Nr.377 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 188 Bezugspreis: Für die zweite Hälfte August 500000 M voraus zahlbar.Unter Kreuzband für die zweite Hälfte August für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Lugemburg 514 000 M., für das übrige Ausland 525 000. Boftbezugspreis fret bleibenb. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und geit", der Unter. haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillezelle toftet 100 000 m. Reklamezeile 500 000 R. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 40 000 M.( zuläffig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 20 000 02. Stellengesuche das erste Wort 20 000 m., jedes weitere Wort 16 000. Worte über 15 Bachstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 20 000. 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Annahme des Vertrauensvotums mit 270 gegen 76 Stimmen- 25 Enthaltungen Die Erklärung der neuen Reichsregierung, die unterstreichen und für die Forderungen der arbeitenden der wenigen Persönlichkeiten der praktischen Wirtschaft, die dem Dr. Stresemann gestern zum Vortrag brachte, bedeutet Massen als Mahner und Dränger aufzutreten. jungen republikanischen Deutschland ihre Dienste zur Verfügung gegegenüber den Erklärungen, die wir neun Monate lang von Hervorgehoben zu werden verdient, daß sowohl die Res stellt haben. Die Kritit der Gegenwart an den Leistungen feines der gleichen Stelle her hörten, zweifellos einen großen Fort gierungserklärung als auch die folgende Erklärung der Sozial- Kabinetts darf nicht vorbeigehen an der Tatsache, daß bisher jede schritt. Sie enthält politische Gedanken und bringt sie mit bemokratie parlamentarische Glanzleistungen waren und durch möglich gemacht wurde. Reichskanzler Dr. Cuno hat in der Bezur Konsolidierung der deutschen Verhältnisse von außen unhinreichender Klarheit zum Ausdruck. den Lon der Zuversicht, der sie erfüllte, das Haus zu gründung für die Niederlegung seines Amtes zum Ausdruck gebracht, wiederholten lebhaften Beifallsäußerungen hinriffen. daß er den Weg frei machen molle für ein Kabinett auf großer Die neue Reichsregierung erflärt sich mit der englischen Anregung, die Rechtsfrage im Ruhrkonflikt durch ein internationales Schiedsgericht entscheiden zu laffen, einverstanden. London und Berlin sind also in dieser Beziehung gegenüber Paris auf die gleiche Linie gebracht. Was wird die französische Regierung tun? Sie kann, auf ihre Bajonette gestützt, dem großen Gedanken der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit die praktische Anerkennung verweigern, fie wird aber ihre moralische Position damit nur noch weiter verschlechtern. Der passive Widerstand ist durch die englische Note an Frankreich und Belgien als rechtmäßige Ab wehr wideerrechtlicher Gewalt anerkannt. Glaubt die französische Regierung noch immer, im Ruhrgebiet die Politik der Gewalt gegen Wirtschaft und Eigentum fortsetzen und diejenigen aus dem Lande jagen und einterfern zu tönnen, die solchem unrechtmäßigen Tun den Beistand vermeigern? Nie war die moralische Position Deutschlands in Verteidigung und Aufrechterhaltung feines Widerstandes gegen den Ruhreinbruch fester als in diesem Augenblid. Herr Dr. Strese mann hat einen Beweis staatsmännischer Besonnenheit gegeben, indem er darauf verzichtete, über den moralischen Erfola Deutschlands Triumphgefänge anzustimmen und vage Hoffnungen zu erwecken. Er hat sich gehütet zu sagen, der passive Widerstand werde nun aufrechterhalten bleiben, bis Der letzte französische Soldat aus dem Lande verschwunden sei; er hat die Voraussetzungen für die Einstellung des passiven Widerstands flug und vorsichtig umschrieben, und zwar so, daß auch jeder Franzose, der etwas Sinn für die politis schen Wirklichkeiten behalten hat, ihnen ohne weiteres zuftimmen fann. Die folgende Debatte entbehrte nicht ihres humoristischen parlamentarischer Grundlage zur ZusammenReizes, da sich Wulle mie Hergt darauf versteiften, in der faffung aller Boltsfräfte. Damit wollte er dem Reich neuen Regierung eine sozialistische Regierung" zu innere Kämpfe ersparen. Ich möchte mein Amt nicht antreten, ohne sehen, die durch die Straße zur Macht gekommen sei, während dem gefchiedenen Reichskanzler und seinen Mitarbeitern, die nur das Frölich mit gleicher Klarheit in ihr eine„ Stinnes- Regie- Beste für das Land und das Bolf erstrebt haben, auch von dieser rung" erkannte, die dem gemeinsten Arbeiterverrat" der Beifall.) Der Charakter des neuen Kabinetts ist durch seine EntStelle aus aufrichtigen Dank zum Ausdruck zu bringen.( Lebhafter Sozialdemokraten ihre Entstehung verdankt. Für Genossen stehung gegeben. Es ist aufgebaut auf parlamentarischer Breitscheid wurde das die Gelegenheit zu einigen fehr Bafis. Es ist entstanden in einer außergewöhnlich ernsten und ver glücklichen Bemerkungen über die Meinungsverschiedenheiten antwortungsreichen Zeit. Wir stehen in der großen Koalition von Sowjetstern und Hafenkreuz und außenpolitisch und innenpolitisch vor großen Spannungen und über die elend perfrachte idiotische Generalstreiftaktik der äußersten Linken. t großen Entscheidungen. Diese Entscheidungen verlangen den Zusammenschluß aller den verDas Haus billigte mit 270 Ja gegen 76 Reinder fassungsmäßigen Staatsgebanken bejahenden Kräfte. Es ist völlig Deutschnationalen und Kommunisten und 25 Enthaltungen müßig, darüber zu streiten, ob dieses Kabinett mehr nach der einen der bayerischen Volksparteiler, Bauernbünder, der Weisen oder anderen parteipolitischen Seite hin beeinflußt werde. Den Anund des Kommunisten Reich die Regierungserklärung fturni von außen und innen wird der Staat nur bestehen können, und sprach der Regierung fein Vertrauen aus. Es wenn Regierung und eine staatsbejahende Opposition sich in der mar der größte parlamentarische Erfolg einer deutschen Reichs Sorge um die deutsche Zukunft zusammenfinden.( 3uftimmung.) regierung in der Republik. Die neue Regierung wird sich aber Das Ausland möge nicht glauben, daß dieser Kabinettswechsel ein darüber nicht täuschen dürfen, daß dieses Vertrauen der Ab- Beichen der Schwäche sei. Dieses Kabinett, das auf der breitesten geordneten nur dann von Dauer sein kann, wenn auch das seit dem Bestehen der deutschen Republic, will auch parlamentarischen Grundlage aufgebaut ist, breiter als je ein Kabinett Vertrauen der breiten Maffen des Volkes zu das stärkste Kabineti gegen jeden Gedanken der Bergewaltigung ihm hinzutritt. Um dieses Bertrauen zu erringen, dazu bedarf Deutschlands es nicht nur einer brillanten Rede und eines schönen Pro- sein.( Bravo!) Ob es dieses Ziel erreicht, das wird von dem Zugramms, sondern nüßlicher Taten und greifbarer fammenwirten des Reiches mit den Ländern, vom Zusammenwirken Erfolge. Die Sozialdemokratische Partei hat durch ihre mit dem gesamten Belfe abhängen. Das Reichstavinett hat volles Redner und durch ihre Abstimmung zu erkennen gegeben, daß Verständnis für den Drang nach Eigenleben in den deutschen Ländern. fie der neuen Regierung helfen will, folche Taten zu voll Die Einfügung dieser Eigenart in das Reichsganze war aber auch zu bringen und solche Erfolge einzuheimfen. Diese große Partei feiner Beit mehr geboten als in der Gegenwart. Dasselbe Bekenntnis des werftätigen Volfes, Hüterin der republikanischen Gegen- 3um Reichs- und Staatsgedanken, vor allem zum staatlichen Denken, mart, Trägerin der sozialistischen Zukunft, ist weit davon ent- muß vom Bolfe ausgehen. Wir sind meit davon entfernt, die parlaDie Regierungsertlärung öffnet den Weg zu fernt, ihr geschichtliches Erstgeburtsrecht für ein Linfengericht mentarische Stärte eines Kabinetts für das allein Maßgebende anBesprechungen mit allen ehemaligen Kriegsgegnern Deutsch zu verkaufen. Sie ist bereit, den anderen zu helfen, soweit fie Bolf, neben den Barteien bestehen die reichen Kräfte des Bolkslebens zusehen. Die Parteien verfinnbildlichen nicht allein das deutsche lands, auch mit Frankreich! Dies allerdings nur dann, damit dem schwer bedrängten Bolt hilft, und sie weiß, daß auf der Grundlage beruflicher Zusammenfassung.( Abg. Koenen menn Frankreich auf demütigende und unmögliche Bedingun- fie nur helfen fann, indem sie sich selber st art erhält. [ Komm.]: Die Berbeugung gegen Stinnes auf der Grundlage der gen verzichtet. Die Illusion von einem Deutschland, das Ihre nächste Aufgabe ist es darum, für die Wiedergefun- Stammeseigenart! Heiterkeit.) Alle diese Kräfte brauchen wir eines Tages auf allen Vieren gefrochen tommt und um Gnade dung der politischen Arbeiterbewegung zu forgen. Der Bu- zur Stüßung des Staatsgedankens. Wer aber in der heutigen Zeit winselt, wird man in Frankreich aufgeben müssen; wünscht sammenbruch des fommunistischen Generalstreifs hat die Hohl man aber ein aufrechtes, zu ehrlicher Verständigung bereites heit der scheinrevolutionären Barolenmacherei enthüllt; menn Deutschland zu sehen, dann wird es fommen. Dieses Rabinett, jegt darüber der Arbeiterschaft an allen Orten die Wahr in dem die Sozialdemokratie ihren Einfluß wieder heit gesagt wird, dann wird sie auch verstanden werden. Es darin pflichten wir Strefe- gilt, das heute zu nüßen und für den kommenden Tag zu erhalten hat, wird und muß mann bei- ,, das stärkste Kabinett gegen jeden arbeiten! Gedanken an eine Bergewaltigung Deutschlands sein". Wenn es gestern von den Kommunisten mit Präsident Löbe eröffnet um 3 Uhr die Sigung, deren TagesRufen wie Regierung der Kapitulation", Minister Boincare's!" begrüßt wurde, so beweist das mur, daß die Rufer ordnung als ersten Punkt aufführt Entgegennahme einer nach wie vor in einer wirklichkeitsfremden Agitationspolitik befangen sind. * Erklärung der Reichsregierung. Reichskanzler Dr. Stresemann # 1 glaubt, daß die Verhältnisse ihnen das Recht geben, mit Gesinnungsgenossen sich zusammenzutun, um gewalttätige Angriffe gegen den Staat und seine Berfassung zu richten, der wird, wo immer er stehen möge, auf den unbeugfomen Willen der gegenzutreten.( Lebhafter Beifall.) Die Reichsregierung hat den Reichsregierung stoßen, dieser Gewalttätigkeit mit allen Kräften entWillen, dies zu tun, sie hat die Machtmittel, dies zu tun, und sie hat die Absicht, • diese Machtmittel gegen jeden einzusehen, der sich vermißt, den Staat und seine Berfassung unterminieren zu wollen. ( Lebhafter Beifall.) Wir hoffen, daß die öffentliche Meinung die Regierung bei ihrem Bestreben, Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten, unterstützen wird. Im heutigen demokratischen Zeitalter Bor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Koenen fönnen alle Kämpfe nur mit der öffentlichen Meinung Das innere Programm der neuen Regierung gipfelt in dem Bekenntnis zur republikanischen Staatsver-( Kemm.) die Aufhebung der Ausnahmeverordnung vom 10. August des Landes gewonnen werden. Das gilt wie im Innern auch von fassung und in dem starf betonten Willen, fie gegen alle und die Beratung des Antrags als ersten Punkt der Tagesordnung. dem Kampfzustand an Ruhr und Rhein. In diesen Kämpfen hat Minierer aufrechtzuerhaften. Unter anderen Umständen wür- Dhne Debatte wird dieser Antrag gegen die Stimmen der Kommu bisher die gesamte öffentliche Meinung Deutschlands sich mit Ent. nisten und Unabhängigen abgelehnt. Abg. Höllein( Komm.) fchiedenheit aufgebäumt gegen die Bergewaltigung deutschen Rechts. den wir gewünscht haben, daß eine solche Mahnung sich aus- ruft:„ Die Koalition äußert ihre Wirkung!" Abg. Koenen( Komm.) Ob Frankreich und Belgien sich auf diefelbe öffentliche Meinung schließlich gegen rechts wende. Die Erfüllung dieses Wun beantragt darauf die Beratung fommunistischer Anträge auf Auf ſtüßen können? Wie start muß die Empfindung des an Deutschland fches war nicht möglich in einem Augenblick, in dem die bebung des Verbots öffentlicher Bersammlungen unter freiem Himmel verübten Unrechts sein, wenn die englische Note an Frankreich trotz Kommunisten mit ihrer geradezu idiotischen General- und der proletarischen Hundertschaften. Dieser Antrag wird gleich der engen Beziehungen der Alliierten untereinander der Weltöffentftreiftaftit, wenn auch als ganz ohnmächtige Angreifer, so doch falls abgelehnt. lichkeit dieses Unrecht vor Augen führt!( Sehr wahr!) Der passive immerhin als Angreifer erschienen. Auch der irregeführte Der Präsident gibt dann dem Widerstand der deutschen Bevölkerung hat seine tiefsten Wurzeln in feinem festen Bewußtsein des guten Teil der Arbeiter wird aber jetzt mehr und mehr zur Einsicht tommen, mas er von den kommunistischen Baroleschmieden zu Rechts.( Lebhafter Beifall.) Unzweideutig wird dieses gute Recht erwarten hat. So bleibt dann nur die Gefahroon rechts, das Wort. Er wird von den Kommunisten mit lärmenden Rufen nunmehr auch von der britischen Regierung anerkannt. Wenn von den Ausführungen der englischen Note über die Unrechtmäßigkeit der für die die neue Regierung offene Augen haben muß. Schon empfangen: Für Stinnes und Poincaré! Der Reichstanzler nennt zunächst unter Lärm der Kommunisten Ruhrbesetzung auch nicht ohne weiteres die Lösung der Ruhr- und fieht Herr Bulle in den vereinten„ großen S Gene die Mitglieder des neuen Kabinetts; bei dem Namen Geßler rufen Rheinfrage zu erwarten ist, so dürfen wir doch annehmen, daß die ring und Sollmann- neue Gefahr für seine nicht ganz die Rommunisten:„ Das ist der Richtige!" zu den bereits mitge. Rundgebung der britischen Auffassung auch in Frankreich und friedlichen Volksbeglückungspläne heraufziehen. Wenigstens teilten Namen fommt als Wirtschaftsminister v. Raumer. Belgien nicht ohne widerhall bleiben wird. Die Reichsin diesem Punkt verrät er also eine gewisse politische Beitsicht. Das Außenministerium und Bostministerium sind noch regierung ist auch ihrerseits damit einverstanden, daß die Frage der Der Reichstanzler hat dann in bezug auf die brennenden unbesetzt. Mit besonderem Beifall wird die Mitteilung von der Bil Recht oder Unrechtmäßigkeit der Ruhraftion einem interfinanz- und wirtschaftspolitischen Fragen bung eines neuen Ministeriums für die befekten Ge- nationalen Schiedsgericht ein Programm entwickelt, für dessen Berwirklichung zu sorgen biete aufgenommen. Als fich trotz der Mahnung des Präsidenten zweifeln nicht daran, daß jede unparteiische Entscheidung uns die die lärmenden Kundgebungen der Kommunisten wiederholen, ruft Verfügung über das Ruhrgebiet wiedergeben wird. vor allem Sache unserer Genossen in der Regierung, besonders ihnen der Reichskanzler zu: Demokratie heißt Herrschaft der Mehr- das deutsche Bolt einst stolz das Volk der Arbeit. Nirgends flang des neuen Reichsfinanzministers Hilferding, fein wird. heit und heißt nicht Diktatur einer Minderheit durch Lärm!( Lebh. der Rhythmus ununterbrochener Arbeit stärker als an der Ruhr. Auf Bollständigkeit in der Aufzählung aller Bunkte erhob Beifall.) Der Reichskanzler spricht dann zunächst feinem Amts Man redet uns heute zu, wir sollten an der Ruhr zur Arbeit zurücker dabei, mie er ausdrücklich feststellte, feinen Anspruch. Das vorgänger aufrichtigsten Dant aus.( Lachen bei den kehren. Wir sehnen uns danach, daß das Ruhrgebiet zur Arbeit gab Genossen Hermann Müller Gelegenheit, die wichtig Rommunisten.) Er erilärt: Dr. Cumo hat Gegner feiner Politik, zurückkehrt. Aber Arbeit und Freiheit sind für das Ruhrgebiet Leit der Sachwerterfassung noch einmal träftig zu aber feinen persönlichen Feind gehabt.( Bustimmung.) Er war eine identische Begriffe.( Lebhafter Beifall.) unterbreitet wird. Wir Man nannte namentlich der Industrie und des Handels, besteht darin, die deutsche| find.( Bravo!) Das deutsche Bolt hat gewiß den Millen zum Bebert, Regierung bei ihrem Bestreben zur Sicherung der Ernährungslage es müssen ihm aber auch die zur Erhaltung seiner Existenz nötigen und zur Stübung der Währung nach allen Kräften zu unterstüßen, physischen Voraussetzungen gegeben werden. namentlich auch in der Zurverfügungstellung von Devisen und in Hier muß sofort die Arbeit der neuen Reichsregierung einsehen. der Uebernahme der Garantien für die große Berbindlichkeit des Nur so wird sie sich das Vertrauen der breiten Massen erwerben Reiches. Wir begrüßen die Bereitwilligkeit, mit der weiteste Kreise tönnen. Der Reichstag hat in der vorigen Woche ein Steuerführender Wirtschafter sich hierbei Lisher zur Verfügung gestellt programm verabschiedet, das den Forderungen der Sozialdemokratie haben. Wir hoffen und erwarten, daß diese Bereitwilligkeit eine entsprach. dauernde sein wird, da wir um so eher in der Lage sein werden, da von staatlichen Eingriffen abzusehen, wo die Freiwilligkeit an ihre Stelle zu treten vermag. Die Wertbeständigkeit in der Entlohnung ist eine berechtigte Forderung Jetzt gilt es, unverzüglich diese Steuern einzuheben. die Inflation muß eingedämmt werden. Wer seine Steuerzahlungen verzögert, frevelt an seinen Volksgenoffen, lähmt die Arbeitskraft und verurteilt die Kleinrentner zum Tode des Berhungerns, schwächt den Staat und damit auch die Wirtschaft. Wer dem Reiche in seiner Not die Existenzmittel schmälert oder gar durch Steuersabotage zu verweigern versucht, übt Landesverrat. ( Sehr richtig! bei den S03.) An dem Tage, an dem uns die Verfügung über das Ruhrgebiet zurüdgegeben wird, werden alle Kräfte sich regen, um die unerträgude Stillegung der Schlagader der deutschen Wirtschaft zu beenden. 3m Einverständnis mit dem, was der frühere Herr Außenminifter und was ich selbst als Mitglied lefes Hohen Hauses am 8. Auguft ausgefeührt habe, befone ich auch heute, das deutsche Bolt hat den passiven widerstand für die Erreichung ganz bestimmter Ziele aufgenommen. Wenn uns die freie und unabhängige Verfügung über das deutsche Ruhrgebiet wieder gewährleistet ist, wenn die Rheinlande fich in dem international garantierten vertragsmäßigen Zustande befinden, wenn jeder vergewaltigte Deutsche von Ruhr und Rhein der Freiheit und der Heimat wiedergegeben ist, dann werden wir nach einer uns zu gewährenden Atempause unter Aufbietung aller wirtschaftlichen Kräfte des Landes auch die Mittel für angesichts der Gesamtentwicklung der wirtschaftlichen und sozialen eine Regelung der Reparationsfrage aufbringen fönnen, sofern Verhältnisse. Wir warnen aber davor, einfach die Verhältnisse des die uns auferlegten Casten uns bei harter Arbeit die Existenz reichen und blühenden Deutschlands vor dem Weltkriege schematisch unferes staatlichen und wirtschaftlichen Lebens und die Weiterzur Grundlage für die Gegenwart zu machen oder gar diese Grund- Die beschlossenen Steuern waren aber nicht das Ende des Reentwicklung unseres Volfes, gewährleisten, ohne die fiftlichen lage als zu gering anzusehen. Eine Ueberspannung auf diesem Ge- formwertes dazu mußten sie viel zu schnell verabschiedet Kräfte zu einer Erzielung ftärtster Ceistungen nicht aufge biete birgt die Gefahr in sich, daß unsere Wettbewerbsfähigkeit auf werden, sondern nur ein Anjang. Die wichtigste Aufgabe ber bracht werden können.