Abendausgabe Str. 374a 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 188 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebaffion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 15000 Me. Montag 13. August 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands England erhebt sich gegen Frankreich. Die Ruhrbesehung rechtswidrig! London, 12. Auguft.( WTB.) Nach einer Meldung In einem besonderen Memorandum über die interdes Reuterschen Bureaus weist die gestern Frankreich allierten Schulden erklärt die britische Regierung, daß irgend. und Belgien übergebene englische Note darauf ein Nachlaß nur gewährt werden könne, wenn eine fefte Rehin, daß die französisch- belgischen Anregungen in bezug auf gelung der Reparationsfrage getroffen worden ist. Sie bedie Priorität auf eine Abänderung des in Spaa festge- font, der erste Schritt müsse die Erzielung einer Uebereinsetzten Verteilungsschlüffels der Reparationsleistungen zu- ffimmung der Allierten über die Höchstsumme sein, die man gunften Frankreichs und Belgiens hinauslaufen. Die brifische vernünftigerweise von Deutschland erhalten kann. Die briRegierung sei immer noch der Meinung, daß die gesamte fifche Regierung erflärt, daß die Reparationsjumme durch eine unparteiische internationale Feststellung bestimmt werden soll. In der Note wird der Standpunkt vertreten, daß die französische Schuld an Großbritannien nicht ab. geleugnet werden könne und ist der Ansicht, daß mit der Bezahlung der Zinsen begonnen werden sollte, sobald das Verhältnis des Pfund Sterling zum Franken einigermaßen ffabil geworden sei. Der Inhalt der Note. Besehung des Ruhrgebiets keine auf Grund des Friedensvertrages berechtigte Sanktion jei. Die britische Regierung sei jedoch willens, die Frage der Rechtmäßigkeit dem Internationalen Gerichts. hof im Haag zu unterbreiten. Sie sei bereif, ihre Zahlungsforderungen an die Alliierten und an Deutschland auf Condon, 12. Auguft.( WTB.) Die vom 11. August 1923 eine Summe zu begrenzen, welche annähernd 14 milliar- datierte Note des britischen Staatssekretärs des Aeußern Lord den Goldmart beträgt, und welche den Wert der fun- Curzon an die Botschafter Frankreichs und Belgiens in dierten britischen Schuld an die Vereinigten Staaten darstellt. London enthält 55 Paragraphen. Es wird da ausgeführt: Großbritannien wolle, daß Deutschland bis zur äußersten Die aufrichtige Enttäuschung sei der englischen Regierung Grenze feiner Fähigkeit Reparationen leistet. Die franzöfifch- bes 30. Juli von der französischen und belgischen Regierung auf ihre durch die Antworten verursacht worden, die sie unter dem Datum belgischen Methoden halte jedoch die britische Regierung als Note vom 20. Juli mit dem Antwortentwurf für Deutschland emp. zum Scheitern verurteilt. fangen habe. Die Aufnahme dieser Borschläge durch die beiden ReCunos Rücktritt- Stresemann Kanzler Die Regierung der Großen Koalition. Unter dem Eindrud bes sozialdemokratischen Fraktions- Die Liste der Minister ist in diesem Augenblid noch beschlusses vom Sonnabend hat sich das Schicksal der Regies rung Cuno rasch vollendet. Der bisherige Rangler hat am Sonntagnachmittag dem Reichspräsidenten den Rüdtritt des Reichstabinetts mit folgendem Schreiben angezeigt: Herr Präsident! gierungen lasse die englische Regierung unter dem peinlichen Eindrud, daß weder ihre Verschläge von den Alliierten beErwähnung verdiene, außer unter der Bedingung, daß keinerlei Abgrüßt, noch daß nach deren Ansicht ihre angebotene Mitwirkung weichungen in irgendeiner Einzelheit gemacht würden von allem, was Frankreich und Belgien als ihre unabänderlichen( overriding) Ansichten und Entscheidungen bezeichneten. Allerdings scheine die belgische Antwort auf den ersten Blid hin weniger unnachgiebig zu fein als die französische Note. Aber bei genauer Prüfung zeige fich, daß die Haftung der beiden Regierungen für alle praktischen 3wede identisch sei und daß die belgische Regierung, obgleich ihr Bestreben auf eine Fortdauer freundschaftlicher Unterredungen hinzudeuten scheine, dies nur unter der Bedingung geschehen lassen wolle, daß das Wesen der belgischen Forderungen im voraus zugestanden werde. Der erste Punkt, der die britische Regierung überrascht habe, sei der, daß weder in der Antwort der franzöfifchen, noch in der der belgischen Regierung irgendeine Anspielung auf den Inhalt des Antwortentwurfs auf das deutsche Memorandum enthalten sei, den die englische Regierung vorgeschlagen habe. Die belgische Regierung sei allerdings weiterhin für den Grundsah einer gemeinsamen Antwort, aber die französische Regierung übergehe den Borschlag mit vollständigem Stillschweigen, und dabei sei dies doch bas Hauptziel gewesen, auf das die englische Regierung in ihrem Wunsche nach fortgesetter Aufrechterhaltung der alliierten Einheit ihre Bemühungen gerichtet habe. Diese Auslassungen merStellen, Nachfragen über Detailpunfte und Angebote weiterer Erden faum tompensiert durch eine Reihe von argumentativen örterungen und Unterredungen, die eine Aussicht auf eine unbegrenzt ausgesponnene Kontroverse eröffneten, während fundamentale Grundsäge nur erwähnt wurden, um zu erklären, daß sie eine Erörterung nicht zuließen. Es fönne vielleicht erklärt werden, daß die belgische Antwort feineswegs fo fategorisch wie die französische den Vorschlag nach einer neuen Untersuchung der Zahlungsfähigteit Deutschlands verwerfe. Aber die Zustimmung der belgischen Regierung zu einer derartigen Untersuchung werde abhängig gemacht von der Erreichung von pefuniären Vorteilen weitreichender Art für Frankreich und Belgien auf Kosten ihrer Alliierten und insbesondere Großbritanniens. Frankreich nicht einen entsprechenden Vorteil gewinnen gleichbedeutend sein mit einer Aenderung zugunsten Frankreichs und Belgiens feineswegs feststehend. Alle Ankündigungen der Presse über den Umfang der Beteiligung der Parteien und über die in Gin berartiger Borschlag scheine der britischen Regierung eine Betracht tommenden Personen sind zunächst kritisch zu mer- Es werde nicht angefochten werden können, daß es offenfundige falsche Auffassung der Lage zu enthüllen. ten. Es steht vorerst nur fest, daß unter Führung des Volks parteilers Dr. Stresemann und unter sehr attiver Mitfeinen 3wed habe, von Deutschland mehr zu fordern, als es in der Lage sei, zu zahlen. wirtung der Sozialdemokratie ein neues per Die Frage, was der höchft betra g fei, den Deutschland zahlen Als ich, Ihrem Ruf folgend, die Leitung der Regierung über- faffungsmäßiges Reichskabinett gebildet wird, das möglicher fönne, sei von höchster Bedeutung für alle feine