Nr.357 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 177 Bezugspreis: Für die erste Sälfte August 50000 M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband für die erste Hälfte August für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 64000 M., für das übrige Ausland 75 000 m. Boftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und 8eit", der Unterhaltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 5000 Mark Anzeigenpreis: Die einspaltige Rompareillegeile foftet 20000 M. Reklamezeile 100000 M. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 9000 M.( zuTäffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 4000 M. Stellengesuche bas erfte Wort 4000 M., jebes weitere Wort 3000 m. Worte über 15 BuchWorte. staben zählen für zwei Familienanzeigen für Abonnenten Beile 6000 m. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 2. August 1923 Der britische Kabinettsbeschluß. Gemeinsame Antwort unmöglich. Condon, 1. Auguft.( WIB.) Wie Reuter meldet, frat das Kabinett heute vormittag zufammen und behandelte das britische Vorgehen betreffend das Reparationsproblem. Man sei allgemein der Ueberzeugung, daß zurzeit eine gemeinsame Antwort der Alliierten an Deutschland nicht erfolgen fönne; wenn aber die Regierung sich zu einer Separatantwort entschließe, so werde man sein Bestes fun, um Frankreich zu ermöglichen, sich der britischen Politik anzuschließen, fofern es dies wünschen sollte. London, 1. Auguft.( WTB.) Wie Reuter erfährt, ist eine der Fragen, über die das kabinett beschließen wird, die, ob die verschiedenen Noten und Schriftstücke, die in der Reparationsfrage gewechselt wurden, veröffentlicht werden sollen. Wahrscheinlich werden die brifischen Minister während der nächsten beiden Tage im Hinblid auf den großen Umfang der zu bewältigenden Arbeit beinahe ständig zusammenbleiben. Frankreichs Geiselkrieg. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Die Politik der Partei. Guter Rat ist teuer, schlechter ist billig. Gilt dieser Saz allgemein, so gilt er ganz besonders jetzt. Denn je schlimmer die Zeiten werden, desto teurer wird der gute Rat und desto billiger der schlechte. Wer das Seine tut, um unglückliche und ratlose Menschen Schon der äußere Hergang der rechtswidrigen Ruhr- vor schlechtem Rat zu bewahren, dessen Befolgung ihre Lage befeßung bewies, daß die Franzosen auf gewaltsamen Wider- nur verschlimmern würde, hat damit schon einen Teil seiner stand rechneten. Sie fanden nur passiven Widerstand, und Aufgabe im Interesse der arbeitenden Massen erfüllt. Wenn erst, als sie darauf mit Verfolgungen und immer ärgeren die Sozialdemokratische Partei und ihr Bentralorgan, der Quälereien antworteten, tam es zu einzelnen Aktionen tät- orwärts", so viel Kraft daran wenden müssen, um falsche lichen Widerstandes, die jedoch von der übergroßen Mehrheit Heilslehren zu bekämpfen, die dem hungernden Volk dardes deutschen Volkes im besegten Gebiet wie im unbesetzten geboten werden, so ist es nicht ihre Schuld. Denn wenn heute Deutschland durchaus mißbilligt wurden. Wie wenn Krieg die Völkischen die„ Sizilianische Besper" proflamieren und in wäre, haben die Franzosen und Belgier auf jeden vermeint- Verschwörungen gegen die Republit das Heil suchen, wenn lichen oder wirklichen Sabotageaft mit der Festnahme von morgen die Kommunisten den„ revolutionären Befreiungskrieg Beisein geantwortet, und sie haben das Kriegsmäßige mit Rußland gegen die Entente" predigen oder die„ Arbeiterdieses Vorgehens noch dadurch verschärft, daß diesen Geifeln und Bauernregierung" fordern, die radikal alle Levielfach die Rechte politischer Gefangener versagt und sie bensmittel beschlagnahmen soll, so ist es notwendig, sich Den Blättern zufolge dauerte die Bollfigung des Kabinetts gleich schwerverurteilten Strafgefangenen mit solchen Fieberphantasien auseinanderzusetzen. Das fordert am heutigen Vormiffag, in der die Prüfung der belgischen und behandelt wurden. Schändliche Mißhandlungen haben dabei Zeit und Raum, und schließlich entsteht leicht der Eindrud, französischen Antwort fortgesetzt wurde, zweieinhalb Stunden. nicht gefehlt. So hat man den als Geisel wegen des Spreng- als erschöpfe man sich im Negativen. Aber welches Unglück, Heute abend wird das kabinett im Unterhaus eine weitere Sihung attentats auf der Hochfelder Brücke festgenommenen städtischen noch viel größer als das gegenwärtige, würde hereinbrechen, abhalten. Das Unterhaus tritt morgen um elf Uhr vormittags Beigeordneten Weih, weil er vor Kenntnisnahme der Haus- wenn diese Aufklärungsarbeit nicht geleistet würde! zusammen. Es steht noch nicht feft, ob der Premierminister seine ordnung auf den Schemel gestiegen war, geschlagen und eine Wenn nun die positive Politik der Partei wichtige Erklärung über das Reparationsproblem gleich zu Be Stunde stehen laffen, obwohl es sich um einen Bein nicht überall das Verständnis findet, das wir ihr wünschen, so liegt das vornehmlich an zwei Umständen: erstens wird oft ginn der Sitzung oder erst im Laufe des Nachmittags machen wird. amputierten handelt! Zu der beabsichtigten Veröffentlichung eines englischen Geiselperhaftungen zur Erzwingung der heit ist und feine diktatorische Macht üben kann, zweitens Ueber allen Ruhrzwang hinaus jedoch gehen die vergessen, daß die Sozialdemokratie mur eine MinderWeißbuchs meint der Bariſer Matin", wenn die englische Re- Berbrechern franzöfi aber liegt es im Wesen einer wirklich positiven Bolitik, Straffreiheit von gierung noch irgendwelche Hoffnung auf eine erfolgver- scher sprechende Fortführung der Verhandlungen hätte, sie sich sicher- cher Herkunft felbst im unbesezten Deutsch- daß sie nicht so ohne weiteres verständlich ist wie eine Politié lich nicht zur Veröffentlichung der bisher geheimge- land! Es find bei deutschen Gerichten zurzeit die Franzosen der bloßen Schlagworte, hinter denen bei näherem Zusehen haltenen Dokumente entschließen würde. Man müsse fich Bergaffe und Aubert unter der Beschuldigung geifein vernünftiger Sinn steht. Die Sozialdemokratische Partei hat nach außen stets also auf einen Abbruch der Verhandlungen und auf ein ner Verbrechen in Untersuchung, der eine von beiden jogar T " Schluß in Sinaja. Soweit diese Politik unter sozialdemokratischem Einfluß befolgt wurde, hat sie auch Erfolg gehabt. Die Welt steht nicht mehr geschlossen gegen uns, und das ist- troß der schweren wirtschaftlichen Krise, in der wir uns befinden, darf das nicht übersehen werden ein Gewinn, der sich in Zu= funft auszuwirken verspricht. Hätte man nicht Zickzackpolitik getrieben, sondern unsere Ratschläge geradlinig verfolgt, so wäre der Erfolg noch größer. englisches Sondervorgehen gefaßt machen. Gegen die Ver- wegen Sittlichkeitsverbrechen an Personen im strafrechtlich ge- die Politik verfolgt, die Einheit der deutschen Republik zu schärfung der englisch- französischen Beziehungen durch die Ant- schützten Alter. Um die Freilassung dieser beiden Leute zu verteidigen, ihr Sympathien in der Welt zu gewinnen, ihr wort Poincarés an Baldwin wendet sich sehr entschieden die erzwingen, haben die Franzosen gedroht, jeden Tag bis zur Verhältnis zu den ehemaligen Kriegsgegnern und den NeuPariser Zeitung„ Journée Industrielle". Sie schreibt Freilaffung einen Deutschen im besetzten Gebiet festzunehmen. tralen zu bessern, dem Deutschen und dem deutschen Arbeitsu. a.: Die These Poincarés sei zwar juristisch und logisch unan u. a.: Die These Poincarés sei zwar juristisch und logisch unan- Es ist nicht bekannt, ob diese infame Drohung ausgeführt produkt wieder den freien Weg in die Welt zu öffnen. Sie greifbar und ein dialektisches Meisterstück, aber sie rede an worden ist; fest steht dagegen, daß in dem dritten Fall, in dem tritt darum für die Erfüllungspolitik ein, das heißt allem vorbei, was England und die übrigen Alliierten des Schuldes, schon mindestens acht Deutsche als Geiseln dafür, daß Deutschland jeden leistbaren Betrag zur Wiederin erster Linie beschäftige. Mit Abstraktionen lasse sich eine fizen. Dieser Schuldes ist wegen Spionage in reichsgericht gutmachung der allgemeinen Kriegsschäden auf sich nimmt. Verständigung weder unter Individuen, geschweige zwischen licher Untersuchung; er ist geborener Deutscher, hat sich später Gegen die Berreißung Deutschlands durch einen feindlichen Völkern erzielen. Darüber hinaus bildeten Boinarés Aus- in Frankreich einbürgern lassen, dann aber durch Anstellung Imperialismus, gegen die Unterdrückung der deutschen Arführungen in ihrer engen Beschränktheit eine außerordent- im Reichsbahndienst die Reichsangehörigkeit zweifellos wieder beiterklasse durch einen ausländischen Kapitalismus setzt sie liche Gefahr für Frankreich. Indem sie die Fragen des erworben. Der schwer belastete Schuldes genießt die Rechte sich mit Kräften zur Wehr. passiven Widerstandes und der interalliierten Schulden in den deutscher Untersuchungsgefangener; er darf z. B. auch den Bordergrund stellte und auf diese Weise isoliere, riskiere die Besuch seiner Frau empfangen. Um diesen Mann der französische Antwort, daß die Schlacht ausschließlich auf diesem deutschen Justiz zu entziehen, nimmt französisches Militär auf Gebiet geschlagen werde. Ein französischer Erfolg in der Frage deutschem Boden ungehindert wehrlose und unschuldige des passiven Widerstandes, der übrigens nur formaler Deutsche fest und sperrt sie ein. Natur sein würde, hätte zur Wirkung, daß die öffentliche Metnung der ganzen Welt gegen Frankreich Stellung nehmen würde, und es sei zum mindesten fraglich, ob der Anleihe und Kontrolle für Ungarn. Quai d'Orsay auf die Dauer einer solchen Welle werde Man mag darüber streiten, ob die Ruhrbesehung zu verWiderstand zu leisten vermögen. Sinaja, 31. Juli.( Orient- Radio.) Die unte: Borfiz des hindern war. Die Meinungen sind darüber geteilt. Aber Ministerpräsidenten Bratianu abgehaltene letzte Sigung de: Kleinen Uebereinstimmende Antwortnoten Englands und Italiens. Entente gelangte zu einer endgültigen Verständigung jedenfalls wäre es dem französischen Imperialismus noch viel London, 1. Auguft.( EE.) Es kann nunmehr als sicher ange. über die ungarische Anleihe. An die Reparationsfom schwerer geworden, seine Absichten zu verwirklichen, wenn nommen werden, daß falls nicht noch in letzter zwölfter Stunde Bedingungen einer Aufhebung der allgemeinen Hypother auf unga- fchiedenheit feiner guten Absichten zu klarerem Ausdruck gefalls nicht noch in letzter zwölfter Stunde mission wird eine schriftliche Antwort gesandt werden, in der die Deutschland auch in seinen inneren Maßnahmen die Enteine Berständigung mit Frankreich erfolgen sollte mit der eng- ischem Staatsbesitz und eine scharfe Kontrolle festgelegt werden, bracht hätte. lischen auch die italienische Regierung in einer separaten damit das durch die Anleihe erlangte Geld weder für Rüstun= Note die deutschen Junivorschläge beantworten wird. Immerhin gen noch für 3wede der Propaganda Verwendung finden passiven Widerstand gegen die französische GewaltNach dem Ruhreinmarsch hat die Sozialdemokratie jenen wird an Stellen, die unterrichtet sein müßten, versichert, die beiden könne. Die Bedingungen der Kontrolle werden noch geheimge politit organisiert, an dem sich die stärkste Militärmacht der Noten der englischen und italienischen Regierung würden inhaltlich halten. Ferner wurde die allgemeine Politik der Kleinen Entente, Welt so gut wie vergeblich die Zähne ausgebissen hat; sie hat in weitgehendstem Maße einander angepaßt werden. Rom, 1. Auguft.( WTB.) Im beratenden Ausschuß der fath o ein völliges Einvernehmen der Kleinen' Entente dahin erzielt, sich die nationalistische Wahnsinnspolitik energisch bekämpft und zu lischen Volkspartei beantragte Abg. Gronchi, daß die bei ihrem Vorgehen dem der großen Mächte anzuschließen. flaren Reparationsangeboten gedrängt. Auf ihre Initiative Partei auf dem internationalen demokratischen Kongres in Frei( Da die großen Mächte untereinander über das Verhalten zu ist vor allem das deutsche Memorandum vom burg i. Br. vertreten werde, um dort die Auffassungen der Partet Deutschland so wenig einig sind, sagt dieser Schlußfah gar nichts. 7. Juni zurückzuführen, das England zu einer entschiedenen Absage an die französische Ruhrpolitik veranlaßt hat. über die internationale Politik, die sich auf dem Gedanken des Warschau, 1. August.( WTB.)„ Kurjer Bolski" vermutet, Christentums und des Friedens gegenüber nationalisti Witos habe Dmow fti angeboten, als Nachfolger des Außen- mender Absicht mit jedem Reparationsgläubiger verhan schen und imperialistischen Ausschreitungen grün- ministers Senda in die Regierung einzutreten. ben, darzulegen. Hinsichtlich der Ruhrbesehung und der Reparations- Ein Leitartikel des gleichen Blattes führt aus, die gegenwärtige frage betont der Ausschuß das Interesse Italiens wie ganz Europas, Regierung, die sich besonders intimer Beziehungen zu Frankreich den Zusammenbruch Deutschlands und seinen Berfall in Bolsche. rühmte, sei in der Jaworzyna- Frage, in der Danziger Frage und wismus zu verhindern und es in den Stand zu sehen, die nach im allgemeinen vom Bölterbund und von Frankreich wenig unterstützt worden. Der französische Senat habe der Eitorffi zu feiner Leiftungsfähigkeit möglichen Zahlungen zu entrichten. gestandenen Anleihe von 400 millionen Francs noch nicht zugestimmt. Das Berhältnis zu Frankreich sei nicht gefestigt, sondern ge- Bölferbund. chwächt. Nicht nur Seyda persönlich, sondern seine ganze Bartei zeige eine unglüdliche hand. Frankreichs Zahlungsbedingungen. Red.) * Jett fordert die Sozialdemokratie, daß in entgegenkomdelt wird, der mit Deutschland verhandeln will, daß aber die Freiheit der Arbeit und das demokratische Recht auf dem Boden der deutschen Republik wiederhergestellt werde. Um den Anspruch des deutschen Volkes auf Gleichberechtigung zu unterstreichen und Wege der friedlichen Verständigung zu öffnen, fordert sie den Eintritt Deutschlands in den Paris, 1. Auguft.