Nr. 369 40.Jahrgang Ausgabe Nr. 183 Bezugspreis: Für die erste Hälfte Auguft 50000 M voraus zahlbar. Unter Kreuzband für die erste Hälfte August für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Lugemburg 64000 M., für das übrige Ausland 75 000 m. Postbezugspreis freibleibend. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit", der Unter. haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareille. geile toftet 30000 M. Reklamezeile 150000 M. Kleine Anzeigen das fettgebrudte Bort 14000 M.( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6000 902. Stellengesuche das erfte Mort 6000 M., jedes meitere Bort 4500 90. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 9000 m. Anzeigen für die nächste Summer milfsen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW.68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 gen verharrte. Donnerstag, den 9. August 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boftschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depoßitenkaffe Lindenstraße 3 Die Finanzreform im Reichstag. „ Jedes Opfer bringen" sagt Cuno! Buchdruckerstreik in Sicht. * Präsident Löbe eröffnet die Sigung um 3 Uhr 20 Minuten und hebt hervor, daß, wie zu befürchten war, die finanziellen und wirtschaftlichen Ver hältnisse unseres Landes einen baldigen Wiederzusammentritt des teichstages notwendig gemacht haben. Verhandlungsreife Regierungsvorlagen liegen jetzt vor. Das Parlament müsse rasche Arbeit leisten, wenn die erhoffte Besserung noch tommen solle. Der Präsident gedenkt dann, während die Abgeordneten sich von Staaten von Amerita, Harding. Er habe bereits dem ameritanischen Botschafter in Berlin von der Teilnahme des Reichstages Kenntnis gegeben. Präsident Löbe knüpft daran den Wunsch, daß Amerita sich überzeugen möchte, welche großen Berdienste um die Menschheit es sich erwerben würde, wenn diese größte und einflußreichste Republit der Erde ihre Mithilfe zur GeJundung und Befriedung der Welt leisten würde.( Beifall.) Das Wort erhält darauf Reichskanzler Dr. Cuno, der zunächst von den Kommunisten am Sprechen verhindert wird durch Rufe: Der lebende Leichnam vedet! Sie sind ein Verbrecher am deutschen Volt!( Anhaltende große Schwindler! Betrüger! Abtreten! Raus mit den Ausländern. Der Abg. Frölich( Komm.) erhält zwei Unruhe auf allen Seiten des Hauses. Bfui- Rufe rechts. Rufe: Ordnungsrufe.) nichtbefolgung seiner Mahnung eine gröbliche Berlegung der Orb Präsident Löbe macht darauf aufmerksam, daß er bei weiterer Nichtbefolgung seiner Mahnung eine gröbliche Verlegung der Orde betreffenden Abgeordneten vornehmen werde.( Lebhafter Beifall.) nung des Hauses als vorliegend ansehen und die Ausweisung der Reichskanzler Cuno ,, Cuno ist von den Kommunisten gerettet werden." So[ oder ähnlich konnte man es gestern in allen Eden der Wandelhalle hören, als man das Ereignis dieses großen Die Funktionäre der Buchdrucker und Hilfsarbeiter haben gestern Tages" besprach. In der Tat hätte der Reichskanzler diesmal abend beschlossen, am Freitag früh in den Streit zu treten. nur noch das Mindestmaß des konventionellen Beifalls ernten Heute vormittag erfolgt in den Betrieben Urabstimmung. fönnen, wenn nicht das alberne Treiben der kom( Näheres unter Gewerkschaftsbewegung.) munisten zu Gegendemonstrationen angereizt hätte, die Herr Cuno nun auf der Aftipfeite buchen kann. An diesen Aufgaben vorzubereiten, vor deren Lösung fie der nächste Re- den Bläßen erheben, des Ablebens des Präsidenten der Bereinigten Gegendemonstrationen, soweit sie sich in Formen des Beifalls gierungswechsel stellen wird. für den Redner fundgaben, nahm schließlich auch nur ein Teil gierungswechsel stellen wird. der Rechten, der Volkspartei und der unpolitischen TribünenNach der Plenarsizung des Reichstages fand eine Bebesucher teil, während der größte Teil des Hauses in Schwei- sprechung des Reichsfinanzministers Hermes mit VertreDie kommunistischen Tobsuchtsszenen wirften überaus tern aller Parteien über den Inhalt der neuen Steuerwiderlich, weil niemand an ihre Echtheit glaubte. Aus porlagen und die Art ihrer Verabschiedung statt. Der Minister legte entscheidenden Wert auf die allerschleunigste Bebrüche eines überschäumenden Temperaments find zumal ratung aller Vorlagen und fündigte eine wesentliche in einer Zeit, wie der gegenwärtigen zu verstehen und zu Herauffeßung der Säge für die Vorauszahlungen der verzeihen. Bei den Kommunisten war gestern nichts Gefühl Einkommensteuer und Körperschaftssteuer an. Er anerkannte Der Aufsichtsrat der Stinnes und Konsorten hat das Wort! und alles Mache. Ganz offenbar war eine Instruktion aus ebenfalls die Notwendigkeit der Ergänzung der Regierungsgegeben worden, Herrn Cuno nur noch„ Schuft" zu titulieren, während Faschistenhäuptlinge bekanntlich immer als hebung einer laufenden Steuer in Höhe des Mehrfachen der porlagen durch den sozialdemokratischen Vorschlag auf Er„ Exzellenz" anzureden sind. Der Mann, der gestern Blatt auf Blatt einer wohlaufgeopffteuer auf Goldmart berechnet, lehnte er wegen Lohnsteuer. Die von verschiedenen Seiten vorgeschlagene fetzten Regierungserklärung stockend und erregt perlas, ist nicht ihrer unsozialen Wirkungen ab. Für die Landwirtschaft geeignet, Gegenstand eines leidenschaftlichen Haffes zu sein. sei eine Flächensteuer die im Augenblick geeignetste Man konnte Bismard als politischen Gegner leidenschaft- Methode. lich hassen, und dieses Gefühl der Sozialdemokratie gegen ihn In der sich daran anknüpfenden Aussprache wiesen die war sicherlich echt, wenn es auch unter Bebels und Singers sozialdemokratischen Vertreter auf den entschei- beginnt dann seine Rede: In wenigen Tagen, an dem Tage, an Führung nie in den Formen zum Ausdruck kam, die heute denden Gesichtspunkt hin, daß die Steuermaßnahmen so dem sich vor vier Jahren das deutsche Bolt aus eigenem Recht und von der äußersten Linfen beliebt werden. Herr Cuno machte ausreichend sein müssen, daß sie die Notenpreffe zum Willen neu die Form seines Gemeinschaftslebens im deutschen Freigestern vielmehr den Eindruck eines Mannes, der von der Last Stillstand bringen. Außer diesen Maßnahmen aber staate gab, vollendete sich der 7. Monat seit dem Einmarsch ins feiner Berantwortung fast erdrückt ist und selbst im Zweifel müßte auch die Goldanleihe durch Erfassung der Sach- Ruhrgebiet, der siebente Monat der Entrechtung des Landes an darüber ist, ob er es verantworten fann, verantwortlicher merte absolut vertrauenswürdig gemacht werden. Durch Aus. Ruhr und Rhein, der der schlimmste denkbare Anschlag und Frevel Reichskanzler zu bleiben. Offenbar haben der Fehlschlag der gabe von wertbeständigen Krediten von allen Reichsstellen sei ist. Rhein und Ruhr beherrschen auch heute die Lage. Ich habe gegen Freistaat und Staatlichkeit eben dieses deutschen Freistaates auf England gesetzten Hoffnungen und die Kritit, die an der fünstlichen Geldvermehrung und den Geschenken an die nicht nötig, in einzelnen Bildern zu zeigen, was dort geschieht. Sie feiner inneren Politik geübt wurde, auf den Reichskanzler Sachwertbesitzer ein Ende zu bereiten. Und es müsse ferner alle fennen die Fälle von Vergewaltigungen und Bedrückungen, einen so starken Eindruck gemacht, daß er heute noch weniger durch sofortigen Eingriff auf den Devisenmarkt Grausamfeiten und Zerstörungen, der die deutschen Menschen bort als eine Kampfnatur erscheint, denn je zuvor. ausgefeßt sind, und ich glaube, auch die Welt, soweit fie mensch Inwieweit diefe Kritik, die bekanntlich auch in der bür. der Entwertung der Mart ein Ende bereitet werden. Die bürgerlichen Redner anerkannten ohne Aus- lich empfindet, kennt dies Bild von Gewaltherrschaft und Greuel. gerlichen Presse sehr scharf geübt wurde, in der heutigen nahme die Notwendigkeit der gewaltigsten Anspannung der Mehr als 100 Tote, 10 Todesurteile, Freiheitsstrafen über 1200 Debatte ihr Echo finden wird, muß abgewartet werden. So Steuermaschine. Es sei teine Zeit, bei kleinlichen Bedenken verhaftungen, Bantraub von 350 milliarden, dazu Ranb von StaatsJahre, ein halbes Dutzend lebenslängliche Berurteilungen, Geifelviel bisher zu sehen, ist man mehr auf fachliche Arbeit stehen zu bleiben. Es gelte jetzt das Ganze zu retten. Unter geld, die Vertreibung von 110 000 Personen aus Haus und Hof, eingestellt als auf politische Krisenstimmung. Und sicher ist fo- diesem Gesichtspunkt betrachtet sei unter allen Umständen auch die Ausweisung von 95 000 Personen allein aus der Reichsverkehrs viel: Durch eine etwa entstehende Regierungskrise dürfte die ein Eingriff auf den Devisenmarkt erforderlich. verwaltung, die Ausweisung von 15 000 Männern mit 37 000 Ja vom Reichstag in Angriff genommene Finanzreform Unter dem Drucke der erschreckenden Notlage des Reiches milienangehörigen, Verbrechen aller Art, bezeichnen den Weg, den um keinen Tag hinausgeschoben werden, wenn nicht das Un- hat sich also auch die Stimmung der bürgerlichen Parteien ge- die französisch- belgische Ingenieurkommission mit der Schuhmacht heil, das über das arbeitende Volk gekommen ist, noch verändert, die durch ihre furzsichtige Politik ungeheuer viel zu ihrer Truppen bei ihrer friedlichen Arbeit gegangen iſt. vielfältigt werden soll. dem Steuerchaos und der Währungszerrüttung beigetragen Der fatastrophale Zustand, in dem sich unsere Wirtschaft haben. Ebenso groß aber ist die Schuld des Herrn Haven- Entrüstung und innere Empörung, Berachtung der Einwohner und befindet, das Schreckbild des unaufhaltsam in phantastische stein, der anscheinend immer noch nicht einfieht, daß es die men und die nach dem Vertrage von Versailles fälligen Lieferunaller wahren Deutschen. Um ein„ proquktives Pfand“ zu bekomHöhen hinaufkletternden Dollars hat die bürgerlichen Bar Aufgabe der Reichsbank ist, durch eine fräftige und energische gen von Kohle und Kots unabhängig vom Willen Deutschlands zu teien und die Regierung in eine Stimmung versetzt, in der Intervention der Devisenspekulation ein Ende zu bereiten. fichern, zu diesem Zweck behauptete die französische Regierung am fie fozialdemokratischen Ratschlägen zugäng- Benn jetzt unter dem Drucke des Währungssturzes die Steuer- 11. Januar, das Ruhrgebiet zu besetzen. Aber in den 7 Monaten licher find denn je. Nach allen Anzeichen scheint es jetzt endlich möglich zu sein, daß unter sozialdemokratischer Führung fäße, die zur Deckung des Defizits im Etat erforderlich sind, vom Januar bis Juli 1923 brachte der Raub an Kohle und Koks Pofitives geschaffen wird, um der Finanzkatastrophe Einhalt von Tag zu Tag um mehrere hundert Prozent erhöht werden Frankreich und Belgien weniger als ein Fünftel dessen, was freie zu tun und den arbeitenden Massen wieder eine festere müssen, so mögen sich die besitzenden Kreise Deutschlands dafür deutsche Arbeit geliefert hätte. Und Frankreich kann nicht hoffen, Die sozialdemokratische bei Herrn Havenstein bedanken. Seine Schuld ist es, wenn zu besseren Ziffern zu kommen, denn Arbeiter und Unternehmer missen, daß ihr Schicksal mit dem des Vaterlandes untrennbar verExistenzgrundlage zu gewähren. Reichstagsfraktion hat in ihrem bekannten Beschluß erklärt, ießt so tiefreichende Eingriffe absolut erforderlich sind, die so- bunden ist. Bereit, als Freie fofort die Urbeit wieder aufzunehmen, daß sie ihr Berhalten je nachdem einrichten wird, wie man wohl der deutschen Wirtschaft als auch der Gesamtheit viel lehnen wir es ab, folange die Unfreiheit dauert, unfer Bajonet und fich zu ihren Forderungen stellt. Da nun bei den bürgerlichen höhere Belastungen auferlegen, als es eine rechtzeitige und Reitpeitfche, zum Nuhen des Unterdrüders zu arbeiten. wird auch die neueste und brutalfte Maßnahme, die Gruben unter Fraktionen, soviel zu sehen, das Bestreben herrscht, hinter fach- geschickte Intervention getan hätte. eigene Regie zu nehmen, nichts ändern. So sind die 3iffern Be liche Fragen Personen fragen zurückzustellen, spricht die Der Aelestenrat des Reichstages hat, wie wir der Kohlenabfuhr immer weiter gefunten trugen die Tagesdurchschnittsziffern im Mai noch 5855 Tonnen Wahrscheinlichkeit dafür, daß die gegenwärtige Reichstagstagung mit der Verabschiedung einer radikalen Finanzreform schon in größten Teil unserer Abendausgabe mitteilten, be Rohle und 7023 Tonnen Rots, so fanten fie im Juli auf 4365 Tonnen und ohne politisch- porlamentarische Krife schließen wird. Ueber- fchloffen, nach der Rede des Fininzministers Dr. Hermes die Kohle und 3500 Tonnen Kots, also um ein Fünftel bei der Kohle, fämtlichen Steuervorlagen an den Ausschuß zu überweisen, um die Hälfte beim Rots. Sie werden weiter finten, raschungen sind natürlich nicht ausgeschlossen. Geschäftsordnungsmäßig steht die Sache so, daß Steuer- jedoch heute die politische Aussprache im Anschluß an die Er- denn die Haldenbestände verringern sich immer mehr und je schneller vorlagen zur Beratung stehen, die nach der Debatte ohne lärungen des Reichskanzlers stattfinden zu lassen. Die Aus- die Scheinausbeute erfolgt, um so rascher versiegt sie. Das gibt besonderen Beschluß in den Ausschuß gelangen. Die sozial- schußberatungen sollen so beschleunigt werden, daß mit der auch in Frankreich denen, die die Dinge noch wirtschaftlich betrachten, demokratische Reichstagsfraktion wird sich an der Steuerarbeit weiten Lesung der Steuervorlagen im Plenum späte zu benten. Der französischen Regierung aber gibt es Anlaß, in zu ändern. Es geht nicht mehr gut mit der Farbe von der friedbeteiligen mit dem Ziel, fie nach ihren Forderungen zu ge- ftens Anfang nächster Woche begonnen werden kann. Reden und Schriftstücken den Charakter des Unternehmens etwas lichen Ingenieurfommission und dem produttiven Pfande. Was stalten. Kommt sie am Schluß dazu, diese Steuervorlagen anDon Paris aus so oft versichert wird, daß Frankreich sich im Ruh ra gebiet fchadlos halten wolle, diefes noch gegenüber diesen Biffern festzuhalten, würde einem Geständnis des Mißer folges gleichkommen. So muß nun unter dem Druck der deutschen Bergarbeiter und Unternehmer, Beamten und Eisenbahner( Unruhe und Zurufe bei den Kommunisten) der wahre 3wed boch halb eni hüllt werden, indem die franzöfifche Regierung erklärt, daß es sich für sie darum handle, Deutschland durch Störung feiner politischen und wirtschaftlichen Ordnung Ungelegenheiten zu bereiten und es damit gefügig zu machen. * * * * zunehmen, so hat das mit ihrer Stellung zur Regie- Der Reichstag trat gestern nachmittag um 3 Uhr zusammen. rung nichts zu tun. Sie ist seit der Auflösung der von Wirth Am Regierungstisch hatten Reichskanzler Dr. Cuno, Innenminister geführten Koalition niemals Regierungspartei gewesen, sie ist Deser, Wirtschaftsminister Dr. Becker, Außenminister von Rosenes auch jetzt nicht. Aber wie unter jeder Regierung werden berg, Finanzminister Dr. Hermes, Arbeitsminister Dr. Brauns und auch unter dieser alle ihre Anstrengungen darauf gerichtet sein, Wehrminister Dr. Geßler Plaz genommen. Das Haus ist gut beetwas Pofitipes zur Besserung der elenden fegt, die Tribünen sind überfüllt. In der Diplomatenloge wohnen Lage der Maffen zu erreichen. zahlreiche Vertreter fremder Staaten den Verhandlungen bei. Auf Politisch bleibt von der gestrigen Reichstagssitzung der der Tagesordnung steht die erste Lesung des Ruhropfers, des SteuerEindruck, daß eine unmittelbare Regierungsfrise zwar wahr- zinsgesetzes, der Verbrauchssteuergesetze und der Vorlage über die fcheinlich nicht bevorsteht, daß es aber für die Parteien, ins- Erhöhung der Vorauszahlungen auf die Einfommen und Körperbesondere auch für die Sozialdemokratie, Zeit ist, sich auf die schaftssteuer. Und was hat Frankreich dafür gewonnen? Daran So steht heute der Kampf, unter dem das ganze Gefüge der Welt wirtschaft, hohe wirtschaftliche, politische und idielle Interessen fast| Frankreich darauf verzichtete, uns Demütigungen nur um der De-| Darum gilt es, den gewaltlosen paffiven Widerstand, frei von finnaller Staaten, unter dem am tiefsten und schmerzlichsten das deutsche mütigung willen aufzuerlegen.( Hört, hört! links.) Bolk leidet. Mit Spannung verfolgt daher das deutsche Volkt die Bemühungen, die an verschiedenen Stellen der Welt im Gange sind, um eine Lösung der Krise zu finden. Die Führung bei dieser Arbeit, die, wie wir wissen, in Rom Antrieb und weise Förderung erfahren hat, liegt feit jener Rede Lord Curzons im Oberhause vom 20. April in englischen Händen. Den letzten Aft stellen die Berhandlungen im englischen Parlament vom 2. August dar. Deutschland hat bei dieser Gelegenheit erfahren, was England feinen Alliierten als eine der deutschen Regierung gemeinsam zu erteilende Antwort auf unser Memorandum vom 7. Juni vorgeschlagen hat. Die Grundlagen, auf denen sich die England vorschwebende Lösung aufbaut, sind für Deutschland wahrhaftig nicht erfreulich. Es findet sich darin manches Ansinnen, das uns unmöglich scheint, soweit sich ohne Kenntnis der Begleitdokumente ein Urteil bilden läßt. In dem Bestreben, das gute Einvernehmen mit den Waffengenossen von gestern aufrechtzuerhalten, ist England in seinen 3uge ständnissen an den französischen Standppunkt außerordentlich weit gegangen. Aber es ist nicht unsere Sache, uns darüber zu verbreiten, was England für sein Interesse hält, Und wir wissen uns von der Torheit frei, Sympathien für Deutschland zu vermuten, wo feine vorhanden sind. Ob und welchen Fortgang die englische Aktion nehmen wird, vermag ich nicht zu fagen. In dem Augenblick, wo neue englische Beröffentlichungen bevorstehen und Meldungen über einen angeblich geplanten neuen englischen Schritt umlaufen, wäre es zwecklos und gefährlich, sich über Einzelheiten der bisherigen englischen Aktion zu verbreiten oder Konbinationen für die Zukunft anzustellen. Fest steht eins, daß für große Hoffnungen fein Anlaß vorliegt, ( Sehr richtig! in der Mitte), aber so sehr wir uns von Illusionen frei wissen, so fann uns doch der Glaube nicht genommen werden, daß die wirtschaftliche Vernunft und der Sinn für Gerechtigkeit sich schließlich auch im Auslande durchsetzen werden. Von der politischen Erkenntnis bis zur politischen Tat ist ein weiter Weg, und niemand wird es uns verübeln, wenn uns die Langsamkeit, mit der diefer Weg gegangen wird, mit Sorge erfüllt.( Sehr wahr! rechts.) Auch heute müssen wir uns auf eine( ange Dauer der Leidenszeit gefaßt machen und einrichten. Nichts liegt mir ferner, als den guten Glauben an Wunder zu predigen. Wir dürfen nicht an Wunder, sondern müssen an uns selbst glauben( Schr wahr! in der Mitte), und wir müssen diesen Glauben nicht durch fatalistische Ergebung, sondern in entschlossenem Handeln betätigen.( Bravo! rechts.) In diesem Sinne fann auch ich mir die Forderung nach Attivität nur aus vollſter Ueberzeugung zu eigen machen. Worin soll diese Aktivität bestehen? Man spricht von Verhandlungen mit Frankreich. Ich halte den Gedanken für falsch und werde dies begründen. Aber zuvor sei es mir gestattet, eine Bitte an das hohe Haus, an alle Parteien zu richten. Ein Gedanke fann irrig sein und er braucht deshalb doch nicht aus schlechter Gesinnung zu erwachsen.( Sehr richtig!) Jeder hat das Recht, eine eigene Meinung zu haben und die Auffaffung des politischen Gegners zu befämpfen, aber dieser Kampf soll mit Argumenten und nicht mit Anzweiflung der Gesinnung oder der Motive ausgefochten werden.( Sehr wahr! auf verschiedenen Bänken.) Bersönliche Berunglimpfungen des Gegners nützen nicht der eigenen Sache, sondern schaden ihr. Nicht in der Anzweiflung der Staatsgefimmung des Nächsten, sondern in der Betätigung der eigenen Staatsgesinnung wollen wir wetteifern.( 3u rufe von der äußersten Linken.) Aber was wir nicht können und was wir nicht wollen, ist, deutsches Land preiszugeben und deutsche Volksgenossen zu verraten! losen Gewalttaten und frei von verbrecherischen Anschlägen, die Gewalttat und Terror auch gegen die Bevölkerung des befehlen Gebietes felbst zur Folge haben( erneute Unterbrechungen bei den Kommuniften), mit aller Kraft fortzusehen und die Bevölkerung, die ihn aus Nicht im Mittelpunkt, aber im Vordergrund der französischen Forde- tät zu stüßen.( Lebhafte Zustimmung.) Ob sich ein Weg zu Vereigenem Entschluß leistet, im nichtbesetzten Gebiet mit höchster Attivirungen steht das Verlangen nach Beseitigung des passiven Wider handlungen alsbald eröffnet, ob nicht, in jedem Falle ist es notstandes. Bevor Frankreich sich überhaupt auf eine Unterhaltung einläßt, bevor es sagt, was es will, soll die deutsche Regierung der wendig, daß wir alles tun, uns selbst zu helfen und der Welt den Bevölkerung im Ruhrgebiet und am Rhein zumuten, ihre einzige Beweis dieses Willens zu geben. Das gilt vor allem auf finanzWaffe auf Gnade und Ungnade niederzulegen. Dies ist eine Forde politischem Gebiete. rung, auf die die Reichsregierung, auf die feine deutsche Re= Der Jerfall der deutschen Währung gierung eingehen kann.