flbenSausgabe Nr. 356 ♦ 40. Jahrgang Fassade F Nr.17S N-juclib-dingvngm und Dn�Igenrnis, sind In der Morgenauiftab« angegeben liadoNlon: Zw. KS, CinSenfleofie 3 Aerasprecher: Dönhoff 282— 203 acl.-Jtbreffe: s«zloldsmokra» 8ahrschcinlich dem Hause den Inhalt in großen Zügen mitteilen. Es soll sich um den Entwurf der Antwort an Deutschland, den Mantel- «ntwurf der belgischen Regierung und um die belgisch-französische Antwort handeln. Alle dies« Schriststücke seien von beträchtlicher Länge. Der Korrespondent sügt hinzu, der allgemeine Eindruck sei gestern anscheinend der gewesen, daß die französische Antwort ein« Fortsetzung der Berhandlungen als wenig hoff- n u n g s v o l l erscheinen lasse. Es fei auch nicht wahrscheinlich, daß ein« Separatantwort abgesandt werde, bevor jede andere Möglichkeit erschöpft worden sei. Wahrscheinlich würden die britische und die Italienisch« Regierung besondere Antworten absenden, deren Inhalt aber ziemlich das g l e i che besagen würde. London. 1. August.(WTB.) Gegen den Teil der englischen Presse, der die französische noch zu übertresfen sucht und täglich den Nachweis unternimmt, daß Herr Poincare die Interessen Englands richtiger beurteilt als der britische Premierminister, d. h. gegen Blätter wie„Morning Post",„Daily Mail" usw. wendet sich heute der liberal«„M a n ch« st e r Guardian" in einem Leitartikel, in dem er u. a. ausführt, die von diesen Zeitungen vorgebrachten G«> danken ztichneten sich durch ihr« Konfusion aus. Man tu« so, als ob eine Kapitulation Deutschlands dasselbe sei wi« dl« Bezahlung von Reparationen. Oesters werde angedeutet, die Besetzung des Ruhrgebiets werde Teutschland zersplittern, und man scheine allerdings die Stirne zu besitzen, zuzugeben, daß dies dos wahre Ziel sei. Es werde nur zart angedeutet, wenn ein solches Ereignis eintreten sollte, habe Deutschland die Schuld und England sei einen gefährlichen Konturrenten los. Es sei aber unklar, wie Deutschland In diesem Fall« die Reparationen zahlen könne. Eine andere These laute, Deutschland sei trotz der Besetzung viel zu stark und müsse mehr Reparationen zahlen, ohne dabei aber Englands Handel Konkurrenz zu machen.„Manchester Guardian" fährt fort, es sei unmöglich herauszufinden, an welches der genannten Ziele dies« Propheten in Wahrheit glaubten. Eicher sei nur, daß Deutschland, wenn es fortwährend aufs Haupt geschlagen werde, schließlich zusammenstürzen müsse. Auf die Idee, daß England einem solchen Vorgang gleichgültig beiwohnen soll«, sei noch vor wenigen Wochen kein Cnglönder gekommen. Dies zeug« von einer Roheit, für die sogar ein Krieg keine Entschuldigung bieten würde. Eine derartig« Politik würde jeden Staat, der An- spruch darauf mache, als zivilisiert zu gelten, schänden. Abgesehen von der moralischen Seite der Sache sei aber die Behauptung, die Zerstörung Deutschlands bilde ein« Art guter Kapitalsanlag« für England, das gerade Gegenteil von dem, was maßgebende Bertreter des englischen Handels erklärten. Di« Folgen des wirk- schoftiiehen Untergangs Deutschlands seien gar nicht zu berechnen. Ganz Europa würde sie zu tragen haben. Die Un- ftabilitöt und die Unsicherheit, die den britischen Ausfuhrhandel bereits bedrückten, würden sich verhundertfachen, der Verlust des Handels mit Deutschland aber würde nur einen kleinen Teil der Verlust« aiismachen, die Groß-Brilonmen in allen Teilen der Welt erleiden müßt«, Militärüebatte im belgischen Senat. Eine Scharfmacherrede des Kricgsmimsters Devöze. Brüssel, l. August.(Ew.) Die gestrig« S« notssitzung. in � der das von der Kammer in der letzten Wcche angenommene Mili- j t ä r g e I e tz beraten wurde, verlief sehr st ü r m i s ch, da die So- zialisten in der O b st r u k t i o n blieben. Der Kriegsmimster D e o e z« wurde heftig angegriffen und, als er antwortet«, auf das heftigste unterbrochen. Es kam zu stürmischen Szenen, so daß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Nach Wiederauf- nähme der Verhandlungen vermochte sich der Minister nur mit Mühe verstöndlich zu machen. Er erklärte, Deutschland sei immer noch gefährlich, denn niemand kenne seine wirklichen Kräfte, und mmr habe nicht das Recht, die Lehren des letzten Krieges zu vergessen. Deutschland in seiner heutigen Verfassung stelle eine Brutstätte des Hasses dar und Hab«, vom moralischen Standpunkt aus betrachtet, durchaus nicht abgerüstet. Der Minister führt» im Zusammenhang hiermit aus, wenn man wolle, daß Deutschland keinen Krieg mehr führen dürfe, so müsse dem deutschen Volke zunächst die Ueberzeugung beigebracht werden, daß es nicht nur im letzten Kriege geschlagen sei, sondern ihn auch verloren habe._ Das Enüe eines Unterhauskonfliktes. London, l. August.(EP.) Das Unterhaus hat am Dienstag «inen Vorschlag Baldwins angenommen, wonach die vier sozialistischen Abgeordneten von Glasgow, die am 27. Juni aus dem Unterhaus ausgeschlossen worden waren, wiederum an den Sitzungen des Parlaments teilnehmen dürfen. Baldwin er- klärte, daß die Ausweisung sieben Wochen gedauert habe und als eine genügende Strafe angesehen werden könnte, ohne daß die Abgeordneten gehalten seien, sich für die ihnen zur Last gelegten Vergehen zu entschuldigen. Dieser Standpunkt wurde allerdings von einigen Abgeordneten bekämpft, die nichts von einer groß- müttgen Maßnahme wissen wollen. Es ist wahrscheinlich, daß die Abgeordneten vor der Vertagung des Unterhauses nicht mehr an den Sitzungen teilnehmen werden._ Ausland und Saarknechtung. Eis Stimme der tschechische« Sozialdemokratie. Prag. 3l. Juli.(Mtb.)„Pravo Lidu", das Zentraloryan der tschechischen Sozialdemokrat!«, schreibt über das Saargebiet soilgertdeg: Drei Jahr« steht dos Saargebiet bereits unter einem Regime, das auf dem Aersailler Vertrag beruht, ohne daß allerdings irgend- jemand nach der Zustimmumj der donigen Bevölkerung fragen würde. Dieser Zustand soll bis 193b dauern. In diesem Gebiete herrscht«ine Wlkerbundskommission, die unter dem Drucke des stanz ösischen ZNilltorismus französische Polllik betreib Französische Gendarmen gehen im Saargebiet ein und aus. Es ist kein Wunder, wenn unter strichen Umständen die dortig« Bevölkerung«in sofortige» Plebiszit schon heute fordert, während Frankreich bestrebt ist, das Plebiszit im Eaargebiet zu verschieben. Aus der hervorragenden Kohlenindustrie des Sargebiets zieht Frankreich heute Gewinn. Die französischen Staats. männer setzen voraus, daß zur Zeit des Plebiszits in 10 Jahren das Soargebiet in den„neutralen" Rheinstaat einver- leibt werden wird, der in der Phantasie der französischen Ratio- nalisten bereits existiert, oder daß es ein autonomes Gan.zes bilden werde. DI« Bevölkerung ist über diese französischen Absichten wohl informiert und wider st rebt ihnen. Während des letzten Berg- orberterstreiks wurde das Saargebiet von einer französischen Armee überschwemmt, die sich wie in einem eroberten Lande benahm, m die Wohnungen der Arbeiter eindrang, Durchsuchungen, Verhaftungen und Züchtigungen vornahm. Jede persönlich« Freiheit wurde in diesem Gebiet ausgehoben und die deutsche Presse ver- boten, so daß sogar im Londoner Unterhaus am 7. März d. I. dieses Regime schon kritisiert wurde. Doch nützte die, nichts. Der sran- zösische Präsident der Regierungskommisston machte darauf aus- merksam, daß er. falls der Streik nicht auf friedlichem Wege gelöst würde, zur Auflösung der Gewerkschaften, Konfiskation der Arbeiterfonds und zur Verhängung des Belag orungszuftande« icher das Saargebiet schreiten«erde. Durch dies« Art der Terrorisierung, so schsießt der Artikel, ge- Winnen die Franzosen allerdings keine Sympathien und untergroben zugleich die Autorität des Versailler Friedensvertrages. Zeitungs verböte im Alemelland.