Abendausgabe Nr. 372 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 186 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlia Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 10000 Me. Freitag 10. August 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb). Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Ferafprecher: Dönhoff 2506-2567 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Die Geldnot in Berlin. Der Buchdruckerstreik: Heute Nachmittag Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium. Die Reichsdruckerei nimmt die Arbeit wieder auf. * Teilstreik von Eisenbahnern. Auf dem Bahnhof Pankow sind heute Morgen die Arbeiter sämtlicher Dienststellen in den Streit getreten. Auf dem Stettiner und Potsdamer Güterbahnhof haben die Arbeiter des Bahnbetriebswerkes die Arbeit niedergelegt. Auf den pom Stettiner Bahnhof cusgehenden nördlichen Eisenbahnftreden spielt sich infolgedessen der Personenverkehr nur noch sehr gestellt ist. Herr Havenstein hat's erreicht! Die Reichsbant hat Reichsbant nur Teilbeträge in millionenscheinen oder| 500 und 1000 m. werden neue Stüde herausgegeben heute ihre Pforten schließen müssen, sie hat vorübergehend ihre den fleinsten Abschnitten: 10, 20 und 50- Martscheinen, d. h. in im Betrage von 500 000, 1 million und 3 Millionen. Die neuen Zahlungen eingestellt. Der Mangel an Barmitteln ist damit großen Pateten, die niemand nachzählen konnte, anbot. Bahl- städtischen Geldscheine sind als gesetzliches Zahlungsmittel anzusehen. fatastrophal geworden. Das gesamte Wirtschaftsleben drch: reiche Rassenboten zogen es vor, nach langem vergeblichen Harren unverrichteter Sache heimzukehren, statt noch länger vergeb zu erliegen, weil selbst dieses elende, heruntergekommene lich auf Geld zu warten. Die Auftritte fann man sich vorstellen. Laufmittel, das man Papiermart nennt, niat mehr n ge- Auch an den Kaffen der Banken drängten sich die Wartenden. nügenten Mengen zu haben ist. Den letzten Anstoß zu dieser Entwicklung gab der BuchDa die Reichsbank geschlossen hat, konnten heute viele Lohndruckerstreit. Die Nachricht, daß der Banknotendruck für zahlungen nicht erfolgen. Die Firma Ludwig Loewe gibt daunbestimmte Zeit zur Einstellung gelangen fönnte, hat in der her als erste Notgeld heraus und bittet die Geschäftsleute, das Geschäftswelt eine panifartige Nachfrage bei den Banten her- Notgeld in Zahlung zu nehmen, daß von der Firma vorgerufen. Die verachteten Zettel mit den bunten Bildern wieder eingelöst wird. Auf telephonische Anfrage bei der Konsum und den unwahrscheinlichen Zahlen bekamen auf einmal Genossenschaft hat sich diese bereit erklärt, das Notgeld in Zahlung Seltenheitswert. Das ist fennzeichnend für die krampfartigen zu nehmen. Zuckungen unseres Wirtschaftslebens. Gestern Flucht vor der Papiermart, heute Jagd nach der Papiermark! Der Buchdruckerstreit hätte aber eine solche Banik nicht auslösen können, wenn man nicht wüßte, wie es um die Reichsbankleitung bestellt ist. Nachdem sie es nicht verstanden hatte, die wahnsinnige Ausweitung der Inflation aufzuhalten, hat fie es nicht einmal verstanden, die rein technischen Konsequenzen aus ihrer Politik zu ziehen und rechtzeitig so viel Papiergeld bereitzustellen, wie nötig war. Berlin und ganz Deutschland standen schon im Zeichen der Geldnot, als das Gespenst des Buchdruckerstreits drohend am Himmel auftauchte. So famen die Panik, der Ansturm auf die Kassen und Banken mit dem bekannten Resultat. Wo Barmittel fehlen, setzt die Schuldenwirtschaft ein. Ein großer Teil der Arbeiter und Angestellten find schon die Gläubiger ihrer Unternehmer geworden, weil die Mittel zu den fälligen Barauszahlungen fehlen. Die Verbraucher müssen beim Verkäufer borgen, wenn sie das Notwendigste zur Er haltung ihrer Eristenz erhalten sollen. Ob der Verkäufer Kredit gibt oder nicht, hängt davon ab, wie er zur Kundschaft steht. Und was tut der, der feinen Kredit bekommt? Wie die Reichsdruckerei kurz vor Schluß des Blattes mitteilt, ist nach einigen Stunden der Unterbrechung der Betrieb der Reichsdruckerei in pollem Umfange wieder aufgenommen worden. Die Herstellung der Banknoten erleidet teine Unterbrechung. Demonstration in Lübeck. Lübed, 10. August.