Nr.355 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 176 Bezugspreis: Für die erste Hälfte August 50000 M. voraus zahlbar. Unter Kreuz band für die erste Hälfte August für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Defterreich und Luxemburg 64000 M., für das übrige Ausland 75 000 m. Postbezugspreis freibleiben b. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit", der Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe F84 2004 Vorwärts Berliner Volksblatt 4000 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Ronpareillezelle teftet 20 000 M. Reklamezeile 100000 M. Aleine Anzeigen" das fettgebrudte Mort 9000.( zuläffig zwet fettgebrudte Worte), jedes mettere Wort 4000 Mr. Stellengesuche bas erfte Wort 4000 M., jebes weitere Wort 8000 9. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 6000 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet, von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm.. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donboff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Mittwoch, den 1. August 1923 Donnerstag Regierungserklärung in London. Ernste Sorge um Deutschland. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Was muß geschehen? Bon Paul Herz. Im Juli ist der Dollar an der Berliner Börse trotz EinLondon, 31. Juli.( Eca.) Reuter veröffentlicht folgende Frage Englands erteilt hat, ob Frankreich sich verpflichten heitskurs und fünstlichem Druck von 150 000 auf 1 100 000 geNote: Es ist unwahrscheinlich, daß vor Beendigung der Diskussion würde, das Ruhrgebiet in einem bestimmten Zeitraum zu rung, die bisher in der Geschichte des deutschen Währungsstiegen. Das ist die größte und schnellste Steige im englischen Kabinett über die französische und belgische Note die räumen, falls Deutschland den passiven Widerstand verfalls zu verzeichnen ist. Die Sozialdemokratie hat diese Auffassung der englischen Regierung über diese note bekannt werden einstellen würde! Entwicklung vorausgesehen. Sie hat deshalb unablässig wird. Man hofft jedoch, daß die erwartete Regierungs- Etwas unklarer lauten die Nachrichten über den Inhalt darauf gedrängt, daß durch eine attive Währungs, erklärung nunmehr am Donnerstag von dem Premier- der belgischen Antwort. Es wurde zwar unmittelbar Wirtschafts- und Finanzpolitit der Anreiz und minister und Cord Curzon in den beiden Häufern des Parlaments ab- nach ihrem Empfang in London offiziös mitgeteilt, daß sie die Mittel zur Spekulation gegen die Mart genommen wer gegeben werden wird. von der französischen abweich e, worin diese Unterschiede den. Ferner sollte durch wertbeständige Anlagemöglichkeiten Weiter feilt das Reuter- Bureau noch mit: Die innere Cage bestehen, ist aber bisher noch nicht zu erfahren gewesen. Wohl der Flucht in die Waren und in die Devisen vorgebeugt werDeutschlands war die hauptsächlichste Frage, die gestern im scheint es festzustehen, daß auch Belgien grundsäglich an den. Aber die kapitalistischen Kreise der Wirtschaft, die an Verlaufe der Unterhaltung des deutschen Botschafters mit den bekannten verhängnisvollen Beschlüssen der Brüsseler der Geldentwertung start verdienen, waren zu mächtig und Cord Curzon berührt wurde. Es scheint, als ob der Sturz dar Konferenz festhält, in denen nicht nur von Räumung nur die Staatsgewalt zu schwach. Jede systemvolle und energische Mart in den englischen polifischen und Finanzkreisen große Be- nach Maßgabe der Zahlungen, sondern auch von der Not Politit, die den Markverfall aufhalten wollte, wurde verhin ängstigung hervorruft. Nach Nachrichten aus guter Quelle, die wendigkeit einer Einstellung des passiven Widerstandes als dert. Erst als der Markverfall bereits eingetreten war, entaus Berlin eingelaufen sind, ist der Unterschied zwischen der augen- Borbedingung für Verhandlungen mit Deutschland gesprochen schloß man sich zur Durchführung der einen oder anderen blicklichen Lage und derjenigen, die früher bei plöhlichen Kursstürzen wurde. Aber während sich das französische Dokument durch Teilmaßnahme. eingetreten war, der Tatsache zuzuschreiben, daß nunmehr die Mart seinen völligen Mangel an positiven Vorschlägen auszeichnet, für den inneren Handel nicht mehr existiert. Infolge der Ent- scheint die belgische Regierung einen ernsthaften Ver- Es tam die Ruhraftion. Die Ausgaben des wertung der Mart, die sich in wenigen Stunden manchmal plötzlich fuch unternommen zu haben, eigene Gedanken zur Lösung Reiches stiegen gewaltig. Millionen Menschen, die bisher vollzieht, beginnen die Händler die Lebensmittelvorräte der Reparationsfrage darzulegen. In dieser Hinsicht nähert Steuerzahler waren, wurden nun Unterſtügungsempfänger. nicht mehr aus der Hand geben zu wollen. Man glaubt indeffen, sich das belgische Schriftstück zum Teil den englischen Anre- Neue Einnahmen des Reiches wurden notwendig, um alle daß, wenn die deutsche Regierung fich start genug fühlt, um radi- gungen und jedenfalls den englischen Absichten. Der Anforderungen zu erfüllen. Daher hat die Sozialdemokratie fale Maßnahmen zu treffen, um diese Bewegung einzufchränken, es Grundgedante der belgischen Antwort dürfte sein, wie man von Beginn der Ruhrattion an die Schaffung neuer vielleicht noch möglich sein würde, eine katastrophe zu ver- von Anfang an vermutet hatte, zwischen Frankreich und Eng- Einnahmen verlangt mit dem Ziele, die Ausgaben ohne meiden. Man bemerkt, so fährt das Reuter- Bureau fort, daß es der land durch Anbahnung weiterer interalliierter Verhandlungen Inanspruchnahme der Notenpresse zu decken. Besonders als Regierung Cuno gelungen ist, die Drohungen von beginnender Un- zu vermitteln. Diese Vermittlungsabsicht dürfte wohl Boinordnung Ende der letzten Woche zu überwinden. Das zeigt, caré nicht unwillkommen sein, aber nur insofern, als er daß sie noch Mittel und Wege besitzt, um an der Macht zu bleiben, um damit ein Mittel erblicken dürfte, England weiter hintanjo mehr, als die anderen Parteien nicht geneigt zu fein scheinen, zuhalten. die Verantwortung für die weitere Entwidlung der Dinge zu übernehmen. * die Stüßungsaktion Anfang Februar eingeleitet wurde, wies die Sozialdemokratie mit dem denkbar größten Nachdruck darauf hin, daß die Notenpresse der im Hinterhalt liegende heimtückische und gefährliche Gegner der Stügungsaktion sei. nur wenn es gelinge, die Notenpreffe still zu legen, tönne mit längerer Dauer der Stügungsaftion gerechnet werden. Die englische Regierung dagegen ist sich das zeigt das obige Reuter- Communiqué des Ernstes der Lage ebenso bewußt wie der Gefahr einer weiteren Verschleppung des Reichsregierung und bürgerliche Parteien waren diesen Obwohl der Wortlaut der französischen und der belgischen Ruhrproblems. Dennoch ist sie gewillt, die legten, auch die Erwägungen vollständig unzulänglich. Volkswirtschaftlicher Antwort bisher in London ebenso geheim gehalten wurde wie schwächsten Möglichkeiten einer Einigung mit Frankreich aus- Dilettantismus und politische Demagogie vereinten sich zu der der Wortlaut der englischen Dokumente, ist nach den über- probieren zu wollen, ehe fie zu den angedrohten felb. Parole Preisabbau". Es blieb aber bei dieser Paeinstimmenden Mitteilungen der englischen Presse ein Zweifel ständigen Entschlüssen" greift. Gegen eine Politit role; Wirksamkeit hatte sie nicht und fonnte sie nicht haben. über den ablehnenden Charakter des französis des gesonderten Berhandelns mit Deutschland machen sich Dafür wurden aber die Einahmen des Reiches abgebaut. Das schen Schriftstückes nicht mehr möglich. Boincarés Antwort innerhalb der Regierung Baldwin ernste Widerstände geltend, Geldentwertungsgesetz wurde zum Steuerentsoll zwar im Tone höflich und beinahe entgegenkommend andererseits dürften selbst Baldwin und Curzon noch nicht wertungsgesetz. Leistungsfähige Kreise des Boltes wurden Plingen, in der Sache lehnt sie alle englischen Vorschläge ganz im flaren darüber sein, worin diese selbständige Aktion von der Einkommen- und Körperschaftssteuer so gut wie beglatt ab, sowohl in bezug auf die Ruhrbesehung wie bestehen soll. Der Gesamteindruck, der aus diesen pielen freit. Der Abbau der Kohlensteuer wurde zu einem auch in der Frage der Festsetzung der deutschen Schuld durch Hemmungen in London entstanden ist und dort zur Stunde Riesengeschenk an die Kohlenindustrie und die verarbeitende einen Sachverständigenausschuß. Ja, es wird ver- herrscht, ist der eines ausgesprochenen Pessimismus, Industrie. Die künstliche Ermäßigung der Tarife von Eisenfichert, daß Poincaré nicht einmal eine flare Antwort auf die wenn nicht gar einer regelrechten Ratlosigkeit. Die Ernährungsaussichten. Durch MTB. wird bekanntgegeben: In der Reichskanzlei fand gestern unter dem Borfiz des Reichstanzlers eine Besprechung mit den Vertretern der landwirtschaftlichen Spikenorganisationen statt, an der der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und einige andere Mitglieder des Kabinetts teilnahmen. In der Besprechung wurde die gesamte Ernährungslage und ins besondere die Versorgung der städtischen Bevölkerung einer eingehenden Prüfung unterzogen. Nach den übereinstimmenden Aeußerungen der Bertreter der Landwirtschaft tann mit einer guten Brotgetreideernte gerechnet werden. Die vor liegenden Meldungen geben auch zu der Hoffnung auf eine baldige Befferung in der Kartoffelversorgung begründeten Anlaß, da die Frühkartoffelernte in verschiedenen Gegenden bereits begonnen hat und in den anderen Landstrichen innerhalb der nächsten oder übernächsten Woche anfangen wird. In Verbindung damit wurde auch die wichtige Frage der Fett versorgung behandelt. Hier bestehen insofern besondere Schwierigkeiten, als die Bersorgung der deutschen Bevölkerung mit Speisefetten von jeher zu einem sehr wesentlichen Teil auf die Zufuhr aus dem Auslande auf die Devisenbeschaffung angewiesen und also forden würden, ihr möglichstes zu tun, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern und die Ernährungsschwierigkeiten in der Städten zu beheben. Ein entsprechender Aufruf des Reichsausschusses der Deutschen Landwirtschaft wird gleichzeitig veröffentlicht. bahn und Post wirkte in der gleichen Richtung. Die Erhöhung der Preise für das Umlagegetreide wurde zum Billionengeschent an die Agrarier. Kurz: man wirtschaftete, als ob man schier unerschöpfliche Steuerquellen zur Verfügung hätte. Statt dessen hatte man nur die Notenpreffe. Fast neun Zehntel aller Ausgaben des Reiches in den Monaten Januar bis März 1923 wurden mit ihrer Hilfe finanziert. Der Zusammenbruch der Stügungsaktion für die Mart am 18. April war das unausweichliche Ergebnis. Aber selbst dieser der ganzen Welt sichtbare Bankrott einer von Interessenwünschen start beeinflußten Bolitik brachte feine Aenderung. Erneut unternahm die Sozialdemo fratie den Versuch, Regierung und Parteien zu Steuerpolitik zu drängen. Bergeblich! aktiver Niederlage der Präsidentenmacher. München, 31. Juli.( Eig. Drahtbericht.) Das Plenum des baŋerischen Landtags entschied am Dienstag über die Gesetzesvorlage der Regierung betreffend das Baltsbegehren und den Bolts entscheid, die die bekannte Aenderung der Verfassung darstellt mit dem Ziel, einen Staatspräsidenten zu schaffen. Der Abstimmung ging eine längere Debatte voraus, in der vor allem der demokratische Unsere jezige Lage ist das Ergebnis jener ungeheuren Abgeordnete Müller- Meiningen die Absichten der Bayerischen Finanzzerüttung, die entstanden ist durch den außenpolitiBolkspartei an den Pranger stellte. Unter großem Beifall der Linken schen Druck und die innerpolitische Unzulänglichkeit. Unsere betonte er, daß das Volk heute an diesen staatsrechtlichen schwebende Schuld vermehrt sich um zwei Billionen täglich. Verfassungsfragen absolut tein Intereffe habe, ihm unsere Steuereinnahmen decken nur 2 bis 3 Broz. unserer vielmehr daran liege, ausreichende und billige Nahrungsmittel zu er- Ausgaben. Beschlossene Steuern werden entwertet und verhalten. Das Borgehen der Rechten sei gerade heute um fo gefähr spätet entrichtet. Das Reich trägt die gesamten Laften aus licher, weil der Feind vor den Toren Deutschlands stehe. Genosse der Inflation. Solange dieser Zustand andauert, ist der VerEndres unterstrich diese Ausführungen und nannte als den wahren fall der Währung, der Verfall der Wirtschaft, das Anwachsen Urheber dieser Treibereien gegen die Verfassung die Baterländischen Berbände, die durch die geplante Berfaffungsänderung in die Lage der Not und die Verschärfung der innerpolitischen Zustände war. Die Berhandlungen über eine Erleichterung auf diesem Gebiet, fommen wollen, troß ihrer verhältnismäßig fleinen Minderheit dem nicht aufzuhalten. die zwischen der Reichsregierung und der Reichsbant geführt werden, Lande ihren Willen aufzuzwingen. Daß die Bayerische Volkspartei Wir müssen deshalb den Versuch unternehmen, die stehen vor dem Abschluß. Die Vertreter der landwirtschaftlichen und die Deutschnationalen sich heute schon als Vorspann dieser Ber: Finanzverhältnisse des Reiches zu bessern. Spizenorganisationen wiesen darauf hin, daß die Versorgung an bände verwenden lassen, zeige ihre Angst vor diesen Verbänden und Wie ist dieses Ziel zu erreichen? Bisher sagte man, daß die einzelnen Stellen durch Wagenmangel erschwert und daß in Herrn v. Kahr angesichts der Parlamentswahlen im kommenden Schlesien diese Schwierigkeiten durch einen Transport Jahr. Die namentlich Abstimmung ergab 78 Stimmen für und Besigsteuern in Deutschland bis zur Ünerträglichkeit anarbeiterstreif wesentlich verschärft werde, so daß dort größere 59 Stimmen gegen die Regierungsvorlage. Die gesetzliche Zweidrittel- gespannt seien und weitere Lasten nicht ertragen werden Mengen von Lebensmitteln, die zur Versendung in die Städte be- mehrheit wurde also nicht erreicht, so daß die Vorlage als ab- fönnten. Das war falsch und das ist falsch! Die Inflation reitstünden, nuglos liegen blieben. Die Reichsregierung fagte zu, gelehnt gilt. hat alle Besitzsteuern unterhöhlt und unwirksam gemacht. daß auf die Beseitigung dieser Schwierigkeiten mit allem Nachdrud Jegt gilt es, sie wertbeständig zu machen, die volle Last hingemirft werden würde. Hardings Zustand äußerst ernst. der Geldentwertung den Steuerpflichtigen aufzuerlegen, das Condon, 31. Juli.( EE.) Hardings Zustand ist äußerst Reich vor der Entwertung der Steuern zu schützen. Da dieser ernst. Auf dem rechten Cungenflügel hat fich eine Ent- Umbau des Steuersystems aber Zeit erfordert, mehr Zeit, als Erlös für seine Erzeugnisse wertbeständig anzulegen. 3ündung bemerkbar gemacht. Wenn auch die Ernährung vor- uns gegenwärtig die steigenden Fluten lassen, so müssen NotDie Vertreter der Landwirtschaft wiesen darauf hin, daß dies für läufig fich normal vollzieht, so find doch die Eingeweide start maßnahmen getroffen werden, die sofort wirken und uns dadie Landwirtschaft besonders nötig sei, weil sie ihre Erzeugnisse nur angegriffen. Die Temperatur beträgt nach dem letzten Bulle- mit die Zeit schaffen, die mir zur endgültigen Sanierung der einmal im Jahre umjeßen tönne. Der Plan der Reichsregierung, tin 38,8, der Puls 125, Herztätigkeit 44, aber unregelmäßig. In der Reichsfinanzen gebrauchen. eine wertbeständige, leicht begebbare Goldanleihe cuszugeben, wurde Umgebung des Präsidenten ist man sehr besorgt. Dies erhellt daher begrüßt und man erklärte sich bereit, die Durchführung eines auch daraus, daß ursprünglich beschlossen war, feine Krankheitssolchen Planes zu fördern. Die Besprechung, in der noch einige landwirtschaftliche Einzel berichte auszugeben, es sei denn, daß der Zuffand sich wirklich ernst fragen behandelt wurden, schloß mit der einmütigen Versicherung gestalten würde. Die Aerzte haben neuerdings Sonnenbeftrahlung Der Bertreter der Landwirtschaft, daß sie ihre Berufsgenossen auf- angeordnet. Weiter wurde die Notwendigkeit erörtert, dem Landwirt die Möglichkeit zu geben, den finanzpolitischen Forderungen der Sozialdemokratie, daß Von diesen Gedankengängen ausgehend, wollen die durch 3ufchläge die bereits bestehenden Steuern die Reichseinnahmen in fürzester Frist so erhöht werden, daß auf die Arbeit der Notenpresse ganz oder im größten Umfange verzichtet werden kann. Es soll feineswegs verkannt werF842002 derbliche Lehre des Trümmerhausens wieder aufzufrischen. den, daß solche mechanischen Zuschläge ungerecht: Programm der ersten Reichstagssitzung. zweiflung von den kommunisten ausgenützt, um die vers Auf der Tagesordnung der Reichstags= Auch der methodische Ausbau der proletarischen Kräfte, feiten mit sich bringen. Für diejenigen, deren Einkommen nicht gleichen Schritt mit der Geldentwertung hält, wird die sigung, die für Mittwoch, den 8. August, nachmittags 3 Uhr, das Gesez der Demokratie, das Bekenntnis zum gleichen WahlEntrichtung dieser Steuern in furzer Frist wahrscheinlich anberaumt ist, steht vorläufig die erste Lesung des Rhein- recht als der stärksten Waffe des Proletaricts wird von den manchmal eine Härte bedeuten. Soll man aber deshalb auf und Ruhropfers und der Entwurf eines Steuerzins Kommunisten als„ reformistisches Blendwerk" verhöhnt. Und was die„ deklamatorischen Aufrufe zur Gewalt" und diese Maßnahmen überhaupt verzichten? Ohne drakonische gefeges. Es ist anzunehmen, daß auch die übrigen Maßnahmen gibt es überhaupt feine Rettung. Steuervorlagen und die Goldanleihe, die in die„ religiöse Erwartung der befreienden Katastrophe" betrifft, Die Sozialdemokratie will nicht nur finanzpolitische Maß- diesen Tagen die endgültige Faffung durch das Reichskabinett scheint dieser Satz in prophetischer Borahnung jener feitenDie Sozialdemokratie will nicht nur finanzpolitische Maß erhalten, ebenfalls auf der Tagesordnung der ersten Sigung langen Aufrufe der„ Roten Fahne" geschrieben worden zu nahmen. Diese stellen zwar das Kernstud dec Maßnahmen dar, von denen eine Entspannung der Lage zu erwarten ist; stehen werden. Voraussichtlich wird nicht nur Reichsfinanz- fein, unter denen die Kommunisten ihre Ideenlosigkeit bequem fie mussen aber untersigt werden durch andere Maßnahmen, minister Dr. Hermes diese Vorlagen als zuständiger Ressort- verbergen. minister begründen, sondern wahrscheinlich wird auch der die das Problem von der Währungsseite her anjanjen. minister begründen, sondern wahrscheinlich wird auch der Neben der Finanzzerrüttung hat nichts so sehr zum Wah- Reichskanzler selbst das Wort ergreifen, um die Aufrungsverfall beigetragen wie die Geschenkpolitik der fassung der Regierung über die allgemeine innen- und außenReichsbant. Die Reichsbant ist die einzige Stelle in politische Lage vor dem Parlament zu vertreten. Die vom Vorstand der sozialdemokratischen Deutschen Reich, für die Mark gleich Mark ist. Ob man heute bedeutet. Jaurès und der Kommunismus. Heidelberg. Ein Kapitel von deutscher Justiz. I. II. III. IV. Am Tage der durch den Rathenau- Mord veranlaßten Demoneine Million Mark für einen Dollar geben muß oder in einer Reichstagsfrattion zu einer Unterredung mit Cuno Woche zwei Millionen für denselben Dollar, ist Herrn