„Dampfboot" und„Volks- stimme"(Soz.) wurden bis 5. August verboten, weil sie zum Grün. dungstag dem deutsch-lltaulschen Heimatbunde-inen kurzen Aufsatz gebracht hatten, in dem In Crinnermty an das. was der Bund im Laufe der vier Jahre gewirkt habe, das Gelöbnis unverbrüchlichen treuen Zusammenhalten» erneuert wird. Dollar 1 100000. Die ruhiger« Bewegung des Markkurses cm den Auslandsbörsen wirkt auch auf den deutschen Devisenoerkehr zurück. Es mach: sich vielleicht auch im Zusammenhang mit der andauernden Geld- knappheit«ine erhebliche Einschränkung der Kauforders bemerkbar. Di« amtlichen Notierungen hielten sich heute auf der Höhe der beiden vorangegangenen Tage. Auch die Zuteilung erfolgt« im gleichen Ausmaße wie bisher. Der. Dollar notierte 1 1M 000. Im Effektengeschäft zeigt sich eine gewisse Zurückhaltung der Platz- spekulatlon, die in ihren Dispositionen durch die Geldmarktlage sowie durch die zu erwartende Erörterung der Steuervorlagen und-vor- schlage beengt wird._: »» Verhandlungen mit Frankreich! Bon Friedrich Stampfer. Der Dollar kostet mehr als eine Million. Die Mark ist auf den zweihundertfünfzigtausendstcn Teil ihres Wertes ge- funken. Lebensmittel find selbst für viel Geld kaum noch zu haben. Indessen verhandelt England mit Frankreich, und ein Ende ist nicht abzusehen. Kein Wunder, daß da und dvrt der Gedanke erörtert wird, ob man nicht durch direktes Verhandeln mit Frankreich rascher zu einem erträglichen Ende kommen könnte. Frankreich will aber mit Deutschland nicht verhandeln, solange es nicht durch Ausgabe des passiven Wider- st a n d e s feine Kapitulation vollzogen hat. Kapitulation ist ein furchtbares Wort. Es schließt eine grauenhafte Summe von Demütigungen in sich ein. Der Kampf, den die Bevölkerung der besetzten Gebiete führt, ist ein Kampf für Freiheit und Recht gegen brutale Ge- malt. Der Gedanke, daß er mit einer vollständigen Niederlage enden könnte, ist kaum erträglich. Trotzdem ist es denkbor, daß selbst dieser Gedanke eines Tages Massen, die nichts mehr zu essen haben und die an Englands Hilfe nicht glauben, verlockend erscheint. Aber, die Kapitulation bringt kein Brot! Die Kapitulation bringt nicht die Räumung des Ruhr- gebiets, sondern die dauernde Besetzung. Die Kapitulation bedeutet, daß der Anspruch Frankreichs, das Gebiet nur nach Maßgabe der deutschen Zahlungen zu räumen, zu einem ver- tragsmäßigen Recht erhoben wird. Und wenn wir der französischen Regierung das Recht zugestanden hätten, die Bevölkerung des Ruhrgebiets nach Ve- lieben zu drangsalieren und auszubeuten, wenn wir uns für die Dauer damit einverstanden erklärten, daß die deutsche Wirtschaft aus dem Ruhrgebiet so viel oder so wenig jiohlen erhält, wie die französische Regierung ihr jeweilig, je nach hrem Verhalten, zuerkennt, so wäre ein rascher Ab- chluß der Reparationsverhandlnngen und >amit die Schaffung eines dauernd beruhig- tenZustandeserstrechtnochnichtzuerwart e'n. Frankreich kann mit Deutschland über die Summe der deutschen Reparationen und über die Zahlungsmodalitäten verhandeln. Aber diese Derhandlungen können nicht zum Abschluß kommen, ohne die Zustimmung der übrigen Ro- parationsgläubiger. also vor allem Englands. Das heißt: nach der Kapitulation beginnt das Spiel von vorne. Aber, es beginnt jetzt unter verschlechterten Bedingungen. Der passive Widerstand ist aufgegeben. Deutschland hat Frankreich das Recht eingeräumt, im Ruhrgebiet zu bleiben, solang« es ihm beliebt. Frankreich kann England, wenn es ihm dieses Recht streitig machen will, vorhalten, daß es dar- über mit Deutschland schön längst ins Reine gekommen ist. Inzwischen hat sich an den Verhältnissen in Deutschland nichts gebessert. Der Staat gibt keine Ruhrkredite mehr, dafür muß er größere Kohlenmengen bezahlen, die die Franzosen aus dem Ruhrgebiet wegholen. Für den Ankauf ausländischer Kohlen müssen weitere Devisen beschafft wer- den. Die Inflation geht weiter. Die Summe, die Deutschland zu bezahlen hat, ist noch nicht festgesetzt, die Zahlungsbedingungen und Fristen eben- sowenig. Die Räumungsfristen— wenn so schon fest- gesetzt sein sollten— beginnen auch noch nicht zu laufen. England und Frankreich verhandeln" weiter. Frankreich verhandelt nicht mit Deutschland, sondern mit England. Deutschland hat kapituliert und steht zur Berfü- gung des Siegers. Frankreich braucht sich jetzt mit den Ver- Handlungen nocb weniger als vorher zu beeilen. Es hat ein vertragsmäßiges Pfandrecht auf das Ruhrgebiet erworben. Deutschland kann ihm jetzt auch weitere si conto- Zahlungen auf die noch endgültig festzusetzende Reparations- summe nicht vorenthalten. Frankreich kann warten, es hat gegen England alle Trümpfe in der Hand. Warum ist der Kampf zwischen England und Frankreich so zähe? Aus verschiedenen Gründen. Einmal will Frank- reich durch Beherrschung aller Eisen- und Kohlenschätze eine Macht erwerben, die die Macht Englands weit in Schatten stellt. England will das verhindern. Nach der Kapitulation DeutchlandsVtäme England freilich um eine weltgeschichtliche Stunde zu spät. Dann aber will sich Frankreich von seinen drückenden Schulden befreien. Es will sich mit 26 Milliarden für sich und fünf Milliarden für Belgien zufrieden geben, wenn feine Schulden gestrichen werden. Hat es seine 26 Milliarden, so soll es seinen Gläubigern überlassen bleiben, ob sie seine Schulden an sie bei Deutschland einkassieren wollen oder nicht. Damit ist England— und auch Amerika— nicht ein- verstanden. Sie wollen ihre Gläubigerrechte nicht in eine Hypothek verwandeln lassen, die schon oberhalb des Schorn- steins liegt. So ist das Problem der Reparationen mit dem der in- teralliierten Schulden aufs engste verknüpft. Und darum ist es so ungeheuer verwickelt. Solange nicht beide gelöst sind, wird Deutschland nicht wissen, wieviel, wann, in welchen Riten, unter welchen Bedingungen es zu zahlen hat. So also liegen die Dinge. Eine.Kapitulation Deiitschlands würde Verhandlungen nicht überflüssig machen. Sie würde ihren Gang nicht beschleunigen, sondern verlangsamen. Ganz abgesehen davon, daß das endliche, gar nicht abzu- sehende Resultat nach der Kapitulation noch schlechter nmrde, was ja ganz selbstverständlich ist. Wenn ein kämpfendes Heer kapituliert, so tut es das in dem Bewußtsein, dadurch eine unkrträglich gewordene Lage mit einem sehr harten, demütigenden, aber immer noch milde- ren Los zu vertauschen. Aber Deutschland kann durch eine Kapitulation seine Lage in njchts verbessern. Die Kapitulation bringt keine einzige Kartoffel in die deutschen Schüsseln, sie kostet Ruhr, Rhein und Saar. Sie kostet aber noch viel mehr! Denn sie öffnet nicht den Weg zu einer Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich, sondern sie sperrt ihn und vernichtet alle chofsnun- gen auf eine friedliche Zukunft Europas. Im Interesse der friedlichen Zukunft Europas, im Inter- esse einer ehrlichen Verständigung zwischen dem deutschen und dem französischen Volk müssen wir Sozialdemokraten auch unter den schwersten Umständen dabei verharren, daß V e r- Handlungen zwischen Gleichberechtigten zu führen sind, und daß ihr Ziel nicht die Festsetzung einer frem- den Militärmacht sein darf in einem Lande, in dem sie nichts zu suchen Hot, sondern die Befreiung dieses Landes von einer selbst mit dem Frieden von Versailles nicht vereinbarten Fremd- und Gewaltherrschaft. Man sagt, wir dürften uns n-.cht darauf festlegen, mit England gegen Frankreich zu gehen. Das ist ganz richtig. Aber ein Ausgang des Nuhrkonflikts, der Deutschland direkt, England indirekt als Besiegten erscheinen läßt, bringt uns erst recht in dauernde Abhängigkeit von England. Will Frankreich verhindern, daß siebzig Millionen Deutsche ihre letzte Hoffnung auf das englische Weltreich und auf den eeiglisch-sranzösischen Gegensatz setzen, dann muß es seinePolitikgegenüberDeutschlandändern! Deutschland kann aber nicht einer Politk zum Triumph verhelfen, die das Verderben aller ist. Und darum kamr es nicht kapitulieren! wer trägt üie Schulü? Ausreden der Landbündler. Bei der gestrigen Besprechung des Reichskanzlers mit den Vertretern der landwirtschaftlichen Spitzenorganisationen wurde von agrarischer Seite zur Entschuldigung u. a. auch auf den Transportarbeitcrstreik in Schlesien hingewiesen, der die Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung„wesent- lieh" verschärfe und schuld daran sei, daß in Schlesien„größere Mengen von Lebensmitteln, die zur Versendung in die Städte bereit stünden, nutzlos liegen bleiben". Der Reichskanzler versprach Abhilfe. Nach der Auffassung des Deutschen Verkehrs- b u n d e s hat der Transportarbeiterstreik in Schlesien die 'Leiden der Bevölkerung nicht ärger gemacht, als sie schon in- folge der durch die Geldentwertung nicht völlig zu entschuldi- genden Zurückhaltung der Landwirtschaft in der Belieferung der Märkte ohnehin schon waren. Vor ollem kann der Transport der Frühkartoffeln unmöglich unter dem Streik gelitten haben, weil Frühkartoffeln zum Abtransport ja gar nicht da waren. Alte Kartoffeln aber kamen erst recht nicht in Frage; sie waren längst in die Spiritus- und Kartoffel- mehlfabriken gewandert oder zum Transport nicht mehr ge- eignet. Im übrigen ist üis jetzt nicht bekannt geworden, welche ..größeren Mengen von Lebensmitteln" neben der Kartoffel infolge des Streiks nicht abtransportiert werden konnten. Wenn jetzt auf das Zureden des Reichskanzlers die Lebens- miitelzüführ von Schlesien her stärker einsetzen sollte, so be- steht bei den Transportarbeitern keinerlei Hindernis; denn der Transportarbeiterstreik ist so gut wie beendet. Jedenfalls ist in den größeren Städten die Arbeit überall wieder aufge- nommen.