Abendausgabe Nr. 352+ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 176 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: 5. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 2000 Mark Montag 30. Juli 1923 Verlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Die Gewerkschaften beim Kanzler. Die einen und die andern. Laffen wir sie selber reden. Das Deutsche Tageblatt"( völkisch) vom Sonntag, den Vor dem großen Schlag! Die Kommunisten wagen den Bürgerkrieg. Rätedittatur oder nationale Diftatur! Die Kommunisten haben für heute an Stelle der verbotenen Demonstrationen und des nötigenfalls mit Waffengemalt verhin derten Antifaschistentages auf der Straße Massenversammlungen in verschiedenen Sälen angesetzt. Sie haben ferner ihre Haupttätigfeit von Botsdam zurückverlegt nach Groß- Berlin. Aller= dings dürfte ihnen auch hier jedes gewaltsame Auftreten übel zu stehen kommen, da Schupo und Kriminalpolizei in AlarmbereitSchaft sind und nach höherer Weisung angewiesen sind, einen Aufruhr mit allen verfügbaren Mitteln niederzuschlagen. Heute nachmittag 4 Uhr findet, wie wir hören, in der] Der Finanzsekretär im Schazamt, Sir Joŋrson hids, 29. Juli: Reichstanzlei zwischen den Gewerkschaften und dem sagte in einer Rede in Twickenham, die Arbeitslosigkeit fönne nur Reichstanzler eine Besprechung statt, die sich mit der zu- durch Stabilisierung der Weltpolitit beseitigt werden. England gespizten wirtschaftlichen Notlage befassen wird. Der Be- wünsche, daß seine Alliierten und feine vormaligen Feinde in sprechung ging heute vormittag eine Aussprache der Gewerk- der Lage seien, sich am Welthandel zu beteiligen. Manche schaften im Reichstag voraus. Bei der Besprechung mit dem Leute wunderten sich darüber, daß England die Wiederherstellung Reichskanzler wird natürlich die Frage der Lebensmittel Deutschlands wünsche. Wenn man sich aber um diese versorgung im Vordergrund der Erörterung stehen. 70 Millionen Menschen nicht mehr fümmern wollte, dann brauche mar. sich ebenso wenig um Frankreich, Italien, Amerita zu füm mern, dann könne man auf die ganze Welt verzichten. Die Abfassung der britischen Mitteilung an die Alliierten sei die vorfichtigste und behutsamste Arbeit gewesen, die er je gesehen habe, seit er in das politische Leben eingetreten sei. Es herrsche große Besorgnis wegen der bevorstehenden Antwort. Er fönne nicht glauben, daß die Staatsmänner die Früchte des Sieges preisgeben. und zulassen werden, daß Mitteleuropa und die Welt dem Unter gang anheimfieler. Auch Sir Johnson Hids tritisierte in feiner Rede die Antwort Lloyd Georges an Poincaré; sie sei maßlos und bilde im gegenwärtigen Zeitpunkt eine öffentliche Ge fahr. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Reichstagsfrattion ist heute vormittag zufammengetreten. Die Sigung dauerte bei Schluß des Blattes noch an. Alle Kommentare bürgerlicher Montagmorgenblätter über die Haltung der Sozialdemokratischen Partei in der gegenwärtigen Situation beruhen lediglich auf Kombinationen. Landwirte, liefert Kartoffeln! Der Präsident des Deutschen Landwirtschaftsrates Dr. Bran des erläßt, wie BTB. meldet, folgenden Aufruf:" Der Reichsfanzler weist darauf hin, daß infolge der Berspätung der Kartoffelernte die Städte von Kartoffeln entblößt seien und daß auch sonst die Ernährungsschwierigkeiten der großen Berbrauchermassen wachsen. Der Reichstanzler richtet an die deutsche Landwirtschaft den dringenden Aufruf, alle Kräfte anzuspannen, um die Erträge, insbesondere der Frühkartoffeln, möglichst umgehend dem Verbrauch zuzuführen und die Lage in den Städten zu erleichtern. Unterstützung durch das Reichsverkehrsministerium sei zugesichert. Landwirte, liefert Kartoffeln! Ich unterstütze diese ernste Mahnung des Reichstanzlers aufs dringendste. Berspätete Ernte und Markentwertung verschlimmern die Lage. Es tommt jetzt darauf an, trotz diefer Schwierigkeiten den Anschluß an die neue Ernte zu erreichen, die, wenn sie gut geborgen werden kann, gut zu werden verspricht. Ich fordere deshalb die deutschen Landwirte auf, der Mahnung des Reichsfanzlers zu folgen und insbesondere, foweit es der Reisegrad der Kartoffeln irgand gestattet, die Städte möglichst ausgiebig mit Frühtartoffeln zu versehen." Britischer Schritt in Brüssel. Paris, 30. Juli.( Tu.) Der Brüsseler Korrespondent des Semps" führt die besondere Einstellung Belgiens in der Reparationsfrage auf Schritte, die der englische Gesandte Sir George Graham in den letzten Tagen unternommen hat, zurück. Sir Graham gab zu verstehen, daß England in Berlin wegen Einstellung des passiven Widerstandes nur dann vorstellig werden könne, wenn es sich vergewissert habe, daß für eine Regelung des Reparations problems mit den Verbündeten hinreichend Aussicht bestehe. Es perlautet, daß Außenminister Jaspar auf Grund der englischen Schritte die Absicht hatte, sich nach London zu begeben, um mit den englischen Ministern zu sprechen. Ministerpräsident Theunis hielt dies jedoch für unzweckmäßig und erklärte, es müsse zunächst ein vollständiges Einvernehmen mit Baris zustande kommen. Der ministerrat nahm für Theunis Stellung und vertrat den Standpunkt, daß man zurzeit die von Jaspar vorgeschlagene Initiative nicht ergreifen fönne. Nichtsdestoweniger hielten es die Mi nifter für angebracht, einen Mittelweg zu beschreiten, und so sei der belgische Zusagentwurf entstanden, in dem die Auffassung Belgiens vom Reparationsproblem im allgemeinen deutlich umschrieben ist und England die gewünschte Auskunft erhält. Der Temps" gibt zu, daß die belgische Antwort nach einem ganz anderen Plan wie das franzöfifche Dokument entworfen und es folglich zwedlos fei, beide Schriftstücke miteinander zu vergleichen. Ein Mißgriff. In Wirklichkeit ist der vermeintliche Rückzug der Kommunisten nichts weiter als ein Ablenfungsmanöver für den 29. Juli. So wiffen wir aus genauester Quelle: In der Nacht vom Freitag zu Sonnabend haben die Befehlsempfänger der Roten Armee den Befehl an die Proletarischen Hundertschaften ausgetragen, dann mit Motorfahrern weitergeben Lassen, daß am Sonntag unter allen Umständen losgeschlagen wird. Ueber den Angriffsplan der Kommunisten Das gegen den französischen pazifistischen Universitätsprofessor Langevain vom Berliner Polizeipräsidenten erlassene te de- fird mir bis ins Kleinste unterrichtet. verbot zur gestrigen tie- wieder- Krieg"-Kundgebung, das wir an Wohlan denn, wenn die Sowjet- Deutschen den Bürgeranderer Stelle erwähnen, erscheint uns als ein faum verständlicher frieg haben wollen, so sollen sie ihn haben. Ihre Herrlichkeit wird und sehr bedauerlicher Mißgriff. Gewiß spricht aus dem nach allem von recht furzer Dauer sein! Das Blut, was fließen Schreiben, mit dem diese Maßnahme mitgeteilt und begründet wurde, wird, fommt weniger auf ihre Häupter, wie auf die ihrer gewiffenalles eher als eine unfreundliche Gesinnung gegenüber dem fran- lofen jüdischen Berführer. Das wird sich das deutsche Volk zu öfifchen Gast. Aber schon das Argument der anderweitigen Inan merfen haben!! Spruchnahme der Polizeikräfte am Demonstrationsfonntag wird niemanden recht überzeugen, denn höchstens zwanzig Mann hätten schon genügt, um jebe nationalistische Gegenfundgebung im Seime zu er flicken, und über die hätte das Polizeipräsidium jedenfalls verfügen fönnen. Bor allem aber geht das außenpolitische Argument völlig fehl. Im Ausland wird die Sache so aufgefaßt werden, daß hatenfreuzlerische Drohungen auch in Berlin genügen, um ein Redeverbot gegen einen französischen Pazififten zu erwirken. Und das ist für das Ansehen Deutschlands ebenso schädlich wie eine übrigens durchaus unwahrscheinliche Ausführung dieser Drohungen. Das hätte sich das Auswärtige Ami fagen müssen, das merkwürdigerweise die Initiative zu diesem Schritt ergriffen hat, nachdem es zunächst die Einreiseerlaubnis erteilt hatte. " Wenn nun in der ersten Erregung über das Verbot partei genössische Redner in den Versammlungen große Worte von Schandflec“ und„ Konsequenzen ziehen" gesprochen haben, so möchten wir demgegenüber bemerken, daß dies, zumal in der jezigen Zeit, in der wir ganz andere Sorgen haben als interne Auseinandersehungen, arge Hebertreibungen sind. Wir billigen es gewiß nicht, daß Genosse Richter dem Drud einer Reichsstelle so leicht nachgegeben hat, aber es gehören noch ganz andere Dinge dazu, die Konsequenzen zu ziehen". Uebrigens wird uns versichert, daß das Redeverbot aus fchließlich für den geftrigen Demonstrations sonntag galt und daß an jedem anderen Tag Professor Langewain in Berlin das Wort öffentlich ergreifen, da für den nötigen Polizeischuß gesorgt werden könnte. Das wäre der Weg, um den gestrigen peinlichen Zwischenfall aus der Welt zu schaffen, und wir würden uns freuen, wenn er noch betreten werden könnte. Jaurès- Gedenkfeiern in Paris. Paris, 30. Juli.