Nr. 365 40.Jahegang Ausgabe A nr. 181 Bezugspreis: Für die erste Hälfte Auguft 50000 M. voraus zahlbar. Unter Kreuz band für die erste Hälfte August für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 64000 M., für das übrige Ausland 75 000 m. Bostbezugspreis freibleibend. Der ,, Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und geit", der Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 6000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Ranpareillegeile toftet 80 000 m. Retlamezeile 150 000 m. Kleine Anzeigen" das fettgebrukte Wort 14 000.( 811lässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 6000 Mr. Stellengefuche bas erste Wort 6000 M., jedes weitere Wort 4500 0. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 9000 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 7. August 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Angestelltenstreik in der Metallindustrie der Jahrestag eines Verbrechens die Arbeit eingestellt werden. Streifbeginn heute Dienstag früh. Sieg der Spekulanten. bens- und Genußmittelgeschäfte- auszudehnen. Die der Heute vor einem Jahre wurde in Moskau vom Revofutionstribunal das Urteil im Prozeß gegen die Parteivorstandes der SR., darunter zwei Frauen, wurden zu m Sozialrevolutionäre gefällt: zwölf Mitglieder des Tode durch Erschießen verurteilt, zehn weitere Angeklagte zu Gefängnisstrafen von zwei bis zehn Jahren. Die Einzelheiten dieses Verfahrens sind noch in aller Erinne= rung: ein Tendenzprozeß schlimmster Art, der jeden Menschen mit normalem Rechtsempfinden mitEmpörung er=. In der gestern abend abgehaltenen Funtfionärtonfe- ihr Spiel trieb, sondern daß sich der Devisenverkehr des Inrenz der an der Bewegung der Angestellten in der Metallindustrie landes rudartig entlud und den Kurs des Dollars in die Höhe beteiligten Berbände wurde von den am Montag gepflogenen Unter- trieb, weil die Exporteure und Devisenbesitzer nicht daran handlungen im Reichsarbeitsministerium Bericht erstattet. Es wurde denten, ihr hochwertiges Geld gegen schundige Papiermart mitgeteilt, daß die Bertreter der Angestellten von den Unternehmern einzutauschen. eine flare Entscheidung über die Frage forderten, ob fie statt der Die Zerstörung des Warenmarktes. 3ugejagten 305 Prozent eine Zulage von 485 Prozent bewilligen wollten. Da die Verhandlungen sich außerordentlich in rasenden Sprüngen gehen die Preise in die Höhe. Die Schmach erscheinen mußte. Denn diese Verfolgung politischer Am Warenmarkt werden die Zustände unhaltbar. In füllen und der erst recht jedem Sozialisten als eine die Länge zogen, beschloß die Funktionärkonferenz des Af- Bundes, Mart als Wertmesser versagt aber derart, daß auch bald nie- Gegner wurde begangen im Namen einer Partei, die sich pro wie uns um Mitternacht mitgeteilt wird, die Unterhändler anzu- mand mehr mit ihr rechnen kann. Wer am Morgen eine Ware letarisch nennt, und richtete sich gegen Männer und Frauen, weisen, daß sie die Verhandlungen abbrechen. Um 11 Uhr wurde zu den Funktionären jedoch mitgeteilt, daß die Verhandlungen im Ar- Million für den Dollar stützte, mußte am Mittag merken, daß hatten und denen der Kampf gegen den Zarismus viele Jahre den Funktionären jedoch mitgeteilt, daß die Verhandlungen im Ur- u einem Preise verkaufte, der sich auf einen Kurs von einer die ihr ganzes Leben der Sache des Proletariats gewidmet beitsministerium noch andauerten und die Vertreter auf eine er seine Ware verschenkt hat. Das Betriebskapital des Klein- Gefängnis oder Verbannung eingebracht hatte. Die Spiel, Erklärung des Industriellenverbandes warteten. An dem Aus- handels ist von der Zerstörung bedroht, und schon jetzt geht Provokateure und Verräter, auf deren Denunziationen die Anbruch des Streifs wird durch diese lehten Verhandlungen jedoch man dazu über, allgemein das zu tun, was man bisher nur flage beruhte, waren zum Schein ebenfalls unter Anklage nichts geändert. Vielmehr wird heute, Dienstag, früh vereinzelt getan hat, nämlich die Geschäfte für einen gestellt und wurden natürlich freigesprochen. Ein seltsames Teildes Tageszuschließen. Die Hauptgemein Gemisch von Justizmord und Justizkomödie. schaft des Deutschen Einzelhandels teilt dazu mit: Beinahe noch schlimmer und noch empörender aber als " Die feit dem Kriege gegenüber dem Einzelhandel bestehende das eigentliche Urteil des Tribunals war die Entscheidung der Nachbörslich: Dollar= 2,3 Millionen Mark. Ausnahmegesetzgebung hat zur Folge gehabt, daß dieser den größ- damals tagenden Reichskonferenz der KommuAm gestrigen Tage wurde an der Berliner Börse der ten Teil seiner Substanz bereits verloren hat. Die mit der fort- nistischen Partei Rußlands, die sich über die VollDevisenfreiverkehr wieder eingeführt. Das bedeutet noch nicht schreitenden Geldentwertung für den reellen Handel immer uner- streckung des Urteils als letzte Instanz auszusprechen hatte. absolute Freiheit des Devisenhandels, der noch durch eine träglicher werdenden Bestimmungen der Preistreiberei- und Breis- Da sich die Vertreter der gemäßigten" Richtung, also jene, Reihe von Bestimmungen beschränkt bleibt, sondern lediglich schilderverordnung drohen dem Einzelhandel den letzten Reft seiner die einen Rest von Gewissen und Rechtsgefühl übrig behalten die Beseitigung des Einheitsturies, welchen die Substanz zu entziehen und zwingen ihn, seine Funktion gänzlich hatten, mit den blutrünftigen Fanatikern, die in der rücksichtsReichsbank mit durchaus unzulänglichen Mitteln mehrere einzustellen. Die Vorstellungen der Epigenorganisationen bei den losen Anwendung des Terrors die höchste Staatsweisheit erWochen hindurch zu halten gesucht hat. Diejenigen, welche die zuständigen Regierungsstellen haben es bisher nicht vermocht, für bliden, nicht einigen fonnten, wurde eine Kompromißformel fen Einheitskurs für das ganze Devisenelend der legten Wochen den Einzelhandel eine gleichberechtigte Stellung innerhalb der ver- angenommen: das Urteil zwar bestätigt, aber seine Vollveranwortlich zu machen suchten, haben unrecht behalten. Der schiedenen Gruppen des Wirtschaftsiebens zu erreichen. Wegen der streckung ausgesezt. Sollte die Partei der SozialrevoluDollar stieg nach der antlichen Notierung von 1,1 auf unmöglich feit ausreichender Versorgung infolge tionäre ihre illegal- verschwörerische, terroristische, auf Militär1,65 Millionen Marf, im späteren Freiverfehr sogar auf der gefeßlichen Zwangsmaßnahmen hat die Hauptgemeinschaft des spionage und Bandenaufstände gerichtete Tätigkeit gegen die 2 Millionen Mari. An einem einzigen Tage also sant Deutschen Einzelhandels als Spigenorganisation im Einvernehmen Sowjetrepublit e in ft ellen, so wird das Urteil nicht voll. die Mark auf die Hälfte ihres Wertes, wenn man von einem mit den Groß- Berliner Ortsgruppen den Beschluß gefaßt, in Berlin streckt werden. Wird aber die Partei der Sozialrevolutionäre folchen überhaupt noch reden kann. Der Lebensmittelhandel am Donnerstag, den 9. August, die Geschäfte zu fernerhin die Methoden des bewaffneten Kampfes gegen die insbesondere, der zur Ausführung seiner Geschäfte Devisen schließen und vom 10. August ab die Verkaufszeit zunächst Somjetmacht anwenden, so wird das unweigerlich die Erbraucht, diese aber in der Zeit des Zwangsfurfes nicht er- auf 6 Stunden zu verkürzen. Es ist zunächst davon Ab- schießung der verurteilten Apologeten und Organisatoren erftand halten konnte, meldete einen starken Bedarf an fremden 3ah- ftand genommen worden, die erwähnten Maßnahmen auf die Le- des fonterrevolutionären Terrors und Aufruhrs nach sich lungsmitteln an, dem so gut wie gar fein Angebot gegenüber- Auch in dieser Kundgebung wendet sich der Einzelhandel ziehen." Durch diesen verschrobenen Beschluß, der nur halbasiaHier eben ist der grundsägliche Fehler der wieder gegen gefeßliche Bestimmungen, die nur zu einem un- tischen Gehirnen entspringen fonnte, ift eine neue Devisenpolitik der Reichsregierung und der Reichsbank. Man wesentlichen Teil für den Kapitalschwund verantwortlich zu Felter eingeführt worden. die man als„ lebenslänghat sich darauf beschränkt, mit künstlichen Mitteln in den Markt machen sind. Wen die Arbeiterschaft selbst nicht Gold- liche Todesstrafe" bezeichnen könnte. Zehn Männer cinzugreifen, ohne die sachlichen Voraussetzungen dafür zu löhne erhält, so würden die Läden des Einzelhandels auch bei und zwei Frauen schweben als Geiseln zwischen schaffen, daß genügend Devisen für die lebenswichtige Waren- Goldpreisen leer stehen, keine Ware abgesetzt werden und auch Leben und Tod, jeder Tag kann das Ereignis bringen, einfuhr aus der Wirtschaft verfügbar gemacht werden können. auf diese Weise der Schwund des Betriebskapitals eintreten. das als Vorwand dienen mag, um den einen oder den So mußte der Einheitsfurs verjagen, so mußte auch nach der Aber die Tatsache, daß heute niemand mehr faltu anderen umzubringen, wobei nicht einmal die Gewißheit be= Aufhebung des Einheitskurses dieser verstärkte Bedarf ein- lieren tann, besteht. Sie läßt sich nur dann aus der Welt steht, daß nur Taten, die wirklich von sozialrevolutionärer sehen, welcher das ganze auf Sand gebaute Gefüge der schaffen, wenn die Reichsregierung schleunigst die beabsichtigte Seite ausgingen, den Anstoß zu einem blutigen Abschluß dieser Stügungspolitik erneut ins Wanten gebracht hat. Man Goldanleihe herausbringt und damit auch dem Einzelhandel Tragödie bilden würden. Wie überhaupt das weitere Schicksal machte es sich leicht, indem man den Einheitskurs beseitigte, die Möglichkeit gibt, den Erlös aus dem Verkauf seiner Ware der verurteilten Sozialrevolutionäre der reinsten Willanstatt durch eine richtige Finanz- und Kredifpolitik und fofort wertbeständig anzulegen. Wir müssen zur Goldrechfür preisgegeben ist. durch eine gleichzeitige organische Stüßungsaktion und nung tommen, für die die Goldanleihe die Voraussetzung ist, Wir wissen sehr wohl, daß die Partei der russischen Devisenkontrolle die Unterlassungen nachzuholen, die zum Ver- anderenfalls würde der Kapitalschwund im Einzelhandel auch Sozialrevolutionäre, die aus den verschiedensten, zum Teil sagen des Einheitskurses geführt hatten. Die unkontrollierte dann eintreten, wenn keine Wuchergesetzgebung bestände. ausgesprochen antipathischen Elementen zusammengesezt ist, Devisenwirtschaft mußte den Absturz der Mark beschleunigen. Die allgemeine und viel zu lange verzögerte Durchführung in der Vergangenheit verschiedene schwerwiegende Fehler beEs ist überdies notwendig, eine Berdrehung richtig zu wertbeständiger Löhne aber ist das dringendste Ge- gangen hat, die sich an ihr und an Rußland bitter gerächt haben. stellen, mit der die Rechtspresse hausieren geht. Diese be- bot, um den Massen wenigstens noch diejenige Kaufkraft zu Auch wissen wir, daß sich manches zweifelhafte Individuum hauptet, daß die Einheitskurse nur unter dem Druck links- geben, deren sie zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes be an ihre Rockschöße gehängt hat, und dazu gehören namentlich stehender Kreise geschaffen worden sind. Tatsächlich war es dürfen. die Provokateure und Denunzianten, die in diedie Reichsbant, melche den Einheitskurs vorschlug und Anhaltende Inflation. sem Prozeß als Kronzeugen der Anklagevertreter dienten. ihn, von den Banten trog einiger Bedenken unterstüßt, durch- Die Schuldenwirtschaft des Reiches hält die Noten Aber wir wissen auch, daß gerade die Männer und Frauen, führte. Die Blätter der politischen Linten waren es, welche preffe in beschleunigter Tätigkeit. Die schwebenden Schul- die jetzt mit dem Damoklesschwert des ausgefeßten" Todesdamals davor gewarnt haben, Einheitskurse festzulegen, ohne den stiegen in der Zeit vom 21. bis zum 31. Juli um 17,8 auf urteils über dem Haupte im Kerker schmachten, zu den reinzugleich die übrigen Vorausfegungen für ein Gelingen dieser 57,8 Billionen Mark. Von den gesamten Ausgaben des sten Gestalten zu zählen sind, die das internationale ProAktion zu schaffen. Schon damals verlangten wir eine Abkehr Reiches, die sich in dieser Dekade auf 18,3 Billionen Mark be- letariat jemals hervorgebracht hat. Das beweisen nicht allein von der Kreditpolitik der Reichsbant, wir verlangten eine gifferten, waren nur 0,46 Billionen durch Steuereinnahmen ihre revolutionären Verdienste unter dem Zarismus, die aus mertbeständige Anleihe als Ersatz der Denisen bei gedeckt, so daß je 40 Mart Ausgaben des Reiches der Statistit ihrer damals verbüßten Gefängnis- und Verder Sicherung von Reserven gegen Geldentwertung, wir ver- nur 1 Marf auf der Einnahmeseite des Reiches bannungsjahre ergreifend hervorgehen, das bezeugt auch ihre langten, daß die Reichsbant ihre Papiermarkkredite einstellte gegenüberstand. Die schweren Fehler und Unterlassungen der ganze Haltung vor dem bolichemistischen Tribunal. Stolz, unund zu Goldkrediten übergehen sollte. Alles das ist damals, Finanzpolitik des Reiches treten hier in Erscheinung. Nach beugsam, unerbittlich rechneten sie mit ihren Richtern ab, und mo es zur Unterstützung der Devisenpolitik der Reichsbank bei noch am letzten Tage, als ihnen die Freiheit in Aussicht getragen fonnte, nicht gemacht worden. Wir verlangten weiter, stellt wurde, falls fie eine reumütige Erklärung abgäben, daß aus der Wirtschaft die zur Bestreitung der notwendigen lehnten fie es ab, ihr Leben mit einer Erniedrigung zu erWareneinfuhr erforderlichen Devisen verfügbar gemacht laufen. Diese Menschen waren und sind Helden würden. Auch das ist nicht geschehen. im reinsten Sinne des Wortes, und es ist die Ehrenpflicht der internationalen Sozialisten, sich mit ihnen moralisch zu folidarisieren. stand. dem neuen Fallen der Mark ist der Finanzbedarf des Reiches meiter gewachsen, so daß zu befürchten steht, daß selbst die gewaltigen Erhöhungen der Vorauszahlungen auf Steuern nicht ausreichen werden, um wenigstens für eine längere Frist den Steuerbedarf des Reiches zu deden. Unter diesen Umständen die Linke für einen Schritt ver- So bleibt die Quelle des Valutaelends offen; antwortlich zu machen, den die Reichsbank selbst unternommen die Regierung, welche solange mit ihrer passiven Zurückund gegen die Warnungen der Linken durchgeführt hat, dazu haltung die Dinge gehen ließ, hat die Pflicht, schleunigst Abgehört schon die Verdrehungskunst der reaktionären hilfe zu schaffen. Es ist dringend notwendig, daß endlich mit Blätter, welche wohl wissen, welche Ratgeber die Reichsbant einer Reichs bantpolitit Schluß gemacht wird, welche bei ihrer verfehlten Devisenpolitif geleitet haben. dem Sturz der Mart nicht rechtzeitig entgegengetreten ist und Aber jekt haben wir den Einheitsturs glücklich abgeschafft die auch jezt noch gegenüber den großen Fragen versagt. Das und der Dollar steht auf zwei Millionen. geht nur, wenn in der Reichsbankleitung neue Männer an die Gleich am ersten Tage des freien Devifenverkehrs erlebten Stelle derer treten, melche bisher immer ihre Maßnahmen wir wieder, daß in Berlin die Mart schlechter bewertet verspätet und unzulänglich getroffen haben und die so den wurde als an den ausländischen Börsenplätzen, und daß es vollkommenen Bemeis dafür erbrachten, daß fie ihrer Aufnicht etwa irgendeine ausländische Spekulation war, die hier gabe nicht gewachsen sind. Hätten die Sozialistische und Gewerkschaftliche Internatio nale in den Wochen vor dem Prozeß nicht machtvoll ihre Stimme erhoben, hätten sie nicht die Entsendung von drei Verteidigern( Vandervelde, Kurt Rosenfeld und Theodor Liebknech t) erzwungen deren Tätigkeit allerdings durch schifanöfe Maßnahmen fast illusorisch gemacht wurde, wäre nicht das Weltgemissen von uns aufgerütteit worden, dann wäre vielleicht schon vor Jahresfrist furzer und blutiger Prozeß mit den Angeklagten gemacht worden. Auch nach der grausamen Urteiísveränderung durch die russische Kommumsten-Zentrale hat der flammende Protest der Sozia- listen aller Länder diese bolschewistische Schmach gekennzeich- net, und es bleibt ein trauriges Blatt in der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft, daß die in Berlin veranstalteten Protestkundgebungen auf Befehl der„Roten Fahne" von kommunistischen Trupps, die sich wie wilde Tiere benahmen, gesprengt wurden. Eins muß aber immer wieder den Kommunisten in Europa vorgehalten werden: solange sie aus Unterwürfigkeit vor ihren Brotherren die Schmach des SR.-Prozesses decken, so lange begebensiesichjedenRechts,gegendie reaktionären Iustizverbrechen im eigenen Lande zu protestieren. Vielmehr wird sich die Reaktion immer wieder auf die Moskauer Urteile berufen, um ihre eigenen Justiz- morde zu rechtfertigen: das ist wiederholt im Deutschen Reichs- tage von bayerischer Seite geschehen und erst kürzlich in der italienischen Kammer von Mussolini. Der Sowjet-Regierung wurde neuerdings wiederholt be- scheinigt, sie sei die st a b i l st e Macht in Europa. Das mag stimmen. Wer die Macht mit solcher grausamen Vrutali- tät ausnutzt, wer das System der Geiseln zum Funda- ment feiner Herrschaft konsequent ausbaut, der mag gewalt- samen Erschütterungen weniger ausgesetzt sein als z. B. eine demokratische Republik. Aber moralische Achtung wird man vor einem solchen Regime niemals empfinden, sondern nur das Gegenteil davon. Und mögen die jetzigen Herren vom Kreml heute darüber lächeln: gegen die moralische Verurteilung der Welt werden sie auf die Dauer ebenso wenig aufkommen können wie Poincarö, Horthy und Mussolinil Schlimmeres. Eine Stimme aus dem Hinterwalde. Unter der vielversprechenden Ueberschrift„Würde- lnsigkeit oderSchlimmeres?" veröffentlicht Wulles „Deutsches Tageblatt" eine Zuschrift, die ihm angeblich aus Huadro in Peru zugegangen ist und sich gegen den „Vorwärts" richtet. Die Zuschrift ist so niedlich, daß man sie in vollem Wortlaut wiedergeben muß: „Ich wende mich an Sie als die Vertreter des natio- nalen Deutschtums, um Sie im folgenden von einem Artikel in Kenntnis zu setzen, den ich in der„Prensa", Limo, lese. Er lautet in deutscher wörtlicher Uebersetzung: „Enthüllungen des„Vorwärts" über den deutschen Faschis. mus, der durch den verhafteten Roßbach geleitet wurde." Berlin, 13� Juni. Der„Vorwärts" sagt in seinem heutigen Artikel, in dem er Anklage gegen Rohbach erhebt:„Den Feind haben wir nicht nur am Rhein und an der Ruhr, sondern in Berlin selbst." Uns Ausländsdeutschen sind solche Würdelosigkeiten der Linkspresse unverständlich. Welchen immensen Schaden sie damit dem deutschen Ansehen in der Welt zufügt, sehen wir hier draußen nur zu deutlich. Die peruanischen Blätter sind ohnehin gänzlich französisch orientiert und brin- gen solche Schmutzereien der deutschen Linkspresse natürlich mit Vorliebe. Es ist unerhört, daß sich das sozialdemokratische Organ noch immer dazu hergibl, das alte Lieb:„Der Feind steht rechts" in die Welr hinauszuposaunen. Und das in einer Zeit, wo dem deutschen Volk vom Erbfeind mit der Knute ins Ge- ficht geschlagen wird. Im Parlament werden papiern« Proteste gegen die Mißhandlungen der Ruhrbewohner verfaßt, und hinter- drein werden sie mit dem Schlagwort Wirths kommentiert." Dieser Brief ans Peru ist so prachtvoll, daß das Wulle- blatt ihm nichts mehr hinzuzufügen hat! Run ist es gewiß schon eine hervorragende journalistische Leistung, daß sich ein in Berlin erscheinendes Blatt über den Inhalt des„Vorwärts" aus Peru informieren läßt. Es sollte uns jedoch nicht wundem, wenn bei genauer Nachforschung der angebliche„Freund" des Wulle-Blattes sich als ein spaßiger Angehöriger des Volkes Israel entpuppen würde, der das deutschvölkische, vom Kampf gegen den„jüdi- schen Marxismus" überanstrengte Blatt des Herrn Wulle absichtlich mit einer Finte hineinzulegen ver- sucht und erreicht hat. Denn der Satz, den der angebliche Freund aus Peru aus dem„Vorwärts" zitiert, steht in Wirk- lichkeit in dem„Befehl 51" des Reichswehrblocks Roßbach" und ist vom Chef dieses„Reichswehrblocks", ncim» lich von Roßbach höchst eigenhändig, unter. zeichnet! Im„Vorwärts" war die Herkunft dieses Satzes, daß der Feind in Berlin steht, ganz deutlich getenn- zeichnet. Wenn also von„Schmutzereien" die Rede ist, so könnten sie in diesem Falle nur auf Herrn Roßbach und seine journalistischen Trabanten zutreffen. Wir nehmen jedoch. wie gesagt, zur Ehre des Wulle-Blattes an. daß es wieder mal einem„alljüdischen" Spaßvogel aufgesessen ist. Im anderen Falle wäre die krittklose Wiedergabe der Zuschrift nicht nur„Würdelosigkeit", sondern wirklich etwas S ch l i m- meres! Spahn und öer tzochsthulring. Im„Lübecker Generalanzeiger" vom 27. Juli bricht der völkische„Deutsche Hochschulring" für den deutschvölkischen Hochschullehrer Martin Spahn ein« Lanze, den die Universität Köln bekanntlich gern los sein möchte. Das Elaborat, das Pöbeleien gegen Hauptmann, Liebermann und Einstein am besten kennzeichnet, ver- fährt mit denselben Mitteln gegen den Oberbürgermeister der Stadt Köln'Adenauer. Es heißt da: „Mit dem Oberbürgermeister der Stadt Köln, der sich nicht scheut, amtliche Schriftstücke zwecks Verleumdung an die O e ff entli ch ke i t zu zerren, sich über Professor Spahns natio- nale Gesinnung und Haltung an dieser Stelle auseinanderzusetzen, können wir uns versagen. Mit Verleumdern kann man nur vor dem Richter sprechen." In der„Deutschen Zeitung" vom S. August nimmt Martin Spahn zu der Angelegenheit selbst das Wort. Da« Schriftstück schließt: „Mich mit dem Oberbürgermeister der Stadt Köln, der sich nicht scheut, amtliche Schriftstücke zum Zwecke der Derleum. dung an die Oeffentlichkeit zu zerren, über meine national« Ge- sinnung und Haltung an dieser Stelle auseinanderzusetzen, m u stich mir versagen. Mit Verleumdern spricht man nur vor dem Richte r." Hat nun Marttn Spahn vom Hochschulring abgeschrieben oder der Hochschulring von Spahn? Nach der Datenfolge zu urteilen muß man den ersten Fall annehmen. Das dürfte wohl das erstemal sein, daß ein Hochschullehrer auf den Krücken seiner Studenten vor die Oeffentlichkeit tritt. Die Verfassungsfeiern. Versammlungen unter freiem Himmel und Umzüge gestattet. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, wird vom preußischen Innenminister verfügt, daß solche Ausnahmen für Ver- fammlungen unter freiem Himmel und Umzüge zuzulassen sein werden, die für den 11. August, dem Verfassungstag, als Ausdruck der Feierstimmung geplant sind. Voraussetzung für die Genehmigung ist, daß jede Irreführung der Behörden über den gekennzeichneten Zweck der Veranstaltung ausgeschlossen sein muß: deshalb muß die Veranstaltung von Organisationen ausgehen, die keinen Zweifel an ihrer repubiikfreundlichen Richtuno gestatten. Ferner dürfen mit den Versammlungen unter freiem Himmel oder Umzügen keinerlei Demonstrationen für andere Wünsche oder Ziele als allein für die Feier des Verfassungs- tages verknüpft werden; daher ist die Mitführung von Schildern zu untersagen. Die Abwicklung der Feiern, insbesondere Weg und Gestaltung der Umzüge sowie die Rednerliste für die Versamm- Moses. Von Lena. Wir haben schlechten Religionsunterricht gehabt, lieber Leser, du und ich. Ich habe schon immer gefürchtet, daß er wenig taugt, doch wie schlecht er war, das habe ich erst kürzlich erfahren.— Nämlich so: Moses!— Weißt du, wer Moses war, lieber Leser? Nun, du glaubst natürlich, wie ich es geglaubt habe, daß dies ein frommer Mann war, zu dem der alte liebe Gott eine besondere Zuneigung und Vertrauen hatte. Erstens ließ er ihn, als er als hilfloses Kind von seiner Mutter preisgegeben werden mußt«, von einer Königs- tochter finden, di« ihn später als ihr Kind großzog,— das passiert doch heute verlassenen Kindern nicht; dann durfte er sein Volk aus der Knechtschaft erretten und zum gelobten Lande führen, und als sie hungerten, ließ der liebe Gott in der Wüste ihnen Brot und Fleisch zukommen. Wir sind nicht in der Wüste, aber so gut wird es heute wenigen von uns. Und dann erschien der liebe Gott dem Moses auf dem Berge Sinai und gab ihm die 10 Gebote. Darunter ist manches, was man jetzt recht gut gebrauchen könnte, wie ich meine. So wenn es heißt:„Du sollst nicht töten", oder„Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten".— Ja, das haben wir von Moses gelernt, und der größte Künstler aller Zeiten, Michelangelo, hat daraufhin das wundersame Standbild des Moses gefertigt— das in Rom steht—, und nun ist alles Betrug gewesen. — Du willst es nicht glauben, lieber Leser? Dann bitte, nimm einmal die Anzeigen der Vereinigung völkischer Verleger E. V. zur Hand! Darin wird dir di« Wahrheit gesagt, da heißt es auf der vorletzten Seite: „Der biblische Moses als Pulver-, Sprengöl- und Dynamitfabrikant nach dem Zeugnis der Bibel. Die Aufhebung eines LSOOjährigen Weltbetruges von Jens Jürgens." Kennst du Jens Jürgens, lieber Leser?— Ich nicht, wer noch? Aber Jens Jürgens muß es ja wissen, denn er hat ein Buch darüber geschrieben, und wenn, wie es danach scheint, nicht der Mönch Berthold Schwarz das Pulver erfunden hat, sondern der alt» Jude Moses, dann hat es Jens Jürgens gewiß nicht erfunden,— er hotte es dann ja auch nicht mehr nötig.— Daß die Deutsch- völkischen, deren Verleger das epochemachende Werk veröffentlicht hat, mit den Geboten vom Sinai nach der erwähnten Entdeckung nichts mehr zu tun haben wollen, ist natürlich,— siehe Crzberger, Rathenau, Mecklenburger Mordprozeß und andere.„Du sollst nicht töten" geht sie nichts mehr an, es ist ja das Gebot des„Pulver-, Sprengöl- und Dynamitfabrikanten" Moses. Aber es ist traurig, daß die Deutschvöltischen doch die Beziehungen zu Moses nicht ableugnen können, wenn es wahr ist, daß sie gewissen Sprengstoff- und Dyna- mitattentaten im Ruhr- und Rheingebiet nahe stehen. Ich drücke mich da mit einem„Wenn" aus, denn ich behaupte nur gern, wovon ich mich persönlich überzeugt habe, und wenn das auch ein jüdisches Gebot ist, nach dem sich die Deutschvölkischen nicht zu richten haben. Aber ich will dem Leser noch einige weiter« Blüten aus dem genannten Verlegerkatalog nicht vorenthalten. Da ist auch eine Schrift:„Judentum und Sozialdemokratie", die bezeichnet wird als „überzeugende Abwehrschrift gegen den roten Volksbetrug",—«in« andere„Landwirtschaft und Sozialdemokratie",„wirksame Abwehr der roten Londogitation" und„Arbeiter auf ein Wort",—„bittve aber aufrichtige Worte an di« Arbeiter zum Nachdenken". Diese letzten Schriften erscheinen Im.Heimatverlag" in Graz. Graz al» Heimat der Deutschvöltischen ist auch nicht uninteressant. Daß ihnen„Die Volksschule«in Sorgenkind" ist(«in« weitere Schrift), will ich gern glauben. Di« Schul« für das Volt braucht« es überhaupt nicht zu geben,— oder doch? Von dem„Rätsel des jüdischen Erfolges'(auch«ine Schrift) heißt es:„Geradezu erschütternd ist««, was von dem entsetzlichen Einfluß Judas auf unsere Frauenwelt gesagt wird",— nun wissen wir es, liebe Mitschwestern. Interessant denke ich mir„Das Persönstchkeitsbuch eines Blonden". Der Titel ist«in« Fundgrube von Anregungen für uns Schriftsteller. Ich beabsichtige zunächst das Persönlichteitsbuch eines „Roten", dann eines Kahlköpfigen, eines Hinkenden, eines Blattern- narbigen, eines dreimal Geimpften zu schreiben. Doch ernsthaft« Empörung weckt mir, was über„Jesus den Galliläer" als„arisches Evangelium" gesagt wird— der Verfasser ist wieder in weitesten Kreisen unbekannt—, setzt den„von Unver- stand und blindem Wunderglauben durchtränkten Evangelien«In fünftes, das eines Wahrheitssuchers arischen Stammes" entgegen, dessen Jesus den Nichtsemiten weit näher stehen soll als der der vier„kanonischen" Evangelien. Das Gebot der Nächstenliebe dürfte bei diesem„arischen" Jesu» ausgemerzt sein. Nun aber noch ein Bonbon. Da ist«in Roman, von einem Adligen„Egon von Kapherr" verfaßt. Der Roman heißt:„Im Netz der Kreuzspinne".— Huhu!— Es heißt, er schildere die„Verjudung des deutschen Adels. Dazwischen köstliche Bilder aus der Tierwelt." Bitte, was hat der deutsche Adel mit diesen köstlichen Bildern zu schassen?— Aber nichts für ungut! Zum Schlüsse möchte ich den Völkischen einen freundschaftlichen Rat geben. Manche ihrer Führer fordern, wie ich höre, den Nach- weis in Adelsfamilien, daß seit einer Reihe von Jahrhunderten keine jüdische Persönlichkeit in der Ahnentafel zu finden sei. Aber meine Herrschaften, was nutzt denn das? Nein, Sie müssen den Nachweis fordern, daß seit 1500 oder 2000 Jahren auch keine der Frauen dieses Hauses vom Pfad« der ehelichen Treu« gewichen ist. Wird der Nachweis nicht positiv' geführt, dann bleibt immer noch die Möglichkeit, daß irgendwann einmal ein Ahn««in Techtel- mechtel mit einem Juden gehabt hat, zumal„bei dem entsetzlichen Einfluß Judas auf unsere Frauenwelt". Und was dann?— Wird der Nachweis erbracht, dann, aber auch erst dann wird der ver- hängnisvoll« Einfluß des Moses und seines Stammes überwunden sein. Also bitte, beweisen Siel � lungen sind von den Polizeibehörden Im vorhinein mit den Ver- anstaltungsleitern im einzelnen festzulegen. Es muß Vorsorge ge- troffen werden, daß keinerlei Störungen der Veranstaltungen sich ereignen. Mißglückter 0L.-Moröversuch. München, 6. August.(WTB.) Zwischen dem ungarischen Kam- munistenführer Dr. Wittekly, der zurzeit in München lebt, und dem Leutnant a. D. Herbst von der früheren Ehrhardt- Brigade hat bei einer zufälligen Begegnung im Wald bei Starn- berg ein« Schießerei stattgefunden, die auf einen früheren persönlichen Zusammenstoß der beiden in Ungarn zurückzuführen ist. Dr. Wittekly erhielt einen Streifschuh, Herbst, der z u e r st geschossen hotte, einen Schuß in die linke Schulter. Sächsische Räubergeschichten. Dresden, 6. August.(Eigener Drahtbericht.) Nach Meldungen bürgerlichen Blätter sind in A l t l ö b a u und Niederoberwitz „wiederum schwerste Gewalttäten" gegen Landwirte begangen worden. In Niederoberwitz hatte die gesamte Arbeiterschaft gegen die unerhörten Roheiten eines reichen Bauern demonstriert. Dieser Bauer hatte ein neunjähriges Nehren lesendes Kind mit zu- sammengebundenen Händen und unter dauernden Schlägen in sein Haus geschleppt, dort an ein Tischbein gefesselt und zu zwingen ver- sucht, die Namen der anderen Nehren lesenden Kinder zu erfahren. Die„schwersten Gewalttaten" der Arbciterichast bestand-.-, nun darin, daß sie den Bauern, dessen Frau und nocy zwei andere Landwirte, die sich in ähnlicher Weis: als Menschensch'nder be. tätigt hatten, auf einem Bretterwagcn durchs Dorf fuhren, wobn si« ein Schild in der Hand halten mußten mit der Ausichrist:„Ich bin«in Menschenschinder, ich prüiie arme Kinder! Darum bin ich ein Lump!" In Altlöbau soll sich nach der bürgerlichen Presse eine Menschenmenge des Gehöftes des Gärtnereibesitzers Fröhlich in dessen Abwesenheit bemächtigt, dort Gewalttaten verübt und An- gehörige Fröhlich? mißhandelt und verschleppt haben. Gesuche um polizeilichen Schutz und Säuberung des Gehöftes von den Ein- dringlingen sollen abgelehnt worden sein, so daß Fröhlich an den Reichskommissar für öffentliche Sicherheit in Berlin drahtete und ihn um Schutz bat. Dieser Borfafll war die Folge eines falschen Gerüchts, nach dem die Wächter auf dem Fröhlichschen Grundstuck einen Arbeiter angeschossen haben sollten, weil sie ihn im Verdacht hatten, daß der Arbeiter Blumenkohl stehlen wollte. Diese Vor- gäng« wurden von der bürgerlichen Presse unter sensationellen Ueberschriften wie„W i l d- W« st in Altlöbau" gebracht, wo- bei behauptet wurde, der angebliche Dieb habe auf die Wächter mit dem Messer ein gestochen, in der Behausung Fröhlich? sei in dessen Abwesenheit alles erbrochen, das gefundene Geld wahllos umher- gestreut worden, wobei die Frau mehrmals in Ohnmacht gefallen sei. Auf dem Bahnhof seien Posten aufgestellt worden, um Fröh- lich bei seiner Heimkehr abzufassen. Wie nunmehr einwandfrei fest. gestellt worden ist, sind alle diese Behauptungen positiv unwahr. Es ist auf niemand eingestochen, nichts erbrochen oder beschädigt worden, niemand in Ohnmacht gefallen. Fröhlich ist bei seiner Rückkehr ganz unbehelligt geblieben. Die beiden bürgerlichen Rechtsparteien haben natürlich sofort eine An- ftage über diese„unglaublichen Vorfälle" im Landtag eingereicht. Unglaublich ist aber auch hier wieder nur die Unverschämtheit, mit der harmlose Vorfälle verdreht, ver- zerrt und aufgebauscht werden. Mufbesierung öer Unfallrenten. Die Unfallrenten unter 33!� v. H. der Vollrenten sind bisher nicht durch Zulagen aufgebessert worden. Infolge der Geldentwertung sind daher diese Renten teilweise so gering, daß sich die Abhebung nicht lohnt. Zurzeit wird der Entwurf eines Ge- setze» vorbereitet, das di« Ansprüche auch der Empfänger von kleinen Renten neu regeln soll. Da die Renten erst nach vier Iahren ver- jähren, so haben Rentenempfänger, die vorerst ihre Renten wegen der Geringfügigkeit in größeren als vierteljährlichen Zwischenräumen abheben wollen, keinen Verlust zu befürchten. �rne Woche �rbeiterbttünerkursus. Der Arbeiterbildnerkursus in Schloß T i n z vom 17. bis 22. Juli war in seinem ganzen Verlauf und in seinen Ergebnissen eine der erfolgreichsten und bedeutsamsten Veranstaltungen auf beut- schem Boden in der neueren Zeit. Wenn nicht all« Zeichen trügen, werden von hier aus die mannigfachsten Befruchtungen der Arbeiter- bildungsbewegung ausgehen. Das ist um so erfreulicher, als sich dem Unternehmen im Anfang allerlei technische und Zufallsschwierigkeiten entgegenstellten. Daß trotzdem sich ein« kaum geahnte Beteiligung zeigte, mag be- weisen, wie notwendig der Kursus war. Von den 102 Teilnehmern kamen 94 auf eigene Kosten, und nur acht wurden ganz oder teilweife von Korporationen unterstützt. Den überwiegenden Hauptteil des Unterrichts hatte der Genosse Joseph Luitpold Stern übernommen. Er sprach in den sechs Tagen insgesamt 30 Stunden lang in einer so frischen, lebendigen Weise, die sofort in der ersten Stunde schon auf die Hörer übersprang. Es kam keinerlei Ermüdung auf. Lehrer und Hörerschaft waren in der letzten Stunde noch ebenso bei der Sache, als am Ansang. Die Lehr- weise des Genossen Stern glich dem Arbeiten eines großen Archi- tekten, der nach einem wohldurchdachten Plane ein gewaltiges, zweck- mäßig schönes Bauwerk erstehen läßt und selbst unablässig dabei mitarbeitet.— Die Hörer waren di« Mitarbeitenden, die der Bau- meister unablässig durch lustig-humorvolle Reden mit sarkastischem bis zum Uebertreiben gehenden Witz bei der Arbeitsfteudigkeit erhielt. Am Ende des Unterrichts gm Sonntag mittag und am Schlüsse des einzigartigen Vortrages mit Lichtbildern über Karl Marx am Sonntag nachmittag hatten alle Teilnehmer das Gefühl der Betrüb- nis. Warum kann das nicht noch«ine Woche dauern? Solche Kurse müssen zur Dauereinrichtung werden! So und ähnlich äußerten sich olle. Es ist unmöglich, den überreichen Inhalt des Unterrichts in «inen knappen Bericht zu fassen. Eine klar geschaute Geschichte der Arbeiterklasse:„Vom Sklaven bis zum Betriebsrat", «ine Geschichte der Kultur zugleich:„Vom Menschenfresser zum Mens chen schütz« r".«in« Geschichte der Massenschulung. eine genaue Ausprägung von Theorien und ein« umfassende An- leitung zu allen praktischen Dingen in der Arbeiterbildung— das alles und noch um vieles mehr gab der Unterricht. Jedem wurden diese Tage zum großen Erlebnis. Nebenher und gewiß nicht minder wichtig gingen: ein Vortrag des Genossen Laub« über„Das Lichtbild und seine Verwendung", Besprechungen über „Unsere Stellung zur Volkshochschule".„Der Zusammenschluß der Arbeiterbildungsbestrebungen in Mitteldeutschland". Am Sdnntag abend sprach Friedrich Erhard aus Dresden drei ausgewählte Stück« aus Karl Spittlers„Olympischem Fxühling". Formvollendet und begeisternd— wie man es von diesem Meister der Rede gewöhnt ist. Die Zukunft der Arbeiterbildunq wird beweisen, ob das Wort eines Hörers richtig ist, der im Schlußwort sagte:„Diese To. gung war für mich und alle etwas so Neues, Ungeheures, Auf- wühlendes, und doch auch so Klärendes und Anfeuerndes, daß ich mir denken muß. es wird von hier aus etwas äußerst Wichtiges her- vorsehen: Die Neuschaffung der vierten Kampfmaschine der Arbeiter- schaft. Neben Partei. Gewerkschaft und Genossenschaft die neue, starke, zielbewußte, zielklare Arbeiterbildung und Massenschulung. S- H. Oelgische Reparatl'onsl'üeen. Steigerung der Reichseinunhmen zu Ncparatiouszwecke» Ueber das belgische Groubuch berichtet der„Petit Parisien" u. a.: Das Traubuch der Sachverständigenberichte beschäftigt sich zu- nächst mit den deutschen Einnahmequellen, die für Reparationen in Anspruch genommen werden können. Die Sachverständigen stellten fest, daß die Ciscnbahntarife niemals der Markentwertung gefolgt und die Ausgaben für den Betrieb unverhältnismäßig hoch seien. Eine Berechnung auf Grund der Vorkriegsein- nahmen ergäbe, daß es der deutschen Regierung keine ernstlichen Schwierigkeiten bereiten werde, durch die Ausbsutunq der Eisenbahnen jährlich einen Ertrag von einer Milliarde G o l d m a r k zu erzielen. Die in Aussicht genommenen Mono- pole könnten folgende Erträgnisse abwerfen: Tabak 450, Bier 200, Wein 50, Schaumwein 5, Alkohol 600, Zucker 130, Salz 70, Streichhölzer 20, im ganzen also 1525 Millionen Goldmark. Der Mindest- wert der Kohlenaussuhr werde auf 340 Millionen Goldmark geschätzt. Hiernach würde nach vorsichtigster Schätzung, die der Steigerung fähig sei, eine Einnahme von 2865 Millionen Goldmark jährlich erzielt. Das zweite Memorandum ent- wickele den Gedanken, zugunsten der Reparationskasse B e t e i l i- gungsscheine an den deutschen Unternehmungen zu schaffen, die das Anrecht auf 2 5 P r o z. vom erzielten Nutzen gäben. Wenn man eine Stabilisierung der Mark und eine relative Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft als natürliche Folge der Regelung des Reparationsproblems ins Augs fasse, könne die Be- teiligung an den Aktiengesellschaften allein einen Jahres- ertrag von 250 Millionen-Goldmart ergeben. Die dritte Studie kommt auf Grund des Ausfuhrüberschusses in den Monaten April bis Juni 1322 von 1000 Millionen Goldmark zu dem Schluß, daß gewisse Einnahmen ohne ernste Ungelegenheiten für di« ins Auge gefaßten Garantien der allgemeinen� Budgetver- waltung entzogen werden könnten. K e y n e s hat dieser Tage in der„Times" darauf hin- gewiesen, daß das Ruhrvolk vom übrigen Deutschland ernährt werde; wenn der Tag komme, wo zehn Millionen Menschen die Hände hochheben und nach Essen, nur nach Essen schreien— was werde da Poincar� tun? Diese Frage eines K e y n e s kann nur den Sinn haben, w i e Poincar6 die Verzweiflung der Verhungernden auszunützen versuchen werde. Der„Temps" antwortet auf die Frage Keynes' mit folgendem Sirenengesang: An dem Tage, an dem der deutsche Widerstand aufhören werde, was nicht, wie der„Temps" ausdrücklich hervorhob, eine Kapitu- lation bedeuten müsse, wie englische Politiker schreiben, di« Deutsch. land verhetzen, sondern lediglich eine Anwendung des F r i e- densvertrages— an dem Tage würde eine Zusammen- arbeit zwischen dem Gläubiger und dem Schuldner beginnen, in beider Interesse. Die Industrie dieser außergewöhnlich reichen Gegend würde dann wieder regelmäßig produzieren und reichlich exportieren. Sie würde dann alsbald wieder große Kredite im Auslande erhalten, und mit diesen Krediten könne Deutschland ohne Schwierigkeiten Lebensmittel einkaufen. Wenn das Ruhrgcbiet normal arbeite, werde es niemand nötig haben, der es ernährt. Aus diesem Grunde sei die Berliner Regierung und die Gegner Frankreichs in England so ungeduldig, die Franzosen aus dem Ruhrgebiet zu vertreiben. Keynes könne sich be- ruhigen. Wenn das Aufhören des deutschen Widerstandes für Frank- reich u n angenehm sein würde, hätte die deutsche Regierung ihn längst beschlossen. P o i n c a r s und Lord C u r z o n werden aller Wahr- scheinlichkeit nach demnächst in Paris zusammenkommen. Mac Kenna erwiderte auf eine Anfrage des„Ex- change Telegraph", daß er weder im bejahenden noch im ver- neinenden Sinne erklärt habe, sich zu weigem, den Posten des Schatzkanzlers anzunehmen. In London soll jeder Gedanke einer Sondernote an Deutschland aufgegeben und die Regierung soll nur entschlossen Das neue Mittel gegen Zuckerkrankheit. Seit etwa Jahresfrist hört man wiederholt von einem neuen Heilverfahren gegen Diabetes, das in Toronto in Kaimda seinen Ursprung genommen hat. Ein junger Arzt namens Banting hat an der dortigen Universität ein Präparat hergestellt, das aus der Pankreas oder Bauchspeicheldrüse von Rindern u. Vgl. bereitet wird. In dem Laboratorium des Pro- fessors Macleod ist das neue Mittel dann weitcr bearbeitet und in größeren Mengen hergestellt worden. Man nennt es„Insulin", nach den sogenannten Langcrhansschen Inseln, einer besonders in Frage kommenden Region der Bauchspeicheldrüse. Das Präparat soll nach Berichten amerikanischer und englischer Blätter geradezu Wunder wirken, und bei der starken Verbreitung der Zuckerkrankheit ist es selbstverständlich, daß der Andrang von Kranken sowie die Gesuche um Ueberlassung des Mittels in Toronto sich häufen. Neuerdings hört man auch, daß England, Norwegen und andere Länder sich eifrig bemühen, einen genügenden Borrat von Insulin in di« Hand zu bekommen, um ihn unter ihre ausübenden Aerzte zu verteilen. Diese vielleicht unbeabsichtigten reklamehaften Nebenerscheinungen scheinen in den Kreisen deutscher Fachleute stutzig gemacht zu haben. Es ist in der Tat nicht zu leugnen, daß schon die ersten Mitteilungen in den englischen Blättern ein bißchen stark auf Sensation zuge- schnitten waren. In Deutschland hat sich nun ein freiwilliges Komitee von Fachärzten zusammengetan/ um der Angelegenheit wissenschaftlich nachzugehen: es find die Herren Krehl. Minkowski. Fr. Müller, o. Noordcn, Strauß, Umber und Fuld. An der Spitz« steht Professor Minkowski in Breslau. Die Herren gedenken, wenn die Erwartungen eintreffen, in einiger Zeit ein in Deutschland selbst hergestelltes Präparat zu liefern, dessen Dosierung und genauere An- wendung dann ausgeprobt ist, so daß es allgemein zugänglich ge- macht werden kann. Bis dahin dürfte es sich empfehlen, dem neuen Mittel, das vielleicht nicht ganz unbedenklich ist, gegenüber doch noch einige Zurückhaltung walten zu lassen. Stierkämpfe in Florenz. Di« Stierkämpfe, die lange Zeit eine Eigentümlichkeit Spaniens waren, werden jetzt auch in anderen Län- dern beliebt. So haben sie sich in Frankreich hier und da, besonders im Süden, eingebürgert, und auch in anderen romanischen Ländern oerlangt man nach ihnen. So erscheint jetzt in den italienischen Städten eine reisend« S ti e r t a m p f g e s e l l s ch a f t. Es mögen nicht gerade die erlesensten Toreadore und Matador« sein, die „auf die Dörfer" gehen. Jedenfalls ereigneten sich in Florenz bei einem dort stattfindenden Stierkampf aufregende Szenen. Der Stier- kämpf wurde beendet, ohne daß der Stier hatte getötet werden können. Das Publikum aber oerlangte seinen toten Stier, fühlte sich um die Hauptsensation betrogen und weigerte sich, das Theater zu verlassen. Die Haltung der Menge wurde so drohend, daß �die Toreadore, die bereits in ihr Hotel gegangen waren, eilig zurück- geholt werden mußten. Sie erschienen in Hemdsärmeln in der Arena, brachten es aber nicht fertig, dem Tiere den Todesstoß zu geben, und so mußte der Stier, der aus drei schweren Wunden blutete, schließlich mit einem Schlag auf den Kopf getötet werden. Nene Wegener- Filme. Eine Paul. Wcgenec- Film- N.. G. ist gegriindrt worden zu dem Awelkc, Bmil- Wegener- Filme herzustellen und zu vertreiben. Die Oberleitung hat Paul Wegener. Als erster Kilm soll der Großfilm„Lebende BuddhaS", eine Phantasie aus dem Schne-land Tibet, gedreht werden. sein, Berichte der Reparationskommission zu veröffentlichen, in denen diese Vorschläge für die deutschen Zahlungen gemacht hatte._ Keine Kapitulation! Genosse Hilferding über die Verständigungsfrage. Parts, 6. August.