( Lebhafter Beifall.) Und selbst wenn ist das schlimmste, was uns betroffen hat. Wir haben ihn nach eine deutsche Regierung den Versuch machen wollte, was würde sie Kräften und Mitteln aufzuhalten gesucht und so wenigstens zeitweise erreichen? Hinter der einen Unmöglichkeit würde alsbald die un- Beruhigung schaffen können. Der Zerfall( 3uruf bei den Komendliche Kette anderer Unmöglichkeiten auftauchen, die die fran- munisten: Den Sie auf dem Gewissen haben!) hat in den letzten zösische Politik wie Mauern über den Weg der Verständigung zieht. Tagen einen Umfang angenommen, der tiefste Sorge und ich vers ( Sehr richtig!) Wir würden die deutsche Bevölkerung weder vor hehle es nicht Berbitterung weckt. Wir stehen vor der Gefahr, der systematischen Ausbeutung durch Schergen des französischen von Auslandszufuhr, soweit nicht der Käufer selbst Devisen aus dem Großtapitals bewahren( Abg. Frölich: Stinnes ist nicht besse:. Umlauf erhält, wie durch eine Balutablodade abgeschnitten Hochverräter!), noch die Rückkehr der Vertriebenen und die Frei- zu werden. Im Inland tut sich eine währungsfluft auf, gabe der Verhafteten sicherstellen. Wir würden weder die Räumung die uns vor schwere Gefahren stellt. Darum ist die Regierung und des Ruhrgebiets in einer auch nur annähernd absehbaren Frist, noch sind Sie dessen bin ich sicher mit uns entschlossen, alles zu tun, die Rückkehr zu vertragsmäßigen Zuständen im Rheinland erreichen. um diesem Zerfall Einhalt zu tun und im wirtschaftlichen Lose der Mit der völligen und bedingungslosen Unterwerfung, die Frank- breiten Kreise unseres Volkes Ausgleich zu schaffen. Die Börsenreich fordert, würden wir lediglich erfaufen, daß uns wiederum vorgänge der lezten Tage werden auch Ruhigdenkende fragen lajien, ein Dokument zur Unterschrift vorgelegt wird, das uns un- ob wir noch Zeit dazu haben.( Unruhe bei den Kommunisten. Bumögliche und von der gesamten Welt als unsinnig erkannte rufe: Banterotteur! Gegenrufe rechts. Präsident 25 be bittet die Leiffungen auferlegt. fommunistischen Zurufer, der Welt das Beispiel parlamentarischer Buchtlosigkeit zu erfparen. Fortdauernde stürmische Unterbrechungen bei den Kommuniften.) Das Ruhrgebiet soll erst frei werden, nachdem der letzte Pfennig unmöglicher Leistungen abgetragen ist. Eine Aenderung des Charafters der Besetzung soll eintreten, wenn und insoweit es dem militärischen Oberbefehlshaber gut dünft. Die Entrechtung des Rheinlandes soll andauern. Wir sollen Zahlungen leisten, die in sich unmöglich sind, während uns das wichtigste Instrument zur Erarbeitung der Werte, das Ruhrgebiet, genommen bleibt. Wir sollen unerachtet dieser unmöglichen Bahlungen, so sagt die französische Antwort auf den englischen Vorschlag, unseren Kredit wiederherstellen, unsere Währung stabilisieren, unser Budget ins Gleichgewicht bringen, während Frankreich bewußt und erklärtermaßen mit der Ruhraktion dafür gesorgt hat, daß Deutschlands gesamte wirtschaftliche und politische Organisation in Berwirrung und aus den Fugen gebracht ist.( Sehr wahr!) Deutschland soll niederbrechen, aber zahlen, und wenn es infolge des Niederbruchs nicht zahlt, soll es neuer Verfehlung angeklagt und neuen Verfolgungen ausgesetzt werden, bis das Werk der Vernichtung vollendet ist. Aber dieser Prozeß der Bernichtung, dem die Welt wie gelähmt zu sieht, soll sich im Namen der Gerechtigkeit und in wohlanständigen Formen vollziehen.( Sehr richtig! in der Mitte.) Frankreich braucht dazu eine neue Unterschrift, die Deutschland als neuen Klotz am Bein durch die Jahrzehnte mit sich schleppen soll. Geben wir uns darum auch darüber keinen Jllufionen hin, daß eine Unterwerfung unter den unbarmherzigen Starrfinn der französischen Regierung mit einem Dokumente besiegelt werden würde, das mit peinlichster Gewissenhaftigkeit und ausgeflügeltem Advokatenwitz alles zusammenträgt und nachholf, was nach französischer Auffaffung der Vertrag von Bersailles versäumt hat, ( Sehr wahr!), einem Dokument, das schlimmer fein würde, als jener Vertrag, der wie ein Fluch auf den Völkern Europas lastet.( Sehr mahr! in der Mitte und rechts.) Nur selten ist es bei einer politischen Diagnose möglich, mit Beweisen aufzuwarten. Im vorliegenden Und nun zur Frage der Verständigung mit Frankreich! Falle ist der Beweis dafür vorhanden, daß ich nicht zu schwarz male. Bo in der Welt kann noch ein Zweifel darüber herrschen, daß Der englische Entwurf für die Antwort an Deutschland sah Deutschland eine ehrliche, beiben Teilen gerecht werbenbe Beror, daß die deutsche Regierung die Verordnungen und Befehle, die ständigung mit dem westlichen Nachbar wünscht? Die vier Jahre den passiven Widerstand nicht, wie es in dem Entwurf heißt, organifiert, sondern eingedämmt und in ein ruhiges Bett geleitet haben, daß nach dem Friedensschluß stellen eine ununterbrochene Rette folcher bie deutsche Regierung diese Verordnungen zurückziehen und dadurch Berständigungsversuche dar, die von den deutschen Regierungen ver- den befehenden Mächten die Möglichkeit verschaffen solle, das Reworden und immer wieder gescheitert sind. Als Mitte November gime der Okkupation zu ändern und das befehte Gebiet dem nor die Borgängerin der gegenwärtigen Reichsregierung fich gezwungen malen wirtschaftlichen Leben zurückzugeben. Auch diesem Borschlag, die Vorgängerin der gegenwärtigen Reichsregierung fich gezwungen der die deutsche These dem französischen Standpunkt fast restlos gesehen hatte, die Unmöglichkeit der Fortsetzung der deutschen Leistungen in dem bisherigen Tempo zu erklären, und unt ein Mora- opfert, hat der Herrscher und Verderber Europas abgelehnt. torium zu bitten, trat das jezige Kabinett sein schweres Amt an.( Lebhaftes Hört! hört!) Scheiden also für dieſe Regierung, wie wir ( Zurufe von der äußersten Linken.) In den sieben Wochen zwischen überzeugt sind, für das deutsche Volt praktische Möglichkeiten für die dem Amtsantritt und dem Einbruch ins Ruhrgebiet, der die fran- herbeiführung der von uns gewünschten, aber von Paris abgelehnten zösische Antwort auf unser Moratoriumsgesuch war, erfolgten vier Berständigung mit Frankreich aus und zeigt sich am Horizont kein Versuche, die in diesem Hohen Hause bekannt sind. Nach dem Ein- Licht, das schnelle Hilfe ankündigt, so heißt es für uns, marsch in das Ruhrgebiet benutzte die deutsche Regierung jede Ge- mit allen Mitteln eiserner Entschloffenheit uns am Leben zu erhalten legenheit, um festzustellen, daß Deutschland bereit ist, bis an die und dafür jedes, aber auch jedes Opfer zu bringen.( Stürmischer Grenze des Möglichen zu leisten, zu zahlen und Garantien zu geben. Beifall. Unterbrechungen auf der äußersten Linken.) Die Welt weiß auch, daß wir bereit waren, den franzöfifchen Dabei find wir ganz und ausschließlich auf uns angewiesen. Bir Prestigebedürfnissen Rechnung zu tragen, menn stehen allein und müssen und werden uns selbst helfen.( Beifall.) doch in der Mehrzahl Sächsische Spießer in Bayern. " sogar einem fächsischen Oberlehrer, den ich fennen lernte, fehlten die elementarsten Renntnisse über die Bon Albin Michel, zurzeit im Fichtelgebirge. politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge unserer Zeit. Im allgemeinen finden diese Schwäger in Bayern durchaus Bayern wird zurzeit von Spießern allerart aus dem ehe nicht den Anklang, den sie voraussetzen. Namentlich in Nordbayern maligen Geenigreich Sachsen heimgesucht. In ganzen Schwärmen sind die Bauern durchaus teine egaltierten Anhänger der Monarchie. durchziehen sie die Städtchen und Dörfchen, hocken sie in den Miets- Was wull's", hörte ich dieser Tage einen wohlhabenden Bauern zu häusern. Solange sie nicht„ bolitifieren", mag es noch angehen, leider einem fächsischen Spießer sagen,„ Bayern hot halt faane Kohl'n, es treiben diese Spießer aber fast immer„ Bolitik". Deshalb werden faa biefertwegen aa net vo Preißen furt, und weil es dös net taa, sie zur Landplage. Der schattigste Mietshausgarten fann einem taa's aa den kinni net wieder einsetzen." Aus dieser Aeußerung zum Ort der Qual werden, wenn links und rechts, vorn und hinten spricht jedenfalls mehr politischer Verstand, als aus den Aussprüchen, fächsische Spießer ihre politische Weisheit auspaden. Den extremsten die ich bisher von Spießern aus Dräfen, Leipfig, Gemnitz und Ausbruch politischer Spießerei fonnte ich mir jüngst in einem nord Blauen gehört habe. bayerischen Dörfchen anhören. Ein Kartonnagenfabrikant aus Leipf'g führte das Wort:„ Meine Härrn", so hub seine Rede an, Bayern is es gewäs'n, das zuärscht die Republik erklärt hat, Bayern muß auch zuärscht das Geenigtum wieder einführ'n. Meine Härrn, ich gann Ihnen sagen, mir in Sowffetsachsen, mir wart'n bloß brauf, wenn bei Ihnen das Geenigtum wieder da is, ham mir's auch gleich wieder, da gibt's feen Gefiße nich, ja mir ham's fatt in Sachsen mit de Roten." So ging das Gefchwafel noch eine lange Zeit weiter. Eine dicke Frauensperson aus Gemnitz, die sich zunächst damit beschäftigt hatte, mit dem Messer ungeheure Portionen ins fettige Maul zu schieben, fing nun auch an zu sprechen. Ja, bei uns in Sachsen, da is es jetzt so, daß man sich jeden Tag wundern muß, daß man überhaupt noch läbt, daß een die Roten noch nich abgemurfft ham, ja so is es jetzt in Sachfen."" Ja", meinte ein anderer Spießer, in Sowffetsachsen hat äben' n anständiger Mensch überhaupt nichts mehr zu fag'n, je weniger einer hat, desto mehr ist er oben drauf mir soll'n Ministerfrauen ham, die mußten früher wasch'n geh'n." Schon glaubte ich das Fürchterlichste überstanden au haben, doch es tam noch schrecklicher. Der Kartonnagenfabrikant aus der Bleißestadt fam mit einem Befreiungsplan gegen die Frangofen herausgerüdt. Sicher ist, daß sie furz ist. Desto rascher müssen wir arbeiten. ( Sehr richtig.) Lassen Sie mich deshalb mit einem Wort gerade auf diese Vorgänge eingehen. Daß der Einheitsturs des Dollars auf die Dauer nicht zu halten war, darüber waren alle Wirtschaftsverständigen, wohin sie auch gehörten, aus Bank und Börse, Handel und Industrie, Wissenschaft und Genossenschaften, sich einig, wie überhaupt jeder Zwangseingriff in den Devisenverkehr auf die Dauer perfagen muß, weil er fich nur auf deutsche Börsenplätze beschränken fann, während die Mark in der ganzen Welt gehandelt wird. Seiner Dollars. Dabei wirkte zweifellos mit, daß noch zahlreiche Aufträge Aufhebung folgte ein neuer ungeheuerlicher Sprung des vorlagen, die, um gegenüber den Repartierungen zum billigeren Inlandspreise berücksichtigt zu werden, weit über den Bedarf hinaus erhöht worden waren.( hört, hört! links.) Wir werden daher mit Ueber das, was dann geschehen kann, in dieser Stunde zu sprechen, einem abschließenden Urteil noch eine furze Frist warten müssen. wäre nicht nüßlich. Nur das kann ich sagen: Rüd sich ten auf irgendeinen Stand und Lebensbedürfnisse einze dner, auch großer Wirtschaftstreife, schreden mich nicht im geringsten in einer Zeit, in der so viele unseres alten Mittelstandes zugrunde gingen. Standesforderungen spielen feine Rolle, so wenig wie theoretische Erwägungen. Aber freilich, auf dem Boden der Wirklichkeit des Wirtschaftslebens, auf dem Boden der wirtschaftlichen Denkgesetze und in den Grenzen des für die Staatsmacht Durchsetzbaren muß ich bleiben.( Zurufe der äußersten Linken.) Innerhalb dieser Grenzen aber fenne ich nur ein Gebot, das Woht des gesamten Boltes, und nur einen Prüfstein, die Zwed. mäßigkeit und Nützlichkeit für dieses Gesamtwohl.( Erneute zurufe links, Gegenrufe rechts.) Aber was auch geschehen mag, 3wangsmaßnahmen können nur auf furze Zeit hemmen, fie fönnen nicht heilen. Solange weite Schichten unferes Boltes unhemmbar von der Sucht nach dem Dollar beherrscht sind, ist grundsägliche Befferung nicht zu erwarten. Wer Devisen spekulativ fauft oder zurückhält, handelt vaterlandsverräterisch und trägt die schwere Schuld der Mitverantwortung.( Lebhafte Zustimmung.) unserer Finanzen und Währung ist freilich überhaupt erft möglich, Endgültige Heilung wenn unsere außenpolitische Lage geklärt und die Reparationsfrage in erträglichem Sinne geregelt ist.( Schr wahr!) Das haben mir ausländische Sachverständige, das haben mir selbst unsere Gläubigerstaaten bescheinigt. Nach den Erfahrungen dieser Zeit aber haben wir kein Recht mehr, eine zwischenlösung länger aufzuschieben, um der Inflation und dem Verfall der Mark Einhalt zu tun. Das Programm, das ich Ihnen dafür zu entwickeln habe, sieht drei Maßnahmen vor; zum ersten die Schaffung einer wertbeständigen inneren Anleihe, zum anderen neue wertbeständige Steuergesetze, zum dritten Maßnahmen zur Förderung unserer Wirtschaft. Um die Unruhe zu be feitigen, die infolge der Markentwertung aus der Unsicherheit der Anlage und Preisbildung sich ergibt, habe ich es für meine dringente Pflicht gehalten, mich mit aller Straft für eine ertragreiche, mit die hier beobachtet wurden, betrug 1919 300, 1920 362, 1921 589 und 1922 846. In Toulouse allein wuchs die Zahl der Krebserkrankungen von 22( 1919) auf 126( 1922). Rémond hebt besonders hervor, daß die Krankheit jetzt Leute schon in viel jüngerem Alter ergreift, als früher festgestellt wurde. Der Inhalt eines Habichtnestes. Bon der Habgier der Habichte gibt ein anschauliches Bild der Fund eines Horstes, von dem . Barchet im„ St. Hubertus" erzählt. Er stieß auf einem Jagdcusfflug bei Lorsch in Oberheffen auf den Horst eines Hühnercusfflug bei Lorsch in Oberheffen auf den Horst eines HühnerTanne, deren Gipfel das Nest barg, und hier fand er drei Junge. habichtpaares. Sein Begleiter erstieg die ungefähr 30 Meter hohe Er brachte eine Falle an, durch die es gelang, das Weibchen zu fangen. Der Inhalt des Horstes bot ein tolles Bild. Es lagen in dem Nest und auf dem Rande 9 Tauben, darunter 3 beringte Briefs touben, ferner 2 junge halbwüsige Feldhafen, 2 Buntspechte, Der Kampf eines Achtzigjährigen um seine Ehre. Ein Mord- 1 Amsel, i Drossel, 1 Feldhuhn, 11 Eichelhäher, 1 Eichhörnchen und prozeß, der 45 Jahre zurückliegt, wird jetzt vor den Pariser Ge- 1 Maus. Von den drei Jungen war das eine verendet, wahrFichten von neuem verhandelt. Es ist der Kampf eines jezt achtzig- scheinlich erfroren, da das Weibchen nicht mehr auf dem Nest saz. jährigen Chemikers Danval, der im Jahre 1888 wegen Bergiftung Das zweite Junge nahmen die Jäger mit und ließen das dritte im feiner Frau zu lebenslänglicher Deportation verurteilt wurde. Der Rest in der Hoffnung, daß sich auch der männliche Habicht, der diese einzige Beweis gegen ihn mar, daß man in der Leiche fleine gewaltige Berproniantierung seiner Familie vorgenommen hatte, Mengen Arsenit gefunden hatte. Nachdem er 24 Jahre in Neu- in der Falle fangen wurde. taledonien verbracht hatte, wurde er begnadigt. Nun hat er die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt auf Grund eines Gutachtens der chemischen Sachverständigen, demzufolge es jetzt als Tatsache erwiesen ist, daß ein normaler menschlicher Körper ein Milligramm Arseniz, die Menge, die in der Leiche der Frau Danval gefunden wurde, enthalten fann. Zunahme der Schwachsichtigteit. Wie die Aerzte festgestellt haben, hat die Amblyopfie oder Schwachsichtigkeit gegen die Bor. friegszeit um das Sechsfache zugenommen. In der Tat wird die Zahl noch größer sein, da doch nicht alle Fälle zur ärztlichen Kenntnis gelangen. Als Ursachen werden ärztlicherseits angegeben: Erstens die zunehmende Verwendung selbstgebauten Labals zum Wie der Mensch sein Leben zubringt. Der Wunsch, sein Rauchen und Kauen, wobei die Schädlichkeit darin besteht, daß die eigentliches, tätiges Leben zu verlängern, hat befanntlich manche Tabatblätter vielfach bloß getrocknet sind und feine richtige Gärung geistig hochstehende Menschen zu dem Versuch geführt, den Schlaf, durchgemacht haben; zweitens, die zunehmende Verwendung der wenn auch gerche nicht ganz abzuschaffen, so doch stark zu ver- furzen Pfeifen, welche das Nikotin des Rauches weniger aufsaugen, ringern. Solche Bersuche hat allerdings der menschliche Organis. fo daß es fich in ungewohnter Stärke dem Körper mitteilt; drittens Statistiler hat einmal zusammengestellt, wie ein sechzigjähriger einen großen Gehalt von Methylalkohol befigt, zu Trinfzweden, n.us häufig mit einem Unmöglich" beantwortet. Ein dänischer die zunehmende Benutzung von denaturiertem Spiritus, der oft Normalstadtbewohner seine Lebenszeit verbringt. Er ist zu fol nach voraufgegangener ungenügender Reinigung: viertens die gender Berechnung gelangt: Es wurden verbraucht: 20 Jahre für durch Unterernährung hervorgerufene geringere Widerstandsfähig Schlafen, 3% für Essen, 17% für Arbeiten, 7½ ffür Bergnügungen, feit des Körpers gegen die Folgen des Alkohols und des Nikotins. Selbst auf die Gefahr hin, wegen Landesverrats eingesperrt 6% für Spazierengehen, Sport usw., 2% für Nichtstun, 2½ für zu werden, will ich den Plan hier wiedergeben. Eine bayerische fich anziehen, macht zusammen 60. Gegenüber diesem Bourgeois. Armee rückt in Frankreich ein und zerstört alles, was ihr in den typus muß man sich jener Millionen von Arbeitern erinnern, die Beg kommt. Dadurch würde die französische Armee aus dem Ruhr- 12, 13, 14 Stunden lang arteiteten, ferner auch der Kinder, die von früher Jugend an der Fron überliefert wurden. gebiet hinweggezogen und zugleich wird das gesamte Bolt in Erempel läßt deutlich erkennen, wie segensreich die Einführung Jenes Deutschland aufstehen, wenigstens alle anständigen Menschen werden des Achtstunden- Arbeitstages gewirkt hat. das tun. Dann sind wir die Franzosen los und die Roten mit. Zunächst glaubte ich, der biedere Leipziger habe etwas zu piel teilungen über die Verbreitung des Krebses in Frankreich machte Die Zunahme des Krebses in Frankreich. Beunruhigende Mitg'fuffa, aber er war noch ganz nüchtern. Gewiß, die besten Ber- Prof. Rémond in der letzten Sigung der Parifer Akademie der treter des Bürgertums sind es wohl nicht, die so albern auftreten, Medizin. Seine Erhebungen stammen von 270 Spezialisten in Es ist ein Jagdschloß darüber gebaut, das in den nahen Harzvorbergen aber hier in Bayern sind diese unwissenden, blöden Spießer zurzeit 694 Orten in acht französischen Departements. Die Zahl der Fälle, ush heute viele Besucher Halb erstadts anzicht. D. 11. Eine Berliner Theaterpleite. Die Sommerdirektion Adler, die sich eine Unmenge Theater zusammengebachtet hatte, hat die Holländerhat nur das Thalia- Theater behalten. Bühnen aufgeben müffen. Dort wird auf Teilung weiter gespielt. Sie Das Riefenfaß von Halberstadt. Man fennt im allgemeinen nur Seimich Julius ließ es 1594 durch Michael Werner aus Landau, der auch das" Heidelberger Faß", und nur wenige wissen, daß Halberstadt ebenfaus ein Riesenfaß besitzt, das dem Heidelberger nur wenig nachsteht; Bischof das Heidelberger Fag bergestellt hat, für 6000 Taler in Gröningen bauen Die Ernährungsfrage guten herheiten ausgestattete mertbeständige innere An.| Staatsgefinnung. Und wehe für Gegenwart und Zukunft, Regierung zu geben, die möglich ist, und fie mit der ganezn Autorität Leihe einzusehen. Diese Anleihe foll erstens zur Entlastung der wenn diese Staatsgefinnung nun versagen sollte! des Parlaments zu befestigen und zu stärken.( Lachen und lärmende Notenpresse rasch Mittel in Form fundierter Schulden bereitstellen, Burufe auf der äußersten Linken.) Mehr als acht Monate ist es her, und so insbesondere die Lücke ausfüllen, bis die Steuergeseze wirtdaß ich das Amt des Reichstanzlers übernommen habe. Ich habe sam werden. Sie soll zweitens der Wirtschaft und dem gesamten erfüllt nicht nur die Einwohner der großen Städte, sondern auch das nicht aus Ehrgeiz oder aus irgendwelchen anderen Gründen ge= Wolke eine wertbeständige Anlegungsmöglichkeit anderwärts die Berbraucher bis in die kleinsten Orte hinein mit schaffen und den Blutumlauf unserer Wirtschaft wieder herzustellen enster Gorge, und aus dieser Gorge stammt ein großer Teil der Er- tan, sondern nur, um mit meiner Politik dem Vaterlande zu dienen., und normal zu gestalten helfen. Das unsinnige Anstürmen der regung und Beunruhigung, die durch unser Bolf geht. In der Tat( Stürmischer Beifall bei den bürgerlichen Parteien, Lärm auf der Käufer auf die Ware, aber auch die verderbliche Flucht in Devisen sind die alljährlich sich beim llebergang von dem einen zum anderen äußersten Linken.) Ich werde ihm bis zum letzten Tage meiner Kraft. dienen, wenn Sie, die Vertreter des Boltes, mir Ihr Bertrauen, sollen ihr Motiv dadurch verlieren, daß dem Papiermarkbefizer es der Ernte besonders ernst geworden. Durch gesteigerte Einfuhr muß Klarheit zwischen uns geschaffen werden, wie es mit diesem BerErntejahr ergebenden Schwierigkeiten infolge der Berspätung geben, aber nicht einen Tag länger.( Erneuter Beifall.) Es ermöglicht wird, auf andere verständige, nicht mit strafrechtlichem und dem Inlandsmangel abzuhelfen, war nur im geringen Umfang mög trauen steht. Deshalb bitte ich Sie, über die Regierungsvorlage mit wirtschaftlichem Risiko verbundene Weise sich den Wert von heute für lich. Nun aber ist die Einfuhr der notwendigen Felte auf längere aller Offenheit Ihre Meinung zu sagen, damit wir sehen können, bb späterhin zu sichern. Dem Verkäufer wird die Möglichkeit er. Zeit gesichert. In der Kartoffelversorgung sind wir über wir in gemeinsamer Arbeit das Bolt retten fönnen oder nicht.