Nr.374 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 186 Bezugspreid: aft Fire bie erfte Sälfte 50000 M. voraus zahlbar. Unter Arenz band für die erste Hälfte nguft für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Defterreich und Luremburg 64000 M., für das übrige Ausland 75 000 0. Bostbezugspreis freibleibenb. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Boll und Zeit", der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abcese: Gozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillezeile toftet 75000 M. Reklamezeile 375000 M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 30 000 W.( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 14 000 SN. Stellengesuche das erfte Wort 14 000., fedes weitere Wort 12 000. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten 8etle 15 000 m. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Berlag: Douboff 2506-2507 Redaktion: Dönhoff 292–295 Sonntag, den 12. August 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstraße 3 Cuno- Krise. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zur Regierungsfrage. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion trat an ihre Bereitwilligkeit erklärt, einen Teil der Verantwortung| politik könnte nach dem Beschluß der Fraktion nur schädlich Sonnabendnachmittag zur Erörterung der allgemeinen politi- zu übernehmen und nach Kräften für Besserung zu forgen. mirten, weil sie geeignet ist, die Stellung der Partei bei schen Lage zusammen. Nach einer mehrstündigen Debatte Daß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion dieser fünftigen Verhandlungen zu schwächen. Kommt es zu solchen wurde folgender Beschluß mit großer Mehrheit angenommen: Entschluß nicht leicht geworden ist, versteht sich von selbst. Verhandlungen und führen sie zu einem Abschluß, dann muß Die Fraktion hält angesichts der schweren außen- und Aber er ist gefaßt, und sollte er dazu führen, daß die Partei eben die Erfahrung gemacht werden, und alle Parteiinnenpolitischen Situation eine vom Bertrauen der gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der genoffen werden einig sein in dem Wunsch, daß der Verfuch breifen Maffen mitgetragene und unterstützte Regie- Mitte eine Regierung bildet, dann wird es Sache der um den auf die Dauer ja doch nicht herumzufommen ist rung, die stärker ist als die gegenwärtige, für notwendig. Barteigenoffen im Lande sein, sich geschloffen hinter die Ver- nicht zum Schaden der Partei ausschlagen möge. Sie hat zur Regierung Cuno nicht das Vertrauen, diesen treter der Sozialdemokratie in der Regierung zu stellen, daBorausfehungen zu genügen. mit sie das Notwendige auch durchsetzen tönnen. Denn Eine von der Sozialdemokratie zu unter- es hat feinen Sinn, darüber zu debattieren, ob etwas getan slühende Regierung ist auf folgender Grundlage zu werden soll, wenn es schon getan ist. Dann heißt es eben, mit den Tatsachen rechnen und das Beste aus ihnen machen für die Partei und für das arbeitende Bolt. bilden: Energische Durchführung der befchloffenen Finanzmaßnahmen. Durchgreifende Finanzreform auf Grundlage der Heranziehung der Wirtschaft mit garantierter Belastung ihrer Sachwerte. Inflation, Goldkredite, Borbereifung der Goldwährung. Eine Fortsetzung der Diskussion über die Koalitions Währungsreform: Schleunige Eindämmung der An die arbeitende Bevölkerung Berlins! Die wirtschaftliche Cage ift durch die Cuno- Regierung fatastrophal Wertbeständige Löhne; wertbeständige, hin- geworden. Die Berliner Gewerkschaftstommission reichend erhöhte Sozialrenten und Erwerbslofen- und das Oristartell Berlin des Afu- Bundes haben unterstühungen. in Voraussicht des kommenden in schärffter Weise zum Verlaufe der Dinge Stellung genommen. Allen Regierungsstellen ist immer wieder deutlich die Not der maffen gezeigt und die Loslösung der Reichswehr von allen illegalen Organisationen. Außenpolitische Aktivität zur Lösung der Reparationsfrage unter vollster Wahrung der Einheit der Nation und der Souveränität der deutschen Republit. Antrag auf Anmeldung zum Bölferbund. Dringlichkeit einer durchgreifenden Hilfe dargelegt worden. Es geschah nichts! In lehter Stunde haben am 10. August die Ausschüsse der Nach reiflichem Erwägen des Für und Wider hat die Berliner Gewerkschaftskommission und des Ortskartells Berlin des fozialdemokratische Reichstagsfraktion ihr Bestes getan, um ufu- Bundes unter Hinzuziehung des Bollzugsrates der FreigewertDie politische Krise zur Lösung zu bringen. Sie erschaftlichen Betriebsrätezentrale des ADGB. und des öffnet der Regierung Cuno den Weg aus der Verant- af- Bundes und der drei Arbeiterparteien die Berliner Gewortung, indem sie sich unter bestimmten Voraussetzungen wertschaftsvorstände zusammenberufen, um zur gegenbereiterklärt, an der Bildung einer neuen Regierung mitzu wärtigen Cage Stellung zu nehmen. wirken. ㄓ 11 Eine politische Krise ist vorhanden, nicht erst seit gestern oder heute. Sie ist sichtbar geworden durch den berühmten " Not" Artitel der Germania". Wäre es nur ein einzelnes Blatt, ein einzelner Verfasser gewesen, der aus der Reihe getanzt wäre und seinem Unmut Luft gemacht hätte, dann hätte sich dieser Zwischenfall leicht beilegen lassen. In Wirklichkeit aber sprach der Artikel nur aus, was man in den Barteien und im Volt ziemlich allgemein dachte und fühlte. Schon damals wurde hier gefagt, daß damit die Regierungsfrise eröffnet sei, da ein Reichskabinett unter den gegebenen schwierigen Umständen von einem rein formalen und nur noch fiktiven Vertrauen des Parlaments nicht zu leben vermöchte. Durch die Ereignisse der letzten Tage hat sich die Krisenstimmung verschärft. Infolge mangelnder Voraussicht der Regierung, die nicht einmal die notwendigen Zahlungsmittel rechtzeitig bereitzustellen verstand, ist eine tiefgreifende Erregung und Erbitterimg in der ganzen Bevölkerung entstanden. Rompliziert wird die Lage durch die verbrecherische Generalftreitheße der Kommunisten. Es tann feine Rede davon sein, daß irgendeine Regierung vor einer derartigen Hehe zurückweichen tönnte. Regierungen stürzen werden die Kommunisten erst dann können, wenn sie sich im Parlament eine solche Stellung erworben haben, daß die Regierung ohne ihr Vertrauen nicht existieren kann. Diese Stellung haben die Kommunisten im Reiche nicht, und der Reichs. tag wird sich in seinen Beschlüssen durch Standal und Drohungen nicht bestimmen lassen. Gäbe es ein Mittel, Cuno zu halten, dann wäre es die fommunistische Generalftreifhehe. Sie gibt der Rechten Gelegenheit, die Parole auszugeben, man dürfe sich nicht von der Straße fommandieren lassen. Aber davon fann in Wirtlichkeit keine Rede ein. Wenn Cuno geht, dann geht er nicht wegen des tommunistischen Spettafels, sondern troß ihm. Nun ist es Sache der Arbeitsgemeinschaft der mitte zu überlegen, welche Konsequenzen sie aus dem Be schluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zieht. Sie ist in ihren Entschlüssen frei. Folgende Forderungen sind von uns erhoben worden: Einführung einer wirklich wertbeständigen Entlohnung, die die Lebenshaltung der Lohn- und Gehaltsempfänger sichert; Automatische Anpassung der gesamten Sozialversicherung und Wohlfahrtspflege an die Geldentwertung; Wertbeständigmachung aller Steuern; Die Debatte über den schwerwiegenden Beschluß wurde mit voller Sachlichkeit geführt. Auch die Minderheit weiß, daß es für die Mehrheit für ihren Beschluß keinen anderen Beweggrund gibt als die Ueberzeugung, daß mit ihm den Interessen der werttätigen Massen gedient werde. Die blöde Verleumdung, es handle sich um einen Liebesdienst, der den Gegnern der Arbeiterklasse erwiesen werden soll, bleibt den Kommunisten überlassen. Für die Kommunisten aber und die bebauernswerten fiche Warnungstafel aufgerichtet. Die erdrückende Masse des Boltes, insbesondere auch die Arbeiterschaft, will, daß sich die Maßnahmen, die auf Initiative der Sozialdemokratie eingeleitet worden sind, um die wirtschaftliche Lage zu bessern, aus wirten sollen: Festigung der Reichsfinanzen, Besserung des Markturses, Wiederherstellung der wirtschaftlichen Zirkulation, Herbeischaffung von Lebensmitteln. Wenn die Kommunisten über die Arbeiter eine neue Hunger= blodade verhängen wollen, menn sie verhindern wollen, daß die Geschäfte der Baissespekulanten, der Schieber und Wucherer gestört werden, wenn sie den bezahlten Agenten Poincarés unbezahlte und unbezahlbare Hilfe leisten wollen, so mögen fie tun, was sie nicht lassen können. Aber sie sollen darauf gefaßt sein, daß sich die Arbeiterschaft, soweit sie nicht wird. Die Kommunisten spielen ein hohes Spiel. Je höher Selbstmord begehen will, dagegen zur Wehr sehen wird. Die Kommunisten spielen ein hohes Spiel. Je höher und ihre eigenen Anhänger von heute werden sie zur ihre Einsätze werden, desto sicherer werden sie es verlieren. Berantwortung ziehen. Arbeiter, die ihren Verwirrungsparolen folgen, fei eine beutDas ist keine leichtfertige Prophezeiung. Treiben es die Kommunisten weiter wie bisher, so reden wir in vierzehn Tagen noch einmal darüber! Organisierte Sicherstellung aller Lebensmittel und Bedarfs- August Bebel zum Gedächtnis. artifel; Dedung aller Staats- und Gemeindeausgaben durch die Ergebnisse schärffter Goldbelastung des Befißes in Industrie, Handel und Landwirtschaft; Berschärfte gesetzliche Sicherung gegen Einschränkung und Schließung der Betriebe. Die Regierung Cuno bietet teine Gewähr für die Durchführung dieser Maßnahmen. Die Beseitigung dieser Regierung ift eine Notwendigkeit. Wir verlangen vom Reichstag fofortige gesetzgeberische Entfcheidungen zur Berwirklichung dieser Forderungen. Zum zehnten Male jährt sich jetzt der Tag, der einst tiefe Trauer über die gesamte sozialistische Welt verbreitete: Am 13. August 1913 hatte August Bebel, der greise und doch immer jugendfrische Führer der deutschen Sozialdemokratie, seine Augen zum letzten Schlummer geschlossen. Er war, um mit einem von ihm selbst oft angewandten Worte zu sprechen, zur großen Armee abberufen worden. Jahrelang vorher schon hatte er mit einem Herzleiden zu kämpfen gehabt, das ihn zeitweilig von der politischen Arbeit fernhielt. Aber immer wieder hatte seine Energie und sein Wille das Leiden bezwungen, bis er endlich doch unterlag. In einem schweize= Unter dem Druck der Massen ist das Parlament durch Steuerbeschlüsse einem Teil dieser Forde- rischen Sanatorium, wo er Genesung gesucht hatte, verrungen gerecht geworden, die Erfüllung anderer Teile ift vorbereitet. Für die Beseitigung der Cuno- Regierung ist gesorgt! Die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung hat begonnen. Ihre Berteilung ist aber nur möglich, wenn der Berkehr organisch funktioniert! Der Generalstreit ist deshalb das ungeeignette mittel, die Lebens- und Zahlungsmittelnot der Bevölkerung zu beseitigen. Aus diesem Grunde haben die Ausschüsse der Berliner Gewertschaftskommiffion und des Ortskartells Berlin des Afl- Bundes die Ausrufung des Generalstreiks abgelehnt. Unter Würdigung aller Borgänge im Sinne gewertschaftlicher Beurteilung der Vorbereitung des gegenwärtigen Generalftreits" erklären wir erneut, daß wir und die uns angefchloffenen Gewerkschaffen mit dieser Bewegung nichts zu tun haben. Als Partei würde es die Sozialdemokratie wohl ver Die Berantwortung für alle Folgen der Teilnahme hat jeder tragen, wenn sie in eine flare und scharfe Oppositions: gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmer Groß- Berlins selbst zu it e II ung einrüden dürfte. Ob diese Entwicklung den nächfragen. stellung ften Intereffen des Reiches förderlich wäre, mag an anderer Gewerkschaftstommiffion Berlins und Umgegend. Stelle überlegt werden. Sabath. Die Sozialdemokratie hat sich nie in die Regierung ge- Allgemeiner freier Angestelltenbund, Orts: drängt, sie drängt auch nicht nach einer Oppositionsstellung. Sondern sie hat, angesichts der traurigen Lage des Boltes, Flatan tartell Berlin. Reinsberg. Rogah. hauchte er den letzten Atemzug. Die Kunde von seinem Tode erschien den Kampfgefährten des Alten unfaßbar, trotzdem fühler Verstand sie doch längst erwarten mußte. Es war plötzlich eine Lücke da. Ein Etwas fehlte, das nicht zu ersetzen schien, so sehr man sich auch des alten Wortes zu erinnern fuchte, daß nichts in der Welt unersetzbar sei. Es war die große Führerpersönlichkeit, die aus dem Dasein ausgelöscht ward; die lebende Ueberlieferung der Partei; ein Mann, der die Entwicklung der ganzen Bewegung von ihrem Anfang bis zur ragenden Größe mit durchkämpfte und mit durchlebte, der gewissermaßen zur Berkörperung der Partei selbst geworden war. Oft hatte man sich sorgend gefragt, ob nach Bebels Tode nicht die Partei auseinanderfallen werde, ob nicht mit seinem Abgang das feste Band zerreißen würde, das so mannig= faltige Temperamente in einem großen Bunde zusammen gehalten. Bebel selbst hat noch kurz vor seinem Tode jeden Gedanken an einen Zerfall oder eine Spaltung der Partei weit von sich gewiesen. Nach seiner Meinung war es ein Vorzug, daß die Partei demokratisch organis fiert sei, daß in der Folge niemand mehr eine durch Tra Dition überragende Stellung im Rate einnehmen werde. So lange der Friede dem Lande erhalten blieb, bestätigte sich auch seine Voraussage. Aber der Weltkrieg mit seinen län der und völkerzerstörenden Wirkungen grub auch der Ein heit der deutschen Sozialdemokratie das Grab, erschuf die * wurde. Spaltung, die Selbstzerfleischung, unter deren vernichtenden ben, weil er noch unter dem Einfluß des Hasses geboren Das bis zum Offober erforderliche Brofgetreide ist in der Birkungen die deutsche Arbeiterklasse heute noch leidet. Hand der Regierung. Die Zufuhr an& artoffeln und Gemüse Aber es besteht doch immer die Möglichkeit, ihn auszu- nimmt zu. Die Heranschaffung aller anderen Waren wird von Bebel mar mehr als ein Agitator und als ein parla- bauen zu einem ganzen und lebensfähigen Bunde der Regierung gefördert. mentarischer Routinier. In ihm verbanden sich himmel- der Völker. Die deutsche Sozialdemokratie hat in ihren Die Regierung tann ihre Absichten nur durchführen, wenn die stürmender Idealismus und nüchterne Erdenschwere, flam- gestrigen Versammlungen zum Verfassungstage überall dem tägliche 3ufuhr der Lebensmittel teine Unterbrechung mende Leidenschaft und fühle Abwägung des Möglichen. Wunsche Ausdruck gegeben, daß auch Deutschland mög- erleidet. In der jetzigen Jahreszeit, bevor die neue Ernie voll wirksam Während schon bei seinem ersten Auftreten im Norddeutschen lichst bald den Anschluß an den Völkerbund wird, find nie große Vorräte in den Städten gewesen, deshalb Reichstage der Mitarbeiter einer bürgerlichen Zeitschrift ver- suchen möge. Sie folgt damit den Gedanken, die ihr kommt es entscheidend auf die tägliche Zufuhr an. Die städtische ficherte, bei den Reden Bebels sei es gewesen, als ob der Vorkämpfer Bebel durch ein langes Leben vertreten hat, in Bevölkerung schützt sich am besten selbst vor Hunger, wenn sie dafür Sturmvogel der Revolution durch das Haus dem er für die Verständigung der Nationen wirkte, gerade forgt, daß teine Störungen im Verkehr entstehen, keine Unruhen rausche," schrieb auf der anderen Seite der Führer der Kon- aus Liebe zu seinem eigenen Lande! fervativen, Hermann Wagener, in seinen Erinnerungen, Die Reichsregierung. Bebel sei nicht nur ein hervorragender Naturredner, sondern er habe auch eine staatsmännische der, die seinen Reden ein gewisses höheres Gepräge verleihe, so daß sich auf dem parlamentarischen Gebiet nur wenige mit ihm vergleichen und messen könnten. Als 1882 im Auslande, damals fälschlicherweise, sein Tod gemeldet war, da schrieb Friedrich Engels in einem Briefe, dieser Tod wäre das größte Unglück, das der deutschen Bartei passieren fönnte". Und Karl Marr äußerte sich ganz ähnlich:„ Es ist entseglich, das größte Unglück für unsere Partei. Er war eine einzige Erscheinung innerhalb der deutschen( man fann sagen, innerhalb der europäischen) Arbeiterklasse." An Arbeit, an Pflichterfüllung, an Treue für die Sache der arbeitenden Menschheit war August Bebel uns ein leuch tendes Vorbild. In diesen bewegten Zeiten, in denen die Kommunisten sich bemühen, unter der Maske von Marg Bat uninsche Politik zu treiben, wird die sozialistische Arbeiterschaft Deutschlands gerade ihres Führers Bebel gedenken, der auch in den schlimmsten Zeiten der Verfolgung, der politischen und wirtschaftlichen Nöte sich nicht abbringen ließ von dem geraden Wege des demokrati ichen Sozialismus! Bebel zum Ruhrkonflikt. Aeußerungen aus vier Jahrzehnten. eintreten. 3. 2.: Dr. Luther, Reichsernährungsminister. Eine Ernährungskonferenz. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat die Regierungen der Länder für Freitag, den 17. August, zu einer Konferenz eingeladen, in der die Ernährungsverhältnisse des tommenden Erntejahres besprochen werden sollen. Insbesondere foll erörtert werden, ob, in welchem Ausmaß und in welchen Formen eine gesteigerte Vorsorgewirtschaft empfehlenswert erscheint. Der Kraftstrommangel in Berlin. Bon zuständiger Seite wird uns mitgeteilt, daß das Golpa Wert vollen Strom liefert, im Gegensaz zu einer Korrespondenz- Meldung, die in unsere geftrige Abendausgabe Aufnahme gefunden hat. Der Strommangel in Berlin ist lediglich auf die passive Resistenz in den Berliner Elettrizitätswerten feit gestern vormittag zurückzuführen. Da der Kraftstrom aus Golpa allein nicht ausreicht, um Berlin zu versorgen, wurde der gelegt. Diese besondere Note hat Bebel noch volle drei JahrWir halten es für die heiligste Pflicht des Staatsbürgers, zehnte nach jener irrtümlichen Todesmeldung sich voll bewahrt und immer aufs neue erprobt. Es gab teinen unter wenn ein fremder Eindringling unser Land verwüsten Den zahlreichen Führern der Partei, selbst Wilhelm Liebknecht wollte, demselben mit aller macht entgegenzutreten, und Ignaz Auer eingeschlossen, die ein solches Maß von all- aber wir verlangen auch, daß diese Forderung an jeden waffen- Stromersparnis halber die Berliner Straßenbahn stillgemeiner Verehrung in der Arbeiterklasse genossen wie er. fähigen Staatsbürger in gleicher Weise zum Ausbrud gelangt. Rede in Köln, 19. November 1876. Und faum einer von den zahlreichen Parlamentariern der Bartei hat so oft und so unmittelbar die routinierten und Wenn es sich darum handelte, daß irgendeine fremde Macht, empfindungsarmen Mitglieder des alten Deutschen Reichs- sei es Frankreich oder Rußland, wirklich deutsches Gebiet antages fo zu packen gewußt wie August Bebel. Es war nicht tastete, würde die Sozialdemokratie gegen diesen Feind gerade so gut nur seine Beredsamkeit an sich, es war die ihm innewohnende Front machen, wie jede andere Partei. Herzenswärme und das Mitempfinden mit den Nöten des Reichstag, 2. März 1880. Voltes, das aus seinen Worten off gleich lodernder Flamme Wir geben uns, indem wir unser Land und uns selbst nicht hervorbrach und sich auf die Hörer fortpflanzte. Unvergessen unsere Feinde und deren Institutionen, die vorübergehende find find feine wirkungsvollen, von Begeisterung getragenen gegebenenfalls vor Zerstüdelung und Unterjochung schüßen, nicht zum Reden in den Zukunftsstaatsdebatten von 1893, unvergessen Bollwert her, um unseren waderen Polizisten und Richtern Schutz feine Anklagen gegen das militaristische Sy vor dem Feinde zu bieten", sondern um felbft freie Hand zu haben, ftem des wilhelminischen Zeitalters, unvergessen seine Für uns mit unseren Feinden zu Hause ins reine jeßen zu fönnen..... forge für die Opfer dieses militaristischen Systems, die denn wir verteidigen in einem Verteidigungstrieg nicht unsere Feinde Söhne des Volfes, die des Königs Rod" frugen und in den und deren Institutionen, wir verteidigen uns selbst und das Land, Rafernen Opfer der brutalsten Mißhandlungen wurden. Von dessen Institutionen wir in unserem Sinne umgestalten hinreißender Leidenschaft war jene Rede vom 18. März 1898, wollen, das allein den Boden für unsere Tätigkeit bildet." in der Bebel den Manen der Revolutionäre von 1848 huldigte und mit den preußischen Junkern abrechnete, die im Reichstage die Märzgefallenen als Gesindel zu beschimpfen wagten. ** # 1 Bebel im„ Sozialdemokrat" Nr. 16, 1880. Wir sind Deutsche so gut wie die Herren von der Regierung. Der deutsche Boden, das deutsche Baterland gehört uns, den Maffen, ebenso gut und mehr wie jenen. Wenn wir alsdann Seite an Seite mit jenen, die heute unsere Gegner find, kämpften, tun wir es, nicht um sie und ihre Staats- und Gesellschaftsordnung zu retten, sondern um Deutschland, d. h. uns selbst zu retten und unse ren Boden von einem Barbaren zu befreien.... Erfurter Parteitag 1891. An der Erhaltung der Unabhängigkeit Deutschlands sind die arbeitenden Klassen mindestens ebenso interessiert wie diejenigen, die sich als die berufenen Herrscher der Völker betrachten, und das arbeitende Volt ist nicht gewillt, seinen Naden unter irgendeine Fremdherrschaft zu beugen. Gälte es einmal, sich seiner Haut zu mehren, die arbeitenden Klassen Deutschlands würden ihren Mann stellen bis zum letzten Mann, und selbst die Weltesten. Bebel im Fraktionsbericht 1890/93. Selbst aus dem Proletariat emporgewachsen, ein Waisentind und Armenschüler, mit trostloser Jugend„ begnadet", hatte sich Bebel in mühevoller Arbeit an sich selbst ein außer ordentlich hohes Maß von Allgemeinbildung erworben. Die Jahre an Festungshaft und Gefängnis, die ihm zudiktiert rourden megen seiner Tätigkeit für das arme und unterdrückte Bolt, hat er redlich zur Sammlung und zur Erweiterung seiner Kenntnisse verwendet. So blieb er nicht nur ein Für sprecher der Notleidenden in den kleinen Fragen des Tages, er wurde auch einer der besten Kenner außenpolitischer Zusammenhänge und ein leidenschaftlicher Borkämpfer der Bölferverständigung. Schon früh war er Mitglied der Internationalen Arbeiterassoziation geworden und hatte die großen internationalen Beziehungen der kapitalistischen Welt erkannt, um daraus die Folgerung zu ziehen, daß die Notlage der Arbeiterklasse in allen Ländern auch internationales 3u= fammenwirken erforderlich mache. Gegenüber dem auf die Wir leben und fämpfen auf diesem Boden, unfer HeimatMacht pochenden System der auswärtigen Politit jener tand, das so gut unser Vaterland, vielleicht noch mehr, als ihr Zeiten vertrat Bebel im Reichstage immer wieder die Not- Baterland ist, so zu gestalten, daß es eine Freude ist, in dem wendigkeit eine friedliche Verständigung der selben zu leben, auch für den letzten unter uns. Das ist unser BeStaaten untereinander herbeizuführen. Schon im Jahre streben, das suchen wir zu erreichen, und deshalb werden wir jeden 1884, als das Ausnahmegefeß gegen die Sozialdemokratie Versuch, von diesem Vaterland ein Stüd Boden wegzureihen, mit mit feiner ganzen Schwere auf der Partei lastete, richtete er allen uns zu Gebote stehenden Kräften bis zum letzten Atemzug im Reichstag an Bismard den Appell, bei dem großen An- zurüdweifen! Reichstag 7. März 1904. sehen, das er gerade in auswärtiger Beziehung damals genoß, einen Friedenstongreß einzuberufen, um einen Bölkerbund zu bilden: Was würde Deutschland tun, wenn ein auswärtiger Feind ihm auch nur einen Fuß breit Landes nähme? Die ganze Nation würde aufstehen wie ein Mann und das zurückweisen! Rede zum Chinafonflitt 1900, Reichstag. Aus Sichernowiß- Trattendorf wird uns bestätigt, daß die Werke noch in vollem Betriebe sind, jedoch gestern bereits die passsive Refiftenz bzw. der Etreit beschlossen wurde, der hauptsächlich deshalb bis zum Abend noch nicht ausgebrochen war, weil fich feine Streifleitung fand. Streif in den Berliner Gaswerfen. Um 6 Uhr gestern abend meldete BTB., daß die Arbeiter der Gaswerfe in den Streit getreten sind. Der Gasarbeiterstreit werde binnen furzem auch die Mehrzahl der Buchdrudereien erneut ftillegen. Die Gasnot machte sich in den späten Abendstunden bereits in den Wohnungen bemerkbar. In den städtischen Wafferwerken wird gearbeitet. Nach der uns von der Organisation nahestehender Seite gemachten Mitteilung ist auch nicht zu befürchten, daß die Wefferwerte ftillgelegt werden, da die Funktionäre der darin beschäftigten Arbetter einfichtig genug sind, um die Bevölkerung einem Waffermangel nicht auszusetzen. Der Eisenbahnbetrieb ist im Direktionsbezirk Berlin unverändert. Der Fernzugverkehr ist nach wie vor vollständig regelmäßig. Infolge Ausbleibens eines Teiles der Rangierer auf einzelnen Güterbahnhöfen ist die Lage im Güterverkehr schwierig, der Verkehr ist aber bemältigt worden. Der Borortverkehr auf den nördlichen Borortstrecken ist unregelmäßig; im Stadt- und Ringverkehr und auf den übrigen Vorortstrecken ist er im allgemeinen befriedigend durchgeführt. Während auf einzelnen Bahnhöfen Teile der Ar. beiterschaft in den Streit getreten find, hat sich die Lage auf anderen Dienststellen wieder gebessert. Die Eisenbahndirektion hofft, den Berkehr in gleichem Umfange auch morgen durchführen zu fönnen. Der Taumel der Teuerung. Geljenkirchen, 11. Aug.( WTB.) Die Lebenshaltungsfoften für eine vierköpfige Familie betrugen nach den Feststellungen des Statistischen Amtes der Stadt Gelsenkirchen in der Woche vom 6. bis 12. Auguft nach den am Mittwoch, den 8. Auguft, geltenden Breisen 9 284 693 m. gegenüber 3 860 914 m. in der vorhergehenden Woche. Die Steigerung hat demnach 5 423 779 m, ober 140,48 Broz. betragen. Unruhen in Hannover. Hannover, 11. August.( Eig. Drahtb.) In Hannover ist es am Gonnabend zu bedauerlichen Ausschreitungen gekommen. Die Erregung der Arbeiterschaft über die Teuerung und den Geldmangel ausnußend, versuchten die Kommunisten anscheinend auf höheren Be feht" eine gewaltsame Aktion durchzuführen. So wurde in den frühen Morgenstunden in allen Betrieben ein Aufruf der fom. munistischen Betriebsräte verbreitet, in dem Wochenlöhne von 30 Goldmark und eine bis spätestens Montag auszahlbare Es gibt in Deutschland überhaupt keinen Menschen, der Wirtschaftsbeihilfe von 10 Millionen Mart gefordert wurde. Wört. sein Vaterland fremden Mächten wehrlos preislich heißt es in dem Aufruf: geben möchte. Das gilt namentlich auch von der Sozialdemofratie, der ihre Gegner, die zum Teil unverständig, zum Teil aber auch gehässig sind, oftmals den Vorwurf der„ Baterlandslosigfeit" gemacht haben. Bebel in der Budgetkommission, Sommer 1913. Zur Regierungskrise. The fönnt alle die bei den Großhändlern, Spediteuren usw. zurüdgehaltenen ungeheuren Wertmengen herausholen. Darum zeigt, daß Ihr nicht länger mehr ju hungern gewillt feld. Gehf auf die Straße und dokumentiert Euren unbeugjamen Willen, Euer Recht zu erzwingen. Handeln ist alles." Gegen 9 Uhr erschienen dann in den Kontinen tal- Wer ten einige Frauen und erzählten, daß in der Markthalle heute früh Arbeiterfrauen von der Schupo mißhandelt und erschossen worden Das wäre ein Ziel, würdig der Stellung Deutschlands. Hier wäre eine Aufgabe, die der Herr Reichskanzler zu lösen versuchen fönnte, wodurch er zu gleicher Zeit eine große fulturhistorische und gleichzeitig eine sozialreformerische Tat beginge. Also hier endlich cinmal vorgegangen, hier endlich einmal einen internationalen Friedenskongreß berufen! Auf diesem Kongreß müßte festgestellt werden: Wir einigen uns zur gegenseitigen Erhaltung des Friedens unter den Völkern auf Grund des bestehenden status quo; denn der Entgegen den Gerüchten, die gestern abend fursierten, feien. Das war grober Schwindel, der aber von den kommunistischen muß selbstverständlich als Basis anerkannt werden, sonst wäre von muß festgestellt werden, daß bis in später Nachtstunde ton- Drahtziehern dazu benutzt wurde, die Arbeiterschaft aus den Be vornherein eine Einigung nicht möglich. Man beschließe dann, daß, frete Auswirkungen des sozialdemokratischen Fraktions- trieben zu bringen und sie zu veranlassen, nach dem Stadtinnern zu marschieren. Gleichzeitig wurden kommunistische Kuriere in andere falls eine Streitigkeit unter den Mitgliedern des beschlusses noch nicht eingetreten waren. Weder lag ein Ab- Großbetriebe gefandt und ihnen der gleiche Schwindel erzählt. Der Bündnisses eintritt, sie bereit seien, sich jeder dem Urteile der schiedsgesuch des Reichstanzlers vor, noch haben zug der Kontinental- Werte wurde von der Schupo zerstreut. übrigen Bundesmitglieder zu unterwerfen. Man Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung ftatt- gelang den Rommunisien nur noch vereinzelt, Betriebe zur Ein komme überein, daß dieselben Grundsäge, die heute im Privatleben gefunden. Daß gewiffe Strömungen durchdringen fönnten, ftellung der Arbeit zu veranlaffen. Die meisten Betriebe, und in bezug auf die Aufrechterhaltung des Staatslebens abfolut die darauf hinwirken, daß Cuno als Kanzler einer Rechts auch die Hanomag"( Hannoversche Maschinen A.-B.), blieben an notwendig find, das heißt, daß es dem einzelnen nicht er- mehrheit im Amte bleibe, scheint uns nach den uns geworde der Arbeit. Trotzdem kam es im Laufe des Vormittags in ver laubt ist, sich Selbsthilfe zu verschaffen, daß er sich nen Informationen wenig glaubhaft. Vielmehr wiegt allge- fchiedenen Teilen der Stadt zu Ansammlungen, die überall von der Normen unterwerfen muß, die das Staatswesen festgesetzt hat, ähn- mein die Auffassung vor, daß ein Versuch, eine unhaltbar ge- Schupo mit blanker Waffe und dem Gewehrkolben aufgelöſt wurden. liche Normen auch auf das internationale Gebiet übertragen werden, wordene Situation zu festigen, nur Unheil bringen fönnte Gefchoffen wurde nicht. daß mit einem Worte die internationale Politik nach denselben und dennoch scheitern müßte. Grundsätzen gehandhabt werde, wie in jedem einzelnen Staat Auch persönliche Sympathien für Dr. Cuno tönnen nicht zwischen den Gliedern dieses Staates. Man einige fich, im Streit ausschlaggebend ins Gewicht fallen. Vielfach wird die Meifalle schiedsrichterlich über sich urteilen zu lassen, man erkläre fich nung vertreten, daß die augenblickliche Lage nicht durch die bereit, fich dem unparteiischen Urteile der übrigen zu unterwerfen, Berson Cunos, sondern durch die unglückliche Zusammenund daß, wer das nicht tut, als allgemeiner Störenfried fegung seines Kabinetts verschuldet sei. Trogdem besteht natürangesehen werde, und für alle Bundesgenossen die Berpflichtung lich kein Zweifel daran, daß eine Aenderung von der scheinen der sozialistischen Presse verhindert. Bon erwachse, gegen jeden, der als freventlicher Friedensstörer angesehen Spize an erfolgen müßte. wird, ins Feld zu rüden, um ihn zur Unterwerfung zu zwingen. Der Jubel, der meiner Ansicht nach einem solchen Vorgehen der Reichsregierung aus allen Kulturländern der Welt entgegenschallen würde, wäre unbeschreiblich. = Keine Zeitungen in München. München, 11. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In einer stark besuchten Versammlung der Münchener Buchdrucker wurde mit allen gegen 6 Stimmen befchloffen, die bürgerlichen Zeifungsbetriebe Münchens ft 111zulegen, folange die Polizeidirektion das Er. der Stillegung sind grundsählich ausgenommen die Druckereien der Buch- und Zeitschriftenverlage und die Notendruckereien. Auj Grund dieses Beschlusses erscheinen in Münden am Montag in ihrem Beschluß lediglich die Etappe des Kampfes zu erbliden sei, Durch die großen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von aus- den sie zu führen gewillt feien gegen die andauernde mahländischen und inländischen Zahlungsmitteln waren in der Lebens- lofe Drangfalierung der bayerischen Regierung mittelversorgung Störungen entstanden. In den letzten Tagen find gegen die Arbeiterschaft und gegen die Arbeiteraus dem Wirtschaftsleben größere Mengen ausländischer presse. 3 ahlungsmittel zur Verfügung gestellt. Die Reichsbant hat Besserung der Lebensmittelversorgung. teine Zeitungen. Die Buchdruder erklären gleichzeitig, daß 3ur Lebensmittellage wird amtlich mitgeteilt: 30 Jahre vor dem Ausbruch des Bölkerkrieges warb Bebel also, damals noch ein Prediger in der Büste nationalistischen Hasses, um die Schaffung eines Bölfer bundes, lange ehe an Wilson gedacht wurde. Seine Anregung wurde freilich zunächst mit einem Achselzuden abge Der Reichsrat nahm, ohne Einspruch zu erheben, Renntnis von tan. Der Vorschlag erschien so weltenfremd. Es be in steigendem Maße kredit gewährt. Der Nof an inländer Annahme der Steuergesetze. durfte erst des Weltkrieges mit seinen Hekatomben von dischen Zahlungsmitteln wird mit allen Kräften gesteuert. Der Held von Brüssel, Reserveleutnant met denangt, der Menschenopfern, mit seinen unerhörten Verwüstungen, um 3m ganzen Reich ist für eine fofortige Besserung der Verfor- den deutschen Geschäftsträger tätlich angegriffen hatte und zu drei den Gedanken des Bölkerbundes auch bei den Siegermächten gung mit margarine vorgejorgt. In Berlin find heute größere Monaten Gefängnis mit Strafaufschub verurteilt worden war, hat Anhänger zu werben. Freilich ist der Völkerbund, wie er margarinemengen in den Kleinhandel gebracht. Die Reichsregierung Berufung eingelegt, die am 4. September zur Verhandlung im Bertrag von Versailles umrissen ist, ein Torso geblies! wird auf diesem Wege forischreiten. fommt. Eln �blenkungsyerfuch. Die Feststellung des„Vorwärts", daß die jetzt eingeleitete neue Steuerpolitik auf die Gedankengänge und auf den par- lam-entarifchen Druck der Sozialdemokratischen Frak- t-on züruSzufuyren ist, hat Herrn Helfferich wehgetan. Er und feine Freunde bemühen sich, nach außen zu vertuschen, daß ihre jetzige Stellung zu den Steuergefetzen ein Schuld- bekenn tnisim größten Stile ist. Sie versuchen die Legende zu verbreiten, als hätten sie immer die wirksamsten Maßnahmen gewollt, die jetzt ergriffen werden. Die Zer- störung dieser Legende durch den„Vorwärts" rief im Steuer- ausfchuß eine Erklärung H e l f f e r i ch s gegen den„Vor- wärts" hervor. Gegenüber dieser Erklärung stellte Genosse Keil mit allem Nachdruck die sachliche Berechtigung des„Vorwärts"- Artikels fest. In der Tat sprechen die Tatsachen deutlich genug. Jahrelang hat die Sozialdemokratie gegen die bürger- lichen Parteien um wirksame Steuermaßnahmen kämpfen müssen. Die Geschichte der deutschen Finanzpolitik in den letzten Jahren ist die Geschichte des Kampfes um die Durch-- setzung einer aktiven Finanzpolitik, die das Risiko der Geldentwertung von den Reichsfinanzen nimmt, damit stärkste psychologische Anreize zur Entwertung der Mark beseitigt und nach außen den ernsten Willen bekundet, Ord- nung in die deutschen Finanzverhältnisse zu bringen. Diesen Kampf hat die Sozialdemokratie geführt, und sie muß feststellen, daß ihre Gedankengänge sich jetzt durch- zusetzen beginnen. Sie muß aber auch feststellen, wem die Schuld zuzuschreiben ist, daß die notwendigen Maßnahmen erst dann ergriffen wurd-en, als das Volk infolge der Zerrüttung unserer Geldwirtschaft am Rande der Verzweiflung stand. Sie hat die Pflicht, die Schuld der bürgerlichen Parteien mit aller Deutlichkeit aufzuzeigen. Eine eingehende Auseinandersetzung über diese Frage muß zu geradezu vernichtenden Feststellungen für die bürgerlichen Parteien führen. Die Sozialdemokrattsche Partei wird eine solche krittsche Auseinandersetzung über die Steuerpolitik der letzten Jahre mit aller Deutlichkeit führen. Iungsozialiften in Erlangen. Erlange a, 10. August.(Eig. Drahtbericht.) Erlangen, geschmückt mit den republikanischen Farben, ruft zum Empfang der 3. Reichskonferenz der Jungsozialisten am Dahnhof von hohen Masten den Ankommenden einen wehenden Gruß. Im größten Saale Erlangens, der festlich geschmückt ist, sam- weit sich die Arbeiterschaft und Junzsozialisten zur Begrüßungsfeier. Im Zeichen Schwarz-Rot-Gold und Rot sprach mft ernsten, ein- drucksoollen Worten Stadtschulrat S ch u lz- Hamburg: Nicht zu einer festlichen Tagung haben sich in dieser schweren Zeit die Jung- sozialisten Deutschlands zusammengefunden, sondern sie gilr ernster Aufbauarbeit bedeutenden jlmgsozialistischen Geistes. Schulz um- reißt' in großen Zügen die Aufgaben der Jungsozialisten: intensive Mitarbeit in der Partei und Gewerkschaften, Aufbauarbeft in un- screni Sinne des Staates und Wirtschaft. Rur wenn mit Begeiste- rung die große Idee der Völkerverstmldigung von der Jugend hin- ausgetragen wird, kann sie ihrer Aufgabe gerecht werden. Nach diesem Bekenntnis versammelte sich die Arbeiterschaft und Jung- sozialisten zum eindrucksvollen Demonstrationszuge. Durch die Straßen Erlangens. die sonst nur den Aufmarsch der Gegen- rcoolutipii sahen, hallte der Schritt von Zehntausenden. Begeisterung auf allen Gesichtern. Nie kam das erhebende Gefühl der Stärke unserer Bewegung so zum Ausdruck, als hier im schwärzesten Wtn. kel Deutschlands. Danner der Republik und unsere Kampfsahnen mit Hunderten von Fackeln umsäumten den Zug. Zu beiden Seiten des Zuges stand die Bevölkerung Erlangens Spalier. Freude auf allen Gesichtern, manch sonst verzweifelter Blick erhellte sich. Am Schloßplatz wurde der Zug von 300 Arbeitersängern mit dem kraftvollen Sang„Tord Foleson" empfangen. Genosse Dr. L o h m a n n rust im Flammenschein den Fackelspruch der Jugend: Jugend, Fackelträger unserer Zeit, Jugend, Kraft und Stärke unserer Republik, alle deine Kraft nur bringst du ihr. Die Republik ist eng verbunden mit Freiheu und Menschenwürde. Jugend, ergreif' die Fackel, die müden Händen entfallen ist, halte sie hoch, recke sie empor! Dein Spruch sei: Republik, wir alle schwören, der letzte Tropfen Blut soll dir gehören! Reichstagung üer Rrbeiterjugenö. Nürnberg. 