Gläubiger. Es nabm, gab ich der Ueberzeugung Ausdruck, daß angesichts des weife noch heute abend mit seinem Brogramm vor den fei dies eine Frage der Feststellung einer Tatsache, auf der alle Ernstes der uns bevorstehenden Zeiten nur eine völlig einheit Reichstag treten und die verfassungsmäßige Billigung des praktischen Vereinbarungen oder Kombinationen zur Erzielung von liche Zusammenfassung aller Kräfte Deutschland vor Barlaments erhalten wird. Wie in Breußen besteht damit Bezahlungen bis zum vollmöglichsten Maße begründet werden schwerem Unheil bewahren werde. Während der feitdem ver. im Reiche die große Koalition. Wie in Breußen wird sie im müßten. Die britische Regierung habe daher vorgeschlagen, Schritte strichenen fast neun Monate ließ ich mich bei der Führung der Reiche nicht ein Aufgehen irgendeiner Partei in die andere, au tun, um diese wichtige Tatsache festzustellen. Belgien anworte, Politik stets von dem Bestreben leiten, der Berwirklichung jener Zu- sondern eine Arbeitsgemeinschaft der an der Erdaß es seine Zustimmung nicht erteilen werde, wenn es selbst und fammenfassung aller Kräfte den Weg zu ebnen. In der Tat haben haltung des Reiches in seiner Einheit und in repu- würde. Die britische Regierung fönnte feineswegs bereit. Die Grundlinien der auswärtigen Bolitik der Reichsregierung, hat blikanischer Staatsform interessierten Parteien nämlich ber millig in eine derartige Transaktion eintreten. ihre Stellung im Abwehrkampf im Ruhrgebiet und am Rhein, Sozialdemokraten, des Zentrums, der Demokraten und jetzt Während die belgische Note feinerlei genaue Forderungen an. haben wichtigste wirtschaftliche und steuerliche Maßnahmen, wie auch der Deutschen Bolkspartei darstellen. Es wird auf gebe, hätten offizielle und offiziöse Berlaufbarungen der franzö unlängst das Gesetz zur Sicherung der Brotversorgung, die eben ver- die Energie und Umsicht des Kabinetts und auf die Schnellig- fischen und belgischen Minister es targemacht, daß die französische unlängst das Gesetz zur Sicherung der Brotversorgung, die eben verteit seiner Entschlüsse antommen, wenn es sich als Ganzes Regierung auf einer Mindestzahlung von 26 Milliarden Goldmart abschiedeten Steuergesetze und die Aktion der großen wertbeständigen bas Vertrauen des Volkes erwerben will. Die parlamen- fiber den Betrag zu bestehen wünsche, der erforderlich sei, um ihre Anleihe die Zustimmung aller ben Staatsgedanken bejahenbentarischen Borbedingungen dazu find gegeben. Denn hinter Schulden an England und die Bereinigten Staaten zu bezahlen, Sträfte gefunden. Der Wille der Nation, sich im Rampfe um ihm steht eine so fompatte Mehrheit der Abgeordneten, daß liarden Goldmark, für die sie ganz oder teilweise um weitere Leben und Freiheit zu behaupten, kam darin zum klaren ihm von dort zunächst tein Hindernis entstehen dürfte. Auch Briorität erfuche. In de: Braris würden die vorgeschlagenen einmütigen Ausdrud. Aus der Entwicklung der letzten Tage habe ich die Ueberzeugung Rabinett in jedem Entschluß und jeder Handlung unterstützen, die Fraktion der Vereinigten Sozialdemokratie wird das gewonnen, daß nach einer in weiten Kreifen der berufenen Vertretung die in der Richtung der von der Frattion aufgestellten Be- der durch das Spa- Abkommen festgesetzten Verteilungsprozentſäße. des deutschen Boltes vorherrschenden Ansicht, der entschloffene Wille dingungen für ihren Eintritt in die Regierung liegen. Auch Die britische Regierung fönne nicht zugeben, daß irgendein Grund zur Selbstbehauptung noch stärker und noch nachdrücklicher durch zur Selbstbehauptung noch stärker und noch nachdrücklicher durch eine Regierung verförpert würde, die von einer Koalition großer Don denjenigen Genoffen, die bisher Gegner der großen für eine Abänderung des Spa- Prozentsatzes bestehe. Es wäre uneine Regierung verförpert würde, die von einer Koalition großer Parteien gebildet und damit von einer starken festen Mehrheit des Koalition waren, darf erwartet werden, daß fie angesichts der billig und fei unmöglich. dem britischen Steuerzahler, der bereits großen Mehrheit, mit der die Fraktion fich für den Eintritt weit schwerer belastet sei als seine französischen und belgischen Reichstages getragen ist. rückstellen und zu ihrem Teile mithelfen, die Regierung ben. Während die belgische Regierung an ihre Zustimmung zu einer in die Regierung aussprach, ihre abweichende Meinung zu- liierten, zuzumulen, weitere Opfer zu bringen, indem die SpaProzentfäge zugunsten Belgiens und Frankreichs abgeändert wür arbeitsfähig zu machen. Es tommt in diefer Stunde darauf untersuchung der Zahlungsfähigkeit Deutschlands durch unparteiische an, mit allen Kräften dahin zu wirken, den 3erstörern Sachverständige eine Be bingung fnüpfe und sie dadurch wenig der Republif von außen und innen zu begegnen. wertvoll gestalte, verwerfe die franzöfifche Regierung Von außen: durch eine planvolle und aktive Politit zur Be- diesen Plan ganz und gar und scheine ihre Weigerung zu recht. seitigung der auch von England als rechtswidrig anerkannten| fertigen, indem sie eine Reihe von Fragen stelle, die zu endlosen Der Reichspräsident hat sich nach einer Aussprache mit Ruhrbesetzung; von innen: gegen die Bolschewisten von Erörterungen führen könnte, zu einer Zeit, wo schnelle Entscheidung Don wesentlicher Bedeutung sei. dem Reichskanzler zunächst seine Entschließung vorbehalten rechts und lints. Auf verschiedene, von Boincaré aufgeworfene Fragen eingehend, und im Laufe des Abends die hierdurch geschaffene Lage mit Denn es ist im Augenblic nichts gefährlicher für die in denen Erstaunen darüber ausgedrüdt wird, daß irgend jemand den Parteiführern besprochen. In den späten Abendstunden Republik als das unsinnige Treiben der kommu- die Berechtigung der Reparationsfommission, den von Deutschland beauftragte der Reichspräsident den Abgeordneten Dr. nisten, die mit ihrer Forderung einer„ Arbeiter- und zu zahlenden Gesamtbetrag auf 132 Milliarden Goldmark festzuStresemann mit der Neubildung des Kabi Bauernregierung" die Köpfe verwirren, trotzdem sie wissen, fegen, anzweifle, hebt die britische Note hervor, daß der netts. Dr. Stresemann hat den Auftrag angenommen. daß eine solche Regierung gar nicht gebildet werden kann ohne Beschluß der Reparationsfommiffion nur eine einfache Die Besprechunegn Stresemanns mit den Parteien sind Zerstörung des Reiches, ohne Zertrümmerung der wirtschaftSchäßung noch nicht völlig abgeschlossen. Doch wird mit dem Eintritt lichen Grundlagen, auf denen eine starte Arbeiterbewegung der Schäden gewesen sei, ohne irgendwelche Berücksichtigung der mehrerer