__ Noch ein Antifoichisienlog? Das Exekutivkomitee der Moskauer Roten Gemerkschastsinternationale hat einer OE.-Meldung zufolge die Veranstaltung eines internationalen Antifaschistentages bcschlosien. Die Vorgänge in Neuruppin. Ucber die bedauerlichen Vorgänge in Neuruppin, die mit Teuerungsunruhen begannen und mit der Erschießung eine« Ar- beiters endeten, wird uns nachträglich vom dortigen Geworkschafts- kartell geschrieben: Seit Beginn der vergangenen Woche haben sich am hiesigen Orte rasende Preissteigerungen auf allen Gebieten bemerkbar gemocht. Sämtliche Fettartikel oerschwanden gegen Ende der Woche fast vollständig vom Markte. Die Arbeiterschaft, welche mit ihrem niedrigen Einkommen nicht in der Lage ist, sich mit Vorräten einzudecken und welche erst auf den Zahltag am Freitag warten mußte, um überhaupt noch etwas einkaufen zu können für den sofortigen Gebrauch, wurde dadurch erbittert, daß die letzten Reste der Fettortikel nur zu Preisen zu erhalten waren, die mit dem Ein- kommen der Arbeiterschaft nicht mehr in Einklang zu bringen war. Teilweise wurden auch die Waren von den Händlern zurückgehalten, und den Kommi'sionären der Fellartikel war es von den Fabritanten verboten, Waren aus den Fettbeständen ihrer Kommissionslager an die Lebensmittelgeschäft« abzugeben. Dies geschah trotz telegraphischcr Mitteilung an die Fabrikanten, daß die Lage außerordentlich ernst sei und Garantie nicht mehr übernommen werden könnte. Dadurch wurden die Massen trotz aller Mahnung zur Vernunft äußerst erregt. Es kam dann im Verlaufe des Freitag zu Unruhen, die leider mit Plünderungen in einigen Läden endeten. wobei einige Verletzungen zu verzeichnen waren. Der„Selbstschutz des Bürgerbundes", bestehend aus Landwirten aus der Umgebung und Mitgliedern des „B is m a r ck- B u n d e s", trat unter Anführung des Hoteliers Rausch auf den Plan, bewaffnet mit Knüppeln und Messern. Die blutige Schlägerei war alsbald fertig. Als nun von hiesigen Reaktionären, die an sich schon zur Genüge bekannt sind, die ersten Schüsie fielen, waren die Massen nicht mehr zu holten. Nachdem die Knüppelgarde des Bürgerbundes auf den Plan getreten, war die Ortspolizei nicht mehrHerr der Lage. Bis spät in die Nacht hinein durchzogen diese Garden die Straßen. Die entstandene Situation veranlaßt« das Gewerkfchaftskartell, mit dem Bürgermeister der Stadt Neuruppin in Verbindung zu treten, mit dem Verlangen, dafür Sarge zu tragen, daß diese Knüppelgarde von der Straße wegkomme, und daß, um ein weiteres Blutoergießen zu oermeiden, weder Schutzpolizei, noch Polizeischüler eingesetzt werden sollen. Da die Schutzpolizei bei früheren Vorkommnissen, z. B. beim Landarbeiterstrsik, das Vertrauen der Arbeiterschaft ver- loren hatte, waren diese Forderungen vollkommen berechtigt. Wir oerlangten, daß Vertreter der organisierten Arbeiterschaft, also R e- publikaner, gemeinschaftlich mit der Ortspolizei den Sicherheitsdien sTubernehmen sollen. In Anbetracht der inzwischen verschärften Situation wurde unseren Forderungen rest- � los Rechnung getragen. Vierzig Funktionäre der Arbeiterschaft übernahmen am Sonnabend gegen Mittag den Ordnungsdienst. Sämtlichs auffindbare Fcttwaren wurden nunwehr beschlagnahmt und Geschäfte bestimmt, die diese Waren zu einem vorgeschriebenen Preise verkaufen mußten, und zwar unter unserer Kontrolle. Pro Kopf wurde auf die Zuckerkarte Pfund Fett abgegeben. Dieser Aufgabe wurden wir insoweit gerecht, als wir heute feststellen können, daß die beschlagnahmten Vorräte zur Versorgung der Be- völkerung vorerst ausgereicht haben. Nachdem die Arbeiterschaft den Ordnungsdienst übernommen hatte, ging im großen und ganzen alles glatt vonstatten, aber ein gewisser Kreis der Bevölkerung schien von unserer Tätigkeit nicht sehr erbaut gewesen zu sein. Er oerstand es, Provokateur« heranzubringen, denen es zeitweise gelang, einen Test der Bevölkerung gegen uns aufzuhetzen. Gegen Abend sammelten sich vor Bernaus Hotel eine Anzahl Menschen an, nachdem vorher dos Gerücht laut wurde, daß der Besitzer des Hotels, der schon erwähnte Rausch, am Freitag auf eine Frau zwei Schüsse abgegeben habe. Der Eingang zum Hotel wurde auf Befehl des Landrats von vier L a n d j üh e r n besetzt. Trotzdem versuchte der Korvettenkapitän a. D. Her- mann, Direktor des Landbundes, durch fortwährende Falsch- Meldungen den Landrat zu bestimmen, die Schutzpolizei, die inzwischen auf Veranlassung des Landrats aus Potsdam ein- getroffen war, einzusetzen. So wurde behauptet, daß die Ar- Vunöerwaren. Von Karl Fischer. Man sollte meinen, daß der Kaufmann für neue Waren eine Bezeichnung wählt, die auch die Widerstrebenden zu ihm lockt. Weit gefehlt! Man lcst nur einmal im Reichs- und Staatsanzeiger die Waren- zncheÄKeiJage, und man wird finden, daß von Fabrikanten und Kauf- leuten den verschiedenen Waren Namen beigelegt werden, durch die sie zu wahren Wunderwaren werden. Man muß, will man wissen, was das wohl für Waren sind, die mit allen diesen krausen und kuriosen Titein getauft sind, ganz erkleckliche Kenntnisse in der Mythologie, Geschichte, Sprachenkunde, Musikgeschichte und Pä- dogogik haben. Meistens aber erkennt man, daß alle Kenntnisse, die man besitzt oder sich aus dem Konversationslexikon mühsam angeeignet hat, zur Deutung des Warenzeichens gar nichts nützen. Diese Titel, init bunten Flicken aus aller Herren Welt behangen, haben zu den Waren, die sie bezeichnen, keinerlei Beziehung, es fehlt zwischen Titel und dem damit Getauften jeder Zusammenhang. Je verrückter und ooraussetzungsloser der Name einer Ware ist, je mehr er prahlt und prunkt, je mehr er verspricht und je weniger er hält, um so geeigneter ist er heut« den Herren Fabrikanten zum Gimpelfang. Wenn man z. B. von einer Ware weiß, die auf den Namen L'Arlesienne" getaust ist, wird man seine Kenntnisse aus der Musik- grschichte zusammenklauben und sich an Bizet erinnern, der außer der viel bekannter gewordenen Oper„Carmen" eine Oper„L'Avle- sienn? sDie Arlesierin) geschrieben hat. Und dann erfährt man, daß unter dem prunkenden Operntitef— Mundharmonikas verkauft werden! So geht es weiter in langer, lieblicher Reihe. Ein Fabrikant wählt für sein« Fabrikat« den Nomen des Liebesgottes„Amor" und verkauft Füllfederhalter, die gewiß nur dazu dienen sollen, um Liebesbriefe zu schreiben. Von„Folie d'Amour"(Liebeswahnsinn) spricht ein anderer und meint Par- fümerien und Seifen, durch deren Gebrauch jener gewiß nicht an- genehme Zustand von Liebeswahnsinn hervorgerufen werden soll. Der„berühmte" Friseur, der einst Wilhelms heiliges Haupt und heiligen Bart unter den Händen halten durste, nennt seine Waren „Chikanöschen", wobei man, weiß Gott, nicht wissen kann, wen er schikanieren will. Harmlos und heiter zugleich mutet es an, wenn ein Kauf- mann sein« Waren„Leuchtturm" nennt und Unterröcke, Strumpf- hotter und Armblätter verkaust, also Dinge, die doch nicht in die Weite leuchten, sondern im Verborgenen liegen sollen. Der gute Mann jedoch, der seine Zbaba Fabrikate„Hokuspokus" gelauft hat, scheint sich und seine Waren in schöner Bescheidenheit und Offenheit eingeschätzt zu haben. Aber noch eins lernt man aus diesen langen Liften der Warenzeichen, daß nämlich immer wieder neue Nomen für neue Liköre auftauchen. Auch das ist gewiß ein trauriges Zeichen einer taumeln- den Zeit, in der viel« Tausende ihren Hunger nicht stillen können, während die Sorge anderer darauf gerichtet ist, neue schmackhafte Titel von neuen Schnäpsen für Schlemmer auf das Tapet zu bringen. Liest man ober in der langen Liste von neuen Likören, die immer über Seiten und Seiten läuft, den Namen„Maulaffenlikör" für einen Schnaps, wird man erleichtert sagen müssen: Endlich ein- hoffen kann, die Maulafsen feilhalten. Eisenbahn-Satastrophen. Das furchtbare Unglück bei Kreienschl, das zu den schwersten Eisenbahnkotastrophen der letzten Jahre ge- hört, ruft die Erinnerung wach an frühere Eisenbahnunfälle von gleicher oder noch größerer Furchtbarkeit. Die Welt ist heute freilich schnellebiger geworden und geht rascher als früher über solche Hiobs- posten hinweg. Auch hat die Zahl der Eiscnbahnunfälle während des letzten Menschenolters ganz bedeutend zugenommen. Das liegt an der ungeheuren Ausdehnung des Schienennetzes und an der Zu- nähme der Verkehrsdichtigkeit. Früher waren Eisenbahnunfälle weit seltener als heute; es waren ober damals Ereignisse, von denen wochenlang in aller Welt gesprochen wurde. Manche Eisenbahn- tatastrophen haben auch historische oder verkehrstechnische Bedeutung erlangt, indem sie Mängel der Verkehrsttchn-k erkennen ließen, die dann beseitigt wurden. So hatte das Eisenbahnunglück in Steglitz (mit IS Toten) am 2. September 1883 den Anstoß zum Umbau sämtlicher preußischen Bahnhöfe gegeben. Schuld an der Kata- strophe trugen zwar in erster Linie die Verunglückten selbst; aber die Möglichkeit zu dem Unglück hotte doch nur der gefährliche Nioeauübergong geboten. Historische Bedeutung hotte das große Eisenbahnunglück bei Borki am 17.