(WTB.) Dr. Rudolf Hilferding erklärte einem Vertreter der„Ers Nouoelle", es könne von einer Berständi- gung nicht di« Rede sein, solange die Ruhrbesetzung andauere, die nicht als Druckmittel, um Zahlungen zu erlangen, sondern als ständige Bedrohung und als«in« Operation angewendet werde, um Deutschland zu zerstückeln. Der passive Widerstand im Ruhrgebiet sei nationale Pflicht. Von der Regierung, vom ganzen Lande, von den Parteien der äußersten Rechten bis zu den Kommunisten, von den übriggebliebenen Resten der Militärpartei bis zu den Gewerkschaften, die letzteren hätten einen starken Beweis hierfür gegeben, werde niemand in dieser Frage nachgeben. Frank- reich möge eine Lösung finden, di« seinem Prestige und dem beut- schen Patriotismus Genüge leiste. Frankreich möge durch seine Forderungen beweisen, daß es Gerechtigkeit wünsch«, damit man, erklärte Hilferding, dem Volke zeigen könne, daß das, was Frank- reich wolle, Reparationen sind und nicht die Vernichtung Deutschlands, dann werde man aufrichtig und loyal am Wiederauf- bau mitarbeiten; bis dahin fei keine Verhandlung möglich. Hilferding fuhr fort, Deutschland hungere nach Frieden und Wieder- aufdau. Es könne und werde 30 Milliarden Goldmark bezahlen. Allerdings sei das eine Ziffer, die nicht überschritten werden dürfe. Auf die Frage, ob die Ruhrbesetzung di« Erfüllung unmöglich mache, die vier Jahre hindurch nicht bewirkt worden sei, antwortete Hilfer- ding, man könne Fehler, die begangen wurden, nicht ableugnen. Man könne sie nur in die Worte zusammenfassen, sie seien die Folge eines gewollten Mißverstehens auf beiden Seiten. Frankreich hob« nichts getan, um das deutsche Volk von seinem Friedens- willen zu überzeugen. Di« Unabhänigkeit des Reiches sei fort- gesetzt durch di« französische Politik— sei sie Regierungspolitik oder nicht— bedroht gewesen, durch die man versucht«, ein« sepa- ratistische Bewegung und di« Schwächung der liberalen deutschen Regierungen, die bereit gewesen wären, sich mit Frankreich zu ver- ständigen, herbeizuführen. Dar Ruhrwiderstand aber habe mehr als moralischen Erfolg, so verzweifelt er auch fei. Auf die Frage, ob ein« Katastrophe unmittelbar bevorstehe und cb ein« soziale Revolution die Schwierigkeiten überwinden werde, antwortete Hilferding: Zählen Sie nicht darauf! Wir werden jusqu'au bont kämpfen, viel länger, als man voraussetzt. Wenn die Regierung bis jetzt viel- leicht bei ihrem Widerstande es an Entschlußfähigkeit und Weitblick hat mangeln lassen, so muß ich darauf hinweisen, daß jetzt ein neuer Reorganisationsplan in Ausarbeitung begriffen ist. Di« Industrie werde alle notwendigen Opfer bringen; Kon- Zessionen und Abkommen zwischen Industriellen und Arbeitern seien möglich, Frankreich habe das Gefühl des Widerstandes allgemein geweckt. Die sozial« Frag«, so akut sie auch sei, werde zweifellos an zweit« Stelle treten angesichts des gemeinsamen Werkes, die uaNonole Verteidigung" sicherzustellen. Der Staat werd« für fein Budget den Goldwert annehmen. Das sei die erste Aufhellung der Lag«. Wenn die Reichsbant die Goldabschätzung für Kredite vorgenommen habe, dann könne man dank der vorhandenen Devisen die Privatwirtschaft weiterstnan- zieren, und zwar auch mit Hilfe der jetzt geplanten langfristigen Goldanleih«. Schließlich erklärte es Hilferding für«in« entscheidende Notwendigkeit, daß Frankreich den Garantiepatt annehme, den England und Amerika ihm vorgeschlagen haben. Wenn dann Frankreich des Friedens oersichert werde, auf den es Anspruch Hab«, werde es vielleicht endlich Muße haben, den guten Willen Deutschlands anzuerkennen, an den nicht zu glauben, zweifellos das größte Unrecht gewesen sei. * Köln, 6. August.(WTB.) Di« Sozialdemokratisch« Partei hatte ihre Vertrauensleute aus den Wahlkreisen Köln, Aachen, Koblenz, Trier und dem Saargebiet Sonntag hier ver- ämmelt. Der Reichstagsabgeordnet« Sollmann sprach über die politisch« Lag«. Er vertrat die von der Fraktionsmehrheit beschlösse- nen politischen Richtlinien und verwarf unter lebhafter Zustimmung der Bersammlring di« Sondertagung der sozialdemokratischen Abgeordneten in Weimar. Es wurde«in st immig ein« Entschließung ange- n o m m e n, in der die Kapitulation der arbeilenden Massen vor dem Gewallregiment des französischen Imperialismus abgelehnt wird und die Ueberzeugung zum Ausdruck gebrocht wird, daß di« Unter- werfung unter die militaristische Herrschaft der Franzosen und Belgier keine Erleichterung, sondern nur noch größere dauernde Bedrückung und Belastung bringen würde. Die Ent- schließung verlangt von der Reichsregierung, daß sie keine Gelegen- h«jt vorübergehen laste, um mit der Entente zu Verhandlungen über die Wiederherstellungsfrage und Beendigung der Ruhraktion zu kommen. Im Interesse der außenpolitischen Stellung und Be- tätigung Deutschlands wird Deutschlands Eintritt in den Völkerbund für notwendig gehalten; von der Reichsregierung werden entsprechende Schritte gefordert. Die Resolution schließt: Gegenüber allen Loslösungsbestrebungen im Rheinland« bleibt die Sozialdemokratie in schärfster Abwehr. Sie bekämpft den aus übelsten Elementen bestehenden Putschismus im Rheinlande, der nur unter dem Schutze fremder Bajonette Bedeutung vortäuschen kann, ebenso entschieden wie jedes andere Attentat auf di« deutsche Republik. Die Entschließung, welch« das Vorgehen einer Sondergrupp« von sozialdemokratischen Abgeordneten mißbilligt, wurde gegen die Stimm« des Abgeordneten Fries angenommen, der an der Weimarer Sondertagung teilgenommen hatte. Prof. Langevins Serliner Einürücke. Paris. 6. August.(WTB.) Professor L a n g e v i n von der Sorbonne, der der französischen Liga für Menschenrechte angehört und der kürzlich auf Einladung des Deutschen Friedenskartells in Berlin weilte, hat nach seiner Rückkehr nach Paris einem Vertreter der„Humanite" erklärt: Die ganze Erbitterung hat sich in Deutsch- land gegen uns gerichtet, besonders beim Mittelstand und in den intellektuellen Kreisen. Während die Arbeiter zum größten Teil sozialistisch oder kommunistisch eingestellt sind, sind die Deutschen des alten Regimes, die ganz auf die Staatsorganisation vertraut hatten, außerstand«, die wirklichen Ursachen ihres Elends zu entdecken. Sie können nicht von heute auf morgen ihre Ge- mütsverfassunq ändern. Langevin weist auf die Gefahren hin, die daraus früher oder später für den Weltfrieden erwachsen können. Heute werfe sich ein großer Teil der Bevölkerung dem Nation alis- mus in die Arme. Eine weniger blinde Politik als die Poincares hätte diesen Teil der Bevölkerung der notwendigen Aussöhnung zuführen können. Deutschland stehe vielleicht, ungeachtet seiner schein- baren Ruhe, vor einer Katastrophe. Die durch die Wirtschaft- liche Krisis verursacht« Erregung werde noch verstärkt angesichts der Ausweisungen aus dem Saargebiet, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Der Aufenthalt der Ausgewiesenen im unbesetzten Deutschland trage»och zum Anwachsen der Erregung bei. Die Verwendung schwarzer Truppen bei gewissen Ausweisungen verstärke diese Empfindungen. Langevin erklärt, er habe leider fest- stellen müsten, wie offenkundig gerade auch das Elend in Berlin und die Erregung der Bevölkerung gegen Frankreich fei. Bombenfunde in Tortmund. Dortmund, 6. August.(TU.) Hier wurden gestern nachmittag an zwei Stellen Zeitzünderbmr.ben gefunden. Sie wurden von deutschen und französischen Feuerwcrkleuten unschädlich gemacht. Seipels tzabsburger-Nartei. Wenn die deutschösterreichischen Christlichsozialen im November 1318 und später noch einmal durch ihre Stimmen dem Beschluß der provisorischen und der konstituierenden Volksvertretung auf Ein- führung der Republik zur Einstimmigkeit verhalsen, so ge- schah dies nicht nur unter dem Druck des Wiener Proletariats; auch groß« Teile ihrer städtischen Anhängerschaft und ganz besonders ihre bäuerlichen Wähler wollten von der Herrschaft der Habsburger, di« die Schmach von Jahrhunderten durch das Ultimatum an Ter» bien, durch den Krieg, durch Karls Verrat an seinem Bundesgenossen gekrönt hatten, nichts mehr wissen. Als aber S e i p e l an Stelle Hausers Parteiführer wurde, mußte dieser Wechsel schon als ein Zeichen dafür genommen werden, daß sich di« Monarchisten wieder hervorwagen. Jetzt ist kein Zweifel mehr erlaubt: Eben hat der Präsident des größten klerikalen Vereins, des einst von Franz Fer- dinand beschirmten Katholischen Schulvereins, der ehemalige Graf Resseguier, in einem Artikel seiner zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der Republik bald„der Kragen abgedreht" werde, und er hat versichert, daß drei Viertel aller katholi- schen Geistlichen nach wie vor das Gebet für den Kaiser sprechen; was diese Herren allerdings nicht hindert, sich von der Republik 57 Milliarden jährlich als Kongrua, als garantiertes Mindestem- kommen, zahlen zu lasten. Diese Gelder sind zwar zum großen Teil von Marxisten, Evangelischen, Juden, Konfessionslosen usw. aufge- bracht, aber trotzdem stinken sie nicht. Auch andere hervorragende Christlichsoziale bekennen tagaus tagein stramm ihr schwarzgelbes Herz— aber die richtige obrigkeitliche Verkündigung hat dieser Zustand erst jetzt durch zwei fast gleichlautende Veröffent- lichungen der Christlichsozialen Partei und der Partei der österrei- chischen Monarchisten gefunden, in denen ein gemeinsames Vorgehen der beiden Parteien bei den Herbstwahlen und sogar die Verschmelzung der beiden Parteien feierlich angekündigt wird. Di« Folge wird wohl sein, daß auf der christlichsozialen Kan- didatenliste auch die Führer jenes Monarchistenhäufleins, das sich offen dazu bekennt, erscheinen werden unbekümmert darum, daß von diesen Herren schon nicht mehr unsichtbare Fäden zu den Terror- banden der„Ostara" führen, die schon mehr als einmal Arbeiterblut vergasten hat. Di« Frage jedoch, wie der Parteiführer Seipel dieses Bündnis mit seinem wiederholten Eid auf die republikanische Ver- üssung als Abgeordneter und Minister vereinbaren könne, glaubt die Wiener„Arbeiter-Zeitung" mit dem Hinweis darauf beantworten zu sollen, daß Seipel nicht umsonst Moraltheologe sei. Im übrigen steht einer Monarchie in Deutschösterreich die Macht des Proletariats im Wege— und diese nicht allein. Erpressung am Parlament. Mussolinis Wahlrecht. lieber die Methoden, mit denen Mustolini das Parlament ge» zwungen hat, seiner schändlichen Wahlreform zuzustimmen, berichtet der Korrespondent des sozialistischen Londoner„Daily Herald" aus Rom: Eine ganze Woche hindurch hatten sich die besten Redner der Opposition bemüht, das Unrecht und den Unsinn des Wahlrechtscnt- wurfes darzulegen. Mustolini saß auf seiner Bank mit dem gleich- gültigen und gelangweilten Ausdruck eines Schulknaben, der dem endlosen Vortrag seines Meisters folgen muß, ohne ihm wider- prechen zu können. Nachdem die oppositionellen Reden vorbei waren, stand Mustolini auf, steckte seine Hände in die Hosentasche und sprach eine Stunde, in der er im wesentlichen nur das Folgende sagte: Entweder stimmt ihr meinem Wahlgesetz. er.twurf zu, oder aber ich jage die Kammer auf der Stelle auseinander. Zu diesem Zweck« hatte er im Abge- ordnetenhause eine sogenannte Ehrenwache untergebracht, und als der Tag der Abstimmung kam, wurde diese Wache durch ein Massenaufgebot der Faschisten innerhalb und außerhalb des Parlaments verstärkt. Als die Abgeordneten, von denen man annahm, daß sie gegen Mussolinis Entwurf stimmen werden, in das Parlament gelangen wollten, wurden sie beschimpft und es war offen- kundig, daß die Masse das Parlament stürmen würde, wenn di« Abstimmung ungünstig aussallen würde. Alle Zugänge zum Perawngssaal waren von Scharzhemdea, die Ochsenziemer trugen, besetzt. Di«„Popolari", die katholische Volkspartei, von der man an- nahm, daß sie die Haupttriebkraft des Widerstandes gegen Musto- lini bilden, beschloh unmittelbar vor der Abstimmung, es möge sich jeder seiner Haut wehren wie er kann. Die Folge dieser Stellung- nähme war heiter, aber zugleich auch tragisch. Die katholischen Volksparteiler standen nacheinander auf, und der eine stimmte für, der andere gegen Mussolini. Während der Abstimmung war das Haus in vollem Aufruhr. Inmitten dieses Getöses sah ich einen Abgeordneten, der sich Gehör zu schaffen versuchte. Als die Ruhe hergestellt worden war, merkte man, daß er schwer leidend ist. Er sagte, daß er als ehrlicher und aufrechter Mann in das Parlament eingezogen sei und es ebenso verlassen wolle. Er lege also sein Mandat nieder. Der Mann heißt Merizzi. Ein anderer, ein gewesener Soldat aus Sardinien, L u s s u, schloß sich ihm an. Er sagte, daß Mussolini die Behauptung aufgestellt habe, daß alle ausgedienten Soldaten Faschisten wären. Lussu sagte, daß er der Sekretär der gewesenen Soldaten aus Sardinien ist und offen erklären müsse, daß Mussolini gelogen habe. Unter dem Druck des faschistischen Terrors stimmte hernach das Parlament dem Wahlentwurf Mussolinis zu; damit hatte cs sein Schicksal besiegelt ver berufene Ratgeber. Die Montags-„Rote Fahne" be- zeichnet, wie nicht anders zu erwarten war, alle unsere Angaben über den ehrenwerten Herrn Treint als Lügen: Nicht er habe um einen Posten bei der französischen Militärmission in Polen ersucht, sondern er habe ihn vielmehr abgelehnt. Dabei verstrickt sich die „R. F." in einen blödsinnigen Widerspruch, indem sie erklärt, Treint sei erst zwei Monate nach seiner Demobilisierung für diesen Posten bestimmt(!?) worden. Auch der Ausspruch über die Annäherung an die Sozialisten,„wie die Hand sich!em Geflügel nähere, um es zu rupfen", sei erlogen.— Di«„Rote Fahne", deren Leser natürlich nicht in der Laa.' sind, die tranzösi'ch" Presse zu verfolgen, hat leicht leugnen. Wir halten demgegenüber unsere Behauptungen voll aufrecht, und zwar erstens, weil der erwähnte Aus» fpruch Treints s chwarz auf weiß unter seinem Namen in der„Humanite" zu lesen war und niemals widerrufen oder abgeschwächt wurde; zweitens, well die Behauptung über sein Gesuch um«inen Posten in der Militärmission für Polen m i n d e st e u s zehnmal in der sozialistischen und gewerkschaft» lichen Presse Frankreichs aufgestellt wurde und Herr Treint es niemals gewagt hat, ihr entgegenzutreten. Er wird auch schon wissen, warum«r dies unterläßt.., Gewerkschaftsbewegung Entschließung zum Beamtenrätegeseh. " Der Vorstand der Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten, Verbandsgruppe 1, Ortsgruppe Berlin, protestiert mit aller Schärfe gegen die Absichten der Reichsregierung, das vom 23. Ausschuß des Reichstages in zweiter Lesung verabschiedete Beamtenrätegesetz zu sabotieren. In dem von der Regierung in Aussicht genommenen Verfahren schriftliche Stellungnahme der Reichsregierung und der Landesregierungen und Weiterbehandlung durch den Reichstag auf Grund dieser Gutachten erblickt die Beamtenschaft einen erneuten Versuch, das Beamtenrätegese zu nerschleppen und zu verschlechtern. Die Beamtenschaft lehnt es jedoch ab, sich noch länger als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandeln zu lassen und fordert die beschleunigte Berab schiedung dieses Gesezes durch die gefeßgebenden Körperschaften. Durch die bisherige Art der Behandlung lebenswichtiger Intereffen der Beamtenschaft ist das Vertrauen weiter Beamtenkreise zur Regierung und den politischen Parteien bereits schwer er schüttert. Die Beamtenschaft erwartet daher von den politischen Barteien, daß fie die Reichsregierung zwingen werden, endlich nach zwei Jahren! die von der Verfassung den Beamten gegebene Zusage einzulösen." Der Streik der Berliner Hochbahn. Die vielen widersprechenden und einseitig gebrachten Darlegum gen in der Bresse über die Bewegung bei der Hochbahn sollen hier flargelegt werden. Am 24. Juli 1923 fanden die Lohnverhandlungen für die Zeit vom 16. bis 25. Juli statt. In dieser Berhandlung wurde gleich zeitig ein Termin zu neuen Verhandlungen für die Zeit vom 26. Juli bis 8. August zum 6. August festgelegt. menige Stimmen abgelehnt wurde. Die Gefahr ist also noch nicht vorüber und droht um so mehr, wenn hier nicht noch beizeiten ein Beg gefunden wird, der zur Berständigung führt. Die Bermal tung ist genügend unterrichtet und sie trifft die Hauptschuld, wenn der Kampf erneut, aber desto heftiger ausbrechen wird. geführt worden. Die Tariffäße für die Zeit vom 28. Juli bis 3. August sind um 100 Broz. erhöht worden. Außerdem ist bereinbart, daß für die gleiche Woche noch ein zu vereinbarender Borschuß gezahlt wird. Die Differenzbeträge und der Vorschuß sollen bis spätestens Mittwoch gezahlt werden. Die Tarifverträge sind im Laufe des Mittwoch beim Deutschen Verkehrsbund, Gewertschaftshaus, Zimmer 26, gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches abzuholen. Der Streit der Monopolarbeiter beendet. Bom Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter Deutsch lands, Ortsverein. Berlin, wird uns geschrieben: Auf Grund der Verhandlung vor dem Demobilmachungs= Für die Angestellten des Textil- Großhandels, Baumwoll.. fommissar tam zwischen den Parteien folgender Bergleich Leinen. Kleiderstoff- und Seiden- Großhandels hat der Schlichtungszustande: ausschuß einen Schiedsspruch gefällt, der für Juli eine Era 3wischen dem obigen Verband und dem Arbeitgeberverband höhung der Gehälter um 425 Proz. auf die Juni- Gehälter vorder Getränkeindustrien und verwandter Gewerbe von Groß- Berlin sieht. Der Schiedsspruch ist von beiden Teilen angenommen wird zwecks Beilegung des Streits der bei der Reichsmonopolver worden. waltung beschäftigten Arbeiter folgende Vereinbarung getroffen: Tarifverträge find in den nächsten Tagen beim Zentralverband 1. Die Arbeit wird am 7. Auguft wieder aufgenommen. der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7-10, oder Stommandanten Sämtliche vor dem Streit bei der Reichsmonopolverwaltung be- ftraße 63/64 zu haben. schäftigten und an dem Streit beteiligten Arbeiter werden wieder eingestellt. Der Streit ist als Unterbrechung des Arbeitsverhältniffes nicht anzusehen. Die Streiftage werden nicht bezahlt. ftimmung unserer Mitglieder getroffene Vereinbarung mit den Achtung, Zimmerer! Die am 1. August vorbehaltlich der Zu 2. Die Entlohnung der Arbeitnehmer erfolgt für die Zeit vom Arbeitgebern des Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbes für die Lohn13. Juli bis 2. Auguft nach dem Schiedsspruch des Schlichtungs- gebiete Groß- Berlin, Spandau, Potsdam, Nowawes, Oranienburg, ausschusses vom 25. Juli. Die danach zu leistenden Nachzahlungen Belten und Königswusterhausen hat unsererseits von allen diesen Orten Zustimmung gefunden. Ebenso von den Arbeitgebern. Mitmerden um die Reichsinderziffer vom 9. August erhöht.. 