( TU.) Hier stellten die Belegschaften des Flenderwerkes und des Travemerkes die Arbeit ein. Offenbar im Zusammenhang mit diesen Arbeitseinstellungen bildeten sich bereits heute nachmittag an verschiedenen Stellen der Stadt Ansammlungen, vor allem vor dem Hause des Arbeitgeberbundes. Nach dem Schluß einer für heute abend einberufenen sozialdemokratischen Mit Genehmigung der Reichsregierung wird die Stadt Berlin Versammlung fam es zwischen Polizei und Demonstranten zu 3 u= in den nächsten Tagen Notgeld in den Verkehr bringen. Durch fammen stößen, bei denen mehrere Personen verUeberbrud der alten Scheine im Werte von 100, legt wurden. Notgeld der Stadt Berlin. Die Steuerarbeit des Reichstags. Bevor der Steuerausschuß in die Beratung der Flächensteuer Boltes mitzuarbeiten. Die Stimmung der Bevölkerung ist auf eintrat, stellte für die Deutsche Volkspartei der Abg. Scholz einen neuen Vorschlag zur Diskussion. Er führte aus: Meine Fraktion gibt zu erwägen, ob nicht eine Naturalabgabe der Landwirtschaft und der Industrie Es ist klar, daß die Dinge auch nicht einmal ein paar Tage an die Stelle der Geldabgabe zu sehen ist. Das würde ihm auch die so weiter gehen können. Ueber den Augenblick fann man sich Möglichkeit geben, über wertbeständige Produkte zu vervielleicht mit Kredit und Notgeld, wie es die Stadt Berlin fügen, über Kohlen, Kali und Roggen. Auf dieser Basis könnte herausgibt, hinüberhelfen. Aber wenn es nicht gelingt, binnen kürzester Zeit die Dinge in Ordnung zu bringen, steht Unabsehbares bevor. das Reich neue wertbeständige Anleihen ausgeben und damit neue wertbeständige Zahlungsmittel schaffen. Abg. Zapf( D. Bp.) for derte, daß ein besonderer Ausschuß sich mit diesen Fragen befasse. Die Berhandlungen im Buchdruckerstreit sind im Gange. fchlages, ich bitte aber die Beratung der dringenden Steuervorlagen Finanzminister Hermes: Ich würdige die Motive dieses BorSie müssen zu einem schleunigen Abschluß gebracht damit nicht zu belaften. Wir fönnen nicht durch das Notprogramm werden. Dabei ist zu bedenken, daß die Buchdrucker, die unsere Finanztage ändern und die Währung in die Hand nehmen, früher die Elite der Arbeiterschaft darstellten, heute tief unter wenn wir uns in diesem Zeitpunkt mit der Diskussion über diese anderen Kategorien herabgefunken sind. Die Forderung nach Gedanken belasten. Wir haben in unserm Memorandum vom einem Papiermarklohn, der ein Aequivalent für 20 Goldmark 9. Juli an die Entente die Erfassung von deutschem Privatvermögen pro Woche darstellt, bringt ihnen, wenn sie erfüllt wird, nur in Aussicht gestellt. Wir müssen mit der Ausführung dieser Borzwei Drittel des Vorkriegslohnes. Richtig ist, daß die Lage des Buchdruckergewerbes nicht rosig ist. Aber die Frage des Buchdruckerstreits ist ein Polititum ersten Ranges, die mit staatlichen Mitteln sofort gelöst werden muß. Es schläge beginnen, ohne die Antwort abzuwarten. Das, was Sie aber angeregt haben, wird deshalb schen in wenigen Wochen Gegenstand eingehender Erörterungen sein müssen. Abg. Helfferich( Dnat.): Es ist keine Zeit mehr zu verlieren. Deshalb muß nach Erledigung der Borlagen das Problem auf weitester Grundlage aufgerollt werden. Was jetzt gemacht werden fann, find nur provisorische Lösungen. Atg. Fischer( Dem.): Wir müssen zunächst das Haus löschen, das brennt. Nach der Erledigung der Vorlagen müssen wir das Abg. Kahmann( Soz.): Ich erkenne durchaus an, daß die Vorlage nich durch die hineingeworfenen Anregungen aufgehalten werden dürfe. Wir müssen mit der Verabschiedung schnellstens vorwärtskommen. Morgen muß spätestens alles zum Abschluß ge= An den verantwortlichen Stellen fann fein bracht sein. Zu den Vorschlägen will ich vorbehaltlich der ErZweifel daran bestehen, was auf dem Spiele steht. Wir fordern örterungen meiner Fraktion erklären, daß wir ihnen durchaus von ihnen entscheidende Maßnahmen, um eine annähernd sympathisch gegenüberstehen. Nicht nur Industrie und Landwirt. normale Funktion des wirtschaftlichen Lebens wiederherzu- fchaft werden zu stellen. Wenn sie aber selber den Kopf verlieren, haben sie müssen, sondern der Handel und die Banken im stärksten Maße zur tein Recht, sich darüber zu beklagen, wenn es anderen ebenso Im Bertrauen darauf, daß diefe Lösung noch eintreten wird, richten wir an die arbeitenden Massen, die sich heute in Ratlosigkeit und geradezu in Verzweiflung befinden, die Aufferderung, nicht die Nerven zu verlieren. handelt sich darum, die wirtschaftliche 3irtulation Gesamtprogramm in die Hand nehmen. schleunigst wieder in Gang zu bringen, darum müssen Handlungen vermieden werden, die geeignet sind, die Dinge noch mehr zu verkehren. Naturalabgaben