Haven- beauftragten Vertreter werden heute von dem Reichs- ftrationen war auch in Heidelberg verfügt worden, daß die Vorftein ganz gleichgültig. Er leiht Mark aus und nimmt den- angler empfangen werden. Zur Erörterung steht die all- lesungen an der Universität eingestellt und daß die Farben der Republit auf den amtlichen Gebäuden gezeigt würden. Der Physiker felben Betrag an Mark zurück. Diese Kreditpolitik der Reichs- gemeine innen- und außenpolitische Lage. Lenard pfiff auf solche Verfügungen. Er las ruhig weiter und ließ bank hat zu der ungeheuerlichsten Bereicherung der auch die Flaggen nicht hiffen. Ein Zug empörter Arbeiter zog vor. Sachwertbesizer und Spetulanten geführt. Bedas Gebäude, in dem Herr Lenard amtierte. Der Student Carlo reits im Untersuchungsausschuß über die Markstügung haben Mierendorff hatte den Rektor der Universität von der Provoka= wir darauf hingewiesen, daß derjenige, der am 1. Januar Gestern abend jährte sich zum neunten Male der Augen- tion informiert, die Herr Lenard sich leistete. Er war auch bei 1922 den Gegenwert für 100 000 Doppelzentner Weizen ge- blick, in dem Jean Jaurès als erstes Opfer des Krieges fiel. dem Besuch der republikanischen Arbeiter im Physikalischen Institut liehen hat und diese Schuld alle drei Monate abdeckte, um In ehrfurchtsvollem Gedenken feierten alle Republikaner anwesend und versuchte, noch im letzten Augenblick den Professor eine neue Schuld in derselben Höhe aufzunehmen, Anfang Frankreichs das Wirken des großen Märtyrers. Boran die auf die Gefahr aufmerksam zu machen, die er heraufbeschwor. Juni 1923 einen Vermögenszumachs von rund 66 Milliarden Sozialistische Partei, die am treuesten die Lehren von Marf bzw. einen Zuwachs von 344 599 Doppelzentner Weizen Jaurès befolgt, dessen Jünger fast alle der sozialistischen Intergehabt hat. Die Reichsbank selber hat also die Mittel ge- nationale treu geblieben sind. Auch die befferen Elemente der Republikanische Folge der Dinge: Mierendorff und einige sozia liefert, mit denen auf den Verfall der Mark spekuliert wurde bürgerlichen Linken beteiligten sich an den Gedenkfeiern liftische Arbeiter werden des Landfriedensbruchs angeklagt und die Stügungsaftion zerschellte. Die jeßige Reichs- für den Mann, der in einer kritischen Zeit des republikanischen und prompt verurteilt. Mierendorff erhält vier Monate Gefängnis bankleitung muß deshalb verschwinden. Erst Regimes die gleiche Politik des Linksblockes verjocht, die heute audiftiert. Er legt Revision ein. dann ist die Verwirklichung der Forderung zu erwarten, daß als die einzige Möglichkeit gilt, im Frühjahr 1924 die Herr Kredite nur auf der Goldbasis gegen Goldzins gegeben wer- fchaft des Nationalen Blocks zu beseitigen. Natürlich lassen Inzwischen hatte das akademische Gericht unter Borsiz wer- schaft den dürfen. auch die franzöfifchen Kommunist en es sich nicht nehmen, des Rettors als Disziplinarbehörde über den Studen Neben diesen beiden Maßnahmen aber ist erforderlich mit dem Namen von Jaurès, der noch immer am Kopfe ihres ten Mierenborrf aufs neue Recht zu sprechen. Nach mehrstündie Ausgabe einer wertbeständigen Reichsan 3entralorgans, der„ Humanité", prangt, zu paradieren, ob- diger Verhandlung hat diese akademische Behörde den Delinleihe. Sie ist jetzt endlich für die nächsten Tage zu er wohl fast jedes Wort aus Jaurès' Reden und Schriften eine quenten freigesprochen. Sie bekundete damit, daß vom akawarten. Aber wenn sie nicht gesichert wird durch die unzweideutige und prophetische Berurteilung der demischen Standpunkt aus gegen den republikanischen Studenten Sachwerte der Wirtschaft oder das Gold der Reichsbant, oder tommunistischen Theorien und Methoden nichts einzuwenden war, der eine reaktionäre Provotation zu ver auch provisorisch auf eine andere Weise, ist nicht damit zu hindern suchte. rechnen, daß fie die großen Beträge bringt, die neben den neuen Steuereinnahmen zur Deckung der Reichsausgaben not wendig sind. Hand in hand damit aber muß auch eine nene Stügungsaftion gehen. Reichsregierung und ,, Weder wird es in der Politik eine bürgerliche Revolution Reichsbank haben es ja leider so weit gebracht, daß das Ver- geben, auf die sich das revolutionäre Proletariat würde aufschwingen trauen zu wirksamen Eingriffen auf den Devisenmarkt sehr fönnen, noch wird es in der Wirtschaft eine Ratastrophe gering geworden ist. Deswegen, und weil das Problem von geben, die über Nacht auf den Trümmern des zusammen Preisfrage: Was ist nun Recht und Rechtens? Die gelehra allen Seiten her angepackt werden muß, muß man auf die gestürzten Rapitalismus die Klassenherrschaft ten Richter haben den jungen Mann verurteilt. reichen Devisenbestände der Wirtschaft zurüd des tommunistischen Proletariats und ein neues lehrten Professoren haben ihn freigesprochen, ihm also alle akade greifen und sie für Stüßungszwecke der Mart verwenden. Produktionssystem ermöglichen würde..." mischen Ehren gelassen. Uns scheint, daß hier lediglich die Justiz Wie das im einzelnen zu geschehen hat, ist aus leicht begreif-„ Nicht durch die unvorhergesehenen Rüdwirkungen polifischer der Republif verurteilt wurde. Wer ist anderer Meinung? lichen Gründen in den Forderungen der Sozialdemokratie Ereignisse wird das Proletariat zur Macht gelangen, sondern durch nicht dargelegt. Das Wort der deutschvolksparteilichen Zeit": den methodischen und legalen Ausdau seiner eigenen Kräfte unter ,, Degoutte habe Helfershelfer in Deutschland" mahnt zur dem Gesetz der Demokratie und des allgemeinen Wahlrechts...“ Borsicht. „ Es sind die deffamatorischen Aufrufe zur Ge- Mostau, 30, Juli.( DE.) Wie sowjetamtlich gemeldet wird, hat walt, es ist die gewissermaßen religiöse Erwartung einer der deutsche Geschäftsträger in Moskau, von Radowiß, der befreienden Katastrophe, womit sich die Menschen die Mühe den gegenwärtig in Deutschland weilenden Botschafter Graf Brod eriparen, ihre Ideen und ihre Ideale klar zu umschreiben." dorff- Rantau vertritt, den Außenkommissar Tschitscherin bes Besonders in den heutigen gewitterschwülen Zeiten, in fucht und unter Bezugnahme auf die Konstituierung des Sowjetdenen manch ein ungenügend geschulter Arbeiter der Ver: bundes erklärt, die deutsche Regierung sei bestrebt, die freundschaft suchung erliegen könnte, den kommunistischen Demagogen auflichen Beziehungen zum Bunde der Sowjetrepublifen zu festigen den Leim zu friechen, sollte man diese Lehren Jaurès beherzi und auszubauen. Der Besuch des deutschen Geschäftsträgers war gen, den ja auch die Kommunisten zu verehren vorgeben. Die die Erwiderung auf die von Tschitscherin an die ausländischen Verin den ersten Revolutionsmonaten von den Bolschewiſten zum treter in Moskau ergangene Mitteilung über die erfolgte Gründung Dogma erhobene Theorie, daß erst der Kapitalismus des Sowjetbundes. zertrümmert werden müsse, um die kommunistische Gesellschaftsordnung aufzurichten, war unter dem Eindruck des Diffatur nicht Republik. Die unter diesem Titel im DienstagFrontwechsels in Sowjetrußland allmählich aufgegeben wor- abend- Vorwärts gebrachten Mitteilungen find der„ Neuen Zürcher den. Neuerdings wird aber die Konjunktur der Ber- 13eitung", nicht den„ N. 3. Nachr." entnommen. Die Entwürfe der Reichsregierung haben nicht den Eindruck erweckt, als ob durch sie die große befreiende Tat eingeleitet wird, die wir zur Rettung in legter Stunde gebrauchen. Das ist, von allem anderen abgesehen, der schwerste Mangel der Regierungserklärung. Solange bei den In flationisten der Wirtschaft der Eindruck bleibt, es würden wiederum nur halbe Maßnahmen getroffen, die Inflation gehe weiter, ändert sich ihre Haltung nicht. Deshalb ist der Grundsatz der sozialdemokratischen Forderungen: feine halben Maßnahmen, sondern ganze! Reine Maßnahmen nur für die Zukunft, sondern erst Maßnahmen für den Augenblic! Rüdfichtsloje Bekämpfung der Finanzzerrüttung, der Inflation, der Geschenkpolitik der Reichsbant, Tragung der bisher durch die Inflation entstandenen Lasten durch den Befizz! Die Gotenburger Ausstellung. So findet man in den schon 1902 erschienenen Sozialistischen Studien" von Jaurès folgende Stellen, die auch jeder deutsche Arbeiter beherzigen sollte: " Um den Kreislauf zu vollenden, erfährt Mierendorff, unmittel bar nach seinem Freispruch vor dem akademischen Genat, daß das Reichsgericht seine Revision gegen die vier Monate vera worfen hat. V. Deutschland und der Sowjetbund. nisvollster und pflichteifrigster Mitarbeiter ermöglicht werden. Es die Jugend erlöfen! Nun, auch ich bin entschiedener Schulreformer galt hier gewisse Schwierigkeiten der Lage und des Geländes zu und begeisterte: Pädagoge von Beruf. Aber manchmal, ihr Lieben, überwinden und gleichzeitig auszunuzen. Die Ausstellung liegt wenn ich die Aufwachsenden um mich sehe, die schon so vieles wissen, Bon Alfons Fedor Cohn. nahe der Stadt, teilweise schon von hohen Wohnhäusern um- die so sicher ihr Ziel fennen, wenn ich spüre, wie sehr sie schon reif Schweden hat unter den nordischen Ländern am schwersten flammert, deren Kulissen durch scheinbar willkürliche, tatsächlich fein sind und fähig zum Leben", and dann auf die hilflos irrenden an den wirtschaftlichen Zerstörungen des Krieges leiden müffen; berechnete minaretartige Türme und hochragende Bauten ohne Alten blicke, dann bin ich versucht, das Bibeiwort umzukehren und aber es hat sich auch verhältnismäßig am schnellsten und besten da- eigentliche Zweckbestimmung in den Hintergrund gedrängt wurden. an Stelle der Kinder die Greise zu mir kommen zu lassen, deren Don erholt. Mit einen Beweis dafür will die Gotenburger Andererseits gab das felsige, ansteigende Gelände Anlaß zu terrassen- Todesnähe uns Jungen, gerade weil wir noch Distanz haben, so Ausstellung dieses Sommers geben, deren äußerer Anlaß das artigen Gebäudekonstruktionen, die sowohl nach außen wie nach innen sehr verehrungswürdig sein müßte. Und heißt dichten denn wirklich nur fämpfen, heißt es nicht dreihundertjährige Jubiläum dieser durch holländische eine außerordentlich sichere Gliederung des Ganzen schufen und auf und englische Kolonisten mitgeschaffenen Schiffahrts- und Handels- dem gar nicht übermäßig umfangreichen Boden den Eindruck reich- Brücken bauen über das Trennende, heißt es nicht alle Wesen verstehen und vor allem.... nun ja, lieben tönnen? Wie sagt Franz stadt der schwedischen Westküste bildet. Diese Ausstellung ist jedoch lich verteilter Fülle erweckten. Man hat auch weder der reinen Zweckmäßigkeit technischen Pu- Werfel, auch ein ziemlich beachtlicher( und junger!) Dichter einmal mehr als eine gewöhnliche Handelsnasse, sie gibt einen Ueberblick ritanismus noch der falschen Romantik nationaler Bauftile, die aus von Vater und Sohn:„ Und die leichte Hand zuckt nach der greisen, über das gesamte wirtschaftliche und kulturelle Leben des ganzen fernen Zeiten und Landstrichen zu einem gefünftelten Konglomerat und in einer wunderbaren leisen Rührung stürzt der Raum." Landes nach dem Kriege, vielfach mit seinen geschichtlichen Voraussetzungen, und dies in einer Form, die rein ausstellungstechnisch auf zusammengefügt wäre, geopfert, sondern sich in freier Bhantaftif, Vom unbekannten Mann. In Charlottenburg ist vor: wenigstens in der kulturellen Abteilung, bewegt. Das Gesamtbild lange Zeit hinaus als vorbildlich gelten dürfte. wirkt auf den ersten Blick, besonders am Abend unter dem Eindruck gestern ein unbekannter Mann auf einen Wagen gesprungen, hat Kultur- und Handelsabteilung, räumlich benachbart und doch einer Ueberfülle neuartiger und variierender Beleuchtungsquellen, zwei Kartoffelsäcke auf den Damm geschüttet und sich dann wortlos geschieden, auch im Bauftil wefensverschieden behandelt, stehen ebenbürtig nebeneinander. Diese umfaßt nicht nur die bildende feineswegs nordisch, sondern verrät eher eine Sehnsucht nach dem entfernt. Reiner fonnte die Menge hindern, den Reichtum, der da sonnigen Süden: die flächigen, weißgetünchten Fassaden mit patina- plößlich auf der Straße lag, aufzuraffen und sich einige von den Kunst, in der auch die skandinavischen Nachbarländer miteifern dürfen, zu deren Schauftellung jedoch radifaler Weise nur die jüngrünen Bedachungen, den goldgekrönten Minaretten und seltsamen foftbaren Früchten zu sichern. Der unbekannte Mann hat ein paar geren Generationen bis an die fünfzig zugelassen sind, das schwedische gewundenen Säulen und Türmen. Daneben liegt dann das große hundert armen Menschen eine Freude bereitet, aber nicht den Dank Kunstgewerbe, das sich seit den Tagen der durch den Krieg jäh unter- Exportausstellung bildet, auf ebenem Boden find ihre BauGelände der Wirtschaft und 3wedmäßigkeit, deren Kernstück die derer abgewartet, die er glücklich gemacht hat, Nach dem Krieg haben die Franzosen dem unbekannten Solbrochenen Baltischen Ausstellung von Malmö auf national ge- lichkeiten in angemessenen Farben und Formen gehalten und daten" ein Denkmal errichtet. Er hat für ſein Baterland die Pflicht wachsener Eigenart zu höchster Zweckmäßigkeit und fünstlerischer wesentlich in geschlossenen Maffen aneinandergefekt. Hier beherrscht erfüllt und dabei sein Leben gelassen. Biel hat er dahingegeben, Qualitätsarbeit entwickelt hat, fie enthält auch eindrucksvolle Samm- das Ganze die imposante Maschinenhalle, eine reine Holz- und niemand kann ihm ersehen, was er verler. Bielleicht ist er freilungen der Vorgeschichte, zu der gerade an der schwedischen konstruktion von 200 m Länge und 21 m Höhe, bei einer freien willig in den Krieg gezogen, aber halb und halb war er gezwun Westküste so reiche und typische Funde gemacht worden sind, der Spannweite von 35 m. Hier stehen die Produkte der großen schwe- gen. Mit seinem Tod, verschuldet durch eine zufällige Kugel, hat Perfonalgeschichte von Stadt und Landschaft, der Kirchlichen Kunst von 35 in. Sier bie der forderung bes er feinem genügt. Als Held iſt er geftorben, aber ein schöneres und der Kriegsgeschichte dieses vielfach umstrittenen Einfallstors Rohmaterials bis zur feinsten und legten Ausführung. Forstwirtschaft Heldentum ist es, für das Vaterland zu leben und von der Nordsee, der Geschichte von Industrie und für wahres Menschentum zu fämpfen. Handwerk. Niemals erscheinen die einzelnen Gebiete nur in und Holzindustrie schließen sich an, und eine Reihe weiterer perio- Meinung der Mehrheit discher Ausstellungen, wie der für Gartenbau und Landwirtschaft, Ohne Waffen, mit dem bezwingenden Wort, mit der besiegenden schematischer oder aufgereihter Form, sondern stets war man be- für Automobilismus und Flugwesen, haben in der Nachbarschaft Vernunft, für die Versöhnung zwischen den Bölkern! Sein Tod hat Raum gefunden. nicht geholfen, den Zwift zu begraben und den Haß zu töten. Der Haß schwelt weiter und will sich entzünden zu neuem blutigen Greuel. müht, fie in anschaulichem illustrativen Milieu, in möglichst authentischer Wiederherstellung typischer Einzelfälle lebendig zu machen. Lichthöfe zwischen den überdachten Ausstellungsbauten zeigen einen alten Kirchhof, einen typischen Bauernhof mit seinen Geräten, eine Seilerbahn. Die Alten und die Jungen. Bon Willy Blumenthal. gegen die Der unbekannte Mann hat gehandelt, nur seinem Kopf und seinem Herzen gehorchend. Er sah vor sich das Elend der Alten, Auch bei scheinbar so trockenen Aufgaben, wie der Behandlung Es steht schlecht um die alten Leute. Zu dem Kreuz der hohen wie sie vor dem Laden stehen und auf ein Quentchen Nahrung warstädtischer und sozialer Einrichtungen und des Schulwesens, hat man Jahre tragen sie das für sie verstärkt fühlbare Leid der Zeit, die ten in Geduld und Ergebung. Denen das Pfund, das ihnen ihre das Gefühl für das Lebendige im Dienste der Anschaulichkeit und ihnen, die in einer besseren Welt gelebt haben, Grauen erregt. Eie paar Mart gestatten, Schicksal bedeutet und Drohung. An die hat des Lehrhaften entfalten lassen. Wir sehen eine Schulklasse res altern schneller, sie eilen mit wehmütigen Sucheraugen und mit er gedacht, sie haben ihn gedauert, obgleich er sie nicht sah; deshalb produziert, die mehr an ein licht- und luftlofes Kindergefängnis er- Falten, die tief find wie Wunden, in die entschwundenen und ent- hat er für sie das Gefeß übertreten. Ohne Hoffnung auf einen innert, um den Gegensatz zu dem modernen Modell zu empfinden, schwindenden Tage. Aber ihr Kummer gilt nicht, die Zeitmacher Lohn, in Gefahr, bestraft zu werden für eine" unfoziale Lat". das allen Anforderungen der Hygiene, der Pädagogik und der Da- unter der Jugend wollen sie, die Stürzenden, auch noch stoßen, und Denn das war sie nach dem Buchstaben des Gesetzes. Der unbefeinsfreude dient. Wir sehen die zweckmäßigkeit und die Wirtschaft in der Dichtung werden seit Hasenclever die Bäter unerbittlich ge- fannte Soldat aber hoffte auf das Kreuz der Ehrenlegion oder auf lichkeit der Privathaushaltungen bis in Einzelheiten mordet. Darf da ein Sohn, der zwar schon in der Mitte der zwanzig Beförderung oder auf einen anderen Firlefanz, mit dem e: herausillustriert, etwa im Lande der Holzfeuerung an zweckmäßig steht, sich aber trotzdem" noch zur Jugend rechnet,. seine Stimme geragt hätte aus der Herde. und unzweckmäßig gepackten Säcken mit Brennholz. gegen das Trommelfeuer auf die Alten erheben? Der erste und stärkste Eindruck der ganzen Ausstellung ist das Freunde, die ihr so stolz darauf seid, euere Bäfer nicht mehr architektonische Gesamtbild, dessen endgültige Durchführung nach zu verstehen, die ihr euch rühmt, ihr Barnen, ihre Sorgen zu durch Plänen eines größeren Kreises von den Namen Arvid Bjerte queren, nennt ihr euch nicht Geistige, deren Bestimmung es ist, beund Sigfrid Ericson getragen wird. Aber das vorbildliche geistert das Gute zur Lat zu führen? Wann aber beginnt der SeErgebnis fonnte nur durch die Mitwirkung eines Stabes verständ- gen sueres Wirtens, wo endlich erstrahlt euer Reich? Ihr wollt Einmal wird die Kulturgeschichte unserer Zeit geschrieben wer den. Sie wird der Reichen gedenken, die haben und nicht geben, sie wird die Zeitströmung geißeln, die nur den Profit als treibende raft anerfennt und wird den unbekannten Mann preisen als eine Erscheinung, die jetzt selten geworden ist, als einen Menschen. Iltis, Parchim vor dem Staatsgerichtshof. Ein Niesenprozeß in Aussicht. Deutsche Arbeit in Lettland. Riga, Ende Juli.