( WTB.) Die sozialistische Partei und die Ge Bir Bölkischen müssen am Sonntag und an den fommenden Tagen bereit sein, unser Leben für die Rettung des deutschen Baterlandes aus den Klauen des Bolschewismus einzusetzen! Ein jeder fel auf dem Poften! Alle für einen! Einer für Alle! Rote Fahne"( kommunistisch) vom Montag, den 30. Juli: Gegen Hunger, Regierung und Hafenkreuz! Bom Manöver zur Schlacht? Sie haben's nicht gewagt! Sie haben gedroht und haben provoziert eine Woche lang. Sie ließen ihre Truppen egerzieren für den Straßenkampf. Sie ratterten mit ihren Panzerautos auf den lebungsplätzen. Sie alarmierten ihre ganze Truppenmacht, Polizei und Militär. Sie verwandelten die Stadtviertel um die Bersammlungslokale in befestigte Pläge. Sie hatten in den Dachgeschossen Maschinengewehrnester. Karabiner, Mauser und Handgranaten zerrten am Roppelzeug ihrer Söldner. Ihre Spigel waren am Werke. Sie wollten ein Blutbad. Sie brauchten das Blutbad, um Luft zu bekommen. Und sie haben es nicht gewagt. Das ist das Eingeständnis der Ohnmacht. Das besiegelt Cunos Ende. Wer in solcher Situation Schwäche zeigt, der ist erledigt. Und die Faschisten? Sie hatten unsere Herausforderung angenommen. Sie hatten gedroht und sich gespreizt. Und sie waren nicht zu sehen. Das ist für sie eine Schlappe. Und wir? Gewiß, wir haben unsere Front zurückgenommen, als uns der Feind einen Kampf aufzwingen wollte, für den die Arbeiterschaft noch nicht genügend gerüstet war. Gefahrenzone aufgestellt und wir haben troß Cuno und Severing, Aber wir haben unfere Front genau an der Grenze der Wir haben im Angesicht des aufmarschierten Feindes eine Doch fönne man versichern, daß Frankreich und Belgien betreffend gaurè s' gestern eine Gedenkfeier veranstaltet, bei der für die trok Drohung und Berbot unsere Demonstrationen durchgeführt, wo wären. Dem wiberspricht ein Teil der Linkspresse. Der deutschen Sozialdemokraten Abg. Tony Sender sprach. Trotz des „ Lemps" erklärt, daß die französisch- belgischen Besprechungen fort. Druces von außen, erklärte fie, gebe es in Deutschland eine starte große Gefechtsübung durchgeführt und sie ist gelungen. Das Partei, die gegen die Reaktion zu kämpfen entschloffen fei. Rednerin ist angesichts der elektrisch geladenen Atmosphäre ein gewaltiger perlangte von den franzöfifchen Sozialisten Unterstützung ihrer beut Erfolg. fchen Genossen. Abg. Paul Boncour erklärte, das wahre Frankreich wolle den Frieben. bauern. Paris, 29. Juli.( WTB.) Der Brüsseler Berichterstatter des " Echo de Paris" fagt, es scheine übrigens nicht ausgeschlossen, daß jedes der beteiligten Länder nach vorheriger Berständigung der deutschen Regierung gesondert feine Auffaffung mitteilen werde. Diese Annahme, so sei ihm erflärt worden, dürfe wegen der etwaigen Haltung Staliens, die fehr wohl Neberraschungen bringen könne, nicht von der Hand gewiesen werden. Der Das„ Vorwärts"-Verbot abgelaufen. Das Berbot des Borwärts" in der französischen und Ccho de Paris" stellt fest, daß die französische und die bel„ Vorwärts" tann für den Monat August sofort wieder bei belgischen Zone des altbefehten Gebiets ist abgelaufen. gische Antwort ziemlich verschieben voneinander feien. Die den Poftanstalten bestellt werden. belgische Antwort genüge zmar im Prinzip der Politik Frantreichs, trage aber im höchsten Grade den englischen Borschlägen Rechnung, namentlich hinsichtlich des von Deutschland angebote nen Garantiesystems und der erneuten Abschäßung der deutschen Zahlungsfähigteit. Englische Ministerreden. Wegen der Ausweifung mehrerer Franzosen aus SowjetGeorgien hat die französische Regierung die Ausweisung des Vertreters der transfaufafischen Sowjet- Republiken in Paris und Marseille, Kadich a r, angeordnet. Neuer Marksturz. London, 30. Juli.( WTB.) Der Unterfelretär im Auswärtigen Amt, Mac Neitt, richtete in einer Rede vor einer forservativen Dollar amtlich 1,1 Million. Zuhörerschaft einen äußerst heftigen Angriff gegen Lloyd Ge Obwohl am Sonnabend an den ausländischen Börsen eine orge wegen seiner Antwort auf Poincaré, die er dem„ Observer" leichte Erholung des Markturses zu verzeichnen war, setzte bei Bezufolge als heuchlerisch und unverschämt bezeichnete. ginn der Woche ein verschärfter Sturz ein. Heute vorEs sei richtig, daß zwischen England und Frankreich Meinungs- mittag liefen von den verschiedenen ausländischen Blägen sehr un verschiedenheiter: beständen; diese feien aber durchaus freund günstige Marfmeldungen ein. Es ergab sich im Durchschnitt eine schaftlicher Art und gingen weit weniger tief, als manche Barität für den Dollar von etwa 1,3 millionen Mart. Im amiBlätter vermuten ließen. Es sei eine unpatriotische Hand- lichen Devisenverkehr der Berliner Börse wurde zunächst das englungsweise, menn Leute wie Lloyd George diese Meinungsver- lische Pfund mit 5 millionen Mart notiert bei einer Buteilung von schiedenheiten zur Uneinigkeit und Entfremdung zu steigern ver- 10 Broz. An der Effektenbörse bestimmte ausschließlich die Lage suchten. des internationalen Devisenmarktes das Geschäft. Der 29. Juli sollte eine Demonstration gegen den Faschismus werden, der das Leben des Proletariats bedroht. Er wurde zu einem Aufmarsch der Arbeiterflaffe gegen die Regierung, die Deutschlands Zusammenbruch vollendet hat. Er hat der Regierung den Stoß verfest, an dem sie verreden muß. Der 29. Juli hat die Kraft der Kommunistischen Partei erwiesen, hat den Beweis erbracht, daß die KPD. die Arbeiterklaſſe führt. Das aber legt eine ungeheure Berantwortung auf die Schultern der Partei. Sie muß jezt ihre ganze Kraft anspannen, um vom manöver zur Schlacht zu kommen. Bormärts Schlacht! Dom Manöver zur siegreichen Es ist eine herrliche Kriegsstimmung. Man fühlt sich in die Zeiten des großen Ludendorff und seines kleinen Nicolai versezt, wenn man diese Kriegsberichte lieft. Die Völkisch- Nationalen wetteifern mit den Bolschewistisch- Nationalen, um den Siegespreis sich zuzuschreiben. Foch konkurriert mit Hindenburg, Cadorna mit Högendorff: Es ist eine Lust zu leben! Die Kommunisten haben seit Wochen ihre Demonstrationen angekündigt in einer Tonart, die sich in nichts unterschied von jener, die den mitteldeutschen Butsch von 1921 einleitete. Sie haben in umfangreicher schriftlicher Propaganda, besonders auf die völkischen Studenten abgestimmten Flugfchriften, in nachgeahmter antisemiischer Ausdrucksweise ihren Antifasistentag" vorbereitet. Wenn die Bölkischen zum Gegenschlag aufforderten, so war ihnen das angeblich nur angenehm. Sie rechneten damit, daß schließlich keine Staats regierung, am allerwenigsten eine fommunistische, offen den Zeuerung und der Lebensmittelfnappheit. „ Nostehunde und Severingleute" Bürgerkrieg propagieren lassen fann, ohne dagegen nach Teuerung und Lebensmittelknappheit, das sind augenblicklich verhöhnt, ein Funktionär wurde von den Kommunisten verprügelt, Maßgabe ihrer Kräfte Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen. Die gefährlichsten und unerbittlichsten Feinde Deutschlands. und in der Nähe des Gefängnisses, wo die Menge inzwischen auf Trotzdem ihre wilden Aufrufe, trozdem ihre Aufforderung, Gerade jene Kreise, die am meisten vor der kommunistischen mehrere tausend Personen angewachsen war, fam es dann zum ungeachtet des Verbotes, zu demonstrieren! Und dann schließ- Gefahr erzittern, sollten daran nicht vorübergehen. In ihrer Zusammenstoß mit der Schutzpolizei, nachdem der Versuch, in das lich das Umbiegen furz vor Toresschluß! Hand liegt es, beides wenigstens zu mildern. Mögen sie sich Gefängnis einzubringen, mißlungen war. Obgleich die Schuhauf ihre Pflicht dem Volksganzen gegenüber befinnen, ehe es polizisten sich der größten Zurückhaltung befleißigten, zu spät ist. Hungerrevolten in Neu- Ruppin. setzte plötzlich von allen Seiten ein Steinbombardement auf sie ein, man versuchte ihnen die Karabiner und Pistolen: zit entreißen, so daß den Beamten schließlich nichts anderes übrig Und nun hinterher die bombastischen Rebensarten:„ Wir haben die Front zurückgenommen!"" Wir haben die Front an der Grenze aufgebaut!"" Wir haben ein Manöver gemacht, aber wir bereiten die Schlacht vor!" Und so weiter mit Grazie. In Neu- Ruppin ist es am gestrigen Sonnabend vor dem dor: Bölkische und Kommunisten arbeiten einander in die tigen Gefängnis zu blutigen Unruhen und zu Plünde blieb, als in der Notwehr von der Waffe Gebrauch zu machen. Der gestrige Sonntag ist dann dank der aus Boisdam eingeHand. Zunächst unbewußt, aber je länger desto mehr mit rungen gefommen. Bei einem Zusammenstoß zwischen Schuß troffenen Bolizeiverstärkung vollkommen ruhig verlaufen. Urvollem Bewußtsein. Die einen fünden den kommunistischen polizei und Tumultuanten sind zwei Personen getötet fprünglich hatten die Kommunisten zwar entgegen dem ausUmsturz, die anderen den Faschismus an. Beide wissen, daß und sieben schwer verletzt worden. In der Nacht zum drücklichen Berbot eine öffentliche Bersammlung auf dem Paradafie einander als Schreckgespenst benutzen, um schließlich ge- Sonntag mußte von Potsdam polizeiliche Verstärkung in Kraft- drücklichen Verbot eine öffentliche Versammlung auf dem Paradameinsam aus dem Chaos Vorteil zu ziehen. Schließlich aber wagen herangeschafft werden, da sich die Situation sehr bedrohlich play in Neu- Ruppin einberufen, in der ein aus Berlin bestellter wird durch dieses Ballspiel lediglich das letzte Restchen von gestaltet hatte. Im einzelnen erfährt die B. S.