3. Für die Woche vom 3. bis 9. August wird für den unge- hin beträgt der Lohn vom 2. bis 8. August 64 700 M. und lernben Arbeiter ein Grundlohn von 2 400 000 m. festgesetzt. Der die Werkzeugentschädigung 970 m. pro Stunde. für diesen Zeitraum zu zahlende Lohn ist danach entsprechend der Die Lehrlingsentschädigung regelt sich demnach wie Reichsinderziffer vom 9. Auguft zu errechnen. Handwerker usw. folgt: erhalten 102 Broz. des Lohnes der Arbeiter, Rutscher erhalten 101 Broz., Arbeiterinnen erhalten 80 Broz. Sämtliche am Streif beteiligten Arbeitnehmer erhalten für den 6. Auguft eine Entschädi= gung in Höhe des vierfachen Stundenlohnes. Die an der Nachtschicht beteiligten Arbeitnehmer haben sich rechtzeitia am 6. Auguft zur etwaigen Wiederaufnahme des Betriebes zur Verfügung zu stellen. Jm 1. II. B 9 700 9 700 12 900 III. 12 900 16 200 IV. 19 400 22 600 V. 25 900 29 100 VI. Lehrhalbjahr 32 400 35 600 " Gruppe A 6.500 In der Verhandlung am 24. Juli wurden Zuschläge auf die bis. Im übrigen bleibt es bei den bisherigen tariflichen Bereinbarungen. Spigen der Arbeitgeber zugestimmt ist, läßt sich nur sagen, daß die herigen Löhne von 12 500 bis 13 000 m. erreicht, für das Fahr personal solche von 60 Proz., von 12 915 M. bis herab zu 12 259 Mart pro Stunde. Dieses Ergebnis, das für die Handwerfer 20 800 Mart, für die Angelernten 20 320 M., Für die Ungelernten 19 840 m. und für das Fahrpersonal 20 720 bis 19 380 m. brachte, befriedigte die Arbeiterschaft feineswegs, wurde aber von den Funktionären unter Protest angenommen. Besonders scharf wurde kritisiert, daß der Borschuß auf die laufende Lohnwoche am 3. August nur in Höhe von 150 000 Mart zugestanden wurde. Dieser Vorschuß ist dann auch um meitere 150 000 m. erhöht worden und am 2. August zur Auszahlung gekommen. Ferner sollte ein früherer Verhandlungs. termin als der 6. August anberaumt werden; er wurde auf den 4. August festgelegt. gez. Körner." Damit ist der Streit beigelegt. Der Monopolvermaltung bzw. ihrer Direktion legen wir nahe, Umschau zu halten und um sich einen Stab zu sammeln von Beratern, die das notmendige foziale Verständnis haben und objektiv zu urteilen verstehen. An den Arbeitgeberverband der Getränkeindustrie bzw. deren Lohnfommission richten wir ebenfalls das Ersuchen, in Zukunft nicht in derart scharfmacherier Weise gegen die ihnen nicht unterstehenden Arbeiter ein Urteil in Lohnangelegenheiten zu sprechen. Wertbeständige Gehälter. Aus Jena wird uns geschrieben: Die Werkzeugentschädigung für Lehrlinge beträgt 1½ Proz. des jeweiligen Lehrlingsstundenlohnes. Zu den Anfragen, ob der zweimaligen Lohnzahlung von den zentralen Verhandlungen am 2. und 3. August in Braunschweig durch eine Demonstration der Bauarbeiterschaft verhindert wurden. Neue Verhandlungen stehen in den nächsten Tagen bevor. Der Vorstand. Achtung, Tapezierer! Bom 30. Juli bis 5. August be trägt der Mindestlohn: Für Gruppe I 28 300 M., Gruppe II 46 000 m., Gruppe III 32 390 M., Gruppe IV 22 650 M. Bom 6. bis 9. August beträgt der Mindestlohn 40 000 m., 65 000 M., 45 750 m. bzw. 32 000 m. Weiter wurde bereinbart: Es wird den Herren Arbeitgebern empfohlen, in Anbetracht der starken Geldentwertung, in der Mitte der Lohnwoche einen 2ohnvorschuß auf die Lohnzahlung der betreffenden Woche zu leisten. Gehälter in Kraft traten. Während der kurzen Zeit ihrer Wirksam Bir atmeten etwas erleichtert auf, als die wertbeständigen Die Landarbeiter im Kreise Soldin stehen seit einiger Zeit im Gine Belegschaftsversammlung der Hauptwerkstätte Grunewald feit haben sich aber bereits recht unliebsame Begleiterschei am Donnerstag forderte wertbeständige Löhne, wie sie die nungen gezeigt. Am 16. Juli stand der Reichsinder auf 28 892. Streit. Gestreift wird auf 51 Gütern; die Streitbewegung umZentralarbeitsgemeinschaft im Handel, Transport und Verkehr be. Nach seinem Bekanntwerden traten Regierung und Spizenverbände faßt im ganzen etwa 4000 Bandarbeiter, von denen neun Zehnte! dem Deutschen Landarbeiterverband angehören, ein Zehntel find schlossen hat; zugleich einen meiteren Vorschuß von zu Berhandlungen über Festsetzung des Teuerungszuschlages zu600 000 m., zahlbar bis 4. Auguft. Wenn bis Freitag mittag fein fammen. Weil man mit einer weiteren Geldentwertung rechnen Belbe oder Unorganisierte. Der Streif brach aus, weil die Arbeit befriedigendes Resultat vorläge, würde die Belegschaft in paffine mußte, legte man den Inder von 37 690 zugrunde. Soweit fönnte geber es ablehnten, mit dem Deutschen Landarbei Nun aber die Wirklichkeit. Wir ferverband einen Tarifvertrag abzuschließen. Ihr Resistenz treten und solange darin verharren, bis der Forderung man dem Ganzen zustimmen. Wunsch ist, Tarifvereinbarungen, wie sie mit den Gelben getroffen in Thüringen befamen diesen Teuerungszuschlag Darüber wurde mit der Verwaltung verRechnung getragen wird. handelt und dabei auf die Erregung aufmerksam gemacht, die sich in am 30. Juli bei einem Lebenshaltungsinder von wurden, den Landarbeitern aufzuzwingen. Man hat es auf eine der Belegschaft zeigte. 714701 Sind das nun noch wertbeständige Gehälter? Das lebel ma chtprobe gegen die freien Landarbeiterorga Die Verwaltung wollte erst in der Verhandlung am Sonn. wird aber noch größer. Es wurde bei der Verhandlung über die nisationen abgesehen. Die Leitung des Deutschen Landarbeiterabend eine Summe befannigeben, die am Dienstag ausgezahlt wertbeständigen Gehälter beschlossen, daß die Teuerungszuschläge in verbandes gewährt den Streifenden materielle und moralische Unwerden sollte, während die Verhandlungsfommission verlangte, die Zukunft am 1. und am 1. Donnerstag nach dem 15. ausgezahlt terſtügung. Die von agrarischer Seite gemeldeten Terroratte" Summe fofort zu nennen. Dies wurde abgelehnt und dadurch werden sollen. Wir hätten also jene Zulagen von Mitte Juli dort find Märchen. Wenn es gelegentlich zu Tumulten tam, dann lesteigerte sich die Erregung der Belegschaft, die dann am Freitag am 1. Auguft wieder ausgezahlt erhalten sollen. Das geschieht aber diglich deshalb, weil rechts- und lintsradikale Elemente den Streif mittag zur passiven Resistenz führte und zur Lahmlegung nicht, sondern man wartet erst die neuen Verhandlungen( Anfang dazu benutzen möchten, ihr„ Süppchen" zu tochen. Die in Frage tommenden Regierungsstellen find von den Landarbeiterorganisatiodes Fahrbetriebes. Die Funktionäre des Fahrbetriebes maren genau auf Auszahir haben noch 10 biern auch nen über den Charakter und den Berlauf der Streitbewegung einder im Juli bewilligten Zulagen zu warten. War gehend unterrichtet worden. Das Einsehen der Technischen Nothilfe( bis jetzt in Stärke von 557 Mann), hervorgerufen durch die das bei den Verhandlungen damals so gemeint? stellenweise schroffe Zurückhaltung der Arbeitgeber, hat die Streitlage unnötig verschärft. unterrichtet und die Belegschaft auch. mar Die Belegschaft hatte für die Woche vom 26. Juli bis 1. Auguft 1 356 000 m. perdient. August) ab, d. h. nicht nur 12 Lage Jum Streit der Bergarbeifer in Sachsen erfahren wir durch eigenen Drabtbericht aus 3 widau, daß die Verbandsvorsiände der am Streit beteiligten Gewerkschaften eine Kundgebung veröffentlichen, in der sie erklären, daß die von den Verbänden gehaben. Da die Fortfü brung des Streits trobem erfolge, führten Verhandlungen zu einem Erfolg geführt ieien die Verbände nur in der Lage, die Unterstübungen bis zum 4. August auszuzahlen. Sie fordern auf, den Streit abzubrechen, da schon am 9. August in zentralen Berhandlungen über neue Rohnerhöhungen beraten wird. Das Berlangen- die Summe von 600 000 m. zu zahlen bei gutem Willen der Verwaltung zu erfüllen. Es war ja fein eigentlicher Borschuß, sondern bereits verdientes Bielleicht antworten die Spitzenverbände oder die Reichsregie, Geld. Die ständige Geldentwertung rechtfertigte die Forderung. rung mal auf diese Frage. Was würde mohl ein Geschäftsmann oder ein Lohnempfänger sagen, wenn man ihm den ihm zustehenden Betrag 10 bis 12 Tage zu spät auszahlen würde? Darf man immer nach den neuen Lohnjähen eine Summe von rund 300 000 bis 350 000 Mark für den verheirateten Arbeitnehmer mit einem Kinde zu ernur den Beamten und speziell den Staatsbeamten so etwas an halten. Für die Zeit vom 2. bis 4. August, also für drei Tage, hatte bieten? Sollte es wirklich so schwer fein, hier Bandel zu schaffen? der Handwerker, verheiratet, mit einem Kinde, die Summe von fest! Barum zahlt man uns also nicht den zuletzt gezahlten Betrag Die Berechnung für August liegt doch von der Julizahlung her noch Was hat aber ein Handwerker an Lohn in der Woche am Freitag einfach noch einmal aus? Das Geld ist doch bewilligt! Es muß erhalten? Der Stundenlohn zu 20 800 m. plus 300 000 M. Bordoch irgendwo arbeiten! Warum soll das bescheidene Einkommen schuß, den Vorschuß mit 48 Stunden zum Lohn gerechnet, ergibt einen der Beamten für solche 3mede herhalten?! Aber auch die späte Stundenlohn mit Frauen und Kinderbeihilfen von 48 Stunden mal Auszahlung an und für sich muß schwinden! Ist der Berechnungs- und Auszahlungsapparat zurzeit noch zu schwerfällig, 28 850 gleich 1384 800 m. fo foll man uns zinsfreie Darlehen vom Tage der Bemilligung ab gewähren. Die Höhe des Darlehens fönnte mit den neu- leitung. bewilligten Teuerungszuschlägen bekanntgegeben werden. Geschieht Deutscher Wertmeisterverband, Chemie, Bezirksverein23. Unsere Monats. das nicht, werden wir verlangen dürfen, daß wir unsere versammlungen finden von jest ab nicht mehr in Saverlands Dienstag im Teuerungszuschläge nach dem am Lage der Aus bern im Derfinez Klubhaus, Ohmiſtr. 2, ſtatt, und zwar jeben 1. im ahlung geltenden Inder ausgezahlt erhalten! Monat. Erste Bersammlung im neuen Seim heute 7 Uhr. So erft wären es mert beständige Gehälter. Tarifabschluß im Einzelhandel. Gepflogenheiten nicht entspricht. Damit dürfte wohl die Forderung der Arbeiter nach einer weite. ren Abschlagszahlung als durchaus berechtigt erscheinen. So ist denn auch die Erregung der Belegschaft wohl zu verstehen und ihr Borgehen nicht so fraß zu beurteilen, obwohl es den gewerkschaftlichen Es hat große Mühe gekostet, die Belegschaft zu überzeugen, daß die Arbeit wieder aufgenommen werden müsse, um wenigstens eine Berhandlungsmöglichkeit zu geben. Hätte die Verwaltung die Verhandlung am Donnerstag oder Freitag erfolgen lassen, wäre der Konflikt vermieden worden. Riftenmacher. Heute nachmittag 5 Uhr im Arbeitslofenfoal, Rungestr. 30, Die Branchen. Branchenversammlung. Stellungnahme zum Lohnabkommen. Berantwortlich für Bolitit: Bictor Schiff, Berlin: Wirtschaft: Artur Saternus, richshagen: Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Estorn, Berlin; Feuilleton: Dr. John Schilowski, Charlottenburg: Lofales und Sonstiges: Walter Trojan, Behlendorf: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Die Verhandlungen mit dem Deutschen Verkehrsbund und Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruerei Obwohl am Sonnabendnachmittag verhandelt wurde, ist das Er- dem Arbeitgeberverband find im Reichen der Protestaktion des und Berlagsanftalt Paul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. gebnis sehr mager, weshalb es in der Funktionär konferenz gegen nur Einzelhandels gegen die ihm auferlegten Zwangsbestimmungen Sierzu 1 Beilage. Ortskrankenkassed. Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe zu Berlin. Durch Berordnung des Reichsarbeits ministers vom 31. Juli ist die Höchstgrenze bes Grundlohns ab 6. Auguft 1923 auf 240 000 m. für den Tag heraufgefekt morden. Ab 6. Auguſt werden generell 10 Lohnftufen festgefegt, die als gleitendes Lohnftufensystem gelten. Jede Stufe er höht sich um 10 bis zur Höchftgrenze des Grundlohns. Dieser beträgt bei der 1 Stufe% des Höchftsages diefer Stufe, bet den Stufen 2-9 liegt er ftets in der Mitte der Stufen, für Stufe 10 gilt der jeweilige Söchstsat des Grundlohns. Bei Herauffegung der Höchstgrenze erhöhen sich Ver. bienftspanne, Stufengrundlohn und Beitran im gleichen Brozentsaz wie die Höchftgrenze des Grundlohns. Demzufolge gelten ab 6. Auguft 1923 folgende Cohnstufen, Grundlöhne und Beiträge: Lohn Entgelt für den GrundStufe Ralendertag lohn M. M. 1 Lehrlinge ohne Entgelt Beitrag f. jeben Ral.-Tg. M. m. 900 bis 24000 18000 1350 $ 6000 120000 108000 8100 II. üb. 24000 " 48000 36000 2700 III. 48000 72000 60000 4500 # IV. 72000 " 96000 84000 6:00 V. " VI. 120000 " 7 ,, 144000 132000 9900 VII. " " " IX. " " X. 216000 " 144000 168000 156000 11700 VIII. 168000 192000 180000 13500 192009 216000 204000 15300 240000 18000 -unMitglieder, die nicht innerhalb ber 3 Tage gefeglichen Meldefrist gemeldet werden, werden ohne weiteres ber höchsten 2ohnstufe zugeteilt. Die am 31. Juli bekanntgegebene Lehnstufenein teilung. Grundlöhne und Beiträge für bie Zeit vom 13. August 1923 ab wird, da ungültig, hierdurch aufgehoben. Jm übrigen wird aur das allen Arbeitgebern augehende Rundschreiben verwiesen. Berlin, den 6. August 1923. Der Vorstand. M. Gutsche. Fr. Hemann Wäsche ist kostbar! Schonet die Wäsche! Was aber ruiniert die Wäsche? Das Waschen ruiniert die Wäsche in erster Linie, nicht das Tragen, weil zum Waschen häufig scharfe und schädliche Waschmittel genommen werden, wie Chlor, fauerstoffhallige Präparate usw., die die Wäschefaser angreifen und die foffbare, teure, unerschliche Wäsche vor der Zeit zerstören. Das neue organische Einweichmittel Burnus" dagegen ist völlig unschädlich für die Wäschefafer und hat die Eigenschaft, den Schmuh von der Wäsche zum größten Tell felbfttätig abzulösen, wenn man dieselbe über Nacht in der lauwarmen Burnusbrühe einweicht. Beil Burnus in lauwarmem, nicht heißem Waffer am besten wirft, und nur ein nachfolgendes furzes Muffochen mit wenig Geife oder Geifenpulver nötig ist, deshalb erfpart man dabei außerdem in wesentlichem Maße Geife, Feuerung, Zeit und Arbeit und hat nicht mehr nötig, sich die Finger wund zu waschen! In der Hauptfache aber spart man Wäsche, weil dieselbe bei der Verwendung von Burnus mehr geschont wird als bei jedem anderen Verfahren. Bedeutende Spezialgelehrte und eine große Anzahl von Dampfwäschereien, Waschanstalten in Kranfenhäusern, sowie unendlich viele Hausfrauen haben uns diese Borzüge frendig bestätigt. Weitere Aufklärungen versenden fostenlos und poftfrei Fattinger Berte 2. G., Berlin NW 7. Burnus ift in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Eine Patrone reicht für eine Wäsche normalen Umfangs aus. Zögern Sie nicht, einen Bersuch zu machen! zu machen! Auch Sie werden Auch Sie werden sich dann zu dem Grundsatz bekennen: Keine Wäsche ohne Burnus! Nr. 5�5 ♦»o.�tchrgaag Heilage öes vorwärts dleustag, 7. August 1923 Das teure Rauchen. Zunahme der Raucher— aber Krise in der Tabakindnstrie? Zu den vielen Proteststreiks, die wir in letzter Zeit erleben mutzten, ist nun auch ein neuester hinzugetreten: der Protest- streik der Tabatindustrie, die am Donnerstag feierte und Fabriken und Läden verschlossen hielt, um dadurch gegen die hohen Steuern zu demonstrieren. Ob dies« Steuern nun berechtigt sind oder nicht, wollen wir hier nicht untersuchen; leider muß das Reich heute, um zu seinen notwendigsten Goldpsennigen zu kommen, alles Mögliche und Unmögliche mit unglaublichen Steuerquoten belasten. Wir wollen es also hier dahingestellt sein lassen, ob man dem Bürger einen großen Gefallen tut, wenn man sein einziges Anregungsmittel so hoch besteuert, daß er— ob er will oder nicht— allmählich zu einem Verzicht kommen muß. Andere Fragen tauchen aber nun, wo die Tobakindustrie fich in die Oeffentlichkeit flüchtet, auf, deren Aufrollung uns wohl interessieren dürfte. Die TabakZnöuftrie hat in den letzten Monaten einen allerdings sehr bedrohlichen Rück- rang zu verzeichnen, der in wirtschaftlichem und sozialem Interesse d?r außerordentlichen Beachtung wert ist. Vor einigen Tagen hat so die bekannte Zigarettengroßfirma Manoli ihren Betrieb schließen müssen und ihre Arbeiter und Angestellten entlassen; ander« Ziga- retlenfirmen drohen mit dem gleichen. In der Zigarettenindustri« sieht es trostlos aus: fast«in Drittel der Unternehmungen— natürlich die kleinsten und kleineren stets des Mittelstandes— haben ihre Tore zugemacht und ihre Angestellten verstärken heute dkl- Heer der Arbeitslosen. Es ist bekannt, daß gerade in der Tabakindustri« Leute tätig sind, die von schwächlichem Körperbau, mangelhafter Ge- sundheit und Kraft, teilwerfe sogar Krüppel, sich nicht oder nur schwer in eine andere Tätigkeit— wie etwa Notstandsorb« iten, Erdarbeiten usw., die Kräfte und gesunde Menschen verlangen— umstellen können; ein großer Teil der Beschäftigten besteht aus Frauen, die oft als Witwen und Mütter den einzigen Ernährer der Familie dar- stellen. Von in der Tabakindustrie Beschäftigten waren Ende Juni freigewerkschastlich organisiert 16410 Männer und 70 710 Frauen. Bovon waren 1 2 S S 1 und zwar 2413 Männer und 10 S78 Frauen völlig arbeitslos; weiiere 1 9 2 8 9 waren nur verkürzt tätig. Seit Ende Juni haben sich ober diese Zahlen bedeutend vermehrt. In Prozenten ausgedrückt sind das in der Tabakindustrie 14.91 Proz. völlig Arbeitslose und 22,14 Proz. Kurzarbeiter. Das bedeutet aber allein aus der Tabakindustrie ein« Verstärkung des Arbeitslosenheeres um etwa 23 000 Menschen, die der Arbeitslosen- fürsorge zur Lost fallen. In der Großstadt lassen sich ein« Anzahl dieser Arbeitslosen vielleicht nach längerem Worten in anderen Be- trieben unterbringen; es muß aber bedacht werden, daß das in der Tabakindustrie schwer der Fall ist H«r muß nämlich in Betracht gezogen werden, daß ganze Dörfer in Süddeutschland, Baden und Westfalen z. B. nur von der Zigaretten- Herstellung in Form von Heimarbeit bei übrigens meist tarlf- lich geregelten Löhnen leben. Raucher unü Raucherinneo. Durch den Krieg, der viele zu Rauchern erzog, hat das Rauch- zeug sich neue Freunde erworben, während allerdings durch den hohen Preis des„Glimmstengels" die meisten Raucher sporsamer geworden sind und sich in ihren„Gelüsten" etwas und manchmal sehr einschränken. Man kann heute wohl sagen, daß die Hälfte aller erwachsenen, drei Viertel der halberwachsenen Männlichkeiten rauchen. Im Durchschnitt darf man da pro Tag entweder drei Zi- garron oder 10 Zigaretten rechnen. Natürlich gibt es auch viele, fr? sich mit weniger begnügen; der Ausfall wird aber durch die wilden Paffer, die es bis auf 12 Zigarren und manchmal auf 40 bis 5i> Zigaretten bringen, wieder ausgeglichen. Das ist natürlich ein Unfug, der mit Reingenuß nichts zu tun hat. Auher dieiew Prozentsatz kann man noch 20 Proz. Pfeifenraucher rechnen. Dos minder starke Rauchen der Männer gegenüber der Friedenszeit wird in etwas, vielleicht sogar stark weitgemocht durch die„rauchende" Weiblichkeit. Hier ist es schwer, mit Zahlen zu kommen. Man muß sich daran gewöhnen, auch Frauen, die erklären, niemals zu rauchen, nicht mehr zu trauen; in der bewußten stillen Stund« irgendwo tun sie es doch. Man kann heute Frauen kennen lernen, die es mit einem Mann im Rauchen aufnehmen, auch schon solch«, die mit Bor- 1 liebe nach dem Essen ein« leicht« Zigarre konsumieren. Schluß- folgernug: der größte Teil und— einem Philosophen der„Rauche- rei zufolge— auch der beste Teil der Menschheit raucht! Und warum....7 Warum raucht man! Es gibt wüst« Zigorrenraucher und Zigarettenraucher, die ihre siebzig Iährchen glänzend überstanden haben; ich habe selbst«in- mal einen alten Herrn kennen gelernt,«inen Westfalen, der Tag für Tag nicht nur seine sechs Münsterländer Korn genehmigt«, sondern auch ein Dutzend Pfeifchen im Tag und ab und zu eine Zigarre für dringend erforderlich hielt und— trotzdem 96 Jahre alt gewesen war. Das Rauchen muß doch wohl seine Berechtigung haben. Di« Zigarre gehört der Stunde der beschaulichen Ruhe, di« Zigarette dem Moment der Ungeduld und nervösen Erregung. Menschen, di« Pfeifen rauchen, sind Phlegmatiker; Zigarrenraucher haben die Ruhe weg; Zigarettenraucher sind vielbeschäftigte, nervöse, hastige Menschen, Zigarettenpaffer zappelige, unruhig« Nerv«nbündel. Und warum rauchen sie all«? Weil olle Well heute das seelische Gleichgewicht verloren hat und in der betreffenden Sekunde ein starkes Anreizmittel, ein Stimulans, nötig hat, will sie nicht die Ruhe verlieren. Wer im Felde war und im Trommelfeuer oder in der Oede des Unterstandes eine Zigarette paffen konnte, kann bestätigen, we außerordentlich dieser Genuß die Nerven beruhigen kann. Die schwierigen Verhältnisse und komplizierten Situationen, mit denen wir uns abzufinden haben, fordern zuweilen«in anregendes Reizmittel. Raucher sind meist friedliche, gemütliche Leute. Und der Philosoph erklärt, daß dem Nikotingegner der Kampf gegen die Zigarre ff« in Stimulans, sein„Zigarrenersotz" ist! Unö Sie preise! Es wird zwar immer kosffpiesiger. Die billigste Zigarette soll demnächst 5000 M, in primitivster Qualität 3000 M., di« gleiche Zigarre 12 000 M. kosten. Die Tabakindustrie behauptet, daß die hohe Banderolenbesteuerung daran schuld sei; eine Zigarette ist mit einer Steuer von 40 Proz., eine Zigarre mit einer solchen von 20 Proz. Verkaufspreis belastet. Auch der Goldzoll— zurzeit 1566 000 M. für einen Doppelzentner Tabak— sei zu hoch. Ohne ausländische Tabake aber könnten sie nicht auskommen.(Di« Versuche mit deutschen Tabaken stehen ja noch in üblem Geruch!) Mag das nun fein, wie es will! Gerade dem kleinen Mann und dem Arbeiter war das Rauchen noch eine Erholung, di« er sich noch leisten konnte, eine Anregung, die noch erschwinglich war. Nimmt man ihm nun auch diese, dadurch, daß man sie unerschwinglich macht, so bleibt ihm, der sich Vergnügungen und Kurort« sowieso nicht leisten kann, nichts mehr übrig. Ein Stimulans aber muß er haben; so wird man es anderwärts suchen. « Bedenkt man den Arbeitslosigkeitszuwachs und den Ruin der Kleinhändler, so wäre es bedauerlich und— w«nn auch im kleinen Umfang— bedrohlich, wirtschaftlich und sozial«ine Schädigung, di« sichersich auf Kosten des kleinen Steuerzahlers verfpürbar würde. Der große„kleine" Steuerzahler wird ja doch sein« Importe rauchen; er hat's ja dazu, und ihm kann es gleichgültig sein, nicht aber dem kleinen Mann, der sich keine Importen leisten darf und ebenso mindesten» wie«r seinen„Glimmstengel" wert ist! Die j�ahrt ins besetzte Gebiet. Der„Reichszentrale für Deutsche Derkehrswerbung" wird von unterrichteter Seit« mitgeteilt: Seit dem 15. Juni wird eine Einreise, genehmigung in dos besetzte Gebiet fast nur noch gegen Vorlegung standesamtlicher Urkunden über Eheschließung. Todesfälle oder ganz wichtiger Familienangelegenheiten erteilt; auch di« im besetzten Ge- biet wohnenden Angehörigen vermögen die französische Genehmigung nicht zu beschaffen. Für eine Reise ins Ruhr- oder Rheingebiet empfiehlt sich als einzige gut« Verbindung der Nachtschnellzug Ber. lin—(ab Friedrichstr. 