( WTB.) Der diplomatische Mitarbeiter des So stellt sich in den Hauptzügen die pofitive Außen,, Daily Telegraph hatte heute morgen berichtet, daß Frankreich politik der Sozialdemokratie dar. Um sie zu veralle nicht in Gold- oder Sachwerten bestehenden deutschen Zahlun Dmowski ist der Führer der Nationaldemokraten und nie ein stehen, ist eine gewisse Anstrengung des Dentens unentbehrgen ablehnen würde, und hinzugefügt, daß sich Frankreich damit im Freund Deutschlands gewesen was man ihm für die Zeit der lich. Aber es ist entschieden nüzlicher, fie energisch zu unterWiderspruch zu der belgischen Politik befinde, die sich ausdrücklich preußisch- deutschen Monarchie nicht verübeln kann, da sie ihre ſtützen, als die Gehirne mit Schlagworten zu betäuben, wie es zur Annahme deutscher Wechsel und Wertpapiere bereit erklärt habe, Bolen gewaltsam germanifieren und schließlich noch das von ihr Nationalisten und Kommunisten tun. wenn diese durch ausländische Kreditinstitute garantiert seien. Hier geschaffene felbständige" Polen verstümmeln wollte, Im übrig.n In der inneren Politik ist die Partei unausgesetzt im zu bemerkt heute abend der„ Temps", der„ Daily Telegraph" müsse ist der französische Wunsch nach Aufnahme Bolens in die Kleine Sinne ihrer grundsäglichen Forderungen tätig. Daß die Reschlecht unterrichtet sein, denn weder in seiner letzten Note an Entente in Sinaja unerfüllt geblieben; man fann das als Zeichen publik, die nun bald fünf Jahre lang besteht, ohne die England noch bei irgendeiner früheren Gelegenheit habe Frank- dafür nehmen, daß die Kleine Entente sich nicht zum Werkzeug Sozialdemokratie nie geworden wäre und keinen Tag hätte reich derartige Zahlungen abgelehnt. Im Gegenteil, bisher Frankreichs machen will. bestehen können, bedarf faum besonderer Hervorhebung. Zum Schuß der Verbraucher vor Ueberteuerung, zum Schuß der Währung vor Verfall, für wirklich einsei es immer die englische Regierung gewesen, die sich jeder praf- Harding außer Gefahr. Präsident Harding hat die Krifis über tischen Lösung des deutschen Zahlungsproblems widersetzt habe. I standen und befindet sich auf dem Wege zur Genesung. greifende Besteuerung des Besitzes stand die Partei in ständigem schweren Äampf gegen entgegengesetzte Jnter- essen und deren wirtschaftsmächtige Vertreter. Und auch hi«r ist es wieder der positive Charakter der sozialdemokratischen Politik, der das allgemeine Verständnis für sie erschwert. Es wird hier ein Kampf geführt um positive Ziele in unzähligen Körperschaften über unzählige Gesetze, Verordnungen, Matznahmen und Vorschläge, deren Sinn ohne ernstes Studium oft nicht leicht zu begreifen ist. Es ist z. B. nicht jedermanns Sache, einen Aufsatz zu lesen, der den ver- wickelten Ursachen der M a r k k a l a st r o p h e im einzelnen nachgeht und praktische Borschläge zur Abhilfe macht. Und doch dient ein solcher Artikel den Interessen der Arbeiterschaft ungleich besser als alles Kreischen der„Äoten Fahne". Im einzelnen dürfen wir an das große Finanzprogramm erinnern, für das die Partei in einen neuen Kampf eingetreten ist, und an die Forderung nach wertbeständigen Löhnen, an deren Erhebung und fortschreitender Auer- kennung gerade der„V o r w ä r t s" nicht ohne Verdienst sein dürste. -ft Man wird einwenden:„Es ist schon wahr, daß sich die Arbelt der Partei in richtigen Bahnen bewegt hat, aber es geht trotz alledem schlecht. Vielleicht ginge es besser, wenn die Partei eine stärkere Energie daran gewandt hätte, ihre Forderungen auch wirklich durchzusetzen." Daß es in der Welt und besonders in Deutschland schlecht geht, ist leider ganz unbestreitbar. Und es ist psychologisch auch begreiflich, daß verzweifelte Menschen ihren Unmut gegen den zum Ausdruck bringen, der ihnen am nächsten steht: also z. B. an der Frau oder an der Partei oder an ihrer Zeitung! Aber dann dürfen auch diejenigen, die das Ziel dieses Unmuts sind, um ruhige Ueberlegung und um G e r e ch t i g- k e i t bitten. Auch die Partei. Auch die Zeitung. , Das Durchsetzen von Forderungen ist eine Frage der M acht. Wie man die Macht, die man besitzt, am besten aus- nützt und zugleich noch vennehrt, ist eine Frage der T a k t i k. Nun wird über nichts so viel gestritten, wie über die Fragen der Taktik, ganz besonders über die K o a l i t i o n s- p ol i t i k. Es gibt Genossen, die meinen, wenn sich die Partei von jeder Koalition fernhalte, so werde sie die Macht gewin- nen, ihre Forderungen durchzusetzen. Andere sind der Mei- nung— die auch immer im„V o r w ä r t s" vertreten wurde —, daß die Partei nicht in jedem Fall auf die Ausnutzung von Machtpositionen und direkte Einflußnahme auf die Re- gierung, daß sie nicht auf die Durchsetzung der Verwaltung mit Sozialisten und ausrichtigen Republikanern verzichten könne, ohne die Republik und die Sache der Arbeiterschaft aufs schwerste zu gefährden. Sie sehen in der Koalition eine mo- derne, den gegebenen Verhältnissen angepaßte Form des Kampfes um die Macht und glauben, daß die Partei, indem sie an verantwortlicher Stelle für Auffassungen und Forderungen der sozialistischen Arbeitermassen wirkt, auf die Dauer eine stärkere werbende Kraft entfalten kann, als durch bloße Opposition. Vor allem glauben sie, daß es in der gegen- wärtigen Zeit gefährlich sei, den Bürgerlichen unter allen Ilmständen das Regieren in Reich und Staat allein zu über- lassen und die Gegner zu einem einheitlichen Block unter Füh- rung der äußersten Reaktion zusammenzuschweißen. Sie sind keine begeisterten Freunde der„großen Koalition" im Reich, sie sehen in ihr nur unter Umständen das k l e i n st e von allen drohenden Uebeln, aber sie erkennen an, daß unsere G e- nossen in der preußischen Regierung, die doch auch eine Regierung der großen Koalition ist, für- die Re- publik und die Arbeiter nützliche Arbeit leisten. Ueber die Frage, wie der Einfluß der Partei am wirk- samsten geltend gemacht werden kann, wird nie volle Ueber- einstimmung bestehen. Hier muß eben die Mehrheit ent- scheiden, und die Partei muß dann diszipliniert aus der Linie der eingeschlagenen Taktik marschieren in dem Bewußtsein, daß schließlich nicht das Wie, sondern das Was das Ent- scheidende ist. Das Wie ist die Frage: nur Agitation von außen oder auch Einfluß von innen, Opposition oder Koalition? Das Was sind die positiven Forderungen der Partei und der Kampf um sie. Wir glauben gezeigt zu haben, daß die positive Politik der Partei die einzige ist, die geeignet ist, nicht mit einem Schlag, aber in zäher, zielbewußter Arbeit eine Besserung der furchtbaren außen- und innenpolitischen Situation herbeizuführen. Diejenigen aber, die das mit uns erkennen, sind auch mit uns verpflichtet, den Kopf oben und den Sinn klar zu halten. Ganz Europa, besonders Deutschland, geht durch eine schwere Krise, die Partei und jeder einzelne Genosse geht diesen schweren Leidensweg mit. Aber nur klare Erkenntnis und Festigkeit können die Gefahr bannen. Denn: Wer in schwankender Zeit auch schwankend gesinnt ist, Der vermehret das Uebel und trägt es weiter und weiter. Aber wer fest auf dem Sinne beharrt, dem bildet die Welt sich! Eine Krise, üie keine sein soll. Seit die„Germania" ihren mehrfach besprochenen Alarm- ruf„In höchster Not!" ausgestoßen und der Regierung C u n o attestiert hatte, daß sie zu mindest innenpolitisch bankerott sei, kommt trotz aller Abwiegelungen die Er- örterung über das Schicksal der Regierung nicht zur Ruhe. Neuerdings hat auch die„Zentrumspartei-Korrespondenz", die man als das Organ der Fraktion ansprechen kann, zur poli- tischen Lage Stellung genommen. Sie wendet sich zwar gegen alle Krisengerichte, b e st ä t i g t aber dem Artikel der„G e r m a n i a", daß er, obschvn„ohne Fühlungnahme mit der Fraktion erschienen", doch vieles Zutreffende gebracht habe. In den w e i t e st e n Kreisen sei man b e- sorgt angesichts der trotz aller Mahnungen seit langem an- dauernden zögernden Haltung der Reichsre- g i e r u n g. Schon längst hätte die Regierung erkennen müssen, daß durch die Vermehrung des Geldumlaufs allein der passive Widerstand nicht zu finanzieren sei. Die „Zentrumspartei-Korrespondenz" hält aber auch dem Reichs- tag vor, er habe sich nicht so verhalten, um der Regierung zu energischen und entschiedenen Schritten Vertrauen einzu- flößen. Schließlich fordert die Korrespondenz, es müßten von allen Kreisen der Nation die größten Opfer gebracht werden, selbstverständlich je nach der Leiftungssähigkeit des einzelnen: Den Besitzenden müßten und könnten die g r ö ß t e n L a st e n auferlegt werden. Das erfordere jetzt die große Not des Vaterlandes. An die Besitzenden müsse von neuem der R u f e r g e h e n, nunmehr für das in höchster Not befindliche Vaterland auch die größten Opfer be- reitwilligst zu bringen. Die„Germania" unterstreicht diese Sätze und betont aufs neue, daß es an der b e st e n Basis für die Regierung fehle, nämlich an dem Vertrauen im eigenen Volke! Wenn auch der Notruf nicht nach„Fühlungnahme mit der Fraksion" erschienen sei, so doch in lebendiger Füh- l u n g n a h m e mit den Anschauungen der breiten Massen und nicht zuletzt mit den Auffassungen innerhalb der Zen- trumspartei selbst. Wir können mit Genugtuung registrieren, daß die offi- z i e l l st e n Organe der größten Partei innerhalb der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft jetzt„große Opfer von den Besitzenden" fordern. Sie haben zweifellos recht, wenn sie dem Reichstag vorwerfen, daß auch er in schwierigen Situationen versagt habe. Dieser Vorwurf richtet sich natur- gemäß in erster Linie an die Parteien, die alle energi- schen Versuche der Sozialdemokratie, durch Heranziehung des Besitzes zu größeren Opfern rechtzeitig eine gesunde Finanzpolitik im Reiche herbeizuführen, durch ihre geschlosiene Mehrheit durchlöcherten und unmöglich machten, die auch vor den Sommerferien das Verlangen der Sozialdemokratie, eine Aussprache über die politische Haltung der Reichsregierung herbeizuführen, niederstimmten. Zu diesen Parteien gehört auch— und nicht in letzter Linie— das Zentrum. Wenn die „Zentrumspartei-Korrespondenz" es jetzt als ein Verdienst der Arbeitsgemeinschaft hinstellt, daß der Reichstag am 8. August zusamincntritt, so erscheint das als ein Versuch, die Tatsachen zu verwischen. Trotzdem wird die bürgerliche Arbeitsgemein- schaft einschließlich des Zentrums bald Gelegenheit hoben, den Besitzenden die„durch die Not des Vaterlandes erforderten größten Opfer" aufzuerlegen. Das Finanzprogramm, das der sozialdemokratische Fraktionsoorstand der Regierung, dem Reichstag und der Oeffentlichkeit unterbreitet hat, wird der Prüfstein werden, ob die Ankündigungen der„Zentrums- partei-Korrefpondenz" mehr find als bloße Ankündigungen. * „Die Zeit", das Organ der Deutschen Volkspartei, bs- stätigt in einer Auseinandersetzung mit völkischen Organen, die nach einem Diktator rufen, ebenfalls die Unzuläng- l i ch k e i t des Kabinetts Cuno. Sie weist die Behaup- tung, der Parlamentarismus habe die Aklionsfähigkeit des Reichskabinetts lahingelegt, entschieden zurück, indem sie ausführt: Nie Hot ein Reicliskabmett seit der Revolution so viel B e- wegungsfreiheit und soviel unbeschränkte Zlktions- Möglichkeit gehobt, wie das Kabinett Dr. Cuno, und zwar b i s in die letzte Zeit. Jeder, der die Dinge einigermaßen kennt, weiß das. Das Kabinett Dr. Cuno wird von den Parteien der Ar- beitsgemeinschaft bis heute unterstützt, und wenn man Kritik an ihm übt, so geschieht es deshalb, weil man glaubt, daß das Ka- binett zu wenig aktiv in der letzten Zeit gewesen ist. Es ist also absolut wahrheitswidrig, wenn behauptet wird, daß das Parla- ment das Kabinett Dr. Cuno gezwungen habe, die Zügel aus der Hand zu geben. Daß sich Dr. Cuno und sein« Mitarbeiter des Rates der parlamentarischen Führer bedienten, war selbstverständlich. Die Presse der R e ch t e n weiß aber ganz genau, daß diese Fühlung- nähme sich auf sämtlill)« Parteien«rstreckt, und daß der deutsch- nationale Dr. Helfferich einer der mei st gesehenen Gäste-der Reichskanzlei ist---- Diese Einflußnahme H e l f f e r i ch s auf den Reichs- tanzler erklärt vielleicht vieles, was sonst nicht zu erklären wäre. Helfferich hat aus seiner Tätigkeit als Finanz- minister des Krieges den Ruhm in die Gegenwart mitgenommen, rechtzeitige K riegsopferderBesitzen- den nicht durchgeführt und dafür das Volk darani vertröstet zu haben, daß die Entente das„Bleigewicht der Milliarden" durch die Geschichte schleppen solle. Der tiefste Grund der gegenwärtigen Finanznöte liegt in der H e l f s e r i ch s ch c n Untätigkeit während des Krieges. Wenn er jetzt der fleißigste Ratgeber in der Reichskanzlei ist, so kann das deutsche Volk sich gratulieren. Sozialdemokraten in der Reichskanzlei. Gestern nachmittag erschienen in der Reichskanzlei Vertreter des sozialdemokratischen Fraktionsvorstan- des, um der Reichsregierung die aus dem„Vorwärts" schon bekannten finanzpolitischen R c f o r m v o r s.ch l ä g e der Sozialdemokratischen Partei vorzutragen. An den Der- Handlungen nahmen auf feiten der Reichsregierung teil: der Reichskanzler Dr. Cuno, Reichsfinanzminister Dr. 5) er- m e s, Reichswirtschaftsminister Dr. Becker und Wiederauf- bauminister Albert. Die Besprechung dauerte bis in die späten Abendstunden. Die allgemeine Aussprache ergab Uebereinstimmung über die Ursachen der Finanzmisere, ebenso über die Richtung, in der Abhilfe gesucht werden müsse. Auch die Vertreter der Re- gierung erklärten, sich klar darüber zu sein, daß in kürzester Frist durch Ausbau des Steuersystems Villi o- nenbeträge zum Fließen gebracht werden müßten, wenn die furchtbare Wirkung der Inflation gehemmt werden sollte. Die Vertreter des sozialdemokratischen Fraktionsvor- standes stellten den Regierungsvorlagen die Vorschläge derPartei entgegen. Soweit Differenzen vorlagen, kann- ten in Einzelheiten von der Regierung bindende Erklärungen nicht abgegeben werden, weil sich das Kabinett zurzeit noch mit diesen Fragen befaßt. In der Beratung wurden auch die Schwierigkeiten der Ernährung hervorgehoben und dringend Abhilfe verlangt. St. Sureaukratius zur See. Marinesrinnerumjcn von Nautilus. Aus der Praxis einer hohen Prüfungsbehörde möchte ich hier einiges erzählen. Auf einer preußischen Fregatte hatte eine Bö die Großbram- stänge geknickt. In dem Begleitbericht, der den Havariefall „sustifizieren" sollt«, hatte der Kommandant, ein aus dem öfter- reichischen Marinedienst übergetretener Herr, dem die norddeutsche Secmannssprache und Terminologie nicht recht geläufig war, die bösartige Bö mit„c o I p o 6 i v c n t o"(Windstoß) bezeichnet. Die hohe Prüfungsbehörde ging der Sache energisch nach, und bei ihrer Unkenntnis des Jtoliemschen vei urteilt« sie den Schuldigen, nämlich den leichtfertigen Herrn„Colpo di Pento" trotz seines hohen Adels zum Koftenersatz. Der Verbleib der im Garnisonhaushalt oerbrauchten Brenn- holz mengen wird vom Fiskus mit Argusaugen überwacht. Verluste dürfen beileibe nicht erwachsen. Daher ist es Vorschrift, daß die beim Zersägen gewonnenen Abfälle und Sägespäne wieder- »ereinnahmt und ihrer Zweckbestimmung zugeführt werden. Dies« segensreiche Vorschrift hatte die Garnisonverwaltung in einem Anfall« von Leichtsinn einmal außer acht gelassen. Der Fall war um so verzwickter, als zwei Holzarten, Ficht« und Buche, ins Spiel kamen. Man stelle sich vor: beide Holzsorten waren hintereinander zersögt und das erzielte Holzmehl einfach zusammengefegt und ver- einnahmt