Sozialdemokraten in die Regierung der großen überhaupt wirken fann. Jeder, dem es ernst ist mit der Frage der Fähigkeit Deutschlands zu zahlen". Koalition gerechnet. In erster Linie werden genannt Robert Sorge um die Deutsche Republik und damit um die Zukunft Die Pflicht, die endgültige Entscheidung zu treffen, liege Schmidt, Dr. Hilferding( Reichsfinanzminister) und der deutschen Arbeiterklasse, muß von diesem kommunistischen zum Teil bei der, Reparationstommiffion und zum Teil bei den alliierten Regierungen, da, wenn Uma Dr. Rad bruch( Justiz). Ferner werden von Raumer Unsinn nicht nur in Gedanken abrücken, sondern auch mit stände die Streichung eines Teiles der Kapitaischuld notwendig ( Bolkspartei) als Wirtschaftsminister und der Direktor der der Tat. Man soll die neuen Butsch apostel überall ent- machen sollten, die besondere Ermächtigung von den verschiedenen Deutschen Werte", Henrichs, als Verkehrsminister ge- fchieden zurückweisen und sich zu aktiver Arbeit im Sinne Regierungen, die in der Kommiffion vertreten find, erforderlich ist. der Sozialdemokratie zusammenfinden. Diese Pflight, die nach den Bedingungen des Bertrages erfüllt legen zu dürfen. Ich bitte daher, Herr Reichspräsident, mein Amt und die Aemter der Herren Reichsminister hiermit in Ihre Hände zurück. Mit der Versicherung aufrichtiger Hochachtung, bin ich, Herr Reichspräsident, Ihr Ihnen sehr ergebener Cuno. nannt werden müsse, bestehe darin, unter alleiniger Bezugnahme auf die Arbeiter, Angestellte und Beamte! vember- und Märztevolution herbeizuführen. Nachdem die in der Hilfsquellen und die Fähigteit Deutschlands zu entscheiden. Daher Mehrheit aus fommunistischen Betriebsräten Mitteldeutschlands zufönne, wie for ersichtlich sei, eine Untersuchung der deutschen Kommunisten und Reaffionäre verbreiten, weil sie sehen, daß fammengesezte Bersammlung in dieser Weise bearbeitet worden Leistungsfähigkeit durch unparteiische Sachverständige fie ohne die Gewerkschaften nicht weiter tommen, die lügnerife war, gelang es den Rommunisten, eine Resolution durchzubringen, aur Unterftigung der Reparationstommiffion und, follte eine Behauptung, daß Gewertschaftskommiffion und Afa- Ortsfartell in der zum Generalstreit in Mitteldeutschland auf Streichung eines Telles der Schuld ffür notwendig erachtet werden, jeht doch nach dem Streit geneigter geworden seien. eine solche durch die alitierten Regierungen, welche damit ihre pertragsmäßigen Pflichten erfüllen nicht für die Verletzung eines Wir sind von den zuständigen Juftanzen ermächtigt, zu er Grundfakes angefehen werden, der im Bertrag ausgedrückt oder flären, das ist enthalten ist. gi gefordert wird. Die sozialdemokratischen Betriebsräte stimmten gegen diese Resolution und beschlossen in einer Sondersizung, nit. mehr an den Beratungen dieses Kongresses teilzunehmen. Im Aneine schmutzige£ fige! schluß daran fießen die Freien Bewertschaften sofort fol Gewerkschaften und Sozialdemokrafie lehnen die Beteiligung an genden Aufruf an die Arbeiter, Angestellten und Beamten platatieren: Der heute zuDie englische Note beleuchtet weiter die Ansprüche der Allterten im Lichte des in Spa beschlossenen Berteilungsschlüssels und dem fommunistischen Unfinn ab! fegt auseinander, daß nach dem Brioritätsabkommen, das geschlossen Der heute im Volkspark zu Halle abgehaltene Mittelmorden sei, als man von Deutschland viel besondere Summen bentsche Betriebsräfetongreß, feinerzeit von dem baforderte, als man heute jemals zu erhalten erwarten tönne, Bel. ien fchon viel mehr erhalte ais jede andere beteiligte fei einfach zurückgewiesen worden. Beide Regierungen, die fran- mals rein fommunistischen Bezirkscusschuß einberufen, ist von vorn Macht. Hinzu tomme, daß es völlig von seinen Kriegsschulden anzöfifche und belgische, hätten erklärt, von einer Räumung des herein von den Kommunisten dazu benußt worden, Mitteldeutschland die Alliierten befreit worden sei, die nahezu eine Summe von Ruhrgebiets fönne nur in dem Falle die Rede sein, daß sie schritt zum Ausgangspunkt eines neuen Bürgerkrieges zu machen. Der 300 Millionen Pfund Sterling betrogen hätten. Was die französi meife mit den Zahlungen Deutschlands vorgenommen werde. Die Kommunist Koenen hat heute in dem Kongres erklärt, daß es gilt, schen Ansprüche auf 26 Milliarden Goldmart über die französische pollständige Räumung des Ruhrgebiets also, so fährt die englische bedeutet den Kampi aller gegen alle, bedeutet die Auflösung der eine neue November. und Märzrevolution herbeizuführen. Das Gesamtschuld an Amerita und England hinaus anbelangt, welch Note fort, tönne damit erst dann erwartet werden, wenn Deutschlegere 27 Milliarden betrügen, die geftundet seien, so gehe die Forde land fich feiner Berpflichtungen völlig entledigt hätte. Dieser Republik und die Erreichung der Ziele des französischen Militarisrung ungefähr um das orel- bis vierfache über das hinaus, was Hinweis in Verbindung mit bem immer noch aufrechterhaltenen mas. Faschismus und deutschnationale Reaktion stehen, gestükt Frankreich eigentlich nach den bestehenden Ablommen zu erhalten Anspruch auf 132 Millionen Goldmart deutscher Reparationszahlung auf ihre bewaffneten Organisationen, bereit, die langersehnte Abhabe. Es sei sdyver, irgendeinen Grund dafür zu erkennen, wieso tonne also nur so gedeutet werden, daß die Absicht bestehe, auf eine rechnung mit der um ihre Befreiung ringenden Arbeiterfasse zu aus der Unfähigkeit Deutschlands, feine Verpflichtungen zu erfüllen, ganze Reihe von Jahren hin die Offupation aufrechtzuerhalten. halten. Die brutale Niederkuüttelung des Proletariats wäre die wodurch auch England in feinen Anteilen geschädigt werde, Frank hre Dauer fönne demnach nicht weniger als 36 Jahre unabwendbare Folge der Durchführung der kommunistischen Toll. reich für sich das Recht herleite, einen Anspruch zu erheben, der es betragen, d. i. die durch das Zahlungsschema vorgesehene Zahlungs. bäuslerei. Die Not der Arbeiterschaft ist groß, sie wird aber richt geringer durch Generalstreit, der die Hungerbrise nur noch verauf Roften seiner Alliierten in eine weit günstigere Position per- periode, die mit Rücksicht auf die Berhältnisse sich schärft und das Massenelend steigert. Dem fann allein abgeholfen sege, als sie ihm nach dem eigentlichen Zahlungsschema gebühre. auf unbegrenzte Zeit oder gar auf immer verlängern nerden durch den verstärkten Einfluß der politischen und gemertWeber in den Waffenstiffstandsbedingungen, noch in denen des tonne. Eine derartige Sachlage, in der die politischen mit den wirtschaftlichen Organisationen de: Arbeitnehmerschaft und auf