11.00 nachmittags) Hannover— Osnabrück— Wesel(an 8.23 vormittags) mit durchlaufenden Wagen Berlin- Wesel. Der Bahnhof Wesel ist besatzungssrei, die Stadt teilweise besetzt: bis Wesel bedarf es keiner Einreiseerlaubnis. Reisend«, die das französische Visum haben, fahren von Wesel mit der Bahn nach Spellen(scharfe Kontrolle!) und haben von hier aus nach allen Rich- tungen Straßenbahnverbindungen. In Wesel wickelt sich zurzeit der Hauptoerkehr nach der Ruhr ab.— Trotz dieser Schwierigkeiten treffen auf den Bahnhöfen des Randgebietes immer noch riele Rei- send« ein, die ohne Visum in das Randgebiet wollen: die Einreise ohne Vffum ist unmöglich und der Versuch, die Sperre zu umgehen, ist lebensgefährlich. Das Randgebiet ist von Zurückgewiesenen über- füllt; Eisenbahn, Gemeinden und Rotes Kreuz raten daher dringend von einer Reis« ins Randgebiet ab. Das Existenzminimum. Die Großberliner Finanzämter legen augenblicklich die letzte Hand an die Eintommensteuereinschätzungen für das Jahr 1922. Was der Lohn- oder Gehaltsempfänger über den gesetzlichen Abzug hinaus etwa nachzuzahlen hat, ist längst unter dem Steueridache. Es handelt sich in der Hauptfach« nur noch um die zahlreichen Zweifel- haften und für di« steuerliche Bearbeitung recht verantwortungsvollen Fälle, in denen für die Beurteilung des Finanzamtes die Höh« des Einkommens aus Arbeit ohne feste Bezahlung in der Luft schwebt und auch unter Mitwirkung des Steuerausschusses, also solcher Mit- bürger, die mit den sozialen Verhältnissen des einzelnen in einem begrenzten Bezirk einigermaßen vertraut sind, eben nur geschätzt werden kann. Hier soll das Existenzminimum, das für das Jahr 1922 auf 200 000 M. festgesetzt ist, eine Richtlinie sein. Man klebt nicht gerade an dieser Normalsumme, aber man geht auch nicht allzugern nach unten. Es muß deshalb hier einmal gesagt werden, daß ungeachtet der ollbekannten Sucht, den Steuerfiskus zu be- mogeln, die Angaben der sehr zahlreichen Steuerpflichtigen, die noch nicht die Hälfte des offiziellen Existenzminimums oder noch weniger verdient haben wollen, durchaus der Wahrheit enffprechen können. Wer gewohnheitsmäßig oder berufsmäßig in den Tiefen des Lebens schürst, der weiß nur zu genau, wie unsagbar traurig es in vielen Familien und bei Alleinstehenden aussteht. Heut« sind 15 000 M. monatlich auch für Arme ein Pappenstiel, aber im vorigen Jahre wäre diese Summe für sie ein Vermögen gewesen. Weil ste viel weniger, zuweilen noch nicht 5000 M. im Monat zur Verfügung hatten, führten sie ein Hundeleben, das gerade vor dem Verhungern schützte. Hier gab es keine Kleider-, Kohlen, und Lebensmittelbei- Hilfen, keine Kinderzulagen. Jede Papiermark mußt« zusammen- gehökert werden, und gerade diese Bedauernswerten find gewöhnlich die Allerletzten, die fremde Hilfe in Anspruch nehmen. Gegenwärtig sind diese Berhältnisse noch viel trauriger geworden. Selbstverständ- lich sind auch die Einnahmen derAermsten gestiegen, aber die Spanne im Verhältnis zur Lebensmittelteuerung und zu Tarifeinnahmen wird immer größer. Man glaubt am grünen Tisch, daß diese Leute von dem angegebenen Einkommen gar nicht existieren konnten, ober sie machten es möglich mit dem Heldentum der Entsagung. Aufgabe des Steuerausschusses muß es sein, solchen Erscheinungen weit- gehendste Beachtimg zu schenken. Auch wenn es ein gelinder Trost ist, daß die erst jetzt Eingeschätzten ihre Steuer mit völlig entwertetem Geld« bezahlen, wurmt es, eingeschätzt zu werden mit einem Ein- kommen, das man nicht gehabt hat. Vorgehen der Apotheker. Nach dem vor kurzem erst beigelegten Streit zwischen Aerzten und Krankenkassen scheint sich jetzt zwischen Apothekern und Kranken- kassen etwas Aehnliches entwickeln zu wollen. Der Berliner Apo- thekerverein hat den Beschluß gefaßt, vom 13. August ab von den Krankenkafleninitgliedern Barzablung zu oerlangen, wenn die Kassen nicht bis Sonnabend, den 11. August, zur Deckung der ihnen von den Apothekern kreditierten Beträge die Summe von wenigstens 30 Milliarden den Berliner Apothekern zur Der- fügung stellen. Selbstverständlich wird dieser Vorstoß der Ber- liner Appotheker feine Konsequenzen für das ganze Reich haben. Um so wichtiger sind deshalb di« im Lauf« der Woche stattfindenden Verhandlungen. Am Dienstag treten die Berliner Krankenkassen zu einer Kommisssonssitzung zusammen, um zu den Forderungen der Apotheker Stellung zu nehmen. Am Freitag werden dann die beiden Parteien zusammenkommen, um endgültige Beschliiss« zu fassen. Das Preußische Wohlsabrtsministeriuw hat nach Fühlung- nähme mit den beiden Parteien Verlnrndlungen zu einem Einigungs- versuch auf den kommenden Mittwoch angesetzt. BT] Als die Wasser fielen. Von Okto Rung. Er lachte munter, rief den Leuten an Deck zu, daß er jetzt käme! Mit einem Sprung war er an Bord, Hände wurden ihm entgegengestreckt, eine von ihnen ergriff er: die des Schwagers. „Siehst du, das ging!" rief er lustig.„Mein eines Auge sieht oft besser als die zwei eines anderen!" Er nahm den Arm des Schwagers, führte ihn mit sich, kameradschaftlich und munter. Er zeigte über das Deck:„Ja. mein Junge! Jetzt wollen wir beide zusammen die Sache schon wieder ins rechte Gleis bringen— sowohl dies Schiff hier, wie die beiden anderen!" Er lachte:„Weißt du, daß ich dir wirk- lich dankbar bin für die Geschichte, als mein Auge zum Teufel ging? Das brachte mich in andere Bahnen. Da gehöre ich lri», dazu paffe ich, und auf ihnen können du und ich als gute Kameraden miteinander gehen!" Stark sah ihn immer noch an. Sein Antlitz löste sich in allen Zügen, etwas von der gedankenlosen Verwunderung eines Knaben kam in seinen Blick. * Gude stieg hastig die Leitern im Innern des Schiffes her- unter. Jeden Teil des Baues hatte er mit den Sachverständigen besichtigt. Eine neue Aufgabe wartete seiner jetzt. Die Be- oegnung mit dem Schwager hatte seinen Nerven neu« Frische verliehen, es war, als hätte er nach Iahren eine Zwangsjacke abgestreift. Ob es der letzte Rest der militärischen Idee seines Vaters und der Marine,' der Begriff der qualifizierten Ehre war? Er blickte sich um: auf dem Platze war niemand mehr zu sehen. Aber hinter den Scheiben des Kontors sah er beide Bankdirektoen, und vor ihnen, scherzend und spaßend: Andreas Pauli. Gude fühlte sich in einer eigentümlich ausgelassenen Laune, kampflustig und zornig. Er verspürte einen unbändigen Drang, zu schlagen. Rasch riß er die Tür zum Kontor auf, daß die letzten Glasscherben zitterten, und trat ein. Die An- wesenden wandten sich langsam um. Es waren nur die drei. Er vermutete, daß die übrigen fortgegangen wären, wahr- scheinlich, um zu frühstücken. Direktor Heine bestätigte dies:„Aber ich habe Steensen und Paulj gebeten, zu. warten, bch Sie kämen."_ „Danke!" sagte Gude.„Das paßt mir gut. Ich möchte «ine Besprechung mit den Herren haben. Es gibt hier viel- leicht einen einigermaßen wasserdichten Raum,'wo wir sitzen können." Er öffttete eine Tür zu dem hinteren Kontor. Da stand ein Tisch mit Lehnstühlen, wahrscheinlich waren die Auffichls- ratssitzungen hier abgehalten worden. Gude bat die anderen Platz zu nehmen und setzte sich selbst. Pauli lachte gutmütig, wandte aber die Augen nieht von Gude.„Ja," sagte er,„ich gehe davon aus, daß es wichtige Dinge sind, die Herr Gude für uns hat." „Das sind sie," sagte Gude.„Es handelt sich um die russischen Kontrakte." Steensen sah irritiert aus:„Ich glaubte, Sic hätten es aufgegeben, die zu ordnen! Und welchen Nutzen hätte die Werft auch davon? Das ist verlorenes Spiel— so wie die Zustände in Rußland nun einmal sind." „Es geht die Werft in höchstem Grade an." wandte Gude ein.„Und ganz besonders die Frage, die ich für die wichtigste von allen halte: das Verbleiben von Direktoren und Aufsichtsrat!" „D i e Frage liegt nicht vor," rief Steensen irritiert,„auf jeden Fall haben Sie nichts damit zu schaffen, Herr Gude! Und wenn Sie sonst nichts anzuführen haben—" „Sie werden mir vielleicht ein paar Bemerkungen er- lauben," unterbrach ihn Gude,„die, wie ich denke, beide Direk- toren der Bank für entscheidend ansehen werden— und die gerade das Verhältnis des letzten Direktors der Bank betreffen! Ich habe die russischen Kontrakte in meinem Bericht bisher nicht berührt. Das Materiol war unvollkommen. Aber es wird durch persönliche Erfahrungen, die ich in Archangelsk gemacht habe, vervollständigt." Pauli hatte die Hände auf dem Tische gefallet. Er rührte sich nicht, aber es kam ein schiefer Zug in sein Gesicht. Direktor Heine sah ihn aufmerksam an. Gude fuhr fort:„Auf Grund meiner Revision und gestützt durch eine Erklärung, die ich persönlich beeiden kann, bezichtige ich Direktor Pauli des Betruges gegen die Dänische Werst." Alle schwiegen. Die Gesichter der drei Männer waren völlig eins in ibrem Ausdruck: abwartend. „Aus den Büchern der Werft geht hervor," fuhr Gude fort,„daß dem russischen Ingenieur Isay Michailoff, der im j Auftrage der Murmanbahn hierherkam, um den Bau von drei[ Eisbrechern zu beaufsicktigen, eine Summe von dreihundert- MseM Rubeln ausbezahlt worden ist. Zur Bezahlung dieses Betrages ist die erste— und einzige eingegangene— Rote angewandt, die die russische Regierung auf die Kaufsumme der Schiffe bezahlte." Pauli zuckte die Achseln.„Und die Geschichte finden Sie wert, sich selbst und uns andere damit aufzuhalten?" „Ich habe mich darüber gewundert," sagte Gude,„welchen Nutzen Herr Michailoff der Dänischen Werst als Entgelt für das betreffende— sagen wir: Salär geleistet hat!" Jetzt lachte Pauli lustig auf:„Salär! Nein, nennen Sie es nur ruhig beim richtigen Namen: Bestechung. Herr Michai- loff verschaffte uns den Auftrag bei seiner Rcgiening. Glauben Sie, daß ein russischer Beamter in der zaristischen Zeit so etwas umsonst tat? Die erste eingezahlte Rate auf die Kauf- summe für ihn! Das war von vornherein ausgemacht." „Ja, das weiß ich," sagte Gude.„Das geht aus der Korrespondenz hervor, und die Bücher weisen nach, daß der Betrag richtig an Herrn Michailoff ausbezahlt wurde. Seine Quittung für die volle Summe liegt vor.— Indessen hat er nur den halben Betrag empfangen." Pauli zog die Augenbrauen hoch und sah lächelnd auf die anderen, aber Gude beobachtete, daß sein Gesicht blank wie Gelatine war, offenbar schwitzte er. „Die andere Hälfte," fuhr Gude fort,„hat Herr Michailoff nach vorhergegangener Vereinbarung dem Direktor der Däni- schen Werft, Herrn Andreas Pauli, ausbezahlt!" Pauli schlug krachend mit der geballten Faust auf den Tisch.„Das sollen Sie beweisen!" Gude beugte sich zu ihm hinüber. Er sah in diesem Augenblick die Szene im Klubhause von Archangelsk vor sieh: die bleichen Flüchtlinge in zerknüllten Kleidern, die nervös- phlegmatischen Engländer und den Champagner schlürsenden. mit seinen schwarznägeligen Fingern eine Zigarette aus seinem goldenen Etui suchenden Jsan Michaffoff— hörte wieder seine schleppende Stimme, sah wieder sein Grinsen, als er die kleine Affäre mit dem Direktor der Dänischen Werft beschrieb. Und bier saß sein Makler, Andreas Pauli, dieser gefräßige Gorilla. mit stinen Goldzähnen grinsend, zynisch wie der rülpsende Russe, aber vor Furcht säiwitzend. „Ich wiederhole," rief Gude,„daß ich mich erbiete, meine Erklärung zu beeidigen. In Archangelsk traf ich Ingenieur Michailosf. Er bestätigte mir, daß sein Salär ausdrücklich mit dem doppelten Betrage in den Büchern der Werft angc- führt wurde, damit Direktor Pauli seine Hälfte bekommen konnte!" __ � 1 �(Fortsetzung solgt-l Ausgeräucherte Schlemmerlokale. Während die breite Masse des Volkes im bittersten Elend lebt und alle Kreise durch den Niedergang des Vaterlandes in tiefste seelische Bedrängnis geraten find, machen sich in Berlin wieder schamlose Elemente breit, die das leicht Erraffte noch schneller erprajsen und vergeuden. Das Notgesez und die dazu erlassenen Ausführungsbestimmungen haben nunmehr der Polizei die Möglichkeit gegeben, mit Energie die Bekämpfung der Schlemmerei und Böllerei, des Spiel- und Nachtbetriebes in die Hand zu nehmen. 23 2o tale und 23 Privatwohnungen sind im vergangenen Monat wegen Nachtbetriebs und etwa ebenso viel Spielhöllen ausgehoben worden. Bon besonders befannten Schlemmerlotalen sind die Häuser Brady, Jägerstr. 66, und Sports flaufe, Tempelhofer Ufer 13, völlig geschlossen worden, während bei Tuskulum, Jägerstr. 69, Kronenfeller, Kronenstr. 47, und Kreplin, Prager Str. 7, vorläufig die herabsetzung der Polizeistunde für mehrere Wochen verfügt worden ist. Die sogenannte Badeanstalt" Lindenberg am Kurfürstendamm, in der die üppige Lebemelt diefer Gegend nächtliche Schäferstunden zu verleben pflegte, wird gleichfalls geschlossen und beschlagnahmt. Bon bekannteren Spielstätten find die Wohnungen Möhring, Kleiststr. 28, Uhlig, Kantstr. 105a, v. Tessin, Schillerpromenade, Tauengienstr. 19b, Albrecht, Wormire Straße 6a, Möller, Hohenzollerndamm 56, Lion, Waghäuseler Straße 7, Langner, Bülowstr.. 27, ausgenommen, mit Beschlag belegt und dem Wohnungsamt zur Verfügung gestellt worden. Dieses hat bereits die Zuweisung an neue Mieter vorgenommen. So wird gleichzeitig dem standalösen Unwesen ein Ende gemacht und wieder Wohnraum geschaffen. Unter Gattenmordverdacht. Bor der Aufdecdung eines schweren Verbrechens. Unter dem dringenden Verdacht des Gattenmordes wurde der 35 Jahre alte frühere Schiffstellner Ludwig Reißner verhaftet, über deffen Berfolgung mir bereits berichteten. Es handelt sich um das Verbrechen an der Ehefrau Reißner, die bei Rinteln in Westfalen in einem Tannendidicht ermordet aufgefunden wurde. Die Bermutung der Berliner Kriminalpolizei, daß Reißner fich in einem entfernteren Vororte von Berlin aufhalte, hat sich bestätigt. Die Beamten ermittelten den Gesuchten in Budom in der Märkischen Schweiz und nahmen ihn dort fest. Er war aber nicht, wie man angenommen hatte, als Kellner tätig, sondern lebte seit Anfang Mai in Budom als Privatbeamter unter dem Namen seines Bru ders Albert Reißner. Womit er sich beschäftigte, steht noch nicht fest. Man weiß aber, daß er in der Lebewelt im Westen Berlins in mehre ren Lokalen Stammgast war und sich dort Martin nannte, Auch in lionen aus. Woher er dieses Geld hatte, muß noch untersucht werden. Buckow spielte Reißner den großen Mann. Täglich gab er 2% Mil Der Berhaftete, der nicht nur wegen des Mordes, sondern noch zu einer Strafperbüßung in einer anderen Sache gesucht wurde, behauptet, daß er im vergangenen Winter sehr viel verdient habe. Auf welche Art, ist aber noch ein Geheimnis. Mit dem Mord bei Rinteln will er nichts zu tun haben. Sein Alibibeweis wird jezt nachgeprüft. Wer über den Erwerb und den Aufenthalt Ludwig Reißners und Martins", des falschen Albert Reißners etwas mit teilen fann, wird ersucht, sich unverzüglich bei Kriminalfommissar Braschwiz Dienststelle B. I. 11 im Zimmer 102 des Polizeipräsidiums zu melden. Die Gas- und Stromablefung. Wenn die Hochbahn erhöht. 40. Abt. 7 Uhr Bahlabend bei Neufner, Sagelberger Str. 2. 41. Abt. 8 Uhr Zahlabend. 6. Gruppe bei Schult, Martendorfer Str. 5, 42. Abt. 7½ Uhr Zahlabend in den bekannten Lofalen. Alle Genoffen müssen Tagesordnung: Fort mit Cuno." erscheinen. über Die politische Lage". Man schreibt uns: Gestern eile ich die Treppe zum Hochbahnhof Schlesisches Tor hinauf, um den eben einfahrenden Zug noch zu erreichen. An der Schlange, die sich vor dem einzigen Fahr 43. Abt. 7½ Ubr Bablabend in den bekannten Lokalen. 44. Abt. 7 1hr im Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147, Bortrag fartenschalter gebildet hat, brauche ich mich, Gott sei Dank, nicht zu des Genossen Wehl, M. d. L., über Die politische Lage". beteiligen. Ich habe zwar keinen Fahrkartenblod, denn ein solcher 46. Abr. 7% Uhr zahlabend in den bekannten Lokalen. wurde mir am Freitag wegen eingetretener Fahrpreiserhöhung ver 47. Abt. 7% Uhr Distussions- und Bablabend in den bekannten Lokalen. weigert, ich hatte aber vorsorglicher Weise nach dem Grundsatz Zeit 48. bt. 7% Uhr bei Glieffing, Waffertorstr. 68, Vortrag des Genossen Edardt ist Geld" Fahrkarten gekauft, von denen 3 Stüd noch in meinem Be- Charlottenburg. 51. Abt. 7% Uhr bei Echellbach, Königin- Elisabeth- Str. 6, fig waren. Am Sonnabend hatte nämlich die Hochbahn unvermutet Bezirksführer müssen rege einladen. Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. gestreift, so daß ich schon diesem Tage mit Zeit- und Geldverluft 52. Abt. 7% Uhr bei Büttner, Kaiserin- Augusta- Allee 81, Vortrag des Genossen Zimmermann über„ Wirtschaftspolitif". 53. Abt. ins Bureau fam. Ich will also durch die Sperre fausen, da plöz7% Uhr Bablabend in den befannten Lokalen. 55. Abt. 7½ Uhr bei lich wird meine Fahrtarte angehalten:" Ungültig." Aha, dachte ich, Bohne, Schloßftr. 38, Vortrag des Genoffen Paul Hirsch, M. d. L., über Die Notwendigkeit der politischen Organisationen". 56. Abt. 8 Uhr schon wieder Preiserhöhung, aber ich hatte doch die Karten erst Freiin der Schulaula Pestalozzistr. 40, Vortrag des Genossen Czarlinski über tag an Stelle eines Blocs gekauft und mit fozusagen, altem guten" Die wirtschaftliche Lage". 57. Abt. 7½ Uhr Sablabend. 1. Gruppe Geld" bezahlt. Warum diese Schikane? Ich eile zum Schalter, mein bei Arndt, Kantstr. 51, Vortrag des Genossen Fallenberg über„ Gewert Bug rollt von dannen. Meine Bitte um Umtausch oder Anrechnung schafts- und Parteipolitik". Anschließend Konzert der Arbeiterjugend. 2. Gruppe bei Thunac, Wielandstr. 4. 58. Abt. 7½ Uhr bei Straube, der Karten wird von der Schalterdame abgelehnt, denn diese Karten Augsburger, Ede Ansbacher Straße, Bortrag des Genossen Dr. Gerz. würden erst It. Befehl der Direktion ab Dienstag eingelöst. Die Di- M. d. R., über Wertbeständige Steuern, Anleihen und Sparkonten". reftion verweigert mir also beides, die Fahrberechtigung sowohl wie 67. Abt. Grunewald. 7½ Uhr gemeinsamer Bahlabend Hubertusstr. 8, AusRückzahlung meines inzwischen entwerteten Geldes. Mit welchem 68. Abt. Halensee. T½ Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, Bortrag des Recht? Will sie die Entwertung bis zum Dienstag auch noch ausnugen? Ich beharre auf Umtausch der Karten, und es wird der Fahrdienstleiter herbeigeflingelt. Meine Bitte, menigstens eine Rarte durch Vermert gültig zu machen, da ich weiter fein Geld bei mir habe, aber pünktlich im Dienst sein müsse, läßt auch er unerfüllt. Schließlich finde ich doch noch soviel Geld, um eine Karte neuesten Preises 73. Abt. Schmargendorf. 7½ Uhr in der Schule Friedrichshaller Straße, zu erstehen, und zwei Züge später fahre ich zum Halleschen Tor. An der nächsten Normaluhr fonnte ich feststellen, daß mich der Vorfall 10 Minuten aufgehalten hatte. Die Hochbahn will anscheinend der Reichseisenbahn in dem Erlaß sonderbarer Bestimmungen in nichts nachstehen. Ein alter Mitarbeiter des Vorwärts" ist im Alter von mehr als 66 Jahren dahingegangen, der Sezer Paul Rüde, der feit der Gründung des Vorwärts", ja schon am Berliner Voltsblatt" beschäftigt war. Seit dem Jahre 1919 hinderte Strankheit ihn an der Ausübung seines Berufes, und auch die letzten Jahre seiner Invalidität waren von Krankheit getrübt. Kollegen war er ein treuer Kamerad und dem Geschäft und der Beitung ein fleißiger und gewissenhafter Mitarbeiter. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. Seinen 70 Jahre alt wird heute der Gemeindevertreter Genosse Franz Schulz in Nöntgental. 1888 nahm er seinen Wohnfiz in Berlin, wo er längere Zeit Borjizender der Sektion der Buzzer Hier widmete er seine ganze Kraft den Parteiinieressen und füllt war. Bor 20 Jahren siedelte er nach Röntgental bei Berlin über. heute noch den Posten als Gemeindevertreter aus. Berichtigung. In der ersten Beilage der Sonntagsausgabe ist in der Lokalnotiz Geldentwertung und Partei" ein Drudfehler unterlaufen. Der zweite Saz des dritten Absages muß heißen: es hieße daher die betreffenden Funktionäre herabwürdigen und einseitig zuungunsten( statt wie irrtümlich gebrudt: zugunsten) der Partei festlegen, wollte man von ihnen allein eine ftrifte Durchführung der wöchentlichen Abrechnung verlangen. Der Rhön- Segelflug- Wettbewerb auf der 960 Meter hohen Wassertuppe hat am 8. August offiziell mit dem Vorwettbewerb begonnen. Bis jetzt sind etwa 30 Maschinen startbereit, darunter Flugzeuge aus Amerifa, Echieben, der Tschechoslowakei und Desterreich. Die Nennungsliste weist 100 Apparate auf. Bahlreiche bekannte Flieger find bereits eingetroffen. Der eigentliche Wettbewerb wird im Laufe dieser Woche einsetzen. Der Esperantofongreß in Nürnberg wurde Sonntag eröffnet. 