worden. Wo aber blieb die Berücksichtigung der Unter- schiedlichkeit beider Holzarten, die doch nach Gewicht und Preis recht verschiede» waren? Die Prüfungsbehörde hielt es daher für ihr« Pflicht, sich nicht mit der hoch und heilig versichernden Bescheinigung der schuldigen Verwaltung zuftieden zu geben, sie oerlangte viel- mehr noch nachträglich die getrennte Bereinnahmung des Holz- mehls nach Fichten- und Bochenholz. Schauderhaft! Höchst schauder- Haft! Ob solchem Ansinnen geriet die Verwaltung in nicht gering« Aufregung, und es gab viel Kopfzerbrechen und noch mehr Schreiberei, ehe der Mantel behördlicher Nächstenlieb« über das so schnöde vermengelierte Holzmehl gebreitet wurde. Der Sarg ist ein zwag unentbehrlicher, mit einer gewissen Scheu betrachteter Gegenstand, der aber mitunter recht lästig werden kann. Daß ein solches. Stück jahrelang im Haushalt einer Kaiserlichen Werst sich zu behaupten und viele Federn in Betrieb zu setzen vermochte, klingt ein wenig sonderbar, ist aber trotzdem wahr. Wie kam nun die Werst zu dem besagten Sarg? Eines Tages lief eine Fregatte, die vom Ausland kam, in die W«rfl ein, um außer Dienst gestellt zu werden. Unter den abgegebenen Gerät- schaftcn befand sich auch ein Sarg, ein Möbel, das in den Jnventarienetats der Schiffe S. M. nicht vorgesehen war. Wenn in den Tropen ein Todesfall an Bord eintritt, und das Schiff nicht in See i& jo jertigt£« S�iffszimmermcmn jchleumgjt eine? Sarg an. So geschah das für einen am Fieber schwer daniederliegenden Offizier des Schiffes. Zum Glück brauchte aber der Sarg seinen Zweck nicht zu erfüllen: der Offizier, der bereits aufgegeben war, genas. Daher mußte der Sarg nach der Heimat mitgenommen werden. Konute man denn wissen, ob er nicht doch einmal gebraucht werden würde? Zunächst weigerte sich natürlich die Werft, den unvorschristsmäßigen Gegenstand entgegenzunehmen. Aber das half ihr alles nichts. Denn der Sarg konnte doch nicht ganz solo in dem leeren Schiff zurückbleiben. Daraufhin wurde er als über- zählig oereinnahmt und öffentlich zum Verkauf ausgeboten. Aber da der normalmäßig festgesetzte Kostenpreis die ortsüblich« Höhe überstieg— wie«s öfter bei fiskalischen Erzeugnissen vorkommen soll—, so blieb der Sarg unverkäuflich. Auch unter dem Werst- personal fand sich kein Liebhaber. Somit blieb der Sarg noch jahrelang in den Bestünden der Werstinventarien. Bis die Prüfungsbehörd« endlich dahinter kam und die Jnabgangstellung nahelegte. Es blieb daher nur übrig, dos Korpus delikti zu zer- legen. Gegen solche radikale Maßnahme sträubte sich nun wieder die Materialiemnagazinverwaltung, einmal, weil sie auch ein Wort mitzureden hatte, und dann, weil sie behauptete, mit den gewonnenen Brettern könne sie nichts anfangen. Ein« anderweitige Verwendung, wie zum Beispiel beim mobilen Seebataillon im Chinafeldzuge 1900, das in Ermangelung eines Backtroges in der Feldbäckerei einen richtiggehenden Chinesensarg mit Erfolg ver- wendete— blieb ausgeschlossen. Und so würde unser Sarg noch bis zum jüngsten Tage in den Werftbüchern aufgeführt stehen, hätte nicht schließlich ein Ukas der zur Lösung des gordischen Knotens angerufenen obersten Morinebehörde seine Zerlegung anbefohlen. Die Dampfpinasse eines Kreuzers im Auslande braucht einen neuen Schorn st ein und beschafft einen solchen. Nach Jahr und Tag ist di« Prüfungsbehörde intelligent genug, sich zu sagen, wo ein neuer Schlot beschafft worden ist, muß ein solcher bereits vorhanden gewesen sein. Sie erkundigt sich daher wißbegierig, wo denn der alte Schornstein geblieben ist. Wer kann darüber Aus- tunft geben? Der alte Schiffsverband ist längst aufgelöst und in alle Winde zerstoben. Und di« Abwicklungsbehörde formuliert die salomonische Antwort:„Der alte Schornstein ist bei der Ersatz- beschaffung als Material mitangerechnet worden." Im Protokoll über die Revision der Dampfkessel an Bord S. M. „Ichneumon" schreibt der revidierende Werftbeamt« ahnunAlos: „Dampfkessel in Ordnung! Kesselstein fehlt." Ueber diesen Stein des Anstoßes stolpert die hohe Behörde und versügt:„Der fehlende Kesselstein ist nachzuliefern!" Herrlich, nicht wahr? Auf den umfangreichen Proviantmagazinen der Marine sind Ratten häufig«, aber ungern gesehene Gäste. Der Fiskus hat sich daher mit dem Halten von Katzen einverstavden erklärt und eine wöchentliche„M ilchportion der Magazintatze"— in Höhe von 10 Pseruug genehmige, Koch etwa Jahresfrist fällt dem Revisor auf, daß der huldvoll bewilligt« Betrag auf das Doppelte gestiegen ist und somit für die Magazinkatze wöchentlich 20 Pfennig liquidiert werden. In der Beantwortung des daraufhin� gezogenen Monitums findet sich folgende Begründung:„Dank der segons- reichen Tätigkeit der Amtskatze hat der Rattenbestand sich derart vermindert, daß für die Katze nicht genügend Nahrung bleibt. Im Interesse ihrer ferneren Berufstätigkeit mußte daher ein« Ler- doppelung der„Milchportion" vorgenommen werden." „Die Ochsen sind hier nicht so'groh wie in der Heimat." Diese Antwort erteilte der Schiffszahlmeister einer in den Antillen kreuzenden Korvette der Prüfungsbchörde, als sie das nach ihrer Ansicht allzu geringe Schlachtgewicht des in Havana an Bord genommenen und unterwegs geschlachteten Rindviehs bemängelte. Der Zahlmeister hatte recht, die dortigen Ochsen sind in der Tat kleiner als ihr« Kollegen in der Heimat. Der Schulpsychologe. In M a n n h e i m ist, wie die„Deutsche Medizinische Wochenschrift" berichtet, eine neue Stellung geschaffen worden, die eines Schulpsycholoqen. Zu seinen Arbeiten, die er in Verbindung mit dem Institut für Psychologie und Pädagogik der Handelshochschule durchführt, gehören Erhebungen aller Art, die für die Unterrichtsarbeit nützlich und förderlich sind, Schüler- beobachtungen und-Untersuchungen, die Mitwirkung an der Lösung psychologisch-pädagogisther Probleme, sodann die Unterstützung und Beratung der Lehrerschaft bei der Erkundung und Beurteilung eigenartiger Schülerindividuali- täten. Ein Laboratorium für Kriminalistik. In Moskau wird gegen- wärtig, wie der Ost-Expreß meldet, ein Institut zur Er- forschung des Vcrbrecherwesens ins Leben gerufen, welches in engster Zusammenarbeit mit der Kriminaloerwaltung der Moskauer Sowjets arbeiten und von dieser mit dem einschlägigen Material oersorgt werden soll. Dem Institut wird ein« besondere Klinik angegliedert sein, die Aerzten und Juristen Ge- legenheit zu kriminalistischen Studien bieten soll. Für die Einrich- tung beider Anstalten sind bereits eine Reihe hervorragender russischer Soziologen und Anthropologen gewonnen. Der unmoralische Clemenceau. Der Direktor eines Lichffpiel- theaters in Toulon muhte sich vor Gericht auf die Anschuldigung ver- antworten, trotz dem Verbot des Präsekten einen Film, der geeignet war, die Ruhe, Ordnung und guten Sitten zu gefährden, dem Pu- blikum vorgeführt zu haben. Es Handell sich um einen Film„Die Stärksten", der nach einem Roma» von Georges Clemenceau, dem früheren Ministerpräsidenten, gearbeitet ist. Vergeblich legte der Direktor dem Gericht die vom Ministerrat erteilte Erlaubnis vor. Er wurde verurteilt, und der beanstandete Film wurde eingezogen. Die Schausvielschulc des Tciitschc» Dbeaters eröffnet ihr Schul- jnkr unter der Leitung von Bcrtbold Held am 17. August. Die Ausnahme- prüsungen finden am Ib., 14. und 1ö. statt. Bilderdtcbstahl. AuZ der Lenbach-Galerle in München wurden wieder ein Rubens, Lukas Kranach, Holbein und Tewi-erS im Werte von rund 8 Milliarde» Marl gesiohle». Die Goldanleihe. Durch WIB. wird bekanntgegeben: Um dem Drängen der Allgemeinheit nach einer wertbeständigen Anlage entgegenzukommen, hat sich die Reichsregierung entschlossen, der Bevölkerung ein wertbeständiges Anlagepapier in Form einer auf den Gegenwert von Dollar in Mart lautenden Anleihe mit zwölf= jähriger Laufzeit zur Verfügung zu stellen. Die Anleihe wird von der Börsenumsatzsteuer und, soweit sie selbst gezeichnet ist, von der Erbschaftssteuer befreit, eignet sich also in geicher Weise zur dauernden Anlage von Rapitalien wie zur vorübergehenden Anlage von Betriebsmitteln. zuziehen. lition und verlangte die Erhaltung der Geschlossenheit der Zentrums. partei im politischen Handeln der nächsten Wochen. Das Resultat der Konferenz wird in einer Entschließung niedergelegt, in de: es nach einer ausführlichen Darlegung der unverantwortlichen und jedes Rechts entbehrenden Handlungsweise der französischen Regierung heißt: Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) Durchschnitt Mai. 11. 16. Juni. 4. Juli " 99 23. 30. 99 99 3816 7 650 16 180 21511 28 892 39336 71470 Steigerung in der letzten Woche 31,7 Pro3. Die geradezu beispiellose Teuerung der Lebenshaltung, die ,, Die Bevölkerung an Rhein und Ruhr hat den Beweis erbracht, daß ihr die Einheit und Freiheit des Baterlandes über alles geht und daß sie zu jedem Opfer hierfür bereit ist. Dieser Kampf fann aber nur zu einem erfolgreichen Ende geführt werden, wenn das gesamte deutsche Bolf eine gesteigerte Opferfraft beweist. Es erfüllt unsere Bevölkerung mit Erbitterung, daß weite Kreise im Für Rapital und Zinsen dieser Anleihe soll anteilig die ganze unbesetzten Gebiet sowohl in ihrem Gewinnstreben, wie in ihrer deutsche Wirtschaft, Banten, Handel, Industrie, Landwirt- Lebensführung jedes Verständnis für die Lage vermissen lassen, in schaft sowie jeder, der über steuerpflichtiges Vermögen verfügt, der nicht bloß das Bolt an Rhein und Ruhr, sondern im ganzen haften. Nach dem von der Reichsregierung den gesetzgebenden Deutschen Reiche sich befindet. Die furchtbare Tot erfordert außerKörperschaften vorzulegenden Gesezentwurf wird die Reichsregie- ordentliche Leistungen von allen Boltsschichten: von der Landwirtrung ermächtigt werden, um den 3insenbedarf für eine An- schaft, von Handel und Industrie, von Kopf- und Handarbeitern. Nur ia in Wirklichkeit weniger eine absolute, in Goldzahlen zu beziffernde leihe bis zu 500 Millionen Mark Gold zu decken, zuschläge so ist die Nahrungsmittelnot zu beheben und das Währungselend zu Berteuerung, als vielmehr eine Anpassung der Produktion und zur Vermögenssteuer zu erheben und zur besonderen überwinden. Von Regierung und Parlament erwarten wir, daß sie, des Handels an den gesunkenen Geldwert im Ausland ist, Sicherung der Kapitalrüdzahlung bei Fälligkeit gegebenen- ohne Rüdficht auf irgendwelche Sonderintereffen, diejenigen Maß- findet in den vorstehenden amtlichen Inderzahlen eine treffende Befalls die einzelnen Steuerpflichtigen nach dem Verhältnis ihres nahmen durchführen, die das Land vor einem vollständigen finan- leuchtung. Ende Juli war die Lebenshaltung fast zehnmal so steuerbaren Vermögens zur Aufbringung des Rapitalbedarfs heran- ziellen Berfall bewahren können. Von der Zentrumsfraktion des hoch wie im Durchschnitt des Monats Juni, mehr als viermal so Reichstages erwarten wir, daß sie sofort die parlamentarischen Dei Anleihe ist bei den Darlehnstassen des Reiches beleihbar und Schritte unternimmt zum Zwed einer besonderen Heranziehung des hoch wie am 4. Juli, zweieinhalbmal so hoch wie noch um Monatswird sofort nach Ausgabe der Stücke an der Börse eingeführt werden. Befihes, namentlich des Großbesitzes. Nur Ordnung und Opfer, mitte. Löhne, die sich auch nur einigermaßen dieser PreisbeDie Anleihe lautet auf Stücke über 4,20 m. 1 Dollar, Arbeit und treues Zusammenhalten können das Baterland aus seiner wegung angepaßt haben, stehen vereinzelt da. Die Masse der 8,40 m.- 2 Dollar, 21 M.: 5 Dollar, 42 M. 10 Dollar, bedrängten Lage retten. Darum verwerfen wir auch alle Bestrebun- Arbeiterschaft hat auch bei dieser Teuerung wieder außerordentlich 105 m. 25 Dollar, 210 M. 50 Dollar, 420 m. gleich gen von Organisationen, die mit Gewalt die bestehende Staatsord- an Kaufkraft verloren. 100 Dollar, 2100 M.- 500 Dollar, 4200 m. 1000 Dollar, nung stürzen wollen und deren letztes Ziel der Bürgerkrieg ist." Es wird damit gerechnet, бав auch fleinere Beträge Mit der einstimmigen Annahme dieser Resolution wurde die auf dem Umwege über wertbeständige Konten bei den Sparfaffen in Tagung gefchloffen. dieser Anleihe Anlage finden. Die Stüde von 4,20 m., 8,40 m. und 21 M. werden ohne Zinsscheine ausgegeben und bei Fälligkeit ( 2. September 1935) mit einem Aufgeld zum Nennwert von 50 Proz. eingelöst. Die Stücke von 42 M. und darüber tragen 6 Proz. 3insen und sind mit einjährigen Zinsscheinen versehen( 3infenlauf ab 1. September 1923, Fälligkeit des ersten Zinsscheines am 1. September 1924). Die Rückzahlung dieser Stücke erfolgt bei Fälligkeit ( 2. September 1935) zum Nennwert. Die Stücke sowie die Zinsscheine werden in Mark eingelöst entsprechend dem durchschnittlichen Dollar furse in der Zeit vom 15. Juli bis 14. Auguft. Der Zeichnungspreis beträgt bis auf weiteres 100 Pro3. für die Einzahlung in Mart, soweit die Zahlung mit Devisen oder Dollarschakanweisungen erfolgt, die auch zugelassen ist, wird ein Borzugskurs von 95 Proz. bis auf weiteres in Anrechnung gebracht. Als Zeichnungsbeginn ist der 15. August vorgesehen. Jeder Zeichner fann seine Zeichnungen bei dem Geldinstitut anbringen, mit welchem er zu arbeiten pflegt. Die Einzahlung muß am Lage der Zeichnung geleistet werden, und zwar, soweit fie in Mark erfolgt, auf der Basis des letzten, vor dem Zeichnungstage notierten amtlichen Dollarfuries. Eine Berrechnung von Stüczinsen findet bei der Zeichnung nicht statt; es bleibt aber eine Erhöhung des Kurjes vorbehalten. Auch Boranmeldungen werden entgegengenommen; sie find zu dem für den ersten Zeichnungstag maßgebenden Kurse 34 berichtigen. Lohnabzug und Zentrum. Mißglückte Aktivität. Die 3entrums preffe veröffentlicht gegenwärtig eine Notiz, in der der Sozialdemokratie vorgeworfen wird, daß fie bei der Neugestaltung des Lohnabzugs im Juni gegen eine Berücksichtigung der Kinderreichen Familien aufgetreten fei. Das ist eine wissentliche Entstellung der Motive der Sozialdemofratie. Zu solchen Mitteln muß das Zentrum jetzt bereits greifen, nachdem durch die großen Bersäumnisse dieser Partei, die sich in den letzten Monaten immer wieder zum Schleppenträger Helfferichscher Steuerpolitik gemacht hat, bei seinen Anhängern wachsende Unzufriedenheit festzustellen ist. Das Verfahren gegen Ehrhardts Helfer. Verhandlungsbeginn im September. Dabei enthält die Teuerungszahl nicht die vielen unwirtschaftlichen Ausgaben, die der Arbeiterschaft durch die Warenknapp heit der letzten Woche entstanden sind. Wie viele Hausfrauen haben aus Angst, überhaupt nichts zu erhalten, in den letzten Tagen weite Wege, Straßen- und Eisenbahnfahrten auf sich nehmen müssen, um nur noch einige Pfund Kartoffeln, etwas Margarine, Schmalz oder andere Waren zu bekommen. Die aus der Kriegszwangswirtschaft