berfügung darauf hin, daß de Säße der Wirtschaftsbeihilfe( Besatzungszulage) und der Notzulage in zwischen erhöht worden sind: 1. mit Birkung vom 1. März 1923 ab monatlich in den Orten der Ortsflaffe A auf 32 000 m., B auf 30 000 m., C, D und E auf 29 600 M., die Kinderzulage auf 6400 M.; 2. mit Wirkung vom 16. Juni d. 3. ab einheitlich auf monatlich 80 000 m., die Kinderzulage auf 16 000 m.; 3. mit Wirkung vom 1. Juli ab einheitlich auf 144 000 m., die Kinderzulage auf 28 000 m. im Monat. Die Löhne der Hilfsarbeiter unter 18 Jahren werden im gleichen Verhältnis erhöht. Gelernte Arbeiterinnen erhalten 70 Prozent, ungelernte 60 Prozent der Löhne der Hilfsarbeiter der jeweiligen Jahresflaffen. Bisherige Leistungs- und Besagungszulagen werden darüber hinaus weiterbezahlt. Saffler, Tapezierer- und Portefeuillerverband, Orfsverwaltung Berlin. Laut Generalversammlungsbeschluß vom 19. Juli haber fich alle Kolleginnen und Kollegen an den zum Antifaschistentag am 29. Juli einberufenen öffentlichen Versammlungen gegen den Faschismus zu beteiligen. Lohnvereinbarung im Friseurgewerbe. Zwischen den Drganis fationen der selbständigen Friseure und der Gehilfenorganisation ift mit Wirkung vom 28. d. M. eine 90 prozentige Lohnerhöhung vereinbart worden. Tarife fönnen unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches im Verbandsbureau abgebolt werden. Telephonische Auskunft wird nicht erteilt. Die Mindeftftundenlöhne der Schäftemacher betragen für die Woche vom 23. bis 28. Juli für männliche Arbeiter 26 000 m., für weibliche Arbeiter 20 800 M., für qualifizierte Arbeiter bis 10 Proz. Zuschlag. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin: Feuilleton: Dr. John Schilowati, Charlottenburg; Lofales und Sonstiges: Billy Mobus, Die Ruhegehaltsempfänger, Wartegeldempfänger und verfor= Berlin Bankow; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. gungsberechtigten Hinterbliebenen aus dem unmittelbaren Staats- Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdru erei und Boltsschuldienste, die im besetten Gebiet ihren Wohnsik und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. UFA PALASTAZOO CHA Seft 5 Wochen Der Griffith- Großfilm ZWEI WAISEN im Sturm der Zelt Admirals- Varieté A Berlins Central Theater Gastspiel des Theater des Ostens Schauspieler- Th.( Rose- Theater) 7 U.: Die Räuber 14 800 bestes Programm Granach, George Uhr: Li oder Lu Süße Susi LUNA PARK Rennen zu Karlshorst Th. a. Nollendorfp). P: Mein Freund der Lakal Wallner- Th. 8 Ab 3 Uhr voller Betrieb, Feuerwerk Täglich Schlittschuhtänze Konzert Hierzu 1 Bellage. Deut. Künstler- Th. Urania Die Tugend- Der Harz prinzessin Musik v. Kurt Zorlig ( Adalbert, Seidl, Bois, Lenz) Reichshallen.Th. Tägl.7%, Gastsp.d. Resident- Singer 11 Mitwirkende Ab 1.8. tgl DonhoffBrah Th.a. Kottb. Tor Elite- Säng Täglich 71/2 Uhr RAB Gastspiel Zittauer Sänger 1.8. Wiederauftr der Elite- Sänger Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, der Schloffer Paul Kinsing abt 25. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, ben 30. Juli, nachmittags 8 Uhr, von der Leichenhalle des Alten ElisabethRirchhofes in der Aderstraße aus ftatt Unser Kollege, der Mechaniker Alfred Gorzny Quittungs- Marken ift am 25. Jult geftorben. Salt 40 Jahren Spazialität Conrad Müller, Art.72UlSchkeuditz- Leipzig. Erfolg baben Inserate Die Beerbigung findet am Montag ben 30. Juli, nahm. 3 Uhr, von der Beichenhalle des St Nitolai- Kirchhofes in der Brenzlauer Allee 7 aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachrufe. Ferner ist unser Rollege, der Arbeiter Paul Heldt am 15. Juli durch Ertrinten gestorben, und unser Kollege, der Arbeiter Vorwärts Ewald Ziegenhirt Metallbetten Heute Militär. Koand. Bin Sonnabend, den 28. Juli, Stabimatratz Kinderhettes dir, an Priv. Lady Winder- Preis.d.vol ProgVarieté- Spielplan Des Königs Nachbarin Leitung: Musikmstr. Friedr. Ahlers meres Fächer Rauchen gestattet: nachm. 3 Uhr. Kat 30A irei, Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. starb am 21. Juli. 33.6 Ehre ihrem Hudenken! Die Ortsverwaltung. no Itc. 549 4 40. Fahrgaag g———— Seilage öes Vorwärts SonnabevS, 28. Jalk 1925 Sonntägliche WanöerZiele. Königswufterhaufen- Erkner. Wir fahren vom Görlitzer Bahnhof oder von der Stadtbahn sin Niederfchönerveid« uinftcigen) mit den Vorortzügen nach Königs- Wusterhausen In früherer Zeit hieß der Flecken Wendisch-Wnster- Hausen zum Unterschied von dem nur wenige Kilometer westlich ge- legenen Deutsch-Wusterhauscy Di« Herrschaft Wusterhausen kam 1683 durch Kauf an Brandenburg; vordem gehörte sie den Schenken von Landsberg, noch denen das ganze Gebiet und besonders die Gegend um Teupitz das„Schenkenlündchen" genannt wurde. Königswusterhausen liegt an der Rotte, die etwas unterhalb des Ortes in die Dahme mündet. Am Nordufer des kanalisierten Flusses, auf der Stelle der alten Burg, erhebt sich das Jagdschloß, das jetzt teilweise von der Gemeinde zu Verwaltungszwecken benutzt wird, gänzlich von Efeu umrankt. Hier hielt der.Soldatenkönig' feine Jlabaks- kollegien' ab. Nördlich von Königswusterhausen liegt die Funken- großstation, deren Türme weithin sichtbar sind. Vom Schloß wandern wir über die neu« Nottebrücke zum Weg nach Neue Mühl«. Oestlich der Bahn erreichen wir bald den Tier- garten, einen aus prächtigen Eichen und Buchen bestehenden Wald. Ueber die.Spukbrücke' kommen wir nach Neue Mühle, einem be- liebten Ausflugsort der Wassersportler und Endpunkt der Dampf- fchifflinien von Berlin. Der Mühlenbetrieb ruht bereits feit einigen Jahrzehnten. Von der Schleuse wandern wir zunächst auf der Zerns- dorser Chaussee weiter. Bald geht der Weg links ab, über die Bahn nach Storkow, und an der nächsten Gabelung rechts. Wir kommen in den Wold; beim Jagenstcin Qt wenden wir uns rechts ob nach der Kablower Ziegelei, am User des Jernsdvrfer Lankenfees gelegen. In nördlicher Richtung gehen wir zum Ukleisee, einem schmalen Rinnensee, an dessen Nordend« die klein« Siedlung Uklei liegt. Von hier wandern wir nordöstlich weiter zum Gestellweg N, dem Kablower Gestell, der den Wald in nordost-südwestlicher Richtung durchschneidet. Das von meilenweiten Kiefernwäldern bestanden« Gelände ist ziemlich eben. Nur vereinzelt« Bergkuppen ragen auf, die mit den Gosener Bergen und den Müggelbergen im Nordwesten als die Reste einer eiszeitlichen Endmoräne angesehen werden. Rechts vom Weg« liegen die Souerkohlberge, die sich nur etwa 16 Meter über ihre Umgebung erheben. Wir kommen zur Chaussee und über- schreiten auf ihr den Oder-Spreekanal. Jenseits der Brücke, am Ende der Chousseeböfchung biegen wir rechts ab. Der Gestellweg bringt uns auf den 86 Meter hohen Stahlberg, der das Gelände um etwa 50 Meter überragt. Von hier oben haben wir einen prächtigen Ueberblick über das Waldgebiet bis Königswusterhaufen hin, dessen Telefunkentürme wir sehen. Die schnurgeraden Gestellwege sind häufig von Birken eingefaßt, deren hellgrünes Laub sich deutlich von dem dunklen Grün der Kiefern abhebt. Wir sind im Gebiet des Berliner Urstromtals. Der Endmoränenzug, zu dem auch der Stahl- berg gehört, wurde von den Fluten des Urstroms durchbrochen und teilweise fortgespült. Nur die einzelnen Kuppen blieben erhalten. Vom Stadlberg steigen wir in nördlicher Richtung hinab. Der Weg sichrt weiter durch den Wold nach Burig, das unmittelbar an der Spree liegt. Wir wenden uns westlich nach Neu-Zittau, da« ebenso wie Gosen und Friedrich-Hagen eine Kolonistensiedlung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist. Wir gehen weiter nach Norden; die Chaussee führt über die Spree noch Schönschornstein und weiter- bin durch die weit« Wiesenniederung des Spreetals. Zur Linken sehen wir die Goiener Berge mit dem Dorf Gosen davor und im Hintergrund die Müggelberge aufragen. Auf der Chaussee kommen wir an Neu-Buchhorst vorüber nach Erkner, wo wir die Heimfahrt antreten. Wegläng« etwa 25 Kilometer. ?lm Werbellinsee. Zum Werbellinsee oder kurz Werbellin, einem der schönsten Sern unserer Mark, führt uns die Wanderung. Vom Stettiner Fsrnbabnhof fahren wir über Eberswald«(umsteigen) bis Bahnhof Werbellinsee. Sonntagsrückfahrten, die zur Hinfahrt schon von Sonnabend mittag an berechtigen, werden ausgegeben. Di« Gegend um den Werbellinsee ist ein vorbildliches Beispiel für ein« End- moränenlondschaft der Eiszeit. Am Nordende des Sees zieht die große südbaltische Endmoräne vorüber, der Bahnhof liegt unmittel- bar an ihrem Kamm. Ihres Geschicbereichkums wegen wurde sie als Steinbruch ausgebeutet. Jetzt sind die Gruben in der Nähe des Bahnhofs jedoch aufgelassen worden, da sie erschöpft sind. Di« End- moräne trennt das Hinterland des ehemals hier lagernden Inland- eise« von dem Borland. In jenem ist noch die lehmig« Grund» moränendeck« vorhanden, die Weizenäcker und Buchenwälder trögt, während in diesem die noch Süden abfließenden Schmelzwasser des Inlandeises gewaltige Sandmassen, die Sander, ablagerten, auf denen die Schorfheid« liegt, die vorwiegend aus Kiefern und Birken besteht. Im Hinterland der Endmoräne liegen die Staubecken. Dies« waren Sammelbecken der Schmelzwasser unter dem Eise. Als Reste[ der Staubecken sind heute noch vielfach große, runde, flach« Seen,! Stauseen, erhalten, die jedoch mitunter schon versandet sind und jetzt Moor« bilden. Oft war dos Wasser in den Seen so flach, daß es! nach kurzer Zeit verschwunden war und jetzt nur noch ausgedehnt« � Sand- und Tonablagerungen ihre Stellen bezeichnen. Von der Be- 1 deutung der Staubecken gibt der ausgedehnte Grimnitzfe««in beut- liches Bild. Er ist«in nahezu kreisrunder, flacher See, fein« größte Tiefe beträgt nur 6 Meter. Im Vorland wuschen die Schmelzwasser an manchen Stellen tief« Rinnen aus, die heute noch als Seen er» Wetteraussichten für Sonntag. Im Anfang der Wocte lag aal dem enropäischen Nordmeer ein sehr umfangreiches Tiefdruclcgebiet, unter dessen Einfluß i» der nördlichen Hälfte Deutschlands meist bewölkter Himmel herrschte und ziemlich zahlreiche� obschon im allgemeinen geringe Hegenfälle stattfanden. Bet frischen westlichen Winden nahm auch die Abkühlung daselbst noch etwas zu. In Süd- und Mitteldeutschland hingegen blieb das Wetter größtenteils trocken und überwiegend heiter. In den Mittagsstunden wurden an den meisten Orten 25 Grad Celsius überschritten. Als jedoch im Laufe des Montags das Tief südostwärts nach Mittelskandinavien vordrang, traten an verschiedenen Stellen der deutschen Küste, gleichzeitig auch im Oberrheingebiete stärkere Regengüsse ein, die sich in den folgenden Tagen öfter wiederholten und weiter nach Süden und Osten ausdehnten. Nachdem