- Korrespondenz: dazu tes Bürgermeisters, der die fommunistischen Führer auf Redner sprechen sollte. Dem persönlichen Eingreifen Vertrauen im Auslande vernichtet. Und das notleidende folgendes: deutsche Volk trägt den Schaden, wenn es sich nicht mit aller Energie gegen beide Schädlinge wendet. Mißglückte Kraftprobe. In Nev- Ruppin war zum gestrigen Sonntag eine Rundgebung die verhängnisvollen Folgen ihres Vorhabens aufgegen den Faschismus von der dortigen Kommunistischen Partei merksam machte, gelang es dann aber, die Demonstranten zur Räueinberufen worden. Am Sonnabend nachmittag fanden mung des Baradeplatzes und zur Abhaltung der Versammlung in sich am Markt und in den Straßen bereits größere Menschenmengen einem Saal zu veranlassen. Bis auf weiteres wird die Polizeizusammen, die von der Regierung Maßnahmen gegen die verstärkung in Neu- Ruppin noch verbleiben, da bei der Tätigkeit Teuerung verlangten. Im Anschluß an diese Rundgebung wur- der Linksratitalen mit weiteren Befreiungsversuchen der bei den den fünf Lebensmittelgeschäfte, darunter Filialen von Margarine- Unruhen Berhafteten gerechnet werden muß. und Butterhandlungen, ausgeplündert. Nach einer Versammlung Aus dieser Darstellung geht hervor, daß das voreilige Einder Kommunistischen Partei, die in den Abendstunden stattfand, greifen von„ Selbstschuh" nur lächerlich wirft und daß 3ogen 3000 bis 4000 Personen vor das Gefängnis, vernünftige Berhandlungen und das Auftreten des proletari um dort die Freilassung politischer Gefangener zu verlangen. Die fchen Ordnerdienstes genügen, um Schlimmes zu verhüten. Beamten wiesen die Aufforderung zurück, sperrten die Tore ab Selbst die verantwortlichen Vertreter der Kommunisti. und riefen telephonisch die Schutzpolizei zu Hilfe. Gleichzeitig wurde fchen Partei konnten sich den Vernunftgründen nicht von der Regierung in Potsdam polizeiliche Berstärkung erbeten. entziehen. Sehr bemerkenswert ist, daß erst das Eintreffen von Bor dem Gefängnis fam es zu lärmenden Auftritten und gegen auswärtigem Brot die Lage veränderte. Hier wird man 11 Uhr abends versuchte die Menge, das Gebäude zu in Zukunft den Hebel ansehen müssen, um Schwierigkeiten, die feinem stürmen. Die Schutzpolizei, die stark in Bedrängnis geraten war, nugen, zu verhindern. gab erst eine Warnungsjaive ab und schoß dann, als das nichts fruchtete, auf die Anstürmenden. Dabei murbe der Metallarbeiter cembte getötet, während fünf andere Personen schwer verletzt in das Krankenhaus eingeliefert worden. Eine größere Anzahl Leichtverlegter nahm private ärztliche Hilfe in Anspruch. Etwa 15 Personen wurden verhaftet und in das Gefängnis eingeliefert. Die um Mitter nacht eintreffende Schußpolizei aus Potsdam besetzte das Gefängnis und die anderen öffentlichen Gebäude, da die Demonstranten bis zu den Morgenstunden die Straßen nicht räumten. Der Sonntag verlief ruhig. Der schädliche Selbstschuh. Die Regierungsfrage in Strelit. Gleich nach den Wahlen in Mecklenburg- Strelitz wurde das Gerücht verbreitet, daß ein Teil der Demokraten, und vor allem der demokratische Minister ustedt, bereit sei, mit den Rechtsrabifalen eine Regierungsfoalition zu bilden. Dazu bemerkt der in Schwerin erscheinende demokratische Norddeutsche Anzeiger" in einer offenbar von der Parteileitung in Mecklenburg- Schwerin beeinflußten Notiz: Schlechter Besuch der Kommunistenkundgebungen. Der von der kommunistischen Parteileitung feit Wochen mit allen Mitteln propagierte Antifaschistensonntag endete mit einer Enttäuschung für die Kommunistische Partei. Die Versammlungen und Demonstrationen waren nur außerordent lich schwach besucht. Die Kommunisten werden die Schuld an diefem negativen Resultat nicht dem Verbot zuschreiben fönnen, unter freiem Himmel zu demonstrieren. Denn in Sachsen und Thüringen, wo das Verbot nicht bestand, und wo die Kommunisten sich jeder nur erdenklichen Freiheit erfreuen, war die Teilnahme an den Veranstaltungen ebenso spär lich, wie anderwärts auch. Das arbeitende Bolk hat andere Sorgen als sich an der Kazbalgerei zwischen zwei Parteien zu beteiligen, deren unaufrichtige Propaganda einander würdig ist, und die sich heimlich die Hand reichen, wenn es gilt, Gewalt tätigkeiten zu provozieren. Der Antifaschistentag hätte gar nicht die Bedeutung bekommen können, die ihm ängstliche Gemüter im bürgerlichen Lager beilegten, wenn ihm nicht die deutsch völkischen Organisationen, zu denen sich auch die deutsch nationale Volkspartei zugefellte, durch ihr Gezeter und Drohungen zu einem gewissen Ruhm verholfen hatten. Es kennzeichnet die Lage, wenn die„ Rote Fahne" vom Montag in triumphierendem Fettdrud aus Halle meldet:„ Die Abwehrformationen und der Stahlhelm stehen sich wie zmei Für die Vorfälle in Neu- Ruppin ist es sehr bezeichnend, daß feindliche Heere gegenüber." Als ob sich fein schö- 3 urächst am Freitag ein Lebensmittelgeschäft nerer Anblick denken ließe, als daß sich Deutsche und von einer fleinen Anzahl Radikaler geplündert wurde. Erst als Deutsche mit den Waffen in der Hand gegenüberstehen, der Bürgerbund selbständig vorging und die Plünderer und als ob dieser Augenblic nicht schnell genug fommen tönnte! Dieselbe Tonart beherrscht auch im übrigen die Rote Fahne". Bom Manöver zur Schlacht!" ist ihr Leitmotiv. Weiß die Rote Fahne" nicht, was ein moderner Bürgerkrieg anrichtet, der ganze Städte verwüstet, der Land und Indu striezentren vernichtet? Dieses Spiel mit dem Bürgerkrieg ist ein Verbrechen, von dem sich die Kommunisten nie reinwaschen können werden. Aber sie mögen es sich gefagt sein lassen, wenn es die Republit und das Wohl der Arbeiterschaft gegen die Butsch gelüfte gemissenloser Desperados zu verteidigen gilt, dann werden Kräfte bereitstehen, die den Mund zwar weniger voll nehmen, dafür aber Verantwortungsgefühl den Arbei tern gegenüber befizen und die wissen, was sie tun. Eine Meinungsverschiedenheit im britischen Kabinett ist darüber Jene Bürgerfreise, die aus Angst vor den fommunistischen lang es, während des ganzen Sonnabends die Ruhe aufrechtzu entstanden, ob die Marine- Luftstreitkräfte dem Luftfahrtsamt unter Maulhelden das Treiben der Faschisten milder beurteilen zu erhalten. Der Verkauf auf den Märkten und in den Lebensmittel- entstanden, ob die Marine- Luftstreitkräfte der Luftfahrtsamt unter stellt werden sollen oder nicht. Im ersteren Falle sollen die Lords müssen glauben, werden aus dem gestrigen Sonntag gesehen gefchäften vollzog sich ungestört. Von der Stadtverwaltung wurden der Admiralität ihren Rücktritt in Aussicht gestellt haben. Man haben, daß die fommunistischen Bäume noch lange nicht in noch größere Mengen von Margarine beschlagnahmt und zum fo- erwartet, daß der Bremierminister anfangs nächster Woche dem den Himmel wachsen. Zu ernsten Unruhen ist es ledig fortigen Verkauf weitergegeben. Erst in den Abendstunden des Unterhaus eine Mitteilung über die Angelegenheit machen werde, lich in Neu- Ruppin gekommen und auch hier nicht am Sonnabends, bald nach Eintreffen des Berliner Zuges, änderte sich Harding erkrankt. Reuter zufolge in Präsident Harding, der sich Antifaschisten- Sonntag, sondern am Sonnabend, auch hier das Bild, da die linksradifaten Elemente anscheinend Zuzug auf dem Wege nach Yosemite Bart befindet, an Btomain- Bernicht, weil sich die Gemüter über die Frage Faschismus oder erhalten hatten. Auf den Straßen tam es zu immer größeren An- giftung erfranft, jedoch wird sein Zustand von den Aerztett Kommunismus erregten, sondern wegen der maßlosen sammlungen, die Ordner der Gewerkschaftskartelle wurden als nicht als ernst bezeichnet. " Finanzreform. Bon Otto Schumann. " = Minister Hustedt dürfte selbst wissen, daß zwischen ihm und den Hakenkreuzlern es tein Pattieren geben tann. daß nur eine entschlossene Politit cuf dem Boden seiner Partei die Scharte der letzten Wahl ausgleichen fann.. Wenn er sich durch Fehlschlüsse und übertriebene Hoffnungen auf ein fommendes furzfristiges Kabinett irreleiten ließe, so stellte er sich in Gegensatz zu seinen republikanisch denkenden Anhängern. Die Folgen müßte er dann selbst überdenfen. Das Wohl des Landes liegt jedenfalls nicht dort, wo Deutschnationale und die Gefinnungsgenossen der Bardhimer Helden" entscheidend die Hand im Spiele haben. Eine Rechtsregierung in Strelitz wird auf alle Fälle bei den Republikanern auf Granit stoßen." verjagte, bemächtigte fich auch der bisher unbeteiligten Arbeiterschaft große Unruhe, da das Borgehen des Bürgerbundes von tintsraditaler Seite alsbald als Bor stoß der Re attion" gekennzeichnet und demgemäß agitatorisch ausgeschlachtet wurde. Der erste Bürgermeister sah sich daraufhin veranlaßt, für Sonnabendvormittag eine Besprechung zwischen den Vertretern des Bürgerbundes, des Gewerkschaftskartelis und der Polizei ein Gelten diese Worte auch für die Demokraten in Meden= zuberufen, in deren Verlauf der Bürgerbund schließlich auf bug- Strelig, dann bleibt Deutschland das widerwärtige Schauweitere Selbstschußtätigkeit perzichtete, während ſpiel einer Koalition zwischen Anhängern der Diftatur und de das Gewerkschaftskartell für Aufrechterhaltung der Ruhe und Ord. Monarchie auf der einen sowie den