(Z9.) Oktober 1888. Bei dieser Station der Kursk- Charkow-Asow-Bahn entgleiste, wahrscheinlich infolge eines nihilisti- schen Anschlages, der Sönderzug des Kaiser» Alexander III. von Rußland. Der größte Teil des Zuges wurde völlig zerstört; nur die drei letzten Wagen, in denen sich die kaiserlichen Kinder, da» Zaren- paar selbst und am Schluß des Zuges der Großfürst-Thronfolger— der spätere Zar Nikolaus II.— befanden, blieben einigermaßen un- versehrt. Bon den Bediensteten und dem Gefolge fanden 22 Personen den Tod. Alexander III. hatte einen furchtbaren Stoß in den Rücken erhalten, und dieser Stoß bot den äußeren Anstoß zu dem schweren Nierenleiden, dem der Zar am 1. November 1894 erlag. Ein wahres Unglücksjahr für das Eisenbahnwesen war das Jahr 1891. Am 22. Mai dieses Jahres stieß bei Kirchlengern zwischen Osnabrück und Mttden ein Güterzug mit dem Sonderzug des Zirkus Corre zusammen, wobei vier Personen getötet wurden. Nur wenige Wochen s?ät:r erfolgte eine furchtbare Katastrophe bei Mönchenstcin in der Schweiz. Am 14: Juni 1891 stürzte die eisern» Brücke über die Lirs ein, al? gerade ein Pcrjonenzug barüberfuhr. beiterschast gegen die Firma Born n. Sohn eine bedrohliche Haltung einnähme; kurz darauf wurde gemeldet, die Arbeiterschaft dringe eben in das Geschäft ein. Trotzdem der Landrat sich auf unser Verlangen von der Grundlosigkeit dieser Falschmeldungen überzeugt hatte, ließ er sich außer Fassung bringen. So sollte z. B. das Landbund- haus umzingelt sein und gestürmt werden. Wir stellen hier- mit fest, daß dort überhaupt keine Ansammlungen stall- gefunden haben. Als sich dann, wie oben berichtet, vor Bernaus Hotel die Ansammlung gebildet hatte, setzte trotz des Hinweises darauf, daß das Einsetzen der Schutzpolizei ein unvermeidliches Blut- vergießen nach sich ziehen werde, der Landrat über den Kopf des Ersten Bürgermeisters hinweg die Schutz- polizei ein, die die Menschen auseinandertreiben sollte. Diez geschah gegen NU Uhr� Bald darauf setzten die Provokationen von neuem ein. Noch Erscheinen der Schutzpolizei hat der Ordnungsdienst der Arbeiterschaft seinen Dien st soforteingestellt. Einige Zeit später wurde die Schutzpolizei durch Provokateure mit Steinen beworfen, was zur Folge hatte, daß die Schutzpolizei das Feuer erösfnet«. Anstatt aber in die Luft zu schießen, wodurch die An- sammlungen sich zerstreut hätten, wurde auf die Anwesenden ge» schössen mit dem traurigen Erfolg, daß nunmehr ein Toter und sechs Berwundete zu verzeichnen sind. Wir stellen fest, daß sämtliche Opfer anderSacheselbst nicht beteiligt sind, es sind: Schlosser Slrlur Lemke, tot. Halsschuß: Frau Kaufmann Zibell, Oberormschuß; Frau ! Malermeister Lahn, Armschuß: Former Hans A l h e i t, Ober- ! armschuh: Landarbeiter R a i k o w s k y. Beinschuß: Zimmermann Prutz aus Pretzem, GesSßsteckschuß: Schriftsetzer Lange, Schuß in die Oberlippe. Gegen die Maßnahmen des Londrats herrscht begreiflicherweise äußerste Erbitterung. Vater!änö!sthe Porträts. Der Mitarbeiter der„Deutschen Zeitung", Josef Eerny- Stolzing teilt uns zu den Ausführungen in Nr. 212 des„Vcrw." berichtigend mit, daß er nicht Tscheche, sondern geborener Wiener sei. Wetter seien die Indiskretionen gegen das„Deutsche Boiks» recht" im„Kleinen Journal" des Juden Leipziger von ihm mündlich gemacht und von dritter unbekannter Seite dem Journal hinterbracht worden. Die Zuschrift an den Derein zur Abwehr des Antisemitismus stamm« nicht von ihm, die Unterschrist müsse gefälscht sein. Wir sehen, die berühmten Unbekannten spielen bei Herrn Eerny eine große Rolle. Ist es nicht sonderbar, daß weder Herr Eerny noch einer der anderen Beteiligten im Jahre 1893 und später die Verösfenttichungen als Fälschungen bezeichnete. obwohl sie erörtert wurden? Das Dementi des.Herrn Cerny-Stol- zing kommt also«inige Postkutschen zu spät. Wenn Herr Stolzing es ferner als unrichtig bezeichnet, daß er sich je deutschfeindlich betättgt habe, so berichtigt er damit etwas, was gar nicht behauptet wurde. W'r wiesen lediglich auf seine Zusammenhänge mit dem deutschfeindlichen Grasen Thun hin, und daß Graf Thun ein Deutischensteund gewesen ist, wird sellst Her: Cerny-Slolzing nicht behaupten können. Im übrigen möchten wir dem Mitarbeiter der„Deutschen Zeitung" gerade in diesem Punkte dos entgegenhalten, was ihm das offizielle Organ, die „Zeit", am 6. Juni ins Stammbuch schrieb: „Seit mehr als einem Jahre wird in verschiedenen deutsch- österreichischen Tage», und Wochenblättern von einigen reichs- deutschen Journalisten über die Dorgänz« im Deutschen Reiche in einer Weise Bericht erstattet, die den Anjchlußgedanken in Oesterreich außerordenilich schädigt. Am ärgsten betreiben es wohl in dieser Beziehung der Berliner Dr. Friedrich Wolff. der ständige Mitarbeiter der„Alldeutschen Blätter", und der Münchener Josef Stolzing.... Beiden ist eins gerne in sc m: eine von jedem Verantwortungsgefühl un- getrübte Schreibweise... Deutschösterreich, soweit ihm der Anschluß an das deutsche Mutterland über alles geht, dankt für solch«„nationale Arbei t". Warum also in die Ferne schweifen? Zwei Lokomotiven, 3 Pack- und Postwagen sowie 4 Personenwagen stürzten in den Fluß, wobei 72 Personen den Tod fanden. 130 Fahr- gälte wurden schwer verletzt. Schon im nächsten Monat gab es wiederum eine furchtbare Eiscnbahnkate.strophe. Am 26. Juli 1831 fuhr ein Sonderzug von Ioinville im Bahnhof Saint Wände bei Paris auf einen Vergnügungszug. Bei dem Zusammenstoß waren 49 Tot« und 90 Verletzte zu beklagen. Abermals dre: Wochen später gab es in der Schweiz widsrum einen Zusammenstoß. Bei Zollikofen fanden am 17. August 1891 17 Personen den Tod. Diese Schlag aus Schlag«inander folgenden Eisenbahnkatastrophen führten in ollen Ländern zu einer außerordentlichen Verschärfung der Vorsichtsmaß- regeln, und es trat nach diesem Unglücksjahr denn auch in der Tat ein« erhebliche Verminderung der Unfälle ein. Eine Laalbek- Ausstellung ist im Alten Museum(Anti- guarinm) eröffnet worden, in der die Ergebnisse der deutschen Auk- grabungSerpedition 1900—1904 zur Anschauung kommen. Die Photograpbien, die z. T. riesenbalt vergrößert, die erdrückende Wirkung dieser gewaltigen Römischen Prachlbouten ineistcrkast wiedergeben, sind Aufnahmen Tb. v Lüpke's für die Staallickie Bildstelle. Die eindrucksvollen zei-ßncr'j-I-en Wiederherstellungen stammen von den Professoren an der Charloitenburgn Technisckcn Hochschule B. Schul, und D. Krencker und sind Vorlagen für die gro'ie Baalbel- Publikaiion. deren zweiter Band soeben ericheint. Eine Anzabl von fein verzierten architektonischen Bruchstücken gibt eine Toi- stellung von der römisch-assyrischen Kunstrichtung; sreilich konnten gerode' die schönsten der im Berliner Museum befindlichen Architellur- proben wegen ihrer gewaltigen Ausmaße keinen Platz finden. Werkunterricht. Der Landesverband der Elternbeiräte mittlerer Schulen Preußens hat dem Kultusministerium mitgeteilt, daß in einer Reih« von Städten und Gemeinden der an Mittelschulen du- geführte Werkunterricht wieder aufgehoben ist oder einzuceben droht, weil die Schulverwaltung die Zuschüsse zu den persönlichen Un- kosten und zu der Materialbeschaffung aus Sparsamkeitorücksichtcn zurückgezogen hat oder zurückzuziehen beabsichtigt. Demoegcnübcr weist das Kultusministerium jetzt in einem Erlaß darauf hin, daß der Werkunterricht zu den lehrplanmäßigen Unterrichtsfächern gehört. Er muß also an allen Knabenmittelschulen eingeführt sein, und es ist nicht zulässig, dies Fach, wo es besteht, ohne weiteres fallen zu lassen. Die Regierungen sollen daher mit Nachdruck dostir eintreten, daß die Gemeinden für Einführung oder Forffüt'ning des Werkunterrichtes in den Mittelschulen Lehrkräfte und Mittel für sachliche Ausgaben bereitstellen. Das plattdeutsche Theater. Die„Niederdeutsche Bühne Hamburg", deren Arbeitsbericht über die abgelaufene Spielzeit im Ham- burger„Quickborn" verössentlicht wird, hat 204 Vorstellunaen veranstaltet, davon 180 in Groß-Hamburg. 