das Tief nach Finnland fortgezogen war, trat bereits am Mittwoch morgen bei Island ein neues, weit nach Süden ansgedehntes atlantisches Tiefdruckgebiet auf und drang rasch nach der Südwestküste Norwegens vor. Beim Vorübergang eines an seiner Südostseite entstandenen Teiltiefs entlud sich am Donnerstag vormittag über Berlin ein kurzes, schweres Gewitter mit starkem Hegen und Hagel. Auch in den meisten anderen Gegenden Deutschlands gingen am Donnerstag und Freitag zahlreiche Regeuschauer hernieder, die besonders im Nordwesten ergiebig waren. Dabei wuchsen die West- und Nordwestwinde sehr stark an und führten überall weitere Abkühlung herbei. Jetzt ist das Tiefdruckgebiet nach der nördlichen Ostsee gewandert, von wo es ziemlich langsam ostwärts fortzuziehen scheint, worauf ein auf dem Biahiatachcn Meer gelegenes Hoch gegen Hittelenropa vorrttcken dürfte. Wir haben daher mar zeltweine heitere«, jedoch anfangs noch kühle«,»ehr windige«, nahe stündige« Wetter mit weiteren Regen-, vielleicht auch einzelnen Hagelschauern za erwarten. Im Lanfe de« Sonntag« wird aber der Wind Toran«BichtIIch mehr und mehr nachlassen nnd die Temperatur etwa« hüber steigen, obgleich sich dazwischen der Himmel wohl tttter wieder bewülken und nach noch mehrmal« leichter Regen(allen wird hallen sind. Ein solcher Rinnense« ist der Werbellin. In Nordost» südwestlicher Richtung erstreckt er sich senkrecht zum Endmoränen- bogen. Er ist 11 Kilometer lang, durchschnittlich 1 Kilometer breit und bis zu 30 Meter tief. Ungefähr da. wo jetzt der Bahnhof Werbellinsee liegt, durchbrachen die Schmelzwasser den aufstauenden Endmoränenwall, stürzten als Wasserfall in das Vorland und wuschen so di« Rinn« des Werbellinsees aus, der deshalb an diesem Ende sein« größte Tief« hat. Nach neueren Forschungen sind derartige Rinnenseen jedoch fubglazialen Ursprungs. Sie sind durch die unter dem Eise strömenden Schmelzwasser gebildet worden, als das Eis noch das Gelände bedeckt«, in dem sie liegen. Noch dem wetteren Zurückweichen des Eises wurden die Rinnen natürlich von den dem Eisrande entfließenden Schmelzwässern zum Abfluß mitbenutzt. Auch heut« noch besteht eine Verbindung zwischen dem Grimnitzfee im Hinterland« und dem Werbellinsee. Beide Seen, in der Luftlinie nur 1 Kilometer entfernt, besitzen einen Höhenunterschied ihres Wasserspiegels von 21,9 Meter. Vom Bahnhof Werbellinsee wandern wir auf dem Ostufer des Sees, unmittelbar neben dem Wasser, nach Altenhof. Dos Ufer fällt stellenweise 10 bis 15 Meter steil ab, deshalb ist hier di« Vorlandzon« sehr schmal. An manchen Stellen unterspült das Wasser sogar dos Ufer, so daß die Bäume in den See abstürzen. Der Wold auf diesem Ufer besteht vorwiegend aus Buchen, die sich miwnter zu stattlichen Exemplaren entwickelt hoben. Im Jagen 171 stehen hart am See mehrer« von ihnen; die hervorragendste ist 30 Meter hoch und hat «inen Stammumfang von nahezu 4 Metern in 1 Meter Höhe über dem Boden. Von Altenhof lassen wir uns zum Westufer übersetzen. In der Näh« liegt dos Jagdschloß Hubert�sstock. Auf dem Westufer des Werbellin wandern wir nach Norden. Prächtige Ausblicke über den See und feine schönen bewaldeten Ufer, über träumerisch in stiller Einsamkeit liegende Buchten genießen wir von vielen Punften der Wanderung. Di« klaren Fluten laden uns«in zu einem erquickenden Bad. Wir kommen an Holzablagen und an der Siedlung Elsenou vorüber zum Nordend« des Sees zurück. Noch einmal schauen wir über den langgestreckten Werbellin, von dem der Joachimstkaler Dichter F. Brunold singt: Wie ein Gottesang« glänzet,» Drüber dunkle Brauen glüh'n Liegt, von Berg und Wald bekränzet, Märchenhaft der Werbellin. Dann steigen wir hinauf zum Bahnhof Werbellinsee. Don hier wandern wir gen Norden, auf dem Cndmoränenwoll, nach Grimnitz und Ioachimsthal. Der Weg gewährt uns schön« Ausblick« über den Grimmtzse« und weit in die Uckermark hinein. Ioachimsthal wurde 1601 vom Kurfürsten Joachim Friedrich gegründet. Von 1607 bis 1630 war hier das Ioachimsthalsche Gymnasium, das dann noch Berlin und Wilmersdorf verlegt wurde und sich seit 1912 in Templin befindet. Dom Bahnhof Ioachimsthal fahren wir noch Berlin zurück. Für die Strecke Ioachimsthal— Werbellinsee müssen wir ein« b-- sondere Fahrkart« lösen. Wegläng« etwa 33 Kilometer. vom Reisetagebuch. Nicht jeder, der den Wandersiab in die Hand nimmt, ist ein Heine oder gar Goethe, aber wobl ist jeder imstande, sich Notizen unterwegs zu machen, die den Reiseweg und besondere Erlebnisse und Beobachtungen festhalten. Sie können literarisch schmucklos kein, wenn sie nur das Tatsächliche klar erkennen lassen. Nichts Interessanteres, als später in diesen Tagebüchern zu blättern, sich in die Zeiten zurück zu oersetzen, in denen man als rüstiger Fuß- gänger Wald und Feld durchwanderte, und vielleicht auch Ver- gangenheit und Gegenwart zu vergleichen. Man gehe nicht auf sein.fabelhaftes' Gedächtnis— gerade wer viel wandert, wird später nicht alle Einzelheiten auseinander halten. Unnötig zu tagen, daß die Aufzeichnungen kein« Gelehr» samkett enthalten sollen—, was in den Reiseführern steht, braucht nicht abgeschrieben zu werden, sondern man soll doS fest» hallen, was die eigenen Augen gesehen und die eigenen Ohren gehört haben. Sind die Wanderungen ausgedehnter Art, so empfiehlt es sich, auch eine einfache Routenkarte einzuzeichnen. Nicht immer hat man beim späteren Durchlesen einen AtlaS zur Hand, und die Loge der Orte zu einander hat man auch nicht mehr so genau im Kopfe. Man lasse sich also die kleine Mühe nicht ver- drießen, am Abend einige Aufzeichnungen zu machen— sich selbst und seinen Angehörigen zur späteren Freude. Der preis für vkorkenbrok beträgt, wie das ErnährungSamt mitteilt, vom Montag, den 30. Juli, ab 12 000 M., der Preis für die Markenschrippe 425 M. ---i Als die Wasser fielen. Don Otto Rung. Der Wasserschiffer stand mit gespreizten Beinen über dem Giimmischlanch mit einer Miene wie ein ungezogener Junge und lieh Trinkwasser in den Tank der Bark Beß Ruthby lau» fen. Seine schmalen Augen bekamen einen geheimnisvollen Schimmer. „Es gibt vieles in einem Schiff, was kein Mensch ver» steht. Ein Schiff hat sein Leben, und Schicksal und Geschichte eines Segelschiffes wie Deh Ruthbys sind bunter als die eines Mädchens, das nach langen Irrfahrten hier in Nyhavn ge- landet ist. Während des Krieges fuhr sie mit Konterbande, später hat sie Spiritus geschmuggelt. Zwei tüchtige Kerle, die Dragörjungen genannt, haben sie damals geführt. Sie sitzen beide noch im Zuchthause!",■ Gude hörte zerstreut, in seinen Korbsessel zurückgelehnt, zu. In seiner Arbeit war jetzt eine Pause eingetreten. Die große entscheidende Sitzung mit Aussichtsrat und Sachver- ständigen auf der Dänischen Werst war wegen einer Erkran- kung Andreas Paulis verschoben worden— es war allerdings die Frage, ob er wirklich krank war oder nur an schlechtem Gewissen und chronischer Furcht litt und vielleicht nur Zeit suchte, um Rat zu finden.— Der Wasserschssser nahm den Schlauch aus dem Spund- loch des Tanks.„All right, Sir! Und nun das Fallreep für Badding.' Er sprang in fein Blechboot und hustete sich schnell mit vielen Rauchringen durch den Hasen. Gude blieb in seinem Korbsessel sitzen. Er versuchte zu lesen, doch seine Gedanken fanden keine Ruhe. Die Sommer- sonne brannte aus Deck, der Geruch von Harz. Pech und Farbe legte sich ihm auf die Brust. Es war, als klebten diese alten Planken an seinen Sohlen, als hinge das Schiff wie ein Ge- wicht an ihm. Die aufrechten Masten hatten einmal erhebend auf sein Gemüt gewirkt, jetzt waren sie wie sacht kreisende Nadeln, die Ringe m die weiße Lust zeichneten. Pom Achterschiff kam ein Bradem von Blumen und Erde, Düste von dem schwimmenden Garten. Mißmutig beugte er sich ganz vorn am Steven über die Reling und starrte in das träge plätschernde Wasser. Das Fahrzeug schaukelte lesse, über der Wasserl'nie bekam er bin und wieder einen Streifen der Her alten Muscheln zu sehen, di« den Boden des Schisses über- soucherten, eine schmarotzende Lage von Schaltteren der Tro- pischen Meere. Der Dust von Teer und Salz mischte sich mit dem Duft von Rosen. Hie und da ertönt« Gerdas Stimme, fern, aber wie durch die Membrane des Wassers herbeigeführt, als spräche sie drunten in der Tiefe. Ihr Lachen klang ihm übermütig und ausgelassen, eine andere Stimme mischte sich dunkler und tiefer mit der ihren: offenbar war sein Schwager bei ihr an Bord. Und Gude dachte verwundert, wie seltsam der Weg des Kameraden mit seinem eigenen verschnörkelten Pfade verschlungen war— erst durch die Heirat, und nun später durch seine Besuche hier an Bord— als suchte er Erlösung von der Bürde, die ihn in den Staub drückte, als strebte er nach einem Tage der Genugtuung durch eine, die dem von seiner Hand getroffenen Manne nahestand. War in der Tiefe seiner Seele ein Trieb, bald zu sühnen, bald zn rächen— kraft der stolzen militärischen Idee: Nichts in der Welt der Gnade eines andern Mannes verdanken zu wollen! * Gerda hatte Kapitän Stark als Modell in einem niedrigen Sessel mit einem Hintergrund von blühenden Pelargonien an» gebracht. Er saß in weißer Marineuniform, von allen Far» ben ihres Gartens umgeben, da. Zu seinen Füßen lief ein Gürtel von Brunnenkresse. Der Lukenrabmen und der Mast waren von japanischen Rosen umrankt. Sie sah ihn wie in einem tropischen Garten: schweigend, mit seinem traurigen Lächeln und den visionären Augen saß er da, wie ein Pierre Loti in einem Serail.