11. August.(Eig. Drahtberlcht.) Di« alte Meister- singerstadt steht seit einigen Tagen im Zeichen der roten und schwarz- rotgoldenen Fahnen. Inmitten schwerer politischer Krise begeht hier die deutsch« sozialistische Arbeiterjugend ihren 3. Reichsarbeiterjugendtag. Nicht weniger als dreißig- tausend Arbeiterjungen und-mädels, darunter viele ausländische Genossen, wie Deutschösterreicher, Holländer. Dänen, Engländer, Russen, Polen und auch Deutschböhmen, haben sich zusammen- gefunden. Alles m allem genommen bedeutet diese Zusammen- 'klmft nicht weniger al» ein M a s s e n b e k en n t n i s zur Re- publik. Jeder einlaufend« Zug brachte am Sonnabend neue Massen von Jugendgenossen aus allen Teilen Deutschlands. Em jeder war sichtlich erfreut, daß sich die wackeren Arbeiterjungen und -mädels aus dem besetzten Gebiet es sich nicht haben nehmen lassen, trotz aller Schikanen feindlichen Militärs nach Nürnberg zu eilen. Am Bahnhof selbst haben aus Anlaß des Verfasiungstages sowie des Nürnberger Jugendtages Fahnenmasten Aufstellung gefunden. Da flattern die Fahnen der Republik lustig im Winde neben denen des Staates Bayern und der Stadt Nürnberg. Ein mächttges Schild grüßt:„Willlommeii zum 3. Reichsarbeiterjugendtag in Nürnberg!" Demonstrationszüge werden veranstaltet. U eberall, wo auch die Züge hinkommen, werden sie herzlichst begrüßt. Klein« rote und schwarzrotgoldene Fahnen zieren oft ein Arbeitermiethaus. Immer weiter geht es die Straße. Ocsterreicher zwischen Berlinern, Schweden neben Thüringern, Belgier unter Sachsen und wie sie oll« heißen mögen, marschieren in brüderlicher Eintracht nebeneinander. Um 1 1 Uhr vormittags findet eine schlichte Begrüßungsfeier für die Delegierten der anwesenden Ortsoereine statt. Der Bor- sitzende der Arbeiterjugendoereine. Max W e st p h a l(Berlin), begrüßte die Delegierten. Staatssekretär Genosse Heinrich Schulz überbringt für das Reichsministeriums des Innern herzliche JBlück- wünsche. Stadtrat Dr. Heimerich schließt sich diesen Ausfuhrun- gen für die Stadt Nürnberg an. Chefredakteur Genosse Emil Fischer überbringt herzliche Grüße der Arbeiterschaft Nürnbergs. während B o o g l- Holland für die Arbeiterjugendintcrnattonalo sprach. Am Nachmittag sinben sich alle im Luiipoldhain zu einer republikanischen Kundgebung und Berfassungs- f e i e r zusammen. Ungeheure Massen haben dem Rufe der Arbeiter- jugend und der Parteiorganisation Folg« geleistet. Die sozialistische Sicherheitsabteilung sorgt für mustergültige Ruhe und Ordnung. Plötzlich scheint ein Krawall unvermeidbar. Eine kleine Gruppe Kommunisten versucht, mit Sowjetfahnen ine imposante Kundgebung zu stören. Die Polizei, die die Sowjetfahnen verboten hat, zieht blank. Infolge der Aufmerksamkeit der Sicherheitsabtei- lung werden ernstere Zusammenstöße vermieden. Dann spricht Reichstagspräsident Genosse Löhe zu den Massen. Er führte aus:� Sie alle einen sich in dieser Stunde Im Gelöbnis, zu erhallen und 'zu vertetdtgen die politische Freiheit. Sie sind aber auch bereft zu erkämpfen und zu erreichen, was an wirtschaftlichen Gaben und kulturellem Glück die heutige Zeit uns versagt. Vielleicht deu- tendie furchtbare«Zeichen unserer- Tage darauf hin, daß die große Entscheidungsstunde für unser Land, unser Volk, unsere Arbeiterklasse anhebt. Vor unsere Seele trllt das Signal, für das Sie alle, jung und all', leben und wirken wollen: für jeden Volksgenossen die gleiche n politischen Rechte und für jedes arbeitende Hirn und jede Hand Befreiung aus Lohnsklaverei und Anteil am Glück der Erde schaffen zu wollen. Für die Völker gemeinsame Versöhnung und Frieden. Erreicht ist nur eins von diesen Zielen— die polittsche Gleichberechtigung in der Republik— aber die Würdigung dieser Errungenschaft wird erdrückt unter der Last der Rot, die durch Nichterfüllung unserer anderen Ziele entstand. Weil selbst in der Zeit der größten Entbehrung und Armut die Solidarität der Volks- genossen oersagte und weil weite Kreise an den Grundsatz„Rette sich, wer kann', aber nicht an die Volksgemeinschaft dachten. Löbe schließt seine Ausführungen mit den Worten:„In diesen trüben Erwägungen, die jeder Gewissenhaft« cknstellt, fällt unser Blick auf die Jugend, die noch mit hellen Augen, mit fröhlichem und reinem Herzen durchs Leben geht. Sie wandellen in den letzten Wochen durch Thüringens Berge und durch fruchtbare Gauen Frankens, durch die gewerbefleißigen Städte und industriereichen Dörfer, an ragenden Essen upd langgestreckten Fabriken vorüber. Sie haben gesehen, daß wir noch unendliche Wälder, fruchtbare Felder. Stätten der Arbeit und Werkzeuge besitzen. Sollten wir nicht imstande sein, ein neues Haus, ein neues Leben zu zimmern und für uns von unten auf unter Uebernahm« der Lasten, die einmal unvermeid- bar sind, eine natürliche Einfachheit finden? Wir können und wollen nicht untergehen. Es wird aber nur möglich sein bei fteter Selbstbestimmung des Volkes a u f d e m B o d e n'd e r R e p u b l j k., deren Jahrestag wir heute begehen. Wir wollen aus dem armen Haus der Gegenwart den Garten der Zukunft bauen, der aus der bunten Schar der Arbefterjugend uns entgcgenwächstl" Jubelnd stimmten die Zehntausende der Versammlunzfsteil- nehmer in das Hoch, das Genosse Lobe auf die Deutsche Republik ausbrachte, ein. Darauf zogen die Massen wieder nach Nürnberg hinein._ Der verfaffungstag im Reich. Hamburg, IL August.(TU.) Im großen Saale des Hamburger Rat- Hauses fand heute morgen 11% Uhr die Verfassungsfeier statt, an der die Mitglieder des Senats, zahlreiche Abgeordnete der Bürger- fchoftt Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, dre Gerichte, dcx wirtschaftlichen Vereinigungen, der Betriebsräte und zahlreiche im öffentlichen Leben Hamburgs stehende Persönlichkeiten teilnahmen. Die Feier wurde eingeleitet mit dem ersten und dritten Satz der L-Moll-Symphcmie von Beethoven, wonach Professor Dr. Mendel- s o h n die Festrede hiel. Die Feier klang aus in das Deutschlandlied. Tie badische Bersassungsfeier. Karlsruhe, 11. August.(TU.) Aus Anlaß des Verfassungstags, der in Baden gebotener Festtag ist, fanden sich heute vormittag in der Städtischen Festhalle etwa SOOO Personen zu einer schlichten Feier zusammen. Nach den Begrüßungsworten des Staatspräsidenten R e m m e l e hielt Landtagspräsident Dr. Baumgartner die Festrede, in der er zunächst einen Ueberblick über die deutsche Staats- form gab und ebenso wie der Staatspräsident der besetzten Gebiete an der Ruhr, am Rhein, an der Saar und in Baden gedachte, und hierbei auf die dem deutschen Volke bevorstehenden großen Opfer hinwies. Dabei oerurteilte er scharf den krassen Egoismus weiter Wolkskreise. Der Redner schloß seine Ausführungen mit folgendem Satze: Die Freiheit in staatsbürgerlichem Sinne garantiere die Verfassung der deutschen Republik. Die Freiheit im sittlichen Sinne ist unsere Ausgabe, die rFeiheit vor äußerer Gewalt ist unser heißester Wunsch. Einigkeit. Freiheit, Volk und Vaterland sei unsere Losung. Die beiden Redner ernteten stürmischen Bei- fall. Die Versammlung sang zum Schluß das Deutschlandlied. Reichspräsiüetit und Reichswehr. Eine Ansprache an das Wachregiment Berlin. Der Reichspräsident besuchte am Nachmittag des Der- fassimgstages in Begleitung des Retchswehrministers das aus An- gehörigen aller Truppenteile der Reichswehr gebildete Wach- regime nt Berlin in seiner Kaserne in Moabit und wohnte dort sportlichen Veranstaltungen, Bewegungsspielen und reiterlichen Borführungen der Regimentsangehörigen bei. In einer Anssprache an die Truppe sprach der Reichspräsident dem Wachregiment Dank und Anerkennung aus für die musterhafte Erledigung seines Dienstes in Berlin wie auch für die vorzüglichen sportlichen Vorführungen. Der Reichspräsident fuhr dann fort: „Die Reichswehr hat innerhalb des staatlichen Lebens unsere? Baterlandes ihre besondere Aufgabe-, sie ist berufen, das Reich zu verteidigen und die Reichsverfassung zu schützen. Die Erfüllung dieser Aufgabe setzt die Fernhaltung der Angehörigen der Reichswehr vom Meinungsstreit und Tageskampf der politischen Parteien, setzt selbstlose Pflichterfüllung und unbedingte Treue zur Reichsverfassung als dem Grundgesetz des deutschen Volkes und dem Fundament unseres nationalen Lebens voraus. Ich will hier bekunden, daß die Reichswehr dieser Poroussetzung durchaus gerecht wird und daß ich volles Vertrauen in die Erfüllung ihrer Aufgaben fetz«. Ein- zelne Vorkommnisse, die gelegentlich Angehörige der Reichswehr m Verbindung mitBeftrebungan extremerpokttscher Parteien gezeigt haben sollen, können, so bedauerlich sie sind, diese Ueberzeugung nicht ändern. In diesen Fällen, ist scharf zugegriffen worden, und so wird auch künftig verfahren werden. Wenn solche Vorkommniste aber Anlaß zur verallgemeinernden Kritik w der Oeffentlichkeit geben und die Reichswehr in ihrer Gesamtheit dafür verantwortlich gemacht wird, so ist dies ungerecht und unbillig. Ich hoffe zuversichtlich, daß die Reichswehr als eins der wichtigsten Elemente im Berfaffungsleben der Deutschen Republik durch ihre selbstlose und treue Pflichterfüllung sich mehr und mehr das Vertrauen aller Kreis« unseres Volkes erwirbt imd befestigt und hierin die zuvor- lässige Grundlage für die volle Erfüllung ihrer staatlichen Aufgaben erblickt. So begrüße ich am heuttgen Tag« das Wochregiment Ber- lin und m ihm die gesamte deutsche Reichswehr in dem Gefühl der Zuoeificht, daß sie stets ein wichtiges Mittel zur Eiche- rung unseres staatlichen Lebens und der ausbauenden Arbeit für die Zukunft unseres Vaterlandes fein wird. Dem Vater. land, dem Deutschen Volk soll all unser Streben gelten. Mit diesem Gelöbnis rufen wir:„Hoch unser geliebtes deutsches Vaterland!" Nachdem das Hoch verklungen war, erwiderte der Komm an. d a n t von Berlin, Generalmajor S i e h r. folgendes:„Im Namen des Wachregimentes Berlin, das durch seine Zusammensetzung aus allen deutschen Truppen ein getreues Abbild der ganzen Reichswehr und ihres Geistes gibt, danke ich Ihnen, Herr Reichspräsident, für die hohe Ehre und Auszeichnung, die Sie dirrch Ihren Besuch am heutigen Berfassungstage uns erwiesen haben. Besonders dankbar empfinden wir all« die- freundlichen Worte der Anerkennung für unsere Leistungen und die Der. sicherung Ihres Dertranens. Sie werden uns ein neuer Ansporn sein- in Erfüllung der alten Soldatentugenden, des Gehorsams und der Treue das Reich und feine Verfassung zu schützen und überall unsere Pflicht zu tun als Werkkzeug der verfassungsmäßigen Regierung ffirr Volt und Vaterland." Zu dem neuen Verfahren wegen Ermordung Rosa Luxemburgs gegen Leutnant a. D. Krull ist die Voruntersuchung abgeschlossen worden und die Akten sind zur Erhebung der Anklage an die Staats- amvallschaft gegeben worden. Daperisches. . München- 11. August.(Eig. Drahtbex.) Das Verb« der „M ü n ch e n e r P o p" Hot in den Zellungsbetrieben Münchens allgemeine Erregung hervorgerufen. Am Sonnabend mittag be- gab sich eine Abordnung der Organisation der Münchener Zeitungsoerleger zum Polizeipräsidenten und wies dabei auf die unerhörte Härte eines achttägigen Verbotes hin. Dem Polizeipräsidentey wurde serner kein Zweifel darüber gelassen, daß seine Unterdrückung der..Münchener Post" auch das Erscheinen der übrigen Zeitungen Münchens in Frage stelle. Gleichzeitig wurde die Redaktion der„Münchener Post" bei der Polizei- direktion vorstellig und gab schriftlich die Erklärung ab, daß die Ausnahme der inkriminierten Mitteilung lediglich auf einem tech. nischen Versehen beruhe. Für die Zukkunft, wenigstens solange die Notverordnung in Kraft sei, sei Vorsorg« getroffen, daß«in solches Versehen nicht mehr vorkomme. Daraufhin sah sich der Polizei- Präsident oeranlaßt, die Dauer des Verbotes der..Münchener Post" um fünf Tage abzukürzen. Di«„Münchener Post" wird also am Dienstag, den 14. August, wieder erscheinen. Während die Mitteilung der„Münchener Post" über die Sol- datenspielerei in Kempten als Vorschubleistung für den Feind bettachtet und unser Parieiblatt dafür mit einer schweren Strafe belegt wurde, darf der'„Völkische Beobachter" in seiner Sonn- abendausgabe ungestraft eingehende Mitteilungen, über die rechts- radikale Organisation„R e i ch s f lag g e" machen, aus denen klar heoorgeht, daß die„Reichsflagge" eine private Organi- s a t i o n mit ausgesprochen militärischen Zielen ist. Aus dem langen Propagandaartikel erfährt man, daß die Münchener ..Reichsflagge" ein militärisch gegliederter und streng disziplinierter Verband ist, dessen Mitglieder einheitliche Uniform ttagen und in Kompagnien und Sturm- obteilungen eingeteilt sind, die alle vierzehn Tage Appell haben. Da die Anmeldungen zurzeit sehr zahlreich sind, werden auch außerljalb Münchens in ganz Südbayern Reichsflaggenkompagnien ausgestellt. Zu eine: kürzlich stattgefundenen Fahnenweihe eines Syldattnvereins in Miesbach schickte die„Reichsflagge" München einen 40 Mann starken Zug. her die Sicherung der Ortschaft gegen rote Störenfriede übernahm. Außerdem klopften die Abteilungen vor dem anwesenden Prinzen Alfons, der die Truppe Ihon von München her kennt, einen P a r a d e m a r f ch.» * Trotzdem ln Bayern gerade genug offene unjb heimliche Monarch i st e n herumlaufen, sind bis, heute alle Versuche, ein« reist monarchistische Partei am Leben zu erhalten, gescheitert. Ob der soeben gegründeten„Bayerissch-monarchistischen Partei" ein besseres Los deschieden sein wird, steht noch dahin. In der Ankündigung nennt sie sich selbst„unter Schmerzen geboren, aber gesund". Das von ihr herausgegebene Kampfblatt ttägt den Titel:„Die Monarchie". Programmatische Forderungen sind: Bayern den Bayern, schleunige Wiederein? führung der Monarchie, allgemeine Wehrpflicht mit einem König als ober st«m Kriegsherrn, parlo- mentarische Vertretung des Volkes, D e klaff i er u ng der Juden. Starke Steigernngöer Großhanöelspreije. Um 1K3,5 Proz. in der ersten Augusttvoche. Die Erhöhung des Dollorkburses auf 3.3 Millionen Mark am 7. August 1323 hat auch das Niveau der Großhandels- preise um 1KS.S Proz. gegen den 31. Jv!' auf das 483 4öl fache des Vorkriegsstandes gesteigert Die Lebens- mittel allein sind um 140 Proz. auf das 343 V21sack)e, die In- (Zustriestosfe um 180 Proz.-auf das 734 806facbe. die In, lands waren um 1S4 Proz. auf das 409 I73fache und die Ein- fuhrwaren um 188 Proz. auf das 834 303 fache gestiegen. Ettglanös Antwort. Lostdov. 11. August.(WTV.) Der diplomatische Berichterstatter des„Daily Telegraph" schreibt, heute werde die britische Note an Frankreich und Belgien den Londoner Botschaftern der beiden Länder zugestellt werden. Di« Note enthalte ungefähr 8000 Worte und werde am Montag in dem Blaubuch oerofsent- licht werden, welches die verschiedenen Dokuments übsx die alli- ierten Verhandlungen enthält. Die Kritiker, welche behaupteten. daß das Kabinett nicht energisch genug die britischen Interessen vertteten habe, würden keinen Grund zu einer solchen Wage haben. Di« von Balpwrn und Curzon in Erwiderung aus die Argumente Poincares eingenommene Haltung fei trotz der Höflichkeit der Sprache außerordentlich fest. Zun? ersten Male würden die rechtlichen Einwendungen Großbrftanniens gegen die Ruhrbesetzung offen erklärt. Es werde dargelegt, welche unge, Heuren finanziellen Verluste England erlitten habe, und daß es nicht angehe, zu verlangen, England solle aus seine Ansprüche gegenüber Deutschland oder den Alliierten oder gegenübe? beiden verzichten, Der Premierminister verspreche sich von der Note einen günstigen Einfluß aus die öffentliche Meinung der Well, de-, sonjders auf Italien und Belgien. London. 11. August.(WTB.) Reuter erfährt, daß die d« u t s ch e Regierung, gestern dem in London weilenden Präsidenten der Jnter. nationalen Handelskommisston des Southern Commercial Congreß, die zu dem Standardplan für die Regelung der Schulden, der in dem Bericht des Kongresses vom 23. Januar d. I. veröffentlicht wurde, ihre grundsätzliche Zustimmung erteilt hat. ohne sich indessen auf irgendeine bestimmte Kapitalsumme für die Reparationsschuld festzulegen oder dem von Deutschland beantragten M o- r a t o r i u m vorzugreifen.— Owen» erklärte einem Vertreter des Reuter-Bureaus, die international« Handelskommission befinde sich in voller Ucbereinstimmung mit B a l d w i n s Grundsatz, daß die Festsetzung der von Deutschland zu zahlenden Summe durch eine unparteiische internationale Kommission erfolgen soll. veutjchlonö hat riesig viel gezahlt. London- 11. August.(WTB.) Lloyd George sagte in einer Rede in Wickham. wenn bei der llnklugheft der Ruhraktion verharrt werde, gebe es Reparationen weder für England noch für ein anderes Land. Deutschland habe während der letzten fünf Jahre 10 Milliarden Goldmart an die Alliierken bezahlt. Es sei eine riesige Summe, wenn man bedenke, daß Deutschland sein« Kolonien, zwei Drittel seiner reichsten Provinzen und seine Handelsflotte verloren habe, unjb daß Deutschland infolge seiner vernichtenden Niederlage an unvermeidlicher neroäs/r Erschöpfung leide. Die Repanllionszahlungen seien durch Ungeduld oder aus irgendeinem anderen Grunde nicht nur oerschoben' sondern- vielleicht nahezu unmöglich gemacht worden. Das fei ein Fehler allerersten Ranges. Frankreich lehnt alles ab. Paris. 