gezwungen Abgabe von Devisen. merden geht. Also schleunigste Beilegung des Buchdruckerstreifs, Ent- Wir sind dafür, daß wir sofort nach dem Abschluß der Vorlagen gegenkommen an die berechtigten Forderung der Arbeiter im Steuerausschuß dazu: Stellung nehmen, wobei die von uns auf vorerst nötig unter Heranziehung staatlicher Mittel, schleunigste geworfene Frage der Sach merferfajfung mitberaten und Bereitstellung der erforderlichen Zahlungsmittel. So geht's, 3u: Lösung gebracht werden muß. anders nicht! Der Ausschuß begann dann die erneute Beratung der Flächensteuer. einem Siedepunkt angelangt. Ob die Erregung zu einer Gefahr für Bolt und Baterland. wird, kann noch niemand sagen. Wir wünschen, daß dies nicht geschieht. Aber in ihren Händen, die sie die notwendigsten Nahrungsmittel in der Hand haben, liegt es, die Empörung abflingen zu lassen, indem sie erheblich mehr geben, als ie gestern vorschlugen. Wir beantragen, daß wir 15 m. pro Heftar für sechs Monate festlegen wollen. Schiele( Dnat.): Wir sind nicht mit leeren Taschen hierherge. fommen. Wenn Sie aber einen solchen Schlag gegen bie Landwirtschaft führen, so werden Sie eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion verhindern. Abg. Fischer( Dem.): Es ist reitin richtig. daß Handel und Industrie erheblich stärker belastet sind, als die Landwirtschaft. Ich bitte jedoch die Sozialdemokraten, ihre Forderungen zu ermäßigen, da fie in ihren Berechnungen von falschen Vorausseßungen aus gegangen sind. Er schlägt vor, für die ersten drei Monate 1,50 Goldmart, für die nächsten drei Monate 1 Goldmart pro Monat und Heftar( insgesamt 1 3tr. Roggen). Lange- Hegermann( 3fr.): Wenn nach dem Vorschlage von Kahmann die Dinge überspannt werden, wird weniger einkommen, als wenn wir die Sätze tragfähig machen. Die Reichsbank wird fabelhafte Kredite bewilligen müssen, um die Steuern zu bezahlen. Abg. Schmidt- Köpenick( Soz.): Gegenüber den Einwendungen, zahlen, ist folgendes Beispiel: Beim Landarbeiterstreit in Schlesien daß die Landwirtschaft keine Mittel habe, um die Steuern zu be= fonnten Landwirte Millionen an Lohn bezahlen, ohne nur auf die Bank zu gehen. Niemand glaubt der Landwirtschaft diese Klagen. Sie kann mindestens dasselbe wie Handel und Industrie an Steuern zahlen. Wir werden auf dem Lande dafür sorgen, daß diese Kagen ins rechte Licht gefegt werden. Wenn Sie immer vom National gefühl reden, dann zahlen sie endlich einmal Steuern. Herz( Soz): Wir stehen noch nicht vor einer völligen Einmütigfeit in diesen wichtigen Frogen. Das fommt nicht nur zum Ausdruc durch diese Debatten. Wir haben uns auch noch vorbehalten, eine erneute Diskussion über die Höhe der Lohnfummensteuer und der Ruhrabgabe zu führen. Wir halten es aus mirtſchaftlichen Gründen für notwendig, daß die Last der Landwirtschaft mefentlich höher ist als die der Industrie und des Handels. Bei der Industrie besteht die Gefahr, daß eine so große Belastung zu Abfazstockungen und Arbeitsschwierigkeiten führt. Damit hat die Landwirtschaft nicht zu rechnen, denn sie hat nur inländisches Absahgebiet. Die Landwirtschaft hat spielend die Belastung durch die Umlage getragen, während die jetzige Belastung nach unseren Vorschlägen nur die Hälfte ausmacht. Die Landwirtschaft ist so geldflüssig, daß sie ihre Waren nicht zu verkaufen braucht. Deshalb tommen feine Schließung der Reichsbank. Gegen den Vorschlag der Belastung von einer Goldmart pro Hef- Nahrungsmittel auf den Markt. Sie hat noch vor der Ernte alte Angeblich infolge des Buchdruckerstreiks stellte heute vormittag tar wendet sich kahmann( Soz.). Wir haben die Frage der Be- Bestände. Wenn wir Herrn Lange- Hegermann folgen wollten, um 10 Uhr die Reichsbant ihre Auszahlungen ein und lastung der Landwirtschaft noch einmal eingehend geprüft und sind dürfen wir überhaupt keine Steuern von der Landwirtschaft erheben. fchloß ihre Räume, während tausende von Kaffenboten auf Aus- zu folgendem Ergebnis gekommen: Es soll zugrunde gelegt werden Die Besteuerung muß die Landwirtschaft so tief treffen, daß sie gezahlungen warteten und die anliegenden Straßen füllten. Schutz- die Beranlagung zum Wehrbeitrag. Wir haben außer acht ge- 3wungen ist, ihre Vorräte zu verkaufen. Das Ernährungsproblem polizei zu Fuß und zu Pferd räumte dann langsam die laffen, daß dabei Freigrenzen bis zu 30 000 Goldmart gemacht wurOberwallstraße. Die Schließung der Reichsbant hatte zur den. Ein Entschuldung der