die Friedensvertrages von Bersailles fönne man rechtliche Grundlagen schaftlichen Berechnungen nicht in Einklang gebracht feien, fönne nur Leitung der Geschicke des Volkes. Die freien Gewerkschaften haben für derartige Ansprüche Belgiens und Frankreichs finden. Die eng als ein großes Unglüd bezeichnet und von der englischen Re- durch ihre Führer gestern zum Ausdruck gebracht, daß alle verfüglische Not geht dann zu einer Schilderung der Berlufte finanzieller gierung nur mit dem größten Bedauern, wahrgenommen baren Mittel angewandt werden, um die Ernährung und finan und materieller Art über, die England erlitten hat. Es heißt: Die werden. Dies alles werde ersichtlich, die Gefahr heruafbeschwören, zielle Lage der Arbeitnehmerschaft zu bessern. Der heute durch persentten Schiffe und Badungen, die auf dem Boden der See ver- daß die internationalen Beziehungen in brehendster Weise beein- unverantwortliche tommunistische Drahtzieher zustandegekommene faulen, treffen das Auge natürlich nicht so wie die zerträchtigt würden, oder, um mit dem Artikel XI des Friedensver- Generalstreikbeschluß, der nur zum Bürgerkrieg heht und Beaufſtörten. Dörfer Frankreichs und Belgiens, aber sie stellen doch jeden trages zu sprechen, daß der internationale Frieden und das gute tragte Moskaus verdeden soll, ist nicht der Willensausdruck der gefalls auch einen materiellen, von Deutschen verursachten Verlust dar Einvernehmen zwischen den Nationen, auf dem der Friede beruht, werffchaftlich organisierten Kopf- und Handarbeiter Mittelbeutschund ebenso einen Berluft des englischen Nationalvermögens. Die gestört wirden. Die englische Regierung fönne nicht glauben, lands. Streitbeschluß fönne nur von den verantwortlichen Funktio englische Regierung fönne feinen Grund einsehen, weshalb daher baß die französische und belgische Regierung die Meinung der Welt nären der Freien Gewerkschaften gefaßt werden. das Berteilungsabfommen von Spa revidiert werden für sich gewonnen, wenn sie einen solchen gefährlichen Zustand ab- standegekommene Generalstreitbeschluß ist darum hinfällig.& oig jolle. Nachdem die Note darauf hingewiefen hat, daß England seit fichtlich aufrecht erhielten. So, wie sie jetzt gehandhabt werde, habe nur den Beifungen der Freien Gewerkschaften!" dem Waffenstillstand die Ruhroffupation mittel- und unmittelbar schon die bedent- Das vorstehende Plakat murde gestern in über vierhundert Millionen Pfund für die Arbeitslosenfürforge lichten Wirkungen auf die wirtschaftlichen und industriellen Halle wie im ganzen Regierungsbezirk Merse. ausgegeben habe, wird erklärt, daß England der einzige von allen Aussichten nicht nur Deutschlands, dessen Zahlungsburg verbreitet und batte zur Folge, daß die Berbündeten sei, der augenblicklich seine Zinsen für die im Kriege fähigkeit dadurch immer illusorischer werde, sondern Generalstreifparolen der Kommunisten zum aufgenommenen Schulden an Amerifa in einer augenblicklichen auch auf die Europas, sogar der ganzen Welt, und nicht zuletzt auch Höhe von einer Milliarde Pfund Sterling abzähle. England allein Englands selbst ausgeübt. Die Note geht dann auf die Frage größten Teil von der mitteldeutschen Arbeiter. habe bisher im Intresse seiner Alliierten auf die Erfüllung von der interalliierten Schulden näher ein. Die englische Regierung haft nicht befolgt worden sind. Berpflichtungen durch andere verzichtet, die ch auf fiebenfchlage nach wie vor ihr Schema vor, nach dem sie bereit sei, ihre hundert bis achthundert Millionen Pfund beliefen, Ansprüche an die Alliierten und an Deutschland zusammen auf und die andernfalls eine wesentliche Hilfe für die Zahlungen an pierzehneinfünftel Milliarden Goldmart zu beschrän Amerita darstellen würden. Nichtsdestoweniger habe England im fen, die Summe nämlich, die augenblicklich den Nennwert ihrer 12 Tote, 50 Berlegte. Januar auf der Pariser Konferenz sich erboten, auf alle feine Rechte, Kriegsschuld an die Bereinigten Staaten darstelle. Schadenersatz zu erhalten, zu verzichten und seine Bereitschaft Der erste Schritt dazu müßte sein, das Maximum der Hannover. 13. August.( TU.) Die Unruhen in Hannover ausgedrückt, die Schulden seiner Alliierten dadurch zu vermindern, Gumme festzusehen, die man vernünftigerweise hoffen bauern noch an. Am Sonnabend wurden einige 2äden ge daß es seinen Aneil an den beutschen Reparationszahlungen als tänne, von Deutschland zu erhalten, und der nächste Schritt der, plündert, insbesondere das Kaufhaus Zeyn, in dem alle Schaueine Abzahlung der Schulden seiner Alliierten betrachte. Es fei irgendwelche Arrangements zu treffen, die eine wirkungsvolle fensterscheiben im Erdgeschoß zertrümmert sind. Die Polizei nahin ungerecht und völlig unmöglich, von dem englischen wiederherstellung der deutschen Finanzen, die darauf eine Säuberung der Straßen und verschiedener Wirtschaften Steuerzahler, der weit schwerer belastet fel als der französische und Bereitstellung eines Rredits auf gesunder Basis und sie Sicherung der Altstadt vor, wobei es verschiedene Opfer gab, Die meisten belgische, noch mehr Opfer durch eine Aenderung des Verteilungs der laufenden deutschen Zahlungen durch ein Kontrollfyftem fonnten nicht abgehalten werden, da verschiedene Bersammlungs. der für Sonntag angesetzten fommunistischen Versammlungen Schlüffels von Spa zugunsten Frankreichs und Belgiens zu fordern. herbeiführen, welch letzteres aber von wirtschaftlich ungefunden Hem- fonnten nicht abgehalten werden, da verschiedene Bersammlungs. Weiterhin jetzt die Note dann auseinander, daß sie von der Repa- niffen, wie die militärische Okkupation der Ruhr eine fei, frei fein lokale von der Polizei belegt und mit Stacheldraht abgesperrt rationstommission errechnete Sulme von 132 Milliarden Goldmart müsse. Die Methode, das, was man zu bekommen wünsche, auf- waren. Mittags wurde auch das Parteibureau der Kom befezt und einfach nur eine Gesamt abschähung der Schäden darstelle, quaddieren und dann die Zahlungen zu erzwingen, sei tein nühlicher munistischen Partei durch die Schupo für die nach dem Friedensvertrage Erfaz beansprucht werden könne, weg, von seinem Schuldner Geld zu erhalten; daher betrachte die Druckereimaschinen durch Mitnahme von Maschinenteilen drud daß diese Abschäßung jedoch englische Regierung auch die Methode, mit der sich die französische binern die Stadt. Ebenso durchziehen Patrouillen zu Fuß und zu unfähig gemacht. Die Schupo durchffuhr auf Laftautos mit Kara und belgische Regierung augenblicklich Reparationen zu sichern verPferde dauernd die innere Stadt, Die Ansammlungen dauerten fuchten, als einen Es feien