�benöausgabe Nr. 37$ ♦ 40. Jahrgang Ausgabe g Nr. 190 D-zugsb-dingungen und Anzeigen?«!?« sind in der Morgenausgabe angegeben »edoklloo: SZV. SS. Lindenstrahe 3 Setnfpccdjer: Dönhoff 292— 295 lesi-Adresse: Sozialdemolra« vor»» P. ZZevlinrv Vollrsblskt preis lSSSS Mk. Mittwoch 15. /lusustl�LZ Verlag und Anz etg enadteilung: Keschlflszeit S-S Uhr SccIegcreOecniäcis-Detlao Gmby. verlin STB. es, Linden slrnff« 3 Fernsprecher: Dönhoff 2508>2501 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemohratifchen Partei Deutfchlands pariser Echo der Regierungserklärung. . Pari». IS. August.(Eco.) Abgesehen von einigen«xtrem-natio- »rolistischen Blättern, lassen Sie Kommentare der Pariser Morgen- blätter zu der Regierungserklärung des neuen deutschen Kanzlers «we wesentliche Entspannung der politischen Lage auf dem Kontinent voraussehen. Eo drahtet der Berliner Korrespondent des„Echo de Paris": Um die Rede Stresemanns nach ihrem richtigen Wert zu beurteilen, ist« notwendig, sie mit den herausfordernden Erklärungen seines Borgängers zu vergleichen. Die Regierungserklärung vermeldet Wort«, wie„Krieg" usw., die so oft in den letzten Monaten gebraucht wurden. Man spricht nicht mehr davon, daß der passive Widerstand nicht aufhören würde, selbst wenn die Berliner Regierung Befehl dazu gäbe. Die Franzosen werden nicht mehr als Barbaren behandelt, und die Liste der angeblichen französischen Der- brechen wird nicht mehr ausgezählt. Das sind feststehende Beweise für die Absicht Stresemanns. den Ruhrkonflikt zu regeln. Trotz der moralischen Stütze, die di« Londoner Regierung Deutschland gegeben hat, kann man in der Rede Stresemanns die Erklärung feststellen, daß nichts irrsinniger wäre, als die englisch« Rote zur Grundlage für«ine Politik der Lethargie zu nehmen. Es scheine also, daß das neue Kabinett geneigt s«i, keine übertriebe- nen Hoffnungen auf England zu gründen. In bezug auf das Ruhr- gebiet wandte der Kanzler mehrere Male das Wort„zur V e r- f ü g u n g stellen" an, um damit die F o r m zu bezeichnen, in der Deutschland das Ruhrgebiet wiedergegeben werden würde. Es scheint, daß das neue Kabinett einen Ausweg aus dem Ruhrkonflikt sucht, eine Rückkehr zu der unsichtbaren Besetzung, die Deutschland das Ruhrgebiet wieder„zur Verfügung stellen" würde. Das Pro- gramm der deutschen Regierung und die gemäßigte Form, in der es vorgetragen wurde, bedeute einen Fortschritt. Auch die übrige Presse bemüht sich in der Mehrzahl, aus der ~---''' it, was zu einer Eni- neuen .........__f DW diejenigen enttäuscht,"die den neuen Kanzler als einen zähen und geschmeidigen Geist dargestellt hatten, der allerdings zunächst>tls ebenso guter Deutscher erscheinen müsse, als fein Vorgänger. Man müsse unter- streichen, was der deutsche Reichskanzler den Kommunisten zugerufen habe, daß die Demokratie die Herrschaft der Mehrheit und nicht Dil- tatur einer Minderheit bedeute. Es gäbe alio in Deutschland nun- mehr(!) Leute, die es wagten, offen zuzugeben, daß sie Demo- kraten seien. Seine kurze Rede, die einen geschickten Staatsmann erkennen lassen» sei, von den Kommunisten abgesehen, mit einstim- migem Beifall aufgenommen worden. Das müsse der französischen Regierung zeigen, daß sie einem starken ernsthafien Gegner gegenüber sei, dem sie mit größter Vorsicht begegnen müsse. Aber es gäbe kein Beispiel dafür, daß ein intelligenter Mensch sich bockbeinig ge- weigert habe, das gute Recht(!) seines Gegners anzuerkennen. Im„Petit P a r i s i e n' schreibt Philipp Millet. es scheine, als ob die Aenderung in der deutschen Politik nicht so bedeutend sei. wie man vorher angenommen habe. Die Ausführungen Stresemanns könnten wohl Anlaß zu der Schlußfolgerung aeben, daß er bemüht sein werde, die Haltung Deutschlands in der Ruhr- frage zu ändern. Von seiner ersten Kanzlerrede Hab« man nicht den Eindruck, als ob er dies bereits jetzt tun werde. Man dürfe sich hierüber nicht wundern. Tatsache sei. daß Stresemann weder wütender Gegner der Großindustriellen noch entschlossener An- Hanger einer Annäherung, sei es mit Frankreich, sei es mit Eng- land. Die Ursache dafür, daß die Ausführungen Slrejemann» nicht ganz so zufriedenstellend ausgesallen sind, wie man ursprünglich hoffte, sieht Millet ebenso wie eine Reihe anderer Artikelschreibcr in der englischen Rote, die die neue deutsche Regierung in der Aufrechterhaltung des passiven Widerstandes bestärkt habe k- n c., Auch der„Matin macht den Einfluß der letzten eng- tischen Rote auf die RegierungserNärung des neuen Kabinetts zum Mittelpunkt seiner Betrachtungen Stresemann schreibt das Blatt will die Frage der Rechtmäßigkeit de? Ruhrbesetzung einem internationalen Gerichtshof unterbreiten. Die Folg« wäre, daß Deutschland, wenn e,n internattonaler Genchtshos die Ruhrbesctzung für rechtmäßig erklären würde, die Besetzung anerkennen müßte. Stresemann habe ober an onderer«telle er- klärt, daß man Deutschland das Ruhrgebiet r uckgeb« n müsse, damit es die notwendigen Mittel zur Regelung der � IReparfftionen vereinen könne. Deutschland we�d« also nicht Wiedergut. machungen leisten, sondern im Ruhrgebiet bleiben, selbst für den Fall, daß ein internationaler Gerichts hos die Rechtmäßigkeit der Ruhrdesetziing anerkennen würde. Wozu denn dann also der �Die� G e samt auffassung der französische Press« kann ober im großen und ganzen in dem Satz des Berliner Korrespondenten des„Journal" zusammenaefaßt werden, der seinein Blau als Haupteindruck bor Stresemannschen Ausführungen drahtet: Es ist sicher, daß Staesimann nicht beabsichtigt, di« Drücke zwischen Berlin und Paris abzubrechen." Die ilngesehlichkeit öer Ruhrbesetzung. London, 15. August.(EP.) Die Zeitungen veröffentliche» ein« offiziös« Rote, in der erklärt wird, daß di« englische Regierung schon früher auf di« Ungesetzlichkeit der Besetzung der Ruhr hingewiesen habe, insbesondere in einer Unterredung, die Lord Curzon am 11. Juni mit dem französischen Botschafter in London hatte. Curzon habe lediglich Msfljst, daß die legal« Seite der Ruhrfrage damals noch keine überwiegende Bedeutung gehabt hat. Der französische Bot- schaster habe geantwortet, daß die Besetzung der Ruhr von der Mehr- heit der Reparotionskommission gutgeheißen worden sei. Hierauf habe Curzon gesagt, daß dieses Argument nicht stichhaltig sei. Di« Reparationskommission habe wohl das Recht gehabt, zu dieser Frage einen Beschluß zu fassen, jedoch hätte dieser Beschluß einstimmig angenommen werden müssen. Pari». IS. August.(WTB.) Während all« Blätter mit den in der erfolgten Veröffentlichung ausgeführten Argumenten gegenüber der englischen Note an der Legalität der Ruhrbesetzung festhalten, vertritt der„P o p u l a i r e"«ine andere Ansicht, indem er erklärt: Wir Sozialisten fußen nicht auf dem Bertrage, dessen meist« Klauseln wir ablehnen. Aber«ins scheint uns ohne Frage: Wenn di« alliierten Regierungen schon im Jahre 1919 bei der Abfassung des Friedens- Vertrages di« Möglichkeit einer Besetzung des Ruhrgebiets ms Auge gefaßt hätten, was unendlich schwerwiegend gewesen wäre, so wäre dies sicherlich in einem besonderen Paragraphen des Vertrages mit ganz genauen Ausdrücken festgelegt worden. Die e n g l i s ch e A u s- fassun g bezüglich dieses Punktes scheint uns also den Geist des 8 18 unendlich viel richtiger auszulegen als di« französisch« These. Wahrungssorgen Frankreichs. Pari». 14. August.(Eca.) Das Havasbureau hatte ge- meldet, daß eine große Anzahl Londoner Blätter in ihrem Handsls- teil der Meinung Ausdruck gaben, daß ein diplomatisches Schluß» abkommen über die Reparationsfrage, das von der ganzen Weit ge- billigt werden würde, in kurzer Zeit die Stabilität des f r a n- zgsischen Frankens herbeiführen könnt«, daß aber, wenn Poincare feine gegenwärtige Politik fortsetze, auch der sranzösische Franken in seinem„schwindelerregenden Sturz" nicht aufgehalten werde könne. Der Kurs des Pfund Sterling erreichte denn auch auf der heutigen Pariser Börse den Rekordstand von 83,29, der sich an der Nachbörs« zeitweilig auf 83,69 steigerte, um schließlich mit 83,45-zu schließen. Hierbei ist jedoch zu bemerken, daß aus Anlaß des morgigen hohen katholischen Feiertages di« Börse„Englische Woche" machte, und infolgedessen die Kursbewegung sich nicht v ö l.l i g auswirke könnt«. Die erste Kabinettsttzung. Nachdem das Kabinett Stresemann gestern das vertrauen des Reichstages ausgesprochen bekommen hatte, hielt es heute vormittag um 11 Uhr seine ersteKabinettssitzung ab. Zur Beratung stand die Ernährungsloge, zu deren Besserung sofort energische Maßnahmen durchgeführt werden sollen. Der Pressechef der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektor H e i l b r o n. hat dem Reichs» kanzler Stresemann, wie üblich, sein Amt zur Verfügung ge- stellt. Der Reichskanzler hat den Reichspressechef jedoch ge- beten, sein Amt vorläufig noch einige Tage weiter- zuführen, da ein Nachfolger bis zur Stunde noch nicht ge- funden ist.__ Rasche Arbeit. Beratungen im Neichsftnanzmimsterium. WTB. meldet: 3m Reichssinanzministerium fand heule unter dem Vorsitz des Reichsslnanzminisler« Dr. h i l s e r d i n g ein« Be- sprechung der Landessinanzamtspräsldenke und der Präsidenten der Abteilung für Besitz- und verkehrssleuern über die Durchführung der nee Skeuergesetze statt. Der Minister wies In seiner Ansprache aus den Ernst der Lage hin. die rasches, enlschlossene» Handeln erfordere. 