Str. 371 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 184 Bezugspreis: Für die er fte Hälfte August 50000 M. voraus zahlbar. Unter Kreuz band für die erste Hälfte Auguft. für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 64 000 m., für das übrige Ausland 75 000. Poftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntagsbeilage ,, Bolt und Zeit", der Unter. haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 8000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillegeile toftet 30 000 M. Reklamezeile 150000. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 14 000 W.( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 6000 M. Stellengesuche bas erfte Wort 6000 907., jedes weitere Wort 4500 m. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 9000 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet pon 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Berlag: Döndoff 2506-2507 Freitag, den 10. August 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poftfcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Die Forderungen der Arbeiter. Hermann Müllers Programmrede. Borgestern hatten die Kommunisten ihre Kehlen ge-| trumsführer Marg und der Volksparteiler Dr. Strese übt, gestern hat durch unseren Genossen Hermann Müller mann, haben in ihren Reden zum Ausdrud gebracht, daß das Gehirn der deutschen Arbeiterklasse zur deutschen sie die Schlußworte des Reichskanzlers ebenfalls so verstanden Deffentlichkeit und zur Welt gesprochen. Die Massen werden hatten, daß er sein weiteres Verbleiben im Ante von der Zuselber zu beurteilen wissen, womit ihrer Sache besser gedient ſtimmung des Reichstages zu den Steuervorlagen der ist, durch Standal oder durch geistige Leistungen. Regierung abhängig macht. Also auch diese Vertreter der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft haben sich wohl gehütet, ein allgemeines Vertrauenszeugnis der Regierung Cuno auszustellen, das den innersten Empfindungen feiner Partei entfprechen würde. " Abg. Müller- Franken( Soz.): Die breiten Maffen des deutschen Volfes find heute in einer Not. wie sie in der meisten Zeit des Krieges nicht vorhanden war. Die worden. Stimmung der Bevölkerung ist infolgedessen im unbesetzten und besetzten Gebiet gleich erbittert. Es ist bezeichnend, daß es bisher noch niemand gewagt hat, wie das sonst üblich war, diese Erbitterung auf Es wäre für den Redner der sozialdemokratischen FratBerhezung durch Agitatoren zurückzuführen; daß damit also die obtion vielleicht nicht schwer gewesen, eine Rede zu halten, die jettiven Ürsachen dieser Erregung eigentlich allseitig anerkannt Das Reichskabinett zum Auffliegen gebracht hätte. Und sicher werden. Auch jener Alarmartikel in der Germania" war nur ist auch, daß eine solche Rede mit einer solchen Konfequenz möglich, weil nicht nur in der Zentrumspartei, sondern weil auch in den Gefühlen weiter Kreise der deutschen Arbeiterklasse Bon besonderem Interesse waren die Ausführungen anderen Parteien die selben Zeichen der Erregung sich aus Andurchaus entsprochen hätte. Denn es hat wohl noch nie eine Dr. Stresemanns, dessen Rede, weil er vielfach als der„ fom- gestellten, Arbeiter und Beamtenfreisen bemerkbar machen.( Sehr Reichsregierung in, der Republik gegeben, die so viele An- mende Mann" angesehen wird, mit besonderer Spannung von richtig! bei den Soz.) Der Herd der Unruhe liegt in jeder einzelnen Familie. Denn was soll die Frau eines Arbeiters, Beamten oder griffspunkte geboten hat wie das Kabinett Cuno- Rosenberg- allen Parteien erwartet wurde. Es ist schon das drittemal Angestellten heute mit den Scheinen, mit den hohen Mullen machen, Becker. Selbst wenn man in vollster Objektivität alle unge- feit der Ruhrbesehung, daß der Borsigende der Deutschen die der Volksmund längst die Havenstein- Rubel gebauft hat? Neuerheuren Schwierigkeiten in Rechnung stellt, die die vertrags- Volkspartei in großen politischen Reichstagsdebatten das Wort dings macht sich noch ein Wangel an Zahlungsmittelr widrige Ruhrpolitik Frankreichs einer jeden deutschen Regie- ergreift. Schon bei seinen zwei ersten Reden hatten wir es bemerkbar, der auch nur möglich ist, weil die Reichsbank jegliche Borrung in den letzten acht Monaten bereitet hätte, so ist das für unsere Pflicht gehalten, darauf hinzuweisen, welche be- aussicht hat vermissen lassen für das, was fommen mußte( Lebh. Baffivfaldo der Unterlassungssünden dieses Ministeriums so rerkenswerte Entwicklung innerpolitisch und außenpolitisch Bustimmung bei den Goz.), bei der Bant- und Steuerpolitik der riesengroß, daß der gute Wille des Reichskanzlers allein nicht bei dem Führer der Deutschen Volkspartei festgestellt wer- letzten Monate. Bei diesen Zuständen muß sich auch der Herr Reichs. ten muß genügt, diese Seite auszugleichen. Bieder einmal enthielt sich Stresemann jeder fangler darüber klar fein, daß Predigten über weniger Konsumierung Aus der unverkennbaren Tatsache, daß ein großer Teil Franzosenheze and er gab gerade durch seine Ausführungen und mehr Sparen und mehr Arbeiten absolut nichts nutzen( Lebh. der Arbeiterklasse in seiner berechtigten, an Verzweiflung über unser Verhältnis zu Frankreich dem Reichskanzler Time Bustimmung bei den Soz.), daß die Masse der Bevölkerung gerade der Arbeiterklasse in seiner berechtigten, an Berzweiflung in der jetzigen Sumde für solche Ermahnungen tein Verständnis hat. grenzenden Erbitterung die Beseitigung der Regierung Cuno ein gutes Beispiel dafür, wie man dem berechtigten Ge- Denn soll der Arbeiter von der Papiermark sparen, die er bis jetzt begrüßen würde, darf jedoch nicht die Schlußfolgerung ge- fühl des deutschen Volkes gegenüber der französischen Gewalt bekommen hat? Er hatte ja keine Devisen und konnte keine Dollar zogen werden, daß eine Regierungskrise in dem jezigen politik beredten Ausdruck verleihen kann, ohne sich zugleich zu schatzanweisungen taufen, weil er fie Dank der weisen Boraussicht Augenblick für die Arbeiterschaft se gensreich wäre. Biel- unpolitischen Schmähungen hinreißen zu lassen. Auch seine der Reichspant für Papiermart gar nicht bekommen konnte. mehr wäre jeder Kabinettswechsel, der zu einer Krise von auch Ausführungen über die verfassungsmäßige Staatsform zeugDie Polifit der Reichsbank in der letzten Zeit trägt die Hauptnur wenigen Tagen führen würde, gleichbedeutend mit einer ten von einem tiefen Verständnis für die Notwendigkeiten der schuld daran, daß der Spartrieb des deutschen Boltes ertötet Bufpigung der wirtschaftlichen und finanziellen Kalami- neuen Zeit und der Zukunft. Die Rede war ein Fortworden ist. tät. Unter diesen Umständen muß das Fortbestehen der Re- chritt. Diesem Gefühl gab ein linksstehendes Mitglied der gierung Cuno als das verhältnismäßig fleinere Uebel von jetzigen Regierung treffenden Ausdruck, als es in einem en- Die Arbeiterfasse hat, was die Arbeitskraft angeht, den Beweis dafür der Sozialdemokratie angesehen werden und alle Anstrengeren Kreise nach der Sigung den Sah prägte: Wieviel Un- geliefert, daß uns die Entente die Arbeitskraft nicht nehmen kann, gungen der Partei müssen darauf gerichtet werden, die wirt glück wäre unserem Volfe erspart geblieben, wenn Dr. Stre- und daß wir dieses Gut zu hüten haben. Meffungen haben ergeben, fchaftlichen und steuerlichen Maßnahmen femann schon unter der Regierung Wirth so hätte reden dür- o in vielen Betrieben die Arbeitsintensität der Bor. friegszeit bereits wieder erreicht ist. Bei dem jetzigen durchzusetzen, die allein geeignet sind, der Finanzkatastrophe fen, wie er es heute getan hat!" Hungerelend muß natürlich auch die Intensität der Arbeit leiden. Was den sonstigen Verlauf der Sigung betrifft, so ver um sie wieder zu heben, schaffe man erst die physiologischen Vorausweisen mir auf den Bericht, zumal Herr v. Rosenberg fich fetzungen. In unserer Lebensmittellage steht uns noch eine sehr Nun hat die Regierung und mit ihr bie bürgerliche auf die Kunst beschränkte, in nicht vielen Worten möglichst schlimme Zeit bevor. Wir haben rechtzeitig darauf aufmerksam geArbeitsgemeinschaft unter dem Druck der Verhältnisse Steuervorlagen eingebracht, die fich selbst im Ver- wenig zu sagen. Nur ein Zwischenfall bedarf noch der Er- macht, daß die völlige Freigabe der Lebensmittelversorgung zu ben wähnung. jezigen Zuständen führen müßte.( Sehr wahr! bei den S03.) Die gleich zu dem Finanzprogramm unseres Fraktionsvorstandes sehen lassen fönnen. Diese Maßnahmen fommen zwar viel zu machen, selbst aus der Not der Massen. Gestern erhob sich Die Kommunisten verstehen, aus allem ein Theater Startoffeln der letztjährigen Rekordernte sind verfüttert und verfuſelt zu spät, doch sie kommen; sie sind zwar verbesserungsbedürftig, Koenen nach der Rede Stresemanns zu dem Antrag, die bewerten ist, dann mußten auch in der Innenpolitik diejenigen MahWenn man davon spricht, daß der Ruhrkampf als ein Krieg zu doch haben Regierung und bürgerliche Parteien bereits vor Rednerliste folle unterbrochen werden, um den aus den Betrie- nahmen getroffen werden, die jetzt, nachdem man fechs Monate hat gestern und gestern im Steuerausschuß gezeigt, daß sie im ben erschienenen Deputationen Gelegenheit zu geben, in die ins Land gehen laffen, getroffen werden müffen. Es ist höchste Zeit, Gegensatz zu früheren Beiten fozialdemokratischen Anre- Reichstagsverhandlungen mit eigenen Ausführungen einzu- daß hier Befferung tommt, wenn nicht die Front und das Hintergungen zugänglich und nicht mehr darauf bedacht sind, jene greifen. Selbstverständlich mußte Genosse Löbe als Prä- land in diesem Kampfe verhungern und eine allgemeine Zermürbung verhängnisvolle Aushöhlung zu betreiben, die sich jetzt so fident dem Antragsteller antworten, daß die Geschäftsordnung der Bevölkerung eintreten foll( 3ustimmung bei den Soz.) Der furchtbar bitter gerächt hat. Selbst Helfferich, der führende des Hauses einen derartigen Borgang nicht zulaffe. Eigennuz derjenigen, die sich auf die Ware sehen, ist fürchterlich, Steuersaboteur, scheint endlich begriffen zu haben, worum es geht. Der Augenblid, wo nun zum ersten Male seit ihrem den Reichstag hineingelotften Arbeiter in der großen Wandel- bontottierte, mur, weil die Preise auf dem Markt kontrolliert wurden. Mittlerweile war ein Teil der von den Kommunisten in amb mir erleben erbauliche Zustände, wie in Württemberg, wo der Bauernbund die Stadt Stuttgart durch einen Aufruf Bestehen die Regierung Cuno Verständnis für die Notwen- halle erschienen und es gab zwischen ihnen und den Journalisten Wenn folcher Mangel an Staatsgefinnung vorkommt, dann können Digkeiten der Lage Deutschlands aufbringt, ist vom Stand- lebhafte Unterhaltungen. Und da muß gesagt werden, daß wir uns nicht hinstellen und sagen, daß all unsere Not von Boincaré punkt des Reiches und vom Standpunkt der Partei nicht ge- diese Arbeiter auf alle, die mit ihnen sprachen, den besten fommt, sondern dann hat er Helfer auf der rechten Seite dieses eignet, sie zu stürzen, besonders nicht, solange man nicht flar Eindrud machten. Das waren Menschen, denen die Not Haufes. fieht, was dann fäme. sichtlich auf die Nägel brannte, und was sie sagten, war so Auch unsere ganze Finanzgebarung trägt eine große Was die Massen der arbeitenden Bevölkerung in ihrer berechtigt und wahr und so ohne alle Verschwendung von Schuld an unserer Lage. Ich brauche nur daran zu erinnern, daß augenblicklichen, sehr bedrängten Lage empfinden und denken, Kraftphrasen einfach und erschütternd vorgetragen, daß es der Lebenshaltungsindeg von 3816 im Mai auf 149 531 hat Genosse Hermann Müller flar ausgesprochen. Klarer seinen Eindruck auf die Hörer nicht verfehlte. Unbegreiflich ist am Schluß der vorigen Woche gestiegen ist und daß in der vorigen hätte es gewiß auch feiner gefonnt, der heute noch mitten im nur, daß diese Leute auf die Hanswurstereien der nichtfinanzierung des Ruhrkampfes ist schuld an unferem heutigen Woche eine Berdoppelung dieses Inder stattgefunden hat. Auch die erregten Treiben der Betriebe steht. Er hat es aber wohl besser Kommunisten hereinfallen fonnten. Sicher wäre als mancher andere verstanden, das Denken und Empfinden besser, wenn einer von ihnen im Reichstag hätte sprechen fön- Befigenden hohe Steuerzuschläge zahlen müssen, so mögen fie fich Notenumlauf von 69,6 Billionen. Benn in der nächsten Zeit die der Massen in bewußte Formen zu fleiden und die politischen nen, als ein Koenen oder Frölich. bei denjenigen bedanken, die für diese furzsichtige Finanzpolitik verForderungen zu formulieren, die sich daraus eggeben. Seine Indes weiß jedermann, der nur ein wenig politisch zu antwortlich find.( Bustimmung fints.) Gegen unser Anraten war Rede zeigt, daß die arbeitenden Maffen im Reichstag ihre denten gelernt hat, daß jede Organisation ihr Statut hat, und bisher eine wertbeständige Anleihe nicht aufgelegt worden. Wir Bertreterin haben in der Sozialdemokratischen daß eine so wichtige Körperschaft wie der Reichstag erst recht haben es nicht verstanden, wie bisher die Deutsche Reichsfür seine Berhandlungen streng geregelte Formen braucht. Und bant fich gegen eine Goldanleihe im Inlande stemmen konnte. Im Sowohl in der Kritik der verhängnisvollen Politik der daher fommt es, daß im Reichstag nur diejenigen reden kön- Intereffe der französischen Politit liegt es allerdings, die wirtschaftReichsbantleitung wie auch in der Verurteilung der nen, die dazu gewählt sind. Darum muß es leider den liche Zerrüttung der deutschen Finanzen zu fördern. frevelhaften, von der Regierung stillschweigend geduldeten kommunistischen Theaterhelden überlassen bleiben, für den hin- Denn in Frankreich hofft man immer noch, Deutschland zu zerreaktionär- separatistischen bayerische en Regierungspolitik ter ihnen stehenden Teil der Arbeiterschaft im Reichstag zu schlagen und am Rhein einen Staat entstehen zu lassen, der anch hat es Müller an Schärfe nicht fehlen lassen, und ebenso deut reden, obwohl wahrscheinlich die meisten, die gestern aus den militärisch unter die Kontrolle von Frankreich kommt. Hich mar er, als er sich im Namen der gesamten Fraktion mit Betrieben in den Reichstag gefommen waren, viel vernünfti- Das ist zweifellos das Ziel der französischen Politik und nicht die der Regierungen Sachsens und Thüringens in dem ger reden würden und vor allem viel ehrlicher! Reparationspolitit.( Lebhafte Zustimmung.) Selbst wenn es den von der Reichsregierung provozierten Streit durous soli. engftirnigen französischen Militärs und Politikern gelänge, ihr Ziel darisch erklärte. Unerbittliche Abrechnung hielt unser zu erreichen, so würde sich das eines schönen Tages bitter rächen. Fraktionsredner mit den Geheimorganisationen, Am Regierungstisch Reichstanzler Dr Cuno, Außenminifter( Sehr richtig!) Denn die rheinische Bevölkerung läßt Ruhrsaboteuren sowie mit ihren Geldgebern ab. Im zweiten von Rosenberg, Wirtschaftsminister Becer, Ernährungs- ich nichtentdeutschen. Und schließlich hat auch das deutsche Teile seiner Ausführungen nahm Müller fachlich zu den minister Dr. Luther. Bolt dasselbe Recht zur Selbstbestimmung, das jedes andere große Steuervorlagen der Regierung Stellung und gab am Schluß sitzende des Berliner Metallarbeiterverbandes Klage Wir haben die fefte Zuversicht, daß es uns gelingt, die französischen Präsident Löbe eröffnet die Sigung und teilt mit, daß der Vor- und fleine Bolt für sich in Anspruch nimmt.( Lebhafte Zustimmung.) zu verstehen, daß die Sozialdemokratie jedes gegen den kommunistischen Abg. Koenen, und der Vorsitzende des Pläne abzuwehren. Das fönnen wir nicht besser tun, als wenn wir Rabinett unterstügen würde, das ihr Finanz- Adeutschen Verbandes, Claß, wegen Beleidigung gegen den bei jeder Gelegenheit beweisen, wie ernst es uns um die Einheit programm durchführt.Abg. Bulle( Dt.- Böff.) erhoben hat. Wegen der Sperre im be- des Reiches ift.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich Auch die bürgerlichene Redner, die nach dem Vertreter fepten Gebiet fann der Abg. Most( D.Vp.) an den Berhandlungen bebaure deshalb, daß in letter Beit in einem Teile von Deutschland hatten, daß er sein weiteres Verbleiben im Amte von der Zu- des Reichstages nicht teilnehmen. fich wieder ein Partitularismus breit macht, den man nicht Partei. * es für möglich halten sollte angesichts des Börgehens der Franzosen im| fratische Programm fordert, müssen gewisse Zusagsteuervorlagen Ruhrgebiet. An dem, was wir in Bayern erleben, hat die fran- zu den Borlagen der Regierung umgehend fertiggestellt werden, so zösische Politik ihre helle Freude. Auch heute müssen wir uns wieder ein Gefeß über die Lohnfummensteuer. Bei der Landwirtschaft über das reaktionäre, unverantwortliche Borgehen der bayerischen verlangen mir dringend eine Roggensteuer. Mit steuerlichen Polizei und der bayerischen Justiz beklagen, das geradezu Mörder Mitteln allein fann indes nicht geholfen werden; es ist unumgängzüchtet. Ein verfassungstreuer Deutscher braucht nicht in das Ruhr- lich notwendig, daß so schleunigst wie möglich eine neue Stügungsgebiet zu gehen, um erschossen zu werden, das kann er auch in Baŋern cftion einfeßt. Für diese Operation müssen gewisse Devisenbestände haben. Die bayerische Regierung hat bei den letzten Reichstags- beschafft werden. Dabei darf auch vor einem Zwang nicht zurückverhandlungen nicht das geringfte unternommen, um die Ausnahme- geschreckt werden, vor einer eidesstattlichen Versicherung über die müssen wir den überflüssigen gefeße in Bayern aufzuheben. Troß unserer Verhandlungen hier Devisenbestände. Daneben müffen wir figt Fechenbach noch heute im Zuchthaus. Import drosseln, denn mit der unbeschränkten freien Birt fchaft tommen wi: im Ruhrkampf nicht durch. Außerdem müssen wir zu einer und # 1923 über die Erhöhung der Vorauszahlungen auf die Einkommens und Körperschaftssteuer und dem Entwurf des Gesetzes über die Erhebung eines Opfers für Rhein und Ruhr zu. Diese Bedenten richten sich wesentlich dagegen, daß die aufkommenden Beträge nicht einmal in der Lage sein werden, die laufenden Ausgaben zu decken und die Kosten für den Ruhrkampf aufzubringen. Sie schieben unnötig die notwendige Reform des gesamten Steuersystems und die wertbeständige Erhebung der Steuern hinaus. Der Finanzpolitische Ausschuß glaubt nichtsbestoweniger als Hilfsmittel für eine Uebergangszeit den Gesetzentwürfen seine Zu stimmung nicht versagen zu fönnen. Er macht aber fein zu stimmendes Gutachten davon abhängig, daß: 1. die vom Reichsrat festgesetzten Multipittatoren für die Vorauszahlungen angemessen erhöht werden, so daß fie mehr der tatsächlichen Einkommenhöhe angeglichen werden, 2. eine bestimmte wertbeständige Sicherung des Zinsendienstes und der Amortisation der Goldanleihe des Reichs geschaffen wird, Wenn in Sachsen und Thüringen über den Bürgerkrieg geredet wird, so ist das doch kein Wunder, wenn man sieht, wie im NachAenderung des Autonomiegesetzes der Reichsbant barlande Bayern die bewaffneten Organisationen gegen Sachsen und Thüringen aufgeheht werden. kommen. Neben den Steuermaßnahmen, die wir fofort treffen ( Buruf rechts: Sowjetstern!) Reben Sie nicht mehr vom Sowjet. müssen, muß ein wirklicher Umbau des Steuersystems porgenommen werden. Wenn wir zu wertbeständigen Krediten ftern, nachdem Hafenkreuz und Sowjetstern in immer intimere Be- und Steuern tommen, muß auch die Wertbeständigteit ziehungen zueinander kommen. Im Auftrage der Fraktion erfläre der Löhne gesichert werden. Denn die Wertbeständigkeit der 3. Die Reform der Steuergefeßgebung auf wertich, daß wir die Haltung der sächsischen beständiger Grundlage sofort in Angriff genommen wird. Entlohnung ist die Voraussetzung für die Sicherheit im Haushalt thüringischen Regierung durchaus billigen, nach bes einzelnen Arbeiters. Die Arbeiterschaft sehnt sich nach geord- chließung Wissell seine Zustimmung, die den folgenden Der Ausschuß gab ferner mit 9 gegen 6 Stimmen einer Entdem das Reich ben an sich unerquicklichen Notenwechsel provoziert neten Berhältniffen. Im Zusammenhang mit dem Finanzprogramm Wortlaut hat: hat.