Abendausgabe Nr. 38040. Jahrgang Ausgabe B Nr. 191 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaffion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Döngoff 292-295 Zel- Adresse: Sozialdemofrat Berlin Vorwürts Berliner Dolksblatt Preis 15000 Me. Donnerstag 16. August 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Beeleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Worte und Taten. Die Lehren des Kommunistischen Streiks. Genoffinnen und Genossen! Der fommunistische Streit ist zusammengebrochen. Erkannte Notwendigkeit. Urteile über die große Koalition. Der Eintritt der deutschen Sozialdemokratie in die große Roalition steht natürlich im Vordergrund aller parteigenössifand. Besonders interessant ist es, die Stimmen unserer deutschen Genoffen außerhalb der Reichsgrenzen zu vernehmen. gaben die Kommunisten, ohne eine feltständige Meinungsregung. fchen Diskussion nicht nur im Inland, sondern auch im Ausohne einen ernsthaften Zon zu sagen. Bieber einmal flehen beitsbrüder vor den Trüm. mit der Deutschen Volkspartei gemeinsam ihre Stimmen mern der Hoffnungen, die ihnen von politischen Kindstöpfen für unsere Forderungen eingeredet worden waren. Jetzt müssen sie ihren Träumen wo- ab. Aber draußen und in den Betrieben redeten sie den verbitterten Die Arbeiterzeitung", das Zentralorgan der Sozialmöglich noch den Berluft mehrerer Tagesverdienfte nachwerfen. und aufgeregten Arbeitsbrüdern ein, daß sie streifen müßten. demokratie Deutschösterreichs, schreibt: Genossinnen und Genossen, helft jeht denjenigen, die Als die Sozialdemokraten rasche Anfuhr von Lebensmitteln verEs war ohne Zweifel ein Art von Selbst überwinlangten und durchsetzten, wurden unter tommunistischer Führung die dung, daß die Sozialdemokraten die Bedenken gegen diese große Eisenbahner verpprügelf, weil sie den Betrieb nicht sfillegen wollten. Roalition zurückgestellt haben, die Furchtbarkeit der Cage ließ aber durch die fogenannten Kommunisten betrogen morben find, auf dem Wege zur richtigen Einficht. Als die Sozialdemokraten sich dazu entschlossen, in de: Reichs- teine andere Wahl zu, was vielleicht dennoch nicht hindern wird, daß Sagt ihnen, daß ihre Erbitterung über das verschwundene regierung mit eigenen Händen zuzufaffen, damit unter ihrer mit der Eintritt von Sozialdemokraten in die Regierung Stresemann Kabinett Cuno, ihre Empörung über Havensteins Zahlungsmittel arbeit durch ausreichende Steuereingänge die Notenpreffe ihre ver- in der Partei Anfechtungen erleiden wird; aber so wird es darauf mißwirtschaft, ihr verzweifeltes Umschschlagen gegenüber der die derbliche Arbeit bald einzuschränken vermag, da wurden den A:- antommen, wie sich die Koalitionsregierung praktisch bewähren Familie und unschuldige Kinder schier erdrückenden Lebensmittel beitern mit der Parole von der Proletarier- und Bauernregierung wird, ob die Sozialdemokraten nämlich im stande teuerung terechtigt war und ist. Aber fagt ihnen auch, wer die Köpfe verteilt. sein werden, das tapitalistische Bürgertum zur während der jüngst vergangenen acht Tage ihnen Butter und Die proletarischen Hundertschaften follen mit Hilfe der Kontroll. eiftung der notwendigen Opfer zu zwingen. Denn Gold versprochen und wer für sie in dieser Zeit wirklich ausschüsse auf dem Lande Nahrungsmittel beschlagnahmen, mit den aus dem Sumpfe der„ Prinzipien" des Herrn Cuno muß die Regieetwas getan hat. enteigneten Besitzern des weggenommenen Biehes, mit den Hundert. rung, in der die Sozialdemokraten siken, natürlich heraus. Sie muß Als die Sozialdemokraten gemeinsam mit den Gewerkschaften tausenden, die im Bund der Landwirte organisiert sind, soll aber Reich und Bolt retten, und die Rettung kann nur kommen, wenn die thre Steuerforderungen formulierten, damit num statt der Noten- zugleich eine fommunistische Regierung gebildet werden! cha mlose Begünstigung und Begönnerung des presse endlich der Besiz ordentlich angefaßt werde Forderungen, Genoffinnen und