Landwirtschaft ist im weitesten Maße Folge, daß im Laufe des Vormittags eine große Anzahl von Bant- eingetreten. Eine Belastung von 7 oder gar nur 6 m. scheint uns viel zu wenig. Industrie und Handel werden viel stärker herangeschäften ebenfalls teine Auszahlungen mehr vornehmen. gezogen, weil in der Regel durch Einkommen- und Lohnsummen. Die Szenen, die sich in den letzten Stunden in und vor der steuer sich eine stärkere Belastung als für die Landwirtschaft ergibt. Reichsbant zugetragen haben, spotten jeder Beschreibung. Schon Wir können nicht zustimmen, daß nur die eine Seite belastet wird, früh um 5 Uhr stellten sich die Kaffenboten der Behörden, während die Landwirtschaft bei der Einkommensteuer schon acfchont Banken, Betriebe, Bankiers, Warenhäuser, des Handels, der Zei- worden ist. Herr Hergt hat gestern gesagt, es solle ohne Feilschen tungen, Industrie, des Gewerbes und anderer Zweige in langen, und Handeln ehen. Die Landwirtschaft tann ohne Schaden zu langen Bidzadschlangen an, um mit großen Taschen und Säden ver- nehmen sich zu einer höheren Abgabe bereitfinden in einem Augen sehen, Zahlungsmittel abzuheben. Auch als pünktlich die Schalter blid, wo eine Empörung gegen die Landwirtschaft in hohem Maße der Reichsbant um 9 Uhr geöffnet wurden, verminderten sich die vorhanden ist. Wir wollen nicht die Erprefier spielen. Wir haben Schlangen" nicht. Sie wurden immer länger und breiter. und die aber die Pflicht, nach den großen Worten ihres Redners durch die Wartenden immer ungeduldiger, besonders als sie hörten, daß die Tat zu beweisen, daß sie gewillt sind, an der Beruhigung unseres " muß auch von der Steuerseite angefaßt werden. Wer das deutsche Bolt vor dem Untergang retten will, muß die Landwirtschaft zu einer Leistung zwingen, die mehr beträgt als die Leistung der Industrie. Abg. Dr. Helfferich: Das wichtigste ist die Einheitlichkeit des Vorgehens wegen der psychologischen Wirkung. Ich habe mit allen Es sind Kommeinen landwirtschaftlichen Freunde gesprochen. promißvorschläge von einem größeren Gesichtspunkte aus gemacht worden. Wir schlagen ihnen deshalb vor, weil wir der größeren Lösung entgegensehen, für die ersten drei Monate eine Goldmart, für die zweiten drei Monate ein. einhalb Goldmark pro Monat und Hektar. Ich würde auch die Herren von der Sozialdemokratie bitten, vergessen wir in dieser Stunde, was wir früher miteinander ausgefochten haben. Wollen wir in diesem Falle zusammenmarschieren, so treten Sie auf den Boden dieses Borschlages. Wir find ja eigentlich bel fammen. Merd( Bayer. Boltsparte i) bezeichnet die vorgesehene Belastung als unerträglich für die Landwirtschaft. Minister Hermes: Wir müssen schnell an die größere Reform und an die Reform unserer Währung herangehen. Wenn dem so ist, so ist der Streit um ein oder anderthalb nicht von der Bedeutung, die ihm hier beigemeffen wird. Keil( Soz.): Ich kann dem Schlichtungsversuch des Ministers nicht folgen. Ich möchte ausdrücklich erklären, daß mir uns in feiner Richtung für die Zukunft hin binden. Die Borlagen, die jetzt erst vorbereitet werden, werden erst in längerer Frist wirksam. Des halb kann der Hinweis darauf uns nicht von der wirksamen Gestaltung der jeßigen Aftion abhalten. Die Landwirtschaft fann wahr. haftig eine Last von zweieinhalb Goldmart pro Heftar im Monat fpielend tragen. Höner( 3tr.): Man beabsichtigt die Frage der Lohnfummen steuer noch einmal zu prüfen. Ich schlage vor, diese Frage und die Frage der Belastung der Landwirtschaft einem Unterausschuß zu überweisen. Minister Hermes bittet, dem Borschlag zuzuftimmen, da die Beratungen gezeigt hätten, daß man ehrlich eine Verständigung suche. Es wird ein Unterausschuß eingefeßt, der um 2 Uhr feine Tagung beginnt. Bitte recht freundlich. Gewerkschaftsbewegung An die Berliner Arbeiterschaft! Es ist unmöglich, daß dies so fortgehen kann. Unsere Kräfte werden gerade jetzt fo dringend gebraucht, um die berechtigten Forderungen der Arbeiterschaft durchzusehen, daß wir die Genossen erfuchen müffen, hierauf die gebührende Rücksicht zu nehmen. Die Hochbahn streikt schon wieder. Jeder Geschäftsinhaber, auch der fleinste, der mit Kohl, Heringen, Margarine sder Stiefelwichse handelt, müßte nebenbei Amateurphotograph sein. Ein wohliges Gefühl durchzuckt unsere Glieder und ein Lächeln wird euch auf das ernsteste Gesicht gezaubert, wenn der Künstler hinter dem schwarzverhangenen Gudfasten mit der lichung folgender