sehr viel Schäßungen der deutschen Leistungsfähigkeit unter. den ganzen Tag über an. Die Stimmung ist meite: erregt. Es Schroeren Fehler, der mit großen wirtschaftlichen und politischen nommen worden, aber alle zu einer Zeit, ba man noch feinerlei fam wiederholt zu größeren und fleineren Zusammenstößen. Die Erfahrung darin beseffen habe, interstaatliche Berpflichtungen Gefahren verbunden Zahl der Opfer ift größer, als anfangs angenommen werden konnte. von folchen Riesenausmaßen festzustellen; eine solche Erfahrung fei. Wenn also Schritte unternommen würden, eine sichere Lie genaue Anzahl ist noch nicht festgestellt, doch spricht man von aber hätte den Eachverständigen als Richtlinien dienen müssen. Summe für die deutschen Reparationsverpflichtungen aufzustellen etwa 12 Toten und einigen 50 Berletzten, darunter SchwerverDie Note beschäftig fidy dann weiter mit der Reparations- und diese Zahlungen felbft zu sichern, so sei England gerne bereit, mundeten. Auch am Sonntag abend gegen 10 Uhr gab es wiederum Pommission und sagt: Frankreich und Belgien seien in der sich in eine Disfuffion über die alliierten Schulden Tote und Verwundete. Die Tagung der kommunistischen Reparationstommiffion, in der der amerikanische Vertres an England einzulaffen. Die Bereitschaft dürfe aber nicht so aus Betriebsräte wurde durch die Schupo verhindert. ter fehle und der französische Vorsitzende die entschei- gelegt werden, als wolle fich England damit seiner Rechte als Die Rommunisten forderten in einem Flugblatt zum Beiterstreit dende Stimme habe, in der Lage, über die Kpfe des englischen Gläubiger begeben. cuf. Dieselbe Parole wurde in den Versammlungen ausgegeben. und italienischen Bertreters hinweg zu entscheiden, und es sei notoDie Gewerkschaften mahnen in einem Flugblatt zur Ruhe und risch, daß, von diesen Umständen begünstigt, die Rommission in Ordnung. der Braris ohne jebe Rüdlicht auf die Frage geschehen fet, ob Deutsch- land foviel zu zahlen auch fähig fei. lediglich nur noch ein Instrument der französisch- belgischen Poliik Tei. Die Aufnahme der Note in Paris. aufgenommen worden, insbesondere wegen der Anfechtung der Die englische Note ist in Paris mit zorniger Ueberraschung Rechtsmäßigkeit der Ruhrbefeßung. Die Zeitungen weisen höhnisch Auf den Vorschlag eingehend, eine unparteiifche Romauf die Tatsache hin, daß Bonar Lam zu Beginn der Ruhrbefeßung mission zu: Feststellung der deutschen Zahlungsffähigkeit zu beden Franzosen„ viel Glüd" zu einem Unternehmen gewünscht habe, rufen, ertklärt die englische Note, in dieser Kommission müßten nicht nur Bertreter der an der Reparation interessierten Mächte, daß Baldwin acht Monate später als vertragswidrig bezeichne fendern auch Vertreter Amerifas und soche: Staaten fizzenDie an dem letzten Kriege nicht teilgenommen hätten; das wäre Die lehte Handlung der Regierung Cuno. SachUnruhen in Hannover. Die Die Berliner Parteiorganisation zur Lage. Am Sonntag nahm der erweiterte Bezirtsvorstand besondere zu der fommunistischen Generalstreifsparole und zu den Beschlüssen der Reichstagsfraktion Stellung. In einer mehrstündigen Aussprache, die durchaus sa chlich verlief, erstatteten die Bertreter Groß- Bertin der BSPD. zu der gegenwärtigen politischen Lage, ins. auch Deutschland selbst erwünschter. Trotzdem aber wäre die eng. WTB. verbreitet um die Mittagsstunde im Auftrage der in-, lische Regierung glücklich, wenn man eine andere Form dieser zwischen gar nicht mehr existierenden Regierung Cuno Rommission finden würde, udn würde ustimmen, wenn die ve: eine längere Meldung, in der mitgeteilt wird, daß sich Deutschland schiedenen Regierungen sich verpflichteten, der Reparations gezwungen sehe, alle Reparations und tommiffion zu empfehlen, die Resultate der Arbeit dieser Leistungen für die am Ruhreinbruch nicht beteiligten Mächte die kommunistischen Betriebsräte bereits vielfach durch syndika. Rommission entweder als voll anzunehmen oder aber diese Rommiffion nur als beratende Instanz anzuhhören. geht die Mote zur über. Sodann einzustellen, da bei dem gegenwärtigen Dollarstand diese Lieferungen einen Papiergeldaufwand von 300 Billionen Papiermart bedeuten, was fatastrophale Folgen für die deutsche Wirt fchaft haben müßte. Allein für Italien werde angesichts der Bedürfnisse der italienischen Industrie versucht werden, die Kohlen lieferungen fortzusehen. Im übrigen müßten alle übrigen Sachleistungen vor übergehend eingestellt werden. Die offiziöse Mitteilung beruht auf einem Erlaß des zuständigen Reichsministers für Wiederaufbau vom 11. Auguft. Betrachtung der Ruhroffupation Die englische Regierung habe ihre Bereitwilligkeit tundgetan, Deutschland zu ermahnen, alle seine Verordnungen und Befehle rüd gängig zu machen, die den passiven Wider stand organisiert und bestärkt hätten. der einzelnen Kreise Bericht über die Stimmung der Parteigenossen im Bereich der Groß- Berliner Organisation. Allgemein fam die Berurteilung des Generalstreits zum Ausdruck, in dessen Führung übrigens, wie aus verschiedenen Mitteilungen hervorgeht, istische Elemente verdrängt werden. In der Frage der Notwendigkeit des Rücktritts Cunos herrschte Einmütigkeit, dagegen waren die Ansichten über die Zweckmäßigkeit des Eintritts in die große Koalition geteilt. Einmütig fam aber die Ueberzeugung zum Ausdruck ,, daß die Geschlossenheit der Partei fefter denn je im Zentrum der deutschen Arbeiterflasse zu wahren sei. Es wurde schließlich folgende Resolution einstimmig angenommen: aber sie könne der These nicht beipflichten, daß der passive fraktion in ihren Forderungen, verlangt aber, daß fie mit „ Der erweiterte Bezirksvorstand unterffühf die ReichstagsWiderstand bedingungslos als dem Versailler widersprechend aufgegeben werden müsse. Ohne auf die fachliche Berechtigung dieses Schrittes hier einzu. fländig 3 unehmender Energie an deren Durchsehung geht. Die französische und belgische Regierung beriefen sich darauf, daß gehen, müssen mir feststellen, daß es sich, wie übrigens aus dem Sie wird dabei die Berliner Parteigenoffen einmütig hinter fich haben." die Okkupation durch die ihnen im§ 18 zugesprochene Vollmacht Datum des Erlasses des Wiederaufbauministers deutlich hervorgeht, Eine weitere Resolution, die sich im Anschluß an diese Entgerechtfertigt sei. Die höchste englische Jufti zbehörde jedoch um eine Maßnahme der inzwischen zurüdgetretenen Regierung habe der englischen Regierung ein Gutachten dahingehend ausge- Cuno handelt, für die die neue Regierung Stresemann nicht schließung zugunsten des Eintriits der Partei in die Große Reali. stellt, daß ber die Verantwortung trägt. Es ist daher im höchsten Grade bedauertion auch im Reiche aussprach, wurde gegen eine starte Minderheit abgelehnt. lich, daß diese offiziöse Meldung des alten Kabinetts erst in dem Augenblick veröffentlicht wird, in dem das neue ins Leben tritt. Widerspruch Deutschlands gegen diese französisch- belgische Alffion wohl begründet Die Stimmung im besetzten Gebiet. Dortmund, 13. Auguft.