Anhängern der Demokratie und ung garantieren zu fönnen glaubte. Den Bolizeistreifen wurden der Republik auf der anderen Seite erspart. Leider fehlt zur Stunde noch eine flare Meinungsäußerung von dieser Seite. Ordner der Gewerkschaftskartelle, die mit weißen Armbinden versehen mazen, beigegeben, und so geist einerseits den Intereffen des Handels Genüge geschehen, anderer-| 2068 aus Rußland und den russischen Sufzeffionsstaaten, 1779 aus seits den milden, der Kaufkraft des Publikums vorauseilanden Preis- Italien, 960 aus Schweden, 472 aus der europäischen Türkei, 422 steigerungen Einhalt geboten. Die Bleistiftnullen werden von den aus Deutschland und 104 aus Frankreich. Man wird dem Einnun entlasteten Beamten, Angestellten und Arbeitern der Reichs- wanderungskommissar gern zustimmen, wenn er den Reportern Cuno magert neuerdings ab. Kein Wunder. Bisher funktio- bruckerei tontrolliert. Die Befürchtung, es möchte für solche Nullen fein Amt als das des Pförtners Petrus fombiniert mit dem eines nierte sein Finanzsystem vortrefflich. Der Volksmohlstand blühte; auf den Banknoten bald fein Blazz mehr sein, ist für jeden, der nach Schußmanns im Großstadtverkehr bezeichnet. denn Geld war in Palästen und Hütten in Fülle vorhanden; und zudenken versteht, hinfällig. Denn sobald erst einmal die Notenmenn es nicht ausreichte, so erschien Cuno wie das Schillersche presse ihre Arbeit eingestellt hat, hebt sich mit einem Schlag unser Mädchen aus der Fremde Und teilte jedem seine Gabc In nagelneuen Scheinen aus; Der Jüngling wie der Greis am Stabe, Ein jeder ging beschenkt nach Haus. Internationale geistige Zusammenarbeit. Die Bälter bundskommission für geistige Zusammenarbeit beschloß fol Kredit und der Wert unseres Geldes, so daß in kürzester Zeit nicht gende Maßnahmen zur Einrichtung der internationalen Zusammennur feine weiteren Mullen hinzugefügt zu werden trauchen, vielmehr arbeit auf geistigem Gebiet zu empfehlen: Schaffung internationaler mit dem Abbau begonnen werden kann, dergestalt, daß allsonntäglich Rommiffionen für geistige Zusammenarbeit, wie sie in den mittelund osteuropäischen Ländern bestehen. Die Kommiffionen sollen eine Null nach der anderen ausradiert wird, auf den Banknoten Delegierte bezeichnen, die mit der Böllerbundskommission die gesowohl wie in den Schaufenstern. Radiergummi an den oben ge- eigneien Maßnahmen beraten. Der Bölkerbund möge die Regierun Ein Bersagen der Maschinerie schien dabei von vornherein aus- nannten Stellen zu haben! Den Beginn des Radierverfahrens fest gen der Mitgliedsstaaten ersuchen, diese internationalen Kommissionen geschaltet. Durch eine forststatistische Erhebung war festgestellt, daß, zusehen, behält sich die Regierung vor. Sie hat nun den Spieß in moralisch und materiell zu unterstützen. Die Kommission bittet den solange Cuno lebte, genug Holzstoff zur Papierbereitung in Deutsch der Hand und kann durch beschleunigte Rullentilgung dem unver- Bölkerbundsrat, sie zu ermächtigen, von allen beteiligten Inftitutionen Tare vorhanden sei, und eine Umfrage bei den Sachwertbesitzern meidlichen Dollarsturz nach Belieben nachhelfen. Ja, es ist klar, und Privaten Geldmittel entgegenzunehmen, die den internationalen hatte eine rückhaltlose Einverständniserklärung dieses wichtigsten daß im Laufe dieses Verfahrens, vorausgefeßt, daß jeder Staats- Kommissionen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die gleiche Völkerbundskommission beschloß weiter, dem BöllerBoltsteiles mit dem Cunoschen Verfahren ergeben. Da plötzlich kam bürger Sonntags auf seinem Posten ist, auch noch die bereits gebundsrat und der Völkerbundsversammlung einen Entwurf einer eine Störung von ganz unerwartete: Seite: Die Bewohner der brudten Mullen unserer Banknoten daran glauben müssen, und Konvention zum Sajuze des wissenschaftlichen Eigentums zu unterOranienstraße und Umgegend wandten sich mit einer dringenden daß wir ohne Inanspruchnahme von Goldbeständen, Sachwerten breiten. Die Kommission fordert von den Regierungen die SchefBeschwerde an die Reichsregierung, das dauernde und nachgerade und Notendrud zwangsläufig zu einer anständigen Währung zurück fung eines Urheberrechtes für wissenschaftliche Enidedungen ähnlich unerträgliche Quietschen der Notenpresse mache die Nachtzuhe wie fehren. Der dann allerdings zu erwartenden Unzufriedenheit der dem Urheberrecht für Werke der Literatur und Kunst. den Mittagsschlaf zu einer Unmöglichkeit. Cuno versprach zu ölen; Bevölkerung, die sich nach den jezigen glücklichen Zeiten, wo sie im Die deutsche Buchausstellung in Moskau. Die Aussteilung des im übrigen müßten solche Unzuträglichkeiten im vaterländischen Gelde wühlen konnte, zurüdsehnen wird, könnte durch öffentliche deutschen Buches, die Anfang September gleichzeitig mit der landnicht macht, vorgebeugt soll einen im Interesse hingenommen werden. Indeffen, die Klagen dauerten an und wuchsen sich zu einer Abordnung aus, die den Reichskanzler werden. Doch das find spätere Sorgen! posanten Ueberblick über die Leistungen des deutschen Buchhandels ausgerechnet aus seinem Mittagsschlaf herausriß. Jezt dämmerte bieten. Wie im„ Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" mitgeworden, und ebenso find bereits 200 Kreuzbände unterwegs. die für teilt wird, find 120 große Kisten mit etwa 40 000 Bänden abgeschickt den großen Transport zu spät tamen. Die wirkungsvolle Aufſtellung und Einrichtung wird von zwei Herren der„ Deutschen Gesellschaft für Außenbuchhandel" geleitet. ihm auf, daß hier in der Tat foftbares Boltsgut auf dem Spiele fionsarmee an Bord hat, jagten in der Nacht zum 1. Juli dreizehn Das Rennen nach Amerika. Wie eine Flotte, die eine Invaftehe. Seitdem denkt er intensiv, aber ergebnislos nach, wie dieser große Ozeandampfer dem Hafen von New York zu. Ihr Bestreben Fehler zu beseitigen sei Wir können ihn nicht länger in der war, die Auswanderer in ihren Zwischendecks und Kajüten in Ellis Klemme sizen sehen und haben daher auch unser laienhaftes Gehirn Island, der Durchgangs- und Kontrollstation für die atlantische schmalz in Wallung gefeßt, bis es uns gelungen ist, das Ei des Einwanderung, auszuladen, ehe die Höchstzahl der Zugelassenen Columbus von neuem auf die Beine zu stellen. Wir offerieren es einer Nationalität überschritten sein würde. Diesen dreizehn Schiffen Herrn Cuno zum gewöhnlichen Eierpreise. Unser Vorschlag lautet: mit 9748 ausländischen Baffagieren an Bord folgten burz darauf Erstens: Die Notenpresse wird sofort stillgelegt. Was zu fünf weitere Schiffe, gleichfalls in höchster Fahri, um möglichst zu nächst den Vorteil hat, daß sich weitere Beschwerden der Nachba: vermeiden, daß fie am Ende einen Teil der Einwanderer nach) Europa zurückschaffen müßten. Innerhalb von sechs Minuten nach schaft erübrigen. Mitternacht hatten zehn der Dampfer die Hoheitsgrenze der Union Deutsche Opernhauffe in Rußland. Die Petersburger Staatl artenoper bereitet für die nächste Saison agners Der Ning des Nibelungen" und" Rienzi" und Richard Strauß Salomó voi; das Staatl. Michaeltheater Humberbinds Hänsel und ( retel" und Weber Freischütz";" die Moskauer Simin- Oper den„ Tannhäuser" und" Tristan und Isolde". 3weitens: Die Reichsregierung verfügt: Allfonntäglich gekreuzt, und am Abend des ersten Tages des neuen Einwande„ Deutsch- chinesischer Kulturverband". In der Belinger Studentenmittags Punkt zwölf Uhr hat jedermann auf die gerade in seinen rungsjahres hatten die Zuwanderer aus Borderasien( Mesopotamien, schaft bat fich eine Vereinigung gebildet, die eine Zentrale für den Ausban deutscher und chinesischer Sulturintereffen und Händen befindlichen Banknoten mit Bleistift eine Null hinzuzufügen. Perfien, Asiatische Türkei und Hedschas) und Griechenland die stulturmerte im weitesten Sinne unter dem Ausschluß jeglicher Politit Bleistifte hängen in der Reichskanzlei, auf den Postämtern und in Höchstzahl bereits erreicht; von den rund 1000 Griechen fonnten nur sein will. allen öffentlichen Bedürfnisanstalten aus. Es leuchtet ein, daß auf 659 zugelassen werden; für den Rest werden sich erst am 1. Auguft diese Weise allwöchentlich zu bestimmter Stunde die Geldmenge, wieder die Tore zu den Bereinigten Staaten auftun. Am ersten d. h. des Bolksvermögen, um das Schnfach: rermehrt wird, ohne Zag wurden von den Einwanderungsbehörden 2974 der Anfömm linne auf ihren Gesundheitszufand und ihre Legitimationen ge= Das neue Reten gebrud zu werden brauchen. Die Kaufleute find prüft, von denen nur 400, cin recht geringer Brezonifah vert, gefallen Gronteguh, jete einstweilen zurüdgehalten wurden. Unter den und zehntausend früher, ihre Preisauszeichnungen um eine Null zu verlängern. So Zugelassenen befanden sich 3308 Personen aus Großbritannien, Drahtlose Telegraphie auf Fischdampfern. Während die Dampfer auf hoher Ece längst mit drahtlosen Apparaten ausgestattet sind, ist man erit jest tazu übergegangen, auch die Fischdampfer mit der stuite drahtlos zu verbinden. Es wurden 30 britische Fischdampfer mit Funtspruch nach Dom Marconi- Shiten eingerichtet. Dadmich it die höglichkeit gegeben, das die zich Sampler untereinander wie auch mit der