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn zum hat der Herr Reichskanzler gestern die Bertrauensfrage aufgezweiten Male ein Butsch oder Kapp- Butsch versucht werden sollte, so worfen. Wir sind nicht gegen das Finanzprogramm der Regie- der Ausschuß eine fortlaufende Steuer für notwendig. Der Zur Ergänzung der Steuermaßnahmen der Regierung erflärt würde er auch ein zweites Mal abgeblasen werden. Aber die Errung; wir bedauern nur, daß es so spät gekommen ist. Zur Be. Ausschuß schlägt vor eine Besteuerung der Unternehmungen im schütterungen würden vielleicht das staatliche Gefüge nicht mehr aus hebung der Mängel des Regierungsprogramms haben wir in ungegen jeden Angriff sichern wollen, deswegen haben wir uns mit wir werden zu jeder Regierung Vertrauen haben, die mit uns be Für die Landwirtschaft ist eine Steuer in analoger Höhe zu halten. Weil wir das staatliche Gefüge unserer jungen Republit ferem eigenen Finanzprogramm die Borarbeiten geliefert, und Industrie-, Handel- und Bankwesen in der Höhe der dreifachen Summe des von diesen Unternehmungen abgeführten Cohnabzugs. aller Energie stets gegen die rechtsraditalen Organifa reit ist, unfer Finanzprogramm durchzuführen. Der Reichstag darf erheben; diese ist als Flächensteuer in Roggenwert zu ver tionen gewandt. Wo figen denn eigentlich die Geldgeber nicht auseinandergehen, ehe die zur Befriedigung der Bevölkerung anlagen unter Freilassung der fleinen Betriebe." dieser Organisationen? Zu Beginn dieses Jahres litten sie sehr notwendigen Geseze verabschiedet find. Im Artikel 1 der Verunter Geldschwund. Nach dem Ruhreinbruch floß ihnen das Geld faffung heißt es: Das Deutsche Reich ist eine Republit. Die im verstärkten Maße zu. Ist es nicht ein Standal fondergleichen, Staatsgewalt geht vom Bolle aus. Enttäuschen wir das Bolt wenn unfere charitativen Organisationen nicht wissen, wo sie das nicht! Wir kennen seinen Willen, wir haben zu zeigen, daß wir Geld hernehmen sollen, wenn Krankenhäuser geschlossen werden die Vollstrecker des Volkswillens sein wollen.( Lebhafter Beifall müssen, während die rechtsradikalen Organisationen von Industrie bei den Sozialdemokraten.) und Landwirtschaft Geld, soviel sie brauchen, für ihr ge( Schluß in der Beilage.) meingefährliches Treiben bekommen? Unerhört ist auch die Heße derjenigen Kreise, die das deutsche Bolt in einen Krieg mit Frank reich hineinhehen wollen. Die Auslegung der Regierungserklärung über Sabotageatte durch die Rechtspresse hat junge Leute immer wieder zu Attentaten und Gewaltaften veranlaßt. In einem Aachener Brozeß haben jugendliche Angeklagte vor ausländischen Richtern ausgesagt, daß fie das verwendete Dynamit in der Reichswehr. taferne zu Münster bekommen haben. Ich frage, ist das richtig? Eine Antwort und Richtigstellung ist bisher nicht erfolgt, obwohl 14 Tage ins Land gegangen find. Die Lösung des Ruhrfonflittes, die mit großen Schwierig. feiten verknüpft ist, wird durch Sabotageatte noch erschwert. Die Debatte über den Ruhrkonflikt im englischen Oberhaus und Unterhaus war für die deutsche Sache gleich Null. Die Sozialdemofratische Frattion wa: stets der Auffassung, daß England sich nicht von Frankreich trennen würde. England steuert noch immer darauf zu, die deutsche Leistungsfähigkeit durch einen Sachverständigen. ausschuß prüfen zu laffen. Die deutsche Polifir muß sich aber darauf einstellen, daß demnächst die Reparationsfommiffion, d. h. die Gesamtheit der Alliierten, sich wieder mit dem Ruhrproblem befaffen wird. Die Gefahr ist vorhanden, daß man uns ein Dittat aufzudrängen versucht und uns außerdem mit einer Art Finanzkontrolle bedroht. Höchstleistungen zugunsten der Reparationen haben aber eine gewiffe Freiwilligkeit zur Voraussetzung. Der Wille zur Be. freiung vom fremben finanziellen Joch darf dabei nicht ertötet werden. Wir müssen vor allen Dingen jedoch zeigen, daß wir selbst zu leisten bereit sind und daß die bisher über Gebühr ge. Finanzvorlagen im Reichstag. In der Diskuffion war mehrfach auf den Einfluß hingewiesen worden, den die Politik der Reich s bank auf die Gestaltung der Währungs- und Finanzpolitik gehabt hat. Die Mitglieder Dr. Werfolgende Resolution vor, die einstimmig Annahme fand: Die Sicherung der Autonomie, mit der aus anderen Rücksichten die Reichsbankleitung umgeben worden ist, hat diese zum schweren hindernis für die von den Lebensinteressen der deutschen Wirtschaft erforderte Neugestaltung der Währungs- und Finanzpolitif des Reichs gemacht. Der Finanzpolitische Ausschuß verlangt die schleunige Durchführung des vom Reichswirtschaftsrat empfohlenen Währungsprogramms." Die Auflegung der Goldanleihe. Zeichnungsbeginn am 15. Auguft. Am fommenden Sonntag wird in der gesamten deutschen Tagespresse die Aufforderung zur Zeichnung auf die wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches veröffentlicht werden. Die Beichnung selbst beginnt, wie jetzt amtlich mitgeteilt wird, am 15. August, doch werden Voranmeldungen bereits jetzt von den deutschen Banken und Bankfirmen, Sparkassen und sonstigen Geldinstituten entgegengenommen oder an die Zeichnungsstellen weitergegeben. Während der Plenarsizung des Reichstages tagte der Unterausschuß des Steuerausschusses, um den Multiplitator für die Vorauszahlungen aus Einkommen und Körperschaftssteuer festzustellen. Der Ausschuß tam schließlich dazu, an Stelle der 100fachen Vorauszahlung der Einkommen fteuer und des 10fachen bei der Körperschaftssteuer nach der Borlage das 400- bzw. 600fache zu setzen. Der Antrag der Sozialdemo raten hatte das 500- bzw. 700fache verlangt. Unsere Vertreter im Unterausschuß gaben ihre Zu ftimmung zu dem 400- bzw. 600fachen unter allem Borbehalt. Auf die Sigung des Unterausschusses folgte eine Sigung des Ausschusses. In dieser Sigung wurden die vier Vor lagen der Regierung mit den Aenderungen des Unterausschusses angenommen. Ferner wurde der neue Ent wurf über das Lohnfummensteuergesetz angenom- Das Intereffe für die Anleihe ist bereits sehr groß. Auf einer men. Auf Grund dieses Gesetzes ist die Industrie verpflichtet, Tagung in Stettin haben die Vertreter der Girozen fechs Monate lang von sich aus den 21fachen Betrag der ab- tralen den Beschluß gefaßt, den angeschlossenen Verbänden und geführten Lohnsteuer zu zahlen. Ueber eine entsprechende Be- Sparkassen die Einrichtung eines Golddepofitenverkehrs Steuerung der Landwirtschaft( Flächensteuer) famen die auf der Basis der vom Reiche auszugebenden wertbeständigen Anleihe Beratungen nicht zum Abschluß. Sie werden morgen vor zu empfehlen und für diese neue Geschäftsart in weiteftem Um mittag fortgesetzt. fange Propaganda zu machen. Damit wird auch den kleinsten Sparern die Möglichkeit geboten, Ersparnisse wertbeständig anzuDie Finanzreform im Reichswirtschaftsrat. legen. Im übrigen ist aber auch die unmittelbare Beteiligung an Die Garantie der Wirtschaft muß sich noch in diefer Tagung zu einem Gesez prebichten.( 3ustimmung links.) Nur so der wertbeständigen Anleihe dadurch erleichtert, daß Stücke bis zu Weitergehende Forderungen. fönnen wir unsere Währung ftabilisieren, unseren Etat in Ordnung Der Finanzpolitische Ausschuß 1 Dollar herunter geschaffen werden. des Borbringen und gewiffe Summen für die Reparation bereitstellen. Täufigen Reichswirtschaftsrats beriet gestern die ihm Die neue Anleihe eignet sich in gleichem Maße zur dauernden Nur dadurch werden wir Bertrauen im Ausland ge- vom Reichsfinanzministerium vorgelegten Entwürfe des Gejeges Rapitalanlage wie zur vorübergehenden Anlegung von Be winnen. Deg alb muß durch ein Gesetz die Hypotheten über die Erhebung eines Opfers für Rhein und Ruhr und eines triebsmittel und dergleichen. Für beide Zwecke in erster belastung der Landwirtschaft vorgenommen und n- Gesetzes zur Aenderung des Gesetzes vom 9. Juli 1923 über die Reihe wegen der Sicherheit, die sie bietet, denn es haftet für die teile der Industrie in eine Reichs- Treuhandgefell Erhöhung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körper- 3insen und für die Kapitalrückzahlung die Gesamtheit der deutschen schaft übergeführt werden. Andererseits ist es nach der Ueber- schaftssteuer. Die Mehrzahl der Redner betonte die Unzuläng Brivatvermögen. In der jetzigen Tagung des Reichstages wird zeugung meiner Fraktion an der Zeit, von deutscher Seite aus tichfeit der Gefeßentwürfe für die dringend notwendig fich die Reichsregierung ermächtigen lassen, für den Zinsenbedarf der einen Antrag auf gewordene Abdämmung der Inflation. Der Ausschuß nahm die Anleihe 3uschläge zur Vermögenssteuer zu erheben Zulaffung zum Bölkerbund folgende Entschließung Bernhard mit 15 gegen 5 Stim und für die Rückzahlung des Kapitals, soweit erforderlich, die einmen an: zelnen Vermögenssteuerpflichtigen nach dem Verhältnis ihres steuerbaren Vermögens heranzuziehen. Ein besonderer Vorzug der Anfeihe besteht darin, daß selbstgezeichnete Stücke von der Erbschaftsfchonten Schichten ganz andere Leistungen vollbringen als bishe: zu stellen.( 3uftimmung fints.) Wenn das Ausland wieder Berfrauen zu uns faffen soll, so darf aber vor allen Dingen dieser Reichstag nicht auseinandergehen, ohne Steuergesetze zu verat. fchieben, die die Notenpresse lahmlegen. Wie das sozialdemo Gefährdung der Landschaft durch Ingenieurbauten. + Der Finanzpolitische Ausschuß des Vorläufigen Reichswirt fchaftsrats stimmt nur mit sehr schwerem Bedenten dem Entwurf eines Gesetzes zur Alenderung des Gesetzes vom 9. Juli bie Linienführung des Ganzen einheitlich durchgeführt wird. Hier müßte die Umgebung an erster Stelle maßgebend für die Wahl der Brüdenform fein. B stein wieder befreit. Nun führte er das Leben eines gehegten Irrfahrers, bis er schließlich, müde und gebrochen, in Berleburg bei dem Grafen Wittgenstein eine letzte Zufluchtsstätte fand. Hier starb er in der Nacht vom 24. zum 25. April 1734. Noch schwerer ist die Einpassung in die Landschaft bei den Land- und Wasserstraßen. Leicht bewegte feine HügellandEin Pröbchen des offultiffifchen Zeitgeistes. Sie hat uns wirtDie Notwendigkeit, unsere Wafferkräfte möglichst auszunuzen, schaften werden in ihrem Reiz schwer beeinträchtigt, wenn gerade hat zur Folge, daß die Bewirtschaftung der deutschen Gewässer zu Runststraßen von oft überflüssiger Breite sie durchschneiden. Wie lich noch gefehlt: die offultistische Korrespondenz. Sie ist zweifellos einer Umgestaltung der Wasserläufe führt; außerdem dringen die hat man das Allgäu geschädigt, wenn 3. B. die Straßenschleifen bei ein bringendes Erfordernis. Und es ist unvermeidlich, daß einige dabei nötigen Großbauten und Anlagen großgewerblicher Betriebe Hindelang die schönen Rundungen der Berghöhen zerschneiden. An- deutsche Professoren, die an die denkenden Pferde und den rechnenden in Gegenden ein, die bisher sich in ihrer natürlichen Eigenart un pflanzungen fönnen viel mildern. Auch beim Wehrbau ist schon Hund und sonstiges glauben, ihren Senf dazu geben. Aber das, was berührt erhalten fonnten. Die Befürchtung liegt nahe, daß dabei mancher schöne Erfolg erzielt. Und im Fabrikbau zeigt sich hier und gleich in der ersten Nummer den Zeitgenossen zugemutet wird, ist nicht nur einzelne Schönheiten von Kunst und Natur zugrunde da ein verständnisvolles Eingehen auf die Landschaft, ohne daß wirklich start. Ein Prof. De sendet aus Coburg folgenden Bericht gehen, sondern der Schuß der Naturschönheit in nicht wieder Spielereien von heimatfünstlerischer Art nötig waren. 3. B. fann über einen Spuf ein, der sich bereits vor einer Reihe von Jahren gutzumachender Weise geschädigt wird. Von solchen Gedanken- ein Schalthäuschen der AEG. ohne Vordringlichkeit als Schmuckstück ereignet haben soll: gängen aus hatte der letzte Denkmalpflegetag in Stuttgart sich der ein hübsches Dorfbild glücklich abrunden. Ein Bewegungsphänomen eigener Art hat sich in Besprechung der deutschen Wasserwirtschaft in ihrer Einwirkung Coburg am 11. April 1918 gegen 4% Uhr in einer ruhig gelegenen zurüd. Bu gleicher auf den Heimatschuh gewidmet. Baurat Stiel tommt im neuen Ein deutscher Freidenker und Alchimist.( 3um 250. Geburtstag Billa zugetragen. Es standen vor einem altertümlichen Schrank in Hefte der Zeitschrift" Denkmalpflege und Heimatschutz" darauf von Dippel, 10. Auguſt.) Unter den beutschen Bietiften, die im etwa 1 Meter Abstand zwei Berfonen, eine andere faß. Auf dem 18. Jahrhundert für eine tiefere. Frömmigkeit und zugleich gegen Schrank standen auf Staffeln übereinander unten eine PorzellanWer die Nußbauten des In- und Auslandes in ihrem Zu den Kirchenglauben kämpften, nimmt Rontab Dippel eine her- figur, oben eine 14 Bfunb( 1) schwere Glasvase von etwa 24 Zenti nach sammenhang mit der umgebenden Natur durchmustert, kann un vorragende Stellung ein. Frig Mauthner, der in feinem fegten meter Höhe. Als die eine der Personen die Hand erhob schwer die Folgerung ziehen; Natur fennt feine törperlofen Linien, und bedeutendsten Werk, der Geschichte des Atheismus im Abend einer längeren Gesprächspause begann die schwere Vase ohne im Anfang alles schönheitlichen Bauens steht die Masse. Daher lande" im 3. Bande das Andenten dieses Mannes wiedererwedt, sagt irgendeinen Anlaß, ohne vorherige Erschütterung, sich etwa 10 Zenwerden eiserne Bitterwerte immer schwer mit dem Naturbild zu von ihm:„ Er war ein Individualist im verwegensten Sinne des timeter über ihren Standort zu erheben. Sie neigte sich nach vereinigen sein. Natur tennt ferner teine Geraden, überhaupt keine Wortes, wollte das menschliche Individuum, von Kirche, Bibel und porn auf die Person zu, berührte mit dem Rand die untenstehende ungebrochen einheitlich durchgeführten Linien, Dor allem feine Religionsgeschichte befreien und erblickte gerade in dieser Freigeisterei Figur, riß biefe mit fich und fiel mit ihr auf den Fußbodenteppich. Diagonalen oder sonst hart und unvermittelt zusammenstoßende das Wesen des Pietismus." Sein Leben stellt ein interessantes Zeit- Dort zerfprangen beide in viele hundert Kleine Stückchen und eine Linienverbindungen. Sie fennt teine unvermittelten Gegenfäze bild dar, und deshalb sei bei der vierteltausendjährigen Wieder- ganze Saat von kleinsten Splitterchen. Ein scharfer Schall wurde im Maßstab und in den Farben. Wo solche Büge auftreten, ist alfo fehr feines Geburtstages daran erinnert. Dippel, der am 10. August zugleich vernommen. Schrank und Personen und die ganze Um auf Abhilfe zu finnen. Sie fennt teine unbelebten Flächen. Deren 1673 unweit Darmstadt geboren war, studierte zuerst Theologie, er gebung waren während des Vorganges unbewegt. Starrheit kann schon durch Betonung des Baustoffes und der geregte aber mit seinen unkirchlichen Predigten bald Anstoß und fiel auch Beit, um 4% Uhr, hat sich in der tausend Meter entfernten Villa funden, derben Handwerkstechnik unter Verzicht auf feelenlose Glätte durch seine fece Lebensweise als„ Galanthomme und ansehnlicher der Person, die die Hand erhob, ein von der Tochter des Genannten und Sauberkeit entgegengewirkt werden, noch wirkungsvoller frei Stußer" auf. Aus Straßburg mußte er infolge einer der häufigen eben weggelegter Schürhaken auf dem Kochherd breimal mit großem lich durch Besetzung mit vortretenden Gliederungen, Strebepfeifern Stubentenraufereien flüchten und wandte sich nun ben offulten Wissen. Geklapper von selbst um seine Achse gedreht." und dergleichen. Italienische alte Werkbauten können ebenso wie schaften der Chiromantie, Astrologie und Alchimie zu. Die Goldmache Wie gut, daß die wandelnde Base fich schon damals erhob( und neue Gasbehälter aus Deutschland den belebenden Einfluß streng tunst spielt bei seinen abenteuerlichen Schicksalen eine große Rolle. daß es jest niemand mehr kontrollieren fann). Wer weiß, wie die rhythmisch geordneter förperhafter Gliederung und die beruhigende Nachdem er durch verschiedene antikirchliche Flugschriften sich in seiner Geschichte sonst auf den Dollar gewirkt hätte. Und wie gut, daß es Birkung zeigen, die aus der mehrfachen Wiederholung der gleichen bes ersten, stets gelbbedürftigen Breußenkönigs berufen, nachdem in bem nunmehr banerischen Coburg geschah. Man stelle sich vor, Form fich ergibt. Und die alten Speicherbauten bändigen ihre un- foeben ein alchimistischer Schwindler, Graf Gaetano, fein Bersprechen, das besetzte Gebiet wäre der Schauplah des... ja des Attentats gefügen, aus dem Maßstab der Umgebung fallenden Maße durch die bie leeren Kaffen des verschwenderischen Königs zu füllen, nicht ge gewesen. Was hätten die Franzosen daraus gemacht! Aber was Besetzung der gewaltigen Dachflächen mit zahlreichen kleinen Gaupen. halten hatte. Er lebte damals in Berlin auf großem Fuße und foll bas" Bhänomen" nun eigentlich bedeutete, das verrät auch die okkul Eines der wichtigsten Themen im Landschaftsbilde sind die bei seinen chemischen Versuchen verschiedene nüßliche Erfindungen tistische Korrespondenz nicht. Sollte die kommende Glasteuerung Brücken. Dafür stehen uns manche Mittel nicht mehr zu Gebote, aemacht haben. So gilt er für den Entdecker des Berliner oder gar der Ausgang des Weltkrieges damit angedeutet werden? mit denen die alten Meifter ihre Werke geradezu zu einem Schmud Blaus. Natürlich war er viel angefeindet, aber nicht seine Al- Ottultisten an die Front, deutet uns die wackelnde Base! der Landschaft machen tonnten. Aber noch immer vermag man chimie, sondern sein Pietismus brachte ihn in Berlin zu Fall; er In den Kammerspielen des Deutschen Theaters wird als nächste Meine Brüden zu erfreulicher Wirkung mit ihrer Umgebung zu ver- wurde gefangen gefeßt, durch die Verwendung feines Gönners, des Neuheit Fabrikant Leutner", eine Tragikomödie von Mag schmelzen, wenn man sie nur mit den bodenständigen Wertstoffen Grafen Mittgenstein, befreit und floh nach Holland, wo er bis 1714 Stempner- Hochstädt, vorbereitet. und in der schlichten, gediegenen Weise des heimischen Handwerts blieb. Dort machte er sich durch politische Schriften mißliebig, siedelte Prof. Paul Büttner, der als Symphoniker und Botalfomponist in herstellt. Und auch große gewölbte Brüden sind von den alten nach dem damals dänischen Altona über, und hier wurde ihm wegen der Wufifwelt und in den Streifen der Arbeiterfänger gleich geachtete Meister, Meistern höchst reizvoll in die Landschaft gefeßt, z. B. indem sie die feiner antikirchlichen Schriften der Prozeß gemacht, indem man die veröffentlicht im Chorverlag von 3. Günther Dresden, einen Männerchor: lange gerade Brüstungslinie mit einem bescheidenen Auffah, einem fezerischen Bücher durch den Henter verbrennen ließ, ihn selbst zu An Bebels Grab", nach einer Dichtung von Edgar Steiger. Die Heiligenbilde oder dergleichen brachen. Bei den eisernen Brücken lebenslänglicher Gefangenschaft verurteilte. Bon 1719 bis 1726 wenig fomplizierte Führung der Stimmen ermöglicht auch kleineren Chören läßt sich der Nachteil der Körperlosigkeit am erften ausgleichen, wenn schmachtete er in der Feste Hammershus, wurde dann durch Wittgen- e in e erfolgreiche Aufführung. M Reiter befreit sind. Der Umsatz sn der Anleihe kann sich ganz form- los vollziehen, da eine Börsenumsatzsteusr nicht erhoben wird. Zudem find die Banken und Bankiers von der Finanzverwaltung gebeten worden, die Umsätze, soweit sie sich durch ihre Vermittlung vollziehen, mit einem möglichst niedrigen Provisionssatz zu belegen. Der Zeichnungspreis ist mit 100 Proz. für ein gprozentiges wertbeständiges. Papier mit Sicherheiten ersten Ranges niedrig. Wer Devisen einzahlt, für den beträgt der Zeich- nungspreis sogar nur SS Proz. �nhaltenüe Markbefserung in New ijork. Dollar 3,3 bis 3,5 Millionen Mark. Jtachfccm schon vorgestern der Kurs der Mark an den Auslands- börfen sich wesentlich besser gestellt hak, wurden gestern nach den hier vorliegenden Meldungen für 103 Mark 0,000028 bis 0,000030 Dollar gezahlt, was einem Kurs von Z.Z bis 3,5 Millionen Mark pro Dollar enlsprichl. In Berlin ist gestern der Dollar . noch mit 4 872 ISO Mark notiert worden. Die Besserung der Mark im Ausland ist also recht b e l r S ch t l ich. Markverbefferung auch in London. London, 9. August.