( Eigener Bericht.) Max Dortus Grab geschändet. fahrt es ablehnte, die schwarz ccgoldene Gösch in die schwarzweißrote Handelsflagge einzusetzen, wurden Don der Regierung Wirth Strafmaßnahmen ergriffen, die den Erfolg hatten, daß es jetzt Die Untersuchung des vor etwa sechs Wochen aufgedeckten In Riga, der Hauptstadt der jungen lettischen Republik, findet tein Schiffahrtsunternehmen mehr wagt, ohne die schwarzrotgoldene Fememordes an dem Landwirtschaftseleven Kadow ift be- zurzeit eine internationale Ausstellung statt, die ein Beispiel deut- Gösch zu fahren. Die entschiedene Handhabung der Staatsgewalt fanntlich den mecklenburgischen Justiz- und Polizeibehörden entzogen fchen Fleißes und deutscher Energie liefert. Besonders zahlreich find hat bewiesen, daß es nicht schwer ist, unsere patriotischen Mauldeutsche Maschinenbaufirmen vertreten. Die Agrarreform der letti: helden trotz gegenteiliger Erklärungen zu dem zu zwingen, was im und dem Staatsgerichtshof übergeben worden. Während nun der schen Regierung, die aus nationalen Gründen erfolgen mußte( auf Intereffe des Staates notwendig ist. Aehnlich muß jetzt auch Untersuchungsrichter und der Staatsanwalt in Mecklenburg die An- die näheren Einzelheiten kommen wir zurück. D. Red.), hat ein gegen die Handelsfreise vorgegangen werden, die sich bei jeder Gegelegenheit als ein gewöhnliches Verbrechen behandelten, und die allgemeines Bedürfnis nach landwirtschaftlichen Maschinen hervor- legenheit bemühen, die Republik im Auslande herabzusehen, politischen Drahtzieher und Mitwisser aus der Roßbach- Organisation gerufen, dem fast ausschließlich nur der deutsche Maschinenbau fich andererseits aber dennoch nicht scheuen, von dem Staat, dert sie unbehelligt ließen, hat es den Anschein, als ob der Staatsgerichtshof Rechnung getragen hat. Im Vergleich zu den deutschen Hallen ist fortgesetzt verleumden, endlose Kredite zu erbitten! eine gründlichere Arbeit zu machen beabsichtige. So ist bis jetzt das die französische Ausstellung mehr als dürftig. Seide, ParBorverfahren gegen nicht weniger als 17 Ange- fümerieartikel und andere Kleinigkeiten, die für den täglichen Bedarf hörige der Roßbach- Organisation eröffnet worden, die nicht notwendig und für den lettischen Bauern überflüssig sind, nehmen den wesentlichen Teil der Ausstellungsräume ein. Der unter fich alle, bis auf einen, der noch flüchtig ist, bereits in Haft befinden, Aufwand großer Mittel erbaute französische Ausstellungspalast, deffen In Freiburg i. Br. ist eine Grabschändung verübt worden, Dem„ Sozialdemokratischen Parlamentsdienst" wird geschrieben: entweder als Täter oder als Anstister bzw. als Begünstiger. Aeußeres nicht schlecht wirkt, dessen Inneres aber sehr enttäuscht, die Zeugnis ablegt von der beispiellosen Gemütsverrohung und dem So ist auch der Haupttäter, der Fähnrich hö ß, der nach dem erweckt überhaupt den Eindruck, daß er lediglich aus Prestige- Fanatismus der rechtsradikalen Kreise. Denn nur dort sind die Täter Mord von seiner Organisation nach Oberschlesien dirigiert worden gründen gebaut wurde und der Grundsaz maßgebend war, unter zu suchen. Auf einem alten Friedhof ruht der 48 er Freiheitsheld nar, dort kürzlich ergriffen und nach Leipzig abtransportiert worden. allen Umständen auf der Ausstellung vertreben und überall dabei zu Mar Dortu. Aus Potsdam gebürtig, hatte er am Freiheitskampf Des weiteren befinden sich im Leipziger Untersuchungsgefängnis fol. fein. Einen ähnlichen Eindruck hinterläßt der Besuch des polni ber badischen Freischürler teilgenommen und war dabei in die Hände gende an der Ermordung Kadows unmittelbar beteiligte Landwirt- fchen Pavillons. Auch hier ein großer Balaft, der in den Besuchern große Hoffnungen erregt, die aber bei einem Besuch bald vergehen. der konterrevolutionären preußischen Truppen gefallen. Sein Schicksal schaftseleven bzw. Landarbeiter: Karl Jurisch, Heinrich Kühl, Erich der größte Teil der Halle ist unbesetzt; die anwesenden Aussteller war verwirkt, er wurde zum Tode verurteilt Bergebens Miegner, Georg Pfeifer, Ernst Wiemeler und Karl Zabel. Flüchtig find Deutsche aus den polnischen Randgebieten. Biel mehr Be- baten seine aus Potsdam herbeigeeilten Eltern den Prinzen von ist nur noch der Roßbachmann Robert Zenz, der früher der Schönerechtigung hat dagegen der auffällige Stil der russischen Aus- Preußen, den späteren Kaiser Wilhelm I., um Gnade für ihr einziges berger Schutzpolizei angehörte und aus dieser entlassen worden war. stellungshalle, deren Aussteller mit ihren Waren überaus angenehm Kind. Der Revolutionsbezwinger verlangte, daß der Verurteilte Ferner sind im Zusammenhang mit dem Fememord- Verfahren enttäuschen. Zur allgemeinen Ueberraschung findet man hier Ma- felbst darum bitte. Dieser aber weigerte sich standhaft. So wurde der Gutsbesitzer Martin Bormann bei Parchim und die ehe- schinen ruffischer Herkunft, landwirtschaftliche Produkte, Gummier auf dem kleinen Friedhof erschossen. Seine letzten Worte waren: maligen Offiziere Oberleutnant von Lewis, Leutnant Bruno fabrikate, Porzellanmanufakturen usw. unwillkürlich hat man das„ Ich sterbe für die Freiheit; schießt gut, meine Brüder!" Dieser FreiFrice, Leutnant von Madensen, Leutnant 3. See Thom- Gefühl: Es geht aufwärts in Rußland! Die Ausstellung ſen verhaftet worden. Sie bekleideten in dem sogenannten„ Verein erweckt im allgemeinen den Eindruck, daß der internationale beitsheld, dem die heutigen Großmäuler unter den Hafenkreuzlern für landwirtschaftliche Berufsausbildung", der Roßbach- Filiale für Handel in die junge Republik Lettland nicht nur Vertrauen setzt, nicht das Wasser reichen können, ruhte seitdem. an der Stelle, wo er fondern auch bestrebt ist, sie als Brücke zum Austauschverkehr mit für sein Ideal gefallen war. Den treudeutschen" Helden blieb Mecklenburg, führende Stellungen als Bezirksleiter. Endlich sind als Rusland zu benutzen. es nun vorbehalten, in einer der letzten Nächte das ein. Begüniger auch vier führende Köpfe der Wannseer RoßbachLeider erfährt das deutsche Ausstellungswert durch eine Taft- fache Grab zu schänden, die Blumen auszureißen und die zentrale verhaftet worden, und zwar die beiden Privatsekretäre Tofigkeit des von der Firma Lanz entsandten Bertreters eine Grabinschrift zu beschmieren, die da sagt: hier ruht Mar Dort Roßbachs, Ridyter und Bernhardt, ferner die früheren Leut- bedauerliche Beeinträchtigung. Die übrigen deutschen Firmen mit aus Potsdam, 23 Jahre alt, erschossen am 31. Juli 1849; mit ihm nants Röpfe und von Tettenborn, die beide bereits anläßlich Ausnahme von Lanz bringen ihre Waren unter den Farben vereint seine Eltern, deren einzige Freude und Hoffnung er war!" des ersten Verfahrens gegen Roßbach in Untersuchungshaft ge- Schwarz Rot Gold zur Schau, während die genannte Firma aus nommen worden waren. Ob das Berfahren auch auf die beiden dem demokratischen badischen Land sich der schwarzweißroten Leiter der Deutschvölkischen Freiheitspartei in Parchim, den Kauf- Fahne bediente. Diese Taktlosigkeit fiel um so mehr ins Auge, als die Firma Wolf- Magdeburg, deren Ausstellung an die der Firma mann Masolle und den Fabrikanten Theo von Harz ausgedehnt Lanz angrenzte, eine große schwarzrotgoldene Fahne gehißt hatte. werden wird, hängt noch von den weiteren Ergebnissen der Unter- Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn Ausstellungsbesucher sich an juchung ab, die in den nächsten Tagen abgeschlossen werden dürfte. der Farbenverschiedenheit stießen und fragten, ob es denn in Deutschland zwei Reichsfarben gäbe oder welche der von den beiden großen Firmen gehißten Flaggen maßgebend fei. Der deutsche Gesandte in Riga, Genosse Dr. Köster, hat diese Tattlosigkeit bei seinem ersten Befuch damit beantwortet, daß er die Halle der Firma Lanz nicht besuchte. Verschärfte Ueberwachung in Leipzig. Die Flucht des Kapitäns Ehrhardt aus der Gefangenenanstalt II in Leipzig, die dem Reichsgericht und Staatsgerichtshof als Unterfuchungsgefängnis dient, hat die sächsische Justizbehörde veranlaßt, für die in den beiden Gefangenenanstalten I und II untergebrachten politischen Untersuchungsgefangenen, die größtenteils den Rechtsorganisationen angehören, verschärfte Ueberwachungsmaßnahmen zu treffen. Besonders scharf wird Oberleutnant Roßbach bewacht. Weiter werden von diesen Maßnahmen diejenigen Personen betroffen, die unter dem Verdacht der Beteiligung an Ehrhardts Flucht stehen, und zwar Freiherr und Freifrau v. d. BusscheLohe aus Gernrode und der Kaufmann Studnih aus Berlin, ferner die in der Mordsache Parchim verhafteten Richter, Bernhardt, Jurisch und Köpfe aus Berlin, von Tettenborn aus Hamburg und Oberleutnant von Mackensen aus Wismar. Beamte und Verfassungsfeier. Das Preußische Staatsministerium hat in seiner legten Sizung beschlossen, der Nummer 5 der vor turzem festgelegten Ausführungsbestimmungen für den 11. August folgende veränderte Faffung zu geben: " Sämtliche Staatsbeamte sowie die Vertretungen der Selbstverwaltungsförper sind durch die Vorstände der Behörden zu den Festakten einzuladen. Es wird von den Staatsbeamten er wartet, daß sie sich an den Festaften beteiligen. Zu diesem 3wed und zur Teilnahme am Gottesdienst ist ihnen, soweit sie nicht durch dringende dienstliche Obliegenheiten verhindert sind, Dienst befreiung zu gewähren." * Auch auf anderen Ausstellungen wird die Fahne der Republit mißachtet. Was fann gegen diese Berlegung der Reichs. verfaffung getan werden? Als seinerzeit ein Teil der Handelsschiff. Jm Fraktionszimmer der KPD. im Münchener Rathaus murde der Schriftsteller Paul Schulz aus Ober- Eschenbach bei Homburg durch die Polizei auf Grund eines Haftbefehls des Oberstaatsanwalts am Landgericht Mannheim feftgenommen, und zwar wegen Bergehen gegen die§§ 185, 186, 196, 200 und 74 des StrGB. und§ 20 des Pressegesetzes. Schulz ist Sekretär der Berliner Zentrale der KPD. und arbeitet jetzt in ihrem Auftrage am Ausbau der KPD in Banern. Der kommunistische Stadtrat Weigl gab ihm die Erlaubnis, feine Arbeiten im Fraktionszimmer zu erledigen. Eine neue deutschnationale 3eitung erscheint am 1. August unter dem Namen Frankfurter Post". Sie wird in Darmstadt von der Hessischen Landeszeitung" gedruckt und täglich ausgegeben. Eine Mecklenburger Justizaffäre. Vor dem Rosto der Schöffengericht standen am vorigen Umständen, gleichviel, wie das Urteil ausfallen möge, öffentlich mitMittwoch Genosse Nespital und der verantwortliche Redakteur teilen werde: er würde, da der Name Straede gegen den Willen der„ Mecklenburger Boltszeitung", Genosse Schulz, megen Beleidi- feines Trägers mißbraucht worden sei, den Namen Straede gung des Vorstandes der Gauleitung des Deutschvölkischen Schutz- bei der Veröffentlichung der Geheimzirkulare fortgelassen, respektive dies richtiggestellt haben. und Trutzbundes. Wir brandmarkten die Erhebung der öffentlichen Klage des öfteren. Die Verhandlung schloß sich würdig dem Vorgehen des Oberstaatsanwalts an. Dem Prozeßbericht der„ Mecklenburgischen Boltszeitung" ent nehmen wir: Am Mittwoch, von morgens 9 bis 6 Uhr abends, fand mit einstündiger Unterbrechung der vom Oberstaatsanwalt Kerstenhann im öffentlichen Interesse gegen die Redakteure der Mecklenburgischen Bolts- Zeitung" verfügte Prozeß statt. Auch der Zeuge Erich Bade versucht das Geheimzirkular als harmles hinzustellen. Gegen verschiedene Fragen protestiert der Rechtsbeistand des Nebentlägers mit der Begründung, sie seien doch nur dazu geeignet, den Zeugen aufs Glatteis zu führen! Die übrigen Nebenttäger haben auch alle nichts von der Unterschrift ihres Namens gewuht; als einziger hat v. Schubert gleich hinterdrein einen Durchschlag erhalten und dann gegen die Eigenmächtigkeit des Bersizenden Bade protestiert.(!) des„ Gaues Mecklenburg" des„ Deutsch- völkischen Schutz- und Truz führte zu seiner Verteidigung aus: Der Staatsanwalt habe des Bekanntlich hatten wir seinerzeit einige Geheimzirkulare Redakteur Genosse Nespital bundes" veröffentlicht. In diesen Geheimzirkularen, die, wie es öfteren von objektiv denkenden Menschen gesprochen, die feiner Auf darin heißt, an wohl ausgesuchte Empfänger" gesandt fassung sein müßten. Ich will nur an einem Beispiel beweisen, daß „ Ganz Rußland" ein mißlungener Versuch. Im Berlage wurden mit der Weisung„ Streng vertraulich! Nach dem ich über die Objektivität des Vertreters der objektivsten Behörde ganz der wirtschaftsamtlichen Lorgowo- Promyschtennaja Bajeta"( Han- Lesen vernichten!", tamen Säße vor wie„ Der eine stellt die anders denfe. Der Herr Staatsanwalt hat meinem Kommentar zu dels- und Industrie- Beitung), des Organs des russischen Obersten Mittel zum Kampf, der andere opfert Leib und Leben."" Den An- dem Briefe des Deutschvöllischen Ritter aus Grabow als eine VerVolkswirtschaftsrates, ist soeben ein Nachschlage- und Adreßbuch hörigen der Brigade Ehrhardt ist jede erdenkliche Hilfe zu leisten." Hohnepipelung ohnegieichen, den Brief Ritters aber, der von Beleiunter dem Titel Ganz Rußland" erschienen. Der über Unter den Geheimzirkularen fanden sich die Namen des Bordigungen gegen mich stroßt, der sogar eine Bedrohung gegen mich 2000 Seiten starte Band wird von den amtlichen Moskauer 3fwe- standes: Erich Bade, ehrenamtlicher Gcuwart, Schwerin i. M. enthält, diesen Brief des Herrn Ritter hat er so hingestellt: Herr stija" einer vernichtenden Kritik unterzogen. Insbesondere sei de: Gustav Ritter, Fabrikbefizer, Grabow. B. Straeter, Inspektor, Neu- Ritter habe damit eine Bitte" an mich getan. informatorische Teil des Werkes viel zu kurz und zu lückenhaft ge- hof. H. Straede, Telegraphendirektor, Rostock. H. Rielandt, Kauf- Für mich bleibt nach dem bisherigen Berlauf der Berhandlung raten und die Liste der Betriebe weise feine Einteilung nach Trusts, mann, Ludwigsluft. Fr. von Schubert, Hofbefizer, Tarnom. bestehen, daß auch in Medienburg eine Verschwörerorganisation beVerbänden, lokalen Betrieben usw. auf; über den Zustand de Und der ehrenamtliche Gauwart" hatte in einem dieser Zir stand, die inzwischen wegen ihrer Gefährlichkeit aufgehoben worden Produktion, die Höhe und die Art der Produktion verlaute gleich- tulare noch folgenden Nachfah: ist, und die an wohlausgesuchte" Mitglieder streng vertrauliche", falls nichts. Zentralrußland nehme den weitüberwiegenden Teil des( ,, Eigene Sache, nicht Bundesangelegenheit: Tatfräftige, ent nach dem Cejen zu vernichtende" Geheimzirkulare verfandt hat, die Werkes in Anspruch, während die verbündeten Sowjet- schlossene Leute wollen sich bei mir in Schwerin, Alexandrinenftr. 14, ein objektiver Mensch feineswegs als harmlos betrachten fann. Es republiken ganz stiefmütterlich behandelt seien. In- jegt bereits gelegentlich melden, versehen mit einem Empfehlungs- bleibt bestehen, daß die Nebenfläger im Vorstand einer Organisation folgedeffen, so schließt das Blatt, sei dieses Buch, welches der Han- schreiben des Empfängers dieses Schreibens.") maren, aus deren Anhang oder aus deren„ befreundeten Verbänden dels. und Industriewelt ein willkommener Führer hätte sein können, Dazu erlaubten wir uns zu bemerken:„ Der Name eines die Mörder oder Totschläger famen, die in Mecklenburg als ein mißlungener Versuch zu betrachten. Reichsbeamten in Gemeinschaft mit dem Namen des verhaf: Fememorde verübt haben und im Reich einen Minister nach dem Was bedeutet der Steinblod auf Dürers„ Melancholie"? Der teten erschwörers Bade, der„ tatkräftige, entschlossene Leute" andern wie Schießbudenfiguren abgeknallt, ein Attentat nach dem rätfelhafte Steinblock, der sich im Vordergrund von Dürers be sucht?! Im Dienste der deutschen Republik; der verfassungsmäßigen andern begangen haben. rühmten Blatt Melancholie" befindet, hat den Gelehrten viel Kopf- Republik den Treueid geleistet; Gehaltsempfänger dieser Republik Den Angehörigen der Brigade Ehrhardt ist jede erdenkliche zerbrechen bereitet und schließlich Wölfflin dazu geführt, dieses Pro- und dann in solcher Gesellschaft?! Wie vereinbart Herr Hilfe zu leisten" wie das aufzufassen ist, das wird hier nicht wie vereinbart das durch schöne Worte bewiesen, sondern durch die Taten. Es war blem für unlösbar zu erklären. In einem vor kurzem erschienenen Straede das mit seinem Gewissen ,! Und Buch„ Der Kristall auf Dürers Melancholie" hat aber nun F. A. Na. Deutsche Reich solch ein Verhältnis mit sich?! Es ist wahr, die ein Deutschvölkischer, Inselmann, der in Schwerin den Rathenaus gel eine interessante Erklärung des geheimnisvollen Steins gegeben. Deutsche Republik hat eine Engelsgeduld bewiesen, und die Früchte Mördern die Pistole gab; es waren die Deutschvölkischen Es handelt sich um einen Dodekaeder, der dadurch entstanden dieser Nachsicht hat das deutsche Bott schaudernd erlebt; aber wenn Baur und Kadow, die den Mördern Herberge in Medienist, daß Dürer von der nach oben und von der nach unten ge- das deutsche Vaterland nicht vollends in Chaos burg gaben; es war ein Rostocker Deutschvölkischer, der das Mordalles vollkommen richteten Ecke eines nach links aufwärts gedrehten Würfels je und Untergang abstürzen will, dann muß es an auto gegen Rathenau herbeischaffte harmlos und ahnungslos. Ehrhardt selbst verhaftet wegen Hochvereine Pyramide abschnitt und den so gewonnenen neuen dere Saiten aufspannen!" Körper auf die untere Schnittfläche stellte. Die Absicht des Künftrats, wegen Meineids, wegen Verleitung zum Meineid, ist jeht durch ... jede erdenkliche Hilfe" befreit worden Ehrhardt, der Consu." lers, der mit der gelehrten Weisheit der damaligen Humanisten die Mörder von Parchim: alle find wohl vertraut war, bestand darin, einen Gedanken des alten Bytha der„ Organisation C". Jetzt. goras anschaulich zu machen. Nach dieser antiken Symbolik ist der Mitglieder der Deutschvölkischen Freiheitspartei. Und da soll die Würfel das Sinnbild der materie, die Pyramide das des Mecklenburgische Bolts- Zeitung" als Vertreterin der verfassungsgöttlichen Wesens. Indem nun Dürer dem Würfel, der die mäßigen Republik nicht das Recht haben, von einem„ Verschwörerirdische Form darstellt, oben und unten eine Byramide abschnitt und nest in Mecklenburg" zu sprechen?! ihn dadurch des Göttlichen vollkommen entfleidete, wollte er das Zeichen des rein materiellen, nämlich des Mineral reiches, schaffen. Dieses Reich des irdischen Stoffes untersteht aber nach den astrologischen Anschauungen dem Saturn, und unter dem Zeichen dieses Gottes wieder lebt das Temperament der Melancholie. Der rätselhafte Kristall soll also Saturn, den Gott der Melancholiter, verkörpern. Der Sturm, Potsdamer Str. 134a, zeigt in seiner August- Ausstellung Berte junger dänischer Künstler. 29 Ein Institut für auswärtige Politik ist in Samburg gegründet worden. Leiter ist Professor A. Mendelssohn- Bartholdy. Ausfahrt der englischen Gruppe der Karischen Expedition. Seute jährt, wie der Dst- Expreß meldet, die aus England ausfahrende Gruppe der Karischen Expedition, die im Auftrage des" Bentrossojus"( alrussischer Genossenschafts- Verband) reift, von London nach Uitj- Bort( Jeniffeimündung) aus. Die Expedition besteht aus einem Dampfer und zwei Leichtern, die von der Jenisfeister Gouvernements abteilung des Zentroffojus" angekauft worde sind. Der Expedition schließt Im ganzen werden 1500 to Waren sich noch ein englischer Dampfer an. transportiert. In Usti- Port werden die Waren auf Flußschiffe nach Krajnojart umgeladen. Die Zeugenaussagen. Zeuge und Nebentläger Telegraphendirektor Straede fagte unter Eid aus: es habe nichts davon gewußt, daß der Vorsitzende Babe seinen, Straedes, Namen unter die Geheimzirkulare gesezt habe. Im übrigen aber sei der Inhalt der Geheimzirkulare völlig harmlos. Nur über die Form ließe sich streiten. Er nehme an, daß Borsigender Bade das Einverständnis der übrigen Borstandsmitglieder einfach vorausgesetzt habe. Daß er, Straede, Mitglied des Gauvorstandes geworden sei, habe er überhaupt hinterher erst mündlich erfahren; er habe dann den Bosten allerdings angenommen. Der Angeklagte, Redakteur Nespital, als sein eigener Berteidiger, fragte den Zeugen:„ Sie haben also nie einen Anlaß dazu gegeben, infolgedessen Bade Ihre Unterschrift unter die Zirkulare setzen fonnte?" Beuge Straede:„ Nein." Nespital: Sie wurden also von dem Borsigenden, der Ihre Unterschriften sozu fagen gefälscht hat, hintergangen?" Zeuge Straede:„ Ja." Nespital:„ Aber als Sie dann die fürchterlichen Säße vom Leib und Leben opfern" oder der Brigade Ehrhardt ist jede er denkliche Hilfe" zu leisten hinterher lajen was haben Sie sich dann dabei gedacht?" Zeuge Straede:„ Das ist alles ganz harmlos."