— Diesen wie den Morgen zuvor war sie vor Tagesgrauen erwacht und hatte den ersten Sonnenfleck feuerrot durch das Kuhauge auf dem Rande der Koje spielen sehen. Sie fühlte eine unerklärliche Angst und wußte, daß sie durch einen Laut, einen Lärm draußen geweckt war, der deutlich durch die Bretterwand, die ihre Kajüte vom Mittelraum des Schiffes trennte, ertönt war. Sie sprang auf, hüllt« sich in ihren Kimono und ging an Deck. Hier war alles ruhig. Der Hafen lag still in dem schmelzenden Morgenlicht, die Sonne löste sich gerade vom Horizont. Es war erst Halbfünf Uhr. Frierend ging sie wieder unter Deck und versuchte sich zur Ruhe zu lesen. Dock sie wurde von sieberheißen Träumen gejagt. Sie hatte ein Gefühl, als wäre sie allein hier auf einem Schiffe, das über den öden' Ozean trieb. Erst spät kam sie wieder herauf. Sie bemerkte den Matrosen Matti, der sich mit einer Gruppe von Seeleuten vor einer Kneipe herumtrieb. Gude war wohl längst an Laich gegangen. Sie sah ihn jetzt nur selten. Ohne Freude dachte sie daran, daß Kapitän Stark heute an Bord kommen wollte, um ihr zu einem Bilde zu sitzen. Sie ging an den niedrigen Kästen an der Reling vorbei, in denen ihre Blumen wuchsen. Neulich waren ihr zwei ganze Wäldchen von lila Hortensien gebracht wordn. Möglicherweise waren sie von Rustad geschickt, eher aber von Andreas Pauli. Sie kamen ohne Bezeichnung des Absenders, und der alle Gärtner, der sich täglich an Bord zeigte und die Schlingrosen, die Perlbohnen und Winden an den Seiten der Hütte hoch- band, wollte nicht mit der Sprache heraus. Sie fragte auch nicht allzu eifrig. Wahrscheinlich waren die Blumen doch von Andreas Pauli. Bei ihrem letzten Besuch auf seinem Landsitz hatte sie die reiche Flora seines Gartenhauses gesehen. Soeben hatte sie die vier Schecks eingelöst, di« er unaufgefordert als Bor- schuß auf neue Bilder geschickt, hatte. Sie war fetzt reichlich mit Geld versehen. Aber er zeigte sich nicht selbst an Bord, schickte auch keiften Brief. Das macht« sie unruhig und verstimmt. Und di« beiden Bilder, die er bei seinem ersten Besuch ge- wählt hatte, standen noch in ihrer Kajüte. Daß Andreas Pauli sie nicht holen ließ, wunderte sie etwas, kränkte sie auch ein wenig. Aber dennoch war es nur gut. daß er sich nicht gerade jetzt an Bord zeigte. Ihre Arbeit ging ihr nur langsam von der Hand. Die Studie vom Hafen war wochenlang nickt einen Pinselsttich weitergekommen. Wenn sie sie auf die Staffelei stellte, erschien sie ihr blaß, tot, wie ein Stück gekalkte Wand. Rings herum leuchteten alle Farben, und es war ihr, als hin« derten gerade diese lebenden Blumen ihre Hand am Schaffen. Da standen sie in ihren lodernden oder blutenden Farben, in ihren grünen und weißen Hüllen, duftend und atmend! Ihre Leinwand ward nur ein Herbarium getrockneter Kräuter, sie konnte diesem Flor, der wi« ein Dornröschen- garten, um Mast und Rundhölzer gerankt, rings um sie wuchs, sich um die Seiten des Schiffes schlang, sich mit seiner Hülle von Blättern über Stög und 33ardunen zu einer blütenschweren, geschlosienen Laube wölbte, konnte sie keinen Aus- druck verleihen. Sie wurde von dem Duft betäubt, von dieser Ueppigkeit beschwert, fühlte sich wie eine Gefangene hinter dieser Hecke, die wie in tiefem Schlummer der Dinge wartete, die da kommen mußten. (Fortsetzung folgt.) Und das soll 6rot fein? Man mutet der Berliner Devölk->rung seit Wochen zu. auf Kartenbezug Tag für Tag etwas zu derzehren, was wie Brot aus- sieht, als Brot verkauft wird und im Grunde doch zu nichts anderem nütze ist alS zum Fenstertitten. Man weist bald nicht mehr, wor» über man sich mehr wundern soll: dast Mund, Zunge und Zähne diesen scheustlichen sauren grau-braun-schwarz-grünlichen PampS herunterbekommen oder dast der Magen die Kraft hat, ihn wieder hinauszubefördern. Wir hatten im Frieden und im Krieg und haben heute noch berühmte Kapazitäten der Ernährungswirtschaft, Professoren und Geheimräte, die in ollen möglichen Wissenschaft« lichen Deputationen und Kommissionen, Akademien und Hoch« schulen, Reichsämtern und Ernährungsämtern, Nahrungsmittel« prüsstellen und amtlichen Stellen zur Bekämpfung der NahrungS- mitlelversälschung als Amtspersonen mit beträchtlichen Gehältern und Pensionsberechtigung sitzen. Aber das Volk mutz zu der Ueberzeugung gelangen, dast das alles Ueberorganisation und Leerlauf ist. nutz» und zwecklos. Denn die Bevölkerung mutz sich heute ein Brot gefallen lassen, das diesen Ehrennamen nicht mehr verdient, daS noch fünf Friedensjahren im Zeichen der freien Wirt- schaft eine Schande für Deutschland ist. Ein Brot, dast durch seine Unverdaulichkeit und Unbekömmlichkeit dafür sorgt, dast die Kinder im Mutterleibe bereits zu unheilbarer Degeneration verdammt werden. Heule ging ich zu meinem Bäcker, einem Mann von unbegreif- licher Leibesfülle und Besitzer von zwei prächtig gedeihenden Sckweinen sich habe leider weder daS eine noch das anderes, um mich einmal in aller Ruhe über diesen unerträglichen Zustand zu unterhalten. Die Unterredung hatte einen merkwürdigen Verlaus! .Woher das Brot so schlecht ist? DaS kommt vom Ma« gistrotSmehl. DaS Mehl ist schlecht.'—.Wa« heitzt daS, daS Mehl ist schlecht?'—„DaS kommt daher, weil eS zu 80 Proz. aus- gemahlen ist.'—.Sie müssen doch als Fachmann wissen, dost schon im Frieden mit zu 80 Proz. und höher auSgemahlenen Mehlen ganz ausgezeichnetes Brot gebacken werden konnte. Tie Vollkorn», Simons», Graham- und ähnlichen Brote und auch die Kommihbrote waren doch nichts anderes als Brote aus hoch ausgemahlenem Mebl. Jetzt datte ich verspielt. Ter Meister mochte ein paar Augen wie ein wütender Kater!.Wat Sie nich alles wissen! Ick sag et Ihnen nochmal. det Mehl is schlecht, weil et Magistratsmehl iS. Det Mehl is feucht, da lästt sich kein andres Bröl draus backen. Und solange es Markenbrot gibt, gibt'S auch kein andres Brot. Verstanden!' Also sprach der wohlgenährte Besitzer einer wohlnährenden Bäckerei und zweier wohlgenährter Schweine. Er kam um den Ladentisch herum auf mich zu und sah mich von unten bis oben und retour an, und das so drei», viermal:.Mehr habe ick mir mit Ihnen nich zu erzähl'». Jehn Se doch zu Ihren Magistrat und bekchwer'n sich.' Nun verstehe ich auch, warum alle Frauen darüber schimpfen, dast der Meister ein so schlechtes Brot bäckt und trotzdem zwei so ichöne Schweine hat. Aber sie sagen es nicht laut. Es gibt Leute, die sich über untere heutigen Zustände ernhaft den Kops zerbrechen und meinen: Deutschland müsse an seiner Bureaukratie zugrunde zehen. Die andern, die behaupten, es müsse an seinem schlechten Brot zugrunde gehen, haben offenbar nicht minder recht. Des Rätsels Lösung aber scheint das zu sein: Am Ib. September fällt die Brotkarte. Dieser Umstand macht gewissen Kreisen mehr Sorge als sie öffentlich zugeben. Wenn also, so kalkulieren sie, das Markenbrot täglich schlechter wird, wird das Volk eine solche Wut daraus bekommen, dast eS schliestlich sagen wird: Gott sei Dank, dast daS Markenbrot ein Ende hat! Wir wollen lieber mehr zahlen und ein geniehbareS Brot haben, als noch länger das Markenbrot.' Und damit hätten die Herrschaften, die den Abbau des Markenbrotes verschuldet haben, den so notwendigen Uebergang zum freien Brot gefunden. Zur Ehre des Bäckerstandes aber sei gesagt, datz eS noch überall Meister gibt, die keine Schweine haben und mit dem.schlechten Magistratsmehl' ein sehr gutes Brot zustande bringen. Liegt daS nun an den Meistern oder an dem Mehl. Oder liegt eS etwa an den Schweinen? privatürucke. Ein Postdirektor als Opfer de».Priefmarkenfiebers". Vor der 3. Ferionstrafkammer des Landgerichts I spielte sich gestern«ine aufsehenerregende Verhandlung ab, die sich gegen den Postdirekt«/ St. wegen fortgesetzter Unterschlagung richtete. Der Mann mutz als ein psychologisches Rätsel angesehen werden, denn er hat seine Ehre und seine Stellung um 400« M. aufs Spiel gesetzt und ist«ffenbar ein Opfer des heute vielfach grassierenden„Briefmarken- fiebers' geworden. Gleichzeitig eröffnete die Verhandlung einige interessante Einblicke in den Briefmarkenhandel und seine Zwischen- gewinne. St. wor Direktor eines der größten Postämter Berlins und wurde 1919 als Hilfsarbeiter ins Reichspostministerium berufen, um dieHerstellungderneuenReichspostmarken zu leiten. Hierbei hat er sich, wie sein Vorgesetzter Ministerialrat Lerche vom Rcichspostministerium als Sachverständiger bekundete, große Ver- dienst« um die künstlerische Gestaltung der Postwertzeichen erworben. Neben den von der Reichsdruckerei hergestellten, auf festen Tafeln aufgezogenen Probedrucken, die später dem Reichspostmuseum über- wiesen werden, hatte St. von dem Entwurf in der Reichsdruckerei sich lose Nachdruck« herstellen lasten. Seitens des Ministeriums hatte man St. schon bedeutet, daß die Anfertigung dieser Privat» drucke nicht stoichaft sei. Bald darauf wurde auch festgestellt, daß auf unerklärliche Weise Probedrucke der neuen Marken im privaten Handel erschienen seien. Als St. im Mai 1922 aus dem Postministerium ausschied, um wieder die Leitung seines Postamtes zu übernehmen, hat er die in seinem amtlichen Ge- wahrsam befindlichen losen Probedruck«, etwa 300 Stück, nicht ab- geliefert. Eines Tages teilte nun ein Sammler dem Reichspost- Ministerium mit, daß die Briefmarkenhandlung Kosack Probedrucke von Marken zum Kauf anbiete. Di« von dem Postdirektor Dr. Wag- nsr angestellten Ermittlungen ergaben, daß Kosack im Besitz ganzer Serien von Probedrucken, u. a. Geigerschen Ziffernmarken, Flugpost- marken und Münchener Gewerbeschaumarken und den Probedrucken anderer Entwürfe war. Kosack hatte die Sammlung für etwa eine Viertelmillion von einem anderen Briefmarkenhändler, dieser sie ebenfalls aus zweiter Hand erworben. So war die Sammlung durch mehrere Hände gegangen und schließlich stieß man auf die Briefmarkenhändler Muetzlig u. Sohn in der Mauerstrahe, die die Sammlung für 4000 M, von einem fremden Mann erworben und gleich für 180000 M. weiter ver- kauft hatten. Der Postdirektor wurde den letztgenannten Händ- lern gegenübergestellt und als der Verkäufer erkannt, der drei- bis viermal Serien verkaust hatte. Vor Gericht bestritt St. energisch, die Drucke verkauft zu haben und behauptete, die Serien seien ihm offen- bar aus seinem Amtsschreibtisch entwendet worden. Am Schluß der Beweisaufnahme kam es noch zu einem merkwürdigen Zwischenfall. Als letzte Zeugin wurde«ine Frau Walter, die mit dem Angeklagten befreundet ist, vernommen. Sie ist zusammen mit dem Angeklagten Mitglied einer anthroposophischen Gesellschaft. Di« Zeugin hat sich mit der Angabe gemeldet, daß sie selbst die Diebin sei und die Marken im Amtszimmer bei einem Besuch entwendet habe, um einem Veremsfreunde, den sie nicht nennen wolle, aire der Not zu helfen. Auf die Frage von Landgerichisdirektor Marschner: Habe» Sie die Probewarte» gejtohle»?, erwidert die Zeugu« zunächst mit ja. Unter dem Druck der ernsten Vorhaltungen des Vorsitzenden zog die Zeugin jedoch i'hre Angabe zurück. Das Gericht war von der Schuld des Angeklagten voll überzeugt. Der Angeklagte habe sich in schwerer Weise gegen seine Stellung vergangen und das Gericht hielt daher eine Strafe von acht Monaten Gefängnis für an- gebracht.(Der Name des Angeklagten ist in dem Bericht, den wir einer Berliner Korrespondenz entnehmen, nicht genannt worden. D. Red.)