( Eig. Drahtbericht.) Eine am Sonntag leute der Bereinigten Sozialdemokratie aus dem in Dortmund stattgefundene& onferenz der Vertrauens. befegien Gebiet, Bezirk Westliches Westfalen, an der audy Der Gefretär der Internationale, Tom Sham, aus fei, und die englische Regierung habe niemals ihre Ansicht verhehlt, daß die franto- belgische Aktion feineswegs durch den Friedensvertrag gerechtfertigt werden fönne. Aber sie sei vollkommen damit Neue Beschlagnahme der„ Roten Fahne". einverstanden, wenn diese Meinungsverschiedenheiten über die Die heutige Montagsausgabe der Roten Fahne" ist aberInterpretation wichtiger Bestimmungen des Friedensvertrages vom mais der Beschlagnahme verfallen und das Ericheinen der Haager Schiedsgericht oder irgendeiner anderen angän- Rummer verhindert worden. Diese Maßnahme erfolgte auf Grund gigen Instanz geklärt werden würden. Die französische und belgische der Feststellungen, die bereits im Laufe der Nacht durch die leitenden London teilnahm, befaßte fich eingehend mit ber augenblidlichen Regierung argumentieren, daß, menn England sich der Okkupation Stellen der Abteilung IA des Polizeipräsidiums über die Art der Lage Deutschlands und den Aufgaben der Sozialdemokratie. Gie angeschlossen hätte, fein passiver Widerstand entstanden und ein vorbereiteten Artikel des Blattes getroffen worden waren. Ober. nahm mit großer Mehrheit folgende Entschließung an: außerordentlicher Eingang von Reparationen zu verzeichnen ge regierungsrat Dr. Weiß war im Laufe der Nacht selbst in der Rewesen wäre. In Berfolg ihrer Ansichten über die Rechtmäßigkeit daktion des tommunistischen Blattes erschienen und hatte sich die der Offupation und über ihren praktischen Wert sei es jedoch der aus der Setzerei kommenden Abzüge vorlegen laffen. englischen Regierung unmöglich gewesen, daran teilzunehmen. Die englische Regierung drückt sodann ihre Ueberraschung und Enttäuschung darüber aus, wie die englischen Vorschläge für die Wiederherstellung normaler Bedingungen an der Ruhr von den Altierten aufgenommen worden seien. Die englische Regierung sei des Glaubens gewesen, diese Borschläge hätten sowohl eine volle Rücksichtnahme auf die Lage Frankreichs und Belgiens gezeigt, wie im Volkspark der Mitteldeutsche Betriebsräteton Koenens neue Revolution. Kommunistischer Putschversuch in Mitteldeutschland. Halle a. S., 13. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Gestern fand „ Die Konferenz begrüßt, daß die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags die Cuno- Regierung zum Rücktritt gezwungen hat. Sie billigt auch den Eintritt der Sozialdemokratie in die Regierung, vorausgesetzt, daß die zur Durchführung des Erfüllungsprogramms und zur Lösung bes Ruhr und Reparationsproblems von der Sozialdemokratie gestellten Forderungen angenommen und schleunigst gefeglich ver. anfert werden." Eine andere Resolution, in der eine Beteiligung der Sozial. auch auf sichere Garantien für einen laufenden und stetigen greß statt. Referent mar der Reichstagsabgeordnete Roenen, demokratie an der Regierung der großen Roalition per. Empfang von Zahlungen hingewiesen. Aber auch dieser Hinweis der in feinem Referat erklärte, daß es jest gelte, eine neue no- neint wurde, wurde gegen 19 Stimmen abgelehnt. d?e Golöanleihs. Der Steuerausschuß irai heut« mit erbcblichcr Verspätung in die Beratung der cZsidauleiye ein. Staatssekretär Fischer stellt« die Frage: Will man in diesem Gvsetz von vornherein die ZlvangZ- «ndcnz zur E r s a s s n n g von Devisen sesllegen oder will man die sich vorbehairen? Vom onleihstschnischen Standpunkt aus spricht man dafür, sie nicht festzulegen, um die Zeichnung nicht zu ge. fährden. Der Reichstag könne sich damit zufriedengeben, daß die Frage ciner Zrvangserfassung von Devisen dann wiedrr attfge- nommen werde, wenn nicht genügend Devisen eingehen. Wenn e- doch der Ausschuß die Erfassung festlegen will, so solle er es bei der Tendenz und der Ermächtigung bewenden lassen. Er schlägt solgende Fassung für den§ 2 vor: „Soweit nicht bis zum 13. September 1923 200 Millionen Mark Gold auf die Schuldverschreibungen oder Schatzanweisungen der im§ 1 genannten Art gezeichnet worden sind, ist die Rcichsregieruüg ermächtigt, die Zeichnung des Fehlbetrages herbeizuführen und oa- bei Bestimmungen über Einzahlung von Devisen der in den Zeich- nungsbedingungen für die wertbeständig? Anleihe des Deutschen Reiches angegebenen Art zu treffen. Dos Nähere enthält eine Der- ordmmg der Reichsregierunq, die der Zustimmung des Reichsratcs und eines Ausschusses des Reichstages bedarf." Abg. ch-lsferich(Dnail.): Wir wollen hier«insrRegierung Ermächtigungen geben, von deren Zusammensetzung wir noch kein« Ahnung haben und von der wir vor ollem noch nicht wissen, wer Finanzminister sein wird(!!) Ich emp- fehle, von eine? solchen Ermächtigung abzusehen und sich mit der Erklärung der Regierung zu fegniigen. Fischer-Köln(Dem.) Da noch kein Finanzminister ernannt ist, ist es bester, die Lorlag« möglichst«instimmig im Plenum so zu er- ledigen, wie sie von der Regierung ursprünglich an den Reichstag gelangt ist. 5)erh(Sog.): Di« Plenarsitzung wird in später Nachmittagstunde beginnen und die Regierung wirb lediglich ein« Erklärung abgeben, so daß eine Erledigung des Gesetzes nicht wahrscheinlich sei. Der neue Vorschlag der Reichsregierung entspreche einer Vereinbarung zwischen Regieruno und Industrie. Angesichts dieser Tatloche könne es kein« großen Schwierigkeiten machen, sich aus das Prinzip zu einigen: 1. auf die Einzahlung von ZOO Millionen Gold in Devisen: 2. auf die zwangsweise Einziehung, falls die Einzahlung nichi crfolM. Diese Prinzipien kann man in das Gesetz hineinnehmen. Wenn hier eine Einigung nicht möglich ist, würde ich vorschlagen, sich in den Fraktionen darüber zu cini-zen. Wirtschostsminister a. D. Decker: Es sei dringend erforderlich, dos Gesetz noch heute zu erledigen. Der Druck der Anleihestücke kann nicht eher erfolgen, bis das Datum feststeht. Die Beratung des Gesetzes wird im Plenum nicht zwei Minuten in Anspruch nehmen. helfserich: Ich beantrag« zur Tagesordnung überzugehen. Herst: Ich beantrage Pertagung der Ausschußsitzung. Zapf(D. Vp.): Es sei die Absicht, das Anleideg«sstz