43 Länder haben Bertreter entfandt. Dem Erfinder der Sprache, 3 amenhoff, wurde im Beisein der Witwe eine Gedächtnishuldigung dargebracht. Die städtische Verwaltung wird darauf bedacht sein, daß die Ablesung bei den Kleinverbrauchern regelmäßig an dem felben Stichtage eines Monats stattfindet. Falls sie aus irgendeinem Grunde nicht geschieht und die Ablesung erst in der darauf folgenden Woche erfolgt, wird den betreffenden Werbrauchern trotzdem der in der voraufgegangenen Woche gültige Preis in Anrechnung gebracht. Da infolge der Beurlaubungen und der Umorganisation der verschiedenen Rebierinspektionen in diesem Monat bei einer Anzahl von Abnehmern die Ablesung nicht an dem üblichen Stichtage vorgenommen worden ist, hat die Direktion der Werke die Revierinspektionen angewiesen, auf Beanstandungen die geringeren Gebühren von Gas und Elektrizität in 2. Kreis Ziergarten. Am ittwoch, den 8. ugust, findet das Abschlußfeft ber diesjährigen Ferienspiele statt. Abmarsch der Kinder 10 Uhr bormittags Ansatz zu bringen. Kriegerdenkmal, Aleiner Ziergarten. Es können nur Rinder berücksichtigt werden, welche sich am Sammelplatz einfinden. Die Eltern treffen sich auf der Spielwiese. Um rege Beteiligung wird ersucht. Areis Charlottenburg. Mittwoch, ben 8. Auguft, abends 7 Uhr, wichtige erweiterte Sigung im Simmer 1. Jebe Abteilung muß bertreten fein. Heute, Dienstag, den 7. Auguff: Der ,, Spihenhändler". Groß- Berliner Parteinachrichten. Funktionärsizung. Zahlabende und Mitgliederversammlungen der Abteilungen Ein schwerer Raubüberfall wurde in der Parochialstraße 32 ver- 7. übt. Hier erschien vor einigen Tagen bei den Geschwistern Else und Gertrud Abel ein Mann, der erzählte, daß er mit Spigen und dergleichen handele und ein Angebot mache. Die beiden Schwestern 7. Abt. Abends 7 Uhr bei Kube, Strelißer Str. 55, Sunktionärtung. bestellten auch Spigen, die einige Tage später geliefert werden sollten. 98. Abt. Neukölln. Abends 7 Uhr in der Schule Mariendorfer Weg. Bimmer 3, Gestern vormittag um 9% Uhr tam nun der angebliche Händler mit einem Paket wieder. Als ihm Else Abel, ein Fräulein von 45 Jahren, ahnungslos die Tür öffnete, drang der Händler" stür misch ein, warf ihr, nachdem er die Tür wieder zugeschlagen hatte, eine Handvoll Sand in die Augen und dann eine Schlinge um den hals, um sie zu erwürgen. Ohne Zweifel 1. Abt. hatte er das gleiche Geschick der Schwester Gertrud zugedacht, um beide zu berauben. Auf die Hilferufe der Ueberfallenen eilte ein 3. Abt. Beamter der Schutzpolizei vom 9. Revier herbei und erreichte den 4. Abt. Händler" in der benachbarten Jüdenstraße. Er nahm ihn fest und brachte ihn nach der Wache. Der Verbrecher wurde festgestellt als ein 5. Abt. 34 Jahre alter, aus Petersburg gebürtiger Romanowski, der sich 6. Abt. wohnungslos in Berlin umhertrieb. Sein Batet enthielt außer welche noch feine neuen Marken haben, bolen sich dieselben vom Genoffen feinem Samt eine Flasche mit Rarbolsäure, ein Beweis dafür, daß er planmäßig auf einen Raub ausgegangen ist. Sum Glück tam er aber nicht mehr dazu, von der Säure Gebrauch zu machen. Der Verhaftete ist geständig und wurde der Kriminalpolizei zugeführt. Zur lehten Ruhe gebettet wurde am Montag nachmittag unfer alter Berichterstatter Genosse Wilhelm Liefländer. Auf dem Friedhof der Golgathagemeinde an der Barfußstraße hatte sich eine Trauergemeinde von alten Parteigenoffen, die den Berstorbenen seit Jahrzehnten fannten, und von Mitgliedern unserer Redaktion zu sammengefunden. Im Namen der Redaktion, der Liefländer ein treuer Mitarbeiter war, bis der Unfall im Hause seiner Tätigkeit ihn aufs Krantenbett warf, sprach Genosse Klühs dem verschiedenenen Freunde ehrende Abschiedsworte. Morgen, Mittwoch, den 8. August: 7½ Uhr in der Schulaula Auguftstr. 68, Bortrag des Genoffen Dr. Mofes über Die Aufgaben der Partei". 7 Uhr Sablabend bei Schulz, Stallschreiberstr. 29, bet Genfch, Dres. 7½ üht im Deutſchen Gärtnerheim rauer Str. 83, Bortrag bes bener Str. 104/105 und bei Krüger, Engelufer 23. Genoffen Bitte über„ Die politische Lage". 7% Uhr im Rosenthaler of", Rofenthaler Str. 11/12, Bertrag des Genossen Richard Krille über Die Aufgaben der Bartei in der Festzeit 7% Uhr Bablabend in ben bekannten Lotalen. Die Bezirksführer, Dobroblaw. 7. Abt. 7% Uhr Sablabend in den bekannten Bokalen. " 1 sprache über die politische und wirtschaftliche Lage. Genoffen Lauer über Die politische Lage". Wilmersdorf. 69. Abt. 7% Uhr bei Umlang, Giefelerstraße, Ede Wegenerstraße, Aussprache über die politische Lage. 70. 26t. 8 Uhr bei Pieper, Holsteinische Str. 60, Vortrag des Genossen Albin Mohs über Wertbeständige Löhne". 72. 6t. 7% Uhr im 8eichensaal, Koblenzer Straße 22/24, Gemeinsamer Bablabend. Vertrag des Genossen, Redakteur Sauth, über Was muß die Partei tun?" Vortrag des Genossen W. Hoffmann, M. d. R. Erscheinen dringend notwendig. Schöneberg. 78. Abt. 8 Uhr gemeinsamer Bahlabend in der Aula Feurigstr. 57. Vortrag des Genoffen Bernhard Krüger über Die politische Lage". 79. Abt. Zablabende in folgenden Lokalen: 1. Bezirf im Lolal Arndt, Baußener Str. 10; 4.- 6. Bezirk bei Groß, Sedanftr. 17, Referent Genoffe Wendel über Sozialismus und die politische Lage"; 7. Bezirk im Sofal Botschuß, Reichardtstraße, Ede Sachsendamm; 8. Bezirk im Lindenhof, Schule. Der Bahlabend des 2. und 3. Bezirks findet am Freitag, den 10. August bei Rosenau, Kolonnenstraße, Ede Sobenfriedbergstraße statt. Abt. Friedenau. 8 Uhr Bablabend. 1. Bezirf bei labe, Sandierhstr. 60, Vortrag des Genossen Baulus über Die politische Lage"; 2. und 3. Bezirf bei Ulbricht, Sandjerhstr. 86, Vortrag des Genossen Marg über Shgienische Aufgaben der BSPD."; 4. und 5. Bezirk bei Schula. Wiesbadener, Ede Laubacherstraße, Vortrag des Genossen Blank über„ Die politische Lage"; 6. Bezirk bei Gurlach, Obentoaldstr. 10, Vortrag des Genossen Moßbach über Reichswehr und Republi!". Abt. Lankwik. 7% Uhr im Gesangfaal bes Realgymnasiums, Vortrag des Genossen Wildung über:„ Die politische Lage". St. 84. 85. 86. Abt. Tempelhof. 7½ Uhr Zahlabend. 1. Bezirk bei Hansen, Borussia-, Ede Neue Straße; 2. und 5. Bezirk im Logenheim, Werder, Ede Friedrich Wilhelm- Straße; 6. Bezirk bei Lange, Ringbahnstraße; 7. Bezirf bei Wanglid, Oberlandstraße. Abt. Mariendorf. 8 Uhr gemeinsamer Bablabend in der Schulaula Friedenstraße, Vortrag des Genossen Göring über Was haben wir von der verlangen". B 88. Abt. Lichtenrade. 8 Uhr in der Schule Noonftraße Sablabend. Neukölln. 89. Abt. 7 Uhr Aula Knabenmittelschule, Donaustr. 120, Vortrag des Genossen Zienau über„ Die VEPD. und das Kabinett Cuno". 90. Abt. 7 Uhr im Zeichenfaal der Städtischen Fortbildungsschule, Donauftr. 120, Vortrag des Genossen Ulmer, M. d. 2., über unsere Stellung zum Stabinett Cuno". 92. Abt. 8 Uhr Sahlabend. 14. bis 29. Bezirk bei Stlein, Wildenbruchstr. 15; 27-33. Bezirk in der Aula Elbestraße, Vortrag des Genossen Richard Kunze; 31.- 44. und 45. bis 55. Bezirk bei Köderib, Innstr. 8, Vortrag des Genossen Bars: 46.- 59. und 72.- 73. Bezirk bei Schneider, Rosenstr. 7. 94. Abt. 7% Uhr Sahl abend. 51.- 52. Bezirf bei March. Schillerpromenade 39; 64., 68. und 77. Begirl bei Taubel, Weifeftr. 23; 65.- 66. Bezirf bei Wilhelm, Her furthplay 6; 67. Bezirk bei Schuhmacher, Steinmetstr. 56; 76.- 78. Bezirk bei Wall, Allerstr. 7. 95. Abt. 7% Uhr 47. Bezirf im Sefretariat, Nedarstr. 3; 53., 54., 60, 61. und 71. Bezirk bei Lempe, Lessingstr. 16; 62., 70. Begirl bei Preudschat, Fallstr. 11; 69., 74., 75. Bezirk bei Rösler, Steinmetstr. 40. 97. Abt. 7 Uhr Sablabende. 79. und 89. Bezirt bei Kupli, Leinestr. 1, Bortrag über„ Roalition oder Oppofition"; 90. und 91. Bezirk bei Bartsch, Wartbeftr. 14; 92., 104., 105. und 106 Bezir! bei Nerlich, Siegfried str. 46, Vortrag des Genoffen Dr. Echönherr ülber " Soalition oder Opposition". 98. Abt. 7% Uhr in der Schule MarienDorfer Weg. Zeichensaal. 99. Abt. Brig- Budow. 7½ Uhr im Idealfafino, Rungiusstraße, Vortrag über101." Not: Treptow. 7½ Uhr Vortrag des Genoffen Wiffell, M. b. Sollen wir in die Reichsregierung eintreten?" ber Bon 7 bis Wirtschaftliche und politische Probleme in unserer Zeit". 7½ Uhr Einfassierung der Beiträge. 103, Abt. Oberschöneweibe. 7% Uhr im Vereinshaus Zur Bost", Stellung nahme zum Bezirkstag und Barteijubiläum. Funktionäre um 6% Uhr. 104. Abt. Nicberschöneweide. 7% ubc im Zeichensaal der Knabenschule, Rudower Straße, Vortrag über„ Die politische Lage". " " 105. Abt. Adlershof. 7% Uhr bei Schaltinet, Sedanstr. 3, Bortrag des Ges noffen Göring über Die politische Lage und die Aufgaben der Partei". 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr Vortrag des Genossen Nilifch über Deutsch lands innen und außenpolitische Lage ein militärisches Bündnis mit Nußland?" 107. Abt. Alt- Glienice. Der nächste 3Bablabend findet nicht am Mittwoch, sondern erst am 15. Auguft statt. Näheres wird noch befanntgegeben. 113. Abt. Schmöckwis. 7½ Übr Bablabend bei Baronski, Berliner Str. 19. Lichtenberg. 114. Abt. 7% Uhr Bablabend. 1. Gruppe bei Milling, Nieder. barnimftr. 2; 2. Bezirk bei Hezel, Wühlischste. 30.: 3. Bezirk Schwarzer, 115. Abt. Gabriel Mar- Str. 17; 4. Begirl bei Börner, Wühlischstr. 99. 7% Uhr Bablabende. 1. Bezirk Kriefe. Jungstr. 10; 2. Bezirk Jungftr. 29, Ede Oberstraße; 3. Bezirk Radtke, Müggel, Ede Scharnweber Straße: 117. Abt. 4. Bezirk Geible, Kronprinzenstraße. Vortrag des Gen, Rüben. 7½ Uhr gemeinsamer Bablabend Lüdstr. 60. Vortrag des Gen. Brinizer über: Die politische Lage und die Maßnahmen der Partei."-118. Abt. 7% Uhr bei Tempel, Gudrunstraße, Bablabend. Beitragsreste sind zu be gleichen. Erscheinen dringend notwendig. 119. Abt. 71 Ubr gemein famer Bahlabend im Cäcilien- Engeum, Rathausstr. 8. Fortsegung der Dis fuffion über wertbeständige Löhne. Geschäfts- und Kaffenbericht des Be zirksborstandes. Gen. H. Meyer über:" Die politische Lage." 123. Abt. Kaulsdorf. 8 Uhr im Zeichenfaal Schule Adolfftr. 25. Vortrag des 125. Abt. Weißcnice: 7½ Uhr bei Gallas, Lehderftr. 122. Bortrag des Gen. Franken, M. d. L., über: Was muß in der Bartei gefcheben? Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. 127. Abt. Hohenschönhausen, 7% Uhr in der Schule Freienwalder Straße. pantow. 128. Abt. Bablabend 71 Uhr. 1. Beairt bei Heinze, Berliner, de Kaiser Friedrich- Straße; 2. und 3. Bezirt bei Meek, Berliner Straße, Ede Lindenbromenade, 129./130. t. 7 Uhr gemeinsamer Bahlabend im Jugendheim, Breite Str. 34. st. 7½ Ubr bei Berger, Lebegomftr. 21, Aussprache Aber bie politische 131. Abt. Niederschönhausen. 7½ Uhr Sahlabend bei Schönherr, Schloß Schönii. Lage und die Politit der Partei. 12. 14. Aderftr. 122. t. 7½ Ubr Bablabend in der Schulaula Rostoder Str. 32. Abt. 7% Ubr Bablabend in folgenden Lotalen: Engel, Swinemünder Straße 65: Bogen, Graunfte. 17; Janisch, Putbuser Str. 8; Gillwald, Putbuser Str. 24: Start, Butbufer Str. 8. Der Bablabenb bei ließ. Swinemünder Str. 77, finbet erst am Donnerstag, den 9. Auguft, ftatt. 13. Abt. 7 Uhr Sablabend bei Obiglo, Stralsunder Str. 11 und Nietschmann, 16. Abt. 7½ Uhr Gruppenzablabende bei Carus, Boltaste. 37; Krüger, 17. Abt. 7 Uhr Schulaula Tegeler Str. 18, Vortrag des Genossen Abolf Goff18. Abt. 7 Uhr Bablabend in ben befannten Lofalen. 20. Abt. 7% Uhr Bablabend bei Wende, Kolonieftr. 145. 22. Abt. 8 Uhr Bablabend in folgenden Lokalen: Abraham, Nordufer 10, Radzah, Brüffeler Str. 43; Gentel, Utrechter Str. 10. 24. Abt. Mittwoch, ben 8. Auguft, abends 7% Uhr, Bablabend in folgenden Lokalen: Gruppe la bei Schmidt, Marienburger Str. 48; Gruppe 1 bei Rösner, Immanuelfirchftr. 25; Gruppe 2 bei Winzer, Christburger Str. 6; Gruppe 3 bei Schüt, Zelter Str. 2. Vorwärtsquittungen und Gewerkschaftsmitgliedsbücher find zur Kontrolle mitzubringen. 25. Abt. 7 Uhr Zahlabend in den bekannten vier Bokalen. Wichtige Tages. ordnung. Erscheinen Pflicht. Suffitenstr. 34 und Regenberg, Gartenstr. 75. mann, M. b. St., über.Die Bolttit der Sozialdemokratie". hausen. 133. Abt. Buchholz. 7% Uhr Bahlabend bei Rähne, Berliner Str. 39. 135. Abt. Karow. 8 Uhr im Restaurant Sum Bantgrafen", Banfgrafenftr. 3. 136. Abt. Reinidenbots.Dit. 7 Uhr im Jugendheim, Resibenaftr. 48, gemein famer Bahlabend aller Bezirke. 137. Avt. Reinickendorf- Weft. 8 Uhr im Boltshaus, Scharnweber Str. 114, Vortrag des Gen. Gehschold über:" Wertbeständige Löhne, Steuern und bie politische Lage." 138. Abt. Hermsdorf- Frohnan. 7½ Uhr im Lyzeum, Sumboldtstraße. Bortrag des Gen. Stadtrat Rosin über: Deutschlands Bollswirtschaft nach dem Kriege." 140. Abt. Borsigwalde. 7½ the bei Moitfchach. Ernftfte. 1. 3ablabend. Borftandssitung um 6½ Uhr. Bollzäbliges Erscheinen Pflicht. 141. Abt. Nosenthal. 8 Uhr bei Frieß, Lindenallee 30, Bablabenb. Vortrag des Gen. Blettner, M. d. N., über: Die Aufgaben unserer Partet in der Jeztzeit." Jungsozialistische Vereinigung Lichtenberg. Dienstag, den 7. Auguft, abends 7% Uhr, im Jugendheim, Bartane 10, Mitgliederversammlung. Bernau. Ceffentliche Frauenversammlung beute abends 8 Uhr bei Mobifch, Kaiserstraße. Genoffin Rynet, M. d. R., spricht über: Was geht uns Frauen die Politik an?" Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Die Wertstarife von 40 deutschen Großstädten. Der Deutsche. Städtetag veröffentlicht eine Uebersicht der Wertstarife von 40 deut schen Großstädten nach dem Stande vom 2. Juli. Hiernach betrug der Durchschnittspreis dortselbst: für einen Kubikmeter Gas 1700 m. gegen 1200 m. in Berlin, für einen Kubikmeter Wasser 821 M. gegen 26. Abt. 7% Uhr im„ Musikalischen Fuchs". Josthstr. 7, Bortrag des Genoffen 660 M. in Berlin, für eine Kilowattstunde Lichtstrom 3000 m. gegen Sabolb, M. d. L., über„ Die politische Lage". 2000 M. in Berlin. Nicht weniger als 33 Städte hatten 27. Abt. 7½ Uhr Gemeinsamer Bablabend in der Schulaula Sonnenburger 29. Abt. Die Einäfcherung des verstorbenen Genoffen Engler, Schliemannstr. 25, Straße. Wahl ber Kreis- und Bezirtstagsbelegierten. einen höheren, 3 einen niedrigeren, 3 den gleichen Gas28. t. 14 1hr bei Büttner, Swedter Straße, Bortrag des Genoffen Frans preis wie Berlin; 24 Städte berechneten höhere, 15 niedrigere Künstler, M. b. S., über„ Die Forderungen der Partei und das Kabinett Wafferpreise; in 34 Städten zahlte man für Lichtstrom Cuno". mehr, in 4 Städten weniger als in Berlin. Die für die 30. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Babbelallee 40/41, Bortrag des Cenoffen Standaufnahme in der Woche vom 6. bis 11. Auguft geltenden Tarife 31. Abt. 7½ Ubr gemeinfamer Bablabend bei Bimmermann, Malmöer Str. 23, haben wir bereits mitgeteilt; fie betragen für einen Rubitmeter Gas Ede Islandstraße. Stellungnahme zum ordentlichen Bezirkstag, Anträge, 20 000 m., für einen Rubikmeter Wasser 10 000 m. und für eine 32. Abt. 7 Uhr Gruppensablabend in den bekannten Lokalen. Die Genoffen Kilowattstunde Strom 30 000 pp. Dr. Kawerau über„ Der Sozialismus als Weltanschauung" Wahl der Delegierten und Berschiedenes. 33. Apt. Das Glockenspiel der Parochialkirche außer Tätigkeit. Die Uhr der Parochialkirche zu Berlin ist außer Tätigkeit gelegt worben. Wenn bereits in legter Zeit auf das früher übliche Umfeßen der Lieder wegen der nicht mehr tragbaren Kosten verzichtet werden 34. mußte, so haben die letzten Tariferhöhungen für den elektrischen Strom eine Lage geschaffen, die den weiteren Betrieb der Uhr nicht mehr ermöglicht. So fommt nach mehr als 200 Jahren dieses 35. Wert vorläufig zum Stillstand. Die Sonntags und Mittwochs bisher üblichen freien Vorträge sollen aber noch weiter fortgeführt müffen rege einladen. Aufnahme neuer Mitglieder im 8ahlabend. 8 Uhr 8ablabend. Bezirke 293-296 bei Wagner, Stralauer Allee, Ede Hohenloheftraße; Bezirke 297-301 bei Boffmann, Stralauer Allee 17; für den Bezirk Stralau bei Koch, Perfiusstraße, Ede Martgrafendamm und biesseits der Bahn bei Jured, Robernitusftr. 31. t. * findet am Mittwoch, den 8. August, im Krematorium Gerichtstraße statt. Jungfozialisten, 11. Areis( Echöneberg, Friedenau). Mittwoch, den 8. August, nachmittags% 4 Uhr, Anhalter Bahnhof( Askanischer Blaz). Treffpuntt aller Teilnehmer aur Fahrt nach Erlangen. Jungsozialisten Schöneberg. Das Seim bleibt am Freitag, ben 10. und 17. Auguft, wegen Beteiligung am Reichsjugendtag geschloffen. Nächster Gruppenabend Freitag, den 24. Auguft. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 7. Auguff: 7% Uhr Sablabend. Bezirle 316-320 unb 377 in ber Schule, Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5, Distuffionsabend: Bir und unfere Gubener Str. 53; Bezirle 324-327 bei Rojin, Gubener Str. 19: Bezirke Gegner Marienborf: Jugendheim Schulbavade Rönigstraße, Mitgliederver 332, 333 338 im Botal Cabiner Str. 10; Bezirke 321, 334-336 bei fammlung. Nordosten: Jugendheim Chriftburger Str. 4, Mitgliederversamm lung. Pentow: Jugendheim Breite Str. 32, Mitgliederversammlung. Koblenz, Borbagener Str. 17. Abt. 7 Uhr Bablabend in folgenden Lokalen: Töpper, Rigger Str. 85; Prenzlauer Borstadt: Jugendheim Badeanstalt Oberberger Str. 56, Mitglieder. Reinidendorf- Oft: Jugendheim Seebab Residensstraße, Mit Sellriegel, Rigaer Str. 54; Bombe, Boigtstr. 25: Borlowsti, Schreiner versammlung. ftraße 32; Drebe, Schreinerftr. 18 und die Bezirke 365, 366 und 369 in der gliederversammlung. Schöneberg I: Jugendheim Rubens-, Ede Sauptstraße, Bortrag: Sozialistische Führer". Schöneberg II: Comenius- Schule, Franten. Schule Samariterſtr. 20. 36. Abt. Bahlabend bei Bufch, Zilfiter Str. 27; Biebermann, Borndorfer Str. 8; ftraße 10, Bortrag: Unser Reichsjugendtag in Nürnberg". Steglig: JugendBösenberg, Petersburger Str. 73; Wittschuß, Petersburger Str. 5 und heim Albrechtstr. 46, Mitgliederversammlung. Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3, Mitgliederversammlung. Bflanz, Frankfurter Allee 280. Zwangsweiser Eierverkauf. Infolge Ueberschreitens des Höchst= Tegel: Bahnhofftt. 15, Mitglieder. 7% Uhr 157. und 158 Besirt Bablabend bei Ballschmidt, Frieden versammlung. Weißenfce: Jugendheim Rleine Turnhalle Pistoriusstr. 24, preises für Eier wurden bei den Kaufleuten Richard Tieze, Falden- 38. Abt. Bortrag: Die Verfassung der deutschen Republik". ftraße 96. Westen: Jugendheim Rofenthaler steinstr. 35 und bei Gebrüder Groh, Wrangelstr. 117, die Eier poli- 39. Abt. 7 Uhr im Jugendheim, Bindenftr. 3, Vortrag des Genoffen Ludwig. Baugewertschule Kurfürftenstr. 141, Mitgliederversammlung. m. b. R., über Die große Roalition". Borstadt: Jugendheim Gemeindefschule Gipsstr. 28a, Mitgliederversammlung. zeilich zwangsweise verkauft. werden. 糖 GL Arbeiter- Sport 1 3. Schüße- Dachhau 41,66 Meter. Frauen. Wirtschaft Devisenhausse und warenmarkt. Der erste Tag nach der Wiederherstellung des Devisenfrei lichen Dollarkurses um 50 Proz.; im freien Verkehr sind diese Kurse verfehrs an der Börse brachte bereits eine Steigerung des amtjedoch noch weit überholt worden, obwohl die Banten, die der Stempelvereinigung angehören, erklären ließen, daß sie sich am freien Devisenverkehr auf eigene Rechnung nicht beteiligen würden. In einem Artikel beschäftigt sich die„ Kölnische Volkszeitung" mit den Folgen des letzten katastrophalen Devisenvorfalls auf dem Warenmarkt. Sie schreibt: „ Der Verfall unserer Währung hat Formen angenommen und Folgen gezeitigt, die wirksamer als alle Mahnungen der Presse die Notwendigkeit rafchen und entschlossenen Handelns predigen. Die sprunghafte Steigerung der Preise ist nicht mehr das wichtigste Rennzeichen der Geldentwertung, sondern die wachsende Schwierig feit, selbst für die märchenhaftesten Marfsummen überhaupt noch Waren zu bekommen. Die Geschäfte sind zum Teil geschlossen, zum anderen Teil verkaufen sie nur in wenigen Stunden und nur ganz fleine Mengen der notwendigsten Waren. Die Geschäftsleute sagen vielfach, der Großhandel habe noch Ware, gebe sie aber vorläufig nicht heraus. Zweifellos wirkt hier( abgesehen von besonderen Schwierigkeiten des besetzten Gebietes) die Unsicherheit auf dem Devisenmarkt mit, und es ist möglich, daß eine Besserung mit dem Augenblick eintritt, wo die Devisenbeschaffung wieder er leichtert wird. Aber das lebel greift weiter, und nicht allein die ausländische Ware versperrt sich der Kaufluft. Auch die notwendigmit Papiermark müßten beschafft werden können, sind vielfach kaum sten Lebens- und Bedarfsmittel, die das Inland erzeugt, die also noch zu haben. Auch die Inlandserzeuger wollen für ihre wertbeständige" Ware feine. Papiermart mehr eintauschen. Der Aufruf des Reichsausschusses der deutschen Landwirtschaft, mit 51,3 Get.; 3. 1. Kreis, 5. Bezirt, 9 Min. 5,4 Get. 20X200- Meter- Stafette: 1. Fichte I 8 Min. 48,5 Get.; 2. MGC. 8 Min. den notwendigsten Lebensmitteln nicht zurückzuhalten, mit dem Hinweis darauf, daß die bevorstehende Schaffung einer wert beständigen Anleihe die Möglichkeit bietet, den Erlös für die notwendigen Anschaffungen sicherzustellen, spricht Bände." 17,09 Weter. Resultate in den Turnspielen. Sandball: 17. Kreis( Arbeiter- Turnverein Wien) Gruppe 10-1. Kreis( Fichte Gesundbrunnen, Berlin) 6: 2 Tore. Raffball: 4. Kreis( Dresden- Pieschen) 17. Kreis( Wien) Gruppe 28: 2 Tore. Fanftball( Männer): 1. Kreis ( Fr. Turnerschaft Brandenburg)-10. Kreis( Sandhofen) 148: 129. Kaustball ( Turnerinnen): 1. Kreis( Fr. Turnerschaft Charlottenburg)-2. Kreis Fr. Turnerschaft Braunschweig) 96: 63. Trommelball: 11. Kreis( Arb. Turnverein Germania, Rüstringen) 4. Kreis( Dresden- Cotta) 126: 111. Schwimmvorführungen. Diese Darstellung deckt sich im wesentlichen mit unserer Schilderung der Gefahren des Devisenwirrwarrs für die Warenversorgung. Es ist dringend geboten, daß die Reichsregierung die Ausgabe der Goldanleihe auf das äußerste beschleunigt, um auf diese Weise einen wenigstens vorläufigen Ersatz für die Papiermark zu schaffen, und daß sie alle sonstigen Maßnahmen trifft, um dem weiteren Sturz der Papiermart entgegenzutreten, nachdem sie so lange gezögert hat und sich auf halbe Maßnahmen, die wirkungslos verpuffen müssen, beschränkt hat. Die Ent 2. Bain( ASC.) 12,83 meter; 3. Klähn- Rathenow 12,69 meter. Schleuderball. Die Bundesmeisterschaften im Stadion. werfen: 1. Weber- Schweinfurt 53,45 Meter; 2. Kuhlbaudner- Stettin 52,49 meter; 3. Kürze- Nürnberg- West 50,62 Meter. Bor etwa 50 000 Buschauern widelte sich am Sonntag Rottbus 4 Min. 81,7 Get.; 2. Wels- Burg b. Magdeburg 4 Min. 34,8 Get.; 1500- Meter- Entscheidung: 1. Neugebauer bei schönem Wetter das Programm ab. Das 110- Meter- ür den 3. Dehne- Magdeburg, Bruftbreite. Stabhochsprung, Entscheidung: 1. Kynast Iaufen hat zahlenmäßig eine gute Befehung gefunden. Hier war Oberschöneweide 3,20 Meter; 1. Trebuth( Fichte- Südost) 3,20 Meter; 2. Schreiber- Leipzig- Ost 3,10 Meter; 2. Rigmann- Dickhausen 3,10 Meter. 