_ wo bleiben die Lebensmittel? Die Schwierigkeiten auf dem Lebensmittelmarkt wachsen sortgesetzt, Seitens der verängstigten Hausfrauen hat ein Run auf alles was Fett heißt eingesetzt. Margarine konnte am Freitag bei den Kleinhändlern und auch bei der Konsumgenossenschaft und bei dem Beamtenwirtschaftsverein als zum größten Teil ausverkauft gelten, womit nicht gesagt sein soll, daß nicht noch beim Großhandel und in den Kühlhäusern bedeutende Mengen lagern, Naturbutter taucht nur hier und da vereinzelt auf und ist natürlich im Umsehen fort. Infolgedessen wirft man sich auf andere Fette, Speck, Talg und Schmalz. Klug-e Leute decken sich mit Oelen ein, obgleich diese Art Feit in Norddeutschland ziemlich unbeliebt ist, wiewohl ein natur- reines Oel, das natürlich nicht mit tranigen Fischölen durchsetzt sein darf, der Margarine entschieden vorzuziehen ist. Italien wirtschaftet bekanntlich nur mit Oel. Eine besonders starke Rachfrage herrscht auch nach Wurst waren, Biels Schlächter haben vollkommen aus- verkauft. Eine nichc minder starke Nachfrage herrscht nach ollen Dauernahrungsmitteln wie Gries, Rei», Erbsen, Bohnen, Linsen. Di« Stimmung: Kaufen um jeden Preis! ist ähnlich der in den Augusttagen 1914, nach denen allerdings die Zwangswirtschaft kam, während wir heute die fteie Wirtschaft haben, die uns in der Tat mit ihren großmäuligen Versprechungen herrlichen Zeiten zu- geführt hat. In aller Morgensrühe stellen sich die Frauen auf den Märkten, vor den Kaufmanns-, Milch- und Schlächterläden an, müssen lange Schlangen bilden unter peinlicher Beaufsichtigung eines reich- lichen, oft überreichlichen Aufgebots von Schupo— wo kommen nur plötzlich die vielen Beamten her?—, um womöglich mit leeren Körben abzuziehen, weil keine Waren vorhanden sind. Berlin, die vier- ZNillioneastadt. also mit einer Einwohnerschaft so groß wie die von ganz Württemberg und Laden zusammen, kann als von Karkofseln vollkommen, von Nahrungsmitieln nahezu entblößt gelten. Man scheint in der Reichsregierung, geschweige denn draußen im Reich, keine Vorstellung davon zu haben, was das bedeutet, fönst würde man doch wohl schon längst zu wirksamer Abhilfe geschritten sein._ Wenn man Dollars hat. Ausplünderung eines Ausländers im Tiergarten. Einen bösen Empfang erlebte«in Ausländer, der erst gestern nach Deutschland und Berlin kam. Nachdem er im Hotel abgestiegen wor, steckte er 700 amerikanische Dollarnoten in die linke Hosentasche und machte sich auf den Weg, um bei einem Kunden eine größere Rechnung zu begleichen. Beim Absteigen vom Straßenbahnwagen an der Ecke der Leipziger und Eharlotlenstraße stieß er auf zwei Männer, die sich in einer fremden Sprache, an- scheinend Russisch, in einem Handelsgeschäft unterhielten. Diese, von denen der«ine auch gebrochen Deutsch sprach, wandten sich auch an ihn, und nun ergab sich, daß der eine ein„goldenes Zehn- Rubel-Stück' verkaufen wollte. Der zweite Ausländer bot immer höher und erwarb das Stück endlich für 100 000 M. Der Zu- gereiste ahnte nicht, daß er es mit Neppern zu tun hatte, die ihm das„Goldstück' anzudrehen versucht hatten. Der Verkäufer zog nun auch noch eine Blechschachtel aus der Tasche, die vier Steine ent- hielt. Es sollten große Brillanten sein. Auch diese wollte er ver- kaufen. So kam man zu Dreien in der Friedrichstraße an ein Haus, in dem sich ein großer Juwelenladen befindet. Hier stand ein Mann vor der Tür, als wenn er der Geschäftsinhaber gewesen wäre. Die Beiden zogen nun auch diesen in den Handel hinein, aber nicht etwa im Laden, sondern im Hauseingang, Der„Juwelier' bot nach län- gerem Feilschen endlich für einen Stein, nachdem er ihn genau be- sichtigt hatte, 180 Millionen. Wieder sollte, ohne daß er etwas Böses ahnte, der Zugereiste angereizt werden. Der aber verzichtete auch jetzt wieder auf den Ankauf, und so kam kein Geschäft zustande. Jetzt wanderten die Beiden mit ihm, der auch Deutsch spricht, die Friedrichstraß« und die Linden entlang, nach dem Brandenburger Tor und dem Tiergarten. Hier setzten sich die Drei aus eine Bank und plauderten über dieses und jenes. Plötzlich verlor der Zugereiste das Bewußtsein. Als er nach einer Viertel-, vielleicht auch halben Stunde wieder zu sich kam, waren die beiden anderen verschwunden und mit ihnen feine 700 Dollarnoten. Die Nepper hatten ihn irgendwie betäubt und ausgeplündert. Auf die Wiederherbeischaffung des Geldes fetzt er eine Belohnung von 10 Proz. ans. Mitteilungen an Kriminalkommissar Dr. Riemann im Zimmer 83z, des Polizeipräsidiums. Merzte und Krankenkassen. Schiedsspruch für die zweite Iulihülfte. Das Reichsarbeitsministerium gibt folgendes bekannt: Nach dem im Reichsorbeitsministerium gefällten Schiedsspruch vom 27. Juli 1923 wird der Berzütting der Kassenärzte für die zweite Julilzälst« die Beratungsgebühr von 22 000 M. zugrunde gelegt. Für die erste Iulihälfte waren 6500 M. zuerkannt. Das 3!4 fache geht über die sonst angewendete Meßziffer hinaus: Der Aerztebund Groß-Berlin verbreitet durch die Berliner BS.-Korrespondenz folgende Mitteilung: Im Reichsarbeitsministerium trat gestern vormittag unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Dr. Grieser das zuständig« Schieds- gericht zusammen, um in dem Honorarstreit zwischen den Kranken- kassenverbänden und den Aerzten das Honorar für die zweite I u l i h ä l f t e festzusetzen. Die Entscheidung des Schiedsgerichts ging dahin, daß für die zweite Julihälfte ein Honorar von 8250 M. zu zahlen fei, so daß das Pauschalhvnsrar für den ganzen Juli Jv 6 8 7,50 M. beträgt, lieber di« für die Monate August und September zu zahlenden Honorare werden heute Verhandlungen im preußischen Wohlsahrtsministerium stattfinden, von deren Ergeb- nis es abhängen wird, ob nach dem 1. August die kasienärztliche Tätigkeit unter den vertraglichen Bestimmungen weiter fortgesetzt wird oder ob in diesen Tagen die vertraglichen Beziehungen zwischen den Parteien aufhören._ Ei« großer Devisenprozeß. Der wegen unerlaubter Devisengeschäfte verhaftet« General- direktor Litwin von der Evaporator-A.-G. ist gestern gegen eine Kaution von 12 Milliarden Mark aus der Haft entlassen worden. In dös Verfahren gegen den Direktor Litwin wird«ine Reihe weiterer Persönlichkeiten hineingezogen werden, so die Leiter des Bankgeschäftes, das die Devisenkäufe für di« Eoaporator-A.-S. tätigte. Die Anklage wirft Generaldirektor Litwin vor. daß er unter dem Vorwand, für den ihm nahestehenden Konzern und die Eooporator-A,-G., eines der größten Werke ihrer Art auf dem Kontinent, Devisen zu beschaffen, sich selb st bereichert habe. Im Lauf« der bisherigen Untersuchung ist festgestellt worden, daß der Generaldirektor über sein Privatkonto sehr erhebliche Devisen- kaufe abgeschlossen hat, die denn auch in den Bückzern der Eva- porator-A.-G. erscheinen. Zu semer Verteidigung gibt er an, daß die Devisen restlos für das Werk bestimmt gewesen seien. Er h«be dies« Transaktion mit Kenntnis des Aufsichtsrates, in dem u.a. auch Reichstagsabgeordneter Sirsfemann und der Direktor der Nationalbank"Dr. Schacht sitzen, vorgenommen habe. Die durch fein Konto gegangenen Devisen seien sur Valmaverbindlichteiten der Evaporator-A,-G. bestimmt gewesen, für die er zum Teil persönlich mithast«. Direktor Lmom hat dem Umersttchungsrichter erklärt, daß seiner Ansicht nach die Anzeig« auf Veranlassung eines Dwektors der Evaporator-A.-G, erfolgt sei, der ihm persönlich nicht wohl wolle und daß die ganze Angelegenheit nicht anderes als ein R a ch e a k t sei. Inzwischen sind vom Untersuchungsrichler Mitglieder des Auf- sichtsrates vernommen worden, die die von Litwin ge- machten Aussagen vollinhaltlich bestätigten, so daß nach dieser Richtung hin seine Angaben auf Wahrheit zu beruhen scheinen. Der Auffichtsrat hat dem Angeschuldigten jetzt ein B«"- trauensvotum ausgestellt und erklärt, daß er einer strafbaren 5)and- lung keineswegs fähig sei.__ Die Friedensdemonstrationen am Sonntag. Die Liste der Redner. In den am Sonntag vormittag 10 Uhr in großen Sälen Berlms. stattfindenden Erinnerungskundgebungen„Nie wieder Krieg' wer- den unter anderen das Wort ergreifen: Altmoier, Bioing, Dr. Bloch, H. v. Gerlach, Klötzel, Dr. Kawerau, Prof. Langevin-Paris, Alfred Müller-Hepp, Emil Rabold, Rudolf Rocker, C. v. Osiietzky, Miß Sheepsshanks-London, Renni« Smith-London, A. Souchy, Dr. Helene Stöcker und Karl Vetter, Als künstlerische Kräfte wirken mit di« folgenden Mitglieder des Berliner Schaufpielertheaters: Leo Reuß, H. H. v. Twardowfki, Peter Jhle, Ernst Reschke, Jochen Poelzig, Heinz W, Vogt und Leo Monier. Kostenfreie Eintrittskarten sind heut«, Sonnabend, in der Zeit von 5 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends erhältlich:„Alhambra', Moritzplatz, Vötzow-Brauerei, Kliems, Hafenheide und im Gewerk- fchaftshaus._ vor der Markgrafendiele. Ein bedenklicher Fall von Deamkenbeflechlichkeik. Die Schutzpolizei geht neuerdings mit befondever Schärf« gegen di« Bestechung ihrer Beamten durch di« Inhaber von Nachtbettieben vor und es ist den Beamten durch besondere Berfügungon einoe» schärft, auf ihr« Kameraden Obacht zu geben und alle Fälle der Pflichtvergesienhcit zur Anzeige zu bringen. Ein derartiger Fall kam gestern vor der 1, Ferienstrafkammer des Landgerichts I zur Aburteilung in einer Bestcchungsanklage gegen den Polizeiwochl- meifter Otto Herrmann, den Polizeiunterwachtmeister Richard Huntus, den Kellner Otto Dundesmcmn und die Schankwirtin Ella Rieß, Auf einem Streifgang bemerkten die Polizeiroachtme.stsr Fe rüg und Rusch im Juni v. I. nachts gegen/l� Uhr vor der Markgraten- öiele einen regen Auloverkchr. Als sie sich die Sache näher ansehen wollten, kam ihnen der ihnen schon als Spanner bekannte Bundes- mann entgegen und sagte:„Es ist ja schon einer von Euch dnn. Ihr habt ja ganz raffinierte Beamte unter Euch. D>e können za nicht genug bekommen'. Durch Au-ftagen erfuhren die Beamten dann, daß ein„Grüner" vom Wirt Geld verlangt Hab: und in das Lokal hineingelassen worden iei. Bald daraus lam auch ein Be- amter heraus und die anderen Beamten stellten fest, daß es d:r derselben Hundertschaft angehörende Wachtmeister Herrmann war. Sie brachten dorouf den Dorfall zur An.zeigs und die Folge war die gegenwärtige Anklage. Die Ermittelungen ergaben, daß Herr- mann und Huntus, obwohl sie damit nichts zu tun hatten,>n jener Nacht auf eigene Faust auf die Straße ge- gangen waren. Bor der Markgrafendiele war Herrm.ann an den Spanner herangetreten mit der Forderung, daß er vom Wirt etwas haben müsse. Der Spanner drückte ihm 100 M. in die Havo. Damit schien aber H. nicht zufrieden zu sein, denn er rief:„Sias soll das Geld?" Der Spanner verwies ihn daraus an den Aiirt. Diu Wirtin schenkte ihm noch 50 M„ ober Herrmann erklärte, wn, dies für die heutige Zeit etwas wenig sei. Darauf gaben ihm r-e Gäste noch weitere 50 M, mit den Worten:„Es ist doch eine Frechheit. Da kommt so ein Grüner wegen nichts und verlangt Geld". Bor Gericht leugneten die Angeklagdtn sämtlich. Bundes- mann gab zu. dem Angeklagten Herrmann 100 M. gegeben zu haben.' Er erzählte dem Gericht, er sei jed-n zweiten Tag betrunken. bildete sich dann ein, Christus zu fein und verschenke alles� was er besitze. Erst vor wenigen Tonen habe er auf der Strasse S'A Millionen weggeschenkt. Gegenüber den vom Stoa's. anwalt beantragten Gefängnissttafen bat Rechteanw. Dr. Julms» berger II die Strafkammer, den Fall mild« zu betrachten und aus Geldstrafe zu erkennen. Das Gericht verurteilte Herrmann und Frau Rieß zu se 1 Million, Bundesmann zu 3 Millionen Geldstrafe. Schwere Berkehrsunfälle. Gestern abend gegen 914 Uhr stieß an der Ecke der Berg- und Emserstraße in Neukölln, ein Kraftwagen der Ein- taufsgenossenschast Lichtenberg, der in die Saalestratze ein- biegen wollte und aus der Emserstraße kam, mit einer Elektrischen der Linie 15 so heftig zusammen, daß der Anhänger des Lastkraftwagens umschlug und den Begleitmann unter sich begrub. Der Sttaßenbahnwagen sprang aus den Schienen, wobei die Plattform eingedruckt wurde. Der Begleit- mann, Richard Schuhmann aus Lichtenberg, Lichtenberger Äratze 3 wohnhaft, hatte eine schwere Rückenquetschung sowie Verletzungen an der Rose und an beiden Beinen davon- getragen. Er erhielt die ersten Verbände atis der Rettungsstelle 5. Die Beseitigung des Verkehrshindernisses dauerte ungefähr«ine Stunde.