Genossen! Laßt die durch den Unsinn der so. Rapitals, der sich die Regierung Cuno hingegeben hat, ein die dann durchgefeßt werden sind, da steckte die kommunistische genannten Kommunisten Enttäuschten nicht zur dumpfen Ver- Ende nimmt. Leitung die Köpfe zusammen und beriet. Eie beratschlagte nicht zweiflung, zur hoffnungslosen Eczesenheit in ih: Schidfol tommen Eine unabweisbaren Notwendigkeit gehorchend, hat die Sozialetma über bessere Forderungen und deren rasche Durchsetzung, son- und verhindert, daß sie sich momöglich gar den Realitions- demokratie die Teilnahme an der Regierung der großen Koalition dern darüber, wie der Arbeiterbevölkerung das Gas abgedreht freunden der Sowjetisten, den natenfreugle: n, anschließen. bewilligt, Um so größer ihre Verpflichtung, dieser Regierung den Eure Arbeit, die Ihr jetzt zu leisten habt, ist nicht die agitatorische zialdemokratischen Geist, die sozialdemokra Als die Sozialdemokraten im Steuerausschuß des Ausnügung einer günstigen Gelegenheit, es ist ein Berbinden ifche Rüdsichtslosigkeit und Unbeugfamfeit einzuReichstags ihre scharfen Forderungen durchsetzten, da liefen die der Wunden, die in der vergangenen Woche der Arbeiter. impfen. Die Taten dieser Regierung müssen so sein, daß die sozialRommunisten mit wie folgfame junge Leute, A bewegung durch politisch Unzurechnungsfähige geschlagen worden demokratische Teilnahme sichtbar und fühlbar wird und sich dadurch ohne eigene Meinung und ohne eigenen Willen. find, es ist Rüftung zum Rampf um ausreichende Entlohnung und vor dem arbeitenden Bolte rechtfertigt. Ernährung, für eine starke einheitliche sozialistische Bewegung. Nur Ganz in demselben Sinn äußert sich auch der Prager Nicht eine einzige Forderung haben die Kommunisten aufgestellt sie wird den breiten Massen helfen und sie aus dem Elend, das auch Sozialdemokrat", das Zentralorgan der deutschen und durchzusetzen versucht. Sie stimmten immer mit unseren die Not Deutschlands ist, herausführen. Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei. Nach einer scharfent Genossen. Bur gleichen Zeit erfiärten sie aber in einer Sigung Kritit der Aera Cuno wird dort ausgeführt: der Gewerkschaftskommission, des ADGB. und unserer Bariei, daß fie ohne Rücksicht auf die Beschlüsse dieser Konferenz durch ihre Fünfzehnerfommission den Generalstreit ausrufen lassen würden. werden fönnte, Als die sozialdemokratischen Forderungen im Reichstag durch die bürgerlichen Parteien im Drud der Stunde angenommen wurden, Offenherzig- aus Freundschaft. Die„ Times" kommentiert. un Bersprecht nichts, fordert zur Mitarbeit auf! Malt fein Paradies aus, aber zeigt den Weg der sozialistischen pofitiven Bolitik! Haltet die Hände feft, die auf die Gewerkschaften einschlagen wollen! Bezirksvorsland Berlin der Bereinigten Sozialdemokratischen Partei. Das System, das so tödliche Folgen gezeitigt hat, irgendwie zu galvanisieren, würde ein unfühnbares Berbrechen am deutschen Bolie bedeuten, böte die große Koalition dem Großbürgertum auch nur die entferntefte Möglichkeit, unter halb sozialistischer Bermummung in der bisherigen Art fortzuwursteln, so wäre sie der verhängnisvollste Narrenstreich der deutschen Parteigeschichte. Gerade das Umgekehrte ist der Fall: die letzten Taten des Cunoschen Finanzministers Dr. Hermes, die energisch durchgreifenden Steuergefege, und deren fast einstimmige Annahme im ReichsBerhandlungsgrumblage angeſehen werde. Eine cadetage zeigen, daß sich die bürgerlichen Parteien, in freilich viel zu zur Festsetzung der deutschen Leiftungsfähigkeit werde nach englischer Auffassung aus diesem Geifte später Stunde und von halber Verzweiflung getrieben, zu den Leistungsfähigkeit werde nach englischer Auffassung aus diesem Geiste unermüdlich und bis dahin vergeblich vorgebrachten Forderungen der London, 16. August.