10. August.(TU.) Die französischen Regierungskreist verleiten sich zu dem Reparattonsprogramm. das seitens der ameri, kanifchen Handelskommisston gestern Baldwin vorgelegt wurde, völlig ablehnend. Der Plan setzt den Dollar fest und sieht im De« laufe von 70 Jahren die Amortisierung einer Milliarde Dollar za 3 Proz. vor. In Paris wird angenommen, daß dieser Plan aus indirektem Wege aus Deutschland komme. Gewerkschaftsbewegung Kein Generalstreik! vereinbart, daß den Angestellten der Gruppe B II und III und C II, III und IV 5 Millionen Mart und den Gruppen A und BI und CI 3 Millionen Mart Vorschuß auf das August. Gehalt gezahlt werden. Verhandlungen über die Wertbeständigfeit der Gehälter am 16. Auguft. In einem Flugblatt an die arbeitende Bevölkerung nehmen Bertreter des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes sprachen Berliner Gewertschaftstommiffion und Allgemeiner gestern im Reichsfinanzministerium vor, um eine sofortige Aus: freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin, gegen den Bezahlung der für den 15. August in Aussicht gestellten Abschlagsschluß der kommunistischen Betriebsräte Stellung, die Arbeit zahlungen zu erreichen. Das Reichsfinanzministerium hat sich von nehmerschaft ohne zwingende Notwendigkeit in einen Generalstreit der Notwendigkeit der sofortigen Auszahlung überzeugen lassen und zu treiben Das fehlte gerade noch, um die ohnehin üble wirtschaft- veranlaßt, daß alle zuständigen Reichs- und Länderstellen noch liche Lage der Arbeitnehmerschaft direkt katastrophal zu gestalten. gestern durch Kreistelegramme verständigt würden. Die von der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter- und Angestelltenschaft mit der Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Interessen betrauten Körperschaften zeigen auch die Gründe dafür auf, weshalb fie es abgelehnt haben, sich an der Durchführung dieser kommunistischen Verwirrungsparole zu beteiligen, weshalb unsere Gewerkschaftsgenossen wie alle benfenden Arbeit nehmer es ablehnen müssen, ihr zu folgen. Ende des Berliner Buchdruckerstreiks. Die Arbeiterschaft des graphischen Gewerbes kann den Abschluß ihres aus schwerster wirtschaftlicher Not geborenen Kampfes als einen Erfolg buchen. Durch das Eingreifen der Re gierungsstellen ist es gelungen, die Unternehmer von ihrem außerordentlich hartnäckigen Standpunkt abzubringen und zu einem einigermaßen befriedigenden Lohnabschluß zu ge= Der Spizenlohn beträgt in der Zeit vom 4. bis 10. August 5 Millionen Mart. Für die kommende Woche wird der Reichsinder in Höhe von 109,2 Proz und außerdem ein Ausgleichszuschlag von 50 Proz hinzugerechnet. Die Höhe dieses Zuschlages wird dann vom Reichsarbeitsministerium jeweilig festgesetzt und soll zwischen 30 und 40 Proz. betragen. Diese Vereinbarungen haben nicht nur für Berlin, sondern für das ganze Reich Gültigkeit. langen. 9 Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Montag früh, 8 Uhr, treffen sich die Funktionäre der in Buchdruckereien beschäf tigten Buchbinder im Saal 1 des Gewerkschaftshauses. Die Buch bindereibelegschaften dieser Betriebe haben sich zur selben Stunde an den ihnen bereits bekannten Stellen einzufinden, um dort die Anweisungen ihrer Streifleitung entgegenzunehmen. deren Anordnungen ist Folge zu leisten. Die Streitleitung. Nur Für die unter den Api- Vertrag fallenden Buchbindereien, Briefumschlag und gemischten Betriebe sind neue Löhne vereinbart worden, und zwar für die Woche vom 2. bis 8. August 100 000 m. pro Stunde, für die Woche vom 9. bis 15. August 260 000 m. pro Stunde in der Spize. Lohntarife( Preis 1000 m.) ab Montag 4 Uhr Engelufer 24/25 II. Wirtschaft Saatenstand im Deutschen Reiche vor der Ernte. Der naßtalten Witterung im Juni folgten in der ersten JuliZahlreiche Gehälfte trockene Tage mit hochsommerlicher Hize. witter um die Mitte des Monats brachten teilweise recht erhebliche Regenfälle und Abkühlung. Während es sich in Süddeutschland und einigen Gebieten Mitteldeutschlands bald wieder aufklärte und größtenteils warm und trocken blieb, herrschte im übrigen Deutschland bis zum Monatsende veränderliches, vorwiegend windiges Wetter mit vielen Regenschauern. Auf die Entwicklung der Feldfrüchte wirkte die Juliwitterung günstig ein, so daß sich die Ernteaussichten gegen den Vormonat wesentlich gebessert haben. Der Stand der Halmfrüchte war Anfang August durchmeg recht zufriedenstellend. Allgemein wird hervorgehoben, daß beim Winter- wie beim Sommergetreide die Halme hoch und träftig stehen, und daß die Aehren guten Körneransaz zeigen. Wenn feine Störungen durch Unwetter eintreten, rechnet man hinsichtlich des Strohertrages mit einer guten Ernte, bezüglich des Körnerer rages mit einer guten Mittelernte. Unter Zugrundefehr gut, 2 mittel, gut, 3= legung der Zahlenbewertung 1. 4 gering, 5= fehr gering ergibt sich für Winterweizen 2,4( im Vormonat 2,4), Sommerweizen 2,6( 2,6), Winterspelz 2,5( 2,5), Winterroggen 2,5( 2,5), Sommerroggen 2,6( 2,7), Wintergerſte 2,6 ( 2,5), Sommergerſte 2,3( 2,5), Hafer 2,5( 2,6). Die had früchte, Kartoffeln wie Rüben, haben sich nach den schädigenden Einflüssen der naẞtalten Juniwitterung zwar gut erholt; doch leiden fie in Süddeutschland bereits unter der anhaltenden Trockenheit, im übrigen Kartoffeln lautet verschieden. dicht gut aussehenden Schlägen zeigen sich häufig lückenhafe Bestände. Die Frühkartoffeln sind teilweise flein geblieben und liefern Beine besonders große Ausbeute. Im Reichsmittel stellen sich Kartoffel auf 3,1( 3,1), Zuckerrüben 2,9( 3,3), Runfelrüben 2,9( 3,2). Der erste Schnitt der Futterpflanzen und Wiesen ist überall gut und fast restlos geborgen. Er lieferte durchweg gute, teilweise sehr gute Erträge. Funktionär- Versammlung and effach unter zu großer Näffe. Die Beurteilung der Montag, den 13. Auguft, abends 72 Uhr, im großen Saale des Lehrervereinshauses am Alexanderplat. Tagesordnung: „ Die augenblickliche politische Lage" Referenten: Zwei Reichtagsfraktions- Mitglieder. Mit diesem Ergebnis befaßte sich die gestern vormittag im Ge- Jufrift haben alle mit Legitimation versehenen Partei- u. Gewertwerkschaftshause abgehaltene überaus start besuchte Funttio- schaftsfunktionäre der Vereinigten Sozialdemofr. Partei Gr.- Berlins. närversammlung, in welcher Dörband von der StreitTeitung berichtete. Die Versammlung mußte, da die herbeigefommenen Arbeitslosen ihre Forderungen vorzutragen wünschten, unterbrochen werden. Im weiteren Verlauf der Versammlung empfahl selbst die Streitleitung den Funktionären die Annahme des Ab. fommens, das man bereits unterzeichnet habe und als einigermaßen günstig besonders deshalb ansehe, weil auch für die Arbeiterinnen eine höherentlohnung um 10 Proz. für Berlin erreicht sei. Für die übrigen Orte sind durch die zentralen Körperschaften sofort Berhandlungen in die Wege geleitet, um dort das gleiche Zugeständnis zu erlangen. Die Abstimmung ergab 630 Stimmen gegen und 611 für Annahme des Abkommens. Bei diesem Resultat glaubt die Streitleitung den Streit nicht fortsetzen zu können. Es erübrige sich eine nochmalige Urabstimmung in den Betrieben, weil diese sicherlich nur ein günstigeres Ergebnis für die Annahme des Lohnabkommens ergeben würde. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt daher soweit es möglich ist sofort, im übrigen am Montag früh. Somit ist für die Buchdrucker und Hilfsarbeiter einzig und allein dieser Beschluß maßgebend. * Der Bezirksvorstand. Die Beiträge zum Gemeindearbeiterverband, Filiale Berlin, betragen für die 32. und 33. Woche vom 6. bis 17. August: 32. Woche 1.& laffe 2. zu leben in Marten 85 000 m. 20 000--65 000 78 000 18 000-60 000 83. oe 200 000 0. 180 000 160 000 72 000 17 000-55 000 59 000 14 000+ 45 000 140 000 52 000 12 000+ 40 000 110 000 39 000 9 000-30 000 80 000 7. 26 000 6 000+ 20 000 55 000 8. 13 000 9. 200 100 3 000+ 10 000 wie bisher 20 000 200 10 " " 10. W Die Kurzarbeiter zahlen für die 33. Mode 140 000, 110 000, 80 000, 110 000, 80 000 und 55 000 m. Die vorläufigen Löhne für die Woche vom 12. bis 18. Auguft betragen in der Spize: für Ungelernte 168 300, für Angelernte 171 600, für Handwerker 179 400, ungelernte Arbeiterinnen 117 300, angelernte Arbeiterinnen 120 300, qualifizierte Arbeiterinnen 125 400, Reinigungs- und Scheuerfrauen 106 500 m. Frauen- und Kinder beihilfe je 14 400 M. Als Ausgleich auf den am 6. Auguft ermittelten Inder erfolgt eine Nachzahlung des für die Woche vom 5. bis Die Auszahlung hat bis spätestens Dienstag zu erfolgen. 11. August geltenden Lohnfahes einschließlich sämtlicher Zulagen. Die Streiflettung teilt mit: Die Funktionärversammlung am Sonnabend nahm zu dem Ergebnis der Lohnbewegung Stellung. Gegen ble Empfehlung Der Streitleitung auf Annahme des Lohnabkommens erhob sich teilweise recht stürmischer Widerspruch der Funktionäre. Im Bauanschlägertarif beträgt der Stundenlohn für die Zeit Bei der durch Hammelsprung vorgenommenen Abstimmung vom 6. bis 12. Auguſt 209 327 M.; bei Affordarbeit wird für diese ergab sich feine für die Wetterführung des Streits ausreichende 3eit das 246 000fache des Tarifes vom Jahre 1912 berechnet. Mehrheit, weshalb die Streifleiting in Gemeinschaft mit den beArbeit aufrief. teiligten Organisationsvorständen zur Wiederaufnahme der ausgebrochenen wilden Streits und wegen passiver Die Steffiner Bultan- Werft gibt bekannt, daß sie wegen des Resistenz eines Teiles der Arbeiterschaft sich gezwungen fehe, ihren gesamten Betrieb zu schließen und die BeWerke legschaft zu entlassen. Auch andere große Stettiner haben ihre Betriebe geschlossen. Die Aufnahme der Arbeit dürfte am Montag morgen in allen Betrieben erfolgen. Für die Mitglieder der Streitleitung findet am Montag um 10 Uhr eine abschließende Sitzung im Streit bureau statt. Bäcker und Konditoren. 2. Keller. Gegenüber Bestrebungen von bestimmter Seite fordern wir unsere Kollegen dringend auf, fich nicht an Aktionen zu be= teiligen, die nicht von der Gewertschaft ausgehen. In der gegenwärtigen Zeit tut Geld und Brot not. Ein Generalstreit tann uns beides nicht verschaffen. Er vermehrt und ver- E schlimmert nur die Schwierigkeiten zum Schaden des Prole. tariats. Unsere Pflicht als Lebensmittelarbeiter ist es, die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Es wäre Wahnsinn, ja Selbstmord, die notleidende Arbeiterschaft auszuhungern. Daher raten wir von jeder Aktion ab, die nicht die ausdrückliche Zustimmung unserer Gewertschaft gefunden hat. Nur die Beschlüsse der Gemertschaftstommiffion haben für uns Geltung. Wer Befehlen außenstehender Inftitutionen folgt, tut dies auf eigene Berantwortung. AEG.- Brunnenstraße. Achtung, Parteigenoffen der BSPD.! Heute vor mittag 9 Uhr Gigung fämtlicher Genoffen der VSPD. im Lotal von Raros, Boltaftr. 37. AIIe Parteigen offen müssen zu dieser wichtigen Sigung erscheinen. Sämtliche, Gammellisten zur Wahl des Verbandstages der Metallarbeiter müssen abgerechnet werden. Ohne Mitgliedsbuch der Partei fein 8utritt. Der Fraktionsvorstand. Siemens u. Halste, Bernerwert. Die file heute angefekten Bersamm. Inngen fallen aus. Montag früh 6 Uhr treffen sich fämtliche Sollegen in ihren Streiflobalen zur Einteilung. Siemens- Schudert- Berke, Charlottenburger Wert. Die Angestellten treffen fich Montag vormittag 9 Uhr an der Helmholz- Quelle, Helmholz, Ede Franklin ftraße. Es wird ein turzer Bericht über die Lage gegeben. Kübler, Gummifabrit, Reinickendorf. Fabritarbeiter. Die Rollegen der Amsterdamer Richtung werden ersucht, Montag nachmittag 2 Uhr im Lokal von Muster zu einer wichtigen Fraktionsbesprechung zu erscheinen. 3. A.: Schäfer und Gädice. Musikinstrumentenarbeiter. Bersammlung der Funktionäre aller Betriebe am Montag abend 7% Uhr im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 147. Bericht über die Lohnverhandlungen. Solzarbeiter, Bezirk Steglig! Mitgliederversammlung Montag nachmittag bekanntgegeben. Zentralverband der Bäder und Konditoren., Gehaltsregelung für die Angestellten im Baugewerbe. Uhr bei Schellhafe, Ahornftr. 15. Tagesordnung wird in der Bersammlung Die Verhandlungen mit den Groß- Berliner Bauarbeitgeberverbänden hatten das Ergebnis, daß bis spätestens am 15. August allen Angestellten ein Vorschuß in Höhe von 3 Juli- Ge hältern gezahlt wird. Die Verhandlungen über die Wertbeständigkeit der Gehälter werden zentral durch die Parteien des Reichstarifvertrages geführt. Das Ergebnis wird in den nächsten Tagen mitgeteilt werden. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten hat mit dem Bund deutscher Architekten, Landesbezirt Brandenburg, Bekanntmachung Firma C. P. Goerz. Dienstag nachmittag 1 Uhr Betriebsversammlung auf Funktionäre bei witte, Berlin C., Boftstr. 29; für den Often bei Diekenhagen, dem Hofe des Werkes Friedenau. Montag vormittag 9 Uhr Treffpunkt aller Scharnweberstr. 60; für den Westen bei Rosenthal, Eberstr. 66; für den Stiben im Jdeal- Rafino, Reukölln, Weichfelftr. 8; für den Norden bel Obligo, Stralsunder Str. 11; für Moabit bei Wegner, Keplerstr. 29. Auskunft für alle Kollegen von 11-12 Uhr. Achtung, Zimmerer! Dienstag abend 7 Uhr haben sich alle Mitglieder des Vergnügungskomitees bei Fenfara, Melchiorstr. 15, bestimmt und pünktlich Der Vorstand. einzufinden. Zentralverband der Schuhmacher. Dienstag nachmittag 5 Uhr Branchenversammlung der Maschinenzwider bei Boeker, Weberstr. 17. Die Zeichnung auf die wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches nimmt am 15. Auguft ihren Anfang. Im Anzeigenteil dieser Nummer werden die Bedingungen für die Zeichnung bekanntgegeben. Um den Zinsenbedarf für eine Anleihe bis zu 500 Millionen Mark Gold zu decken, sieht ein von der Reichsregierung den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegter Gefeßentwurf die Ermächtigung für die Reichsregierung vor, zuschläge zur Bermögenssteuer zu erheben. Zur besonderen Sicherung der Kapitalrückzahlung ermächtigt der Gesezentwurf die Reichsregicrung, die einzelnen Vermögenssteuerpflichtigen nach dem Verhältnis ihres steuerbaren Vermögens zur Aufbringung des Kapitalbedarfs heranzuziehen. Demnach sind Zinsen und Kapitalrückzahlung der Anleihe durch die Gesamtheit der deutschen Privatvermögen sichergestellt. Die Anleihe ist zudem mit besonderen feuerlichen Vorzügen ausgestattet: Selbstgezeichnete und im ersten Jahre erworbene Anleihe ist von der Erbschaftssteuer frei; auf Umsätze in der Anleihe ist teine Börsenumfaßsteuer zu entrichten. Zeichnungsstelle ist die Reichsbant mit anderen Banten, Banffirmen und sonstigen Geldinstituten. Der Zeichner tann aber auch jede andere nicht als Annahmestelle bestellte Bank oder Bankfirma mit der Zeichnung beauftragen. in Wertbeständige Sparmöglichkeiten. Die von Mitgliedern des Butab gegründete Industrie Beamtenfparbant Berlin N. 52, Werfftr. 7, die als Genossenschaftsbant arbeitet, hat bereits nach Einführung der Dollarschazanweisungen des Deutschen Reiches an der Börse, einen Fest martverkehr auf Dollar basis zur Einführung gebracht. Die niedrigste Einlage beträgt 10 Feftmart 1 Dollar. Die weiteren Einzahlungen sollen wenigstens die Höhe von 5 Festmark 2 Dollar erreichen. Die JBS. verlangt zwar auch, wie die öffentlichen Sparkassen, die Führung eines Papiermartfontos neben dem wertbeständigen Konto. Das ist schon aus technischen Gründen erforderlich. Jedoch braucht Festmarktonto angelegten Wertbetrages zu erreichen. Soweit die das Papiermarkfonto bei ihr nur die Höhe von 4 des auf dem inleger Mitglieder der Industrie- Beamten- Sparbant find und als solche Geschäftsanteile erworben haben, wird auch von dieser Grenze Abstand genommen. Für die Rückzahlung der Festmartbeträge, die über das Papiermarktonto wieder ausgezahlt werden, ist nach den Bestimmungen offiziell eine Frist von 14 Tagen vorgefehen. Diese Frist dient jedoch lediglich als Schußbestimmung für die Bant. In der Regel werden die auf Festmarktonto stehenden Beträge ohne Einhaltung von Kündigungsfristen in Papiermart ausgezahlt. Auf diese Weise ist es jedem möglich, fich bei Ersparnissen die Kauftraft zu erhalten, die jeweils der Dollar bei uns hat. Die Sparbant hat mit dieser Einrichtung die besten Erfahrungen gemacht. Die Befürchtung, daß sie zu spekulativen Zweden ausgenüßt würde, hat sich als nicht haltbar erwiesen. Es tommt dem einzelnen nur darauf an, durch regelmäßiges Sparen größene Anschaffungen zu finanzieren. Berantwortlich für Bolitik: Victor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Gaternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friebrich Estorn, Berlin; Feuilleton: N. S. Döscher, Wilmersdorf; Lokales und Sonstiges: Friz Rarstädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin G. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Bellagen. Bergmanns Zahnpafia Rosodont die Sparsamkeit selbft Seif 70 Jahren bewährt Ortskrankenkasse der Mechaniker, Optiker Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz Allgemeine Ortstrantentaffe für Allgemeine Ortstrantentaffe Bekanntmachung. Berlin- Lichterfelde für Zehlendorf und Umgegend. Bekanntmachung. und verwandten Gewerbe zu Berlin Folgende Banken und ihre sämt- Bom Montag, den 13. Auguft 1923, lichen Filialen haben sich auf unseren ab gelten folgende Cohnstufen, Grund- Der Borstand hat, nachdem durch BerWunsch bereit erklärt, die von uns aus- Töhne und Beiträge: Durch Berordnung des Reichsarbeitsordnung des Reichsarbeitsministeriums gestellten Notgeldscheine einzulösen, Lohn Arbeitsentgelt auf Grund Tägl. als Höchstgrundlohn das Bierfache der für ministeriums vom 7. August 1923 gilt als entweder durch Reichsbanknoten, so- ftufe den Kalendertag Durch Verordnung des Herrn ReichsHöchstgrundlohn das Vierfache der für lohn Beitrag dieLebenshaltungskosten ermittelten Reichs. Lebenshaltungskosten ermittelten Reichs. arbeitsministers vom 7. August 1923 gilt weit sie ihnen zur Verfügung stehen, Mr. inberzahl aufgerundet auf volle 1000 m. oder durch eine Gutschrift zugunsten A Lehrling ohne Entgelt 2 250 gilt, befchloffen, generell 10 Lohnstufen zu inderzahl, aufgerundet auf volle 1000 m. als Höchftgrundlohn das Bierfache der für Lebenshaltungskosten ermittelten Reichsder Kaufleute, welche ihnen die Not- 1 bis 60 000 3 375 führen. Diese lauten für die Woche vom Für die Woche vom 13. August bis inderzahl, aufgerundet auf volle 1000 M. geldscheine einliefern: 2 über 60 000-120.000 19. Auguft 1923 betragen: Lohn Arbeitsentgelt auf Grund- Tägl. Für die Woche vom 13. bis 19. August Direktion d. Diskonto- Gesellschaft Dresdner Bank Darmstädter und Nationalbank S. Bleichröder Deutsche Bank Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Privat- Bank Diese Banken verfügen über mehrere hundert Filialen in allen Stadtteilen. Wir haben von der Ausgabe von Scheinen von 2 und 2 Millionen vorläufig abgesehen. Dagegen haben wir Scheine zu M. 500 000 ausgegeben. Lud. Loewe& Co. Aktiengesellschaft gez. Oliven. gez. Waldschmidt. 