Mahnung: Der Bundesvorstand des ADGB. ersucht uns um Beröffentliebenswürdigsten Miene von der Welt seinen alten Schlachtruf ertönen läßt: Bitte, recht freundlich! Leider haben viele LadenDie Arbeiter verlangen und erhoffen von uns, daß wir in der inhaber hiervon nichts gelernt. Manche Geschäftsleute fönnen be- augenblicklichen Lage helfen sollen. Das erkennen wir durchaus stridend liebenswürdig sein, wenn das Geschäft schlecht geht, Ware als unsere Pflicht an und sind täglich und stündlich unausgesetzt beim Ueberfluß vorhanden ist und die Konkurrenz zur freundlichen müht, unsere schwere Aufgabe zu erfüllen. Wir werden aber seit Bedienung der Kunden, die doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit einigen Tagen hieran sehr start gehindert, weil ungezählte Depufein sollte, zwingt. Sobald aber die Ware knapp ist, die bekannten fionen aus den Betrieben uns vom Morgen bis zum Abend die Schlangen vor den Geschäftsläden sich bilten und troß schon fast Zeit rauben und fast jede ruhige Arbeit unmöglich machen. willkürlicher Preismacherei die lebenswichtigsten Nahrungsmittel förmlich erbettelt werden müssen, schlägt die gute Laune um. Der Geschäftsmann von der nicht seltenen Sorte, die wir meinen, fegt fich auf das hohe Pferd, herrscht in seinem Laden wie ein Diftator, wird schnoddrig und unverschämt. Man foll in solchen Dingen auch die Kehrseite der Medaille beleuchten. Die Hausfrauen sind schon durch die Preise maßlos verbittert und nervös geworden. Man wittert allenthalben Uebervorbeilung, sei es durch Warenzurüdhaltung oder zu hohe Preise. Rauhe Worte fallen und Anzeigen Die Schattenseiten der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise werden erstattet, die sicher oft nicht berechtigt sind. Dann muß es zeigen sich hier in so finnfälliger Weise wie sonst selten. Das Privat aber gerabe die Aufgabe und die Umgangstunft tes gewiffensreinen tapital macht die technische Berbesserung des Riesenstadt- VerkehrsHändlers fein, die Ruhe zu bewahren und nicht durch unfreundliche, mittels den Profitinteressen seiner Aktionäre dienstbar. Durch seine aufreizende Redensarten die Nervosität und Erregung noch zu Tavifpolitit schlägt es die Konkurrenz der Straßenbahn aus dem steigern. Die Käufer follen Verständnis haben für die schwierige Felde, nachdem es die Straßenbahn durch tollsten Raubbau ruiniert Vor Eintritt in die Tagesordnung erhebt Abgeordneter Koenen Lage, in der sich gerade jetzt fo viele Kleinhändler bei der Be- und die Trümmer der Gemeinwirtschaft überlassen hat. Nachdem es Einspruch gegen die Verfügung des Präsidenten, die den Bulaß zum Schaffung der Ware und des Betriebsfapitals befinden, aber noch so die große Maffe der Bevölkerung in den Dienst seiner Profit Reichstagsgebäude unter strenge Kontrolle stellt. Er bestreitet, daß mehr Verständnis für die geplagte Psyche des Käufers muß man intereffen gezwungen hat, läßt sie jede Rücksichtnahme auf das Publi im Hause Verkehrsschwierigkeiten durch die zahlreichen Deputationen beim Händler, der sein Handwert verstehen will, erwarten. Be- tum fallen. Sobald eine Fahrgelderhöhung angekündigt ist und das entstanden sind. Die Arbeiten des Reichstags feien bisher noch nicht drohlichste Situationen lassen sich retten durch Humor. Die auf Publikum sich mit Fahrkarten versorgen will, ebenso am Wochenende gestört worden. Vielleicht aber stört der Geruch der Männer in der geregteften Gemüter werden besänftigt durch einen guten oder auch wenn neue Wochenfarten gelöst werden, wird von drei oder vier Arbeiterbluse die empfindlichen Nasen der Herren von rechts.( Unnur faulen Wig. Also versucht es einmal auf beiden Seiten mit Fahrkartenschaltern ein einziger geöffnet. Die Fahrgäste müssen sich ruhe rechts.) Der Redner verlangt sofortige Aufhebung der Ber- dem schönen alten Machtwort. Bitte, recht freundlich! Wir müssen in Schlangenlinien anstellen. Auch nur auf den Gedanken zu fügung des Präsidenten. in dieser grausamen Zeit soviel nach innen weinen, daß wir uns tommen, die Fahrkarten auch an anderen Stellen abzugeben, wider. nicht auch noch nach außen hin durch böse Reden das Leben strebt den Profitintereffen, weil dafür eventuell eine kleine Vergütung schwerer machen sollen, als es fon ist. zu zahlen wäre. Die Bagen, die einige Touren zurückgelegt haben und nur allzudeutlich die Spuren der Benützung aufweisen, werden von den Endstationen aus mit allem Schmuz immer wieder in den Berfehr