( Stüröffnet, die schlimmste Zeit hinaus. Eine Stodung in der Brotperformischer Beifall und Händellatschen im Hause und auf den Tribünen, gung ist nicht zu befürchten, da in den Händen des Reiches eine Lärm bei den Kommunisten, der eine ganze Zeitlang anhält, bis endgenügende Getreidemenge ist, um die ausreichende Versorgung sicherlich der Präsident dem Finanzminister Hermes das Wort erteilen zustellen. Die Ernteaussichten sind sehr erfreulich. Die Führer der kann. Auch dieser wird von der Linten mit Zurufen begrüßt: Bandwirtschaft haben mir erklärt, daß sie sich mit aller Straft für" Banterottminister! Sie haben's geschafft. Der Dollar 8 Millionen!") bie rasche, ungesäumte Zufuhr der Ernteerzeugnisse an den Berbrauch einfeßen werden. Auch von hieraus ( Fortsetzung in der Beilage.) Kommunistische Phantasien. für seine Ware einen beständigen Gegenwert zu erhalten, so daß ihm der Grund zur Zurückhaltung der Ware, zur Neuanlage des Erlöses in Ware oder zum Tauschhandel wegfällt. Durch die Begebung der Anleihe in fleinen Beträgen ohne Zinsschein, aber mit Ausgleich für diese Zinsen, soll dem Handel ein wertbeständiges Zahlungsmittel eröffnet, und dadurch, daß auf dieser Grundlage Banten und Spartassen ihren Kunden wertbeständige Ronten eröffnen, auch für alle anderen Beträge, die wertbeständige Anlage ermöglicht werden. Die Anleihe foll drittens die erforderlichen Devisen zu beschaffen erleichtern. Schon in der Vorbereitung der Anleihe haben sich die Kreise der großgewerblichen Wirtschaft bereit erflärt, einen sehr erheblichen Devisenbetrag erneut für DollarschatStodung in der Einfuhr von Lebensmitteln über wunden werden fann. Biertens foll die Anleihe den Spartrieb und damit den Arbeitstrieb in allen Boltstreisen erneut beleben. Das Sparen in der guten alten Weise der Sparkasse und des Spar. buches soll wieder Sinn und Vernunft erhalten. Und endlich, und das ist nicht das geringste, soll und wird die Anleihe den entschlossenen Willen des deutschen Boltes befunden, unter allen Umständen für die Finanzierung unseres Bedarfes Sorge zu tragen. Ein besonderer Gesezentwurf soil die Sicherheiten schaffen, die für die Anleihe gestellt werden. Diese Sicherheit foll bestehen darin, daß die deutsche Vermögenssteuer, also eine wertbeständige Steuer, für die jährliche Zinsleistungen, und daß weiter das gesamte deutsche Privatvermögen, verhaftet wird. Aber es wäre leichtfertig und ungenügend, die Finanzierung dieses Reichsbedarfs nur auf Anleihe basieren zu wollen. Mit ihr muß die Schaffung neuer Einnahmequellen Hand in Hand gehen. Unsere Steuergesetze bedürfen einer tief, greifenden grundsätzlichen Reform; aber während wir diese Anleihe einleiten, müssen wir rasch ein Notprogramm durchführen, um, was nur immer mit Erhaltung der Wirtschaft vereinbar ist, an Steuer3wed legt Ihnen die Regierung, wie der Reichsfinanzminister des einnahmen rasch und zuverlässig dem Reiche zuzuführen. Zu diesem näheren ausführen wird, Maßnahmen vor, soweit es noch nicht geschehen iſt, unsere Steuern der Entwertung anzupassen und die Erhebung eines Rhein- und Ruhropfers, das nach dem Einkommenfleuermaßstabe erhoben wird, eine Notsteuer vorzusehen. Die Bor gänge der lezten Tage zeigen klar, daß die Anpassung an die Geldentwertung im Wege fester Vervielfältigungszahlen verbesse rungsbedürftig und die Schaffung der Wertbeständigkeit aller Steuern nicht länger aufzuschieben ist. Anregungen aus dem Hause werde ich prüfen und, soweit es mit der Lage des Augenblic's vereinbar ist, in bas Programm einfügen. Denn das ist die rascheste, zuverlässigste Entlastung unserer Notenpresse. Selbst brutal wirkende Steuern, fofern sie nur nicht die Wirtschaft zum Erliegen bringen, müssen auf Zeit in Kauf genommen werden, bis eine grundfähliche Reform unseres Steuerwefens durchgeführt ist. Wir müssen ein Notdach bauen, um unter diesem den Bau im ganzen umgestalten und erneuern zu können. Darum hat die Regierung bereits die Arbeit aufgenommen, um alsbald zu einer grundsä. lichen Reform derart zu kommen, daß die Anpassung an die Entwertung des Geldes erreicht und zwangsläufig sichergestellt, die Hemnisse, die bisher die angemessene und wirksame heranziehung des Einkommens und Vermögens verhinderten, beseitigt, Steuer. und kapitalflucht eingedämmt werden und wieder eine gefunde Steuermoral Plak greift.( Burufe der äußersten Linken.) Dazu wird auch notwendig fein, eine grundfähliche Reform des Finanzverhältnisses zwischen Reich, Ländern und Gemeinden in 2ngriff zu nehmen, die nicht von heute auf morgen durchzuführen, aber auf lange Sicht nun vorzubereiten und in bestimmte Wege zu leiten ift, um jenes Maß von Selbständigkeit und Selbstverantwortung der Finanzgebarung herzustellen, ohne das bie notwendige unerbittlich Harte Sparsamfeit nicht zu erreichen ist. Diese unerbittlich harte Sparpflicht gilt auch für den Reichshaushalt. Der seit einigen Monaten auf Ersuchen der Reichsregierung nach dieser Richtung hin tätige wende ich mich an die Landwirtschaft: ihr Bestand ist gesichert. Glücklicher als andere Schichten unseres Mittelstandes hat sie sich, in harter Arbeit freilich, die wir gern Der„ Roten Fahne" ist in ihrem Kampfe gegen die Soanerkennen, ihre Werte erhalten. Die Verwertung ihrer Erzeugnisfezialdemokratie fein Mittel zu schlecht. Dieselben Kommunisten, ist ihr freigegeben; um so höher und ernster ist ihre die in ihrer eigenen Partei alle Mittel der Bertuschung und Gebarüber klar sein, daß eine Privatwirtschaft, die nicht mehr aus fich heimdiplomatie anwenden, um die Risse in ihren eigenen felbft heraus in normalem Berlauf auf das Notwendige an die Ver- Reihen zu verbergen, tönnen sich nicht genug tun, um sich braucher gibt, sich selbst preisgibt.( Sehr wahr! in der Mitte.) über die Opposition in der Sozialdemokratie" in den schönsten Gerade im Hinblick auf die Getreideernte und im Hinblick auf die Phantasien zu ergehen. Ein Bericht über eine Versammlung, Kartoffelversorgung, die sich im Herbst vielleicht auf besonders knappe in der Genosse Frig 3ubeil am Montag in BaumschulenZeit zusammendrängen wird, rufe ich daher auch von hieraus die weg gesprochen hat, ist ein Musterbeispiel für ihre Bericht Landwirtschaft mit aller Dringlichkeit auf, nicht nur an Arbeit, fon- erstattung. Ihre Phantasie über die„ bevorstehende Spal. dern auch an Lieferung ihre Pflicht zu erfüllen. Die Ertung der Sozialdemokratie" zeigt nur, was die Kommunisten nährung ist nicht nur Magenfrage, sondern Geldfrage. Darum ist die Reichsregierung tro offenfundiger ernster Bedenken dazu über- gern möchten. Der Genoffe Frig Zubeil macht uns über die Bersammlung und seine Ausführungen Mitteilungen, die die gegangen, Berlogenheit der fommunistischen Darstellung genügend be= leuchten. Er schreibt uns: Löhne und Gehälter innerhalb ihres Bereiches in startem Umfange der Teuerung anzupassen. Die Verhandlungen des Reichstags vor einem Monat schlossen mit Erklärungen der Regierung darüber, daß die Reichsregierung auch für die Arbeiter in Privatbetrieben eine schmellere und bessere Anpassung der Löhne an die Teuerung für erforderlich hält und daß sie in diesem Sinne, wie der Herr Reichsarbeitsminister besonders noch erflärte, tun werde, was fie tönne. Das ist geschehen! Aber auch für die Folge ist es dringend notwendig, daß der Entwertung des Geldes rasch und wirksam in den gemäß den Friedensstand nicht erreichen können. Das gilt für unser Löhnen und Gehältern Ausgleich geboten wird. Wir werden naturganzes Bolt und wird, sobald wir nur einmal wieder eine ge= funde Grundlage der Wirtschaft erreicht haben werden, auch für die jenigen gelten, die es bisher verstanden, der Entwertung wie der Steuergesetzgebung sich zu entziehen, denn wir sind an Substanz im Inland und Ausland und demgemäß an Ertragsmöglichkeit gegenüber der Zeit vor dem Kriege unendlich viel ärmer geworden. Burufe bei den Komm.) Wir müssen daher als Bolt weniger ver: brauchen, mehr sparen und mehr arbeiten. Dazu sollen gerade auch die Gefeße führen, die ich angekündigt habe.( Ern. Zurufe b. d. äußersten Linken.) Arbeiten und Sparen Wenn die tommu aber seht ein ausreichendes Mindestmaß und eine die Höherleistung ausreichend berücksichtigende höhere Wertung in Gehalt und Lohn in allen Schichten unseres Boltes unbedingt voraus. Und hierfür das Ihre zu tun, rufe ich Arbeitgeber aller Berufe heute mit be fonderer Dringlichkeit auf. Nur auf solcher Grundlage wird es möglich sein, die innere Ruhe im Reiche zu erhalten. Wirtschaftliche Not und Enttäuschung, Bitterfeit und Empörung über die auf unserem Bolke fastende Not und Schmach schaffen günstige Bor bedingungen für radikale umtriebe. niftische Aktivität( 3urufe der äußersten Linfen), wenn extrem nationalistische Bestrebungen ohne Rücksicht auf die außen und innen politische Gesamtlage fich verstärken und da und dort merkwürdige Gedankenverbindungen zwischen ihnen zu laufen scheinen, kann die um den Frieden Europas besorgte Welt sich darüber wundern, da doch die Hüter der hochkapitalistischen Interessen des franzöfifchen Rentnerftaates selbst mit der Pflugfchar den Boden für solche Saat aufreißen und bereifen? Defto notwendiger ist die Wafamteit und Besinnung aller, die es mit dem deutschen Staate und feiner ruhigen gefeßmäßigen Entwicklung ehrlich meinen. Die Regierung ist auf dem Posten und wird gegen Unruhen( 3u rufe der äußersten Linfen), von welcher Seite fie fommen mögen, mit aller Kraft vorgehen und zeigen, daß die deutsche Republit start genug ist, fich zu schühen. Ich habe nicht gesagt, die Bereinigung in Nürnberg sei ein großer Fehler gewesen. Ich habe vielmehr gejagt: Als die Frage der Bereinigung greifbare Gestalt angenommen hat, legte ich mir die Frage vor, ob wir als Unabhängige Sozialdemokratie allein der Arbeiterklasse helfen können. Ich tam zu dem Schluß, daß wir allein und auch die damalige Sozialdemokratie jede für sich zu schwach feien, deswegen müssen wir uns im Interesse der Arbeiter= flaffe zusammenschießen. Ich habe nicht von Führerpolitik gesprochen, ich habe gesagt, wir müssen in unserer Fraktion zu unserer alten prinzipiellen sozial, demokratischen Politik zurückkehren und von der jetzt beliebten Kompromißpolitit abrüden. Ueber den Kreis Teltow- Beesfom- Storfom habe ich ausgeführt ,; daß dieser alte Kreis heute nicht mehr besteht und zu seinen besten Teilen heute zu Groß- Berlin geschlagen ist und nur der ländliche Teil verblieben ist, in dem allerdings leider die Mitgliederzahl auf 2830 männliche und 328 weibliche augenblicklich zurückgegangen ist: In sehr scharfen Worten habe ich mich gegen die Kommunisten gewandt, die bis zur heutigen Stunde ihre Kampfparolen von einem auswärtigen Staate empfangen, und wie die deutschen Kommunisten sich aus Moskau von einem Radet und anderen befehlen lassen. Solange die Kommunisten diese ihre Abhängigkeit nicht aufgeben, fann feine Rede davon sein, mit ihnen eine gemeinsame Front zu bilden, so notwendig wir sie auch brauchten. Ebenso scharf habe ich ihren Lebensmittelfontrollunfug zurückgewiesen. Ich habe in der Versammlung nicht Spaltungspolitik getrieben. Freund und Feind müssen mir bestätigen, daß ich den Appell an die Versammung richtete, nicht abseits zu stehen, sondern Mann für Mann in die Organisation einzutreten und Schulter an Schulter zu stehen, um soweit als mög= lich dem Bankrott zu entrinnen. Auch an die Frauen habe ich mich mit der Aufforderung gewandt, in unsere Reihen mit einzutreten." Diese Ausführungen des Genoffen 3ubeil zeigen zur Genüge, mas von dem Gerede der„ Roten Fahne" zu halten ist, die schon den Tag herbeifommen sieht, an dem die Stinnes- Sozialisten endgültig unschädlich gemacht werden." Sie wird sich noch gedulden müssen, die gute Rote Fahne". Schlüffelverfahren für Unterstützungen. Der Kampf um die Goldlöhne. Präsident des Rechnungshofes des Deutschen Reichs hat durch An( Andauernde Zwischenrufe der äußersten Linfen.) So verbrecherisch Der Reidstagsausschuß für Sozialpolitit verhandelte über regung von Vereinfachungen in einer Reihe von Reichsbehör. die Anzettelung des Bürgerkrieges ist, so schädlich ist auch das Gerede den, insbesondere mit dem Ziele der Aufhebung und 3u- vom Bürgerkrieg, felbst wenn es aus ehrlicher Gorge entspringt. Wer die Erhöhung der Zulagen in der Sozialversicherung. sammenlegung von Behörden im Zusammenwirten mit den da glaubt. in dieser Zeit die sogenannte innere Auseinandersehung Hierzu wurde durch das Reichsarbeitsministerium ein VerordnungsRefforts beachtenswerte Erfolge erzielt und die Arbeit des Spar- bis zum Kampfe betreiben zu müssen, oder dem Baterland mit Ge- entwurf über die weitere Erhöhung der Unterstützung für Renten= ausschusses des Reichstages ergänzt. Ich nenne davon die Auflösung beimbüntelei, mit Verdächtigung und Berunglimpfung anderer zu empfänger der Invaliden und Angestelltenversicherung vorgelegt. des Reichsschahminifteriums, den umfangreichen Abbau der Reichs- dienen, der beweist eine politische Kurzsichtigkeit, die ihm auch in den Grundsäglich wurde beschlossen, für die fozialen Unter. persorgungsbehörden und mehrerer dem Reichsministerium für Augen derer, die in Verbitterung schwer den Anschluß an den heutigungen ein Schlüffelperfahren cinzuführen, das diese Wiederaufbau nachgeordneter Reichsdienststellen, die Busammen. gen Staat finden können, den Anspruch auf Führung nehmen sollte. Bezüge der fortschreitenden Geldentwertung automatisch anpassen soll. legung mancher Behörden, dazu bedeutende Ersparnisse im Geschäfts- Waterländische Gesinnung ist jetzt weniger als je eine Sache der Entbereich des Auswärtigen Amts. Weitere Ergebnisse sind von der im zweiung, sondern der Einigung.( Sehr wahr in der Mitte.) Gang befindlichen instematischen Durprüfung des be. Reine Sache der großen Worte, feine Sache auch, so hech ich das Be hördlichen Betriebes zu erwarten. Die Aufstellung des Haushalts für das Rechnungsjahr 1924 wird dem Reichstag Gelegenheit geben, auch seinerseits in dieser Richtung vorzugehen. Um faffendere Maßnahmen find in Vorbereitung. Anleihe und Steuer. gesetze sollen dem Währungsverfall entgegenwirten und sollen damit unferer Wirtschaft wieder eine ehrliche, gesunde Grundlage geben. Darum find auch die Steuerlaften, so frer fie fein werden, ini großen Zusammenhange gesehen, fein Opfer für die Wirtschaft, fondern sie sind notwendig auch um diefer willen. Steuern und Anleihe müssen durch wirifajaftliche Magnahmen ergänzt werden. dürfnis unseres Bolles nach seelischer Erquicung und den Wert einer Kundgebung, wie es etwa das große deutsche Turnfest ist, verans fchlage, fortgesetter Feste und Feiern, sondern ist stiller, tapferer Dienst an der Erziehung der Jugend zu nationaler Wärme und harrender fluger Einsicht, an der sozialen Berföhnung der Stände und an staatlicher Gesinnung.( Lebhafte Buftim mung in der Mitte und rechts.) Solche Führung des Volkes scheint mir die gemeinsame Aufgabe der Pelitit des Reichs wie der Länder zu fein. Wilder Streik in Danzig. Danzig, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die starken Preissteigerungen infolge der fatastrophalen Geldentwertung haben heute vormittag zu fpontanen Arbeitsniederlegungen der Hafen- und Holzarbeiter Jomie einiger Melalibetriebe geführt. Die Streitenden fordern Goldlöhne. In einer stürmischen Maffenverfammlung schlugen die Kommunisten auch die Bildung von Kontrollausschüssen, die Einsehung einer Arbeiler- und Bauernregierung und die Entlassung der Schupo vor. Eine Abordnung sollte diese Forderungen der Regierung überbringen; nach Schluß der Versammlung das Regierungsversuchte ein Demonstrationszug vor gebäude zu ziehen, doch wurde er von der Polizei, die mit Bajow neffen vorging, aufgelöst. Dabei wurden einige Perfonen ver lett. Morgen, Donnerstag, werden die Gewerkschaften mit den Unternehmern über die Frage der Goldlöhne verhandeln. Ju Berfaffungsstreit und Verfassungsreformen ist jetzt feine Zeit, Währungspolitisch steht die Reichsbant vor großen Aufgaben, weder nach der einen, noch nach der anderen Seite, aber mit den Sie mit Vorsicht, aber auch Entschlossenheit gelöst werden müssen. dem Reiche gegebenen Mitteln gedenke ich weiter mit allem Nachdruck So notwendig Geibständigkeit der Reichsbant ist, so hat sie ihren dafür zu sorgen, daß die verfaffungsmäßige Ordnung überall im Reiche unangetastet bleibt.( Bravo!) Die Verfaffung gibt den höheren Zweck im Bohl des Reiches und kann daher nicht anders, Ländern rechtlich die Möglichkeit einer weit auseinandergehenden als im engsten Zusammenhang mit den allgemeinen wirtschaftspalitischen Maßnahmen der Reichsregierung wahrgenommen werden. politischen Entwicklung Dieser rechtlichen Möglichkeit steht die Die Einführung der Goldkonten und des wertbest än nationale pflicht gegenüber, die Verschiedenheiten nicht zu einer Gedigen Kredits, für die ich mich eingefekt babe und einsche, fahr für die Einheit des Reiches werden zu laffen. Es ist ein alter, hiden fräftigst zu fördern, halte ich ebenso für Pflicht der Reichsbank wie im deutschen Wolf viel zu wenig beachteter Grundfah, daß die Innender Reichsregierung, und ich bin dabei der Übereinstimmung mit politie sich der Außenpolitik unterordnen muß.( Sehr wahr!) Diese Memel, 8. August.( Mtb.) Die Litauer haben gestern nachden gesetzgebenden Rörperschaften sicher. Durch die Börsenvorgänge Außenpolitik, wie sie im Einklang mit der Bevölkerung an Rhein der fehten Tage. dürfen wir uns nicht darüber täuschen laffen, daß und Ruhr geführt wird, hat die notwendige Boraussetzung, daß die mittag plöblich den Zugverkehr über Begegen nach Tilfit und dem die Devisenzwangsregelung abgebaut werden muß. Die Einfuhr innere Einheit unseres Volkes sich nicht zerspalten werde. Dem muß Reich gesperrt, nachdem sie die nach dem Memelgebiet unterwegs be muß auf das absolut notwendige Mah beschränkt werden. Der Aus- jede parteipolitische Bestrebung und Absicht sich unterordnen, denn findlichen deutschen Züge noch übernommen hatten. Innerhalb des Memelgebiets perfehren die Personenzüge. Vielleicht beabsichtigen führ muh jede nur mögliche Unterſtützung gewährt werden, um die auch Barteibildung und Barteiwille haben ihre innere Berechtig erfie bezüglich der angestrebten Uebernahme der deutschen Eisenbahnen deutsche Handels- und Zahlungsbilanz günftiger zu gestalten und nur insoweit, als sie mittel und Werkzeug sind zum Dienst an der in fitauische Berwaltung eine vollendete Tatsache zu schaffen. Bers ims. Devisen zuzuführen. Soweit wir an eftmarktpreisen angelangt handlungen zur Klärung der Lage sind eingeleitet. Station. und Ausland. Litauische Verkehrssperre gegen Deutschland Der deutsche Personen- und Güterverkehr nach und vom me melgebiet ist bis auf weiteres unterbrochen. Das rollende Gut wird den Berfendern zur Verfügung gestellt werden. Fahrkarten werden nur bis Tilsit verkauft. find, haben die Außenhandelsstellen ihre eigentliche Bes Die Einheit der Nation zu erhalten, ist unsere erfte Aufgabe. Darum deutung verloren. Die Regierung wird daher für die Ein ich rändienen wir der Republik. Und wir fönnen es freudig und stolz tun. fung ihrer Tätigkeit und ihres Umfanges auf das not. Denn ein Staat und ein Bolt, die den Kampf um die Freiheit to wendigste, mit den Erfordernissen der Ausfuhr vereinbare Meß ein führen, wie das deutsche Belt felt nunmehr fieben Monaten, find treten, aber nur in folgerichtiger Anlehnung an die Entwidfung, froh aller Samaroher und Schädlinge der Ehre würdig im Inland die im Sinne der Erleichterung dieser Fesseln zu gestalten bei der Birtschaft selbst liegt. Die Bestimmungen der Demobil- Mis im Herbst 1918 der Krieg verloren gegeben murbe, ging machungsverordnungen alsbald, soweit es notwendig ist, Glaube und Hoffnung vieler auf einen Verständigungsfrieden. Kabinett Baldwin verteidigt sich. in organisch ineinander gefügte Gesetze umzuwandeln, ist eine Die Hoffnungen wurden enttäuscht heute sehen wir feine dringende Aufgabe, die im Herbst tiefs Bahres gelöst werden muß. Möglichkeit eines Condon, 8. Auguft.