34 verschiedene Stücke wur- den gespielt; 8 davon waren Uraufführungen. Auch für die kom- mende Spielzeit wird eine Reihe von Uraufführungen vorbereitet. Di« Neuaufführungen, die neben einigen Fehlschlügen auch sehr be- achtenswerte Leistungen brachten, zeugen für das Fortblühan dez plattdeutschen Dramas, das mit Fritz Staoenhogen und Boßdorf eine bedeutend« Höhe erreicht hat. Buchdruckerstreik in Chemnih. Begen Cohnstreitigkeiten traten die Buchdruder geffern nachmiflag in den Streif ein. Die Morgenzeitungen konnten heute nicht erscheinen. Kommunistenkrach in Holland. Aus Amsterdam wird dem„ Soziald. Parlamentsdienft" geschrieben: Die immer mehr wachsende Unzufriedenheit in der holländischen Kommunistischen Partei ist endlich zu einem fata. strophalen Ausbruch gekommen. Auch für das Ausland fann es interessant sein, die historische Abwicklung der Streitfragen in dieser übrigens in Holland vollkommen bedeutungslosen Partei zu erfahren, Leere Läden, leere Stände. Berlin- Indien. Eine neue Telegraphenlinie. ben einen, nahm ihn feft und übergab ihn der Kriminalpolizei. Der Ertappte hatte die geraubte Tasche noch bei sich, das Geld aber bereits Genau wie vor neun Jahren hat die begüterte Schicht die herausgenommen und in feine Kleidertaschen gesteckt. Er wurde Lebensmittelvorräte aufgekauft, und diejenigen, die von Tag zu festgestellt als ein 16 Jahre alter Bäckerlehrling Gerhard Zilian Tag rechnen müssen, sehen sich leeren Ladentischen in Geschäften Lehre entlief und sich jetzt wohnungslos in Berlin aufhielt. Der aus Königsberg in Preußen, der dort vor einigen Tagen aus der und in den Markthallen gegenüber. Dazu der natürliche Einfluß Bursche gibt an, daß er den entkommenen Mittäter nicht fenne. Er des miserablen Sommerwetters, das bisher nur ein glänzende fagt, daß er ihn in einem Lokal kennengelernt habe und mit ihm Heuernte zu bergen gestattete( meshalb ja auch die Milch so teuer nach Wittenau habe gehen wollen, um Arbeit zu suchen. Er soll ift!), aber der Körnerernte und dem Wachstum der Kartoffeln Friseur gewesen sein. nicht günstig war. Wer überhaupt von der neuen Ernte eine Ver. billigung erhofft, dürfte sich bald getäuscht sehen: Wintergerste ist zum Teil bereits gedroschen und festet 17 000 m. pro Pfund ficherlich zur Freude des fleinen Hühnerhalters, der das Futter In diesen Tagen ist zwischen dem Reichsposiministerium, der taufen muß. britischen Telegraphenverwaltung und der Indo- Europäischen Tele Die Verkaufsstände sind zum Teil mit den ältesten Ladenhütern graphengesellschaft in London nach langwierigen Verhandlungen geschmückt: man fann z. B. Käse sehen, der ein Stadium der eine Vereinbarung zustande gekommen über die Wiederherstellung Reife" erlangt hat, daß einem vom bloßen Sehen übel wird. der seit Kriegsbeginn unterbrochenen Ueberland Tele Ja, er ist scharf," sagt die Verkäuferin zur Kaufluftigen, einer graphenlinie nach Indien. Die Linie verfolgt den Weg verhärmt und unterernährt aussehenden älteren Frau, aber dann bon London über Emden- Berlin- Warschau- Odessa, längs der das Pfund 32 000 Küste des Schwarzen Meeres über Tiflis nach Teheran. In Teheran braucht man um so weniger. Der Preis berzweigt sich die Linie. Ein Zweig geht als reine LandMart." Dieselbe Sorte in gutem Zustande war anderswo für linie über ser man unmittelbar nach Sturrachee in Britisch28 000 zu haben. lleberhaupt die Preise bzw. Preisunterschiede! Indien, der andere Zweig nach Buihire am Berfischen Golf, Dort, wo die Händler zusammensitzen, wie in den Markthallen, wo er Anschluß an die nach Britisch- Indien führenden Kabel findet. ist der Preis einheitlich, wohl nach Verabredung festgesetzt. Aber Die neue Linie ist für Deutschland von besonderer sonst tann man Tausende sparen, menn man das feltene Glück Wichtigkeit, da sie über das Haupttelegraphenamt Berlin geleitet hat, auf Refte älterer Einkäufe zu stoßen. Daß die Vorortzüge wird und damit auch für Deutschland eine unmittelbare Verbindung überfüllt sind von Rucsackträgern, die Kartoffeln und Gemüse mit den genannten Ländern ermöglicht. Die Telegraphenversuche auf dem Lande zu erhalten hoffen, kann nicht wundernehmen. in den letzten Tagen von Berlin aus baben eine gute Berständigung mit Rurrachee und Bombay gezeigt. Der Alte Beziehungen aus der Kriegszeit werden wieder aufgenommen, Berkehr ist daher am 24. Juli in vollem Umfange aufgenommen manchmal ohne Erfolg, da die andere Seite zu tapitalstarf ge- worden. Wegen der Benutzung der Linie für den deutschen Verkehr mit Südrußland und mit der Türkei sind Berhandlungen eingeleitet. Seit einigen Monaten herrschte in der holländischen Kommunistischen Partei machsende Uneinigkeit und Entrüstung über die Zaftif, der die Führung dieser Partei folgen, und über die Mittel, die sie anwenden zu müssen glaubte. Plötzlich und ganz unerwartet tam diese Unzufriedenheit zum Ausbruch, als ein fommunistisches Mitglied des Amsterdamer Stadtzats, Colly, in einer kommunistischen Parteiversammlung gründliche Beschwerden gegen den Parteivorstand äußerte. Zwei Tage später wurde dieses Mitglied durch den Parteivorstand aus der Partei gestoßen. Die Mehr heit der Amsterdamer Parteiabteilung widersetzte sich jedoch dieser bittatorischen Handlung, und als die Angelegenheit bekannt wurde, schloß die Mehrheit der Mitglieder in den meisten Parteiatteilungen sich Colly an. Von Anfang an ist der Parteivorstand der Opposition gegenübe: unmotiviert herausfordernd aufgetreten. Diese ging nun systematisch vor, nannte sich„ Komitee für die 3. Internationale" und erklärte die Handlungen des Parteivorstandes als im WiderAlle Welt wartet auf Maßnahmen der Regierung. Bisher hat spruch mit Geist und Aufgaben der Moskauer Internationale man davon noch nichts Befriedigendes vernommen. Nur die Sozialstehend. Hieraus ergibt sich, daß dieses Komitee fich also feines demofratie hat Maßnahmen vorgeschlagen, die das Entsetzen der falls gegen die kommunistische Bewegung an sich zidytet. Der Partei- Besitzenden hervorrufen, die aber im Intereffe ber Boltsgesamtvorstand, besonders die Mitglieder Wynkoop, de Visser, v. Rave. heit schleunigst durchgeführt werden müssen, wenn eine Befferung steŋn und Teton, forderte ausdrücklich die Auflösung des Romi- eintreten soll. Die Regierung hat bisher nur Worte gehabt! Hier bees, mohingegen das Romitee öffentliche Anerkennung als ist ein Weg, den sie zum Handeln beschreiten kann. Das Bolt Opposition und Gelegenheit zu Bekanntmachungen im Parteiblatt pfeift auf die schönen Worte! verlangte. Darauf folgte Massenausschluß" durch den Parteivorstand. An einem Tog wurden z. B. ungefähr 50 tommus nistische Mitglieder, alles Anhänger der Oppofition, aus der Partei gestoßen, u. a. auch die Parteivorstandsmitglieder Boumman und de Rabt. Schließlich hat sich das„ Komitee für die dritte Internationale" an das Exekutivkomitee in Moskau gemandt mit der Bitte einzugreifen. Diesem Bericht entnehmen wir folgendes: erobern. worden ist, um sich noch mit solchen Lappalien abzugeben.... Entgleist. Der Sohn des Zeremonienmeisters. E Karl Schwarzmeier gestorben. Ein Inmitten seiner Schülerschar murde der bekannte Gesanglehrer Karl Schwarzmeier vom Lode überrascht. Als Gesanglehrer der 186. Gemeindeschule in der Pflügstraße stellte er die bekannten, nach feinem Namen benannten Kinderchöre zusammen. Mit diesen Kinderchören unternahm der rührige Mann Jahr für Jahr in den großen Sommerferien Reifen in alle Teile Deutschlands und auch ins Ausland. Die Kinder gaben dann in den einzelnen Orten unter seiner fachmännischen Leitung Volfs. liedertonzerte, die sich sehen und hören lassen konnten. UnMit den Straftaten eines Sprößlings einer alten aristokratischen fosten hatten die Chöre nicht zu verzeichnen, denn die Einnahmen Familie, der zum Mitglied einer Einbrecherbande herabgesunken ist, mit ihrem Lehrer unterwegs. Als man nun in Husum ein Konzert deckten alle Ausgaben. In diesem Jahre waren die Kinder wieder wird sich im Laufe des August die Ferienftraffammer des Land- geben wollte, wurde Schwarzmeier, der ein wahrhafter Idealist mar, gerichts III zu beschäftigen haben. Unter der Antiage des schweren inmitten seiner Schülerschar vom Herzschlag ereilt. Einbruchsdiebstahls werden sich zu verantworten haben der arbeitsfreudiger Mensch, der so unendlich viel für seine Schulkinder Falls die holländische Kommunistische Partet unter der jezi beschäftigungslose Willy von Reudell, der beschäftigungslose getan hat, hat seine Augen für immer geschlossen. Viele Proletariergen Führung bleibt, wird es ihr, meder in der reaktionä= ren, noch in einer kommenden revolutionären Periode Gerhard Würger und mit ihnen wegen Hehlerei und Begünstigung finder werden aus Dankbarkeit seinem Sarge folgen und immer gelingen, die Führung der holländischen Arbeiterbewegung zu der Händler Walter Wohlgemuth, der Vermittler Curt Graf daran denken, daß dieser Mann es möglich gemacht hat, daß sie nicht Es herrscht eine Art geistige Verwirrung und die Angestellte Anny Reimann, die Geliebte von Reudells. nur herrliche Teile der Welt fennen lernen durften, sondern