Reederei in dauernder Berbindung bleiben. Der Kartoffelwagen. Am Sonnabend vormittag hatte ich im Norden Berlins zu tun. In einer belebten Straße begegnete mir plöglich ein Trupp laufender eine belculen Straße begegnete mir plöhlich ein Trupp laufender Frauen und junger Mädchen, alle mit der typischen Einkaufstasche versehen. Es mochten etwa 30 Personen gewesen sein, denen fich noch andere anschloffen. Immer weiter ging es im Laufschritt, und immer mehr wuchs die Zahl der laufenden Frauen. Ich fonnte mir zunächst die Ursache dieses Wettrennens nicht erklären, bis ich auf den Fahrdamm einen Wagen entdeckte, der mit eima 10 bis 15 Sad Kartoffeln beladen war. Der Wagen fuhr in ziemlich scharfem Trab, und neben ihm her rannten die Frauen. Der Wagen bog um die Ede, der rennende Haufen mit. Wohin das Rennen ging, mußte ich nicht und wuzien wahrscheinlich auch die Frauen nicht, die den Kartoffeln nachliefen. Der Wagen fam offenbar von der Zentralmarkthalle, gehörte wahr scheinlich einem Grünwarenhändler im Norden Berlins oder weiter draußen in Penkow. Sebenfalls hatten einige der nach Kartoffein umherirrenden Hausfrauen entdeckt, daß die Ladung des Wagens aus Kartoffeln bestand, und waren diesem gefolgt. Andere hatten sich angeschlossen, und so schwoll nach und nach der rennende Haufen. Ich kann mir fein erschütternderes Bild der wirtschaftlichen Katastrophe ausdenken, in die uns die famose Regierung der Fachmänner hineingezogen hat, als diesen Trupp Berliner Arbeiter frauen, die hinter einem Wagen Kartoffeln herrennen. Kartoffeln umsonst. Vor dem Hause Berliner Straße 73 in Charlottenburg hielt ein Wagen mit Kartoffeln. Während der Kutscher sich mit einem der Kartoffelfäde vom Wagen entfernt hatte, sprang plöglich ein Mann auf den Wegen, füttelte schnell 2 Sade Kartoffeln auf die Straße, und lief dann eiligst davon. Natürlich bildete fich fofort eine Ansammlung von mehreren 100 Personen, die über die ausgeschütteten Kartoffeln herfielen. Der Befizer rettete den Rest der Kartoffeln dadurch, daß er sich schleunigst auf den Wagen schwang und davonfuhr. Als herbeigerufene Schutz polizei erschien, waren das Fuhrwerk und die Kartoffelräuber reits verschwunden. Ein Erfolg der Aerzte. Der volle Friedenspauschalfah ais Grundlage. Im preußischen Wohlfahrtsministerium fanden am Sonnabend, den 28. Juli, Einigungsverhandlungen zwischen den Berliner Aerzten und Vertretern der Berliner Krantenfaffenverbände statt, die zu folgendem vorläufigen Ergebnis führten: Den Aerzten wird der volle Friedenspauschalsa als Reallohn gezahlt, dazu fonimt der jeweils vom Statistischen 21mt errechnete Inder als Aufschlag. Die Bezahlung des Arzthonorars durch die Krantentassen soll wöchent lich erfolgen. Die Bezahlung einer besonderen Berufsuntoftenent fchädigung lehnten die Krantentassenvertreter ab, es soll jedoch nach dem Wunsch des Wohlfahrtsministers noch einmal hierüber verhandelt werden. Zur Sache muß bemerkt werden, daß der Reallohn der Arbeiter höchstens 54 Bro3. beträgt. Die Aerzte haben also mit der Bezahlung des vollen Friedenssages einen außer= ordentlichen Erfolg zu verzeichnen. Die Vorstände der Berliner Kranfenfassen werden am Dienstag, den 31. Juli, nachmittags 6 Uhr, im Lokal Ludauer Str. 15, zu den Verhandlungen Stellung nehmen. Ob die Vorstände angesichts der Tatsache, daß die Aerzte ohne jeden ersichtlichen Grund bereits über wei Berliner Krankenkassen den vertraglofen Zustand verhängt haben, ohne ihren Bertragskontrahenten Mitteilung davon zu machen, dem Einigungsvorschlag zustimmen, ist noch sehr fraglich. Der Stellvertreter im Gefängnis. Die Kundgebungen am Sonntag. Die Kommunisten veranstalteten gestern in zwölf Versammlungen| Störenfrieden die Luft zu irgendwelchen Gewalttaten sehr energiy ihren Antifaschistentag. Die Veranstaltungen waren, wenn ausgetrieben worden wäre. man von einigen in der inneren Stadt absieht, außerordentmurde. sich schwach besucht. Es dürften faum mehr als 150 000 Per wurde in deutscher Uebersetzung von den Bersammlungsleitern cer Langevains Rede jonen, insbesondere jugendliche, an der kommunistischen Veranstal- lesen. Er führte darin aus, daß die große Mehrheit des französi tung teilgenommen haben. Es haben wieder einmal diejenigen recht schen Volkes dringend die Abkehr vom Imperialismus und Militagehabt, die voraussagten, daß der Verlauf von Veranstaltungen, die rismus verlange, daß fie eine ehrliche Berständigung mit fehrten Verhältnis zu der Propaganda steht, die für sie gemacht Deutschland alsbald beitreten solle, fordere. Eine enge geistige mit so überlauter Reflame verkündet werden, gewöhnlich im umge- Deutschland im Rahmen des Völkerbundes, dem und wirtschaftliche Solidarität zwischen den Völkern Frankreichs und Deutschlands sei die BorDer gestrige Sonntag ist, von wenigen Zwischenfällen abgesehen, bedingung für den Frieden Europas. Die franzöfifchen Pazifiſten im allgemeinen ruhig verlaufen. Nur auf der Treptower übernähmen die Verpflichtung, für die Berdrängung der Spielwiese fand, trotz des behördlichen Verbotes, eine von der Gewalt politik mit allen Kräften zu wirken. Diese Rede etfreiem Himmel statt, die aber völlig ruhig verlief, so daß feffor Einstein führte unter allgemeinem Beifall etwa folgendes kommunistischen Jugend einberufene Bersammlung, unter medte überall die begeisterte Zustimmung der Anwesenden. Prodie Polizei hier von einem Einschreiten Abstand nahm. Die Redner aus: Ich habe, wie Sie wissen, dem Völkerbund aus Aer. der KPD. rertraten in mehr oder minder geschmackvollen Ausfüh- ger über sein Verhalten den Rücken gefehrt, doch glaube ich rungen die Forderungen, die die Reichszentrale der KPD. bekannt heute, daß das nicht richtig war, denn der Völkerbund mag noch gemacht hatte. Sie verlangten den Rücktritt der Regierung fo fchlecht sein in dem, was er getan hat, er ist jedoch ungeheuer Cuno und ihren Ersatz durch eine„ diktatorische Arbeiter wertvoll im Hinblick auf die Möglichkeiten, die er noch in sich birgt. regierung". Daß dabei im Hintergrunde Rußland als Unter den heutigen Umständen ist er das einzige Organ, das geder große Helfer aufmarschierie und in der bekannten Weise stattet, zwischen den Nationen Beziehungen herzustellen. Es ist gegen Gevering als den helfer der Faschisten" gehegt wurde, deshalb außerordentlich wichtig, mit ganzer Kraft dafür einzutreten, erscheint dem, der die fommunistische Phraseologie fennt, nur zu daß Deutschland dieses Jahr nicht vorübergehen felbstverständlich. Man ließ Sowjetrußiand und die Diktatur des läßt, ohne seinen Beitritt zum Bölkerbund zu voilProletariats hoch leben. Bielfach bildeten sich nach Schluß der Ber- ziehen. Der Weg über die Verhandlungen des Völkerbundes ist sammlung Demonstrationszüge, die von der Schupo, die der einzige, der es ermöglicht, in der Zeit, die uns noch bleibt, einen umfangreichen Weldedienst errichtet hatte, zerstreut wurden. dem völligen Ruin zu entgehen. Es wurden insgesamt 108 Personen verhaftet, von denen 98 nach Feststellung der Personalien auf den Revieren wieder entlassen wurden. Zehn der Verhafteten mußten den Weg zum Polizeipräsidium antreten, wo sie nach ihrer Vernehmung ebenfalls wieder auf freien Fuß gesezt wurden. Zu einem ernsteren 3 wischeneinen Demonstrationszug, der aus anscheinend 1000 Personen befall fam es an der Fennbrüde. Dort wollte die Schupo stand, auflösen. Ats fie im Begriff war, den Fahnenträger zu verhaften, machten die Demonstranten den Versuch, ihn zu befreien. Dabei gab einer der Beamten einen Schredschuß ab, der zur Folge hatte, daß die Demonstranten sich zerstreuten. Außer dem festgenommen. Am Schönhauser Tor zerstreuten Hundert Fahnenträger wurde noch ein anderer Mann megen Widerstandes schaften, die auf Kraftwagen herbeigeeilt waren, ebenfalls einen De monstrationszug, bei dem 30 Perfonen verhaftet wurden, darunter auch das Mitglied des Fünfzehnerausschusses der Betriebsräte, Christ, der in der Brauerei Königstadt referiert hatte. Am Nachmittage hatte Berfin wieder das gewohnte Aussehen. In Potsdam hatten die Kommunisten zwei Bersammlungen einberufen, die völlig ruhig verliefen. Die Kommunisten hatten Borsorge getroffen, diese beiden Beranstaltungen durch ihren eigenen Gelbst schutz zu sichern. Um 12 Uhr waren die Kundgebungen, in denen der fommunistische Eisenbahner Geschte gesprochen hatte, beendet. Der größte Teil der Teilnehmer fuhr alsbald wieder nach Berlin zurück. Die Kundgebung, Nie wieder Krieg". Wenn„ gewiffe Kreise" drohen... = rau, Hans Meier, Rocker, Dr. Helene Stöcker. R. v. Disickly und In den Bersammlungen sprachen Rabold, Altmeier, Dr. KaweKarl Better sowie das Mitglied des englischen Unterhauses Bennis Smith London von der Labour Party. Mitglieder des Schaus spieler- Theaters sprachen einen zündenden, eigens für diesen Lag I abund, die as starte Anflage gegen den„ General"( Luden= geschaffenen Prolog von Henning Duderstadt und Verse von derff) ihre Wirkung fanden. Der Tenor der Ausführungen der Hauptredner in allen Versammlungen war, daß die WiederPehr eines neuen Massenmordens unter allen Umständen verhindert werden mässe. don, Wien, Washington und dem