3n der Aussprache wurde die einzelne Stecrbesllmmun- ge nach ihrer fleuertechnischen Seile hin eingehed erörtert und Richtlinie für die gleichmäßige Durchsüheng festgestellt. Bei sämtlichen Vertretern der Finanzverwaltung kam der Gedanke zum Ausdruck, daß es trotz aller Schwierigkette gelingen müsse, die demnächst fällig werdede« Steaerbeträge noch in diesem Monat in die Finanzkassen zu leiten._ Der frühere Reichskanzler Dr. Wirth ist zu Studienzwecken nach Sawjetrußland über Riga abgereist.. Unterzeichnung der Meeregeuvertrage». Dem„Tioeal« d'Italia" zufolge hat der russisch« Gesandte in Rom, IordansN, de Vertrag über die Meerengen unterzeichnet. Dollar 2400000! Die heutige Börse schloß sich der aus New Port gemeldete höheren Bewertung der Mark weiter, wenn auch nur zögernd, an. Im allgemeinen ist man der Meinung, daß die dortigen höheren Markkurs« nicht mehr, wie noch vor«inigen Tagen, allein der Materialknappheit infolge des Morkoertaufverbots zuzuschreiben sind, sondern daß man der Mark als Wertmesser wieder erhöht« Bedeutung schenkt, wozu auch di« Nachrichten von der günstigen Beurteilung beitragen, die das neue Kabinett nicht nur im Inland«, sondern auch in dem überwiegend größten Teil der aus- ländischen Presse, selbst der französischen, erfährt. Gegen 19 Uhr wurde der Dosilar noch mit 2 999 909 M. gesprochen und gegen 12 Uhr hört« man im freien Berkehr«inen Kurs von 2499999 bis 2699999. Umsätze fanden aber kaum statt, da Material so gut wie gar nicht im Freioertehr herauskam. Deschmälert werden die günstigeren Aussichten für di« Mark durch die einstweilen immer noch nötig« Vermehrung des Papiergeldumlaufs. Von den neuen Steuern oerspricht man sich in dieser Beziehung einig« Erleichterung, dech ist man der Ansicht, daß dieser Faktor keineswegs überschätzt werden darf und daß man die weiter« Gestaltung unserer politischen rmd wirtschaftlichen Loge abwarten müsse. Amtlich wurde das englische Pfund mit 12 499 999 M notiert. Di« Lag« des Geldmarktes escheint etwas flüssiger. Tägliches Geld ist mit 1 Proz. zu haben. Sabaths Dolchstoß. „In den Gewerkschaften gilt es zu arbeiten, damit nicht Lele vom Schlage Sabaths die Hand zum Dolchstoß erheben."(Ruth Fischer in der Versammlung der kommu- nistischen Betriebsräte.) Wenn Feldherrn eine Schlacht verlieren, dann find sie niemals selber schuldig, sondern wissen Schuldige zu finden. Wenigstens bei uns zu Lande, in Deutschland, pflegt das so zu sein. Wo Ueberlegung und nüchtenie Selbstkritik fehlt, wo man zu ihr nicht willens oder nicht fähig ist, da findet sich rechtzeitig die Legende vom D o l ch st o h ein. Das war bei Ludendorff so, das ist bei den Kommunisten so. Vernichtend ist ihre Niederlage, um so heftiger keifen sie gegen den Dolchstößler S a b a t h, gegen die Gewerkschaftsbureau- kraten und gegen die„feigen Massen", die sich noch nicht zum kommunistischen Heldentum der Zerstörung aufgeschwun- gen haben. Vor Tische las man's anders. Am Freitag noch, als der„Generalstreik" noch nicht ausgerufen war, versicherte Ruth Mischer den versammelten Gewerkschaftsbonzen, daß sie„keine Ahnung hätten, wie es in den Betrieben aussehe, daß die Bewegung über ihre Köpfe hinweg- gehen werden", und ihr Pendant Maslow unterstrich diese interessante Feststellung:„Jawohl über eure hohlen Köpfe hinweg". Wie hoch diese Einsicht zu bewerten ist, haben die Ereignisse ja wohl zur Genüge gezeigt. Es wäre immerhin einiges gewonnen, wenn man hoffen könnte, daß in solch erleuchteten Köpfen die Einsicht wachsen würde, daß es� ohne die„hohlen Köpfe" doch nicht ganz geht und das; bei aller„Niedertracht" der verhaßten veformistischsn Fiih- rer sich die kommunistischen Strategen es doch reiflicher über- legen sollten. Kämpfe.anzuzetteln, die sich nicht gegen das Bürgertum, sondern gegen Arbeiter richten. Aber war von solcher Einsicht auch nichts vorm Streik, nichts während des Streiks zu spüren, so zeigen auch die Rückzugspamphlete von heute keine Aenderung. So typisch wie die Barrikade gegen fahrende Straßenbahnen, dix Stoßtrupps zur Stillegung lebenswichtiger Betriebe für das anarchistische Denken der linken Kommunisten sind, die in der Bewegung vollständig Oberwasser hatten, genau so engstirnig bleibt die Kommu- nistische Zentrale in ihrem Streikabbnichsauftus. Auf Lügen und Unwahrheiten kommt es nicht an. Mit Lügen, falschen Naäirichten trieb man Arbeiter in den Streik. Man erzählte Märchen von dem ganzen Deutschland, dos in Flammen stände. Genau so erzählt man jetzt, daß der Streik auf der vollen Höhe der Bewegung abgebrochen sei. Niemand weiß natürlich so gut, wie die Zentrale der KPD., daß er niemals auch nur die geringste Aussicht auf Erfolg hatte, daß er selbst in den wenigen Betrieben, in denen die Gewalt für einen Tag sich durchgesetzt hatte, erledigt war, als man endlich sich entschloß, selber unter die Bremser zu gehen. Wie spontan die Massenbewegung war, die die KPD. inszenierte, zemt nicht mir das offene Bekenntnis, daß die KPD. diesen Streik„geführt und durchgehalten" habe, son- dem auch die offene Darlegung der Technik der Bewegung. Ganz im Stile des ssligen Märzputscbes von 1921, den Brandler vorbereitete, um dann vorm Richter ihn so tapfer zu verleugnen, bekennt man auch hier, daß man es auf die entscheidenden Punkte abgesehen habe. Das„ver- sagen" der Eisenbahner wird als entscheidend hingestellt. Man,hoffte ja nicht auf einen Generalstreik, wie er in dem Abwehrkampf gegen den Kapp-Puftch zustande kam. man wollte durch Lahmlegung des Verkehrs, durch Abschneiden des Stroms die Arbeter zwangsweise von der Arbeft fernhalten. Die alte schöne Theorie von der„Vorhut" erlebte ihre fröhliche Urständ in den Versuch, mit Hilfe kleiner Minderheiten in lebenswichtigen Betrieben die gesamte Arbeiterschaft von der Arbeit fernzubalten und in Lerwir- vung und Not im trüben fischen zu können. Diese Taktik bedarf keiner Eharakteristik, theoretisch — wenn es den Kommunisten schlecht ging— sind sie selber von ihr abgerückt. Praktisch verfallen sie, ivie die Erfahrung dieser Tage gezeigt, immer wieder in sie zurück und werden dadurch zu den gefährlichsten Feinden der Arbeiterschaft. So wie jetzt die Dinge liegen, werden sie zudem gezwungen sein, diese Taktik weiter auszubauen. Darauf deutet schon die Ankündigung de? Ausbaues der Betriebsräteorgani- sation hin. Die Not der Arbeiterschaft ist der Boden, auf dem diese Taktik möglich ist. Aber die Drahtzieher dieser Bewegungen sitzen wo anders. Nicht umsonst begrüßte Paul Frölich die Regierung Stresemann als„Regierung der Ka- pitulation vor Poincar6" und jammert die„Rote Fahne" in ihrem Aufruf darüber, daß„das Bündnis mit Sowjetrußland nicht erreicht sei. das ollein geeignet sei, den innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten Deutschlands ein Ende zu bereiten". Dieses Geschrei von der„Kapitulation" bat ebenso sehr seinen Sinn, wie die wohlüberlegte Zurück- Haltung der Deutschvöltischen während des Streiks, die jetzt ihren Kampf gegen die neue Regierung mit Zitaten aus der „Roten Fahne" begleiten. Die Niederlage im Streik traf nicht allein die KPD., sie traf nicht weniger die verbreche- rischen Wegelagerer, die einen Erfolg kommunistischer Streiks gebrauchen, um selber auf dem Plan zu erscheinen und das Erbe anzutreten. Die Dolchstößler haben diesmal Luden- d o r f f nicht weniger getroffen wie Rädel. Und an der Diszipliniertheit, an der politischen Einsicht und Besonnen- heit der überwältigen Mehrheit der Arbeiterschaft, auf die wir Dolchftößler uns stützen, werden die Etappenkrieger auch beim nächsten Vorstoß scheitern. Keine Stunde freilich darf verloren gehen, um die Werbearbeit für den Gedanken des Sozialismus und der Demokratie aufzunehmen, der in schwerster Stunde seine Fruchtbarkeit so glänzend erwiesen hat. Streikzusammenbruch in Nittelüeutschlanü. Halle, 15. Zlugust.((Eigener Drahkberichl.) Die Streikbewegung in ZNitteldeuischland ist heute so gut wie z u- s a m m e n geh r o ch e n. Die stärkste Hoffnung der Kommunisten, die Vergarbeiler, sind zuerst von den Moskauer Parolen abgerückt, heule früh sind sast sämtliche Schächte der Maus- selber A.-G. in Betrieb geseht worden, heule abend, spätestens morgen früh, beginnt die allgemeine Wiederausnahme der Bergarbeit im gesamten mitteldeutschen Bergrevier. Die Führer der freien Gewerkschaften sind bereits, um die Bergarbeiter vor Schädigungen zu bewahren, mit den Unternehmern in Berhand- langen darüber getreten, daß Maßregelungen nach Möglichkeit nicht st a t t s I n d e n werden. Der Bergarbeiterstreik in Zeih ist n i ch t aus kommunistische Parolen, sondern daraus zurückzuführen. daß die Z e ch e n b e s i h e r unverständlicherweise sämtliche Borschüsse vom Lohn abzogen, so daß die meisten Arbeiter mit einem Wochenlohn von kaum l Million nach Hause gehen mußten. Daher die ungeheuere Erregung. Der Streik der Zeiher Bergarbeiter stellt sich also lediglich als ein Berzwelflungs» akt dar. Die Parolen der Kommunisten werden mit überwältigender Majorität abgelehnt. Auch im Zeiher Revier ist für morgen ftüh mit der Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen. Die Bergarbeiter haben nur die Absicht, am Tage der Beerdigung der zehn Todesopfer die Arbeit ruhen zu lassen. Die blutigen Zwischenfälle in Zeih sind entgegen früheren Darstellungen daraus zurückzuführen, daß Hakenkreuzler In Gemnnschast mit dem s y n d i k a l i- stischcn Spihel Meister aus Magdeburg die Bergorbeller von Meuselwitz, entgegen den Parolen der Gewerkschaftsführer, direkt in die Gewehre der Schupo-Beamten hineingetrieben haben. Zn halle a. d. S. ist die Streikstimmung gleichfalls im Abslauen. Sine gestern im Bolkspark von zirka 20 000 Personen besuchte Ber- sammlung nahm die Referate der kommunistischen Streikheher mit eisiger Ruhe, ohne jede Beisallsbezeugung. auf. Auch die heule früh von Kommunisten versuchte Stillegung der Straßenbahn scheiterte an dem entschlossenen Widerstand der halleschen Straßettbahner. Auch in Halle, wo heule zu einem erhebstchen Teil K den Privatbetrieben schon gearbeitet wird, rechnet man für morgen früh mit allgemeiner Arbeitsaufnahme. Die Erregung gegen die Kommunisten