( WIB.) Times" schreibt heute in beraus fehr bald zustande kommen, dürfte jedoch außer den alliierten unermüdlich und bis dahin vergeblich vorgebrachten Forderungen der einem Ceifarfifel, es sei vielleicht unvermeidlich gewesen, daß die Mitgliedern wohl nur einen amerikanischen Teilnehmer, aber feine deutschen Sozialdemokratie bekannt haben. Diese Stunde und die Letzte britische Rote au Frankreich misverstanden wurde, nicht neutralen Bertreter umfaffen, da sich Frankreich der Teilnahme Pfychologischen Möglichkeiten, die fie bietet, gilt es auszunutzen. Unsere Genossen im Reich sind nicht gewillt, sich als Vorspann hernur auf dem Kontinent und in America, sondern auch in gewiffen neutraler Bertreter wahrscheinlich widersehen und England in diesem zugeben, den verfahrenen Wagen der bürgerlichen Bolitit aus dem dalle nicht darauf bestehen würde. Dred zu ziehen, sie sehen es vielmehr als ihre Aufgabe an, die führen. Kreifen in England. Was tatsächlich geschehen set, sei, daß die London, 16. Auguft.( Eca.) In politischen Streifen beginnt die Bürgerlichen auf dem Wege, den sie notgedrungen betreten haben, britische Regierung endlich ihre Ansichtvoll ausgesprochen habe. Es jel behauptet werden, daß die Note einen Bruch der Meinung Boden zu gewinnen, daß die Berhandlungen zwischen weiterzustoßen, und das können sie nur, wenn sie in der neuen Entente bedeute.„ Times" lehnt es ab ju glauben, daß dies ein not. Frankreich und England, die zunächst durch die französische und Regierung vertreten sind und die Möglichkeit haben, sie geistig zu wendiges Ergebnis ist. Die Entente fei eine gegenseitige Anecken- belgische Note fortgefeht werden, doch nicht ganz ohne Aus= nung der Tatsache, daß der Frieden in Europa am wirksamsten fichten auf Erfolg find. Insbesondere hat eine Reuter- Note Wir freuen uns, daß die Absichten der sozialdemokra aufrechterhalten werden könne, wenn Großbritannien und Frank- Aufsehen erregt, die in den gestrigen Abendstunden veröffentlicht reich eng zusammenhielten. Dies sei ein Ariom, zu beffen Anerken- murde und erklärt, es sei zu hoffen, daß eine genaue Brüfung der tischen Reichstagsfraktion von den deutschen Genossen außer halb des Reiches so richtig verstanden werden. Daß der nung beide Nationen immer wieder getrieben würden, felbst wenn letzten englischen Note durch Frankreich zu einer Diskussionsbafis Biebereintritt der Sozialdemokratie in die Reichsregierung ihre Streitigkeiten am stärksten sind. Dieses Axiom werde auch in führen könnte. Die Reuter- Note behandelt bie Frage, was England von zahlreichen Genossen in den Ententeländern im Deutschland anerkannt. In seiner Reichstagsrede vor seiner einschließlich des im Spa- Abkommen festgesetzten Anteils von Intereffe der internationalen Entspannung gewünscht wurde, Ernennung zum Reichstanzler habe Stresemann bemertt, es 22 Broz. an den deutschen Zahlungen von seinen Alliierten zu fei Torheit, fich einzubilden, daß ein Bruch der Entente Deutschland fordern habe und tommt auf einen Betrag von schägungsweise ist uns seit langem bekannt. Auch dort wird der Weg, den zugute tommen würde, da im Fall eines Bruchs, Deutschland die 50 Milliarden Goldmart. Es bestehe also, wie auch schon in der unsere Reichstagsfraktion unter den denkbar schwierigsten VerKosten zu tragen habe. Da dies flar verstanden werde, so sei die franzöfifchen Breffe, insbesondere im Temps", in lehter Zeit verhältniffen zur Rettung einer beinahe schon verlorenen Lage ganze Frage, ob die britische Regierung in der augenblicklichen Cage fchiedentlich ausgeführt wurde, nur eine Differenz von 3 Milliarden eingeschlagen hat, Verständnis und Billigung finden. Der Meinung der Wiener und Prager Genossen, daß die mit unnachgiebiger Offenheit fprechen folle oder nicht. Das einzige 200 millionen Goldmart zu ungunsten der fontinentalen Alliterten Heilmittel in einer unmöglichen Lage sei für die britische Regierung Englands. Es ergebe fich also, wenn man davon absieht, daß Frant. Sozialdemokratische Partei in der neuen Regierungsfoalition gewesen, alle Reserve beiseite zu laffen und unzweideutig den