heute noch im Plenum zu machen. Dieser Dorsästag der Regie- nrng ist auch nickt klar. Er will nur 200 Millionen von den 300 Millionen einbeziehen und sagt von den übrigen 300 Millionen nichts Fischer-Köln: Wenn wir im« heute darauf beschränken, der Re- gierung oi« Ermächtigung zur Ausgabe der Anleih« zu geben und olle Fraktionen sick vorbeholten, die andere Frage dann sofort zu beraten, kann das Gesetz erledigt werden. hoch(Soz.): Es besteht kein Zweifel, daß wfr die V e r a b- schiedung des Lnleihegefetzes schnell wünschen. Wir können jedoch nur darauf eingehen, wenn Uebereinstimmung besteht, daß die Frage des Deviienverdehrs in den nächsten Tagen gesetzlich geregelt wird, jedenfalls noch von Auseinandergehen des Reichstages. Die Perlreter der Deutschen Polkspartei und der Demo- kraren find damit einverstanden. hclsferick): Vielleicht genügt es Herrn Hertz, wenn er mit den Regierungsparieien einig ist. I ch mache jedenfalls den Vorbehalt. herh: Ich habe auf Ikbereinstimmung mit ehrrn helfserich nie Wert gelegt. Gildemcisier schlägt«irre Amnestie frü diejenigen vor, die in Devisen einzahlen, die sie urechtmäßig besitzen. Wirtschastsminister Becker: Man darf aber nicht in schwebende Verfahren eingreisen. Es schwebe eben ein solches Verfahren in großem Umfang. herh: Ich bitte, dies« Frag« zurückzustellen. In einer zweiten Lesung wird der§ 1 noch einmal be- raten. Der Regierungsentwurf steht die Ermächtigung der Reichs- regierung vor, zur Deckung des Zinsendienstes Zuschläge zur Ver- mögenssteuer zu erheben. Der Reichsvat hat beschlossen, oies« Er- mächtigung von der Zustimmung von Reich und Steuerausschuß ab- hängig zu machen Jischer-Köln(Dem.): Wenn man die Anleih« reizvoll gestalten will, darf man die Zuschläge nicht erst von der Zustimmung parla- mentarischer Körperichasten abhängig machen. Gildeweisler(DVp.) beantragt anstatt.mit Zustimmung des Reichsrats" zu setzen:„Nach näherer Bestimmung". Staatssekretär Fischer schlägt vor ein Kompromiß zu suchen. Die Regierung nimmt die Forderung Gildemeisters an. Das Prinzip fei damir festgelegt. Es Handel- sich dann nur um die Festsetzung der höhe der Zuschläge._._ Herold(Z.) schlagt den Sozwldemokchraten vor. diese» Kompro- miß anzunehmen. Herst lSo;.): vi« berechtigten Bedenken, die von Fischer-Köln geäußert seien würden durch das Kompromiß nicht entkräftet. kielsferich: Rcichsrat und Steuerausschuß könnten sich der Der- pflichtung nicht entziehen, für die einzig« Sicherheit zu sorgen. In der Abstimmung wird der Antrag Gilde meiste? gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Fischer-Köln gebt nochmals auf die vefreiung von der Erbschaft». steuer ein Er schlägt vor. die Anleihe in der höh« von 200 000 Goldmart überhauvk«rbschaft-steuer frei zu lassen.— helfserich bittet, von einem solchen Antrag abzusehen. Kell(Soz.): Wenn man hier wt tnesem Pnnztp beginne, so bestehe die Gefahr, daß die Erbschaftssteuer gängzlich ausgehöhlt wird Hugo(DVp): Man müsse das Problem nicht vom Standpunkt der Steuern, sondern der Wirtschast nusiehen. Wirtschastsminister a. V. Decker: Di« vnle,he s«>«in« Goldwert- onleih« ohne Form. Deshalb müßten bcs-.-no-re Lorteile geboten werden. An sich bin ich der Auffassung, Sie sollten annehmen, was im Gesetz steht. Persönlich bin ich der Auffassung, E« sollten noch viel weiter gehen.._.,.. � helfserich: Die Herren haben nur ein« Sorg«, daß dl« Anleihe Zu gut gehen könne. Ich fürchte, daß sie nicht gut geht. Deshalb 'st der Anreiz mit der Erbschaftssteuer das mindeste. .. berh. Soz.: Wir halten eine weitgehende Sicherung der Anleihe für notwendig. Wir geben uns nicht der Hoffnung hin. daß sie einen zu großen Erfolg haben würde. Wir wollen deshalb we!- ter« Sicherungen schaffen Man muß«ine Gesamtbelastung einführen, die unabhängig ist' von der höhe der Zeichnung. Ich schlage zur Vermittlung nochmals vor, die Frist von einem Jahre auf sechs Monate herabzusetzen. Man. darf die Erbschaftssteuer nicht so schwachen, wir brauchen die Erbschast-steuer. Fitcher-Kölv Dem.: ist mit diesem Dorschlage einverstanden. helsserich: Mit diesem Dorfchlage wird es der Landwirtschast unmöglich gemacht, von diesem Borteil zu profitieren. Hertz. Soz.: Es besteht Uebereinftimmung. daß d!« Anleih« zu einem Zahlungsmittel wird. Di« Landwirtschaft hat dtt Möglichkeit, innerhalb sechs Monate sehr erheblich« Pettäge zu zeiffinen und zu kaufen. Herold. Ztr.: Di« Belastung für die Landwirtschaft ist so hoch. 0) daß sie rnchf in der Lage ist. Anleihe in erheblichem Matze yi zeichnen.____..._______.• ku.■ Es wird vorgeschlagen, die V-ffteiungsfrist bis zum 1. April 1924 auszudehnen. Dieser Antrag wird mit S t i m m o ng! e i ch- h e i t abgelehnt. Da helfserich droht, diese Frage im Plenum aus- fübrlich zu diskkutieren, bemühen sich Zapf D. Bp.) und Fischer- Köln(Dem.) vergeblich, die Deutschnotionalen zur Aufgabe dieses Standpunktes zu bewegen. Genosse Hertz erklärt, daß die So- zivldrmokratie eine Auseinandersetzung über die Stcu erbelast ii ng der einzelnen Klassen im Plenum nicht scheue. Sie wird aber auch die Frage ausrollen, was in der Vergangenheit in de? Steuerpolitik alles versäumt worden sei. helfferich erklärt, er wolle lediglich im Plenum den Antrag auf Wiederherstellung der Befveiungsfftist von einem Jahre wieder- holen. In der wiederholten Abstimmung wird mit Mehrheit der IS. Mai als Grenze der Befteiungssrist für die Erbschaftssteuer festgesetzt. Das Anleihegesetz ist damit im Ausschuh endgültigver- a b sch i« det. Der Ausschuß ist darüber einig, daß er noch vor dem Auseinandergehen des Reichstags wieder zusammentritt. Die Lage in Serlin. Der Sonntag ruhig verlaufen.