4567890 M. wt. lohn Beitrag 1923 betragen: M. Lohn Arbeitsentgelt auf Grund- Täglich. Mr. ben Kalendertag lohn Beitrag Stufe A Lehrl. ohne Entgelt 45 000 3 000 bis M. Mr. über M. bis 60 000 45000 4500 über 60 000-120 000 90 000 9000 A Lehrlinge ohne Entgelt 30 000 60 000 45 000 120 000-180 000 150 000 15 000 90 000 180 000-240 000 210 000 21 000 Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere tebe Mutter, Großmutter, Schweſter und Tante Luise Kukol am 11. Auguft nach furzem, schwerem Leiden verstorben ist. Im Namen der Hinterbliebenen: Ida Kukol, Berlin, Krampenburg. Beerdigung: Dienstag, 14. August, nachm. 4 Uhr, Friedhof zum Heiligen Kreuz, Mariendorf, Eisenachstraße. 2790 Ungeheuer stiegen im Preise sind alle Lehens8 100 artikel. Kleine Anzeigen im Vorwärts" sind billig! M. 45 000 90 000 B " 180 000-210 000 210 000 15 750 6 750 13. bis 19. August 1923: 120 000-180 000 150 000 11 250 2ohn Tagesentgelt " 240 000-300 000 270 000 20 250 ſtufe 300 000-360 000 bis M. " 330 000 24 750 860 000-420 000 " 390 000 29 250 A 420 000-480 000 450 000 33 750 1 60 000 Grund. über lohn Mr. M. 3000 Lehrl. ohne Entge It 30 000 45 000 Beitrag stufe den Kalendertag M. M. " " 480 000-540 000 510 000 38 250 540 000 2 60 000-120 000 90 000 4500 9000 3 120 000-180 000 150 000 " 4 180 000-240 000 210 000 " 5 240 000-300 000 270 000 27 000 " 240 000-300 000 270 000 27 000 II 60 000 bis 120 000 III 120 000 180 000 150 000 13 500 77 6 300 000-360 000 830 000 33 000 300 000-360 000 330 000 33 000 IV 180 000 240 000 210 000 18 900 " " 7 360 000-420 000 390 000 39 000 360 000-420 000 390 000 39 000 V 240 000 300 000 270 000 24 300 " " F. Hemann. 8 420 000-480 000 450 000 45.000 420 000-480 000 450 000 45 000 VI 300 000 360 000 330 000 29 700 JP " VII 360 000 420 000 390 000 35 100 19 9 480 000-540 000 10 540 000 510 000 600 000 51 000 60 000 VIII 420 000 480 000 10 IX 480 000 540 000 X 540 000 10 600 000 45 000 Auf das allen Arbeitgebern zugehende Rundschreiben wird verwiesen. Berlin. den 11. August 1923. Der Borstand M. Gutsche. 15 000 21.000. A128456789 480 000-540 000 510 000 51 000 540 000 600 000 60 000 Auf die erhöhten Barleistungen besteht Auf die erhöhten Barleistungen besteht Anspruch ab 11. September 1923. Achtung! Händler! Anspruch ab 10. September 1923. Berlin Lichterfelde, den 11. August 1923. 20. Auguft. ab gewährt. Waschseife billigffe Bezugsquelle nur Blumenstraße 44. Berlin- Steglitz, den 10. August 1923. Der Vorstand. Moedel, Borfiz. Der Borstand. 6. Tillad, Wagener, Schriftführer.] Borsigender. F. Haneberg, Schriftführer. 4050 450 000 40 500 510 000 mittel und BedarfsFrauenhaar 45 900 höchster Tagespreis 600 000 54 000 Die erhöhten Leistungen werden vom Telephonisch zu erfragen Kgst. 7607 Sehlendorf, ben 11. August 1923. F. R. Müller, Alexanderstr. 37a, Der Vorstand G. Bigalke, Bors. A. Fischer, Schriftf.! I. Etage, an der Kaiserstraße. c. 374 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Familie im Kampf mit der Not. Wie sich die Wirtschaftskatastrophe im kleinen äußert. Küchenkatastrophe. Sonntag, 12. August 1923 herkommt. So kommt es, daß man heute mehr als je„ abgerissene" Kinder sieht. Die Mutter hat eben nicht mehr genügend Zeit, zu flicken und zu nähen, der Vater nicht genügend Einnahmen, um Neuanschaffungen zu machen. Das Geld reicht gerade hin, um die Familie satt zu machen. Neuanschaffungen aber verschlingen Vermögen. So tommt es auch, daß, wenn etwas im Haushalt entzwei geht, an etn Ersatz nicht mehr zu denken ist, mag es nun Geschirr sein, Mobiliar, Bettwäsche, Kleidung oder Schuhzeug. Mit der Annehmlichkeit des Familienstandes ist es vorbei; wo noch feine Kinder sind, geht es immerhin erträglicher, wenn auch drückend. Aber wo Kinder sind und namentlich viele und kleine Kinder da triumphiert das Grauen der Stunde und diktiert das eiserne Gesetz des brutalen Rampfes ums Dasein und das nackte Leben. Die Not der Berliner Berölferung ist nunmehr in das Stadium| Meierei sich in der Bolonäse mit anstellte und glücklich gegen 12 Uhr der grauenhaftesten Wirtschaftskatastrophe eingetreten. Während nach Hause kam, weinend, zusammengebrochen, weil gerade furz vos gleichzeitig in den vornehmen Vororten, in Schlemmer- und Brasser- ihr die Margarine ausverkauft war. So muß fie nachmittags es stätten der prallgefüllte Geidsad der Schwerverdiener Vorräte auf wieder versuchen, Stunden auf Stunden opfern. Aber nicht nur Borräte ungestraft, selbst ungehindet aufstapeln fonnte und das Fett soll sie allein beschaffen, auch kartoffein müssen„ erstanden" werden, Gemüse Fleisch ist schon ein holder Traum Gesindel die Papiermart auf Kosten seines reichlichen Baluten- und Devisenbefizes in Grund und Boden ruinieren durfte, ist die Be- geworden, den sich Bessergestellte einmal in der Woche und dann Sonntags leisten und andere Dinge. Sind etwas ältere Kinder Tag für Tag, jede neue Stunde bringt neue Ueberraschungen. völkerung der proletarischen Stände durch die ersten Millionenpreise da, so helfen diese mit. Bei all dieser Stunden raubenden Be: Berechnen und Einteilen wird zur Unmöglichkeit. Der Fezzen für Lebensmittel cinem ständig fortschreitenden panischen Schrecken schaffungstätigkeit soll sie aber auch fochen, die Wohnung säubern, Papier, das sich„ Papiermart" nennt, finft immer tiefer im Wert", ausgeliefert worden, dem gegenüber die paar lumpigen„ Havenstein- waschen, Geschirr reinigen, die Kinder warten, die Kleidung repa- mit unheimlicher Geschwindigkeit in den unheimlichen Abgrund. Rubel", mit denen sich unsere Kreise bescheiden müssen, nur lächer- rieren, nähen, flicken und meiß Gott, was noch sonst. Da der Die Läden wie die Wirtschaftskassen grinsen leer und öde. Nur die liche Tropfen bedeuten. Tag aber nur vierundzwanzig Stunden hat und man in der Nacht Läden der Reichen, die Delikatessenläden und Feinkosthandlungen, zwar sich anstellen, aber nichts faufen kann, die Läden nur mehr sechs find prall und wohlgefüllt wie die Schieberbrieftaschen. Doch ist die Stunden geöffnet sind, wenn sie nicht überhaupt wegen Waren- Lage noch nicht hoffnungslos. Die„ Goldmark" ist auf dem Marsche! mangels nur Berierbilder darstellen, fann fie es nicht schaffen. Die Folgen davon sind: die Wirtschaft geht immer mehr zurück, Geschirr Das Uebergangsstadium, in dem wir uns jetzt befinden, wird gemuß stehen bleiben, im Husch muß genäht und geflidt werden; von mildert werden, wenn in den nächsten Tagen die Maßnahmen der Kinderwartung fann nicht mehr viel die Rede Behörden ihre ersten Erfolge zeigen werden: größere Kartoffellein, geschweige denn von gründlicher Kindererziehung. Was zufuhr auf Grund der nun begonnenen großzügigen Kartoffelernte, sonst die Hausfrau gemütlich am Tage erledigen konnte, muß sie umfassende Beschaffung von Fetten und damit wieder Füllung der Läden. Die schleunige Herauffezung der Löhne und Gehälter und nun am späten Abend bis tief in die Nacht hinein tun, wenn sie wohlgemerkt! es sich leisten kann, die Lichtausgaben machen ihre Umformung in wertbeständige Entlohnung, ihre Anpassung an zu dürfen. Nun müssen aber außer diesen Frauen, die sich wenig die Goldmark wird dann die Familie wieder in die Lage setzen, sich stens noch helfen fönnen, jene anderen betrachtet werden, die nun hon gar nicht mehr wissen, wohin und woher, d. h. die große zu versorgen, aufzubessern, aufzuatmen und zu gefunden. Aber 3ah. der Frauen, die ihrem Mann im Gelderwerb mithelfen, nicht in der Lage sind, sich mit anstellen zu fönnen, Stunden auf die Heranschaffung verwenden zu können, weil sie diese Stunden eben im Beruf. im Geschäft oder als Botenfrauen verbringen müssen. haben sie feine Nachbarinnen, die ihnen etwas mitbesorgen dann sind es auch nur immer geringe Mengen Berbindungen. so beginnt für sie, menn sie aus dem Beruf kommen, ein arauenhafter Kampf um die Ware. Oder sie müssen eben die Nacht heraus und vorher sich alles besorgen, um dann müde und abaebekt in ihren Beruf zu gehen. Geht auch das nicht, dann müssen fie eben Aufgeld bezahlen. wenn sie es können, oder trodenes Brot essen und zufrieden sein. Wir, die wir bisher über Teuerung ftöhnten, müssen jetzt ange fichts der Lage leider erkennen, daß die„ Teuerung" nun erst beginnt. Der allzutheoretische Reichsinder für die Lebenshaltung hat wöchent liche Steigerungen von über 100 Proz. zu verzeichnen, denen die Löhne und Gehälter nur in einem faft lächerlich anmutenden Tempo nachkriechen. Während am vergangenen Donnerstag für Margarine bis 440 000, für Fleisch bis 300 000, für Erbsen 60 000, für Reis 50 000, für einfaches Gemüse 15 000 bis 20 000, für einen mittleren Anzug 10 bis 15 Millionen, für Schuhe 5 bis 9 Millionen, für Sorten 100 000 Mart verlangt wurden, zahlte man als höchste Wochenlöhne dem Buchdrucker 2 400 000, dem Bäcker 2 525 000, in der Schuhindustrie 2049 000. in der Metallindustrie 2 668 000, in der chemischen Industrie 2 760 000 Mart. Nur in der Konfektionsbranche murden einzig und allein Wochenhöchstlöhne von etwa über drei Millionen ausgezahlt. Angesichts der Lebenshaltungspreise, der ungeheuren Kosten für Lebensmittel, Kohlen, Licht, Bekleidung, Mieten, Fahrgelder usw. muß man sich erschüttert fragen, wie da überhaupt noch eine geregelte Lebensführung möglich ist, namentlich, wenn man bedenkt, daß die oben genannten Preise sich in den weiteren Tagen, ja faft stündlich in starkem Maße bis zur Berdoppelung erhöht haben. Der Kampf ums Dajein ist ins richenhafte geSteigert; die Nerren der Männer und ganz besonders der armen Frauen, auf denen die Wirtschaftsführung faftet, werden wie unter Maffteinen flein gerieben, zermürbt und zerfetzt. -Der Die Hausfrau im täglichen Kampf. Ganz besonders leiden die Frauen, die Mütter, deren Dasein nicht beneidenswert ist und vor teren Heldenmut im Ertragen und Leiden im Sorgen man sich bewundernd verneigen muß. Kampf der Hausfrau heute ist das moderne„ Hohe Lied" auf die Frau! Für eine ganze Reihe nen Tagen erhält sie ihre WirtschaftsTaffe aufgefüllt mit den schon im Volksmundte so benannten Savenstein- Rubeln". Damit foll fie austommen und muß sie austommen. Nun muß sie sich hinfehen und rechnen, rechnen, rechnen! Gie muß es einteilen, für die Wirtschaft an sich und dann für die vielen fleinen Ausgaben und großen Rechnungen, die ein Haushalt mit sich bringt. Sat fie fich soweit eingeteilt und dabei schon die eine Hälfte ihrer Nervenfraft aufgebraucht, so fommt die andere Hälfie dran nämlich sein Seranschaffen der erforderlichen Lebensmittel. Sie darf die wenigen Kröten, die sie zur Verfügung hat, fich nicht entwerten lajien, sonst fit fie in den letzten Tagen da und muß ihrem Mann, der von der Arbeitsstelle, der Geschäft oder dem Hunger und Durst mit nach Hause bringt, ihren Rindern, die mie Kinder immer hungrig sind, bestenfalls trodenes Brot und eine dünme Suppe vorsehen, was natürlich das Familienleben nicht angenchiner gestaltet. So muß sie nun, da auf dem Lebensmittelmarkt, namentlich auf dem Fettmarkt warenfnappheit ist, früh am Toge shon aufstehen, sich in aller Herrgoitsfrühe vor dem Butter-, 1- den anftellen, um nach langen Stunden endlich ein halbes fund Margarine zu bekommen. Ich kenne Fälle, in denen die Frau um 5 Uhr morgens aufstand, um 5% Uhr schon vor der 611 Als die Wasser fielen. Von Otto Rung. „ Die Sache ist die," sagte er, daß über gewisse Dinge, die hier an Bord vorgehen, geklagt worden ist! Als Reeder des Schiffes ist es meine Pflicht, die Berhältnisse zu unterfuchen; ich will jetzt darangehen, die Bretterwand hier mittschiffs in Ihrer Kajüte zu durchbrechen." Er fügte hinzu:" Kapitän Högelund ist achtern dabei, dasselbe zu tun. So fönnen wir die Sache gleich von beiden Seiten angreifen." Gude betrachtete sceptisch die Wand, deren aufgenagelte Leisten Rustad jetzt befühlte. „ Ja," sagte er,„ ich roerde Sie selbstverständlich nicht hindern. Natürlich habe ich auch eine Reihe von merkwürdigen Bauten hier an Bord gehört, aber ich glaube immer noch, daß es nur Ratten oder die Blanken des Schiffes find. Und was follte es auch sonst wohl sein? Geister?" Das wird fich zeigen," murmelte Ruftad und zog umständlich seinen Mantel aus. Gude zuckte lächelnd die Achseln und ging an Dec. Nach furzem Bedenken ging er nach achtern und traf Gerda allein auf ihrem gewohnten Blaz in Lee des Sonnensegeis. Sie faß mit über der Brust verschränkten Arman da und blickte kaum auf, ais er fam. Er bemerfte den tief verstimmten Zug um ihren Mund und nahm ihr gegenüber Blag, indem er schonend wartete, bis feine Nähe fie beruhigt hatte. Er verstand, daß fie jest wahrscheinlich völlig Bescheid über die Dänische Werst und Andreas Baulis Sidjal wußte. Die Blätter hatten am selben Tage einen fürzeren Artikel gebracht: Der in weiten Kreisen bekannte Geschäftsmann Andreas Pauli hätte sich nach längeren Verhandlungen mit seiner Bant entschlossen, in Liquidation zu treten und arbeitete jetzt an einer Ordnung mit seinen Gläubigern. Natürlich hätte er gleich seinen Boften als Direktor der Dänischen Werft niedergelegt, und dem Verlaufen nach wäre der ganze Auffichtsrat einem Beispiel gefolgt. Nebenerwerb. und Eile tut not! Für die Republik. Die Partei hatte gestern abend ihre Mitglieder und Freunde zu oder sonstwelche einer Verfassungsfeier in die beiden Riesensäle der Neuen Welt eingeladen. Der Beginn der Feier war auf 6 Uhr feſtgeſetzt, verzögerte sich aber nahezu auf 7 Uhr, da die Straßenbahnen nicht fuhren und die Teilnehmer infolgedessen große Mühe hatten, heranzufommen. Dann aber waren die Säle bis in die letzte Ede, bis auf den höchsten Rangplay dicht gefüllt, und nach einigen einleitenden Worten des Genossen Horlig eröffnete der Männerchor„ Namenlos" unter der temperamentvollen Leitung seines Chormeisters Thilo Dem Mann liegt es ob, das Geld heranzuschaffen. Seine die Feier mit Zengers wuchtiger Hymne An das Feuer“. ob fie Heinrich Witte vom Staatstheater sprach in seiner anfpor= Merren sind ebenso herunter wie die feiner Frau, die ihm will oder nicht doch immer wieder vorrechnen muß, daß sie mit nenden, lodernden Art den Prolog Athene Deutschland" von Gerdem Geld, das er ihr gegeben hat, nicht auskommen fann. Und was hart Hauptmann. Darauf fang der Männerchor„ Namenlos" Weisnun? Nun muß er sehen, wo er mehr herbeschafft. Irgendwie muß heimers" Bet' und arbeit" und zum Schluß den Rotgardistenmarsch). er und seine Frau Beide Lieder wurden mit braufendem, nicht endenwollenden Beifall er es; denn die Kinder wollen satt werden und auch. So ift er gezwungen, fich außer feinem Hauptberuf einen aufgenommen, der sowohl den Sängern als auch dem Dirigenten Nebenerwers zu schaffen. Er sucht und sucht, vielleicht lange ver- galt. Im großen Gaal sprach als erster Redner Genosse geblich. Dann endlich findet er etwas, etwa als Bote, als Haus- Stampfer. Lage wie dieser," so begann er, sind uns gegeben, wart, indem er fleine Transporte übernimmt, fleinere Arbeiten, damit wir unsere Gedanken einmal loslöfen von des Tages Not und die in sein Fach einschlagen, für Nachbarn, Bekannte oder Fremde Qual und sie emporheben zu den großen Zielen und ewigen Dingen. ausführt, etwa, wenn er geschickt ist, sich nebenberuflich noch mit und selbst wenn man sagt, die Not und das Elend find zu groß, wir Schusterei, Schneidern, Tischlern u. ähnl. abgibt. Besondere Aus- haben feinen Auftrieb mehr: wir müssen uns als Sozialisten mit aller gaben darf er sich faum noch leisten; Taschengeld u. dgl. sind für ihn Kraft dagegenstemmen. Gerade in diesen Tagen, in denen die VerLurus. Er darf froh fein. wenn er überhaupt fich am Tage eine wirrung der öffentlichen Meinung den Höhepunkt erreicht hat, beschlechte Zigarre oder den Tabat für seine Pfeife erlauben darf, und steht für uns ein unbedingtes Muß zur ruhigen Ueberdazu ab und zu einmal ein Glas Bier oder einen Gnaps, or legung und Gelbstbesinnung. Troz Rot und Sorge stehen muß fich für die Wirtschaft abradern; einen anderen por uns drei große Ziele: Republit, Demokratie und Sozialismus. Sinn hat die Arbeit für ihn nicht mehr aufzuweisen. An Kleidung So nahe uns die ersteren oft erscheinen, wir müssen immer von und Schuhzeug fann er bei den wahnsinnigen Preisen natürlich neuem darum fämpfen und werben. So schlecht es uns jetzt auch geht, ebensowenig denken, will er nicht den Kampf seiner Frau ganz er dürfen wir als Sozialisten derer nicht vergessen, denen es noch heblich erschweren und ihre Wirtschaftstasse plündern. Die Kinschlechter geht, nämlich unsere Brüder und Schwestern an Rhein, der machen noch besondere Sorgen: da sind die Ausgaben für die Ruhr und Saar. Das Land im Westen ist ein einziges großes Kleidung, das Schuhzeug, Schulgeld, Ausgaben für Schulbücher usw. Gefängnis. Republik ist nur dort, wo es feine Die Kinder wachsen leichter aus den Sachen heraus, verschleißen in echte gibt. Und an Rhein und Ruhr kann sich zur Stunde der mehr als Erwachsene, denken nicht so viel darüber nach, wo das Geld! Segen einer Republik nicht entfalten. Aber die Gegner stehen nicht der großen Bilder, die mit der Vorderseite gegen die Wand| seinen, ließ nicht locker und führte sie, sachte aber bestimmt, der offenen Kajüte gelehnt standen. Sie wandte das Bild als führte er einen Patienten, auf Deck hin und her. Ein um. Die Farbe war mit Terpentin ausgewaschen. Aus dem leises Schluchzen erschütterte noch ihre Schultern, wahrschein= schwachen Umriß erkannte er noch, daß es das Porträt seines lich fühlte sie sich jetzt hinters Licht geführt und verraten. Er Schwagers gewesen war. streichelte ihr die Hand, die er hielt, und schließlich wurde sie ruhig: ihr Arm laa ftill in feinem. " Ich male nicht mehr!" sagte Gerda, ohne aufzublicken. Ihr Schwager sollte mir gestern zum letzten Male sizen. Aber ehe wir anfingen, nahm er das Bild, betrachtete es und lachte. Soll das mich vorstellen! sagte er. Dann nahm er einen Zirkel und sing zu messen an. Erstens ist es schief, sagte er, und zweitens ist es eine vollkommene Karikatur!" " Gude lauschte aufmerksam. Gerda fuhr fort: Man fann nicht gerade sagen, daß sie mich verschönert haben, sagte Ihr Schwager. Ich glaube doch, daß ich ein ganz flein wenig mehr wie ein Mann ausfähe! Wie tieftränkend feine Worte und sein ganzes Auftreten für mich waren, hat er sicher nicht verstanden. Er sagte jedenfalls feine Meinung, und das nicht schonend taum höflich. Bulegt nahm er mir den Pinsel aus der Hand und wollte mir zeigen, wie ich malen sollte! Nun, da nahm ich Terpentin und einen Lappen und wischte das Bild aus. Dazu lachte er nur und sagte, daß es jezt ähnlicher wäre!" " So, so," sagte Gude nachdenklich. Das gleicht meinem Schwager eigentlich gar nicht, so wie ich ihn fenne!" Doch er fand, daß Gerdas Schilderung von Start sehr gut zu Ediths leztem Bericht über seine wicdererwachte Energie paßte. Gerda sah auf ihre Hände, die sie zerstreut in der Sonne drehte. Sie lächelte müde:" Na!" sagte sie leise. Ihr Schwager hatte im übrigen recht: Ich kann nicht malen! Was ich hervorgebracht habe, hat nie etwas getaugt. Und jetzt ist das also auch vorbei!" er Sie schien feinen Trost zu erwarten, und folglich verhielt sich schweigend. " Das ist Ihre Meinung auch immer gewesen!" sagte sie bitter, vom ersten Tage an, als Sie meine Arbeit sahen." Er fireckte ihr die Hand entgegen, doch sie nahm sie nicht. Sie tat ihm von Herzen leid, aber er sah ein, daß sie auch das durchlämpfen mußte. Da saß sie nun, nur ein verzagtes Gleichzeitig brachten die Blätter die Mitteilung, daß fleines Mädchen, und hatte nicht einmal mehr ihr Talent! Bankdirektor Steensen wegen seines schwanienden Gesund- Blötzlich erhob sie sich. Am liebsten heute noch," sagie heitszustandes nach Montreur gereift wäre. Bis auf weiteres jie, und auf jeden Fall morgen gehe ich fort von hier. Sie würden seine Geschäfte in der Bank von dem anderen Diref- verstehen, daß ich feine Gastfreundschaft mehr von Herrn tor, Hugo Heine, wahrgenommen werden. Rustad annehmen will!" Ihr Mund verzog sich.