Haag wurden lebhaft begrüßt. Solidaritätsfundgebungstelegramme aus Lon Nach den Kundgebungen fand eine Niederlegung von Kränzen an den Gräbern franzöfifcher, englischer, rus fischer und italienischer Kriegsgefangener und deutscher Soldaten auf dem Garnisonfriedhof in der Hasenheide statt. Friedenskundgebungen im Ausland. An dem gestrigen 9. Jahrestag der Kriegserklärung hatten die Pazifisten in allen bedeutenden Städten Englands große Manifestationen zugunsten des Friedens veranstaltet. In London demonstrierten mehr als 20 000 Berfonen, unter denen sich eine große Zahl von Arbeitslosen befand. Man bemerkte Fahnen mit der Aufschrift: Der Krieg ist niederträchtig, verweigert den Kriegsdienst. Bekämpft Euch nicht, denkt lieber nach. Macht ist vergänglich." Unter den zahlreichen Rednern bemerfie man englische Parlamentarier sowie französische, deutsche, ameritanische und australische Delegierte. Es wurden Resolutionen gegen den Krieg und gegen den Militarismus durch die verschiedenen Pazifistischen Gruppen angenommen. Gestern fand vor dem Rathause in Wien unter der Parole„ Nie wieder Krieg" eine Versammlung statt, die von 18 pazifistischen strationszug über den Ring, bei dem es zu einem unbedeuten Bereinigungen veranstaltet wurde. Daran schloß sich ein DemonDie Ruhrkundgebung in der Universität. ausschuß Nie wieder Krieg Unter riesenhafter Beteiligung fanden gestern die vom Aktionseinberufenen Kundgebungen statt. während sie in den Vorjahren unter freiem Himmel im Lustgarten veranstaltet werden fonnten, mußten fie gestern in geschlossenen Räumen stattfinden. Die Versammlungsräume, Kliems Festfäle in der Hafenheide, das Gewerkschaftshaus am Engelufer, die Alhambra den 3usammenstoß mit einer Gruppe von Nationalam Morigp.az und die Bögonbrauerei waren überfüllt. Es fozialisten kam, die unter Absingung der Bacht am Rhein" Ein interessantes Biederaufnahmeverfahren gegen einen Frei ist außerordentlich bedauerlich, daß der berühmte Physiker der Bariser und anderer nationaler Lieder gegen die Versammlungsteilnehmer gesprochenen beschäftigt gegenwärtig die Strafkammer des Land: Sorbonne, Professor Langevain, der als Pazifist und schroffer demonstrierten. Die Polizei verhinderte Tätlichkeiten. Es ereig gerichts. III. Vor einiger Zeit machte der Fall des Schneidermeisters Gegner des nationalen Biods bekannt ist, durch ein Verbot des neten sich keine weiteren Zwischenfälle. Gienapp aus Weißensee erhebliches Aufsehen. Gienapp war zu Polizeipräsidenten am Reden gehindert war. Der PolizeiGefängnis verurteilt morden, hatte aber keine Lust, die Strafe zu präfident glaubte, dieses Berbot, das die republikanische und friedensverbüßen und hatte seinen Gesellen als Stellvertreter Eine Erklärung von Professor Einstein. ins Gefängnis geschickt. Durch einen Zufall war furz vor der freundliche Bevölkerung in feinem Falle begreifen kann, erlassen Entlassung des falschen Sträflings die Sache herausgekommen. Als zu müssen, well, wie es in der Begründung des Redeverbotes heißt, In der Neuen Aula der Universität fand eine Kundgebung der Gefangene einmal vorgeführt wurde, begegnete ihm auf dem gewisse Kreise der Berliner Bevölkerung die französischen Herren„ Das französische Vorgehen an Rhein, Ruhr und Saar und die mit Gewalt am Reden zu hindern beabsichtigten. Da am Sonntag fittliche Welt", in deren Verlauf die Tatsachen der französisch- belgiFlur ein Bekannter, der ihn mit seinem richtigen Namen ansprach. im Hinblick auf die in Aussicht stehenden großen fommunistischen schen Gewaltherrschaft im beschten Gebiet und ihre schweren FolDadurch war der Schwindel herausgekommen. Im Anschluß diesen Borfall hatte sich im Februar vorigen Jahres der Oberland- Rundgebungen die polizeilichen Kräfte außerordentlich stark in An- gen für das deutsche Kulturleben dargelegt wurden, statt. jäger 3er be megen Bestehung und Erpressung zu verspruch genommen feien, würde es nicht möglich sein, den fran- Der Rektor der Universität eröffnete die Kundgebung mit einer antworten. Er sollte die Kenntnis von dem Schwindel mit dem zösischen Herren den polizeilichen Schutz zu gewähren, auf den sie kurzen Ansprache. Regierungspräsident Genosse Dr. GrühnerStellvertreter dazu benutzt haben, von Gienapp Geschenke zu er- wegen ihrer friedfertig- politischen Gesinnung nach Anspruch haben. Barmen, der als erster Redner vorgesehen war, fonnte in Anbepressen. Gienapp beschwor damals, daß er die Strafe tatsächlich etwaige tätliche Angriffe würden zu schweren außen und inner- tracht der politischen Berhältnisse nicht erscheinen. Oberbürgermeister felbst verbüßt habe, und Zerbe wurde auf Grund dieses Falsch Herren selbst zwänge den Bolizeipräsidenten, den französischen Her- Justizrat Dr. Wildhagen, Frau Helene Weber, Dr. politischen Verwicklungen führen. Das Interesse der französischen Dr. Mann Redlinghausen, Professor Dr. Meurer- Würzburg, eides freigesprochen. Inzwischen ist Gienapp aber vom Schwur ren das rednerische Auftreten bei den Kundgebungen zu unter- Nikolaus Peters- Köln sprachen zu dem Thema der Verangericht verurteilt worden und nunmehr hat die Staatsanwaltschaft fagen." Diese respektvolle höfliche Begründung des Bolizeipräsidenten staltung. Großen Beifall löfte eine Erklärung von Brofessor Eingeleitet, daß, wenn Gienapp die Strafe nicht verbüht habe, für in allen Ehren. Troßdem aber sind wir der Ansicht, daß man in stein aus, die vom Leiter der Veranstaltung, Reg.- Rat v. Staff, Berbe ein Grund vorgelegen habe, Gienavy zu erpressen. Rechts- diesem Falle beffer getan hätte, von einem Redeverbot Ab- perlefen wurde, die folgenden Wortlaut hatte: Als Mensch und anwalt Dr. Buppe hat beantragt, das Wiederaufnahmeverfahren stand zu nehmen, das den Anschein erweckt, daß die Behörden Bazifist, der davon überzeugt ist, daß Europa unter den heutigen abzulehnen, weil ein Zeuge, der einen Meineid geleistet hat, in- Maujeloch friechen. Es war nur zu verständlich, daß gerade sezia- Rechts- und Machtordnung nicht leben fann, bedaure ich das Vorvor den Drohungen deutschnalinater und deutschvölfischer Kreise ins wirtschaftlichen und technischen Verhältnissen ohne eine interstaatliche zwischen nicht glaubhafter geworden ist. listische Redner in diesen Versammlungen die schärfsten Worte gegen gehen Frankreichs in den besetzten deutschen Gebieten aufs tiefste. dieses Berbot fanden. Um so größer war der Beifall, als Professor Die Möglichteit menschenwürdiger Eristenz in unserem Erdteil kann Langevain in Begleitung von Professor Albert Einstein sich nur dann wiederkehren, wenn alle ohne Unterschied der Unt einen Massenansturm auf die Reisebureaus und Fahrkarten- bei den Friedenskundgebungen zeigte. Schon dieser Beifall bemies, Nationalität für Recht und Gerechtigkeit ein= ſchalter möglichst zu vermeiden, hat die Neichsbahndirektion an- daß die Republikaner und Friedensfreunde in so überaus großer treten, ohne Rücksicht auf vermeintliche Intereffen des eigenen geordnet, daß an allen Fahrkartenschaltern bereits am Mon- und achtunggebietender Mehrzahl waren, daß deutschnationalen Gemeinwesens." tag Fahrtarten mit dem Lösungsstempel des 31. Juli ausgegeben werden, die dann zur Reise bis zum 3. August gültig sind. Jedoch muß die Reife bis Freitag im Mitternacht beendet sein. Es wird sich also empfehlen, von dieser Maßnahme im möglichst weiten Umfange Gebrauch zu machen, da erfahrungsgemäß am legten Tage des Monats der Andrang beim Billettverkauf geradezu bedrohliche Formen annimmt. Zur neuen Fahrpreiserhöhung. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Neichsbant und Bost erfolgt vom 30. b. Mts. bis auf weiteres zum Preise von 3 Millionen Mart für ein 20- Mart Stid, 1500000 m. für ein 10- Mart. Stüd. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. Der Anlauf von Reichssilbermünzen durch die Reichsban! und Post erfolgt bis auf weiteres zum 50 000 fachen Betrage des Nennwerts. Grubenkatastrophen ohne Ende. Jubiläum. Heute begeht unser langjähriger Varteigenoffe Heinrich bold( Rathenower Straße 19) mit seiner Frau Antonie das Fest der Silberhochzeit. Raum 24 Stunden nach der bereits am Sonnabend gemeldeten Grubentatastrophe bei Maltby, in der 28 Grubenarbeiter ihren Tod gefunden haben, hat sich ein anderes Grubenunglück ereignet, und zwar in Kilsoph in Süd- Schottland, dem 10 Bergleute zum Opfer fielen. Im Augenblick der Explosion 1. waren nur 12 Grubenarbeiter im untersten Stollen beschäftigt, von denen 8 auf der Stelle getötet und 2 schwer verletzt wurden. Die 27. beiden übrigen Arbeiter, die sich 20 Meter von der Explosionsstelle entfernt befanden, fonnten sofort Alarmsignale geben. Mord in der Grenzwache. Jm Dienste ermordet wurde am 28. d. M. morgens in der Kanzlei der tschechoslowakischen Grottauer Grenzwache der Finanzinivektor Rub von einem unbekannten Pascher. Dieser zog bei der Visitation plöglich einen Revolver und streďte Ruß durch drei Schüsse in den Nacken nieder. Der Mörder ist entflohen. stammen. Er dürfte sich nach Zittau gewandt haben und soll aus Berlin Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis, Mitte. Dienstag, den 31. Juli, 7% Uhr: Kreisfunktionärsgung im Rosenthaler Sof. Rosenthaler Str Sutritt nur mit Ausweis Abt. Dienstag, 7 Uhr: Konferenz fämtlicher Bartelfunktionäre, Betriebsvertrauensleute und Bezirksverordneten, Schule Sonnenburger Straße. Wichtige Tagesordnung. 