(TU.) Die Notierung für die deutsche Mark erfuhr auf der heutigen Börse ein« Verbesserung gegen gestern. Sie wurde mit 21 V-i Millionen für das englische Pfund nominell notiert, doch waren die Käufe bei dieser Notierung gleich Null. Die allgemeine Stimmung auf der Börse war pessi- mistisch, was in einer weiteren Abschwächung der fran- a o s i s ch e n und italienischen Franks zum Ausdruck kam. Markverkauf ins �uslanö verboten. Eine Notverordnung des Reichspräsidenten. Eine Notverordnung des Reichspräsidenten vom Donnerstag verbietet den Markverkauf ins Ausland. Es hat sich in den letzten Wochen gezeigt, daß große Summen von Reichsmark ins Ausland gelegt worden find, im wesentlichen, um unter Verkauf an den Auslandsbörsen Einfuhr- waren, notwendige wie weniger notwendig«, zu bezahlen. Dieses Angebot von Mark im Auslande hat den Kurs der Reichsmark aufs stärkste beeinflußt und die Kurstätigkeit der Reichsbank empfindlich gestört. Durch die neue Verordnung wird für Beträge über den Gegenwert von 10 englischen Pfund hinaus der deutsche Kaufmann gezwungen, etwa benötigte Devisen im deutschen Geschäft zu er- werben und er soll gehindert werden, durch rücksichtslose Ausnutzung ausländischer Märkte füo sich Vorteile zum Schaden der Gesamtheit zu erreichen. Gewaltige Kohlenpreiserhö'hung. Steigerung um das 3'/zfache. Die Organe der Kohlenwirtschaft beschlossen gestern unter dem Einfluß der Lohn- und Materialienpreissteigerungen eine Kohlen- Preiserhöhung um etwa 352 Proz. Der Bruttopreis für rheinisch-westfälische Fettförderkohl« wird sich hiernach von bisher 5 158 000 M. pro Tonne auf 23 267 000 M. erhöhen, und dement- sprechend steigern sich die Preise für die anderen Reviere. Die neuen Preise gelten ab.g. August bis Ende nächster Woche. Als- dann wird eine automatisch« Anpassung der Kohlenpreise an die Lebenshaltungs- und Eroßßhcmdelsindizes eintreten. Die Verfajsungsfeier. Fackelzuge und Opernhaus-Veranstaltung abgesagt. Die republikanischen Verbände, die am 11. August zur Betun- düng ihres Einstehens für die Verfassung Fackelzüge vor das Opernhaus planten, werden im Einverständnis mit dem Reichspräsidenten mit Rücksicht auf die allgemeinen wirt- schaftlichen Verhältnisse von den Fackelzügen in diesem Jahr absehen. Der Reichspräsident hat aus gleichem Grunde auch die Abendveranstaltung im Opernhaus abgesagt, an die sich der Empfang der Züge anschließen sollte. Ebenso haben hierauf auch der deutsche republikanische Reichsbund und die angeschlossenen Verbände ans ihren Fackelzug verzichtet. Die angesagten großen ösfentlichen Versammlungen finden jedoch unverändert statt und sollen zu großen Kundgebungen für die Republik und für die Erhaltung und Festigung der republikanischen Staatsform ausgestaltet werden. Teuerungsöemonftration in �agen. chagen, S. August.(TU.) Infolge der herrschenden Kar- toffelnot kam es heute auf dem Platze vor dem Rathaus und � in den anliegenden Straßen zu großen Demonstrationen. Eine nach ijunderten zählend- Menge, zum größten Teil Frauen mit leeren Marktkörben am Arm, sammelte sich bereits in den Vormittagsstunden vor dem Rathaus an und verlangte die so- fortige Herausgabe von Kartoffeln. Nachmittags wiederholten sich die Kundgebungen m verschärfter Weise. Kinder mit großen Schil- den, mit Aufschriften wie„.steraus mit den Kartoffelnl",„Ihr Dickbälge, gebt uns zu essen!",„Ihr Wuchererl",„Hagen hungert mehr als ganz Deutschland!" befanden sich in der Menge. Zu ernsten Ausschreitungen ist es bisher nicht gekommen. Ein von der Polizei verhafteter junger Mann muhte auf Verlangen der Meng« wieder freigelassen werden. Ueber die Ursachne der De- monstrationen erführt die Telunion, daß in den letzten Tagen in Hagen kaum eine Kartoffel aufzutreiben war. Auch cinige Restaurants mußten ihren Gästen Reis statt Kartoffeln reichen. Um der Rot zu steuern, hat die Stadtverwaltung mehrere Waggons holländische Kartoffeln zum Preise von 100000 Mark für das Pfund angekauft mit der Maß- nähme, sie für 60 000 Mark pro Pfund an di« Bevölkerung ob- zugeben, und zwar werden 3� Pfund verabreicht. Die Stadtver» waltung setzt also bei jedem Pfund 40 000 Atark zw Aber auch dies« ermäßigten Preise glauben die Hausfrauen nicht aufbringen zu können. Die Stadtverwallung hat an besonders Bedürftige Eulscheins über 3 Pfund Kartoffeln abgegeben. Der Preis soll dann beim Lohnempfang verrechnet werden. Die Notlage im Nuhrgebiet. Münster. 9. August.(Eig Drahtb.) Aus Anlaß des Waffen- f un d es auf der Zeche.�iuqo" bei Buer haben die Franzosen das in der Umhegend der Zeche gelegene StoDt�ebiet � von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine V-rkehrssperre oerhängt. In G l a d a e c, hat die Besatzung von der Stadt die Lieferung einer belgischen Fahne verlangt. Dis Forderung ist«b- gelehnt worden. Die Franzosen beabsichtigen, die Zeche..Bis- marck bei Gelssnkirchen in Regiebetrieb zu nehmen. Zur Sicherheit der Arbeiter sollen bei jeder Zech« deutsche Bürger mit der Bclegschait zusammen einfahren. Neu besetzt sind zwei Schächte de? Zeche..Zollern". Auf der Zechenanlägs Schleen bei Buer drangen die Franzosen am Mittwoch in das Majchinenhaus cm und befahlen den Maschinisten, Dampf einzulassen. Das Ansinnen wurde abgelehnt, die Besatzung legte deshalb den Betrieb still, worauf die Belegschaft in den Proteststreik trat. In Gelsenkirchen haben die in den bahneigenen Häusern wohnenden Mieter von der Besatzungsbehörde die schrift- liche Ausforderung erhalten, die fälligen Mieten an eine in dem Schreiben näher bezeichnete Stell« abzuführen.— Die allgemeine Verkehrssperre ist mit Ausnahme von Friedrichsfeld bei Wesel, wo die Sperre erst Donnerstagmorgen um 8 Uhr einsetzte, seit der vor- vergangenen Mitternacht überall in Kraft getreten. Die passive Resistenz der Bergarbeiter in den Bezirken Mülheim, Recklinghausen, Bottrop und Buer dauert un- verändert an. In Mülheim haben sich die Thysien-Werke, deren Arbeiter eine Vorschußzahlung von zehn Millionen Mark forderten, der-Bewegung angeschlossen. In R e ck l ing h a u s e n ist wegen Kohhlenmangels infolge Streiks auf der Zeche„Ludwig" ab Freitag die Einstellung der Gaszufuhr zu erwarten. Im Essener Bezirk haben die Belegschaften die Verrichtung von Not- standsarbeiten eingestellt und die Pferde aus der Grube geholt. Die Zeche Dahlhausen-Tiefbau hat die Förderung für die Wasserwerke eingestellt. Zur Beilegung der Differenzen im Berg- bau ist neben umfangreichen Mahnahmen zur Besserung der Crnährungslage die sofortig« Anweisung ausreichender Geldmittel an die Zechen unbedingt erforderlich. Die Krupp-Revisio« verworfen. Paris, 9. August.(Eca.) Di« von Krupp und seinen Mit- angeklagten eingelegte Berufung ist vom Pariser Kassationshos verworfen worden. Gleiche SrüSer... Wnlle nnd Koenen Hand in Hand. Das Wulle-Blatt hat noch nicht ganz in der Richtung Reventlow umgelernt. Es schimpft noch auf„Radek-Sobe!- söhn" und vermutet doch, der im„Vorwärts" veröffentlichte kommunistische Arbeitsplan wäre erfunden. Sollte er aber echt sein, so wurde er wahrscheinlich aus der K a p p-Z e i t(!) stammen. Andererseits wäre es auch mög- lich, daß die jüdische Leitung der Roten Armee" sich an Offiziere heranmache, die„jüdisches Blut haben oder jüdisch versippt" sind. Und so fort. Aber so sehr man sich auch den Anschein gibt, als ob grimme Feindschaft zwischen Sowjetstern und Hakenkreuz bestehe: im Leiter über die Cuno-Rede kommt doch die Herzensgemeinschaft der beiden elementar zum Durchbruch. Solcher Art ist das Urteil des Wulle-Blattes über den Kanzler Cuno: Wir haben nicht Eile. Wir können warten. Bis die Leiche dieser läng st toten Regierung vollends verwest ist. Dann aber werden wir da sein, zu retten, was noch zu retten ist. Beim Bankrott. Es war«in« stürmische Sitzung. Die Marke des Kanzlers wurden zumeist durch die Kommunisten wie mit Keulen niedergemacht. Die Bürgermehrheit hielt sich ans alberne Lochen. Es war auch der Tag für ihren Bankrott. Es war der Tag des Zusammenbruchs. Seiner wäre mit Er- schütterung zu denken, wäre es nicht so beschämend gewesen. Ein hilfloser bankrotter Kanzler. Ein« hilflos« bankrott« Regierung. Eine hilflos« bankrotte Politik. Ein bankrotter Staat, der sich gerade an- schickt, Feste zu feiern.... Und ich seh« das Volk. Aber das Volk wird seine Fäuste ballen. Wird die Fahnen der Empörung, des Hasse», der Rache schwingen:„Sie sind bankrott. Kommt! Führt uns!" Unterzeichnet ist dieser Lobgesang auf den kommunistischen Reichlstagsunfug mit den symbolischen Zeichen:„rr." Das soll augenscheinlich Radek-Reventlow heißen. Sie sind allerdings berufen, das fäusteballende Volk zu führen". ins Paradies nach allrussischem Muster. Die einen machen Revolution, die anderen Pogromme. Und blinzeln sich freund- lich zu als bekannte Auguren unter dem neuen deutschen Wappen, dem Hakensowjetkreuzstern! Ein eüler Wettstreit. „Vertrauliche" Denkschriften ftnd ihre Wirkung. Vor einigen Taegn nahmen wir Notiz von dem Hilferuf, den der Alldeutsche C l a ß zum„Ehrenschutz" gegen Reinhold W u l l e in die Welt sandte. Claß hatte seinem völkischen Wider- part„vertrauliche Verleumdung" vorgeworfen und hinzugefügt: „Wer das Unheil kennt, das in den Jahren seit dem Zu- sammenbruch mit„vertraulichen" Berleumdungen. angerichtet worden ist, wird dies« Auffassung teilen, zumal, da es keine gefährlichere Form der Berleunzdung gibt, als die in solcher Gestalt auftretende." Darauf antwortet nun Wulle in seinem Leibblatt— nachdem er versichert, es würde ihm eine ganz besondere Freude sein, Herrn Claß vor Gericht gegenüberzutreten— in semer grobschlächtigen Art: „Das schreibt derselbe Herr Claß, der seit 3ahr und Tag im Alldeutschen Verbände durch eine derartige„vertrauliche" Aus- klärung politische Gegner unmöglich zu machen sucht. Das schreibt derselbe Herr Claß, der nach meinem von ihm erzwungenen Rück- tritt in einer„vertraulichen" Denkschrift unwahre und wider- legbare Behauptungen gegen mich aufgestellt hat und diese„vertrauliche" Denkschrift in vielen hundert Exemplaren wahllos im Land« verbreiten ließ zu dem Zweck, mich politisch kalt zu stellen. Das schreibt derselbe Herr Claß, der gewissen Geheimorganisationen nahesteht, über die dieser Prozeß die nötige Aufklärung geben wird und die einen erbitterten persönlichen Der- leumdongsseldzug gegen andere politische Führer veranstalten. Das schreibt derselbe Herr Claß, dessen Freunde in einer noch be- siehenden logeuarllgen Geheimorgamsation, über die dieser Pro- zeß ebenfalls Auskunft geben wird, in einem der periodisch wiederkehrenden Rundschreiben von der„Wulle-Bewegung" be- haupten, sie stehe Im Dienste des Judentums. Ich könnte die Auf- Zählung ähnlicher Verleumdungen beliebig fortsetzen, möchte aber dem mir persönlich durchaus erwünschten Prozeß nicht vorgreifen.' Es ist nun ganz gewiß ein« hervorragende Gesellschaft, diese „völkische", die mit Posaunenstößen das jüdische Jericho Berlin um- blasen möchte und doch nur in kleinlichstem Streit sich„vertraulich" gegenseitig abtut. Sie oerkündet der Welt die Korruption, die an- gcblich von Jud�n durch ganz Germanien verbreitet wird, aber die teutschen und allteutschen Führer beschuldigen sich gegenseitia der Ehrabschneiderei, der Geheimbündelei und noch schlimmer ist, im Dienste eben dieses Judo zu stehen. Wir haben schon einmal an Bethmanns Wort von den„Piraten der öffentlichm Meinung" er- innert. Daß uns beim Lesen solcher Intimitäten auch noch Heinrich Heines„Disputation" einfällt, mögen Wulle und Claß ver- geben. Man weiß, daß diese Erinnerung beiden gleich unange- nehm ist. Eine Neüe Aeigners. In einer stark besuchten Mitgsiederversammlung der Leipziger Parteigenossen hielt der sächsische Ministerpräsident Gen. Dr. Zeigner ein« Rede, in der er sagt«, Deutschland befinde sich heute in der gleichen Lage wie während des Krieges. Auch heute werde Not- politik gsirieben zum Nutzen einer fchmelen Schicht der Besitzenden. Die Politik Cunos habe zum Ruhrtonstibt getrieben. Die Hoffnung auf eine Aktion der ausländischen Arbeiterschaft hätte sich nicht erfüllt', ebensowenig habe England eingegriffen. Die Reichs- regieruny habe mit einer Politik eingesetzt, die, wi« für jeden Dar gewesen sei, zum Bankerott Deutschlands und Europa führen müßte. Die Reichsregierung habe nichts unternommen, die Ruhraktion zu finanzieren. Bei der Aktion zur Stützung der Mark fei sie r.on den Besitzenden jämmerlich im Stich gelassen. Es fei eine Politik des Fortwurstelns gewesen, die den Sturz der Marl- ins Uferlose gebracht habe. Zeigner erklärte, die Technische Nothilie habe Tanks gebaut, die lediglich für den Straßenkampf bestimm? und verwendbar feien. Die Regierung des Reiches Hobe um die Geheimorgamsation gewußt. In einer Besprechung sei klipp und klar gesagt worden, daß um das Ruhrgebiet herum Ge- heimorganisationen zusammengezogen worden' seien, die von de? Reichswehrorgonisation und aus den Ruhr- krediten finanziert würden. Aus diesen Tatsachen erklärt sich die lahme Erklärung der Reichsregimmg gegen Sabotageakte. Dr. Zeigner kündigte an, daß die sächsische Regierung über die von ihm geschilderten Zustände in den nächsten Tagen näheres on die Ocffentlichkeit bringen werde. Für die sozialdemokratische Politik gäbe es nur schärfsten Kampf oder abtreten. Es gäbe nur eins, die Partei handelt und rückt scharf und klar von der Regierung Cuno ab. Tut sie das nicht, dann mag sie sich selbst die Todesanzeige mit schwarzem Rand bestellen. Die Versammlung endete nach weiteren Reden, wobei Gen. Li p i n s k i den Standpunkt des Reichstagsfroktion vertrat, mit der Annahme der Richtlinien der Kreis- und Bszirksleiter, die sich im Sinne der Zeignerschen Ausführungen bewegen. Von England ist nichts zu erwarten. Reuter begrüßt diese Aeußerung Cuuos. London, 9. August.(MTB.) Wie Reuters Bureau hört, wird die Erklärung des Reichskanzlers Cuno, daß Deutschtand von England nichts erwarte, in maßgebenden Kreisen Londons begrüßt. Es wird betont, daß es völlig irrtümlich wäre, anzunehmen, daß England Deutschland aus den, von ihm selb st hervorgerufenen Wirrwarr herauszuhelfen wünschte. Andererseits ist England nicht geneigt. Deutschland den bedingungs- losen Verzicht auf den passiven Widerstand anzuraten. Die britische Regierung ist an der Ruhrbesehung gänzlich unbeteiligt und kann deshalb nicht einseitig Stellung nehmen, auch nicht an der Seite der Alliierten. Wie verlautet, stehen keinerlei englisch- deutsche Unterhandlungen in unmittelbarer Aussicht, in- dessen wäre es nicht richtig, zu sagen, daß die Möglichkeit einer Sonderantworl gänzlich außer Frage stehe, wenn anch die britische Regierung zurzeit nicht die Absicht hege, irgend etwas zu unler- nehmen, was die englisch-französischen Beziehungen noch weiter trüben(emditter) würde. Die amtlichen Kreise Englands sind immer noch der Meinung, daß aus den deutschen Vorschlag eine Antwort ergehen solle, und sie würden es vorziehen, wenn ihre Antwort mit einer solchen der Alliierten vereinigt würde. L o n d o n. 9. August.(EP.) Am 30. 3uli belies sich die Zahl der Arbeitslosen in England auf 1 195 600, d. h. 10 700 mehr als In der Vorwoche. London, 9. August.(Eca.) Offiziell verlautet, daß die Ant- wort der englischen Regierung auf die französische Not« vom 30. Juli voraussichtlich morgen abend nach Paris, abgehen wird. Die Fragen, die Poiircare an England gestellt hat, bildeten heute Gegenstand der Besprechungen eines Ministerrates. Die Nicht- linien. die hierbei von Baldwin vertreten worden sind,� stützen sich auf Meinungsäußerungen der großen Mehrzahl der konser- vatioen Wählerverbänds ganz Englands und lassen sich etwa folgendermaßen zusammenfassen: 1. Eine Anerkennung der Ruhrbesetzung oder auch eine Gutheißung des französischen Borgehens ist nicht annehmbar. 2. England ist im kommenden Winter und vielleicht sogar noch früher von einer schweben w i r t s ch a f t li ch en Krise bedroht. 3. Ein Bruch mit Frank- reich muß auf jeden Fall vermieden werden.:- Cccil und Branting bei Poincare. Paris, 9. August.(MTB.) Ministerpräsident Ponicarä hat gestern nachmittag nacheinander Lord Robert C e c i l und den schwedischen Bölkerbimdsvertreter Br ant ing empfangern Di« Besprechung hatte nach den Morgenblättern in erster Linie den Entwurf des allgemeinen Hilfsvertrages zum Gegenstand, den der zeitweilige Ausschuß des Bölkerbundes für Einschränkung der Rüstungen gestern nachmittag fertiggestellt hat. Nach dem „Petit Parisien" liegt jedoch Grund zu der Annahme vor, daß zwischen Cecil und Poincare in ihrer nahezu emstündigen Unter- redung auch sämtliche Fragen zur Sprache gekommen sind, über die gegenwärtig zwischen Paris und London verhandelt wird, und daß Poincare Anlaß gehabt hat, sich von neuem über die Auf- fassung der französischen Regierung in b e st i m m t e r Form aus- zusprechen. Wahrscheinlich werde Cecil, der heut« nach Loydon zurückkehrt, seinen Kollegen über diese Unterredung Bericht er- statten. Ter jyrankensturz. Paris, 9. August.(WTB.) Nach einer Meldung des„Matin" aus Brüssel wird binnen kurzem die Fmanzkcmmission des bcl- gischen Senats zusammen.reten, um sich mit Maßnahmen zur Ein- schränkung der fortschreitenden Entwertung des belgischen Franken zu beschäftigen. Oer Kabinettsrat. London, 9. August.(WTB.) Heut« vormittag wurde in Downingstreet eine Vollsitzung des Kabinetts zur Erwägung der Reparation»- und der Ruhrfrag« abgehalten, die 2!4 Stuzden dauert«. Lord Robert Cecil, der heut«, morgen aus Frankreich zurückgekehrt war und der«ine längere Unterredung mit Baldwin hatte, nahm an der Sitzung teil, dagegen fehlten Lord Derbi) und Amery. Reuter zufolge wird angenommen, daß noch«ine oder zwei Sitzungen nötig sein werden, bis die Antwort an Frankreich«nd- gllltigt gebilligt sei. Wahrscheinlich werden die britischen Schriftstücke nächst« Woche veröffentlicht werden. Baldwin fährt heute abend aufs Land und kehrt erst nächste Woche nach London zurück. Ntac Kenna soll heute«ine halb- stündige Unterredung mit dem Premierminister gehabt haben. der Kreml gestattet Buslanösblötter. Ter„Vorwärts" bleibt verboten. Wie wi: erfahren, ist jetzt für Moskau— zum erstenmal seit dem November 1917— der freie Verkauf einer Reihe ausländischer Zeitungen erlaubt worden, und zwar, außer dem Berliner und Pariser Bolschewikblatt, die folgenden: „Berliner Tageblatt", „Vossische Zeitung", „Berliner Börsen-Courier", „Frankfurter Zeitung", „The Manchester Guardian", „The Daily Chronicle". „Daily News", „The Daily Herald". Bon nichtkommunistischen Arbeiterblättern wird lediglich der „Daily Herald" zugelassen. � Der Sparausschuß des Reichstagas beschloß, im Bereiche der Reichsversorgungsämter bis zum 1. Januar 1924 die Zahl der Angestellten bis auf 6000 gegenüber 13 000 am 1. Januar 1923 abzubauen. Gewerkschaftsbewegung Achtung, Gewerkschaftsvorstände! Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommiffion hat in Hinsicht auf die allgemeine Lage befchloffen, heute, Freitag, eine Vorständekonferenz stattfinden zu lassen, zu der Bertreter des ADG B. und der politischen Parteien geladen werden. Ort und Zeit werden telephonisch bekanntgegeben. Ausschuß der Gewerkschaftstommission AfA- Ortskartell Streik der Berliner Buchdrucker! Die in Berfolg des Beschlusses der Funktionärversammlung der Buchdruder und graphischen Hilfsarbeiter am Donnerstag in den Betrieben vorgenommene Urabfiimmung hat sich mit übergroßer Mehrheit für den Streit ausgesprochen. Bon der Streifleitung ist im Verlaufe des geftrigen Tages entsprechend dem Auftrag der Funktionäre versucht worden, den Forderungen der Arbeiterschaft Geltung zu verschaffen durch Verhandlungen mit den Unternehmern sowie dem Reichsarbeitsminister. Da diese Verhandlungen zu feinem Ergebnis geführt haben, ruft die Streifleitung die Berliner Buchdrucker und graphischen Hilfsarbeiter in Buchdruckereien auf, heute morgen 7 Uhr die Betriebe still zulegen. Wir appellieren an die Solidarität aller Rollegen und an die Einsicht der gesamten Arbeiterschaft, daß die Buchdrucker zu diesen tiefeinschneidenden Maßnahmen nur unter dem Druck der für sie besonders ungünstigen Verhältnisse greifen. Die Arbeiter und Gemerffchaftspreffe er= scheint weiter. Ueber die Festlegung des Begriffs Arbeiter und Gewerkschaftspreffe haben sich die in Betracht kommenden Betriebsräte mit der Streifleitung in Verbindung zu setzen, die heute vormittag im Bureau des Verbandes graphischer Hilfsarbeiter, Alte Jakobstraße 5, zu erreichen ist. Für die Streifleitung: 2. Keller. Holz. Dörband. Die Abstimmung der Buchdrucker und Hilfsarbeiter. Bon den 13 647 beschäftigten Mitgliedern des Bereins Berliner Buchdrucker haben sich 9091 Mitglieder an der Abstimmung beteiligt. Davon stimmten 6628 für Streit, 2319 dagegen; 144 Stimmen waren ungültig. Bon den Buchdruckereihilfsarbeitern beteiligten sich an der Urabstimmung 7709, wovon 7073 für den Streit und 609 für Arbeit stimmten, während 27 Stimmen ungültig waren. Insgesamt wurden also von den 16 800 Abstimmenden 13 701 Stimmen für den Streit abgegeben Im Laufe des Tages wurden nochmals Bermittlungsversuche mit den Arbeitgebern und beim Reichsarbeitsministerium gemacht, die jedoch zu keinem Ergebnis führten. Die sozialdemokratischen Buchdrucker zum Streit. In einer Versammlung der Funktionäre der parteigenössischen Buchbrucker am gestrigen Abend wurde nach einem einleitenden Referat des Fraktionsvorsitzenden über die Situation folgende Resolution einstimmig angenommen: 11 Der Lohnregelung für den Kohlenbergban. fchaften wurde für heute die fällige Lohnzahlung, außerdem aber die Die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für den Stein- Bahlung einer größeren Wirtschaftsveihilfe in Aussicht gestellt. Gegen und Braunkohlenbergbau in den Revieren Rheinland- Westfalen, Köln, 3 Uhr gestern nachmittag wurde die Arbeit in allen Werken wieder Aachen, Düren, Oberschlesien, Niederschlesien, Sachsen, Bayern, Nieder aufgenommen. fachsen, Ibbenbüren und Mitteldeutschland haben in der Berhand- Die Differenzen zwiffchen dem technischen Personal des Staatslung im Reichsarbeitsministerium am 9. Auguft im Hinblick auf die theaters und dem Theatersekretär P., die sich um die re chtzeitige durch die Geldentwertung geschaffene außerordentliche Lage eine Lohnauszahlung drehten, find einstweilen beigelegt und die Bereinbarung getroffen, wonach die Löhne der passive Resistenz aufgegeben worden. Die endgültige Regelung foll Bergarbeiter vom 6. August ab um etwa 245 Pro3. auf dem Verwaltungswege im Kultusministerium erfolgen. erhöht werden. In dem Lohnzuschlag ist eine Abgeltung Arbeiterrat teilt uns mit, daß die vorherige Veröffentlichung feines für die zwischen dem Verdiensttage und dem Lohnzahlungstage zu Berichts in der Roten Fahne" von ihm nicht beabsichtigt war. erwartende Leuerung in einer geschätzten Höhe von 140 Proz. ent- Die Berliner Metallarbeiter- Verbandstagsdelegierten, die der halten. Die Verhandlungen fußten auf der am 8. Auguft ge- BSP D. angehören, werden dringend ersucht, in der heutigen Ver. troffenen Vereinbarung über die Schaffung wertbeft än fammlung um 7% 1hr, Schulaula Weinmeisterstr. 15, bestimmt zu diger Löhne im Rohlenbergbau. Die Durchschnittslöhne einschließlich des Hausstands- und Kindergeldes find danach im Ruhr- erscheinen. bezirk auf 2010 000 m. je Schicht, im mitteldeutschen BraunkohlenNeue Cöhne in der. Cederwarenindustrie. Die Verhandlungen bergbau( Kernrevier) auf 1456 800 m. je Schicht erhöht worden. für die Täschner, Koffermacher, Portefeuiller und Geschirrsattler der Ferner ist den Bergarbeitern der aufgeführten Bezirke als Fabritationsbetriebe ergaben eine Vereinbarung, wonach Ausgleich für die bei der letzten Lohnregelung noch nicht völlig auf alle zurzeit gezahlten Zeit- als auch Affordlöhne ohne Unterabgegoltene Teuerung für jede in der Zeit vom 2. bis einschließlich schied der Höhe des Verdienstes ein genereller Zuschlag von 5. Auguft verfahrene Schicht eine Nachzahlung gewährt mor- 110 Broz. erfolgt. Der Mindestſtundenlohn für Facharbeiter beträgt den, die für den Ruhrbezirk sich auf 550 000 m., für die Kernreviere für die Lohnwoche vom 3. bis 9. August 101 300 M., für Hillsdes mitteldeutschen Brauntohlenbezirks auf 383 000 m. beläuft. arbeiter 92 183 M. und für Stepperinnen 68 884 M. Lehrlinge erhalten im 1. Jahr 455 850 M., im 2. Jahr 557 150 m., im 5. Halbjahr 709 100 m. und im 6. Halbjahr 759 750 M. pro Woche. Für die im Sattler- Berband organisierten 3elte und Blanesattler beträgt der Mindeststunden ohn in derselben Woche 100 620 m. Aus dem Kunstgewerbe. Bon zuständiger Seite wird uns mitgeteilt: Neue Cohnvereinbarung in der Goldleiften- und BilderrahmenDie Bei der Firma Erich Beaumont, Berlin, Lugom straße 9, Kunstgewerbliche Werkstätten, find derartige Lohn- und Arbeitsverhältnisse, daß sie der Deffentlichkeit unterbreitet werden müssen. In der Woche vom 23. bis 29. Juli erhielten die feit langer industrie. Für die Woche vom 28. Juli bis 3. Auguſt erhöhen sich Zeit beschäftigten volljährigen Arbeiterinnen einen Stundenlohn die Löhne um 90 Broz. Damit beträgt der Lohn für den Fachvon 8500 M; in der Metallindustrie betrug der Stundenlohn arbeiter über 22 Jahre für diese Zeit 52 940 M. Diese um 90 Broz. 19 580 m. In der Woche vom 30. Juli bis 4. Auguft erhielten fie erhöhten Löhne werden ab 4. August um weiteree 100 Broz. er für zwei Tage nochmals 8500 m. und ab 1. August 11 700 m., höht; damit beträgt der Tariflohn der Facharbeiter über 22 Jahre während in dieser Woche der Lohn in der Metallindustrie für voll. vom 4. Auguft bis einschließlich 10. August 105 880 m. beiterinnen, so wird erwidert, daß man doch nicht die Löhne Ergebnis im Verwaltungssaal, Rungestr. 30, Steilung. jährige Arbeiterinnen 39 300 m. beträgt. Beschweren sich die Ar- Funktionäre der Branche nehmen heute nachmittag 5 Uhr zu dem wie in der Industrie zahlen fönne, da man funstgewerb. Die Ortsverwaltung. liche Werkstatt sei, sich auch nie einem Tarif unterIm Buchhandel und der papierverarbeitenden Industrie ist bei werfen werde. den Berhandlungen eine endgültige Regelung über die mertbestän Beide Arbeitgeberbigen Behälter noch nicht getroffen worden. verbände haben sich verpflichtet, am 11. Auguft eine à- Kontozahlung in Höhe von 100 Proz. des Brutto- Juligehalts vorzunehmen. Dabei hat die Firma fast ausschließlich Auslandsliefe. rungen in Luruspuppen und drängt seit dem letzten Marksturz die Arbeiterinnen mit allen Mitteln zur Mehrleistung. Der Vertreters des Inhabers, ein Herr Watschöppfe, erflärte am Dienstag der Arbeiterin Steward, daß jedes Sprechen außer zu gefchäftlichen 3weden verboten sei. Leider sind die Arbeiterinnen meist unorganisiert und der Aufklärung fchwer zugänglich. Gern nehmen sie fleine Geschenke von der Frau Direktor Beaumont, anstatt gemeinsam ihre Lage zu verbessern. Am Geburtstag der Frau Direktor gab es vor einigen Wochen sogar ein Mittagessen mit Fleisch und Obft, und dabei war das Singen gestattet. Besonderen Antlang fanden bei der deutschrussischen Firma die Lieder„ Deutschland über alles" und" He il Dir im Sieger franz". Der Buchdruckerstreit in Chemnih, der seit Dienstag voriger Woche währte, ist durch Verhandlungen am Mittwochabend, die zu einer Einigung führten, beendet worden. Die Arbeit wurde gestern früh wieder aufgenommen. Zur Schließung der Werft von Blohm n. Boß berichtet das am burger Echo", daß sämtliche 8000 Arbeiter entlassen worden sind. In einer gestern vormittag abgehaltenen Arbeiterversammlung, die sehr erregt verlief, wurde u. a. Lohnzahlung in Goldmart und mindestens zweimalige Auszah lung wöchentlich gefordert. Wie unser Hamburger Parteiblatt weiter erfährt, haben die Arbeiter der Bultanwerft wegen Lohndifferenzen die Arbeit gestern vormittag eingestellt. Die Firma Blohm u. Boß hat ihren Angestellten am Mittwoch folgende Erflärung zur Unterschrift vorgelegt: Erklärung. Borsicht bei Lehrverträgen im Baugewerbe.. Einzelne Innungsmeister fürzen den Lohn der Lehrlinge um 25 Broz.. 15 Proz. feien zur Abgeltung des Lehrgeldes pro Woche zu zahlen und 10 Broz. würden als Spargeld einbe Ich erkläre mich damit einverstanden, daß mein Gehalt auch halten, das dem Lehrling nach Beendigung der Lehre ausge- in Zukunft nach den seit dem 1. April 1922 bestehenden Grundhändigt wird. Auf unsere Rückfrage wurde uns von einer Firma fägen geregelt wird und verzichte ausdrücklich auf die Geltenderklärt, es sei dies ein Beschluß der legten 3nnungs- machung irgendwelcher Ansprüche aus Schiedssprüchen, die sich versammlung. infolge Anrufung des Schlichtungsausschusses durch die Angestelltenverbände ergeben fönnten. Hamburg, 8. August 1923. Unterschrift Bureau: Betrieb: Die bestehenden Lehrverträge sind meist ohne eine derartige Klausel abgeschlossen, da ja im Maurergewerbe es bisher nicht üblich war, Lehrgeld zu zahlen. Auch wird bei Abschluß von Lehrverträgen, wenn schon Lehrgeld gezahlt werden soll, eine feste Summe vereinbart, die bei Antritt der Lehre gezahlt werden muß. Die Innungsmeister stecken auf diese Art und Weise einen hübschen Den Angestellten wurde bedeutet, daß fie bei Berweigerung Nebenverdienst in ihre Tasche und es lohnt sich dann schon für fie, ihrer Unterschrift große Nachteile zu erwarten haben. Insbeson Lehrlingszüchterei zu betreiben. Diese 10 Broz. Spargeldere sollen Vorschüsse für Kohlen- und Kleideranschaffungen der" wurden ja unter der Aera des Gesezes für den Vaterländi- oder in Notfällen nicht mehr gegeben werden. schen Hilfsdienst vom Lohn eines jeden Jugendlichen abgezogen, Dieser Borgang ist für die Firma Blohm u. Boß charakteristisch. angeblich um die Jugend vor lasterhaften Ausschweifungen zu bewahren". ,, Die am 9. August versammelten Funktionäre der BSPD.- Buchdrucker erklären den aus der wirtschaftlichen Not der Arbeiterschaft geborenen Kampf für eine Folge der verblendeten Finanz- und Währungspolitik der Reichsregierung und der Lohnpolitik des Unternehmertums, die die breiten Massen der arbeitenden Bevölkerung in eine Hungerfatastrophe getrieben haben, aus der sie nur noch durch den Kampf auf der breitesten Grundlage herauszukommen vermag. Sie werden demzufolge den mit übergroßer Mehrheit beschlossenen Kampf um ihre Lebensinteressen unbekümmert um die wirtschaftlichen und politischen Daß Spargelder heute keinen 3wed haben, wo die PaFolgen mit aller zur Verfügung stehenden Macht führen und müssen piermart wie Schnee unter der Sonne schmilzt, ist jedem flar, auch alie fich ergebenden Folgen auf die verantwortlichen Leiter der den Bauunternehmern, die ebenfalls zu den lautesten Rufern nach Reichsregierung und des Buchdruckunternehmertums abwälzen. Die wertbeständigen Anlagemöglichkeiten zählen und die Flucht vor der Berliner Buchdruckerschaft erwartet in ihrem schweren Bapiermark in die Sachwerte mitmachen. Solange die Löhne ein Rampf in einer politisch aufs äußerste gespannten Situation die seitig von der Innung festgesetzt wurden, wagte man es nicht, von Sympathie der gesamten Berliner Arbeiterschaft dem Trinkgeld, welches gezahlt wurde, noch Abzüge zu machen. und der Arbeiterpreffe, um so mehr, als dieser auch im Der wahre Grund ist die tarifliche Regelung der Koft Interesse der gesamten Arbeiterschaft aufgenommene Kampf auf geldsäge. Diese sind den Innungsmeistern zu hoch und liegen dem Boden der gewertschaftlichen Grandfäße bis ihnen schwer im Magen. Sagte doch auf der Handwerkertagung in zu senem notwendigen Ende geführt werden wird. Bayreuth der Obermeister Wagner: Der Fraktionsvorstand bittet alle Parteigenossen, fich im Sinne dieser Resolution in dem bevorstehenden Kampfe einzustellen und weitere Weisungen an dieser Stelle zu beachten. Zu allen Zusammen. tünften ist das Parteimitgliedsbuch mitzubringen. Der Fraktionsvorstand. " # Die Candarbeiter des Landkreises Emden waren am 2. Auguſt megen Lohnstreitigkeiten in den Ausstand getreten. Diesem Streit haben sich gestern auch die Arbeiter der großen Betriebe in Emden angeschlossen. Deutscher Metallarbeiterverband. Achtung, Berwaltungsmitglieder! Die Die Ortsverwaltung. Berwaltungsfisung findet heute nicht statt. Berband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Heute nachmittag 15 Uhr im Saal des Gewerkschaftshaufes, Engelufer 24, Bersammlung aller Ber trauensleute und Betriebsräte der Luguspapierbranche einschließlich Briefum schlagbetriebe. Bericht über die Lohnbewegung. Ein jeder Betrieb muß vertreten fein! Es fönnen auch außerdem an der Tagesordnung intereffierte Mitglieder an diefer Versammlung teilnehmen. Achtung, Holzarbeiter! Funktionärverfammlung für alle dem Reichsmantelvertrag unterstehenden Betriebe heute abend 7 Uhr int großen Gaal von Klient, Hafenheide. Bericht über die Lohnverhandlungen. Die Mitglieder der erweiterten Berwaltung treffen sich pünktlich 6 Uhr im Borraum besselben Lokals zur Verwaltungsfizung. Die Orts Die Gewertschaften find wefensfremde Organe die sich in das väterliche Verhältnis zwischen Lehrherr und verwaltung. Lehrling einschieben. Deshalb gilt es, deren Einfluß zurüdzuRommunal, Staats, Reichsbetriebsräte u. e. Sonntag vorm. 10 Uhr brängen." Bollversammlung im Großen Gaal der Bögom- Brauerei, Prenzlauer Berg. Wir aber werden auch die Gewaltigen der Innung zu über unser Rampf gegen die weitere Berelendung.( Referent Rollege Schwanebed.) Gesamtbetriebsrat der Betriebe und zeugen wiffen, damit sie ihre Rückständigkeit aufgeben. Sollte Seder Betrieb muß vertreten sein! Berwaltungen des Magistrats Berlin. Drohender Streik in den Buchbindereien. irgend ein Lehrherr an die Eltern zweds Anderung der Wertmeister- Bezirksverein Charlottenburg I. Sonntag, den 26. August, Die hartnädige Haltung der Unternehmer in den Buchbinde. bestehenden Verträge in diesem Sinne herantreten, so ersuchen wir, Dampferpartie nach Mooriate bei Botsdam. Abfahrt um 7% Uhr vom Dampfersteg Riet, Charlottenburg, Tegeler Weg. Billetts find zu haben bei reien hat einen Zustand herbeigeführt, der auf die Dauer unerträg dies zurückzuweisen, da der abgeschloffene Lehrvertrag den Kollegen Sofmann, Charlottenburg, Nehringftr. 28; Gägel, Charlottenlich ist. Die Lohnverhandlungen find infolgedessen auf einem toten gültig ist und nicht durch einseitige Menderung aufgehoben wer- burg, Werner- Siemens- Str. 22; Otto, Charlottenburg, Rönigsweg 58. Berband der Maler. Der Stundenlohn der Maler für Groß- Berlin beträgt Bunft angelangt. Seit über 3 Wochen arbeiten die Buchbinder den kann. Alle diejenigen, welche jetzt im Herbst neue LehrDie Ortsverwaltung. und Buchbindereiarbeiterinnen in einem pollständig ungewissen Ver- perträge abschließen wollen, bitten wir, den Vertrag genau vor vom 10. bis einschließlich 18. Auguft 150 000 M. hältnis. Eine feste Grundlage des Lohnes ist nicht mehr vorhan-| der Unterschrift durchzulesen und eine derartige Klausel nicht den. Die Löhne schwanken in der letzten Woche zwischen 22 000 auzulassen. und 24 000 m. pro Stunde in der Spitze. Zu Nachzahlungen waren die Unternehmer nicht zu bewegen. Dieser Zustand löste natürlich große Erregung unter der Buchbindereiarbeiterschaft aus und führte in vielen Betrieben zur spontanen Protestbewegung. Die Bewegung der Buchdrucker hat natürlich auch ihre Rüdwirtung auf die Buchbindereiarbeiterschaft ausgeübt, und der Beschluß der Buchdruckereiarbeiterschaft, in den Kampf zu treten, murde begeistert aufgenommen. Die Belegschaften der Großbuchbindereien versammelten sich am Donnerstag und nahmen dort einstimmig folgende Resolution an: Abschlagszahlung in der Berliner Metallindustrie. Am Sonnabend, den 11. August, erhalten alle Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 Jahre eine Abschlagszahlung von 2½ mil. lionen Mart, unter 18 Jahren 1 Million Mart. Deutscher Metallarbeiterverband. J. A.: Gron. Jm Kunstgewerbe werden außer dem tariflich festgelegten Lohn Don 68 500 m. für Facharbeiter usw. für die voll geleistete Arbeitswoche vom 28. Juli bis 5, August für Facharbeiter 200 000 m., für " Die durch die Hungerlöhne in den Buchbindereien hervorge ungelernte Arbeiter über 21 Jahre 180 000 m., für ungelernte Ar. rufene Bersammlung am 9. Auguft, mittags 1 Uhr, auf dem Hofe beiter von 18 bis 21 Jahren und für Frauen 130 000 M. zugezahlt. des Gewerkschaftshauses, fordert Friedensreallöhne, um menschenwürdig leben zu fönnen, ferner den Rücktritt der Regierung Cuno, Die paffive Refiftenz der Berliner Elektrizitätsarbeiter, die ohne die die Hauptschuld an der Berelendung der Arbeiterschaft trägt irgendwelche Verständigung mit der Organisation gestern vormittag und verlangt an deren Stelle eine Arbeiter- und Bauernregierung." einsetzte, wurde im Laufe der Mittagsstunden beendet. Den BelegDie Verkaufszeit in unseren Geschäftshäusern ist bis auf weiteres von 10-1 und 4-7 Uhr -W verantwortlich für Politik: Victor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Sateruus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Eglorn, Berlin; Feuilleton: A. S. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Fris Rarstädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Bergmanns Zahnpafia Rosodonf die Sparsamkeit selbft Seif 70 Jahren bewährt A.Wertheim Leipziger Straße Königstraße Moritzplatz Rosenthaler Straße Str. 371 40. Jahrgang Beschwerden Beilage des Vorwärts Das unzufriedene Berlin Wie Zehlendorf den Wohnlaubenbau verhindert. Die nachstehende wahrheitsgemäße Darstellung der mir in den Weg gelegten Hindernisse bei dem Versuch, mir eine Wohngelegen heit durch Errichtung einer Wohnlaube auf meinem eigenen Grund und Boden zu schaffen, dürfte einen interessanten Beitrag zu dem Kapitel Wohnungsfürforge" liefern. Durch die Flucht in die Deffentlichkeit hoffe ich, daß man an höherer Stelle auf die jeder Beschreibung spottenden rüdständigen Zustände auf dem Bauamt Zehlendorf aufmerksam und dadurch nicht nur mir, sondern einer großen Masse, die sich durch Selbsthilfe gern eine Wohnung schaffen will, geholfen wird. Vorschläge Bezirksausschus Berlin findet man die Handlungsweise der Herren Demmler und Echtermeyer empörend. Da werden große Vorträge über Siedlungswesen, Geburtenrüdgang, Wohnungs. elend usw. gehalten, Ministerien und Reichstag in Bewegung gesetzt und Beschlüsse auf dem Papier" gefaßt, was dem Staat Milliarden fostet, und die ausführenden Stellen lassen alles beim alten. Wir haben es ja dazu! Der feine Mann im Bahnabteil. K. S. Ich the abends in einem Nichtraucherabteil 3. Klaffe der Wann seebahn Potsdamer Bahnhof Berlin. Das Abteil ist besetzt. Mir Bei Nikolassee, an der Botsdame: Chauffee, befize ich in der gegenüber nahm ein älterer Herr Play; auf seinem Schoß ruhte eine Rolonie Neumaldheim eine Barzelle von 123 Quapratruten mit wertvolle ledergeflochtene Einholetasche, aus welcher etliche Tüten Wafferleitung an nicht gepflasterter Straße. Ich bin verheiratet, öffnet der Herr eine Lüte, greift hinein und entnimmt ihr eine Backhervoriugen. Der Bug seht sich in Bewegung und zu gleicher Zeit ohne Wohnung und wollte mir gern eine Wohnlaube bauen. Unter pflaume, die er in den Mund schob. Der Steinaber wurde zu meinem großen Entbehrungen gelang es meiner Ehefrau und mir, nach Entfehen mit elegantem Bogen unter die Bank befördert. So ging und nach 15 000 Mauersteine und einiges sonstiges Baumaterial zu das zirka 10 Minuten lang. In meinen Augen spiegelte sich vielfaufen. Auf meine im März 1923 eingereichte Bauzeichnung leicht ein wenig Empörung. wieder, da ich im Innern an den Zorn bewilligte mir das Bauamt Zehlendorf durch aurat Demmler bachte, den nach Beendigung der Fahrt den das Abteil reinigenden nur eine Sommerwohnlaube von Quadratmeter Beamten paden würde, wenn er die Bescherung sah. Und so merkte Wohnfläche alfo 1 Stube 10 Quadratmeter Schuppen und mein Gegenüber wohl, daß er scharf angesehen wurde. Sah an sich Stall unp 10 Quadratmeter offene Beranda, wie bisher fämtlichen herab, fand feinen Anzug in Ordnung, obgleich feine Kramtte Siedlern in Neuwaldheim, mit der Begründung: Der Herr durch die Betätigung etwas schief saß, ermiberte darauf meinen Blick, Oberpräsident von Potsdam wolle nicht, daß sich jedoch nur einen Moment, wurde unsicher, da er sich wohl der Unart so nahe an der Milliardärstolonie Ritolassee.feiner Handlung bewußt wurde und hörte auf, die BackWannsee der Mittelstand ansiedle. Auf die bescheidene pflaumenfteine unter den Giß zu werfen. Vielleicht bemerkt der Anfrage meiner Ehefrau, wohin wir uns eventuell wegen Ge Betreffende auch einmal diese üble Angewohnheit bei Mitreisenden nehmigung einer größeren Wohnlaube für ständige Benutzung, wie und wird sich dann sagen: Was würde nur daraus entstehen, wenn in anderen Vororten Berlins längst üblich, wenden könnten, er zwei oder drei erwachsene Fahrgäste jeden Abteils den Blah unter flärbe der meine Ehefrau abfertigende Beamte, Baurat Demmler, der Bank als Abladestelle ihrer Reste benutzen würden? A1. K. folgendes: Unser Bescheid ist endgültig. Sparen Sie fich jede meitere Mühe. Es gibt Leute, die sich an alle möglichen Instanzen Unnühes Anstehen an den Fahrkartenschaltern der Hochbahn. menden; das müßt ihnen jedoch nichts." Ein Bureaubeamter von Der beste Ausweg, das Bertröbeln wertvoller Zeit durch AnZehlendorf, der anscheinend Mitleid mit unserer Not hatte, fagte bellen am Fahrkartenfchalter zu vermeiden, bleibt natürlich, fich darauf meiner Ehefrau unter der Hand, wir sollten unter Bezug stets mit genügend Karten im voraus zu versehen. Manchmal auf die Wohnlaubenverordnung ein Dispensgefuch an den Bezirks- werden aber auch diese zur ungelegenen Zeit alle und das ist be cusschuß, Berlin NW. 40, Invalidenstraße 52, einreichen. Weshalb fonders peinlich, wenn man von einem belebten Bahnhof, nament sagte uns das der Baurat Demmler nicht? Er wollte uns ab- lich in den Morgenstunden bei Tariferhöhungen oder Regenwetter schrecken, irgend welche Echritte zu unterachmen. Das Dispens. abfahren muß. Kommt man dann 3. B. an den Potsdamer gesuch mußte ich durch das Buuanit Hehlendorf an den Bezirks: Blag, so staut sich schon eine in die Hundert gehende Menschen cusschuß, Berlin, Invalidenstraße 52, einreichen und erhielt menge vor den Schaltern und wartet teils geduldig, beils schimpfend Darauf Dom Bezirksousschuß Berlin Aktenzeichen I. bis jeder an die Reihe fommt. Gibt es da feinen Ausweg, 93b. 790, 23 die Genehmigung zur Errichtung einer schneller abgefertigt zu werden? O ja. Man braucht Wohnlaube von im ganzen 70 Quadratmeter Grundfläche und nur an den anderen Ausgang nach der Leipziger Straße zu gehen 4,50 Meter Höhe. Mein Dispensgesuch mar das und wird da ohne zu warten seine Fahrkarte erhalten können. erste Gesuch dieser Art aus dem reaktionären Untergrundbahnhöfe, an denen man sich in dieser Weise helfen kann, Zehlendorf an den Bezirksaussch u B. Bishe: gibt es eine ganze Menge, so z. B. am Halleschen Tor, wo die hatte das Zehlendorfer Bauamt immer Der Schalter an der Hochbahn meist überfüllt sind, während die Schalter standen, wie vorher angeführt, die Siedler vor am Bahnhof Belle- Alliance- Plag, der durch einen Tunnel mit der meiteren Schritten abzuhalten. Die Zeichnung selbst Hochbahn verbunden ist, nur wenig frequentiert werden. Auch an follte ich vom Bauamt Zehlendorf, an das mein genehmigtes Geben Bahnhöfen, die für beide Richtungen getrennte zugänge haben, fuch zurüdging, erhalten. Auf wiederholte telephonische Anforde- sind besonders abends nach Theaterschluß die Schalter, deren Strecke rung wurde meiner Ehefrau endlich vom Bauamt Zehlendorf er zur inneren Stadt führt, überfüllt, während die Schalter der zur flärt, die Zeichnung sei bis Sonnabend, den 16. Juni, abhelbereit. Endstation führenden Strecke frei find. Das hier Gesagte trifft Ich war daher sehr erstaunt, als meine Frau am darauffolgenden auch in vielen Fällen für die Stadt- und Borortbahnen zu. Aljo, Montag mit dem Bescheid von Herrn Baurat Demmler, Behlen nicht ſtumpfsinnig anstellen, sondern überlegen, ob nicht eine dorf, zurückkam, der Baurat Echtermeyer vom Bauschnellere Abfertigung möglich ist. amt Zehlendorf gestatte den Bau meiner Wohnlaube nicht und wolle eine Beschwerde an den Herrn Ober- Wo ist nachts die Polizei? präsidenten zu Charlottenburg einreichen. In der Nacht vom 1. zum 2. August um 3 Uhr wurde in der Das sind die Herren Bauzate in Zehlendorf, die Kaiser- Friedrich- Straße zu Berlin- Pankow ein Mann überfallen, der dafür sorgen und mithelfen sollen, daß die woh- fürchterlich um Hilfe schrie. Als ich ihm zu Hilfe eilte, gab ich auf nungsnot und das soziale Glend behoben wird. meiner Signalpfeife zirka eine Biertelstunde Signale Die eigenen ausführenden Organe des Staates handeln gegen die ab. Doch, obwohl ich von einer Ede zur anderen rannte, ließ sich Geseze und Verordnungen und suchen durch alle möglichen Schifa- nicht ein einziger Schupo beamter fehen. 3o find nen das Bauen von Kleinwohnungen, die vom Staate dringend denn nun eigentlich während der Nacht, wenn man gewünscht und befürwortet werden, zu hintertreiben. Auf dem einmal dringend einer Hilfe bedarf, die Beamten? 60 Als die Wasser fielen. Bon Otto Rung. Gedanken, daß diese kleinen infantilen Köpfchen mit Buchhalterei zu tun befämen. Edith sah bekümmert auf: Alle Stellungen find jekt in dieser Zeit der Arbeitslosigkeit belagert. Wenn wir etwas finden sollen, muß es schon etwas sein, wozu gar fein anderer Luft hat!" " 26 Daß Matti fortgelaufen war, wurde Gude in den nächsten" Haushaltung!" sagte Gude, von einer lichten Idee erfaßt. Tagen bestätigt. Er war zuletzt, finnlos berauscht, in der ,, Ach ja," rief der eine 3milling aus.„ Wir möchten so Hinterstube des Tätowiermannes gesehen worden. Sicher war gern feinere Küche lernen. er jetzt an Bord eines Schiffes auf großer Fahrt, war seiner Edith nickte. Ja, das wäre immerhin etwas! hört," Sehnsucht nach offener See, gesalzenem Fisch und Tritten vom fagte sie, wenn ihr Lust dazu habt, verschaffe ich euch einen Stiefel des ersten Steuermanns gefolgt. In Gedanken sandte Blaz in der Küche des Königs, und da könnt ihr zufammen Gude ihm einen Gruß: Glückliche Reife deiner schlaffen Seele, bleiben! Zuerst als Eleven. Ich kann euch einen Freiplatz glückliche Fahrt als Nomade zur See! Lebwohl, Seemann!-verschaffen. Später wird das eine ausgezeichnete Empfehlung Seine Schwester tam an Bord, und sie gingen nach achtern. für euch sein. Sie fanden Gerda mit einem 3willing an jeder Seite; als Die beiden Augenpaare öffneten sich weit und strahlend. Edith fam, erhob sie sich ein wenig scheu. Gude sah ihrem In der Küche des Königs!" hauchten die Zwillinge. Blid an, daß fie niedergeschlagen und mutlos war. Sicher Ja, das wollten sie schrecklich gern! Gerda legte die Arme um war ihr heute Trübes begegnet. Doch sie schien ihre eigenen fie und blickte Edith dankbar an. Gorgen zu beherrschen und erzählte kurz von den schwierigen Verhältnissen der Zwillinge. Edith betrachtete fritisch, aber nicht ohne Freundlichkeit deren Haar, das neugelockt meter den feinen Hüten hing, die neuen Seidenblusen, von denen die eine rot und die andere grün war, wohl um sie voneinander zu unterscheiden, und die törichten fleinen Füße in den blanken neuen Lackschuhen. Sie lächelte nachsichtig und mit Autorität. " Ja, was hast du dir denn gedacht?" fragte sie zum Bruder gewandt.„ Selbstverständlich habe ich, wie du fagst, ein paar Berbindungen; aber in meinen Kreisen gibt es keine Be fchäftigung für junge Mädchen. Denn du meinst doch wohl nicht, daß fie dienende Stellungen annehmen sollten?" " Doch!" flüsterte die eine der beiden Schwestern. Das wollen wir beide gern." Wir wollen uns so gern müglich machen," flüsterte die andere, selbst wenn wir für unser Brot arbeiten sollen." Edith schüttelte den Kopf:„ Und bann seid ihr noch zwei obendrein!" „ Sie wollen sich sicher nicht gern trennen," meinte Gube, und beide Zwillinge schüttelten energisch den Kopf. Gude begleitete die Schwester durch Nyhavn zurück. „ Ich werde mit Tante Hofdame sprechen," sagte fie, noch heute. Ich wüßte nichts, was besser für die zwei armen Kleinen paßte. Ich wünschte übrigens," lächelte fie, daß ich felbft in. der Küche des Königs gelernt hätte, dann könnte ich meinem Mädchen zeigen, wie man ein Rüfen brät. Jörgen war sehr unzufrieden letzten Montag und fritisierte das Essen." Lat er das?" fragte Gude überrascht. " Ja, ist das nicht unglaublich? Früher aß er alles, was man ihm vorsette. Ich erinnere mich nicht, ihn je so gesehen zu haben. Er schob seinen Stuhl mit einem Ruck zurück, ging in der Stube hin und her und hielt eine lange Rede über die überall zunehmende Faulheit und Unbrauchbarkeit." ,, Er hielt eine Rede?" Freitag, 10. August 1923 Am Tage rennen sie bald alle um. Sie sind da, wenn fleine Kinder mal auf dem Damm Fußball spielen oder mit einem kleinen Handfarren auf dem Bürgersteig fahren, wenn mal ein fleiner Hund ohne Maultorb oder Leine herumläuft, aber des Nachts, wenn ein Mensch in Gefahr ist, ist auch nicht einer, trotz aller Rufe und Signale, da. Es muß hier also dringend Abhilfe geschaffen werden im Intereffe der öffentlichen Sicherheit; denn wenn wohl auch in der Kaiser- Friedrich- Straße nur Arbeiter wohnen, haben diese doch auch ein Recht auf polizeilichen Schutz. In der Kaiser= Friedrich- Straße an der Ede der Prenzlauer Allee find zu einem Neubau Mauersteine aufgebaut. Diese werden während der Nacht von einem Schupobeamten bewacht. Ob er nun dauernd da ist oder nur auf seinen Patrouillen, entzieht sich meiner Kenntnis. Ein Stück weiter hat ein armer alter Mann ein Stückchen Laubenland. Ihm haben die Diebe nun während der Nacht den Zaun eingerissen und sämtliche Kartoffeln ausgerissen und gestohlen. Wie ist so etwas möglich? Während auf diese Steine aufgepaßt wird, damit auch nicht einer fortkommt, ist es möglich, daß ein Stüc weiter einem armen Manne die Kartoffeln gestohlen werden. Es muß also dringend gefordert werden, daß auch in Arbeitervierteln für genügend polizeilichen Schutz während der Nacht gesorgt wird. Wie Wucher entsteht. Erich H. Bon einem angesehenen Berliner Kaufmann, der aber nicht unferer Partei angehört, erhalten wir die folgende Sufchrift, aus der hervorgeht, daß auch bei gerechtdenkende Menschen des freien Raufmannsstandes diese zur vollkommenen Zerstörung der Nation' führende finnlose Ausplünderung Der unteren Klaffen stärkste Empörung und Ablehnung hervorruft. D. Red. Märften machte ich mich mit meiner Frau auf den Weg und fuhr Infolge der andauernden Kartoffelfnappheit auf den hiesigen zu einem mir bekannten Großproduzenten, bei dem ich also, ohne daß mir etwa etwas geschenkt wurde, zu denselben Preisen, wie ihn ganz offiziell fämtliche Großhändler berechnet bekommen, Kartoffeln zu 4000 Mart erhielt, für die man auf den hiesigen Märkten in der Woche bis zum 1. Auguft 9000 bis 12000 m. zahlen mußte. Für vor dem 1. Auguft 3500 m. und nach dem 1. August 4000 M., Karotten( Mohrrüben erster Qualität) zahlte ich in der Woche während der Preis auf den Märkten zwischen 15 000 und 30 000 1. schwankte. Für Schoten zahlte ich vor dem 1. August 4000. und nach dem 1. August 5000 m. pro Pfund, die in derselben Zeit hier nicht unter 25 000 M. zu haben waren. Anscheinend ist es aber wirklich nicht der Kleinhändler, fondern gerade der Großhändler, der die Preise dermaßen in die Höhe treibt, und ist es verfluchte Pflicht und Schuldigkeit der Reg: rang bzw. des Reichsernährungskommiffars oder des Polizeipräsidiums, Unterabteilung Bucheramt, sich ganz genau und allerschnellstens, und zwar ohne Ansehen der Person, mit diesen Herren zu befeffen. Der von mir gezahlte Preis von 4000 M. für Kartoffeln beim Produzenten, den der Großhändler damals ebenfalls zu zahlen hatte, zuzüglich einer Fracht von 500 m. pro Pfund, d. h. also für den Waggon von 200 Zentnern 10 Millionen Mark( was er nebenbei gefagt bei weitem nicht loftet), und einem Verdienst von 10 Proz., würde einen Preis von 5000 m. für den Kleinhändler ergeben, wogegen man erwarten könnte, die are dort mit allerhöchstens 6750 M. zu erhalten. Der über diesen Preis geforderte Betrag ist Wucher übelster Art, gegen den mit aller Macht und unnachsichtig vorgegangen werden muß. Mit den Mohrrüben und den Schoten, deren Produzenten bzw. Großhandelspreise ich aus eigenster Erfahrung, also persönlich fennengelernt habe und gegen deren Richtigkeit fein Groß händler etwas einwenden darf, verlhält es sich genau so, nur daß der Wucher bei diesen beiden Artikeln ein noch unnerschämterer ist! Ich habe dem Großhändler einen Verdienst von 10 Broz. tonzediert, lediglich der einfacheren Berechnung halber, halte diesen Verdienst aber in Anbetracht der heute Tag für Tag in die vielen Milliarden gehend als selbstverständlich viel zu hoch, da der weitaus größte Teil unferes Boltes die bitterste Not leidet und es unter gar heinen Umständen erlaubt sein tann, daß sich einige wenige auf Rosten dieses notleidenden Bolles die Taschen in solch unverantwortlicher Weise füllen, und zwar ohne die geringste Intelligenz und dazu sein Treppenhaus ramponierten. Den ganzen Tag spricht er von Reformen gerade wie Bater seinerzeit oder wie sein eigener Bater, der Admiral, der ja, wie du wohl weißt, ein Haustyrann in großem Format war. " Na," der Bruder räusperte sich. Das ist ja nicht so ganz angenehm für dich!" " Doch!" rief fie, gerade! Im Grunde genommen habe ich es gern so. Es fleidet ihn. Früher faß er nur an seinem Tisch, starrte vor sich hin und ließ mich für alles sorgen. Jetzt ist gleichsam frische Luft in die Stuben gekommen, ein richtiger Sturmwind! Während er herumgeht und regiert, fitze ich nur mit gefalteten Händen da und sehe ihn an. Er sieht prachtvoll aus! Gestern nach dem Frühstück ging er eine ganze Stunde im 3immer auf und ab und sprach von der Dänischen Werft und was jetzt alles angepackt und wieder in Gang gesetzt wer den sollte. Es würde schon werden, sagte er und fluchte. Er sagte, daß du jetzt die kaufmännische Leitung der Werft übernehmen solltest." Nur für fürzere Zeit," erklärte Gude.„ Direktor Heine hat mich gebeten, als Administrator zu fungieren, bis die Werft im Gange ist." " " Ja," fuhr Edith fort,„ Jörgen sagte, daß er dir selbstverständlich zur Seite stehen müßte. Er bewunderte dich sehr, sagte er, aber natürlich könntest du nicht alles allein machen. Er hätte ja seine praktische Erfahrung vor dir voraus und dazu noch seine natürliche Begabung. Aber er versprach, dich zu unterstüßen, wo du nicht selbst fertig werden könntest!" Bielen Dant," sagte Gude und lachte. Sie hatten ihre Haustür erreicht. Die Schwester schlug den Schirm raschelnd zusammen und reichte ihm ihre fleine behandschuhte Hand. Ihre Blicke trafen sich in stummem Verstehen wie in den Zeiten, da sie gegen die Zucht des Hauses zusammengehalten hatten. Sie lief hinein, indem sie kameradfchaftlich, fast vermegen nickte; er sah, wie elastisch, wie jugendlich schlant ihre Gestalt noch war. Es klopfte an die Tür zu Gudes Kajüte, und Herr Rustad trat ein. In der Hand hielt er eine Kneifzange, einen Schrau benzieher und einen Hammer. Er tut nichts anderes in den letzten Tagen. Er gudt in alle Stuben, befieht alles und kritisiert. Alle die Nippgegenstände, die ich aus Vaters und Mutters Zeit habe, sollen hinausgeworfen werden, selbst die kleinen Spinnroden und die beiden Samtfästen mit den Sonnenblumen, die Mutter gemalt hat. Er sagt, daß sie Staub fangen und stillos find. Jezt hat er sich doch, seit wir verheiratet sind, damit abgefunden!" Das wäre auch unrecht," tam es balblaut von Gerda." Hm!" sagte der Bruder, das ist ja eine Veränderung." Natürlich," räumte Edith ein und drehte ungewiß ihren Veränderung ist gar kein Ausdruck dafür! Jegt will er Sonnenschirm. Ja, was dentst du dir benn, Holger?" obendrein, daß die Zimmer umgetauscht werden, so daß er Gude schüttelte unbestimmt den Kopf. Er fand die Auf- felbft die Wohnstube mit den drei Fenstern zum Arbeitszimmer gabe schwerer als irgendeine, die ihm geftellt worden war. bekommt, und ich das fleine zweifenftrige als Salon! Darauf Mit Schrecken stellte er sich die beiden Mädchen auf einem mußte ich heute morgen eingehen! Er hat auch angefangen, Kontor vor. Das mußte furchtbar fein für sie und für sich wieder der Hausordnung anzunehmen, und gestern ging thren Chef. Mit Tinte und Feder, das mußte ein Vermögen er durch alle Hinterhauswohnungen und war unangenehm für Löschpapier bedeuten! Und ihm murde eistalt bei dem gegen die Mieter, die, wie er fagte, zu billig wohnten und noch und Majestät Er war am selben Morgen an Bord gekommen und gleich achtern zu Gerda gegangen. Etwas später war auch Kapitän Högelund gekommen. Rustad verbeugte sich höflich und bat Gude um Entschuldigung, wenn er ungelegen fäme; aber er möchte gern die Kajüte eine Stunde lang für sich haben. Er war magerer geworden, der riesige Mantel schlotterte um ihn, aber seine Muskulatur hatte gewonnen und er bewegte sich mit Kraft ( Forthegung folgt.) staden Mühe, ohne das geringste Rifito, da ihnen die Ware in der Zentralmarkthalle buchstäblich aus den Händen gerissen wird." Preise und Löhne. Zentralmärkthalle ( in tausend Mark) Schmalz Bemerkenswert dürfte die weitere Mitteilung des Kauf- Lebensmittelpreise in der manns sein, daß vorher ein sehr großes Berliner bürger lich demokratisches Blatt es abgelehnt hat, diese interessante Zuschrift zu veröffentlichen. Wir glauben im übrigen fagen zu dürfen, daß unsere Wucherolizei ihre Schuldigkeit nach dem Margarine... Speisetalg. Maß ihrer Befugnisse und ihrer Kräfte getan hat. Wenn ihr die Viktoria- Erbsen Erfolge versagt blieben, jo liegt das nicht an der Polizei. Die Weiße Bohnen Ursachen liegen viel- höher. Auszugmehl Die Wertbeständigkeit der Tarife. Kommende Schlüsselzahlen bei Eisenbahn und Post. In den letzten Lagen ist der Reichseisenbahnrat einberufen worden, um über die Neugestaltung der Eisenbahntarife zu beraten; spätestens bis zum 1. September sollen die sogenannten ,, wertbeständigen Tarife" eingeführt werden. Die Frachtfäße werden auf feste Grundzahlen( Grundtarif) zurückgeführt, die in Berbindung mit beweglichen Schlüsselzahlen die zu zahlenden Frachten ergeben. Jeden Monat, im Notfalle auch alle Halbmonate, wird die Schlüffelzahl" der Reichsbahn befannt ge geben, mit denen dann die Grundpreise zu multiplizieren sind; diese neue Art der Berechnung erspart viel Druckwert, und die Tarife fönnen rascher und reibungsloser der Geldentwertung angepaßt werden. Der Verkehrsbeirat beim Reichspost ministerium hat am Mittwoch die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der vom Reichspostministerium vorgeschlagenen Neuregelung der Post-, Bostscheck, Telegraphen- und Fernsprechgebühren auf wertbeständiger Grundlage anerkannt und ferner den vom 1. September ab in Kraft tretenden Gebühren zugestimmt. Diese betragen im allgemeinen das Fünffache der zurzeit gültigen Sätze. Die edle Freifrau. Der Roman einer Heiratsschwindlerin. 