(!) Nespital: Sie hätten aber doch in erster Linie den verklagen müssen, der Ihren Namen mißbraucht hat und Sie hinterging! Zeuge Straede:" Darüber mich zu äußern, habe ich feine Beranlassung."(!) Auf Befragen des Borsitzenden ert.ärt Genosse Nespital jetzt, daß er über diesen Eid allerdings nicht hinwegtomme und unter allen " " idi Ob die, die von dem Geheimschreiben nichts wußten, nicht ver. pflichtet waren, über eine Organisation, deren Borstand sie doch waren, völlig orientiert zu fein, ob sie nicht verpflichtet waren, gegen den Miffefäfer Bade vorzugehen, das ist eine andere Frage jebenfalls war verpflichtet, nicht erst zu warten, bis wieder neue Leichen fallen, sondern im Interesse des deutschen Landes, im Intereffe des deutschen Boltes solche Geheimzirkulare, die ganz im Stile von Verschwörerzirkularen sind, zu veröffentlichen. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen ging Genoffe Nespital auf die von uns bereits erwähnten Borgänge vor Eröffnung der Hauptverhandlung ein. Der Staatsanwaltsvertreter verwahrte sich gegen den Vorwurf der Unobjektivität, und ließ durchbliden, daß auch er das öffentliche Interesse nicht bejaht haben würde; aber er handle hier auftragsgemäß und für die Frage der Beleidigung als solcher sei es ganz egal.(!) Das Urteil. espital: 1 million Mart Geldstrafe. Schulh( verantwortlicher Redakteur): 250 000 Mart Geldstrafe. Die Schriftliche Urteilsbegründung steht noch aus. Gewerkschaftsbewegung Der Lohnkampf im Buchdruckgewerbe. Wenn die Kühnemänner in der Vorkriegszeit als die größten Scharfmacher und in sozialer Beziehung als das hartnädigste und ückständigste Unternehmertum galten, haben sie diesen Ruf in den ichten Jahren an die Unternehmer im graphischen Gewerbe an Der Spize die Buchdruckereibefizer abgeben müssen. Die BuchDrucker setzten bisher ihre ganze Ehre darein, Lohnabkommen für die Berufsangehörigen des ganzen Reiches zu vereinbaren. Die Kollegen in den Großstädten haben stets ihre Solidarität bezeugt mit den Kollegen in der Provinz. Sie haben des öfteren zähneknirschend Lohnvereinbarungen und Schiedssprüche gehalten und durchgeführt, die weit weniger brachten, als die übrige Arbeiterschaft an Lohn bezieht. Man ging natürlich stets von der Voraussetzung aus, daß das Unternehmertum auch soviel soziale Einsicht besigen würde, in Zeiten grundstürzender Aenderungen im Wirtschaftsleben die Löhne über den abgeschlossenen Vertrag hinaus den veränderten Verhältnissen anzupassen. Aber weit gefehlt. In der Lohnwoche vom 28. Juli bis 3. August beträgt der durch Schiedsspruch festgelegte Wochenlohn in Berlin 1 058 000 m.( Stunde 22 092 m.) Daß mit diesem Lohn ein Arbeiter nicht existieren tann, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Die Buchdrucker Berlins lehnten daher vergangene Woche einmütig das durch Schiedsspruch festgelegte Abkommen ab und forderten sofort neue Verhandlungen. Es gibt wohl nun selten eine Unternehmergruppe, die es so gut versteht, wie die Buchdruckereibefizer, angebahnte Berhandlungen zu verschleppen. Die Arbeiterschaft hat sich sehr oft hinhalten laffen. In den letzten Monaten hat sich in den Reihen der Arbeiterschaft ein ungeheurer Groll angesammelt, der sich jetzt zu entladen droht, wenn nicht noch in legter Stunde die Einsicht bei den Unternehmern einkehrt. Die Betriebsräte haben sich in mehreren Versammlungen mit der Situation beschäftigt, um einen Ausweg zu suchen. Gestern wurde u. a. eine Deputation nach dem Reichsarbeitsministerium gesandt, um auf den Ernst der Situation hinzuweisen und das Ministerium zu ersuchen, den ungenügenden Schiedsspruch abzuändern. Die Zentralvorstände unternahmen dauernd Versuche, die Unternehmer zu einem Zugeständnis zu be. wegen. Nach vielen Verhandlungen erflärte man sich schließlich bereit, für die laufende Woche eine Zulage in Höhe von 200000 Mark zu bewilligen. Angesichts der stündlich steigenden Preise mußten die Zentralvorstände die gebotene Summe als völlig ungenügend ablehnen. Ganz spontan fam es gestern in sämtlichen Berliner Banknoten druckereien und Zeitungsgroßbetrieben zum Zeichen des Protestes gegen dieses ungenügende Zugeständnis zwischen 1 und 3 Uhr zur Arbeitseinstellung. Eine zu 4 Uhr nachmittags einberufene Gruppenleiterversamm lung nahm erneut zu der Situation Stellung. Am Vormittag wurde abermals eine Deputation zum Reichsarbeitsministerium gesandt, die aber ohne greifbares Resultat in die Bersammlung fam. Der Ber. fammlung felbft lagen die verschiedensten Anträge vor. In langer, teils sehr stürmischer Debatte ging man mit dem Unternehmertum scharf ins Gericht. Schiedsspruch und Abänderungsvorschlag des VBMI. laffen wir im Wortlaut folgen, um jedem Angestellten eine einwandfreie Beurteilung der Situation zu ermöglichen. Schiedsspruch: Die Fragestellung bei der Urabftimmung lautet ,, Annahme* oder Streit". Stimmzettel mit anderen Bemerkungen sind ungültig. Die Urabstimmung wird in Uebereinstimmung mit dem GeGrundgehältern und Grundbezügen des Tarifvertrages vom 16. Mai Stimmen erfolgt am Freitag, nachmittags 5 Uhr, gemeinsam durch Mit Wirkung vom 1. Juli ab wird der Teuerungszuschlag zu den werkschaftsbund der Angestellten und dem Gesamtverband Deutscher Angestelltengewerkschaften durchgeführt. Die Auszählung der 1923 von 380 Punkten auf 1845 Punkte erhöht. lleber das Gehalt die Metalltarifberatungskommission und durch die Vertreter des für Auguft verständigen sich die Parteien am 21. Auguft. Am GdA. und Gedag. in den Räumen des ZDA., Belle- Alliancestr. 7/10. 15. Auguft erhalten die Angestellten in Anrechnung auf das Augustgehalt eine 3mischenzahlung. Diese fezt sich zusammen aus Für die Metall- Tarif- Beratungsfommission: vierzig Prozent des Bruttogehaltes für den Monat Juli und einem Bund der technischen Angestellten und Beamten, Gauverwaltung Zuschlag hierzu, der die Aenderung der Teuerung für die Zeit vom 1. bis 15. August einschließlich berücksichtigt. Maßgebend für die Steigerung vom 1. bis 8. August ist die am 8. August vom Statistischen Reichsamt veröffentlichte Lebenshaltungsindex. giffer, die bis zum 15. Auguft einschließlich zu erwartende weitere enderung der Teuerung ist durch Schäßung zu ermitteln. Diese Feststellungen sind zu treffen von einem aus je 5 Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehenden Ausschuß, der am 9. August zusammentritt. Schiedsspruch: 305 Proz. Erhöhung gegenüber Juni. Neuer Vorschlag des VBMI.: Im Monat August erhalten die Tarifangestellten zwei Abfchlagszahlungen in Höhe von je 30 Proz. ihres BruttoJulieinkommens, wobei die Abschlagszahlungen der Teuerung an gepaßt werden. ,, Obwohl die Teuerung bis zum 1. August durch die Gehaltszahlung am Ende des Monats Juli als abgegolten anzusehen ist, erflären wir uns damit einverstanden, auch insoweit Ihrem Vorschlage zu folgen, als für die Aufwertung der ersten Abschlags. zahlung die Steigerung der Reichsinderzahl für Berlin vom 25.( 23.) Juli zum 8. Auguft zugrundegelegt wird. Da diese Inderzahl frühestens in den Spätnachmittagsstunden des 8. August zu erfahren ist, kann die nach II des Schiedsspruches vom 23. Juli zu bildende Kommission erst am 8. August gegen 6 Uhr zusammentreten. Es wird daher technisch nicht möglich sein, daß bereits in sämtlichen Firmen am 10. August die Abschlagszahlung geleistet wird. Jedoch ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die 3ahlung am 11. August bei allen Firmen durchgeführt werden kann. Die zweite Abschlagszahlung erfolgt unter Zugrundelegung der gleichen Indersteigerung in der Zeit vom 8. Auguft bis 15. Auguft. Die nach dem Schiedsspruch zu bildende Kommission tritt für die Festlegung der Höhe der zweiten Abschlagszahlung am Spätnachmittage des 15. Auguft zusammen. Die Bewirtung der Abschlagszahlung geschieht bei den Verbandsfirmen, da der 20. Auguſt ein Montag ist, am Dienstag, den 21. Auguft. Am gleichen Tage Dienstag, den 21. Auguft müssen die Verhandlungen über das endgültige Augustgehalt geführt werden, da sonst eine rechtzeitige Auszahlung der Bezüge am Monatsende nicht gesichert ist. In dieser Hinsicht ist uns also eine Abweichung von dem Schiedsspruch nicht möglich. Inwieweit auch den Wochenlöhnern im Monat Auguft weitere Abschlagszahlungen geleistet werden sollen, ist u. E. den Beratungen der am 8. uno 15. August zusammentretenden Kommission vorzubehalten." Bei der Uebermittelung des vorstehenden Schreibens ist von dem VBMI. nachdrücklichst darauf hingewiesen worden, daß bei den Berhandlungen über die endgültige Festsetzung der Augustgehälter natürlich nicht von der Inderziffer, die am 25. Juli veröffentlicht wurde, ausgegangen werden kann, vielmehr müsse hierfür die InderBiffer vom 1. August maßgebend sein, wobei die Inderziffern nur als Bergleichsmaßstäbe anzusprechen wären. nicht BBMI.- Betrieben Als die Versammlung tagte, wurde ein nach dem Gewerkschaftshaus gerichtetes Telephongespräch des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns zur Kenntnis gebracht. Der Minister versprach, sich bei Die Urabstimmung ist am Donnerstag, den den allgemeinen Lohnverhandlungen am Mittwoch dafür einzusehen, daß eine befriedigende Lohnregelung noch für diese 2. August in allen Betrieben der Berliner Metallindustrie auch durchzuführen. Wo dies aus technischen Woche erfolgt. Gestützt auf das Bersprechen des Ministers, gelang es der Leitung der Versammlung, diese gegen eine starte Minderheit Gründen nicht möglich ist, kann auch der Freitag vormittag zu vertagen. Die Fortsetzung der Versammlung findet heute Mittate bis spätestens Freitag mittag 12 Uhr in den hierzu benutzt werden, jedoch müssen die Abstimmungsresul woch, mittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 4, statt. Geschäftsräumen des Zentralverbandes der Angestellten, Berlin SW, Belle- Allianestraße 7/10, Fachgruppe Metall, abgeliefert werden. An der Urabstimmung sind alle Angestellte ohne Rücksicht auf Organisationszugehörigkeit zu beteiligen. Angestellte der Berliner Metallindustrie. Urabstimmung! Die Af- Funktionärversammlung hat am Montag nach einem erschöpfenden Bericht der Verhandlungskommission, der durch den Kollegen Günther vom Butab gegeben wurde, erneut den Schiedsspruch vom 23. Juli sowie auch den nach voraufgegangenen Verhandlungen von dem VBMI. gemachten Borschlag einstimmig abgelehnt und die Durchführung der Urabstimmung in den Betrieben beschlossen. Theater, Lichtspiele usw. Staatstheater Volksbühne Schauspiel haus U. zum 1. Male: Sommerspielzeit. 8 Uhr: Deutsch.Opernhaus| Urania Abends 72 Uhr: Unt. Wilden u. Madame Butterfly. Der Gunstling der Zarin wilden Tieren Gr. Volksoper Die Freier Lessing- Th. im Theat d.Westens Theater des Ostens Lustspiel mit Musik Sommerspielzeit! 8 U: DerTroubadour( Rose- Theater) 7814 Uhr Letzte Aufführungen! 8 Uhr Intimes Theater 8: Li oder Lu Liebesstreik der 3 Studie d. MosDiplomat im Dienst Deutsches Th. Ab 3 Aug: Gastspiel D blaue Pyjama etc. Casino- Theater kauer Künstler- Th. Metropol- Theater Wiedereröffnung 71 Uhr: Schneider Wibbel Prinzess n Turandot 8 U Die Schönste Freitag, 10. Aug. Kammerspiele Residenz- Th. 712 Uhr: Die Tägl. 8 Uhr: Büchse der Pandora Die Entlassung 8 der Frauen Vorverk. ununterbr. Heues Theat. a. Zoo WINT ORTEN Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher d. Fridericus Rex Der Gr. Schauspielhaus Kleines Th. Schiller- Th. Charl. U.: 8 Uhr: Lady WinderDie Weber meres Fächer Theater i. d. KöniggrätzerStr. 8: Die wunderl. Geschichten des Kapellm. Kreisler 1. Teil Berliner Theater 7.30 U.: Mädi Reichshallen- Th. Tägl.7/ Gastsp.d. Residenz- Sänger Heute neue SU: Süße Susi August- Spielplan Th. a. Nollendorfpl. 784: Mein Freund der Lakal 11 Mitwirkende Wallner- Theater Ab 1.8. tgl. Stett. Säng. 8 Ubr: Donhoff Des Königs Nachbarin Brett'l Anf.7/ 28 U: Trianon- Th. Totentanz LUNA PARK Ab 3 Uhr voller Betrieb Heute und täglich: Auftreten des „ Aero- Star" Rauchen gestattet! Th. a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Ubr ELITESänger Das brillante August Programm U.a.:,,Zwischen zwei Fenern!" von Aug. Strindberg Metropol- Varieté Central Theater Gastspiel des Schauspieler- Th. 8 Uhr: Die Räuber Granach, George. der größten Luftsensation d. Welt Deut. Künstler- Th. II. Programm Deutsch- Russ. Theater Masken Varieté- Progr. Außerdem das große Etablissement Cafe Die Tugend- elka Admirals- Varieté prinzessin Friedrichst. 60 A Musik v. Kurt Zorlig Ecke Leipziger Str. Das internationale( Adalbert, Seidl, Varieté/ Kabarett Bois, Lenz) 800 August Programm! in Heitere Spiele u. Margaretensaal Berliner Juwelen- Verwertungs- Haus 4 u. 73 Uhr Erna Masuch Handelsgerichtlich eingetr. Firma Ankauf von Juwelen, Perlen, Smaragden, Uhren, Gold- und Silberbruch Lützow 2760 Potsdamer Str. 118 Neues großes August- Programm Glimmer, Mifanit, auch Ab. fälle, tauft [ 36/16 Steinplay 12870. Die Mitteilungen über die Abstimmungsergebnisse aus den einzelnen Betrieben müssen folgende Angaben enthalten: 1. Die Gesamtzahl der in den Betrieben beschäftigten Angestellten einschließlich der Beurlaubten, Erfranften usw. 2. Zahl der abgegebenen Stimmen. 3. Davon für den Streit. 4. Davon für Annahme. 5. Ungültig. Brandenburg. Günther. Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Berlin. Weinberger. Deutscher Wertmeisterverband( Bezirk X). Rothe. Achtung, Bauarbeiter! Das für die Zeit vom 26. Juli bis einschließlich 1. August getroffene Lohnabkommen im Berliner Hoch-, Tief- und Betonbaugewerbe ist von den beteiligten Arbeitgeberorganisationen angenommen worden. Auch die Mitglieder des Baugewerksbundes haben zugestimmt. Der neue Lohn kommt erstmalig am fommenden Freitag zur Auszahlung. Die neuen Lohnverhandlungen finden im Laufe dieser Woche statt. Der Vorstand des Baugewerksbundes Baugewerkschaft Berlin. Cohnabschluß im Chemikalien- Großhandel. In der vom Deutfchen Berkehrsbund mit dem Groß- Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels geführten Berhandlung fonnte gestern eine Verſtändigung erzielt werden. Die Lohnfäße betragen: für die Woche vom 26. Juli bis 1. Auguſt 1 352 000 bis 1 450 000 m. Gedruckte Tarife fönnen im Bureau des Deutschen Verkehrsbundes, Engelufer 24/25, II Tr., Zimmer 26, gegen Mitgliedsausweis abgeholt werden. Juligehälter für Angestellte der Warenkaufhäuser und Spezialgeschäfte. Der Vertrag vom 9. Juli ist abgeändert worden. Die endgültige Regelung der Juligehälter sieht eine Erhöhung der Junigehälter um 404 bis 433 Pro 3. vor. Die Gehaltsfähe find im Druck erschienen und im Ortsbureau des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10, erhältlich. Die Londoner Hafenarbeiter haben am Montag in ihrer Mehrheit beschlossen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Holzindustrie. Bertranensmänner und Branchenvertreter! Die Bertranensmänner und Oblente werben hierdurch darauf hingewiesen, daß in den Bezirkslokalen hente, Mittwoch abend, 7 Uhr, die Bertrauensmännerversammlungen stattfinden, bie . a. zu den nenen Berhandlungsergebnissen Stellung nehmen und darüber entscheiben. Obleute der Bezirke und Branchen! gweds Herausgabe von Informationen fowie Bekanntgabe des Verhandlungsergebniffes findet heute abenb um 5 Uhr cine kurze Besprechung Rungestr. 30, Arbeitslosensaal, statt. Bestimmtes Er. scheinen sämtlicher Bertreter ist Pflicht. Deutscher Solzarbeiterverband. Deutscher Wertmeisterverband. Sämtliche Betriebs- und Bertrauensleute fowie Funktionäre der Fachgruppe Metallindustrie haben heute, L. August, abends 7 Uhr, Bersammlung in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Straße. Tagesordnung: Die Lage in der Metallindustrie". Ref. Verbandsvorsitzender Buschmann. Fachgruppe Metallindustrie. Freitag abend 7 Uhr Mitglieder. versammlung im Karl- Schrader- Haus, Malplaquetstr. 14-16. finden am Mittwoch, den 1. August, vor dem Schlichtungsausschuß Groß- Berlin statt und wird in einer am 1. August, abends 7 Uhr, stattfindenden öffentlichen Bersammlung des Zentralverbandes der Angestellten in den ZentralFestfälen, Alte Jakobstr. 30-32, Bericht erstattet. fabriken. Donnerstag 7½ Uhr in Haverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 35. AfA- Mitgliederversammlung Kunst und Banschloßereien, Geldschrank. Tagesordnung: Bericht über die Berhandlungen betr. Festsetzung der JuliDa wichtige Entscheidungen zu treffen find, ist das Erscheinen eintommen. aller Angestellten der Branche unbedingt erforderlich. Ausweis des 8dA., Butab und DBB. legitimiert, Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: Dr. John Schikowski, Charlottenburg; Lokales und Sonstiges: Walter Trojan, Rehlendorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Zindenstraße 3. Gierzu 1 Beilage. Angestellte im Buchhandel. Die Tarifverhandlungen für den Monat Juli Hautausschlag offene Füße ( Krampfadern) auch veraltete Wunden, heilt die milde und wohltuende Sanitätsrat Dr. Strahls Haussalbe Elefanten- Apotheke, Berlin SW., Leipziger Str. 74( Dönhoffplatz) NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN > COLUMBUS« das größte und schnellste Schiff der deutschen Handelsflotte BOCH BREMEN- NEWYORK Erste Abfahrten ab Bremen: 11. Oktober, 14. nov., 12. Dez. Kostenlose Auskunft NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN in Berlin W 8: Norddeutsch. Lloyd, Kajütenbureau Berlin, Unter den Linden 1( Hotel Adlon), in Berlin NW 40: Generalvertretung: F. Montanus, Invalidenstr. 