( Lebhafter Beifall.) dem Weltmarkt erlischt und damit die Voraussetzungen für eine neuen Reichsregierung wird sein, uns unverzüglich einen Pian zum Die Konfolidierung unserer politischen uns wirtschaftlichen nationaler Verpflichtungen und eine Aufrechterhaltung der Wirt Aktivität unserer Handelsbilanz, ohne die an eine Regelung inter- Umbau des gesamten Steuerfystems auf wertbeständiger Grundlage Verhältnisse ist auch die Voraussetzung für die Wiederaufnahme schaft im Inland auf die Dauer nicht zu denken ist.( 3wischenrufe.) zur Beschlußfaffung vorzulegen.( Sehr richtig! bei den Soz.) der Sachlieferungen die infolge der durch die Ruhrbesetzung her. Ich richte diese Worte nicht an eine einzelne Klaffe, ich richte sie an fagen, die zur Sanierung der deutschen Finanzen zunächst erforderAus innen- und außenpolitischen Gründen muß unter den Bor beigeführten wirtschaftlichen Zerrüttung in unserem Baterlande unterbrochen werden mußten. Ich verlasse damit das Gebiet der diejenigen, die sich soviel gesunden Menschenverstand gewahrt haben. Außenpolitik, zumal ich es ausführlich in meiner Rede, die ich als( Buruf des Abg. Koenen.) So töricht sind wir nicht, daß wir die Er- lich sind, der Gesehentwurf stehen, der nährung des deutschen Volkes an Ihrem törichten Dogma die Belastung der Sachwerte gefehlich garanfiert. At geordneter vor wenigen Tagen hielt, behandelt habe, und wende scheitern laffen.( Neue Zwischenrufe bei den Kommunisten.)( Sehr richtig! bei den So3.) Nur so fönnen Reichstag und Reichsmich mit furzen Worten der inneren Lage zu. Nichts wäre fal- Sch verstehe ja Ihre Erregung über den Zusammenregierung den Beweis liefern, daß es ihnen mit der Sanierung scher, als etwa die Tatsache der englischen Note zur Grundlage für bruch Ihres unverantwortlichen Streils.( Lebhafter der deutschen Finanzen und mit der Erfüllung tragbarer Repacine politische Lethargie zu machen. Wir wissen nicht, welche Beifall im ganzen Hause, Händeklatschen auf der Tribüne, erregte rationslasten wirklich ernst ist. Ohne diese Voraussetzungen wird politischen Folgerungen von dieser Note ausgehen werden, wir zwischenrufe von der äußersten Linken, großer Lärm.- Präsident es feiner deutschen Regierung gelingen, die Geschicke des deutschen wissen nicht, ob und toenn sie sichtbar werden. Man verlangt von Löbe: Ich bitte jetzt, die Zwischenrufe etwas einzuschränken. Ich Volfes, zu wenden. Und das ist nötig! Denn so wie es in fegter uns außenpolitische Aktivität. Die beste außenpolitische Aktivität, muß dem Reichskanzler unter allen Umständen Gehör verschaffen. Beit gegangen ist, fann es nicht mehr lange weiter gehen. Bir die wir enifaiten können, ist Ich tue das auch bei Ihren Rednern. Es geht nicht an, daß viele haben alle die Pflicht, unser Volt vor feelischer Zermürbung zu die Ordnung der deutschen Verhältnisse im Janern. Redner einen überschreien. Es ertönt der Ruf: Rausschmeißen! retten, die sonst rettungslos in den Untergang treibt. ( Sehr gut!) Wir haben verheißungsvolle Anfänge dazu gerade in Präsident Löbe: Ich bitte alle Kundgebungen zu unterlassen, In dieser Zeit hat vor allem die Landwirtschaft das Aeußerste der Arbeit der letzten Tage gemacht. Ich erinnere an die Ber- sonst muß ich mit Ausweisungen vorgehen.) Ich sehe diese Störungen für die Ernährung des Boltes herzugeben. Auch die Landwirtschaft abschiedung der Steuervorlagen, die getragen war nicht als irgendeine Beleidigung des Amtes an, das ich vertrete, fann fein Interesse daran haben, daß es im deutschen Bolte zum von dem Verantwortungsgefühl aller Parteien im Haufe. Wir wohl aber als eine Herabsehung des Ansehens des Kampfe aller gegen alle fommt. Die Reichsregierung als die Verstehen vor der Bewilligung der Goldanleihe, die Parlaments, das aufrechtzuerhalten wir alle treterin des gesamten Boltes hat die Landwirtschaft nicht nur hierzu jetzt aufgelegt worden ist. An alle Schichten des Volkes richten wir Beranlassung haben. Ich wende mich wieder zu der Er- anzuhalten, sondern zufäßlich die Pflicht, durch ihre Devisenpolitik die Aufforderung, diese deutsche Goldanleihe aufs fräftigste zu flärung der Regierung.( Lebhafter Beifall.) die Nahrungsmittelzufuhr, insbesondere die Fettversorgung des unterstüßen. Sie soll uns eins der Mittel sein, um die Geld- Eine wichtige Aufgabe zur Unterstügubng der Regierung bei deutschen Boltes zu sichern. Das muß möglich sein! Es ist eine inflation zurückzudämmen, die Verhältnisse geschaffen hat, unter diefen wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen steht der traurige Tatsache, daß der Konsum an notwendigen Lebensmitteln denen weite Volksschichten in Deutschland faum noch über die not- Reichsbank zu. Die Reichsregierung ist einmütig der Auf- einen mit der deutschen Volksgesundheit unverträglichen Rüdgang wendigsten Subsistenzmittel verfügen. Die Goldanleihe ist nicht fassung, daß die Sicherung ihrer Maßnahmen durch die Reichsbank erfahren hat.( Zuruf Koenen: Der Unterernährungsminister des einzige Mittel zur Bekämpfung dieser Papierflut. Aber sie und ihre Leitung gewährleistet sein muß. bleibt doch!) Ja. Sie Abg. Koenen, sind geistig unterernährt. soll der Anfang zur Gesundung der Verhältnisse ( Stürm. heitere Zustimmung im ganzen Haufe.) zu einer durchfein. So wie die Goldanleihe, auch im einzelnen ihre Abschnitte, greifenden Besserung werden wir überhaupt nur dann fommen, ein mertbeständiges Zahlungsmittel sein kann, halten wir es für wenn neben der geforderten Steuerreform eine Devisenpolidie Pflicht der Reichsregierung, das Bedürfnis nach Wertbeständigtis getrieben wird, die es der Reichsregierung erlaubt, die Wäh teit, das in der gesamten Volkswirtschaft vorhanden ist, mit aller rung zu stüzen und den llebergang zu stabilen Zuständen vorzuBeschleunigung und so weit wie möglich zu tefriedigen. Wir bereiten. Sie ist nur möglich durch einen großen Devisenfonds, den halten dies schon deshalb für notwendig, um in der Bewegung der die Wirtschaft herzugeben hat. Lebensmittel nach den Großstädten unerträgliche Störungen befeitigen zu fönnen. Die Währungsfrage rüttelt die größten volkswirtschaftlichen und finanziellen Probleme auf. Wir richten den dringenden Appell an alle Parteien, an dieser für unser Bolt so entscheidend gewordenen Frage mitzuarbeiten. In dieser Frage gibt es teine Barteimeinungen, in diefer Frage ist die pofitive Mitarbeit jebes, der die Verhältnisse zu bessern vermag, paterländische Pflichterfüllung, die wir dankbar begrüßen. Denn der Währungsverfall hat der gesunkenen deutschen Wirtschaft die Grundlage entzogen. 3hn zu bekämpfen, heißt, mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau zu beginnen. Wir richten einen besonderen Ruf zur tätigen Mithilfe an die deutsche Landwirtschaft. Wir sind weit davon entfernt die landwirtschaftliche Frage nur vom KonsumentenstandDie drängende Not diefer Tage verlangt fofortige Arbeit. Deshalb hat die Reichsregierung davon abgesehen, in den Erklärungn des Reichskanzlers etwa eine Programmrede geben zu wollen. Programme helfen uns nicht weiter, wenn nicht schnellstens Maßnahmen zur Heilung getroffen werden. Wir richten an das hohe Haus den dringenden Appell, möglichst in Verbindung mit der AusSprache über die Entgegennahme der Regierungserklärung, die Verabschiedung des Gesetzes über die Goldanleihe vornehmen zu wollen, um in der Fortführung der gesetzgeberischen Arbeiten auf diesem Gebiete feine Berzögerung eintreten zu lassen. Wir brauchen Ihr Vertrauen. Befunden Sie durch dieses Vertrauen nach außen und innen, daß das deutsche Parlament sich in schwerer Zeit zusammenschließt. Nur die tatsächliche Bekundung des Lebenswillens der deulichen Nation wird ihr den Weg in die Freiheit bahnen. Verloren ist nur, wer sich selbst aufgibt. Wir aber haben das Recht, an Deutschlands Zutunft zu glauben, und die Aufgabe, sie zu sichern. ( Lebhafter anhaltender Beifall.) Abg. Müller- Franken( Soz.): punkt aus anzusehen. Ohne Produktionssteigerung in Landwirt- die ihr Amt in einer Zeit unbeschreiblicher Verelendung der breiten Wir haben die Erflärung der neuen Reichsregierung gehört, fchaft und Industrie werden wir aus der Berarmung des ganzen Massen des deutschen Voltes antritt. Die Reichsregierung wird Boltes nicht herauskommen. Aber Kampf müssen wir jedem an- die schwere Aufgabe haben, mit allen erdentlichen fagen, der in jeziger Lage die Ernährung des deutschen Boltes und Mitteln die Not zu lindern. Das erfordert Optimismus die Wiederherstellung gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse erschwert. Wer in Produktion und Handel landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Gewinnrüdsichten zurüd. hält, der versündigt sich am deutschen Volk.( Sehr richtig!) Wer Streits in der Erntezeit veranlaßt, tut dasselbe.( Sehr gut!) Die Aufgabe der Wirtschaft, wir vor der Geschichte den Beweis zu liefern, daß wir eine Nation Schlange am Kartoffelwagen. Von Hans Bauer. Bor einem Kartoffelwagen hat sich eine Schlange gebildet. Bor mir stehen, nicht in einer eindeutigen Reihe aufgestellt, aber doch einigermaßen diszipliniert, eine Arbeiterfrau, ein Wandervogel, eine Dame mit Lorgnon, zwei junge Leute, hinter mir ein Herr mit einer Pfeife, zwei einfache Männer, ein Kind, einige Hausfrauen. Eine Weile ist es ziemlich ruhig gewesen in der Schlange, als es jedoch von vorn durchfickert, daß möglicherweise die Kartoffeln nicht für alle ausreichen, geht eine Beunruhigung durch die Menschenkette, die sich schließlich zu peffimistischen Zustandsbetrachtungen fristallisiert. Schließlich leitet der Herr mit der Pfeife ins allge meine über, stellt die rhetorische Frage, wer an allem schuld sei und beantwortet sie mit„ Die Franzosen!" Das seien die größten SchweinePerle seit Menschengedenken, aber man wisse ja, wie es einmal enden werde. Einmal werde der Tag kommen! Da unterbricht einer der Arbeiter, daß die Kartoffelnot doch mit den Franzosen nichts zu tun habe. Er, der Herr, möge nur die Augen ordentlich aufsperren, dann werde er sehen, wie wir der Lumpen genug im eigenen Lande hätten. Die Kartoffeln würden doch nicht in Frankreich geerntet. Die würden in Deutschland ge erntet, aber dann würden sie zurückgehalten oder verschoben. Der Herr gibt sich nicht zufrieden. Man müsse meitsichtig genug sein, die Kartoffelnot als Teil unserer Gesamtmisere zu erkennen. Der Bolksgenosse solle nicht immer zuerst am Boltsgenossen, sondern am Landesfeind etwas auszusehen haben. Volksgenossen," empört sich der andere Arbeiter, was haben die Preistreiber und Auffäufer mit Volksgenossen zu tun! Für die Schufte ist doch kein Galgen zu hoch!" Der Herr gibt nicht nach. Er redet noch etwas vom Krieg daher und daß wir nur nicht vorzeitig die Waffen hätten wegwerfen dürfen. Teils findet er Zustimmung, teils Widerspruch. Und schließ lich richtet er so etwas wie einen Appell an die Umstehenden. Ob er nicht recht habe und ob so wie er nicht die meisten dächten? „ Drängen Sie sich lieber nicht so vor," verseht ihm da die Arbeiterfrau.„ Sie find später gekommen als ich und stehen jetzt vor mir. Das paßt nicht recht in die Debatte. Das wirft sehr prosaisch in diesem Augenblick, mo letzte politische Fragen gestreift werden. Aber die Frau hat sachlich recht. Es fällt mir jetzt auch auf. Borhin stand der Herr mit der Pfeife hinter mir, jetzt steht er schräg rechts vor mir. Da der Herr nicht gleich reagiert, wiederholt die Frau:„ Sie sollen sich lieber nicht so vordrängen." Und wie sie das fagt, sehe ich ein: auf dieses lieber" fommt es an. Auf dieses„ lieber", das den Nachdruck vor der Aufrollung des überzeitlichen Schuldkomplexes auf die kleine Anständigkeit des Augenblides verlegt, das am Kartoffelwagen nicht die Erörterung letzter Schuldgründe, sondern die schlichte Organisation verlangt, daß früher dran kommt, wer früher da war. und schnellste Entschlußkraft. Es geht um die Existenz des deutschen Bolts und die Erhaltung der deutschen Wirtschaft.( Sehr wahr! bei den S03.) In den schweren Wochen, die jetzt noch vor uns stehen, haben In der Schlange hatte der Herr vorhin eher eine Mehrheit auf feiner Seite. Es will jetzt keiner mehr recht von ihm etwas wissen. Er hat eine geschlossene Front hinter sich. Freilich werden wir zu geordneten Verhältnissen nur fommen, wenn sich unsere äußere Bage erleichtert. Eine wesentliche Erleichterung unserer außenpolitischen Lage sehen wir noch nicht im Anzug. Die lehten englischen Noten sind ein Bekenntnis. Aber nicht Bekenntnisse, sondern nur Taten bringen uns vorwärts. Berlassen wir uns nicht auf die Taten der Regierungen anderer Länder. Bir müssen von unserer eigenen Regierung erwarten, daß fie uns zu Taten führt, die das Los des deutschen Volkes nach innen und außen erleichtern. Und das ist nur möglich, wenn wir durch Bereitstellung von Mitteln beweisen, daß wir Reparationen in den wirklichen Grenzen unseres Könnens leiften. Das deutsche Volk ist bereit, für die Befreiung des Ruhrgebiets und für die Herstellung vertragsmäßiger Zustände im Rheinland große Opfer auf sich zu nehmen, Nur so merden wir zu einer BeAuslandes hat aber weiter zur Voraussetzung, daß friedung Europas fommen. Die Gewinnung des Vertrauens des unser Land nicht dauernd zu einem Herde politischer Gärung wird. Die Welt muß die Ueberzeugung gewinnen, daß das Gefüge der deutschen Republik unerschütterlich feststeht. Dazu gehört vor allem, daß die bewaffneten Organe des Staates Reichswehr und Schutzpolizei jeder verfassungsmäßigen Regierung und nur dieser zur Verfügung stehen. In einer Zeit wie der unsrigen liegt für extreme Parteien der Bersuch nahe, sich der Reichswehr für ihre voltsfeindlichen parteiEs will mir scheinen, daß diese Tatsache wesentlicher für die Hoff nung auf spätere glücklichere Tage ist, als jere, da über die Schuld- flären zu können. Die Bergrößerung der Herzen der Berufsradler frage teine Einigkeit erzielt werden fonnte. war die Herzvergrößerung noch erheblich gesteigert, da sich ein durchschnittlicher Herzquotient von 1: 40,3 nachweifen ließ. Das Durchschnittsgericht der untersuchten Rennfahrer ist etwa 4 Rilogramm höher als das der Amateure, aber dieser Unterschied ist bei weitem nicht groß genug, um den Unterschied der Herzgrößen erist durchaus gleichmäßig und geht erheblich über das hinaus, was man sonst bei gut trainierten Sportleuten zu sehen gewohnt ist. Das Radfahren aber übertrifft wieder alle anderen Sportarten in Der Einwirkung auf die Herzgröße, weil es offenbar dem Herzen die schwerste Arbeit aufbürdet. Das Verhältnis vom rechten zum fich gleichmäßig auf den rechten und linken Bentrifel, ist also har linten Herzteil zeigte teine Besonderheit; die Vergrößerung erfiredi monisch. Die untersuchten Personen waren sämtlich gesund und hatten feinerlei Beschwerden. Es handelt sich also um eine Zu nahme der Herzmuskulatur infolge erhöhter Inanspruchnahme, die jedoch in stärferem Maße vor sich geht als die Zunahme der allgemeinen Muskulatur. Märkische Fahrt. Der Schnellzug eilt der Reichshauptstadt zu. Noch eine Stunde schnellster Fahrt auf der flachen märkischen Erde, welch ein Genuß für die Augen, die in Gelb, Grün, Blau und Weiß und wird find dem brandenden Großstadtleben wiedergegeben. Aber schwelgen können! Goldig steht der Hafer, den die Maschine jetzt niedermäht, gelb sind die Garbenhaufen des Roggens, deren letzte flinke Hände dem hoch oben auf dem Wagen thronenden Mädchen zureichen. Dann fährt das Gespann fort in flottem Tempo, nicht baß ein Gewitter droht; nein, der Erntesegen ist diesmal reichlich: Rorn gibt's, Stroh, Hafer für die Pferde kurz, die Körnerernte ist wohl mehr als bloß befriedigend; und ebenso steht es mit dem wunderliches Aussehen jetzt so mancher am Meeresstrande wieder Der felifamfte Meeresfifch. Das Seepferdchen, dessen Grün der Wiesen: die zweite Mahd hat schon vielfach begonnen und beobachten wird, bezeichnet der englische Naturforscher Baffett lohnt wie die erste reichlich. Zu dem landwirtschaftlichen Zweiflang Digby als den seltsamsten Meeresfisch". Der gepanzerte, fnodige von Gelb und Grün( die gut geratenen Kartoffeln nicht zu vergeffen!) fleine Körper, der im Wasser aufrecht erscheint, wird von einem bort oben von weißen Wolfen schärfer betont, letzteres hier durch den tender Augen, deren jedes sich besonders bewegt. Diese Augen gefellt sich das flare Blau des Himmels und des Wassers; ersteres phantastischen Pferdekopf gefrönt mit einem Baar großer, leuch bunkelgrünen Waldessaum zusammengehalten. Bo ein Haus steht, ist auch leuchtender Kohl vorhanden, sieht Fall ist. Die Seepferdchen halten sich ganz aufrecht, während sie glitzern so lebhaft und intelligent, wie es sonst bei feinem Fisch der man fruchtbeladene Birnen- und Apfelbäume die jungen Gänse langsam durch seichte Gewässer oder auch an der Oberfläche geund Hühner schnattern und piepsen allenthalben die Spuren schützter Buchten schwimmen, und sie bleiben auch in aufrechter reichen Gegens. Man vergißt die vielen falten Tage diefes Sommers; Stellung, wenn sie ruhen, von ihrem Schwänzchen in Gleichgewicht vielleicht waren sie mit dem Regenüberfluß nötig, um die Grundlage gehalten. Gie bewegen fich mit den fleinen Flossen vorwärts, die für das Gedeihen und Reifen in der flaren Augustsonne zu bewirken. an jeder Seite des Nadens sich befinden und wie Ohren aussehen. Und im Anblick diefer Precht denkst du mit Ingrimm an die teuren Die Schwanzflossen dient als Steuer. Fängt man ein solches SeePreise und die Sorge, fich das Notwendige zum Leben zu beschaffen. pferdchen und bringt es in ein großes Glas, so erkennt man bald, bald erreicht. Du steigst aus und tauchst im Gewühl unter. Aber sich von fleinen Seewürmern und Fifcheiern zu nähren, die man Langsamer fährt jezt der Zug. Die erste Berliner Station ist was für ein lebendiges und fluges Tierchen das ist. Es lernt bald, die Gedanken schweifen noch zurück, dorthin, wo das Fontanesche ihm in das Glas hineinwirft, und pidi eifrig an ihnen, während Dichterwort lebendig ist: ,, Blaue Havel, Grunewald, Grüß mir alle beide..." P. D. es sich mit seinem Greifschwänzchen an einem Grase festhält; es rollt seine runden Augen nach dem Leckerbissen hin, den man ihm darbietet. Man darf das Glas nur nicht in die Sonne stellen; das fann das Seepferdchen nicht vertragen. Turandot". von Schönherrs„ Weibsteufel". Das Herz des 6- Tage- Fahrers. Der Einfluß des Radfahrens auf die Herzgröße wird von Dr. Herbert Hergheimer, der 12 Berufsrannfahrer untersucht hat, in einem Auffaz der„ Klinischen Wochen- Theaterchronik. 