reichlichst bekannten Hamsterfahrten haben unter der Devisenwirtschaft des Herrn Havenstein, welche den Organismus der Warenverteilung auf das schwerste erschütterte, ihre glor reiche Auferstehung gefeiert. Der mit der Untersuchung der Flucht Ehrhardts beauftragte Untersuchungsrichter ist am Dienstag, wie eine Berliner Gerichtsforrespondenz meldet, aus Berlin nach Leipzig zurückgekehrt, wo er in der Reichskanzlei mit Regierungsvertretern eine Unterredung hatte. Der Abschluß des Verfahrens gegen die Befreier Ehrhardts ist bereits in der nächsten Woche zu erwarten und die Die Teuerungswelle ist natürlich damit noch längst nicht auf Hauptverhandlung, die unter dem Rubrum v. d. Bussche ihrem Höhepunkt angelangt. Der Dollar steht ja bereits auf dem und Genossen läuft, wird Anfang oder Mitte September 260 000- fachen Borkriegsstand, die Weltmarktpreise sind aber in Leipzig stattfinden. Allerdings ist es noch fraglich, ob der Prozeß in Gold noch höher als die Vorkriegspreise, der Teuerungsinder vor dem Staatsgerichtshof selbst zur Berhandlung fommen wird. jedoch zeigt erst den 71 470- fachen Borfriegsstand an. Demnach ist Nach der Strafprozeßordnung wäre die Straffammer in Leipzig, damit zu rechnen, daß die Steigerung der Lebenshaltungskosten noch als dem Tatort, für die Verhandlung zuständig, doch besteht immer längere Zeit anhalten wird in einem Tempo, dem Lohnfestsetzungen hin die Möglichkeit, daß das Verfahren, das in engem 3upon Fall zu Fall nicht zu folgen vermögen. Die Arbeiterschaft fammenhang mit der Untersuchung gegen andere illegale wird daher weiter darauf dringen müssen, durch die Erkämpfung Organisationen steht, doch noch vor das Forum des Staats- wertbeständiger Löhne eine automatische 21 n= gerichtshofes zum Schuße der Republik gelangt. Außer dem Ehe- paffung der Löhne an die Teuerung zu erreichen. paar v. d. Bussche richtet sich die Anklage auch gegen den Studenten Studniß und den inzwischen flüchtig gewordenen Massow v. Prince. Inzwischen sind jedoch noch einige Berhaftungen in der Fluchtsache Ehrhardt erfolgt und es ist daher wahrscheinlich, daß diese Berfahren an die Verhandlung gegen v. d. Bussche an gehängt werden. Auch das Verfahren gegen Roßbach ist jetzt dem Abschluß nahe und wie uns berichtet wird, soll die Hauptverhandlung gegen ihn ebenfalls im September vor dem Staatsgerichtshof stattfinden. Bayerns einzige Sorge. Exportkonjunktur und Jnlandsversorgung. schaft werden von den kapitalistischen Interessenten noch oft genug Die Gefahren der geschwächten Kauftraft für die Bolkswirts verkannt. Tatsächlich vollzieht sich infolge der künstlichen Niedrighaltung der Löhne seit langem eine Umschichtung im Abfaz, die zu dem Ruin der Industrie führen muß. Kein Bolt, das auf die Dauer am Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben will, fann seine Produktion auf die Ausfuhr von Waren ins Ausland einstellen. Es würde dann, um seine Werke ausreichend und rentabler beschäftigen zu können, seinen Export über dasjenige Maß hinaus steigern müssen, das der ausländischen Konkurrenz noch erträglich ist. Die ausländischen Interessenten werden, wie das schon in vielen Ländern geschehen ist, sich gegen den lästigen Nachbar durch Schutzölle zu schüßen suchen. Vor dem Kriege war der Anteil der Waren. ausfuhr an der Gesamtproduktion des deutschen Volkes verhältnismäßig gering, weil der Inlandsmarkt aufnahmefähig genug war, um Bedarfswaren zu kaufen. Heute lebt das Volk in seiner überwiegenden Mehrzahl von der Hand in den Mund, weil die Löhne siel zu niedrig sind. Die Folge davon ist, daß man auch solche waren, die im Inland benötigt werden, in steigendem Maße erportiert, weil man sie im Inland nicht absehen fann oder gegen schunbige Papiermark nicht absehen will. Der Bericht einer Stidereifa brit über die Lage dieses heißt es da: München, 1. Auguft.( Eig. Drahtber.) Die Parteien der baŋerischen Regierungstoalition, Bayerische Bolkspartei, Deutschnationale und Bauernbund, haben am Mittwoch in der Bolligung des Landtags dem Antrage zugestimmt, daß die bayerische Regierung ungefäumt Berhandlungen mit der Reichsregierung anfnüpfen soll megen Zurückführung der ehemals bayerischen Bahnen in den Besiz Der Vorgang selbst spielte sich folgendermaßen ab: Bei der von des Freistaates Bayern. Die Verhandlungen sollen im Einvernehder Sozialdemokratie beantragten Erhöhung der steuerfreien Er- men mit einem Ausschuß des Landtages geführt werden. Unabmäßigungen im Steuerausschuß des Reichstages beantragte der hängig davon soll eine amtliche Untersuchung stattfinden Zentrumsvertreter eine darüber hinausgehende weitere Berücksichti- über die vielfachen Vorwürfe, die von der bayerischen Volkspartei gung finderreicher Familien. Mit Recht wandte die Regierung ein, gegen die Reichsbahn und ihre Verwaltung erhoben worden sind. daß das nicht zur Zuständigkeit des Steueraus= Der Totschlag in Rosenheim. schusses gehöre. Würde der Zentrumsantrag angenommen, so München, 1. Auguft.( Eig. Drahtber.) Zu der Bluttat, die Gewerbezweiges weist auf diese Gefahr treffend hin. Nachdem die müßte die Vorlage an das Plenum des Reichstages gehen, die am Sonntag in Rosenheim begangen wurde, ist nachzutragen, fritischen Verhältnisse im ersten Bierteljahr geschildert worden sind, Erhöhung der Ermäßigungen könnte jomit nicht zum 1. Auguft in Kraft daß der ermordete Schlosser Ott nicht Kommunist ist, sondern fritischen Verhältnisse im ersten Bierteljahr geschildert worden sind, treten. Statt eines sehr zweifelhaften Vorteils für die kinderreichen seit vielen Jahren der Sozialdemokratischen Partei anFamilien würde also ein großer Nachteil für alle Lohn- und Gehalts- gehört. Er war von den Metallarbeitern als Wahlleiter aufgestellt hat in den darauffolgenden Wochen geradezu fieberhafte Formen Anfang April war die Nachfrage wieder normal gemorden und empfänger geschaffen werden. Für die sozialdemokratischen Mit- und versah am Sonntag dementsprechend seinen Dienst im Bureau angenommen. Im Juni fam der gesamten Textilindustrie, und soglieder des Steuerausschusses fam aber außerdem noch hinzu, daß der Metallarbeiter. Beim Sturm der Hakenkreuzler auf die Räume mit auch unserer Branche, zum Bewußtsein, daß der Verkauf und 3. B. bei Beamten, Angestellten und Staatsarbeitern usw., die Kinder- des Gewerkschaftshauses saß er der Türe zunächst und wurde furzer- die Fatturierung in Papiermart im Inlande bei einer vehementen zulagen erhalten, eine Erhöhung der steuerfreien Grenze eine doppelte hand bei der Gegenwehr mit einem Schlagring zu Boden geschlagen, Geldentwertung nicht mehr möglich sei und zu schweren SchädigunBerücksichtigung derselben Verhältnisse ist. Die sozialdemokratischen außerdem wurden ihm noch zwei Stiche in den Rüden beigebracht. gen des Fabrikanten geführt hat. So wurde die Berechnung in Mitglieder haben zur Bermeidung solcher Ungerechtigteiten Die stürmenden Hakenkreuzler standen unter Führung des Goldmart, Zahlung in Bapiermart, eingeführt, doch ist selbst diese immer eine möglichst weitgehende Hinauffehung der steuerfreien Er- Bahnbediensteten Ankirchner, der anläßlich der staats- Berechnungsart anscheinend nicht mehr ausreichend, zu einer festen mäßigungen für alle Steuerpflichtigen zu erreichen gesucht, ohne da- anwaltlichen Untersuchung es vorzog, zu verreisen". Warenaustauschbasis zu gelangen, da es durch die neuen Debibei immer von vornherein die Unterstügung der von Besizinteressen fenverordnungen und Reichsbantmaßnahmen der nicht unbeeinflußten Zentrumsabgeordneten zu finden. Industrie völlig unmöglich gemacht wird, mit den PapiermarteinIn Wirklichkeit war der Antrag des Zentrumsvertreters auch gängen für die Auslandsrohwaren stabile Deckung zu beschaffen. nur rein demagogisch gedacht. Das zeigen ohne weiteres die folgenZu den Verhaftungen in Dresden. So wird unsere Industrie immer mehr gezwungen, felbst unter den den Zahlen: Da für jedes Kind bereits im Juli ein Einkommen pon Dresden, 1. Auguft.( Eig. Drahtbericht.) Die bürgerliche Preise zu richten. Was bei unserer nicht lebenswichtigen Industrie schließgrößten Opfern das Hauptaugenmert auf das Erportgeschäft 400 000 m. steuerfrei war, so erhöht sich die steuerfreie Grenze bei bemüht sich, ben Bürgerlichen Ordnungsdienst", von lich ungefährlich ist, kann bei Baumwollstüd- und Webwaren gekinderreichen Familien sehr start. Bei einem verheirateten Steuer- dem am Sonntag in Dresden von der Polizei 80 junge Leute ver- radezu zu einer Kalamität führen, da man jetzt schon die Wahrpflichtigen mit zwei Kindern war im Juli ein Einkommen von haftet und als Angehörige des„ Jungdeutschen Ordens",„ Jungsturm" nehmung machen fann, daß solche Waren dem Inlandmarkt ent1420 000 m. völlig steuerfrei, bei vier Kindern 2 220 000 m., bei und anderer reaktionärer Verbände festgestellt worden sind, als 30gen werden und die Beschaffung auf große Schwierigkeiten stößt. fechs Kindern gar 3 020 000 m. Für den August find die entsprechen möglichst harmlos hinzustellen. Die„ Telunion" behauptet z. B., daß Die Gefahr, daß über dem Export die Versorgung der Verbraucher vernachlässigt den Beträge bei zwei Kindern 5 680 000 m., bei vier Kindern nur ein einziger der Verhafteten, ein junger Mann, ohne Wisser deutschen Berarbeiter und 8 880 000 m., bei sechs Kindern 12 080 000.. Kinderreiche Fa- und Willen des Führers des Bürgerlichen Ordnungsdienstes" einen wird, besteht in ber Tat. Zu einem wesentlichen Teil aber erflärt milien, die sich in Notlage befinden, erreichen ein solches Einkommen Hammer, ein altes französisches Seitengewehr und einen Revolver fich diese Erscheinung daraus, daß die Löhne zu niedrig find, das Geld überhaupt nicht. Sie waren also bereits steuerfrei und bei sich führte. In Wirtlichkeit sind den Verhafteten von der aber, das beim Warenabsah erlöst wird, der Entwertung ausgesetzt bedurften des Schußes nicht, der angeblich für sie beantragt Bolizei abgenommen worden: 2 Dolche, 1 Hammer, 26 Gummist. Wieder erweist es sich so, daß wertbeständige Löhne und die war, in Wirklichkeit aber die große Schuld des Zentrums in der schläger, 5 Schlagringe, 2 Geitengewehre, ein Hirschfänger, zwei Schaffung wertbeständiger Anlagemöglichkeiten die wichtigsten VorSteuerpolitit der letzten Monate ins Bergessen bringen foll. Einem Stahlschläger. Außerdem wurden 19 Gummischläger, ein Trommel. ausfegungen für eine Wiederherstellung normaler Abjaßbelediglich agitatorischen Rücksichten entsprechenden sachlich ungerecht. revolver, ein franzöfifches Bajonett, 4 Schlagringe, zwei Totschläger, dingungen und damit eines geregelten Produktionsganges sind, wenn fertigten und für die Masse der Lohn- und Gehaltsempfänger gefähr- zwei Stahlschläger gefunden, die von ihren Besitzern bei der Ver- auch fraglos unwirtschaftlich arbeitende Betriebe in der Uebergangslichen Vorgehen Vorschub zu leisten, besteht für die Sozialdemokratie haftung im Gedränge heldenmütig forbgeworfen worden waren. zeit Schwierigkeiten haben werden. teine Veranlassung. Parteitag des Zentrums. Angriffe gegen Cuno. Der harmlose" Ordnungsdienst. Ferner wurden bei Mitgliedern des Bürgerlichen Ordnungsdienstes" Die 81 Gummischläger, 10 Stahlschläger und ein Revolver mit Patronen Die Reichsbant steigerte in der Woche, die mit dem 23. Juli beschlagnahmt. In der Angelegenheit selbst find inzwischen weitere ablief, ihren Notenumlauf um 6,3 auf 31,8 Billionen Marf. Berhaftungen erfolgt. U. a. wurde auch der Hauptmann a. D. Diese Zunahme des Papiergeldes ist um so bemerkenswerter, als fie noch vor den Beginn der mit dem Monatsende eingetretenen Die 3ertrumspartei hielt am Dienstag und Mittwoch Siemens festgenommen, der neben dem ebenfalls verhafteten Zahlungsmittelknappheit fiel. Nach der reichlich späten Einführung in Heidelberg einen Parteitag ab, der sich hauptsächlich mit Major a. D. Löffler den Bürgerlichen Ordnungsdienst organis der kritischen Lage Deutschlands beschäftigte. Die Aussprache legte, fiert hat. Die Gelder für die Bewaffnung sind zum großen Teil wie die Eca- Korrespondenz meldet, ein einheitliches Zeugnis für durch Dr. Meißner vom ,, Verband der sächsischen Großindustriellen" den Willen ab, den passiven Widerstand an der Ruhr unter aufgebracht und an Major Löffler weitergegeben worden. allen Umständen fortzusehen. Ebenso start wie der Wille zum Durch halten tam jedoch die Kritik an den als unzulänglich bezeichneten Maßnahmen der Regierung zum Ausdruck. Die Redner verlangten von der Regierung vor allem eine großzügige Fürforge Der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft gibt bekannt, für das von den Franzosen besetzte Gebiet. Außerdem verlangten daß bisher von der landwirtschaftlichen Ruhrhilfe 3862 Wagen Reiches, das 9,2 Billionen Papiermart neuer Schabanweisungen der fie eine Reform der Finanzen und Maßnahmen gegen die ins Ruhrgebiet abgerollt find. Bon über 3 230 Wagen liegt Währungszerrüttung und die Teuerung. Cage besprochen wurde, billigte man zwar nicht den Kampf gegen Soweit die politiche bereits die Empfangsbestätigung der örtlichen Empfangsbehörden das kabinett Cuno, bezeichnete aber die Maßnahmen des kabinetts por. Auf Grund des Notrufes aus dem Ruhrgebiet sind in den als in jeder Hinsicht unzulänglich. Als Ziel bezeichnete man die Bil- legten drei Wochen allein 250 Wagenladungen abgesandt dung eines parlamentarischen Kabinetts im Sinne der großen Koa. worden. Die Ruhrhilfe der Landwirtschaft. der Ein- und Fünfmillionennoten dürfte die Notenflut noch viel stärker gestiegen sein. Der Zunahme des Bapierumlaufs steht gegen. über eine weitere Abnahme Des Goldbestandes. Reichsbank verkaufte zum Erwerb von Devisen, die sie ihrer fehlerhaften Devisenpolitik opferte, Gold im Werte von 40 Millionen( Gold-) Mart, so daß am 23. Juli nur noch ein Borrat von 616 Millionen Goldmark vorhanden war. Die Zunahme des Papiergeldes ist herbeigeführt in erster Linie durch die Schuldenwirtschaft des Reichsbant übergab. Auch die Privatwirtschaft erfreute sich weiter der verschwenderischen Kreditpolitik der Reichsbank und nahm in der Berichtswoche, we Steigerungen von mehreren hundert Brozent erfolgten, für 2,87 Billionen Mart neue Kredite gegen Handelswechsel, bei 1% Pro3. Zinsen im Monat auf. Das in der Zeit, wo sich der Zusammenbruch des Devisenmarktes vorbereitete! Gewerkschaftsbewegung Selbstzerfleischung. Eigenartige Arbeitervertreter. Die so oft geforderte 5ebung der Produktion, d. h. die| tionärversammlung am 2. Auguft vormittags einzuberufen, die zu Einführung rationeller bzw. verbesserter Arbeitsmethoden bedingt dem Ergebnis der Verhandlungen endgültig Stellung nehmen soll eine schöpferische Tätigkeit zumindest der führenden Kräfte. und über die zu ergreifenden Maßnahmen beschließt. Angesichts