93, in Berlin W 9:" Transatlantisches Reise- und Verkehrsbureau, Budapester Straße 5, u. sämtl. Vertretungen in Berlin W 8: Weltreisebureau Union" Unter den Linden 22. fit. 555« 40. Jahrgang Beilage öes vorwärts Mittwoch, 1. August 1025 Sejchweröen Das unMfrieöene Serlm Vorschläge klagen öer Hausfrau. Eine Erwiderung. Falls Sie annehmen, Frau Gr., daß alle Beamten ihr Gehalt vierteljährlich im voraus erhalten, so ist dies ein Irrtum. Zum größten Tele bezieht die Beamtenschaft das Gehalt monatlich. Die im voraus bezogenen Vierteljahrsgehälter können keineswegs als Privileg der Beamten aus dem alten Staat bezeichnet werden. Diese Regelung hatte der damalige Staat im eigenen Interesse getroffen. Dadurch, daß nicht zwölf, sondern nur vier mal im Jahre gezahlt wurde, ist viel an Kräften und Material gespart worden. Mancher Beamte hat den letzten Monat im Vierteljahr— den Wossermonat— im schlechten Andenken. Jetzt ist es dem Beamten freigestellt, wie er sein Gehalt haben will. Bei den heutigen nicht stabilen Geldverhältnissen ist eine viertel- jährliche Borauszahlung des Gehalts für ihn natürlich vorteilhaft. Man kann es dem Beamten nicht verdenken, daß er sich mit dem nötigen Bedarf für das tägliche Leben rechtzeitig eindeckt. Er Hot dadurch die Möglichkeit, fein Gehalt einigermaßen vor Entwertung zu schützen. Trotzdem dürste der Grund der Warenknappheit wohl kaum in den Käufen dieser Beamten zu suchen sein. Gerade in diesen Tagen konnte jeder bemerken, daß trotz großer Preis- steigerung überall Warenknappheit herrschte. Ihre Entrüstung, Frau Gr., über die gegen die Republik politisierenden höheren Beamten und deren Frauen ist durchaus verständlich. Recht bedauerlich ist jedoch der Satz, m dem es heißt: Schließlich find wir es doch, das arbeitende Volk, das durch sein« Steuern die Beamtengehälter aufbringt, chierzu wäre zu be- merken:„Das arbeitende Volk schenkt dem Beamten absolut nichts. Der Beamte gehört zum arbeitenden Volk wie jeder, der sich fein Brot verdienen muß, und im Steuerzahlen steht er hinter keinem Festbesoldeten anderer Berufe zurück. Wie produktiv die Arbeit des Beamten fein kann, zeigt zum Beispiel unsere Reichsbahn. Diese soll mit einer Beamtenzahl, die nur wenige Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, von den Goldzahlungen für die Entente genau die Hälfte aufbringen. Dafür gibt es Dienstdauer- Vorschriften, keine Bezahlung von Ueberstunden. keine Sonntags- dienstentschädigung und keine Nochtd'enstvergütung. Großmütig wird den Beamten ein Verpflegungszuschuß von 400 M. pro Nachtstunde gewährt. Wie viel kosten zwei belegte Stullen, Frau Gr.? Die Beamten wollen sich für ihr Gehalt bei niemandem bedanken, denn sie geben ihre Arbeitstraft dafür. Es darf nicht vergessen werden, daß die Masie aller Beamten den unteren Gehaltsgruppen angehört. Wenn diesen Gelegenheit gegeben wird, den Ertrag ihrer Arbeit einigermaßen sicherzustellen, so sollte ihnen dies nicht geneidet werden. Für dos schlechte Beispiel, Frau Gr., das Industrie und Handel geben, und dos Sie zum Beweise heran- ziehen, bedanken sich die Beamten bestens. K. A., Eisenbahn-Assistent. ZRifestcmde bei der Eisenbahn. Vor einiger Zeit brachte der„Vorwärts" eine Notiz, in der er vor Benutzung der Trittbretter bei Eisenbahnfahrten warnte. Ich glaube nun feststellen zu können, daß Ihre wiederholten Mahnungen bei dem Publikum auf guten Boden gefallen sind, daß jedoch die Beamten der Bahn teilweise die Vorschriften, welche zur Sicherheit der Reisenden getroffen sind, nicht genügend beobachten. Vorweg möchte ich sagen, daß ich den schweren Dienst wohl zu würdigen weiß. Muß aber im Interesse der Reifenden folgendes rügen. Zu wiederholten Malen habe ich beobachtet, daß auf dem Bahnhof Ge- fnndbrunnen die Züge in Fahrt gesetzt wurden, eh« alle Reisenden eingestiegen waren. So erst in voriger Woche bei dem Zuge, der 0�4 Uhr morgens von Bernau auf Gefundbrunnen ankommt; nur durch das Ziehen der Notbremse ist größeres Unglück ver- hütet worden. Auf dem Bahnhof Pankow-Schönhaufen ist dieser Zustand beinahe zur Regel geworden. Die größte Schuld an diesen Zuständen trifft aber wohl die Eisenbahndirektion: denn meiner Meinung nach können derselben die Berkehrsverhältnisse der Ber- nauer Strecke nicht unbekannt sein. Ueberfüllung der Züge ist hier zur Regel geworden. Namentlich in der Zeit, wo die großen Werke ihre Arbeitszeit anfangen oder beenden. In der letzten Zeit habe ich feststellen können, daß die Wagen der 3. und 4. Klasse überfüllt waren; verschiedene vorgenommene Zählungen ergaben für die 3. Klasse 26 bis 32, für die 4. Klasse 43 bis 50 Reisende, während die 2. Klasse nur 4 bis 5 Reisende hatte. Diese Zahlen beziehen sich auf je ein Abteil. Wenn nun aber mal jemand sich erlaubt mit der Fahrkarte 3. Klosse in die 2. Klasse zu setzen, so kann er sicher sein, daß auf der nächsten Station ein Kontrollbeamter ihn erwischt und ein Strafmandat ist ihm sicher. Der Wunsch der Reisenden ist nun: mehr Züge einzulegen. Wenn nun aber die Eisen- bahn sagt, die Zugfolge sei schon zu dicht, so möchte ich bemerken, daß diese Züge ja nur bis Gesundbrunnen verkehren zu brauchen. Hier ist der Bahnsteig v, welcher ja nur bis 6 Uhr morgens besetzt ist, und der HauptverKhr geht ja nur bis Gesundbrunnen. Ich möchte hierdurch die Eisenbahndirektion auf dos Unhaltbare dieses Zustandes aufmerksam machen und wn Abhilfe bitten, ehe ein größeres Unglück geschehen ist._ F. A. Achselklappen und Siefen bei üer Feuerwehr. Als Angehörige der unteren Beamtengruppen der Berliner Feuerwehr fühlen wir uns veranlaßt, auf Beschlüsse aufmerksam zu macken, die die Feuerlöschdeputation Ansang Juli d. I. gefaßt hat. Die Exekutive der Berliner Feuerwehr hat mit dem Tage der Revolution die Achselklappen, die Krone an der Mütze und Helm, sowie bei den Chargierten am Oberärmel mit Recht sofort abgelegt. Die Alt-Berliner Feuerwehr trägt seit dem November 19l3 somit keine dieser Abzeichen. Sie hat jede Art von Hilfe- leistung getan, auch ohne den Popanz. Zu genannter Zeit hat nun aber die Feuerlöschdeputation beschlossen, daß die Ober- und Feuerwehrmänner Achselllappen erhalten, sowie auch Biesen an den Hosen. Nach Mitteilung unseres Vertrauensausschusses in der letzten Generalversammlung ist festgestellt worden, daß solch ein Anzug mit Achselklappen und Biesen an den Hosen ungefähr 100000 M. mehr kostet, wie der Anzug ohne die genannten Abzeichen. 1600 Beamte kommen in F r a g e. somit mutz die Stadt Berlin 160 Millionen Mark mehr bezahlen als wenn sie die Achselklappen und Bielen nicht beschafft hätte. Zu was die genannten Millionen besser verwendet werden können, brauchen wir wohl erst gar nicht mitzuteilen. Von feiten unseres Verbandes ist nichts unversucht geblieben, die Millionen der Stadt Berlin zu ersparen. Aber alles war vergebens. Zu bemerken wäre noch, daß wir Beamte find und uns durch die Achselklappen nicht wieder zu Soldaten machen lassen._ Mehrere Feuerwehrleute. Behördliche Zeiwerschwendung. Während sonst vernünftigerweise Staat und Privatleute auf eine möglichste Beschränkung von Prozessen bedacht sind, scheinen die Fernsprechämter in dieser Beziehung einer anderen Praxis zu huldigen, nämlich in bezug auf Beleidigungsklagen. Kein vernünftiger Mensch wird leugnen, daß die Beamtinnen vor Beleidigungen geschützt werden müssen: doch gehört nicht viel mehr Vernunft dazu, anzunehmen, daß ein solcher Schutz doch nur gegen- über böswilligen und vor allem wiederholten Beleidigungen erforder- lich ist. Wenn in der fetzigen Zeit und bei den jetzigen Zuständen im Telephonwesen ein Teilnehmer sich mal zu einem scharfen Wort hinreißen läßt, so ist dies vielleicht bedauerlich, wäre aber im ersten Falle doch mit einer einfachen Verwarnung zu sühnen. Betannllich haben andere Staatsbehörden, beispielsweise die doch früher so empfindliche Polizei, die Weisung, solche Beleidi- gungen zu überhören. Ueber einen krassen Fall möchte ich berichten: Meine Frau ist beschuldigt, eine Beamtin am Telephon beleidigt zu haben, und ich, der ich bei dem Gespräch anwesend war und die absolute Unrichtigkeit konstatteren konnte, bin ange- klagt, weil ich in einem angeblich zu scharfen Schreiben die Beleidigung bestritten habe. Da wir bei dem klaren Tatbestand eine Rücknahme einer nicht geschehenen Beleidigung verweigerten, wird nun ein Riesenapparat in Szene gesetzt von Vernehmun- gen, Staatsanwalt und Gerichten. Wir werden nun vermutlich in der ersten Instanz auf Grund eines Zeugeneides ver- urteilt, so daß die Sache noch die Strafkammer beschäftigen wird. Wenn man in Bettacht zieht, daß ich Mitte der fünfziger Jahre bin und noch nicht einmal ein« Polizei strafe Hobe(ein Wunder in Deutschland), wird man mir glauben dürfen, daß ich nicht im Unrecht bin. Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall wäre, hat man in Preußen nicht mehr zu tun, als wegen einer solchen Lappalie, über die jeder von uns im täglichen Leben hinweggehen würde, einen derartigen Apparat in Szene zu setzen? Dr. W. I. Höflichkeit im Polizeibureau. Ich hatte einen Reiseausweis nötig und begab mich am 31. Juli mittags zu meinem in der Schloß st raße zu Charlottenburg gelegenen Polizeibureau. In dem geräumigen Zimmer fand ich einen Vertreter der Obrigkeit anwesend, der damit beschäftigt war, an den Papieren eines vor ihm stehenden Untertans zu schreiben oder zu stempeln. I ch:„Guten Tag." DieObrigkeit(schweigt). Ich(nach einigen Minuten):„Verzeihen Sie, ich möchte wissen, ob dies die Stelle ist, an der ich einen Reiseausweis erhalten kann." Die Obrigkeit(gibt keine Antwort). I ch(wiederum nach einigen Minuten):„Ich bitte um Entschuldigung, ich habe es eilig. Sagen Sie mir nur, ob ich hier einen Ausweis erhalte. Wenn es nicht der Fall ist, warte ich nicht länger" Di« Obrigkeit:„Sie sehen doch, daß ich beschäftigt bin." Ich:„Ich bitte Sie auch nur, Ja oder Nein zu sagen. Weiter will ich nicht stören." D i e O b r i g- t e i t:„Wenn ich mit einer Sache beschäftigt bin, achte ich auf nichts anderes." Ich empfahl mich und verließ die gastliche Stätte. Die Polizeibehörde wundert sich und betlagt sich oft darüber, daß ihre Organ« beim Publikum so wenig Sympathien finden. So- lange in den Bureaus Beamte tätig sein dürfen, die dem Publikum gegenüber noch immer die Stellung der Obrigkeit zum Untertanen aufrechterhalten wollen und die elementarsten Pflichten höflichen Entgegenkommens außer acht lassen, hat die Behörde weder eine Veranlassung, sich über die Abneigung des Publikums zu wundern, noch ein Recht, sich darüber zu beklagen. Das„huttöeabtdl'. Mein Stadtbahnzug, mit dem ich vom Bahnhof Jannowitzbrücke nach Kaulsdorf fahre, war, wie gewöhnlich, stark besetzt. Nur dos Abteil, in dem laut bahnamllicher Bekanntmachung den Reisenden das Mitbringen von Hunden gestattet ist, war mäßig gefüllt. Um noch einen Sitzplatz zu erwischen bestieg ich, selbst auf die Gefahr hin, Hunde als„Mitreisende" zu erhalten und Flöhe zu bekommen, kurz entschlossen das ominöse Abteil. Mein besonderes Pech wollte, daß schon am Schlesischen Bahnhof das befürchtete eintrat. Zwei noch recht jugendlich« Damen, beide so zwischen fünfzehn und siebzehn, von denen die eine einen verhältnismäßig großen deutschen Schäferhund an der Lein« führte, betraten selbander das Slbteil. Tie den Hunh führende„Dame" sah schon beim Einsteigen mit schlecht verhaltenem Groll und scharf mißbilligend auf di« Fahrgäste und setzte sich dann widerwillig auf einen freien Platz. Der Hund legte sich, nachdem er vorher die Mitfahrenden belästigt hatte, aus Geheiß seiner Herrin in den Mittelgang des Abteils. Nachdem der Zug am Bahnhof Warschauer Straße großen Zuwachs erhalten hatte, wurden in Stralau-Rummelsburg die einzelnen Abteile ge- radezu gestürmt. Auch in unser Abteil drängt« herein, was herein konnte. Willig rückten die Fahrgäste zusammen und machten den Hereindrängenden Platz, so weit und so gut es möglich war. Mit fatalistischem Gleichmut nahm jeder die Ueberfüllung in Kauf. Anocrs dagegen unsere junge„Dame" mit dem Hund. Sie suchte den Strom der Einsteigenden abzuwehren und schrie denen, die noch nachdrängten, ganz aufgeregt und erbost zu:„Was wollen Sie eigentlich alle hie« drinl Si« können wohl nicht lesen, Hier ist ein Hundeabteil, hier haben sie nichts zu suchen!" Bei diesen Worten machte das„gnädige" Fräulein den Versuch, die Eingestiegenen wieder herauszudrängen. Teils erstaunt, teils mitleidig blickten die Arbeiter und Arbeiterfrauen auf die ungezogene jung«„Dame", ohne sie jedoch eines Wortes zu würdigen. Auf meine an die Hunde- freundin gerichtete ironische Frage:„Sind Sie der Meinung, daß in diesem Abteil nur Reisende mit Hunden fahren dürfen?" fuhr sie mich gereizt an:„jawohl, selbstverständlich, denn das Abteil ist«in Hundeabteill Da steht es ja angeschrieben!" Freundlich entgegnete ich:„Sie irren sich! Hier steht klar und deutlich, daß das Mitbrin- gen von Hunden gestattet ist— sonst nichts weiter!" Darauf 62] Als die Wasser fielen. von Oilo Rung. Gerda schob nun ein, Herr Gude müßte nämlich wissen, daß die Zwillinge an dem Morgen, als sie Kopenhagen ver- ließen, eine Zeitungsannonce gesehen hätten. Da hätten sie sich rasch entschlossen und wären mit der Fähre nach Malmö gereist, wo sie Herrn Svoboda trafen. „Ja. was stand denn aber in der Annonce? fand Gude Anlaß zu fragen.,.... �. Gefion fischte einen Zeitungsausschnitt aus Gylfes Bluse. Sie reichte ihn höflich Gude.,„,. Er las ihn:„Zwillinge gesucht! stand als Ueberschnft da. „Zur Aufnahme eines Filmdramas m Nordschweden werden zwei Schwestern im Alter von 18—20 Jahren gesucht� Aehn- lichkeit notwendig, Zwillinge bevorzugt.� Offerten an P. Svo- boda durch den Bahnhofskiosk, Malmö.* F, „Wir fuhren hinüber." sagte die eine der Schwestern „und wurden gleich angenommen." Sst schwiegen� bewe und zogen fast gleichzeitig an den kurzen Rocken, um die Oocher im Strumpf zu verdecken. Gude sah, daß an der Randutze des Rockes Fichtennadeln aus Lappland hingen. � „Aber jetzt sind sie ganz ohne Mittel, erklart« Gerda. „Herr Svoboda hatte ihnen zusammen zwanzig Kronen tag- lich versprochen, solange der Film dauerte, obwohl alle ande- ren Schauspieler jeder zwanzig Kronen täglich erhielt. „Na," fügte sie hinzu,„die anderen Schauspieler bekamen im übrigen auch nicht einen Oere von dem, was sie zugute hatten!" „Nein," bestätigte der eine Zwilling.„Herr Svoboda sagte, es wäre am besten, wenn er das Geld, das wir ver- dienten, behielte, bis die Aufnahmen zu Ende wären. Dann wollte er selbst abziehen, was wir ibm für Kost und Logis schuldig wären. Besonders bei den Lappen, sagte er, wäre es sehr teuer, weil wir in einem Zelte wohnem müßten.— In Schweden schliefen wir mehrere Male in einem Kuhstall." „Aber eines Morgens," erzählte Gerda,„— war es nicht in Dalarne? Ja, in Falun!— und das letzte Bild war auf- genommen, war Herr Svoboda plötzlich am Abend zuvor mit dem Zuge abgereist und hatte alles Geld und den Film mit- genommen. Ganz allein!" „Nein, nicht allein!� protestierten beide Zwillinge im Chor..Seine Braut, Fräulein Järnsvörd, tue Photographin war und den Film aufnahm, war mitgereist! Die anderen Schauspieler sagten, sie hätten von dem Stationsvorsteher er- fahren, daß Herr Svoboda ein Billett nach Deutschland gelöst hätte, und gar kein richtiger Schwede wäre, sondern aus Polen stammte." Sie erzählten ausführlich über ihre Wanderung durch Schweden: oft mußten sie tagelang zu Fuß über die Berge gehen. Die anderen Schauspieler waren gleich nach Hause ge- reist, hatten aber zuerst zwanzig Kronen für die Zwillinge gesammelt und ihnen eine großes Paket mit Butterbroten für die Reise mitgegeben. Dann waren die Schwestern erst in einen falschen Zug gestiegen und mußten aussteigen und zu Fuß laufen, und wußten nicht, wo sie waren, aber sie hatten die unheimlichsten Dinge erlebt. Sie erzählten von wilden Strömen und von Vagabunden, denen sie begegnet waren und vor denen sie fortlaufen mußten. Sie erzählten auch etwas von einem großen Eisenbahnunglück und von einem Lager mit Soldaten, die jeden Tag ihre Kriegsgefangenen in eine Reihe stellten und erschossen, aber sie selbst entkamen, weil zwei Sol- baten Karten um sie spielten! Gude wurde es klar, daß sie hier in den Film hineingerieten, dessen Handlung sie nicht ganz von ihren eigenen Widerwärtigkeiten auseinanderhielten. Es mar ein Film von Weltkrieg, Gefangenenlagern, roter Revo- lution, Hungersnot, Grippe und wilden Menschen. Doch er sah vor sich die traurige Wanderung der beiden anpen Kleinen: Mit hohen Erwartungen waren sie aus ihrem Taubenschlag geschlüpft und in eine Welt von Gefahren und Unfrieden"hinausgeflogen. Mit stummen, unschuldigen Augen hatten sie über die fallenden Wasser geschaut und-nach Orten ausgespäht, wo sie Ruhe finden konnten. Aber nirgends hatte es festen Boden für ihre Füße gegeben.— Obdachlos, müde, zerzaust und bange machten sie sich auf den Heimweg und saßen jetzt hier an Bord, als die ersten beiden kleinen ver- kommenen Vögel, die nach der Sintflut aus der sicheren Arche geflogen waren, um Nahrung auf der ertrunkenen Erde zu finden.— Gerda hatte sich erhoben und ging mit einem Zwilling an jedem Arm auf Deck hin und her." Sie hielten sorgfältig Schritt. Mit ihren Stirnhaaren glichen sie den beiden Ponys, die den kleinen Wagen mit ihrem Mittagessen zogen. ..Hören Sie," sagte Gude.„Zu allererst schicke ich jetzt ein Telegramm cm Kapitän Högelund." Gerda blieb stehen und wandte sich um:„Ja, das ist eine gute Idee!" „Ich denke, er ist noch bei Herrn Rustad, und ich habe feine Gotenburger Adresse. Finden Sie nicht, daß ich tele- graphieren soll:„Vater, kehre zu den Zwillingen zurück." Das würde zu seinem eigenen Telegramm passen!" Gerda nickte. Ja, das wäre ausgezeichnet. Sie dachte nach.„Aber wenn das getan ist, was dann? Sie wissen doch, daß Kapitän Högelund selbst ganz mittellos ist. Und Herrn Rustads Hilfe wollen wir doch nicht gern in Anspruch nehmen! Nicht?" Sie schwieg einen Äugenblick.„Vielleicht," sagte sie zögernd,„vielleicht wäre es am besten, wenn ich Andreas Pauli aufsuchte!" Gude wandte sich mit einem Satz.„Dazu kann ich nicht raten," sagte er bestimmt.„Aus vielen Gründen nicht!" Gerda sah ihn fragend mit Erstaunen und Zorn an. Die Zwillinge, die ihrem Mienenspiel gefolgt waren, saßen stumm da, aber chre törichte» Gesichtchen verzogen sich zum Weinen. '»Hören Sie," sagte Gude,„was ich tun werde. Ich will mit meiner Schwester sprechen: sie hat gute Beziehungen und gute Ideen. Wenn jemand Rat finden kann für die Zukunft der jungen Mädchen, so ist sie es! Sie ist in diesen Tagen zu Besuch auf dem Lande, aber ich will ihr schreiben und sie bitten, so bald wie möglich vorzukommen." Gerda beugte anerkennend den Kopf. Die beiden Zwil- lingsgesichter leuchteten wie kleine Sonnen. Gerda lief in ihre Kajüte hinunter. Als Gude sich auf der Landungsbrücke um- wandte, um zu winken, sah er sie aus dem Lukenrahmen auf- tauchen. In jeder Hand hielt sie einen fast neuen Strohhut, und über ihrem Arm hingen ein paar seidene Blusen, eine rote und eine grüne. Die Zwillinge liefen ihr entgegen und klatschten vor Freude in die Hände. Gude kam als erster zu dem kleinen grünen Hafen- Kämpfer, der am Zollboden wartete. Die ganze Nacht war mit Vorbereitungen für die entscheidende Sitzung auf der Dänischen Werft vergangen. Das Material hatte er in der schweren Mappe unter dem Arme. Das Sanierungsprojekt war jetzt ganz ausgearbeitet, aber die wild« Periode, die zum Fall der Werft geführt hatte, war bei weitem nicht voll bc- leuchtet. Besonders die russischen Posten waren ein undurch- dringliches Gewebe geschickt maskierter Buchungen. Sie zu entwirren, war für eine nur betrachtende Kritik unmöglich. Und den Knoten zu durchhauen, dam fehlte ihm ivc Macht des Gesetzes. Angessreirgt nach der Arbeit der Nacht, iinbe- friedigt von ihrem Resultat, verstimmt und reizbar wariete er auf die alten Leiter der Dänischen Werft.