( EE.) Lord Curzon hatte heute UnterWir sehen Berständigungsfriedens. Mit diesen Maßnahmen ber Regierung aber ist nichts getan; das die Forderung nach der Rapitulation. So geht der redungen mit mehreren Finanzsachverständigen sowie mit namhaften tigste liegt beim Bolle selbst und den Berufskreisen, die Rampf weiter. Er fordert ein startes Bolt und eine starte Res Politifern. Diese Unterredungen sollen der Berteidigung des seine Wirtschaft tragen, hängt ab von der Stärte feinerlgierung. Darum ist es Pflicht des Reichstags, dem Volte die stärkste Kabinetts in der Reparationsfrage gegolten haben. nur 4. Die wöchentliche Reichstuberziffer wird getrennt für das der Arbeitnehmerschaft beswegen eine ungeheure Erregung be schlages gemäß§ 3 für beide Gebiete zugrundegelegt. Für das haus zur Arbeitsverweigerung führte. Die Notstands werden als für das unbefette Gebiet. Gewerkschaftsbewegung befehte und unbesetzte Gebiet festgefeßt und der Berechnung bes Su- mächtigt, die in einzelnen Anstalten, wie im Birchow Kranten Streikbeschluß der Buchdrucker und Hilfsarbeiter. belebte Gebiet foll jedoch keine niedrigere Inderziffer zugrundegelegt arbetten werden aufrechterhalten. § 5. Awöchentlich wird baldigst nach Abschluß der Lohnwoche Beilegung des Konflikts bei der Hochbahn. „ Sind die Löhne im graphischen Gewerbe noch zeitgemäß?" lautete die Tagesordnung der gestern abend in der Bodbrauerei von Montag vormittag 6 Uhr bis Montag vormittag 6 Uhr- Der neue Konflikt zwischen der Direktion der Hochbahngesells stattgefundenenen Versammlung beider Organisationen. Kollege ein möglichst großer Teil des Verdienstes dieser Lohnwoche zur Ausschaft und den Werkstätteninhabern ist im Laufe des gestrigen Tages Braun gab den Gituationsbericht. Er schilderte, daß die Organi zahlung gebracht. Die Vereinbarung über die Einzelheiten dieser ausgeglichen worden. Die Werkstättenarbeiter hatten verlangt, daß fationen feit Anfang dieser Woche bereits wieder mit den Unter- 3ahlung und der Restlohnzahlung erfolgt in den Revieren. die drei Gemaßregelten wieder eingestellt werden. Um diefer § 6. Diese Vereinbarung gilt bis auf weiteres. Sie fann erst Forderung größeren Nachdrud zu verleihen, ruhte in den Bornehmern verhandelten, jedoch ohne positives Ergebnis. Durch langmieriges Berhandeln vor dem Reichsarbeitsministerium sei endlich malig am 31. August 1923 mit einwöchiger Frift, von da ab 14tägig mittagsstunden die Arbeit in den Werkstätten gänzlich. Durch Verden Unternehmern aufgegeben worden, für die jetzige Lohnwoche gefündigt werden. mittlung der zuständigen Gewerkschaft ist der Streitfall aus der Welt als Teuerungsausgleich 800 000 M. zu zahlen. Damit wäre ein Protokollarische Festlegungen: geschafft worden. Die drei Entlassenen werden wieder eingestellt Spizenlohn von 3200000 m. erreicht. Für die nächste und die Belegschaft hat daraufhin die Arbeit wieder aufgenommen. Lohnwoche sollte die prozentuale Erhöhung der Inderziffer dieser Woche aufgeschlagen werden. Möge das Ergebnis aud) mager er scheinen, so müsse er doch, da die Organisationsvertreter diesem Abtommen ihre Zustimmung gegeben haben, dasselbe zur Annahme empfehlen. In der hierauf folgenden sehr fachlichen Diskussion wurde das Abkommen von allen Diskussionsrednern abgelehnt. Fast alle Redner forderten mehr oder weniger eine Lohnvereinbarung auf Grundlage der Goldmart. Faft. einstimmig gelangte folgender Antrag zur Annahme: Die Funktionärversammlung lehnt das Angebot des Reichsarbeitsministers als viel zu gering ab und fordert als Abgeltung für die laufende Woche 150 Pro 3. zum bestehenden Lohn. Bon der neuen Lohnwoche ab find 20 m. Goldlohn pro Woche zu bezahlen. Um dieser Forderung den gebührenden Nachdruck bei der Regierung somie unseren Unternehmern zu verleihen, treten bei Nichtbewilli gung derselben die Buchdrucker und graphischen Hilfsarbeiter in den Streit. Beginn Freitag früh 7 Uhr. Die Arbeiter und Gewerkschaftspresse hat zu erscheinen. Ueber die technische Durchführung des Streits entscheidet die heute zu mählende Streifleitung, welche aus 15 Kollegen besteht." Unter Mitwirkung des Reichsarbeitsministers wurde gestern zwischen den beiderseitigen Organisationen folgendes Abkommen getroffen: Für die Woche vom 4. bis 10. August 1923 beträgt der Spigenlohn 3200000 m. Für die Woche vom 11. bis 17. Auguft 1923 wird der SpizenJohn von einer Kommission der vertragschließenden Berbände aus dem Spizenlohn von 3 200 000 M. zuzüglich der im Reichsinder vom 6. August 1923 gegen die Borwoche nachgewiesenen Teuerung errechnet. Der Spizenlohn für die Woche vom 18. bis zum 24. Auguft 1923 wird von derselben Kommission aus dem Spitzenlohn der Dorangegangenen Woche zuzüglich der der im Reichsinder Dom 13. August 1923 gegen die Vormoche nachgewiesenen Teuerung errechnet. Die bisherige empfehlende Form der zweimaligen Lohnzahlung in der Woche wird beibehalten. Berlin, den 8. August 1923. ( Unterschriften.)" Der Spizenlohn in Klasse C würde demnach in der nächsten Woche vom 11. bis 17. August nach der amtlichen Inderziffer, die cine Steigerung gegen die Vorwoche von 109,2 Proz. aufweist, 6 688 000 m. betragen. Beschlossen wurde, im Laufe des heutigen Bormittags in den Betrieben eine Urabstimmung über die Annahme oder Ablehnung des Abkommens vorzunehmen. プラ Die Abstimmung geht in der Weise vor sich, daß, mer für Annahme des Abkommens ist, mit Arbeit stimmt und wer für Streit ist, mit„ Streit" stimmt. Die Abstimmung ist geheim und durch Stimmzettel vorzunehmen. Die Mitglieder beider Organisationen stimmen getrennt ab. Die Stimmzettel find bis nachmittags 4 Uhr den Organisationen zu übermitteln. Das Ergebnis der Abstimmung und die dementsprechenden Mit teilungen werden von der Streifleitung in den Freitag- Morgenblättern veröffentlicht werden. 3u§ 4. Die Barteien sind sich darüber einig, daß außergewöhnliche Teuerungsverhältnisse im Reich und in den am Rande des besetzten Gebietes liegenden Revieren auch im Laufe eines Monats durch Vereinbarungen der Parteien Berücksichtigung finden fönnen. 3u§ 5. Die Parteien sind sich darüber einig, daß baldigft" heißt: spätestens am dritten Werktage der folgenden Woche. Eine Ausnahme bilden die besetzten Gebiete, für die in dieser Beziehung eine besondere Bereinbarung getroffen worden ist. Angestelltentarif in der Metallindustrie. 1. Defadenzahlung am 11. Auguft. Als amtliche Lebenshaltungsinderziffer wurde am 8. Auguft die 3ahl 149 531 ermittelt. Gegenüber der Inderziffer vom 1. Auguft ( 71 476) bedeutet dies eine Steigerung von 109,2 Proz., gegenüber der Inderziffer vom 25. Juli( 39 336) eine solche von rund 280 Broz. Nach den Ermittlungen der paritätischen Inderkommission ergibt fich praktisch daraus, daß am 11. Auguft 114 Proz. des Bruttojulieintommens ( foziale Zulagen eingeschloffen) zur Auszahlung tommen. Die fich ergebenden Beträge sollen mit Rücksicht auf die Zahlungsmittelfnappheit, in lebereinstimmung zwischen Firmenleitung und Angestelltenrat aufgerundet werden. Bund der technischen Angestellten und Beamten. Deutscher Wertmeisterverband. Zentralverband der Angestellten. Günther. Rothe. Rafper. Achtung, Betriebsobleute der BSPD.! Gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches von Gewerkschaft und Partei empfangen heute nachmittag die Vertrauensleute im Bezirksfetrefariat, Lindenstr. 3, wichtiges Agitationsmaterial. Bezirksvorstand der BSPD. Klagen und Wünsche eines Kellners. Bau-, Geldschrank- und Möbelschloffer sowie Bauanschläger, Durch Vereinbarung mit dem Schugverband Berliner Schlossereien werden bis zur Regelung der Löhne in der Woche vom 6. bis 12. August an alle Arbeiter über 21 Jahra 2 000 000 m., Helfer unter 21 Jahren 1 500 000 m., Junggesellen 1 000 000 m., Arbeiter Don 18 bis 21 Jahren 900 000 M., Don 16 bis 18 Jahren 650 000 Mart und von 14 bis 16 Jahren 400 000 m. als Vorschuß ge zahlt. Die Auszahlung foll Freitag, spätestens Sonnabend erfolgen. Die Ortsverwaltung. Die Buchdrucker in Frankfurt a. M. sind wegen Lohndiffe. renzen gestern in den Streit getreten. Die Mittagszeitungen fonnten nicht mehr erscheinen. Auch in den Notenbrude. reien ruht der Betrieb. Zum Streit in der Hochseefischerei schreibt uns die Reichsabteilung Seeleute des Deutschen Verkehrsbundes aus Hamburg „ Der„ Borwärts" brachte in Nr. 363 am Sonntag eine Not über Abschlußverhandlungen, die irreführend ist. Wir geben dal turz bekannt, daß der Bezband deutscher Nautiter und der Deutsche Verkehrsbund den Spruch abgelehnt haben, der eine Kürzung der Deckmannschaft um einen Mann vorsieht. Die Vertreter dieser beiden Verbände haben es auch nicht übernommen, ihren Arbeitskollegen den Spruch zur Annahme zu emp fehlen. Er bleibt nach wie vor abgelehnt, und müssen wir die Verantwortung für die Folgen denen überlassen, die diesen Spruch gefällt haben. Die Berhandlungen in Berlin bezogen fich auf verschiedene Punkte des Zufazvertrages zum Mantelvertrag. Unter der Voraussetzung, daß die Generalversammlung der Reeder diesen Abmachungen ihre Zustimmung gibt, find die Mitgeter der beiden Verbände bereit, die Arbeit aufzunehmen, weil sie sich im Augenblick von der Fortiüurung des Strcuts feinen Erfolg rerfprechen. Auf die Abschlußverhandlungen, die zu dem vorliegenden Echiedsspruch geführt haben, fommen wir zurüd." Buchdrucker! Infolge Streitbeschlusses der gestrigen Generalversammlung ber Buchbruder und Hilfsarbeiter werben hiermit sämtliche Funktionäre der BSPD. z hente nachmittag 5 Uhr bei Hennig, Alegandrinenstr. 44, eingelaben. Erscheinen unbedingt Bflicht. Der Fraktionsvorstand der Buchbender. 8entralverband der Steinarbeiter. Morgen, Freitag, abends 7 Uhr, in Gewerkschaftshaus, Bersammlung der Wertstein- und Grabmalbranche. Ein Kellner, der nur noch in Garten und Saal= geschäften Arbeit findet, flagt, daß der Sommer schlecht und der Berdienst gering war und es mit der Arbeit bald wieder vorbei ist. Die gleichgestellten, meist älteren Kellner fönnten beim besten Willen die 26 Arbeitswochen nicht mehr aufweisen, die als Vor- tungstommissionsmitglieder treffen sich eine Stunde früher im Bureau. Am bedingung zum Bezug der Erwerbslosenunterstützung tretender Arbeitslosigkeit verlangt werden. bei einEr wünscht eine Notverordnung zugunsten dieser Kellner, wonach jeder Arbeitsstempel als eine Arbeitswoche gilt, so daß 26 Aushilfsarbeiten als 26 Arbeitswochen zu gelten hätten. Jedem Industriearbeiter müßte die nebenberufliche Tätigkeit als Kellner, den Gastwirten aber deren Beschäftigung untersagt werden, da sie auf eine Steuerhinterziehung hinauslaufe. Jeder Arbeitgeber müsse verpflichtet werden, jeden Arbeitnehmer, den er stunden. oder tageweise beschäftigt, beim Arbeitsnachweis und der Krantentaffe zu melden, um der Doppelbeschäftigung zu steuern. ( Ein vollbeschäftigter Metallarbeiter im Riebe- Werk in Weißensee fei dreimal wöchentlich als Kellner tätig.) Die Betriebsräte, Organisationen und Bertleitungen müßten auf die Not der Kellner hinweisen, um die Arbeiter anderer Berufe davon abzuhalten, ihnen ins Handwerk zu pfuschen und ihnen die Eristenz zu erschweren. Achtung, Zimmerer! Alle Bezirksführer müssen morgen, Freitag, 7 uhr, im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses erscheinen. Vorstands- und Schlich Gonnabend in allen Bezirken Versammlungen zweds Stellungnahme zum neuen Lohnabkommen. Alle Funktionäre haben außerdem dafür zu forgen, daß am Gonnabend jeder Verbandskamerad seine Liste zur statistischen Erhebung, abliefert. Die Zugehörigkeit zu einer politischen Bartei wird Arbeiterpreffe nur durch Borlegen der Quittung er nur Vorlegen des Mitgliedsbuches und das Lesen einer Bannt. Der Vorstand. Achtung, VSPD.- Generalversammlungsbelegierte des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Berwaltung Berlin! Morgen, Freitag, 7½ Uhr, Schulaula Weinmeisterstr. 15, Versammlung. Erscheinen aller in der BSPD. organisierten Delegierten ist Parteipflicht. Zentralverband ber Angestellten. Tertilgroßhandel, Baumwoll, Beinen und Kleiderstoffgroßhandel, Samt- und Geibenwarengroßhandel: Witteber verfammlung morgen, Freitag, 5 Uhr, Saverlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. Achtung, Kamm und Haarschmudarbeiter! Morgen, Freitag, 6 Uhr, Neue Friedrichstr. 1, Funktionärversammlung. Die Branchenleitung. Osram A, Sidingenstraße. Freitag, den 10. Auguft, 8 Uhr, tm 2obal Sportede, Berlichingenstraße, Bufammenkunft aller BSPD.- Mitglieder. Ausweis mitbringen. Erscheinen Parteipflicht. Der Fraktionsvorstand. Af- Funktionäre, Metall. Streitmaterial umgehend im Berbandsbureau, Belle- Alliance- Str. 7-10, abliefern. Zur Wertbeständigkeit der Bergarbeiterlöhne. Nach umfangreichen Verhandlungen wurde gestern nachmittag zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden der SteinEs wäre unseres Erachtens für die Berufstellner, Musifer usw. E und Braunkohlenreviere eine Vereinbarung unterzeichnet, die schon viel gewonnen, wenn die vollbeschäftigten Arbeitdie Kauffraft der verdienten Bergarbeiterlöhne bis zum Aus- nehmer, Angestellten, Beamten sich mit ihrer Berufstätigkeit bezahlungstage möglichst sichern soll. Für den Kalibergbau, sowie gnügten, das Achtstundentagprinzip nicht aus egoistischer Erwerbsund ihre freie Zeit zu ihrer Erholung für den Eisenerz- und Metallerzbergbau wird eine Regelung auf gier felber durchlöcherten gleicher Grundlage erfolgen. Die Verhandlungen im Kalibergbau und Belehrung nügten. Wohin follte es fommen, wenn in den finden heute im Zusammenhang mit den Lohnverhandlungen statt; Reihen der Arbeitnehmerschaft jede notwendige Joziale Einsicht im Eisenerzbergbau wird am Freitag in Gießen verhandelt werden, und Rücksichtnahme dem persönlichen Egoismus welchen müßte? während die Berhandlungen über den Metallerzbergbau am Montag stattfinden sollen. Die Lohnverhandlungen am Donnerstag werden bereits auf Grundlage der getroffenen Vereinbarung erfolgen. Die Vereinbarung selbst hat folgen. den Wortlaut: Unter der Voraussetzung, daß die Werte durch entsprechende Erhöhung der Kohlenpreise einen vollen Ausgleich für die zu übernehmenden Lasten erhalten, wird zwischen den Arbeitgeber und Arbeitnehmerverbänden der Stein- und Braunkohlenreviere folgende Bereinbarung getroffen: § 1. Zwischen den Organisationen wird allmonatlich ein Normal Tariflohn vereinbart unter Bereücksichtigung der in den Revieren herrschenden Teuerung und der wirtschaftlichen Verhältnisse der Reviere. § 2. Wenn vorauszusehen ist, daß im Laufe des Monats eine ethebliche Verteuerung der Lebenshaltungskosten eintritt, soll der Normal- Tariflohn um einen zwischen Tarifparteien zu vereinbarenden Zuschlag erhöht werden, der die Wertbeständigkeit des verdienten Lohnes bis zum Auszahlungstage möglichst gewährleistet. Solange die Geldentwertung im gegenwärtigen Ausmaß fort schreitet zunächst für den Monat August, mird dieser Zuschlag zwischen den Tarifparteien möchentlich vereinbart. § 3. Der gegebenenfalls um diesen Zuschlag erhöhte NormalTariflohn ändert sich von Woche zu Woche entsprechend der prozentualen Aenderung der Reichsinderziffer gegenüber dem Stande bei der Festsetzung des Normal- Tariflohnes. Die Festseßung der Aenderungsziffer erfolgt allwöchentlich Mittwoch nachmittag durch eine paritätische Kommission in Berlin. Korge Weinbrand Einzelhandel und Angestellte. Die Funktionäre des Zentralverbandes der Angestellten im Einzelhandel haben in einer Versammlung am Dienstag zu den teabsichtigten Maßnahmen der Einzelhändler Stellung genommen und einstimmig nachstehende Resolution angenommen: Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsvorsigende! Die schwedischen Genoffen treffen heute, Donnerstag, den 9. Auguft, abends 29 Uhr, auf dem Stettiner Bahnhof ein. Achtung, Nürnberg- Fahrer! Der Treffpunkt ist morgen, Freitag, den 10. August, nachmittags 3 Uhr, am Anhalter Bahnhof. Die Gruppenführer wenden sich sofort nach ihrer Antunft an den Genossen Diederich wegen Fahrtausweise. Mitgliedsbuch, Teilnehmerlarte, Reife ausweis und die Quittungen für Fahrgelb und Effen sind nicht zu ver geffen. Die Verfassungsfeier findet Sonnabend, den 11. Auguft, abends 6 Uhr im Garten der Neuen Welt statt. Ansprachen, Männerchöre, gemeinschaftliche Lieder und Tänze. Eintrittstarten zu 500 M. find am Eingang zu haben. Der Fadelverlauf findet nochmals am Freitag, ben 10. ngaft, nachmittags von 4-7 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3, sbatt. " Die ZDA.- Funktionäre der im Einzelhandel beschäftigten faufmännischen Angestellten haben aus den Zeitungen ersehen, daß das Personal des Einzelhandels angeblich hinter den Forderungen der Arbeitgeber stehen foll. Den Funktionären ist bis zur Stunde hiervon nichts bekannt. Sie wissen nur, daß ihre Organisation den Arbeitgebern gegenüber auf dem Standpunkt steht, daß die Angestellten keineswegs bereit sind, Heute, Donnerstag, den 9. August: den von den Arbeitgebern des Einzelhandels gegen die bürgerliche Gesundbrunnen: Jugendheim Schule Gothenburger Str. 2, Bortrag: Die Regierung geführten Kampf auf ihrem Rücken austragen zu lassen. ftraße, Bortrag: Bitalitium". Abstammung des Menschen". Lantwig: Jugendheim Gemeindeschule Schul Neukölln IV: Jugendheim Lokalum Bl Die Funktionäre verlangen ausdrücklich von der Einzel wincel"( Röllnische Seide), Mitgliederversammlung. Nieberschöneweide: handelsgemeinschaft, daß über beabsichtigte Verände Jugendheim Gemeindeschule Berliner Str. 32, Mitgliederversamming. Morden: Jugendheim Gemeindeschule Putbuser Str. 3-4, Bortrag: wieder rungen der Dauer der Arbeitszeit mit ihrer Organi- Krieg". fation verhandelt wird. Senefelder- Biertel: Jugendheim Badeanstalt Oberberger Str. 57, Vortrag: Arbeiterdichter". Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3. Alle Webbing: JugendSie stellen als ihre einmütige Auffassung fest, daß die Be- Eltern des Südwestens find eingeladen. Anfang 8 Uhr. der Arbeitszeit abzulehnen haben." triebsräte Verhandlungen mit ihren Arbeitgebern über die Dauer beim Gemeindeschule Ruheplasstraße, Vortrag:„ Buchdruckerkunst". Verantwortlich füte Politik: Victor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Gaternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Eglorn, Berlin; Feuilleton: K.$. Döscher, Wilmersdorf; Lokales und Sonstiges: Walter Trojan, Zehlendorf; Neue Differenzen in städtischen Krankenhäusern. Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei Das Pflegepersonal flagt darüber, daß gestern der fällige Lohn. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. betrag von 300 000 m. nicht ausgezahlt worden sei. Es habe sich und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Seimwelt". " Winkelhausen Kauf ohne Sorge bei Korge Alfe Reserve wa geöffnet! Unser Geschäft ist am Donnerstag Anzahlung bei späterer Abholung zu kulanten Bedingungen gestatteti Sport- und Reisebekleidung! Bayerische Lodenanzüge und Mäntell Damensportbekleidung! Reisemäntel, Regenmäntel, Trikotagen, reichsortierte Wäscheabteilung Herrenartikel, Schuhwaren, Spezialität: Sport-, Wander- und Jagdstiefel Koffer- und Reiseeffekten, Rucksäcke Grösste Auswahl! Solideste Preisel ARTHUR KORGE Berlin SW 2848, Wilhelmstrasse 107, Ecke Anhaltstrasse Nähe Anhalter Bahhhof 4 Etagen Verkaufsräume Kauf ohne Sorge bei Korge Fernspr. Zentrum 935 Geschäftszelt 9-7 Uhr Korse Str. 369+40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Auswanderung nach Südamerika. Die in Deutschland herrschende Not läßt in vielen die Sehnsucht| stehen zwar in höchster Blüte und sind heute die Heimat von 1800 wachsen, dem heimatlichen Elend zu entfliehen und in fernen recht wohlhabenden Bauernfamilien. Der aber dort noch verfüg. Ländern ein neues Fortkommen zu suchen. Dieselbe Not aber, die bare oder freiwerdende Boden ist für Kinder und Entel der Eindiesen Wunsch erzeugt, hält die meisten in Deutschland fest und sie gesessenen bestimmt, die ja auch leben wollen. Urwaldgebiet wird Leflagen sich oft genug bitter darüber. Oft hört man, wie Süd- in Chile vorerst nicht erschlossen, da die Regierung für solche Kulturamerika als das goldene Land gepriesen und wie bedauert wird, aufgabe kein Geld hat. nicht dorthin zu können. Die folgenden Ausführungen sollen daher Aufklärung geben über das, was der Auswanderer dort zu erwarten hat. eingeschränkt werden. Brasilien Donnerstag, 9. August 1923 Wie man Geld wechselt. Sie Die eine Münze" ist nahezu verschwunden; ein Einmarfoder Zweimartschein hat heute wirklich feine Berechtigung mehr. 3ehn- und Zwanzigmarkscheine sieht man noch dann und wann; es gibt immer noch eigenwillige Verkäufer, die ihre Preise nicht auf volle hundert oder tausend Mark abrunden. Selbst der Hundert oder Tausendmarkschein wird heute als„ lästig" empfunden und nur Post und Eisenbahn nehmen ihn mit sichtlichem Vergnügen an, da sie seiner beim Herausgeben oft bedürfen. Aber magt man sich mit einer Hand voll Hundertmarkscheinen zu einer Das eigentliche Auswanderungsland für Bauern tann nur vielumworbenen Verkäuferin von Eßwaren, so fehlt es nicht an Brasilien sein. Arbeitskräfte für Landwirtschaft nimmt man dort Spigen Bemerkungen: Haben Sie es nicht größer?" und„ das gern auf und vergütet den zu solchem 3med gekommenen Familien Bählen hält so lange auf". Damit hat sie unstreitig recht, aber das Wer darf nach Südamerika auswandern? bei erfolgreichem Bemühen nach Jahresfrist alle Kosten der Herausgeben auf einen großen" Schein ist auch oft eine kompli Nur zwet Berufsschichten können mit Aussicht auf Erfolg aus Weg zum Erfolg des Einwanderers jegt förperliche Eignung, Ge- nen Scheine wahllos in eine Tasche oder einen Topf und nun geht's Auswanderung gemäß bundesgesetzlicher Bestimmung. Der zierte Sache. Biele„ Damen der Halle" stopfen die eingenomme Deutschland nach Südamerika auswandern: Handwerker und Landleute. Diese ganz allgemeine Feststellung muß jedoch wesentlich undheit, mittleres Lebensalter, Taftraft, äußerste Genügsamkeit, ans Suchen nach den passenden Scheinen, die unter den nervös Verzicht auf alle Kulturannehmlichkeiten vorans. Auch muß der Es dürfen nur gefunde, widerstandsfähige, Einwanderer verheiratet fein, weil er nicht neben der Arbeit auch sich bewegenden Fingern gerade tein gutes Leben haben. nüchterne und tüchtige Handwerker daran denken, in Südamerika fochen und waschen kann. Die beste Schule für die Anfänger ist sehen dann auch etwas ranfponiert aus. Anders die Kassiererinnen tätig zu sein. Wer nicht über genügende eigene Mittel verfügt, Arbeitsleistung auf einer Kaffeepflanzung, wobei in den großen Geschäften und Warenhäusern. Da liegen die um sich eine Zeitlang dort drüben über Waffer halten zu können, Frau und Kinder helfen müssen. Hier lebt man sich am besten in Scheine fein sortiert und im Nu sind auf den dargereichten ist in den meisten Fällen rettungslos verloren. Sie finden dort gaz die Berhältnisse ein, lernt Gitte und Sprache und erspart bei freier Hunderttausender" die reftierenden 27 000 m. herausgezahlt. Wenn andere Verhältnisse, auch in bezug auf Ernährung, Wohnung, Arbeitszeit, Arbeitsraum und auf das Leben in den freien Stunder. Lebenshaltung den größten Teil des baren Lohnes, mit dem man natürlich einer bei einem Einkauf von sagen wir 15 000 m. einen Soziale Fürsorge gibt es drüben nicht. Auch feinen Achtstunden. bald hundert Morgen Eigenland erwerben kann. Dazu ist Gelegen. Fünfmillionenschein gewechselt haben will, so lehnen sie dies- und fog. Jeder ist auf sich angewiesen und muß sich selbst vor Aus: Catharina somie in der Urwaldzone des hochkultivierten ebenfalls zur Zahlung bereiten anderen Kunden doch zu sehr beheit genug in den füdbrasilianischen Staaten Parana und Santa ab: ein solches Wechselgeschäft würde die Rechte der beutung durch unehrliche Landsleute schüßen. Neulinge, Cringos" Baulistan erstaates. Wie hart das Dasein eines Kolonisten genannt, werden stets ausgenutzt. Auch im staatlichen Betrieb tatsächlich aber ist, charakterisiert am besten werden Arbeitnehmer oft auch aus Mangel an barem Gelde monatelang nicht bezahlt und müssen auf Gutscheine höchst unwirtschaftlich leben. Dennoch sind deutsche Handwerker in Argentinien und auch in Brasilien zu Wohlstand gekommen. In Sao Paulo gibt es bei spielsweise im Stadtviertel der Rua Iphigenia einige hindert gut gehende Geschäfte mit anschließenden Werkstätten, die deutschen Fachhandwerkern gehören. Spekulative Brasilianer haben ihnen durch Darlehen solche Selbständigkeit ermöglicht. Das ist aber heute nicht mehr zu erwarten. 