innerhalb der Arbeiterschaft ist außerordentlich stark, so daß damit gerechnet werden kann, daß zukünftig die Parolen der Kommunisten auch von ihrer bisherigen Anhängerschaft nicht mehr befolgt werden. Die Gpfer üer tzetze. Am Montag und Dienstag gab es in verschiedenen Städten des Reiches erhebliche Unruhen und fokange die unüberbrückte Kluft zwischen dem Einkommen der Lohn- und Gehaltsempfänger und den Lebensmittelpreisen noch gähnt, kann auch Beruhigung nicht ein- treten. An nerschiedenen Orten jedoch trieb die fluchbeladene Putschheße der Kommunisten. Syndikalisten usw. und vielleicht auch ihrer rechts- radikalen Gegenspieler Unbesonnene zu„direkten Aktionen', wie Entwaffnung von Polizei beomten, Angriffen auf öffentliche Gebäude und auf die staatliche Ordnungsmannschast. Dabei sind schwer« Opser an Leben und Gesundheit zu verzeichnen, die wieder einmal das„radikale' Hetzkonto belasten. So wurden in Aachener Vororten mehrere Personen getötet, in Homburg fünf Arbeiter getötet, etwa 20 Polizeibeamte und Arbeiter verwundet. Im nahen Wilhelms- bürg vier Menschen getötet und etwa 50 verletzt, in, Senkten berg gab es drei Tote und 14 Verletzte. Wo Plünderungen und Zwangsverkäufe begonnen, hat der Handel aufgehört— es gibt also gar nichts. Wegen des kam- munistiichen Terrors gegen die Arbeiter sind die großen Farbwerk« in Köln-Leverkufen geschlossen worden Die Aachener Plünderungen. Aachen, 15. August,(ffiig. Drahtbericht. s Gestern abend gegen 0 Uhr gelang cs den Plünderern, in das Warenhaus Tietz einzu- dringen und größere Mengen Konserven und andere Lebensmittel zu rauben. Bei einem Zusammenstoß mit der Polizei wurde ein junger Mann durch Kopfschuß getötet. In einem anderen Lebensmittelge- Ein öeutsther Tag. In Nünberg gibt Adolf, der große Adolf Hitler, den„Deutschen Lolkswillen' lzeraus. In der Nr. 55 dieses Blattes finden wir unter der Ueberschrift„Adolf Hitler in Franken' einen Bericht, der so lustig ist, daß er es verdiente, zur Erheiterung in dieser belammerten Zeit wortwörtlich hier zu stehen. Daß das nicht möglich ist, ist lediglich auf die im umgekehrten Verhältnisi« zur Papiernot stehende Länge des Berichtes zurückzuführen. Da war in Atsch Fahnenweihe und Deutscher Tag.(Wenn Adolf kommt, wird der Tag sofort„deutsch'!) Klotz, das ist ein Feldwebel von Hitler, redete eine Festrede. Als sie zu Ende war, haben sie alle das Deutschlandlied gesungen.(Sie standen da und konnten nicht anders!) Plötzlich... Jedoch nein, das, was jetzt kommt, kommt eigentlich noch gar nicht, denn vorher war noch Feld gottes- dienst und Manöver. Plötzlich... Mag der Bericht selber reden, denn mos jetzt kommt, was sich jetzt durchdrängt und schiebt, dos kann ich nicht s o sagen. „Piötzlich ertönen brausende heilruse, von einer Seite des Fest- Platzes:— Heilrufe sich stets verstärkend. Ein Ruf geht durch die Masschi: ein Ruf, der jeden mitreißt in seinen Bann, jeden, der noch einen einzigen Tropfen deutschen Blutes, noch einen einzigen Funken deutschen G-eistes hat: Adolf Hitler ist da. Nur mühsam, Schritt für Schritt, konnte unser Führer sich seinen Weg bahnen: olle wollen ihn sehen, alle wollen in seiner Nähe sein, wollen die Kraft verspüren, die von seiner machtvollen Persönlichteit ausgeht. Als Hitler zu reden sich anschickte: Totenstille, das Bewußtsein eines gewaltigen Augenblickes.' Als der gewaltige Augenblick beendet war, da wollte der Beifall nicht enden. Und auf einmal fängt mir nischt, dir nischt das Regi- ment Franken eine Parade an. Alle sahen sie blitzenden Auges auf „den Führer, den uns Gott geschenkt'. Das Geschenk aber blitzte wieder, und so blitzten sie eine Weile hin und her, bis es spät geworden und Adolf den Triumphwagen bestieg. „Die Ausfahrt Hitlers aus Neustadt war ein erneuter Triumph- zug. Nur langsam konnte der Wagen sich einen Weg bahnen, alle wollten ihn zurückhalten, ihn, den doch die Pflicht für sein. Volt schon wieder an andere Stelle rief.' D. b. d., da helfen keine Pillen. W. Sp. Oer Gipfel des Kitsches. Ben Akiba ist ein für allemo! erledigt. Das ist noch nicht dagewesen. Wir nehmen reuig alles zurück, was wir jemals gegen Geldprotzentum, Kriegs- und Revolutions-■ gewinnler und ihresgleichen grollend gesagt. O. ihr dicken gcldenen Uhrketten, auf prallen Bäuchen, ihr Serien von diamantbe*stzten Ringen an roten Wurstfingern, ihr Hühnerei- großen, blitzenden Brillantinä�e m steifen Hemdbrüsten, ihr i schüft in der Großen Kölnstraße schoß ein Geschäftsinhaber auf die das Geschäft bestürmende Menge. Ein junger Mann wurde verletzt. Darauf drangen die Plünderer in das Geschäft ein, raubten es aus und zertrümmerten das Mobiliar vollständig. Die Polizei konnte nur in den wenigsten Fällen eingreisen. Die Straßenbahnen, die gestern wegen des Proteststreiks stillagen, verkehren seit heute wieder. Die Stadt hat einen Lebensmittelkredit für die Klein- Händler in höhe von 20 Milliarden bewilligt. * Breslau, 15. August.(Eigener Dvahtbericht.) Die Unruhen in Schlesien haben sich gestern nicht mehr wiederholt. Sowohl in Oberschtesien wie in den unruhigen Gebieten Mittel- schlesiens ist eine Enstpannung eingetreten. Die kommunistische Streikporol« hat nirgends in Schlesien Erfolg gehabt, sondern wurde mit besonderer Schärfe dort abgelehnt, wo in Gewerkschaftsversamm- hingen die Arbeiter felber dazu Stellung nahmen. wie's gemacht wirü. Uns wird geschrieben: In F ü r st e n w a l d e o. d. Spree, einer Stadt mit 27 000 Ein- wohnern, ist es den Kommunisten am Montag gelungen, die Ar- beiter aus den Betrieben mit den bekannten Mitteln herauszuziehen. Es wurde die Mär verbreitet, ganz Deutschland st ehe im General st reik. Ueber 6000 Arbeiter befinden sich im Streik. Obwohl unsere Genossen den Kommunisten an Zahl weit überlegen. die Stadt einen sozialdemokratischen Bürgermeister und ein« sozial- demokratische Stadtvervrdnetenmehrheit besitzt, hoben sich unsere Genossen von den Kommunisten einschüchtern lasten und machen, wenn auch widerwillig, den groben Unfug mit. * Das ist die Methode, mit der die Kommunisten überall die Streiks inszenieren, den Zwiespalt in der Arbeiterschaft vertiefen und im Endeffekt nur die Arbeiter um ihren Lohn bringen. Das Beispiel zeigt aber auch, daß an manchen Orten eine ganz andere Energie nötig ist, und daß diesen Leuten von vornherein energisch entgegengetreten werden muß. Zorüerungen der Kölner Gewerkschaften. Köln, 14. August.(Mtb.) Eine Vertreterversammlung der Kölner freien Gewerkschaften nahm heute einstimmig ein« Entschließung an, in der vom Reichstag die sosartige Durchführung folgender Maßnahmen durch Gesetze gefordert wird: 1. Einführung einer wirklich wertbeständigen Entlohnung: 2. Automafische Anpossumz der Sozialversicherung und Wohl- fahrnpflege an die Geldentwertung: 3. Schärfste Geldbelastimg der Industrie, de» Handels und der Landwirtschaft zur Deckung aller Staats- und Gemeindeausgaben: 4. Eicherstellung aller Lebens- und Bedarssortikel, sowie Beibehaltung der Zwangswirtschaft für Getreide, Brot, Milch und Zucker über das Erntejahr hinaus: 5. Gesetzliche Sicherung zur Einschränkung des Dertaists und Schließung der Betriebe; 6. Schaffung von Ottzonen zur Ueberwachuug der Preispolitik der Industrie, der Syndikate und des Großhandels. Der PolizeipräsSent wird zur Zusammeistastung von Helfern aus den Kreisen der Gewerkschaften zur Unterstützung der Wucherpolizei aufgefordert. Sowjetkreuz und tzakenstern. Reventlow gibt Rädel Vorschriften. In seiner„Reichswarte' fetzt der bekannte H-Boot-Gras Reventlow die freundschaftliche Aussprache mit den Kommunisten über die Kooperation von Sowjetstern und Hakenkreuz fort. Allerdings macht er einige sehr erhebliche Einschränkungen, die er oorsichtigerweise den Lesern der „Roten Fahne' nicht vorgesetzt hat. Er versichert, daß er bei den Kommunisten drei ver- schiedene Gruppen fand: 1. Idealisten, die als deutsch« Weltverbesserer alles mit dem Strahle der eigenen Hoffnung vergolden: 2. Deutsche, die meist von der Sozialdcmo- kratie kamen: 3. Juden, die die politische Führung haben, wie in Sowjetrußland und jetzt die russische proletarische Diktatur und die jüdische Internationale auch auf Deutschland übertragen wollen. Anschließend daran fährt Reventlow fort: zentnerschweren strahlenden Kolliers und Broschen auf hochwogenden Busen,— seid uns gegrüßt in wehmütiger lSrinneruitgl Ihr seid veraltet, rückständig, geschlossen, überholt. Wie bescheiden und arm- elig wirktet ihr neben dem hohen Gipfel, den ein Zweig des deut- chen Kunstgewerbes soeben siegreich erklomm!. In einem Fachblatt der Goldschmiedekkunst empfiehlt ein ge- schäststüchfiger Optiker aus Zwickau als Neuestes, Allerneuestes einen von ihm erfundenen„ueuen eleganten Klemmer'— dessen goldener Nasenbügel und Glashaller rechts und links mit blitzenden Edelsteinen und kostbaren Perlen dicht besetzt sind. Der geniale Erfinder und Menschenkenner fügt hinzu:„Zumeist wird die Neuheit wohl für Damen in Frage kommen, denn hier spielt die Eitelkeit eine gewisse Rolle.' Für die Keschäststüchtigkeit des Lieferanten spricht die Bemerkung:„Außerdem ist ein solcher Klemmer ein Luxusgegenstand, der dann nicht unter den Wucher- Paragraphen fällt und für den man einen viel höheren Preis gern bezahlt.' Der Menschheit ganzer Jammer aber packt einem an, wenn man schreckensbleich aus der Ankündigung weiter erfährt:„Auch Brillen mit oder ohne Rand lasten sich nach demselben Ge- brouchsmuster mit Schmuck versehen.' O, reizvolle Perspekfivel Zur Bekämpfung de» Ungeziefers. Während die bekannte Kriegsentlausung sich bekanntlich fast nur gegen die Kleiderläuse wendete, und zwar hauptsächlich wegen deren Gefährlichkeit al« llebertröger von Krankheiten, ist man neuerdings dazu übergegangen, auch die Kopfläuse systematisch zu bekämpfen. Sie