einer solchen Bezahlung fann an eine Verwirklichung dieser Forderungen nicht im entferntesten gedacht werden. Die Angestellten find deshalb nicht nur mit Rücksicht auf ihre eigene Gristenz und auf die Erhaltung ihrer Familie, sondern auch im Interesse des Weiterbestandes und der Fortentwicklung unserer Wirtschaft verpflichtet, alle Versuche, Gehälter, die weit unter dem Existenzminimum liegen, abzuwehren. Unter Berufung auf das Preßgesetz erhalten wir folgende Berichtigung: 1. Es ist unrichtig, daß Herrn Kosinski ,, aus gewissen Gründen" gekündigt wurde. Richtig ist vielmehr, daß nach dem mir vorliegenden gedruckten Kündigungsschreiben des Deutschen Transportarbeiter. verbandes vom 8. Dezember 1922, in das nur der Name meines Mandanten eingefügt worden ist, seine Kündigung deshalb erfolgt ist, weil nach der von der Bezirksverwaltung Groß- Berlin festgestellten Unmöglichkeit, den Verwaltungsapparat in dem bisherigen Umfange aufrecht zu erhalten, das Dienstverhältnis wegen Einschränkung bzw. Umstellung gekündigt werden müsse. " ,, Bes Der kommunistische Vorstand der Zahlstelle Berlin des Zentral. verbandes der 3 immerer schickt uns einen Versammlungsbericht, in dem ganz furz mitgeteilt wird, daß dem Lohnabkommen zugestimmt worden ist, die örtlichen Beiträge fünftig durch eine Einheitsmarte erhoben werden sollen und daß am 18. August das Die Versuche der Gewerkschaften, eine Berständigung mit den 10. Stiftungsfest im Saalbau Friedrichshain stattfindet. Dieser Ber- Arbeitgebern herbeizuführen, find gescheitert. Wenn es nicht sammlungsbericht ist auf ganze acht Zeilen zusammengedrängt. Desto anders sein soll, dann wird die Angestelltenschaft der Berliner Metallausführlicher ist dann die Polemit gegen den ADGB., gegen industrie durch Anwendung der lebten gewertschaft unseren Genossen Severing usw. Es heißt da u. a.: Will der lichen Mittel fich seine Existenzberechtigung erfämpfen ADGB. für die Zukunft nicht den letzten Rest von Ansehen aus den müssen. Die auf Beschluß der AfA- Funktionärversammlung von den Ge- 2. Es ist unrichtig, daß Herr Kosinski dem Nationalen BerArbeiterkreisen verlieren, dann soll er endlich mit der Bauch= gemeint ist rutscherei vor der Cuno- Regierung aufhören." In werkschaften angeordnete Urabstimmung muß ein einwand liner Portierverein", den es übrigens gar nicht gibt freies Stimmungsbild der Belegschaften bringen. Rest wohl der Verband Berliner Portiers und Berufsgenossen der angenommenen Resolution wird gesagt, daß die Cuno- Regie lose Beteiligung aller Angestellten ist unerläßfolgschaft leifte und daß er als Kassierer für diesen Verein vorrung mit Hilfe der Sozialdemokraten nicht gewillt ist, liche Voraussetzung hierfür. Es gilt einem wertbe- gesehen ist. den Kampf zu führen gegen Schieber- und Wuchertum, sondern die ständigen Gehalt und angemessenen Einkommensgesamte Arbeiterschaft niederzuschlagen, im Inter- äten auch für die Angestellten der Berliner Metallindustrie. esse Stinnes und Konsorten." Die Erregung und Entrüstung der Arbeiterschaft gegen die un- Drohender Streik in den Reichsmonopolbetrieben. glaublichen wirtschaftlichen Zustände, in denen wir uns befinden, ist berechtigt und also durchaus begreiflich. Gegen wen aber wendet sich diese kommunistische Demagogie, die sich der Zahlstelle Berlin des Zentralverbandes der Zimmere: als Sturmbock bedient? Fast ausschließlich gegen die verantwortlichen Führer der Gewertschaften. Man sucht absichtlich die be. leidigendsten und niedrigsten Bezeichnungen, um die deutschen Gewerkschaftsführer in den Kot zu ziehen. Der ADGB. d. h. die Gejamtvertretung der deutschen Gewerkschaften, fo. wie die Sozialdemokratie, werden hier bezichtigt, im Inter. esse der Stinnes und Konsorten die gesamte Arbeiterschaft niederschlagen zu wollen. Das ist der Ton, mit dem unsere Kommunisten seit Wochen hausieren gehen. Die„ Rote Fahne" vom Dienstag nennt die Ver trauensleute der Berliner Metallarbeiter faschistische UnternehmerPrechte". In der Resolution der Zimmerer wird allerdings gesagt, daß sich die Zimmerer bewußt seien, daß der Kampf nicht ausgetragen wird. in Parlamenten und mit geistigen Waffen." Dieses etwas naive Eingeständnis zeigt eben nur, daß man sich bewußt ist, wie sehr man bei einem Kampf mit geistigen Waffen den Kürzeren ziehen würde. Es zeigt aber auch, wie ungemein verrohend die kommunistische Demagogie wirft. Es war von jeher der Stolz der organisierten Arbeiterschaft gewesen, ihren Kampf mit geistigen Waffen zu führen. Wissen ist Macht" war immer unsere Parole. Die in den Berliner Betrieben der Verwertungsstelle der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein beschäftigten Arbeitnehmer, die im Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter organisiert find, haben bei dem Arbeitgeberverband für die Getränkeindustrie, dessen Mitglied die Reichsmonopolverwaltung ist, den Antrag auf Ein führung wertbeständiger Löhne gestellt. Da eine Eini An unsere Abonnenten! In den ersten Tagen dieses Monats erfolgt die Einziehung des Bezugspreises für die erste Hälfte des August, welcher bei uns wie bei allen anderen Zeitungen im voraus zu zahlen ist. Wir bitten unsere Abonnenten, mit Rücksicht darauf, daß die Papierund Druckrechnungen usw. jetzt im voraus beglichen werden müssen, aber auch Löhne und Gehälter früher als bisher zu zahlen sind, die Quittung sofort bei Vorlegung einzulösen. Gleichzeitig bitten wir noch, für möglichst frühe Oeffnung der Haustür besorgt zu sein, damit die Austräger den Abonnenten die Zeitung zur gewünschten Zeit bringen können. Vorwärts- Verlag. Die Parolen der Moskowiter lauten anders. Berleumdung ist Trumpf. Beschmutzung und Beschimpfung der eigenen Klassengenossen, der Gewerkschaften und ihrer Führer, das ist die Lofung. Es wird nachgerade Zeit, mit diesem gemeingefährlichen Blödsinn gung nicht erreicht werden fonnte, wurde der Schlichtungsaufzuräumen. Kritit, soweit sie pofitio und aufbauend fein will, ist ausschuß angerufen. Am 25. Juli fällte der Schlichtungsaus: berechtigt, notwendig und erwünscht. Aber was sich seit einigen Wochen in Versammlungen und in den Spalten der " Roten Fahne" austobt, ist teine Kritif, sondern die Seibst zer fleischung von Heloten. band wird uns geschrieben: Der Konflikt im Buchdruckgewerbe. schuß einen Schiedsspruch dahingehend, daß vom 13. Juli bis 2. August d. I. die Löhne der Spritarbeiter, ausgehend von einem durchschnittlichen Juni- Wochenlohn von 250 000 M. und einem durch schnittlichen Juni- Inder von 7650, festgesetzt werden sollen. Diesen Schiedsspruch hat der Arbeitgeberverband nicht aner tannt. Die Spritarbeiter hatten vorgestern in einer Versammlung Der Konflikt in der Metallindustrie. beschlossen, am Mittwoch, den 1. August, eine Urabstimmung Bom Bund der technischen Angestellten und Beamten, dem in den Betrieben vorzunehmen über den Eintritt in den Streit. Nach der Stimmung der in den Monopolbetrieben beschäfZentralverband der Angestellten und dem Deutschen Werkmeisterver- tigten Arbeitnehmer ist bei der ablehnenden Haltung des Arbeit Troß wiederholter angestrengtester Versuche ist es den Ber- geberverbandes der Streit unvermeidlich. händlern der AfA- Gewerkschaften nicht gelungen, vom Verband Berfiner Metalindustrieller bezüglich der Juligehälter für die Angestellten der Berliner Metallindustrie Zugeständnisse zu erhalten, die zur AnDie gestern mittag 1½ Uhr im Gewerkschaftshaufe tagende Benahme empfohlen werden können. Die Unternehmer sind nicht ge- triebsvollversammlung des graphischen Gewerbes nahm zu dem biswillt, den im Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch wesent- herigen Ergebnis über den Stand der Lohnverhandlungen zum fich zugunsten der Angestellten zu korrigieren. Vor allen Dingen Ausgleich für diese Woche noch einmal Stellung. Braun gab einen lehnt der Arbeitgeberverband aber immer noch die Wertbe- Bericht über die Verhandlungen, die vormittags unter Beisein des ständigmachung der Gehälter rundweg ab. Die Einkommen Reichsarbeitsministers Dr. Brauns stattgefunden hatten. Ein endder Angestellten im Monat Juli bewegen fich laut Schiedsspruch in gültiges Ergebnis war nicht erzielt worden, aber der Minister hatte den Grenzen von 2 700 216 m. bis 6 055 560 m. für faufmännische für mittags 1 Uhr die Parteien zu sich geladen. Angestellte, 2 700 216 m. bis 6 440 472. für technische Angestellte, 5 408 640 m. bis 5 863 104 M. für Wertmeister. Hierbei ist noch zu beachten, daß mit diesen Beträgen ein großer Teil der Auguft- Ausgaben zu bestreiten ist, da ja die Angestellten ihr Gehalt erst zum Schluß des Monats bekommen. Kloth berichtete von diesen neuen Verhandlungen, die wieder refultatios verlaufen waren. Nachmittags 4 Uhr würde jedoch die Tariffommission, welche zur Beratung für die Löhne der kommenden Woche zusammentritt, an erster Stelle über die Nachzahlung in dieser Woche verhandeln. Der Reichsarbeitsminister erklärte, daß er mit Die Einstellung der Metallindustriellen hat bewirkt, daß der allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln sich dafür einsehen werde, Tarifvertrag für die Angestellten der Metallindustrie einer der daß ein gerechter Ausgleich für diese Woche zustandekommt. ungünstigsten in Berlin ist. Die gesamte Deffentlichkeit wird Nach eingehender Debatte, in welcher das Verhalten der Unteranerkennen müssen, daß eine solche Tarifpolitik nicht geeignet ist, den nehmer auf das schärffte gebrandmarkt wurde, fam folgender Antrag Wirtschaftsfrieden zu erhalten, denn eine derartige Bezahlung der zur Annahme: Die am 1. Auguft im Gewerkschaftshaus tagende Angestellten gewährleistet kaum die Fristung der Existenz auf primi- Betriebsrätevollversammlung des graphischen Gewerbes beauftragt tipster Grundlage. die in Frage kommenden Organisationen, eine allgemeine FunkTheater, Lichtspiele usw. Staatstheater Volksbühne Deutsch.Opernhaus Casino- Theater Schauspiel haus 712 Uhr: Abends 7 Uhr: Sommerspielzeit. Madame Butterfly. Der Gunstling der Zarin 8 Uhr: Wiedereröffnung Freitag, 10. Aug. Die Freier Lessing- Thr. Volksoper Deut. Künstler- Th. Lustspiel mit Musik 8 Uhr: Die Pfarrd.Westens Sommerspielzeit! 8 Uhr: Rigoletto: Die Tugendhauskomödie Intimes Theater 8: prinzessin Deutsches Th. Ab 3 Aug. Gastspiel Diplomat im Dienst 7% Uhr: Schneider Wibbel der 3 Studie d. Mos- 0. blaue Pyjama etc. Musik v. Kurt Zorlig ( Adalbert, Seidl, kauer Künstler- Th. Prinzessin Turandot Metropol- Theater Kaminerspiele Residenz- Th. 712 Uhr: Die Tägl. 8 Uhr: Büchse der Pandora Die Entlassung 5 8 U: Die Schönste der Frauen Bois, Lenz) Theater des Ostens Vorverk. ununterbr.( Rose- Theater) Neues Theat. a. Zoo Täglich 8 Uhr: Der Leibkutscher Gr. Schauspielhaus Kleines Th. d. Fridericus Rex Lady Winder- Schiller- Th. Charl. 8 Uhr: Die Weber meres Fächer u: Süße Susi Theater i. d. Central Theater KöniggrätzerStr. Gastspiel des Schauspieler- Th. 8 Uhr: Die Räuber George. 8: Der wunderl.Geschichten II. Teil Granach, Kreisl. Eckfenster Berliner Theater SU.: Trianon- Th. BU: Th. a. Nollendorfpl. 13/4:: Mein Freund der Lakai Wallner- Theater 8 Uhr: 7.30 U. Mädi Totentanz Des Königs Nachbarin von Aug. Strindberg Admirals- Varieté Urania Unt. Wilden u. 00 Das internationale Wilden Tieren August- Programm 800 LUNA PARK WIRTEN Ab 3 Uhr voller Betrieb, Feuerwerk Tägl. ,, Aero- Star", die gr. Luffsensation d. Welt Li oder Lu Uhr: Th. a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uhr ELITESänger Das brillante August. Programm U. a.:,,Zwischen zwei Feuern!" Reichshallen.Th. Tägl.7% Gastsp.d. Residenz- Sänger 11 Mitwirkende Ab 1.8. tgl. Stett. Säng. DonhoffBrett' Anf.7% U SCALA 8.Jnternat. Uhr: Varieté- Spielplan Varieté Rauchen gestattet! Heute Donnerstag den 2.August Eröffnung der Filiale 3. Es ist unrichtig, daß Kosinski, wie die Gerichtsaften erweisen werden, bereits Proben von seiner besonderen Fähigkeit für einen derartigen Posten abgelegt hat. Die Behauptung ist erfunden. Den Einsendern wird Gelegenheit zur Berantwortung an anderer Stelle gegeben werden." Bei der Firma Huhn, Levehowstr. 23, wird seit zwei Wochen gestreift. Die Firma ging in der jetzigen schweren Zeit dazu über, die tariflichen Verdienste der Arbeitnehmer zu fürzen. Als die Belegschaft dazu Stellung nahm, verwies die Firma diese aus dem Betriebe. Leute im Alter von 60 bis 80 Jahren, die dort beschäftigt sind, will sie nicht wieder einstellen, nachdem sie ihre Arbeitskraft und ihre Knochen bei der Firma gelassen haben. Eine üble Schutzund Streifbrechergarde hat sich die Firma zugelegt, die sich als deutschvölkischer Rampftrupp bezeichnet und bewaffnet mit schweren Stöcken und anderen Instrumenten frühmorgens in den Betrieb zieht, um ihr übles Handwert aufzunehmen. Wir machen die Arbeiterschaft darauf aufmerksam, damit sie bei der Firma keine Arbeit annimmt. Die Mindestſtundenlöhne der Schäftemacher betragen für die Woche vom 30. Juli bis 4. August für männliche Arbeiter 40 000 m., für weibliche Arbeiter 32 000 M. Für qualifizierte Arbeiter bis 10 Broz. Zuschlag. Buchdruckerstreit in Köln. Wegen Lohndifferenzen legten die Buchdrucker in Köln gestern die Arbeit nieder, so daß sämtliche Blätter nicht erscheinen fonnten. Die Verhandlungen zur Beilegung des Streifs sind vorläufig gescheitert. Der Breslauer Metallarbeiterstreit beendigt. Wie uns unser Korrespondent aus Breslau drahtet, nehmen die Breslauer Metallarbeiter heute die Arbeit wieder auf. Der Schiedsspruch ist in der Urabstimmung fnapp durchgegangen. Damit sind die großen Breslauer Streifs sämtlich beendet, ohne daß die Einigungsergebnisse die Arbeiter befriedigen. Der Schiedsspruch für die Hochfeefischerei angenommen. In der am Freitag stattgefundenen Versammlung der Arbeitnehmer im Hochmit großer Mehrheit angenommen. Wie der Verband deutscher feefischereigewerbe wurde der in Hamburg gefällte Schiedsspruch Nautiker, Sektion Hochseefischerei, mitteilt, geschah die Annahme aus der Erkenntnis heraus, daß die allgemeine wirtschaftliche Notlage des deutschen Boltes es erfordert, daß die Hochseefischerei auf dem schnellsten Wege und in größtem Umfange wieder aufgenommen werde. Der Arbeitskonflikt bei den schwedischen Eisenwerken, der vor fieben Monaten ausgebrochen ist, wurde am Montag vor der von der Regierung eingefeßten Vergleichskommission geschlichtet. warenbranche werden gebeten, die Lohntarife heute in der Zeit von 4-5 Uhr Sattler, Tapezierer und Portefeuillerverband. Die Kollegen der Sederim Rimmer 28 abzuholen. Später geschlossen. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Branche 7, Bart und Fried. höfe. Morgen, Freitag, 6½ Uhr, in Bockers Festsälen, Beberstr. 