3m effing- heater endet das Gastspiel fchrift" dargestellt. Er hat in lehter Zeit die Einwirkung einer des Moskauer Künstler Theaters Freitag. Zur Aufführung Reihe anderer Sportarten auf die Herzgröße untersucht und fonnte gelangt in Abänderung des Spielplans an allen Abenden Bring effin Im Renaissance Theater gebt Mittwoch zum deutliche Unterschiede dabei feststellen. Das Radfahren ist aber augenscheinlich der Sport, der das Herz am stärksten vergrößert. lekten Male Ichirilog uden in Szene. Freitag ist die Erstaufführung Dabei muß natürlich die Intensität beachtet werden, mit der das Eine Menzel- Ausstellung ift in der Kunstgewerbe Radeln betrieben wird. Der gewöhnliche Amateurfahrer strengt Bibliotbet eröffnet. Sie zeigt Menzel als Meister von Gebrauchsfein Herz natürlich nicht so an wie der Berufsfahrer, und unter graphit, besonders in dekorativen Blättern seiner Schwarzweißtunit aus diesen sind wieder die Fahrer bei den 6- Tage- Rennen mit ihrem der Frübzeit, wie den Schükendiplomen und dergleichen. Eie zeigt ihn Training den fiäristen Anstrengungen unterworfen. Bei Amateur- ferner als den großen Buchiüustrator. radfahrern ist schon früher eine Bergrößerung des Hezens festge= Die Wiederherstellung der Kathedrale von St. Onentin iſt stellt worden, deren Quotient durchschnittlich mit 1: 44,6 angegeben jest soweit gedichen, daß die vom deutschen Denkmalsschus geretteten herrwird. Bei den 12 Berufsrennfahrern, die Herrheimer untersuchte, lichen Glasfenster soeben wieder eingesezt wurden. pvlitischm Zweck« zu bedienen. Die Reichswehr hat die Pflicht, all« solche Versuch« rücksichtslos abzuschütteln.(Sehr wahr!) Cm neuer Putschversuch würde das Reich in seiner Folgewirkung sprengen. Mit dem Reiche fiel« auch die Reichswehr. Bilden sich denn jene rechtsradikalen Putschpolitiker ein, die Geschichte dort wieder beginnen zu können, wo sie beim Großen Kurfürsten stand? Nur Narren können glauben, daß der Lauf der Geschichte sich wiederholt. Die Reichsregierung hat deshalb unter allen Umständen dafür Sorge zu tragen, daß kein Organ der Reichs- wehr Verbindung mit illegalen Organisationen unterhält.(Sehr richtig! bei den Soz.) Dem deutschen Volke tut nichts mehr not, als die Sicherheit, sich ernähren und bekleiden zu können, damit es arbeiten kann. Der hierzu nötige Lohn muß einer durch die Geldentwertung aller Spar- mittel entblößten Arbeiterilasse wertbeständig gesichert werden. (sehr richtig! bei den Soz.) Hier besteht eine dringlichste Ausgab« nicht nur sür die Regierung, sondern auch für die Ärbeitgeberschaft. Das deutsche Volt muß ohne genügenden Export verhungern. Die Produktion hochwertiger Produkte für den Export setzt aber eine leistungsfähige Arbeiterschaft voraus. Leistung� fähig und diszipliniert! Mit Generalstreiks wird in der gegenwärtigen Zell niemandem gedient. (Stürm. Unterbrechungen durch dl« Komm.) Ein Generalstreik ohne realisierbares politisches Ziel führt nicht zur Verbesserung der Lage der Arbeiter, sondern steigert nur die Ver- e l e n d u n g. Die Verantwortung hierfür fällt auf diejenigen, die selche schädlichen Parolen ausgeben. Aber täuschen wir uns nicht! Möglich war die Ausdehnung dieser Streiks nur, weil vielfach die ausgepowerten Massen im Be- griff waren, den Glauben an eine bessere Zukunft überhaupt zu verlieren.(Sehr richtig!) Das gerade ist die schwer« Schuld der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Reichsbank und der vorigen Re- gierung.(Sehr richtig!) Unter dem parlamentarischen System ist eine neue Regierung für die Fehler ihrer Vorgängerin nicht verantwortlich.(Sehr richtig!) Wir entnehmen der heutigen Erklärung der Reichsregierung, daß sie nach Kräften die Fehler der Vergangenheit gutmachen will. Sie darf in der Durchführung dieses Programms unserer Unterstützung sicher sein.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) (Schluß des Berichts in der Beilage.) Stmgl lehnt ab. Entgegen anders lautenden Meldungen hat der Reichspost- minister a. D. Stingl, dem von Reichskanzler Dr. Strefemann die Uebernahme des Reichspostministeriums angeboten worden war, die Weiterführung dieses Ministeriums aus Gesundheitsrück- sichten abgelehnt. In dem Schreiben, in dem er die Ablehnung begründet, weist Reichspostminister a. D. Stingl darauf hin. daß er, auch wenn Dr. C u n o Reichskanzler geblieben wäre, in Bälde ge- zwung>m wäre, um Enthebung von seinem Amte zu bitten. Tagung öes partekausschulses. Der Parteivorstand hat den Parteiausschuß fstr morgen Donnerstag nach Berlin zusammenberufen. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Besprechung der allgemeinen politi- schen Lage._ �Vorherrschaft" oöer Todesstoß! Sozialdemokratie und groste Koalition. Der heitere Streit zwischen äußerster Rechten und äußer- sten Linken, ob die Sozialdemokraten in der neuen Regierung die diktatorischen Alleinherrscher oder die Stiefelputzer der Bürgerlichen seien, findet in der Presse sein Spiegelbild. Die „Rote Fahne" schreibt: Was ist die Große Koalition? Die alte bürgerliche Firma mit einem neuen Firmenschild,«in neues, breiteres Feigenblatt. Ein wahrer Herrscher Deutschlands: Stinnes u. Co. Jehl schiebt sich noch die Sozialdemokratie als Deckung vor Schieber u. To. Das wird Schieber u. Co. nicht retten, aber der Sozialdemokratie«nd- gültig den Todesstoß geben. Wogegen sich die„Deutsche Tagesztg." so vernehmen läßt: Was die innere Politik betrifft, so steht diese unter dem Zeichen der„großen Koalition", die in Strefemann schon seit langem«inen getreuen Verfechter gehabt hat, und damit, wie die Dinge liegen, wie das Kabinett entstand, und wie es zusammengesetzt wurde, im Zeichen der Vorherrschaft der Sozialdemokralie. Herr Dr. Strese- mann mag sich bemühen, das zu beschönigen oder zu verklausu- lieren, die Tatsache besteht und wird sehr bald deutlich werden. Mit dem„endgültigen Todesstoß" scheint es danach nicht weit her zu fein. Immerhin ist anzuerkennen, daß die KPD. alle„Todesstöße", die sie der Sozialdemokratie bisher versetzt hat. als noch nicht„endgültig" betrachtet. Und das gibt uns auch für die Zukunft immerhin eine gewisse bescheidene Hoff- nung auf die Erhaltung unseres armen Lebens! Immer konsequent Das fürchterlichste Verbrechen der sozialdemokratischen Verräterpartei ist ihre Koalitionspolitik. Keine bürgerlich-sozialistische Koalitionsregierung kann Deutschland retten? Auf blutigroten Plakaten prangt's an allen Säulen und Wänden der Millionenstadt und verkündet jedem, der kommunistische Lehren hören will, daß der verderblichen Koali- tionspolitik die kommunistische Regierung entgegengestellt werden müsse. Ein Trost nur ist uns Sundern geblieben. Ganz ohne Koalition geht es auch bei den Kommunisten nicht. Zwar geht's ihnen wie jener Jungfrau, die ein vr d bekommen hat, das nur ein ganz kleines war, denn auch sie betreiben Koalitionspolitik. Karl R a d e k, ihr Empeltscher versichert m seiner neuen Anweisung an die Parolen verbreitenden Jung- linge: „Wir sind bereit, uns sogar mit dem Teufel und seiner Großmutter zu kooperieren, um nur die Macht der deutschen Arbeiterklasse zu stärken." , Wer der Teufel und seine Großmutter ist. mit denen zu- sammen Karl Radek die Macht der deutschen Arbeiterklasse stärken will, das verrät er uns leider nicht. Vielleicht dachte er an die M ö r d e r R o s o L n x e m b u r g s, die R e m m e l e in Stuttgart brüderlich umarmte. Vielleicht auch an die deutschen Bauern, mit denen er in Deutschland eine Arbeiter- und B a u e r n r e g i e r u n g zur Beseitigung der Lebensmittelnot bilden will. Man kann nicht wissen-, des Herrn Wege sind wunderbor und Karl Radeks Weisheit uner- fchöpslich- Wir armen Sozialdemokraten können so weit frei- lieh nicht gehen. Wir überlassen nur gerne Karl Radek und die Seinen dem Teufel. ch- Im Reichstag können sich die Kommunisten gar nicht genug tun, p e r ni a n e ii t e s Tagen des Parlaments zu verlangen. Alle fünf Minuten ertönt in ihrer Presse dit Forderung nach Zusammentritt des Reichstages. Anders in der Stadt Berlin. Dort besteht von Großvaters Zeiten her die Bestimmung, daß in der ersten Maiwoche eines jeden Jahres sogenannte Ferien der Stadtverordnetenver- sammlung festgelegt werden müssen. Während dieser Ferien kann keine Angelegenheit beraten werden, gegen deren Er- ledigung 15 Mitglieder Widerspruch erheben. Gestützt auf diese Bestimmung, haben die Kommunisten, da die Ferien wie seit vielen Jahren so auch diesmal in die Monate Juli und August gelegt sind, in der ersten Juliwoche die Erledigung des Etats— auf wertbeständiger Grundlage!— verhindert und haben jetzt erklärt, daß sie keine Verhandlungen im August zulassen werden, trotzdem der Magistrat a n g e- sichts der ungeheuren Notlage der Berliner Bevölkerung das dringende Ersuchen an die Versamm- lung gerichtet hat, ihre Arbeiten zur Erledigung dringender Angelegenheiten unverzüglich auszunehmen. Durch diese Weigerung wird die Regelung einer ganzen Reihe wichtiger Vorlagen im Interesse der Arbeiterschaft unmöglich ge- macht. »* ♦ Diese Ablehnung begründeten die Berliner Kommu- nisten mit den angeblich arbeiterfeindlichen Steuern im Berliner Etat. Besonders arbeiterfeindlich ist nach ihrer Meinung im Berliner Etat die starke Heranziehung der Ge- werbetreibenden durch die bedeutende Erhöhung der Gewerbesteuer und die Einführung der Lohnsummensteuer. In S u h l i. Th.— einer k o m m u n i st i s ch e n Domäne— in der sie die Mehrheit im Magistrat und eine starke Vertretung in der Stadtverordnetenver ammlung haben, be- willigten die Kommunisten genau dieselbenSteuern, die sie in Berlin abgelehnt hatten, mit dem einzigen Unter- schied, daß es ihnen nicht gelang, dieselbe Wertbestän- d i gk e i t durchzusetzen, die in Berlin die Sozialdemokratie er- reicht hatte. Immer konsequent! Der verkrachte«.Generalftreik". Ueber den Zusammenbruch des kommunistischen Streiks schreibt die in diesem Fall gut unterrichtete V.L.-Korrespondenz: Die kommunistischen Funktionäre haben am Dienstag mittag offiziell den Abbruch des sogenannten„Generalstreiks" beschlossen, nachdem man 12 Stunden vorher noch entschlossen war, durch Verschärfung der K a m p f m e th o d en die „Aktion weiter auszudehnen". Der„Reichsausschuh der Betriebsräte" hat darüber hinaus auch an alle kommimistischen Sek- tionen im Reich die Weisung gegeben, sofort die Streikparole auszu- heben und die Aufnahme der Arbeit zu empfehlen. Dieser Um- schwung der Stimmung ist nicht uninteressant und ist, wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, vor allem auf die Einwirkung der Reichszenlrole der SPD. zurückzuführen, die den vollständigen Zu- sammenbruch der von Anfang an zum Scheitern oerurteilten Aktion nicht eintreten lassen wollte. Für diesen Entschluß der KPD. war bestimmend, daß man in Mitieldeutschuind den Streikaufrufen nicht in der erhofften Weise gefolgt ist und daß in Süddeutschland die Bewegung üb c r h a u p t verpufft ist. Ein zweiter wichtiger Grund war die glatte Absage der Cisenbahnbeamten, die trotz aller Versprechungen und Drohungen auf ihrem Posten ge- blieben sind. In B e r l i n s e l b st w a r d i e Lage für die Kam- munisten in den letzten 24 Stunden unhaltbar geworden. Am Montagmorgen war in einer Besprechung der Streikleitung mit den Bertrauensleuten aus der Privatindustrie beschlossen worden, die Reichsdruckerei und zunächst die Metallindustrie, dann, wenn dieses Borhaben geglückt wäre, die anderen Industrien mit Gewalt lahmzulegen. In beiden Fällen scheiterten die Bestrebungen des Dreiundzwanzigerausschußes und obendrein begannen die Kern- trupppen der KPD. in Berlin, die Elektrizitäts- und Gasarbeiter, wankend zu werden. Die unerwartet f e st e H a l t u n g des Magistrats, der die Belegschaften kurzer- band entließ, verfehlte ihre Wirkung selbst auf die kommunistischen Funktionäre nicht. Am Dienstagvormittag war es so gut wie sicher, daß die städtischen Werke am Mittwoch wenig st ens einen Teil des Betriebes wieder aufnehmen konnten und damit brach die kommunistische Aktion vollends zusammen. Nach Mitteilungen von zuverlässiger Seite ist es allerdings zwischen der Reichszentrale der SPD. und der kommunistischen Rebenregierung, dem Reichsaueschuß der Betriebsräte, zu heftigen kämpfen ge- kommen, bis schließlich die Parteileitung ihren Willen durch- setzte und die Zusicherung erhielt, daß der Streik sofort abgebrochen werde. Besonders die Berliner Parteiorganisation, die Richtung Fischer-Maelow, setzte dem Abbruch des„Generalstreiks" heftigen Widerstand entgegen, mußte sich aber letzten Endes auch der Ein- ficht beugen, daß ein weiteres Verharren in dieser Aktion d i e Niederlage noch erheblich verschlimmern werde. Wie tiefgehend die Zerwürfnisse gewesen sind, beweist die Tatsache, daß die mitteldeutschen und westdeutschen Mitglieder des Reichsausfchuffes Berlin sofort verlassen haben, ohne sich um die weitere Abwicklung der Bewegung zu kümmern. poincarss Instruktionen. Teutschland soll dauernd terrorisiert werden. Paris, 14. August.(WTB.) In den auch von H a v a s aus dem französisckzen Gelbbuch entnommenen Instruktionen Poin- c a r e s an den französischen Botschafter in London heißt es: Aus dem Studium der Verhandlungen über die Reparationsfrage feit der Unterzeichnung des Friedensvertrages gehe hervor, daß England sich stets bemüht habe,«ine Grundlage für eine Verständigung ausfindig zu machen, bei der Deutschland auf gleichem Fuße mit den Alliierten verhandeln könnte. Noch jetzt lasse man sich in London trotz vierjähriger Erfahrungen von den Stimmen aus Berlin be- «influssen, die die Forderung erhöben, daß Deutschland nicht die Demütigung einer Kapitulation zugemutet werden dürfe. Frankreich sei hingegen überzeugt, daß Deutschland bis Zehk nicht die Ueberzeugung von seiner Rieder- läge gewonnen habe oder daß wenigstens die deutsche Regierung, wenn sie selbst auch den Umfang dieser Niederlage kannte, das deutsche Volk niemals darüber aufgeklärt habe und daß deshalb Deutschland, weit entfernt, die mindeste Anstrengung zur Vertragserfüllung zu machen, immer nur danach getrachtet habe, sich seinen Verpflichtungen zu entziehen. Die Konferenz von Spa und das Londoner Ultimatum vom Mai 1921 hätten den Beweis erbracht, daß Deutschland hinsichtlich seiner Reparationsverpflichtungen nur dem Zwange gehorche. Heute ver- suche es, diesem Zwang« mit Hilf« Englands zu entgehen. Der französische Botschafter müsse sich deshalb in seinen Derhand- lungen mit der britischen Regierung hüten, sich auf Maßnahmen einzulassen, die unter dem Borwande einer Einstellung des passiven Widerstandes darauf hinausliefen, die Befugnisse Frankreichs als Besatzungsmacht und damit den französischen Druck selbst abzuschwächen. Deutschland müsse sortgesetzt die fr an- zösische Stärke zu spüren bekommen und Frankreich dürfe das Pfand nicht freigeben, bevor Deutschland restlos erfüllt habe. Die englische Haltung hat ihren tieferen Grund lediglich in der Befürchtung, daß die Besetzung des Ruhrvebicts den oölliaen Z ii s a m m e n b r u ck> der deutschen Zahlungsfähigkeit zur Folge habe. Die!« Auffassung bestreitet Poincare. Er entwirft darauf des aus seinen Reden bekannte Bild von Deutschlands Scheinbankerott und kommt zu dem Schluß, daß Deutschland in einem von i h m zweckentsprechend gewählten Zeitpunkte seine Ausgaben auf das Niveau seiner Einnahmen einschränken werde, was ein Leichtes sei für ein Land, das keine militärischen Ausgaben mehr habe und keine andere Schuld mehr zu tragen habe als die der Reparationen, daß außerdem die l a st e n s r e i e st e n und reichsten Steuerzahler der ganzen Welt haben werde. Diese Lage beschäftige Frankreich, auch wenn sie England, wie es scheine, keine Sorgen mache. England lege sich keine Rechenschaft ab über die wahrhaft erschreckende Gefahr, die nicht allein Frankreich und Belgien, sondern auch England und ganz Europa bedrohe und als«ine'wirtschaftliche Hegemonie plötzlich auf den Plan trete, die Deutschland die Früchte in den Schoß werfe, die es vom Kriege erwartet hätte, wenn dieser siegreich für Deutschland ausgegangen wäre. Für Frankreich sei es unmöglich, sich der Auffassung der englischen Regierung zu nähern, ohne seine Unabhängigkeit aufs Spiel zu setzen. Belgien habe genau dieselben Interessen wie Frankreich und sei deshalb mit ihm ins Ruhrgebiet gegangen. Nichtsdestoweniger sei Frankreich bereit, mit Deusschland in Berhandlungen zu treten, sobald es feine Riederlage eingestanden habe und sich verpflichtet fühle, feine Versprechungen zu halten. Die englische Regierung wisse genau, daß die deutsche Iu- dustrie, wenn sie aus der gegenwärtigen Krise unversehrt hervorginge, nicht allein die Reparationslasten auf die übrigen Klassen der deutschen Bevölkerung abwälzen würde, sondern sich auch in einer derart vorteilhaften Lage befände, daß sie dank dem Ueberfluß an Arbeitskräften und der durchgreifenden Reorganisation ihrer Fabriken die konkurrierende Industrie erdrücken würde. Die französffche und die belgische Industrie wären gezwungen, sich mit ihr zu verständigen, und wer darunter leiden würde, wäre die englisch« Industrie als erstes Opfer der Kurzfichtigksit ihrer Regierung. Poineare sagt dann: Wir begreifen die Verlegenheit der englischen Regierung, die uns«ine Antwort erteilen will. In der Tat sind es ja die Kriegs schulden, die die deutsche Schuld unbestimmt lassen und sie zum mindesten in den Augen der Angelsachsen so stark belasten. Wir verlangen Ersatz für die Kosten unseres Wiederaufbaues. Mit der Bezahlung unserer Kriegsschulden können wir erst beginnen, wenn unsere oerwüstelen Gebiete wieder ausgebaut und di« Wiederaufbauanleihen verschwunden sind. Wenn die eng- tische und die amerikanische Regierung zögern, deutsche Schuldner- schreibungen der Serie C in Zahlung zu nehmen, so liegt das daran, daß sie deren unbestimmten Wert kennen und vor allem daran, daß sie nicht die Lasten auf sich nehmen wollen, selbst ihre Begleichung durch einen Schuldner zu betreiben, dessen häufiges Versagen und dessen Mangel an gutem Willen ihnen bekannt ist. Aber wir müssen ihnen sagen, daß wir unsere Schuld nur nach Maßnahme des Einganges unserer Forderungen bezahlen können. Wenn sie der Ansicht sind, daß unsere Schulden zu hoch sind, und wenn sie zur Herabsetzung oder Erleichterung bereit sind, so würden wir dies alsbald Deutschland zugute kommen lassen, d. h. wir würden von Deutschland nur das verlangen, was von uns selbst verlangt wird. Die deutsche Schuld ist von den Alliierten insgesamt am 1. Mai 1921 endgültig festgesetzt worden, daran können wir nichts ändern Anders steht es mit der von der R e- porationskom Mission aufgestellten Staffel sür die Be- gleichung der deutschen Schuld. Hier können von der Reparation-- kommission derartige Modalitäten zugelassen werden, daß gewisse Zahlungen aufgeschoben werden, und die Talsache, daß wir gezwungen sind, Deusschland Woralorium über Moratorium zu bewilligen. stellt selbst eine Modifikation des Zahlungsstatutz dar. Für den Augenblick gilt es als ausgemacht, daß die deutsche Schuld sich aus zwei Teilen zusammensetzt, einem, der sofort eingefordert werden kann, und doch nicht einmal eigentlich das, denn auf olle Fäll« müssen wir ja Deusschland ein Moratorium gewähren, und einem zweiten Teil, dessen Verfalltag unbestimmt ist. Wir wären nicht ganz abgeneigt, uns angesichts der gegenwärtigen Lage Deutschlands über die möglichst baldige Zahlimg desjenigen Teils der deutschen Schuld zu verständigen, der den Wiederaufbau der verwüsteten Ge- biete enthält, und die Prüfung des zweiten Teils der deutschen Schuld und seiner Begleichung durch die Reparationskommission auf einen unbestimmten Zeitpunkt zu verschieben. Die Verhandlungen über die Bezahlung der Kriegsschuld würden dabei im gegenseitigen Ein- vernehmen auf den gleichen Zeitpunkt zu vertagen sein. Ueber diesen wichtigen Punkt müßten die englische und die amerikanische Regierung sich vor allem aussprechen. Was di« italienisch« Haltung anbelangt, so ist sie für den Fall der Kriegsschuld mit der Begleichung der Reparationen um so enger verbunden, weil ihre Schuld höher ist als ihre Forderung an Deutschland. Für Italien ist dies di« wichtigste Frage, und Musso- lini hat diese Frage erst kürzlich noch eingehend unserem Botschafter auseinandergesetzt. Die französisch-belgischen Verhandlungen mit der englischen Re- gierung müßten daher auf sehr breiter Grundlage aufgenommen werden. Es fei sogar wahrscheinlich, daß Deutschland erst end- gülttge Vorschläge gemacht werden könnten, wenn die a m e r i k a- nisch« Regierung wegen ihrer Ansichten sondiert worden sei. will poincare Zrieüen! Eine Interpellation Marc SangnierS. Paris. 