verbreiteten sich meist in den Schulen von Kops zu Kopf und sind, wenn nicht ener-/ aische Mittel angewendet werden, oft recht hartnäckig. Ein bayerischer Ingenieur namens Ostermaier hat nuii einen zweckmäßigen Apparat gebaut, den die bayerische Gescllschast für Schädlingsbekämpfung leb- Haft empfiehlt. Verwendet wird die schweflig« Säure(Schwefel- dioxyd), das bekannte scharf riechende, stechende Gas, das beim Der- brennen des Schwefels entsteht. Wer noch die alten Schwefelzünd- Hölzer gekannt hat, wird sich dieser Verbindung genau entsinnen. Für die Schulverwendung zum angegebenen Zwecke wird allerdings die schweflige Säure komprimiert in Stahlflaschen vorrätig geholten. Der vom haar bedeckte Kopfteil des Kindes bekommt einen luftdicht schließenden Kastenapparat ausgesetzt, in den aus der Stahlflasche eine abmeßbare Säurcmenge durch eine Kupfcrröhre hinüberströmt. Eine Diertelstunde Einwirkung genügt, um sowohl die Läuse wie ihre Brut, die sogenannten Nisten, abzutöten. Da die Kopsläuse nie- mal? auf andere Teile des Körpers übergehen, tritt so ein« völlige Entlausung ein. Das Verfahren hat sich auch über die bayerische Grenze hinaus, z. B. in Mainz, bestens bewährt. Neu- Forschungen über die Bedeutung de» Zellkerne». Man neigt neuerdings immer mehr dazu, die'Rolle, die der Zellkern im Leben einer Zelle spielt, stark einzuschränken. Früher wurde der Kern als das wirklich« Zentrum dir Zelle angesehen, ohne daß sie ' überhaupl nicht existieren kann. Es zeigte sich aber immer deut- ! licher, daß man den Einfluß des Kernes überschätzt hatte. Auch bei der Vererbung scheint nicht nur dem Kern, sondern auch dem Proto- � plasma der Eizelle eine wichtige Rolls zuzukommen. Die Zell- i teilungsvorgänge sind, wie die neuesten Untersuchungen von Iollos Daß es in diesen Fragen eine Einigung, eine Berständi- gung und ein Zusammengehen zwischen Völkischen und Kam- munisten nicht geben kann, solange die letzteren so bleiben, wie sie sind, ist selbstverständlich. Es ist von entscheidender Bedeutung, daß die Klarheit hierüber auf der völkischen Seite nie verloren gehe. Die Masse der deutschen Kommunisten aber gibt sich über die Zustände in Sowjetrußland Illusionen hin, lebt auch sonst von den Phrasen, mit denen die Mos- kauer Propaganda sie füttert. Im Grunde ist der M a s s e der deutschen Kommunisten tue Internationale gleichgültig: sie wird sie ver- fluchen, sobald sie begreift, daß sie kein Rettungsboot ist, sondern eine Fallgrube. Dasselbe würde von den übrigen sowjefisfischen Plakatidealen gelten. Auch der deutsche Durchschnittskommunist aber ist mit Rechl über die deutschen Zustände außer sich und möchte sie durch Radikatmittel beseitigen und durch bessere er- setzen. Reventlow gibt weiter zu, daß„sich schon lange vor der Schlageterreda Rädels in Versammlungen und privaten Unterhaltungen Berührungspunkte zwi- schen Völkischen und Kommunisten ergaben". Aber schließlich: Die Völkischen, wo immer sie mit Kommunisten zusammen- kommen, dürfen auch nicht vergessen, daß die kommunistischen Führer, entweder als Juden von Natur auf Internationale und Jnternatio- nalismus eingeschworen sind, oder, wenn Deutsche, unter der jüdischen Führung stehen. Auch dieser Punkt ist dauernd, besonders bei allen pcrsönsichen Annäherungen im Auge zu beHallen. Ebenso wenig daff vergessen werden, daß nicht sie, daß nicht wir Völkischen um die Kommunisten werben, sondern daß die Sache umgekehrt liegt. Der Völkische muß sich in diesem Zusammenhang« sagen, daß die Moskauer Führer, wenn sie den Kommunismus in Deutsch- land wirklich so stark glaubten, wie sie behaupten es zu tun, schwerlich an die Völkischen und noch dazu in dieser Weise herangetreten sein würden. Die kommunistische Werbung kann— und dieser Gesichtspunkt entspricht der tatsächlichen Wirklichkeit— bei den Völkischen lediglich das Bewußtsein ihrer Stärk« und damit ihr Selbstbewußtsein erhöhen. Für die Arbeiter, die sich noch immer für Kommunisten halten, wird diese Auslassung Reventlows gewiß überraschend kommen. Sie hatten sich schon eingebildet, durch die schlaue Taktik ihrer Radek und Frölich die völkischen Sturmtrupps vor dem KPD.-Karren gespannt zu haben. Und nun ersahren sie— allerdings nicht durch die„Rote Fahne"— daß die Völkischen lediglich aus kommunistische Dumme warten...! Dauernder Sesatzungsterror. Essen, 15. August.(TU.) Die Franzosen verlangen von der Gemeinde Weitmar für die vor vier Wochen durch E x- p l o i i o n erfolgte Beschädigung ihres Automobilschuppens 500 Franken. Die Fortschasffung der bei den Möbelhändlern bc- fchlagnahmten Möbel dauert fort. In Witten sind 50 Millienen Mark beschlagnahmt worden. Bei der Stadt kasse in Reckling- Hausen sind rund 182 Millionen Mark und bei den übrigen Kassen insgesamt 3!'- Milliarden Mark beschlagnahmt worden. Das Ge- richtsgefängnis Recklinghausen wurde restlos von den Franzosen beschlagnahmt. Untersuchunq-gesangene, bei denen kein Fluchtverdacht vorlag, sowie solche Gefangene, die nur kurze Ge- sängnisstrafen zu verbüßen hatten, sind auf freien Fuß gesetzt worden. Aus der Zeclie„Unser Fritz' bei Wanne wurden der Pro- kurist Frie»nd ein Bauführer von den Franzosen oerhaftet. Die Belegschaft ttat sofort in einen Proteststreik, ft*" Elberfeld, 14. August.(Eigener Drahtbcricht.) In Reckling- Hausen dauern die wilden Beschlagnahmungen durch die Fron- zosen an. Der Wert der beschlagnahmten Waren beläuft sich auf über 40 Milliarden. In Gelsenkirchen haben die Franzosen am Nachmittag des 13. August die Tresors der Rcichsbank mit Dynamit gesprengt. Ueber den Erfolg ist noch nichts bekannt. Aus dem Bahnhof Elberfeld des unbesetzten Gebiete» beschlagnahmter die Franzosen am 7. August mehrere Pakete. Zwzi Frauen und zwei Männer, die die Pakete trugen, wurden in das besetzte Gebiet mitgeführt. Ueber ihren Verbleib ist nicht» bekannt. In Dort- m u n d haben die Franzosen am Dienstag die Druckerei Ruhfuß. wo verschiedene kommunale Verbände Notgeld drucken lasten, besetzt. Die Franzosen haben sich mit der Einfuhr englischer Kohle für das Phönix-Werk in Hörde unter der Bedingung einverstanden erklärt. daß der Transport am Tage erfolge. und Peterfi in Berlin-Dohlem zeigen, auch nicht in dem Maße von dem Zellkern abhängig, wie man bisher meist glaubte. Mit hilfe der neuesten, mikrochirurgischen Apparate ist es nämlich möglich, aus einer Ei.zell« den Kern zu entfernen. Die genannten Forscher unternahmen an den hierfür sehr geeigneten Eiern des als Aqua- riumrier bekannten Arolotls derartige Experiment«, und fanden, daß sich die Eier auch ahn« Zellkern nach erfolgter Befruchtung zu entwickeln beginnen. Wenn auch die Furchungsvoroönge sich nicht ganz so klar wie bei einem normalen Ei abspielten, so kam es doch zu einem morula-artigen und dann zu einem blaswla-artigen Stadium, und in manchen Fällen war sogar die Gastrula angedeutet. Weiter«nttvickelten sich die Eier allerdings nicht, es ist aber nun gezeigt worden, daß die Zellteilung auch ohne Kern und ohne vorausgehende Kernteilung stattfinden kann: und ferner hat die Eizelle des Axowtls die Fähigkeit, aus sich heraus, ohne Beteili- gung des Kernes, die ersten Entwicklungsstadten der Furchung zu durchlaufen. Damit scheint die schon früher von Boveri vertretene Ansichr bestäfigt zu sein, daß die ersten Enttoicklungsphasen vor- wiegend vom Eiplasma bestimmt werden, während spater der Em- ssuß des Zellkernes auf das weiter« Entwicklungsgeschehen zunimmt. Telephonisch In den Tod gehetzt. Daß! Fernsprecher den Menschen zur Derzweislung bringen kann, hat der oft zu tele- phonieren genötigt ist, wohl schon am eigenen Leibe erfahren. Daß diese Verzweiflung ober ein Todesopfer fordert, ist immerhin ein ungewöhnlicher Fall. Das Opfer sst eine Frau Ada Rotte, die Gattin eine« beim städtischen Bauamt angestellten Beamten von Pittsburg. Frau Rotte wurde eines Abend» tot vor dem Telephonapparat ge- funden. Der Hörer war abgerissen: neben der Leiche stand eine Flasche mit Sublimat, die die Unglückliche ausgetrunken hatte. Wie der Gatte bei der Totenschau aussagte, wurde seine Frau seit sechs Monaten durch nichtswürdig« telephonische Gespräche geängstigt und in eine Aufregung versetzt, die sich allmählich zum Verfolgungswahn- sinn steigerte. Tag und Ngcht ertönte die Alarmglocke und eine zu- meist weibliche Stimme empfahl der ängstfich horchenden Frau, daß sie recht gut auf ihren Mann aufpassen solle, über dessen unmoralischen Lebenswandel der Frau die ungeheuerlichsten Einzelheiten zugc- flüstert wurden. Die Anrufe erfolgten stets, wenn der Mann nicht anwesend war. Alle Versuche, den Urheber dieses nichtswürdigen Unfugs festzustellen, blieben erfolglos. Ebenso vergeblich waren die Versuche des Mannes, der Frau die Grundlosigkeit der anonymen Verdächtigungen klarzumachen. Das Telephon war schließlich ein Schreckgespenst für sie geworden, das sie in den T«d hetzte. Ztzeaterdjranik. Da? Kleine Theater eröffnet die neue Spkicl- zeit am Freilay mit der Srlloufwbnina.Klarissyz batbeS Herz" von Max«rod.