4X100- meteres Ehrich( ASC), der hart bedrängt von Eide( Fichte- Ost), ohne Stafette, entscheibung: i. UGC. I 45,8; 2. Fichte- Güboft, ½ Meter aurid; Umwerfen einer Hürde in der Zeit von 17,7 Set. gewann. Fichtes 3. 1. Kreis 47,1. Distuswerfen, Entscheidung: 1, Gnädig- Niederschöneweide Ost konnte die für Fußballer besonders zusammengestellte Staffette 28,49 meter; 2. Wilde- Beneckenbed 28,43 Meter; 3. Schlamm- Rottbus 26,45 meter. 5000 Meter: 1. Wagner- Leipzig 16 Min. 15,9 Get.; 2. Hausmann- Dresden vor der Laufmannschaft des 16. Kreises in der Zeit von 7 Min. 17 min. 27 Get.; 3. Benzel- Stener 17 Min. 83,4 Gel. Dreifampi, Fußballez: 12,5 Get. für sich entscheiden. Eine besonders erfreuliche Leistung Fischer- Schwabach 231 Bunkte; 2. Kürze- Nürnberg- Weft 205 B. 3. Rothim 100- meter- Lauf für Sportlerinnen stellte Frl. Dittmar Rertfchau 471 B.; 3. Für Neukölln- Briz 440 V. Schweinfurt 189 B. Fünffampf: 1. Starta( Fichte- Ost) 492 B.; 2. Preu Behnkampf: 1. Loose- Ratheaus Hannover auf, indem sie die 100 Meter in der einzig dastehen- now 826 B.; 2. Schüße- Dachhau 781% B.; 3. Altnidel- Dresden 778%. den Zeit von 12,9 Sef. durchlief. Ihre Mitbewerberinnen ließ sie Fauftball, Entscheidung: 1. Kreis- 10. Kreis 148: 129. Speerwerfen, Ent. um 4-5 Meter zurüd. Wie vorauszusehen, war der Kampf der Scheibung: 1. Döres- Erlangen 46,81 meter; 2. Altnidel- Dresden 42,79 meter; 100 Meter für Männer hart vom Start bis zum Ziel. Mit Bruft 52,1 Get.: 2. Fichte II 3 Min. 58,1 Get.; 3. Duffelborf 4 Min. 14 Set. Olympische Stafette: 1. Fichte I 3 Min. breite tonnte a ube( Süd- Ost) vor Heldt( ASC.) und Heysterberg 3X1000 meter: 1. Fichte 8 min. 35 Get.; 2. Leipzig( Ciche- Sub) 8 Min. ( Süd- Ost) mit einer Zeit von 11,5 Set. für sich buchen. Eine 41,2 Gef.; 3. 17. Rreis 8 Min. 41,8 Get. verhältnismäßig fleine Anzahl von Sportlern und Sportlerinnen zeigte im Anschiuß daran Trainingsübungen, die im Gegen 100 meter: 1. Dittmer- Sannover 12,9; 2. Hochholzer- München 13,5; 3. Rau fah zu den bei Turnern üblichen nicht im Zeitmaß, sondern dem Er-( Groß- Berlin- Wedding) Brustbreite. Sochsprung: 1. Weiß( Fichte- Südost), messen des einzelnen anheimgestellt, ausgeführt wurden, wovon sich Nau( Groß- Berlin- Wedding), Runge( Groß- Berlin- Webbing) fe 1,30 Meter. die Zuschauer mehr nach der unfreiwillig heiteren als nach der 4X100- meter- Stafette, Entscheibung: 1. Fichte II 55,4; 2. Frohsinn- Magdeburg 56; 8. Fichte III, Brustbreite zurüd. 10X100- Meter- Stafette, Entscheidung: ernsten Seite der Sache angeregt fühlten. Im wohltuenden Gegen 1. Fichte I 2 Min. 18,8 Gef.: 2. AGC. 2 Min. 26,6 Get.: 3. Sichten: faz hierzu stand das Hammerschwingen von Friedrichs. berg, 4 Meter zurück. Distuswerfen, Entscheidung: 1. Rain( AGC.) hagener Turnern, gleichzeitig mit Redturnen der Männer und 19,80 meter; 2. Sonia( Fichte- Gilb) 17,65 Meter: 3. Richter( Moabit) Edlenberballwerfen: 1. Rain( GC.) 32,42 Meter; 2. Giefe Barrenturnen der Frauen vorgeführt. Das 2000 Meter( Fichte- Sub) 32,15 meter; 8. Leuthold( Fichte II) 31,88 meter. Weitsprung Gehen, das einen bedeutend reineren Stil aufwies, als das mit Anlauf: 1. Hochholzer- München 4,46 Meter; 2. Giefe( Fichte- Sub) 5000- Meter- Gehen am Sonnabend gewann erwartungsgemäß einlauf: 1. Giefe( Fichte- Gülb) 2.17 Meter; 2. Sochholzer- München 2,16 meter; 4,42 Meter; 3. Rodenbach- Offenbach a. M. 4,25 Meter. Weitsprung ohne ride vor seinem Vereinskameraden Lehmann, Im 400. 3. Fronzet( Fichte- Südoft) 2,12 meter. Rugelitoßen: 1. Buick( Fichte- Südost) Meter Lauf galt Feßler( Wien) als der Aussichtsreichste. Er 7,27 Meter: 2. Rau( Groß- Berlin- Webbing) 6,94 Meter; 3. Schoppe( Fichte, fam aber nicht so recht zur Geltung. Seidel( Leipzig) fonnte eft) 6,52 Meter. ficher vor Heinah und Wollgast gewinnen, die hart und energisch Jugendliche. bis ins Ziel hinein um die Bläge fämpften. Spannend verlief die 20X200 Meter Jugendstafette. ASC.( tombiniert) führte über den ersten Teil der Strecke, Fichte tam gut auf, verlor aber durch Fallenlaffen des Stabes wiederum 20 Meter, die folgenden Läufer holten gut auf, liefen ASC. davon und erreichten mit 30 Meter Vorsprung in 8 Min. 48,5 Set. das Ziel. Beim Hoch( prung vermißte man anfangs das energische Ueber- die- Latte Werfen. 3ain belegte mit emer bei der fühlen Witterung als gut zu bezeichnenden Höhe von 1,70 Meter vor Ehrich( 1,65 meter) ben ersten Platz. Die Hodenspiele warben mit einem Spiel Fichte Schönholz für ihre Sparte. Es war ein ausgeglichenes Spiel mit verschiedenen interessanten Momenten. Fichte hatte Bei den Schwimmern war das Reich auch start vertreten. Aus mehr Glück bei Torschüssen und fonnte mit 2: 1 den Erfolg für sich Görlig, Wien, Landsberg, Leipzig, Hagen, Osnabrück, Beine, buchen. Nach mehreren vorangegangenen Ausscheidungsspielen im Bochum, Groß- Hannover, Hamburg, Breslau, Ruhrial, Karlsruhe Raffball standen sich Dresden- Bieschen, der vorjährige Bundes- und Rathenow. Gröffnet wurden die Schwimmvorführungen am meister, und Wien, der Vertreter des 17. Kreises, im Schlußspiel um Sonnabend mit einem Fahnenreigen des Schwimmvereins die Bundesmeisterschaft im Raffball gegenüber. Genossenschaftsftatistit. Im Juni 1923 wurden 195 GenossenWelle". Es folgte die Männerstafette, bie Neukölln überBeite Mannschaften zeigten das Raffballspiel in höchster Vollendung. Die Fang legen gewann. Das Frauenrüdenschwimmen zeigte eine fchaften gegründet. Da ihnen jedoch 146 Auflösungen gegenüberund Zielsicherheit selbst bei den schärfften Würfen war bei der feiteichwimmen flegte Heile( Welle). Die nachfolgenden famtbestand an Genossenschaften, ohne die Zentralgenossenschaften, Ueberlegenheit der Wienerin Buchbinder. Im Jugend stehen, beträgt der Zuwachs 49 Organisationen. Damit ist der GeDresdener Mannschaft besonders gut ausgebildet. Die Wiener, scheinbar durch das scharfe Spiel gegen Fichte- Gesundbrunnen im Schwimmen zeigten auch gute Leistungen. Das 1000- meter auf 50 607 angewachsen gegen 50 021 am Ende vorigen Jahres, Borkampf erschöpft, machten einen müden Eindrud. Mit dem hohen schwimmen war ein hartes Ringen und fonnte Dahle( Neu- was einen Zuwachs von 586 Cenossenschaften ergibt. Resultat von 8: 2 tonnie Dresden zum zweiten Male die Raff- föln für sich entscheiden. Männer- Bruststafette gewann Borten geht daraus hervor, daß im Mai 7, im Juni 5 Konsumvereine wicklung der Konjumvereinsbewegung in den beiden letzten Monamärts( Berlin). Im Rückenschwimmen fonnte nach ball- Meisterschaft erringen. Am Sonnabend gab es in den Stafetten schon End. hartem Kampf Pagentopf( Borwärts, Berlin) gegen Türschmann mehr gegründet als aufgelöst wurden. fämpfe. Der 10X100- meter- 2 auf der Männer war ein rüdenschwimmen gewann wiederum die Wienerin Buch eben ein neues gemeinnüßiges Bantinstitut geschaffen. Der Reichs( Leipzig) das Schwimmen für sich entscheiden. Das FrauenZur Vermittlung von Hypotheken auf Goldgrundlage wurde soharter Kampf vom Start bis ins Ziel hinein. Dresden lag anfangs binder zusammen mit der Osnabrüderin Mentrup. Die Vor- verband der Wohnungsfürsorge- Gesellschaften und die Preußische Dorn, mußte aber bald die Berliner passieren lassen. Fichte führte, und in den letzten 100 Metern gab der Schlußmann von ASC. den spiele um die Bundesmeisterschaft zeigten intereffante Momente und Ausschlag. Nach gutem Lauf fonnte er in den letzten 20 Metern den placierte sich Vorwärts, Berlin und Hannover- Linden für die End- Landespfandbriefanstalt haben unter Teilnahme des Reichsarbeitsministeriums die, Deutsche Wohnftättenbank A. G." gerunde. das Zielband erreiden. Die 10 × 100 Meter Stafette ber Sport, bas Die Smimmoorführungen am Sonntag zeigten, von obengenanntem Reichsverband und von der Landespfandbriefgründet. Das Aktienkapital beträgt 100 Millionen Mart und ist lerinnen fiel überlegen mit 50 Meter Vorsprung an Fichte. Die feffeln. Mit lebhaftem Intereffe wurden die Wettkämpfe von den anstalt übernommen worden. Neben dem Aktienkapital iſt ein EinSchwedenstafette war eine sichere Beute für ASC. vor den gedrängt besetzten Schwimmtribünen verfolgt. Die Wettkämpfe richtungsfonds von 2 Milliarden Mark vorgesehen. Das Unternehmen beiden sächsischen. Im 200- meter- Endlauf gemann der förperlich gut entwickelte Fehler( Wien) mit fnappem Vorsprung fanden in rascher Folge ihre Erledigung. Ein Reigen, gut aus bezweckt die Hergabe wertbeständiger auf Goldbasis aufgebauter Hypogeführt von Welle, leilete wiederum das Programm ein. Die thelen. Die Beschaffung der Mittel erfolgt durch die Ausgabe wertin 23,4 Sef. vor Preez und Erdmann- Berlin. Im Weitsprung Männer Lagen stafette geigte diesmal eine Ueberlegen beständiger Wohnstätten Rentenbriefe. Von der der Sportlerinnen mußte Giese- Fichte der füddeutschen heit der Borwärts Mannschaft. Eine ausgezeichnete neuen Gründung erwartet man in den beteiligten Kreisen eine Genoffin Hochholzer mit 4,46 Meter den ersten Plaz überlassen. Das Leistung zeigte im Mädchen- Brustschwimmen Riegel starte Belebung der Siedlungs- und Wohnungsbautätigkeit und 5000- meter. Behen blieb in Berlin, Geride( ASC.) gewann( Leipzig). Die Jugend Bruststafette fonnte Borwärts glaubt, daß sie auch nicht ohne Einfluß auf das bisherige staatliche überlegen in 24 min. 42,4 Set. Auch der 800- Meter- Lauf blieb in auch für sich buchen. Im Brustschwimmen der Männer Buschußverfahren sein wird, da die wertbeständige Beleihung Berlin. Krause- Fichte passierte nach hartem Kampf als Erster das wurde Lehmann( Borwärts), der Kopf an Kopf gegen Kannen- fich naturgemäß in erheblich höheren Grenzen bewegen kann, Biel. Den Abschluß des Sonnabends bildete das Fußball berg( Falkensee) kämpfte, durch Endspurt fnapp Sieger. Das inter- als es bisher mit der Bapierbeleihung des rentierlichen Wertes spiel Nordista Allemania, das Nordista mit 2: 0 effanteste Schwimmen des Tages war das über 400 meter. möglich war. Die Hoffnung auf eine Belebung der Bautätigkeit Die erste Spielzeit verlief nach verteiltem Spiel torlos, Berner( Borwärts), der führte, mußte diese an Götte( Neukölln) durch wertbeständige Hypotheken ist an sich begründet, weil es bisAllemania war etwas mehr im Angriff. Nach der Pause war A. nach 250 Meter abgeben, welcher fiegte. Die Jugendlagen her zu wenig Baukredite, gab und die Grundlage dafür jetzt ertrotz des Gegenwindes weiter im Angriff. Ein Borstoß von N. Stafete gewann Vorwärts( Berlin) por Welle( Berlin). Be weitert wird. Den breiten Massen werden allerdings derführte nach Abwehr durch den A.- Torwächter zum 1. Lor. geisterung und lebhaften Beifall rief das sehr gut gelungene artige Neubauten faum zugute fommen, und zwar deshalb, weil einem Edball aus machte der A.- Torwächter ein Selbsttor. Das Gruppenspringen, woran sich die Frauen start beteiligten, die Löhne zu niedrig find, als daß Arbeiter und Angestellte die Spiel war weiterhin offen, doch zeigte es n. mehr im Angriff. hervor. Auch der Damentunstreigen, von Vorwärts ge- hohen Goldzinsen für Goldschulden eingehen könnten. schwommen und das Kunstspringen der Männer war ein Beweis des hohen Könnens der Arbeiterschwimmbewegung. Im affer Die Beschäftigungslage der Metallindustrie stellt sich in der Einer völlig unverständlichen Verfügung des Berliner Polizei ballspiele Wien- Görlig gewann Wien mit 6: 3, Weißenfee 16. Woche vom 15. bis 21. Juli 1923 nach den Erhebungen des Während bei der Jugend am Sonnabend Deutschen Metallarbeiterverbandes folgendermaßen dar: Von präsidenten war es zuzuschreiben, daß das Bundeskorps, bas gegen Union 3: 1. fich in einer Stärke von 1500 Mann am Bahnhof Tiergarten ver- Welle( Berlin) gegen Hannover mit 2: 1 gewann, fonnte am Sonn- 1 670 257 Arbeitern aus 22 189 Betrieben waren 87,2 Proz.( in fammelt hatte, um unter flingendem Spiel zum Stadion zu mar tag Hannover gegen Vorwärts( Berlin) mit 3: 0 bas Spiel der Vorwoche 87,2 Proz.), Bollarbeiter 9,9 Proz.( 9,9 Proz.) KurzDas Endspiel um die Wasserball arbeiter und 2,9 Proz.( 2,9 Proz.) Arbeitsloje. schieren, einer sehr rigoros durchgeführten Auflösung ver für sich entscheiden. fiel. Da es sich im vorliegenden Falle um feine politische Demon bundesmeisterschaft gewann nach interessantem Spielverlauf stration, sondern um eine rein sportliche Beranstaltung Vorwärts( Berlin) mit 6: 2 gegen Hannover. Beide Mannhandelte, bestand unseres Erachtens teine Notwendigkeit, fchaften lieferten ein gutes Rönnen und gute Spielfombination. ein Berbot zu erlassen, das die Gemüter wieder aufs tiefste Sportabend im Ringen und Boren. Am Freitag, den erregen mußte. Die Empörung der herbeigeeilten Sportgenossen war allgemein. Einen Teil der Schuld trifft, nach einer 10. August, abends 8 Uhr, finden im Moabiter Gesellschaftshaus anderen Richtung hin, aber auch die Leiter der Veranstal- große Herausforderungsring und-borfämpfe, veranstaltet von der tung. Die Leitung hatte die Mitteilung, daß die nachgesuchte Berliner Sportvereinigung Nord- West" statt. Die Nord- West Erlaubnis zum Aufmarsch unter den obwaltenden Verhältnissen Kreismeistermannschaft 1922/23 fordert die erste Liga Mannschaft nicht erteilt werden könne, unseres Wiffens bereits am Sonnabend des AABD. heraus. Für Nord- West starten Engelhard, Brosy, vormittag in Händen. Trozdem wurde der" Borwärts" von dieser H. Nowat, Winkel, Rajkowski und Puhmann. In der Liga- MannTatsache nicht unterrichtet. Infolge dieser Unterlassungs. schaft starten von namhaften Ringern Troas, Seelenbinder, W. Paul. fünde der Bundesleitung fammelten sich Tausende von Arbeiter. Zu den Borkämpfen find nur erstklassige Borer verpflichtet. Da sportlern vor dem Bahnhof Tiergarten an und bildeten einen Bug, guter Sport und harte Rämpfe in Aussicht stehen, bittet die Ber Der nunmehr von der Schupo aufgelöst wurde. Durch diese Bor liner Sportvereinigung um reichen Zuspruch. gänge trat eine Aenderung des Programms ein. An alle Arbeiter- Turn- und Sport- Vereine Groß- Berlins. Für statistische zein traten die Vereine im westlichen Rund des Stadions zusam und Aufklärungszwede ersuche ich alle Sportvereine, die auf dem Boden ber Erwünscht find men. In einer halbkreisförmigen Aufstellung wurden die vier Arbeiterklaffe fteben, um Angabe ihrer Vereinsabzeichen. elifchees, es tuts aber auch eine einfache Stiage mit genauer Angabe der Farben Bundesmärsche geschlagen. Wider Erwarten flappte alles tadellos, fm. Es besteht die abftat, bie so gefammelten Abzeichen in den Bureaus der was lebhaften Beifall bei Tausenden Besuchern des Stadions aus. Barteien, Gewerkschaften und in den Betrieben auszuhängen, um affen rbeiter löfte. Was an sportlichen Resultaten weiterhin erzielt wurde, brübern zu zeigen, daß nur bie angegebenen Bereine Arbeiterschaft wahrnehmen. An Sand dieser Zabellen wird sich die Auf Monaten, erreichten aber bei weitem noch nicht die fei im folgenden mitgeteilt: Härungsarbeit und Agitation unter den noch in den bürgerlichen Bereinen befindlichen Arbeitsbrübern erleichtern. Möglichst umgehende Bufendungen an Männer. ben Borfiyenden bes Sport- Startells Neutoun, Paul Wolff, Neufönn, Biethen 100 meter: 1. Laube( Fichte- Südost) 11,5; 2. Selbt( AGC.) Sandbreite zu ftraße 80, 2 r. rild: 3. Feßler- Wien. 110- Meter- Hürdenlauf: 1. Chrich( ASC.) 17,7; 2. Cide ( Fichte- Dit) 17,8; 3. Runftdorf( ASC.) 18,8. 200 Meter: 1. Feßler- Wien 23,4; An die Berliner Schwimmvereine! Rum ersten Schwimmfeft in Oranien 2. Breez( AGC.) 24; 8. Gärtner- Dresden 24,1. 400 Meter: 1. Geibel- Leipzig burg am 19. Auguft müffen die Vereine zahlreich melden. 1. Schülerschwimmen, 54,2; 2. Seina( AGC.) 55,2; 3. Wollgaft( Fichte- Südoft) 55,4. 800 Meter: 50 Meter: a) Knaben, b) Mäbchen, beliebig. 2. Jugendbrustschwimmen, 1. Strauſe( Fichte- Weſt) 2 min. 5,6 Get.; 2. Gaäfer- Sprentlingen 2 Min. 7 Ger.; 100 Meter: a) männliches, b) weibliches. 3. männerlagenitafette, er 3. Neugebauer- Rottbus 2 Min. 9,6 Get. 3000 Meter: 1. Stein- Dortmund Bruft, Seite, Rilden, Süh. 4. Frauenbruststafette, 4X50 Meter. 5. Männer. 9 Min. 37,8 Get.; 2. Bange- Wilmersdorf, 14 Meter surild; 8. Senfchte- Böbern, feitefchwimmen, 100 Meter. 6. Jugendlagenftafette, 4X50 Meter: a) Männliche, weiteren Meter zurüd. 2000- Meter- Gehen: 1. Geride( AGC.) 9 Min. 2 Gel.; b) weibliche. 7. Hindernisschwimmen: a) Männer, b) Jugend, c) Schüler. 2. Lehmann( ASC.) 9 Min. 22,5 Get.; 3. Gchrinner( Fichte- West) 9 Min. 8. Springen: 1 Rürsprung Nr. 35, Nr. 40 und Nr. 15. 9. Damenrilden. 5000- Meter- Gehen: 1. Geride( AGC.) 24 Min. 42,8 Set.; 2. Schrinner schwimmen, 50 Meter. 10. a) Männerschwimmen über 85 Jahre, 100 meter ( Fichte- Weft) 25 min. 8,8 Get.; 3. Koop( AGC.) 26 min. 25,6 Get. beliebig, b) Männerschwimmen über 41 Jahre, 100 Meter beliebig. 11. Waffer 10X100- Reter- Stafette: 1. AGE. 1 min. 56,5 Get.; 2. Fichte, 1 Meter zurild; ballspiel, 2X7 Mann und 2 × 7 Minuten. Meldungen find zu richten an 3. Dresden, 4 Meter zurüd. Schwedenktafette: 1. AGC. 3 Min. 10,4 Get.; D. Scheffran, Oranienburg, Auguftstr. 27, bis zum 10. Auguft. 2. 5. Kreis 2 Min. 13,5 Get.; 8. Leipzig 2 min. 18,8 Get. Turnverein Fichte", 1. Männerabteilung. But Beerdigung des Turn. Hammerwerfen: 1. Kühlhandner- Stettin, 30.11 Meter; 2. Frommhagen- Rathenow 28,78 meter; genoffen Erich Bendrick treffen sich die Mitglieder der 1. Männerabteilung am 3. Grahl- 8ochowig 28,37 Meter. Augelstoßen: 1. Starta( Fichte- Oft) 10,54 Mittwoch, den 8., nachmittags 12 Uhr, am Ringbahnhof Frankfurter Allee. Meter: 2. Kluge Gadifen 9,44 Meter; 3. Miller- Finsterwalde 9,32 meter. Kleidung: dunkle Sofe, Turnjace, Schillertragen, Mühe. Die Beifegung felbft 8000- Meter Fußballer- Stafette: 1. Fichte- Oft 7 Min. 12,5 Gef.; 2. 16. Kreis( Forst) erfolgt um 48 Uhr auf dem Zentralfriedhof Lichtenberg Friedrichsfelde. 7 Min. 19,5 Get.; S. Moabit 7 min, 22,2 Get. Weitsprung ohne Anlauf: Sportabt. Fichte- Gesundbrunnen. Die nächste Gigung findet anläklich des 1. Gärtner- Dresden- C.) 2,90 Meter; 2. Gingelmann( Fichte- Güboft) 2,73 meter; 8ahlabends am Sonnabend, den 11. Auguft, 8 Uhr, statt. Bon 6-8 Uhr Ser3. Alischewski( Oberspree) 2,71 Meter. Hochsprung ohne Anlauf: 1. Reichard richtung des Sportplages für den Ferienbetrieb. Genossen, die im Befiße eines ( Fichte 14) 1,28 eter; 2. Singelmann( Fichte- Gliboft) 1,23 Mater; 2. Galger. Spatens find, bringen diefen mit. Quedlinburg 1,23 Meter: 3. Rain( AGC.) 1.18 Meter. Hochfurung mit Anlauf: 1. Rain( AGC.) 1,70 Meter: 2. Chrich( AGC.) 1,65 Meter: 3. Gänger( Fichte Dreisprung: L. Selmig( Eiche- Röpenid) 12,96 Meter: gewann. 26,9. Get. Suboft) 1,60 Meter. Ein bedauerliches Verbot. Bon EinIntereffen Gefunden wurde am Sonntag im Stadion ein Schlüffelbund, zwei Sicherheits- und ein Sausschluffel. bauholen im Redaktionssekretariat, Sinden ftraße 3. 4. Sof. # Die Dauer der Kurzarbeit verteilt sich auf die davon be9-16 Stunden 23,9 Proz.( 29,5 Proz.), 17-24 Stunden 28,7 Broz., ( 85,2 Proz), 25 und mehr Stunden 28,2 Broz.( 17,0 Broz.). troffenen Arbeiter wie folgt: bis 8 Stunden 19,2 Proz.( 20,5 Broz.), Die Lage des Arbeitsmarktes in der Berichtswoche blieb im allgemeinen stabil, nur innerhalb der Bezirke finden kleinere Verschiebungen des Beschäftigungsgrades statt. Bemerkenswert ist, daß neben dem Mangel an Rohstoffen infolge der hohen Berlaufspreise das Inland nicht mehr faufträftig und eine Vermehrung der Inlandaufträge nicht zu berzeichnen ist. Auf diese Umstände sind die Zahlen der Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit azurüdzuführen. Frankreichs Montanindustrie während der Ruhrbefehung. Die Eisen- und Stahlproduktion Frankreichs ist seit Beginn der Ruhrbefehung, als die Erzeugung plötzlich gewaltig zusammenschrumpfte, wieder im Steigen begriffen. Im Juni waren bereits 99 Hochöfen im Betrieb, wovon 66 in Elsaß- Lothringen und Ostfrankreich gegen 116 im Dezember.. Die erzeugten Roheisen- und Stahlmengen waren im Juni ebenfalls beträchtlich höher als in den vorhergehenden Dezemberziffer. Da aber neue Bestellungen aus dem Ausland infolge der Frankentwertung, die eine Exporttonjuntfur herDorruft, eingelaufen sind, ist mit einer Steigerung der Erzeugung in den nächsten Monaten zu rechnen. In den ersten fünf Monaten des Jahres waren immerhin die Exportziffern für Stahl wesentlich unter dem Borkriegsstand geblieben( 698 000 Tonnen gegen 807 000), bagegen hat sich die Ausfuhr des Roheisens in diefer Periode gegenüber dem Borjahr erhöht.