gebracht, ohne auch nur einer oberflächlichen Reinigung Hälfte ausgeschaltet, damit die Wagen nicht etwa als Lefekabinette unterzogen zu werden. Von den Beleuchtungskörpern ist über die benügt werden. Wie die Heringe muß sich der Massenstrom von Menschen vor und nach der Arbeit in die Profitkutschen der Hochbahn preffen lassen. Sigung des Reichstages. Mehrere Stunden vor Beginn der heutigen Reichstags. sigung drängten sich vor den Portalen Deputationen aus Berlin und von auswärts, die Zulaß zu den Abgeordneten haben wollten, um sie von der Not des Volkes zu unterrichten. Ueberfall auf einen Untergrundbahnschalter. Der Räuber entflohen. Präsident Löbe erwidert, daß der Zutritt der Deputationen zum Reichstage teineswegs verhindert werden sollte. In den letzten Tagen sei der Andrang aber so start geworden, daß er sich zu der Anordnung genötigt gesehen habe, daß jeder Abgeordnete auf einmal nur drei Gäste empfangen dürfe. Seien diese erledigt, so fönnten orei neue fommen. Wenn nur dreihundert Abgeordnete von diesem Recht Gebrauch machen würden, so seien das bereits über 900 Gäfte. Löbe teilt dann mit, daß bereits Klagen auf bem Untergrundbahnhof Bobbielsti- Ilee verEin Kaffenraub wurde in der vergangenen Nacht gegen 1% Uhr von Abgeordneten über die Behinderung durch den Andrang ber fucht aber vereitelt. Auf dieser Haltestelle besorgt die Fahrkartenerhalten werden. Die Gäste hätten sogar fremde Fraktions- perfäuferin zugleich auch das Knipsen der Karten. Besondere Knip zimmer betreten. Der Abgeordnete Malzahn habe zugegeben, allein mehr als 50-60 Gäste empfangen zu haben. Als ihm die Verfügung des Präsidenten bekannt wurde, habe er sich trotzdem nicht daran gekehrt.( 3urufe rechts.) Abg. Koenen( Romm.) entgegnet, man sollte sich freuen, wenn die Arbeiter noch nach dem Reichstage kommen und in dieser Not nicht andere Wege beschreiten. Abg. Müller- Franken( Soz.) stellt fest, daß infolge der im Reichstage erzeugten Unruhe der Dollar an der Berliner Börse schon wieder auf 4 Millionen gestiegen sei, während er aus New York mit 3,5 gemeldet war. Er billigt ausdrücklich die Verfügung des Präsidenten. Nach einer erneuten Erwiderung fann das Haus in die Tages. ordnung eintreten. Das Abkommen mit Polen über eine gemeinschaftliche Deichverwaltung in der Marienwerder Niederung wird angenommen. Die abgesagte Verfassungsfeier. fer find nur an verfehrsreichen Tagen tätig. Die Verkäuferin nimmt auch die Karten der aussteigenden Fahrgäste entgegen und dieje tönnen dann durch einen schmalen Gang, der an ihrem Stance vorbeiführt, hinuntergehen und den Bahnhof verlassen. Mit dieser letzte Zug, der um 1,29 Uhr Dahlem verläßt, eben aus der HalteEinrichtung hatte augenscheinlich ein Räuber gerechnet. Als der stelle Boobielsti- Allee hinausgefahren war, trat ein junger Mann an die Kartenverfäuferin heran und forderte sie mit angeschlagenem Revolver auf, ihm den Bestand der Kaffe her auszugeben. Die Verkäuferin ließ sich aber nicht einschüchtern, rief vielmehr fofort um Hilfe. Der Borsteher der Haltestelle, der soeben den legten Zug abgefertigt hatte, fam fofort herbeigeeilt. Jegt er. griff der Räuber die Flucht. Rückwärts laufend hielt er den Borsteher mit dem Revolver in Schach, und so gelang es ihm, zu entkommen. Nach Befundung eines Wächters hat er sich in der Nähe der Haltestelle auf ein Fahrrad geschwungen und ist davonge fahren. Der Räuber ist nach der Beschreibung, die die Verkäuferin von ihm gibt, etwa 20 Jahre alt, 1,65 Meter bis 1,7 Meter groß, von hagerer Gestalt, und trug einen grauen Anzug und einen grauen Hut. Opfer der Zeit. Die Schikanen der Münchener Polizei. München, 10. Auguft.( Eca.) Da die Polizeidirektion ,, Der Tod verföhnt das Leben soll ohne Haß sein- DON München die für nächsten Sonntag geplanten Berfassungsfeiern der einem Arme wurde ich in den anderen gezwungen." So schrieb in Sozialdemokratischen Partei, des Gewerkschaftsbundes und des re- einem Abschiedsbrief die 19jährige Kontoristin Gertrud K. aus der publikanischen Reichstundes, sowie den Festakt auf der Theresien- Frankfurter Allee, die gestern früh von der Treptower Eisenwiefe genehmigt, jedoch alle 3üge zum Festplat ver- bahnbrüde aus großer Höhe in die Spree fprang boten haite, haben die genannten Organisationen die Verfassungs- wollte nichts von ihr wiffen. Die junge Selbstmörderin war am und nicht zu retten war. Sie liebte nur einen, und gerade der feier nunmehr abgesagt. Sie begründen