— Di- Direktion Rotter übernimmt SIm'any September da» Zentral- Tb-ater in eigene Regie. Der Thealcrraum wird einer oollkommcnen Renovierung unterzogen. Die Bühne wird mit den neuesten Errnnyensibalten der Bühnentcchnil ausgestattet.?!!S EröstnungS- «orslclliing ist eine Rcueinslubicrung von Hauptmanns. S l g a' geplant. TnS Schauipielertheotcr trill mit: Das cSastlviel im Centtaltbeater gebt am Mittwoch mit einer Austübruna van Schüllers.Räuber' zu Ende. Di« Siulerivielzcit beginnt am lä. Ottober. Dem Schauipielertbcater ge- hören bis jelzt u. a, an: Ernst Deutsch. Hemrich George, Alexander Granoch, Karl Heinz Martin und Elisabeth Berg»». Beratungen im Steuerausschuß. Die heutige Sigung des Steuerausschusses des Reichstags murde mit halbstündiger Berspätung eröffnet. Vieltausendfach. Wie oft hat man früher das Wort„ tausendfach" in den Mund Fischer- Köln( Dem.) bemerkte zunächst zur Geschäftsordnung: Es genommen, in Wendungen wie„ tausendfach soll es Ihnen gesegnet jein"„ tausendfach möge es Ihnen lohnen" usw. Damals dachte ist fraglich, ob die Regierung erscheinen wird. Wir haben auf die Besprechung unserer Resolution über Goldrechnung bestanden, man sich nichts Bestimmtes dabei, man wollte eben etwas Ueberweil Herr Hermes in dieser Frage unser grundsäglicher Gegner war. Schwängliches in seine Worte legen und wählte dafür das TausendWir nehmen an, daß Herr Hilferding nicht unser grundsäglicher fache. Heute ist aus dem einstigen Spiel der Worte bitterer Ernst Gegner ist. Wenn der neue Finanzminister uns erst sein Programm geworden. Das deutsche Volk stöhnt unter der Last des Tausendentwickeln will, würden wir einer Bertagung zustimmen, so daß fachen, das verbrecherische Hände ihm auferlegt haben. Mitte Juni mir heute nur über die Ermächtigungsgesetze zu sprechen brauchten. 1922 tostete das Markenbrot in Berlin 16,25 M., heute toftet es Scholz( D. Vp.): Auch das Ermächtigungsgefeh fällt in den Ge- 62 000 m. Und so wie mit diesem wichtigsten Lebensmittel ist es famtfreis der zu besprechenden Fragen. Es muß Rücksicht genommen mit allen Dingen gegangen. Das Bieltausendfache ist das Normale werden auf den Erfolg der Goldanleihe. Wenn wir von vorn= herein in einem Gesez auf den möglichen Mißerfolg hindeuten, so sozusagen; der Tausendmarkschein an die Stelle der früheren kleinen schädigen wir nur die Anleihe. Münze getreten. Das Bieltausendfache macht sich auf allen Gebieten Hoepner( 3.): Wenn die Ressortminister nicht anwesend sind, so breit, Leute mit stattlichem Einkommen können kaum des Leibes fönnen wir nicht biskutieren. Es ist außerdem zwecklos und verfehit, Notdurft befriedigen. Mit dem Drängen der Landwirtschaft nach heute die Frage des Ermächtigungsgesezes zu diskutieren. Vor dem den Weltpreisen fing dieser ungeheuerliche Zustand an und er wird Auseinandergehen müssen ferner die Lohn abzüge für Sepnicht eher aufhören, bis hier Abhilfe geschaffen ist. Jene Kreise tember geregelt werden. schwimmen im Gefde, schreien nach Goldanleihen, um ihren UeberHelfferich( Dnat.): In Abwesenheit der Reſſortminister fann ein fluß vorteilhaft anzulegen und blicken voll Berachtung auf die Leute so weitgehendes Ermächtigungsgefeh nicht gemacht werden. Zweimögen sie Minister oder Rentenempfänger hundert Millionen Goldmart sind bei einem Dollarturs von 4 Mil- ohne Ar und Halm welch ein Zustand in einem Jahr fionen 200 Billionen Papiermart. Das ist das Achthundertfache der sein. Teuerung, Hungersnot bisher eingegangenen 3mangsanleihebeträge. Wer soll das zahlen? hundert, in dem die geistige Kraft der Menschen auf der Höhe steht. Hertz( Soz.): Wir sind einverstanden, daß ohne die Regierung vorläufig nicht beraten werden kann. Von der Tagesordnung kann die Frage nicht abgesetzt werden, da sie auf der Tagesordnung der Plenarsizung steht. Keinath( Dem.): Die Organisationen von Handel und Industrie haben sich bereit erklärt, die Umlegung zu versuchen, jedoch müsse ihnen die Gefengebung dazu ein Druckmittel in die Hand geben. Helfferich( Dnat.): Der Antrag steht gewiß auf der Tagesordnung der Blenarsizung. Es ist jedoch leicht möglich, den Punkt abzusetzen. Die Frage des Zwangs werde erst praktisch, wenn man sieht, wie die Anleihezeichnung läuft. Ich würde es sehr begrüßen, menn auf dem Wege der Freiwilligkeit etwas Entscheidendes in der nächsten Zeit geschieht. Ich schlage vor, wir erklären uns mit dem Grundgedanken ohne zahlenmäßige Begrenzung einverstanden. Aber im Augenblid ist die praktische Frage noch nicht spruchreif. Fischer- Köln( Dem.): In der 3mischenzeit muß der Finanzminister die Besprechung mit den Berbänden fortsetzen, damit diese freiwillig die Umlage übernehmen. Herz( Soz.): Ich habe gegen den Borschlag Fischer, der mit dem von Helfferich übereinstimmt, ernstes Bedenten. Der Vorschlag stammt nicht von uns, sondern von der früheren Regierung auf Grund einer Verständigung zwischen der früheren Regierung und der Industrie. Die Industrie selber hat keinen Glauben an die Freiwilligkeit und hält einen gewissen 3wang für nöfig. Was wir heute vorschlagen, ist viel weniger, als in dem Entwurf der früheren Regierung und der Industrie vorhanden war, und das müssen wir Fischer- Köln( Dem.): In dem jetzigen Entwurf sehen wir eine Gefährdung der Anleihe. Herh( Soz.): Ich sehe nicht ein, wo hier eine Gefährdung liegen foll. Jetzt sollen zu den Devisen noch die Bapiermartbeträge hinzu gezahlt werden. Wir müssen den Versuch machen, mit dem Minister darüber sachlich zu beraten. Vor dem Auseinandergehen muß die Frage sachlich geflärt werden. machen. Hngo( D. Vp.): Der Weg, der hier vorgeschlagen ist, ist bedent lich. Bei diesem Gesetz werden Ihnen die Devisenbestände unter den Fingern weglaufen. Die Devisenbesizer wer den in ausländische Effekten oder ins Ausland rutschen. Denn bei cidesstattlicher Versicherung stehe dem Mann nicht nur die Anleihe, sondern die Beschlagnahme vor Augen. Man müsse die Anleihe zunächst ein Stüd Beg laufen lassen. Es wird beschlossen, die Besprechung zu unterbrechen, bis die Minister anwesend fein werden. Der Ausschuß tritt dann in die Beratung der Neuregelung der Abzüge bei der Lohnsteuer ein. Hoener( 3tr.) schlägt als Abzüge vor: Für den Steuerpflichtigen und Ehefrau jedes Kind Werbungskosten " 120 000 m. 1 200 000 0. 1.200 000 m. Die Regierung läßt erklären, daß fie die Unterlagen von Hoener noch nicht anerkennen fönne. Bollte man für Werbungskosten die Beträge versechsfachen, so würde man gewaltig übertreiben. nicht treffen. Reinath( Dem.): Im gegenwärtigen Augenblick ist die Lage völlig ungeflärt. Wenn wir heute entscheiden, müßten wir in das Dunfle greifen. Eine sachlich begründete Entscheidung laffe sich Helfferich( Dntl.): In dieser Frage, in der die Regierung Bollmacht hat, sollten wir uns zurückhalten. Daß eine Ermäßigung ge rechtfertigt ist, ist flar. Es muß jedoch abgewartet werden, wie die Dinge fich gestalten. Kahmann( Soz.): Auch diese Angelegenheit läßt sich nicht in Abwesenheit des Ministers erledigen. Die Wirkung erstreckt sich nicht nur auf die Lohnsteuer, sondern auch auf die Steuer auf die Be triebe, Gin abschließendes Urteil über die Gestaltung der Löhne läßt sich heute noch nicht gewinnen. Am 23. oder 24. d. m. fann die Frage entschieden werden. Daß eine wesentliche Erhöhung der Freirenze fommen muß, ist flar. Ich bitte, die Frage bis nach der Bekanntgabe des Zeicheninder zu verschieben. Scholtz( D. Vp.): Die Initiative dabei muß der Reichsregierung verbleiben. Wir brauchen auch noch die Zustimmung des Nichsrats und ich glaube nicht, daß er dem Borschlag von Hoener zustimmen wird. Hoener( 3.): Die Blantovollmacht für die Regierung ist zu weitgehend, wenn sie sich auch auf die Lohnfummensteuer erstrect. Soenen( Komm.): Die Tatsachen rechtfertigen eine außerordentliche Maßnahme. Man muß deshalb dem Vorschlag Hoener zuHeifferich( Dnat.) schlägt vor, den Lohnsteuersatz generell auf ftimmen.. 6½ Broz. festzusehen. Er kann sich das leisten! I bringend empfohlen, nur zugelassene Waren zu ner senden und stets den wirklichen Inhalt anzugeben. Da neuerdings auch Brieffendungen mit Wareninhalt von den Befagungsmächten wiederholt beschlagnahmt worden sind, wird vor der mischsendungen, Einschreib. und Wertbriefen) gewarnt. Bersendung von Waren in Brieffendungen( Pädchen, Warenproben, Die neuen Postgebühren. Fernbrief 20 000, Ortsbrief 8000 M. Der Postgebührenausschuß des Reichstages stimmte der Aende rung der gefeßlichen Post-, Poſtscheck-, Telegraphen- und Fernsprech gebühren zu. Die neuen Gebühren, die noch im August zur Einführung gelangen, stellen sich danach wie folgt: Postkarten im Ortsverkehr 4000 m., im Fernverfehr 8000 m. Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gramm 8000 m., bis 100 Gramm 12 000 m, bis 250 Gramm 20 000 m, bis 500 Gramm 25 000 m.; im Fernverkehr bis 20 Gramm 20 000 m, bis 100 Gramm 25 000 Mart, bis 250 Gramm 30 000 m., bis 300 Gramm 35 000 m. Drucksachen bis 25 Gramm 4000 m., bis 50 Gramm 8000 m., bis 100 Gramm 12 000 M., bis 250 Gramm 20 000 m., bis 500 Gramm 25 000 m., bis 1 kilo 30 000 m. Geschäftspapiere bis 250 Gramm 20 000 m., bis 500 Gramm 25 000 m., bis 1 Kilo 20 000 m., bis 500 Gramm 25 000 m. Mischsendungen bis 30 000 M. Warenproben bis 100 Gramm 12 000 m., bis 250 Gramm 250 Gramm 20 000 m., bis 500 Gramm 25 000 m., bis 1 kilo 30 000 M.; Pädchen bis 1 Kilo 40 000 m. Patete bis 3 Milo erste Zone 45 000 m., zweite Zone 90 000 m., dritte Zone 90 000 m., bis 5 Kilo 60 000 m., bzw. 120 000 m., bzw. 120 000 M. Die Beschlagnahme von Lebensmitteln, für die nach Ansicht Zeitungspatete bis 5 Kilo 30 000 m., bzm. 60 000 m., bzw. 60 000 eines Kaufluftigen und der herbeigerufenen Bolizei ein zu hoher Mart. Poftanweisungen bis 100 000 m. 8000 m. Gebühr, bis Breis gefordert wird, ist nicht immer ganz leicht. Bei einem Ge- 1000 000 m. 12 000 Gebühr, bis 2 000 000 m. 20 000 m. Gebühr; schäftsmann in der Lüzomstraße hatte eine Frau, die von bis 5 Millionen M. 25 000 M. Gebühr; bis 10 Millionen M. 30 000 einem im Laden stehenden Bosten Eier zwei Stüd faufen wollte, Mart Gebühr: bis 20 Millionen M. 40.000 M. Gebühr; bis zunächst die Antwort erhalten, die Eier feien faul und müßten 30 Millionen M. 50 000 m. Gebühr: bis 50 Millionen M. 60 000 dem Lieferanten zum Umtausch zurüdgegeben werden. As sie am Mart Gebühr. Postichedgebühren bis 100 000 m. 2000 m. Genächsten Bormittag wiederfam, war der Mann bereit, Gier abzu- bühr: bis 1 Million M. 3000 M. Gebühr; bis 2 Millionen M. geben, aber er forderte jetzt einen höheren Preis. Ein von der 5000 M. Gebühr; bis 5 Millionen M. 6000 M. Gebühr; bis Frau dazugeholter Schupobeamter verlangte Hergabe der Eier zu 10 Millionen M. 8000 M. Gebühr; bis 20 Millionen M. 10 000 m. niedrigerem Breis oder Vorlegung der Rechnung des Lieferanten, Gebühr; bis 30 Millionen M. 12 000 M. Gebühr; bis 50 Millionen und als beides verweigert wurde, erklärte er die in dem Laden Mart 20 000 m. Gebühr. Telegrammgebühren im Fernverkehr stehenden drei Körbe mit Eiern für beschlagnahmt. Er for Grundgebühren 32 000 m., Wortgebühr 10 000 m.; im Ortsverberte den Händler auf, selber die Zahl der Eier festzustellen, der kehr Grundgebühren 16 000 m., Wortgebühr 8000 M.; Breffetele. Fernsprechgebühren: aber nahm furz entschlossen seine drei Körbe Eier auf, und ehe der gramme wie Telegramme im Ortsverkehr. Beamte es hindern fonnte, warf er den gesamten Inhalt Grundgebühren, Ortsgesprächsgebühren, Ferngesprächsgebühren mit einem Schwung vom Laden aus durch die Tür 999 900 Broz.