99 ein fleines Stimmungsbild mit Recht einträchtigen. Früher, als es noch Pfennige und ähnliches Kleinzeug gab, mar es ein mathematischer Sport, sich vorzustellen oder gar aus dem Urwaldgebiet von Aracatuba, das die Deutschbrasilianische falls die höhere Mathematit geläufig wor Landsiedlungsgesellschaft Haefer u. Co. 1920 mit außerordentlichen wieviel Mart man z. B. ein zwanzigmarkstück wechseln könne. Um auszurechnen, auf Geldopfern und vielem guten Willen erschloß. Im engsten Raum, den Leser nicht zu unnüßem Nachdenken zu verführen, wollen mir auf dürftigem Lager, ohne jede Bequemlichkeit und rechten Schutz vor Hälte, Näffe und friechendem Getier, hausen da die ersten das Ergebnis hier niederschreiben: nämlich auf 33 230 248 752fache Kolonisten. Meist vier Familien in einer elenden Hütte, deren Weise. Heute, wo die fleinen Pfennigbeträge überhaupt nicht mehr dunkles Innere vier aufgehängte Säcke teilen. Ohne Stuhl und eristieren, wird sich diese Milliardenzahl wohl etwas reduzieren: In Chile einzuwandern ist für Handwerfer gewagt. Den Bett. Bett, mit einer Riste, die als Tisch dient, und einer Blechbüchse, die immerhin wird bei einem Hunderttausendmarkschein auch schon bewerb mit den unglaublich genügsamen Kleingewerbetreibenden das Wasch, Koch- und Eßgeschirr ist, leben fie fümmerlicher als eine stattfiche Zahl herauskommen. cus Portugal, Spanien, Italien, Dalmatien und Syrien halten wundernde Zigeuner. Wochenlang tragen sie dasselbe zerrissene Deutsche nicht aus. Wer heute nach Argentinien oder Brasilien Hemd, das gleiche zusammengestückelte Gewand, die schon ganz auswandern will, muß einige Millionen Mart für Ueberfahrt im verbrauchten Schuhe, und können sich nicht helfen, weil ihre verZwischended bezahlen. Dies zwischended ist eine gut eingerichtete frachtete Habe noch immer unterwegs ist. Bis es besser kommt, Dritte Klaffe, was aber nur für die Schiffe der Hapag, des Nord- trösten sie sich mit Zukunftsträumen, bauen in Gedanken schmucke deutschen Lloyd und der Südamerifalinie gilt. hinüber. Holzhäuser im Schweizer Stil, legen in der Phantasie blühende arbeiten" fann man sich aus mancherlei Gründen nicht. Drüben Gemüsegärten und prächtige Blumenbeete an, erdichten sich mustererhält jeder Arbeitswillige zunächst freie Verpflegung und Unter- gültige Meiereien, rechnen sich große Gemimme aus geplanter funft in einem der staatlichen Einwanderungsheime, Hobels de Imi Schweinemast und Hühnerzucht aus, betreiben in der Einbildung gracion", bis er Berdienst gefunden hat. Natürlich muß er sich da erfragreiche Sägewerte, Reis- und Maismühlen mit billiger Wasser bei auch mit Aushilfsarbeit begnügen oder sich im Innern des traft oder sehen sich auch schon als wohlbestallte Postagenten oder Landes nach Beschäftigung umsehen. Bahnfahrt und Gepäcbe. Bürgermeister und Gemeinderäte der fünftigen Ortschaft. förderung bis zum Arbeitsort ist frei. In Argentinien. * Nur gut, daß die Leute beim Wechseln sich diesen Gedanken nicht hingeben, denn sonst würden sie noch mehr in Aufregung geraten. Apotheker im Dalles. Die Fälle, daß Kassenpatienten die ihnen verordneten Medifa. mente in Apothefen nur noch gegen sofortige Bezahlung erhalten und mit der Weisung, das verauslagte Geld von der Krankenkasse einzuziehen, mehren sich. In Apothekerfreisen ist sogar, wie mitgeteilt, eine Bewegung im Gange, um das bisherige Kreditsystem gegenüber den Krantentassen allgemein abzuschaffen. Die Apothefenbefizer erflären, daß sie die ungeheuren Preise, die sie selbst für Nur wenige dieser ersten Kolonisten haben schließlich durchge- Medikamente bezahlen müssen, nicht mehr auf Monate hinaus frehaften, die meisten zogen in die Städte zurüd. Einige erlagen der ditieren können. Es handele sich heute bei jeder Apotheke allFür Candleute ist Argentinien nicht das rechte Auswandererziel. Malaria, die taum einen verschont. Am besten haben sich dort monatlich um viele Millionen, die zum erheblichen Teil Als Knechte, Peons", verdienen sie auf großen Estansias" bei die Deutschschweize: bewährt, die von Haus aus tüchtige Hand- ihren Papiermartwert eingebüßt haben, wenn sie von der Kaffe harter Arbeit, bei schlechter Verpflegung und noch schlechterer Unter- werfer und Landwirte waren. Auch hier muß wieder betont wer- endlich erstattet werden. Das ist gewiß richtig. Die von den Apofunft nicht genug für die sonstigen Lebensbedürfnisse. Als Ernte den, daß es Sache des einzelnen ist, ob er vorwärts fommt, Manche thefen beabsichtigte drakonische Lösung schießt aber weit über das arbeiter halten Deutsche im stechenden Sonnenbrand meist nicht aus und kommen gegen die füditalienischen Saisonarbeiter nicht auf. erreichen nie etwas unter der Autorität anderer, und es tommt Biel hinaus. Sehr viele Kassenpatienten würden gar nicht in der Lage sein, die Medikamentenpreise, die sich schon für ganz einfache Auch das mühselige Leben als kleinpächter auf einer argentinischen deshalb sehr oft auf die Leitung einer Rolonie an. Die hohe Ent Sachen zwischen 50 000 und 150 000 m. bewegen, zu verauslagen. Chaora lohnt oft nicht, da die Mißernten aus mannigfacher Ur- midlung der Schweizer Siedlung Helvetia in Campinas in Brafi- Ber will die große Berantwortung dafür übernehmen, daß durch fache teine Seltenheit sind. Nach einigen Jahren steten Zumartens lien und die Kolonien deutscher Bauernschaft in den fübbrafikani- Geldmangel der Kassenpatienten die notwendig schnelle medikamenhat solcher Kleinpächter meist seine Ersparnisse zugesezt und muß schen Staaten in Rio do Sul beweisen das genügend. Schließlich töse Krantenbehandlung verzögert wird? Sollen die zahlungshettelarm wieder fortziehen. Wirklich guter argentinischer Kultur- muß noch eins gesagt werden: Auswanderung bedeutet ein Loslösen unfähigen Kranten oder ihre Angehörigen erst nach der vielleicht beden ist längst in fester Hand, und Landkauf zum billigen Preis vom heimatlichen Boden, so sehr die Erinnerung an ihn im ein- weit entfernten Kassenstelle laufen oder mit erheblichen Kosten ist nur noch auf neuerschlossenem Gebiet möglich. Gewinnsüchtige zelnen Menschen auch fortleben mag. fahren, um sich das Geld zum Empfang der Medikamente anweisen Rolonisatoren bemühen fich, solche Zonen im Tal des Rio Negro zu lassen? Und wie stellt man sich die dadurch entstehende bureauund im argentinischen Urwald, im Chaco zu besiedeln. technische Belastung der Krankenkassen mit einer unheimlichen Fülle aber ein Wagnis, sich dort niederzufassen, fernab vom Verkehr, im Bon der Reichsbanknote zu 100 000 m., mit dem Datum nom neuen Schreibwerks vor? Eine der ersten Folgen wäre die NotHeberschwemmungsland, in der Nähe von Sümpfen und an der 1. Februar 1923 wird demnächst eine 2. Serie ausgegeben mwendigkeit der Einstellung weiterer Beamten und der Erhöhung der Hoheitsgrenze feindseliger Indianer. Auch Chile fommt für bäuer- merden. Sie unterscheidet sich von der bisher ausgegebenen Serie Beiträge. Solche wichtige Fragen, die ein Jahrzehnte altes System liche Niederlassung nicht in Betracht. Die dort im Süden in Bal. dadurch, daß die Nummer in der rechten oberen Ede der Note fort über den Haufen rennen sollen, fönnen nicht zum Schaden der Padivia von Bauern aus der Eifel 1850 gegründeten Siedlungen fällt. tienten erledigt werden. Es ist schon genug, menn jetzt die Kassen50] Als die Wasser fielen. Bon Offo Rung. Es ist Ihm schien, er fönnte die Stimme des Baters hören: " Halte dein blankes Bandolier fleckenlos!" Und auf einmal war es ihm, als stände er stramm auf Ded, in Uniform mit dem Kadettendolch und blanken Knöpfen, und vor ihm der Bater mit dem fohlschwarzen viereckigen Bart. Bleich beleuchtete die Laterne das schaufelnde Dec. Auf den Banjern unter der Schanze bemerkte er die alten Kanonen, die gesurrt und mit der Lafette halb in das tintenschwarze Wasser gefenft waren. Und halberstickt, flagend und zornig tönte die Stimme des Baters: Da siehst du, Junge! So hast du alles nerschandelt, was ich und meine Zeit euch als Erbe hinterließen! Sieh dich um! Jetzt sinkt das Schiff meines Geschlechtes!" Und der Sohn fah hinaus über das Chaos, in dem die Führer jener Zeit, die blind ihren Kurs hielten, untergingen. Und die Typen der neuen Zeit, die reichen Blebejer- treibend und ohne Ruder versanten wie sie. Rhythmisch und rollend mechselten Ebbe und Flut. Gude fand sich halb sizend in seiner Roje. Um ihn her mar zitternder Sonnenschein, der durch das Kuhauge hereinfpielte. Er sah auf die Uhr, es war halb sechs. Jetzt erinnerte auch er sich des dumpfen Lärms, den er immer wieder hinter dem Schott in seinem Arbeitsraum gehört hatte. Er nickte: Ja, er hätte oft dasselbe wie sie gehört. Aber eine Erflärung fönnte er nicht geben. Sie lächelte, während er sprach, durchaus nicht ängstlich, wie er zuerst gedacht hatte, eher ein wenig neugierig, elastisch nach dem Schlafe, erfrischt von dem fühlen Morgen. Nein, fie wollte nicht wieder zur Ruhe gehen! Schnell lief sie hinunter, um sich anzufleiden. Als sie wiederfam, hatte sie ihr haar gemacht und trug ein helles Leinenkostüm. Gude hatte an die Tür von Mattis Kajüte geflopft und öffnete fie, als nicht geantwortet wurde. Ein wenig ärgerlich fam er zu Gerda zurück. 17 " Mein Matrose scheint fortgelaufen zu sein," sagte er. Wir müssen sehen, ohne ihn fertig zu werden!" Sie niche eifrig: Vorläufig würde sie für eine Taffe Tee forgen. Er sah sich in ihrem Garten um. Ein wilder, füßer Duft von Honig und Sonne entströmte den Rosen, die um Baum und Spill hingen oder bis halb zur Spitze des Besanmastes emporgeflettert waren. Der Morgen ging schon von Schneeweiß zu Blau über. Sie standen nebeneinander über die Reling gelehnt. Ihre Schulter hatte die seine einen Augenblick berührt, und er spürte noch ihre Wärme, ihren Nero mie eine Unruhe in feinem Blute. eine Abteilung in Drell gekleideter Matrosen. Dahinter lagen eisgraue Panzerschiffe und die fohlschwarzen abgedankten, von geteerten Dächern überdeckten Korpetten. Auf dem Holm stand die alte Wache mit ihrer gefrönten Spize und dem gemauerten Turmfran mit seinem Kupferhut. Die Bastionen der Sixtus- Batterie zeigten ihre Wälle in der Ferne. Hier, in diesem schmalen Hafenlauf, wo der Tang die sich miegenden Bojen einhüllte, war einmal vor vier Jahrhunderten Gammelboddyb" gewesen, hier fuhren die Schmacken vom Hafen der Kaufleute aus und ein, mit Heringen von Stanör beladen- mit Ochsenhäuten um ihre Spanten und Eisenhaut um ihren Steven. Später anferten Ostindienfahrer hier bei der Sankt- Annä- Brücke mit Indigo, Safran und Seife im Raum. Drüben lagen noch die gewaltigen Pachäuser Grönlands und Trankebars, die morschen Bollwerke der alten Trantocherei und die gelben, ziegelgedeckten Buden der großen privilegierten Rompagnien, die in den Tagen des Absolutismus und des Empirehandels blühten. Und noch lagen hier die Schiffe der dänischen Handelsflotte und warteten auf Frachten und neue Aufstiegszeiten, hier lagen die Schiffe der beiden mächtigen Gesellschaften, die bevor der Krieg Bernichtung über die Länder und Dede über die Meere brachte die Flagge der Nation von Siam bis Panama gezeigt hatten. Von hier sollten die Flotten wiederum ausfahren. Wo immer in der meiten Welt sie waren, in diesem Hafen sollten sie ihr Héim haben. Er vernahm noch den Laut dröhnender Schläge in seinem Der Hafen hatte zu leben begonnen. Schleppdampfer Ohr. Aber er fühlte sich erfrischt, belebt, als wäre sein ganzer tamen schnell vorbei, fie fuhren zu ihrer Arbeit, fern von der Die Hämmer dröhnten schon von den ermachenden WerfOrganismus auf einmal gereinigt worden. Es war ihm, als Stadt ertönte das Heulen der Fabrikpfeilen. Und auf ein ten. Blumenduft stob vor der frischen Brise von den Ranken hätte er sich endlich von einem ganzen Kapitel seines Lebens mal, wie der Schlag eines Gongs, begann der Lärm der um Deck und Masten. Er dachte, daß ihm sicher das Glüc befreit. Ohne Optimismus, aber auch ohne Angst sah er der Werften. Von den Schmieden von Refsholeö flammte es rot, beistehen würde. Ihm war, als hätte er seinen Maskot, sein Zukunft entgegen, die ihn selbst und die schwierige Welt er- Esse bei Esse, und schmetternd lam von allen Helgen das ge- Glück hier neben sich! Ihre Schulter berührte nicht mehr die wartete, in der er ohne Jammern und Querulieren, zwar ohne waltige Hammerlied des Tages. Metall gegen Metall, ein seine, aber er spürte ihre Nähe in dem mogenden Duft, in den Glauben an große Ergebnisse, aber doch mit frischem Mut stundenlanger Takt. Die ersten Routendampfer zogen ihre dem frischen Morgen, der sie beide vereinte. Sie war selbst wie feinen Plaß einnahm. schwarzblaue Furche durch das leuchtende Wasser. Und von dieser Hafen, diese blühende, aus dem Meere getauchte Stadtallen Hafenbecken erklang das Raffeln von Ketten, das Anar- fo war sie einst zu ihm gekommen, aufrecht durch Regen und ren der Kräne, das Stürzen von Kohlen; Brähne und Leichter Sonne, mach und jung. famen stampfend, von schnaufenden, eiligen Bugsierbooten geschleppt, vorbei. Der Hafen war erwacht, bereit für den neuen, merdenden Tag. Er fleidete sich an und ging an Ded. In dem ersten Tages, ficht lag das Meer bendend weiß da; die Molen und Häuser des Hafens bildeten silberartig bleiche Silhouetten. Plötzlich wurde sein Name gerufen. Auf dem Mittelded stand, über das Geländer gebeugt, Gerda. Sie war in einen Kimono gehüllt, das Haar hing ihr lofe über den Rüden herab. Sie rief ihn:" Haben Sie es auch gehört? Sind Sie auch geweft worden?" den fie in Scharen fommen, die fleinen, von Gemüse und Obst Ein Schoner zog mit puffendem Motor vorbei, bald wür schwellenden Fahrzeuge von Marstal und Thurö. Sie tamen von den dänischen Inseln, die blühend, durch blauende Sunde getrennt, auf der blanken See schwammen. Auch Kopenhagen war ein schwimmender Garten mit seinen Rasenplägen und Barts, seinen uralten Alleen und grünen Bastionen. Von diesem Langjam glitt ein schwer beladener Dampfer vorüber nach seinem Blaze beim Schwimmdod, wo jetzt das Motor schiff Malatka" mit seinen mächtigen weißen Schiffsfeiten, Und als er verwundert den Kopf schüttelte, erflärte fie: fteil, mastenlos, ohne Schornsteine, mit rotem, von den tropiJeden Morgen in den letzten Wochen hätte sie es gehört das fchen Meeren vermittertem Riel, lag. hinter der Wand in ihrer Kajüte. Es fonnten nicht die Und drüben, auf der Amagerseite, lag der alte Hafen, Hafen aus gingen seit Jahrhunderten die Flotten weit über die planten sein, die nachgaben, der Laut war zu gewaltsam der nie vergehen wird: Das Lager der Flotte, die alten Welt mit dem, was der Boden des Landes hervorbrachte. Christianshapner Gräben. Uleber die Hönsebrüde tam gerade ungefähr wie ein Schuß ( Fortsetzung folgt.) patienten für jede fleine Medizinflasche bei der Apotheke 5000 bis p 10 000 m. Pfand hinterlegen müssen. Die Regelung hat also zwischen Apothefe und Kasse zu erfolgen. Die Apotheken follen entweder in fürzeren Zeiträumen abrechnen oder fie sollen sich entsprechende Borschüsse zahlen lassen. Preise und Löhne. Niemand weiß heute mehr, wie die Preise stehen. Die stündlichen Schwankungen des Dollarkurses ziehen auf den Lebensmittelmärkten gewaltige Veränderungen nach sich. In Bekleidungswaren ist die Bewegung etwas ruhiger, weil deren Preise nach dem System der Grund- und Schlüsselzahlen berechnet werden und sich auf verschiedenartigen Gestehungskosten aufbauen. Der Lebenshaltungsindex, der wöchentlich veröffentlicht wird, spiegelt die Kaufkraft nur unzureichend. Denn in den zwei Tagen von seiner Ermittlung bis zu seiner Veröffentlichung hat sich das Preisniveau bereits wieder geändert. Dann aber gibt der Index auch keinen Aufschluß darüber, wie sich die Preise der einzelnen Waren gestalten. Wir werden also fortab unsere ständigen Mitteilungen über die Markthallenpreise für Lebensmittel ergänzen durch eine Aufstellung von Preisen wichtiger Beweise gemacht werden können. Neben den Preisen sollen die zukleidungs waren, wobei natürlich nur die wichtigsten linletzt bekannten Löhne, die in der laufenden Woche bezahlt werden, veröffentlicht und damit ein Vergleich ermöglicht werden, wie sich die Kaufkraft des Lohnes an den einzelnen wichtigen Warenpreisen darstellt. Preise Die Katastrophe der Straßenbahn. Die Konkurrenz der Staatsbahn.- Unmögliche Tarife. Die gestern von uns angekündigte Erhöhung des Straßenbahn tarifs ist von der Verehrsdeputation beschlossen worden und tritt morgen( Freitag) in Kraft. Die Preise stellen sich danach auf: Einzelfahrfcheine auf den Hauptlinien 20 000 m., auf den Vorort bahnen 15 000 m., für Kinder, Lehrlinge, Kriegsbeschädigte usm. 10 000 m., Umsteigefahrscheine 30 000 m., auf den Vorortlinien 20 00 M., Wochenkarten toffen 200 000 bzw. 140 000 m. Am Mon tag tritt für die Arbeiter der Straßenbahn eine neue Lohnerhöhung in Kraft, die auf Grund der Indersteigerung mit 120 Broz. anzu nehmen ist. Danach würde die Straßenbahn gezwungen sein, ihren Tarif um weitere 100 Bros. auf 40 000 m. zu bringen. Die De putation ist deswegen bereits am Montagvormittag zu einer Sigung zusammenberufen. Die Lage der Straßenbahn ist besonders dwierig, weil auf der einen Seite die Hoch- und Untergrundbahn wefentlich geringere Löhne zahlt( der Stundenlohn differiert augenblicklich um 13 000 bis 15 000 m.) und auf der anderen Seite die Stadt und Ringbahn ihre Tarife der Geldentwertung nicht an. paßt und vor dem 1. September feine neue Erhöhung eintreten laffen will. Da die Straßenbahn an die Tarife der Reichsarbeiter fich halten muß, ohne die Notenpreffe als Deckung im Hintergrund zu befigen, so wird sie angesichts der bei dieser starten Tarifdiffe renz unvermeidlichen Abwanderung in eine derartige Kata strophe geraten, daß in der Deputation die Stillegung der Siraßenbahn gefordert murde. Die Deputation hat ben Magistrat beauftragt, beim preußischen Handelsminister wie bei den Bekleidungswarenpreise am 8.8. ( Schlüsselzahl in Berlin 18000.) Reichsministern für Verkehr und Finanz auf das Unhaltbare der Lage hinzuweisen und eine Unterstügung der Straßenbahn aus Herrenanzug, engl. Stof, Reichsmitteln zu verlangen. * Die neue Geldentwertungsentwidlung hat zu neuen Forde rungen der städtischen Arbeiter geführt, für die der Magiftrat pergeblich sich nach Deckung umfieht. Die Stadtperordnetenversammlung soll möglichst bald zusammentreten. Lebensmittelpreise i. d. Zentral. markthalle ( in tausend Mart) Schmalz Margarine Stalbfleisch m. Knochen Hammelfleisch m. Knochen. Erbsen. Kabeljau Weißfohl mittl. Qualität Herrenanzug, woll. Stoff Herrenhemden( Macco) Herrensocken( Baumwolle). Herrensoden( Bolle). Derbe Herrenstiefel Damenmantel, mittl. Dual. Flanellbluse( Baumwolle) Flanellbluse, beffer Damenrod, rein wollener Cheviot Damenbemd. Strümpfe( Baumwolle). Schürze Damenstiefel → B 130 Löhne Höchste Wochenlohne in Berlin 4. 8. bis 10.8. B B 670 1533 12-13 Blajer bom 30. 7. bis 2.8. Schäftemacher vom 30. 7. bis 4. 8. 1840 Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. gh ( 1913/ 14-1) Durchschnitt Mai. 4. Juli • 11. 16. 25 23. 30. 99 99 6. August Juni. 3 816 7 650 16 180 21 511 28 892 39336 71 470 149 531 Steigerung gegen die Borwoche 109,2 Proz. Der Aufmarsch der Drückeberger. meine Ueberzeugung, daß Steuern gezahlt werden müssen. Die Jedesmal, wenn es neue Steuervorlagen gibt, ist es die allges Frage ist nur, von wem sie aufgebracht werden sollen. Da stellt es sich denn in der Regel heraus, daß gerade die ökonomisch Starten sich weigern, dem Staate zu geben, was ihm gebührt. Da die Groß( in tausend Mark) tapitalisten über den größeren Teil der Presse verfügen, ist es ihnen 550-680 Blumenbinder ab 6. 8.. leicht, einem gläubigen Bublifum einzureden, daß nicht das Rapital, 340--440 Blumenbinderinnen ab 6. 8.. 620 sondern Arbeit und Verbrauch die Steuern tragen muß. 220-260 Lithographen b. 28. 7. bis 2. 8.. 1490 240-280 Ronditoren bom 6. 8. bis 11. 8. 2200 Das war feit jeher so üblich. Wer nun geglaubt hätte, daß die kata60 Buchdrucker( Selaffe C verh.) vom strophale Devisenhausse der letzten Zeit und die Notwendigkeit des 2400 Abwehrkampfes an Rhein und Ruhr einiges Verständnis für die 150 Bäder( Großbetr.) b. 6. 8. b 11.8. 2525 Finanzbedürfnisse des Staates geweckt hätte, ist im Irrtum. Einen Tag, ehe im Reichstag die Beratung der Finanzvorlage begann, brachte der schwerindustrielle Lokal- Anzeiger" ganz zufällig einen Artikel der Sinn der Martentwertung", in dem die welterschütternde Mitteilung gemacht wurde, daß der Sinn der Markentwer tung in der Zerstörung des Kapitals liege. Der Artikel geht aus von der richtigen Tatsache, daß das in Papiermarttiteln angelegte Rententapital zuerst vernichtet würde, verfteigt sich dann zu der Behauptung, daß die Gewinne des Großtapitals weggesteuert würden, kommt dann auf die Knappheit an Betriebskapital im Handel und in der Industrie zu sprechen, das lediglich eine Folge des Verfagens der Kreditorganisation infolge der Geldentwertung verursacht ist, und prophezeit, daß in Zukunft sogar die Produktion un möglich werde, denn die Sachwerte verringerten sich, weil sie in Bukunft immer weniger produzieren könnten, ständig, weil sie nicht mehr produzieren könnten. Herrenkonfektion vom 6. bis 11.8. 