— Nachmittags gegen 5 Uhr brach dem AutoHandler Adolf Brinkmann vor dem Hause Chausieesttaße 59 beim Be- steigen und Anfahren seine? Motorrades die Dordergabel. wobei das Rad aus der Gabel heraussprang und ein Schaufenster zertrümmerte. Brinkmann trug Verletzungen am rechten Oberschenkel davon, und wurde nach dem Augustahospital in der Scharnhorftsttaße gebracht.__ Vorauszahlungen auf Gewerbe- und Grundsteuer. In dem vom Landtag am 10. Juli 1923 verabschiedeten Gesetz zur Regelung verschiedener Fragen des kommunalen Abgaberechts ist bestimmt, daß die für das Rechnungsjahr 1922 festgesetzten Steuerbettäg«, sofern nicht«in anderes beschlossen wird, für die erste» drei'Vierteljahre des Rechnungsjahres 1923 i» einem Vielfachen forterhoben werden. Das Bielfach« beträgt nach dem Gesetz für dos erste Vierteljahr das Sechsfach« des Jahres- betrages und wird für di« folg-nden Bierteljahr« entsprechend den Bestimmungen des neuen Gesetz«, vom Finanzminister festgesetzt Demgemäß hat der Magistrat beschlossen, di« Grundsteuer und die Gewerbesteuer in einem Vielfachen der für 1922 veron- tagten Bettäg« fortzuerheben. An Gewerbesteuer ist für dos erste Vierteljahr(April-Juni) das Sechsfach« der für 1922 ver. anlagten Gewerbesteuer zu zahlen: an Grundsteuer das Dreifach« der letzten Jahressteuer. Diese Vorauszahlungen werden auf die endgültig zu veranlagenden Steuerbeträge ange- rechnet. Dem Steuerpflichtigen wirb in kürzester Zeit eine Zahlungs- aufforderung durch die städtisch« Steuerverwaltung zugehen. Ei« Stadtpart mit Badebetrieb. Der Spandauer Stadtpari soll jetzt eine erfreuliche Ausgestaltung erfahren. Für Badezwecke war bisher nur der nördliche Teich der Teichonlage bestimmt. Die übrigen Teiche find wegen ihre« moorigen Untergrundes für Badezwecke nicht geeignet. Nachdem für die Herrichtung des Badeteiches und für die Herstellung einer Badeanstalt zunächst 200000000 M. zur Verfügung gestellt worden sind, besteht die Aussicht, anS teile des bisherigen wilden Badebetriebes einen der Lage innerhalb eine« Wohnviertels entsprechenden geregelten Badebetrieb im nächsten Jabre zu ermöglichen. Selbstverständlich wird bei der jetzigen wirtichokt- lichen Lage die ganze Anlage gegeniiber dem»r'prünglichen Projekt wesentlich cingeichränlt werden. Hoffentlich gelingt es. die weiteren für die Durchführung dcS Projekts erforderlichen Mittel rechtzeitig zu erhalte». Wöchentliche Feffiehung der städtischen Tarife. Das Nach richtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Der Magistrat gibt bekannt: Bom 30. Juli 1923 ab werden die Tarife der städtischen Werke wöchentlich festgesetzt. Alle diejenigen Abnehmer, bei denen eine Standaufnahme in der Woche vom 30. Juli bis 4. August 1923 vorgenommen wird, haben für den seit der legten Rechnungslegung festgestellten Verbrauch folgende Preise zu zahlen: für 1 cbm Gas 6000 m., für 1 cbm affer 3000 m., für 1 Kilowattstunde Strom 10 000 m. Der Zentner Britefts 90 200 m. Infolge der ab 27. d. mt, erfolgten Erhöhung der Zechenpreise ist eine entsprechende Herauffezung der Kleinverkaufspreise für Brifetts erforderlich ge worden. Diese beträgt mit Wirkung vom 28. d. M. für Küchenund Ofenbrard je Zentner ab Lager 86 400 m., frei Keller 90 200 Mart, fuhrenweise Lieferung ab Lager 85 400 m., frei Keller 89 600 Mart. Der Friedenspreis betrug 90 Pf. Mithin bedeutet der neue Preis das Hunderttausendfache des Friedenspreises. Ein Mann mit einem Friedenseinkommen von monatlich 120 M. müßte jezt ein Monatseinkommen von 12 Millionen Mark besigen, um dieselbe Brikettmenge wie im Frieden einkaufen zu können. Feuer bei Siemens u. Halske. Donnerstag nachmittag gegen 21 Uhr brach in einem Fabrifgebäude der Firma Siemens u. Halste im dritten Stockwerk in der Franklin- Straße in Charlotten burg Feuer infolge Kurzschlusses in einer Maschine aus. Eine große Menge Schellad im Werte von 500 Millionen Mart wurde ein Raub der Flammen. Der Brand konnte durch die Hausfeuerwehr mit Hilfe einiger Arbeiter gelöscht werden. Berliner Funktionäre gegen Cuno. Bor den Berliner Funktionären sprach gestern Genosse Robert die Mart zugrunde ging. Gegen den Rückgang der Mark gibt es Schmidt über die politischen und wirtschaftlichen Gefahren, die der kein anderes Mittel, als deutschen Republit drohen. eine gründliche Währungsreform und in engster Beziehung damit steht Unser Bolt, so führte der Redner aus, steht unter einem harten politischen Druck, der starke Unzufriedenheit auslöst und ein Anwachsen der Extreme von Rechts und Links sowie auch der Indifferenten zur Folge hat. Darüber hinaus aber sehen wir auch Unzufriedenheit in unserer eigenen Partei mit den verani wortlichen Führern im Parlament.( 3ust.) Der Redner behandelte die republiffeindlichen Kräfte, die in den einzelnen Ländern mit verschiedener Energie, je nachdem die Regierungen dieser Länder zusammengesezt seien, bekämpft werden. Severing müsse daher auf seinem Bosten mit aller Kraft unterstützt werden.( Bust.) Wenn wir sehen, wie die deutsch- national- völkische Bewegung, die Lösung der Frage an der Ruhr. noch nie war eine Zeit, die für die Sozialdemokratie in parla mentarischer Hinsicht so ernst und schwer war, wie die gegenwärtige. Daher ist es notwendig, daß wir innerhalb der Partei zu einer geschlossenen, einheitlichen Auffassung kommen. sind vielfach der Meinung, daß das Kabinett Cuno beseitigt werden müßte. Wir sind nicht an das Kabinett Cuno gebunden. Aber welche bürgerlichen Männer wollen sie an seine Stelle setzen. Ich verzichte darauf, jetzt in die Regierung einzutreten. Sie So sehr ich bereit wäre, jedes Mittel anzuwenden, um die Ruhrkrise zu lösen, aber das werden Sie zugeben, daß der franzö= fische Standpunkt bisher jeder Berhandlung entgegen stand. Diese Situation muß begriffen werden. Die Partei wird alles tun, um den derzeitigen unglückseligen Zustand zu ändern, der zu Unruhen und Putschen führen fann und damit die Republit bedroht. von französischen Geldern gespeist, ihre reichsfeindliche Agitation unter den Augen bayerischer Regierungsfreise sich entfalten fonnte, erkennen wir, wie weit der Respekt dieser Kreise vor der der= zeitigen Reichsregierung gesunten ist. Das Fechenbach- Urteil und nun auch die Verurteilung Putttamers und die Flucht Ehrhardts werfen ein helles Schlaglicht auf die inneren Es gibt keine Partei, die so geschlossen für die Republik eintritt Zustände, und man muß aussprechen, daß die Beamten der Republit, die hier in Frage kommen, unverantwortlich gehandelt wie die Sozialdemokratie. Die größten Gefahren drohen uns nicht haben. Man hört so eft:„ Was geht uns dieser Staat noch an?" von links, sondern von rechts. Wir müssen geschlossen zu2lber wenn wir das Verhängnis erleben sollten, daß die Monarchie sammenstehen, um diesen Gefahren mit Erfolg begegnen zu einmal zurückkehren sollte, würden auch jene erkennen, was uns fönnen.( Lebhafter Beifall.) die Republik bedeutete. In der Diskussion Eine neue Gebührenordnung für Hebammen hat der Polizei präsident herausgegeben. Danach gelangen die niedrigsten Säge zur Anwendung, wenn nachweisbar unbemittelte oder Armenverbände die Verpflichteten find. Sie finden ferner Anwendung, wenn die Zahlung aus Staatsfonds, Die politische Schulung der Arbeiterklasse läßt leider viel zu aus den Mitteln einer milden Stiftung, eines Organs der gefeg wünschen übrig. Viele laufen den Parteien nach, so wie es ihnen sprach zunächst Holtkamp. Die Agitation ist heute schwerer denn je. Zwangsfrankenversicherung( Gemeindefrankenversicherung, ihr augenblickliche: Vorteil jeweils vorspiegelt.( 3ustimmung.) Die Der Redner regi an, der Voltsstimmung mehr Rechnung zu tragen Drts, Betriebs, Bau-, Jnnungs, Sinappichaits, eingeschriebene Arbeiterschaft stellt immer noch den größten Teil der Indifferen. und empfiehlt die Annahme einer eigenen Resolution. Hilfskaffe) zu leisten ist oder wenn die betreffende Person Anspruch ten und das ist unsere Schwäche. Unsere Jugend steht durchaus auf Reichswochenhilfe hat, soweit nicht besondere Schwierigkeiten nicht immer aufopferungsvoll auf dem Posten, wie die Alten es der Leistung oder das Maß des Zeitaufwandes einen höheren Saz getan haben. rechtfertigen. Die politische Diskussion wird häufig vergiftet durch persönliche Der Telegrammverkehr mit dem besetzten Gebiet. Wie Sen. Angriffe. Es geht dann in den Versammlungen nicht um die Ziele dungen nach dem bejezten Gebiet von den Franzosen häufig be- des Sozialismus und des Kommunismus, sondern um allerpersönschlagnahmt werden, so unterliegt auch der Telegramm und lichste Angriffe und Stänkereien. Die Wortführer sind fast regel Ferniprechverkehr nach dem Einbruchsgebiet und nach Orten mäßig diejenigen, die in der Werkstatt den Mund nicht weit genug an dessen Rande häufig einer kontrolle durch die Besegungs- aufreißen können, die immerfort die Hand aufhalten, wenn mächte. Soweit die Telegraphen- und Fernsprechleitungen ober- höheren Lohn gibt, aber keine Opfer zu bringen bereit sind, wenn irdisch verlaufen, tönnen Telegramme von den Franzosen leicht gefämpft werden muß. Ihnen mangelt jedes Pflichtgefühl. abgefangen und Gespräche unmittelbar belauscht werden. Das be deutet eine große Gefahr für die Empfänger im Einbrucegebiet; es wird daher dringend empfohlen, im Telegramm und Fernsprech verkehr größte Vorsicht walten zu lassen. " Die diesjährigen Ferienspiele auf den Außenspielplätzen werden am Sonnabend, den 28. Juli 1928, geschlossen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlins. Die Zentral- Arbeitsausiaußßigung fällt am 1. Auguſt wegen der Ferienspiele aus. Die nächste Situng wird rechtzeitig bekanntgegeben. Eine Einheitsfront mit den kommunisten Altmeier begründet eine von ihm mit eingereichte Resolution. Es ist nicht mehr fünf Minuten vor zwölf, es ist zwölf Uhr. Wenn gesagt wird, daß dem Arbeiter die politische Schulung fehlt, so ist daran zu erinnern, daß vor allem dem Ministerpräsidenten Tuno die nötige politische Schulung fehlt, hat er doch nicht einmal gewußt, wer Roßbach ist.