briti reich sich in den Dokumenten des fürzlich veröffentlichten Gelbbuchs ihren Willen mit aller Entschiedenheit zur Geltung bringen schen Standpunti auseinanderzusehen. Es müßte in Frankreich nicht mehr wie bisher mit 26 Milliarden Goldmark begnügt, sondern müsse, schließen wir uns rückhaltslos an. Sie ist weiter nichts ebenso flar wie in England erkannt werden, daß die Entente ein feinen Anteil auf etwa 30 Milliarden erhöht, und wenn man die als eine Selbstverständlichkeit. Selbst bürgerliche Blätter wie mächtiges Werkzeug für das allgemeine Ganze fein tönne, und daß Forderungen Ameritas nicht in Betracht zieht, eine Annäherung die Frankfurter Zeitung" haben darauf hingewiesen, daß die ficher Zelt vorhanden sei, sich an das Hauptproblen heranzumachen. bes franzöfifchen Standpunktes zur Festsetzung einer Gesamt. Sozialdemokratische Partei mit der neuen Taktik, die ihr die Glücklicherweise sei in Deutschland ein Umschwung eingetreten: reparations3iffer von etwa 53 milliarden Gold Not aufgederängt hat, ein großes Risiko läuft. Die„ Frankdie Unruhen legten sich, die vorläufigen Maßnahmen finanzieller mart, wobei England etwa auf 85 Broz. feiner gesamten Forde- furter Zeitung" sieht in einer Zersehung der Sozialdemokratie, wie fie als Folge einer neuen Enttäuschung eintreten fönnte. Natur feien getroffen worden, und was auch immer ihr dauernder rungen an die fontinentalen Alliierten verzichte. geradezu eine Gefahr für die Nation. mert fel, diefe Maßnahmen der neuen Verwaltungstätigkeit der Regierung hätten anscheinend die unmittelbare Gefahr hinausgeschoben. Stresemanns Regierung scheine mit Bertrauen aufgenommen wor- ift zurückgezogen. den zu fein. Werde die Ueberlegung des allgemeinen Interesses doch die Oberhand behalten? Größerer Optimismus. Die Kandidatur Rafowsffis für den Gesandtenposten in London Dollar 2700000. Condon, 16. Auguft. Der Londoner Berichterstatter des WIB. Am heutigen Börsenruhetag wurde der Dollar amtlich mit erfährt, daß in englischen politischen Kreisen augenblicklich größe 2700000, Holland mit 1700 000 und England mit 12 400 000 rer Optimismus bezüglich einer Bereinbarung der Alliierten notiert. Im freien Verkehr sprach man etwas höhere Rurfe, und in der Reparationsfrage herrscht, als noch vor kurzem. Es wird zwar für den Dollar zwischen 3 200 000 bis 3 300 000 und für das erwartet, baß Poincaré die englische Note Punkt für Bunkt und in Pfund 14 000 000. Die Repartierungen im amtlichen Verkehr waren höflichem Tone beantworten werde. Die Tatsache, daß gut unter etwas geringer als am Bortage. Der Bedarf an Devisen hat sich richtete Bariser Organe die Frage einer Sachverständigenberatung, zu Einfuhrzweden vergrößert. Am Effektenmarkt tritt das Ausland, Iemie ben im Bonar Lawschen Plan enthaltenen Betrag von wie bereits gestern, wieder mit Räufen auf. Zum anderen Teil sind 50 Milliarden Goldmart als Leistungsfähigkeit Deutschland erwähnen, die Effektenverkäufe zum Zwede der Steuerzahlung jeht zum läßt nach englischer Ansicht darauf schließen, daß in gewiffen franzö- größten Teile beendet. Auch hofft man in Börsentreisen auf ein fischen Kreifen der englische Vorschlag größere Beachtung findet, als Moratorium der Regierung für die am 25. Auguft zu zahlenbisher hätte angenommen werden können und daß er daher als den Steuern. Dieser Gefahr gegenüber fann die Sozialdemokratische Bartei nicht blind bleiben. Sie ist ja auch nicht voraussetzungs. und bedingungslos in die Regierung eingetreten, sondern sie hat für die zu leistende Arbeit ein Programm aufgestellt, von dessen Durchführung ihr Verbleiben in der Koalition abhängig ist, und die bürgerlichen Koalitionsparteien haben dieses Programm anerkannt. Sie haben die große Koalition und den iedereintritt der Sozialdemokratie in die Regierung ge= wünscht, und dieser Wunsch wurde um so dringender, als sich herausstellte, daß die zweite reinbürgerliche Regierung der Republik, die Regierung Cuno, zu noch schlimmerem