diesen Entschluß in einer 5. April von den Büchner- Werken, die sie nur zu: Probe ange öffentlichen Erklärung, in der schärffter Protest gegen die neuer- nommen hatten, entlassen worden. In der am Brüdengitter einlichen schifanöjen Maßnahmen der Behörden in München" erhoben geklemmten Handtasche fanden sich neben 58 532 M. Papiergeld. und das gesamte verfassungstreue Bolt Bayerns und des Reiches zwei Schminfftifte und ein Romanband" Die Dichterin" von Hans aufgerufen wird, sich diesem Protest auzuschließen. Land. Die Börse schwankt. Rentenabfindung und Geldentwertung. Wer von einer Behörde Geld zu friegen hat, tann gewöhnlich lange warten, bis es ihm ausgezahlt wird. Daß auch in Zeiten der Gelbentwertung, wie wir sie jest schaudernd erleben, über diese oft In den ersten Vormittagsstunden hatte es den Anschein, daß gerügte Langsamteit geklagt werden muß, folite man faum für auf Grund der geftrigen günstigeren Marfmeldungen aus möglich halten. Ein Kriegsbeschädigter meldet uns, daß er New York der hiesige Devisenmarkt eine kleine Erleichterung erfahren vom Berforgungsamt II Berlin noch eine Abfindung würde. Im freien Berkehr hörte man den Dollar bei abgeschmächter in Höhe von 660 000 m. erwartet, die ihm durch Schreiben vom Tendenz zwischen 3½ und 3 Millionen, doch im weiteren Berlauf 5. Juli 1923 zugesprochen worden ist. In den reichlich vier Wochen, änderte sich das Bild der Börse vollständig. Die Befürchtungen, die feitdem vergangen find, hat die Geldentwertung sich mit rasender daß sich unsere wirtschaftliche Lage weiter verschärfen wird, nahmen überhand und bewogen zur erneuten Deviseneindeckung. Die teilweise Schließung der Kaffen einiger Banten wegen Geldmangels rief Bestürzung hervor; so nannte man gegen 12 Uhr den Dollar bereits mit 4 600 000, wobei im nachbörslichen Berkehr ein weiteres Steigen zu erwarten ist. Bei der amtlichen Festsetzung entschloß man sich, niedrigere Kurse anzunehmen; so wurde des fund mit 18 millionen und der holländische Gulden mit 1550 009 notiert. Der Effettenmarkt bot am Eingang das Bild wie der Devisenmarkt. 1 schwedische Krone Amtliche Devisenkurse. 10. Auguft Käufer( Gelb-) Kurs Sturs Berkäufer ( Brief-) 9. Auguft Käufer 1546125. 1558875.- 1895250.1271812.50 1278187.50 1516925. Verkäufer ( Brief) Rurs ( Geld-) Kurs 1 holländ. Gulden B 1 argent. Bav. Befo 1 belgischer Frant. 169575.. 170425.215460.1 norweg. Krone. 638400.671600. 1 dänische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer Ben 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französisch. Frank 1 brasilian. Milreis 718200. 1037375.109725. 1895250.167580, 17955000. 3890250. 223460. 379050. 1 Schweizer Frank 718200. 721800.1052625. 110275. 1904750. 168420. 18045000. 3909750. 224560. 380950. 721800. 778050.881790. 880210. 1276800. 1288200. 134662. 180838.2394000.- 2406000.207480. 208520.21945000. 22055000.4847850.- 4872150. 275810. 1904750. 1558875.216540. 781950.276690.867825.- 872175.538650. 541350. 5586. 117206.5614.117794. 673812.50 6982.50 149625 214,54 36090.249.37 44887.51870.1 spanische Beseta 100 österr. Ser.( geft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische trone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslaw. Dinar. 213.46 35910. 41895.- 42105.vier Wochen für seine 660 000 m. hätte faufen fönnen, wird jezt Schnelligkeit fortgefeßt. Bon dem, was der Kriegsbeschädigte vor das Geld jezt endlich in seine Hände gelangen sollte, taum noch nicht mehr viel für ihn zu haben sein. Wahrscheinlich fann er, wenn den zehnten Teil davon taufen. Machen sich denn die zuständigen Behörden nicht flar, wie die Geldentwertung wirft? Barum wird nicht dafür gesorgt, daß jeder Empfangsberechtigte in fürzester Frist zu seinem Geld tommt? Keine Berfaffungsfeier im Rathaus. Die Verfassungs. feier im Stadthause fällt am Sonnabend aus. Die Verkehrseinschränkung. Als erste Folge der zugunsten der Beförderung der lebenswichtigen Güter angekündigten Einschränkungen im Personenverkehr werden die Schnellzüge BerlinMünchen, Berlin Altona ausfallen. = Hamburg drukt wieder Notgeld. Ist erst die Straßenbahn vollständig zum Erliegen gebracht, sann hat die Hoch- und Untergrundbahn ein uneingeschränktes Monopol, das sie jetzt schon nahezu vollständig hat. Aber nicht nur das Publikum soll den Interessen der HochbahnAktionäre tributpflichtig gemacht werden, sondern auch die Arbeiter und Angestellten. Die Differenzen, die vor einer Woche