( bisher 49 900 Broz.). Zeitungen bei einem durchdes Hinterzimmers zu Boben, so daß die Eier verschnittlichen Nummergewicht bis 25 Gramm monatlich 80 m, bis nichtet waren. Nach der Größe der drei Körbe mar ihr Inhalt 50 Gramm 160 M., bis 100 Gramm 240 m., bis 250 Gramm 400 m., auf mindestens tausend Eier zu schätzen, woraus man unge- bis 500 Gramm 560 m., bis 1 Stilo 720 m., bis 2 Kilo 1440 m. fähr berechnen tann, daß der Geldschaden viele Millio. Dieke Menderung tritt hinsichtlich der Zeitungsgebühren am 1. Oftober nen betragen muß. Der Gleichmut, mit dem der Mann fein Eigen- 1923 in Kraft, im übrigen bestimmt der Reichspoftminister den Tag tum vernichtet, läßt sich nur dann verstehen, wenn man annimmt, des Intrafttretens. Zu den vierteljährlich im voraus fälligen laudaß er in seinem Geschäft nicht zu tnapp verdient fenden Fernsprechgebührensägen wird jedoch noch bis Ende Septemund sich daher so etwas leisten kann. Die Eier müssen ja aus einer ber 1923 der am 1. Juli 1923 maßgebend gewesene Zuschlag von Lieferung frischer Ware gewesen sein, denn wenn es noch die faulen 14 900 Proz. erhoben. Wie wir hören, dürften die neuen PostEier Dom vorhergehenden Abend gewesen wären, hätte er doch wohl gebühren noch im Laufe des Monats August in Kraft gesetzt werden. feinen höheren Preis dafür gefordert, falls er hiervon überhaupt welche abgegeben hätte. Die Sache wird für den Händler nicht ohne gerichtliches Nachspiel bleiben, da er nach der Beschlagnahme selbstverständlich nicht mehr über die Eier verfügen fonnte. Der Posten Eier dürfte ihm noch teurer zu stehen lommen, aber wahrscheinlich wird er auch gegenüber der ihm drohenden Strafe sich damit trösten, daß er sich das leisten kann. Besserung der Lebensmittellage. " Eisenbahntarife ab 20. August. Am 20. Auguft d. J. werden die Personen- und Gepäcktarife der Reichsbahn um 900 Proz., die Güter- und Liertarife um rund 2000 Pro3. gegenüber dem Stande der Tarife vom 1. Auguft erhöht. Die mertbeständigen Tarife( Indertarife) werden im Bersonenverkehr zum 1. September eingeführt; im Güterverkehr jedoch am 20. September. Die Schlüsselzahl für 90 Der lackierte Goldfuchs. Nach der durch die Arbeitsaufnahme erfolgten Entspannung der den Güterverfehr ist auf 1200 000 festgesetzt worden. innerpolitischen Lage macht sich auch eine erfreuliche Besserung der Lebensmittelversorgung bemerkbar. Die günstigeren Beschaffungsmöglichkeiten für Devisen hatten zur Folge, daß in den letzten Ta gen Schmalz und Margarine in genügender Menge auf den Martt famen. Nur die Butter ist nach wie vor fnapp, weil die Produzenten infolge der Unsicherheit der Marktlage ihre Waren start zurückhieten. Die Kartoffelbelieferung hat sich in den letzten Tagen ebenfalls gebeffert, die Zufuhren dürften noch reichlicher aus fallen, wenn die Kornernte eingebracht ist. Gemüse ift in genügender Menge auf dem Markt vorhanden. Auf dem Fleischmarkt macht sich jetzt die Tätigkeit der vor einiger Zeit geschaffenen Kontrollorgane wieder lebhafter bemerkbar. Bekanntlich waren in der fezten Woche gewisse Richtpreise festgesetzt worden, zu denen die Großschlächter das geschlachtete Vieh verkaufen sollten. Augenblick lich findet bei den Ladenschlächtern eine Rontrolle der Eintaufspreise statt, aus der festgestellt werden soll, ob der Großhandel die festgesetzten Breise tatsächlich eingehalten hat. Im übrigen werden die offenen Märkte und Lebensmittelgeschäfte auch weiterhin nicht nur durch die Schutzpolizei, sondern auch durch die Beamten der Wucherbehörden fortlaufend tontrolliert. Allerdings muß zur Beruhigung des Publikums gesagt werden, daß in den meisten Fällen, in denen Beschwerden der Verbraucher über angebliche Bucherpreise eingelaufen maren, die Nachforschungen der Behörden ein negatives Resultat hatten. Fast überall, wo über allzu hohe Kartoffelpreise geflagt wurde, fonnte ermittelt werden, daß es sich dabei tatsächlich um Ausland startoffeln handelte, die bei dem jeßigen Devisenstand natürlich zu höheren Preisen, als inländische Kartoffeln erfordern, verkauft werden müssen. Eisenbahn- Notgeld. Aus der Geschäftspraris der Pferdediebe. Wie die Pferdediebe es verstehen, ihre Beute den Blicken der Kriminalbeamten zu entziehen und unfenntlich zu machen, zeigen die Irrfahrten eines gestohlenen Goldfuchses. Das Pferd wurde vor 3 Lagen am bellen Tage aus dem verfchloffenen Stall einer Kartonfabriß in der Dresdener Straße gestohlen. Die Kriminalbeam: en fanden eine Spur, die nach dem Hofe des Droschytenfuhrherrn Lehmann in der Leiblstraße 3 zu Treptow führte. Als sie jedoch dort erschienen, war der Goldfuchs schon wieder verschwunden. unterdessen wurden die Diebe, ein Produktenhändler Friz Kaul aus der Siemensstraße, ein Kutscher Paul Giesela aus der NaunynStraße und ein Kutscher Georg Wendt vom Kaiser- Franz- Brenadier- Plag ermittelt und festgenommen. Ihr Verhör brachte auch eine neue Spur nach Mahlsdorf zu einem Schlächter Lindner. Aber auch hier war das Pferd nicht mehr zu finden. Die Befürchtung, daß das wertvolle Tier in den Wursttessel geraten sei, bestätigte sich jedoch nicht. Der Goldfuchs war bei Lindner nur vor übergehend im Stall gewesen und dann in der Richtung nach Nauen weitergeführt worden. Jetzt fuchten die Beamten die Gegend ab und fanden ihn endlich bei einem Bauern in Brieselang wieder. Aber er hatte sich start verändert. Die Diebe hatten ihm, um ihn unfenntlich zu machen, Blässe und Hintersessel schwarz ladiert. Bei Lehmann im Stall fand man noch ein Pferd, daß einer Händlerin in Schöneberg gestohlen worden war. Er steht in dem starken Verdacht, Pferdedieben gewerbsmäßig als Hehler ges dient zu haben. Zwei Gaswerte noch im Ausstand. Die Arbeiter in den Gasmerten Lichtenberg und Tege! haben die Arbeit wieder eingestellt, da in Lichtenberg zwei und in Tegel 45 Arbeiter der Belegschaft von der Wiedereinstellung ausgeschlossen worden sind. Zurzeit schweben noch Verhandlungen. Die ordentliche Mitgliederversammlung der Vereinigung Deut. Nürnberg stattfinden. Als Gegenstände der Tagesordnung sind Um der noch immer andauernden Knappheit an Zahlungs. mitteln abzuhelfen, wird die Reichsbahn in fürzester Zeit Notgeldeine übre je 1 Million Mat herausgeben, die sie bei Lohn und Gehaltszahlungen in den Verkehr bringt. Die Geldscheine werden an allen Kassen der deutschen Reichsbahn wie gesetzliche Zahl Reil( G) Gine Untergrenze von 6½ Proz. würde ich für zu mittel angenommen und bis zum 31. Oftober 1923 eingelöſt. Auch scher Wohnungsämfer wird am 20. und 21. September d. Is. In hoch halten. Man muß am Beginn der Monatsperiode mit niedrige- die Reichsbankanstalten find Dom Reichsbankdirektorium er= ren Säßen anfangen. Ich schlage vor, daß man heute die Vorschläge mächtigt, die Scheine als Zahlmittel anzunehmen. Sie haben fol- vorläufig die Behandlung der Frage der 3wangswirtvon Hoener zum Beschluß erhebt mit dem Vorbehalt einer Korreftur. gende Merkmale: De: Schein ist auf weißem Wasserzeichenpapier Helfferich( Dnat.): Man muß von diesem System des Lohn- gedruckt und 74mal 130 Millimeter groß. Er trägt auf mattiad. Ichaft, Der Finanzierung der Neubauten und der abzugs endlich abkommen und feftfetzen, daß der Lohnabzug einen fartigem Untergrund mit stilisiertem Blumenmuster in dunkel. Erhaltung des alten Wohnungsbestandes vorgebestimmten Prozentsaß betrage.( 3wischenruf Reil: Dann fann Frauner Farbe innerhalb einer gewürfelten Zierleifte folgenden fehen. Ferner follen praktische Fragen hinsichtlich der Durchführung man feine sozialen Unterschiede mehr machen.) Auch die jeßigen Wortlaut in gotischer Schrift:„ Deutsche Reichsbahn", darunter der Wohnungsmangelgefeße und des Reichsmietengesetzes sowie der Abzüge sind schematisch. Der soziale Effekt, der jetzt erreicht wird, 1 Million Mart". Darunter in Schwabacher Frafturschrift den Wohnungsaufsicht zur Verhandlung kommen. Anmeldungen zur steht in schreiendem Mißverhältnis zu dem Aufwand, der gemacht Bermerk: Dieser Schein wird an allen Kassen der deutschen Reichs. Teilnahme nimmt die Geschäftsstelle der Bereinigung, Berlin W. 50, wird. Die Regierung erflärt sich für die Einsetzung eines Unter- bahn wie gefeßliche Zahlmittel in Zahlung genommen und und bis Augsburger Straße 61, entgegen. Auch Gäfte zu den öffentlichen ausschusses. zum 31. Oktober 1923 eingelöst. Darunter Datum und Unter- Hauptversammlungen find willkommen. fchrift. Keinath( Dem.) äußert rechtliche Bedenken. Scholz( D. Bp.) perwahrt sich dagegen, heute einen materiellen Beschluß zu fassen. Hoener( 3tr.) besteht auf der materiellen Entscheidung. Keinath ( Dem.) legt ebenfalls Berwahrung dagegen ein. Fischer( Dem.) bittet zu erwägen, ob man abstimmen solle, wenn die Unterlagen drei Fraktionen genügend erscheinen. Herz( Soz.): Wir sind gegen den Antrag Hoener, weil die Säße