14. August.(WTB.) Nach einer Havas-Meldung hat der Pariser Abgeordnete Marc Sangnier einen Brief an den Ministerpräsidenten gerichtet, in dem er erklärte, der großartige Er- folg des II. internationalen demokratischen Kongresses in Freiburg in Deutschland habe gezeigt, daß es auf der anderen Seite des Rheins eine machtvolle pazifistische Bewegung gebe, die Frankreich weder zu verhöhnen noch zu vernachlässigen das Recht habe. Die Abgeordneten von 22 auf dem Kongreß vertretenen Nationen, dar- unter 2S französische Delegierte, hätten den mächtigsten und e r- mutigend st en Geschehnissen beiwohnen können, besonders bei der Schlußsitzung, in der 7(1<)t) Zuhörer die französischen Wort«, die er, Marc Sangnier, gesprochen habe, mit einmüiigem Beifall begrüßt hätten. Die Deutschen seien in ihrem heißen Friedenswillen und in dem Wunsche, versöhnlich zur Lösung des Reparanons- Problems beizutragen, mit Beweisen so weit gegangen, daß sie auf den Tisch des Hauses S ch m u ck g e g e n st 3 n d e, ihre teuersten und tiefften Andenken niedergelegt hätten. Der badische S t a a t s p r ä- s i d e n t, der damit die Drohungen der alldeutschen Presse beant- wartete, habe Wert darauf gelegt, persönlich der Eröffnungssitzung beizuwohnen, und dabei das Wort zu nehmen. Die pazifistische Jugend Deutschlands, Katholiken, Protestanten und Sozialisten, seien in großen Massen herbeigeströmt und erboten sich, mit allen Kräften beim französischen Wiederaufbau mitzuarbeiten. Der Abge- ordnete bittet deshalb den Ministerpräsidenten, beim Wiederzu- sammentritt der Kammer eine Interpellation zur Diskusston zu stellen, die er hiermit einbringe und die sich auf die Haltung der französischen Regierung beziehe, welche diese gegenüber der Bewegung zugunsten des Friedens und gegenüber den prächtigen Aeußerungen pazifistischer Energie seitens der neuen deutschen Jugend einnimmt. Die Einstellung der Sachleistungen. London. 14. August.(TU.) Die Note der deutschen Kriegs- lastenkommifsion über die vorläufige Einstellung der deutschen Sachlieferungen auch an die nicht an der Richrbesetzung beteiligten Mächte wird in der Presse mit Belnerkungen begleitet, nach denen diese beabsichtigte Hebung der deutschen Finanzkraft nur dazu dienen soll, den passiven Widerstand an der Ruhr zu stärken. Gewerkschaftsbewegung ,, Urich als Revolverheld." | trieben aufgefordert werben, in ben olibaritäts- 1 streit einzutreten. Silfsarbeiterinnen im Alter bon 18-20 Jahren 132 000 M., von 20-22 Jahren 146 000 m., über 22 Jahre Heute mittag 12 Uhr im Saal 4 des Gewerkschaftshauses 157 000. große öffentliche Branchenversammlung aller in den reinen Buchbindereien Beschäftigten. Die Streifleitung. Jugendliche Arbeiter im Alter von 14-15 Jahren 52 000 m bon 15-16 Jahren 54 000 m., bon 16-17 Jahren 60 000 M. and von 17-18 Jahren 68 000 M. Die bis zum 7. August 1923 bestandenen Attorblöhne erhöhen sich ab 8. August um 210 Proz Vorschußzahlung erhalten am 14. Auguft bei voll ge Die Rote Fahne" brachte in ihrer geftrigen Morgenausgabe unter dieser Zwischenüberschrift, im Rahmen ihres Generalstreit- Lohnabkommen in der Musikinstrumentenindustrie. berichts, über die bekannte Heldentat ihrer Diktaturproletarier folDer Bericht über die Lohnverhandlungen am Montag wurde gende wahrheitsverschwiegene und gemütstiefe Schilderung: Am Montag morgen forderte der zweite Bevollmächtigte des abends in einer Funktionärversammlung der gesamten Musfit- leisteter Arbeit: Arbeiter über 21 Jahre 4 Millionen M., Arbeiter instrumentenindustrie gegeben. Dorn berichtete über die von 18-20 Jahren und Arbeiterinnen 2 Millionen M., mit AusDB., Urich, persönlich die Arbeiter der AEG., Brunnen- 2ohnverhandlungen, die folgendes Resultat zeitigten. Auf nahme der jugendlichen Arbeiter. straße, zum Streitbruch auf. Da seine Schimpfereien erfolglos alle bestehenden Löhne und Affordiäße erfolgt ein Aufschlag blieben, ging er bei einer Auseinandersetzung mit Streifenden von 215 Proz. Danach betragen in der weiten Lohnin der Hussitenstraße dazu über, den Revolver zu ziehen!! Die woche für August die tariflichen DurchschnittsWaffe wurde dem heftig Sträubenden abgenommen, wobei Urich töhne für Facharbeiter über 20 Jahre 341 365 M., in von den erregten Arbeitern eine Tracht Brügel faßte. Schuppentlid 46 Stunden 15702790 m. Am Dienstag nahm Urich in Schuhhaft. Der Vorwärts" berichtet, daß erfolgt die erste Hälfte der Lohnzahlung in der Höhe von Urich außer einem Rafenbeinbruch keine dauernden förperlichen 300 000 m. pro Arbeitsstunde oder 6 600 000 m. für die erste halbe Schädigungen erlitten hat." Genosse Urich tritt dieser Legende mit folgenden Aus= führungen entgegen: " 31 ,, Es wird den Schwindlern der Roten Fahne" nicht möglich fein, auch nur einen einzigen ihrer Getreuen zu finden, der den Nachweis führen fönnte, wo ich am Montag früh in einer Berfammlung gesprochen hätte. Richtig ist, daß, als ich in der Huffitenstraße mit einigen Kollegen über die augenblickliche Lage sprach, ein Trupp von ungefähr 50 Arbeitern auf mich zukamen mit den Schimpfworten Strolch und Lump". Ich ging ruhig mit den Kollegen meines Weges weiter. Da plötzlich fam aus dem Restaurant König, Hussitenstraße, allem Anschein nach ein tommunistischer Stoßtrupp. Dieser überfiel mich mit den Worten Schlagt den Lumpen tot". Mittlermeile hatte sich eine Menge von ungefähr 200 bis 300 Bersonen angesammelt. Ich wurde mit Faustschlägen traftiert. Ich würde es im Interesse der Wahrheit begrüßen, wenn die Helden, die mir einen Revolver abgenommen haben wollen, denselben bei der Roten Fahne" abliefern würden. Auch hier wird sich feiner finden. Die Leute von der Roten Fahne" müssen natürlich eine Lüge auf die andere türmen, um eine neue Bogromftimmung gegen die Führer der Gewerkschaften zu schaffen. Aber über eines bin ich mir heute schon im flaren: Die Rote Fahne" und die Kommunisten werden an ihren eigenen Lügen zugrunde gehen." Diesen Optimismus des Genossen Urich teilen wir nicht. Die Berschweiger der Wahrheit müßten sonst schon längst in ihren Lügen erstici fein. Ein Beispiel von vielen. Arbeitswoche. Die Entschädigungssäte der Lehrlinge erhöhen fich um denselben Prozentiaz. Dieselben betragen im ersten Lehrjahr 612 891 M., im zweiten Bebrjahr 816 669 M., im britten Lehrjahr 1429 060 M. und im vierten Lehrjahr 2449 881 M. In der Dis. fuffion traten einige Unentwegte mit aller Entschiedenheit für Ablehnung ein, denn einmal gebe es doch kein Geld und zweitens habe die Versammlung nach dem vorher angenommenen Beschluß die Forderung der Betriebsräte fich zu eigen gemacht, der einen Rohn von 60 Goldpfennigen pro Stunde verlange. Die VersammUnseren Gewerkschaftsgenossen empfehlen wir dringend, heute früh in allen Betrieben zur üblichen Zeit die Arbeit wieder aufzunehmen. lung zeigte in diesem Fall doch etwas mehr praktischen Sinn für die nadte Tatsache, daß der Sperling in der Hand besser fei als die Taube der 60 Goldpfennige auf dem Dache und stimmte nach einem furzen Schlußwort Dorns dem Abkommen mit Mehrheit zu. Auf die Beschwerden einiger Kollegen, daß fie bis Montag noch nicht den bollen Lohn vom Freitag erhalten haben, wurde geraten, die Entwertung mit in Anrechnung zu bringen und von ben Unternehmern zu verlangen. Schiedsspruch für die chemische Industrie! Der Bezirksschlichtungsausschuß fällte am 13. August 1928 folgenden Schiedsspruch: Aus den Ambi- Werken in Johannisthal wird uns berichtet: Hier, wo der 15. Ausschuß der kommunistischen Betriebsräte aus ber Taufe gehoben wurde der Obmann ist heute noch dort tätig, trieben die Kommunisten schon am Donnerstagmorgen die Für die Lohnwoche vom 8. bis 14. August beträgt der Arbeiter ohne vorherige Versammlung oder Abstimmung aus dem Spizenstundenlohn des Betriebsarbeiters der Fachgruppe II in Betriebe. Vor der robesten Gewalt wurde nicht zurüdgeschredt. Drtsflaffe A 210 000 m. für die Stunde. Die Familienzulage Besonders die Lehrlinge wurden solange geschlagen und wird auf 350 000 m. pro Kopf und Woche erhöht. Diejenigen mit üben getreten, bis sie das legte Stüd Werkzeug weg, Arbeitnehmer, welche in der Lohnwoche vom 1. bis 7. Auguft boll geschlossen hatten. Aber auch die erwachsenen Arbeiter gearbeitet haben, erhalten eine einmalige Nachzahlung in wurden durch Schläge aus den Räumen entfernt. Ortellaffe So wurde bei diesen Krawallen einem Arbeiter der fleine Finger bollständig abgeschlagen, einem anderen wurden die Rippen gebrochen, fodaß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Unfer Gewährsmann schreibt, daß die Arbeiterschaft gerade dieses Werkes schon an vieles gewöhnt ist, die jüngsten Gewaltatte aber jeder Beschreibung spotten. Berliner Metall former löhne. In unserer gestrigen Morgenausgabe brachten wir eine Mitteilung über die Verlängerung des bisher geltenden Lohnablommens der Metallformer. Durch einen Hörfehler bei der telephonischen Uebermittlung diefer Notiz, gez. Bredow und Dr. Rudolf Goerig erhielt sie leider die falsche Ueber schrift, Berliner Metallarbeiterlöhne". Streit in den Buchbindereien Berlins. Die öffentliche Bersammlung der in Buchbindereien Beschäftigten am 14. Auguft nahm den Bericht der Verhandlung vor dem Reichsarbeitsministerium entgegen. Die Unternehmer boten einen Stundenlohn bon 115 000. und erklärten, nicht in der Lage zu sein, den Lohn zu zahlen, der zurzeit in Buchdruckereien gezabit wird, es sei denn, fie bekämen genau wie die Buchdruckereibefizer einen Zuschuß aus der Staatsfasse. Der gefällte Schiedsspruch Tautet: 230 000 m. in der Spize. A 12 B 1800 000 m. 1 400 000 800 000 17 C und D 1 600 000 m. 1 200 000 600 000 " über 20 Jahre von 2 000 000 m. 16-20 1 600 000 14-16 1 000 000 " N " 99 Diejenigen, welche fürzere Zeit gearbeitet haben, erhalten den anteilmäßigen Betrag. Da, wo bereits auf Grund des Stundschreibens Nr. 125/23 des Arbeitgeberverbandes Teilzahlungen sowohl Abschlagzahlungen auf den Lohn oder die einmalige Nachzahlung zur Auszahlung gebracht worden sind, werden diese Zahlungen bei der nächsten Abrechnung von diesen Sägen in Abzug gebracht. Eine Entschließung über eine zweimalige Lohnzahlung für die laufende Arbeitswoche erscheint nicht erforderlich, da der Spruch für die laufende Lohnwoche erfolgt und für diese die Regelung bezw. Anweisung auf Auszahlung eines Teilbetrages des verdienten Lohnes bereits erfolgt ist. Ueber den Antrag auf Erhöhung der Frauenlöhne auf 75 Broz. fonnte feine Einigung erzielt werden." Die neuen Lohntabellen fönnen heute auf unserem Bureau abgeholt werden. Verband der Fabritarbeiter. Drtsverwaltung Groß- Berlin. Löhne in den Wagen- und Karosseriefabriken. Nach der Lohnbereinbarung erhalten in der Woche vom 8. bis 14. August: Facharbeiter Grundlohn Teuerungszulage Gesamtlohn Fachgruppe I. 194 000 Die Versammelten lehnten den Schiedsspruch ab und forderten Gleichstellung mit den Buchbindereiarbeitern und arbeiterinnen in den Buchdrudereien. Sollte wider Erwarten dieses Verlangen abgelehnt werden, dann foll die Buch binderei Arbeiterschaft in den Banknoten e 1208 000 m. II. 187 000 36 000 35 000 230 000 222 000 Silfsarbeiter Gruppe III im Alter von 18-20 Jahren 175 000 m., im Alter von 20-22 Jahren 194 000 m., über 22 Jahre Das Wagenban karte II. Deutscher Verkehrsbund, Ortsverwaltung Spandau. Die Ortsverwaltung hielt am Donnerstag ihre ordentliche Gene ralversammlung ab. Der vom Vorstand gegebene Geschäfts- und Kaffenbericht, der unter der Geldentwertung ein ganz anderes Gepräge erhalten hat, gab Aufschluß darüber, daß der treue Zufammenhalt in der Organisation gewahrt blieb. Der Mitgliederstand hat sich gegen das letzte Halbjahr etwas gebessert, da die Arbeiterschaft erkennt, daß gerade jetzt gutgefügte Organisationen von größtem Werte sind. Zum Borsitzenden wurde Alfred Wilt gewählt, als Beifiker Richard Ganzer und als Revisor Paul Groger; als Delegierter für die Gewerkschafts- Unterfommission wurde Mar Richter bestimmt imb als Vertreter in dem Gauvorstand Alfred Meiser. Bu sehr lebhafter Aussprache führte ein Antrag auf Anschluß der Ortsverwaltung an Groß- Berlin. Der Vorsitzende berichtete ausführlich über den Stand der Angelegenheit und schilderte an treffenden Beispielen die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit dieses Anschlusses, durch den der Kollegenschaft große Borteile erwachsen. An den bestehenden Einrichtungen in Spandau werde Angestellten bleibe bestehen. Doch werde das Tätigkeitsgebiet Spannichts geändert. Das Bureau mit seinen Einrichtungen und den baus jedenfalls durch Hinzutritt einiger Großbetriebe wesentlich erweitert. Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, zum 1. Oftober 1923 den Anschluß zu vollziehen. Damit ist endlich die geschlossene Reihe gebildet. Der Deutsche Berkehrsbund wird auch in dem erweiterten Wirkungsfreise seine Aufgaben in gewohnter Weise und Buverlässigkeit zu erfüllen suchen. Plenarversammlung der Gewertschaftskommiffion und des Ortsfortells des Af- Bundes morgen abend 6% Uhr in den Andreas. Festfälen", Andreasstr. 21. Tagesordnung: Stellungnahme zu den legten Borgängen." Die Delegierten beider örtlichen Spizenorganisationen find verpflichtet, bestimmt und pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Wichtigkeit der Lages. ordnung erfordert es. Mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit erfolgt feine schriftliche Einladung, sondern nur durch diese Betanntmachung. Delegiertenfarte und Mitgliedsbuch legitimieren. Jm Berliner 3eifungsgewerbe ist nach Mitteilung des 3d. das vorläufige Abkommen vom 2. Auguft aufgehoben worden. Ber. einbart wurde, daß heute 160 Broz. des Juligehalts abzüglich der am 11. Auguft geleisteten Zahlungen zur Auszahlung fommen. Ueber die Höhe der am 18. Auguft zu leistenden Afontozahlung wird heute verhandelt werden. Die Lohavereinbarung der Reparaturschuhmacher für die Zeit Dom 13. bis 18. Auguft sieht einen Stundenlohn von 100 000 m. vor. Morgen wird über die Festsetzung wertbeständiger Löhne verhandelt, wozu eine Branchenversammlung am Montag im Bewert schaftshaus Stellung nehmen wird. Für die faufmännischen Angestellten des Baugewerbes erfolgt nach einer mit den drei Arbeitgebernerbänden des Baugewerbes getroffenen Bereinbarung bis zum 15. Auguft die Zahlung des drei. fachen Juligehaltes als erste Ratenzahlung. Achtung Brunnenbauer! Die Lohnverhandlungen sind durch das geringe Entgegenkommen der Unternehmer gescheitert. Weiteres am Freitag oder Sonnabend durch die Breffe. Die Lohntommission. C. P. Görz Werte Friedenau und Zehlendorf. Die Arbeitsaufnahme fann heute, Mittwoch, noch nicht erfolgen. Betriebs. versammlung vormittag 11 Uhr im Albrechtshof Steglitz. Anschlie Bend Lohnzahlung. Solzarbeiterverband. Funktionärversammlung aller bem Reichsmanteltarif unterstehenden Betriebe heute 7 Uhr in den Germaniasälen, Chauffeeftr. 110. Bericht von den Lohnverhandlungen. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter, Buchbinderbranche. Heute mittag 1 Uhr im Zotal Rfiem, Safenheide, Branchenversammlung ber in reinen Buchbindercien und Gelddruckereien beschäftigten Buchbinderbelegschaften. ,, Der Lohnkampf im Buchbindergewerbe". Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für Politit: Bictor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Estorn, Berlin; Feuilleton: K.$. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Fris Karstadt, Wilmersdorf; Bertag: Borwärts- Verlag 3. m. b. S., Berlin, Drud: Borwärts- Buchdruckerei Anzeigen: Th. Glode, Berlin. und Verlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin GB. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Wertbeständige Anleihe Deutschen Reiches 1. Gicherung. 3insen und Rückzahlung reichsgesetzlich sichergestellt durch die Belastung der Gesamtheit der deutschen Privatvermögen. 2. Steuerbefreiungen. Die Anleihe ist von der Börsenumfassteuer und selbstgezeichnete Anleihe von der Erbschaftssteuer befreit. 3. Beleibungsmöglichkeit. Die Anleihe wird von den Darlehnskaffen des Reiches beliehen. 4. Börsenfähigkeit. Die Einführung zum Börsenhandel erfolgt sofort nach Ausgabe der Stücke. 5. Beichnungsbeginn: 15. August 1923. Jederzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. 6. Zeichnungsstellen: Zeichnungen fönnen bei der Reichsbank und bei den im Prospekt angegebenen Stellen, sowie bei diesen durch Vermittelung sämtlicher Banken, Bantiers, Sparkassen und ihrer Verbände und Kreditgenossenschaften bewirkt werden. 7. Zeichnungspreis: bis auf weiteres 100% für Markeinzahlungen, 95% für Einzahlungen in Devisen und Dollarschasanweisungen. Erhöhung bleibt vorbehalten. 8. Einzahlungen. Sie haben sofort bei der Zeichnung zu erfolgen. Für Mark zahlungen ist maßgebend der dem Zeichnungstage vorhergehende leste amtliche Berliner Mittelfurs der Auszahlung New York. Für Deviseneinzahlungen des wird das Wertverhältnis der einzelnen Währungen zum Dollar besonders bekanntgegeben. Es ist bei den Annahmestellen zu erfahren. Dollarschatanweisungen werden zuzüglich der jeweiligen 3insen von 2% im Monat wie Dollars in Zahlung genommen. 9. Stückelung. Vorgesehen find Stücke zu 4,20 M. 1 Dollar, 8,40 M.2 Dollar, 21 M. 5 Dollar, 42 m. 10 Dollar, 105.- 25 Dollar, 210 M.= 50 Dollar, = 420 M. 100 Dollar, 2100 m. 500 Dollar, 4200 M. 1000 Dollar. 10. Berzinsung. Die Stücke von 10 Dollar und darüber tragen auf 6% lautende jährliche Zinsscheine, deren erster am 1. September 1924 fällig ist. Die Stücke über 1, 2 und 5 Dollar werden ohne Zinsscheine ausgegeben, aber nach 12 Jahren mit einem Aufgeld von 70 v. S. zurückgezahlt, während die Stücke von 10 Dollar und darüber zum Nennivert zurückgezahlt werden. 