„ Er und ich gehören ja nun nicht mehr zum selben Fach- und sind also nicht mehr Kameraden!" Gude blieb vor Gerda fißen. Er wartete still, bis diese fchwere Sache in ihrem Gemüt zu Boden gesunken war. Zusammen schwiegen sie sie durch, es bedurfte feiner Worte. Schließlich würde sie vergessen und begraben sein. Aber langfem fah er eine neue Slimmung sich den Weg über ihr Antlig bahnen, die Traurigkeit wich einem festeren, bitteren Zug um ihren Mund. Sie erhob sich und nahm eines Gude faßte sie fest um die Handgelenke und hielt fie fo, während er ihr mild erklärte, daß danon feine Rede sein fönnte. Sie fäm sie auf den Einfall! Natürlic) müßte sie biczbelben wie zuvor. Sie wand ihre Hände unter seinem Griff, aber er gab nicht nach, legte ihren Arm unter den Unter Deck ertönten Hammerschläge und dann deutliches Krachen. Die Zwillinge, die mit ihrem Vater an Vord ge= fommen waren, steckten die Köpfe zur Luke heraus. Jetzt ist Vater gleich durch die Wand!" sagten sie. Da ist eine Geheimtür, aber die ist festgenagelt, und über die Spalten sind überall Leisten geschlagen!" Ein neues Krachen ertönte vom Vorschiff. Gleich darauf stand Rustad in halber Höhe der Kajütentreppe. Er hielt den Zeigefinger in die Höhe und piiff ihnen. Gude nickte Gerda bedeutsam zu, und sie folgten Rustad hinunter. In Gudes Arbeitsraum war der ganze Boden mit Splittern überfät, als hätte ein Araberjunge dort Zuckerohr gefaut. Rustad stand in Hemdsärmeln da und schlug mit gewaltigen Hammerschlägen auf eine zugenagelte Tür los. Die Tür, sagte er, wäre zutage gekommen, als er die Leisten vom Baneel losgebrochen hätte. Er schlug auf die Nagelköpfe, das es sang. Hohles Krachen kam aus der Ferne. Das war Kapitän Högelund, der achtern arbeitete. Wie im Gotthardt- Tunnel!" rief Rustad über die Schulter hinweg. Wir treffen uns mit Handschlag in der Mitte!" " 1 Mit einem Seufzer biß sich der Hammer durch die Planfen. Rustad warf ihn fort und nahm die Fäuste zu Hilfe. Gine Staubwolte umwirbelte ihn. Gude und Gerda zogen sich zurück und setzten sich zusammen auf die Kajütentreppe. Na," lachte Gude, jezt haben wir also gleich die Erklärung von Beß Ruthbys Geheimnis." Gleich darauf ertönte ein Ruf von Rustad. Ein Ruf vom Achterchiff antwortete. Sie guckten wieder in die Kajüte hinein. Die Tür war heraus, ein schwarzes Biered gähnte in der Wand und aus dem erhob sich jetzt schnaufend Herr Rustad und wandte sich zu ihnen. In jeder Hand hielt er.eine leere Champagnerflasche. " Genau, wie ich es mir gedacht hatte!" erklärte Rustadt. Beß Ruthby hat Schmuggelfahrten mit Spirituosen gemacht!" Gude guckte in den Raum hinter dem Paneel. Es schien eine Art Pantry oder Vorratskammer zu sein. Aus besonderen Gründen hatte man also die beiden Zugänge nach Vorund Achterschiff versperrt, indem man Leisten über die Türspalten nagelte. Drinnen lagen an den Wänden aufgestapelt in offenen Kisten ein paar hundert Champagnerflaschen. Gude nahm eine von ihnen. Sie war leer, der Korken fehlte, die Fiasche war explodiert. Ratten hatten Bindfaden und Lack. hereingesichertes Seewasser den Draht gefressen. ( Fortsegung folgt.) nur draußen, sondern auch im Innern, und der schärfste Gegner ist ber unpolitische Sinn großer Teile des Bürgertums, der uns in das Elend hineingeführt hat, jene stumpfsinnige Eigensucht, die nicht über das Nächste hinwegsicht. An den schweren Erschütterungen, die wir jetzt durchmachen müssen, trägt dieses Bürgertum ein gerütteltes Maß Schuld. Deshalb haben wir dieses Bürger tum nicht nur zu bekämpfen, sondern auch zu erziehen zum politischen Denken. Den großen Kampf, in dem wir stehen, fönnen wir siegreich nur zu Ende führen durch geistige Ueberlegenheit. Eine soziale Revolution fann nicht geführt werden nach den Methoden eines Stlavenaufstandes, sondern nur nach den klarsten Erfenntnissen der Wissenschaft. In diesen Tagen ist die Erkenntnis doppelt notwendig, daß wir unsere Ziele nicht dort erreichen können, wo die Leidenschaften herrschen und die Stimme der Vernunft zum Schweigen verdammt ist. Wir müssen eine Rette bilden und so unsere Arbeitsbrüder vor dem Abgrund zu Genosse rückhalten, damit sie sich nicht ins Verderben stürzen." Stampfer schloß mit einem jubelnd aufgenommenen„ Es lebe der Kampf, es lebe die Republik!" " Alsdann nahm Genosse Crispien, lebhaft begrüßt, das Wort. Seine Ansprache ranfte sich um das bedeutsame und gewaltige Thema„ Der Tag des Proletariats". In unserer Zeit sehen wir den Kampf der großen Feudal mächte mit den Mächten des Rapitals entbrannt. Aber feiner dieser Kämpfe ist bisher ohne das Bolt geführt worden, dessen Mithilfe man durch verlogene, scheinbar idealistische Parolen gewann, und jedesmal ist das Bolf betrogen worden. Nunmehr aber ist das Proletariat in den Kampf zur eigenen Befreiung eingetreten. Wir haben es jetzt erlebt, daß die bürgerliche Welt Anarchie erzeugt, und das wird so bleiben, so Cange es einen Privatbesih gibt. Es fommt jetzt darauf an, alle Kräfte zu sammeln und in den großen End= ampf für den Sozialismus einzutreten. Wir dürfen uns nicht zur Verzweiflung treiben und zerbrechen lassen. Wir müssen uns start machen allen Stürmen zu frozen, um den Tag des Proletariats zu erringen.( Brausender Beifall.) Preise und Löhne. Bekleidungswarenpreise in Berlin am 13. 8. ( Schlüsselzahl 49000) ( in tausend Mark) Herrenanzug, engl. Stoff, Höchste Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) Kleines Feuilleton. Die bildende Kunst zum Verfassungstage. Ein Wert der Kleinplastik ist vom Reichspräsidenten zum Verfassungstage in Auftrag Bauarbeiter v. 9. bis 15. 8. 10120 gegeben worden: Eine von dem Berliner Bildhauer Alfred Vode Gemeindearbeiter( ungel.) geschaffene Medaille, die als Preis für sportliche Wettkämpfe zur Verteilung kommen soll. 23030 42630 v. 12. bis 18. 8. Handwerker v. 12. bis 18. 8. Gemeindearbeiterinnen 2891 ( ungel.) v. 12. bis 18. 8. 3136 Gemeindearbeiterinnen 232 ( qualifiz.) v. 12. bis 18. 8. 490 Süß-, Back- u. Teigw.- Ind. 18130 v. 8. bis 14. 8. Reichsarbeiter v. 12. bis 18. 8. 7742 8252 5396 3768 Mittelqualität. desgl. Wollstoff In zwei Ausführungen, in Bronze und Eiser, zeigt sie vorn Herrenhemden, Macco mit Doppelbrust oder Einsatz einen fizenden Adler vor der Sonne, auf der Rückfeite einen Eichen= desgl. Normaltrikot franz. Ein zweites Wert, das Walter Klemm in Weimar geschaffen Herrensocken, Baumwolle hat, war als Gedenkblatt für die Abwehr im beletten Gebiet bedesgl. Wolle stimmt: es trägt auf der Vorderseite die Schrift: Zum VerfassungsDerbe Herrenstiefel tag im Gedenken an leidendes deutsches Land der Reichspräsident." Damenmantel, mittl Qual.. 8330 desgl. Reinwolle. Die Innenseite des Bogens zeigt neben einer Widmung in kräftigen 4292 Lettern in Holzschnitt eine gleichfalls in Holzschnitt ausgeführte DarFlanellbluse, einf. baumw. 5390 Schuhmacher v. 6. bis 11.8. desgl. besser 5733 Buchdrucker v. 11. bis 17. 8. 12644 ftellung aus dem Industriegebiet, so daß das ganze Blatt von einem Holzstock gedruckt werden konnte. Von Vocke stammen auch die Damenrock, reinw. Cheviot 11515 Chemische Industrie v. 8. 6900 Wappenschilder der deutschen Länder und der unter fremder Herrschaft stehenden deutschen Gebiete, die bei der Feier am Verfassungs5477 tage den Sigungsfaal des Reichstages schmücken sollen. Damenhemd Baumwollstrümpfe Schürze Damenstiefel • 12740 3185 bis 14. 8. 539 Metallarbeiter v. 6. bis 12.8. 1029 Metallarbeiter( weibl.) v. 6. 16660 bis 12. 8. Kohlenpreis • 2241 2287 " 99 99 " • 6629 7038 8000 1 Ztr. Hausbrandbriketts 915 ab Lager. 955 frei Keller 1 Ztr. Gaskoks Lebensmittelpreise in den Markthallen wenig verändert bei besserer Zufuhr. Behördliche Preise ab 13. 8. Markenbrot 62, Markensehrippe 2,4, Vollmilch 50. Alles in tausend Mark. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Sonntag, den 12. August: 15. Kreis. Nachmittags 4 Uhr Kreisvorstandssigung in Niederschöneweide, Köllnische Str. 64, bei Jung. 31. Abt. Seute vormittag 10 Uhr Funktionärsigung bei Goldschmidt, Stolpische Straße 36. Wichtige Tagesordnung. 111. Abt. Bohnsdorf. Nachmittags 2½ Uhr in Falkenhorst( Nahe Restaurant Biebarth), Waldfeft. Mufit, Gesang, turnerische Aufführungen, Kinderspiele. Butritt frci. Morgen, Montag, den 13. August: der Kinderfreunde auf dem Hofe der Alegander- Kaserne von 5-7 Uhr. Im Anschluß hieran sprach der Sprechchor unter Leitung von Albert Floraih, Ernst Tollers„ Tag des Proletariats", dessen aufrüttelnde Rhythmen eine unerhörte Wirkung erzielten. Hicran schloß sich die von allen Anwesenden stehend gesungene Internationale. Als Letter nehm, vom Genossen Horlig eingeführt, der englische Genosse W. H. Maimoaring, Bizepräsident des eng- 1. Kreis Mitte. Jeden Montag und Mittwoch spielt die Arbeitsgemeinschaft lischen Labour College( Arbeiter- Sodyschule), das Wort zu einer 41. bt. 8 Uhr Sigung aller Mieterräte bei Schult, Mariendorfer Str. 5. temperamentvollen Ausführung in englischer Sprache, 46. Abt. 7 Uhr wichtige Sigung aller Genoffen des Ordnerdienstes mit Stell die vom Genossen Horlik ins Deutsche übersetzt wurde. Auch er fand vertretern bei Eichholz, Cuornstr. 23. Erscheinen ist dringende Pflicht. sehr lebhaften Beifall und nannte es eine besondere Aufgabe der Zukunft, die Arbeiter zum Sozialismus reif zu machen. Mit einem brausend aufgenommenen hoch auf die sozialistische Arbeiterbewegung Deutschlands beendete der englische Genosse seine Ausführungen. Die Feier im Lustgarten. Unfere werten Inferenten machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des ,, Vorwärts" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bei Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b.H. Der Deutsche Republikanische Reichsbund hatte feine Verfassungsfeier, die er im Lustgarten veranstaltete, von 8 Uhr auf 7 1hr vertagt. Troß dieser Aenderung war, als die Rundgebung eröffnet wurde, eine stattliche Teilnehmerschar verjammelt. Es sprachen mehrere Redner von den bürgerlichen Demofraten und auch Sozialdemokraten. Immer wieder wurde betont, daß es in dieser Zeit der Not mehr als je gilt, treu zur Verfassung zu halten und entschloff en die Repu blit gegen ihre Feinde zu schüzen. Eine Gruppe von Kommunisten unterbrach die Redner of: durch Zwischenrufe, 82. abt. Steglig. 7. Bezirk: 7% Uhr bei Stobwaffer, Stephanstr. 1, Fortvermochte aber nicht nennenswert zu stören. Gegen die Regierung wurden scharfe Angriffe gerichtet und mit demonstrativem 101. Abt. Treptow. Die Bebel- Gedenkfeier fällt wegen der politischen Lage Beifall unterstrichen die Zuhörer die Forderung des RüdDie Betriebs- und Parteifunktionäre nehmen geschlossen an der Funktionärkonferenz teil. trittes. Ludwig Börner vom Deutschen Theater rezitierte Dichtungen von Freikgrath und Bröger. Nach Schluß der Rundgebung blieben noch viele Teilnehmer im Luftgarten und ließen sich unterhalten durch Vorträge einer fonzertierenden Kapelle und singender Kommunisten. Nachdem das noch eine Stunde gedauert hatte, sette ein Trupp sich in geschlossenem Buge nach den Linden zu in Bewegung. Schutzpolizei sperrte die Schloßbrücke und drängte den Trupp in langjamem Vorgehen ohne Mühe über den Schloßplaß ab. Eine Straßenbahnfahrt 50 000 Mark. Ab Montag. 17. fegung der Aussprache vom Ichten Zahlabend über die politische Lage. aus. Uebermorgen, Dienstag, den 14. August: 3. Rreis Wedding. Kommunale Kommission: 7 Uhr im Lebigenheim, Schönstedtstr. 1, Sigungszimmer 122, 1 Treppe, Zusammenkunft aller Obleute. Referent Genosse Drews. Jede Abteilung hat drei Bertreter zu entfenden. Kreis Lichtenberg. 7% Uhr im Cäcilien- Lygeum, am Rathaus, Kreismitgliederversammlung. Thema: Die politische Lage und die Stellung der Partei zur Reichsregierung". Referenten die Reichstagsabgeordneten Genoffin Bohm- Schuch und Genosse Artur Criſpien. Anschließend Diskussion. 20. Kreis Reinickendorf. 7 Uhr im Gigungsfaai des Rathauses ReinickendorfOft, Hauptstr. 46, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes. Jede Abteilung muß vertreten sein. " Kämpfer" nennt der Verlag Franz Schneider ein auf mehrere Bände berechnetes Wert über„ großes Menschentum aller Zeiten". Sonrad Haenisch hat dazu eine aufs Wesentliche gebende Würdigung Bebels beigesteuert. Im Kupferstichkabinett sind neu ausgestellt: Zeichnungen von Zeitgenossen Dürers sowie Neuerwerbungen moderner deutscher Graphik. Die„ Matkowsky- Bühne" bat als fünstlerischen Leiter Dr. Wilhelm Leybansen verpflichtet, der durch die Gründung des Kölner Sprechchors und die Inszenierung der Perser" bekannt wurde. Unter seiner Spielleitung werden Byrons„ Kain" und„ Die Perser" des Aischylos zur Aufführung gelangen. Unterstützung geistiger Arbeiter. Das Deutsche Note Streuz konnte aus einer Chicagoer Spende in den legten beiden Monaten über 400 Millionen an Gelehrte, Lehrer und Aerzte berteilen. Die thüringische Bolkshochschule veranstaltet am Sonnabend, den 1. September, eine allgemeine Höreraussprache in Liefurt bei Weimar. Diese Aussprache bildet zugleich den Schluß der diesjährigen Weimar. o che, die in die Weimarer Dentitätten einführt. Der Teilnehmerbetrag zur Weimar- Woche beträgt einschließlich Unterbringung und Verpflegung böchstens 2 Buchmart, d. b. 2 Mart vervielfacht mit der jeweiligen Teuerungszahl des Buchhandels. Die Hörertagung gibt allen Teilnehmern an den verschiedenen thüringischen Volkshochschulen Gelegenheit zur Fühlungnahme und Aussprache. Gehaltauflesserung ist jeder gesparte Betrag. Durch Continental- Sohlen und Absätze sparen Sie viel Geld, denn diese sind weitaus billiger und haltbarer als Leder. Keine Erkältungen durch nasse Füße. Fordern Sie Continental Sohlen Absätze Elegant, praktisch, elastisch. So gut wie Continental- Reifen. Jogal herborragend bewährt bei: Grippe Herenschuß Nervenschmerzen. Sicht Rheuma 3schias 10. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Trümper, Flensburger Str. 3. Die Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Ausze Bezirksführer müssen die Ordner dazu einladen. 33. Abt. 7 Uhr bei Lojat, Benmestr. 8. Sämtliche, in der Wohlfahrtspflege zeichnet bei Schlaflosigkeit. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% tätigen Genossinnen und Genossen müssen erscheinen. Acid. acet. salic.. 0406%% Chinin, 12,6% Lithium, ad 100 Amylum. Sigung fämtlicher Mitglieder der Bildungskommission. Diese treffen sich abends 7 Uhr im bekannten Lokale. Außerdent Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Für den Fall, 53. Abt. Charlottenburg. Frauenversammlung. Die Frauen treffen sich nach penduu CCCCUUUU daß die Straßenbahnen den Betrieb wieder aufnehmen, tritt von Montag, den 13. August, ab folgender Tarif in Kraft: Einzelfahrscheine 50 000 m., auf den Vorortbahnen( vormals Spandauer, Köpenicker, Teltower Kreisbahn und Grunewaldbahn) 40 000 m., für Kinder, Lehrlinge, Schüler, Kriegsbeschädigte und unbemittelte Studenten 25 000 m. Umsteigefahrscheine auch im Vertehr mit der Hochbahn 75 000 m., auf den genannten Vorortbahnen 50 000 m. Wochenfarten 500 000 m., auf den Vorortbahnen 400 000 m. Monatstarten, eine Cinie, 4 millionen Mart, für drei Linien 6 Millionen Mart, alle Linien 12 Millionen Mart. Auf den Borortbahnen eine Linie 3 Millionen Mart, alle Linien 3 750 000 Mart. Schülerfarten 1 500 000 m. Bebel- Gedächtnisfeier. Die Gedächtnisfeier zum zehnten Todestag August Bebels findet am Montag, den 13. August, 8 Uhr abends, im Plenarsaal des Reichstags statt. Einlaß 7% Uhr. Redner: Molfenbuhr. Rezitation Leon Weill, Männerchor Harmonie, Charlottenburg, Chormeister Scharschmidt. Neue Brot-, Milch- und Kohlenprelje fiehe Tabelle Preise und Löhne". Der Ankauf von Reichsfilbermünzen durch die Reichsbankanstalten findet vom 13. d. M. ab bis auf weiteres zum 300 000fachen Betrage des Nennwertes statt. Gold in Münzen und Barren wird für Rechnung des Reiches durch die Reichsbank anstalten bis auf weiteres unter Zugrundelegung des zuleßt feftgesetzten Mittelfurses für Auszahlung New York an der Berliner Börse angekauft, und zwar bei Mengen bis ½ Kilogramm fein zum Breise von 640 Dollar für das Kilogramm fein. Demnach würden bei einem Dollarmittelfurs von 3 900 000 m. für ein 3 man zigmartstüd 17891000 m. gezahlt werden. Bei Mengen über ½ Kilogramm fein ist der Preis bei den Reichsbankanstalten zu erfragen. Neue Bäderpreise. Der Ausschuß für Festsetzung der Bäder preise hat beschlossen, daß die Preise in den städtischen Badeanstalten mit Wirkung vom 13. Auguft ab um hundert Prozent er höht werden; es ist das Doppelte der bisherigen Benutzungsgebühren zu zahlen. Ausländer haben das Fünffache sämtlicher Preise zu zahlen. Die Einäscherungsgebühr ist ab 13. Auguft auf fünf Millionen Marf festgesetzt worden. Unsere illustrierte Beilage Bolt und Zeit" tann wegen Berzögerung der Anlieferung erst mit der Morgenausgabe am Dienstag den Abonnenten zugestellt werden. 