2976 Höchste Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) 840-900 Zimmerer vom 2. bis 8. 8. 675-700 Maschinisten u. Heizer vom 675-725 30.7. bis 5. 8.( Frauenzu275 lage 48, Kinderzulage 96 260 pro Woche) 3218 250-260 Geldschrankschl. 30. 7. b.5.8. 2668 Kalbfleisch m. Knochen 300-380 Batterie- und Elementearb. Flundern 30-90( Mischer) v. 30. 7. bis 5. 8. 2989 90-100 Chem. Industrie, Gruppe I 90-100 vom 1. bis 7.8 13-14 Zementwaren- u.Kunststein188 Pfefferlinge 9 1 Mandel Kohlrabi Weißkohl Kartoffeln 10 Pfund. Butter a flehen, haben allerdings mit gemischten Gefühlen von dem„ Ruhr opfer" der Regierung Kenntnis genommen, das rein willkürlich nur ein sogenanntes Lurusinstrument der Besitzenden herausgreift und mit einer in ihrer Endsumme noch nicht feststellbaren ein maligen Abgabe belegt. Höchstwahrscheinlich wird sich diese Abgabe bei einem mittleren Personenwagen auf 1,2 Milliarden, bei einem Lastkraftwagen auf 75 Millionen und bei einem Motorrad auf 150 Millionen belaufen. Es ist ganz zweifellos, daß diese Abgabe, die ohne Aufschub nach Infrafttreten des Gesetzes sofort bezahlt merden muß, sehr viele Automobilbefizer vor die Alternative stellt, diese gewaltige Belastung dadurch zu umgehen, daß sie ihre Bes triebe für eine gewisse Zeit einstellen. Hierdurch würde selbstverständlich eine Masse von Berufskraftfahrern erwerbslos. Ganz selbstverständlich ist auch, daß die Auswirkung der Verkäufe von 2824 Automobilen die weitere Absatzfähigkeit der Automobilindustrie 3230 ganz wesentlich beeinflußt. Es ist nach Auffassung der Berufskraft2760 fahrer ein Unding, daß man, wie oben angeführt, wahllos einen 4154 Lurusgegenstand herausgreift und diejenigen, die genau so fapitalPräftig find, aber aus einer bestimmten Abneigung gegen den Auto540 mobilismus fich fein Motorfahrzeug zugelegt haben und dafür in einer schönen Stelle im Grunewald sich eine luxuriöse Billa leifter fönnen mit Motorboot oder Luruspferden, von jeder Abgabe ver4 2830 arbeiter vom 2. bis 8. 8.. 1 Million Seifenarbeiter v. 3. bis 9. 8. Margarinearbeiter v.1.b.7.8. Kürschnergehilf. v. 6. b. 11.8. Erwerbslosenunterstützung ledig ab 6. 8. verheiratet 738 verheirat mit 2 Kindern. 1062 Während also der Wochenlohn einiger Berufe allenfalls zum Erwerb von 4 Pfund Margarine oder 3 Pfund Schmalz ausreicht, kann sich der verheiratete Erwerbslose 1 Pfund Margarine für seine wöchentliche Unterstützung kaufen. * Bekleidungswarenpreise am 10. August. Schlüsselin Berlin 31 000( in tausend Mark). Herrenanzug, engl. Stoff, Mittelqualität 14,570, desgl. Wollstoff 26,970, Herrenhemden, Mako mit Doppelbrust od. Einsatz 1829. Herrensocken, Baumwolle 147, Derbe Herrenstiefel 11,470, Damenmäntel, Reine Wolle 8000, Flanellbluse, einfach baumw 3410, Damenrock, reinwoll. Cheviot 7285, Damenhemden 2015, Damenstiefel 10 540. wobei insbesondere darauf hinzuweisen ist, daß die Schollen fich nicht bloß zum Braten, sondern auch zum Rochen eignen, so daß dabei das teure Bratfett erspart werde kann. Früherer Bureauschluß am Verfassungstage. Um den städtischen Beamten und Angestellten Gelegenheit zu geben, an den Beranstaltungen zur Feier des Verfassungstages( Sonnabend, den 11. August) teilzunehmen, endet der Dienst an diesem Tage bereits um 12 Uhr. Für die Spar- und Girotaffen werden die Kaffenstunden an diesem Lage auf die Zeit von 9 bis 11 Uhr festgesetzt. Die Verkürzung der Kassenstunden ist durch Aushang an den Kaffenstellen bekanntgegeben. in den letten Tagen ist der Bezirksbildungsausschuß gezwungen, für die Bezirksbildungsausschuh. Infolge der ungeheuren Preissteigerungen Berfassungsfeier in der Neuen Belt eine Nachzahlung von 2000 m. pro Starte zu erheben. Mit ungewöhnlichem Raffinement arbeitete eine Heiratsschwindlerin, die unter dem flangpollen Namen ,, Freifrau v. Bonin" auftrat. Die neuen Monatstratenpreise der Straßenbahn sind unseren geftri. Die Freifrau", die als eine Frau Martha Nelewska, geborene gen Ausführungen über die Fahrpreiserhöhung noch nachzutragen. Boni, entlarpt wurde, verstand es, die Aufmerksamkeit vermögenders foften: Monatskarten auf den Stammbahnen: 1 Linie 1600 000 Herren durch ihr selbstsicheres und elegantes Auftreten auf sich zu Mart, 3 Linien 2 400 000 M., alle Linien 4 800 000 M. im Binnenlenfen. Sie trug stets ein auffallendes Kollier mit sechsfeldigem verkehr der Vorortbahnen 1 Linie 1 200 000 m., für den Bereich einer Adelswappen und einen großen Siegelring mit Freiherrn der Vorortbahnen 1 500 000 M., Schülertarten 600 000 Mr. frone. So lernte sie auch einen Gutsbesizer W. fennen, dem sie piel von ihren ihr durch Erbschaft zugefallenen drei Gütern bei Schwiebus erzählte und ihm auch eine vom Landrat des Kreises Meferiz ausgestellte Bestandsaufnahme vorzeigte. Sie gab vor, die Witme eines im Kriege gefallenen höheren Artillerieoffiziers zu fein, der in Metz eine prächtige Billa beseffen hätte. Auch eine von einem franzöfifchen Oberst Fontaine unterzeichnete Bescheinigung, nach der ihr 10 000 Frant Entschädigung zugebilligt worden seien, hatte fie stets zur Hand. Endlich wiegte sie ihren Berehrer dadurch in Sicherheit, daß fie sich aus Breslau ein fingiertes Telegramm senden ließ, daß ihrem Onkel beide Beine amputiert werden müßten. Die untröstliche Nichte reiste auch sofort in Begleitung ihres Bräutigams nach Breslau und suchte ihren armen Onkel auf. Der Guts befizer mußte vor der Klinik warten, weil sein Besuch den Onkel zu sehr aufregen würde. Schwer erschüttert von dem schrecklichen Anblick fehrte die ,, Freifrau" zurück. Ihr Schmerz wurde nur dadurch gelindert, daß ihr sterbender Onkel ihr ein Testament in die Hand gebückt hatte, in dem sie zur Alleinerbin feines 4000 Morgen umfassenden Gutes eingesetzt wurde. Endlich unternahm sie noch Die amerikanische Nation erwies geftern threm verstorbenen mit ihrem Bräutigam eine Reise an das Grab ihrer Mutter. Auf Präsidenten Harding die legten Ehren. Eine lange Trauerprozeffion, dem Friedhof warf sie sich schluchzend über einen mit Blumen geschmückten Grabhügel. Wie die Ermittlungen ergeben haben, lebt die Mutter, eine einfache Frau, noch heutigen Tages vergnügt in Berlin. Erst durch einen Zufall erfuhr ihr Verlobter, daß alles erstunten und erlogen war und daß alle Urfunden bgefälscht waren. Die Freifrau" hatte sich nunmehr gestern vor dem Schöffengericht Schöneberg wegen Betruges und Urkundenfälschung zu verantworten. Der Amtsanwalt beantragte mit Rückaleficht auf die feltene Dreiftigkeit des Vorgehens der Angeklagten drei Monate Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Brandt bat um eine Geldftrafe, da die Angeklagte nicht aus gewinnsüchtiger Absicht gehandelt habe, sondern nur aus übergroßer Liebe zu ihrem Verlobten, den fie durch den vorgetäuschten Adel und ihr angebliches großes Vermögen an fich feffeln wollte. Das Gericht ließ auch Milde walten und erkannte auf fünf Millionen Mark Geldstrafe. 10-, 20-, 50- millionen- Scheine. 70. Geburtstag. In Bernan feiert heute der Genosse Wilhelm Maaß feinen noch dem Borstande der Ortsgruppe an. Seit 40 Jabren Mitglied der Partei, gehört er heute Die Beifetzung Hardings. in der fich auch der frühere Präsident Wilson befand, bewegte fich Dom Weißen Hause zum Kapitol, wo der Sarg neben dem Grabe des unbekannten Kriegers der Erde übergeben wurde. Zehntausende bildeten dem Zuge Spalier. 6. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Freitag, den 10. Auguft: Kreis Kreuzberg. 7½ Uhr Kreismitgliederversammlung in Rabes Festfälen, Fichteftraße. Bortvag des Genossen Dr. Paul Levi, M. d. R., über Die Forderungen der Partei und das Kabinett Cuno". Alle Mitglieder des Kreifes, auch die im Kreise wohnenden Abgeordneten, müssen pünktlich erscheinen. Streis Schöneberg. 8 Uhr Kreismitgliederversammlung in der Uhland Schule, Kolonnenstraße. Bortrag des Reichstagsabg. Dr. Queffel iber Die politische Lage und die Aufgaben der Partei". 14. Kreis Neukölln. 7 Uhr in der Neuen Welt, Safenheide, Sigung der Abteilungsobleute des Dronerdienstes und des Bildungsausschusses. Fahnen und Dekorationsmaterial mitbringen. 11. 91. Abt. Neukölln. Abends 8 Uhr müffen die Verlosungsgegenstände bei Röfter, 136. Abt. Reinidenborf- Dit. 7% Uhr im Jugendheim Seebad, Reflbenafte. 49, Starlsgartenstr. 4, abgegeben werden. Fortfegung der Aussprache über Die politische Lage". Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt notwendig. Die rasende Geldentwertung nötigt die Reichsbant, mit den Banknoten werten immer höher ins Zeug zu gehen. In den nächsten Tagen werden neue Reichsbanknoten über zehn, zwanzig und fünfzig Millionen Mark in den Berkehr gebracht werden. Die 3ehnmillionennote ift auf weißem Papier gedruckt 1. und 80X195 Millimeter groß. Das an der rechten Seite im Papier eingeformte, fortlaufende Wasserzeichen stellt Distelblätter in ornamentaler Verarbeitung dar. Die Wirkung dieses Wasserzeichens wird dadurch erhöht, daß der Papierstreifen gelblich gefärbt ist und orangerote und grüne Fasern enthält. Die 3wanzigmillionennote ist auf weißem Papier gedruckt und 83X195 Millimeter groß. Das rechtsfeitig im Papier eingeformte, fort laufende Wasserzeichen stellt in ornamentaler Verarbeitung Eichenlaub mit Kreuzdorn dar. Die Wirkung dieses Wasserzeichens wird dadurch erhöht, daß der Papierstreifen violett gefärbt ist und orangerote und grüne Fasern enthält. Die Fünfzigmillionennote ist ebenfalls auf weißem Bapier gedruckt und 86 × 195 Millimeter groß. Das Wasserzeichen gleicht der vorher geschilderten 3wanzigmilionennote. Alle drei Noten tragen das Datum vom 25. Juli 1923. Papiergeld Altpapier. In der Fachzeitschrift„ Der Rohproduktenhandel" wird mitgeteilt, daß unsere kleinen Geldscheine inzwischen als Alt. papier weit wertvoller geworden sind, als sie das als Bahlungsmittel sein würden. Zu einem Rilogramm Altpapier gehören 2000 Einmarkscheine oder 1500 Zweimartscheine oder 1000 zwei und zehntausend Mark schwanken, während der Altpapierpreis bei einem Dollarfurs von 1 100 000 fchon zirfa 12 000 m. betrug. Das Einstampfen der kleinen, Geldscheine würde also ein gutes Geschäft sein. Wie lange wird's übrigens dauern, bis auch die neune 10-, 20und 50- millionen- Scheine in der Altpapierstampfe ihren wahren Wert gefunden haben? 3. 4. 9. Lotal wird noch bekanntgegeben. ont. Genau so verhält es sich mit der Versteuerung der Lastfraftfahrzeuge. Derjenige Unternehmer, der die notwendigen Trans porte seines Betriebes der modernen Zeit entsprechend durch Bast fraftwagen erledigt, wird im Gegensatz zu demjenigen, der in volfswirtschaftlich unprodufiiver Weise seine Transporte durch Pferdes ug erledigt, durch diese Abgabe bestraft. Gerade diese Last traft wagensteuer und die Steuer für das öffentliche Kraftbroschfenwefen bedeutet eine Rücksichtslosigkeit gegen die modernen Notwendigkeiten des Transportes und Verkehrswesens, die auch von den Arbeitnehmern, menn sie einmal in gleider Linie mit den In dustriellen marschieren, deshalb nicht verleugnet werden kann. Dies ist die einmütige Auffassung der Arbeitnehmer, soweit sie im Automobilverfehr als Berufskraftfahrer tätig find. Im übrigen sind wir der Auffaffung, daß die Opfer des deutschen Boltes, um au einer Martstabilisierung zu fommen, mindestens in dem Rahmen geleistet werden müssen, der durch das Programm der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstag gezogen wurde. Die Erwiderung verfennt durchaus, daß wie wir betont haben, die Kraftwagenhaltung durch die Ueberteuerung der Be triebsstoffe, der Reifen usw. viel stärker bedroht ist als durch die Steuer. Weshalb wir uns für die Automobilstener einfetzten und einsehen, wurde ebenfalls gesagt, aber in der Ermiderung des Deutschen Verkehrsbundes nicht beachtet. Ein Interessenverband, der auch etwas von den Dingen verstehen dürfte, nämlich ber Deutsche Automobilhändlerverband hat in seinem letzten Geschäftsbericht Erhebungen über den Kundenkreis seiner Mitglieder angestellt und fam dabei zu folgendem Ergebnis: „ Die Käufer, die heute für das Automobil in Betracht kommen, gruppiert eine der von uns befragten Firmen folgendermaßen und bestätigt damit das von anderer Seite hundertfach Wiederholte: a) in Deutschland lebende oder vorübergehend anwesende Ausländer mit starken Baluten; b) geschäftliche Unternehmungen, zu denen auch die große Menge der Neureichen gehört, die selbstverständlich irgendeinen Beruf, fei er auch noch so zweifelhafter Natur, haben; c) Gutsbesiger, bei denen fich eine lebhafte Neigung zur Anschaffung von Kraftwagen geltend macht, da der Unterhalt der Pferde, die auch in der Ruhe der kostspieligen Pflege und Fütterung bedürfen, sich immer ungünstiger gegenüber dem Auto mobil, das unbenutt feinerlei Ausgaben verursacht, stellt. In der zweiten Gruppe treten neben der Großindustrie, die wohl voran steht, unter dem Einfluß der besonderen Konjunkturlage eine Reihe von Geschäftszweigen auf, die früher jedenfalls in diesem Umfange nicht zu den Automobilkäufern gehört haben, wie Viehhandel, Holzhandel, Müllereigemerbe, Lebens mittelhandel. Beachtenswert ist, daß auch fleinere Ge merbetreibende, die regelmäßig auswärtige Rundschaft zu besuchen haben, neuerdings das Kraftfahrzeug mit Vorliebe benutzen. Trok steigender Betriebskosten war es eben doch gegenüber den ja gleichfalls im vergangenen Jahre start erhöhten Eisenbahnfahrpreisen zeitweilig immer noch das billigere Verkehrsmittel, abgesehen davon, daß es auch eine rationellere Zeitausnugung gestattet. Der gleiche Grund ist auch entscheidend für eine zunehmende Berwendung durch Reisevertreter größerer Firmen. Und ebenso hat die Verteuerung der Eisenbahnfrachten der Verbreitung des Laftkraftwagens Borschub geleistet." Daraus geht hervor, daß von den jetzigen Automobilbesikern der größte Teil Konjunkturgewinnler sind, noch dazu überwiegend solche, die von anderen Steuern verhältnismäßig wenig betroffen werden. Wenn nun die Regierung sich abhalten ließe, diese Besteuerung vorzunehmen, weil Betriebseinschränkungen diese werden ja von den Intereffenten immer mit der Drohung drohten, so müßte fie auch von Kapitalsteurn absehen. Denn auch bekämpft, daß dann die Betriebe zum Erliegen tommen werden". Mit der gleichen Begründung hat die Schwerindustrie im April d. I. verlangt, daß man den Dollarkurs, der damals niedrig gehalten worden war, in die Höhe gehen lassen müffe. Areis mitte. Sonnabend großes Sommerfeft für den gesamten Kreis in Morgen, Sonnabend, den 11. Auguft: den Räumen der Brauerei Bözow, Prenzlauer Allee 242-247. Reich haltige, gediegene Darbietungen, wie Konzert, Feftrede des Genoffen Adolf Soffmann, Gesangverein, turnerische Aufführungen der freien Turner, Byramiden- und Reigenfahren des Arbeiter- Rabfahrer- Bundes, Kinderbeluftigungen und anderes mehr. Also ein Boltsfest im wahrsten Sinne des Wortes. Cintrittspreis mur 1500 M. Beginn des Ronzerts 4 Uhr nachmittags. Zahlreicher Besuch aller Genoffen mit Familien, auch der Kreis Bedding. Sommerfest- Berfassungsfeier am Sonnabend, den 11. August, fahrern, und zwar deshalb, weil Neureiche und Gutsbefizer und angrenzenden Kreise, wird erwartet. Fraglos besteht die Gefahr einer Arbeitstrife bet den Kraftim Bazenhofer, Chauffeestraße 64. Anfang 4 Uhr. Die Genossen find mit Balutarier nach Beseitigung des Valutaelends, aus dem sie soviel ihren Familien herzlichst eingeladen. Kreis Prenzlauer Berg. 24.- 31. Abteilung treffen für August teine einzel- Nugen zogen, vielfach nicht in der Lage sein werden, ihre Wagen nen Frauenveranstaltungen. Montag, den 27. August, Kreisfrauenabend. durch zuhalten. Der Deutsche Verkehrsbund hat durchaus recht, Kreis Wilmersdorf. 7 Uhr pünktlich in der Aula der Goethe- Schule, Best wenn er sich über die Gefahr der Arbeitskrise in seinem Gewerbe fälische, Ede Münsterstrake, Verfassungsfeier. Feſtrede Gen. Prof. Baul Sorge macht. Es wäre aber doch wohl Selbsttäuschung, wenn er Destreich. Eintritt 1000 m. Grundpreis und 4000 M. Zuschlag. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. 7 Uhr in der Aula der Hohenzollern- Schule, meinen würde, diese Krise könnte durch steuerliche Schonung der Belziger Straße, Berfaffungsfeier, unter Mitwirkung des Arbeiter- Gesangvereins Freundschaft Schöneberg. Feitrebe Genoffe Lüdemann, M. b. 2. Kraftwagenhalter beseitigt oder auch nur gemildert werden. Gewiß Die Abteilungen laden hierzu besonders ein. Zur Deckung der Unkosten verdienen die Anregungen, die insbesondere über die steuerliche Her 103. Abt. Oberschöneweide. 5 Uhr in Mörners Blumengarten Jubiläumsver- anziehung der Last kraftwagen gemacht wurden, ernsteste Be fammlung. Tagesordnung: 25 Jahre örtliche Parteiorganisation". Rebner achtung und Würdigung. Daß jedoch auch die Schieber, die 109. abt. Friedrichshagen. Uhr Verfassungsfeier in der Aula des Real über alle sonstigen Steuern lachen und die Straßen Berlins und 134. G. Bu, ner Gene Dr. Die en zange, am Bahnhof. Redner feiner Bororte übervölkern, steuerlicher Schonung bedürfen, wird man doch nicht gut behaupten können. Bernau. Mitgliederversammlung 8 Uhr bei Modisch, Kaiserstraße. Tagesordnung: Die Stellungnahme der Partei aur jebigen politischen und wirtschaftlichen Lage". Alle Mitglieder müffen erscheinen. 500 M. Eintritt. Landtagsabg. Otto Meier. gymnafiums. Redner Genoffe Mierendorf. Genoffe Briniger. * Junglozialisten. Gruppe Norben: Beranstaltung heute( Freitag) fällt ans. Dafür Freitag, 24. Auguft, Mitgliederversammlung. 27. bt. Auf dem gemeinsamen Rahlabend in der Schulaula Sonnenburger Straße wurde ein Herrenhut vertauscht. Der Befiher des zurüidgebliebenen Sutes wird ersucht, beim Genossen Brandt, Kopenhagener Str. 35 I, den Sut wieder einzutauschen. Wirtschaft Automobilsteuer oder nicht? 1'argent. Bap. Beso 1546925.1 holländ. Gulden 1 belgischer Frank. 1 norweg. Krone. 1 dänische Krone 1604000.Amtliche Devisenkurse. . 134662. 2394000.- 2406000.207480.- 208520.4847850.- 4872150.9. August Käufer Verkäufer ( Geld-)( Brief-) Kurs Kurs 1895250. 1904750.- 1895250.1558875.- 1596000.215460. 216540.- 215460.- 216540.778050. 781950.- 778050.- 781950.881790.- 886210.- 881790.- 886210.1288200.135888.8. August Käufer Berkäufer ( Geld-) Kurs ( Brief-) Kurs 1904750.1276800.134662.1283200.185338.2394000.- 2406000.4847850.- 4872150.275810.- 276690.- 275310.488787.50 486212,50 483788. 867825.- 872175.- 867825.276690.486212.872175.676687.50 7017.50 7017.50 150375.250.63 52180.249.37 44887.51870, 207480.- 208520.Beteranenbeihilfe. Die Wohlfahrtsdeputation teilt mit: Die Gemeindebehörden haben auch in diesem Jahre einen Betrag als Beihilfe an die Veteranen aus den Kriegen 1864, 1866, 1870/71 zur Verfügung gestellt. Die Beteranen müssen am 2. September 1910 in Berlin des damaligen Umfanges, also nicht in den ehemaligen Vororten, ihren Wohnfig gehabt und seitdem diesen dauernd hier behalten haben. Personen, die in städtischen Anstalten Bon der Reichsabteilung für Kraftfahrer des Deutschen Vers 1 schwedische Krone 1276800.außerhalb Berlins Aufenthalt haben, gelten als in Berlin wohnhaft. tehrsbundes wird uns geschrieben: 1 finnische Mart Die Zuwendungen haben den Charakter von Ehrengaben. Gesuche Im Borwärts" vom 9. Auguft wurde in einem Artikel mit 1 japanischer en find bis zum 31. August bei dem Ausschuß für das Stiftungswesen, Stralauer Straße 56, II, werftäglich von 8 bis 3 Uhr, außer Sonn- der Ueberschrift" Der Aufmarsch der Drückeberger" u. a. 1 italienische Lire abends, unter Borlegung der Militärpapiere oder des Ehrenfold- angeführt, daß der Reichsverband der Automobil. Pfund Sterling 21945000.