zum Streit führten, waren infolge der Nachgiebigkeit des Personals am Sonnabend bereits wieder beigelegt und alles schien wieder in der Standpunkt hervortehren, ein Erempel statuieren an den„ Rädelsalten Ordnung. Allein die Direktion will ihren Herr- im- Hauseführern". Die drei an der Spitze stehenden Streiffünder werden drei Tage nach Beilegung des Streits gemaßregelt und auf den Rechtsweg" verwiesen, das heißt an den Schlichtungsausschuß, der ihnen eine Abfindungssumme aussprechen kann, die die Direktion aus den Taschen des Publikums mit Bergnügen bezahlt, um ihr Ansehen" zu wahren und um die übrige Angestelltenschaft ins Bodshorn zu jagen. Das Personal aber weiß worum es fich handelt und erklärt sich mit den drei Gemaßregelten, die in seinem Interesse gehandelt haben, solidarisch. " Die Direttion aber beharrt auf ihrem Herrenrecht und fümmert sich den Teufel darum, wie der Riefenverkehr sich ohne die Hochund Untergrundbahn abspielen soll. Sie hat die Gelder für die Fahrten größtenteils schon in ihren Kassen durch das Bloc. und Wochenfartensystem. Das Publikum, mit dem hier rücksichtslos Schindluber ges trieben wird, steht solchen Dingen einfach ohn mächtig gegen. über. Allein, sofern es nur sehen mag, es bekommt hier einen grund. lichen Anschauungsunterricht über den Segen der tapitalistischen Wirtschaft, die die überzeugendsten Gründe dafür liefert, baß derartige Verkehrsunternehmungen in allererster Linie in fommunale Regie übernommen werden müssen. Einstweilen aber weil der Hochbahndirektion die Nasenspitzen ber drei Angestellten nicht mehr gefallen müffen wir zusehen, der drei Angestellten nicht mehr gefallen wie wir per pedes apostolorum oder mit der Straßenbahn ins Geschäft und wieder nach Hause kommen. Buchbinderverband. Achtung, Buchbindereiarbeiter in den Buchdrudereibetrieben. mischten Betriebe in den Streit zu treten. Wir apellieren Fast einstimmig beschloß die Buchbindereiarbeiterschaft der ge= Folge zu leisten. an die Solidarität aller Kollegen, diesen Streifaufruf unbedingt Die Streifleitung. Ufer 24, 2 Treppen, 3immer 37. Das Streifbureau befindet sich in unserer Ortsverwaltung, Engel Ufer 24, 2 Treppen, Zimmer 37. Buchdrucker und Silfsarbeiter. Die Funktionäre beider Organisationen treffen sich morgen, Gonnabend früh, 29 Uhr, zweds Information im Gaal 5 pes Gewertschaftshauses. Butritt nur gegen Borzeigung des Parteimitgliebsbuches. Die Frattionsvorstände des BSPD Buchdruder und Hilfsarbeiter. Arbeitslose Buchbrucer. Die Arbeitelofen treffen sich Gonnabend um 9 Uhr auf dem Nachweis Dircksenstraße zwecks Besprechung. Der Arbeitslofentat. Die Hamburger Finanzdeputation wirb, um die Berantwortlich für Politik: Victor Schiff, Berlin; Birtschaft: Artur Saternus, Bahlungsmittelfnapheit einigermaßen einzuschränken, Aushilfsscheine Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Cytorn, Berlin: Feuilleton: in Umlauf jegen. Sie hat zu diesem Zwed hamburgische Aus R. S. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Feis Raritäbt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. hilfsscheine über den Betrag von 5000 m., die bereits früher Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei hergestellt, aber infolge der Bestimmungen des Reichsfinanz- und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. minifteriums nicht haben ausgegeben werden können, durch Ueber. bruck mit roter Farbe zu Scheinen über den Wertbetrag von fünf Millionen Mart gemacht. Das Wasserzeichen des verwandten Bapieres zeigt ein dem Hanseaten- Kreuz ähnliches Kreuz auf hellem Grund. Die Herstellung weiterer Aushilfsscheine wird unverzüglich erfolgen. In Altona beschloß der Magistrat zur Befeitigung der Zahlungsmittelknappheit fofort größere Mengen Notgeld herstellen zu lassen. Der Druck der Scheine erfolgt mit 500- Mart- Notgeldscheine. Die Außertraftsegung des Notgeldes wird rechtzeitig bekanntgegeben. Achtung! Achtung! Funktionär- Versammlung 488787.50 488212.50 größter Beschleunigung, und zwar burch ben lleberbrud ber alten der Buchdrucker u. graphischen Hilfsarbeiter 676687.50 7017.50 150375.An unfere Pofiavonnenien. Die illuftrierte Beilage„ Bolt und 250.63 3eit" fonnte wegen technischer Schwierigkeiten heute nicht beigefügt 45113.- werden. Sie wird der Abendausgabe am Montag, den 13. August, 52130.- beigegeben. am Sonnabend vormittags 10 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses". Die Streikieitung. J. A.: Keller.