17, fleiner Gaal, Delegiertenverfammlung. Achtung, Zimmerer! Am Freitag abend 6½ Uhr haben sich alle Bezirks, führer im Saal 2 des Gewerkschaftshauses einzufinden; die Borstands und Schlichtungskommissionsmitglieder treffen sich eine Stunde früher im Verbandsbureau. Am Sonnabend finden dann in allen Bezirken Bezirksversammlungen statt. a Aus der Partei. Das Zentralfomitee der Sozialdemokratie Lettlands hat den Bertreter Grufiens in der Internationale, J. 3e retelli, und den ehemaligen Sekretär der Internationale, C. 5 uns mans( Antwerpen), aufgefordert, im September auf längere Zeit Lettland zu besuchen, um das politische Getriebe und die Lage der Arbeiterschaft fennenzulernen. Das Zentralfomitee hat von beiden eine zustimmende Antwort erhalten. Berantwortlich für Politit: Victor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner, Berlin; Feuilleton: Dr. John Schilowsti, Charlottenburg; Lokales und Sonstiges: Walter Trojan, Anzeigen: Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. 9. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruerei und Verlagsanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". Badstr.16,1 Am Bahnhof Gesundbrunnen. Unseren bisherigen Grundsätzen: Gute Qualitäten, Grosse Auswahl, Billigste Preise wollen wir auch weiterhin treu bleiben, um das in so grossein Maße erworbene Vertrauen unserer Rundschaft noch weiter auszubauen und zu vergrössern Kleczewski Elegante Herren Bekleidung Textilwaren Buchhdl. Vorwärts htung! Berlin SW, Lindenstr.2 Sonntage eines Großstädters in der Natur Von Kurt Grottewitz Mit einem Vorwort von Wilhelm Bölsche Preis- Grundzahl Achtung! Graphisches Gewerbe! Donnerstag. 2. Auguft, vorm. 10 Uhr, im großen Saal ber Bodbrauerei, Fidicinstraße: Versammlung fämtlicher Funktionäre der vier graphischen Organisationen. Tagesordnung: Die Situation im Gewerbe. Ohne genügende Legitimation tein Eintritt. Die Vorstände des graph. Gewerbes gebund M. DeutscherMetallarbeiter- Verband brosch. M.0.50 Schokolade Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 Geschäftszeitvorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Heute, Donnerstag, den 2. August, Joftnstraße 7 sehr preisw.! abends 7 Uhr, im Lofal von Boveleit, Sarotti Bertrauensmänner- Konferenz Stollwerck Mauxion für die Betriebe der Interessen. Kant u a. Marken gemeinschaft der Autoreparatur. billig! schlosser. Tagesordnung: Bericht von den Lohnverhandlungen mit der InteressenEisen& Diamanter Betrieb muß in biefer BerKaiserstr. 4 Andreasstr. 18 Krausetrauensmännerfonferenz vertreten sein Achtung! Achtung! Metallschleifer u. Galvaniseure. Für die Betriebe des Berbandes Pianos ber Metallschleifereien und GalvanifierZur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße anstalten werden als Borschußzahlung, für die Tage der Berhandlungszeit, des jeweiligen Tariflohnes gezahlt. Eine endgültige Bereinbarung wird noch getroffen. 33/10 Die Ortsverwaltung. Nr. 35740. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die August- Miete. Um einer Anregung aus Lesertreisen entgegenzukommen, bringen| Schornsteinfegergeld, Müll- und Schladenabfuhrtoften, soweit sie wir nachstehend die einzelnen Säge der Auguft- Miete nach der Ma- be hördlich begrenzt sind, und Stromkosten für den Fahrstuh. Die gistrats- Bekanntmachung vom 27. Juli( Sonder- Ausgabe des Ge- übrigen Betriebskosten werden nur bis zu folgender Höhe meindeblatts vom 30. Juli) in tabellarischer Form. umgelegt: Borweg sei bemerkt, daß mit dem 1. Juli die U mlegung der Betriebskosten für die Portier wohnung weggefallen ist; nur für Mai und Juni sind diese Kosten auf die Räume des Hauses nach dem Maßstabe der Grundmiete umzulegen, soweit dies noch nicht geschehen ist. Bom 1. Juli ab ist die Portierwohnung bei der Umlegung genau wie eine Mietwohnung zu be. handeln. Ob der Vermieter oder der Portier diese Betriebskosten trägt, richtet sich nach den vertraglichen Abmachungen zwischen beiden; der Mieter braucht sich darum nicht zu fümmern. Am 1. August tritt außerdem insofern eine Neuerung ein, als die Mieter 5000 v. H. Verwaltungskosten weniger zu zahlen haben, wenn sie am 1. Juli 1914 die Hausreinigung selbst auszuführen hatten oder wenn sämtliche Mieter eines Hauses später die Verpflichtung zur Hausreinigung übernommen haben. Damit ist einer alten Forderung der Mieterschaft Rechnung getragen. Die festen Zuschläge. 1. Private Müllabfuhr. Schladenabfuhr Fäkalienabfuhr. 2. 3. " 4. Kesselreinigung. 5. Feuerversicherung 6. Glasschädenversicherung. 7. Wasserleitungsschädenversicher. 8. Haftpflichtversicherung 9. Fahrstuhlbetrieb für Juli 7 200 Proz. für August 60 000 Proz. 15 000 2 500 " " 25 000 " " 4500 5.000 1000 1000 800 6.000 12 000 " " 10.000 " " 2 500 " " 3 000 PP 2000 " " 20 000 " Donnerstag, 2. August 1923 deren geschäftstüchtige" Inhaber den Warenmangel mit bis 100 Prozent Aufschlag ausnuten, ohne von der Wucherpolizei daran gehindert zu werden, werden diese unmoralischen Schleichwege tüchtig benutzt. Die Folge davon ist, daß Familien, deren Mitglieder in Berufen tätig sind und deren Hausfrauen auf fleine Kinder aufzupassen haben, ebenso wie selbständige Arbeiter und Angestellte leer ausgehen und mit trockenem Brot vorlieb nehmen müssen. Indes ungestört der Hamsterpöbel und reiches Gefindel im Fett drin" fizzen. Da die meisten Arbeiterfrauen aus erklärlichem Geldmangel es sich nicht leisten können, Leute zum Anstellen zu mieten oder an anderen Stellen das Doppelte für dieselbe Ware zu zahlen, ist es tatsächlich so. Warum geschieht nichts dagegen? Eine Kontrolle wäre so leicht: die Meiereien und Geschäfte geben nur gegen Borzeigen z. B. der Zuckerfarte eine entsprechende Warenmenge ab; die Karte wird dann abgestempelt und so die Verteilung garantiert. Ist die Behörde zu scherwerfällig dazu, das zu veranlassen, oder liegt ihr nichts daran? Daß es den Meiereien gleichgültig ist, wer ihre Ware bekommt und fie fett" macht, ist ja bei der sattsam bekannten Geschäftsmoral begreiflich. Daß die Behörde ebenso denkt, weniger. Oder sollte sie anders denken und mit ihren Verordnungen wiederkommen, wenn es zu spät ist? Genug der Schildbürgereien! Die Behörden mögen umgehend dafür sorgen, daß jeder sein Fett bekommt, Also: An die Arbeit! der monatlichen Grundmiete. Hat der Bermieter mehr aufgewendet, als nach diesen Säßen umgelegt werden kann, so ist der Mehrbetrag vor der Umlegung zu streichen. Bei der Umlegung find bekanntlich alle Räume des Grundstücks( auch Vermieter, Verwalter, Portier, usw. Wohnung, sonst fönnte es ihnen blühen, daß fie, aber anders ihr Fett abGaragen, Stallgebäude usw.) mit ihren Grundmieten einzusetzen. bekommen". Der Zuschlag für große Instandsehungsarbeiten ist nur auf Grund einer Entscheidung des Mieteinigungsamtes zu Außer der Grundmiete find an festen Zuschlägen für zahlen. Dieses ist dabei vom 1. August ab an eine Höchstgrenze den Monat August zu zahlen: von 10 400 v. 5. der Grundmiete gebunden( für Juli 4000 v. 5.). Die Zuschläge für große und für laufende Instandsetzungsarbeiten werden auf Grund einer Verfügung des Volkswohlfahrtsministers bis auf weiteres in dem gleichen Maße erhöht, wie die Maurer löhne steigen. Damit werden diese Festsetzungen den monatlichen Verhandlungen mit den Vermieter- und Mieterorganisationen entzogen und wertbeständig gemacht. Die Festsetzung für Juli gilt zunächst als Normalmaßstab für die weiteren Festsetzungen. a) Binssteigerungszuschlag b) Verwaltungskosten einschließl. Hausreiniger, Hauswart usw.u.einichl. A. Jn einfachen Häusern 40 Proz. Reinigungsmaterial..7960 c) Zuschlag für laufende Instandsetzungsarbeiten 40 000 " B. In Häusern mit be fonberen Einrichtungen eine dieser Ein- de ft en s 2 biefer richtungen im Einrichtungen 40 Broz. a) wenn nur b) wenn min. Betrieb ist in Betrieb find 40 Proz. 9 460 " 40 000 10 960 40 000 Zuſammen| 48 000 Proz.|| 49 500 Proz.| 51 000 Proz. also eine 480fache bzw. 495fache bzw. 510fache Grundmiete( außer der ein maligen Grundmiete als Kapitalzins). Haben die Mieter die Hausreinigung übernommen, so haben sie nur 2960 v. 5. Berwaltungstoften zu zahlen, also 5000 v. 5. oder eine 50fache Grundmiete weniger. Es wird also für August nur noch mit vollen Grundmieten gerechnet, ein Verfahren, das von den Mietervertretern gefordert wurde und das sich auch bei der Umlegung der Betriebskosten zur Vereinfachung der Abrechnung empfiehlt; verbleibende Reste, die unter einer vollen Grundmiete bleiben, oder ein durch Abrundung auf eine volle Grundmiete entstandener Ueberschuß für den Vermieter fann bei der nächsten Umlegung verrechnet werden. Wer die Vierteljahrsmiete Anfang Juli gezahlt hat, muß den Mehrbetrag, der sich für Auguft ergibt, an den Vermieter nachzahlen Der Betriebskostenvorschuß, * In der Zeit vom 15. bis 31. Auguft können die Mietervertretungen vom Vermieter die Abrechnung über die Verwendung der Instandsezungszuschläge für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni d. J. verlangen. Es ist dringend nötig, daß die Mietervertretungen von diesem Recht Gebrauch machen und fich die Belege nebst der Abrechnung zur Nachprüfung vorlegen laffen Die in wenigen Tagen erscheinende neue Breußische Ausführungsverordnung zum Reichsmietengesetz beseitigt alle Zweifel über die Anerkennung der Mietervertretung; wir kommen darauf noch besonders zurück. Wer kommt zu seinem Fett? Seit dem Beginn der Preisüberhaftung und tatastrophalen Barenknappheit in Fetten, Margarine und Butter kann man wieder vor den Buttergeschäften die aus den Kriegszeiten bekannten Polonäsen sehen, die auf die noch halbwegs erschwingliche Ware stundenlang unter polizeilicher Kontrolle anstehen. Nur ein Unterschied außer dem wahnsinnigen Preisunterschied ist zwischen damals und jetzt dem davon betroffenen Beobachter leider bemerkbar, dem von itsbehördlicher Seite aus im allgemeinen Interesse sofort abgeholfen werden müßte. 9 den der Magistrat für Juli erneut festgesetzt hatte, und zwar in Höhe War im Kriege wenigstens die Warenverteilung durch das einer 100 fachen Grundmiete, ist vom 1. August ab auf eine 200fache Martensystem garantiert und kontrolliert, so ist jetzt von einer KonGrundmiete erhöht worden. Der Mieterverband, Gau Ber- trolle überhaupt keine Rede mehr. Diesen Umstand benüßen die Tin, die Einheitsorganisation der Berliner Mieterschaft, hatte be leider allzuvielen unsauberen, von Hamstermanie infizierten oder kanntlich durch einstimmigen Beschluß der Vertreterverfamlung die durch ihren prallen Geldbeutel protegierten Elemente, um sich beBorschußzahlung abgelehnt und die Parole ausgegeben, daß statt fonders reichlich mit Ware zu versehen oder sich auf leichtere, müheder Zahlung des Betriebskostenvorschusses die monatliche Abrechnung lose Weise sie zu verschaffen. Merkwürdigerweise beobachtet man über die Betriebskosten erfolgen soll( gegenüber der Vierteljahrsab nämlich in diesen Polonäsen tagtäglich immer dieselben Gesichter. Es rechnung bei der Borschußzahlung). Viele Hausbesitzer haben sich find das einesteils ältere Frauen, ältere Männer und Kinder, die freiwillig dem gefügt, einige haben unflugerweise den Prozeßweg ohne größere Verpflichtungen zu Hause oder in einer Arbeitsstelle beschritten. Gerichtsentscheidungen über diese Streitfrage sind uns sich die Zeit nehmen können, um sich stundenlang anzustellen und jedoch bis heute nicht bekannt geworden. das Tag für Tag zu wiederholen, um auf diese Weise im wahrsten Von den Betriebstoften find bekanntlich diejenigen in Sinne großzügig zu hamstern; anderenteils sind es ebensolche Gevoller Höhe umzulegen, die von einem öffentlich- rechtlichen stalten, die für diese Hamsterei und das Anstehen vom braven Verband festgesetzt werden, und zwar: Grund- und Gebäudesteuern, Bürger auf dem Geldsack" gemietet und gegen StundenEntwässerungsgebühren, Straßenreinigungsgebühren, Wassergeld, bezahlung so mißbraucht werden. In den anderen Geschäften, 63] Als die Wasser fielen. Bon Otto Rung*). Einer nach dem anderen famen sie. Sie begrüßten ihn recht formell, unzufrieden mit seinem heutigen Arrangement, und fanden es ganz überflüssig, so viel Aufhebens mit Besich tigungen und Gutachten von der Sache zu machen, zumal die meisten von ihnen um der heutigen Sigung willen wichtige Dinge hatten beiseitesetzen müssen. Sie standen in einer Gruppe beisammen und sprachen miteinander; Gude überließ sie sich selbst. Er war für sie wohl nur ein unnötiger, ja sogar beschwerlicher Zuwachs. Direktor Steensen tam in seinem Automobil; um ihn sammelten sie sich und erörterten zufällige Neuigkeiten von Geschäftsleben und Börse, klagten über das Wetter, das rauh und unfreundlich und hin und wieder mit Sprühregen vermischt war. Steensen begrüßte Gude steif und sprach die Hoffnung aus, daß die Sigung bald überstanden sein würde, da er um ein Uhr eine Besprechung hätte. Er sah ein wenig ungeduldig auf- feine Uhr: es fehlten noch Generalkonsul Martens und Andreas Pauli.