11. Einlösung. Die Zinsscheine werden bei Fälligkeit vom 1. September jedes Jahres ab, die Stüde am 2. September 1935 ausgezahlt, und zwar in Mart, wobei der Dollar zum Durchschnitt der amtlichen Berliner Notierung des Mittelfurses für Auszahlung New York in der Zeit vom 15. Juli bis 14. August einschließlich in dem in Betracht kommenden Jahre umgerechnet wird. Der Einlösungskurs wird amtlich bekanntgegeben. Itc. 377<• 40. Jahrgang Seilage öes vorwärts MNwech, 15. MZufi 102? freiheitliche Sücherei. Will sa�zen die Berliner Stadtbibliothek oder viel- 1 mehr Ausschnitt daraus. Denn tfis Ganzes dient sie jedweder Art■ Belehrung und Unterhaltung, wie es Bücherschätze irgend vermögen, 1 und tut es mit einer Liberalität, die allgemein als vorbildlich aner- kaimt wird. Eine besondere Bedeutung unter ihren Abteilungen mit bald einer Vicrtelmillion Bände beanspruchen aber die Samm- i lungen, die für das Studium freiheitlicher und sozialer Bewegungen! ein Quellen Material von nahezu beispielloser Vollständigkeit dar- bieten. Ein Grundstock bildet die Friedländersche Sammlung. Dr. Georg Friedländer war Arzt, in Dorpat oCs Sohn des dortigen Professors Eberhard David Friedländer geboren und erzogen. Als er nach Berlin übersiedelte, waren die Stürme von 1848 schon sieben Jahre verrauscht, aber die Wogen des Parteikampfes gingen unter dem Druck der Reaktion immer noch hoch. Friedländer war Demokrat, ohne sich an den öffentlichen Erörterungen zu beteiligen. Sein politisches Interesie betätigte sich in der Ermittlung aller erreichbaren Zeugnisse zur Entstehung und Entwicklung der Bew«. gung des„tollen Jahres', zunächst in Berlin, dann in Preußen. schließlich in den anderen deutschen und den fremden Staaten. In be. munderswertem Sammeleifer wußte er die Erzeugnisse der Jung» Hegelianer aus dem Kreise der Freien zusammenzutragen, die Schriften Bruno und Edgar Bauers, die Rheinischen Jahrbücher, Gesellschafts-Spiegel, deutsches Bürgerbuch, tausend« Broschüren gefährlichen Inhalts, große Mappen mit Zeihrngsblättern. Plakate. Pamphlete, Karikaturen, humoristische und satirische Gedichte und unzählige andere Früchte des Tages, die fast kaum irgendwo auf- bewahrt und auffindbar sind. Mit Fug sagt Dr. Arend Buchholtz, der kundige Leiter der Stadtbibliothek, in den„Beiträgen zur Kultur- geschichte von Berlin' über Friedländer:„Seine glücklich« und ge- schickt« Hand hat in der Arbeit eines Menschenalters ein« Spezial- bibliothek der Literatur des liberalen Reformgeistes aufgebracht, die ihresgleichen sucht. Sie ist ein literarisches Hilfsmittel ersten Ranges, und der 1897 erschienen« Katalog erleich.tert ihre Benutzung ganz außerordentlich, da er auch die noch Tausenden zählenden Druck« in chronologischer Ordnung aufführt und die vielen Mauer- anschläge mit kurzem Regest versieht.' Die Sammlung ist nicht bei 1848 stehen geblieben, geht zurück auch in die kirchlich« Bewegung der vormärzlichen Zeit und schreitet fort bis zur Beilegung des Berfossungskonflikts im Jahr« 1866. Friedländer war eng befreundet mit Paul Singer, dessen Entschluß es zu verdanken ist. daß die unschätzbare Sammlung ol, Geschenk an die Stadt Berlin überging. Eine überaus wertvolle Ergänzung hat diese Sammlung durch die Bibliothek des im Februar 1918 verstorbenen sozialdemokratischen Stadtverordneten Basner erfahren. Es sind 3500 Bände sozialistischer und anarchistischer Literatur, darunter Zeitschristenreihen, wie sie in gleicher Bollständigkeit allenfalls in der Staatsbibliothek oder im Archiv der Sozialdemokratischen Partei, außerhalb Berlins ober nirgends zu finden sind. Da sind„Anarchist',„Autonomie', „Fackel', Johann Most's.Freiheit',.Akademiker', 17 Jahrgänge „Agitator',„Berliner Sozialdemokrat' 1864 bis 1876, der alte .Vorwärts' 1876 bis 1878, der„Zürcher Vorwärts' 1879 bis 1890, die gesamte gewerkschaftliche Literatur der letzten 40 Jahre: ferner durchweg in Erstausgaben sämtliche Schriften von Lassall«, Marx, Engels, Bebel, Liebknecht, ein« Flut von Flugblättern, alles m tadellosem Zustand, selbstverständlich auch die lückenlosen Protokolle der Parteitage. Die Sammlung ist so reichhaltig und wichtig, daß sich die Regierung der russischen Sowjetrepublik um ihren Erwerb eifrig bemühte, erfreulicherweise vergebens. Die Basnersche Samm- lung, so gut wie die Friedländersche, steht in der Stadtbibliothek jedermann zur Verfügung. Beide werden auch bereits reichlich für Forschungen benutzt. Beispielsweise das sehr brauchbare Buch Tim Kleins„Der Vor- kämpf" beruht ganz überwiegend auf den Materialien der Stadt- bibliothek. Hier hat auch Joh. Scherm aus Stuttgart lange an seiner Geschichte des Metallarbeiterverbandes gearbeitet. Professor Fr. Meinecke gibt neuerdings häufiger für Doktorarbeiten Themata über Zeit und Männer von 1848, wobei die Stadtbibliothek dann bessere Dienste leistet als irgendeine andere Bücherei, erstens wegen ihres literarischen Reichtums, zweitens wegen ihrer von aller buraukratischen Schwerfälligkeit freien Verkehrsformen. Schade, daß auch die Stadtbibliothek nur zu sehr unter der drückenden Not der Zeit zu leiden hat! Gibt es keine Mäzene mehr? Gilt nicht mehr das Wort: Reichtum verpflichtet? Beruhigung in Serlin. Eine vereitelte Strahendahnfalle in der frankfurter Allee. Der gestrige Tag ist in Berlin im allgemeinen ruhig oerlaufen. Mit der langsamen Arbeitswiederaufnahme verringert sich auch für die radikalen Hetzer die Möglichkeit, die Massen zu neuen Unüber- legtheiten aufzustacheln. Der Berliner Verkehr nahm wieder das gewohnte Bild an. Nur in der Frankfurter Allee kam es gestern nachmittag noch zu wüsten Szenen. Eine größere Menschenmenge versuchte dort den Straßen. bahnverkehr stillzulegen. Sie trug an der Ecke der Friesenstraße so viele Pflastersteine, die in der Nähe lagen, zusammen, daß es einem Straßenbahnzuge nicht mehr gelang, durch- zukommen. Die Menge griff dann auch die Wagen an und zer- trümmerte die Fensterscheiben. Zwei Beamte der Schutzpolizei, die sich auf dem Zuge befanden, waren machlos und riefen Hilfe herbei. Dos 80. Revier entsandte zehn Beamte. Als diese sich nun anschickten, die auf einige 1000 Personen angewachsene Menge zurückzudrängen, fielen einige Schüsse, ohne einen der Beamten zu treffen. Diese erwiderten mit mehreren Karobinerschüssen. Di« Menge wurde schließlich zerstreut und der Straßenbohnverkehr wieder hergestellt. Wie man sehen konnte, trugen sie einen Verwundeten mit sich sort. Ob noch mehr Personen getroffen worden sind, ließ sich nicht feststellen. Die Ruhe war bald wieder hergestellt. Im ganzen Umfange konnte der Straßenbahnverkehr auch am gestrigen Nachmittag noch nicht wieder aufgenommen werden. Nur aus dem Innern der Stadt nach dem Westen verkehren die Wagen einigermaßen regelmäßig. Jm Norden und Osten waren überall radikale Elemente am Werke, um die Wag«n an- zuhalten, die Fenster zu zertrümmern und die Führer zu belästigen und zu mißhandeln. Man hofft jedoch, daß noch dem allgemeinen Bekanntwerden des Streikabbruchs und wenn die Arbeit am Mitt- wach ftüh aufgenommen wird, der Verkehr wieder regelmäßig sein wird. Das ausständige Personal der Betriebswerkstätken der Eisen- bahndirektion Berlin hat sich gestern, dem Aufruf des Reichseisen- bahndirektionspräsidmten folgend, größtenteils wieder zur Arbeit gemeldet. Nur in Lichtenberg streiken etwa noch 75 Proz. der Arbeiter auf den verschiedenen Bahnmeistereien. Der Eisenbahnverkehr wickelt sich nach wie vor fast fahrplanmäßig ab. Lebensmittel im Anrollen. Durch den Aufruf des Gesomtvorstandes des Reichs-Landbunde» veranlaßt, wird, wie die„Deutsche Tageszeitung' mitteilt, der Großgrundbesitz von Beskow und Storkow noch in dieser Woche 36 Waggons Kartoffeln und 40 Stück Großvieh auf den Berliner Markt bringen.— Da Berlin 4 Millionen Einwohner zu ernähren hat und 36 Waggons etwa 720 000 Pfund Kartoffeln enthalten, so tonn man sich ausrechnen, wie viel Kar- toffeln noch angerollt werden müssen, um den Bedarf zu decken. Indessen ein Ansang ist besser als nichts. fius üer fiet geMagea. Ein Mlllionärssohn als Palekokdieb. Auf abschüssige Bahn ist der Bankbeamte Paul Deutsch geraten, der sich gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wegen Dieb- stahls zu verantworten hatte. Deutsch entstammt einer reichen Fabrikantenfamilie, hat Medizin studiert, war aber nach dem Kriege in das Bankfach übergetreten, dann aber in schlechte Gesellichast geraten und hatte dauernd in Spielklubs verkehrt und dort viel Geld verloren. Um seine Spielverluste zu decken und wieder Geld zu neuem Spiel zu gewinnen, war er so weit gesunken, auf Paletotdiebstähle auszugehen. Im Tase Bauer war er eines Abends erschienen und hatte den Augenblick benutzt, als sich ein Gast, ein Ausländer, von feinem Platz entfernte, aufzuspringen, dessen Mantel vom Ständer zu nehmen, ihn anzuziehen und davonzulaufen. Sein Benehmen war anderen Gästen aufgefallen, und man nahm die Verfolgung auf. Es gelang ihm aber, zu entkommen. In dem Mantel hatte sich ein W e r t p a p i e r über 5000 Pfund be- funden. Als der Angeklagte einige Tage später durch einen Bankier das Papier verkaufen lassen wollt«, wurde er festgenommen, da in- zwischen die Sperre durch den Besitzer veranlaßt worden war. Der Angeklagte bestritt, der Dieb des Mantels zu fein, und behauptete, daß er im Spielklub das Papier von einem Ausländer als Zahlung erhalten hätte. Da der Angeklagte aber auch von den Zeugen als der Manteldieb mit Bestimmtheit wiedererkannt wurde, hielt das Gericht fein« Angaben für faule Ausreden und verurteilte ihn wegen Diebstahls zu 9 Monaten Gefängnis. Das Gericht billigte dem Angklagten aber mit Rücksicht darauf, daß er infolge des Krieges unter der Einwirkung der Malaria an zeftweiier Nervenschwäche leidet, ein« Bewährungsfrist gegen Zahlung einer Buße von 30 Millionen Mark zu. Das Gericht ging dabei von der Ansicht aus, daß die Buße der reiche Vater ohnehin bezahle, sich aber dadurch veranlaßt sehe» werde, mit größter Sorg- falt in Zukunft auf feinen leichtsinnigen Sohn zu achten. Neue Tariferhöhung bei der Hochbahn. Die Hochbabngesellsckaft teilt mit, daß sie infolge der sprung- haften Erhöhung der Kohlenpreise und der Löbne ihre Fahrpreis« am Donnerstag, den 16. August, noähnalS erhöhen muß und zwar in folgender Weift: Bis zum 5. Bohnhol 8. Klasie 25 600 M., 2. Klasse 85 000 M.. für die ganze Strecke 3. Klasse 35 000 AI., 2. Klasse 45 000 M. Blocks zn 10 Karten kosten bis zum 5. Bahnhof 3. Klasie 220 000 M., 2. Klasse 310 000 M.. für die ganze Strecke 3. Klasse 310 000 M.. 2. Klasse 400000 M. W o ck> en- karten zu zwölf Fahrten für die ganze Strecke kosten: 8. Klasse 310 000 M.. 2. Klasie 400 000 M. Schmalz für Minderbemittelte. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin teilt mit: In der Zelt vom 26. Juli bis 15. August erfolgte seitens des Ernährungsamtes der Stadt die erste Ausgab« von% Pfund Schmalz für die minderbemittelte Bevölkerung auf gelbe Karten. Infolge eines Ver- fehens find bereits grüne Schmalzkarten, die evft bei der zweiten Ausgabe vom 27. August ab mit Schmalz beliefert werden sollten, von den Verkaufsstellen eingelöst worden. Da das Schmalz für die zweite Hälfte(Verkaufszeit vom 27. August bis 15. September) noch nicht angeliefert war, konnten vereinzelt gelbe Schmalzkarten nicht mehr beliefert werden. Diese Karton werden jedoch bei der zweiten Schmalzousabe noch beliefert werden, und zwar zum alten Preise von neuntausend Mark pro Pfund, sofern sich die Inhaber eine dahingehende Bescheinigung durch die zuständigen Be- zirksnmter ausstellen lassen und diese mit dem Gutscheine beim Kaufe abgeben. Im Bezirk Lichtenberg galten für die erste Schmalz- ausgäbe grüne Karten. Hier werden den Inbabern nichtbelieferte? grüner Schmalzkarten auf Antrag gleiche Bescheinigungen ausgestellt. Einigung zwischen Apothekern und Krankenkaffen. Die Verhandlungen zwischen den Berliner Apothekern und Krankenkassen, die am 11. August im Ministerium für VolkSwobl« fahrr fortgesetzt wurden, haben, wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, zu einer Einigung geführt. 63s Als die Wasser fielen. Bon Otto Rung. (Schlufi.) Und auf der Mauerfläche der Graupenmühle erschien ein ungeheuer langes, schleimiges, schwarzes Tier, das sich an den Giebeln der Packhäuser vorbciwand und von der Knippels» brücke bis zum Trangraben reichte. Gude sah bald, daß es ein ganz gewöhnlicher Aal war, der nur Hundertmol ver- yrößert und von Rustads Lampe über das halbe Christians- havn projiziert war.— Neue Bilder zeigten sich, die Küste von Japan kam zum Vorschein- Dschunken mit gerippten Segeln. Terrassen und Tempel Gärten mit blühenden Kirschbäumen, yewölbte Brücken' und in der Ferne der weiße Vulkan Fujipamas. Bamdushecken standen an dem gewaltigen Korper des Motor- schiffes„Malakka". Elefanten schritten mit Lasten aus den Wäldern Penangs heraus. Bemegt und verwundert folgt« Gude diesen Kusten. die longsam. Gegend auf Gegend, aus den schwarzen Kanälen emporwuchsen Viele von ihnen hatte er auf seinen Reisen gesehen. Jetzt kamen sie aus der Ferne hierher und trafen die weitbereisten Schiffe des chofens wieoer. Sein Blick fiel auf die beiden Manner, die hier auf dem morschen Deck seines alten Kastens gestrandet waren: der Kapitän memorierte schwerfällig feine.steifen, Rustae. rollte seine Bilder ab. sein großes Gesicht war trübe und still, die gewaltigen Wangen hingen in Falten herab, mechanisch gab €r jetzt die Umwelt durch rollende Walzen wieder, mude, sie mit Pinsel und Palette zum Ausdruck zu bringen.— Gud« dachte, für einen havarierten Seemann gäbe es nnmer Rat und immer Aussicht, einmal wieder Heuer zu er- �wten— und einmal liefe wohl auch eines der Schiffe der Danischen Werft vom Stapel mit Kapitän Högelund an Bord. Rustad reiste nach den Lofoten, um sich selbst wieder zu treffen. Longe genug hatte er an Spieltisch und Börse gewürfelt. hatte die Kriegssahre. auf dem Rücken liegend, fern von feinem nordischen Meer« und den ewigen Bergen, im Ehaos der Städte verloren, verträumt, wie ein Gott hier von den engen Kanälen aus, freigebig und vergeßlich, die genüg- famen kleinen Schicksale, die er traf, formend. Jetzt öffnete er wohl wieder seinen ungeheuren Mantel wie eine Flughaut, um zu fliegen, neue Gesicht« seinem ins Meer gesenkten Sinn, seinem wogenden, dumpfen Genie begegnen mochten? � Gude blieb stehen und blickte übe? den Hafen. Die anderen waren jetzt von Bord gegangen. Nur Gerda stand in der Nähe, schweigend wie er selbst, den schwarzen- verrin- nenden Strömen folgend.— Er dachte daran, daß die schweren Zeiten sicher längst noch nicht vorbei waren: Stürme würden von neuem kam- men, ihr Kreislauf würde treffen, was das früher« Unwetter stehen g-elaffen hatte! Lange, lange würde es dauern, bis die Fahrt sicher und die Zukunft gewiß würde.— Wie Bruchstücke sah er sein eigenes Leben, jeden Teil mit seinem kleinen Schiffbruch, aus dem er sich nur auf einer kleinen Planke gerettet hatte— und noch trug er den Ballast bei sich, de? das letztemal fein Boot zum Kentern gebracht hatte. Zuerst die Kindheit: Dunkel und Grauen der Urzeit. neidische Feinde rings, und droben die barbarischen Götter! Die Knabenjahre: die Disziplin der Schule, der stolze mili- tärische Zwang, der schwer mit einem geteerten Tauende die Idee seiner Klasse bewies! Endlich die Zeit des Mannes- tums, in die er, dessen Laufbahn gebrochen war, belastet mit der Zucht seines Aufwuchses, dessen Sttammheit und Stil, dessen karger Reserve, trat!— Er sah über die dunkle Stadt hinaus, deren Umrisse sich schwer gegen das letzte Licht der Luft abzeichneten. Ihre Flügel und Spitzen spiegelten sich im Hasen: Türme und Wellen! Seine Stadt— Kopenhagen!— Hier geboren, verbannt, zurückgekehrt— und doch nur durch die Trosse seiner ausgedienten' Bark, dft gegen das Bollwerk des Hafens scheuerte, am Land vertäut. Türme und Wellen—! Turmfest hatte auch er eine Zeitlang gestanden, erstarrt, von feiner angeborenen Form. von der schroffen Idee seiner Klasse bestimmt— oft aber war er auch von den pfadlos wogenden Strömen mitgerissen wor- den. Beide Teile waren wohl sein Leben! Türme sowohl wie Wellen brauchte er wobl in der Zukunft, die kam.— Stolz auf seinen Sieg fühlte er sich jetzt keineswegs. Viel war verloren, nur ein geringer Teil geborgen. Halb in rollen« dem Chaos, halb versteinert, wie die Welt jetzt war, gab es nur wenig Raum für die nackten Ideen, die lüstigen For- mcln. Nach persönlichem Vorbehalt und selbstsüchtiger Lebensanschauung fragte niemand mehr. Entschlossene Praxis und handfeste Realpolitik brauchte man.— Andreas Pauli war wohl endgültig aus dem Felde ge- schlagen. Gude hatte gehört, daß er zu seiner Gattin zurückgekehrt war und es sich von neuem gemütlich machte in seinem bescheideneren Heim aus der Zeit, ehe die Wasser stiegen und ihn in die Höbe trugen. Aber neue Tnpen waren sicher im Anzugs.— Blaftn aus dem Sumpse am Fuße der Ruinen. Den schlammigen Strom würde er von neuem treffen! Hand- gemenge mit Leuten, deren Hände, wohin sie griffen, Sck'lamwspuren hinterliehen— besser wurde es wohl nicht für den, der bergen wollte!— Zermalmend spürte er seine Einsamkeit hier. Es war spät, die letzten Lichter erloschen gerade jetzt. Die heiße Nacht benahm ihm den Atem. In Unruhe wandte er sich um und sah, daß er allein war. Wenige Augenblicke zuvor stand Gerda noch, über die Reling gelehnt, neben ihm und mochte ihrem eigenen heimatlosen Sinne lauschen. Sie war nicht mehr da, still hatte sie sich gewandt und war ohne ein Wort gegangen. Aengstlich und einsam spähte er durchs Dunkel. Eben erst hatte er ihr Antlitz, ihre bebenden Lippen, die Brust, die sich der Nacht entgegenhob, gesehen— den Wellen zustrebend wie die weiße Figur am Steven der Bark. Suchend tastete er sich über das Deck. Die Finstentis lag dicht vor seinem Gesicht, sie qualmte aus den schwarzen Kanälen empor, wurde als Schlamm durch alle Poren des morschen Schiffes gesogen. Heiß wie der Brodem eines Treibhauses, betäubend und schwer vom Duft der Blumen umgab ihn die Nacht. Wohin seine Hände griffen, waren Ranken, er war umgarnt von einem Wald van Lianen, dornige Stengel streiften seine Wangen. Er flüsterte ihren Namen, rief wieder, feine Sehnsucht stieg zu unerträglicher Entbehrung. Irr wanderte er hier in ihrem Garten, betäubt und berauscht. Verbarg sie sich vor ihm in der Dunkelheit— entwich, lockte und lief sie? War es wohl ihr Schritt, den er jetzt hörte, der Laut ihrer schnell huschenden Schuhe? Regte es sich nicht jetzt leise hinter den Blumen? Aber wo er suchte, war es leer, wo er lauschte, still. Plötzlich stand er vor einer Tür, wußte, daß sie zur Kajüte führte, wo sie schfief. Leise faßte er den Türgriff, er gab nicht nach. Er rief:„Gerda! Ich bin es! Laß mich ein." Ob sie ihn hörte, ob sie verstand, daß er sie suchte, daß er ihre Hand in der seinen brauchte, um sie an sich zu ziehen, sie bei sich zu behalten— immer und jetzt? Lange stand er lauschend, atemlos, und wartete auf ihre Antivort. Alles war still, die Nacht lautlos und tief.