auch in der Partei, demzufolge bleiben ihr die Arbeitermassen Ein drittes Mitglied der Einbrechergesellschaft ist der zurzeit flüchtige bleibende Schäze durch die Lieder, die er fie gelehrt hatte, erworben fern. Das Jahr 1923 hat erst recht gezeigt, daß die Partei Paul Wagner gewesen. haben. Die Leiche wird von Husum nach Berlin überführt, wo die nicht imstande mar, und auch niemals imftande sein wird, die Es handelt sich um sechs mit großem Raffinement verübte Beijegung am Donnerstag auf dem Friedhof der Sophien. Aufgaben zu erfüllen, die ihr als Sektion der kommunistischen Einbrüche in Wohnungen, bei denen wertvolle Pelze, Perser- Gemeinde in der Bergstraße, on der Invalidenstraße, stattfindet.. Internationale obliegen. teppiche und Brüden erbeutet wurden. Der Angeklagte v. Reudell Dez Bericht tat seine Wirkung. Für das Exekutivkomitee hat ist der Sohn eines Rammerherrn und 3eremonienDas markenfreie Brot von morgen ab 64 000 m. Die Preise für Radek in Berlin eine Unterredung mit Bertretern der Opposition meisters am ehemals faiserlichen Hofe. Er selbst war Fähn markenfreies Gebäck, die in der letzten Zeit" nur" zweimal wöchent und des Parteivorstandes gehabt. Das erste Ergebnis der Ver- rich zur See und später Offizier bei der Armee. Nach lich erhöht wurden, sollen jetzt anscheinend täglich nach oben Der am heutigen Mittwoch in Kraft gehandlungen war, daß dem Parteivorstand untersagt wurde, dem Kriege gehörte er einem hessischen Freiforps an und fehrte forrigiert werden, noch weitere Mitglieder aus der Partei auszuschließen. Nur schein. im Jahre 1919 bei einem Urlaub zu seinen Eltern nach Berlin nicht tretene neue Preis von 58 000 M. für das martenfreie Brot und bar hat der Vorstand diesem Verbot Folge geleistet, in Wirklich mehr zu seinem Truppenteil zurück, so daß er megen Fahnenflucht 2700 m. für die martenfreie Schrippe hat gerade für den heutigen feit hat er die Reinigungsarbeiten" fortgesetzt. Nur wurden gesucht wurde. In Berlin war der damals erst 22jährige junge Tag Geltung gehabt. Bom morgigen Donnerstag ab foftet bas 64000 M. unt die Schrippe Mann in schlechte Gesellschaft geraten. Er trieb sich in Spielflubs mar fenfreie Brot die Mitglieder nicht ausgeschloffen, sondern suspendiert. nachts herum und lebte eine Zeitlang von dem Spielerwerb in Saus 3200 m. Wie haben wir es doch herrlich weit gebracht! Wie Die Opposition, jeẞt unter Führung von Boumman und und Braus. In der Bar eines Kabaretts am Kurfürstendamm lernte lange noch und man wird an einem Tage mehrmals den de Radt, hat überdies einen Bericht mit sämtlichen Klagen gegen er eine Reihe Leute kennen, die sich später als gewerbsmäßige Ein- Brotpreis erhöhen! Das scheint übrigens das beste Mittel, den Parteivorstand an das Erefutinfomitee in Moskau gesandt. brecher erwiefen. Als er dann eine Stellung als Werbeum wertbeständige Löhne zu sabotieren, denn welcher Rechenmeister Zur Schlichtung der Differenzen sind Vertreter der Opposition offizier für den Heimatschuß antrat, benutzte er die wird denn noch nach dem Jnder richtig berechnen fönnen? Vielleicht ist das einer der Gründe, warum gewisse Kreise für ( Sieuwerk, van Reesema und de Kadt) und des Parteinorstandes Gelegenheit, für diese Einbrecher Wohnungen aus zuEs die Geheimhaltung der Inderziffern eintreten! ( 2. de Visser) nach Moskau entboten. Bis jetzt sind sie noch nicht fundschaften, deren Inhaber verreist maren. wurden dann dort Einbrüche perübt. Bei einer Beteiligung an„ Wer hat noch ein eigenes Bett." Zu den unter dieser Ueberschrift zurückgekehrt, weshalt die dort gefaßten Beschlüsse noch nicht be- einem Einbruch wurde von Steudell auf frischer Tot abgefaßt und gemachten Ausführungen in Nr. 327 liefen bei uns noch zur Unterſtügung fannt sind. zu Gefängnis verurteilt. Er ist dann aber als Geistestranter nach ein: Otto Eisenhardt Berlin 100000 Mart. E. R. 50000 Mart. Herzberge gekommen, nachdem er megen Geistesfrankheit auch Stinnes und die französischen Kanonen. entmündigt worden war. Ende 1922 wurde er aus der Irrenanstalt Die Wiener Zeitschrift„ Die Börse" veröffentlichte fürzlich eine als geheilt entlassen. Im Februar dieses Jahres hatte er dann mit dem jetzt unter Antlage stehenden Würger und Wagner fünf Notiz, wonach die Hälfte von den 1½ Millionen Mark neuen Aftien Einbrüche verübt. Gegen v. Keudell schwebt neben dieser Anklage der von Stinnes fontrollierten Alpinen Montangefell noch ein Berfahren, in dem er beschuldigt wirt, im November 1922 schaft in den Besitz der französischen Waffen- und Munitions in das seinem Vater gehörende Schloß Schwebda bei Eschwege mit fabrik. Schneider- Creusot gelangt sei. Da die„ Effener unbekannt gebliebenen Mittätern nachts engebrochen zu sein. Da Deutsche Bergwerks- Zeitung", die über die westfälische Schwer- die Tat nur von jemand, der mit den Berhältnissen im Schloß industrie recht gut unterrichtet ist, diese Notiz ohne Kommentar nach- genau vertraut ist, verübt sein kann, so iſt gegen v. Keudell brudt, fann kein Zweifel über die Verständigung des Stinnes- Trufts Anklage erhoben worden, daß er seinen eigenen Bater bejtohlen mit der französischen Schwerindustrie über die Wirtschaft in den habe. Während v. Keudell die übrigen Einbrüche zugibt, leugnet er den Einbruch bei seinem Vater. Die Anklage in Cassel wird österreichischen Nachfolgeftaaten bestehen. gegen ihn sofort nach Erledigung des Berliner Falles zur Ber handlung gelangen. Da Zweifel an v. Reudells bestehen, ist er auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Fren durch Sanitätsrat Dr. Leppmann auf seinen Geisteszustand unter Die Außenpolitik in Deutschland und besonders auch in Frant reich, wo man immer noch das Schreckgespenst des Waffen fabrizierenden Deutschlands an die Band malt, wird dadurch charakterisiert, daß die von Hugo Stinnes beherrschte Alpine sucht worden. Montangesellschaft augenblicklich mit Hochdruck Unterteile für französische Kanonen anfertigt. Die Portier- Umlage. In Hausbefizertreisen wird für die Zwecke der gegenwärtigen Die Konferenz von Sinaja. Monatsabrechnung behauptet, es sei vom Magistrat auf mehrfache mündliche Anfrage die Weifung gegeben worden, die auf die BortierBukarest, 31. Juli.( Eigener Bericht.) Der griechische Gesandte wohnung entfallenden Umlagekosten auch für den Monat Juli von in Bufarest hat von seiner Regierung den Auftrag erhalten, mit dem ben Mietern einzuziehen. Das kann unmöglich stimmen, da in der rumänischen und dem südslawischen Außenminister über einen neu en Magistratsbekanntmachung vom 28. Juni 1923 die Biffer 9 zu§ 4. Balkanbund zu verhandeln. Dieser soll unabhängig von welche am 30. April 1923 die Abwälzung auf die Mieter anordnete, der Kleinen Entente für die Aufrechterhaltung des Friedensvertrages ausdrücklich fortgefallen ist. Es heißt wörtlich:„ Der§ 4 lautet wie mit Bulgarien forgen, um dadurch den Frieden auf dem Balkan folgt usw." Mithin ift die Ziffer 9 für den Monat Juli ausgeschieden. zu sichern, während die Kleine Entente durch Ueberwachung des Es ist wünschenswert, daß der Magiftrat hierzu fofort sich äußert, Friedensvertrages von Trianon( mit Ungarn) für den Frieden mit damit Unzuträglichkeiten vermieden werden. Mitteleuropa forgen foll Straßenräuber an der Arbeit". " Die Toten von Kreiensen. 22 Personen noch nicht festgestellt. Wir teilten heute morgen mit, daß die Zahl der bei dem Eisenbahnunglüd in Kreiensen Getöteten sich auf 47 erhöht habe. Von diesen sind bisher 25 festgestellt worden. Es handelt sich dabei um folgende Personen: 1. Heinrich Schlüter aus Hanau, 2. Friedrich altoff aus Hannover, Podbielskiftraße 3, 3. Ehefrau Konrad Beder aus Bebra, 4. Reinhold Mahler aus Darmstadt, 5. Lohnfellner Alfred Werz aus Stuttgart, 6 Alfred I atho aus Hannover, 7. Elise Dorr aus Mannheim, Columbusstraße 34, 8. Lina Eibl aus München, Weiherstraße 51, 9. Eisenbahnschlosser Georg Schmidt V aus Rosenheim in Bayern, 10. Ernst Geßlein aus Kuchen, Oberamt Geislingen, 11. Helene Siggeitom aus Offenbach, Bismarckstraße, 12. Heinrich Mauzinger aus Rosenheim, Göberlinstraße 7, 13. Auguste Siggeltom, Mutter von Helene Siggeltow, aus Offenbach, 14. Ehefrau Bünsch aus Eisenach, 15. Richard Rominie, Ingenieur in Wien, 16. Friz Buer. Schaper aus Wülfel, 17. Frau Bolkommer, Lehrerin in München, Etaufingerstraße 15, 18. Alfred Craner, Bamberg, 19. Wilhelm Hube, Bofen, 20. Hugo Wid, Wien XV, Tellgaffe 26, 21. Karl Baumeister, Bolizeiwachtmeister, München, 22. Lina Wagner vom Torswert in Ipshausen(?) bei Westerstede, 23. Frau Minna Lesse ad, Hamburg, 24. Wilhelm haft i dt, Bremen, 25. Frau Hillebrand, Bremen, Weizenkampftraße 13. Der Reichsvertehrsminister hat an den Präsi denten der Reichsbahndirektion Kaffel gedrahtet: In tiefer Trauer beflage ich das Unglück von Kretensen, das zu den furchtbarsten Ereignissen in der Geschichte der deutschen Bahnen gehört. Ich bitte Sie, alles aufzubieten, was zur Linderung von Not und Leid dienen fann und ersuche Sie weiter, den Angehörigen der Toten und den Verlegten mein wärmstes Mitgefühl und meine aufrichtige Teilnahme auszusprechen. Meinen Dant bitte ich allen denen zu übermitteln, die berufen oder freiwillig in aufopfern. fter Weise den Verunglückten beigeftanden sind." Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch teilte Breffcnertretern mit, daß man auf der Konferenz in Sinaja vor allem ben Standpunkt der Kleinen Entente zur ungarischen Repa Auf der Straße zwischen Buchholz und Schönerlinde wurde der rationsfrage behandelt habe. Das Berhältnis zu Rußland Landwirt Edmund Papel aus Berpenfchleuse gestern abend über. fei nicht berührt worden. In allen Bunkten der Konferenz sei voll- fallen. Etwa 400 meter von Lindenhof entfernt tauchte plötzlich ein fommene Uebereinstimmung erzielt worden. Auch die gegenseitigen 23e gelagerer vor dem Gespann auf, fiel den Pferden in die Beziehungen der Staaten der Kleinen Entente untereinander hätten Bügel und brachte sie zum Stehen. Papel ließ sich nicht einschüchtern, eine meitere Klärung erfahren. Die Frage der Kandidatur des Dele: sondern griff sofort zum Revolver und gab einen Schuß auf den gierten der Kleinen Entente für den Bölferbundrat sei nicht Räuber ab. Leider aber traf er in der Dunkelheit eins seiner Pferde herührt, sondern der Entscheidung der nächsten Konferenz, die in ins Borderbein. Der Wegelagerer erkannte jedoch, daß er an den Belgrad stattfinden wird, überlassen worden. Bezüglich der Be- Verkehrten gekommen war und ergriff die Flucht. Das an ziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Bolen sei er der An- geschoffene Pferde mußte abgeftochen werden. Am hellen Tage ficht, daß die Ueberbrückung der Gegensätze möglich sein werde. gegen 3 Uhr nachmittags wurde auf Reinickendorfer Gebiet an der Kolonie Freie Scholle in der Heide vor Waidmannsluft die 53 Jahre Desterreichische Wahlen am 21. Oftober. Die„ Wiener Zeitung" alte Frau Agate Scheibel aus der Molttestraße 10 in Hermsdorf veröffentlichst eine Kundmachung der Bundesregierung, durch die von zwei jungen Burschen überfallen. Diese griffen die Wahlen zum Nationalrat ausgeschrieben und im nach ihrer Geldtasche, die 230 000 m. enthielt, nachdem der eine Einverständnis mit dem Hauptausschuß als Wahltag der 21. D1 ihr einen Schlag ins Gesicht versezt hatte. Da die Frau den tober 1923 festgelegt wird. Die Christligiozialen Riemen der Tasche ein paar mal um den Arm und die Sozialdemokraten haben für die Zeit der Wahlen geschlungen hatte, so gelang es den Räubern nicht sofort, jonein Uebereinkommen getroffen, wonach sich beide Parteien bern erst nach einem Kampfe, fie ihr zu entreißen. Unterdessen fam nerpflichten, gegenseitig ihre Versammlungen nicht zu stören und auf ihre Hilferufe ein Eisenbahnbeamter, der ganz in der Nähe war, Berlin und Umgegend. Etwas fühler, zunächst überwiegend trübe, überhaupt den Wahlkampf derart zu führen, daß unnötige Reibungen herbeigelaufen und nahm die Verfolgung der nun flüchtenden Räu- mit weiteren Regenfällen und ziemlich frischen westlichen Winden. Später ber auf. In einem Kornfeld, wo er sich versteckt hatte, entdeckte er langsam aufflarend. bermieden werden. Funktionäre bel Behrendt, Liebigftr. 24. Freitag, den 3. Auguft, abends pünkt. 6 Uhr: Wichtige Sigung im Jugendheim, Lindenstraße 3. Die Kreisvertreter müffen sämtlich anwesend sein. 36. Abt. Donnerstag, den 2 Auguft, 7% Uhr: Gigung aller tätigen Genoffen und 55. Abt., Charlottenbura. Donnerstag, den 2. Auguft. 7, Uhr, bei Reimer, Wilmersdorfer Sir. 21: Funktionärversammlung. Wichtige Tagesordnung. 82. Abt., Stealik. Heute Mittwoch, den 1. August, 8 Uhr, bei Hamburg, Schloßftraße 103: Funktionärsigung. Sungsozieliften, Gruppe Pankow: Arbeitsgemeinschaft.- Goziale Utopien. Wetter für morgen. Gewerkschaftsbewegung Geschlossenheit der Bergarbeiter. Betriebsfonferenz in Mitteldeutschland. Auch dieses Referat, das den Delegierten den derzeitigen tiefen Die Berichtigung stelli Den mefteren Berlauf fo bar, daß erft Stand und die trüben Aussichten der deutschen Boltswirtschaft ein- bann, als ,, bas wiederholte Auffordern zum Verlassen des Fabrikbringlich einprägte, fand den ungeteilten Beifall der Konferenz. hofes nichts half", Schmittner mit dem Hund gedroht habe. Barth appellierte an den Gemeinsinn aller, der nur gefördert werden Tatsache, daß Schmittner den und auf den Gefönne burch starte, freie Arbeiterorganisationen. Hierauf sprach wertschaftsfunttionär gehebt hat, daß der Hund denSesse über Die Rechtsprechung in der Betriebsfelben gebiffen und ihm die Hosen zerrissen hat, wird in ber ,, Beräfepraris". richtigung nicht erwähnt, affo nicht bestritten. Zu der„ BeAchtung, Metallarbeiter! im 29. Jull fand in Röthen eine vom Bergarbeiterverband Die Konferenz war ein reicher, fruchtbringender Arbeitstag. richtigung", in ber über so viel Searbeit geflagt wird, womit einberufene Betriebsrätefonferenz der am Tarif beteiligten Durch ihren harten Beruf schmer abgearbeitete, zum Teil völlig un- nicht die Hundehege, sondern die Gewerkschaftstätigkeit gefreien Gewerkschaften statt. Ueber 200 Delegierte aus allen Revieren genügend genährte Männer haben ernst und fachlich, ohne Bhrajen, meint ist, wird uns noch mitgeteilt, daß Herr Schmittner sich schon des Halleschen Bezirts waren zusammengekommen, um über die ohne Jufionen, nur gestüzt auf ihre eigene und die Kraft ihrer bei der Entlassung der Arbeiterinnen dahin geäußert hat, daß der Lohnpolitik und fünftige Taktik der Spitzenverbände zu beraten und Organisationen, ihre eigenen und damit verbundene Schicksalsfragen Verbandsvertreter, ber Jeinen Hof betritt, mit dem Wasserschlauch oder mit dem Hund vom Hof gejagt würde". Diese Aeußerung fonnte Beschluß zu faffen. des deutschen Bandes beraten, hungernd beraten! Zu einer Zeit, bem Berbandsekretär feiber nicht vorher mitgeteilt werden, obschon Der Bolkswirtschaftler des Bergarbeiterverbandes, Dr. Berwo Tausende von Schiebern, Bucherern und Spekulanten raffgierig fie auf dem Berbandsbureau befannt war. Daraus geht hervor, ger. Bochum, hielt ein flar burchdachtes Referat über„ Die 2ohn fich um den Erfolg der Arbeit fleißiger Leute raufen und im Ueber das Herr Schmittner vorfäglich gehandelt hat. politif im Bergbau und die Wertbeständigkeit der fluß schlemmen. Möge biefer ernste, entfchloffene Wille der BergLöhne". An der sich anschließenden Aussprache beteiligten fich arbeiter eine Mahnung in legter Stunde an die Reichs. Kameraden aus allen Revieren, die übereinstimmend die Erregierung sein. Entweder die Regierung greift schnell zu und hilft höhung des Realeinfommens und vor allem die rüd eine erträglich Lebenslage schaffen, oder aber die mitteldeutschen fichtslose heranziehung der ich wernerbienenden Bergarbeiter, die sich ihrer bedeutungsvollen Stellung im derzeitigen Rreise por allem ber Bandwirtschaft zur Steuer Wirtschaftsleben durchaus bewußt sind, müssen und werden zahlung forderten. In verzweifelten Worten kam der Mißmut sich selber helfen! der Bergarbeiter über das verbrecherische Treiben der Lebensmittel. Ein rabiater Unternehmer. und Bedarfsartifelmudherer zum Ausdrud. Alle Diskussionsredner ließen feinen Zweifel darüber, daß, wenn die Regierung diesem Bu der mit diefer Auffchrift versehenen Schilderung in Str. 348 schamlosen Treiben der Spetulanten nicht ein schnelles Ende bebes Bormärts" erhielten wir von dem darin Angegriffenen, dem reite, bie Bergarbetter unter Führung ihrer Organisation zum Barfümeriefabrikanten d) mittner in Wilmersdorf, Babels. rüdsichtstofesten Abwehrmittel greifen mürden. berger Straße 2, eine Berichtigung auf Grund des PresseScharfe Kritik wurde an dem Berhalten der Unorgani gefeges: Aus unserem Betrieb hatten fünf Arbeiterinnen die Arfierten geübt, die sich nicht schämten, die erfämpften Löhne ein beit selbst niedergelegt, weil ihr Ansuchen um weitere Lohnzulage inmitten der Woche und inmitten der Arbeitszeit nicht diskutiert zuheimfen, sich aber sonst nicht um das Zustandekommen der Lohn worden ist. Latsache ist, daß in den letzten sechs Wochen alle Ar. abschlüsse fümmerten. beiterinnen jede oche 25 bis 30 Broz. Lohnzulage freiwillig er halten hatten. Mit diesen wöchentlichen Lohnzulagen war also weit über das hinausgegangen, was andere Firmen erst nach einigen Wochen in einer Zulage auf einen Bosten zahlten." Der entschloffene Wille der mitteldeutschen Bergarbeiter tam zum Ausdruck in der folgenden, mit 170 