- 22055000.- 21945000.- 22055000.buches schriftlich oder mündlich anzubringen. Ausdrücklich wird dar industrie eine Eingabe an den Reichstag und an die Presse aller 1 Dollar... auf hingewiesen, daß sich nur diejenigen Beteranen zu melden brau- Schattierungen gemacht hat, in der er sich gegen die im Ruhropfer franzöfifch. Frank eingefeßte einmalige Automobilfteuerabgabe mendet. Im Anschluß 1 brasilian. Milreis chen, die sich in diesem Jahre noch nicht beworben haben. an diefe Eingabe des Reichsverbandes glaubt nun der Artikel- 1 Schweizer Frant Preiswerte Seefische. Das Ernährungsamt teilt mit In die schreiber darauf hinweisen zu müssen, daß der Verfuch gemacht 1 spanische Beseta sen Tagen sind in Berlin wieder in größerem Umfange Ostsee- wurde, hierbei die Interessen der Arbeitnehmer vorzuschieben und 100 österr.Ser.( gest.) chollen eingetroffen, die infolge des starten Angebotes ver- spricht zugleich in seinem Schlußfaz eine Ermahnung aus, daß sich 1 tschechische Krone hältnismäßig preiswert in den Fischtleinhandlungen sowie in die Arbeitnehmer durch solche Beweisführung nicht einfangen lassen 1 ungarische Krone den Markthallen und auf den Wochenmärkten fäuflich find. Der follen. Die organisierten Berufskraftfahrer, die zum größten Teil 1 bulgarische Lewa Bezug dieser Schollen kann der Bevölkerung nur empfohlen werden, der Sozialdemokratischen Partei angehören, ober the doch sehr nahe 1 jugoslaw. Dinar. 673312,50 676687.50 6982.50 149625.249.87 678812.50 6082.50 150375.- 149625.44887.- 45118.51870 250.68 45113.52130 Marx- Stresemann- Hergt- Rosenberg. Abg. Marx( Zentrum): I werden sollen. Bei den Auseinandersetzungen über den Begriff zu legen, es gilt vor allem, die Produktion zu sichern und Staat und Wirtschaft" sollten wir jetzt auch anerkennen, daß die zu heben. Das wichtigste ist:.Ordnung im Lande!( Zustimmung Die Zentrumsfraktion hat in eingehender Aussprache die Wirtschaft sich freiwillig erboten hat, hier zum Träger der Staats- rechts.) innerpolitische Lage geprüft, und ich habe namens der Fraktion finanzen zu werden( Beifall rechts), und was uns das hilft nach folgendes zu erklären: Der Druck, der leider noch immer ungelösten außen und nach innen. Die Wertbeständigkeit ist angekündigt für Alle royalistischen Bestrebungen gegen die Verfassung veraußenpolitischen Spannungen, die Teuerung und die Lebensmittel Bost und Eisenbahnen. Wir werden aber nicht vorbeigehen fönnen Für seine große Anflagerede gegen Bayern ist der Abg. urteilen wir ebenso wie die fommunistischen. not haben im Lande einen Zustand geschaffen, wie er ernster und an den Löhnen und Gehältern. Wir müssen den gänzlich Müller- Franken die Beweise schuldig geblieben. Was haben denn gefahrdrohender noch nie bestand. Erbitterung und Unmut be- veränderten Verhältnissen z. B. auch bei den Zuschüssen an die die Kommunisten alles angefündigt: Räterepublik, Verfassungsbruch herrschen weite Kreise; wir laufen die Gefahr der allgemeia jenigen Rechnung tragen, die einftmals die Träger der deutschen usw.( Buruf bei den Kommunisten: Was haben denn Ihre Leute nen Empörung, eines Kampfes aller gegen alle, wenn nicht Kriegsanleihe waren und die jetzt einfach vor dem Hungertode gemacht?!) Das alles ist erwiesen und muß verfolgt werden. Es ist ungefäumt alle verfügbaren Kräfte der Nation zur Abwehr zu stehen.( Bustimmung rechts.) Einen Appell muß ich auch richten Größenwahnsinn, ist direkt Verrücktheit. Vor unseren Augen wird sammengefaßt werden. Die Erfahrungen der jüngsten Vergangen an die Arbeitgeber und Gewerkschaften, namentlich an die im Buch- die Reichseinheit durch Sachsen bedroht.( Zuruf heit lehren uns, daß unefr Bolt auf sich allein angewiesen drudgewerbe. Wir dürfen in dieser Zeit, in diefer politischen link: von Bayern!) Bayern schreibt nicht derartige Briefe an den ist, daß es nur von sich selbst, von der Zusammenfassung aller Lage nicht Differenzen über Lohnnachzahlungen fo ausarten laffen, Reichskanzler. Der Redner weist auf die Berhältnisse in Südsachsen Kräfte das Heil zu erwarten hat. Die Zentrumsfraktion ift der daß der Druck der Zeitungen und der Noten aufhört. Welche Fol- hin, wo Räubereien und Plündereien an der Tagesordnung seien Lieberzeugung, daß die Möglichkeit der Sicherung der Eristenz des Boltes noch gegeben ist; es wird darauf ankommen, diese Möglich gen daraus entstehen, läßt sich gar nicht übersehen. Es würde Pflicht und niemand mehr seines Lebens sicher sei. Man brauche nur an heit lehren uns, daß unser Bolt auf sich allein angewiesen Führerin der Wirtschaft aufzutreten. Mir ist es zweifelhaft, ob Der Bürgerkrieg steht nicht erst bevor, er ist schon da. Wir der Regierung sein vielleicht hat sie es schon getan hier als Leipzig und Aue zu erinnern.( Stürmische Zurufe der Kommunisten.) feit energisch auszumüßen. Dazu gehört erstens die Beschaffung wir in diesem Winter überhaupt noch über soviel Devisen verfügen verlangen, daß die Regierung biefer einseitigen Herrschaft von links eines ausreichenden Goldfchazes zur Beschaffung von Lebensmitteln und zur Sicherung unserer Währung, wobei jede werden, um die Reichsbahn aufrechtzuerhalten. Wenn wir im Kriege ein Ende mache. Diese Wirtschaft in den Ländern muß endlich ein nicht absolut notwendige Einfuhr ausgeschlossen bleiben muß, so- mit Personenzügen gefahren sind, brauchen wir jetzt nicht mit Blitz- Ende nehmen. Wir stehen jegt vor einer guten Ernte. dann die Schaffung wertbeständiger Anlagemöglich zügen zu fahren und ein Prestige zu wahren, das uns im Auslande Von dem Hereinbringen dieser Ernte hängt das Wohl und Wehe feiten, ferner die Ordnung des Reichshaushalts und nur schaden kann. Wir brauchen auch keine Sonderzüge für Ber- des deutschen Volkes ab. Durch die Landarbeiterstreifs die rücksichtlose Heranziehung aller Steuer- gnügungsreisen!( Zustimmung.) Es wird immer schwerer, englische sind aber sogar die landwirtschaftlichen Notstandsarbeiten gestört und Kohle zu kaufen. Sie, von links, fönnen uns auf die Probe stellen: verhindert worden. Die Behörden waren da nicht an ihrem Blaze. wir werden die deutsche Wirtschaft aufs schwerste belasten. Aber Die Reichsregierung muß von ihren verfassungsmäßigen Befugnissen wir können die deutsche Wirtschaft nicht lahmlegen. Wir müssen in rücksichtslos Gebrauch machen und widerspenstigen Ländern einer Zeit, in der alles darauf ankommt, daß wir wieder exportieren, gegenüber gemäß Artikel 48 die Reichsinteressen soweit Aufträge vorliegen, durchsehen.( Lärm links.) Wir Deutschnationalen wollen unsere Forderungen nicht in Form eines Ultimatums als Bedingung stellen. Wir erklären hiermit, daß wir im Sinne des Reichstanzlers den uns vorgelegten Vorlagen, diefen Kriegsmaßnahmen, vorbehaltlos zustimmen werden.( Stürm. Beifall rechts.) Hierauf nimmt das Wort quellen, wobei auch vor Eingriffen in die Vermögenssubstanz nicht zurüdgefchredt werden darf. # Dieser Eingriff ist unvermeidbar. Höher steht uns das Leben der Nation als der einzelne. Die Zentrumsfraktion fordert die unverzügliche Inangriffnahme dieser gesetzgeberischen Maßnahmen. Sie erklärt sich bereit, alle erforderlichen Vollmachten zur Sicherstellung zu geben. Angesichts des außerordentlichen Ernftes unserer Lage tann es nicht mehr Sache der Regierung allein fein, Mittel und Wege vorzuschlagen; auch der Reichstag felbft muß sich der Berantwortung für die Rettung des Vaterlandes voll bewußt sein. Aber auch Regierung und Parlament allein reichen nicht aus, sondern es bedarf der vereinten Anstrengung des ganzen Boltes.( Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Stresemann: auch einmal Ueberstunden machen. Abg. Koenen( Komm.) zur Geschäftsordnung: Ich beantrage, die Verhandlungen eine Weile zu unterbrechen. Es befinden sich im Hause zahlreiche Delegationen aus den Betrieben Groß- Berlins, von auswärtigen Betriebsräten und auch von den größten Werfen in Deutschland. Diese Arbeiter wünschen, daß nicht mehr von denen, die schon lange nicht mehr die Vertreter des Volkes find, sondern von den Bertretern der Arbeiterschaft felbft die Stimme der Not hier erhoben wird, und ich beantrage deswegen, daß die von diesen Delegationen besonders ausgewählte Deputation hier im Reichstag zugelaffen wird.( Stürmisches Gelächter, Lebhafte Zwischenrufe.) Präsident Coebe: Nach der Geschäftsordnung ist es natürlich unzulässig, daß Nichtmitglieder hier Zutritt erlangen. Auch ein Antrag auf Unterbrechung der Debatte mit diefer Begründung, daß Nichtmitglieder zugelassen werden sollen, ist unzulässig, eine Abftimmung darüber kann ich nicht zulassen. Abg. Koenen: Ich werde den Arbeitern das mitteilen.( Ge fächter.) ( Unruhe links. Zuruf: Und die Löhne?) Daran darf es auch nicht fehlen! Aber hier handelt es sich um eine Lebensfrage, in der es teine Dogmen gibt, wie wir in der Steuerpolitit ja auch schon über liebgewordene Anschauungen hinweggegangen sind. Wer heute den Staat wie er ist, bekämpft, wirft uns in die Reichsaußenminister v. Rosenberg Verhältnisse zurück, die damals vor der ersten verfassungsmäßigen Grundlage bestanden. Es handelt sich jetzt darum, gegenüber allen zu einer kurzen Entgegnung auf die außenpolitischen Ausführungen destruktiven Elementen, die jetzt ihre Stunde gekommen glauben, der Vorredner. Der Redner meist zunächst darauf hin, daß der um die Anarchie herbeizuführen, und bei denen sich die Extreme Grund dafür, daß er nicht so erschöpfend antworte, mie er möchte, wieder die Hand reichen, das deutsche Volf aufzurufen, sich zum in der eigenartigen Situation liegt, in der wir uns außenpolitisch Staatsgedanken zu bekennen, und durch Taten in dieser gerade im gegenwärtigen Augenblick befinden. Der Herr ReichsDie Erscheinungen, mit denen wir es zu tun haben, liegen viel Reichstagstagung dafür zu sorgen, daß diefer Staat allem Haß von fanzler hat, jo fährt der Redner fort, gestern angedeutet, warum die tiefer, als daß sie durch einen Kabinettswechsel erledigt werden fönnten. Es bandelt sich um die Aufrechterhaltung der verfassungs- außen und dieser Wühlarbeit im Innern gegenüber so gefestigt ist, Eigenart der Stunde so große zurückhaltung erfordert: Bedeutsame mäßigen Zustände im Reich, es handelt sich um die Schicksalsfrage daß er gegen alle Stürme gefeit ist. Das wird die beste Ver- Veröffentlichungen und die brennendsten Probleme des Tages stehen des Reiches, und darum hängt von dieser furzen Tagung das fassungsfeier fein, die wir begehen können.( Lebhafter Beifall anscheinend vor der Türe und ihnen können wichtige neue Schicksal des Reiches ab. Den Ruhrkampf fönnen wir bei den bürgerlichen Parteien, Händeflatschen auf der Tribüne des Schritte in Kürze folgen. Der Einbruch ins Ruhrgebiet ift nicht aufgeben, werden ihn auch nicht abbrechen, hier stehen tatsäch- Publikums. Präfident Löbe bittet, Rundgebungen auf der Tribüne nach der jetzigen Parifere Erklärung nicht erfolgt, um dadurch die unmittelbare und vollständige Zahlung der Reparationsschuld zu lich Kapitulation und Chaos im engen Zusammenhange. Deutsch- zu unterlassen, sonst müsse er mit Ausweisungen vorgehen.) erlangen. Frankreich hat, wie jetzt zugegeben wird, sehr wohl gelands Zusammenbruch und englische Arbeitslosigkeit find identische mußt, daß dies selbst dann nicht erreicht werden konnte, wenn Begriffe. Deutscher Bolschewismus bedeutet engDeutschland die Ausbeutung der Kohlenbergwerke und die Steuerlischen Bolfchemismus. Deutsche Wirtschaft, deutsche Kultur und deutsche Einheit können untergehen. Aber wenn man das einziehung durch Frankreich zugelassen hätte. Der wirkliche Zwed der Aftion war nach den eigenen Worten der jetzt veröffentlichten das Sterben Deutschlands nennt, dann sterben wir nicht allein, franzöfifchen Auslaffungen auf nicht mehr und auf nicht weniger gedann stirbt Europa.( Sehr richtig!) Die Mächte sollten sich die Frage vorlegen, ob nicht ihr eigenes Interesse sie zwingt, der richtet, als darauf, die wirtschaftliche und politische Organisation des Zerstörung Deutschlands Einhalt zu tun, die jetzt mit vollem BeDeutschen Reichs derart zu behindern, daß Deutschland die Erwußtsein von Frankreich betrieben wird. Wenn wir dahin kommen, füllung des Vertrages so, wie Frankreich sie sich denkt, jener Behinderung vorzieht. Das bedeutet, daß Frankreich bewußt das dah wir die vielen Steuern ohne Inanspruchnahme der Substanz wirtschaftliche und politische, also auch das soziale Chaos in nicht zahlen können, wenn diese Garantie verringert wird, dann muß man Frankreich zurufen: Tu l'a voulu, Georges Dandin! Deutschland herbeiführen will( Sehr richtig!), um mehr Hat man uns nicht bis heute ohne jede Antwort gelassen auf unser Geld aus uns herauszuholen. Wäre es nicht geradezu unsinnig, Memorandum? Gibt es denn feine internationale Höflichkeit mehr, anzunehmen, daß der Vertrag von Versailles jedem beliebigen einzelnen Gläubiger das Recht geben sollte, zum Schaden der anderen daß man uns die Antwort verweigert? Wenn Frankreich fieht, Gläubiger selbständig und allein die zerstörende Hand auf deutsche daß die Substanz fich mindert, die ihm als den Hauptgläubiger zur Produktionsmittel zu legen?( Sehr gut!) Zu dieser Frage existiert Verfügung stehen soll, wird ihm da endlich das Licht darüber aufein Borgang, der die Berechtigung des deutschen Rechtsstandpunktes gehen, daß, wenn es den Ruhrkampf so wie bisher weiterführt, es Die Erklärung der Deutschnationalen. einwandfrei beweist und nicht in Bergessenheit geraten darf. Als felbst es dahin bringen kann, daß es weder Kohle noch Reparationen Abg. Hergt( Dnat.): Wenn wir nicht bald etwas Großes tun, bekommt?( Lebh. Rustimmung im ganzen Haufe.) Schließlich find dann stehen wir in wenigen Tagen vor der allgemeinen Hungerdie rumänische Regierung im Jahre 1919 an der Frage der Substanzverringerung auch andere Böller blokade. Ein Gegensatz zwischen Stadt und Land kann auf die ungarisches Staatseigentum ergreifen wollte, war es beteiligt, bei denen wir nicht Sympathie suchen sollen, wie der Dauer nicht ertragen werden. Es werden jegt Kriegsmaßnahmen der Oberste Rat der Alliierten selbst, der sie in einer Note vom Reichskanzler sagte, die aber ihr eigenes Intereffe leiten wird. Der verlangt, und wir dürfen icht lange überlegen. Die Zumutung Eng- 23. Auguft darauf aufmerksam machte, daß der Zugriff einer einHaß gegen Frankreich war einst nicht vorhanden, auch nicht im Kriege: Er ist das Produkt der französischen Politit nach lands, daß die deutsche Regierung ihre Verordnung über den paffiven zelnen Macht auf die Befißtümer der besiegten Staaten den zwischen dem Kriege.( Lebh. Sehr wahr!) Man sagt, wir könnten es nicht Widerstand zurückzieht ohne Garantien für die Eröffnung von Ver- ben Alliierten vereinbarten und im Vertrag von Versailles niederMan verminden, daß wir den Krieg verloren haben. Deutsche Art ist Deutsche Art ist handlungen geschweige denn für die Wiederkehr normalen Lebens, gelegten Reparationsgrundsägen widerspricht.( Hört, hört!) es aber, das was verloren ging wieder aufzubauen. Und mit dem müssen wir auf das allerentschiedenste zurückweisen. Wir haben muß ftaunen, wie Frankreich fich jetzt über dieselben Grundsätze stets die Auffassung vertreten, daß durch den Ruhreinbruch, den hinwegfeßt, die es damals den Rumänen gepredigt hat. Der Sieger Aufbau deffen, was Deutschland verloren hat, nicht nur an Frankreich und Belgien entgegen dem Versailler Vertrag vollzogen im Bewußtsein seiner Macht interpretiert einen Bertrag, der das materiellen, sondern auch an fulturellen Werten, wird mehr als haben, auch wir von der Fessel dieses Vertrages frei geworden sind, Fundament zu einem neuen, nur von Recht und Gerechtigkeit geeine Generation zu tun haben. Eine ganze Kulturschicht haben daß man, nachdem wir mit militärischer Gewalt überfallen worden leiteten Europa legen sollte, je nach den Bedürfnissen des Augenwir verloren. Zerschlagen hat man uns das, was am besten ge- waren, auch in Deutschland an unfere militärische blicks mal in schwarz und mal in weiß und niemand findet sich, der eignet war, uns zum Träger von Reparationsleistungen zu machen: Rüstung denten sollte, daß man daran denten sollte, z. B. die gegen diefen Hohn auf das Rechtsempfinden der Völker protestiert. unsere wirtschaftliche Stellung. Heuchlerisch hat man uns weiter allgemeine Behrpflicht wieder einzuführen( lebhafte Zu( Sehr richtig!) hingestellt als unfähig, Kolonien zu verwalten. Was wäre bei uns timmung, rechts), daß es nur natürlich wäre, wenn man auf diesen Der Minister weift auf ein neuerschienenes Werk des Bolkswirtfür ein neuer Wille zum Leben, wenn man einmal wüßte: es iſt Bertragsbruch mit der Entfernung der gegnerischen Kontrollfommission schaftlichen Instituts in Washington hin, das sehr bemerkenswerte Bewirklich Friede und das, was du schaffst, kannst du im Schatten antwortete, daß man den Ausweisungen Deutscher die Ausweisung rechnungen über die bereits geleisteten und noch zu leiftenden deutdieses Friedens schaffen. Aber immer wieder werden wir von außen von Franzosen und Belgiern enigegenstellte, daß man den über- fchen Reparationszahlungen anstellt und fährt dann fort: Daß sich die Reidysregierung über die Möglichkeit einer langen große Opfer können wir den Frieden nicht erhalten, das wiffen wir. Kommissionen aufgäbe, daß man aber auch alle, aber auch wirklich Dauer der gegenwärtigen Strife falfchen Vorstellungen hingegeben Wir wissen auch, daß in dem Kampf um Freiheit und Vermögen alle Reparationsleistungen einstellte. Der Kanzler hat sich gestern habe, ist nicht richtig. Davor bewahrten uns die Erfahrungen, die das Vermögen das Geringere und die Freiheit bereit erklärt, zur Aktivität überzugeben; wir hoffen, daß damit auch wir mit der Zähigkeit und der Konsequenz der Franzosen bei der Verdas höhere ist.( Unruhe auf der äußersten Linkan.) Ein Bolt fann materiell vollkommen verarmen, trohdem kann die einfeitige überfeinfühlige Rücksichtnahme auf die erwähnten folgung ihrer politischen Ideen in früheren Fällen gemacht haben. es groß dastehen in der Geschichte.