— Langsam wandte er sich und ging zurück. Den Weg nach vorn fand er jetzt ohne Schwierigkeit. Er tastete sich die Treppe zu seiner Kajüte hinunter. Von Schlaf würde sicher nicht die Rede werden. Er dachte trübe und unruhig an die Arbeit, die ihn auf seinem Tische erwartete, wie viele Nächte zuvor, die trockene Statistik, die öden Kolonnen, die er für das neue Tabellenwerk, das er schrieb, brauchte. Was war es anderes, als Hoffnungslos des Lebens Ebbe und Flut zu folgen— wie jene alte Zählerin, die ihren ewigen Goldstrom aus einem Gefäß in das andere schöpfte. Er fand seine Tischlampe, zündete sie an, öffnete die Tür zu seinem Arbeitsraum und trat ein. Im selben Augenb'ick wurde ein anderes Licht angezündet. Durch die durchbrock>e- neu Wandpaneele sah er in Gerdas Kajüte. Da stand sie, ihm zugewandt, die Lampe in der erhobenen Hand, und be» gegnete ihm ohne Verwunderimg, als hätte sie jahrelang hier auf ihn gemattet. Jmmer noch ,, Kaiserliche" Post! Die deutsche Reichspost hört nicht auf, amtliche Schrift ftü de hinausgehen zu lassen, durch die unsere Deutsche Republit für ihre Feinde ein Gegenstand des Spottes werden muß. Immer wieder kommt es noch vor, daß in postamtlichen Formularen, die aus den Tagen des Kaisertums übrig geblieben sind und der Papierteuerung wegen aufgebraucht werden sollen, die Durchstreichung des Zusages Kaiserlich" unterlassen wird. Aus der letzten Zeit seien hier zwei besonders arge Fälle mitgeteilt. Bom Postamt Berlin Brig erhielt ein Mann, der seine Postfachen selber abholen wollte, ein Formular zu einer fogenannten Abholungserflärung. Darin tam dreimal das Wort „ Raiserlich" por, aber nicht ein einziges Mal hatte der verantwortliche Beamte seine Feder in Bewegung gesezt, um die alberne Bezeichnung zu durchstreichen. Noch im Juli 1923, vier Jahre nach Bollendung der republikanischen Verfassung des Deutschen Reiches, muß ein Bürger der Deutschen Republik sich das bieten lassen! Ende Juli 1923 fandte das Post amt Bremen 5 nach Berlin an die Einkaufszentrale des Verbandes sozialistischer Arbeiterjugend eine Mitteilung, daß ein von ihr nach Bremen aufgegebenes Patet unbestellbar sei. Das Formular der Unbestellbarfeitsmeldung enthielt an vier Stellen das Wort Kaiserlich", ohne daß der ausfertigende Beamte, der an vielen Stellen Handschriftliche EinDer Augustspielplan des Wintergartens weift einige recht gute Nummern auf. An den Tänzern Hans Jensen Jacobs, des Ballettmeisters vom Metropoltheater und feiner Partnerin 2o Castini Was fie bieten, ist Varietéfunst im fann man seine belle Freude haben. besten Sinne, ungefünftelt, ungeflügelt, mit virtuoser Beherrschung des blonde Ines von Bree wirkt dagegen unbedeutend. Hingegen tollt in Technischen und einer mitreißenden Freude am eigenen Spiel. Die hübsche der Van der Belde To ein prachtvolles slawisches Rassenmädel wie ein entfesseltes Naturkind ihr entflammendes Temperament aus. Die Artur Klein Familie glänzt wie immer und ihr Chef ist unerschöpflich in seiner amerikanisierten Groteste. Spiz und Geo möchten Läpp und Habel, die Unübertrefflichen, tobieren, was ihnen aber nicht gelingt. Gin ernsthafter Musiker ist Landery Schüller, mit einer fabelhaften Klaviertechnik begabt. Aber warum, Herr Schüller, als Wiener so todernit und gar Es ist ein großes Verdienst, nicht ein bischen bumorvoll liebenswürdiq? ueber prächtige Stimmen und lebhaft bewegte Mimit verfügt das Sänger. wenn in diefer ernsten Zeit ernste Stünstler für ein wenig Humor forgen. paar 2eone. Lanti und Melita vollführen atemraubende gefährliche elektrische Hochsprungs- Experimente. Die prächtig arbeitenden Rolandos, das Koruna- Trio und der flott und originell mit dem Epidiaskop arbeitende Beichner Dunofritos soden nicht vergessen werden. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Donnerstagabend Wirtschaft 7. Deutsche Oftmesse. der Zahlungsmittelknappheit und den aufflackernden Streits zum Die Verschärfung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands, die in Ausdruck kam, hat auf die Beschickung der 7. Deutschen Ostmesse in Königsberg, die Sonntag, 12. August, eröffnet wurde, nur wenig Einfluß ausgeübt. Die Aussteller konnten zum allergrößten Teil die Schwierigkeiten überwinden, die sich dem Transport in den letzten Tagen entgegenstellten. Sowohl die acht großen Hallensysteme der Deutschen Ostmesse als auch der neue Messepalast Handelshof" wiesen daher nur wenig Lücken auf. feiten in Deutschland haben aber den Besuch aus den Ost staaten Die auftauchenden Gerüchte über Generalstreifverkehrsschwierigetwas beeinflußt. Litauen stellt wieder eine große Zahl von Einfäufern, auch aus Lettland, Estland und Polen sind Käufer eingetroffen. Die Gesamtzahl der Ausländer ist aber geringer 7, Uhr in der Aula der Sophienschule, Weinmeiſterstr. 16/17, Uebungsstunde. als auf der legten Messe. Da es gelungen war, als Ersatz tragungen zu machen hatte, durch ein paar fräftige Striche, feiner An unsere An unsere Freunde und Lefer! Feder die feit nun bald fünf Jahren erledigte Kaiserlichkeit der deutschen Reichspoft ausgetilgt hätte. Ueberall steht das Wort Raiserlich" an so auffälliger Stelle, daß der Beamte bei der Ausfüllung des Formulars geradezu darüber hätte stolpern müssen. Im gesamten Bereich der deutschen Reichspost wird es, nehmen wir an, feinen Beamten mehr geben, der immer noch nicht begriffen hätte, daß solche Schriftstücke wirken müssen wie ein Hohn auf die Deutsche Republik. Kann einer sich vorstellen, daß in den Zeiten der Monarchie irgendein Postbeamter ein amtliches Schriftstüd hätte hinausgehen lassen, durch das die Monarchie lächerlich gemacht worden wäre? Niemand wird zweifeln, daß man diesen Beamten gleichgültig, ob eine Absicht oder nur Nachlässigkeit vorlag mit rüdfichtsloser Härte bestraft hätte. Wir haben aber noch niemals gehört, daß nach Beseitigung der Monarchie ein Boftbeamter in Fällen, wie es die oben geschilderten sind, gebührend zur Verantwortung gezogen worden wäre. Es wird Zeit, daß diejenigen Postbeamten, die Wert auf die Wahrung des guten Rufes der deutschen Reichs= post legen, jelber die Sache in die Hand nehmen. Sie sollten, damit der Standal einmal aufhört, an den Minister die sehr bestimmte Forderung stellen, endlich durch Anwendung schärfster Mittel eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse unmöglich zu machen. Stadtgeld gefehliches Zahlungsmittel. Die durch Ueberdruck der früheren 100-.-, 500- M. und 1000- M.- Scheine hergestellten neuen städtischen Notgeldscheine über 500 000 m., 1000 000 m. und 3 000 000 m. find vom Reich und Staat als gefeßliches Bahlungsmittel erklärt worden. Die Zurückweisung dieser Noten ist daher unzulässig. Die Banken, öffentlichen Kassen und Gewerbetreibenden werden gebeten, angesichts des Zahlungsmittelmangels die Bemühungen der Stadt Berlin zu dessen Behebung durch Förderung des Notgeldum laufes sowie durch Aufklärung und Beispiel zu fördern. Wir verweisen auf das Inserat in der heutigen Nummer der in der Stempelvereinigung zusammengeschlossenen Banten, die, um der herrschenden Zahlungsmittelnot nach Möglichkeit abzuhelfen, gegenseitig Schecks auf einander in Beträgen von 500 000., 1 000 000 m., 5 000 000 m. und 10 000 000 m. gezogen haben. Diese Sched's find als Ersatz für bares Geld bestimmt. Die Eisenbahndirettion Berlin und die Oberpoft diret tion Berlin haben ihre sämtlichen Kaffen angewiesen, diese Scheds in Zahlung zu nehmen. Die Banken bitten die Berliner Geschäftswelt, diefe Schecks ebenfalls an Zahlungsftatt anzunehmen und fie bis zur Behebung der Zahlungsmittelknappheit als 3ahlungsmittel weiterzugeben und im Verkehr zu belaſſen. Die Einlösung der Schecks in Banknoten erfolgt provisionsfrei, sobald die Reichsbank wieder in der Lage ist, den Ansprüchen des Zahlungsverfehrs in vollem Umfange zu genügen. für die unterbrochene direkte Eisenbahnverbindung mit dem Memelland eine Dampferverbindung zu schaffen, fonnten aus Memel Einfäufer in größerer Zahl erscheinen. Aus Rußland ist eine Reihe von Delegierten wichtiger wirtschaftlicher Organisationen nach Königsberg entsandt worden. Bemerkenswert ist, daß sich für die Deutsche Ostmesse in zunehmendem Maße Interesse aus England, Schweden, der Von dem Tage an, an dem der Bezugspreis für die erste Tschechoslowakei, aus Bulgarien und Rumänien zeigt. Hälfte des Monats festgesetzt wurde, hat die Entwertung der Das Geschäft litt am Eröffnungstage unter der starken ZahlungsMart in rasender Elle einen Tiefstand erreicht, der von niemand mittelfnappheit und der ungeklärten Devisenlage. Dadurch, daß feine im entferntesten geahnt werden konnte. Die Preise für alle Be- amtlichen Notierungen vom Sonnabend vorlagen, verstärkte sich die darfsgegenstände und Materialien sind im gleichen Tempo gefolgt. abwartende Stimmung der Käufer und vielleicht noch in erhöhtem Die Druckpreise haben sich in dieser Zeit um das 17fache erhöht. Maße die der Verkäufer. Immerhin tamen bereits größere AbDer Papierpreis ist nur für ein beschränktes Quantum auf 55 000 m. fchlüsse vor allem in der Textilbranche zustande. pro Kilogramm festgesetzt. Das mehr benötigte Papier fostet das vier- und fünffache dieser Summe. Wir müssen deshalb den Bezugspreis für die 2. Hälfte des Monats August auf 500 000 m. feftfehen. Auch dieser Betrag ist nach dem anzunehmenden weiteren Fortgang der Preissteigerungen faum ausreichend, um alle Herstellungskosten zu decken. Der Bestand unserer Presse ist aber in den gegenwärtigen verworrenen Verhältnissen eine Notwendigkeit. Troß aller erhöhungen ist die Auflage unseres Blattes in den letzten Monaten gestiegen. Wir rechnen darauf, daß es so bleibt. Verlag und Redaktion des„ Vorwärts". Die Geldanleihe des Reiches wird mit dem heutigen Tage zur Beichnung aufgelegt. Sie ermöglicht allen Papiermarkbefizern, die ersparte Beträge zurücklegen wollen das Sparen wieder ohne das Risiko der Geldentwertung. Auf der anderen Seite eignet fich aber die Anleihe auch zur Anlegung von Betriebsmitteln, die nur vorübergehend verfügbar sind, und bald wieder flüssig gemacht werden müssen. Sie ist namentlich aus diesem Grunde von der Börsenumfassteuer befreit worden. 3ur leichten Beweglichkeit der Anleihe trägt vor allem die AusPreis- stattung der kleinen Stüde bei, die zwanglos von Hand zu Hand gegeben werden können, da ihnen keine Zinsscheine anhaften. Die Stücke in Höhe von 4,20, 8,40, 21 Mark werden nämlich bei Fälligfeit mit einem Aufgeld von 70 Prozent an Stelle der Zinsen eingelöst. Die Stücke von 10 Dollar und darüber tragen einjährige, über 6 Prozent des Anleihebetrages lautende Zinsscheine. Die Anleihe wird ohne jedes Aufgeld, nämlich zum Nennwert, abgegeben. Wer seine Zeichnung in Devisen oder Dollarschahanweisungen begleicht, erhält einen Borzugsfurs von 95 Proz. bewilligt. Infolge des Streits der Buchdrucker ist es nicht durchweg möglich gewesen, die Annahmestellen für die Anleihe mit den für die Zeichnungen notwendigen Drud formularen rechtzeitig zu versehen. Es sind aber Vorkehrungen getroffen, daß das erforder= liche Material, soweit es noch nicht geschehen ist, den Stellen mit größter Beschleunigung zugesandt wird. Das Parlament der Krankenkassen. Bon Josef Aman. Das Gebäude der deutschen Sozialversicherung ist im Banken. Es vor dem völligen Zusammenbruch zu retten, ist eine Aufgabe, die des Schweißes aller Edlen wert ist. Die Gesetzgebungsmühlen mahlen furchtbar langfam. Regierung und Reichstag haben durch allerlei Flickwerk die bedenklichsten Schäden an dem Bau auszu bessern versucht. Aber an allen Ecken und Enden ist zu merken, daß dieser einst so stolze Bau immer mehr verfällt. Die deutsch- cuffischen Verhandlungen. In einer Unterredung mit dem Bertreter des Ost- Expreß erklärte der Leiter der Berliner Sowjethandelsvertretung Stomo niatow, daß sich die deutschder wichtigsten Zweige der deutschen Sozialversicherung zu einer tonvention einem für beide Parteien befriedigenden Abschluß Am 19. und 20. Auguft treten in Würzburg die Träger eines russischen Verhandlungen über den Abschluß einer Konsular. Tagung, der 27. ordentlichen Mitgliederversammlung( Ortsfranken- nähern; der wichtigste Teil der Verhandlungen, und zwar über den faffentag) des Hauptverbandes deutscher Ortsfranfenfassen, zu eigentlichen Handelsvertrag, werde demnächst in Moskau sammen. Dieser Verband ist die größte und einflußreichste Organt- beginnen. Auch die Verhandlungen mit deutschen Firmen über den fation der deutschen Krankentassen. Es ist deshalb verständlich, daß Erwerb neuer Konzessionen in Rußland hätten in letzter Zeit ent alle Streise, die an der Erfüllung der Aufgaben der deutschen Sozial- schiedene Fortschritte aufzuweisen, doch werde der Abschluß von Berversicherung mitwirken, dieser Tagung weitgehende Beachtung trägen durch die Vorliebe der deutschen Geschäftstreise für Handels. schenken. Der 27. Deutsche Ortstrantenfaffentag be- und nicht für Produktionstonzessionen verzögert. Die Krupp A.-G. handelt diesmal vor allem alle jene Fragen, die für die Pragts arbeite mit großer Intensität an ihrer landwirtschaftlichen Konzeffion wichtig sind. Die Ortskrankenkassen find in ihrer Geschäftshand- im Dongebiet; es würden Wohnbaraden gebaut und in Noworosit babung wesentlich abhängig von der Gesetzgebung. Diefe hat aber fei ein Dampfer mit Maschinen für die Konzessionäre eingelaufen. in den letzten Jahren viel zu langsam und viel zu spät die Nöte der Irgendwelche Reibungen der Vertreter der Krupp A.-G. mit den Ortsfrankenkassen erkannt und ihnen dann durch Geseze und Ver- Lokaibehörden seien nicht vorgekommen. Im Herbst würden in ordnungen nur sehr notdürftig abgeholfen. Sicher wird die Kritik Zentralrußland die Arbeiten der Stinnes Gesellschaft bean der mangelhaften Gestaltung der Gesetze auf dem Ortsfranken- ginnen, die eine bedeutende Konzelion für intensive Landwirtschaft Neue Hundert- und Fünfhunderttausender. tassentag sehr scharf sein. Der Bortrag des Geschäftsführers H. Leh- erhalten habe. Ueber weitere landwirtschaftliche Konzessionsverträge In den nächsten Tagen werden neue Reichsbanknoten zu 100 000 mann- Dresden über„ Gesetzgebung und Krankenversicherung" wird werde gegenwärtig verhandelt und es sei zu erwarten, daß dadurch und 500 000 m. in den Verkehr gegeben werden. Die 100 000- M.- dazu die geeignete Grundlage bilden und neue Wege für die Rettung eine Vermehrung der Anbaufläche in Rußind erzielt werden könne. Note ist 80 x 110 Millimeter groß und auf bläulichem Papier ge- der deutschen Sozialversicherung vor dem sonst unausbleiblichen Der Getreideverkauf nach dem Auslande habe bisher druckt, das ein fortlaufendes, aus gebrochenen Linien bestehendes Untergang zeigen. Wird dieser Vortragende neben der Praxis auch etwa 1 Million Tonnen betragen, von denen etwa zwei Drittel Wasserzeichen enthält, welches abwechselnd die Buchstaben Ġ umd D die Theorie der Sozialversicherung behandeln müssen, so werden die bereits ausgeführt feien; von den nach Deutschland Anfang Juni zeigt. Die Rückseite ist unbedruckt. Die 500 000-.-Note ist auf beiden folgenden Vorträge des Geschäftsführers Knoblauch- Darm- verkauften 20 Millionen Bud seien nahezu 4 Millionen Bud bereits meißem Papier gedruckt und 80 x 175 Millimeter groß. Das Papier ftadt über„ Das Einzugsverfahren der Invalidenversicherung" und unterwegs nach deutschen Häfen. enthält rechts dunkelrote Fasern auf himmelblau getöntem Grunde. des Geschäftsführers Schellhammer- Nürnberg über die„ Reform der Die Arbeitslage in der Metallindustrie in der Woche vom 22. Die Note trägt kirschrot gedruckten Wortlaut. Die Rückseite ist frei Kaffenverwaltung" wohl ausschließlich das Gebiet der Praxis der bis 28. Juli 1923 gestaltete sich nach den Erhebungen des Deutschen von Druck und Fasern. Hält man die Note gegen das Licht, so er- Krantenversicherung behandeln. Das ist für eine Tagung, die nach Metallarbeiterverbandes wie folgt: Von den berichtenden Verwal scheint auf der linken Seite ein gut ausgeprägtes, von oben nach unten der vorliegenden Tagesordnung offenbar eine reine Arbeitstagung tungen wurden 20 929 Betriebe und 1678 493 Arbeiter erfaßt. verlaufendes Wafferzeichen, das sich aus zwei feilartig verschlungenen fein soll und will, sehr wichtig. Von den erfaßten Arbeitern waren 1 459 401 87 Proz.( in der Bändern zusammensetzt. Von diesen trägt das eine mit dunkler Am zweiten Berhandlungstage wird der Geschäftsführer Borwoche 85,5 Proz.) Bollarbeiter, 161 793 9,6 Proz.( 10-8 Randbegrenzung die helle Bertzahl 500 m", das andere, umge- H. Lehmann- Dresden Die Arzifrage" behandeln. In engem Bu- Brozeni) Kurzarbeiter und 57 299 3,4 Proz.( 3,7 Proz.) Arbeitsfehrt mit heller Randbegrenzung, die dunkle Wertangabe 500 m". fammenhang damit steht der Vortrag des Vertrauensarztes Dr. Red- lose. Die Dauer der Kurzarbeit verteilt sich auf die davon beBeide Noten tragen das Datum 25. Juli 1923. zeh- Berlin über" Die Arzneiversorgung durch die Krankenkassen und troffenen Arbeiter wie folgt: Apotheken". Die Ausgaben für Arzt und Arznei bilden die wesent bis 8 Stund. 23,2 Proz.( 19,2 Proz.) 17-24 Std. 26,4 Proz.