angesichts der vorhandenen Lohnentwicklung noch viel zu niedrig sind, wie unsere Berechnungen eben ergeben haben. Wir müssen ausdrücklich unfer Motiv feststellen, weil unsere letzte Abstimmung in dieser Frage von der Herrn Hoener nahestehenden Presse agitatorisch mißgedeutet worden ist. Ein Beschluß über den Antrag Hoener wird nicht gefaßt. Der Steuerausschuß wird zur Regelung diese Frage am Freitag nächster Woche zusammentreten. Der Ausschuß vertagt sich bis 1 Uhr, um dann in Gegenwart der Minister das Er mächtigungsgefez zu beraten. Nicht mit 270, sondern mit 240 Stimmen ist in der gestrigen Sizung des Reichstags das Vertrauensvotum für die neue Regie: ung angenommen worden, Männerchor Harmonie, Charlottenburg. Donnerstag 7' IIbr, Reichstag, Portal 5. Bollzäbliges Erscheinen notwendig. In der Näbe wohnende Sangesbrüdern muß Bescheid gegeben werden. Eine furchtbare Familientragödie hat sich in a gen zugetragen. Aus Nahrungssorgen hat die Witwe Margarete Linnemeber sich und ihre vier Kinder im Alter von 7, 6 und 4 Jahren, fowie einen Säugling durch Gas vergiftet. Die unglückliche Frau hatte bereits vor einiger Zeit aus dem gleichen Grunde einen Selbstmordverfuch unternommen, der aber mißglückte. Der Postverkehr mit den besetzten Gebieten. verkehr für Waren aus dem unbesetzten Deutschland nach den beInfolge der Zollmaßnahmen der Besatzungsmächte ist der Postfekten Gebieten gewissen Beschränkungen unterworfen. Zur Post beförderung werden nur Waren zugelassen, die nach dem in seinen Grundzügen auf den deutschen Zolltarif aufgebauten interalliierten Bolltarif vom März 1923 3011 freiheit genießen. Ein unver bindlicher Auszug der Freilifte fann bei den Bostanstalten eingesehen werden. Nähere Auskunft werden u. a. auch die Handelskammern erteilen fönnen. Die Poft übernimmt für die Richtigkeit der Freififte feine Gewähr. Jedes Baket muß mit einer furzen Inhalts( Bereinigte Staaten) zufolge, hat sich in dem Schacht der Kemangabe in der Aufschrift versehen sein. Eine Erfahpflicht für Bebete, merera Gruben eine furchtbare Explosion vollzogen, bei die infolge Nichtbeachtung der bestehenden Vorschriften über die Beder 200 Bergarbeiter lebendig begraben wurden. schränkung des Patetverkehrs oder infolge unrichtiger Inhaltsangabe beschlagnahmt werden oder verderben, muß die Postverwaltung abWetter für morgen. lehnen. Die Versendung verbotswidriger Waren oder unrichtige Berlin n. 1mgegend. Zunächst warm und schwill, berwiegend beInhaltsangaben führen u. a. zu schwerwiegenden Folgen und ge- mölft, bei mäßigen füblichen Winden, etwas Regen und Gewitter neigung fährden den Postverkehr mit den besetzten Gebieten. Es wird daher| Nachher langsame Wiederaufheiterung und Abkühlung. Grubenkatastrophe in Amerika. Einer Depesche aus Byoming # • Gewerkschaftsbewegung Eroberung der Gewerkschaften". Der verspätete Generalstreifrückzug der KPD.- Zentrale und ihrer Betriebsräteabteilung zeigt so recht die Hohlheit und Nichtig feit der fommunistischen Phrasen, die sich gestern noch auf hohen Roffen" tummelten, heute aber der neuen Auffrischung alter Parolen den Blak abgetreten haben. Die fommunistische Logit ist von besonderem Kaliber. Weil die Sozialdemokratie und die Gewertschaftsführer sich nicht der fommunistischen Generalftreifparole unterwerfen wollten, deshalb beschuldigt man sie, ben fämpfenden Arbeitern in den Rücken gefallen" zu sein. Während die Kommunistische Partei den Generalftreit von ihrer Betriebsräteabteilung beschließen ließ und die Arbeiterschaft aufforderte, ihren Generalftreit mitzumachen, verkündet sie heute in glatter Umtehrung der Tatsachen, sie sei es gewesen, die sich der kämpfenden Arbeiterschaft angeschlossen habe. Die Kommunisten wollen jetzt intensiv arbeiten an der Eroberung der Gemertschaften". Da es die KPD. Zentrale bisher an Intensität in diefer Beziehung nicht ganz fehlen ließ, verspricht diese Ankündigung allerlei Aussichten für die Gemertfchaften. Die Abrechnung mit den Streitbruchorganisatoren", insbesondere mit den reformistischen Gewertschaftsführer" wird angekündigt. Die Gewerkschaftsführer haben samt allen Gewerkschafts. mitgliedern eine Abrechnung mit dem Treiben der KPD.- Zentrale zu machen, das die Gewerkschaften zersplittert und die Interessen ihrer Mitglieder im höchsten Grade schädigt. Mit aller Gemalt wollen die Kommunisten sich der Führung der Gewerkschaften bemächtigen, um ihre Kräfte in sinnlosen Butschen und ununterbroche nen Generalstreifattionen zu vergeuden, zu zermürben und zu verzetteln. Was dem Sozialistengesetz, mas allen Polizeischikanen des alten Regimes nicht gelang, das wollen die Kommunisten. Rein Arbeiter und Angestellter, der sich nicht vollständig der RBD.Dittatur ausliefern will, fönnte sein Organisationsverhältnis auf rechterhalten, wenn solche Führer" die Gewerkschaften vor die fommunistische Parteitarre spannten. Wie die Kommunisten mit der„ Diftatur des Proletariats" gegen die Gewerkschaftsführer vorgehen, zeigt der Ueberfall des Genossen Urich, wie auch der jüngste lleberfall des Genossen Hezschold, den Gauleiter des Verbandes der Bäcker und Ron. ditoren, vom gestrigen Abend. In den Sophiensälen war eine Versammlung der Schokoladenarbeiter, zu der sich ein kommunistischer Stoßtrupp unter Führung von Kleinschmidt, des kommunistischen Bezirksverordneten vom Bezirksamt Kreuzberg, eingestellt hatte, der trog Türkontrolle sich zu der Versammlung Zutritt verschafft hatte. Als Hetzschold fein Referat beginnen wollte, gab der Schlosser Nomad aus dem Sarotti- Betrieb, der frog seiner 27 Jahre erst feit einem Bierteljahr gewerkschaftlich organisiert ist und vor einigen Bochen auch seine fommunistische Ueberzeugung gewonnen hat, das Signal zum Angriff. Die„ Rote Fahne" darf morgen berichten, daß troß dem Bombardement mit Biergläsern und Stühlen auf Hezzschold, diesem weiter nichts passiert ist, als der Berlust seiner Brille und einer Hautabschürfung. Doch verschiedene seiner Angreifer wer den an diese Bekämpfung eines reformistischen Gewerkschaftsführers" mit einigem Unbehagen zurückdenken. Kommunistische Betriebsräte- Praxis. die Stunde. Dieses Lohnabkommen gift für die Zeit vom 13. bis Die Firma Domotos u. Bach, Bildhauerei, Berlin 15. August, also nur für drei Tage. Im Streit stehen noch Holz3. 54, Beteranenftraße 26, machte ihren Arbeitern am 2. August arbeiter, Maurer und Klempner. ein Angebot auf Einführung von Inderlöhnen. Das Angebot wurde unter Führung des fommunistischen Betriebs- Plenarversammlung der Gewerkschaftskommission und des Ortsrates Beud abgelehnt. Einem Inhaber der Firma gegenüber fartells des Af- Bundes morgen abend 6% Uhr in den„ Andreaswurde das Angebot fogar von dem Schleifer Böse, Mitglied der Feftfälen", Andreasstr. 21. Tagesordnung: Stellungnahme tommmunistischen Betriebsorganisation", als Betriebsorganisation", als„ un menschlich" zu den legten Borgängen." Die Delegierten beider örtlichen bezeichnet. Spikenorganisationen sind verpflichtet, hefiimmt und pünktlich in diefer Versammlung zu erscheinen. Die wichtigkeit der Tagesordnung erfordert es. Mit Rüdsicht auf die kürze der Zeit erfolgt eine schriftliche Einladung, sondern nur durch diese Betanntmachung. Delegiertenkarte und Mitgliedsbuch legi" Nun findet sich aber in der Roten Fahne" vom 11. August 1923, Morgenausgabe, eine Forderung der famosen Fünfzehner fommission", die sich fast genau mit dem von den Kommunisten cigelehnten Vorschlag der Firma deckt. fimieren. プラ Es hat einen gewissen Reiz, das abgelehnte Angebot der„ tapitalistischen Firma und die Generalstreifparole der revolutionären" Fünfzehnerfommission miteinander zu vergleichen. VSPD.- Funktionäre im Gemeinde- u. Staatsarbeiterverband. Das abgelehnte fapitalistische Angebot lautet am 2. August 1928: 1. Der Mindeststundenlohn beträgt 60 Bf. Die revolutionäre Forderung lautet am 11. August 1928: 1. Der Mindestftundenlohn für Arbeiter über 20 Jahre beträgt 60 f.( 60 Friedenspfennige= 284 000 Bapiermart nach dem Rote- ahne" Jnder v. 9. Auguft. Als Arbeiter gelten alle Lohnempfänger. 2. Für qualifizierte Arbeiter sind entsprechend prozentuale Buschläge zu zahlen. 8. Für gleiche Beistungen gleicher Bohn. 4. Für Jugendliche kann ein geringerer Lohn vereinbart werden, jedoch nicht unter 30 Bf.( Lehrlinge gelten als jugendliche Arbeiter.) rinnen bon 17--20 Jahren ist eine 5. Für Arbeiter und Arbefterinnen von 17--20 Jahren ist eine 2ohnstaffel zu schaffen, beginnend mit mindestens 40 Bf. MinimalIohn. 6. Kriegsbeschädigte erhalten vollen Lohn und find ihrer Bahl entsprechend auf die Betriebe zu berteilen. Als Arbeiter gelten alle Lohnund Gehalteempfänger. 2. Der Minimalſtundenlohn nach 1. erhöht sich für: a) Bildhauer, Dreher und Steinmezze um 663 Proz. b) für alle anderen Facharbeiter um 25 Broz. 3. Für gleiche Leistungen gleicher Lohn. 4. Für Jugendliche und Lehrlinge wird der Lohn im Einvers nehmen mit dem Betriebsrat fest gefett. 5. Erledigt durch Absatz 4. 6. Kriegsbeschädigte und Unfall verlegte erhalten vollen Lohn und dürfen etwaige Renten nicht mit dem Lohn aufgerechnet werden. 7. Diefe Grundstundenlöhne 7. Diese Grundstundenlöhne find, solange es feine feste Wäh find, folange es teine feste Wäb rung gibt, mit einem zuberlärung gibt, mit einem auverläs figen Teuerungsinder zu multi- figen Leuerungsinder zu multiplizieren. plizieren. 8. Als Grundlage der Jndeg berechnung gilt der Jnder der Roten Fahne", der aufgestellt ist nach Berechnungen vom Geheimrat Professor Dr. Rubener( Berlin) usm. 9. Der Jnder wird Mittwoch abends für das ganze Reich telegraphisch bekanntgegeben. 10. Die Lohnzahlungen erfolgen am Freitag. Am Montag erfolgt eine Abschlagszahlung in der Höhe bon zwei Dritteln des Lohnes der Vorwoche. 