30. Abt. Dienstag, 7 Uhr: Wichtige Funktionärkonferenz bei A. Carl, Wichertstr. 69. Sport. Rennen zu Hoppegarien am Sonntag, den 29. Juli. 1. Rennen. 1. Rotdorn( Krüger), 2. Liaze( M. Schmidt), 3. Do10thea( Sädel). Toto: 7: 10, Play: 10, 10, 11:10. Ferner liefen: Lavinia, Fuchsmajor, Mellaroja, Denar. 2. Rennen. 1. Batrizier( Heidt), 2. Moloch( Rastenberger), 3. Traumlieje( Balke). Toto: 22:10, Play: 14, 14, 67:10. Ferner liesen: Brüder. Furchtbares Bergbahnunglück in den Vogesen. Ein furchtbares Bergbahnunglück hat sich in den Süd Dogesen ereignet. Es forderte fünf Todesopfer und 50 Berlegte. Anläßlich des franzöfifchen Nationalfeiertages war Schiffstatastrophe. Einer Lloyd- Meldung zufolge ist der eng- chait, Margita, Quarta, Adria, Regatta, Prinz Karneval, Händlerin, Doltor, der Bergbahnbetrieb von Retournemer nach dem Hohened lische Dampfer Billa Real" am 26. d. M. in der Nordsee in dichte, Flieder, Anuschka. verdoppelt worden. Als der erste Zug mit zahlreichen Reisenden auf der Höhe von Norderney untergegangen. Die Besatzung fonnte von Toto: 15:10. 3. Rennen. 1. Eigilbert( Rastenberger), 2. Aberglaube( D. Schmidt). dem Wipfel angekommen war und stoppen wollte, funktionier der Mannschaft eines dänischen Dampfers gerettet werden. ten die Bremsen nicht, so daß die Wagen crst langsam und 4. Rennen. 1. Riane II( M. Schmidt), 2. Sanguinifer( Raftenberger), dann immer schneller rückwärts liefen und mit aller Wucht auf den von Lourdes ist ein Attentat verübt worden, indem ein PilgerToto: 20:10, Plaz: 14, 19:10. Ferner liefen: Attentat auf einen Pilgerzug. Gegen eihen Zug in der Nähe 3. Granate( Olejnic). Kasbet, Tango, Laerte. zweiten Bug aufrannten, der gerade im Hinausfahren war. Der 5. Stennen. 1. Aulis( D. Schmidt), 2. Monfalcone( Tarras), 3. PuppenZugführer des zweiten Zuges, der die Gefahr bemerit hatte, fonnte mit einem in räffelhafter Meife quer über die Schienen ge fee(@bert). Toto: 30: 10, Plak: 15, 31:10. Kerner liefen: Südwind. Bajur. die Reisenden seines Zuges noch rasch aussteigen lassen, so daß sie Reisenden famen mit dem Schreden daron. stellten Personenzug zum Zusammenstoß gebracht wurde. Die 6. Hennen. 1. Farnesina( D. Schmidt), 2. Fribora, 3. Tavalyi der Gefahr entgingen. Von den Reisenden des anderen Zuges jedoch ( Hanste). Toto: 23:10, Plat: 15, 58, 117: 10. Ferner liefen: Beijtriz, wurden bei dem furchtbaren Zusammenstoß fünf getötet und 50 verElamund, Landung, Abbazia, Orchis, lazid, Hallunke. legt. Die beiden Züge find vollständig zerstört. Eine Unterfuchung ist eingeleitet Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ricmlich übt. überwiegend bewölft, mit wiederholten Regenjällen und mäßigen südwestlichen bis weftlichen Winden. 7. cnnett. 1. Biñana( Maitenberger), 2. Flugschrift( Huguenin), 3. 3lberstedt( cr). Toto: 51: 10, Ping: 19, 19, 27:10. Ferner liefen: Bergleich, Drdensritter, Paris, Nart. Gewerkschaftsbewegung Unternehmersabotage. Die Versuche der Arbeitgeber, die den Arbeitnehmern durch das riebsrätegesek gegebenen Rechte wieder zu schmälern, sind be annt. Daß die Unternehmer aber auch dann, wenn eine Alar tellung einer strittigen Rechtsfrage aus dem Betriebsrätegesetz durch cie maßgebende Regierungsstelle erfolgt ist, sich um den Standpuntt der Regierung nicht fümmern, ja sogar einen Widerstand gegen Er laffe der Regierung organisieren, ist zwar auch nicht neu, verdient aber immer wieder der Oeffentlichkeit unterbreitet zu werden. Die Cohnverhandlungen der Berliner Schornsteinfegergesellen haben folgendes Ergebnis gezeigt: Der Wochenlohn beträgt für die dritte Juliwoche 800.000 m., für die vierte Juliwoche 1 100 000 Mart. Der 2. Gefelle erhält 8 Broz. meniger. Die Prager Waffenfabrik hat ihre Arbeiterschaft, die gegen die 60 000 m. pro geleisteten Arbeitstag. Die Hälfte dieses so zu zahlenden Borschusses wird am Donnerstag resp. Freitag bei der Lohnzahlung abgerechnet. Die andere Hälfte wird in der Woche Dom 6. bis 11. August nerrechnet. Die drei Fünftel des Verdienstes, wie in der Bereinbarung vom Reichsarbeitsministerium festgelegt wurde, konnten deshalb nicht zugrunde gelegt werden, weil Entlaffung eines Bertrauensmannes profeftierte, ausgesperri laut Beschluß der Funktionärversammlung die Lohnregelung erst am Freitag vorgenommen werden sollte und rückwirfende Die Dodarbeiter des Londoner Hajens demonstrierten gestern Kraft ab Montag haben müsse. Diese Forderung der Funktionär nachmittag in einer Bersammlung unter freiem Himmel gegen die versammlung fonnte nach schwerem Ringen durch Verhandlungen Lohnkürzungen. Sie wollen nicht eher wieder arbeiten, als bis die mit den Unternehmern durchgebrüft werden. Es war aber nicht Lohnfürzungen zurückgenommen werden. möglich, die Unternehmer im Laufe des Sonnabends über die neue Höhe des Borschusses, der am Montag resp. Dienstag ausgezahlt werden sollte, noch zu benachrichtigen. Deshalb wurde der Vorschuß der vorhergehenden Woche gewählt. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat in einem Weitere Schwierigtetten stellten sich in den Weg in bezug auf die Erlaß vom 30. April 1923 in der Streilfrage, ob der Betriebsrat das Auszahlung des Vorschusses, da die Kollegen Angestellten erklärten, Recht hat, auch ohne Genehmigung des Arbeitgebers Anschläge trok leberstunden nicht in der Lage zu sein, diese Borschußzahlung an den dazu bestimmten Anschlagstafeln zu machen, Stellung ge- in Bukunft weiter durchführen zu fönnen. In der Funktionärver. nommen. Aus diesem Erlaß geht hervor, daß der Betriebsrat sammlung haben wir schon darauf hingewiesen, daß Mittel und dieses Recht tatsächlich befigt, nur muß ez rechtzeitig dem Wege gesucht werden müssen, um diesen Uebelstand abzuändern. Arbeitgeber von der in Aussicht genommenen Bekanntmachung Für die Kollegen als Affordarbeiter ist noch besonders zu bemerken, Renntnis geben. daß die Akkordbasis ab Montag, den 23. Juli, auf 27 600 m. feft. Wer nun annimmt, daß sich die Arbeitgeber mit dieser Klar- gelegt worden ist. Das bedeutet gegenüber der Affordbasis, wie sie legung zufriedengeben werden, hat sich sehr getäuscht. In einem im Zohnabfommen vom 16. bis 23. Juli festgelegt war, eine Er Rundschreiben des Arbeitgeberverbandes der chemi- aus den oben angegebenen Zahlen zu entnehmen. Es gibt also chemi- höhung um 1,7090 der Klaffe I. Alle übrigen Informationen find schen Industrie ist folgendes zu lesen: feinen festen Stundenzuschlag in der Woche vom 23. bis 28. Juli. Am Montag ab 3 Uhr fönnen die Kollegen die gedruckten Verträge im Bureau des DMV., Abt. Zirpik, abholen. Da bereits in verschiedenen Betrieben die Betriebsräte pe fucht haben, auf Grund dieses Erlaffes sich Rechte anzumaßen, die ihnen nicht zustehen, bitten wir unsere Mitglieder auf jeden Fall, ein ungefeßliches Vorgehen der Betriebsräte zu verhindern. Falls der Betriebsrat ohne Zustimmung der Wertsleitung eigen. mächtig Anschläge veröffentlicht, sind die Anschläge, weil das eigenmächtige Anbringen ungefeßlich ist, zu entfernen und außer dem ausdrücklich zu verbieten. Erfolgt trobem eine erneute Anbringung des Anschlags, so ist von der Betriebsleitung gemäß § 39 des BRG. der Antrag an den zuständigen gefeßlichen Schichtungsausschuß auf Erlöschen der Mitgliedschaft im Betriebsrat megen gröblicher Pflichtverletzung zu stellen. In allen Derartigen Streitfällen billen wir unsere Geschäftsstelle recht. zeitig zu benachrichtigen, damit wir die Vertretung vor dem Schlichtungsausschuß übernehmen fönnen. Die Leidenden der Passionsspiele. Uns wird berichtet: Achtung! Betriebsräte bes graphischen Gewerbes! Dienstag, vormittag 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus. Engelufer, Saal IV, Sigung des Gruppenrats gemeinsam mit den gesamten Betriebsräten Der Gruppenrat. J. A.: N. Hermann. Wirtschaft Die Genossenschaftsinternationale. In dem Internationalen Genossenschaftsbund find gegenwärtig 30 Länder vertreten. Der Bund vereinigt verschiedene Zweige der Arbeiterschaft der wichtigsten industriellen Länder Europas und der großen Genossenschaftsbewegung: die Konsumvereine Amerikas; die landwirtschaftlichen Genossenschaften( insbesondere die von Frankreich, Italien und Rumänien); die Bro= duftiogenossenschaften( insbesondere die von England, Frankreich und Italien); die gemischten Genossenschaften( die vor allem in Rußland und dessen Randstaaten, sowie Dänemart, Irland, Südslawien und in Italien verbreitet sind). Den Kern der Der Zirkus Busch in Berlin ist gegenwärtig an die Diref- Bewegung bilden die europäischen Konsumvereine, die Berbintion Schmiz u. Schramm verpachtet, die die Bassionsspiele per- bung mit den überfeeischen Ländern wächst immer mehr: nicht allein anstaltet hat. Dabei wirten etwa 120, meist berufslose Frauen als Kanada, die Vereinigten Staaten, Argentinien und Sibirien, die Statistinnen mit. Die Entschädigung, die monatlich zweimal aus der Internationale längst angeschlossen sind, sondern auch Südgezahlt wird, betrug in der Woche bis 14. Juli 8000 m., ab 15. Juli afrika, Australien, Japan und Indien treten in immer nähere e10 000. und follte ab 25. Juli 13 000 bis 16 000 m. beziehung zu dem Bunde. Andererseits bildet sich innerhalb jedes einzelnen Landes ein tragen. Am 17. Juli war die fette Gehaltszahlung mit 148 000. 