( 28,7 Broz.) lichste Belastung der Krantenfaffen, sie sind die wertvollsten Vor( 28,2 25 u.mehr Std. 24, ausfegungen für eine Gesundung und Gesunderhaltung der Die Versorgung der Bevölkerung mit den umentbehrlichsten Krankenkassenmitglieder. Die zweckmäßigste ärztliche Versorgung der Die Arbeitslage in der Berichtswoche hat sich gebessert; auch Lebensmitteln ist durch die ungeheuerliche Martentwertung und den Mitglieder und eine möglichste Ersparnis bei den Ausgaben für in den Bezirken, die unter der Besetzung zu leiden haben, macht dadurch bedingten Geld und Barenmanget so start bedroht mie Arznei und Heilmittel ist eine Lebensfrage für den Bestand der sich eine kleine Besserung des Arbeitsmarktes bemerkbar, vor allem baum jemals vorher. Der Privathandel schließt in weitem Um- Kranfenfassen. Deshalb wird auch die Erörterung dieser beiden im altbesetzten Gebiet. Bei Kurzarbeit und Arteitslosigkeit kann fange feine Geschäfte, er steht, um seine eigene Eristenz aufs äußerste Fragen in weiten Kreisen der Versicherten und der in der Sozial- festgestellt werden, daß nicht wie seither bestimmte Industrien dabei besorgt, fast ratios der Wirtschaftskatastrophe gegenüber. Obwohl versicherung tätigen Personen mit regem Intereffe verfolgt werden, in Betracht kommen. Da die Hauptursache Materialmangel von Tag zu Tag mit wachsenden Schwierigkeiten ringend, haben ebenso wie die vom Stadtrat Kirchhoff- Dresden zu behandelnde ist, wird bald dieser, bald jener Betrieb davon betroffen. Außer Konsumgenossenschaft in der Warenversorgung" Krankenhausfrage". Die Kosten der Bewirtschaftung der Kranken- dem wird von einer Verwaltung berichtet, daß besonders das ihrer Mitglieder bisher noch manches Mögliche getan. Soll das nicht häufer find ganz ungeheuerlich gestiegen. Die Krankenfaffen fönnen Schlägergewerbe durch die Devisenverordnung in Mitleidenschaft durch eigenes Verschulden der konsumgenossenschaftlich organisierten aber die Krankenhausbehandlung für die Mitglieder, die in der gezogen ist. Verbraucher um vieles schlechter werden, so müssen die unerläßlichen Familie feine genügende Pflege finden können, und für die Mit- Devisenturfe. Da in einem Teil unserer gestrigen Abendausgabe Betriebsmittel den Verwaltungen der Genossenschaften glieder, deren Krankheitszustand eine Krankenhausbehandlung un- die vollständige Kurstafel nicht enthalten war, feien die Mittelkurse schnellstens zur Verfügung gestellt werden. Die umgänglich notwendig macht, nicht entbehren. In irgendeiner Form der Hauptdevisen wiederholt: 1 Dollar 3 Millionen, 1 holländischer Einsicht in diese Notwendigkeit setzt sich auch immer stärker durch. muß deshalb die Lastenverteilung so gestaltet werden, daß sie für Gulden 1,186 Millionen, 1 Pfund Sterling 13,75 Millionen. Im Das Zutrauen zu den Konsumgenossenschaften wächst mit dem zu- die Krankenkassen erträglich ist. übrigen ist noch nachzutragen: 1 finnische Mart 82 792 Geld, nehmenden Bersagen des Privathandels. So haben nunmehr schon Die Durchführung all der Aufgaben, die der 27. Deutsche 83 208 Brief; 100 öfterr. Kronen 4289 Geld, 4311 Brief; 1 tsche. eine Anzahl Konsumgenossenschaften des Zentralverbandes deutscher Ortstrankenkassentag behandelt und zu lösen versuchen wird, ob- chische Krone 88 777 Geld, 89 223 Brief; 1 ungarische Krone 159,60 Ronfumvereine den Mitgliedergeschäftsanteil auf eine Million liegt den in den Krankenkassen beruflich tätigen Angestellten in Geld, 160,40 Brief; 1 bulgarische Lewa 24 937 Gelb, 25 063 Brief; mart heraufgefegt und die erfolgversprechendsten Maßnahmen für Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern. 1 jugoslawischer Dinar 31 920 Geld, 32 080 Brief. die Einzahlung dieser Geschäftsanteilsumme in Angriff genommen. Die Träger der Sozialversicherung brauchen Angestellte, die mit der unbedingt nötigen Berufsfreude und Aufopferung für alle VersicherPreise und ten tätig sind. Diese müssen, soweit das irgend möglich ist, von allzu Die Ausplünderung von Kindern, von der man nach der Fest großen Nahrungsforgen verschont bleiben. Die Tarifgemeinschaft Lebensmittelpreise in der nahme einer vielgesuchten Uebeltäterin geraume Zeit nichts mehr zwischen dem Hauptverband deutscher Ortskrankenkassen und dem hörte, betreibt jetzt wieder planmäßig eine neue Schwind- Bentralverband der Angestellten bildete bisher die Grundlage einer Am Dienstagmorgen( in tausend Mark) lerin, im Norden und Often und auch in den Vororten. Auch gedeihlichen Zusammenarbeit in den Krankenkassen. Diese Tarif. Rindfleisch ohne Knochen fie verspricht fleinen Kindern, die zur Schule oder zum Einkauf gemeinschaft muß weitergeführt werden. Der Vortrag gehen, für einen fleinen Botengang ein Geschenk, nimmt ihnen die des Landtagsabgeordneten Scholich- Breslau über" Die Tarifgemein Lebende Schleie Schulmappe ode: was sie sonst bei sich haben, ab, angeblich, um schaft mit dem Zentralverband der Angestellten" fann sich unmöglich es Lis zu ihrer Rüdiehr zu verwahren und verschwindet damit, in einer anderen Richtung bewegen. Die Angestellten müssen von 1 Ei. während die Kinder vergeblich nach den Leuten suchen, an die sie den cine Bestellung ausrichten sollen. Die Gaunerin ist eine starke Frauensperson in mittleren Jahren. Mitteilung, die geeignet sind fie unschädlich zu machen. an Kriminalfommissar Dräger im Zimmer Nr. 133 des Polizeipräsidiums. die Eine Million Geschäftsanteil. " 26,4 " ( 23,9 Zentralmarkthalle do. m. Knochen Schweineleber do. verantwortlichen Vertretern der Krankenkassen auf dem Butter. 27. Deutschen Ortsfrankenkassentag in Würzburg erwarten, daß fie Schmalz auch ihrer Not Rechnung tragen und durch entsprechende Beschlüsse Margarine für die Sicherung der Eristenz der in der Sozialversicherung berufs- Spinat amtlich tätigen Arbeitskräfte sorgen. Bezirisbildungsausschuß Groß- Berlin. Donnerstag, ben Eine Fülle von Aufgaben hat sich also der 27. Deutsche Orts16. August, abends 8 Uhr, im Plenarsizungsfaal des Reichstages frankenfassentag gestellt. Wollen wir wünschen und hoffen, daß es Bebel Gedächtnisfeier. Karten im Bureau des Bezirks- gelingt, fie zum Wohle der Versicherten und damit des größten bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II. Teiles des werftätigen Boltes unserer deutschen Republit zu lösen, OP Speck. Aale. Mohrrüben Grüne Bohnen Aepfel. SP 560 W Löhne. Höchste Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) 620 Reparaturschuhmacher vom 13. bis 8.8. .: 4600 489 Karosseriearbeit. v. 8. b. 14.8, 10580 500-550 Musikinstrumentenmacher 600 vom 8. bis 14. 8.. 45 1100-1150 700-750 620-750 800-900 90 80 105 60 15702 Die am Montag begonnene langsame Ermäßigung der Preise von Fetten dauert fort. Kartoffeln fehlten wieder. Abg. Marx( 3.) Die Debatte im Reichstag. Wir außenpolitischen Verhältnisse. Und wenn das Vertrauensvotum,[ sche Kapital in Grund und Boden zu ruinieren. hält es nicht für angebracht, lange Reden zu halten und die Zeit das eingebracht worden ist von den hinter der neuen Regierung Wie man dazu kam, ausgerechnet einen österreichi damit hinzuziehen. Wir wollen an die Tätigkeit herangehen, stehenden Parteien, geteilt werden könnte, dann würden wir ohne schen Juden zum Verwalter der deutschen Kondie der Reichskanzler besprochen und in Aussicht gestellt hat. Wir Bedenken dem ersten Teil, der der Regierung die Billigung aus: tursmasse zu machen, weiß ich nicht.( Unzuhe links.) Die stellen nur fest, daß wir ein neues Kabinett gebildet haben, das sich spricht für die abgegebene Erklärung, sofort zustimmen.( hört, hört!) neue katastrephale Steuergesetzgebung ist eine schludrige Arbeit, auf die meitaus größte Mehrheit des Reichstages Aber wir haben einige Bedenken gegenüber der Zu- die uns vollends in den Abgrund stürzen wird; das ist die Folge stützt. Wir begrüßen den Gedanken der großen Koalition nament- iam mensehung des Kabinetts.( Burufe rechts und links: der Unverantwortlichkeit des parlamentarischen Systems. lich aus außenpolitischen Gründen. Der Sturz des Kabinetts Cuno Wir auch!) Ich meine durchaus nicht etwa Bedenken ästhetischer sehen uns unaufhalifam in dos Chaos getrieben. Wie stellt sich war jedoch nicht die Folge oder die Veranlassung für einen weiteren Art.( Große Heiterfeit.) Wir haben Bedenken nach der Richtung Herr Dr. Stresemann zu der Vergewaltigung aller wahrhaft natioKräfteverfall des deuschen Volkes, sondern er bemeist im Gegenteil hin, daß uns volle Garantien dafür gegeben sind, daß insbesondere nalen Kreise durch seine jezigen roten Kollegen?( Buruf des Abder Entente, daß sie sich überzeugen muß, das jetzige Kabinett habe die hier ausgesprochenen Programmfäße auch durch die folgenden geordneten Prof. Kahl.) Ungezogenheiten lasse ich mir auch von eine geschlossenere, viel stärfere, in sich geeinigte Voltsvertretung Taten nachher als berechtigt nachgewiesen werden. Deshalb würden Ihnen nicht gefallen. Das Kabinett Stresemann ist nur die hinter sich als das Kabinett Cuno. Bir bringen dem Kabinett unser wir bei einer Teilung des Vertrauensvotums dem ersten Teil Uebergangsstufe zur neuen Revolution, die uns Vertrauen entgegen und hoffen und wünschen dringlichst, daß seine zustimmen, den zweiten Teil könnten wir nicht annehmen. Herr Koenen angekündigt hat. Nachher wird die cote Flut hemTätigkeit zum Besten des deutschen Volkes, des Reiches und Bater- Wir müssen uns also bei der Abstimmung enthalten. mungslos Deutschland überschwemmen. Im ganzen deutschen landes gereicht.( Beifall.) ( Heiterkeit.) Bolt gibt es teinen pöllischen Mann, der diesem Kabinett fein Bertrauen aussprechen wird. Inzwischen ist folgendes Bertrauenspotum, unterzeichnet von den vier Regierungsparteien, Marg( 3tr.), Petersen( Dem.), Wels( Soz.), Dr. Scholz( D. Bp.) eingegangen: Der Reichsfag billigt die Erklärung der Reichsregierung und fpricht ihr das Vertrauen aus. Abg. Hergt( Dnat.) Abg. Frölich( Komm.) meint, die Worte des neuen Reichstanzlers fennzeichneten di Si tuation. Es fei interessant, hier genau bis auf den Punkt die Formel zu hören, die von dem französischen Regierungsblatt, dem Temps", vorgeschrieben sei: Die große Koalition. Das erste Wort des neuen Kanzlers sei eine Berbeugung vor Poincaré. gibt namens seiner Fraktion folgende Erklärung ab: Gegenüber dem Kabinett Cuno hat unsere Partei zu starten Borbehalten Beranlassung gehabt. Dennoch lehnt sie jede Berantwortung für Herr Dr. Stresemann will den passiven widerstand die Herbeiführung und die Auswirkungen des neuesten Regierungs- aufgeben, wenn Frankreich sein Versprechen einlöst, die Bewechsels ab. In der höchsten Not des Vaterlandes, noch dazu in fezung zu einer unsichtbaren" zu machen. Es ist einem Augenblick, in dem die auswärtige Politik der bisherigen Regierung Erfolge zu zeitigen schien( Heiterkeit bei der Mehrheit), die nur durch ein starkes Festhalten an der Regierung gesichert und ausgebaut werden konnten, ist unter dem Drud der Kommu= nisten und der Straße diese Krisis hervorgerufen worden. Die Deutschnatinoale Volkspartei erblickt in diesem Vorgehen der nunmehrigen Regierungsparteien ein gefährliches Spiel mit den höchsten Infereffen von Bolt und Vaterland.( Gelächter bei der Mehrheit.) Abg. Ledebour( Unabh.): Prognose gestellt; aber noch am vorigen Donnerstag wollte er Herr Müller hat dem neuen Kabinett eine sehr günstige das Kabinett Cuno mit aller Kraft im Amte erhalten! Der neue Kanzler hat bezeichnenderweise in sozialpolitischer Beziehung sich Ausführungen des Abg. Hergt zu eigen gemacht, der vor der Hinaufschraubung der Arbeiterföhne warnte. Die Deutschnationale Partei könne gar keinen besseren Kanzler als Dr. Stresemann finden. Abg. Dr. Breitscheid( Soz.) seitens der äußersten Rechten und Linken hin. Daher habe sich auch weist auf verschiedenartige Beurteilung des Kabinetts Stresemann in der Sozialdemokratischen Partei zunächst ein Widerstand gegen den Eintritt in die Koalition erhoben. Die Partei werde aber ihre Mitglieder im Kabinett unterstützen, um so den sozialistischen EinFluß nach Kräften zu stärken. Der Redner wendet sich gegen die Behauptung der Kommunisten, Cuno sei wegen des Generalftreits gegangen. Das sei nicht der Fall. Es handelte sich nicht um den der Politif des Kabinetts Cuno sich aus den verschiedensten Gründen als unmöglich herausgestellt habe. Eine Arbeit rregierung sei nach eine Unmöglichkeit. Daher sei nichts anderes übrig geblieben, als den Versuch zu machen, in einer bürgerlichen Regierung nach Mögfichkeit mitzuarbeiten. Der kommunistische Abg. Remmele habe gefagt, er sei sogar bereit, mit den Mördern Rosa Luxemburgs zusammenzuarbeiten. Das sei für jeden Sozialisten unverständlich. Wer sei da der Betrüger, wer der Betrogene, wer der Reiter, wer das Roß?( Heiterfeit.) Die Schuld für den Riß durch die Arbeiterschaft trügen die Kommunisten. das Kabinett der Kapitulation vor Poincaré. ( Sehr gut! bei den Kommunisten.) Die gesamte innere Politif Deutschlands wird von der Entente fontrolliert werden. Also es ist auf Befehl der Entente ein Kabinett der Kapitulation eingesetzt worden, und das deutsche Bolk hat zu kuschen. Die neue Regierung setzt die alte Bankerottpolitik der Cuno- Regierung fort. Die neuen Steuern werden die weitere Benelendung der Arbeiterschaft nicht verhindern. Man schafft zweierlei Geld, das Geld der Besitzenden und das Geld der Besiglosen. Das deutsche Volf wird Die Behauptung, die neue Regierung werde durch die parlamenta in zwei Nationen zerschlagen, die Nation der Plünderer und die rische Unterstützung der in der Roalition vereinigten Parteien auch Nation der Auszuplündernden. Dr. Stresemann repräsentiert die einen weiteren Rückhalt im Volte erhalten und en Stärke gewinnen, Regierung des Großkapitals, er, der langjährige Syn- fozialdemokratischer Ueberzeugung für absehbare Zeit in Deutschland beruht auf einer Berkennung der Tatsache, daß die Rückkehr zum dikus industrieller Verbände und vielfacher Aufsichtsrat, ein Mann, Syftem der Barteiregierung nicht zur Zusammenfaffung aller Kräfte, der in der Tat die besten Verbindungen mit der deutschen Industrie also auch nicht zur Erweiterung, sondern zur Berengerung der Re- hat, die er ja natürlich zur Sicherung der Existenz des deutschen gierungsgrundlagen und zur Schwäche führen kann. Dies ist jetzt Proletariats ausnutzen wird.( Sehr gut! und Heiterfeit bei den um so mehr der Fall, als die Rückkehr zum reinen Barteiregiment Kommunisten.) Und Herr v. Raumer kommt ihm gleich an der in das letzte Jahr der Wahlperiode des gegenwärtigen Reichstages Bahl der Aufsichtsratsposten, zumal im Konzern der AEG. Diese fällt, in dem die Zusammensetzung des Reichstages längst nicht mehr herren werden die Politit des neuen Kabinetts bestimmen, die den Anschauungen, Forderungen und Wünschen des deutschen Boltes Brofitpolitit des Großkapitals. Und Herr Fuchs, entspricht.( Lachen bei der Mehrheit.) der rheinische Oberpräsident, er war einer der ersten, der den passiven Widerstand zu zertrümmern suchte durch Verbot des„ Ruhrecho" Und Herr Luther, der Organisator der Hungersnot, er bleibt auch Abg. Frölich( Komm.) in dieser Zeit des namenlosen Elends, das die Aera der Regirung behauptet, der Sturz Cunos sei darauf zurückzuführen, daß die Cuno über uns gebracht hat, der neuen Regierung erhalten, in einer Massen von den Kommunisten aufgestachelt worden seien. Auf einen Zeit, da vom 20. August an das Martenbrot 120 000 m. foften hieb falle tein Baum, der Generalstreik habe nicht alles erreicht, wird, da man für Margarine% 4 Millionen, sogar für Pferdefleisch darum würden die Arbeiter die Rüstung jetzt verstärken. Die ErAnwendung finden, die angesichts des verschärften Drucks der Feinde 4 Million pro Pfund zahlen muß. In öffentlichen Aufrufen wer- flärung Breitscheids habe gezeigt, daß die Opposition nicht den Mut Erfolg versprechen. Je stärker der Angriff, desto stärker auch die den Versprechungen gemacht, sie werden Seifenblasen sein. Auch habe, ihren Kampf innerhalb der Partei zu führen. Der Redner Abwehr.( Zuruf b. d. Kommunisten: Alle?) Ja, alle!( 3uruf b. d. Herr Stresemann wird eine hungerpolitik treiben.( Abg. Koenen: erkennt gemisie Gemeinsamkeiten zwischen Kom Kommunisten: Auch Mord und Lotschlag?) Das überlasse Gin Romet wird er sein.) Unter Cuno hat eine Korruption ge- munisten und Bölitischen an.( hört! hört!) Kampf gegen ich anderen. Wir sehen voraus, baß auch die große Roalition im herrscht durch Liebesgaben an die Kohlenbarone usw. die Kohlenbarone usw. Herr ausländischen Imperialismus und gegen Ausbeutung einzelner Reiche unter den beherrschenden Einfluß der Sozialhilferding hat in feinem Wert„ Das Finanzkapital" nachge- Klaffen. Die Kommunisten hätten Berständnis für die Klasse des demokratie gelangen wird.( Sehr wahr! rechts.) Sie wird wiefen, daß das Kapital an feiner Politik zugrundegeht, und jetzt Mittelstandes, die einfach zertreten werde.( Lachen bei der Mehrheit.) Abg. von Graefe( Dtoölf.) erflärt in einer persönlichen Beeder der Vergewaltigung rechtsgerichteter Kreise durch den Terror wird er das fapitalistische Deutschland retten. Die ganze Markder Straße ein Ende machen, noch wird sie die wirtschaftliche Not be- ftübungsaktion ist ein Unfinn und beschleunigt nur den Banfrott; mertung, die Deutschvolfischen führten allerdings heben, sondern wird sie nur verschlimmern.( Sehr wahr!) Nach diese Aktion war das Rezept des Herrn Hilferding. Es bleibt mit allem Ernst den Kampf gegen die tapita auf diese Finanzpolitik listische Ausbeutung. alledem ist unsere Stellung zur neuen Regierung gegeben: Aber die angebliche 3u< sammenarbeit sei ein schlechter Wiz. Bir verjagen ihr das Vertrauen. Wir sind uns der Pflicht bewußt, auf außenpolitischem Gebiete affes zu tun, um die Wirkung des Widerstandes gegen den franzö. fischen Raub zu stärken. Sie verlangen von der neuen Regierung nicht nur Worte, sondern Taten. Wir fordern, daß alle Formen und Mittel des Widerstandes ( Beifall bei den Deutschnationalen.) Abg. Dr. Scholz( D. Vp.) feine andere Antwort als die Revolution. Herr Soilmann ist in das Kabinett gekommen, weil man einen nationalliberalen Sozialdemokraten brauchte. Herr Radbruch hat fehr richtige Prinzipien, schade, daß er Sozialdemofrat ist.( Seiterfeit.) Er hat in einer Schrift nachgewiesen, daß man auf den sogeerklärt namens der Deutschen Volkspartei: Die Fraktion der Deut nannten Ueberzeugungsverbrecher nicht die Strafjustiz anwenden schen Volkspartei begrüht die Erklärung der Reichsregierung und fönne, daß man einen politischen Verbrecher nicht mit entehrenden wird ihr zur Erreichung ihrer Ziele die erforderliche Unterstügung Strafen belegen kann. Wir werden abwarten, ob er seinen Bringewähren. Sie will nicht unterlassen, in diesem Augenblick auch zipien treu bleiben wird.( Abg. Höllein[ Romm.1: Er wird noch ihrerseits in Unterstreichung der Worte des Reichskanzlers dem manchen Radbruch erleben! Heiterkeit.) Herr Radbruch hat als Reichskanzler Cuno und feinem Rabinett wärmsten Dank Justizminister den Staatsgerichtshof nicht zu einer republikanischen öffentlich auszusprechen.( Bravo!) Die schwierige Lage unserers Gesinnung bringen fönnen. Herr Stresemann mill die Machtmittel Boltes in außer und innenpolitischer Beziehung ließ auch uns die des Staates gegen die Massen anwenden, und dabei verlangt er das Verbreiterung der Regierungsbasis angezeigt und notwendig er: Bertrauen des Boltes. Herr Stresemann wird noch den Generalscheinen; eine Verbreiterung im übrigen, zu der meine Partei feit streit spüren. Er sagt: Demokratie ist Herrschaft der Mehrheit. Das Jahren bereit war. Wir werden in ehrlicher Zusammenarbeit mit war abgeschmackt in diesem Reichstag, der immer und immer verden übrigen Koalitionsparteien und mit allen Parteien dieses Hauses, sagt hat und verzichtet hat auf eine Mitwirkung in der Politif. die den gleichen Willen haben, uns bemühen, alle Kräfte des Volkes Dieser Reichstag ist eine Null. Die Mehrheit des Boltes foll im zusammenzufaffen zur Aufrechterhaltung von Deutschlands voller Reichstag zum Ausdruck kommen. Wer aber vertritt denn noch die Selbständigkeit nach außen, zur Aufrechterhaltung der Staatsautori: Meinung der Wähler, die ihn gewählt haben. Millionen von tät im Innern.( Sehr gut!) Die Deutsche Volkspartei hat das größte Wählern stehen hinter uns Kommunisten. Es müßten NeuOpfer gebracht, das eine Partei dem Vaterlande bringen fann: Sie wahl en stattfinden, damit die wirkliche Mehrheit des Volkes fest hat ihren besten Mann zur Führung der Reichsgeschäfte in scherster gestellt wird. Eine solche Politik hätte vor allem die SozialdemoZeit zur Verfügung gestellt. Daß dieses Opfer nicht vergebens fei fratie treiben sollen, aber sie hat die Stunde nicht genutzt, sondern zur Rettung des Baterlandes, das ist unser heißester Wunsch. eine Politit gegen sich selbst befolgt. Sie hätte. ( Beifall.) Präsident Lobe teilt mit, daß von den Deutsch nationalen namentliche Abstimmung über den Vertrauens antrag beantragt ist. Abg. Dr. Petersen( Dem.) gibt namens seiner Fraktion gleichfalls nur eine Burze Erftarung ab, möchte aber zunächst dem Redner der Deutschnationalen erwibern. Es flingt in dem Munde des Abg. Hergt merkwürdig, daß ausgerechnet er sich über den Einfluß der Straße in Deutschland beklagt, wenn man sich vergegenwärtigt, daß auf dem letzten Parteitag dieser Borfitende der Deutschnationalen Partei erklärt hat, man fage sich vom Parlamentarismus los und werde die Deutschnationale Partei auf die Straße mif uns zufammen Neuwahlen erzwingen sollen, dann wäre eine bürgerliche Regierung nicht mehr möglich gewesen. Die Sozialdemokratie wind das Schicksal der großen Roalition teilen, fie wird zugrunde gehen. Sie bildet das letzte Mittel, eine bürgerliche Bolitit zu treiben. Die Frankfurter Beitung" nennt die große Koalition die letzte politische Referve. Die enttäuschten Massen haben die Lage erfannt und stellen sich hinter uns. Bon der Erfassung der Sachwerte ist bei den Sozialdemokraten feine Rede mehr; an diesem Perzicht wird die Partei zugrunde gehen. Aber auch die fapitalistische Gesellschaft samt der großen Koalition wird im Meere des Proletariats erfaufen. Abg. Wulle( Deutschvölkische Freiheitspartei): Parlamente haben ein auffallend furzes Gedächtnis. führen.