5. mittags 2 Uhr Hutten-, Ecke Ufnaustraße, zum Kaffeekochen an der Möcerigbrüde, Haus Mellwig", mit den Kindern. Gäste willkommen. Mittwoch, den 15. August: Kreis Friedrichshain. 7 Uhr Kreismitgliederversammlung in den ComeniusSälen, Memeler Str. 67. Vortrag über Die politische Lage". Referent Genosse Kräßig, M. d. R. Die Bezirksführer werden gebeten, einzuladen. Die Mitglieder des Kreisvorstandes werden gebeten, bestimmt um 5 Uhr dort zu sein. 120. Abt. Friedrichsfelde. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Mädchenschule, Wilhelmstr. 29. Bortrag über ,, Kulturfragen und Sozialdemokratie". Donnerstag, den 16. August: 7. Strcis Charlottenburg. 7% Uhr Kreisfunktionärtonferenz im Schiller- Realgymnasium, Schillerstr. 25-27. Vortrag über Die politische Lage und bie BSPD.". Referent Genosse Düwell, M. d. R. 15. Kreis Treptow. 7 Uhr Kreismitgliederversammlung in Niederschöneweide, Aula, Berliner Str. 31. Bortrag über Die politische Lage und die Aufgaben der Partei". Referent Genosse Künstler, M. d. R. Alle Mitglieder des Kreises, auch die Abgeordneten, müssen erscheinen. Rinderfreunde Brik. Das gemeinsame Waldfest findet am Sonntag, ben 19. Auguft, auf dem Ferienspielplak Königsheide, unter Mitwirkung der Jugend statt. Programm: Rezitationen, Gesänge, Hans- Sachs- Kreis- und Bollstanzspiele, Feftrede. Kaffeekochen gratis. Rannen und Taffen mitbringen. Kinder tönnen Etoclaternen mitbringen. Gemeinsamer Abmarsch 1 Uhr. Gammelplaz an der Baukantine Ideal, 1 Uhr. Waldfeftfarten für Erwachsene zu 1000 M. im Vorverkauf an den bekannten Stellen. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Reukölln. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Dienstag abend 7½ Uhr Bersammlung der Helfer und Selferinnen in der Schule Leffingstraße. Gäſte willkommen. Gemeinschaft proletarischer Freibenter, Gruppe Wedding. Montag, den 13. August, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Lokal Sachse, Lindower Str. 26. Referat des Genoffen Dageförde. Jedermann willkommen. Mieterverband, Gau Berlin, 6. Verwaltungsbezirt, Gruppe Südost. Mitt. woch, den 15. August, abends 7 Uhr, in Dörings Festfälen, Naunynstr. 27, Generalversammlung. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht. legitimiert. Arbeitersport. Mitgliedsbud) Fichte Oft, Sportabteilung. Am Sonntag, den 12. August, findet unfere Familienpartie aller Sparten nach Rauen statt. Treffpunkt 47 Uhr vor dem Schlefifa, en Bahnhof; Fahrt mit dem Fernzug bis Fürstenwalde. Rege Beteiligung wird erwünscht. Als nächste Termine werden befanntgegeben: 19. august: Jugendsportfest in Röpenick; cm 26. August: Quer durch Lichten berg". Ferner weilt Neu- Helles"-Finsterwalde bei den Fußballern zu Gast. abends Vergnügen in den Fortuna- Sälen. Die Bilder aus Finsterwalde find eingetroffen; abholen! Für unsere Jugend- und Männermannschaften n der Zeit vom 10. bis 20. August find dringend schriftliche Angelegenheiten werden Handballgegner für September- Oktober gesucht auf unserem Plaz. zu richten an Albin Hecker, Berlin O., Grüner Weg 67. Arbeiter Sport und Kulturtartell, 6. Bezirk. Montag, den 13. August, Das Sportwerbefest in Niederschönhausen wird wegen der politischen Lage auf 14 Tage verschoben. Bereits gelöste Rarten behalten ihre Gültigkeit. 18 Uhr, Alte Jakobftr. 136, v. 1 Tr., Kartellsigung. Geschäftliche Mitteilungen. Cin 14proz. Pfandbrief. Die Preußische Landespfandbriefanftelt in Berlin Das Bezirkswohlfahrtsamt Prenzlauer Berg veranstaltet am legt, nachdem die beiden ersten Serien ihrer Pfandbriefe in furger Reit placiert Donnerstag, den 16. Auguft, in den Räumen des Saalbaus Friedrichshain worden sind, nunmehr 3 Milliarden Mark reichsmündelfichere 14prozentige ein 23o6itätigteits- Boltsjeft, verbunden mit Stonzert, Chor- Pfandbriefe zum Rarfe von 115 Broz. zur Zeichnung auf. Die Anstalt ist das erste Pfandbriefinstitut, das mit einem derart hochverzinslichen Pfandbrief an gefang und Gastspiel bedeutender Solofräfte. Eintritt im Vorverfauf den Markt herantritt. Die Preußische Landespfandbriefanstalt ist eine Körper1500 m., an der Staffe 2000 m.- Bezirksamt Prenzlauer Berg. Montag, schaft des öffentlichen Rechts, an der der Preußische Staat mit 250 Millionen den 13. August, Wohlfabrtstommissionsvorsteher 6 1hr, Mart und bis jest etwa 50 Städte, Landkreife, Wohnungsfürsorgegesellschaften, Bezirksvorsteher 7 Uhr wichtige Eizung, Danziger Str. 64, 8immer 311. Siedlungsgenossenschaften usw. beteiligt find; für Zwischenkreditzwede hat der Preußische Staat der Anstalt einen Fonds von 3 Milliarden Marr zur Berfügung gestellt. Die Zeichnungsfrist cuf obige Pfandbriefe läntt vom 13. diefes Monats bis 5. Geptembe: Dieses Jahres einschließlich; im übrigen verweisen wir auf das heutige Inferat in unserem Blatte. Better bis Montag mittag. Ein wenig wärmer, vielfach heiter mei troden bei mäßigen nordvestlichen Winden. וקמממממממממממממממממממממממממממממממוק Nordamerika CUNARD Schnelldienst Hamburg Southampton New York ,, Tyrrhenia" 17 000 tons 25. August ,, Laconia" 21000 tons 8. Sept. Neue Schnelldampfer, Oelfeuerung 1., 2. u. 3. Klasse Regelmäßige Schnellinien von Liverpool, London, Glasgow und kontinentalen Häfen nach den Vereinigten Staaten und Canada Wochentlicher Expreßdienst Southampton- Cherbourg- New York Vertretung in Berlin: Cunard Linie Reisebureau G. m. b. M., Hotel Bristol, Unter den Linden 6 sowie Atlantic Express Gesellschaft m. b. H., Friedrichstraße 131( Ecke Karlstraße) מממממממממממממממממממממממממממממממממממיס वियवावजयजयजयजय Stoffe für Herren- u. Damen- Bekleidung beste Fabrikate, proße Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland C b. H. Gertraudtenstraße 20-21. G. m. Wertbeständige Anleihe Deutschen Reiches des Zinsen und Rückzahlung reichsgefeßlich sichergestellt durch die Gesamtheit der deutschen Privatvermögen. Das Reich beabsichtigt, eine wertbeständige Anleihe mit 12jähriger Laufzeit auszugeben. Die Anleihe, welche auf den Gegenwert von Dollars lautet, soll dazu dienen, der Bevölkerung ein wertbeständiges Anlagepapier zur Verfügung zu stellen. Die Anleihe ist von der Börsenumfassteuer befreit. Selbstgezeichnete Anleihe ist von der Erbschaftssteuer frei. Um den Zinsenbedarf für eine Anleihe bis zu 500 Millionen Mark Gold zu decken, sieht ein von der Reichsregierung den gesetzgebenden Rörperschaften vorgelegter Gesezentwurf die Ermächtigung für die Reichsregierung vor, Zuschläge zur Vermögenssteuer zu erheben. Die Rückzahlung des Kapitals erfolgt nach 12 Jahren. Zur besonderen Sicherung der Kapitalrückzahlung ermächtigt der Gesetzentwurf die Reichsregierung, die einzelnen Vermögenssteuerpflichtigen nach dem Verhältnis ihres steuerbaren Vermögens zur Aufbringung des Kapitalbedarfs heranzuziehen. Es haften also für Kapital und Zinsen dieser Anleihe anteilig die gesamte deutsche Wirtschaft, Banken, Handel, Industrie, Landwirtschaft, sowie jeder, der über steuerpflichtiges Vermögen verfügt. Die Anleihe ist bei den Darlehnskassen des Reiches beleihbar. Die Einführung zum Börsenhandel erfolgt sofort nach Ausgabe der Stücke. Bedingungen Die Zeichnung findet vom 15. August ab statt. 1. Zeichnungsſtelle, Annahme- Beichnungen tönnen auch durch Vermittlung der Staatsbanken stellen. 2. Einteilung, Zinsenlauf, Einlösung Bestimmung über den Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten. Seichnungsstelle ist die Reichsbant. Zeichnungen werden bei der Zeichnungs- Abteilung der Reichshauptbant, Berlin C 2, Breite Straße 8/9( Postscheckkonto 96 300), und bei allen Zweiganstalten der Reichsbank mit Kaffeneinrichtung entgegengenommen. Die der Länder und ihrer Zweiganstalten, der Preußischen CentralGenossenschaftstasse in Berlin sowie sämtlicher im amtlichen Prospett angegebener Geldinstitute und ihrer Zweiganstalten erfolgen.*) In diesem Falle entstehen hinsichtlich der Lieferung der Stücke und der Zahlung des Zeichnungspreises Rechtsbeziehungen nur zwischen dem Zeichner und der Annahmestelle. Die Anleiheftücke und die Zinsscheine lauten auf Mark in der Weise, daß 4,20 m. gleich 1 Dollar find. Die Anleihe ist ausgefertigt in Stücken von 4,20 m. 1 Dollar, 8,40 m.= 2 Dollar, 21 m.= 5 Dollar, 42 m.= 10 Dollar, 105 m.= 25 Dollar, der Anleihe. 210 m.= 50 Dollar, 420 m.= 100 Dollar, 1 2100 2.500 Dollar, 4200 2.= 1000 Dollar. Die Anleiheftücke von 4,20 m., 8,40 M. und 21 M. werden ohne Zinsscheine ausgegeben; fie werden am 2. September 1935 mit einem Aufgeld zum Nennwert von 70 vom Sundert eingelöst. Die Anleiheftücke von 42 M. und darüber sind mit Zinsscheinen versehen, zahlbar jährlich einmal am 1. September. Der Sinssatz beträgt 6%. Der Zinsenlauf beginnt am 1. September 1923. Der erste 3insschein ist am 1. September 1924 fällig. Die Rückzahlung des Kapitals erfolgt am 2. September 1935 zum Nennwert. Die Stücke sowie die Zinsscheine werden in Mark eingelöst, wobei der Dollar zu dem Durchschnitt der amtlichen Berliner Notierung des Mittelfurses für Auszahlung New York in der Zeit vom 15. Juli bis 14. August einschließlich umgerechnet wird. Der Einlösungskurs wird amtlich bekanntgegeben. 3. Zeichnungspreis, Einzahlung. Seberweisung von Markbeträgen gilt als Seichnungs- und ZahlBerlin, im August 1923. Der Zeichnungspreis beträgt, soweit die Zeichnung in einer der nachstehend verzeichneten Devisen erfolgt, bis auf weiteres 95% für die Einzahlung in Mart bis auf weiteres 100%; eine Erhöhung des Zeichnungspreises bleibt vorbehalten. Die Einzahlung muß am Tage der Zeichnung geleistet werden. Bei Die Prospekte find bei allen Banken, Banfiers, Sparkaffen und ihren Verbänden sowie Kreditgenossenschaften erhältlich. Größte Elle geboten! Decken Sie jeízi Ihren Winterbedarf Plüschmäntel, Pelzmäntel, Seal- Electric, Slinksjacken :: Katzenjacken, Krimmermäntel, Astrachanmäntel:: Bibette-, Mohär-, Eskimo-, Tuch- u. Covercoatmäntel Röcke, Kostüme, Strickjacken in Wolle, Kunstseid. Jumper noch sehr sehr billig! Simon Westmann Damenkonfektion und Trauermagazin 1. Geschäft: Berlin W8, Mohrenstr. 37a 2. Geschäft: Rorlin NO. Gr. Frankfurter Str.115 tag der Tag, an dem die Kleberweisung bei der Annahmestelle zur Gutschrift gelangt. Für Marteinzahlungen wird der Dollar umgerechnet zu dem letzten vor dem Zeichnungstage notierten amtlichen Berliner Mittelkurs für Auszahlung New York. Bon Devisen( Noten, Schecks, Auszahlung) find zur Einzahlung zugelassen amerikanische Dollars, Pfunde Sterling, holländische Gulden, schweizerische Franten, nordische Kronen, spanische Peseten; argentinische Pesos, japanische Yen. Die Kosten der Einziehung der Balutenschecks sind von den Zeichnern zu tragen. Bei Zahlung mit Balutenschecks werden die üblichen Laufzinsen in Abzug gebracht. Das Wertverhältnis der einzelnen Währungen zum Dollar wird für die Zwecke der Einzahlung besonders bekanntgegeben und ist bei den Annahmestellen zu erfahren. Spigenbeträge werden in Mart vergütet, und zwar bei eingereichten Noten zum Mittelfurse für Auslandsauszahlung der letzten Berliner Notierung vor dem Zeichnungstage alsbald, bei Schecks und Auszahlungen erst nach Eingang der Gutschriftsanzeige aus dem Auslande und zum Kurse des Tages, an dem die Gutschriftsanzeige bei der Reichsbant in Berlin eingeht. Dollarschayanweisungen werden zum Nennwert zuzüglich der jeweiligen 3infen von% im Monat( im Monat August zu 102%) wie Dollars in Zahlung genommen. Voranmeldungen werden angenommen. Sie sind am erften Zeichnungstage zu berichtigen, und zwar, soweit die Einzahlung in Mart erfolgt, zu dem für diesen Tag maßgebenden Rurse, soweit sie in Devisen erfolgt, zu den bei den Annahmestellen zu erfahrenden Umrechnungskursen. Bei der Zeichnung findet keine Verrechnung von Stückzinsen statt; an ihre Stelle treten gegebenenfalls Erhöhungen der Zeichnungsturse. 4. 3uteilung der Stüde, feite des Zeichnungsscheines anzugeben. Werden derartige Gezeichnete und bezahlte Beträge gelten als voll zugeteilt, folange die Zeichnung nicht geschlossen ist. Wünsche wegen der Stückelung find in dem dafür vorgesehenen Raum auf der VorderWünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Annahmestellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung kann nicht stattgegeben werden. 5. Ausgabe der werden. Mit der Ausgabe wird Mitte September dieses Jahres Stüde. Die Anleihestücke werden mit Beschleunigung hergestellt begonnen werden. Zwischenscheine sind nicht vorgesehen. Ist die Zahlung mit Scheck oder Auszahlung erfolgt, so werden die Stücke erst nach Werteingang geliefert. Reichsbank- Direktorium. Havenstein. Juriidgekehrt Adamynin- Rheuma- Nierenpastillen u. Nieren- Tees.- R. Dr. Vollmann unerreicht gegen 106/ 11* Nieren- u.Blasenleiden Rheuma, Gicht und Wassersucht Adamynin- Tabletten sicher wirkend Gallensteine gegen Frauenarzt. 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August, anberaumte Generalversammlung wird umständehalber vertagt. Die Einberufung der neuanzujeßenden General- Versammlung wird in furzer Zeit erfolgen. Achtung! Silberschmiede Achtung! Montag, den 13. August, nachmittags 412 Uhr. im Dresdener Garten", Dresdener Straße 145 Branchenversammlung Tagesordnung: 1. Bericht vont unseren Nachverhandlungen mit den Arbeitgebern. 2. Diskussion. Montag, den 13. August, nachmittags 5 Uhr, im Verbandshaus Sigungssaal), Linienstraße 83/85 Vertrauensmänner- Konferenz der Bauschlosser. Achtung! Kunstgewerbe Achtung! Dienstag, den 14. Augufi, nachmitags 4½ Uhr, bei Winter, Nitterstraße 117 Bersammlung der Funktionäre. Tagesordnung: 1. Bericht von den Lohnverhandlungen. 2. Distufion. Dienstag, den 14.Auguft, nachmittags 5 Uhr, imberbandshaus, Linienstr 83 85 Branchenversammlung der Bau- u. Möbelschloßbetriebe. Tagesordnung: 1 Bericht von den Lohnverhandlungen. 2. Diskussion. Die Funktionäre treffen sich eine Stunde früher in demselben Raum. Mastung! Feilenarbeiter Achtung! Dienstag, den 14.Auguff, nachmittags 5 Uhr, bei Bieffin, Stargarder Straße 3 Branchenversammlung Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen. Mittwoch, den 15.August, nachmittags 42 Uhr, im Lokal von O. Schuiz, Köpenick, Bahnhofstr. 34 Spezialarzt Dr. Dammanns Heilanstalten Bezirkskonferenz Haut-, Geschlechts-, Frauenleiden. Schnellkur des 22. Bezirks. der Gonorrhoe nach alle Bertrauensleute haben zu erscheinen. Po izeiarzt Dr. Dreuw: der Syphilis auch ohne Einspritz. Mittwoch, 15. August, abds. 7 he, PotsdamerStr.123B, Königstr.56/ 57 im Verbandshause( Sigungsfaal), 9-12, 4-7, Sonnt. 10-12. Linienstraße 83-85 Säcke Versammlung aller Art, auch zerriffene, aus der Betriebsräte der HauptJute u. Papiergewebe. Bad- gruppe II, Untergruppen 3 u. 4. leinen, Emballage usw.agesordnung: 1. Vortrag:„ Nechte und Pflichten der Betriebsräte". Referent: taufen jed. Poften. Offert. an Kollege Jante. 2. Diskussion u. Gruppenangelegenheiten. Gebr. 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Zeichnungen werden von den unterzeichneten Banken und Bankfirmen, deren sämtlichen Niederlassungen und Depositenkassen entgegengenommen und können auch bei allen übrigen deutschen Banken und Bankiers, sowie bei den Landesbanken, Girozentralen und Sparkassen erfolgen. Ausführliche Prospekte und Zeichnungsscheine sind bei den Zeichnungsstellen erhältlich. Die Zuteilung bleibt dem Ermessen einer jeden Zeichnungsstelle überlassen. Die Bezahlung der zugeteilten Beträge kann sogleich erfolgen und muß spätestens bis zum 10. September d. J. bewirkt werden. Sogleich voll eingezahlte Beträge gelten als voll zugeteilt. Berlin, Braunschweig, Breslau, Dresden, im August 1923. Halle, Hamburg, Königsberg i. Pr., Preußische Staatsbank. ( Seehandlung) Berliner Handelsgesellschaft. S. Bleichröder. Commerz- und Privatbank A. G. Darmstädier- und Nationalbank komm.Gej. a. Atlien. Delbrück, Schickler& Co. Deutsche Bank. Deutsche Bant, Direction der Disconto- Gesellschaft. Dresdner Bank. 3. Dreyfus& Co. Hardy& Co., G.m.b.H. F. W. Krause& Co., Bankgeschäft. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank. Preußische Zentralgenossenschaftskaffe. Reichstreditgesellschaft m.b.H. Gebrüder Röhling- Bank. Braunschweigische Eichborn& Co. Gebr. Arnhold. H. F. Lehmann. L.Behrens& Söhne. M. M. Warburg& Co. Oftbank für Handel und Gewerbe. Staatsbant. Landsberger Str. Hermann Engel 5,86,87 Geöffnet 10%-1% und 4-7 Uhr. A Nr.374 40. Jahrgang Bebels Weg und Werk. Von Franz Klühs.