11. Der Lohnwochenabschluß ist Donnerstag abends. Der Verband der Bäder und Konditoren fordert alle 3eugen des Borganges auf, ihm die Helden namhaft 12. Bei verspäteten Lohnzah zu machen, die mit Stühlen und Gläsern vorgingen, um sie für die lungen oder Lohnnachzahlungen angerichtete enorme Materialzerstörung haftbar zu machen, da sonst muß die Entwertung entsprechend der Schaden aus den Beiträgen der Mitglieder gebedt merden berüdsichtigt werden. müßte. 8. Als Grundlage der Inderberechnung gilt der Inder des Vorwärts". 9. Der Jnder wird Donnerstag früh im„ Borwärts" veröffentlicht. 10. Die Lohnzahlungen erfolgen am Freitag. Am Montag oder Dienstag erfolgt eine Abschlags. zahlung in der Höhe von zwei Dritteln des Lohnes der Borwoche. 11. Der Lohnwochenschluß ist Mittwoch abends. 12. Bei durch Verschulden des Arbeitgebers beripäteten Lohnzahlungen muß die Entwertung berfidiichtigt werden. Der Erfolg bre fommunistischen Betriebsratspolitit war, daß Die Gewerkschaften müssen aus dieser Art der Bekämpfung mohl fie die Firma veranlaßt fah, fich am 7. Auguft bem Arbeitgeber ober übel die nötigen Konsequenzen ziehen. Wir lassen uns meber perband anzuschließen, um zufünftigen, persönlichen Beleidigungen durch die Macht" der fchiffbrüchigen kommunistischen Gewalttheorie, cus dem Wege zu geben. noch weniger aber durch solche Proben von der Diktatur des Proletariats" die Unterwerfung unter die Moskauer BeltrevolutionsHeillehre und unter die Herrschaft der Berliner KPD.- Zen trale von Mostaus Gnaden und von Mostaus Geldern aufzwingen. ** Auch in den Betrieben fegen die Kommunisten durch die Angehörigen der proletarischen Hundertschaften ihren Terrorismus fort. Nicht genug damit, daß fie die Arbeiter, die mit ihrer Berevalftreitparole nichts zu tun haben und damit nichts zu tun haben wollten, so wenig wie mit der APD., um einen erheblichen Lohnaus fall gebracht haben, zwingen fie jeßt unsere Genossen zu erneuter Arbeitsniederlegung, weil der eine oder andere Revolvermaulheld nicht mehr eingestellt werden soll. Im Kabelmer? Oberspree wurden unsere Genoffen heute morgen durch Stoßtrupps gezwungen, an einer wilden Betriebsräteversammlung teilzunehmen und durch die mit Mutterschlüsseln bewaffneten Hundertschaftsleute verhindert, gegen den einmütigen Beschluß" auf Eintritt in die paffive Resistenz zu zwingen, die zu erneuter Arbeitsniederlegung, zu erneutem Verdienstentgang führt, wenn nicht zur vorübergehenden Betriebsschließung. Die VSPD.- Betriebsräte müssen gegen den HundertschaftenTerrorismus unbedingt Stellung nehmen. Romeou. andere Verviel fältiger liefern preiswert A. Kletz& Co. Büro- Bedarf- Ges. W. 57, Frobenstr. 21 Willst du preiswert Hosen kaufen, mußt zu Hosen- Anders laufen. A. Anders, Beusselstr. 25 Durdischlag. Schreibmaschinenu. Vervielfältigungs, papiere liefern preiswert A. Kietz& Co., Büro Bedarf- Ges. W.57, Frobenstr. 21 PRAURINGE Farbbänder T in jed. Größe u. Qualität, stets vorrät., nur bill. Preisberechn M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. 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Berhandlungen über die Wiedereinstellung der Entlassenen lehnte die Geschäftsleitung furzerhand ab und verbot zugleich die 2bhaltung von Betriebsverhandlungen im Hause. Die Belegschaft habe das Haus fofort zu verlaffen. Gestern vormittag versuchte der Betriebsrat erneute Berhandlungen über die Wiederaufnahme der Arbeit herbei. auführen, wurde jedoch sofort aus dem Hause verwiesen unter Hin weis auf den Hausfriedensbruch. Eine Belegschaftsversammlung morgen nachmittag 2 Uhr in den Arminhallen wird sich mit dem Stande der Dinge befassen. Wie die TU. berichtet, hat die Firma Auguft Scherl das ge= famte technische Personal von mehr als 1000 Personen entlassen. Freitag abend 7 Uhr, im Gant 3 des Gewerkschaftshauses, Berlin, Engelufer 24/25, aukerordentlich wichtige Bersammlung. Stellungnahme zur Bane. le Funftionäre, Betriebsräte, Bertranensiente. Beitragssammler, Oblente, Mitglieder der Berwaltungsförperschaften find verpflichtet, zu erscheinen. Mit gllebsbuch und Bartetensweis find vorzuweisen. Die Mitglieder der Orts- und Erweiterten Berwaltung müssen unbedingt vollzählig erscheinen. Der Frattionsvorstand. Berband der Buchbinder u. Papierverarbeiter, Zuguspapierbranche. Morgen, Donnerstag, 15 Uhr, im großen Gaal des Gewertschaftshauses. Engelufer 24, Ber fammlung für alle in Buruspapierfabriken, in der lithogr. Kunstdruckindustrie und in den chromophotogr. Anstalten Beschäftigten. Die geforderten Lohnzulagen find abgelehnt. Was ist zu tun? Wir erwarten, daß fämtliche Mitglieder an dieser Bersammlung, die pünktlich eröffnet wird, teilnehmen. Die Branchenleitung. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Bezirk 6, Kreuzberg. Morgen Donnerstag, 6 Uhr, im Saal 1, des Gewerkschaftshauses, Cugelufer 24/25, Bezirks versammlung. Gaswert Charlottenburg, Helmholzstraße. Morgen früh Arbeitsaufnahme. Der Betriebsrat. Reichstagung der Arbeiterjugend. . Nürnberg, 12. Auguft.,( Eig. Bericht.) Die Kundgebung für Republit und Berfassung, die am Sonnabendnachmittag im Luitpoldhain unter ungeheurer Beleil gung jugendlicher Genoffinnen und Genossen der Partei und der treten Gewerkschaften stattfand, hat den Feinden der revublikanischen Staatsform flar und deutlich gezeigt, daß eine Rückkehr zum' tog System, zur Monarchie, durch den Willen der Arbeiterschaft für alle Zeiten unmöglich ist. Wer tefe Rundgebung mitm when tutite, wird den Anblid, den die Menschenmenge mit ihren Fahnen, Bannern und Wimpeln bot, nie vergessen. Arbeiterfänger und Ar. beitermusikanten trugen mit zur Verschönerung der Feier bei. Anerfannt muß ferner werden die Arbeit des Sozialistischen Ordnungsdienstes und der Auer Garde, die für Ruhe sorgten. Kommunisten und Hafenfreuzler, in trauter Gemeinschaft, versuchten oft 3wischenfälle herbeizuführen, was aber nicht gelang. Abgesehen von einigen Ungezogenheiten hafentreuzgeschmüdter Jünglinge, hat der Jugendtag bis jetzt einen würdigen Verlauf zu verzeichnen. Nicht weniger als 42000 Teilnehmer beherbergt augenblicklich Nürnberg und Umgebung. Mit besonderer Freude vernahm ein jeder die Nachricht, daß auch noch Amerikaner eingetroffen sind. Der Sonnabendabend brachte ein vielseitiges Programm, Biele besuchten die gut gelungene Jugendfeier, die im Saale des Industrie und Kulturvereins stattfand. Im Stadttheater sprach der Sprechchor„ Die Erlösung" von Bruno Schönlan f. Eine andächtige Gemeinde fand sich zur gleichen Zeit im Bau der alten St. Lorenz- Rirche ein, um ein gemischtes Konzert u hören. Weiter gedachte man Hans Sachs und führte in der Meistersinger- Kirche mehrere feiner Epiele auf. In der zehnten Abendstunde war das Programm beendigt. Singend wurden die Quartiere aufgesucht, die die arbeitenden Schichten Nürnbergs bere twilligst zur Verfügung gestellt hatten. Schon in den frühen Morgenstunden des Sonntags ertönt frischer Gesang in allen Gaffen und Straßen. Kleine Züge Jugendlicher befichtigen unter fundiger Führung Eingeborener" die Stadt. Die Zeit muß ausgenügt werden, und es gibt viel zu schauen. Dann marschieren sie alle nach dem DOT Nürnberg gelegenen Schmausenbud" zum Spielen und Tanzen hinaus. Schweden und Defterreicher zeigen ihre Länge und ernten viele Heil"-Rufe. Eine Jugendfeier im Freilicht- Theater folgt. Brögers Kreuzab nahm e" gelangt wirkungsvoll zur Aufführung, während die Berliner Die Erlösung" von B. Schönlant sprechen. Um ½1 Uhr halten unsere ausländischen Gäste Ansprachen und versichern uns immer wieder, daß sie zur deutschen Arbeiterjugend stehen. Reigentänze folgen, und mancher neugierige Spießer, der hier zufieht, muß eingestehen, daß diefe Jugend eine neue Jugend ist. Die Bor mittagsstunden verrinnen allzu schnell, und so muß der Marsch zu den Effenpl.gen angetreten werden. Bald haben dide Nudeln mit Fleisch in hungrige Magen Eingang gefunden. Wer Privatquartier hat, speist man mit seinen Wirtsleuten, denen es helle Freude bereitet, einem Sachsen, einem Thüringer oder einem Berliner Unterkunft und Verpflegung gewähren zu können. Am Spätnachmittag tanzen die Jugendgenoffinnen und Genoffen auf zwölf verschiedenen Plägen der Stadt vor einer großen Zuschauermenge. Auch Nürnbergs fleire Bürgerschar, tie Kinder, spielen luftig und froh mit. Große und fleine Kinderherzen haben schnell Freundschaft geschlossen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 6. Abt. Die Sigung der Kommunalen Rommiffion fällt wegen der Kreis mitglieberperfammlung heute, Mittwoch, aus und findet am Donnerstag, abends 7% Uhr, bei Dobrolam, ftatt. Die Hafenarbeiter in Danzig einigten sich am Montag auf einem Lagelohn von 4 200 000 m. Der Berantwortlich für Politit: Bietor Schiff, Berlin; Wirtschaft: Artur Saternus, Buschlag für Löschen von Munition beträgt 75 000 m. pro Stunde. Friedrichshagen: Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Chlorn, Berlin: Feuilleton: Die beiden ersten Ueberstunden werden mit 1 000 000 pro Stunde ent-. 8. Däscher, Wilmersdorf: Lotales und Sonstiges: Fris Karstädt, Wilmersdorf; lohnt, die Nachtstunden mit 1200 000 M., Sonntagsstunden mit Berlag: Borwärts- Berlag 8. m. b. S., Berlin. Drud:.Borwärts- Buchbrucerei Anzeigen: Sh. Glode, Berlin. 1370 000 m. Im Lohn beschäftigte Frauen erhalten 245 000 m. für und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. Vorher entstellt, verbittert und trant Nachher gesund, fröhlich und schlank SchuhLEIPEIS Marte Allen wird Hilfe burch unfer bewährtes Thalysia- Korsett- und Leibbinden Reform- System. Es hat viele Taufende von beschämenden Entfellungen und von Schmerzen erlöst, bon berzweifelten Butänden und Beschwerden wieder freigemacht. Bei Normalen und Gefunden erhöht es Schlankheit, Biegsamkeit, Wohlbefinden, Kraftgefühl und Lebenslust. 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