-Ein paar von den Herren gingen auf den Dampfer und setzten sich mit über dem Stod gekreuzten Hän den auf die langen Wachstuchsize achtern. Schon hier am Rai schaukelte der Dampfer leise. Der eine Herr, Fabrikant Dyr hammer, sah magenleidend aus und murmelte sein Unbehagen, während der andere, Ludwig France- der Leiter der großen, von der Bank gestützten Banffirma nur bleich lächelte, aber mit zusammengebissenen Zähnen dasaß und ich eigentlich auch gern wissen, wie die Dänische Werft jetzt nach der Sintflut aussieht!" Der Flughafen auf dem Tempelhofer Feld. Maßgebende Verhandlungen in London. An der äußeren Vollendung des Flughafens auf dem Tempelhofer Felde wird zurzeit mit großer Energie gearbeitet. Da die Herstellung des Flughafens in seiner vorläufigen Form durch die rasende Geldentwertung sehr in Frage gestellt worden war, sind die Arbeiten in die produktive Erwerbslosenfürsorge, die das Reich bekanntlich finanziert, einbezogen worden, und so arbeiten gegenwärtig über 400 Erwerbslofe an der Planierung des Hafengeländes, das nach seiner Fertigstellung geradezu ideale Start- und Landungsmöglichkeiten bieten wird. Inzwischen finden zwischen Deutschland und dem Ausland die Verhandlungen über die Einbeziehung des Berliner Flughafens in das Internationale Luftverfehrsneh weiter statt. Gegenwärtig weilt eine deutsche Kommission in London, wo mit Vertretern der Entente über die Frage des Anschlusses Deutschlands an die internationalen KonBrobleme verhandelt wird. England selbst hat einen führenden ventionen sowie über andere damit im Zusammenhang stehende Industriellen nach Deutschland entsandt, der einmal mit den Vertretern der deutschen Flugzeugindustrie, dann aber auch mit den in Frage kommenden Behörden Fühlung nehmen soll. Man rechnet damit, daß der Flughafen Berlin Anfang September nollendet sein wird und daß schon im tommenden ein a Frühjahr ausgedehnter internationaler Flugdienst von hier aus aufgenommen werden kann. Berliner Kriminalpolizei im besetzten Gebiete. Auf die fortgesetzten Notschreie der Bevölkerung des Ruhrgebiets, die von der Regierung Hilfe erflehte gegen die nach der Entfernung der Schutzpolizei entstandene Unsicherheit, nahm das Minifterium des Innern eine Berstärkung der dortigen Kriminalpolizei vor, und so wurde auch eine Anzahl von Berliner Beamten nach dem Einbruchs gebiet verfekt. Das Ministerium bestimmte natürlich nur die Zahl, die das Polizeipräsidium zu stellen hatte, und die Auswahl wurde, ebenso selbstverständlich, von der Leitung der hiesigen Kriminalpolizei getroffen. Bedauerlicherweise sind einige der versetzten Beamten von der französischen Befagung als" Spione" verhaftet worden. Als dies dem Ministerium bekannt wurde, ordnete es, um nicht auch die anderen diesem Schicksal auszusehen, ihre Zurückziehung an, und sie befinden sich, abgesehen von dreien, die noch in Haft sind, wieder in Berlin. So der wahre Sachverhalt, der natürlich, soweit Verhaf tungen erfolgt sind, sehr zu beflagen ist, aber von jedem Bernünftigen nur als ein Glied in der Kette des großen Unglücs angesehen werden wird. Anders das völkische Deutsche Tageblatt". Es sieht in dem Vorfall einen neuen Beweis für die abgrundtiefe Bosheit des Ministers Severing. Er hat, so erzählt das Blatt seinen Aber Maud Martens hatte ihre Schulter der Gudes genähert, das falte Wachstuch um ihre Knie streifte, flamm mie Ein niedriges blaßgelbes Tourenautomobil tam in sau- die Haut eines Frosches, seine Hand, er sah ihr kleines, reptilsendem Schwung vor den Zollboden. In ihm saßen General- artiges, schönes Profil, die geschmeidige Krümmung des fonful Martens, Andreas Pauli und eine Dame. Sie trug Nackens unter der Kappe. Ihr Körper folgte melodisch dem eine Wachstuchjacke mit Kappe. Mit einiger Verwunderung Wiegen des Bootes auf dem Wasser. fah Gude, daß es Maud Martens war. Die anderen sprachen von dem Motorrennen und seinem Doch sie erklärte den anderen ihre Anwesenheit. Sie wollte Ausfall, sie nannten die Namen von Teilnehmern, ihren den Bater nicht allein fahren lassen. Seine Augen waren Damen, den Maschinen und den ausgesuchten Gerichten des schwach, die dunklen Brillen glichen den Augenhöhlen eines Menüs. Pauli berichtete mit rollender Stimme über das Totenschädels, er ging gebückt und mit Beschwer und reichte fürstliche Programm der drei großen Tage, die Herren dis den Nächststehenden flüchtig ein paar Finger über den Stockgriff hinweg. Gude sah er nicht an. Aber Maud war gleich zu Gude getreten, die blaffen, wasserblauen Augen fuchten in stillem Forschen die feinen. Mit der um den Kopf gespannten Kappe, fchlant, langgliedrig, geschmeidig in dem regenfeuchten Wachstuch, glich sie einer Taucherin: " " futierten, ob der und jener, der mit dabei gewesen war, noch feinen Rolls- Royce von der letzten Saison hatteja, gewiß! Der fuhr noch flott wie zuvor herum! Der Gedanke schien sie anzuspornen: Der Betreffende hatte Millionen an deutscher Valuta verloren, hielt aber noch seinen Herrensiz mit Park und Motorjacht! Mit verkniffenem Gesicht streifte einer das Gesicht des anderen, als revidierte er heimlich ein Konto und " Sind Sie böse, weil ich mitgefommen bin? Erstens schäßte die Bilanz. Sie hielten noch! Ja, ja, alles wohl an wissen Sie, daß ich ein persönliches Interesse an der Dänischen Bord! Sie lachten leise über eine Geschichte, die Fräulein Werft habe. Ich gehöre mit zu der Schar der Notleidenden, Mauds wegen mit Paranthesen von dem großen Matador die Sie hier sehen." Sie machte eine Handbewegung nach den und früheren Schiffsreeder, Kapitän Becket, erzählt wurde, anderen. Außerdem bin ich, wie Sie wohl wiffen, eine große der, das Jachtklubzeichen an der Müze, die rotgesprenkelten Bewunderin Ihres ganzen Werkes als Wiederaufrichter nach Wangen mit Bigarrenrauch aufblies, und auf Seemannsweise diesen schlimmen Zeiten." Sie lachte: Wer weiß, ob die An- läffig halb über der Reling des Bootes hing. wesenheit einer Frau Ihnen heute nicht Glück bringen wird! Auf jeden Fall" sie sprang gewandt in den Dampfer Andreas Bauli. Ihre Blide bewachten dein Mienenspiel, Aber der Schwerpunkt, zu dem alle hinstrebten, war find wir, wie man in England sagt, alle in einem Boot. Wir froren, wenn er schwieg, atmeten auf, wenn er fein üppiges müssen entweder alle gerettet werden oder alle untergehen!" Lachen rollen ließ. Er zeigte Gude, offenbar vorsätzlich, daß Andreas Bauli hatte seinem Chauffeur einen Bescheid ge er auf seine Gefühle feine Rücksicht mehr nähme. geben und kam jetzt zum Boote herab. Er begrüßte sie flüchtig alle auf einmal und sprang an Bord. Seine Mienen waren ruhig, aber von einer merkwürdigen verschlossenen Barschlich über seinen Verlust, den er fürzlich an einer zu fallender heit. Unaufgefordert gab er das Zeichen zur Abfahrt:" Los Valuta verkauften Partie Schmalz erlitten hatte. Er war, wie werfen! und full speed- wir haben Gile!" Er schöpfte Atem, Gude wußte, der einzige Solvente des Aufsichtsrates hier an nahm Platz und betrachtete die anderen einen nach dem anderen Bord, doch der Gedanke an die verlorenen paar Millionen Ich hoffe, Sie werden sich nicht wundern, mich hier zu nickte er ein furzes Guten Tag" zu. ernst, mit einem gewissen gebieterischen Zynismus. Gude Papiermark verursachte ihm Herzenspein, sein geistesschwaches Gesicht hing in schlaffen Säcken, und seekrank war sehen. Die Dänische Werft ist ja Steensens und nicht mein Er war in Motortracht und begann mit etwas zu sehr er obendrein. Es fielen Tropfen von seiner fnorpeligen, lanReffort, aber ich habe ganz privat mit größtem Inter- betonter Berstreutheit von dem großen Motorrennen auf dem gen Nase vom Regen oder von Tränen. Das Boot schlug effe Ihr Projekt verfolgt." Er fügte hinzu:„ Und dann möchte Faröer Strand, das er mitgemacht hatte, zu erzählen. Sein plätschernd gegen das schwarze Wasser. Herr Dyrhammer Racer, eine Fiat- Maschine, hatte im dritten Lauf gefiegt. Er öffnete einen feidenen Regenschirm, behielt ihn aber für sich nickte Maud Martens zu. Na, er hatte ia auch Viktor'a on allein. Konful Martens huftete hohl, und feire Tochter packte Bord gehabt! Ja, Fräulein Maud war sein Mastot! Darum ihn in Blaids, ihre Augen aber waren ohne Milde, fie suchten, war sie auch heute mit dabei! Seine Augen trafen für einen von schmerzlicher Weisheit schimmernd, die Gudes. Augenblick herausfordernd und falt Gudes Blic ( Fortsetzung folgt.) aushielt. Kurz darauf kam zu Fuß und sehr eilig Hugo Heine, der andere Direktor der Bank. Keiner schien ihn erwartet zu haben, am wenigsten Steensen, dessen Augenbrauen sich ein wenig verblüfft emporzogen. Direktor Heine gab allen liebenswürdig lächelnd die Hand. Zu Gude sagte er: *) Der Roman itt in Buchform im Bolksverband der Bücher freunde, Wegweiser- Verlag G. m. b. S., Berlin. 50, Ranfeſtr. 34, erschienen und wird an die Mitglieder des Verbandes geliefert. Die Mitgliedschaft ist fostenlos. Drucksachen über den Verband werden pon diesem auf Aufforderung zugefandt, Frederik Dyrhammer saß schlaff und elend da, untröst naiven Lesern ganz ernsthaft, Beamte ausgesucht, die überwiegend Eine neue Erhöhung der Brifefts- und Kofspreise wird aber der alten Richtung angehörten". Wäre wirklich die Auswahl mals vom Kohlenamt mitgeteilt. Danach stellen sich die Brikettnach politischen Rücksichten erfolgt, so würde nach dem preise ab 2. August, die Kotspreise ab 3. August wie folgt: Küchen Borerwähnten dieser Vorwurf einzig und allein die leitenden Stellen und Ofenbrand: Brifetts, je Zentner ab Lager, 94 500 M., der Berliner Kriminalpolizei treffen. Diese sind aber ausnahmslos frei Steller 98 700 M. Gastots, je Zentner, ab Lager, 207 800 M., noch von denselben höheren Beamten befeht, die vor der frei Keller 212 600 M. Fuhrenweise Lieferung: Briketts, Revolution auf diesen Bosten waren. Wir kennen die je Zentner, ab Lager, 94 500 m., frei Steller 98 100 M., Gastots, politische Einstellung dieser Herren nicht, haben aber das vollste Bu- je Zentner, ab Lager, 207 800 m., frei Steller 212 000 m. trauen zu ihnen, daß sie ihre Leidenschaft für die Republik nicht so weit treiben, daß fie Untergebene, die der alten Richtung angehören", bewußt ins Verderben stürzen. Das Ganze ist ein offensichtlicher Skandal!" gröhlt das Bulle- Blatt. Ja, es ist ein offensichtlicher Standal, wenn gegen einen republikanischen Minister, der unter Verhältnissen zu arbeiten hat, bei denen ein Minister des alten Regimes nach drei Tagen zusammengeflappt wäre, eine Heze betrieben wird, von der man nicht weiß, ob ihre Gewissenlosigkeit oder ihre Dummheit größer iſt. Wilhelm Liefländer gestorben. Wir erfüllen eine traurige Pflicht, wenn wir unsern Lesern und Freunden die Mitteilung machen, daß Genosse Wilhelm Liefländer soeben im Krankenhause verstorben ist. Er war, wir mir seinerzeit mitteilten, im Hause des„ Vorwärts" aus dem Fahrstuhl gestürzt und hatte sich dabei eine Zersplitterung des Oberschenkelknochens zugezogen. Bei seinem vorgerüdten Alter er hatte die 70 weit überschritten bestand leider von vornherein wenig Aussicht, daß der geschwächte Körper die Störung überwinden würde. Troß forgfamster Pflege ist es nicht gelungen, den alten Genossen am Leben zu erhalten. Liefländer, der schon im Jahre 1873 dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein beigetreten war, hat in früheren Jahren innerhalb der Berliner Arbeiterbewegung sich sehr rege betätigt. In den letzten Jahren war er als Berichterstatter des„ Borwärts" tätig und besonders die zahlreichen Besucher der Gewerkschaftsverfammlungen werden sich des unermüdlichen Alten erinnern. Der Redaktion des Vorwärts" war er ein treuer und zuverlässiger Mitarbeiter. Wir werden auch über das Grab hinaus seiner ehrend gebenten. " Das Fest der filbernen Hochzeit begehen am heutigen Tage die Genossen Hugo Schiller, Stettiner Str. 5, und Paul Bormann Berfiusstr. 14. Genosse Hugo Schiller ist auch seit mehr als 25 Jahren in der Seßerei des„ Borwärts" beschäftigt und seit 1896, also über 25 Jahre, Parteigenosse. Der Gewerkschaftsangestellte Genosse Bormann ist seit 20 Jahren Parteigenosse und Borwärtsbezieher. BeTypographia, Gefangverein Berliner Buchdruder und Schriftgießer. ginn der außerordentlichen Generalversammlung am Dienstag, den 7. August, ftatt um 9% Uhr pünktlich um 8 Uhr abends. Die bekannte Herrenkonfektionsfirma Kleczewski eröffnet in der Badftraße 16 eine neue Filiale. Bir verweisen auf die Anzeige in vorliegender Nummer. Zum Unglück in Kreiensen. Der Reichspräsident hat dem Reichsverkehrsminister folgendes Telegramm übersandt: Die Nachricht von dem schweren Eisenbahnunglück in Kreiensen hat im ganzen deutschen Volke schmerzlichste Teilnahme erweckt. Ich bitte Sie, den Hinterbliebenen der Opfer und den Verlegten dieser furchtbaren Ratastrophe den Ausdrud meines herzlichsten Mit Reichspräsident Ebert." gefühls zu übermitteln. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 84. Abt. Bankwig. Genosse Franz Standtte ist im 57. Lebensjahre verstorben. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 2. Auguſt, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Berlin- Wilmersdorf, Berliner Str. 142, statt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsvorsißende! Am Sonnabend, den 4. August, abends zu zahlen. 7 Uhr, findet im Jugendheim die Konferenz der Abteilungsvorsitzenden statt. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Die Ausweise müssen von der AbAchtung, Nürnbergfahrer! Das Fahrgeld sowie das Geld für das Essen teilung unterstempelt sein. Bertretungen sind nicht zulässig. im Gesamtbetrage von 100 000. ift unbedingt bis Freitag, den 3. August, Heute, Donnerstag, den 2. August, Mitgliederversammlungen. Gesundbrunnen. Jugendheim Gemeindeschule Gotenburger Str. 2. gantwis. Jugendheim Gemeindeschule Schulstraße. Lichtenrade. Schule Moonstraße. Norden. Jugendheim Gemeindeschule Puttbufer Straße 3-5. Senefelder Biertel. Jugendheim Badeanstalt Oberberger Straße 57. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Mieterverband Buchholz und Umgegend. Mitgliederversammlung heute abend 8 Uhr im Lofal Bahr, Buchholz, Pafewalter Str. 67. Thema: Dic neuen Mieten im Auguft und Treppenteingungspflicht. Massenbesuch aller Mieter wird erwartet. Verband Volksgesundheit. Bortrag des Genossen Serbert Fiebrandt über Thüringen. Vorträge finden jeden Donnerstag abend in der Schule Niederwallstraße 12 um 28 Uhr statt. Gäste willkommen. Sport. Rennen zu Ruhleben am Mittwoch, den 1. Auguft. gültig auf 47 feft. Die Zahl der Verwundeten beträgt 45. Bon den Die Zahl der Toten bei dem Bahnunglüc in kreiensen steht end= Toten sind bisher 28 ihrer Persönlichkeit nach festgestellt. Die 19 1. Rennen. 1. Clematis blau( Brube), 2. Gilzug( Jürgens), 3. Ma noch nicht festgestellten Leichen sind 3 weds spätador I( Reiter). Toto: 67 10. Blab: 17, 15, 103: 10. Gerner liefen: terer Erfennung photographiert worden. Mit der Fledermaus II, Amazonfa, Chelsealand, Durchbruch, Gudrun II, Silverius, Diana VII, Alpenfer, Ludmill I, Picque, Flieger I. Einfargung der Todesopfer ist Mittwoch früh begonnen worden. Ueber die Ursache der Katastrophe steht nunmehr, wie die Tele graphen- Union" erfährt, fest, daß der D- 3ug 88, der wegen Verspätung schnell fuhr, das altesignal überfahren hat. Das Signal war zur Zeit des Unglücks in Ordnung. " " Stapellauf eines Doppelschraubendampfers. Auf der Bulkanglücklich vom Stapel. Zur Feier war der Oberbürgermeister der werft lief Dienstag mittag der Doppelschraubendampfer Stuttgart" Stadt Stuttgart, Lautenschläger, erschienen, der die Taufrede hielt. hauses, erweiterte Fraktionsfißung. Vor nenen Erhöhungen der Eisenbahntarife. Wie wir von gutunterrichteter Seite erfahren, steht noch in diesem Monat eine sehr erhebliche Erhöhung der Reichsbahntarife bevor. Die ungeheure Geldentwertung hat das Defizit der Reichsbahn außerordentlich vergrößert, und durch das Ausfallen der Einnahmen aus dem Ruhrrevier ist die FinanzGroß- Berliner Parteinachrichten. lage der Bahnen noch verschlimmert worden. Im Reichsver: 7. Areis. Charlottenburg. Freitag, den 3. August, 7½ Uhr, Gaal 1 des Rattehrsministerium sind deshalb jest Erwägungen angestellt worden, noch im Laufe des Auguft eine Tariferhöhung vorzu- 14. Kreis. Neukölln. Freitag, den 3. August, 7½ Uhr, Funktionärverfamm. nehmen, die einen gewissen Angleich der Ausgaben an den Rüd- Tung in der Knaben- Mittelschule, Donauftr. 