( Heiterkeit.) Wenn wir gegen die Kommunisten fämpfen, hat es feinen 3wed, die Gemeinheiten und Lügen zu kennzeichnen, da muß der Hebel bei den sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen angesetzt werden. es die Verhältnisse so traurig sind, liegt es am Vorwärts".( 3uſtimmung.) Bor den Toren Berlins werden die Fachisten von der Reichswehr ausgebildet. Es ist nötig, die Regierung, die das duldet, rücksichtslos zu beseitigen.( Beifall.) Ein geschäftsordnungsmäßiger Antrag, dem Genossen Levi außerhalb der Rednerliste das Wort zu geben, wird mit großer Mehrheit abgelehnt. halte ich in der gegenwärtigen Zeit für außerordentlich bedenklich. Ich wäre zu einer Einheitsfront bereit mit Leuten, denen man trauen fönnte. Was soll man aber zu jenen Leuten sagen, wenn ein Radet den Helden Schlageter" feiert!( Heiterfeit.) Die Auffassung, die darin zutage tritt, nähert sich bedenklich der jenigen der rechtsgerichteten Kreise.( 3uftimmung.) So fönnen wir den Kampf nicht führen, wie jene es wünschen. Es ist charakteristisch, daß die Kommunisten, nachdem sie Woche für Woche die Sozialdemokraten beschimpft haben, weil sie nicht mit ihnen den Antifaschistentag mitmachen wollten, heute plötzlich den Antifaschistentag abfagen, weil man es nicht nötig habe, die eigene Macht zu messen. Das ist sicher kein Beweis der Stärke dieser Leute.( Zuftimmung.) 3wei Ereignisse, die Wahl in Medlenburg- Strelik und die 3 unahme der tommunistischen Agitation in den Gewertschaften, sind von uns sehr ernsthaft zu beachten. Diesen Erscheinungen, die ja nur die Rückwirkung unferer zerfah renen politschen Lage sind, muß troz alledem durch gründliches und energisches Arbeiten in unserem Sinne entgegengetreten werden. In der Ruhrbefehung Zersprengung eines Schmelzofens. Furchtbare Explosion in den Ofer Metall- und Farbwerten. Ein furchtbares Explosionsunglüc ereignete fich Mittwoch nach mittag furz nach 5 Uhr in den Metall- und Farbwerken in Ofer. In der Kupferhütte geriet ein vier 3entner schweres Meffingstüd, das anscheinend noch aus dem Kriege stammt und mit einer Sprengladung gefüllt war, in den Kupferofen. Mit einer gewaltigen Detonation barst der Ofen auseinander und das Meffingstüd flog mit furchtbarer Bucht durch das Dach ins Freie. Das Dach der Kupferhütte ist vollständig abgedeckt und im Innern der Hütte enormer Schaden angerichtet und in der Art des von dort aus bestimmten politischen Kampfes worden. Die ganze Belegschaft war durch den Luft zeigen fich Uebel, die in der Zukunft sehr chwer tragbar sein werden. Die Partei muß sich hüten, daß fie bei einer„ Einheits" front, die Wenn in Berlin Jonas: Der Bestand der Partei im Lande ist gefährdet, weil die Wähler nicht mehr wissen, was im Parlament geschieht. Und es scheint so, daß die Hauptarbeit nicht mehr im Plenum geleistet wird. Troß der Papierknappheit sollte im Vorwärts" allwöchentlich eine Zusammenstellung derjenigen Anträge gebracht werden, die von der Sozialdemokratie gestellt und nicht angenommen sind. Der " Borwärts" muß schärfer gegen Cuno schreiben. Wir müssen zeigen, daß nicht gegen die Sozialdemokratie regiert werden kann. Nur der behält die Macht, der den Willen zur Macht hat. Herh: Wichtiger als das, was hinter uns liegt, ist das, was wir jet tun wollen. Wenn die Uhr 12 geschlagen hat, ist es zu spät. Ich glaube, wir sind in der letzten Viertelstunde. Die Hauptursache aller unferer Schwierigkeiten ist die Folge jener ungeheuren Mißstände in unserer Finanzwirtschaft in der Steuersabotage der Besitzenden. Wo war denn das Echo, als wir damals zur Obstruktion griffen, wo war es, als wir am 18. April die Lage fennzeichneten? Jetzt ist die Zeit gekommen, um in letzter Stunde den Anfang zu einem Aufhalten der Katastrophe zu machen. Es ist möglich, durch äußerste Verschärfung der Steuer auf den Besit dem weiteren Notendruck entgegenzuwirken. Die brud zu Boden geschleudert. Bier Personen zumeist Cuno mit ihr bilden will, nicht ins Hintertreffen fommt. Es gibt Geschentpolitit der Reichsbant, durch die die Bereicheaus Oter und Goslar haben Berbrennungen und Kopfverlegun gen erlitten. Sechs weitere Arbeiter und der Betriebsleiter Hagig für uns fein Eingehen auf eine Politit, die praktisch auf deutsch- rung weniger vor sich geht, muß rücksichtslos geändert werden. Der großen Maffe, die durch das Fehlen wertbeständiger Zahlungsmittel erlitten leichtere Verlegungen, nur zwei Arbeiter blieben unverlegt. nationaler Grundlage gemacht werden soll. Die Sabotageatte im Ruhrrevier fügen uns unermeß. in die Spekulation gedrängt wird, muß die Möglichkeit gegeben Der Materialschaden ist außerordentlich groß. Ofer ist ein Industriedorf im Kreise Wolfenbüttel, im Freilichen Schaden zu. Den Franzosen schaden sie nicht. Die Re- werden, ihr Eintommen mert beständig anzulegen. Es ftaat Braunschweig gelegen, und zwar am Nordwestrand des Harzes gierung hat die Pflicht, mit äußerster Schärfe dagegen vorzu- war Genosse Robert Schmidt, der alle diese Maßnahmen vor einem zwischen dem höchft feudalen) a rzburg und der alten Raiserstadt gehen. Die Duisburger Tat, der 14 belgische Soldaten zum Opfer Jahre zusammengefaßt vorgelegt hat. Wenn Cuno sich nicht bereit Goslar am Ausgang des hochromantischen Ofertales, das wegen filen, hat die Stimmung, die im Ausland Deutschland günstig erklärt, die Wege zu gehen, die wir und alle unparteiischen Sachfeiner bizarren Felspartien in wilder Schönheit sogleich nach dem wurde, wieder gegen uns mobil gemacht. Die Soldaten aber, verständigen als den einzig möglichen halten, dann müssen wir berühmten Bedetal fommt. In dem Ort befindet sich auch ein von die dort getroffen wurden, find für die belgische Regierung nichts schroff gegen ihn vorgehen.( Leifall.) Breußen und Braunschweig gmeinsam betriebenes Hüttenwert. Der weiter als Material, das sie an einer bestimmten Stelle braucht. Es Besuch des schönen Tales follte von feinem Touristen verabsäumt find Arbeiter, die gezwungen dort ihren Dienst tun. Wir rücken werden, wenn er auch am Anfang durch eine kleine Industriehölle bon einer solchen Art des Widerstandes weit ab. Wir würden auch hindurch muß. im Ausland mehr Ansehen gewinnen, wenn die Regierung sich zu einer fcharfen Berurteilung dieser verbrecherischen Handlungen aufschwingen fönnte. Proteft der Guftempler beim Bölferbund. Die in Cassel zahlreich versammelten Vertreter des Deutschen Guttempler- Ordens aus allen Teilen des Deutschen Reiches nehmen mit lebhaftem Bedauern Davon Kenntnis, daß die Vertreter des Ordens aus dem westlichen Deutschland durch die rigorosen Maßnahmen der fran zösischen Besagung von der Teilnahme an der Tagung zurüdgehalten worden sind. Sie erheben beim Rate des Völker bundes entschieden Einspruch gegen die Behinderung der heute so besonders notwendigen Kulturarbeit, wie sie die Bekämpfung ter völkerschädigenden Folgen des Alkoholismus durch den deutschen Zweig des Internationalen Guttempler- Ordens darstellt. Die Franzosen haben offenbar feine Ahnung gehabt, wie verhaßt sie fich gerade durch tiefes Verbot in Amerika, England und bei den standinavischen Völkern machen müssen, da sich in diesen Ländern die internationale Arbeit der Guttempler größter Förderung erfreut. Fenerwehrfachausstellung in München. Am Sonnabend vormittag wurde auf dem Gelände des Ausstellungsparte in München die feierliche Eröffnung der deutschen Feuerwehrfachausstedung vorgenommen im Zusammenhang mit dem 19. beutichen Feuerwehrtag. Jugendveranstaltungen. -Lempert: Die Paffivität der Sozialdemokratie gegenüber. der Regierung Cuno wird von der Masse nicht verstanden. Schärfste Opposition gegen diese Regierung ist notwendig, aber es will scheinen, als ob Cuno ganz genau weiß, daß er von der Sozialdemokratie nichts zu fürchten hat.( 3uftimmung.) Wer ist denn be rufen, in die Bresche springen zu müssen? Es wird wieder die Sozialdemokratie sein Es ist falsch, sich auf die Hilfe von England zu verlassen. Wenn es zur Lösung der Reparationsfrage fommt, wird müssen. Heinig nimmt Stellung zu den Angriffen auf die Haltung des Industrie, Handel und Landwirtschaft endlich Opfer bringen ,, Vorwärts" und teilt mit, daß Parteivorstand und Parteiausschuß müssen.( Bewegung und Beifall.) Sie können diese Opfer dem Zentralorgan immer wieder einmütig das Vertrauen ausges bringen.( Burufe: Aber sie wollen nicht!) Das Angebot von In- sprochen haben.( Unruhe.) Es liegt an uns, neben dem Zentralduftrie und Landwirtschaft hat unser schärftes Mißtrauen organ ein eigenes Berliner Blatt zu schaffen. Wenn wir das zweite wachgerufen.( Zustimmung.) Die Sozialdemokratie ist ein ent- Hunderttausend Abonnenten des„ Borwärts" erreicht haben, ist die fchiedener Gegner dieser Leute. Sie ist der Ansicht, daß nur auf Gründung eines eigenen Berliner Organs nicht mehr aufzuhalten! dem Wege der Sachwerteerfassung die Reparationsfrage gelöst Es gehört nicht viel dazu, das Kabinett Cuno zu stürzen. Was werden fann. Die Sozialdemokratie hat diese Stellung mit jeder heute hier über Cuno gesagt ist, ist viel zu gelinde gewesen. wünschenswerten Schärfe zum Ausdruck gebracht und ich bedauere, Wir müssen aber Gelegenheit nehmen, darüber zu sprechen, wie daß durch die Not der Presse es oft nicht möglich ist, unsere Mit die neue Regierung auszusehen hat. Das hängt nicht von uns glieder darüber ausführlicher zu unterrichten. Aber man foll auch allein ab! Wir müssen doch schließlich eine Politik treiben, die die Die Barlamentsreden nicht überschätzen. Die Hauptarbeit ist in wahrhaft Schuldigen klar erkennen läßt. Wenn wir allein zu bediretter Verhandlung mit der Regierung zu er stimmen hätten, wäre die Sache recht einfach. Es bleibt zu belebigen.