— Sleine Zusammenstöße. Der Sonntag, sowie die Nächte vom Sonnabend zum Sonntag und vom Sonntag zum Montag sind in Berlin, abgesehen von kleinen Zusammenstößen ruhig verlaufen. Besonders der Sonntag bot ein ungewöhnlich stilles Sttaßenbild. Zeitweise schritt die Schupo zu einer Absperrung des Regierungsviertels, was den Verkehr Unter den Linden beeinflußte. Die Kommunisten versuchten an vielen Stellen durch StnHtrupps, die sich in politischen Heilsreden ergingen, auf die Massen einzuwirken: sichtlich ohne den gewünschten Erfolg. Die mangelnde Beleuchtung in den Abend- und Nachtstunden, her- vorgerufen durch die Teilstrciks in den städtischen Werken, trug dazu bei, die gewohnheitsmäßigen Nachibummler von den Straßen zu entfernen. Im Schutze dieser Dunkelheit versuchten es dann auch zweifelhafte Elemente, Zusammenrottungen und Plünderungen zu inszenieren. Was an Nachrichten darüber vorliegt, sei im folgenden zusammengefaßt: In derSchiinfließer Straße kam es gestern um 7 Uhr abends zu einem Zusammenlnuf von etwa 3000 Personen, als einige junge Burschen einem die Straße entlang gehenden ehemaligen Kriegsteilnehmer das Verwundetenabzeichen vom Rock rissen. Die Menge verlief sich sofort, als die Polizei eingriff. Gegen 10 Uhr abends versuchten einige Tausend junger Burschen, den Hochbahn- betrieb zu stören. Sie wollten am Bahnhof Danziger Straße einen Nordringzug umstürzen und bedrohten zugleich ein Eafe, dessen Spiegelscheibe sie bereits zertrümmert hatten. In die Räume einzudringen, gelang ihnen aber weder am Bahnhof noch am Cafe. Schutzpolizei und Bahnbeamte, gegen die die Menge zunächst eine drohende Haltung einnahm, zerstreuten den Trupp. In der Turmstraße bedrohten gegen Mitternacht etwa 200 Per- fönen ein Schuhwarengeschäft. Sie hatten auch bereits das Schutzgitter abgerissen und ein Schaufenster zertrümmert, als die Schutzpolizei erschien. Gegen diese fielen aus der Menge mehrere Schüsse, die jedoch zum Glück nicht trafen. Die Beamten griffen jetzt ebenfalls zur Schußwaffe und gaben drei Karabinerschüsse ob. Ob jemand getroffen worden ist, konnte in der Dunkelheit nicht festge- stellt werden. Auch an der Turm- und Huttenstrahe wurde eine größere Menge leicht zerstreut. Am unruhigsten war es in der Hafenheide. Hier versuchte gegen 3 Uhr e.ine Menge die Auto. o m n i b u s s e. die den Verkehr nach Neukölln besorgen, u m z u- werfen. Die Schutzpolizei schritt ein und verhinderte das. Sic sperrte dann den Harmannplatz, von dem die Angriffs ausgingen, ab. Gegen 914 Uhr erschienen etwa 100 junge Burschen mit einer roten Fahne, die die Internationale singend die Hascnheide entlang nach dem Hermannplatz und der Berliner Sttaßo zu gezogen kamen. Sie erhielten überall Zulauf und so wuchs die Menge auf 4000 bis 3000 Personen an. Hier durchbrach sie die Kette der Schutzmannschaft«nd versuchte die Beamten nach verschiedenen Richtungen abzudrängen. von den Beamten wurden zwei Schreckschüsse abgegeben. Sechs Per- sonen, die den polizeilichen Anordnungen' nicht hatten folgen wollen, wurden nach der Wache gebracht, nach Feststellung der Persönlich- leiten wieder entlassen. Auch 26 weiter« Personen, die nachträglich eingeliefert wurden, wurden bald wieder freigelassen. Auch im Westen, so in Schönebcrg und an der Eck« der Bismarck- und Wilmersdorfer Straße, wurden einige Ansammlungen leicht zer- streut. Plünderungsversuche.gegen besetzte Priooikraftwagen und größere Geschäftslokale wurden von der Polizei im Keime erstickt. Hochbahn unü Omnibus stillgelegt. Die kommunistischen Streiktrciber siich jetzt damit beschäftigt, durch Stillegung der Verkehrsunternehmungen die Riesenstadl mag- lichst schnell dem gewünschten Ehavs entgegenzutreiben. Die H o ch. und Untergrundbahn wurde heute vormittag durch die Kommunisten dadurch stillgelegt, daß sie auf dem Bahnhos Gleis. d r e i e ck die Züge anhielten. Die Fahrgäste wurden ge- zwungen auszusteigen und die Fahrer und Zugbegleitmann- schasten, obwohl sie orbeiicn wollten, mit Gewalt am Weiterfahren verhindert. Die Szenen, die sich dabei abspielten, spotten jeder Be- sckreibung. Infolge dieser Vorgänge wurde heute mittag der Zug- verkehr, der über Gleisdreieck geht, zum Still st and g e» bracht. Die Berliner Omnibusgesellschaft hat heut« vor- mittag ihren Betrieb auf allen Linien eingestellt, da das Fabrp?r!o- nal be! seiner Ausfahrt von den kommunistischen Streikhetzern be- hindert wurde._ Revolutionsausstellung. Erinnerungen an das Fahr 1S4S. Die in Berlin vom Magisttat veranstaltete Ausstellung v o n D o k u m« n t e n aus der die Umwandlung Preußen» in einen Berfaflungsstaat anbahnenden Revolution von 1848 ist im M S r k i« schcn Museum eröffnet worden. Stadtbaurat Hoff mann begrüßt« die erschienenen Gäste und Stadtarchivar K a e b e r gab in einem Vortrag einen Ucberblick über die Sttömungen und Sttm- mungen, unter deren Einfluß die Revolutiimsmänner von 1848 standen. Di« Fülle der Plakate, Flugblätter, Aktenstück«. Karika- turen. Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, die da in drei Räumen des Museums vor den Besuchern ausgebreitet sind, ist nur«ine Aus- wähl von den vielen, was fleißige Sammler aus der Hinterlassen- schast des Jahres 1848 gerettet haben. Mangel an Raum hat dazu genötigt, sich in dieser Auestellung aus das Wichtigste und besonders Charakteristische zu beschränken. Der kleinbürgerliche Zug, der durch jene Revolution ging, fällt in vielen ihren Dokumenten auf. Die satirischen und karikierenden Darstellungen lassen die derbhumoristt- sche Art des Berliners jener Tage voll zur Geltung kommen. Reich- hastig ist die Sammlung der Spöttereien übe? die Bürgerwehr, an der die Bevölkerung besonders gern ihren Witz ausließ. Das Meiste von dem, was die Auestellung bietet, gehört zu dem eigenen Besitz des Märkischen Museums. Stadtarchiv, Magistratsbibliothek und Stadtbibliothek hoben Ergänzungen geliefert, einige Stücke sind auch aus privaten Sammlungen hergegeben worden. Die Ausstellung wird wahrscheinlich drei Wochen geöffnet bleiben. Sic kann in der regelmäßigen Besuchszeit des Museums besichtigt werden.,.. Wegelagerer in Spanöau. llebecsalle«, niedergeschossen und beraubt. Die Unsicherheit in der Gegend von Spandau hat wieder Opfer gefordert. In der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr befe> sich der 2i Jahre alte Bankbeamte Mo� Friedrich aus der R lebener Straße zu Spandau auf dem Heimwege, als in der 9U.: der Schulenburgbrücke plötzlich zwei Männer über ihn hersie! t und ihn durch einen Bauchschuß n, e d e r st r« ck t e n. S, raubten ihm seine Wertjachen und die Darschaft, die etwa 3 Million betrug. Zwei Männer, die herbeieilien, fanden den Ueöcrfallen bewußtlos daliegen und man brachte ihn zunächst nach der eltr lichen Wohnung und dann nach dem Krantenhaase. FrUdn mußte hier sofort operiert werden und ist noch nicht Vernehmung» fähig. Der Chef der Kriminalpolizei Hoppe entsandte gestern so fort einen Kommissar nach dem Tatort, um die Ermittlungen nac den Räubern und ihre Verfolgung aufzunehmen.— Auch ein Sri minolbeamter wurde in der Nacht zum Sonntag gegen 1 Ub von mehreren Männern in Neukölln an der Ecke der Berliner u- Jögersttaßs überfallen. Einer von ihnen bat il'.n um Feuer für sei Zigarette und wiederholt« dies« Bitte, obwohl die Zigarette sch? brannte. Als der Beamte ihn daraus aufmerksam machte, schlug er mit der Faust auf ihn ein und die anderen schlössen sich ihm an. D Beamte drohte bei weiteren Angriffen mit Schießen. In der Ni wehr sah er sich dazu auch gezwungen. Er traf einen 29 Jahre