(Forts, folgt.) schwieg die junge Dame betreten und verlegen still. Jedoch fonnte sich bei Kriminalfommissar Wächter, Dienststelle B II 3, im Abteile dirett wegrafiert wurden. Die beiden nächsten fie es nicht unterlassen, die sie teilnahmsvoll anlächelnden Mitreifenden Bimmer 392 a, des Polizeipräsidiums melden. nochmals mit zornfunkelnden Blicken zu mustern. Ich hatte das zweifelhafte Bergnügen, mit dem Hundefräulein" bis Raulsdorf Aenderungen in der Angestelltenversicherung. Wagen wurden ebenfalls ineinander geschoben. Eigentümlicherweise sind einzelne Abteile mitten zwischen den ein wüstes Chaos bildenden zerstörten Wagen unbeschädigt geblieben. zusammen zu fahren, mußte es mir aber gefallen lassen, von ihr Das am 4. Juli 1923 vom Reichstag verabschiedete, am 13. Juli Beim Haupt- D- 3ug hat sich der Post wagen, in dem sich acht Bemit Verachtung gestraft zu werden. Gelassen trug ich mein Geschic, verkündete Gefeß hat die Leistungen und Beiträge eramte befanden, vollständig in den Packwagen hineingeschoben, doch und überlegte im stillen, wie es wohl wäre, wenn es in den Stadt- heblich erhöht. Vom 1. August 1923 an find der Grundbetrag find sämtliche Beamten unperlegt geblieben. Außerdem ist bahnzügen Hundeatteile gäbe. Dann schaffen sich wahrscheinlich und Kinderzuschuß verzehnfacht, die jährliche Teuerungszulage auf ein Bersonenwagen des auffahrenden Zuges, jedoch leichter, noch viel mehr Berliner als bisher Hunde an und spekulieren auf 360 000 W. bei Nuhegeld und Witwenrente und auf 180 000 W. bei beschädigt worden. Die zertrümmerten Wagen bieten ein furchteinen freien Platz im- Hundeabteil. Und damit wären sie dann Waisenrente festgesetzt. Vom gleichen Zeitpunkt an gelten folgende bares Bild der Zerstörung und des Grauens. Die Bergungsarbeiten wirklich auf den Hund gekommen. neue Gehaltsklassen und Beiträge: Die Preise am 1. August. In gedrängter Zusammenfassung bringen wir eine Uebersicht der wichtigsten vom bzw. am heutigen Tage geltenden neuen Preise für Miete, Brot, Heizmittel, Wasser, Licht, Eisenbahnen, Straßenbahnen und Borto: Brot: Martenbrot 12 000 M., Martenschrippe 450 M., markenfreies Brot 58 000 m., martenfreie Schrippe 2700 m. Miete: In einfachen Gebäuden ist die Grundmiete zuzüglich 48 000 Proz. und die 200fache Grundmiete als Vorschuß zu zahlen, b. h. zusammen genau die 681fache Grundmiete. Näheres in der Veröffentlichung in Nr. 339 des Borwärts" vom 22. Juli. 3000 m. Briketts( Preise vom 28. Juli ab gültig): Bei Selbstabholung vom Lager 86 400 m., bei Abwerfen auf den Hof 89 600 m., bei Lieferung frei Erdgeschoß oder Keller 90 200 m. je Zentner. Wasser und Licht( für die Zeit der Bestandaufnahme zwischen dem 30. Juli und dem 4. August): 1 Rubitmeter Gas 6000 m., 1 Rilomatt Elettrizität 10 000 m., 1 Rubikmeter Waffer Stadt-, Ring- und Borortbahnen: Einzelfahrkarte 3. Klaffe erfte Preisstufe 4000 Mt., Monatsfarte 3. Klasse erste Preisstufe Straßenbahn: Einzelfahrschein für Erwachsene 10 000 Mart, im Bereich der Vorortbahnen 7000 m., für Kinder, Lehrlinge und Schüler und für unbemittelte Studenten, sowie für Kriegsbeschädigte und im Gehen schwer behinderte Personen allgemein 5000 M. Wochenfarte für wochentäglich zwei ununterbrochene Einzelfahrten auf beliebiger Strede innerhalb einer Kalenderwoche von der mit dem 6. August beginnenden Woche ab 100 000 m., im Binnenverkehr der Vorortbahnen 70 000 m. 100 000 m. Eisenbahn pro Kilometer 2. Klasse 1600 M., 3. Klaffe 500 m., 4. Klasse 330 M. Zuschlag für Schnell- bzw. D- 3üge 1 3one( bis 75 Rilometer) 10 000 m., 2. 3one( bis 150 Kilometer) 20 000 M., 3. 3one( über 150 Kilometer) 30 000 m., Plastarte 4000 m. Porto: Briefe im Ortsverfehr bis 20 Gramm 400 m., bis 100 Gramm 600 m., Postkarten im Ortsverkehr 200 m., Briefe im Fernverfehr bis 20 Gramm 1000 m., bis 100 Gramm 1200 m., bis 250 Gramm 1500 m., bis 500 Gramm 1800 M. Bostkarten im Fernverkehr 400 M., Drucksachen bis 25 Gramm 200 m., bis 50 Gramm 400 M., bis 100 Gramm 600 m., bis 250 Gramm 1000 m. Patete bis 3 Rilo( 1. 3one bis 75 Kilometer) 2400 m.,( 2. 3one: bis 375 Kilometer) 4800 m., 3. Zone ( über 375 Kilometer) 4800 m., Pakete über 3-5 Kilometer 3600 m. bzw. 7200 M. Näheres in der ausführlichen Veröffentlichung in Nr. 332 des Borwärts vom 18. Juli. Die Jagd hinter den Pferdedieben. " monatliches Entgelt Klasse 13 bis 180 000 M. " 16 14 von mehr als 180 000- 360 000 15 360 000-540 000 540 000- 720 000 " Beitrag monatl. 5 000 M. 10 000 17.000 " " 24.000 " 17 17 720 000-990 000 32 000 " " 18 990 000-1 260 000 42 000 " " 19 1 260 000-1620 000 54 000 " " P 20 1 620 000 1980 000 # 68 000 " " " 21 1 980 000-2 430 000 82 000 " " " 7 " 22 23 # 2430 000-2970 000 2970 000 0. " gestalteten sich sehr schwierig, weil die Wagen direkt ineinander fe ftgefahren sind und zum Teil auseinander geschweißt werden mußten. Wem die Schuld an dem Unglück zur Last fällt, muß die Untersuchung ergeben. Der Präsident der Reichsbahndirektion Kassel mar persönlich an der Unglücksstelle anwesend und leitete die Rettungs- und Bergungsarbeiten. Die zuerst zur Absperrung nach der Unglücksstelle gefommenen Feuerwehren der Umgebung von Kreiensen wurden später durch eine Abteilung der Reichswehr aus Kaffel abgelöst. Eine außerordentlich große Anzahl von Eisenbahnern aus Hannover, Göttingen und Kaffel waren zu den Bergungsarbeiten 100 000 herangezogen worden. Von Göttingen und Hannover waren schon 124 000" früh morgens je ein Hilfszug mit Sanitäts- und Aerztepersonal an Alle Versicherten, deren Entgelt monatlich weniger der Unglücksstelle angekommen, um so das Rettungswerk zu beginnen. als 60000 m. beträgt, müssen vom 1. August 1923 den Beitrag laise 13 entrichten. Lediglich für Juli 1923 bleiben für Kreienjen, 31. Juli.( WTB.) f Bon den Berletzten befinden Lehrlinge und jugendliche Angestellte bis zum vollendeten 18. Lebens- fidh 33 in der Göttinger Klinik, 5 find in Gandersheim und 2 in jabre, soweit sie ein monatliches Entgelt unter 60 000 m. erhalten, Kreiensen untergebracht. Bon den in der Göttinger Klinik bc= noch die Gehaltsklassen 8 bis 12 bestehen. Die Versicherungsfindlichen Schwerverletzten sind inzwischen 3 gestorben, so daß sich pflichtgrenze ist mit Wirkung vom 1. Juli ab auf die Zahl der Toten auf 47 erhöht. Man hofft, daß damit die end78 millionen Mart im unbesetzten Gebiet und auf 96 Millionen gültige Ziffer der Todesopfer erreicht ist. Mart im besetzen Gebiet, im Einbruchsgebiet und in den Bezirken, in denen besondere Vorschriften für die Erwerbslosenfürsorge gelten, festgesetzt. in Quäferturen für tuberkulöse Kinder. Die amerikanischen Duäter haben erneut ihr menschenfreund liches, hilfsbereites Herz bewiesen und weitere Mittel zur Befämpfung der Tuberkulose im Kindesalter zur Verfügung gestellt. Es werden jetzt 250 Berliner Kinder, die nach den Nichtlinien des ärztlichen Beirats des Deutschen Zentralausschusses für die Auslandshilfe in sämtlichen Tuberkulose fürsorgestellen Berlins ausgewählt worden sind, während der Dauer von feds Monaten nach Art eine Kur durch systematische Ausgabe von Wäsche, Kleidungsstüden und Lebensmitteln durchgreifend unterstützt. Berabfolgt werden täglich Frischmilch und wöchent Ii Butter, Katao, Haferfloden sowie Leber tran, außerdem zur Sanierung der häuslichen Verhältnisse Leibund Bettwäsche, Taschentücher und Seife, ferner für jedes der 250 Kinder je ein Baar Stiefel und zwei Baar Strümpfe. Die Durch führung der Hilfsaktion liegt in den Händen des Hauptgesundheitsamtes. Die Berechnung der gesetzlichen Miete. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirtsvorstand. Freitag, den 3. Auguft, abends pünktlich 6 Uhr, wichtige Sigung Em Jugendheim, Lindenstr. 3. Die Kreisvertreter mühen jämtlich anwesend sein. 1. Kreis. Mitte. Jeden Montag und Mittwoch spielt die Arbeitsgemeinschaft 2. 13. 14, 2. 11. der Rinderfreunde auf dem Sof der Alegander- Kaserne. Kreis. Tiergarten.( Mieterbundabteilung Moabit.) Donnerstag, den 2. August, 7 Uhr, Gesellschaftshaus Wiclefftr. 24, große öffentliche Mieterversammlung. reis. Neukölln. Eintrittskarten zur Verfassungsfeier in der Neuen Welt zum Preise von 2500 m. find täglich von 5-7 Uhr im Parteibureau, Nedarstraße 3, zu haben. Kreis. Sempelhof. Donnerstag, den 2. Auguft, 7% Uhr, Kreisvorstandsfigung im Rathaus Mariendorf, 8immer 26. Erscheinen Pflicht. Heute, Mittwoch, den 1. Auguft. Areis. Tiergarten. 28 Uhr engere Kreisvorstandssitzung bei Trümper, Flensburger St. 3. Pünktliches Erscheinen erwünscht. bt. Sämtliche Bezirisführer werden ersucht, von 5 Uhr nachmittags ab beim Genossen Hermann, Alt- Moabit 78, vorn 4 Treppen, 2. Portal, größere Abschlagszahlungen zu leisten. Die Genoffen der 11. Abteilung werden dringend ersucht, die restierenden Beiträge an die Bezirksführer ober an den Abteilungsfaffiecer Genossen Herrmann sofort zu bezahlen. 104. Abt. Rieberschöneweide. 7½ Uhr Vorstandssigung im Konferenzzimmer der Knabenschule Rudower Straße. Jungsozialisten. Gruppe Briz. 7½ Uhr Jugendheim Chauffecftr. 48, Bortrag des Genossen Henning- Duderstadt: Erziehung zum Friedenswillen". Morgen, Donerstag, den 2. Auguft. 37. Abt. 7% Uhr Funktionärsißung bei Jerasch, Ebertnstr. 10. Der preußische Staatsrat erledigte soeben eine Reihe kleiner Borlagen. Gegen die neuen umfassenden preußischen Ausführungsbestimmungen zum Reichsmietengesetz werden Einwendungen nicht 26. st. Donnerstag um 7 Uhr abends im„ Musikalischen Fuchs", Joftystraße, erweiterte Funktionärsizung aller in der Partei und Gewerkschaft tätigen erhoben. Die wichtigste Neuerung darin ist die Aufhebung der Genossen. 3wangswirtschaft für Industrie und Geschäfts= 32. bt. 7 Uhr Funktionärkonferenz Schule Lange Str. 31, Zimmer 55. Wichhäuser. Ferner wird die Berechnung der gesehlichen tige Tagesordnung. Regelung der Beitragszahlung. miete" geregelt. Von der Friedensmiete find 20 Broz. für 34. Abt. 7 Uhr bei Rofin, Gubener Str. 19, Funktionärfonferenz. Instandsetzungs- und Betriebskosten, 9 Proz. für Heizungsstoffe ber 35. Abt. 1½ Uhr bei Drellſſe, Schreinerſtr. 18, Sigung sämtlicher Funktionäre. Sammelheizung und 3 Proz. für solche der Warmwasserversorgung 43. Abt. 7% Uhr bei Reim, Urbanstr. 29, Mietervertreterversammlung. abzuziehen. Dazu kommen dann die Zuschläge des Reichsmieten- 48. Abt. 7½ Uhr Gigung des Abteilungsvorstandes und der Ordner. Pünktliches Erscheinen Pflicht. gefeges. Als große" Instandsegungsarbeiten sollen 101. Abt. Treptow. Pünktlich 7 Uhr Schule Wildenbruchstraße äußerst wichtige Funktionärkonferenz. nur noch die im§ 5 des Reichsmieten gefeges ge= nannten Arbeiten gelten. Gegen die Stimmen der Sozial- 106." Abt. Johannisthal. 8 Uhr Gigung sämtlicher Funktionäre bei Gobin, demokratie wurde der Regierung empfohlen, die Bestimmungen zu 128. bis 130. bt. Pantow. 7½ Uhr Funktionärfonferenz im Jugendheim. Wichtige Tagsordnung. Eine halbe Stunde vorher Vorstandssigung. ftreichen, nach welcher die Feuerversicherungsprämien nicht im vollen Der Staatsrat Jungsozialisten. Gruppe Neukölln. 7½ Uhr Jugendheim Nogatstr. 53, Dis Umfange auf die Mieter umgelegt werden sollen. tuffion: Die innen- und außenpolitische Lage Deutschlands". genehmigte ferner die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die Bekämpfung der Tuberkulose und zur Verordnung über die Unterbringung Ausgewiefener aus dem Einbruchs- und besetzten Gebiet. Als Siz des Landeskulturamts Pommern wurde Stettin bestimmt. ,, Bismard- Bund, Ehrhardt- Gruppe Nr. 40". Eine sonderbar anmutende Borgeschichte hatte eine Diebstahlsanklage, die gestern in der Berufungsinstanz die Ferienstraffammer des Landgerichts I gegen die Arbeiter Karl Seeger, Willy Zahr und Frau Zahr beschäftigte. Eines Tages hatte ein Fuhrwerksbefizer N. sein Gespann vor einer Bedürfnisanstalt in der Nähe des Friedrichshains halten lassen. Als er wieder heraustrat, sah er, daß zwei Männer sich auf seinen Wagen geschwungen hatten, auf die Pferde einschlugen und in schnellstem Tempo davon fuhren. Laut schreiend lief er dem Wagen nach, fonnte ihn natürlich nicht einholen und verlor ihn auch bald aus dem Gesicht. Mit Hilfe eines ihm zur Verfügung gestellten Rades machte er sich auf die Suche, und er bekam das Fuhrwerk in der Landsberger Allee wieder in Sicht. Bei der Weiterverfolgung fah er, daß das Gefährt vor einem Hause Halt machte, daß die Pferdedecken in eine Kellerlute geworfen wurden und daß man sich auch schon daran machte, den Siz des Wagens abzumontieren. Nun ließ er die beiden Leute, die Angeklagten Seeger und Zahr, festnehmen. Auf dem Berliner Fernsprechamt 5 scheint jemand zu fizen, der Auf der Wache traten die beiden Diebe mit großer Sicherheit auf, eine ganz besondere Vorliebe für die Namen Bismarck und Ehrhardt leugneten, daß sie die beiden Männer feien, die das Fuhrwert ge- hat, sonst wäre es doch wohl nicht möglich, daß es ruhig mitangestohlen hätten, und behaupteten, daß sie es ehrlich gekauft hätten. sehen wird, daß in diesem Amt im Umschaltraum eine Listen Es gelang ihnen auch, wieder freigelaffen zu werden, und überdies fammlung vorgenommen wurde, in der man als Kopf lefen konnte: erwirften sie durch eine beigebrachte eidesstattliche Versicherung eine Bis mard Bund, Ehrhardt- Gruppe Nr. 40. Es stellte einstweilige Verfügung, durch die ihnen das Pferd sich sogar heraus, daß sich in diese Liste ein Telegraphenafsistent, zwei zugesprochen wurde. Sie hatten nun nichts Eiligeres zu Assistentinnen, zwei Oberleitungsauffeher, ein Hilfsschaffner und ein hun, als das Pferd durch Frau Zahr, die Mutter des Angeklagten, Telegraphenarbeiter eingezeichnet haben. Bielleicht hat die Leitung weiter zu verkaufen. Unter Antlage gestellt, ging das Schöffen- des Amtes die Freundlichkeit, mit der im Fernsprechwesen üblichen gericht Berlin- Mitte der Sache doch etwas näher auf den Grund und fam zu einer Verurteilung der beiden Diebe. Seeger, der ein bereits dreizehnmal vorbestrafter Schwerverbrecher ist, erhielt eineinhalb Jahre Zuchthaus, während der bisher unbestrafte Zahr mit sechs Monaten Gefängnis und Bewährungsfrist davontam. Frau Bahr, eine ehemalige Kinobefizerin und jezige Obsthändlerin, wurde von der Anklage der Hehlerei freigesprochen, da das Pferd durch die einstweilige Berfügung den Angeklagten zugesprochen morden war. Gegen das Urteil hatten die Angeklagten Berufung eingelegt. Die Straffammer hielt aber keinen Anlaß für vorliegend, das Urteil zu mildern. Schnelligkeit zu erklären, wie es möglich ist, daß derartige Listen dort herumgehen. Daß der Bismard- Bund es im übrigen fertig befommt, feinen vergötterten Heros mit dem entflohenen Häftling Ehr= hardt in einem Atem zu nennen, läßt interessante Schlüsse auf das nationale" bzw.„ völkische Niveau" dieses Bundes zu. Roonstr. 2. " Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 45. Abt. Unfer Genosse Sampel, Reichenberger Str. 125, ist am Schlaganfall verstorben. Einäscherung Mittwoch, den 1. August, 4 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. 46. Abt.( Stadtbezirk 107a). Genosse Franz Schumann, Cuvrystr. 40, ist am 29. Juli verstorben. Einäscherung Donnerstag, den 2. August, nachmittags 3½ Uhr im Krematorium Baumschulenweg. 91. Abt. Einen unermüdlichen Funktionär verlor die Abteilung in dem Genoffen Bantin, Banzlichstraße 4. Seine Einäscherung erfolgte bereits am Freitag, den 27, Juli. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 1. Auguft. LandsFallenberg. Jugendheim Gemeindeschule Rofeftraße, Mitgliederversamm Friedrichsfelde. Jugendheim Berliner Str. 44, Mitgliederversammlung. Friedrichshagen. Jugendheim Scharnweberstr. 105a, Mitgliederversammlung. Karlshorst. Jugendheim Gemeindeschule Auguste- Bittoria- Straße, MitRaulsdorf- Süb. Jugendheim Restaurant Moltkestr. 1, gliederversammlung. Migliederversammlung. Neu- Lichtenberg. Jugendheim Mittelschule Marktstraße, Mitgliederversammlung. Lichtenberg- Mitte. Jugendheim Doffeftr. 22, Mitgliederversammlung. Lichtenberg- Rorb. Jugendheim Bartaue 10, itgliederversammlung. Groß- Lichterfelbe. Jugendheim Albrechtstr. 14a, Mitgliederversammlung. Mahlsdorf. Jugendheim Gemeindeschule Walderfeestraße, Mitgliederversammlung. Jugendheim Rosenthaler Vorstadt. Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin. Sonnabend, den gemeindehaus Sophienstr. 21, Mitgliederversammlung. Schönhauser Bor 11. August, abends 6 Ubr, in der Neuen Welt, Hafenbeide 108/114, Ber- ftadt. Jugendheim Gemeindesaule Sonnenburger Straße 20, Bortvag: BabaNeichenberger Viertel. Jugendheim Gemeindeschule Glogauer Str. 15, faffungsieier. Karten zum Preise von 2500 M. pro Stüd zu haben im gogit". Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof. 2 Treppen, Mitgliederversammlung. Zimmer 8 und bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Achtung, Nürnbergfahrer! Heute abend 7 Uhr findet im Jugendheim Am Montag, den 13. August, abends 7, Uhr, Gedächtnis Lindenstraße 3 die Probe für den Sprechchor statt. Alle Genoffen, die nach feier zum 10jährigen Todestage Bebels im Blenarsizungs- Nürnberg fahren, müssen sich unbedingt daran beteilgen. faal des Reichstagsgebäudes. Eintrittstarten bro Stüd 8000 M. find zu dungsausschüsse, Bezirks- und Abteilungsführer werden ersucht, die Karten 3 Bestrafung von Wohnungsschiebern usw. Während bisher die gegen Wohnungsschieber festgelegten Geld- baben in Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Die Obleute der Dil- Vorträge, Vereine und Versammlungen. strafen häufig nicht im richtigen Verhältnis zur Straftat oder dem für diese Feier noch im Laufe dieser Woche abzuholen. Fünf große Proletarisches Baldfest der Freibenter, Steglis, verbunden mit Feierstunde widerrechtlich erzielten Gewinn standen, ist dies durch das Festtonzerte im Winter 1923/24. Der Grundpreis pro Abonnement im Grunewald, findet am Sonntag, den 5. August, statt. Gemeinsamer Abneue Geldstrafengeset wirtsam geändert worden. beträgt 5000 m. Zeichnungslisten liegen aus im Bureau und bei den marsch nachmittags 2 Uhr vom Marktplag an der Düppelstraße nach dem Jett fönnen Bergehen gegen die Wohnungsmangelverordnung mit Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. Geldstrafe von mindestens tausend Mark bis 3 U zehn Millionen Mart oder mit haft bestraft werden. Berust Die Eisenbahnkatastrophe von Kreiensen. das Vergehen auf Gewinnsucht, so fann die Geldstrafe auf 34 Schwerverlette. einhundert Millionen Mart erhöht werden. Die Gelb 47 Tote, davon 24 festgestellt strafe soll das Entgelt, das der Täter für die Tat empfangen und Das Eisenbahnunglück auf einem der bekanntesten deutschen den Gewinn, den er aus der Tat gezogen hat, übersteigen. Reicht Eisenbahnfrenzungspunkte und Uebergangsstationen, dem Bahnhof das gesetzliche Höchstmaß hierzu nicht aus, so darf es überschritten reienjen, zwischen Hannover, Göffingen, Goslar und Kaffel gelegen, stellt sich als das schwerste und furchtbarste Verkehrsunglüd heraus, das wir in der legten Zeit gehabt haben. werden. Wohnungs- Maffenschwindel. Nach den bisher vorliegenden Mitteilungen find bereits 47 Tofe Wegen Wohnungsschwindels im großen wurde der 23 Jahre geborgen, angesichts der großen Verkehrssicherheit, die auf den deut. alter Friedrich Budlas verhaftet, ein verheirateter Mann, der sich fchen Bahnen herrscht, eine Entfehen erregende Zahl, Das Unglüd unangemeldet in der Schwedter Straße aufhielt. Pudlas machte sich erinnert in feiner fatastrophalen Schwere an das bekannte große an Beute heran, die durch Anzeigen zu einer Wohnung zu kommen Eisenbahnunglüd auf der Berlin- Görliher Strede bei Schleife unversuchten, versprach ihnen alles, was sie nur wünschten, machte weit Spremberg vor etwa 20 Jahren. Damals fuhren zwei Züge feine Angebote durch gefälschte Mietsverträge, die er mit einem direkt ineinander. Als Ursache wurde Unachtsamkeit eines Beamten von ihm selbst angefertigten Stempel des Wohnungsamtes ver- festgestellt. Die Ursachen des Unglücks bei Kreiensen bedürfen noch sehen hatte, glaubhaft und sackte Millionen an Vor der lehten einwandfreien Feststellung. Ueber die Art, wie sich das furchtbare Eisenbahnunglück zuschüssen ein. Eine Wohnung in der Koloniestr. 