( Von 178 000 auf 236 000 Tonnen.) Der Ausfall der deutschen Kohle fonnte durch ziemlich wettgemacht gesteigerte Erzeugung im Inland werden, die Maierzeugung der franzöfifchen Bergwerte mit über 3 Millionen Tonnen stellt eine Refordziffer dar.. Auch war der Kohlenimport aus England bedeutend höher als im vorigen Jahre, 1,7 Millionen Tonnen im Mai gegenüber einer monatlichen Durch fchnittseinfuhr von 1,2 Millionen Tonnen im Jahre 1922. Devisenturje. Unserer gestrigen Rurstafel ist noch nachzutragen: 1 finnische Mart 45 386 Geld, 45 614 Brief; 100 österreichische Kronen 2344 Geld, 2356 Brief; 1 tschechische Krone 49 875 Geld, 50 125 Brief: 1 ungarische Krone 95,76 Geld, 96,24 Brief; 1 bulgarische Lema 15 062 Geld, 15 138 Brief; 1 jugoslawischer Dinar 17 356,50 Geld, 17 443,50 Brief. Zum Nürnberger Jugendtag. Bon E. Ollenhauer. Bochen allein in Bayern zwanzig neue Ortsgruppen entstanden sind, Bor allem wird in Nürnberg auch die internationale um zu erkennen, was der Jugendtag in Nürnberg bedeutet. Solidarität der sozialistischen Jugend einen neuer Triumph feiern Doch wenn wir felbft alle diese Dinge ausschalten und ums nar fönnen. Nicht weniger als 800 Desterreicher, 400 Deutsche aus der Es mag im ersten Augenblic vielleicht wie ein Stüd Weltfremd- daß das Programm eine große Verfaffungsfeier am Verfassungs- und schon diese starte Beteiligung an sich ist ein lebendiger, untrüggationen aus fast allen europäischen Ländern werden teilnehmen, Es mag im ersten Augenblid vielleicht wie ein Stüd Weltfremdergegenwärtigen, daß der Jugendtag in Nürnberg stattfindet, und Tschechoslowakei, 100 Holländer, 40 Schweden und fleinere Deleheit anmuten, daß gerade in diefen Tagen der bittersten Not und der tage der Deutschen Republik vorsieht, dann erkennt man die bedeutlicher Beweis für die Stärke der internationalen Beziehungen der größten Unsicherheit der politischen Lage die sozialistische Ar. beiterjugend Deutschlands die letzten Vorbereitungen für ihren fame politische Idee der Tagung. Es wird am 11. August in Deutsch- deutschen Arbeiterjugend. Es wird sich erst in späteren Jahren land keine Verfassungsfeier geben, auf der sich das junge Deutsch- zeigen, was es politisch bedeutet, wenn alljährlich einer so großen dritten Reichs jugendtag trifft, der am 11. und 12. Auguſt in land in so großer Zahl und mit dieser Rückhaltlosigkeit zur deutschen Bahl junger Arbeiter und Arbeiterinnen so greiftar deutlich die Nürnberg stattfinden soll. Es kann aus dieser Empfindung heraus Einheitsrepublit bekennen wird, als auf der Verfassungsfeier in internationale Verbundenheit des Proletariats zum Bewußtsein die Frage aufgeworfen werden, ob es denn gegenwärtig für eine Nürnberg. Die deutsche Arbeiterjugend weiß, daß der Kampf der gebracht wird. fozialistische Jugendbewegung nichts Wichtigeres zu tun gäbe, als ein bayerischen Arbeiterschaft in erster Linie ein Kampf um die Erhaltung Die zwei Tage in Nürnberg werden ausgefüllt sein von einer großes Fest zu feiern. der Republik ist, und sie wird am 11. Auguft darum geschlossen an die Fülle von Veranstaltungen, von denen jede einzelne an sich genügen Diese lleberlegung ist aber unrichtig, denn die Nürnberger Tagung Seite der bayerischen Sozialdemokratie treten. Noch deutlicher als in würde, um für Monate neuen Mut und neue Kraft zu geben. Am wird mehr sein als ein Fest. Schon jetzt ist es sicher, daß fie eine Weimar und Bielefeld wird die Nürnberger Tagung zum Ausdruck Sonntag wird der Jugendtag geschlossen, und dann werden die Ausgroße Stärkung der Jugendorganisation und eine starke Belebung bringen, daß die deutschen Nationalisten und Reaktionäre, die ja zur Verfügung stehen, die Schönheiten des bayerischen Landes ererwählten unter den Teilnehmern, denen noch einige Tage Ferien der Bewegung bringen wird. Bon den etwa 110 000 Mitgliedern, die| Bayern als ihre Domäne betrachten, sich sehr auf dem Holzweg be- wandern. Vor dem Auseinandergehen soll aber noch einmal eine der Verband der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands gegen finden, wenn sie meinen, Deutschlands Jugend stehe vollkommen in Feierstunde die proße Festgemeinde zusammenführen. wärtig zählt, werden nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen ihren Diensten und ließe sich von ihnen mißbrauchen. plant, und diese Feier wird August Betel gewidmet fein. Ant mindestens 20 000 teilnehmen. Das ist eine erstaunlich Nürnberg soll den Beweis erbringen, daß die deutsche sozialistische Abend des 12. August ist eine große Abschiedsfeier im Freien ge= die sozialistische hohe Zahl, besonders, wenn man bedenkt, daß der Verband fast aus- Arbeiterjugend um so fester und entschlossener die Sache der Republit Vorabend seines zehnjährigen Todestages internationalen schließlich die vierzehn bis achtzehnjährige Jugend organisiert. Es ift ferner bezeichnend, daß die Anmeldungen gerade in der letzten Zeit, vertreten wird, je größer die Not unseres Volkes und die Bedrängnis Jugend dem großen Führer der deutschen unferes Landes wird. Der Idealismus, der die Organisation der Sozialdemokratie ihre Huldigung bringen. Mit dem Bild dieses Nimmermüden und Ewigjungen im Herzen werden an ihren politischen Lage brachte, wieder stärker einfiefen, am stärksten aus den deutschen Arbeiterjugend in der kurzen Zeit feit der Revolution zum Jungen und Mädel zurückkehren in ihre Heimat und Gebieten, in denen sich die Verhältnisse am unerträglichsten gestalten. größten sozialistischen Jugendverband der Welt werden ließ, wird Blähen ihre Pflicht fun, bis das große Ringen der Arbeiterklasse eine lichtere Beit schafft, in der der Kampf um das nackte Dasein So stellt neben dem besetzten Rheinland das Ruhrgebiet auch nicht niedergezwungen durch äußerste materielle Not. einen sehr erheblichen Prozentsatz der Teilnehmerschar. In allen Freilich, diese Begeisterung und diese Hingabe an das Wert abgelöst wird durch ein freudiges Aufbauen der sozialistischen Gediesen Gegenden fühlt die Jugend am stärksten, wie die Not täglich wären wohl nicht da, wenn die Arbeiterjugend mit der Verfaffungs- meinschaft. die Gefahr vergrößert, daß man vor den Alltagsjorgen das letzte feier das Fest der Erfüllung feierte. Jugend will nicht stillstehen, große Ziel des Sozialismus aus den Augen verliert. Bon Nürnberg Jugend will die Vollendung erringen. Und wenn in Nürnberg Zehnerhoffen sie alle die seelische Aufloderung, die geistige Auffrischung tausende begeistert der schwarzrotgoldenen Fahne zujubein, bann des und die Erneuerung jener inneren Schwungkraft, ohne die gegen halb, weil sie wissen, daß neben ihnen die roten Fahnen in den wärtig weniger als je unser Kampf geführt werden kann. Um dieser Wind gehoben werden als Symbol unferes höchsten und letzten Zieles, rein ideellen Bereicherung willen werden die größten materiellen das wir allerdings nur auf dem Boden der Republik erkämpfen Opfer gebracht, werden tagelange Bahnfahrten mit Begeisterung hingenommen; ja, um dieser zwei Tage willen werden Darum fann eine Verfassungsfeier allein die Tagung auch Arbeiterjungen und mädel des Saargebiets fast zwei Tage nicht ausfüllen. Es muß das bunte, lebensfrohe und festliche marschieren, um dann mit den deutschen Zügen nach Nürn- Treiben der Jugend auf Straßen und Plägen, in Sälen und im berg kommen zu können. Man muß selbst einmal im Kreise der Nürn- Freien vor der Stadt hinzukommen und von neuem den Beweis erbringen, daß die kulturelle höherentmidlung des bergfahrer diefer Gebiete gesessen haben, um solche Stimmung zu be- ganzen Boltes möglich ist, wenn die wirtschaftlichen und greifen, und man muß außerdem wissen, daß z. B. in den letzten politischen Schranken niedergeschlagen werden. die uns eine erhebliche Verschlechterung unserer wirtschaftlichen und Uhr: Theater, Lichtspiele usw. Madame Butterfly. fönnen. Volksbühne Deut. Künstler- Th. Trianon- Th. Max Adalbert Tägl. 8 Uhr: Eigentlich eine reizende Frau Berliner Wolfziegen/ Anzüge Deutsches Th. Deutsch.Opernhaus Lessing- Th. 7% Uhr: in: Die Tugendprinzessin Abends 7 Uhr: Gastspiel der 3. Studie des Musik v. Kurt Zorlig Tägl. 128 Uhr 8: Hochzeit. Wunder Schneider Wibbel Der Günstling der Zarin Moskauer Künstler- Theaters: Kammerspiele Gr. Volksoper d. helligen Antonius 71 Uhr: Die Mittw. 8: Prinzessin im Theat d.Westens Turandot 8U: Die Fledermaus Büchse der Pandora intimes Theater& Theater des Ostens Gr. Schauspielhaus Diplomat im Dienst( Rose- Theater) 8 Uhr: Die Weber Theater i. d. blaue Pyjama etc. 14 U.: Die Dame Metropol- Theater 8 U.: Die Schönste der Frauen KöniggrätzerStr. Vorverk ununterbr. 8: mit der Maske Th. a. Kottb. Tor Täglich 7 Uhr Kreuzfüchse / Paletots Bockbranerei mäntel Pelzwaren Belle- Alliance- Spottbill. Sommerpreise Neuwaren- Leibhaus Ecke Fidicinstraße. Jeden Dienstag, Freitag, Sonntag Reinickendorfer Str. 105 ELITE- Erstklass. Kabarett Nettelbeckplatz Sänger Das brillante August Programm U.a.:,,Zwischen zwei Feuern!" WINTBRIEN Reichshallen Th Tägl. 7 Uhr Die wunders Neues Theat. a. Zoo Varieté- Spielplan Stettin. Sänger Geschichten des Kapellm. Kreisler 1. Teil Berliner Theater 7.30 U.: Mädi 8 Uhr: Der Leibkutscher d. Fridericus Rex Schiller- Th. Charl. U: Süße Susi SCALA Th. a. Mollendorfpl. 784: Mein Freund der Lakal Uhr Internat. Wallner- Theater Varieté 8 Uhr: Des Königs Nachbarin Rauchen gestattet! Anfang 8 Uhr Gastspiel des dann die Nürnberg soll der arbeitenden Jugend Deutschlands die Kraft geben, dieses Wert einmal mitgestalten zu helfen. Nürnberg möge aber auch der erwachsenen Arbeiterschaft Deutschlands und der Welt die fefte Gewißheit geben, daß die sozialistische Idee marschiert. Nürnberg möge wieder einmal die Blicke aller Leidenden über den Alltag mit seinen turmhohen Schwierigkeiten hinauslenfen auf das letzte große Ziel, dem wir auch im täglichen Kleinkrieg dienen. Es wird dann in uns allen von neuem zu stärkenden Gewißheit werden, daß die letzten Worte des Weimarliedes der Arbeiterjugend, das sich in drei Jahren die Welt erobert hat, für die gesamte sozialistische Bewegung gelten: Mit uns zieht die neue Zeit! Wetter bis Mittwoch mittag. Klar und größtenteils better, meist troden bei schwachen, vorherrschend östlichen Winden. Tägi. 8 Uhr: Central Theater Casino- Theater Residenz- Th.| Kleines Th. 8 Uhr: Die Räuber Wiedereröffnung Die Entlassung Frau ohne Bedeutung u Granach, George. Freitag, 10. Aug. Admirals Varieté Das Internationale Tägl. 8 Uhr: Eine LUNA PARK Ab 3 Uhr voller Betrieb 800 August Program Heute Volkstag Trabrennen Rubleben Dienstag, 7. Aug., nachm. 3 Uhr Halbe Eintrittspreise Täglich ,, Aero- Star", die größte Luftsensation der Welt! rfolg Angem. Ortstranfenfaffe Berlin- Weißenfee haben Inserate Vorwärts Forderney Das Nordree- Paradies Direkte Schnellzugs- und Dampferverbindungen Norddeich- Norderney Seewege über Bremen/ Bremerhaven od. Hamburg/ Cuxhaven u. Helgoland Auskunft und Führer durch die Bade- Verwaltung und die Reisebüros Jedes Wort 6000 M. Das fettgedruckte Wort 14000M.( zuläss. 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort( fettgedruckt) 6000 M., jedes weitere Wort 4500 M. Worte, die mehr als 15 Buchstaben haben, zählen für zwei Worte Verkäufe Bom 6. Auguft 1923 ab werden unter Aufhebung der bisher gültigen die nachftehenden Lohnftufen und Beiträge eingeführt: Stufe Wochenverbienst M 168 000 bis bis 836 000 720 000 1440 000 W. 18 000 Monats- Täglicher Tages- Wochen- Monatsbeitrag verdienst Grundlohn beitrag beitrag f. 30 g. f. 31 Tg. Mr. M. 1800 . 12 600 M. 54 000 m. 55 800 36 000 3 600 25 200 108 000 111 600 " 8 504 000 2160 000 60 000 6.000 42 000 180 000 186 000 ˊ 2 880 000 84.000 8.400 58 800 252 000 260 400 " 3 600 000 108 000 10 800 75 600 324 000 334 800 1008 000 4 320 000 1176 000 5 040 000 1344 000 5 760 000 132 000 156 000 180 000 13 200 92 400 396 000 409 200 15 600 109 200 468 000 483 600 18 000 126 000 540 000 1512 000 6 480 000 204 000 20 400 142 800 612 000 632 400 10 Bber 1512 000 über 6 480 000 240 000 24.000 168 000 720 000 672 000 840 000 Berlin- Weißenfee, den 5. August 1923. 558 000 744 000 Der Borstand. Brühmüller, Borsigender. Georg Schrage, Schriftführer. Kleine Anzeigen 50 Prozent billiger kaufen Gie Geal. mäntel, Belzladen, Belafragen, Sportpelze, Gehpelze bei Goldmann, Aleganbrinenstraße 44 II, Ede Rommandanten Rähmaschinen. Gelegenheitstäufe wenig gebrauchter Maschinen mit Garantie Straße. nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. Nollendorf 8682. Teilzahlung. dinen, Stores, Bettdecken, Diwan Möbel Künstler-, Madrasgar- Metallbetten, Chaiselongues 1 150 000 alt. Patentmatragen, Bolsterauflagen, decken, Bettwäsche. Günstige Bebin Rinderdrahtbett. Meide, Auguftftr. 32a, Weinbergsweg 4 ( Rosenthaler Plag) und Niederschöne gangen. Grebler, meide, Spreestraße 6. Quergebäude. Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, offeriert Schlafzimmer, Speisezimmer, Nähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, Serrenzimmer, Riubgarnituren, RorbPhönig, Singerbobbin. Raftorn. Rott möbel, Küchen usw. Große Auswahl, buferdamm 6, vorn hochparterre. Befuch lohnend. Bettwäsche. Einmaliges, günstiges Metallbetten, Kinderbetten, DoppelAngebot durch rechtzeitigen Einlauf. betten, Messing- Bettstellen, ChaiselonDafbettbezilge 650 000.390 000.- Jnletts 990 000.-, Bettlaken gues, Küchen billig. Spezialhaus, nur Wäsche 63, Auguststraße 63. stoffe, Daunendecken, Tischwäsche, Frottierwäsche, Ueberschlaglaken, Damast, Chaiselongues, Metallbetten, AuflegHandtücher Fabrikpreise. Reelle, fach- matragen, Patentmatratzen. Walter, männische Bedienung. Aeltefte Spezial- Stargarderstraße achtzehn. Bettwäschefabrit, Gräfestraße neunund. dreißig( Hasenheide), Brunnenstraße 10 ( Rosenthalerplag), Spandau, damerstraße 20. Pots Musikinstrumente Pianos preiswert. Klaviermacher Rinderwagen, Klappsportwagen, Rin- Lint. Brunnenstraße 35. derdrahtbettstellen, neue und gebrauchte, Flügel, Pianos, Sarmoniums ftändig verkauft Schwarzmann, Rottbufer Gelegenheiten. Rabenstein, Münafte. 10* damm 93. Bekleidung Kaufgesuche Reißend los werden Sie alle überflüssigen Hausund Wirtschaftsgeräte durch eine Kleine Anzeige im ,, Vorwärts" 15/13 Erben gesucht. Berlin geborenen Berwandte des ca. 1849 als Sohn des Carl Roch und dessen Ehefrau Wilhelmine Carl Koch werben gebeten, sich nur schriftlich unter genauer Angabe des Verwandtschafts [ 31806 verhältnisses zu wenden an C. H. Huberich G.m.b.h. Berlin NW. 7, Unter den Linden 55. Die in der Vorwärts"-Nummer 339 bekanntgegebenen Grundlohnsäze find durch Verordnung des RAM. vom 31. Juli überholt. Es behält demnach der alte Beitrag ( gültig vom 2. Juli) bis zum 5. August d. J. Geltung. Der Höchstgrundlohn ist mit Wirkung vom 6. Angust d. J. auf 240 000 M festgesezt. Die Mitglieder werden von diesem Tage in 10 Lohnstufen eingeteilt, und zwar von Stufe 1-10 für jede Stufe 10 des Höchft grundlohnes. Die Barleistungen nach dem neuen Grundlohn treten am 3. Geptember 1923 in Graft. Den Herren Arbeitgebern werden die Bestimmungen über die Meldungen, die neuen Lohnstufen und Beiträge durch Rundschreiben bekanntgegeben. Die Versicherungsgrenze der Angestellten ift vom 30. Suli 1923 auf 48 000 000 02. Jahresarbeitsverdienst festgefest Berlin- Lichtenberg den 6. Auguſt 1323. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Lichtenber Der Vorstand. O Seifel, Borsigender., Anzeigen Nummer müssen für die nächste bis 41/2 Uhr nachm. in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Geschäftsankäufe Gesucht für unsere E chromolithogr. Kunst- Für einen kleinen anstalt( Flachdrud, Saushalt im LugemFlüchtlinge suchen dringend Existenz- Offfet) ein tüchtiger burgischen wird für gefchäfte, Grundstücke. Degen, Chauffee. ftraße 116, Potsdamerstraße 68. rufen: Norden 62, Rurfürft 3686. Autozubehör e Sündkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, Friedrichsgracht 5-6. Werkzeuge u. Maschinen Stugellager, Autozubehör fauft höchft. zahlend Pilz, Reinickendorferstraße 93. Kugellager, Boschzündkerzen, Magnete, Bergafer tauft Mechanische Werkstatt, Gartenplag 5. Augellager, Autozubehör fauft Golu bew, Schönhauser Allee 127. Nägel, Solzschrauben, Maschinenfchrauben tauft Elsholz, Friedrichs gracht 1. Holzschrauben, MaschinenSchrauben, Schmirgelleinen, Werkzeuge tauft Fruchtstraße 31, Reller rechts. Nägel, Obermaschinenmeister totort ein zuverläffi und ein Druder für den Bantographen :: Dauerstellungen. Heymann& Schmidt A.-G. Berlin N. Schönhauser Allee164) ges, felbftändiges Mädchen gesucht Gef. Offerten nebft Bi d unter B 63 an d. Erp d Blattes. Tüchtig. Betriebsleiter für Delfabrit 36/19 durch Benzinegtrattion, zur Erzeu gung vegetabilischer Dele aus Lein, Hant, Raps, Sonnenblumen ufm. wird in einer bedeutenden Delfabrik in Butareft gesucht. Offerten find an die Adresse: Fabricele Assan Bukarest, Rumänien, zu richten Verschiedenes Vorwärts-Austrägerinnen werden sofort eingestellt Biftolen, Felbstecher, Fotos höchstzah- Höchstzahlend kauft Rabel, Ligen, Tend. Rose, Gollnowstr. 16. Kupferdrähte, Wachsdrähte, Spulen Glühlampen sowie 132 000 Ratsuchende! Bereinigung der drähte, Motoren, Brismengläser, graue Feldftecher 08 sämtliches Installationsmaterial Elet. Rechtsfreunde: nur Friedrichstraße 127. Bersuch macht flag!..Sethhaus Brun Belzwaren, getragene, tauft zu höch- fauft höchstzahlend Haller, Eichendorff trizitäts- Wertstätte, Neufölln, Rottbufer anerkannte Prozeßabteilung. 9-7. nenstraße 5. Firma chten! Täglich sten Breifen Anappe, Rottbufer Str. 13. ftraße 17, Stettiner Bahnhof. Damm 96. Morigplag 168 68. Bertrauensvolle Pripataufnahme, Berlin, Bärivaldstr. 47 großer Berkauf maßmäßig hergestellter Zweinabel Analge, Baletots, Schlüpfer, Cutaways. Rurbelmaschine fucht Ruß, Boststraße stedfutteral, Gingerhohlfaummaschine, Untersuchung, ärztlich empfohlen. Seb. Mauserpistolen, große, mit Holzan. Elettromaterial, Leitungsdrähte, Dyamme Uffat, Barschauerstraße 1. Hofen. Riefen- Auswahl. Belzwaren: Jagdwaffen aller Art, namodrähte, Glühlampen kauft BeteGehpelze, Sportpelze, Kreuzfülchfe, Bie- amölf. 85/2 Prismenfeldstecher, feldgraue 08 ufm. be ranenstraße 6. gen, in großer Auswahl, fonkurrenzlos Rähmaschinen sucht dringend Stephan zahlt ftets höher wie jede Ronkurrenz. billig! Reine Lombardware. * Breußner, Neukölln, Tellstr. 11, I. Straße 22a. blab. 9-12, 3-7. * 9945. BO Vermietungen Mietgesuche Möbliertes Zimmer, auch Teeres, sucht höchstzahlend Redziora, Hermannstr. 18. Bastianstr. 7 Carmen Sylva- Str. 57, Gillmann Greifenhagener Str. 22 Immanuelfirchstr. 24 Lausiger Play 14/15 Petersburger Plaz 4 Brinzenstr. 31, Hof rechts Wattstr. 9 Frauenhaar, 100 Gramm bis 60 000.Mart. Scheel, Grüner Weg 80, fein Auf Kredit moderne Herrenanzüge, Alavice bis 100 000 000.- fucht Boigt, Mauferpistolen mit Holzkaften, andere Laden, 3 Treppen. Taillenmäntel, Cutaways. Magberarbei- Neukölln, Sanderstraße 30. Telephon: Pistolen, Jagdgewehre, Brismenfeldtung, befte Zutaten. Bequeme, distrete Neukölln 4392. Gewbl. stecher, Zielfernrohre, 0,8- Gläser, Feld- Zelluloidabfall, Quedfilber, Photo. Teilzahlung. Leifer Gottlieb, Nollendorf- Pianos fauft Karfiol, Dresdener- grau. Ueberbiete jedes Gebot. Airftein, platten, Altgummi fauft Sorn, Grüner Hochbahnhof Nollendorfstraße 54. Morigplag 128 45. Linienstraße 50. * Weg 24. Königstadt 6367. Bianos, Flügel tauft zu höchften Waffen- Antauf aller Art fowie Fern. Metallschmelze! Rinn, Quedfilber Reihhaus Friedrichstraße 2( Hallesches Tagespreisen Bianomagazin. Barba gläser, Pistolen, Geweihe zu höchsten höchftzahlend. Christionat, SchlesischeTor) verkauft elegante Serrenanzüge, roffaplak 2. Stollendorf 5397. Breifen. Waffen- Loesche, Berlin, An ftraße 39. Arbeitsmarkt Ulster, Baletots, Sportpelze, Gebpelze, Ragenjaden, Gealmäntel, Kreuzfüchfe, Schallplatten, alte, zerbrochene, tauft der Spandauer Brücke 11( am Bahnhof Bahngebiffe, Bahn 75 000.- aufwärts, Graufüchse, Blaufüchse, Wölfe au enorm Schreinerftr. 57, Hof parterre. zu höchstem Tagespreis. Ringewald, Börſe). Gold, Silberbruch kauft Zahnpragis, Stellenangebote billigen Breifen. Reine Lombardware. Fahrradantauf, höchftzahlend, Dres. Hollmannstraße 12. Schallplatten, Rilo 130 000.-, kauft denerstraße 120. Morigplag 3730. Bauwächter für Lankwig gesucht. Silberwölfe, Belzjaden, Belzmäntel, Leim, Schellac, Politur fauft MöbelFuchs, Neanderstraße 3. 31816 Neukölln, Nedarstr. 2 Gilber, Kreuz, Natur- und Zobelfühle, Chriftburgerstraße 8. Fahrräder kauft Eisenacherstr. 52.* Taben, Romintenerstraße 13. Amerika Opoffum sowie Belge aller Art. Prismenfeldstecher, besonders Rein, Seimarbeiterinnen auf Fantasies, Le Reinidendorf- Off, Provinzstr. 56 Fahrräder kauft Johnfe, Rastanien. Sade, Plane, Berkauf zu Engrospreisen. Belzhaus Goerz Photoapparate tauft höchstzahlend Emballage, Zwirne 85/1 fauft höchftzahlend Abisch, Linienstr. 44 der- und Regenhüte füchen gegen hohen Schöneberg, Belziger Str. 27 Hackeschen Marft, Rofenthaler rant. Blücherstr. 56. Morigpl. 141 63. allee 53. Sumboldt 3502. ( Schönhaufertor). Norden 2824. Lohn und dauernde Beschäftigung MerStraße 33. I. 106.15 Tempelhof, Kaiser- Wilhelm- Str.31 1 Million und mehr zahle für Feld- Felleinkauf. Riegen, 8idel. Ranin, 16s u. Co., Lindenstr. 35. Belshaus Warschauerstraße 7. Ge- ftedyer 08. Sadceinkauf, Rähgarn. Swinemünder Echafwolle, Brismengläfer, Photoappa. Roßhaare, Leberhutarbeiterinnen, in und außer Maulwürfe, dem Saufe, verlangen sofort Siegfries Iegenheitsfäufe. Riefenauswahl. Spott- rate Retordpreise. Müller, Jahnstr. 1. Ralbfelle. Woldenburgerstraße 2. Alegan- Straße 7. Sumboldt 489. Anzutreffen 3 Uhr ab. * der 1857. Händler Extrapreise. Sädeantauf Gollnowstr. 3. u. Mag Auerbach, Krausenstraße 31/32 am preise. * Wilhelmshavener Str. 48 Charlottenburg, Seienheimer Str.1 Cöpenid, stießer Str. 6, Laden Friedrichshagen, Kurze Str. 11, Hoffmann