( 3wischenrufe.) Die Republit wäre nie in Gefahr, wenn denten, daß an dem Tage, wo wir zur Regierung fommen, die die deutsche Arbeiterschaft ausschließlich Sozialdemokraten mit der Mark auch nicht sofort steigen wird und Frankreich wird nicht sofort mit uns bedingungslos Frieden schließen. Einigen wir uns darüber, Wahrnehmung ihrer Bertretung betraut hätte.( Zustimmung.) Num zu den wirtschaftlichen Fragen. Ein solcher wirt nicht über das Gestern zu sprechen, sondern über das, was wir tun schaftlicher Zustand, wie er heute vorhanden ist, hätte verhütet follen, sobald wir die Regierung übernehmen sollen. werden fönnen, wenn die Vorschläge der Sozialdemokratie angenommen und erfüllt worden wären. Als Cuno sein Kabinett bildete, da glaubten zahlreiche Streise des Bürgertums, daß nun der rechte Mann ans Ruder gekommen sei. Denten wir an die Prophezeiungen, daß die freie Wirtschaft eine ausreichende Ernährung mit herbeiführen würde. Die heutige Lebensmittelknappheit Morgen, Sonntag, den 29. Juli: Landsberger Biertel: Wanderung Botsdam- Ferch. Treffpunkt 9 he Bhf. Landsberger Allee. Marienberf: Besuch des Botanischen Gartens. Treffpunkt 8 Uhr Bhf. Mariendorf. Rieberschönhausen: Wanderung Fürften. walde, Rauen. Treffpunkt Uhr Friedensplak. Steglig: Wanderung nach dem Sölzernen Gee. Treffpunkt 5 Uhr Bhf. Südende.. Treptow: Wanderung mit den Junglozialisten nach dem Schmölbesee. Treffpunkt 64 Uhr Görliger ist das Resultat der so gelobten freien Wirtschaft. Ich habe Bahnhof, Eingang Spreewaldplay. den Wilmersdorf: Wanderung nach Müggelbergen. Treffpunkt 7 Uhr Rathaus. Werbebezirk Neukölln: Der stets die Einführung der freien Wirtschaft auf das schärffte beTreffpunkt zum Barteiwaldfeft am Sonntag ist um 2 Uhr am Neuköllner fämpft. Ich sehe die Gefahr, daß die Landwirtschaft mit ihren Rathaus. Produkten in der freien Wirtschaft zurückhalten wird, um sie dann zu den höchsten Preisen loszuschlagen. Heute schon stehen unsere Getreidepreise über dem Weltmarktpreis. e Briefkasten der Redaktion. Citite: Bon der Partei ist in bezug auf die Demokratisierung der Verwaltung alles versäumt worden. Der Redner bespricht das Vorgehen des 6. Kreises, der eine Deputation zum Parteivorstand gesandt hatte. Nicht nur die außenpolitischen, sondern auch die innerpolitischen Verhältnisse sind bei der Beurteilung unserer Lage zu berücksichtigen. Der Redner fordert schärfstes Borgehen gegen die Regierung Cuno. Drenfuß: Bon feiten der Kapitalisten verdient die Regierung Cuno nur Lob. Sie hat hinter den Kulissen ihre Geschäfte ermöglicht. Von der Regierung Cuno fönnen wir nicht die Durchführung unseres Programms erwarten. Das fann nur geschehen durch eine eigene Regierung. Wir müssen ein proletarisches Programm aufstellen das zugträftig ist und propagieren. In den Kreisen, die heute die Verantwortung tragen, herrscht Rabold: Im Gegensatz zum Genossen Herz stelle ich fest, daß die Die Juristische Sprechstunde findet bis Ende Auguft nur Montags, nicht das nötige Pflichtgefühl. Das ruhige politische Urteil fann fich Reichstagsfraktion Unterlassungsfünden begangen hat. Die Bertagung Dienstags und Mittwochs von 3 bis 6 Uhr statt. des Reichstages in der jezigen Zeit war falsch. Sie hätte eine BeDonnerstags, Freitags und Sonnabends fällt die Sprechstunde aus. in folcher Zeit nicht mehr reftlos behaupten. Der Redner erläutert dann die Arbeit der Sozialdemokratie auf sprechung der wirtschaftlichen Lage erzwingen müssen. Die G. G., Legel. Sachkundige Auskunft in Auswanderungsangelegenheiten dem Gebiete der Steuerpofitif, der es zu verdanken ist, daß Reichstagsfraktion hätte offen in eine gefchickte Opposition eintreten erteilt das Reichswanderungsamt, NB. 6, Luisenstraße 31. Begen Land. suweisung und Ueberfahrt wenden Sie sich an bas brasilianische Ronfulat in die Umlage für die Brotverbilligung bei der Zwangsanleihe auf das müssen. Die Regierung Cuno stürzen, ist noch nichts. Wir müssen Der Neuen Bayreuther Straße 3. Ueber Fahrpreise erhalten Sie bei den Ber- 3ehn fache erhöht, daß die steuerfreien Einkommen wieder weiter noch die Massen vorbereiten auf den Kampf, der nicht zu tretungen des Norddeutschen Lloyd und bei der Hamburg- Amerika Linie Unterher aufgelegt worden sind. Wir haben dahin gewirkt, daß e permeiben ist. ben Linden Auskunft. Die Preise sind aber fehr hohe. B. 3., Flatow. Die Nach Schluß der Debatte, über deren weiteren Berlauf wir Stadtgemeinde dürfte nicht ohne weiteres haftbar fein. Saffbar ist aber jeden älter und Löhne wertbeständig gestaltet werden. Die weitere falls der Bauunternehmer. Benden Sie fich daher zunächst an biefen. Tätigkeit auf diesem Gebiet ist nun Sache der gewerkschaftlichen Be- noch berichten werten, wurde zunächst ein Zusagantrag der von der .. 87. 1. Die Gefezesblätter enthalten teine gerichtlichen Entscheidungen. 2. Die Frage ist nech wie vor ftrittig. Im Falle der Nichtverständigung muss wegung. Die Partei kann sich gegen die massive bürger. Reichstagsfraktion den Sturz der Regierung Cuno forbas Gericht die Frage entscheiden R. G. 98. Wenn Sie an Stelle eines lithe majorität nicht reftios burchsetzen. Die Kommu- bert, gegen eine fiarte Minderheit und sodann mit diesem zuAustellingsscheines einen Beamtenfchein wünschen, so müffen Sie einen dahin nisten unterstützen uns nicht bei Maßnahmen, die nötig sind im Inter- sammen ein Antrag des Bezirksvorstandes, der die fachlichen Fordegehenden Antrag an das Versorgungsamt richten. Wir glauben aber nicht, effe der Arbeiterschaft. rungen an die Regierung formuliert, gegen wenige Stimmen anbak Ihnen der Beamtenschein gewährt werden wird, da die Borausfegungen genommen. bierfür sight Die Sofinana hat mit großer Ruhe dabeigeftanden, als Wirtschaft i Das Danziger Währungsproblem. nalem Maßstabe bebeute. Rußland sei bem deutschen Wunsche entgegengekommen und habe 50 Broz. des ihm für Getreide zukom menden Betrages in deutschen Industrie bestellungen angelegt. Der Getreidelieferungsvertrag lege Zeugnis ab für das beiderseitige Streben nach wirtschaftlichem Zusammen Die Denkschrift des Senators Voltmann nimmt das eng- arbeiten. Iische Pfund als Währungsgrundlage in Aussicht. Dafür sind, |( Stafette) ber Soler, 100- Meter- Sauf der Damen, 6mal 100- meter- Stafette 18 Jahren, 6mal 100- meter- Stafette der Jugendlichen und Männer, 100, 400, der Damen, 100, 200, 400, 1000- Meter- Bauf der Jugendlichen bis zu 1500- Meter- Lauf der Männer über 18 Jahren, 10mai 100- Meter- Vereinsbafette, Dreitampf, Rugelstoßen, Hochsprung und Weitsprung. Außerdem Ringerwett Rämpfe versprchen einen sehr guten Sport, da Berlins bene Arbeitersportler ftreit, Sportunion Reulölln 1919 gegen Sportvereinigung Köpenid. Sämtliche am Start find. Anfang vormittags 10 Uhr, Schluß der Kämpfe 8 Uhr abends. Schwimmverein Borwärts Berlin 1897, Gruppe Rorden. Großes Sommerschwimmfest am Sonntag, den 29. Juli, nachmittags 3 Uhr, im Wassersport. mitzubringen. Musikkapelle nicht vergessen. mie Mirbachs Bureau berichtet, allein praftische Erwägungen maß- Ständige ruffifche Warenausstellung in Berlin. Ende Sep gebend. Bon vornherein tam natürlich nur eine Währung in Frage, tember wird, wie der„ Ost- Expreß erfährt, im Gebäude der plak Blögensee( Freibad). Einzel- und Mannschaftstämpfe für Männer und die nicht den Krankheiten der Inflation unterworfen war: sowjetrussischen Handelsdelegation, Lindenstr. 30, eine ständige Damen. Schülerschwimmen, Reigen, Springen und Wasserballspiele. Während Schweizer Frant, holländischer Gulden, schwedische Krone, Dollar russische Barenausstellung eröffnet. Es werden nur waren aus Es werden nur Waren aus der Vorführungen Konzert. Eintritt: Erwachsene 1000 Mt., Rinder 100 m. und englisches Pfund. Der Dollar mußte ausschalten, weil man den Sowjetrepubliken ausgestellt. Die Ausstellung wird eine be- Rönigswusterhausen. Eintreffen aller Abteilungen Sonnabend abend zwischen Spiel- und Wandertag der Fichte- Jugend. 29. Juli nach Schenkendorf bei nach Möglichkeit versuchen wollte, den Währungskredit von einem fondere Konzessionsabteilung baben mit Karten über 7 und 8 Uhr in Schenkendorf( Lokal der Freien Turnerschaft). Sonntag vorMitglied des Völerbundes zu bekommen; es war auch wenig die Naturschäße Rußlands sowie mit Diagrammen und Blänen mittag fportliche Wettkämpfe. Jede Abteilung hat für den Dreikampf 2 und Hoffnung vorhanden, von Amerika einen solchen Kredit zu erhalten. über mögliche Konzessionen. Ferner sollen dort Filmaufnahmen für die Spiele 1 Kampfrichter zu stellen. Spielgeräte hat jede Abteilung selbst Die schwedische Krone blieb außer Betracht, weil Schweden durch von der Baluer und Nishni- Nowgoroder Messe und später von der Märkische Spielvereinigung Bezirk Sodey. Der Bertretertag am 1. August Währungsverträge mit den übrigen skandinavischen Staaten ver- Moskauer landwirtschaftlichen Ausstellung vorgeführt werden. fällt aus. Es findet an diesem Tage nur eine Vorstandssitung statt. bunden ist, also ein Verhandeln mit Schweden allein nicht mögEine Schreibmaschinenfabrit in Petersburg gründet der Bro- Riene, der Schriftführer und Zu dieser find besonders eingeladen: Alfred Frid, Franz Zefa, Ruppert lich war. Die Schweiz und Holland liegen dem Danziger Inter- buktionsverband der Kriegsbeschädigten. Sämtliche Ma- arbeiten zur neuen Serie. Der nächste Vertretertag wird in der Breffe be die Revisoren. Tageosordnung: Boreffengebiet zu fern. Es blieb also das englische Pfund. In per schinenbestandteile und die Fabrikausrüstung sind aus Deutsch Soden bitte ich, fofort ihre Adressen der Geschäftsstelle: Buggenhagen, Lichten schiedenen Zweigen des Handels, so z. B. im Holzhandel, dient land verschrieben worden. fowohl in Danzig wie in Polen der Schilling als Rechnungsbasis. Gerade in Engiand setzt man auch das größte Interesse am Danziger Wirtschaftsleben voraus und hat daher die meiste Ausficht, einen Währungskredit zu erhalten. Auch die Verkehrsverbindung( telegraphischer Börsenverkehr) ist mit England weitaus am günstigsten. Die Frage, warum man nicht eine Währungsreform in Polen abwarte, mußte schon deswegen verneint werden, weil eine derartige Reform in Polen noch lange nicht abzusehen ist. Decken doch die Steuereinnahmen nicht einmal den fleinsten Teil der Heeres ausgaben. Danzig aber, tas gezwungen war, in seinem Sandelsverkehr mit zwei schwankenden Baluten, deutscher und polnischer, zu rechnen, fonnte nicht warten, wenn es über. haupt eine Gesundung seines Wirtschaftslebens erreichen wollte. So fann es den Vorteil einer festen Baluta haben und trotzdem in seinem inneren Verkehr untervalutarisch bleiben, da das Hinter tand noch untervalutarisch ist. Politische Hintergründe hat diese Aktion nicht. Die Berteuerung der Lebenshaltung. Das Fortschreiten der Teuerung ergab eine Steigerung der amtlichen Meßziffern, die wir am Donnerstag mitteilten, um 36,1 Proz. vom 28 892fachen auf das 39 336fache des Borfriegsstandes. Diese Messung bezog sich auf den Montag dieser Woche. Nach anderen Methoden errechnet die Industrie- und Handelszeitung ihre Teuerungszahlen für Berlin. Diese ergeben, daß die Teuerung von Sonnabend, den 21., bis Freitag, den 27. Juli, noch mesentlich stärker, nämlich um 46,5 Proz. zugenommen hat. Die Ernährungskosten allein stiegen jogar um 53,2 Proz. In ihre Gesamthöhe bleibt diese Teuerungszahl, da sie nach anderen Methoden errechnet wird, hinter der amtlichen erheblich zurüd und beträgt jetzt erst das 38 055fache des Borkriegsstandes. Ueber den deutsch- russischen Getreidelieferungsvertrag sagte der Leiter der russischen Handelsmission in Berlin, Prof. Sto moniatoff einem Moskauer swestja"-Mann, daß dieser Bertrag die erste Anerkennung russischen Getreideexports in internatio10 Aktiva. Amerifa als Goldhüter. Auf eine Anfrage im englischen Unterhause erklärte der Vertreter des Schazamts, nach den vorliegenden Statistiken befänden sich in den Bereinigten Staaten 45 Pro3. von den gesamten Goldvorräten der Welt. 4. 