3297 8460 Damenfonfettion vom 6. bis 11. 8. 3695 15660 Damenbutbranche v. 28.7. b.3.8. 1974 1062 Schuhindustrie vom 30. 7. b. 4. 8. 2049 86 Ofenfeger vom 29. 7. bis 2. 8. 1840 99 Herrenmaßbranche v. 6. bis 11.8. 3538 6660 Tapezierer bom 30. 7. bis 4. 8. 2116 3060 Chemische Industrie( Familien1980 2106 gulage pro Stopf und Woche 96 000 M.) vom 1. bis 7. 8. 2760 Metallind.( männl.) b. 30. 7.5.5.8. 2668 4280 Damenmaßbranche v. 6. b. 11. 8. 3678 1170 Gärtner ab 6. 8. 2760 198 Holzindustrie vom 27. 7. bis 4. 8. 2434 378 Beton- u. Tiefbau bomt 2. bis 8.8. 2806 6120 Metallformer bom 30. 7. bis 5. 8. 3539 die Es ist ein Glück, daß diese Gefahr nur für die Zukunft ausgemalt ist. Die Tatsache, daß das Produktions- und Handelskapital Das Landesfinanzamt Groß- Berlin erlägt im Inseratenteil schon heute große Reserven in fremden Devisen hat man eine öffentliche Bekanntmachung, betreffend Berzugszuschläge für war ja sogar so freundlich, 200 Millionen Goldmart davon gegen zurüdgehaltene Lohnabzüge. Die Bekanntmachung vom 25. Juli 1928 6 Broz. dem Reiche zu leihen, und das will schon viel fagen! wird dabin ergänzt, daß die in der Zeit vom 1.- 15. eines Monats Tatsache, daß große Summen im Ausland angelegt worden einbehaltenen Steuerabzugsbeträge spätestens bis zum Schluß dieses sind, verschweigt man ebenso tonfequent wie die andere Tatsache, daß Monats abgeführt werden müssen, da sonst der Zuschlag bereits der größte Teil der.Industrie sich derart schuldenfrei fühlt, daß die vom Beginn des folgenden Monats ab eintritt. meisten Unternehmungen Anteile auf den Besitz ihrer Produktionsmittel weit unter ihrem Marktwert verschleudern. Offenbar Unterbezirkstag der Kreise Teltow- Beskow. Am Sonntag, den 5. August, bagte in Berlin eine Konferenz der sozialdemokratischen Wahlvereine der Kreise Teltow- Beeskow. Gen. Jahn, Spandau, erstattete den Geschäftsbericht. Die Mit. gliederzahl hat sich um 1453 vermehrt, ein Beweis dafür, daß die Partei im Unterbezirf nicht nur stabil, sondern auch vorwärts geschritten ist. In der anschließenden Diskussion wurde von den Gen. Wagner, 3ubeil, 2a Grange und der Genofffin Ryned eine bessere Ausgestaltung der Frauen und Jugendagitation gewünscht. Wer die Frauen und die Jugend hat, dem gehört die Zukunft. Der Gen. 3ober, Daben dorf, regt an, den Gemeindevertretern mehr Bildungsmög liteiten als bisher zu geben. Dem Geschäftsbericht schloß sich ein Referat des Gen. Krüger, Berlin, über die wirtschaft. liche und politische Lage an. Der Unterbezirtstag ist unter dem Zeichen einer tatastraphalen Breissteigerung zusammen. getreten. Jeber sagt: Was nun?" Was soll werden?" Die Gegner der Republik schieben alle Schuld des heutigen Glends auf 2. die Staatsform der Republit. Klar zeigte der Referent die Urfachen, die zur heutigen Katastrophe geführt haben. Mit sichtlichem Interesse folgten die Delegierten den Ausführungen des Referenten. Die Beseitigung der Regierung Cuno wurbe von allen Seiten verlangt. Die große Frage ist nun die, was an deren Stelle zu sehen ist. Gen. Krüger behandelte dann alle Möglichkeiten einer Regierungsbildung und tommt zu dem Schluß, 14. daß uns fein anderer Weg erfpart bleiben wird, als die Koalition auf breiter Grundlage. In der Diskussion, in ber man fich für und gegen die Auffassung Krügers aussprach, spielte auch die Weimarer Sondertonferenz eine Rolle, Die Einheit und Geschlossenheit ist das höchste Gut der Partei Diese wird aber durch Sonder fonferenzen untergraben. Ein Antrag, der das Borgehen dieser 30 Genoffen mißbilligt, wurde angenommen. n 6. 19. Groß- Berliner Parteinachrichten. tut sie das auch bloß deshalb, weil„ bas Rapital vernichtet" ift. Kreis Tiergarten Freitag, 7% Uhr, bei Trimper, Flensburger Str. 3, treffen sich die Abteilungsletter und bie Obleute der Ordner eller b. teilungen ameds wichtiger Besprechung. Kreis Kreuzberg. Freitag, ben 10. Auguft, 7 Uhr, in der Neuen Welt. Safenheide, Gigung ber Abteilungsobleute des Ordnerdienstes. Pünktliches Erscheinen ist Bflicht. Freitag, ben 10. Auguft, 6% Uhr, Sigung ber Beitungstommission bei Rabe, Fichteftraße. 7 Uhr bei Rabe, fichte ftraße, Kreismitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Forderungen Der Partei und das Rabinett, Cuno. Referent Reichstagsabg. Dr. Levi. Abgeordnete, die im Kreis wohnen, sind besonders eingeladen. Kreis Renton, Jugendweihe: Der Unterricht beginnt wieder am Frei teg, ben 10. Auguft, nachmittags 4 Uhr, bei schönem Wetter im Bollspark Safenheide( Garnisonfriedhof), bei schlechtem Wetter im Gesangsoal, Donau. traße 120( Rnabenmittelschule). Anmeldungen nur noch bei Beginn des Unterrichts. Gebühr 50 m. Arbeiterkinderchor Rentönn. Freitag nach. mittag 5 Uhr Gesangstunde im Gesangsaal, Donauftr. 120. Neue Mit glieder im Alter von 8 bis 14 Jahren werden angenommen. Sonntag, 12. August, wirkt der Chor bet dem Sommerfest der 91. Abteilung mit Treffpunkt Sonntag nachmittag 4 Uhr im Rarlsgarten. Kreis Pantow. Freitag, den 10. Auguft, 8 Uhr, im Jugendheim, Breite Straße, wichtige Sigung der Bildungskommiffion. Morgen, Freitag, den 10. Auguft: Bortrag des Genossen Stadtrat Frant über Wohlfahrtspflege". ebrenamtlich tätigen Genoffen sind besonders eingeladen. Uebermorgen, Sonnabend, den 11. August:/ Ane Aber es drohen neue Steuern, und da tommt es auf eine kleine Notlüge ja nicht an. Unter den neuen Steuern befindet sich auch eine Automobilsteuer. Obwohl die Leute, welche früher Automobile für berufliche Zwecke auf eigene Rechnung unterhielten, sich diese gar man denke an Landärzte obwohl die nicht mehr leisten können Besitzer von Autos heute größtenteils befizende Leute sind, die sich die ungeheuren Aufwandstoften wirklich leisten fönnen, also auch die Steuern, obwohl schließlich mit dieser Steuer auch viele Schieber gefaßt werden, die mit ihrem Luxusaufwand die verarmten breiten Massen täglich reizen und obendrein fast gar keine Steuern zahlen, findet sich doch sofort eine Stelle, die gegen die Erhöhung der Automobilsteuer protestiert. Der Reichsverband der Automobilindustrie teilt mit: Das vorgesehene Ruhropfer, dessen Grundgedanten jeder ohne Rücksicht auf die Partei, feinem Sinne und Zwede nach voll zustimmen muß, bringt aber trotzdem eine ganz ungerechtfera In den Unterbezirtsvorstand wurden gewählt: 1, Borf. Drüge. müller( Beeskow), 2. Bors. La Grange( Nowawes), 3. Staffierer 23. t. 7 Uhr bei Grunwald, Rameruner Str. 19, Rommunale Kommission. tigte Härte für die Automobilhalter. Klein( Wildau), 4. Beisiger Hänchen( Teltow), 5. Beisiger Otto ( Börzig), 6. Revisor Kern( Königswusterhausen), 7. Revisor Lehmann( Niederlehme), 8. Frauenvertreter: Frau Dengler( Teltow), 9. Jugendvertreter: Engelbrecht( Jüterbog), 10. Mitglied der Breß- 121. tommission wurde Gen. Drügemüller. In den Bildungsausschuß murden gewählt: La Grange( Nowawes), Döhlemann( Trebbin), Urban( Teltow) und die Gen. Benz und Görz. Als Delegierte zum Bezirksparteitag wurden gewählt: La Grange, Klein, Liegner und Frau Höpfner. Als Kandidat zum Reichsparteitag wurden Genoffe Bauer, Thyrom gewählt. Groß- Dachstuhlbrand in Mariendorf. In dem der Firma 3ung, Berlin W., Magdeburger Plaz 4, gehörenden Haufe Raiserftraße 121 zu Mariendorf brach gestern nachmittag gegen 4 Uhr ein größerer Dachstuhlbrand aus. Der Vorderbachstuhl brannte voll ständig aus. Ueber die Ursache des Feuers ist noch nichts befannt, doch wird Brandstiftung vermutet. Um 45 Uhr war der Brand bereits gelöscht, doch hatten die Mariendorfer und Tempel, hofer Feuerwehren noch mehrere Stunden mit den Aufräumungsarbeiten zu tun. Karten müssen bestimmt bis Freitag zurückgegeben fein. Freitag Borstandsmitgliebersizung. 74. bt. geblenbort. Ratten für bie große Berfaffungsfeier ber Bartel am 11. Auguft, abends 6 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide( Sprecher: Breitscheid, Crifpien, Severing), find zum Preise von je 2500 m. in ben bekannten Bokalen von Bittner, Machnower Str. 11, und Midten, Bots Damer Straße, fchleunigst zu entnehmen. Es fieht vor einen einmaligen Beitrag jedes Automobilhalters von etwa 175 Millionen Mart für einen mittleren, etwa 10- PS.. Wagen. Dieses Opfer wird der größte Teil der Automobilhalter bt. Karlshorst. 7 Uhr beim Genossen Bolad, Brins- Heinrich- Ste. 4, einfach nicht bringen fönnen und daher den Kraftwagens betrieb einstellen. Der Kraftwagen ist heute ohnehin schon das meist besteuerte Objett. Abgesehen von der eigentlich gerade in der letzten Zeit um das Bielfache erhöhten Automobilsteuer kommt hinzu die Besteuerung des ins Unermeßliche gestiegenen Betriebs stoffes. Eine ganz enorme Steuer zahlt aber außerdem jeder Automobilhalter schon in Geftalt der sogenannten urussteuer mit 15 Broz. des Wertes, und das Reich nimmt so täglich Milliarden ein allein aus der Kraftwagenhaltung. Dorträge, Vereine und Versammlungen. Gemeinschaft bez proletarischen Freidenker, Gruppe Besten. Die Mitgliederversammlung findet am Freitag, ben 10. August, abents T U ber Schule Steinmenstraße statt. Referat des Gen. Räwert über Siele und Aufgaben der proletarischen Freibenterbewegung. Gäste willkommen. Arbeitersport. Arbeiter Rabfahrer- Bund Golibarität, Ortsgruppe Neukölln. Donners. Sport. Aus diesen Gründen erscheint es ungerecht, daß nunmehr jeder Kraftwagenhalter wiederum, und zwar eine so enorme Abgabe an das Reich zahlen foll, wozu die meisten gar nicht imftande fein werben. Denn mer hat heute 175 Millionen Mark flüssig, die er nur für einen bestimmten steuerlichen Zwed opfern foll? Es tommt hinzu, daß gerade die Kraftwagenhalter vielfach in erster Linie auch noch zu den anderen Positionen des Ruhropfers herangezogen werden und so also doppelt und dreifach zahlen müssen. eingehen und dadurch auch Taufende von Chauffeuren Jedenfalls ist aber das wesentlichste, daß viele Kraftwagenhaltungen brotlos werden. Katastrophal wird die Maßnahme auch auf den Abfah der Fabriten wirten. Denn jeder Reflektant muß zu dem Wagenpreis von vornherein diefe 175 Millionen und außerdem die 15proz. Lurussteuer zuzahlen. Das Kraftwagengeschäft wird also dadurch einfach erdrückt, und die Industrie rechnet mit der ernsten Notwendigkeit, dann zu erheblichen Arbeiterentlaffungen au schreiten. So wird am Ende, vom allgemein wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet, das beabsichtigte steuerliche Ergebnis ein negatives fein, da durch eine solche Maßnahme die finanzielle Leistungsfähigkeit eines großen Industriezweiges erheblich heruntergedrückt wird. Die Verfaffungsfeier des Bezirksbildungsausschusses findet, wie Bobbinstr. 67. Wichtige zagesordnung. Gricheinen aller bringend erforder tag, den 9. 8 Uhr, außerordentliche Bierteljahresversammlung bei Balewsky, mitgeteilt, am Sonnabend, den 11. August, abends 6 Uhr, in der lich. Sonnabend, ben 11., Start 6% Uhr Herzbergplay: Budow- Märkische ,, Neuen Welt", Hasenheide 108/114, statt. Starten zum Preise Schwets. Sonntag Alt- Landsberg. von 2500 m. pro Stüd zu haben im Bureau des Bezirksbildungs. ausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 8, und bei den Bildungsausschußmitgliedern ber Abteilungen. Die nichtverfauften abend 7% Uhr Sigung zur Besprechung des Ordnerdienstes in der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108/114. Die Funktionäre der Kreife werden gebeten, sämtliches Dekorationsmaterial( Fahnen, rote und schwarzrotgoldene, welche im Besitz des Bezirks find) mitzubringen. Montag, den 13. Auguft, abends 7% Uhr, Gedächtnisfeier zum 10jährigen Zobestag August Bebels im Plenar fihungsfaal des Reichstagsgebäudes. Eintrittstarten pro Stüd 10 000 Mart im Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Achtung, Ob. nelba( Franate). Achtung, Ob leute! Die Karten für die Theatervorstellungen( Jüdin von Toledo" von Grillparzer) im Monat September liegen zur Abholung bereit. Zahlungen auf die Einkommensteuer sind Ende April d. J. und später häufig auch an nichtzuständige Kaffen geleistet worden, ohne daß von den Einzahlern genau angegeben worden ist, worauf die eingezahlten Beträge verbucht werden sollen, ob auf die Steuer für 1922 oder die Vorauszahlung 1923. Infolgedessen sind die Beträge oft anders verbucht worden, als der betreffende Einzahler 6. Rennen. 1. Gisentappe(. Leue), 2. Interim( B. Duabe), follen die Industrie ruinieren! Die Arbeitnehmer werden gut tun, angenommen hat. In solchen Fällen dürfte es sich empfehlen, daß 3. Gerzliesel( Wurst). Toto: 532: 10. Plat: 184, 18, 96: 10. die Steuerpflichtigen nach Erhalt des Steuerbescheides fich zwed's liefen: Dublone, Goldammer, Lugor( gef.), Cisvogel, Clabra, Grbrose, fich durch solche Beweisführungen" der Interessenten nicht einMarkgräfin, Lebemann, Luftschloß. fangen zu lassen. Sie sind nichts anderes als Begünstigung der Aufklärung an die für sie zuständige Steuerfaffe, bie Steuerdrückeberger, deren Aufmarsch anläßlich der neuen Steueraus dem Steuerbescheid ersichtlich ist, mündlich oder schriftlich vorlagen ja erst begonnen hat. wenden. Die Erfahbeträge für Patete und eingeschriebene Sendungen werden vom 1. August ab neu feftgelegt, und zwar wird der Er fagbetrag für Palete ohne Bertangabe auf 14 400 m. für je 500 Gramm der ganzen Sendung und der Ersatzbetrag für eine eingeschriebene Senbung auf 100 000 m. erhöht. Der Meistbetrag für telegraphische Postanweisungen wird vom 1. August an von 1 000 000 auf 5 000 000 m. hinaufgesezt. Rennen zu Karlshorst am Mittwoch, den 8. August 1923. 1. Rennen. 1. bt.: 1. Sarazener( S. Schmidt), 2. Sans Atout ( arras), 3. Perlenfischer( Sofina). Toto: 148: 10. Blat: 24, 13, 15:10. Ferner liefen: Hansa, Buppenfee, Esto, Caracas, Staffelei, Bauberflöte. 2. abt.: 1. Sonnenfönigin( Strüger), 2. Gilberbazen( Kaiper), 3. Cifel ( D. Schmidt). Toto: 21: 10. Plat: 12, 14, 12: 10. Ferner liefen: Distel, Chartreuse, Weibsteufel, Baroneffe, Tamara, Kadewitt, Nonius. 2. Rennen 1. Linden blüte( Breege), 2. Notopfer( Edler), 3. Thus nelda( franate). Toto: 20:10. Blat: 11, 14, 14: 10. Ferner liefen: Elöre II. Turfball, Minestra( gef.), Giada, Baria. 3. Drne gef.( Hr. Bed). Toto: 16:10. 3 liefen. 3. Stennen. 1. Sommerflor( v. Herber), 2. Wetterscheide( Schent), 4. Rennen. 1. Billana( Stranglein), 2. Larma( Bismart), 3. Kern ( B. Lewidi). Toto: 23:10. Blag: 17, 22: 10. Ferner liefen: Schaum fchläger, Sulamith, Sinn Fein. 5. Rennen. 1. Bind( b. Herder), 2. Tradition( Rittmftr. Strüger), 3. Nafemeis( r. Bed). Zoto: 20: 10. Play: 15, 38: 10. liefen: Machthaber, Cipri, Bebalind. Es ist zu erhoffen, daß troß der grundsäglichen Annahme dieser Automobilsteuer im Reichsrat, der Reichstag diefen wichtigen allge mein wirtschaftlichen Bedenken Raum gibt und mindestens eine ganz erhebliche Ermäßigung dieser Steuer vorsieht. Interessant ist, wie auch hier der Versuch gemacht wird, die Interessen der Arbeitnehmer vorzuschieben. Diese wurden nicht da. durch gefährdet, daß man für Betriebsstoff Dollarpreise und felbft Bahlung in Dollar verlangte, nicht durch die enorme Berreuerung der Gummireifen, nicht durch die Preispolitik der AutoFerner mobilindustrie nein, nur die 175 Millionen Automobilsteuer oder in der Rechnung der Automobilbefizer noch nicht 100 Goldmark Ferner 7. Rennen, 1. Flaggensee( Unter bolzner), 2. Staplet( S. Brown), 8, Roma( B. Lewidi). Zoto: 84: 10. Blak: 30, 47, 20:10. Ferner liefen: Gentiafer, Ehrentraut, Gnädigste, Gilfried, Osterlied, Nose, Kiltinte. Dem Brotest im 4. Rennen wurde stattgegeben. Geschäftliche Mitteilungen. Bux Berfaffungsfeier am, 11. Auguft 1923 hält die Firma Bobl u. Weber, vorrätig, worauf wir Verbände und Vereine noch besonders " 1 Mittwoch wieder Devisenbörse. Der Börsenvorstand hat seinen früheren Beschluß, Devisen und Banknoten Mittwochs und Sonn abends nicht zu handeln, dahin abgeändert, daß nur Sonn. abends tein Devisenverkehr stattfindet. Wetter bis Freitag mittag. Vielfach heiter und mäßig warm, Spittelmarkt 4-51, Fahnen, Rosetten und Fadeln in den Saben der Repubes aber veränderlich und besonders im Norden an verschiedenen Orten etwas binweifen, Stegen Nach dem Reichskanzler nimmt in der gestrigen Reichstags- fitzung zur Begründung der Steuervorlagen das Wort Reichsfinanzminister Vr. Hermes zählt zunächst die verschiedenen Gesetzentwürfe auf, die dem Reichs- tage zugegangen find, und fährt dann fort: Außerdem find ent- scheidend« Maßregeln auf dem Gebiet des T a r i f w e f e n s bei den Reichsbahnen und bei der Reichspost in Vorbereitung. Auf steuerlichem Gebiet wird weiter ein Entwurf zur Abänderung des Vermögens- und des Erbfchaftsfteuergesetzes sowie zur Erhöhung der Umsatzsteuer demnächst vom Reichsministerium beschlossen werden. Auf dem Gebiete der Einkommensteuer sind die Arbeiten zur An- Fassung an die veränderten Verhältnisse im vollen Gange. Die Finanzen sind unzweifelhaft in einem schreckenerregenden Zustand«, wie noch nie seit Beendigung des Krieges.(Gelächter und Anruf bei den Kommunisten:„Das haben Sie auch schon gemerkt�.) Die Gesamtausgaben des Reiches betrugen im März 3.8 Dillionen, im April 2,8, im Mai 3,9, im Juni 14,5, im Juli 37 Billionen. Hiervon waren durch Einnahmen gedeckt im März 21 Proz., im April 3öi4, im Mai rund 53 und im Juni 19 Proz. Nach Ausscheidung der Zuschüsse zu den Betriebsverwaltungen und der Kosten der Ruhrabwehr und der Durchführung des Friedensoer- träges waren gedeckt im März 58 Proz., im April 83, im Mai 199 und im Juni 42 Proz. der Ausgaben. Die schwebend« Schuld des Reiches hat sich unter dem Zwang dieser Verhältnisse seit dem 11. Januar von 1,ö Billionen bis zum 4. August auf 69,6 Billionen vermehrt. Abgesehen von der Ruhrabwehr und den notwendigen Be< soldungen lassen besonders die Reichsbetriebe und die Ausführung de? Vertrages von Versailles die Ausgabenseit« so außerordentlich stark anschwellen. Die Ausgaben der allgemeinen Reichsverwallung, bei denen ich zurzeit das Extraordinarium noch nicht besonders er» rechnen kann, sind durch die Einnahmen jetzt ebenfalls nicht mehr gedeckt, der Mangel an Deckung erreicht aber hier kein Maß, das als unheilvoll angesehen werden müßte, wenn eine gewisse Ruhepause in der Abwärtsbewegung der Mark einzutreten schien, waren auch die Finanzen des Reiche« stets nahe daran, ins Gleichgewicht zu kommen. Immer wieder aber traten Ereignisse ein, die alle Be- mühungen zur Ausgleichung des Haushaltes vereitelten. Auch die letzte ungeheuerliche Entwicklung hat ihre Ursachen nicht im Jnlande, sondern im Auslande. Noch niemals seit dem Vertrag von Versailles find Eingriffe in die deutsche Hoheit, das deutsche Finanzwesen und die deutsche Wirtschaft in einem so unerhörten Maße vorgenommen worden, wie seit dem letzten halben Jahre im Westen des Reiches. Das Reich hat bisher alles versucht, um seinen Verpflichtungen nach Maßgabe seiner Leistungsfähigkeit nachzukommen. Diese Versuch« waren von finanziellen Anstrengungen begleitet, die ihre Wirkungen auf das Wirtschaftsleben und die Lebenshaltung des einzelnen nicht verfehlten. Wenn allen Bemühungen dennoch der Erfolg versagt blieb, so lag dies einerseits daran, daß das Maß der Leistungen, die von uns verlangt werden, in keinem Verhältnis zu unserer Leistung«- fähigkeit steht, und daß andererseits unsere Leistungsfähigkeit durch die außenpolitischen Verhältnisse, namentlich die unversöhnliche Hol- tung Frankreichs von Tag zu Tag vermindert wird. Durch die Absperrung des Rhein- und Rohrgebiet» sind auch der Wirtschaft des unbesetzten Gebiets Fesseln angelegt, die ihre Rückwirkung auf die Reichseinnahmen üben. Die Gewaltakte im besetzten Gebiet brachten dort die Gütererzeugung zum Stillstand und wirkten zugleich lähmend auf die Wirtschaft im unbesetzten Gebiet i» der ausgesprochenen Absicht Frankreichs, hierdurch dem Reich seinen politischen Willen aufzuzwingen. Wenn trotz der ungeheuren Schäden und der brutalen Gewalt da» Wirtschaftsleben des. gesamten Reiches noch in Gang gehalten werden konnte, so ist da»«in Zeichen für d!« Entschlossenheit des deutschen Volke», sein Recht und seine Freiheit zu verteidigen.(Beifall.) Aber die unaufhaltsam rasend« Abwärtsbewegung der Mark hat auch die Preise tm unbesetzten Deutschland ins Ungemessene gesteigert. Der Minister wendet sich dann den einzelnen Kapsteln der Aus- gabewirtschaft zu. Bei der Ruhrabwehr mußten im wesentlichen die- jcnigen Crwerbskreise unterstützt werden, auf welchen die Last des Kampfe» in erster Linie ruht. Das Schwinden der Absatz- Möglichkeiten machte die Erschließung von Krediten für die Industrie zum Zwecke der Aufrechterhaltung und Fortführung ihrer Betriebe notwendig. Dabei wurde darauf Bedacht genommen, zu verhindern, daß durch Papicrmarkkredit« bei einer weiteren Ent- wertung der Mark den Beteiligten ein ungerechtfertigter Vorteil zu Lasten de? Reiches entstehen tonnte. Wie im Kontrollausschuß dts Reichstags im einzelnen dargelegt worden ist. sind die Kredite grundsätzlich in wertbeständiger Form gegeben worden. Auch durch den neuen Entwurf über die Erhebung eines Opfers für Rhein und Ruhr kann eine vollkommen« Deckung der Schäden des Ruhreinbruchs nicht erzielt werden. Bei den Eisenbahnen ist durch die Besetzung ein besonders hoher Aussall an Einnahmen zu verzeichnen. Dies« Verwaltung hat daher besonders große Anforderungen an die Reichstasse gestellt. Di« allgemeine Wirtschaftsentwicklung und die Geldentwertung hatte namentlich bei Post und Eisenbahn sprunghaft aufeinander folgende Erhöhungen der Personen- und Sach- ausgaben zur Folg«. Trotzdem würde die Reichsbahn im Rechnungs- jähr 1922 die laufenden Ausgaben durch die Einnahmen gedeckt haben, wenn nicht der Ruhreinbruch erfolgt wäre.