14 vergab er zweimal, ohne das die Wirtin auch nur das geringste von einer getragen hat, erfahren wir an der Unglücksstelle daß der Vorzug Verfügung über ihre Räume wußte. Bisher find dem Verhafteten des D- 3uges 88 Hamburg- München unterwegs Maschinen 30 Swindeleien nachgewiefen. Einem Manne hatte Budlas de fett hatte und auf dem Bahnhof Kreiensen, der fahrplanmäßig in Reukölln eine Wohnung auf einem Grundstück angeboten, das ohne Aufenthalt zu durchfahren ist, eine neue Vorspannmaschine gar nicht egiftiert. Dieser Schwindler war aber nicht bloß woh- nehmen wollte. Der Haupt- D- 3ug 88, der durch den Bahnhof nungsvermittler", sondern auch richtiger Berwalter mehrerer Häuser. Hier bewährte er sich ebenio. Er zog die Mieten pünktlich reiensen durchfahren wollte, hat dann das altesignat über ein, lieferte fie aber niemals ab. Gas- und Wassergeld, das fahren, und ist mit erheblicher Geschwindigkeit ohnehin schon hoch genug ist, steigerte er bei der Abrechnung auf auf den Vorzug aufgefahren. Der Anprall war eigene Faust und für seine Tasche noch weiter, indem er der fe gewaltig, daß beim Vorzug sich der legte richtigen Zahl noch ein paar Nullen anhängte. Betrogene tönnen Wagen unter den vorlegten Wagen schob und die Gruneweld( Festplat feitwärts der Schießstände, Nähe der Kronprinzenallee). Festrede Genosse Dr. Sompf. Mufit, Gesang, Rezitationen und Sprechchor werden die Veranstaltung umrahmen. Ballspiel- Club Moabit. Vereinslokal befindet sich ab 1. Auguft im SportAufnahme neuer Mitglieder bortselbst. beim von Otto Dittmar, Lehrter Ginaße 49. Gisung jeden Sonnabend 9 Uhr. Der angekündigte Rurfus des Proletarisches Kulturkartell Wedding". Genossen Georg Engelbert Graf über die Soziologie der Jugendbewegung" muk infolge dringender Verhinderung des Referenten bis zum Winter verschoben werden. Während der Abwesenheit des Genoffen, Ernst Cohn von Berlin in der Zeit vom 9. Auguft bis 1. September liegt die Geschäftsführung des Kartells in Händen des Genoffen Bruno Domnis, Lüderißftr. 58, 3 Tr. Sport. Rennen zu Karlshorst am Dienstag, den 31. Juli 1923. 1. Nennen. 1. Spiritist( Eichhorn), 2. Jafor( Meja), 3. Sham Dich Toto: 30: 10. Blat: 15, 14, 17: 10. Ferner liefen: ( Br. Müller). Interim, Freiweg, Hella, Gisvogel, Eisenkappe, Schloffe, Atalanta, Mieren2. Renne it. 1. Charley's Cousin( Borowsky), 2. Santt Martin dorf, Fandila, Goldammer, Sonett, Erdrose. Blat: 15, 28: 10. H. Müller), 3. Blautovas( Nogly). Zoto: 21: 10. Ferner liefen: Boct( gef), Stürmer II( gef.). 3. Rennen. 1. Phyllis( v. Bachmayr), 2. Maathaber( Hr. König), Ferner liefen: 3. Kern( v. Herder). Toto: 52: 10. Play: 26, 88: 10. Spero, Wetterscheide, Baleftrina. 4. Rennent. 1. Fabiola( Kränzlein), 2. Lilienstein( Saager), 3. Herzog( Bismart). Toto: 88: 10. Platz: 25, 28, 19: 10. Ferner liefen: Berbi, Algebra, Serero, Drkus, Hontalica, Mozart. 1. Miner( S. v. Westernhagen), 2. Erich( Dyhr). Zoto: 18:10. 2 liefen. 6. Rennen. 1. Reford( Borowsky), 2. Halma( Bar), 3. Caefar II Zoto: 51: 10. Plak: 18, 16, 25: 10. Ferner liefen: ( Mannchen). Felling, Truz, Fuchsmajor, Suſanna. 1. Najeweiß( Saager), 2. Sulamith( Stys), 3. Mohammed( Thiel). Toto: 31: 10, Blat: 16, 23, 19: 10. Ferner liefen: Schnudi II, Notopfer, Freundlich, Fa presto. 5. Rennen. 7. Rennen. Heist der Tat. Geleittvorte zum Juugsozialistcutag in Erlangen. Von Heinz Al. Pohlmeyer- Dortmund. Wir durchleben Zeiten, in welchen selbst starke Charaktere vor Erschütterungen nicht bewahrt bleiben. Unzählige Menschen erwehren sich nur mit dem Mute der Verzweiflung des Sturzes in den Ab- grund. Und dennoch predigt auch in dieser Leidcnsperiode der Geist der Tat, der über allem steht, dah wir weder an der Zukunft des Menschengeschlechts noch an der Zukunft unseres Volkes verzweifeln dürfen, weil die Menschheit fortwährend vorübergeht, weil sie sich stets verjüngt und erneuert. Wo ist das mit erfreulicherer Deutlichkeit festzustellen, als in der Entwicklung der sozialistischen Bewegung— wo spürt man erfrischender dieses lebendige Wachsen und Werden, als unter unseren jungen, vorwärts und aufwärts strebenden Kräften? Wir alle, die wir den einzigen Weg zur Rettung der Welt kennen und die tiefe Ueberzeugung in uns tragen, daß nur der Sieg des demokratischen Sozialismus die große geistige Erlösungs- aufgäbe vollbringen kann, brauchen besonders den T a t g e i st, der in den Massen Einsicht und Erkenntnis fördert und beides zum Wollen und Vollbringen führt. Nur mit ihm können wir das ge- waltige Werk der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Nestau- ration der Welt verwirklichen. Wer das begreift, oersteht auch, daß Karl Bröger der Jugend das Recht geben durste, von sich zu sagen, daß sie ihr eigener Anfang sei. Weil wir es begreifen, wollen wir an uns arbeiten und meißeln, dannt die Schlacken sollen, wollen wir sein wie der Stein, an den der Hammer gelegt wird, wenn er mit in das Haus gebaut werden und Träger sein will. Die Erinnerung an satte Tag« von ehemals darf uns nicht hemmen, voranzuschauen und durchzubrechen in das Land, das uns verheißungsvoll leuchtet. Viele der Alten in unseren Kämpferreihen kranken noch zu sehr an der Ver- gangenheit. Es wird ihnen, um ein Marx-Wort zu zitieren, nicht leicht, den Sprung zu tun aus dem Reiche zwangsläufiger Not- wendigkeiten in das Reich wahrer Freiheit. Das ist bitter und oft hemmend für junges, tatenfrohes und kraftstrotzendes Stürmertum: aber das ist erklärlich und darf kein Hemmnis sein auf dem Wege zur Gemeinschaft im Ringen um das eine, gewaltige Ziel.— Denn Millionen anderer, die der sterbenden Welt von gestern huldigen, bieten uns, den Sehenden und Voraneilenden, dem Geschlecht der Zukunft, das verzerrte Bild einer Zeit, über welche der Geist unserer Tat bald die letzten Felsblöck« gewälzt haben wird. Ueber ihnen sollen sich die Quadern einer besseren Welt, der Welt des Sozialis- mus, schichten. Ein« unerschütterliche Liebe haben wir in uns und um uns aufzubauen zu dieser Erde des Friedens, der Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit— eine Liebe, die ewigen Bestand hat, jene Liebe, von der Dante sagt, daß sie Sonnen und Sterne rollt. Solche Liebe erzeugt Schaffensmut, eiserne Willens st ärke und unbeschränkten Opfer- sinn. Wir brauchen die drei wie das täglich« Brot. In Habgier, Luxus und Wollust, bei Wein und Gesang sucht die Kultur des bürgerlich-kapitalistifchm Zeitalters.in Schönheit" unter- zugehen. Schaudernd gehen wir, die Schreitenden, an dieser Stätte der Schande vorüber, um unser E r z i e h un g s we r t an der Menschheit mit um so größerer Begeisterung fortzusetzen. Läutern wir, jeder an sich und am Nächsten, mehr noch als bisher unser Inneres und sorgen wir dafür, daß auch in dieser Erziehungs- arbeit der rechte Tatgeist walte. Nutzen wir allüberall die prak- tischen Möglichkeiten aus, die sich uns für die Förderung der Entwicklung unseres Volkes und der Menschheit bieten. Dazu ist erforderlich, daß wir unsere Kräfte tonzentrieren, daß wir mithelfen in der Jugend-, in der sozialenWohlfahrts- a r b e i t, in den Gewerkschaften, der Partei, im öffent- l i ch e n L e b e n, wo wir es für uns erschließen können, daß wir den Sozialismus vertiefen, sozialistisch« Werk« und reale Werte schaffen. Erlangen wird dazu weitere Wege weisen. Sie müssen gegangen, nicht nur gesehen werden. Tatgeist muß auf ihnen die Erfüllung sinden. Nirgends sind die Möglich- keiten hierfür stärker, als unter dem Banner der Demokratie. Als Bebel uns sagte, daß der Kampf unter ihm leichter und erfolgschneller sei, ersehnten wir den Tag, an dem es über uns wehen möchte; jetzt, wo er angebrochen ist, müssen wir ihn nützen. „Des Himmelsstllrmers Spur verweht im Sand." Geist der Tat verträgt und kennt keine H i m m« l sstü r m e r e i. Halten wir uns frei von einem Uebermaß an Schöngeisterei, von den süßlichen Einflüssen falscher Propheten, die zu allen Zeiten, in welchen sich ein größeres Werden ankündigte, aufstanden und ver- sprachen, in vicrundzwanzig Stunden Burgen in die Sterne zu bauen. Weder zahme und fromme, noch solche Propheten, die mit Schwert und Eisen dräuen, vermögen auch nur ein schwaches Bild dessen zu malen, was als Ziel unserer Arbeit gilt. Wir wollen mehr denn jene: wir wollen alles. Aber mir wollen es ohne' Beiwerk aus der Zeit, die um uns her vergeht; wir wollen es nicht überdacht sehen von einer Fata morgana und es nicht hinwegstürzen lassen über Blut und zuckende Mensthenlciber. Wir wollen es un- befleckt und rein, errungen durch den Willen, der nur in wahrhast überzeugten Hirnen wohnt.— Ge i st der Tat oerlangt, daß ihm Treue gehalten wird. Er verlangt auch, daß der Mensch dem Menschen heilig sei. Darum wollen wir uns die Marschlinie weder von materialistisch-brutalen 5)enkern noch von ästhetisch-theologischen Träumern vorschreiben lassen. Sie alle dienen der Unkultur der Bergangenheit und den Schrecknissen dieser Tage, die unter Schmerzen und Bitterkeiten das Neue gebären, das w i r allein zur Trägerin des Heiles machen können. In die Zukunft richten wir den Blick und auf die schönere Erde, unsere Erde. Der Pfad der Ueberwindung. den wir gegen- wärtig wandern, hat noch Sonne in Fülle. Der Geist der Tat, die wir am gesamten Menschengeschlecht zu erfüllen haben, ist nicht ge- Kunden an Belanglosigkeiten und Nebenerscheinungen. Was wir wollen, hat Bestand: es ist gebaut auf jenem sturmerprobten Felsen, der aus dem Willen erwuchs, die Sehnsucht aller Jahr- h u rfd« r t e zu erfüllen, das B e fr e i un g s w e r k an der MenschheitzuEndezusühren. Fester und fester muß sich das Band dieser Erkenntnis um uns schlingen, vereint mit dem Willen zur Durchführung, alle jugendstarken Kräfte im Sozialismus zusammenschweißen und so jenen unüberwindlichen Geist der Tat schaffen, der vom Beginn aller Dinge an war und immer sein wird. E r l a njj c n soll uns das Tor weiter öffnen, das auf die Felder produktiven Wirtens führt. Er- langen soll die Ernte bereiten helfen. Jeder einzelne von uns, der in diese alte Stadt deutscher Geistesarbeit fährt durch die in Sommerpracht schimmernden Gaue und vielleicht hernach noch in Nürnberg fröhlich« Einkehr hält zum Reichsjugendtag der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands, soll sich tief in die ge- schwellte und kampfdurstig« junge Brust das weisheitsschwere Wort des alten Horaz schreiben: Carp« diem— Nütze den Tag! pazifistischer Stuöentenkongrefi. In Dresden wurde der Kongreß der pazifistischen Studenten Deutschlands acgchal:en. Nach einem Begrüßung sabend, an dem sich Ministerpräsident Dr. Z e i g n e r, der Wirtschaftsminister F e l l i s ch und der Ministerioldirettor im Kultusministerium Dr. U h l i g eingefunden hatte, trat man am Sonntag in die Beratung ein. An erster Stelle stand ein Referat des sächsischen M i n i st e- rialrats Freund über die politische Lage. Der Redner ging auf den Ruhrkonflikt und den passiven Wider. stand ein und bemerkte dabei, daß das Interesse Englands von uns außerordentlich überschätzt worden ist, dem passiven Wider- stand sei es auch bisher nicht gelungen, Frankreich selbst zu einer nachgiebigeren Haltung zu bewegen. Deswegen müsse heute die Selbsthilfe des deutschen Volkes in den Vordergrund gestellt werden. Die Frage, auf die es ankomme, laute: Kann die passive Resistenz gerettet werden durch eine energische Aktion mit den dem beut- schen Volke noch zur Verfügung stehenden Kräften? Der schwerste Vorwurf, der der Reichsregierüng gemacht werden müsse, sei der, daß die passive Resistenz nicht durch innerpolitische Maß- nahmen, durch eine innere Sanierung unterstützt worden ist. Die Finanzierung der Ruhrangelegenheit sei vor sich gegangen wie die Finanzierung der Kriegs- und Nachkriegszeit. Man versäumte, die Lasten durch eine Besteuerung des Besitzes tragsähig zu machen. Die passive Resistenz sei insbesondere von der Reichsregierung nicht so gestützt und geHallen worden, wie es notwendig war. Damit habe sie nicht alles getan, um die passive Resistenz möglichst kurz zu gestalten und sie in Verhandlungen überzuführen. Besteht heute noch die Möglichkeit einer Umstellung der inneren Politik durch Selbst- Hilfe auf breitester Grundlage? Können wir im Augenblick über- Haupt zu einer inneren Reparation kommen? Drei Schichtm der Bevölkerung seien leistungsfähig: die Lohn- und Gehaltsempfänger, die Industrie und der Grundbesitz. Zweifellos feien bis- her In du st ri« und Grundbesitz nicht im Maße ihrer Leistungsfähigkeit herangezogen worden. Auf dem Wege über Steuern, Staatshypothek und Sachwerterfassung könne außerordentlich viel für den Staat herausgezogen werden. Die innere Sanierung fei aber auf der politischen Seite in Angriff zu nehmnen. Die aktivistischen Elemente seien geneigt, die gegenwärtige Situation auf dem Weg« des Putsches zu lösen, was eine politische Wirkung auf die Trager der passiven Resistenz, der Arbeiterschaft, mit der der republikanische Teil des Bürgertums �u- jammengehe, habe. Eine Wirkung fei auch, daß das Reich seine Machtmittel nicht so verweniden könne, wie es notwendig sei, um das Programm, das aufgestellt werden müsse, durchzuführen, weil sie durchsetzt und zersetzt sind von aktivistischen Kreiden. Der Redner ging dann auf die Frage«in, ob die Industrie leistungs- und opferwillig gemacht werden könne durch die Bildung einer großen Soalillon, und bezeichnet es als zweifelhaft, daß sich die Industrie einer Re- gierung, der auch Sozialdemokraten angehören, entgegenkommender zeigen werde als gegenüber der sozialistenreinen Cuno-Regieruna. Die Bildung einer solchen großen Koalition wäre vielleicht möglich, wenn die Industrie sich von vornherein und grundsätzlich zu bestimm- ien Leistungen und Opfern bereit erklären würde. Ob sich eine solche große Koalition auch durchsetzen würde, sei indessen eine andere Frage, denn es müsse zweifelhaft sein, ob sie imstande sein würde, die Geietzgebungstätigteit zu entfalten, die notwendig sei zur wertbeständigen Besteuerung und zur Sachwertersasiung. Aber selbst wenn die Spitzenoerbände d«r Industrie be- reit wären zu leisten und zu opfern, so bedeute das noch nicht, haß auch der einzelne Industrielle zu opfern gewillt ist. Hier bedürfe es einer Reorganisation der Verwaltung, der Justiz, der Reichswehr und der Polizei. Der Staat müsse dieses Macht- mittels ganz sicher sein. Wenn als,? die Möglichkeit einer großen Koalition mit einem großen Fragezeichen versehen werden müsse, so würde doch auch von jeder anderen Regierung verlangt werden müssen, daß die innere Sanierung sofort in Angriff zu nehmen ist und die Machtmittel umzugestalten sind aus diese innere Not- wendigkeit. Die Wermitllunjzsaktion Englands fei im gegenwärtigen Augenblicke nicht zu übersehen. Glückte sie, so tauchten sofort die Fragen der Wiederherstellung und der inneren Reparation auf. Da sich die Reicheregierung unfähig gezeigt habe, eine innere Reparation aus dem Volke herauszuholen und den Besitz zum opfern zu zwin- gen, so ergebe sich hie eine Möglichkeit, daß die Sache von außen gemacht wird durch Unter-Aufsicbtsstellung Deutschlands unter die Entente, oder die andere Möglichkeit, daß sich große bedeutende Kreise des Volkes auf einer Plattform zusammenfinden, um den Besitz zum opfern zu zwingen. Es sei dabei an ein« Regierung de: Besitzlosen d. h. der Schichten zu denken, die für sich selber bereit sind, zu opfern, un>die auch entschlossen sind, die leistungsunwilli- gen Schichten zum opfern zu zwingen. Eine Reichstags- auflösung käme nur dann in Frage, wenn das Bolk aufgeklärt sei, um was es sich handelt. Wir kämpfen in Deutschland um Verhandlungen und wenden dabei eine Methode an, die eine grandiose Erscheinung darstellt. Vom Slandpunkk des Pazifismus müsse gewünscht werden, daß der passiven Resistenz der Erfolg beschieden sein möchle. Ein Sieg der passiven Resistenz bedeute einen Sie« der geistigen Potenz über grobschlächtigen vlateriallsmus. Darauf sprach der Bundesvorsitzende M e d d i n g über die inlernationale Siudentenheroegung. Der Redner lehn!