( Lebh. stürm. Zuft. rechts u. i. d. Kommiffionen aufhören wird, und daß auch die Leistungen selbst Ebenso wie das Ziel der französischen Politik dahin geht, Europas aufhören werden. Für eine Berständigung, melche den Antlig auf Generationen hinaus neu zu formen, ebenso find die deutschen Intereffen Rechnung trägt, find auch mir. Zurzeit Mittel, die sie zur Erreichung des Zieles anwendet, auf lange Dauer Bon der Erhaltung der Substanz hängt es nicht ab, sondern es fann eine Annäherung an Frankreich für uns nicht in Frage kommen. berechnet. Wie menig angesichts der starren Ablehnung des franzökommt darauf an, ob es seine gefchichtliche Geltung und Wertung Es bleibt nur übrig, den Kampf als Deutsche allein zum fiegreichen fifchen Kabinetts Form und Inhalt für das Schicksal deutscher Noten zu erhalten weiß. Auch die Wirtschaft muß der Politit dienen: wenn Ende zu führen, und wir freuen uns, daß in den letzten Tagen maßgebend sind, zeigt unser Memorandum vom 7. Juni. Staatsinteresse und Wirtschaft miteinander ringen, dann steht an eine so allgemeine Einmütigkeit im Gedanken des Festhaltens und Paris und Brüssel ausgenommen, war alle Welt darüber einig, daß erster Stelle bas Interesse des Staates und nicht das der Wirtschaft. des Durchhaltens des passiven Widerstandes hergestellt erscheint. Dieses Memorandum einen Fortschritt bedeute und nicht ignoriert ( Sehr wahr!) Auch die Elemente, die in Frankreich Deutschlands Auch von uns will niemand diesen Widerstand mit verbrecherischen, werden dürfe. Eine Antwort darauf ist uns trotzdem bis heute, Untergang wollen, werben sich vielleicht allmählich klar über die Anschlägen verquiden. Bei den Bergarbeitern, bei den Koksarbeitern, nach mehr als zwei Monaten, nicht zuteil geworden. Frage, ob fie damit ein gutes Geschäft machen, politisch und wirt an Rhein und Ruhr, liegt das Schicksal Deutschlands; wir haben( Hört, hört!) Dies ist um so bemerkenswerter, als wir an der Themse schaftlich. Wir sind im Augenblick zwar machtlog, sind aber doch nicht so heruntergekommen an deutscher Seele, daß wir uns jemals zu diesen Arbeitern das Bertrauen, daß sie auf die Behandlungen und am Liber trok großer Schwierigkeiten, für die wir volles Ver= mit Zuckerbrot und Peitsche die rechte Antwort geben werden. Der den Raub des Rheinlands gefallen lassen würden.( Lebh. Beifall.) Kanaler muß in das Land hinaus und dieser Zuversicht immerfort So hoffnungslos, wie sie vielfach in der Oeffentlichkeit ange- Ausdruck geben, so schwer ihm die Führung der Geschäfte auch fallen sehen wird, ist unsere Cage wirklich nicht. Ein Volk stirbt nur, wenn mag. Drüben redet Poincaré alle acht Tage; lernen wir von ihm! es sich nicht dazu aufrafft, sich gesund zu machen. Und wir fönnen Das uns vorgelegte Wirtschaftsprogramm muß rasch und ohne gesund werden, wenn mir uns jetzt dazu aufraffen. Wenn das Bedenken, ohne Feitschen und Abhandeln, erledigt werden, es Wort„ Diktator", das früher nur von rechts tam, das wir jetzt mit muß im Gegenteil mit vollen Händen die Opferwilligkeit zur einem gewissen Erstaunen auch in der Germania" sowie in einem Tat gemacht werden! Telegramm der Eisenbahnergewerkschaft lefen, eine Erweite. rung der Kompetenzen des Reiches bedeutete, so wäre der Ruf nach einem Diktator zu begrüßen.( Beifall.) Der Reichs. fanzler bedarf größerer Machtmittel. Mitte.) bilden. ständnis haben, ehrliche Bemühungen am Werke sehen, das Problem einer vernünftigen Löfung näherzubringen. Der Abg. Müller- Franken hat vom Völterbund gesprochen. Der hehre Gedanke einer Bölfergemeinschaft, die Recht und Gerechtigkeit, Friede und Verföhnung in den Beziehungen der Völker zur Geltung bringen will, begegnet bei der Reichsregierung uneingeschränkter und rückhaltloser Sympathie. Die Berförperung, die der Gedanke in Genf gefunden hat, fönnen wir allerdings nicht als vollkommen anerkennen. ( Sehr richtig!) Und das wird niemanden überraschen, der sich der traurigen Erfahrungen erinnert, die wir mit jener Inftitution bei den verschiedensten Anlässen gemacht haben. Tatsache ist, daß in der Alera des Bölkerbundes schwerer Mißbrauch mitrechtlofer Gewalt getrieben wird, als Europa feit langem erlebt hat.( Sehr wahr!) Universalität und unbedingtes Bertrauen zu einer unparteilichen, von niemand abhängigen Gerechtigkeit sind die einzigen ficheren Grundlagen für einen Friedensbund. Und solange diese Boraussetzungen nicht gegeben sind, wird, fürchte ich, weder ein wahrer Bund der Bölker zustande kommen, noch ein wahrer Frieden in die Welt einkehren. Trogdem erkläre ich: Ueber das Ruhropfer hinaus find wir bereit, Aufwendungen im Sinne eines allgemeinen Arbeitgeberopfers der Industrie und der Landwirtschaft zu machen, aber vernünftig muß diefes Opfer umgestaltet werden. Die Frage der Wertbeständigkeit hat die Re Ein Reichsbankdirektorium darf feinen Staat im Staate gierung großzügig angeschnitten. Den Balorifierungsgedanken haben wir ja in das Parlament hineingetragen. Mit dem völligen lleber ( Zustimmung.) Es ist unhaltbar, daß heute das Reich noch mit den gang zur Wertbeständigkeit würde freilich die Papiermart gänzlich Ländern fämpfen muß. Nicht die Form findet, die Persönlichkeit, ruiniert und die Teuerung noch erhöht, aber dennoch liegt darin sondern die starke Persönlichkeit sprengt die Form. Das parlamen- ein erheblicher Vorteil für die deutsche Wirtschaft. Wir wollen jedoch tarische System verhindert durchaus nicht das Aufkommen einer nicht vergessen, daß alles, was hier für unseren wirtschaftlichen und starten Bersönlichkeit. In der Außenpolitik hat sich der finanziellen Wiederaufbau vorgeschlagen wird, nur Stüdwert ist. Reichstag die größte zurückhaltung auferlegt. Ebenso notwendig ist Die Inflation ist die geringere Ursache der Martentwertung; fo aber, daß diejenigen, die die Rechte des Parlaments wahren wollen, riesenhaft fie erscheint an der Geldentwertung gemessen auch die Würde des Parlaments wahren.( Stürmische Zu- ist sie gar nicht so groß. Man überschäße nicht, was hier auf wirtstimmung.) De Redner tritt sodann energisch für die Golbanleihe schafts- und finanzpolitischem Gebiet geschehen fann. Wir wollen Die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, liegt nicht in unserer ein. Ich begrüße die Erklärung der Führer der Wirtschaft, daß sie einfache Steuern, damit endlich Geid in die Kassen tommt Macht. Deutschland allein fann verhältnismäßig wenig dazu beibereit seien, die Garantie für die Anleihe zu übernehmen. Wir und nicht nur immer neue Bureauarbeit eingeführt wird. Unsere tragen, das internationale Vertrauen wiederherzustellen und die fehen hier zum erstenmal die Sachwerte der Wirtschaft als Säulen Währung ist abhängig von der Handels- und Zahlungsbilanz und Herrschaft des Rechtes wieder aufzurichten. Aber das wenige, was der Staatswirtschaft nach innen, wie fie ihre Säulen nach außen von dem Bertrauen der Welt. Da gilt es, die Art an die Wurzel in unserer Macht liegt, wollen wir unverdroffen tun und in diesem Wenn Deutschland den ihm gebührenden Plah im Rate der Böller nicht eingenommen hat, so ist nicht Mangel deufscher Bereitschaft daran schuld. Deutschland ist bereit. Sinne bleiben wir bemüht, bas Syftem von Stebsgerichtsverträgen, das vor eineinhalb Jahren mit dem deutsch- schweizerischen Bertrage inauguriert wurde, nach Möglichkeit wieder auszuschließen. Berhandlungen darüber sind mit verschiedenen Mächten im Gange. Neben aller materieller Not lastet die moralische Aechtung, die den Schuldspruch von Bersailles über uns verhängt, schwer auf der Seele des deutschen Boltes. Deshalb das Berlangen nach Revision dieser moralischen Verdammung, deren Berechti gung unser Bolt nie anerkannt hat und nie anerkennen wird( lebhafter Beifall), und deren Grundlagen sich immer brüchiger erweisen, je mehr Dokumente über die Vorgeschichte des Krieges ans Tageslicht kommen. Das Ziel des Widerstandes und der Abwehr ist Unversehrtheit des deutschen Bodens, seine Rückkehr in freier deutscheer Verfügung. Wiederherstellung vertragsmäßiger Zustände im Rheinland, Befreiung der Verhafteten, Rückkehr der Vertriebenen und eine Lösung des Reparationsproblems, die unsere wirtschaftliche und soziale Existenz nicht zerstört. Das ist die Basis der Verständigung, die wir wünschen und zu der wir bereit sind.( Lebhafter Beifall.) Darauf werden die Beratungen abgebrochen. Bräsident Löbe teilt mit, daß er sich infolge der durch den Andrang des Publikums entstandenen Verkehrsschwierigkeiten im Hause veranlaßt gesehen habe, zu bestimmen, daß nur solche Bersonen Zutritt erhalten, die Tribünenfarten, Ausweise von Reichsbehörden oder eigenhändig geschriebene und unterzeichnete EinTabungen von Abgeordneten befizen. Er behalte sich vor, auch die Zahl der Legitimationen, die die einzelnen Abgeordneten ausstellen, zu begrenzen.( Lebhafter Beifall.) Vorträge. Vereine und Versammlungen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Nürnberg- Fahrer! Der Treffpunkt ist heute, Freitag, ben 10. August, nachmittags 8 Uhr, am Anhalter Bahnhof. Die Gruppenführer wenden sich sofort nach ihrer Ankunft an den Genossen Diederich wegen Fahrtausweise. Mitgliedsbuch, Teilnehmertarte, Reise. ausweis und die Quittungen für Fahrgeld und Effen find nicht zu vergeffen. Die Verfaffungsfeier findet Sonnabend, den 11. August, abends 6 Uhr im Garten der Neuen Welt statt. Ansprachen, Männerchöre, gemeinschaftliche Lieder und Tänze. Eintrittskarten zu 500 M. find am Eingang zu haben. Der Fadelverkauf findet nochmals heute nachmittag von 4-7 Uhr im Jugendheim, Lindenste. 3, statt. LEEEEEEEEE Straße, Bortrag: Die bitrgerliche Jugendbewegung". Reichsverfassung". Bandsberger Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Olivaer " Brig: Jugendheim Chauffeeftr. 48, Vortrag: Sternenwelten". Halen fee: Jugendheim Gemeindeschule Joachim- Friedrich- Straße, Bortrag: Die Luisenstadt: Jugendheim Lindenstr. 3, Bortrag: August Bebel".. Moabit: Jugendheim Gemeinde fdule Waldenserftr. 21, Bortrag: Arbeiterjugend und Republi". Petersburger Bierbel: Jugendheim Schule Edertstraße, Vortrag: Der Staat". Köpenider Viertel: Jugendheim Gemeindeschule Manteuffelstraße, Bortoag: Weißensee: Jugendheim Schule Die Verfassung der deutschen Republik". Wörthstraße, Mitgliederversammlung. Arbeitersport. Fußball. Am Sonnabend, den 11. August, spielt Stralen I( Meister des Bezirks Often) gegen Frankfurt a. M. 88 1. Spielbeginn um 6 Uhr abends. Am Sonntag, Nächste Sigung Freitag 12 Uhr: Kleine Vorlagen, erste und den 12. Auguft, fpielt Strafan I gegen Stabtilm i. Shür. 1. Spielbeginn der underen Mannschaften um 2 Uhr. zweite Lesung der Steuergesetze. Beide Spiele finden auf dem Stralau. Sportplag, Goßlarstr. 48( 5 Min. vom Bhf. Stralau- Mummelsburg), statt. Schluß 6½ Uhr. Berolina 1-6. C. Diana I ans Saiba( 0.8.) spielen am Sonntag, den 12. Auguft, 8 Uhr nahm., auf dem Tempelhofer Feld( Neukölln). Borher untere Mannschaften. Retourspiel findet Gonntag, den 19. August, in Saida ( 0.- 8.) statt. Am Sonntag, nachm. 4 Uhr, spielt Frisch- Fret I gegen Vorwärts I, Dresden- Loschwiß. Borwärts ist vom dortigen Bezirk Meister, und ist ein interessantes Spiel zu erwarten. Vorher treffen sich im Gefell. fchaftsspiel Lichtenberg 2 11- Frisch Frei II. Sonntag, den 12. Auguft, 3 Uhr: F. 2. C. I- Riftig- Borwärts II; 5 Uhr:. 2. C. I- Rüftig- Borwärts I auf dem Plage der Freien Turnerschaft Charlottenburg, Bhf. Jungfernheide, Replerstraße, an der Gasanstalt. Sonntag großes Fußballmettspiel Frank. furt a. M. I gegen Wilmersdorf I. Anfang 4 Uhr. 43 Uhr: Wader- Lantwig, 1. Jugb.- Wilmersdorf, 1. Jugd. 1 Uhr: Arminia II- Wilmersdorf II. Die Spiele finden auf dem Bereinsfportplas, Württembergische, Ede 8ähringer ftraße, Nähe Fehrbelliner Blag, statt. Berein heimattrener Ost- und Westpreußen an Reinidendorf. Sonnabend, ben 11. Auguft, abends 28 Uhr, gemittliches 8usammensein, Restaurant 8ur Deutschen Eiche", Scharnweberstraße, Ece Spandauer Weg, Reinickendorf- West. Internationaler Bund aller Kriegsopfer, Ortsgruppe Steglig- Friebenau. Mitgliederversammlung bei Martin, Steglit, Fichteftr. 4. Briefkasten der Redaktion. 2. 62. 1. Ja. 2. Das 7300fache der Säße ber Rebrlohntage. 23. 52. 1. Nein. 2. Große Instandsegungsarbeiten. 3. Der Hauswirt ist nur dann zur Tragung der Kosten verpflichtet, wenn er die Mängel getannt hat oder hätte kennen müssen., 4. Wenden Sie sich an unsere Juristische Sprechstunde. Theater Volksbühne 72 Uhr: Residenz- Th. Tägl. 8 Uhr: Lichtfpicie Madame Butterfly. Die Entlassung mfw. Lessing- Th. Deut. Künstler- Th. Deutsches Th. Gastspiel der 3. Studie des Max Adalbert 72 Uhr: Alaskener Künstler- Theaters: 8 Hochzeit. Arbeiter- Radfahrer- Bund ,, Solidarität", Berlin. Touren für Sonntag, den 12. Auguft. 3. bt.: Sonnabend, ben 11., nach dem Werbellinfee, Start nachm. 5 Uhr, in Stuhlsdorf Uebernachten; Sonntag vorm. 8 und 12 hr nach dem Gorinfee. 4. Abt.: Sonnabend, den 11., nach Buckow( Märt. Schweiz), Start nadm. 5 Uhr; Sonntag früh 5 Uhr nach dem Bößsee, Start WeberULAD Täglich DER VERSNOONSPARK DER BEAUNER AM LEMATER BAPINTY OF NEVESTE AM ORBER WUNSTARSTELLUNG Schneider Wibbel Dies Winder& Belin: Die Tugend Großes Monumental- Feuerwerk d. helIgen Antonius Kammerspiele So. 8: Redlichkeit ist 72 Uhr: Die prinzessin gut, Glück ist besser Musik v.Kurt Zorlig Stg. 8 Prinzessin Tägl. 128 Uhr Büchse der Pandora Turandot Gr. Schauspielhaus 8 Uhr: Ermäßigte Preise Ein Kind frei Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Georg Saß am 6. Auguft gestorben ist. Die Einäscherung findet am Montag, den 18. Auguft, nachm. 3% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Unser Kollege, der Arbeiter Max Hoppe ift am 7. Auguft gestorben. Die Cinäscherung findet am 11. Auguft, nachm. I Uhr, Kleines Th. Reichshallen- Th. Junangstrantenfaffe der Juweliere, Gold- und abene, Chendita fiber om Conn Tägl. 8 Uhr: Eine Tägl. 7 Uhr Die Weber Frau ohne Bedeutung Stettin. Sänger Theater i. d. KöniggrätzerStr. 8: Der wunderl.GeWINTO PORTEN PATENTE Dr. Bogdahn, Geschäfts! d. Treuh.- Verein berat. schichten II. Tell Varieté- Spielplan SW 61, Gitschin. Str. 3. Kreisl. Eckfenster Berliner Theater 7.30 U.: Mädi Deutsch Opernhaus Abends 7 Uhr:. Der Gunstling der Zarin Große Volksoper im Theat d.Westens 8 Uhr: Zar and Zimmermann Intimes Theater 8: Diplomat in Dienst D. blaue Pyjama etc. Metropol- Theater 8 U: Die Schönste der Frauen Neues Theat- a. Zoo 8: Der Leibkutscher des Fridericus Rex Schiller- Th. Charl. 8 U: Süße Susi Th. a. Nollendorfpl. : 7 Mein Freund der Lakal 8 Wallner- Th. S Die Luxusfrau Theater des Ostens ( Rose- Theater) 784 U.: Die Dame mit der Maske Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: Eigentlich eine reizende Frau 010 Central Theater Gastspiel des Schauspieler- Th. 8 Uhr: Die Räuber Granach, George. Casino- Theater 8 U. Die 8 U. neuen Reichen Th. a. Kottb. Tor Täglich 7/2 Uhr ELITESänger Das brillante AugustProgramm U. a.:,,Zwischen Feuern" Berliner Sockbrauerei Belle- AllianceEcke Fidicinstraße. Jeden Dienstag, Freitag, Sonntag Erstklass. Kabarett Anfang 8 Uhr Rauchen gestattet! dmirals- Vertelé 800 LUNA PARK 00 Das internationale August- Programm Ab 3 Uhr voller Betrieb Tägl. ,, Aero- Star", die gr. Luftsensation d. Welt UA 16. 8, 23 Silberschmiede( 3wangsinnung) zu Berlin. Auf Grund der Verordnung vom 31. Juli 1923 gelten durch Beschluß des Borstandes mit Bichung vom 6. Auguft 1923 ab folgende Lohnftufen, Grundlöhne und Betträge: Raffenmitglieber Lohnft. m. ein. tägl. Entgelt über M. bis M. im Krematorium Gerichtstraße statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 2 100 Riesenauswahl! 2940 ANZÜGE wiefe.-.: gelber Pel 5, Giant Bandsberger Biak. Th 18. Auguft Sommernachtsball, Weberstr. 17. 6. Abt.: Sonnabend, Uhr, abends, in die Dubrow; Sonntag früh 5 Uhr Crossinsee, 12 Uhr mittags Johannisthal( Bota), Starts Roppenhagener Str. 26. 9. Abt.: Badetour Werlice, Start 5 Uhr; 12 Uhr Friedrichshagen( Wasserwert), Starts Schul. straße 119. 10. Abt.: Brieselang- Finfentrug früh 5 Uhr; mittags 12 Uhr Pichelswerder, Starts Commeniusplah. 11. Abt.: Sonnabend, den 11., nach dem Werbellinsee, Start 5 Uhr; Sonntag 6 und 12 Uhr nach dem Gorinfee, Starts Utrechter Str. 9. Ortsgruppe Brih: Nach dem Tegeler Gee, Starts 7 und 12 Uhr Chauffeeftr. 66. Ortsgruppe Treptow- Baumschulenweg: Schwärzesee, Start 7 Uhr Baumschulenweg, 7½ Uhr Treptow( Bahnhof). Ortsgruppe Neukölln: Sonnabend, den 11., Buckow( Märt. Schweiz), 6% Uhr abends; Sonntag Alt- Landsberg, 12 Uhr mittags, Starts Herzbergplag. Ortsgruppe Lichtenberg: Sonnabend, den 11., Budow, Start abends 6 Uhr; Sonntag 6 Uhr früh Tiefensee, Starts Jungstr. 10. Ortsgripe Wilmers. borf: Lehnissee, 5 Uhr früh Start Denkmal( Aue). Ortsgruppe Schöneberg: Teufelsfee, 12 Uhr Start Martin- Luther- Str. 69. Sonnabend, den 11., nach. mittags 4 Uhr, Reihesbrg- M. Ortsgruppe Caputh: Sonntag, den 12. August, 19jähriges Stiftungsfest. Um rege Beteiligung bittet die Ortsgruppe.- Achtung, Funktionäre von Groß- Berlin! Freitag, den 10. August, wichtige Besprechung bei Büttner, Schwedter Str. 23-24. Erscheinen aller Vorstände ift Pflicht. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität", Gan IX. Sonnabend, 11. Auguft, Bangstreckenfahrt nach Leipzig zum Saalfportfest. Start 2 Uhr Beuffelstr. 19, Gammelstart 2% Uhr Bhf. Heerstraße. R. S. C. Rüftig- Borwärts 1913, Reukölln, Mitgl. der MSB. Geschäfts. ftelle des Vereins Willy Rier, Reukölln, Johann- Suß- Str. 5. Gibung jeden Freitag, abends 8½ Uhr, im Bereinslokal von Otto Korn, Neukölln, Herzberg. Straße 22. Blag: Städtischer Sportplak in Neukölln, Grenzallee. Jeder Sport. genoffe hat in der Gigung zu erscheinen. Zur Vervollständigung der brei Männermannschaften werden noch sporttreibende Genoffen gesucht. Aufnahme nur in den Gigungen. Spiel gegen Charlottenburg am 12. Auguft in Char lottenburg. Straßenlauf Quer durch Lichtenberg" der Freien Turnerschaft Bichtenberg Friedrichsfelde. Die in der erfolgten Ausschreibung 10X150- Meter- Stafette für Jugendliche wird umgeändert in eine Stafette 10X300 Meter. Meldungen önnen noch bis zum 15. August an Willy Braun, Lichtenberg, Tierschmidt. ftraße 18, 2 Tr., abgegeben werden. Freie Turnerschaft Schendendorf. Am Sonntag findet das diesjährige Sportfest statt. Sportplag am See. Abmarsch Bunit i Uhr zum Sportplag. Rampfrichtervereinigung der M. 2. B. Montag, 7 Uhr abends, Gigung, Fichte- Turnplay, Treptow. Kampfrichterbinden vom Bundesfest find in ben Vereinen zu jammeln und zur Gigung mitzubringen. Tagesordnung: Die Bundesmeisterschaften. Fortsetzung des Lehrkursus. Berliner Schwimmverein Freiheit". Montag, den 13. Auguft, Borstandsfihung. Sonnabend, den 18. Auguft, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Protokoll. 2. Rassenangelegenheiten. 3. Vorstandsbericht. 4. Neuwahl des Borstandes. 5. Bereinsangelegenheiten. 6. Berschiedenes. Anfang 7 Uhr. Beschluß des Turnrats wird der Turnbetrieb in den Turnhallen von 13. Auguſt Freie Turnerschaft Neukölln- Briß. Achtung, Männerabteilungen! Saut Montag, den 13. Auguft, ab wieder aufgenommen. Turnzeit 8-10 Uhr. abends 7 Uhr, Bereinsvorstandssigung, Tarnplay. 3. Mäunerabteilung: Treff zur Nacht- und Tagturnfahrt Sonnabend 5.15 Uhr nachmittags Hermannplay. Abfahrt 6.14 Uhr Görlizer Bahnhof. Tontisten Berein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. Abfahrt nach Dieser 8ug hat file uns refervierte Forst Sonnabend 2.25 und 6.07 Uhr. Wagen. Sehr frühzeitig am Bahnhof fein. Schwimmer, 6. Bezirk! Am Sonnabend, ben 11. Auguft, abends 8 Uhr, Sigung des Gesamtbezirksvorstandes in der Ideal- Klause, Neuron, Mareshstraße. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht! 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Murcken, Schriftführer. Weit unter Preis! Ferwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 Geschäftszeitvorm.9Uhr bis nachm.4Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Heute, Freitag, den 10. Auguft, nachmittags 4 Uhr, Badftr. 40/41 Versammlung der Betriebsräte und Ver. trauenslente der Geldschrankindustrie. Tagesordnung: 1. Bericht über die Lohnverhandlungen. 2. Branchen angelegenheiten. Badehauben, la Gummi, von 30 000 an, Ia Mundwasser 3000, Reisebürsten 500, Reise- Schuhputz 550, Lanolin, große Tube, 200, Zahnpasta 100, 300, 1000, Hautcreme 200, 500, Toilettenseife 500 an, Badekapseln 500, Hi engfongla, 500 und 2500, Schuhcreme, Dofe 500, sowie noch sehr billige Haushalt-, Toilette- und Gummi- Artikel. Mengenabgabe befchränkt. Alle Preise mit 10% Aufschlag. A. Maas& Seuté, Freitag, den 10. Angust, nachCo., Markgrafenstr. 84, a. b. Lindenstraße. 10-6 Uhr. Gegr.1890. mittags 5% Uhr, im Verbandshaus Drum prüfe, wer sich ewig bindet! 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