(Hört, hört!) Der Fehlbetrag stellt sich trotzdem nach vorläufiger Feststellung nur auf etwa 370 Milliarden. Auch für 1923 muh mtt einem Fehlbettag g«. rechnet werden. Jedenfalls wird durch äußerste Sparsamkeit und Tarifmaßnahmen Vorsorge gettoffen werden, daß die Ausgaben des ordentlichen Haushalts nach Möglichkeit durch Einnahmen gedeckt werden. Die R e i ch s p o st tonnte sich mit ihren Gebührensätzen der zunehmenden Geldentwertung nicht schnell genug anpassen, weil sie an die Mitwirkung der gesetzgebenden Körperschaften gebunden ist und die Tariferhöhungen einen Verkehr».rückgang zur Folge hatten. Sie hatte 1922 einen Fehlbettag von rund 200 Milliarden. Für 1923 rechnete man mit einer Billion Fehl- betrag, der bei stetige» WirtschafteverhälMissen allmählich hätte ab- gebürdet werden können. Die scit April in besonderem Maße«m- getretene Geldentwertung hat jedoch den Fehlbetrag wesentlich er- höht. Seine Abbürdung wird durch weitere energische Einschränkung der Ausgaben und durch Tariferhöhungen ersttebt, deren nächste am 1. September erfolgen soll. Um die unerläßlich« schnellere Anpassung der Einnahmen an die Geldentwertung zu erreichen, sollen auf meine Anregung die Tarife der Eisenbahn und Post auf wertbeständiger Grundlage aufgebaut werden in der Weise, daß für die Tarife feste Grund- zahlen bestimmt und diese mit einer der jeweiligen Wirtschaftslage entsprechenden Schlüsselzahl vervielfältigt werden. Die Berhandlun- gen hierüber sind in vollem Gange, sie stehen vor dem Abschluß: die neuen Maßnahmen sollen bei der Reichsbahn mit dem 1. September, bei der Reichspost mit dem 15. September eingeführt werden. Die Ausgaben des außerordentlichen Haushalts der Reichsbahn und de? Posten sind auf das äußerste eingeschräntt: die ziffernmäßige Er- höhung der Geldbetrags ist lediglich durch die Geldentwertung b«- dingt. In seiner gegenwärtigen furchtbaren Lag« ist da» Reich noch gezwungen,' gewaltige Anforderungen für die Ausführung des Friedensverträge» zu machen. Während der Dauer d«r Ruhrbesetzung sind bi» zum 20. Juli hierfür fast ö Billionen Mark im Reichshaushalt aufgebracht worden, darunter für Reparationsbarzahlungen 92? Milliarden, für Lieferung von Kohlen, Koks und Nebenprodukten, hauptsächlich an Italien, 327 Milliarden, für Viehlieferungen 164 Milliarden, Wiederaufbaulieferungen 2297 Milliarden, Ablieferung von Schissen 290 Milliarden, englische Sanktionsabgabe 1000 Milliarden, Be- satzungskosten und Interalliierte Kommissionen 624 Milliarden. Die durch diese 6 Billionen Papiermark bewirkten Lieferungen und Lei- stungen stellen folgende Goldmarkwerte dar: Die am Ruhreinbruch nicht beteiligten Staaten haben vom 1. Januar bis 31. Juli 1923 Sachleistungen im Werte von rund 270 Millionen Goldmark erhal- ten, dazu tteten 258 Millionen Goldmark, die zur Einlösung der auf 'Grund des Beschlusses der Reparationskommisston vom 81. August 1922 an Belgien begebenen Schatzwechsel in bar bezahlt worden sindl Es kann vor der Welt nicht laut und deutlich genug beloai werden. daß das von Frankreich unerhört vergewaltigte Deulschland neben seinen allgemeinen großen Opfern noch derart gecvallige Reparationsleistungen bewirkt hat. Zu der Vermehrung der schwebenden Schuld zwischen dem 11. Januar und dem 31. Juli hat also die Ausführung oes Verfailler B«rttages sehr wesentlich beigettagen. Was die Vermehrung der Einnahmen betrifft, so steht unter den neuen Dorlagen in erster L'mi« der Ent- wurf eines Gesetzes für das Opfer für Rhein und Ruhr. Dieser Ent- wurf will vor ollem die leistungsfähigen Steuerpflichtigen in großem Umfange auf Grund der Einkommen- und Körperfchaftssteuervor- auszahlungen heranziehen. Redner geht auf die Einzelheiten des Entwurfs ein. Das finanzielle Ergebnis des Rhein- und Ruhropfers wird sich erst auf Grund der Ausschußverhandlungen genauer über- sehen lassen. Auf alle Fälle wird es sich um gewaltig« Bil» lionenbeträge handeln. Der Entwurf über Abänderung einzelner verbrauchssteuergefeßa will die B i e r st e u e r, die nach den vom Reichstag zuletzt be- fchlossenen Sätzen, gemessen an den Brauereipreisen vom 16. Juni 1923 2,8 bis 3,7 Proz. bettägt, gegenüber einer Vorkriegsbelastung von 13,6 Prozent auf die Höhe bringen, wie st« 1918 geplant war, nämlich auf 20 Prozent der Brauereipreise. Diese Belastung muh erreicht werden rntd ist bei der Leichtigkeit, mit der heute Bierpreis- erhöhungen gefordert und gezahlt werden, auch ttagbar. Der Ertrag dieser Biersteuer kann auf 6,6 Billionen geschätzt werden. Das M i- neralwofferfteuergefetz soll aufgehoben werden. Neben der Erhöhung der Biersteuer sollen bei den Verbrauchssteuern Bier-, Zündwaren-, Leuchtmittel-, Spielkarten«, Salz-, Zucker- und Kohlen- steuern die Fälligkeitsfristen wesentlich gekürzt werden. Eine ähnliche Regelung wird bei dem Weinsteuergesetzent- wurf im Herbst dieses Jahres erfolgen müssen; außerdem werde ich wegen der Beseitigung des Zahlungsaufschubs und der Festsetzung entsprechender Fristen für die Tabaksteuer Vorschlägt machen. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Tabaksteuer unter grundsätz- licher Beibehaltung des Banderolensystems eine Aenderung dahin erfahren müssen, daß die Nachteile beseitigt werden, die dem Kleinhandel aus der infolge der Geldentwertung notwendig werdenden Nack/Versteuerung erwachsen. Das Stellerzins- g e s e tz endlich wird die Möglichkeit schaffen, daß sowohl die Per- zugszinsen für Zahlungsaufschub und Stundung als die Zuschläge für verspätete Zahlungen der Einkommen-, Körpersthasts». Vermögens-, Erbschaft«, und Umsatzsteuer seweils vom Finanzministcr nach der Geldentwertung festgesetzt werden können. Reben diesen Maß- nahmen wird in den morgigen Avsschnßberatvngen zu prüfen sein, ob nicht noch andere schnellfließende und ergiebige Steuereinnahmen erschlossen werden können. Schließlich bleibt noch die Neuregelung der Vermögens-, Erbschafts-, Einkommen- und Körperschaftssteuer. Bezüglich der Vermögenssteuer müssen für die Bewertung der Ver- nnlagung, solange die schwankenden Verhältnisse andauern, die tat- sächlichen Verhältnisse am Stichtage zugrunde gelegt werden. Weiter wird die nächste Veranlagung für die Vermögenssteuer bereits im Zahre 1924 auf Grund des Vermögensstandes vom 31. Dezember 1923 erfolgen müssen, da die letzte Veranlagung nach dem Stande vom 31. Dezember 1922 wegen der Unzulänglichkeit der Bewertungs- Vorschriften und wegen der inzwischen eingetretenen Geldentwertung unmöglich für ein« Steuerleistung von drei Jahren gelten kann. Bei der Erbschaftssteuer sollen die Bewertungsvorfchriften nach den tatsachlichen Verhältnissen am Tage des Eintritts der Steuer- pflicht nach den Vorschriften des Vermögenssteuergefetzes gelten. Außerdem wird der Tarif des Erbschaftssteuergefetzes beweglich ge- stellt werden müssen. Der Entwurf zur Abänderung des Bermö- gens- und des Erbschaftssteuergefetzes liegt dem Reichsministerium bereit, vor und wird von ihm in den nächsten Tagen verabschiedet werden. Ich werde ferner im Herbst«inen Gesetzentwurf wegen Aenderung des Einkommensteuergesetzes vorlegen, bei dem auch die sonstigen grundlegenden Fragen, insbesondere die Einführung der Goldrechnung, der Goldbilanz und de» GoN>karifs eingehend geprüft und erörtert werden. Die Frage der Goldbilanz und der Goldrechnung spielt seit längerer Zeit bei der rasend fort- schreitenden Verschlechterung der Mark ein« groß« Roll«. Ich kann durchaus oerstehen, wenn die Entwicklung der- letzten Tage den Wunsch allgemein werden läßt, daß neben der Papiermark. dem geltenden Zahlungsmittel, eine feste Rechnungseinheit auf einer Art G o l d b a s i s geschaffen wird, die es ermöglicht, Klar- eit in die Vermögens-, Betriebs, und Einkommensoerhältnisse zu ringen. Um Irrtümern vorzubeugen, möchte ich betonen, daß es sich dabei nicht etwa um eine Aenderung unserer Währung, sondern nur darum handeln kann, die Arbeit an der Wiederher st ellung der Goldbasi» für unsere Währung nach besten Kräften zu versuchen. Die Einführung einer Ostmark hat damit nichts zu tun. Die Festmort kann lediglich einen neuen Maßstab für den Wert- Inhalt der Geldschulden und der in Geld festzusetzenden regelmäßigen Leistungen schaffen. Da die Frage der ernstesten Prüfung wert ist. habe ich hervorragend« Sachverständige berufen. Zunächst hat sich au- deren Erörterungen die Notwendigkeit ergeben, durch Gutachten von Wissenschaftlern und Praktikern. die Möglichkeit der Durchführung der Festmartrechnung in der kmifmäunifchen Buchführung und damit die Aufstellung einer reinen Festmarkbilanz feststellen zu lassen. Ueber den Wert und die Wirkung der Festmartrechnung namentlich auf steuerlichem Gebiet gingen die Meinungen der Sachverständigen auch noch erheblich auseinander. Nach Durch- führung aller von mir vorgetragenen Maßnahmen werden die For- derungen an die Wertbeständigteit von Steuern bereits weitgehend erfüllt fein. Seit langem wird die Forderung nach einer grundlegen- den Steuerreform erhoben. Sie ist berechtigt, wenn es sich darum handelt, unser Steuerwesen, das gewiß nicht ideal und wohl ver- besserungsbedürftig ist, auf.fester Grundlage und auf weite Sicht zu ordnen. Aber bei Verhältnissen, wie wir sie heute haben, kann es sich in erster Linie nur darum handeln, mit den vorhandenen Mitteln und mit dem vorhandenen System oder im engsten An- schluß daran den Geldbedarf des Reichs so rasch und so ein- fach wiemöglich zu decken, und zwar so, daß dabei die Leistungs- fähigkeit des einzelnen im großen ganzen berückstchttgt wird. Als. bald aber muß die Reuregelung des finanziellen Verhältnisses zwischen Reich. Ländern und Gemeinden in Angriff genommen werden. Die Reichssteuerüberweisungen an die Länder und Gemeinden stellen nur einen Bruchteil der Bettäge dar, die den Ländern und Gemeinden als Zuschüsse zu den Besol- düngen ihrer Beamten und Angestellten überwiesen werden. Die Last der Besoldungszuschüsse erfährt nach dem neuen Finanzausgleichsgesetz durch die Einbeziehung der Geistlichen und Kirchenbeamten, durch die Zuschußpflicht de» Reichs ♦ gegenüber den nichtstaatlichen und nichtkommunalen Anstalten, vis Aufgaben der öffentlichen Wohlfahrtspflege und des öffentlichen Bil- dungswefens erfüllen, eine wesentliche Vermehrung. Dazu kommen die Beträge, die die Länder für Aufgaben erhalten, die von jeher eigentliche Landesausgaben waren: Aus dem Gebiete der Polizei, auf sozialpolitischem, auf kulturellem und w i r t- s ch a f t l i ch e m Gebiet. Dazu sind die Länder durch die Darlehen des Reichs zur Behebung der Zahlungsschwierigkeiten ihrer Gemeinden und Kirchengemeinden in wachsende Verschuldung gegenüber dem Reich geraten. Diese Röte sind so groß und die Ver- strickung zwischen Reich-, Länder- und Gemeindefinanzen ist so eng geworden, daß das Reich allein mit seiner Gesetzgebung nicht helfen kann. Auch Länder und Gemeinden müssen alles aufbieten, um zwischen ihren Einnahmen and Ausgaben ein erträgliches verhälttns herzustellen. Wenn auch die Länder sich nicht von der Finanzhilfe des Reichs unabhängig machen und ihre Aufgaben nicht ohne Reichs- Zuschüsse lösen können, so bedarf es in den Ländern doch sorgfältigster Prüfung, ob eine stärkere Ausschöpfung der eigenen Einnahmequellen möglich und eine größere finanzielle Selbständigkeit. erzielbar ist. Jede Maßnahme, die ein Land trifft, um die ihm über- lassenen Steuern voll auszunützen, um die Verwaltung seines Eigen- tums, seiner Forsten, Domänen, Bergwerke und sonstigen Betriebe rentabler zu gestalten, verringert die Inanspruchnahme des Reichs und kommt dadurch dem Reichsganzen zugute. Um zu solchen Maß- nahmen anzureizen, wird es Aufgabe des neuen Finanzausgleichs fein müssen, den Ländern und Gemeinden ein größeres SelbstbesUmungsrechk auf dem Gebiete der Einnahmen zuzubilligen, als sie heute besitzen. Die Wirkung der zur Beschlußfassung des Reichstages oorge« legten Steuergesetze kann nicht auf allen Gebieten sofort eintreten. Auch kann durch Steuern allein der Kamps nicht finanziert werden. Da wir aber die schwebende Schuld nicht so weiter wachsen lassen dürfen, hat sich die Reichsregierung entschlossen, erneut an den An- leihe markt hercmzutteten. Wir lxtben das zuletzt getan, als wir die dreijährigen Dollarfchatzanweijungen auflegten, welche die Garantie der Reichsbank waren. Da eine Beibehaltung dieses Typs mit Rücksicht auf die Reichsbank nicht in Frage kommen kann, habe ich mich im Einvernehmen mtt der Reichsregierung entschlossen, an den Anleihemarkt mit Schatzanweisungen heranzutteten, die eine zwölfjährige Laufzeit besitzen und die gleich« Verzinsung wie die Dollarschatzanweisungen haben. Auch diese Schatzanweisungen sind wertbestänidg, 4,20 M. sind gleich 1 amerika- nischen Dollarseine Einzahlung in Devisen wird nicht oerlangt, aber durch den Ausgabekurs wird die Einzahlung von Devisen begünstigt. In dem Gesetz über die Sicherung und steuerliche Behandlung einer wertbeständigen Anleihe des Reichs würden diejenigen Maßnahmen vorgelegt, welche eine solche Schatzwechselousgabe bis zum Betrage von 500 Millionen Mark Gold in ganz besonderer Weise sichern und begünstigen soll, sichern durch Ermächtigung der Reichsregierunq, für di« Deckung des Zinsendienstes Zuschläge zur Ver- mögenssteuer zu erheben. Wenn 500 Millionen Mark Gold ge- zeictznet'werden, und zwar nur in den Stücken von 42 Mark Gold und darüber, so würde dies einen jährlichen Aufwand von 30 Millionen Mark Gold erfordern. Nach der Ausschaltung, die die Vermögens- steuer erfahren soll, ist der Zuschlag tragbar. Die Sicherung für die Rückzahlung des Kapitals besteht darin, daß auch für diesen Zweck Zuscbläge zur Dermögensstouer erhoben werden können. Die Be-' günstigung der neuen Schatzanweisungsanleihe besteht in der B«- sreiuna von der Bärsenumsatzsteuer und von der Erb- i s ch a f t s st« u e r. Di« Befreiung von der Erbschaftsstsuer ist auf die felbstgezeichneten Stück« beschränkt, st« wird der lanfristig�.i Anlegung von Kapital bedeutenden Vorschub leisten. Die Befreiung von der Börsenumfatzsteuer wird dazu beitragen, daß Betriebs- tapitalien leicht und ohne jeden Nachteil in diesem Papier angelegt und vor Entwertung geschützt werden können. Versuche,«ine Wert- b e stand i gleit durch Begründung auf Getreide, Kohle, Kali und anderen Werteinheiten zu schaffen, sind im Publikum im allgemeinen mit großem Interesse ausgenommen worden. Das Reich muh heut« dem allgemeinen Bedürfnis noch einem solchen Anlage- papier entsprechen, wenn es überhaupt an den Kapitalmarkt herantritt. Das Problem läßt sich mit raschen Gewaltmaßnahmen nicht lösen. Die Mark kann ihrer Funktion als Wertmesser ohne weiteres entkleidet werden. E» muß aber umfassend dafür gesorgt werden, daß die Bereicherung von Kreditnehmern, welche bisher in erschreckendem Maße mit der Aufnahm« von Papiermarkkredite« verbunden war. ihre Ende finde. Damit hat sich die Reichsbank bereits, wenn sie auch das Diskontieren des als Zahlungsmittel umlaufenden Warenwechsels noch nicht auf- halten kann, entschlossen, wo di« Forderung wertbeständiger Kredite angängig ist, die Sicherung der Wertbeständigkett ihrer Kredite zu for- dem. Die gleiche Maßnohme wird von den Darlehnskassen, abge- sehen vom Kleinverkehr, überall da durchgeführt, wo der Kredit auf Grund von wertbeständigen Pfändern nachgesucht wird.. So wird di« Geschäftswell und das Publikum immer stärker wertbeständige Anleihen brauchen. Diesem Bedürfnis sollen die neuen Schatzan- Weisungen entsprechen. Um«inen sicheren Ueberblick über die spätere Gestaltung der Reichssinanzen zu gewinnen, ist es von besonderer Wichtigkeit, das wahr« Gesicht unseres Haushalts zu erkennen, das heute durch den Schleier der Papiermark oerhüllt ist, und dabei festzustellen, auf welchen Ausgaben mit in erster Währung zu rechnen haben und auf welche Ertröge wir auf anderer Seite rechnen können. Dies« Unter- fuchungen, die außerordentlich schwierig und zeitraubend find, sind in meinem Ministerium im vollen Gange und stehen vor dem Abschluß. Soweit sich da» Bild heute kennzeichnet, ist es nicht hoffnungslos. An der Möglichkeit einer inneren Gesundung brauchen wir nicht zu verzweifeln. Allerdings wird ein großes Maß von Entschlußkraft der Reichsregierung und des Reichsiages dazu gehören, um zum Ziele zu gelangen. Aber die Beschlüsse müssen und werden gefaßt wer- den. Inzwischen müssen wir der Welt täglich beweisen, daß wir aus eigener Kraft das Letzte zu unserer Erhaltung herzugeben ent- schloffen sind. Und ich bitte Sie daher im Namen der Reichsregie- rung, ohne Verzug an die Regelung der Ihnen unterbreiteten Finanzoorlagen zu gehen.(Beifall.) Präsident Löbe teilt mit, daß nach einem Beschluß des Aeltssten- rats die Aussprache über die Regierungserklärung morgen beginnen soll. Abg. Svenen(Komm.) beantragt zur Geschäftsordnung, die De- botte sofort zu beginnen, damit die unerhörte Rede des unfähigen Reichskanzlers(Unruhe rechts) nicht einen Tag ohne Widerspruch ins Land gehe. Arbeiterdelegationen der Berliner Großbetriebe hätten diese Forderung an den Reichstag gerichtet. In vielen B e- trieben fei schon passive Resistenz proklamiert worden, um Cuno» Rücktritt zu erzwingen.(Gelächter.) Abg. Müller-Franken(Soz.): Die Kommunisten haben heute im Aellestenrat der Vertagung der Aussprache zugestimmt.(Ruf bei den Komm.: Da wußten wir noch nicht, daß Cuno solch unmögliches Zeug quasseln würde!) Dann haben Sie also von diesem Staats� mann eine Red« erwartet, di« Ihnen gefallen würde!(Heiterkeit.) Wenn der Reichstag nach dieser Begründung dem Antrag der Kom- munisten zustimmen würde, so wäre das die Abdankung des Paria« ments.(Beifall bei der Mehrheit.) Der Antrag Svenen wird abgelehnt. Um H6 Uhr Vertagung auf Donnerstag 2 Uhr(Aussprache über die Regierungserklärung). Theater, Lichtspiele usw. Deutsches Th. 71 Uhr: Volksbühne 71 Uhr: Deutsch.Opernhaus Reichshafen- Th.| Residenz- Th. Abends 72 Uhr: Tägl. 7 Uhr KrauseTägl. 8 Uhr: Pianos Der Gunstling der Zarin Stettin. Sänger Die Entlassung Gr. Volksoper im Theat d.Westens 8 Uhr: Rigoletto Schneider Wibbel Madame Butterfly. Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst Kammerspiele Lessing- Th. D. blaue Pyjama etc. Gastspiel der 3. Stadie des Metropol- Theater 7 Uhr: Die Büchse der Pandora Moskauer Künstler- Theaters: 3 U.: Die Schönste Gr. Schauspielhaus 8 Uhr: 7 Uhr zum 1. Male: der Frauen Freitag 8: Hochzeit. Redlichkeit ist gut, Vorverk. ununterbr. Glück ist besser Neues Theat. a. Zoo Die Weber Die Wunder d. hei- 8 Uhr: ligen Antonius Der Leibkutscher d. Fridericus Rex Theater L. d. KöniggrätzerStr. Geschichten des 8: Die wunderl. Deut. Künstler- Th. Schiller- Th. Charl. Kapellm. Kreisler Max Adalbert 8 U: Süße Susi in: Die Tugend- Th. a. Nollendorfpl. 1. Teil Berliner Theater 7.30 U.: Mädi SCALA 8 7: Mein Freund prinzessin der Lakal Musik v. Kurt Zorlig Wallner- Theater Tägl. 18 Uhr Geschloss. Freit. 8: Die Luxusfrau Uhr: Internat. WINDGREN Central Theater Gastspiel des Varieté Varieté- Spielplan Schauspieler- Th. Rauchen gestattet! Uhr: Die Räuber Granach, George. Admirals- Variele Casino- Theater 800 Das internationale Wiedereröffnung Aliminals- Variete August- Programm Freitag, 10. Aug. LUNA PARK Kleines Th. Ab 3 Uhr voller Betrieb, Feuerwerk Tägl. 8 Uhr: Bine Tägl. ,, Aero- Star", die gr. Lafiserisation d. Welt Frau chue Bedeutung Th.a. Kottb. Tor Theater des Ostens Täglich 7 Ubr( Rose- Theater). BLITE- U.: Die Dame mit der Maske Sänger Bas brillante Trianon- Th. August Programm Tägl. 8 Uhr: U.: Zwischen Eigentlich eine zwei Feuern" zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße Inferate im Vorwärts reizende Fraulichern Erfolg! „ URANIA" Taubenstr. 48/49 Freitag, den 10., Sonnabend, den 11. u. Sonntag, d. 12. August, 8 Uhr abends Filmvortrag Oberingenieur Dreyer, Hannover Der Ozean- Film Mit Schnellzug und Ozeandampfer von Berlin nach New York; Bau des Schiffes, Ansteuern der Küste, Leben und Treiben auf See, Einfahrt in New York. Sondereinlagen: Abfahrt des neuesten Lloyddampfers ,, München". Höchst Interessanter wissenschaftl. Zeichenfülm Karten vorverkauf: Urania- Kasse und Wertheim Deutscher Metallarbeiterverband Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Pankow Verwaltungsstelle Berlin Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Rollege, der Elektromonteur Edmund Bittner am 3. Auguft gestorben ist. Die Einäfcherung findet am Donners tag, den 9 Auguft, vormittags 11%, Uhr, Don der Leichenhalle des Krematoriums Berlin, Gerichtstraße, aus ftatt. Unfer Rollege, der Schloffer Wildenew Wilh. Kloos straße 2 ift am 5. Auguft geftorben. Die Einäscherung findet am Freitag, den 10. Auguft, nachmittags 1 Uhr, von ber Leichenhalle des Krematoriums Berlin, Gerichtstraße, aus ftatt. Unser Rollege, der Schloffer Emil Fitting ftarb am 6. Auguft. Die Einäscherung findet am Donners tag, den 9. Auguft, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krematoriums Baumschulenweg, Rief holzstraße, aus ftatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deffentliche Betanntmachung Bekanntmachung. Junnugstrantentafe Aktiva DRESDNER BANK Bilanz per 31. Dezember 1922 Kasse, fremde Geldsorten, Zinsscheine und Guthaben bel Notenund Abrechnungsbanken Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen Reports u. Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen Verzinsl. Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten Eigene Wertpapiere Konsortial- Beteiligungen DauerndeBeteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Schuldner in laufender Rechnung Bankgebäude Sonstige Immobilien Effekten- Konto der Pensions- und Unterstützungsfonds Uebergangsposten der Zentrale u. Filialen untereinander Saldo der Zentrale und auswärtigen Abteilungen mit unserer Niederlassung in London. Aktienkapital Rücklage A. 16 353 192 887 Rücklage B. Gläubiger 46 414 195 861 144 342 704406 4 222 545 212 45 898 716 309 38 285 059 257 269 639 734 111 820 206 1 149 383 413 73 938 466 060 55 000 000 6 241 586 27 123 127 333 157 036 19 658 165 331 910 489 328 a) Nostroverpflichtungen b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen. d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung 1. innerhalb 7 Tagen fällig 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig. 3. nach 3 Monaten fällig. e) sonstige Gläubiger 1. innerhalb 7 Tagen fällig 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig. 3. nach 3 Monaten fällig Akzepte Dividenden- Konto · Pensions- und Unterstützungsfonds Reingewinn 70 309 400 16 409 002 601 17 526 124 946 54 373 530 478 1 152 685 356 1315 382 213 224 260 189 922 10 259 446 710 Passiva M 550 000 000 311 500 000 109 000 000 326 795 650 470 1 228 978 844 1480 833 047 2308 786 35 048 679 2626 148 346 Verlust Gewinn- und Verlust- Konto per 31. Dezember 1922 Handlungs- Unkosten- Konto Steuern Reingewinn 4 12 332 652 838 Vortrag von 1921 3268 721 611 2 626 148 346 Wechsel-, Zinsen-, Sorten- und Zinsschein- Konto Provisions- Konto • 18 227 522 795 Effekten- und Konsortial- Konto Erträgnisse aus dauernden Beteiligungen bel anderen Banken Tresormieten Gelegenheit. 331 910 489 328 4 Gewinn 4351 876 11 352 048 964 6 858 493 914 8316 743 4311 298 18 227 522 795 Silber. Beim, Schellad, Bolitur kauft Möbel billig beim Fachmann, Mariannen- Säde, Blane, der Tischler- Jnnung zu Berlin. Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 plak 7. Emballage, 8wirns Sn Gemäßheit der Verordnung vom tauft höchftzahlend Abisch, Linienstr. 44 31. Jult 1923 werben die mit der Betannt 1. Durch Verordnung des Reichsarbeits Geschäftszeit vorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. Silberwölfe, Belajaden, Belzmäntel,( Schönhausertor). Norden 2824. machung vom 28. Juli d. J. mitgeteilten minifters vom 24. Juli 1923 ist die für die Telephon: Amt Norden 833 bis 836 Gilber, Kreuz-, Ratur- und Zobelfüchse, Sädeantauf Gollnowstr. 9. Grundlöhne mit Birkung vom 6. August Bersicherungspflicht der Betriebsbeamten, Amerika Opoffum sowie Belze aller Art. b. 3. wie folgt geändert: Sädeeinkauf, Nähgarn. Swinemünder Grund Die Verwaltungsfitung fällt Berkauf au Engrospreisen. Belzhaus Hackeschen Markt, Rofenthaler Straße 7. Humboldt 489. Stufe Tagesverdienst lohn beitrag auf 48 Millionen Mart festgesetzt. Weiter am Freitag, den 10. August, aus. am ftraße 33, I. M. Berordnung, bie Grundlöhne bis achtung! Knopfindustrie! Möbel Achtung! DeutscherMetallarbeiter- Verband adje, Boffe, Gealmäntel, Saden, ſpott- laben, Romintenerſtraße 13. Tages202. Angestellten usw. maßgebende Berdienft grenze mit Birkung vom 30. Juli 1923 hat der Rassenvorstand auf Grund dieser 120 000 art für den Kalendertag festge fegt. Es gelten daher ab 1. August 1923 folgende Säge: Entgelt für Stufe den Kalendertag unb 6592 bis 6595. Autozubehör Zündkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, Freitag, den 10. Auguft, nachmittags Möbel- Sechner, Brunnenstraße 7, offe. Friedrichsgracht 5-6. 5 Uhr, in der Schulaula, Weinmeister- riert Schlafzimmer, Speiſezimmer, ftraße 16/17: Serrenzimmer, Alubgarnituren, Storb Werkzeuge u. Maschinen möbel, Rüchen usw. Große Auswahl, Besuch lohnend. für jeden Vollversammlung Beitrag Kal- Tg. M. 338 1 24000 A Lehrl. ohne Entgelt 18000 bis 1080 18000 1440 48000 38000 2880 72000 60000 4800 96000 84000 6720 120000 108000 8640 Lohn 144000 132000 10560 168000 156000 12480 192000 180000 14400 A 9. obne Grundlohn 9. 4500 216000 204000 16320 bis 13 000 9000 675 240000 19200 24 000 18.000 1350 36 000 30 000 2250 48 000 42 000 3150 60 000 54.000 72 000 66000 90 000 80 000 4950 6 000 110 000 100 000 120 000 9 10 über 216000 Die am 28. Juli bekanntgegebene Lohnfrufeneinteilung, Grundlöhne und Beiträge für die geit vom 13. Auguft 1923 ab wirb, ba ungültig, hierdurch aufgehoben. Jm übrigen wird auf bas allen Arbeitgebern augehende Rundschreiben verwiefen. Berlin- Pankow, den 6. Auguft 1923. Der Vorstand. D. Gütig, Borsigender. Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin. Einladung zur außerorbentlichen Ans. aut Donnerstag, betr. Verzugszuschläge für zurüd- fußigung gehaltene Lohnabzüge ben 9 ither 110 000 aller in der Knopfindustrie Beschäftigten Tagesordnung: Bericht von den Lohuverhandlungen. Die Ortsverwaltung. Kugellager, Autozubehör fauft höchst Retallbetten, Rinderbetten, Doppel- zahlend Bilz, Reinickendorferstraße 93 betten, Meffing- Bettstellen, Chaiselon- Kugellager, Boschzündkerzen, Magnete, gues, Rüchen billig. Spezialhaus, nur Bergaser tauft Mechanische Werkstatt 63. Auguftftraße 63. * Gartenplay 5. Metallbetten, Chaiselongues 1150 000 Augellager, Autozubehör kauft Golu Patentmatraßen, Bolftenauflagen, bew, Schönhauser Allee 127. 4050 Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin Rinderdrahtbett. Meide, Auguftftr. 32a, Rägel, Maschinen Holzschrauben, Quergebäude. schrauben tauft Elshola. Friedrichs. Gelegenheit! Schlafzimmer 22 000 000, gracht 1. 7500 9 000 Bekanntmachung. Auf Grund der Berordnung vom Speisezimmer 25 000 000, Büfett 4 200 000, Solzschrauben, Nägel, Maschinen II. Auf Grund der Berordnung bes 31. Juli 1923 gelten mit Birkung vom Schreibtisch 3 500 000, Umbau 2 700 000, fchrauben, Schmirgelleinen, Werkzeuge Reichsarbettsminifters vom 31. Juli 1923 6. Auguft 1923 ab folgende Lohnstufen, Kleiderschrank 1200000, Bertito 1100 000, tauft Fruchtstraße 31, Reller rechts. Plüschsofa 3 000 000, Rüden 1 050 000, hat ber Raffenvorstand bte Grundlöhne bis Grunblöhne und Beiträge: Maschinenschrauben, Solzschrauben, Waschtoiletten 350 000. Grund- Beitrag in Einzelstüden, Don Riefenauswahl 240 000 Mart für den Kalendertag festgeber einfachsten Nägel fauft SHoffmann, Barschauer lohn jeben bis zu ber aparteften Ausführung, ver- ftraße 7. folgende Gage: M. Ral- Tag tauft Gottlieb, Rügenerstraße 13, Bahn Lohn. Entgelt für hof Gesundbrunnen. Lieferung frei Saus. Bersand auch nach außerhalb. et selten baber ab 6. August 1923 Stufe Entgelt für den GrundBeitrag für jeben Ral- Tg. 16. b. M., nahm. 25 Uhr, im Raffen. Stufe den Kalendertag lohn Die Bekanntmachung vom 25. Juli total, Oranienstraße 138. 1923 wird dahin ergänzt, daß die in der Tagesordning: Seit vom 1. bis 15, eines Monats einbeänderung. 2. Berschiedenes. hehaltenen Steuerabzugsbeträge spätestens bis zum Schluß dieses Monats abgeführt merden müssen, da sonst der Buschlag be reits vom Beginn des folgenden Monats ab eintritt. Berlin, den 9. August 1925. Der Borstanb. 4500 6 300 8100 1. Sagungs. A 92. ohne Mr. 9000 675 bis 24 000 18 000 1350 48 000 36 000 2700 72 000 60 000 96 000 84.000 120 000 108 000 144 000 132000 168 000 156 000 9 900 11 700 3 - 192 000 180 000 9 216 000 10 über 216 000 204 000 240 000 13 500 15300 18 000 Karl Röber, Borsigender. Einladungsbarte dient als Ausweis. Bur Behebung von Zweifeln wird ferner Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe bemerkt, daß diejenigen Arbeitgeber, die zu Berlin. don ihrem zuständigen Finanzamt die Genehmigung zur monatlichen Abführung Auf Grund der Berordnung bes Die hiernach erforderlichen Ummeldun. der einbehaltenen Steuerabangsbeträge Reichsarbeitsministers vom 31. Juli 1923 bzw. zum monatlichen Eintleben der hat der Borstand befchloffen, den höchft- gen find der Raffe bis spätestens 13. August Steuermarken erhalten haben, fich ab grundlohn vom 9. August 1923 an auf 1923 zu machen. Die Einziehung der Beiträge wird nach ffeuern Allgemeine Ortstrantentaffe ** Berlin- Wilmersdorf. Der Vorstand. Dtto Gronau, Richard Witting, Borsigender. Stellv. Schriftführer. Kalendertag M. Behrl. ohne Entgelt 1 bis 24 000 2 über 24000-48000 48000-72 000 72000-96000 123456789 10 1280 18000 1620 36000 3240 60000 5400 84000 7560 96 000-120 000 108 000 9720 120000-144 000 132000 11880 144000-168 000 156 000 14040 168 000-192 000 180000 16 200 192000-216 000 204000 18 360 216000 240 000 21 600 Musikinstrumente Unterricht Technische Privatschule Dr. Werner, Regierungs- Baumeister a. D., Berlin, Neanderstraße 3. Maschinenbau, Elef Bianos preiswert. Klaviermacher trotechnit. Abendlehrkurse. Lint, Brunnenstraße 85, Kaufgesuche Verschiedenes Mietssachen vertritt früherer Bor. Nähmaschinen sucht bringend Stephan fhender des Mietseinigungsamts, schmie rigste Fälle. Lothringer Str. 47, Nürn Singerhohlfaummafchine, berger Straße 8. Den Gasarbeitern urbelmaschine sucht Rub, Boftstraße Ronfchat un amölf. 85/2 Rühlide zugefügte Beleidigung nehme Alavier bis 100 000 000.- fucht Boigt, ich zurüd und erkläre dieselben für chr Neukölln, Sanderstraße 30. Telephon: liche Leute. Hoffmeister. Neukölln 4392. Gembl. Der Anspruch auf bie höheren Leiftumgen besteht ab 20. August 1923. Die Be- 9945 fanntmachung über die Lohnftufenein gweinabel teilung, Grundlöhne und Beiträge ab 13. August 1923 wird hiermit aufgehoben. 3m übrigen wird auf das allen Arbeitgebern zugehende Rundschreiben verwiesen: Berlin, den 7. August 1923. Der Borffand. Borsitzender. Schriftführer. Verkäufe • Pianos tauft Karfiol, Dresdener ftraße 54. Morigplay 128 45. Bianos, Flügel fauft zu höchsten Tagespreifen Bianomagazin. Barba roffaplag 2, Stollendorf 5397. Arbeitsmarkt Stellengesuche Schallplatten, alte, zerbrochene, kauft dierter 85/4 Journalistisch befähigter, mit gut fun Allgemeinbildung versehenei zu höchstem Tagespreis. Ringewald, Jugendgenosse fucht Stellung als Lokal, Schreinerstr. 57, Hof parterre. * 1. August 1923 nach der Berordnung vom 240 000 M. feftaufezen. Von diesem 10 Juli 1923 au richten haben( vgl. Be- Tage an werden generell 10 Lohnstufen dem Vorstandsbeschluß vom 7. August 1923 kanntmachung vom 20. Juli 1923), so daß festgefeßt mit der Maßgabe, bag fich geändert. Von der Bestimmung des§ 41 a also das Einkleben und Entwerten ber jebe Stufe um 11 bis zure höchft der Gazung, wonach die Beiträge monatari Röder, Ostar Runtfchte, Steuermarten oder die Barabführung der grenze des Grundlohns erhöht. Er be- lich durch Zahlungsaufforderungen einge Lohnsteuerbeträge statt bei jeber 2ohn- trägt bei der 1. Stufe% des Söchft- zogen werden, tann wegen der steigenden zahlung für Lohnzahlungen in der Beit fages dieser Stufe; in den Stufen 2-9 Geldentwertung fein Gebrauch mehr gevom 1. bis zum 15 eines jeden Ralender- Hegt der Grundlohn stets in der Mitte macht werden. Es findet daher§ 41 der monats bis zum 25. dieses Ralender der Stufen. Für die Stufe 10 gilt die Sagung Anwendung. Hiernach find die monats, für Lohnzahlungen in der Zeit ieweilige Höchstgrenze des Grundlohns. Beiträge für Versicherungspflichtige am vom 16. bis zum Schluffe des Ralender- Durch diese feftfegung des Höchst Montag jeder Woche für die abgelaufene redakteur oder ähnliche Boſition, die monats bis zum 10. des folgenden Ra- grundlohns werden die Stufen, Grund- Ralenderwoche fällig. Sie müssen von den Schallplatten, Rilo 180 000.-, tauft positives Schaffen in der Bewegung ge lendermonats zu erfolgen hat. löhne und Beiträge, die wir den Ar- Arbeitgebern für die von ihnen beschäftigten Rähmaschinen. Gelegenheitstäufe wenig währleistet. Buschriften unter C. 63 ar Berlin. den 7. August 1923. beitgebern durch Rundschreiben vom Raffenmitglieder innerhalb drei Tagen gebrauchter Maschinen mit Garantie Christburgerstraße 8. Fahrradankauf, höchstzahlend, Dres- die Geschäftsstelle dieses Blattes erbetent Landesfinanzamt Groß- Berlin 3. August 1923 bekanntgegeben haben, nach der Fälligkeit ohne befondere Auf- nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. denerstraße 120. Miorigplag 3730. vam 9. Auguft 1923 an außer Kraft ge- forderung an die Raffe gezahlt oder toften- Nollendorf 8682. Abteilung für Befih- und Berkehrs- fezt. Im übrigen wird auf das den los eingesandt werden. Im übrigen verStellenangebote Rähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, 2 Millionen und mehr zahle für Feld. beteiligten Arbeitgebern überfandte weisen wir an das allen Arbeitgebern zu- Phönig, Gingerbobbin. Raftorn, Rott ftecher 08. Brismengläser, PhotoappaHeimarbeiterinnen auf Fantasies, Ler buferdamm 6, vorn hochparterre.. rate Refordpreise. Müller, Jahnstr. 1. der- und Regenhütte fuchen gegen hohen Rundfahreiben ausdrücklich hingewiesen. gehende Rundschreiben. Drudstüde des erwähnten Borstands. Berlin, den 7. August 1923. Teppiche, prachtvolle Muster, verkauft Anzutreffen 3 Uhr ab. Lohn und dauernde Beschäftigung Mer 106/ 13* beschluffes find im Kaffenlobal zu haben. lanungs- Krankenkasse der Tischler- Innung zu Berlin. billig Stein, Antlamerſtr. 20. Brismengläser, graue Feldstecher 08 tes u. Co., Lindenstr. 35. Qualitätsteppiche, aus alten Fabrik- tauft höchftzahlend Haller, Eichendorff. abschlüssen stammend, gebe zu Original- stvaße 17, Stettiner Bahnhof. Brismenfelbstecher, besonders Reiß, Engrospreifen an Selbstverbraucher ab. Schulz, Körnerstraße 6, an der Lügow: Goerz Photoapparate tauft höchftzahlenb Frant, Blücherstr. 56. Morigpl. 141 63. Einmaliges, günstiges Mauserpistolen mit Holzlaften, andere Bettwäsche. zu Berlin. Angebot durch rechtzeitigen Einkauf. Pistolen, Jagdgewehre, BrismenfeldDeabettbezilge 1 780 000.- Bettlaken stecher, 8ielfernrohre, 0,8- Gläser, FeldBekanntmachung. 975 000.-, Inletts 1 950 000.-, Wäsche grau. Ueberbiete jedes Gebot. Kirstein, Ortskrankenkasse für die Gewerbe der auf Grund der Berordnung des Reichs- stoffe, Daunendecken, Tischwäsche, Frot vinienstraße 50. arbeitsministers vom 31. Juli 1923( Reichs- Hierwäsche, Ueberschlaglaten, Damast, Tischler u, Pianofortearbeiter zu Berlin. gefeblatt Nr. 67) wird ber Höchftgrund: Sandtücher Fabritpreisette pegiat lend. Rofe, Gollnowffr. 16. lohn mit Birtung vom 6. August 1923 auf männische Bedienung. SpezialDurch Berordnung des Reichsministers 240 000 M für den Ralendertag festgelegt. Bettwäschefabrik, Gräfestraße neunund- Mauserpistolen, große, mit Solzan Dom 31. Juli ist die Höchstgrenze des Vom gleichen Tage ab werden generell breißig( Gaſenheide), Brunnenstraße 10 Redfutteral, Jagdwaffen aller Art 1800 Grundlohns auf 240 000 Mart herauf 10 2ohnstufen eingeführt, die bei Neufest-( Rosenthalerplag), Spandau, Bots. Brismenfelbftecher, feldgraue 08 usw. be gefeßt. Die Berordnung tritt mit dem sehung des Höchstgrundlohnes fich fyftema bamerstraße 20. 6. Auguft 1923 in Rraft und gelten von tifch anpassen. Jede Stufe erhöht sich um Leiterwagen, Rastenwagen, 1/10 bie zur Höchftgrenze des Grundlohnes. Grund Bei Diefer beträgt in der L Stufe 3/4 des Höchst- wagen preiswerk Auswahl. Wagner, Straße 244. John träge fages biefer Stufe, bei der Stufe 2 bis 9 Röpeniderstraße nur 71, Sof. liegt er ftets in der Mitte der Stufe, für m. 216000 204000 20400 A Lehrlinge ohne Entgelt 12 000 240000 24000 1 bis 24 000 Lehrlinge ohne Entgelt zahlen% des 2 über 24 000 Bekanntmachung... Die Arbeitgeber werben hiermit aufgefordert, die Beschäftigten, die nicht in die 10. Lohnstufe gehören, binnen der üblichen Frist bei der Raffe umzuDer Borstand. Auf Grund der Berordnung vom 31. Juli melden. 1923 betr. Grundlohn in der Krantenverficherung hat der Borstand unferer Raffe mit Wirkung vom 6. Auguft 1923 folgende Lohnftufen und Beiträge be schloffen: Lehn 48000 72000 Tages entgelt qurag lohn Beitrag Bog oad Emil Thons, Borstzender. R. Freund, Schriftführer. MR. bis 24000 II über 24000 Mr. 18000 48000 36000 72000 60000 96000 84000 M 3600 6000 8400 # ba ab folgende Lohnstufen: 96000 120000 108000 10800 120000 144000 132000 13200 144000 168000 156000 15600 Tagesentgelt 168000 192000 180000 18000 9. 192000 216000 in Stufe I feltgefegten Betrages. Lohn- g Stufe 3 Die zum 13. Auguft 1923 bereits der 4 öffentlichten Gäge verlieren damit ihre 5 Gültigkeit.. Berlin- Wilmersdorf, ben 8. August 1923. Der Borstand. R. Engelhardt, Borsigender Fr. Biemann, Schriftführer. Zur Verfassungsfeier empfehlen in großen Boften zu außergewöhnlich niebrigen Preisen: 48 000 48.000 72 000 B 72 000 96.000 96 000 18 000 86 000 60 000 84.000 120 000 108 000 " 120 000 144 000 182 000 144 000 168 000 " 9 192 000 N 10 678 Ortstrantentaffe der Klempner Straße. Mengenabgabe vorbehalten. 2. Stufe 10 gilt der jeweilige Höchstfag der 720 Stufe. 168 000 156 000 9 860 7920 fhreiben Der Vorstand 192 000 180 000 10 800 Hermann Ziegler, 216 000 204 000 12 240 Bekleidung Pistolen, Felbftecher, Fotos höchftzah zahlt ftets höher wie jede Ronturreng Band- Breußner, Neukölln, Saifer- Friedrich; großer Berlauf magmäßig hergestellter Bahngebine, Bahn 100 000.- aufwärts, Gold, Silberbruch tauft Zahnpraris, Sollmannstraße 12. Babngebiffe, Bahn 75 000.- aufwärts, 1080 Die in der Borstandsfigung vom 2. Aug. Bersuch macht flug! Leihhaus Brun- Gold, Gilberbruch tauft 8ahnpragis, 2 160 1928 befchloffene Renderung gilt daher nur nenstraße 5. Firma hten! Täglich Holmannstraße 12. 3600 bis incl. 5. August 1923. Spulendrahte, ifolierbe, blante; Rup 5040 Im übrigen verweisen wir auf die den Anzüge, Baletots, Schlüpfer, Cutamans, fertabel, Motoren, Faffungen tauft 6 480 Herren Arbeitgebern zugegangenen Rund- Sofen. Riesen- Auswahl. Belzwaren: Ligen, Gehpelze, Sportveize, Rreuaflchfe, 8ie- Sinz, Elfafferstraße 17. Norden 4688. gen, in großer Auswahl, tonturrenzlos Söchstzahlend fauft Rabel, Wachsdrähte, Spulen Rupferdrähte, Max Przybelski, billig! Reine Lombardware. brähte, Motoren, Glühlampen fomie Schriftführer. Auf Kredit moderne Serrenanzüge, fämtliches Installationsmaterial Elet Taillenmäntel, Cutaways. Magberarbei- trizitäts- Wertstätte, Reukölln, Rottbuser tung, hefte Butaten. Bequeme, diskrete Damm 96. Morigplap 163 68. Teilzahlung. Leifer Gottlieb, NollendorfElektromaterial, Leitungsdrähte, Dn vanenstraße 6. 216 000 240 000 14 400 Betroffs Einreihung der Berficherten in die ihrem Verdienst entsprechende Lohnstufe erfuchen wir die Herren Ar beitgeber, binnen 8 Tagen uns die au der Berechnung der Beiträge erforder. lichen Zohnangaben zu machen. Der Anspruch auf die dem neuen Grundlohn Fahnen in Schwarz- Rot- Goldentipedenben höheren Kaffenleistungen Borsigender. Schokolade sehr preisw.! Straße 22a. Hochbahnhof Nollendorf: namodrähte, Glühlampen kauft Bete play. 9-12. 3-7. Leihhaus Friedrichstraße 2( Ballciches Tor) verkauft elegante Serrenanzüge, DamenMäntel Kostüme Röcke zum elegantesten. Arbeitsitube billig! Sarotti Stollwerck Mauxion am 3. September 1923 in Rraft. Ferner teilen mir mit, daß die Ber. Kant u. a. Marken unserer Sagung bezeichneten Bersonen Kokarden in Schwarz- Rot- Goldbergsgrense der in§ 2 Ablak 1 Fackeln in Schwarz- Rot- Gold mit Bitung vom 29. Juli 1923 auf Wichtig für Händler und Wiederverkäuler! 48 000 000 Mark Jahresverdienst er. höht ift. SpittelPohl& Weber Nachf., markt 4/5 1. Fernspr.: Zentr.5725. Telegr.- Adr.: Spendenpohl.Berlin Eisen& Diamant Im weiteren verweilen mir auf das ben zugehende Rund. Arbeitgebern fdyretben. Fr. Meersbach. D. Gpbl. Kaiserstr. 4 Andreasstr. 18 vom einfachsten b. Wir suchen für unser Werk Oranienburg perfekte Gürtler, welche auch hart löten können, sowie einen ersten Rohrieger. Angebote: Metallwerk Zschauer, Oranienburg, Berliner Str. 20. tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung Für einen kleinen Haushalt im Lugem burgischen wird fli fofort ein suverläſfu ges, felbständiges Mädchen gefcht. Gef. Offertes nebst Bild unter B 61 an d. Exp. d. Blattes „ Vorwärts'- Austrägerinnen werden sofort eingestellt Berlin, Bärwaldstr. 47 Bastianstr. 7 Carmen Sylva- Str. 57 Gillmann Greifenhagener Str. 22 Immanuellirchstr. 24 Laufizer Plaz 14/15 Petersburger Blaz 4 Brinzenstr. 31, Hof rechts Wattstr. 9 Wilhelmshavener Str. 48 Charlottenburg, Sefenheimer Str.1 Spulendrähte, isolierte, blante; RupFaffungen tauft Ulfter, Boletots, Sportpelze, Gehpelae. fertabel, Motoren, Razenjaden, Gealmäntel, Areuzfüchse, Sing, Elfafferstraße 17. Norden 4688. Graufüchse, Blaufüchse, Wölfe aur enorm Frauenbaar, 100 Gramm bis 60 000. billigen Preifen. Keine Lombardware. Mark. Scheel, Grüner Weg 80, fein Copenid, Stieger Str. 6, Laden 50 Prozent billiger faufen Sie Seal Laden, 3 Treppen. mäntel, Belgjaden, Belatragen, Sport Felleinkauf. Siegen, 8idel, Ranin, Friedrichshagen, Kurze Str. 11 pelze, Gehpelze bei Goldmann, Alegan- Roßhaare, brinenstraße 44 II, Ede Rommandanten. Raibfelle. Woldenburgerstraße 2. Alegan Neufölln, Redarstr. 2 Straße. ⚫ber 1857. Sändler Extrapreife. Reinidendorf- Ost, Provingstr. 56 Sädeeinkauf, Emballage, Smirn, Belt legenheitstäufe. Riefenauswahl. Spott- plane. Rettner, Reutöän, Fulbastr. 25. Schöneberg, Belziger Str. 27 Strohsäcke verkäuflich. Tempelhof, Raiser Wilhelm- Str.1 Neukölln, Fr.E.Karthäuser, Jägerftr. 60. 7 Belzhaus Warschauerstraße 7. Gepreife. Schafwolle, Maulwürfe, Hoffmann