gegen nur 11 Stim der fommunistischen Opposition angenommenen Ent schließung: men Der Erfolg bei der Wahl zum Verbandstag ist den Berliner Rommunisten fehr zu Ropf gestiegen. Die beispielloſe Hege während der Wahl wird munter in der Roten Fahne" fortgefekt. Kein Mittel ift fchäbig genug, um gegen die Ortsverwaltung angewandt zu merden. Geit Tagen geht die Hebe gegen die GeneralversammlungsDelegierten, weldje nicht aur Opposition" gehören. Diese Dele. gierten follen in den bisherigen Generalversammlungen ihre eigene Anschauung vertreten haben und nicht die Meinung ihrer Wähler. Meinung der Wähler soll mohl in diesem Fall heißen: Meinung Der RPD. Die Rote Fahne"( agt:„ Das muß anders merden!" Es mirb aufgefordert, die erst vor kurzer Zeit auf ein Jahr gewählten Delegierten zu beseitigen, und an deren Stelle, oppofitionelle" Delegierten zu wählen, b. h. folche, mit denen die RBD. egerzieren kann. Wir weisen auf diesen groben Unfug hin und erwarten, daß unsere Genossen auf dem Bosten sind, die Wahlkörperversammlungen besuchen und auf die kommunistischen Rollegen etwas„, abfühlend" wirfen. In Wirklichkeit wird der Tariflohn für die Branche ſeit Zur Abgeltung der Juliteuerung im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten Die Konferenz erkennt die fortgesetzten Bemühungen der längerer Zeit all acht Tage neu vereinbart, Richtig ist freien Spizenverbände, die Lage der Arbeiterschaft in der Zeit on uns behauptete Tatfade, bak trog ber Zulagen die Firma mitteilt, hat der Reichsverband der Banfleitungen seinen Mitglied. freien Spizenverbände, die Lage der Arbeiterschaft in der Zeit Schmittner u. Co. unter Tarif bezahlte. Die Berichtigung firmen aufgegeben, am 3. August nochmals vier endgültige ber Gelbentwertung erträglicher zu gestalten, an. Sie vertritt bie Auffaffung, daß die bei den Lohnverhandlungen vereinbarte hatten, stellten sie sich zunächst einige Tage hintereinander vor dem aufeßenden endgültigen Juli. und vorläufigen Auguftgehälter zur Auffassung, daß die bei den Lohnverhandlungen vereinbarte fährt fort: ,, Als diese fünf Arbeiterinnen den Fabrikhof verlassen ma i bezüge in Anredmung auf die am 3. August 1923 festRauffraft der Löhne durch entsprechende Tarif- batten, Tor und in dessen Nähe auf. Erst am zweiten Tage meldete sich flaufein bis zur Auszahlung bzw. bis zum Lohnverbrauch zu telephonisch ein Werband."( Der Berkehrsbund, die zustän- Auszahlung zu bringen. fichern ift, wie sie auch mit den Kameraben der anderen bige Organisation der Arbeiterinnen. D. Red.). Dem VerbandsRepiere eine er türzung der 2ohnzahlungsperio Bertreter fei nach seinem persönlichen( fiatt dem gewünschten schrift ftallationsgefchäfte. Die Junigehälter werden für den Monat Juli Gehaltsregelung für die Angestellten der Beleuchtungs- und 3nDen verlangt. lichen) Borbringen gefagt morden, daß zum Berhandeln bein Anum 350 Broz erhöht. Damit ist die Teuerung bis zum laß vorliege, da die fünf Arbeiterinnen die Arbeit niedergelegt 23. Juli abgegolten. Sofern fich die Verhältnisse nicht katastrohaben und damit die Sache für uns erledigt ist, er möge vielmehr bafür sorgen, daß die vor dem Tor stehenden jungen Mädchen( Die Phaler entwickeln, wird am 8. Auguft ein Drittel des Juligehaltes zur Auszahlung gebracht, andernfalls finden bis zum vorerwähnten Streitposten. D. Red.) sich von dem Tore entfernen. Aufforderung hin, den Fabrithof zu verlassen, habe der Verbands Tage neue Verhandlungen statt. fefretär fofort nach seiner hinteren Hosentasche gegriffen und benahm fid), als hole er einen Revolver herver." Die Konferenz ist sich darüber einig, daß innerhalb der gegebenen wirtschaftlichen Grenzen die Lobnentwicklung von der Be beutung ber Arbeiterschaft als Wirtschaftsfaktor abhängt, und fie fordert daher die in schwerer Not ringenden Arbeitskollegen auf. zur Stärtung ber gemertschaftlichen macht fich restlos den freien Gewerkschaften anzuschließen. Auf die Cine fommunistische Fraktion legte eine Entschließung vor, in berbie Schaffung einer revolutionären Internationale und ein Bu Hierzu erklärt unser Gewährsmann, daß die Annahme, er habe fammenschluß mit der Mostauer roten Gewerkschaftsinternationale" einen Revolver ziehen wollen, nur der überspannten Phangefordert wurde, Die fommunistische Entschließung murde talie des Herrn Schmitiner entsprungen fei. Der Berdächtigung steht die Tatsache entgegen, daß Gewerkschaftsangestellte in Deutsch unter Beifall mit allen gegen 26 Stimmen abgelehnt. Im Anschluß sprach Ermin Barth Berlin über" Die land nicht mit Revolvern oder ähnlichen Waffen zu Berhandlungen beutsche Boltswirtschaft nach dem Bersailler mit Unternehmern gehen. Sie verlassen sich auf ihre geistigen Friedensvertrag". Qualitätsware Anzüge gut. modern verarb, la Stoffe p. besten bis zum billigften, D. 000 2475 000 5950 3850°°° 2975°°° Gummi- Mäntel nur la Marken, elegante Form Mäntel reefle Stoffe, neueste Form, nom porneinften bis a. einfachften, a 6750999 45000 2475 000 Damen- Mäntel 000 000 vom feinsten Modell bis z. einfachsten Hosen Rammgarn, Budffin.fchönestrei. fen, fefte billige Arbeitshofen. v. 1950° 000 1250°°° 575 975° 000 000 Kleczewski Wilmersdorfer Str.127| Boxhagener Str. 47 am Bhf. Charlottenbg., Ecke Schillerstr. am Bahnhof Stralau- Rummelsburg Bei Einkauf Fahrivergütung! Kottbuser Str. 4 am Kottbuser Tor Badstr. 16 vom 2. August 1923 ab Fahrgeldvergütung! Waffen. Gardinen Wanzen Sonderangebote Motten, Läuse samt Brut kann jed. Laie in 3 Std. durch apparateloses Linksol selbst radjkal beseitigen. Erhältl.in all. Drogerien. Generalvertreterlager: Friedrichstraße 24. Gelegenh.- Käufe 200000 in Resten Stores, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. Spazial- Gardinenwerkstatt Henkölla, Bergstr.67 am Ringbahnhof. Korsette Verkauf Reparatur, Maßanfertigung Fr. C. Bungartz, Neukölln, Boddinstr. 31. nferate im Vorwärts fichern Erfolg! Volkskleidung Hosen Gummimäntel Sport- Anzüge Manchester u.Loden Hemden, Socken Unterhosen Beruiskleidung Gute Ware! Billigste Preise! Gerh. Kohnen Neukölln Hermannstr. 76/77. Mark bar für aufklär, anregend. Erfinder Gratisbroschüre d P.Erdmann& Co., Bin., KöniggrätzerStr.71 E. BERNSTEIN Der Sozialismus einst und jest 3weite Auflage, vermehrt burch die Kapitel: Der Gildensozialismus" und Das Bleibenbe im Marrismus“ Grundzahl brosch. 2.50, geb. 4.X Golüffelsabl Buchhandlung Vorwärts SW 68, Lindenstraße 2 Die Metallarbeiter in Schlesien haben durch Urabstimmung be schlossen, die neuen Bergleichsvorschläge anzunehmen und spätestens am 2. August die Arbeit wieder aufzunehmen. Gemertschaftsbewegung: Berantwortlich für Bolitik: Victor Shiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Sateruns, Friedrichshagen; 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: Dr. John Schilowski, Charlottenburg; Letales und Sonstiges: Walter Trojan, Behlendorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Bormärts- Berlag G. m. b. 9., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdru serei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin G. 68, Lindenstraße 3. Vorher entstellt, berbittert und frant Schuy Nachher gefund, fröhlich und schlank LEIPZIG Marte Allen wird Hilfe durch unser bewähries Thalysia Korsett- und Leibbinden- Reform- System. Es hat viele Laufende von bekämenden Entstellungen und von Schmerzen erföst, bon verzweifelten Bußänden und Beschwerden wieber freigemacht. Bei Normalen und Gefunden erhöht es Schlantheit. Biegsamkeit, Wohlbefinden, Kraftgefühl und Lebenslust. Drndjagen frei Prachtalbum 1922/23& St. 1100 Mart. mit Reformhaus Thalysia Baul Garms.. Berlin, Wuhelmür. 37, Friedenau, Rheinstr. 34. m. b. Leipzig. Neumarkt 40; Dresden, Schlosstr. 18; Wänden, Marienplag 29. Schokolade Arbeitsnachweisgefciz sehr preisw.! Sarotti Stollwerck Mauxion Kant u. a. Marken billig! Eisen& Diamant Bei Einkauf Fahrtvergütung! mit Nebenbeftimmungen erläutert von Dr. jur. et phil. BERGER Oberregierungsrat Im Reichsarbeitsministerium und W. DONAU Regierungsrat im Reichsem! für Arbeitsvermittlung Ein unentbehrliches Hilfsmittel for Behörden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Diamant praktichen Einfahrung u. Anwendung das felt 1. Ost. d. J. In Kraft getretenen Gefetzes. Kaiserstr. 4 Andreasstr. 18 Preis Grundzahl M. 3.25 BUCHHANDLUNG VORWÄRTS, BERLIN SW, LINDENSTR. 2 Kommen Sie! Sehen Sie! Preise steigen! ** Billig! * Nicht warten! Anzüge Sommer- Schlüpfer Hosen Gummi- Mäntel* Winter- Paletots in reicher Auswahl weit unter heutigem Herstellungspreis! Geschäftszeit: 9-1, 3-6 Hugo Simon, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 133 an der Bismarckstraße. Weitester Weg lohnend, da Fahrtvergütung! Bei Einkauf Fahrtvergütung!