*), 2. Beilage des Vorwärts Als Zwanzigjähriger sprang der junge Drechslergeselle Bebel in die kulturelle und politische Bewegung, die ihn bis an sein Lebensende in ihren Bann schlug. Mehr denn 73 Jahre lasteten auf seinem weißen Haupte, als er am 13. August 1913 im Sanatorium Passugg im schweizerischen Kanton Graubünden vom Allbezwinger überascht wurde. lleber ein halbes Jahrhundert hinweg erstreckte sich seine politische, bildende, umwälzende und aufbauende Arbeit. Nur wenigen war wie ihm das gleiche Glück und die gleiche Last beschieden: Sowohl Zeuge als wirkende Kraft in einer der bedeutendsten Epochen der Weltgeschichte zu sein. Will man das Lebenswert August Bebels überschauen, so zeigt sich sofort der große Umwandlungsprozeß, dem in diesem Halbjahrhundet Deutschland und die Welt unterworfen war. Deutschland- Anfang der sechziger Jahre noch zerrissen in eine Ueberzahl kleiner und kleinerer Staaten, die ängstlich an ihrer Sondereristenz und ihren Sonderrechten festhielten, deren Entwicklungsstufe noch durch Bollschranken, Schlagbäume und die selige Bostfutsche gekennzeichnet wurde. Die Welt -damals noch grob geteilt in eine fieine Zahl wirtschaftlich und politisch vorherrschender Staaten und eine Unzahl halb oder ganz absolutistischer Staatsgebilde, deren Völker lediglich den Markt für den Handel und die Industrie jener Großen abSonntag, 12. August 1923 ging, beherrschte aber die Industrie mit allen ihren Berbin- Kolonialpolitik, die sich im Auspeitschen und Hängenlassen der dungen das öffentliche Leben. In den sechziger Jahren gaben Schwarzen in Afrika zeitweilig selbst überbot. Unvergessen noch Kleinbürger und Handwerksgesellen den Städten ihr Ge- bleibt auch sein Eintreten für die Söhne des Volkes, die als präge, und das Schwergewicht der Wirtschaft lag in der land- Soldaten im alten Militärsystem oft die schauderhaftesten hatte sich jedoch das Bild vollkommen verschoben: Der kapita- auch lebertreibungen" und" Unrichtigkeiten" nachreden wirtschaftlichen Produktion. Zu Anfang dieses Jahrhunderts Mißhandlungen erdulden mußten. So oft man ihm listisch- industrielle Großbetrieb, die Aktiengesellschaften, Kar- mochte, so unbedingt war das Vertrauen des Volkes telle, Ringe und Truste gaben den Ton an, und das festgefügte in seine Rechtlichkeit. Dauernd und von allen Seiten Millionenheer ihrer Arbeiter und Angestellten war etwas ganz wurde er mit neuem Material über die oft unfäglichen Zu anderes als der lose Heerhaufen der Handwerksburschen von stände in deutschen Kasernen versehen. Sein Kampf gegen die ehedem, die mit dem Wanderpaß in der Tasche von Ort zu Ort Mißstände im deutschen Heerwesen war alledings nur ein Teil pilgerten. seines grundsätzlichen Kampfes gegen das militaristische System Die Arbeiterschaft von damals, deren Anwalt und Für überhaupt. In Wort und Schrift hat er die Kulturwidrigkeit sprech Bebel wurde, lebte in den denkbar elendesten Verhält dieses Systems nachgewiesen. Und sein Eintreten für eine nissen. Unendlich lange tägliche Arbeitszeit, feine regelmäßige demokratische Volkswehr an Stelle des stehenden Heeres unsicherheit des Broterwerbs-, das waren die Bedingungen, eines der Haupthindernisse für die freiheitliche Entwicklung Sonntagsruhe, dazu jammervolle Bezahlung und dauernde entsprang der tiesinneren Ueberzeugung, daß in dem letzteren unter denen sie ihr Dasein fristete. In den Bildungsmöglich der Völker zu finden sei. feiten mehr als stiefmütterlich bedacht, von der honetten Gesellschaft als etwas Minderwertiges verachtet, durch die Geseze faftor ist mit dem Namen Bebels unlöslich verknüpft. An Die deutsche Sozialdemokratie als Partei und Kulturan jeder gemeinsamen Wahrung ihrer Würde und Interessen ihrem organisatorischen Aufbau, an ihrer Gesunderhaltung in gehindert-, so bot sie dem Unternehmertum ein willfähriges den schlimmsten Zeiten der Unterdrückung war er in jo hohem usbeutungsobjekt, lieferte sie ihm die statistisch errechenbaren Maße beteiligt, wie an der Ausfüllung der organisatorischen " Hände" für den kapitalistischen Betrieb. Form mit praktisch- sozialistischem Ideengehalt. Und wo immer damals mit der stolzen und gefürchteten der in langjährigen Sache der Arbeit und der Arbeiter, für den Aufstieg der EntVergleicht man diese soziale Stellung der Arbeiter von in der Zukunft Sozialdemokraten wirken und werben für die Kämpfen sich ihres Wertes bewußt gewordenen Arbeitermassen rechteten, für die Beseitigung der Ausbeutung von Menschen ron 1913, so hat man das Ergebnis der Lebens durch die Menschen, kurz: für die sozialistische Gesellschaft, da Nach 50 Jahren aber war Deutschland staatlich und arbeit Bebels vor sich liegen. Es ist das geschichtliche Ver- wird der Geist Bebels mitten unter ihnen sein. Seinen Körper wirtschaftlich mit in die erste Reihe gerückt, durch die kapi- Arbeiterklasse für die Gesellschaft und ihre Kultur festgestellt zu wirken in den Reihen derer, die aus der Zeit der Not, des dienst der großen sozialistischen Theoretiker, die Bedeutung der hat die Flamme aufgelöst. Aber sein Geist und seine Seele talistische Entwicklung seiner Industrie, seines Handels, seiner Schiffahrt zu einer Weltmacht geworden, deren äußere Reprä= haben. Es ist das Verdienst der Sozialdemokratie, daß sie den 3wanges und der Unfreiheit den Weg in eine lichtvollere zufentanz ein auf Brunt und hohle Deklamation gegründetes Arbeitern selbst diese ihre Bedeutung zum Bewußtsein und zu funft suchen. Raisertum darstellte. Und die Welt hat sich zu einer Sammlung weiter Auswirkung brachte. Und wenn Bebel auch nicht zu den rivalisierender Handelsmächte entwickelt, die- bis an die eigentlichen Theoretikern gehörte, menn et auch persönlich nie3ähne bewaffnet und in Bündnisse gegliedert-jede der mals den Anspruch erhoben hat, den großen Zielfezern des anderen Schwäche zu erspähen suchte, um im geeignetsten besonderer Ruhm, daß er in intuitivem Erfassen der sozialistiSozialismus gleichgestellt zu werden, so bleibt es doch sein Augenblick über den Nebenbuhler herzufallen. Von ungeheurem Ausmaß war die Entwicklung der Tech- schen Theorie und in ihrer praktischen Auswirkung nit im neunzehnten Jahrhundert. Was das Erfindergenie in für die Arbeiterflaffe Unvergängliches geleistet hat. Ohne die dieser Zeitspanne der Menschheit an Kulturgütern geschenkt Theorie, die Marg, Engels und in gewissem Sinne auch Laffalle hat, steht einzig da in der Geschichte der Welt. Fabrikation, der Arbeiterklasse lieferten, ist die Lebensarbeit Bebels nicht Verkehr, Warenaustausch, alle gesellschaftlichen Funktionen zu denken. Aber umgekehrt wäre diese Theorie nur eins der nahmen in gleichem Maße teil an dem Fortschritt, den die Ent- Bücher mit sieben Siegeln geblieben, wenn nicht Männer von wicklung der Technik mit sich brachte. Der Reichtum einzelner dent praktischen Blick und dem praktischen Handeln Bebels sie wuchs ins Nebelhafte. Aber die große Masse der Werftätigen in die lebendige Wirklichkeit übergeführt hätten. geben mußten. empfand zunächst lediglich die gesteigerte Unsicherheit ihrer Welches ungeheure Maß an geistiger Arbeit vielfach in den Eristenzbedingungen. Wohlhabende Schichten wurden aus dem beengtesten wirtschaftlichen Verhältnissen der Handwerker Gleise geworfen und verarmten, weil irgendeine Fabrikations- Bebel geleistet hat, um sich jenes umfassende Wissen anzueigverbesserung, irgendeine Neugestaltung der Handelswege ihnen nen, das ihn zur Führung der großen sozialen Kämpfe beden Boden unter den Füßen fortzog. Die Zahl der Proletarier, fähigte, ist in Worten nicht auszudrücken. So wenig, wie das der von ihren eigenen Arbeitsmitteln losgelösten Arbeiter Maß an Opferwilligkeit, an wirtschaftlichen Leistungen und wuchs zusehends. Und jede Volks- und Berufszählung be- rein förperlicher Arbeit, die ihm die ununterbochene Agitation stätigte die Lehren dieses sozialen Umschichtungsprozesses. für seine Sache auferlegte. Langjährige Gefängnishaft, immer Als Bebel in das öffentliche Leben eintrat, war die Zahl wiederholte, polizeiliche und gerichtliche Belästigungen haben der als Großbetriebe arbeitenden Fabriken in Deutschland noch ihn eher angespornt als gehindert, seine letzten Kräfte für die klein und die in ihnen beschäftigten Arbeiter bildeten nur einen große Bewegung hinzugeben, in der er ein Kulturwerk von geringen Bruchteil der Gesamtbevölkerung. Als er von uns außergewöhnlicher Bedeutung erblickte. Hatte er sich vor allem der Befreiung der Arbeiterklasse aus den Fesseln des fapitalistischen Lohnsystems gewidmet, so galt sein Interesse doch gleichzeitig dem Schicksal aller Unterdrüdten. Unvergessen bleibt seine scharfe Kritik an den Methoden der deutschen *) Aus dem soeben erschienenen Buch: August Bebel, der Mann und fein Wert". Bd. 2 der Sozialistischen Klaffifer". J. H. W. Diez Nachf., Berlin. 352 S. Huldigung. Zum 10. Todestage August. Bebels. Gruppe der alten Arbeiter: Wenn wir immer wieder an dich denken, und es steigt dein fühnes Bild herauf, müssen wir uns selber Glauben schenken. Deine helle Stimme wedt den Glauben auf. Du bist unfrem Tag vorangeschritten, haft uns in das erste Licht geführt. Die wir mit dir gingen, mit dir ftriffen, bleiben stets von deinem Geist berührt. Und vergessen nie die großen Tage deines Lebens, das auch unfres war. Höher stehst du uns als jede klage, denn du lebst uns immerdar. Gruppe der Frauen: Wir waren im tiefsten Dunkel gefangen, ta famit du gegangen, die Fadel in Händen, und Licht ward in unfren engen vier Wänden, Das Licht ist entzündet, wird nicht mehr verglimmen. Es wird unfre Wege beleuchten, bestimmen. Dein Bild funtest hell in diesem Licht. Wir Frauen der Welt vergessen es nicht. Gruppe der jungen Arbeiter: Von unfren Bätern fam ein klang zu uns von deiner Stimme, ein Blizz deines Auges, und die Ahnung: Am besten tämpft für sich selbst, wer für alle streitet. In uns wächst Entschluß, zu werden: Ein Herz wie du, ein Zorn wie du, ein Glaube, wie du! Unser die Welt dann, unser der Sieg! Karl Bröger. Eine Bebel- Erinnerung. Bon Luise Rautsty. natürlich auch gleich berichten, wie er dazu fam, fich dichterisch zu betätigen. Daß Bebel vom ersten Augenblid unseres Berliner Aufenthalts an in stetem engsten Berkehr mit uns stand, daß unsere beiden Häuser durch die innigste Freundschaft verbunden waren, ist parteibekannt. Kaum ein Sonntag verging, an dem wir uns nach gemeinfamem Spaziergang nicht auch an gemeinsamem Tische zu sammenfanden. Und zwar kamen Bebels als die Vereinsamteren meist zu uns, die wir durch unsere Kinder mehr ans Haus gebunden waren. Als Bebel seine Julie verloren hatte, fam er erst recht oft zu uns. Konnte er einmal nicht kommen, so meldete er, der Ueberpünktliche, sich gewissenhaft ab: " „ Liebe Frau Luife! Ich kann leider Sonntag abend nicht kommen. Frau Dr. A... lud mich zu Sonntag abend zu sich ein mit dem Geständnis, sie habe Sehnsucht" nach mir. Na, wenn eine hübsche Frau Sehnsucht nach einem 73jährigen hat, dann kann der letztere unmöglich widerstehen. Also ich werde Ihnen für Sonntag untreu. Mögen mir die Götter das Berbrechen verzeihen. Mit herzlichem Gruß an Sie alle Ihr A. Bebel." Daß wir uns alle bemühten, ihm, so gut wir konnten, über das Alleinsein hinwegzuhelfen, brauche ich nicht erst zu betonen. Wert tags und leider meift.auch an den Sonntagvormittagen sorgte schon die Ueberfülle der Arbeit dafür, daß ihm keine Zeit zur Kopfhängerei blieb, abgesehen davon, daß er dazu auch gar nicht neigte. Er war im Gegenteil, trotzdem er so sehr an seiner Frau gehangen hatte, auch nach ihrem Tode von einer merkwürdigen ausgeglichenen Heiterfeit, wie sie die Götter eben nur ihren auserlesenen Lieblingen verleihen. Folgende Karte mag dieses beweisen: Hochverehrte gnädige Frau! Wenn es Euer Gnaden beliebt, morgen zu der bekannten Zeit mit mir einen Gang zum Luftschnappen zu veranstalten, wird Ihr ergebener Diener glücklich sein. In Ehr furcht ersterbend A. B." NITED STATE LINES UNITE ES NACH NEW YORK -von Southampton- Cherbourg LEVIATHAN 28. August, 18. September, 9. u. 30. Oktober, 20. November Von BREMEN aber Southampton and Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 15. August America President Roosevelt President Fillmore President Harding President Arthur 24. Oktober 19. September 22. August 26. September 29. August 3. Oktober 30. August 4. Oktober 5. Septemb. 10. Oktober 12. Septemb. 17. Oktober Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen UNITED STATES LINES Berlin W 8, Unter den Linden 1 Berlin W 9, Budapester Str. 5 NW 40, Inralidenstraße 93 W 8, Unter den Linden 22 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen oft einen Schmerz ersparen, eine Freude bereiten können? Und meist fällt die Antwort so aus, daß unser Gewissen uns nicht frei. spricht und unser Herz blutet. Beim Tode unseres August war es das erstemal in meinem Leben, wo ich dieses peinigende Gefühl nicht hatte. Vom Beginn bis zum letzten Augenblick war unsere Freundschaft auch nicht durch einen Schatten getrübt worden, hatte ich immer nur darauf gesonnen, ihm Freundlichkeit zu erweisen, und durch kleine Aufmerkfamkeiten und Freuden sein arbeitsreiches Leben zu verschönern. und daß er dies immer herausgefühlt und wohltuend empfunden hat, wird mich all mein Leben lang erfreuen und beglücken. Und nun zum Dichter Bebel. Anfang Juni 1911 mußte August mal wieder nach seinem lieben Wetzlar verreisen. Da eben die Erdbeerzeit begann und ich seine Borliebe für frische Erdbeeren kannte, so schickte ich einen meiner Jungens mit einem Körbchen voll davon an die Bahn. Darauf erhielt ich aus Weglar folgende Karte: ,, Liebe Frau Luise! Erdbeeren trafen sehr überraschend ein, tamen aber sehr angenehm, haben mich zu einer Dichtung begeistert, die ich Ihnen eventuell mal zeige..." Daß ich auf die Dichtung gespannt war, wird man begreifen. Er brachte sie mir denn auch nach seiner Rückkehr und überreichte sie mir nicht ohne eine gewisse Verlegenheit, die dem silberhaarigen Siebziger etwas rührend Jünglinghaftes verlich. Und nun hören wir den Dichter Bebel: Dichtung" nach den besten alttiassischen Mustern. Und als Phoibos und die Eos im Sonnenwagen auf den Wolken einherfausten Und Lichtstrahlen sendend die Burg des Donnerers Zeus auf dem Erhob sich Hera von ihrem Bfühl, rief den Götterboten Hermes an Olympos vergoldeten, Flugs, elle Hermeschen, mein Söhnchen, und bringe hier diese Speise ihre Seite und sprach also zu ihm: dem Stromer Odysseus, nach der seine Seele lechzet. und allsogleich erhob sich der Götterbote Hermes und eilte beflügelten Fußes zum Bahnhof, feine Geele lechzte. Olympos, Biele der kleinen Billetts, die er uns häufig zu schicken pflegte, da er kein Telephon hatte und mit Recht auch feines mochte, waren auf einen ähnlichen Ton gestimmt. Er fühlte eben, wie sehr wir alle ihn liebten von Paterfamilias angefangen bis zum Jüngsten des Hauses. Für Bebel hatten die Jungens immer Zeit, wenn es Dem Stromer Odysseus die Speise der Hera überreichend, nach der einen Gang oder eine Besorgung zu machen galt. Und er zahlte unsere Liebe mit gleicher Münze heim durch seine Treue und An- und Odysseus, der Stromer, sandte einen dankbaren Blick nach dem hänglichkeit und seine Teilnahme an allem, was unser Haus betraf. War er in Zürich, so verband uns eine regelmäßige Rorrefpon- Wo er hinter einem blühenden Rosenstrauch an der Seite des schnarchenden Gatten, des Donnerers Zeus, die Hera vermutet. denz. Den ersten Brief im neuen Jahr erhalten Sie, liebe Freundin Luise," schrieb er mir 1911. Oder im März 1913:" Liebe Luise, Sie und alsdann begann der Stromer Odysseus fröhlichen Herzens die schreiben mir da einen so rührseligen Osterbrief, daß mir altem Kerl Die ihm die Hera gesendet und nach der seine Seele gelechat. Speise zu essen, beinahe das Wasser in die Augen getreten wäre." Und noch am und er aß, nicht hindernd die Tränen der Rührung, die ihm die 12. August 1913 schrieb er mir aus Passugg, fragte nach unserem Befinden und gab Bericht über das feinige, nicht ahnend, daß der Und er schwor ewige Dankbarkeit der Hera, falls er sie nicht vergesse. Tod ihm schon zu Häupten stand. Die Karte fam an, als wir uns und einen Kuß gebe er ihr, so wahr er lebe, wenn nicht ihr grimmer Gatte, der Donnerer Zeus, es ihm wehrte, fchon zur Reise nach Zürich rüsteten, um ihm das letzte Geleite zu geben. Denn fruchtbar ist der Olympier in seinem Born, nicht nur für die Bösen ein Schrecken, sondern auch für die Guten. Man sieht, unser alter Bebel verstand es auch, hie und da den Schalt zu spielen. Für uns Frauen, für die er stets so tapfer gefämpft, ist es ein Grund mehr, feiner an diesem Tage ganz besonders warm zu gedenken. Man sollte meinen, daß sich von unserem Bebel, über dessen Leben, soweit wir es nicht miterlebt, er selbst in seinen Memoiren so crschöpfend Auskunft gegeben, faum mehr etwas Neues sagen läßt. Haben wir geliebte Menschen verloren, so quält uns meist nicht Und dennoch glaube ich imftande zu sein, ihn nicht nur der Jugend, die leider viel zu wenig von ihm weiß, sondern auch seinen alten, ia nur das traurige Gefühl der Vereinsamung, sondern das weit feinen ältesten Freunden und Genossen von einer Seite zu zeigen, schlimmere des bitteren Selbstvorwurfs; wir fragen uns: Hast du die ihnen unbekannt geblieben sein dürfte. Ich will ihnen Bebel als dem Verstorbenen auch alles an Liebe gegeben, deffen dein Herz humervollen Gemütsmenschen und als Dichter vorführen. Und fähig ist, bist du ihm nichts schuldig geblieben, hättest du ihm nicht Speise salzten Bekanntmachung Für den feit der letzten Rechnungs erteilung festgestellten Verbrauch haben die Abnehmer, bei denen eine Standaufnahme in der Woche vom 12. August bis 18. Auguft erfolgt, folgende Preise zu zahlen: für 1 cbm Gas.. 60 000 m. Waffer. 30 000 1 99 ブラ 99 99 1 Awst. Elektr. 100 000 Berlin, den 10. August 1923. Magistrat 39 Bekanntmachung Im Anschluß an unsere Bekanntmachung Dom 4. August d. J. teilen wir hierdurch mit, daß in Berlin Berlin- Dahlem -Friedenau " -Grunewald " " -Lantwi " 1 -Mariendorf " " Buckow Groß- Biethen Grunewald- Forst Klein- Mochnow Lichtenrade Neukölln( Hafen* Marienfelde heide) -Niederschöne Nikolassee weide Rudow -Smargendorf Schönefeld -Schöneberg Selchow " " " -Steglit " " Stahnsdorf -Tempelhof Teltow -Wilmersdorf Waßmannsdorf der Preis für den Gasperbrauch, der durch die Gasmesserstandaufnahme in der Zeit vom 12. bis 18. August d. J. festgestellt wird. 60 000 Mart je Stubitmeter einschließlich Kohlen und Umsatzsteuer und Micte für Gasmesser und Minzaasmesser- Einrich tungen sowie Abgabe an die Gemeinden beträgt. Für den durch die Gasmesserstand. aufnahme nach dem 19. August festzustellenden Gasterbrauch werden wir etwa notwendig werdende Preisänderungen bekanntgeben. Berlin, den 11. Auguft 1923. Gasbetriebsgesellschaft Aktiengesellschaft Der Borstand: E. Körting. 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