120. Bortrag über Rechtsregierung große Roalition Opposition und die Regierungskrise". gang der Einnahmen zu ermöglichen imftande ist. Man ist an leitender Stelle der Ansicht, daß das bisher geübte Verfahren, Heute, Donnerstag, den 2. August. Tariferhöhungen nur vierroöchentlich vorzunehmen, nicht mehr haltbar ist, da die wirtschaftliche Entwicklung so langfristige Tarife weit überholt. Wie verlautet, wird sich der Verkehrsbeirat schon in nächster Beit mit der Frage einer Tariferhöhung mitten im laufenden Monat zu beschäftigen haben. Tariferhöhung bei der Hochbahngesellschaft. Straße 14. 114. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr Funktionärsizung bei Rienäder, Stoffener Jungsozialisten. Gruppe Treptom. 7½ Uhr im Jugendheim Elfenste. 3, Bortrag über: Italien zur Zeit der Renaissance". Ref. Gen. Helmuth Rehfe. Die nächste Veranstaltung findet dann am Donnerstag, den 23. dieses Monats, statt. Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7½ Uhr Lokal Hansen, Boruffia, Ede Neue Straße, Tempelhof, Mitgliederversamm lung. Gruppe Süben. 7% Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Morgen, Freitag, den 3. Auguft. Die Hochbahngesellschaft wird am Freitag, den 3. August, ihre 4. Abt. 7% Uhr Funktionärfor.ferenz bei S. Schwarz, Blankenfelderstr. 10. Fahrpreise erhöhen, und zwar in folgender Weise: Bis zum 5. Bahn- 78. Abt. Schöneberg. 8 Uhr erweiterte Borstandssigung bei König, Brinzhof 3. Klasse 5000 m., 2. Staffe 7000 M.; für die ganze Strede Georg- Straße 10. 3. Klasse 7000 M., 2. Klasse 9000 M. Blode zu 10 Karten fosten: 79. Abt. Schöneberg. 8 Uhr Lokal Groß, Sedanstr. 17, Funktionärversamm. bis zum 5. Bahnhof 3. Klasse 45 000 W., 2. lasse 63 000 M.; für 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr erweiterte Borstandssigung bei Unbricht, Handdie ganze Strecke 3. Klaffe 63 000 m., 2. Klasse 80 000 M. 2ochen- 85. Tempelhof. 7½ Uhr Vorstandssitzung bei Lange, Ringbahnstraße. jernstraße 86. farten zu 12 Fahrten für die ganze Strede kosten: 3. I. 63 000 M., 115. Abt. Lichtenberg. 7½ Uhr Funktionärsizung Bibliothek Weichselstraße. 2. Klasse 80 000. Tung. Erscheinen Pflicht. Erscheinen Pflicht. Deutscher Metallarbeiterverband ohne in ber Strantenversicherung vom Ortstrantentaffe für das BuchVerwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rohrleger Hugo Gärtner am 30. Juk gestorben ist. Die Einäscherung findet am Freitag, den 3. Auguft, nachmittags 12% Uhr, im Krematorium Auf Grund der Berordnung über GrundJuli 1923( R. G. Bl. G 741) geftalten fich 25 drudgewerbe zu Berlin. Verkäufe Rähmaschine, große Ginger, verkauft Tuchner, Aderstr. 43. 2. Rennen. 1. Erster Wolferson( Knöpnadel jr.), 2. Stella Harf ( Weidmüller), 3. Bella Dawson( Holzli). Toto: 899: 10. Blat: 127, 22, 63: 10. Ferner liefen: Jobannistäfer, Jobannisfeuer, Jimiene, Baron Klatawah, Luftiger Bruder, Dollyfa, Jeffries jr., Koronna, Lump, Hauptmann, Kreolin, Aberglauve, Lady Petaurist, Gawein, Blaumeise, Sma Guh. 3. Renne n. 1. Moriner( M. Bauer), 2. Heiderose B.( H. Neumann). Zoto: 72: 10. Play: 37, 52, 35: 10. Ferner 3. Cybill( P. Klees). allertony, Dünaburg, Tünkirchen, Seewind, Arworty 3., als 3. disqu., liefen: Starneval, Direktor, Lenz I, Film, Liese E., Hoffnung II, Niagara I, Flieger, Jallus, Cria I, Verdun, Berthold, Wallfisch, Frühauf, Anton, 80 Proz. der Platwetten zurüd, Flora Bingen, Frithjof I, Handfest, Brilon. 4. Renne 1. 1. Lucullus( Großmann), 2. Prinzeß Bia( 3. Mius), 3. Angora( 5. Grube). Zoto: 16:10. Plat: 13, 12, 18: 10. Ferner licfen: Precious Watts, Siegleicht, Coriolanus, Brinzeß Etawah, Klud, Diaphora, Imitation, Dlaa Belle, Rosa Forbes, Lady Bosworth. 5. Renne it. 1. Edeltochter( Weiß), 2. Feuerwehr( E. Treuberz, Soto: 15:10. Blag: 13, 17, 19: 10. 3. Fafner Woodl.( Alb. Freund). Ferner liefen: Stuart Webbs, Flott, Josef, Siegmund, Paul B., Drozlan, Manfred, Schlips, Nora O'Neill, Bogdan, Le Petit Loulou, Monarchist, Hartenfels. 6. Mennen. 1. Illusion( W. Budow), 2. Michel Angelo( M.Ringius), 3. Goudster jr.( F. Schulz). Toto: 98: 10. Plaz: 28, 24, 178: 10. Ferner liesen: Omega, Cled Watts, Florette, Lulu Reg, Inge, Bainminge, Lindenhofer, Wildtage, Homer, Capua, Crassus, Linsto, Claudia. 7. Rennen. 1. Arche( 3. Lichtenfels), 2. Deborah( Budom), 3. Pupille( A. Lücke). Toto: 131: 10. Platz: 31, 28, 17: 10. Ferner liefen: Harlekin, Lump, Adbell, Dr. Let jr., Dollander, Federnelle, Ballonkönigin, Hefjunge, Lu Watts, Idealist, Midas I, Ypsilanti, Lumpi, Sirene I, Fred Wilkes jr., Turbinellus, Frieda Bingen, Mac Gregor, Lenz I, Longobarde, Shbina, Erzellenz, Jason jr., Cypresse II, Edinbard. 8. Renne it. 1. Bärbel(. Großmann), 2. Ebonit( A. Lücke), 3. Fajner S.( Hans Schleußner). Toto: 39: 10. Blab: 15, 14, 24: 10. Gerner liesen: Pedra, Fenelon, Ostermagda, Adler, Heidemann, Taijun I. Wetter bis Freitag mittag. Eltvas kühler, zeitweise aufklarend, aber noch überwiegend bewölkt mit wiederholten, im Norden noch stellenweise starken Regenschauern und frischen westlichen Winden, später langsame Besserung. Metallbetten, Rinderbetten, Doppel-| betten, Meffing- Bettstellen, Chaiselongues, Rütchen billig. Spezialhaus, nur 63, Auguffftraße 63. Walter, bie Lohnstufen vom 30. Juli 1928 ab wie Auf Grund der Berordnung des Ar folgt: Chaiselongues, Metallbetten, AuflegLohnGrund- Tages- beitsministers vom 24. Juli 1923 hat ber loka beitrag Vorstand in der Sigung vom 31. Juli d. J. Rähmaschinen. Gelegenheitskäufe wenig matragen, Patentmatragen. Mbefchloffen, den täglichen Höchstgrundlohn gebrauchter Maschinen mit Garantie Stargarderstraße achtzehn. bis einschl. 12000 9000 810 mit Wirkung vom 30. Juli 1923 auf 120 000902. nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. 24000 18000 1620 und mit Birtung vom 13. Auguft 1923 auf Stollendorf 8682. 17 ftife Tagesverdienst 9. 902. Wr. b. 12000 Baumschulenweg, 24000 " Riefholzstraße, ftatt. 36000 " " Rege Beteiligung wird erwartet. 48000 " 34 Nachrufe. " VII 60000 72000 " Ferner ist unser Kollege, der Klempner Hans Prey "\ VIII 90000 " " IX 110000 " am 23. Juli, und unser Rollege, der Mechanifer Felix Przybylski am 11. Juli durch Eririnten gestorben. Ehre ihrem Andenten! Die Ortsverwaltung. 36000 30000 2700| 180 000 202. feftzufegen. Die Mitglieder Rähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, 48000 42000 3780 werben nem 30. Juli 1921 in 9 und vom Phönig, Singerbobbin. Rastory, Rott 60000 54000 4850 13. Auguft 1923 in 12 Lohnftufen eingeteilt. buferdamm 6, vorn hochparterre. 72000 66000 5940 Die Barleistungen nach bem neuen GrundTeppiche, prachtvolle Muster, verkauft 90000 80000 7200 lohn treten am 20. Auguft 1923 bzw. 3. Gep billig Stein, Anflamerstr. 20. 110000 100000 9000 tember 1923 in Kraft. Druckstide der neuen 120000 10800 Abänderung sind im Raffenlofal zu haben. Bekleidung Musikinstrumente preiswert. Klaviermacher Lint, Brunnenstraße 35. Dianos Garten:: Laube:: Balkon Abessinierpumpen, Ersagteile, LeihBumpenfabrit, und vom 13. August ab: Den Arbeitgebern find bie neuen Lohnerdbohrer allerbilligst. frufen, die Beiträge und Leiftungen sowie Lohnftufe I- VIII wie oben Leihhaus Friedrichstraße 2( Sallesches Gartenstraße 78. 110000 180000 120000 10800 bie Beftimmungen über die Meldungen Tor) verkauft elegante Serrenanzüge, 150000 140000 12600 burch Rundschreiben befanntgegeben. Die Verdienstgrenze für die Verfiche- Ulster, Baletots, Sportpelae, Gehpelae, 180000 16200 rungspflicht der Angestellten ist vom Ragenjaden, Gealmäntel, Kreuzfüchic, arbeitsverdienst feftgefest. 30. Juli 1923 auf 48 Millionen Mark Jahres- Graufüchse, Blaufüchse, Wölfe zu enorm IX " " X 130000 " " " XI 150000 " 170000 160000 14400 " XII 170000 " Auf die zu gewährenden höheren Kaffen leistungen besteht erst vom Beginn der 5. Woche nach dem Inkrafttreten des Borstandsbeschlusses, also vom 27. Auguft 1923 Allgemeine Ortstranteniajie b. 10. September 1923, ab Anspruch. für Berlin- Lichterfelbe. Auf Grund der Berordnung des ReichsBerlin, ben 30 Juli 1923. Der Vorftand arbeitsministers über Grundlöhne in der der Betriebstranfenfaffe der Stadt Krankenversicherung hat der Borstand befchloffen, die Lohnstufen folgendermaßen feftzufezen: Stufe Entgelt auf den Grund- tägl. Kalendertag lohn Beitrag A Lehrlinge ohne Entgelt 9000 bis 12 000 9.000 I über 12 000-24 000 600 900 18000 1800 24 000-36 000 30 000 3000 " 35 000-48 000 42000 48.000-60000 54 000 4200 5400 " 60 000-72 000 66 000 6 600 " 72 000-90 000 80 000 8 000 " IX " 120 000 12 000 90 000-110 000 100 000 10 000 110.000 Diese Bestimmung tritt mit dem 1. August 1923 in Kraft. Ab 13. Auguft 1923 werben die Lohnstufen folgendermaßen festgesezt: Stufe Entgelt auf den Grund- tägl. Kalendertag A- VIII bleibt wie bisher. lohn Beitrag 1X über 110 000-130 000 120 000 12 000 150 000-170 000 160 000 16 000 170 000 X 180 000-150 000 140 000 14 000 # 7 XI " XII " Der 180 000 18 000 Berlin. Berlin, den 31. Juli 1923. Bee Borffand. Kaufgesuche Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin Gepec, Sportpelse, reusfüchfe, Bie straße 54. Morigplay 128 45. Autozubehör * Zündkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, Friedrichsgracht 5-6. * Boschmagnete, Zündkerzen, Unterbrecher kauft Kühnast, W. 35, StegTigerstraße 81. Werkzeuge u. Maschinen Rugellager, Autozubehör fauft höchstzablend Bila, Reinickendorferstraße 93. Kugellager, Boschzündkerzen, Magnete, Bergaser tauft Mechanische Werkstatt, Gartenplatz 5. Kugellager, Autozubehör kauft Golu bew, Schönhauser Allee 127. Mägel, Holzfchrauben, MaschinenSchrauben fauft Elshola, Friedrichsgracht 1. Nägel, Maschinenschrauben, Holzfchrauben kauft Wodtke, Amsterdamer ftraße 21. billigen Breifen. Reine Lombardware. Bezsuch macht nag! Leihhaus" Brun- Klavier bis 30 000 000.- fucht Voigt, Rabel, Ligen, nenstraße 5. Firma ten! Täglich Neukölln, Ganderstraße 30. Telephon: Söbstzahlenb fauft Kupferdrähte, Wachsdrähte, Spulen Arthur Scholem, Alfred Etström, großer Berlauf maßmäßig hergeftelter Neukölln 4392. Gewbl. Borsigender. Schriftführer. Anzüge, Baletots, Schlüpfer, Cutawans, drähte, Motoren, Glühlampen sowie Pianos fauft Karfiol, Dresdener Sofen. Riefen- Auswahl. 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Auguft 1923 folgende Lohnstufen, Grund- Teilzahlung. Leifer Gottlieb, Nollendorf- Schreinerstr. 57, Hof parterre. Straße 22a. löhne und Beiträge: Hochbahnhof NollendorfEntgelt für Grund- Beitrag f. blab. 9-12, 3-7. Stufe den Kalendertag lohn jeben Ra Füchse 250 000, Wolfsiege 395 000, Ab 1. August 1923 lenbeitag Anzülge, Wintermäntel, Belzwaren, Neuwaren. Spottbillige Sommerpreise. 90t. Reinickendorferstraße Leighaus 105, Nettelbedplag. 907. Lehrlinge ohne Entgelt 902. bis 12000 9000 2 von 12000,01-24 000 18000 LohnTagesentgelt Grundlohn Beitrag stufe über M. Dis Mr. wr. 1. August 1923 3 202. # 630 810 1620 24 000,01-36000 30000 2700 36000,01-48000 42000 3780 48 000,01-60000 54000 4860 " 600 " 900 " Anspruch auf die erhöhten Ab Leistungen entsteht mit dem 29. Tage nach dem Infrafttreten der Wenderung, das ist bei der Aenderung ab 1. Auguft 1923 am 29. August 1923 und bei der Aenderung A123456789 Lehrlinge ohne Entgelt 24000 36 000 12000 9.000 18.000 1800 456789 60 000,01-72000 66000 5940 72 000,01-90000 80000 7200 90 000,01-110 000 100000 9000 9 über 110 000 12 000 24.000 36 000 30 000 3000 120000 10800 48 000 42.000 4200 48 000 A5 13. August 1923. 60 000 54 000 5400 60 000 72 000 66 000 6 600 72.000 90 000 80.000 8 000 9 Don 110000,01-130 000 120000 10800 10 000 10 130 000,01-150 000 140000 12600 P 12000 11 150 000,01-170 000 160 000 14400 12 über 170000 180000 16 200 90 000 110 000 100 000 110 000 120 000 13. August 1923 vorstehende Stufeneinteilung A- 8 und folgende: 9 110 000 130 000 120,000 10 11 ab 13. Auguft 1923 am 10. Geptember 1923. 12 Gleichzeitig ist die flir bie Berficherungs170 000 uw. maßgebende Berbienftgrenze auf 10. 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Juli 1923 burch oben genannte Serrenzimmer, Klubgarnituren, Storb- Werner, Brandenburgstraße 4. Soch. Berlin, 18 000 Berordnung auf 48 000 000 W. Jahres- möbel, Küchen usw. Große Auswahl, bahnstation Prinzenstraße. 180 000 Im Besuch lohnend. besonders Reiß, Prismenfeldstecher, Auf die entsprechenden höheren Leiftun- arbeitsverdienst feftgelegt worden. pflicht der Betriebsbeamten, Angestellten gen besteht erft vom 29. Auguſt bzw. beitgebern zugegangene Rundschreiben vom an, Batentmatraßen, Bolsterauflagen, Frank, Blücherſtr. 56. Morigpl. 141 63. übrigen verweisen wir auf das allen Ar Metallbetten, Chaiselongues 700 000.- Goerz Photoapparate tauft höchftzahlend Rinderdrahtbett. Meide. AugustSweds Einschägung der Versicherten in 1. August 1923. Felleinkauf Biegen, Bidel, Ranin, ftraße 32a, Quergebäude Roghaare, Schafwolle, Ankleideschränke, Spiegelwaschkom- Ralbfelle. Woldenburgerstraße 2. Aleganmoden, Nachttische, Apotheken, Kleider- ber 1857. 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August 1923 bei der Staffe zu Karl Röder, Ostar Runtffe, bekannt ist, wird die Zuteilung zu der madjen. neuen Lohnftufe IX von der Krantentasse Für freiwillige Mitglieder tritt vorvorgenommen. Für diese Personen find stehende Aenderung bereits am 30. Juli Ummeldungen nicht nötig. Soweit die 1923 in Kraft. Bon diefem Tage an ift Bugehörigteit ber Bersicherten zu den auch die für die Versicherungspflicht der neuen Lohnstufen V bis VIII in Betracht Betriebsbeamten, Angestellten usw. maß fommt, werden die Arbeitgeber hiermit gebende Berdienstgrenze auf 48 000 000 02. aufgefordert, innerhalb einer Woche die Jahresarbeitsverdienst festgelegt worden. zur Berechnung der Beiträge erforderlichen Die Personen, welche durch die Er. Bohnangaben zu machen. höhung der Berdienstgrenze neu versiche Druckstücke der neuen Bestimmungen rungspflichtig werden, find binnen einer stehen nach einigen Tagen im Raffenlofal Woche mittels der üblichen Anmeldeformu zur Berfügung. lare bei der Kaffe zu melden. Berlin Lichterfelde, den 31. Juli 1923, Berlin- Steglig, den 31 Juli 1923. Der Borstand. 15/2 Der Borftand. Liehr, Borf. Alb. Wagner, Schriftf. 6. Tillad, Borf. F. Haneberg, Schriftf. Inserate im Vorwärts bringen Erfolg! Bahngebiffe, Bahn 60 000 aufwärts, " " P " Immanuelfirchsir. 24 Laufizer Platz 14/15 Betersburger Play 4 Wilhelmshavener Str. 48 Gold- Silberbruch kauft Zahnpraxis Soll Charlottenburg, Seienheimer Str.1 Sädeaatanf Gollnowstr. 9. Brinzenstr. 31, Hof rechts Wattstr. 9 Copenid, Niezer Str. 6, Laden Hoffmann Gästeeinlauf, Nähgarn. Swinemünber- Friedrichshagen, Kurze Str. 11, traße T. Humboldt 469. 390 000,-, Bertitom 350 000,- Riesenauswahl in Einzelstilden, von Der Siegfriedftr. 28/29 einfachsten bis git der aparteiten Ausführung, verkauft Gottlieb, Rüge- Strohfäde verkäuflich. Reinidendorf- Ost, Provingitr. 56 Gäde, Blane, nerstr. 13, Bahnhof Gesundbrunnen. Emballage, wirne Schöneberg, Belziger Str. 27 Lieferung frei Haus. 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