( Unruhe rechts und Zurufe: Er muß noch deutsch lernen!) Dr. Stresemann, der jetzige Reichskanzler, hat noch vor wenigen Wir müssen die Wertbeständigkeit nicht nur für die Festsetzung der Tagen sich scharf gegen den Alarmartikel der„ Germania" geBreise, sondern für alle Verhältnisse durchführen. Im übrigen spreche wendet und Herrn Cuno sein Vertrauen befundet, und fo taten ich unsere Freude darüber aus, daß man eingesehen hat, daß die mit ihm alle, die ihm als Reichskanzler heute ihr Bertrauen be Zusammenfassung der Barteien eine Notwendigkeit in schwerer Zeit zeugen. Das Kabinett Stresemann hat den Vorzug der Offenheit geworden ist. Nur eine Zusammenfassung der Kräfte bann uns und Eindeutigkeit, retten, nach dem alten Spruch: Eintracht hält Wacht!( Beifall.) Abg. Leicht( Bayr. Vp.) es ist ein sozialistisches Ministerium. ( Lachen b. d. Komm.). Die Regierung Stresemann ist ein Bert gibt namens feiner Fraktion der Genugtuung Ausdruck für die der Straße; die Kommunisten und der Generalftreit haben es marmen Worte der Anerkennung des Reichsfanglers für seinen geschaffen. Die Sozialdemokraten find ja als Partei nur noch eine Borgänger.( Beifall.) Wir haben vollständiges Verständnis für die große Seifenblase, die bei den nächsten Wahlen unfehlbar platzen Schwierigkeiten des Augenblicks in der außen- und innenpolitischen muß; die Sozialdemokraten haben lediglich aus schlotternder Angst Lage. Uns würde die Bildung eines Kabinetts auf breiterer pon der Straße noch in lehter Stunde Herrn Cuno fallen laffen, um Grundlage, damit dadurch zum Ausbruck kommt, daß die weitesten fich noch eine Weile länger zu halten. Und wie steht es um Kreise des Parlaments und des Boldes hinter der Reichsregierung die Deutsche Volkspartei, die uns doch von den„ roten Ketten" stehen, sicher nicht entgegen sein. Wir sind dem neuen Reichskanzler dankbar für die Worte, die er gefunden hat für das Verhältnis des befreien wollte! Damit schließt die Aussprache. Es folgt die Abstimmung über das Vertrauensootum. Für das Bertrauensvotum stimmen die Regierungsparteien, da gegen ftimmen die Deutsch nationalen, die drei Deutsch pölkischen, die Kommunisten und die Abgg. Geisler ( b. f. Fr.) und Ledebour( b. t. Fr.). Die Bayerische Voltspartei enthält sich der Stimme. Das Vertrauensvolum wird mit 240 gegen 76 Stimmen bei 25 Enthaltungen unter lebhaftem Beifall der Regierungspartelen angenommen. Das Heus geht zur zweiten Beratung des Gesehentwurfs über die Sicherung und die steuerliche Behandlung einer wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reichs über. Der Entwurf ermächtigt die Reichsregierung, zur Sicherung des Zinsendienstes und der Rückzahlung der Anleihe bis zur Höhe von 500 Millionen Mark Gold, mangels Deckungsmitteln aus den ordentlichen Einkünften des Reichs Zuschläge zur Vermögenssteuer zu er heben. Der Ausschuß hat hinzugefügt, daß dies nach näherer Beftimmung des Reichsrats und eines Ausschusses des Reichstags zu erfolgen habe. Die Vorlage befreit die Anleihe von der Börsenumsak steuer sowie die selbst gezeichneten oder in dem ersten Jahr seit Beginn der Zeichnungsfrist erworbenen Stücke von der Erbschaftssteuer. Der Steuerausschuß hat diese legtgenannte Frist nur bis zum 15. Mai 1924 erstreckt. Abg. Dr. Helfferich( Dnat.): Im Ausschuß ist die allseitige Ueberzeugung zum Ausdruck gekommen, daß, nachdem einmal die Anleihe erfolgt ist, sie auch mit allen Sicherungen ausgestattet werden muß. Strittig war nur die Frage der Befreiung von der Erbschaftssteuer. Die Sozialdemokraten hatten dagegen grundsägliche Einwendung erhoben, waren aber dann damit einverstanden, daß die Befreiung von der Erbschaftssteuer someit gehen soll, wie die Stücke bis zum 15. Mai 1924 erworben find. Wir hielten die einjährige Frist der Regierungsvorlage für das Richtige und beantragen deshalb in diesem Punkte die Wiederherstellung der Vorlage. Der Landwirtschaft ist ein großes Opfer auferlegt worden und deshalb ist es ausgeschlossen, daß die Landwirtschaft im nächsten halben Jahr iraendwelche verfügbaren Mittel hat, um diese Anleihe zu zeichnen. Wenn wir also die Landwirtschaft heranziehen wollen, so muß unser Antrag angenommen werden. Die Kommunisten beantragen die gänzliche Streichung der Steuerbefreiungen. Abg. Höllein( Komm.): Wie bisher mit der Steuerpolitif. eine parlamentarische Komödie getrieben worden ist, so ist auch hier wieder die Sozialdemokratie dabei, die Golbanleihe als Rettungsanfer anzupreisen. Solche Maßnahmen beseitigen aber nicht das Elend und retten die finfenden Arbeiterschichten nicht vor dem Untergang. Die befizenden Klassen sind immer mit Steuern verschont geblieben. Keine Bourgeoisie der Welt plündert das Vaterland so aus wie die Börsenbourgeoisie. Auch diese Anleihe ist nur ein Bersuch der herrschenden Klaffen, die Maffen zu täuschen. In Wirklichkeit wird den befizenden Klassen nur eine weitere Ausplünderungsmöglichkeit gegeben. Von einem Opfer kann nicht die Rede sein. Der Redner wirft der Rechten vor, sie wolle durch Gaunereien weitere Vorteile erraffen. Sämtliche Abänderungsanträge werden abgelehnt. Darauf wird die Borlage in der Ausschußfassung in zmeiter und dritter Lesung angenommen. Es folgt die dritte Beratung des zweiten Nachtrags zum Reichshaushaltsplan. Reiches zu den Ländern, daß er volles Verständnis hierfür haben Her: Sollmann im Reichskabinett wird eitel Freude im Abg. Dr. Schreiber( 3tr.) wünscht, daß größere Mittel für die wird. Wir sehen darin eine Voraussetzung für den Wiederaufbau Staate des Herrn Zeigner erregen; er wird nach dem Muster Behebung der kulturellen Not, insonderheit für die Notgemeinschaft und den gedeihlichen Bestand und die Zukunft unseres deutschen des Herrn Severing auch im Reiche gegen unsere Partei kräftig mit der deutschen Wissenschaft, beschleunigt bereitgestellt werden. Vaterlandes.( Sehr richtig!) Wir stimmen ausdrücklich auch den Verordnungen losziehen. Herr Hilferding darf jetzt sein Eine entsprechende Entschließung wird angenommen, ebenso Richtlinien bei und der Beurteilung des Reichskanzlers über die Finanzprogramm durchführen, das darauf hinausgeht, das deut. der gesamte Nachtragshaushalt. Der Gefeßentwurf zur Erhöhung der Gebühren der Rechts anwälte und der Gerichtskosten wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesehentwurfs über die Erhöhung der Geldbezüge aus Altenteils= verträgen. Abg. Frau Schuch( S03.) begrüßt das Gefeß und fragt, ob die Regierung jezt bereit sei, den unehelichen Müttern für ihre Kinder aus Abfindungsverträgen zustehende Beträge zeitgemäß zu erhöhen. Es gäbe noch Fälle, in denen 15 und 20 m. monatlich für die Kinder gezahlt werden. Ein Vertreter des Justizministeriums sagt zu, daß die Frage in dem Gesetz über die Rechtsstellung der unehelichen Kinder geregelt werden soll. Der Gesezentwurf wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Ein Antrag Obermeyer( S03.), zur Belebung der Bautätigkeit statt einer Billion zehn Billionen Marf auszusehen, wird dem Wohnungsausschuß überwiesen, ebenso ein weiterer Antrag Obermeyer( S03.) auf weitere Anpassung der Wohnungsbauabgabe an die Geldentwertung. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch 2 Uhr: Kleine Vorlagen, Bostgebühren, kommunistischer Antrag auf Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz der Republit gegen Presseangriffe. Schluß 7% Uhr. * * Presseempfang beim Reichskanzler. Reichskanzler Dr. Stresemann empfing am Dienstag im Anschluß an die Debatte zur Regierungserklärung im Reichstage die Bertreter der deutschen Presse. Er bat um die Unterstützung der Presse im Interesse des deutschen Volkes ohne Rücksicht auf die Parteistellung des einzelnen Organs, da gegenüber dem Auslande die Einigkeit der deutschen Parteien notwendiger fei als jemals. Der Kanzler stellte weiter in Aussicht, daß er in wichtigen Fällen selbst die Preffe informieren werde. Später empfing Dr. Stresemann in der gleichen Weise die Vertreter der ausländischen Presse. Theater, Lichtspiele usw.) Deutsches Th. Volksbühne 72 Uhr: 73 Uhr: LUNA PARK Ab 3 Uhr voller Betrieb Tägl. ,, Aero- Star", die gr. Luftsensation d. Welt Schneider Wibbel Madame Butterfly. DeutscherMetallarbeiter- Verband Ferwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83/85 Kammerspiele Lessing- Th. Geschäftszeitvorm. 9Uhr bis nachm.4 Uhr. 712 Uhr Die Gastspiel der 3. Studie des Telephon: Aunt Rorben 833 bis 836 Büchse der Pandora Moskauer Künstler- Theaters: unb 6592 bis 6595. Heute bis Freitag mittwoch, 15. Auguft, abbs. 7 Uhr, Gr. Schauspielhaus täglich 7, Uhr: in Altems Seftfälen, Sasenheide 8 Uhr Die Weber Theater i. d. Prinzessin Branchenversammlung Turandot KöniggrätzerStr. Kleines Th. 8: Die wunderl. Geschichten Kapellm. Kreisler 1. Teil des Tägi 8 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung Berit. er Theater ma 7.30 U. Mädi Trianon- Th. Tägi.& Uhr: der Rohrleger, Selfer und Bauflempner. agesordnung: 1. Vericht über unsere Lohnverhandlungen. 2. Branchen und Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. T Die Kommissionsmitglieder treffen sich um 5% Uhr in demselben Lotal. Deutsch Opernhaus Die Raschhoffs Die Auszahlung der Unterstügungs Abends 7 Uhr: gelber usw. erfolgt Mittwoch zur feftGünstling der Zarin Central- Theater gelegten Zeit Die Ortsverwaltung. Gastspiel des Große Volksoper Schauspieler- Th. im Theat d.Westens 8 Unr: Julius Cäsar 8 Uhr: Die Räuber Granach, George. Intimes Theater 8: Casino- Theater Diplomat im Dienst D blaue Pyjama etc. 8 U. Die BREMEN 8. U. Metropol- Theater neuen Reichen 8 U: Die Schönste der Frauen Neues Theat a. Zoo Deut. Künstler- Th. 8 Uhr: Leibkutscher Max Adalbert des Fridericus Rex Schiller- Th. Charl. in: Die Die Tugend8U: Süße Susi prinzessin Th. a. Nollendortpl. 784: Mein Freund 8 Musik v. Kurt Zorlig Tägl. 128 Uhr der Lakat Metropol- Varieté Metropol- Variete Wallner- Th. 8 Die Luxusfrau Theater des Ostens ( Rose Theater) 7% U. Die Dame mit der Maske II. Programm Dealsch- Russ. Theater Masken Varieté- Progr. Außerdem das große dmirals- Varické 00 Das internationale August. Programm Trabrennen Ruhleben Mittwoch, 15. Aug., nachm. 2 U. Graue Haare erhalten ursprüngl. Farbe u. natürl. Jugendglanz durch uns. 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ULAD Täglich DER VERGNOQUNSPARK DER BERUNER AM LPHATER BANH NEUESTE ATTRAKTIONEN ORBERL KUNSTAUSSTELLUNO Großes Monumental- Feuerwerk Ermäßigte Preise Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Mittwoch, den 15. August: 1. Kreis. Mitte. Heute abend 7% Uhr Kreismitgliederversammlung. Diefelbe findet nicht im Rosenthaler Hof, sondern in Haberlandts Fest fälen, Neue Friedrichstraße 35, statt. Genosse Aufhäuser, M. d. R., spricht über ,, Die politische Lage". 10. 84. 85. 107. Kreis. Bankow- Heinersdorf. Abends 28 Uhr bei Lude, Blankenburger Straße, öffentliche Versammlung. Ref. Reichstagsabgeordneter Genosse Künstler. Thema: Die politische Lage". Abt. Lentwig. 8 Uhr abends Funktionärsigung bei Schulz, Kurfürsten. straße 37. Wichtige Tagesordnung. Abt. Tempelhof. Abends 8 Uhr bei Buse, Werder, Ede Friedrich- Wil heim- Straße, Vortrag des Genossen Sille über: Die Frau und der Sozia lismus". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Am Sonntag verstarb unser Genosse Hans Schult, Schildhornftr. 5. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 17. August, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 15. Auguft, 7% Uhr: Falkenberg. Jugendheim Schule Roſestraße, Bortrag: Jugendgerichts gefet". Friedrichsfelde. Jugendheim Berliner Straße 45, Discussionsabend: Jugendbewegung und Sport". Friebrichshagen. Jugendheim Scharnweber Der Reichsjugendtag". Raulsdorf- Nord. straße 105, Diskussionsabend: Jugendh. Vortrag. Neu- Lichtenberg. Jugendh. Schule Marktstr., Bortrag: ,, Die Lichtenberg- Mitte. Folgen des Weltkrieges für die deutsche Arbeiterschaft". Jugendheim Dossefte. 22, parterre, Vortrag: Unsere Gegner von rechts". Lichtenberg- Nord. Jugendheim Partaue 10, Bortrag: Freideutsche Jugendbt. Reinickendorf- Weft. Abends 7 Uhr Mitgliederversammlung im bewegung und GAJ". Mehlsdorf. Jugendheim Schule Walderfeestraße, VorVolkshaus, Scharnweberstraße, Vortrag über: Gemeinschaftserziehung". ,, Wertbeständige Löhne". trag: SO., Reichenberger Biertel. Jugendheim Ref. Genosse Bern Meyer. Alle Genoffen müssen erscheinen. Glogauer Straße 15, Bortrag: ,, August Bebel". Bertrauensleute der Schwerkriegsbeschädigten in den Betrieben. Abends 6 Uhr wichtige Sigung Schulaula Lange Straße 32. Es wird gebeten, die Vertrauensleute der Schwerbeschädigten darauf aufmerksam zu machen. 137. Abt. Alt- Glienicke- Falkenberg. Abends 7½ Uhr bei Meier, Straße am Faltenberg, 5 Minuten vom Bahnhof Grünau. Vortrag über: ,, Die politische Lage". Morgen, Donnerstag, den 16. August: 13. Rreis. Tempelhof, Marienfelbe, Mariendorf, Lichtenrabe. Puntt. 7½ Uhr in der Aula der Gemeindeschule Kurfürstenstraße, Marienborf, Kreismit gliederversammlung, Thema: Die politische Lage und die große Roali. tion". Ref. Genosse Franken- Solingen. Alle Mitglieder müffen er. scheinen. 2. Uebermorgen, Freitag, den 17. August: Arcis. Tiergarten. Abends 7½ Uhr Kreismitgliederversammlung in den Arminiushallen, Bremer Straße 73. Tagesordnung: Die bringenden Aufgaben der Mitglieder". Ref. Genoffe Crifpien, M. d. R. Jedes Mit. glied des Kreises muß erscheinen. Sonntag, den 19. Auguft: 32. st. Gemeinschaftlicher Familienausflug nach dem Lindengarten in Fried. richsfelde an der Kirche. Treffpunkt Memeler Straße an der Weberwiese. 8wangloser Abmarsch Punkt 2 Uhr. Die Jugendgenossen weben ersucht, etwaige Musikinstrumente mitzubringen. Freunde und Genossen anderer Abteilungen sind herzlichst eingeladen. Agitationsmaterial( alte Borwärtsnummern) bitte mitzubringen. Sänger find gerngesehene Gäfte. Zum Linmachen leiftet Süßftoff allerbeste Dienfte. Er fist völlig rein obne Revengeschmad, bequem zu verwenden, billig und befömmlich. Cine H- Padung, entspricht Der Süßtraft von 1 Pfund 3uder. Erhältlich in Kolonialwaren. Drogen handlungen und Apotheken. Um der herrschenden Zahlungsmittelnot nach Möglichkeit abzuhelfen, haben die unterzeichneten Banken und Bankiers gegenseitig Schecks auf einander gezogen in Beträgen von M. 500 000.-, M. 1 000 000.-, M. 5 000 000.- und M. 10 000 000.--. Die Schecks sind als Ersatz für bares Geld bestimmt und werden von den unterzeichneten Banken in Zahlung genommen. Eine Einlösung in Banknoten erfolgt, sobald die Reichsbank wieder in der Lage ist, die Ansprüche des Zahlungsverkehrs in vollem Umfange zu befriedigen. Wir bitten die Berliner Geschäftswelt, diese Schecks an Zahlungstatt anzunehmen und sie bis zur Behebung der Zahlungsmittelknappheit im Verkehr zu belassen. Berlin, den 14. August 1923. Berliner Handels- Gesellschaft S. Bleichröder Commerz- und Privat- Bank Aktien- Gesellschaft Darmstädter und Nationalbank K. a. A. Delbrück Schickler& Co Deutsche Bank Direction der Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank Hardy& Co. G. m. b. H. Mitteldeutsche Creditbank J. Dreyfus& Co. Mendelssohn& Co. Allgemeine Ortstraatentasse Allgemeine Oristrantentasse Berlin- Lichtenberg Berlin- Pantow Bekanntmachung. Durch Berordnung des Reichsarbeitsministers vom 7. August 1923 gilt als Höchstgrundlohn das Bierfache der für die Lebensunterhaltungstoften festgelegten Durch Verordnung des ReichsarbeitsReichsindegzahl, abgerundet auf minifteriums vom 7. Auguft 1923 gilt als volle 1000 M. Fir die Woche vom 13. bis Söchstgrundlohn das Bierfache der für 19. August 1923 beträgt die Inderziffer Lebenshaltungskosten ermittelten Reichs149531, aufgerundet auf 150 000 9. mal 4, inderzahl, abgerundet auf volle 1000 0. somit beträgt der Höchstgrundlohn für den Für die Woche vom 13. bis 19. August Ralendertag 600 000 M. Die Steigerung 1923 betragen: in ben einzelnen Lohnstufen beträgt von Stufe 1-10 fe ein zehntel des Höchftgrundlohnes. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Mieterverband Gau Berlin. 6. Verwaltungsbezirk. Funktionärverfanim lung Donnerstag, den 16. August, abends 7 Uhr, in der Bod- Brauerei, Fidicin straße 2-3. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Recht zahl reiches Erscheinen erforderlich. Arbeitersport. Arbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Streis. Sonntag, ben 19. Auguft, Kreisjugendsportfest auf dem Sportplag des Turn- und Sportvereins Elche in Köpenid. Touristenverein ,, Die Naturfreunde", Abt. Rofenthaler Borstadt. Unfer Seim befindet sich jetzt im Lesezimmer des Landsgemeindehauses, C., GophienStraße 23. Schwimmverein ,, Borwärts Berlin 1897". Achtung, Mitglieder der Gruppe Süden und Neukölln. Unsere Gruppenversammlung findet aut Donnerstag, den 16. August, abends 7 Uhr, in der Schulaula Reichenberger Straße, Ede Forster Straße statt. Pünktliches Erscheinen, insbesondere ber neuen Mitglieder, ist Pflicht. Wetter bis Donnerstag mittag. Vielfach heiter, in den Tages. stunden mäßig warm, aber veränderlich. Jm östlichen Stüftengebiet strich weise etwas Regen. Bekleidung Fahrräder kauft Eisenacherftr. 52. 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Da sich hiernach die Grundlöhne und! fomit auch die Beiträge von Woche zu Boche ändern können, ift es unmöglich, ben Arbeitgebern stets rechtzeitig Tabellen zur Berfilgung zu stellen. Der Borstand hat daher befchloffen, sich in Zukunft darauf zu beschränken, in den It. Sagung vorge ichriebenen Organen zurzeit der Vorwärts" anfangs der Woche die neuen Grundlöhne und Beiträge befanntzugeben Außerdem werden diese Säge auch durch Aushang im Kaffenlotal ab Montag jeder Woche zur Kenntnis gebracht. 12345678 9 10 über 540 000 Berlin- Bantom, den 11. August 1923, Der Borstand. D. Gütig, Borsitzender. Ausnahmsweise werden wir für bie Metallbetten laufende Woche die volle Beitragstabelle Stahlmatratz., Kinderbetten dir, an Priv. zum Abdruck bringen. Dieselben betragen Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. ab 13 August 1923: Mr. Lehrlinge ohne Entgelt Grund pzo Stufe Ein Kind frei lobn Woche pro Beitrag Monat pro Tag wt. 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