« den Jung- Pazifismus ab und sagte, die Kriegsdienstverweigerung!ii für jeden Pazifisten eine Selbstverständlichkeit. Die pazifistische' Joe« lasse sich nur in einer völlig sozialisierten Volks- und Weltwirtschaft verwirk- lichen. Ein von ihm eingebrachter Antrag, der Annahme fand, richtet an die studentischen Gesinnungsfreunde aller Länder die Aufforderung, sich zu einem Weltbund« zusammenzu- schließen, um im gemeinsamen Kampf« gegen Dölkerverhetzung, Re- aktion und Militarismus den internationalen Abwehrkampf gegen den Krieg mit den internationalen Gewertschasten zu organisieren und in der Staatsgewalt, die die Völker in den Krieg und in neues un- sagbares Elend zu schicken beabsichtigt, die Gefolgschaft Zu versagen." Weiter wnrde beschlosien, gemeinsam mit gleichgesinnten Stu- dentenverbänden des Auslandes eine Denkschrift vorzubereiten, in der die Wünsche und Vorschläge de: international gerichteten aka- demischen Jugend aller erreichbaren Länder für eine neue internationale Ordnung niederzulegen und dem Verband der Jntnernationalen Vereinigungen in Brüssel einzureichen sind. Endlich wurde eine Entschließung gefaßt, die die Einrich- tung von Lehrstühlen für Friedenswissenschaft fordert. Wirtschaft Staatsbahnen ober privatbahnen. Zu der umstrittenen Frag«, ob Staatsbahnen oder Privatbahnen Zweckmäßiger sind, bringt der Statistiker Dr. R. Kuczynski in seiner„Finanzpolitischen Korrespondenz" aus Grund seiner omeri- k an i scheu Reiseeindrücke folgende Ausführungen: Im Kriege übernahm die Regierung der Vereinigten Staaten die Verwaltung der Privatbahnen. Sie hat sie vor einigen Jahren den früheren Besitzern zurückgegeben. Aber der Gedanke, die Privat- bahnen endgültig zu verstaatlichen, beschäftigt hier sehr lebhaft die Gemüter. Dabei ist die Abneigung des Amerikaners gegen die staatliche Bureaukratio stärker denn je, und man glmibt sich in Berlin, wenn man die endlosen Klagen über die Vermehrung der Beamten Hort. Wie ober steht es denn damit bei den Privat- bahnen?. Nach einem halbamtlichen Bericht des Eisenbahnstatistikers Sla» son Thompson stieg die Zahl der Bureauange st eilten der Privatbahnen von 1895 bis 1929 von 41395 auf 239 593, d. h. um 441 Proz., während die Zahl der beförderten Per» sonen von 507 auf 1253 Millionen, also nur um 147 Proz., und die Frachten von 697 auf 2395 Millionen Tonnen, d. h. u m 231 Proz. stiegen. Gleichzeitig stiegen die Betriebseinnahmen von 1975 auf 6259 Millionen Dollars, d. h. um 4SI Proz, die Be- triebsausgaben von 726 auf 5951 Millionen Dollars, also um 7 2 9 P r o z. Im Jahre 1895 brouclsten nur 1,75 Proz. der Einnahmen für die Besoldung der Bureauangestellten verwendet zu werden, im Jahre 1929 hingegen 6,21 Proz. Ein schwerer Vorwurf, den Thompson da gegen das Privatbahn- system erhebt! Aber nein! Schuld an der starken Vermehrung der Angestellten trägt nach Thompson einzig und allein die Regie- r u n g, die zu viele Statistiken anfordert. Mit dem Gelde, das die Privatbahnen jährlich für die Besoldung der Angestellten ausgeben, die überflüssig« Statistiken anfertigen, könnten sie„2999 Loko- mottoen oder 69 999 bis 79 990 Güterwagen beschaffen oder 1,3 Proz. mehr Dividende ausschütten." Kollege Thompson möge es mir nicht übelnehmen. Wenn seine Zahlen nichtig sind, dürfte es noch einige andere Gründe für die Vermehrung der Bahnangestellten geben als die Vermehrung der überflüssigen Statistik. Jedenfalls wüßte ich, was ich zu�tun hätte, wenn ich amerikanischer Eisenbahnpräsident wäre. Ich würde einen von den zehn Millionen Deutschen konsultieren, die ganz genau wissen, daß bei Ueberführung der Reichsbahn in Privatbetrieb das Beamtenheer„selbstmstänidlich abgebaut" würde. Die größte gensssensckiafttiche Einrichtung der Welk. Die Cooperative Wholesale Society(C. W. S.), die Groß- einkaufsgesellschaft der englischen Genossenschaften, welche gegen- wärtig in einem schweren Konflikt mit den Gewerkschaften steht, ist die größte genossenschaftliche Einrichtung der Welt. Di« ihr angeschlossenen Genossenschaften haben eine Mit- gliederzahl von drei bis vier Millionen, mit Familien elf Millionen, und machen«inen beträchtlichen Teil der englischen Bevölkerung aus. Die C.W. S. wird im nächsten Jahre ihr sechzigjähriges Be- stehen feiern können. Di« Tätigkeit der Großeinkaufsgsnosienschaft ist außer- ordentlich mannigfaltig: außer der Verteilung der von ihr im großen eingekauften Waren unter die Mitgliedsgenossenschasten ver- fügt sie über ein ausgebreitetes Banknetz, Versichcrungsnbteilungen, landwirtschaftliche und Industriebetriebe. Letztere stehen mit der Ver- soraung mit Lebensmitteln, Bekleidung und Haushaltgegenständen in Zusammenhang, Es gibt kaum einen Artikel aus diesen Waren- gruppen, der nicht in den eigenen Betrieben hergestellt werden könnte. Eine Zusammenstellung von G. F. Mills zählt 112 Industrie betrieb«, sämtlich im Besitz des C. W. S. auf, darunter 14 Fabriken für Konfektionsartikel, 3 Schuhfabriken, 8 Ge- treidemühlen, 4 Möbelfabriken usw. Sie besitzt auch vier Groß- dampf er, außerdem Landgüter und Plantagen in England und in den Kolonien, so u. a. Teeplantagen in Ceylon, Südindien und Assam von ungefähr 25 999 Hektar, und Einkaufsstellen in ver- schiedenen Ländern. Sie beschäftigt 44 999 Angestellte und Arbeiter. Die Kriegszeit und die daraus folgende Konjunktur haben einen riesigen Ausschwung der C. W. S. zustande gebracht. Die darauf folgende Krise hat sie zwar stark in Mitleidenschost gezogen, sie hatte infolg« des Preissturzes beträchtliche Verluste, die jedoch glatt ab- geschrieben werden konnten. Die M i t g l i e d er z a h l ist auch während der Krisenperiode gewachsen. Gegenüber 1913 war der Aufschwung Ende 1922 ungeheuer groß: die Mitgliederzahl erhöhte sich um 1222 999, d. h. 53,7 Proz.: die getätigten Verkäufe um 34 Mill. Pfund, d. h. 119 Proz., der Wert der erzeugten Waren um 12 Mill. Pfund, d. h. 157 Proz., der Umsatz der Gcnosienschasts- dank um 393 Mill. Pfund, d. h. 232 Proz., das Aktienkapital um ungefähr 3 Mill. Pfund, d. h. 124 Proz. Die Leitung der C. W. S. geschieht auf der Grundlage einer demokratischen Selbstverwaltung. Der Vorstand,— 32 Mitglieder—, wird durch die Vertreter der angeschlossenen Ge- nossenschasten auf zwei Jahre gewählt und ist der Generalversmnm- lung, einer Körperschaft, welche ihrerseits von der Gencralversamm- lung der angeschlossenen Gewerkschaften gewählt wird, verantwort- lich. Die Direktoren dürfen neu gewählt werden. Eine jede Ge- nossenschaft ist befugt, der E. W. S. beizutreten. Di« Höhe der zu verteilenden Dividenden ist begrenzt, und der Uebcrlchuß wird entweder unter die angeschlossenen Genossenschaften nach Maßgabe ihrer Einkäufe verteilt oder aber zur Stärkung des Reservefonds ab- geführt.__ Die Arbeilslage in der Melallindustcie in der Woche vom 8. bis 14. Juli 1923 hat sich nach den Erhebungen des Deutschen Metallarbciterverbandes weiter gebessert. Von 1632 274 erfaßten Arbeitern waren 1 422 795—. 87,2 Proz.(in der Vorwoche 85,1 Proz.) V o l l a r b e i t e r, 161 925— 9,9 Proz.(11,2 Proz.) Kurzarbeiter und 48 454— 2,9 Proz.(3,7 Proz.) Arbeits- lose. Das Gesamtbild zeigt eine Zunahme der Voll- a r b e i t e r um 2,1 Proz. Bemerkenswert ist die Zunahme der Vollarbeiter im Bezirk Kiiln auf 52 Proz.. nur im Bezirk Frankfurt hat sich die Lage der Vollarbeiter um 1,8 Proz. verschlechtert. Soweit noch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in Frage kommt, ist meistens Mangel an Rohmaterial die Ursache, was daraus zurück- zuführen ist, daß durch die rasende Geldentwertung die Eisenpreise eine fabelhaste Höhe erreichten. Der Danziger Nokgeldumlaus soll bis zur Höchstgesamtgrenze von 60 Milliarden Mark gehen: es sind zurzeit 13,46 Milliarden. Die Reichs dank kann nur unter großen Anstrengungen den Be- darf Danzigs decken. Vorübergehende Stockungen in der Belicfo- rung sind schon eingetteten und weitere können erwartet werden. In der zweiten Hälfte des Juni und in der ersten Hälft« des Juli muhte die Reichsbank täglich rund 3 Milliarden Notgeld in den Verkehr bringen, ab 19. Juli täglich 10 bis 15 M i l- liarden. Bei der Einbringung der letzten Rotgeldoorlage war der W-ert des Umlaufs von Stadtnotgeld etnias über 15 Goldpfennige auf den Kopf; er ist inzwischen gesunken auf rund 1,5 Goldpfennige. veoifenkurse. Der Sturm auf die Goldpapiere. Die von der Nedar- Aktiengesellschaft aufgelegte 2. Serie der 5proz. Neckar- Goldanleihe in Höhe einer Million Goldmark ist erheblich überzeichnet und am ersten Tage geschlossen worden. Arbeitersport. Es Wasserballtournier der Freien Schwimmer Neukölln. Am Sonntag ver anstalteten die Freien Schwimmer Neukölln ein Wasserballtournier. Die schlechte Witterung und die politischen Demonstrationen hielten viele Zuschauer Schwimmfeft des G. B. ,, Borwärts" 1897. Am Sonntag hielt der Schwimm- zurück. Trog alledem waren ungefähr 500 anwesend und verfolgten mit leb perein Borwärts" 1897, Gruppe Norden, fein diesjähriges Sommerschwimm- haftem Interesse alle Spiele. Als erste traten die Schüler an, und man tonnte fest im Wassersportbad Plößensee ab. Jm folgenden die Reſultate: Eröff- es merken, daß ihnen noch die nötige Spielerfahrung fehlte. Aber mit vollem Die Kohlennot. Die Hamburger Detaillistenkammer hat in einer nungsstaffel 6 mal 55 Meter bel.( 2 Jugendliche, 4 Männer). 1. Norden Eifer waren sie bei der Sache. Die Jugend hatte mehr vom Spiel. dringenden Eingabe an die zuständige Stelle die Forderung erhoben, 4,29 Min., 2. Lichtenberg 4,45,2 min. Anabenbrustschwimmen 55 Meter. wirkt nicht gut, wenn die Spieler im Waffer sprechen. Dasselbe gilt auch bei daß für die Einfuhr von Kohlen die nötigen Devisen in vollem 1. Johl II N. 56,2 Get., 2. Griesche NO. 1,04,4 Min. Jugendfeitefchwimmen den Männermannschaften. In den Mannschaften der Berliner Schwinm110 Meter. 1. Gräbert G. 1,54,2 Min., 2. Anhalt N. 1,56,2 Min. Union stedt ein guter Kern, der viel zu hoffen läßt. Resultate: Schüler: Umfange freigegeben werden, da sonst empfindliche Störungen des Damenjugendrückenschwimmen 110 Meter. 1. Chriftopei S. 2,29,2 Min., 2. Mal- Vorwärts- Oberschöneweide- Freie Schwimmer Neukölln 0: 6. Jugend- Wellehamburgischen Wirtschaftslebens nicht mehr aufzuhalten sein dürften. daque. 2,31,1 Min. Mädchenbrustschwimmen 55 Meter. 1. Jden G. 1,02,4 Freie Schwimmer Neukölln 2: 1. Jugend- Charlottenburg- Freie Schwimmer Min., 2. Andrich G. 1,06,4 Min. Jugendlagen staffel 4 mal 55 Meter. 1. Nor Neuföln 2: 0. Männer- Berliner Schwimm- Union II- Friedrichshagen II 2: 3. Sowjetrußland und die Auslandsmessen. Das russische Außen- den 3,24 Min., 2. Lichtenberg 3,37 Min. Männerbrustschwimmen 110 Meter. Männer- Berliner Schwimm- Union I- Freie Schwimmer Neukölln I 5: 1. Män handelskommissariat hat die Schaffung eines besonderen Organs-- oder Seite 55 Meter. 1. Johl II N. 57,2 Get., 2. Rohlert G. 59,1 Gerichtet, noch Melbungen für das am 12. August in Wildau stattfindende 1. Schülzti N. 1,51,4 Min., 2. Rrengin 2. 1,52,2 Min. Knabenschwimmen ner- Welle II- Freie Schwimmer Neukölln II 6: 1. Schwimmer. An die Groß- Berliner Schwimmvereine wird die Bitte gefür Messewesen beschlossen nach dem Vorbilde ähnlicher westeuro- Männerschwimmen bel. Klasse A. 110 Meter. 1. Jahn NO. 1,35 Min., päischer Organe, wobei die an der Beteiligung an Auslandsmessen R. 1,53,2 Min., 2. Paul N. 2,04,3 Min. Damenbrustschwimmen 110 Meter. für Männer 4 mal 100 Meter; 2. 100 Meter Seite für männliche Jugend; 2. Hampe L. 1,50 Min. Jugendrückenschwimmen 110 Meter. 1. Rommatowski Schwimmfest abzugeben. Die Ausschreibung lautet: 1. Eröffnungslagen stafette interessierten Wirtschaftsorgane herangezogen werden sollen. Die 1. Müller N. 2,20,4 min., 2. Bergfelder N. 2,25,3 Min. Männerseite schwimmen 3. Jugendbruststafette 4 mal 50 Meter: a) männlich, b) weiblich; 4. Frauen Notwendigkeit eines solchen Organs wird damit begründet, daß das 110 Meter Klasse B. 1. Meißner G. 1,54,1 min., 2. Melchert NO. 2,04,2 Min. Schulbrustschwimmen 50 Meter( nur Ausführung wird gewertet); 5. Baddeln bisherige Auftreten Sowjetrußlands auf den Auslandsmessen ver- Schülerbruststaffel 6 mal 55 Meter( 3 Mädchen, 3 Knaben). 1. Norden 6,45,3 für Männer über 40 Jahre 50 Meter topfwärts; 6. 100 Meter, beliebig für Min., 2. Güden 6,48,3 Min. Damenjugendbrustschwimmen 110 Meter. Frauen über 17 Jahre; 7. Eierlöffelschwimmen 50 Meter: a) Frauen, b) männ schiedene Mängel aufgewiesen habe, so z. B. eine mangelhafte 3u- 1. Chriftopei G. 2,10,3 Min., 2. Brandt N. 2,15,2 Min. Damenschwimmen liche Jugend; 8. Springen für Männer Klasse A: 3 Pflichtspr. Nr. 54-4 sammenarbeit bei den Operationen der einzelnen ausstellenden Dr- 5--5 55 Meter. 1. Giersch N. 1,013 Min., 2. Gerisch 2. 1,05 Min. Männer| Meter, 56-1 Meter, 97-4 Meter der Tabelle. 1 Sprung aus C, 1 Rürsprung: 9. Hindernisschwimmen 100 Meter; 10. Frauenbruststafette 4 mal 50 Meter; gane, eine fehlerhafte und die Marktkonjunktur nicht genügend be- brustschwimmen 220 Meter. 1. Reg L. 3,59,2 Min., 2. Würmisch N. 4,04,4 Min. Rnabenrüdenschwimmen 55 Meter. 1. Johl II N. 1,01,3 min., 2. Johl I N. 11. Männerrückenschwimmen Klaffe A 100 Meter; 12. Schülerbruftschwimmen rücksichtigende Preisfeftsetzung. Auch die Qualität der den Meffen 1,07,1 Min. Männerschwimmen S-- 110 Meter Klasse B. 1. Serden N. 50 Meter: a) Mädchen, b) Knaben; 13. 100 Meter, beliebig für Männer, zum Verkauf angebotenen Waren habe mitunter den Mustern nicht 1,46,3 Min., 2. Stug G. 1,56,1 Min. Jugendbrustschwimmen 110 Meter. Klaffe A; 14. Lagenstafette: a) männliche Jugend 4 mal 50 Meter, b) weib. entsprochen. Diese Mängel seien erst bei der Beteiligung an der 1. Frank N. 1,57,1 Min., 2. Kommatowski N. 1,58,4 Min. Damenbruststaffel liche Jugend 3 mal 50 Meter; 15. Streckentauchen. Die Wettkämpfe finden 6 mal 55 Meter. 1. Norben 6,56,4 min., 2. Lichtenberg 7,09,2 Min. Männer- nach der A. W. D. statt. Schwimmbahn 50 Meter. Sprungbretter 1,4 und Lyoner Frühjahrsmesse teilweise behoben worden. rüdenschwimmen 110 Meter Klasse B. 1. Brunitowski N. 1,59,4 min., 2. Drin- 5 Meter. Wassertiefe 3 Meter. Meldeschluß 6. August. Meldungen an gausti S. 2,06,3 Min. Jugendschwimmen S- i- 110 Meter. 1. Anhalt N. M. König, Wildau, Schwarzkopffftr. 32. Kampfrichter sind von jedem Verein Devisenturse. Unserer gestrigen Kurstafel ist noch nachzutragen: 1,36,4 in., 2. Gräbert G. 1,51,4 Min. Damenrückenschwimmen 110 Meter. möglichst mitzumelden. 1 argentinischer Papier- Peso 369 075 G., 370 925 B. 100 österreichische 1. Scheel NO. 2,07,2 Min., 2. Dieße 2. 2,21 Min. Männerlagenftaffel 4 mal Kronen 1571 G., 1579 B. 1 jugoslawischer Dinar 10 972 8., a) Jugend: Gruppe Norden- Gruppe Güden 3: 1, b) Männer: Alaffe& 55 Meter. 1. Lichtenberg 3,16,1 min., 2. Norden 3,20 Min. Wasserballspiele 11 027 B. Weiß- Rot 6: 0. Eilen Sie. 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Allgemeine Ortstrantentaffe Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 Auf Grund des Erlaffes des seren für den Berwaltungsbezirt XI Geschäftszeit vorm.9Uhr bis nachm.4 Uhr. Reichsminifters der Finanzen vom 24. Juli Zelephon: Amt Rorben 833 bis 836 1923, 111 3 8600, wird der Wert der Natural Berlin- Schöneberg- Friedenau. 55. und 6592 bis 6595. Heute, Mittwoch, den 1.Auguft, abends 8 Uhr, bei Boefer, Weberstraße 17 Vollversammlung fämtlicher Wagen. u. Karosseriebetriebe. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen. Bekanntmachung. und sonstigen Sachbezüge für die Bemeffung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn für den Bereich des Landesfinanzamts GroßAuf Grund der Berordnung vom 24. Juli Berlin mit Wirkung vom 1. August 1923 1923 gelten mit Wirkung vom 1. u. 13. Auguft ab wie folgt anderweit festgelegt: 1923 folgende ohnstufen, Grundlöhne Bolle freie Station( einschl.Wohnung, und Beiträge: Heizung und Beleuchtung). Raffenmitglieder Beitrag a) für weibl. Haus- tägl. wöchentl. monatl. Lohn. m. ein. Entgelt Grund- für jeden angestellte, Lehrl., stufe a d.Kalendertag v. lohn Kalender Lehrmädchen und über M. bis M. M. tag M. Kartellmitglieder! Verhand: fonitige gering belungen Sommerstr. 4a: 5 Uhr. Donnerstag, den 2. August, nach- angestellte, Anechte, mittags 4 Uhr, in der Schulaula, männl. und weibl. Pantste 41.( Eingang Böttgerstraße) beschäftigten Kollegen. 12 000 9000 zahlte Arbeitskräfte ( z. B. Mägde) A Ab 1. August 1923 Lehrlinge ohne Entgelt 32000 224 000 960 000 I 630 810 b) für männl. Haus12 000 24 000 18 000 1620 III 24 000 36 000 30 000 2700 IV 36 000 48000 42 000 3780 48 000 60 000 54.000 VI 60 000 72 000 66 000 5940 VII 72 000 90 000 80 000 7 200 41 600 291 200 1280 000 VIII IX 90 000 110 000 110 000 100 000 120 000 9 000 10 800 Gewerbegehilfen u. für Personen, die der Branchenversammlung Angestelltenversiche aller in der Geldschrankindustrierung unterliegen c) für Angestellte höherer Ordnung Tagesordnung: 1. Bericht der Tarif( z. B. Aerzte, Apotommission. 2. Branchenangelegenheiten thefer, Hauslehrer, und Verschiedenes. Hausdamen, GeMitgliedsbuch legitimiert. fchäftsführer, BertDie Vertrauensleute treffen sich meister, Gutsinspetum 3 Uhr in demselben Lokal. 4860 Ab 13. Auguft 1923 vorstehende Stufeneinteilung A- VIII und folgende: IX 110 000 130 000 120 000 10 800 X 130 000 150 000 140 000 X 150 000 170 000 160 000 XII 170 000 12 600 14400 180 000 16 200 toren. 53 600 375 200 1600 000 Für frete Station ohne Wohnung. Donnerstag, den 2. Auguft, abends 8weds Einschätzung der Versicherten in 6 Uhr, in der Brauerei Bögow, Seizung und Beleuchtung tommen nur die neuen Lohnftufen fordern wir die ArPrenzlauer Allee 242 % der vorstehenden Gäge in Ansaz. * Werkzeuge u. Maschinen Kugellager, Autozubehör fauft höchst. zahlend Pilz, Reinickendorferstraße 93. Kugellager, Boschzündkerzen, Magnete, Bergafer fauft Mechanische Werkstatt, Gartenplag 5. 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Die Vertrauensleute treffen sich stehende festgesezt sind, gelten die TarifMetallschmelze, Neanderstraße 35( nur Die Personen, welche durch die Er Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, offe- im Laden), tauft 8ahngebisse, Platin. um 5 Uhr in demselben Lokal. jage auch bei Berechnung des steuerbaren höhung der Berdienstgrenze neu versiche riert Schlafzimmer, Speisezimmer, abfälle, Goldsachen, Silbersachen. Qued. Cintommens für den Lobnabzug. rungspflichtig werden, find binnen einer Herrenzimmer, Klubgarnituren, Rorb filber, sämtliche Metalle. Achtung! Graveure und 3ijelente abg Borstehende Säge gelten nur für den Woche mittels der üblichen Anmeldeformu- möbel, Küchen usw. Große Auswahl. Erfolgt eine Veranlagung lace bei der Raffe zu melden. Besuch lohnend. die unter den Bestimmungen des Reichs- des steuerbaren Einkommens, so bleibt eine Der Vorstand. Metallbetten, Rinderbetten, Doppeltarifes arbeiten. Nachprüfung der Bewertung der tatsäch A. Schuldt, Bors. Sens, Schriftf. betten, Messing- Bettstellen, ChaiselonDonnerstag, den 2. Auguft, nach- lichen Sachbezüge im Einzelfall vorbehalten. mittags 5 Uhr, im gues, Rüchen billig. Spezialhaus, nur Berlin, den 30. Juli 1923. Metallbetten 3. Augufiftraße 63. Landesfinanzamt Groß- Berlin, Stahlmatratz, Kinderbetten dir. an Priv. Möbel Teilzahlung komplette gimmer, Wichtige Versammlung. Abteilung für Beſiz. n. Verkehrsstenern. Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Ginzelmöbel, Metallbetten Wenger, Alegandriner", Alexandrinenstraße 37a Jeder Betrieb und Werkstatt muß vertreten fein. Achtung! Chirurgische Branche Donnerstag. den 2. Auguft, nachmiffags 5 Uhr, in den„ Sophienfälen", Sophtenstraße 16/17 Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht über die legten Lohnverhandlungen. 2. Distuffion. Da in dieser Bersammlung wichtige Mitteilungen bekanntgegeben werden, ist es Pflicht jeder Kollegin und jedes Kollegen, bestimmt zu erscheinen. Donnerstag, 2. Auguff, abbs. 7 Uhr, im Berbandshause, Linienftraße 83,85 Versammlung der aller in der Fachgruppe Wickeleien Beschäftigten. Zagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Donnerstag, den 2. Anguff, nachmittags 5 Uhr, im Verbandshause ( Arbeitslosenfaal), Zintenstraße 83/85 Branchenversammlung der Bauauschläger. Tagesordnung: 1. Bericht über unsere Lohnverhandlungen. 2. Diskussion Mitgliedsbuch legitimiert. D 83/9 Die Ortsverwaltung. J.M.Spaeth, Berlin C2, Königstr. 52 Antiquariat* Moderne Graphit Buchhandlung k An alle Bücherliebhaber! Buchmartfonten schüßen Sie vor Preissteigerungen! Die bei mir eingeführten wertbeständigen Konten ermöglichen die mühelose Anschaffung von Büchern. Kommen Sie diesmal nicht zu spät zu Spaeth. Legitas Gesamtausgaben Klassiker Schulbücher Schöne Literatur Philosophie Mod. Graphik Antiquariat 14/20 Marfiliusstraße 8( Aleganderplag). Metallbetten, Chaiselongues 700 000.an, Patentmatragen, Bolsterauflagen, Kinderdrahtbett. 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