2m 27. Juli forderten nun die Frauen einen immer festeres Berhältnis zwischen den städtischen KonsumBorschuß von etwa 100 000 m. cuf das am Dienstag fällige Ge- pereinen und den landwirtschaftlichen Genoffenhalt, das bereits für 10 age verdient war, mit der schaften, so daß die Internationale auf ein rajches Wachsen ihrer Motivierung, daß das Geld für sie in der abgelaufenen Woche Bedeutung hoffen darf. Diese Bedeutung ist aber schon jetzt sehr groß: immerhin noch eine etwas größere Kauftraft habe als in nächster fie vereinigt 67 000 Vereine mit einer Gesamtzahl von 25 Millionen Woche. Das Ersuchen wurde mit dem Hinweis abgelehnt, daß mitgliedern, Da die Mitglieder im allgemeinen Familienväter sind, dies in einem faufmännischen Betriebe nicht gehe und die etwa so ist die Zahl von 100 Millionen Menschen, die an der internationalen 40 Unterzeichnerinnen des Gesuches wurden einfach ent- Genossenschaftsbewegung interessiert sind, nicht zu hoch gegriffen. Iaffen. Kündigung besteht nicht. Diese 100 Millionen sind nicht allein durch materielle Vorteile, sondern Dieses Verfahren mag faufmännisch" forrekt sein, doch muß auch durch gemeinsame Ideale verbunden. Zwar gilt der es als unsozial bezeichnet werden. Ein Betrieb mie der 3irtus Boden der Genossenschaftsbewegung als politisch neutral( mit AusBush, ber ja feine Eintrittspreise ter Gelbentwertung nahme einiger Länder, wie z. B. Belgien, wo die Arbeitergenossenanpaßt und auf die Sympathie des Publikums angewiesen schaften an die Partei und die Gewerkschaften gebunden find); doch Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverban- it, müßte auch in dieser Beziehung bestrebt sein, durch Berid. fpreden die Sagungen der Genossenschaftszentrale das Endziel flar sichtigung der Notlage feiner Mitwirkenden sich die Gunst aus: eine Erfegung der gegenwärtigen, auf privater Ronkurrenz des teilt mit: der öffentlichen Meinung zu erwerben und zu erhalten. Bei begründeter Wirtschaftsordnung durch ein genossenschaftliches System, wöchentlicher Auszahlung wäre es zu dieser Differens das die Gesamtheit umfaffen und sich auf Selbsthilfe gründen soll. wohl faum gekommen. Dieses Rundschreiben, das uns vom Zentralverband der Angeftellten mitgeteilt wird, ist ein flaffisches Beispiel für den Scharf machergeist, der sich noch nicht darein finden kann, daß feit dem 9. November 1918 der Unternehmer aufgehört hat, Alleinherrscher in seinem Betriebe zu sein. Dieselben Unternehmer, die über die Schwäche der Regierung stöhnen, genieren sich nicht im mindesten, Regierungsentscheidungen zu fabotieren, fobald diese ihnen gegen ben Strich gehen. Die Löhne in der Metallindustrie. Die Löbne in der Berliner Metallindustrie betragen ab 23. bis einschl. 29. Juli für männliche Arbeiter über 21 Jahre in Klaffe I 29 000 M., RL II 28 150., RI. III 27 450., I. IV 26 440 M., SRI. V 25 610 M. Männliche Arbeiter von 18 bis 21 Jahren: Kl. I 24 670 m., t. II 22 920., I. III 23 200 m., t. IV 22 480 M., RI. V 21 705 M. Atfordbasis ab 23. Juli: St. I 27 600 M., KI. II 26 800 M., RI. III 26 100.,. IV 25 100, I. V 24 300 M. Jugendliche Arbeiter von 14 bis 18 Jahren: männlich 14 bis 15 Jahre 3290 9, 13 bis 16 Jahre 7340 M., 16 bis 17 Sabre 9380 W., 17 bis 18 Jahre 11 260 m. Arbeiterinnen: 14 bis 15 Jahre 5120 m., 15 bis 16 Jahre 6650 m., 16 bis 17 Jahre 8440 m., 17 bis 18 Jahre 10 400. 2rbeiterinnen über 21 Jabre: Stundenlohn 19 580 M., pon 18 bis 21 Jahren 16 630 m. Atfordbasis: vom 18 Jahren 18 600 Mart. Arbeiterinnen in der Glühlampenindufirie: über 21 Jahre Gruppe I und II 19 580 2., Gruppe I Atfordbasis von 18 Jahren ab 19 200 M.; von 18 bis 21 Jahren Gruppe I und II 16 580 m., Atfordbafis 18 600 m. Der Affordbemessungsfaktor, der dem Ber. hältnis der neuen zur alten Affordbafis entspricht, beträgt ab 23. bis 29. Juli für männliche Arbeiter: Kl. I 1,7090, L. II 1,707, I. III 1,706, SL. IV 1,7017, 1. V 1,7053; weibliche Arbeiter: Gruppe B 2: St. III 1,706, RI. IV 1,7017, I. V 1,7053, Gruppe B3 und 4: SI. II 1,7064. Gruppe B 4: I. I 1,7067. Die Ausgleichszulage beträgt ab 23. Juli: RI. I 2400 M., RI. II 2300 W. Die soziale Bulage beträgt für die Frau 250 m, für jedes Kind unter 15 Jahren 500 m. pro Stunde. Die am 30. Juli bzw. 31. Juli 1923 gewährte Abschlagszahlung in Höhe von 80 000 b3m. 60 000. für jeden voll gerechneten Arbeitstag wird nicht in ihrem Gesamtbetrag bei der ordentlichen Lohnzahlung in der Woche vom 30. Juli bis 5. Auguft berechnet, sondern in zwei gleich großen Raten bei den ordentlichen Lohn" Urabstimmung der Steinseher. Eine schleswig- Holsteinische Roggenwerfanleihe. Eine Roggenanleihe im Goldwerte von 26000 Zentner Roggen gibt der Provinzialverband der Provinz Schleswig- Holstein durch die Kieler LandesDie Mitglieder des Berbantes der Steinleger, Pflasterer und bant aus. Die durch die Anleibe eingekommenen Mittel sollen vorBerufsgenossen werden in der Zeit vom 5. Auguft bis 15. Sep- zugsweise für Verkehrseinrichtungen und im Interesse der landtember durch Urabstimmung darüber entscheiden, ob ihre Organi mirtichaftlichen Betriebe verwendet werden. oder dem Steinarbeiterverband fation fich dem Baugeen loll. Die einfache Mehrheit sehr anschieben gegen die Truſts in Deutschland wendet, hält entscheidet. Das Ergebnis ist bis Ende September zu erwarten. In den Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerken der Provinz Brandenburg werden laut Bereinbarung zwischen dem Arbeitgeber perband und dem Zentralverband der Maschinisten und seizer, Gefchäftsstelle Groß- Beriin, vom 28. Juli werden für die Woche vom 23. bis 29. Juli folgende Stundenlohnfäße gezahlt: Gruppe I 33 031 M., Gruppe II 31 993 M., Gruppe III 31 139 M., Gruppe IV 23 853.. Gruppe V 24 440 M., Gruppe VI 19 961 m.( minder erwerbsfähige Frauen). Die Frauen und Kinderzulagen bleiben bestehen. Die sich nach den Ruschlägen refp. Abzügen ergebende Endsumme wird auf volle 100 m. ab refp. aufgerundet. WOO und die Truffs. Während sich Boincaré fürzlich man es bekanntlich nicht für notwendig, das Trusitapital im eigenen Bande zu bekämpfen. Das reaktionäre Regime des franzöfifchen Nationalblocks fchafft sich vielmehr in der wirtschaftspolitischen Gefeßgebung Geltung. Bor furzem ist das neue Trustgefeß, das die wirtschaftlichen Zusammenschlüsse( Kartelle, Syndikate, Trusts, Interessenverbände ufm.) regelt, dem Parlament unterbreitet werden. Die Kartelle, Trusts usw. werden in Zukunft vom Justizminister genehmigt werden müssen; ist aber einmal ein Truft oder ein Syndifat anerkannt, so fann es nach Belieben schalten und walten, ohne Kontrolle feitens des Staats und ohne Schuh bestimmungen für die Berbraucher. Sinn einer Kartellgefeggebung fann nur sein, den Verbrauchern fei einen es der weiterverarbeitenden Industrie oder dem Publikum gewissen Schuh gegen Bucher und Ausbeutung durch diese Gebilde zu sichern. Die Reaktion des Monopoltapitals will freilich davon nichts wissen. Die Bermutung ist nicht von der Hand zu weifen, daß die Regierung und ihre Hauptstühe, der„ Nationale Block", sich Das Gefeß zunuze ziehen werden, um ihre eigenen Interessen zu Die Juligehälter der Angestellten im Elektrogroßhandel wurden in der Weise vereinbart, daß am 27. Juli auf die Junieinfommen eins Erhöhung von 335 Broz. crfolat. Die ausgerechneten Gehalts tabellen sind im Orisbureau erhältlich. Ueber die Wertbeständig machung der Gehälter erfolgen Bereinbarungen Anfang Auguft. Zentralverband der Angestellten. fördern. zahlungen der nächsten zwei Wochen, beginnend mit der 3m Hamburger Großhandel wurden durch Schiedsspruch die Im Hamburger Großhandel wurden durch Schiedsspruch die Verantwortlich für Bolitik: Victor Schiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Saternus, Cewertschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin: Feuilleton: ordentlichen Lohnzahlung in der Woche vom 30. Juli bis 5. Auguft. Gehälter der Angestellten für Juli durch einen Zuschlag von Friedrichshagen; Es wurde weiter vereinbart, daß am Montag resp. Dienstag 330 Proz. auf die Junigehälter festgelegt. Die Arbeitgeber haben Dr. John Schitowski, Charlottenburg; Lokales und Sonstiges: Willy Möbus, Berlin- Pantom; Anzeigen: Sh. Glode, Berlin. ein Borschuß zu zahlen ist für alle Arbeiter über 21 Jahre von ihre Weigerung aufgegeben, über wertbeständige Löhne zu ver Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdru Serei 80 000 m., Arbeiterinnen und Arbeiter pon 18 bis 21 Jahren von handeln. und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Admirals Varieté A Berlins 89 bestes Programm Stabi-, Temper Grau- Guß Metallguß aller Art Aluminiumguß roh und bearbeitet zu billigen Preisen von unseren frachtlich günstig gelegenen Werken kurzfristig lieferbar. Ges. f. Industrie- u. Landbedarf m. b. H. 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