7. 5. Groß- Berliner Parteinachrichten. Morgen, Sonntag, den 29. Juli: Rreis. Brenzlauer Berg: Sämtliche Ordner des Streifes treffen fich am Sonntag, den 29. Juli, vorm. 9 Uhr, in der Bögow- Brauerei. Erscheinen Pflicht. Armbinden mitbringen. bt. Familienausflug nach Frohnan- Stolpe. Abfahrt früh 8% Uhr ab Stettiner Borortbahnhof bis Frohnau. Treffpunkt der Nachzügler in ber Waldschenke am Bahnhof Stolpe. Abt. Familienausflug und Agitationstour nach Beefen( See), Königs. wusterhausen. Treffpunkt 6½ Uhr Görlizer Bahnhof. Anhänger unserer Partei find eingeladen. Reffectochen. Geschirr mitbringen, desgl. Spiel geräte usw. bt. Mariendorf: Die Genoffen werden ersucht, ihre Mitgeliebsbücher zum Sommerfest mitzubringen, da dort Gelegenheit zur Beitragszahlung bei den Bezirksführern ist. 136. Abt. Reinidendorf- Oft: Bormittags 9 Uhr im Jugendheim Seebab Residenzstraße 49. Wichtige furze Funktionärsigung. Jeder Bezirk muß vertreten fein. Jungfozialistengruppe Treptow: Gruppenfahrt mit der Arbeiterjugend nach bem Schmöldefee. Treffen: Sonntag 6 Uhr Görlizer Bahnhof( Eingang Spreewaldplak). Gruppe Südost: Fahrt nach Königswusterhaufen. Treffpunkt früh 6% Uhr Görliger Bahnhof. 86. Arbeitersport. Leichtathletische Bundesmeisterschaften. Leste Information, Bekanntgabe des Programms und Richtlinien für den 1. Areis am Montag, 30. Juli, abends 7 Uhr, Turnplas Treptow( Fichte). Erscheinen aller Sportmarte, Abteilungs- und Vereinsvorfigenden fowie der teilnehmenden Sportler Pflicht. Die Ramprichter der MLB. erscheinen ebenfalls an diesem Tage zur Matereialentgegennahme. Sportfeft auf dem Sportplag Neuföln, Leffingstraße. Leichtathletischer Wettftreit: 100- meter- Lauf der Schülerinnen und Schüler, 6mal 100- meter- Lauf Sport- Union Renton 1919 veranstaltet am Sonntag, den 29. Juli, ein Disconto- Gesellschaft Berlin Nicht eingezahlt. Kommandit- Kapital Kasse, fremde Geldsorten, Coupons und Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen. Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere. Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapiere Konsortial- Beteiligungen Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg Beteiligung bei dem A. Schaaffhausenschen Bankverein A.- G.. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Schuldner in laufender Rechnung Wertpapier Bestände der Pensionskasse und der Stiftungen Einrichtung Bankgebäude. Sonstige Liegenschaften Bankmäßige Geschäfte aller Art Zahlreiche Zweigniederlassungen in Deutschland Bilanz am 31. Dezember 1922*) 217 500 000 Passiva. Kommandit- Kapital 12 679 088 164 03 Bau- Reserve 41 254 333 676 81 122619 284 481 60 141 063 765 80 6 108 240 880 20 258 035 138 10 683 431 086 40 60 000 000 100 000 000 187 187 582 101 542 820 420 03 5 283 841 70 1 69 859 500 5516 540 285 931 645 077| 67 Allgemeine( gesetzliche) Reserve Besondere Reserve Gläubiger Akzepte. Wohlfahrtseinrichtungen Noch nicht abgehobene Gewinnanteile der früheren Jahre 250% Gewinnanteil auf M. 610 000 000 Kommandit- Anteile Gewinnbeteiligung des Aufsichtsrats Gewinnbeteiligung der Geschäftsinhaber, Direktoren, Prokuristen und Angestellten Uebertrag auf neue Rechnung. 900 000 000 507 950 000 2120 000 000 80 000 000 278 736 613 854 47 787 877 343 10 7 695 840 70 ICR 11 2144 057 40 1525 000 000 121 670 270 1134 914 828 7 778 884 285 931 645 077167 *) Die Bilanz enthält nicht den Vermögensstand unserer Londoner und Metzer Niederlassungen. Verwaltungskosten Gewinn- und Verlust- Rechnung 1922**) Soll. Haben. 6218 040 184 38 Vortrag aus 1921 Steuern 2115 638 170 64 Effekten. Zu verteilender Reingewinn 4789 363 982 13 123 042 337| 02|| Provision Wechsel und Zinsen Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg Beteiligung bei dem A. Schaaffhausenschen Bankverein A.-G. Dauernde Beteiligungen bel anderen Banken und Bankfirmen T 7 224 179 51 842 235 466 75 4 499 874 604 44 7 474 565 989 72 120 000 000 150 000 000 29 142 096/60 13 123 042 337102 **) Die Gewinn- und Verlust- Rechnung enthält nicht das Erträgnis unserer Londoner und Metzer Niederlassungen. DeutscherMetallarbeiter- Verband Direction der Disconto- Gesellschaft Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 Geschäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Montag, den 30. Juli, nachm. 4%, Uhr, im Lotal von Döring, Naunynstraße 27 Versammlung der Metallformer und Berufsgenoffen. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnverhandlungen für die Zeit vom 23. bis 29. Juli, 3315 Das Erscheinen aller ist Pflicht! Berlin. Der Gewinnanteilschein Nr. 97 unserer Kommanditantelle wird mit M 1500 für die Stücke von 600 Mark, M 2500 für die Stücke von 1000 Mark, M 3000 für die Stücke von 1200 Mark vom 25. Juli 1923 ab in den Vormittagsstunden von 9-12 Uhr bezahlt -Garderobebei Zahlungserleichterung Herren- DamenAnzüge, Paletots Paletots, Kostüme, Schlüpfer Röcke, Kleider Regenmäntel Strickjacken Gute Ware, solide Preise große Auswahl Lothringer M.Beiser Straße 67 Bon unten auf Ein neues Buch der Freiheit Gesammelt und geftaltet von Franz Diederich Aus dieser umfassenden Sammlung sozialer Dichtungen winkt dem ProletariatFreude am Leben u.Kraft zum Aufschwung. Ein dichterisches An bachtsbuch für den Go sialisten, das auch jeber Bortragende bei Veran staltungen benugen follte. Schön in Halbleinen geb. Preis- Grundzahl M. 3.Buchhandlung Borwärts Berlin SW. 68, Lindenstr.2 KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 2200 M. Anzeigen die für die Fettgedruckt. Wort 5000 M. ( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort( feitgedruckt) 2500 M..Jedes weitere Wort 1500 M.Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte fanntgegeben. Sämtliche Vereins resp. Abteilungsvorstände des Bezirks berg, Landsberger Chaussee 10, mitzuteilen. Gigung findet im befannren Lotal( Neue Bahnhofstraße 2) statt. Beginn 8 Uhr. abends 7 Uhr, im Lebigenheim, Schönstedtstraße, Zimmer 19. Jeder Berein Kartellverband Webbing, 3. Bezirk. Sizung am Montag, den 30. Juli, und jede Abteilung muß vertreten fein. Arbeiterrabfahrerbund Solidarität", Gau 9, Proving Brandenburg. Die Geschäftsstelle des cauvorstandes befindet sich Berlin- Bilmers borf, Raiferallee 188. Richard Hanifch. Tel. Pfbg. 6360. S. B. Borwärts in Erfurt. In Erfurt standen sich am 22. Juli in den Ausscheidungsspielen um die Bundesmeisterschaft die Areisfieger, Halle, Jena, und 6. B. Vorwärts Berlin gegenüber. An Bormittag des Sonntags spielten Vorwärts: Jena 16: 1( 4: 0). 3n dem Spiel trat eine ftarte Ueberlegenheit im Vorwärts ein. Jena schied hiermit aus, und trafen sich am Nachmittag vor startem Besuch Halle: Vorwäris nicht lange dauerte ihre Freude, und der Vorwärts glich aus, um in furgen Berlin. In diesem äußerst flinken Spiel erzielte Salle das erste Tor. Doch Abständen noch zwei weitere Tore bei Salbzeit einzusenden. Nach der Bause machte sich eine Ueberlegenheit des Vorwärts bemerkbar, und noch viermal mußte der Halle- Torsteher den Ball aus seinem Seiligtum holen. denen Halle nur eins entgegenfchen tonnte. Der Halle- Torwächter verhütete nur ein höheres Resultat. Die Schwimmwettkämpfe, an denen fich der Vorwärts beteiligte, brachten folgende Ergebnisse: Männerbruftftafette 3mal 50 m: 1. Borwärts 2,08%(. Alund, R. Bulsti, E. Lehmann). Männerrüden. Schwimmen. 100 m. 1. Bulsti( Borwärts) 134. Männerftafette 4mal 50 be. liebig: 1. Borwärts 2,15( E. Jahr, M. u. D. Klund, H. Hampe. Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Nord- West, spielte am Sonntag, ben 22. Juli, vorm., in Spandau gegen den dortigen Bruderverein an 19 Brettern. Das Resultat 14% 4% für Nord- West. Nachmittags gemeinsamer FamilienBereinen ausgetragen wurde, welcher unter dem chlechten Wetter schwer au ausflug nach dem Stadtpart, wo noch ein Handball- Wettkampf zwischen beiden leiden hatte. Resultat 13: 1 für Nord- West. Anschließend gemeinsames Beifammensein und Tanz. Spielabend jeden Dienstag 8-12 Uhr Arminius. hallen, Bremer Straße 72-73. Gäfte heral. willkommen. Arbeiter- Zurn- und Sportbund, 1. Kreis. Am Sonntag, den 29. Juli, finden in Spandau im Stadion die Ausscheidungsspiele um die Kreismeister. fchaften für Männer und Frauen, in Faustball, Handball, Schlagball und Trommelball ftatt. Beginn der Vorrundenspiele 9 Uhr vormittags, der Endfpiele 2 Uhr nachmittags. Schiedsrichter, Linienrichter und Anschreiber müssen von jeder Mannschaft bereits um 8 Uhr anwesend sein. Fahrgelegenheit: Borortaug bis Spandau- Hauptbahnhof und dann zu Fuß durch die Neuen. dorfer Straße in 45 Minuten zu erreichen, oder mit der Straßenbahn Nr. 20 oder P bis Endstation. 11-19. AUGUST IV. JNT REICHENBERGER MESSI 1925 Berfuch macht flug! Leihhaus" Brun- Fahrradankauf, höchftzahlend, Git nenstraße 5. Firma ehten! Täglich fchinerstraße 78. großer Berkauf maßmäßig hergestellter Pistolen, Feldstecher, Fotos höchftzahAnzüge, Baletots, Schlüpfer, Cutaways, Tend. Rofe, Gollnowftr. 16. Sofen. Riesen- Auswahl. Belzwaren: Gehpelze, Sportpelze, Areuzfüchfe, 8ie- Manserpiftolen, große, mit Holzan gen, in großer Auswahl, tonturrenzlos ftedfutteral, billig! Reine Lombardware. Belshaus Warschauerstraße 7. Ge Tegenheitsfäufe. Riefenauswahl. Spott preise. 50 Prozent billiger taufen Sie Seal mäntel, Belajaden, Belafragen, Sport. pelze, Gehpelze bei Goldmann, Aleganbrinenstraße 44 II, Ede Rommandanten ftraße. 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Hommage 25,20, frabit Wulddfrose. Bahnstation Brinzenfraße.