Scheitern verurteilt war als die erste, die Regierung Fehrenbach. Wer das Ziel will, der muß auch die Mittel wollen. Wer die große Koalition will, muß auch mit einer Regierungss politit einverstanden sein, die der Sozialdemokratie die Möglichkeit bietet, in der Koalition zu bleiben. Für den Augenblid wird natürlich fein Sozialdemokrat wünschen, daß die Reichstagsfraktion den getanen Schritt wie der rückgängig macht. Der Versuch ist unternommen worden, und auch diejenigen, die ihn nicht wollten, sehen ein, daß er jegt folange fortgesetzt werden muß, bis ein Urteil über sein Gelingen oder Mißlingen möglich wird. Nach einiger Zeit aber werden die Anhänger der Partei fragen, was in der Koalition erreicht worden ist, und ergibt sich dann eine Enttäuschung, so wird das Drängen nach der Beendigung des Experiments unwiderstehlich werden. Bricht aber eines Tages die Koalitionsregierung auseinander, dann erhebt sich die Frage: Was meiter?" " Man hat die große Koalition oft als die legte Karte im Spiel bezeichnet. Wenn die große Koalition nicht hält, weiß niemand, wie sich die Dinge weiter gestalten sollen. Die große Koalition fann aber nur dann halten, wenn die Massen, die unter den jeßigen Umständen entsehlich leiden, das Gefüh! haben, daß wirklich alles getan wird, was möglich ist, um ihnen zu helfen. Was der Sozialdemokratie den Eintritt in die große Koalition besonders schwer gemacht hat, war die Sorge, die Partei fönnte in ihr ein bloßer Anhängsel der Bürgerlichen werden. Wenn sich diese Sorge als unbegründet erweist, wenn der tatkräftige Einfluß der politischen Arbeitervertreter auf die Führung der Reichsgeschäfte bemerkbar wird, dann werden die früheren Gegner der Roalitionspolitik in der Sozialdemokratischen Partei zu ihren Anhängern werden. Im entgegengesetzten Fall aber werden sich umgekehrt die bisherigen Anhänger diefer Politik zu ihren entschiedenen Gegnern verwandeln. Es liegt an den bürgerlichen Roalitionsparteien, diese Zusammenhänge richtig zu würdigen und daraus die notwendigen Schlüffe zu ziehen. Es war der Fehler der bürgerlichen Parteien, daß sie so oft in den letzten Jahren politische Notwendigkeiten zu spät erkannten, und daß sie infolgedessen zu spät und unter dem Druck der Nottun mußten, was, mit fluger Voraussicht rechtzeitig und freiwillig getan, schweres Unheil hätte vermeiden fönnen. Die nächste Zukunft muß zeigen, ob sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Davon hängt alles ab. Der Judaslohn. der Gewerkschaften das erftemal folche Attion in Szene " Der größte Erfolg ist der, daß gegen den Billen gesezt werden konnte."( Der Referent auf der Versamm lung der KPD.- Betriebsräte.) H " Arbeitsbrüder." Kommunistische Kulturbringer. Mahnung hat anscheinend wenig gefruchtet. Um so mehr ist jezt die Gründung des Ruhrinformationsbureaus in London onsbureaus zu begrüßen. Die Unruhe im Reich. Trog aller Erfahrungen gibt es noch immer Parteigenossen, die die Kommunisten als eine ihnen nahestehende Gruppe im Klassen. fampf ansehen und als ihre Arbeitsbrüder behandeln. Umgekehrt gilt es bei den Kommunisten als stilwidrig, von Sozialdemokraten ping Eachsen ist in vollem Umfange die Ruhe wiederge Magdeburg, 16. August.( Eigener Drahtbericht.) In der Pros etwa im Tone anständiger Menschen zu sprechen. tehrt. Die Hoffnungen, welche die Kommunisten gerade auf Als Beispiel, in welcher Tonart die kommunistische Presse über diesen Teil Deutschlands gesetzt haben, find elend gescheitert. Bis die Sozialdemokratie und ihre Vertreter zu sprechen pflegt, geben auf wenige Ausnahmen sind auch die Landarbeiter wieder mir hier eine Blütenlese von Schimpfereien aus einer zur Arbeit zurüdgekehrt. Die Plünderungen auf den einzigen Rummer der Roten Fahne", nämlich der vom Feldern haben aufgehört; der Umfang der Felddiebstähle ist faunt Donnerstag morgen: noch größer als zu jeder Erntezeit. Bei den Industriearbeitern im Bezirk Magdeburg haben die Kommunisten mit ihrer Parole„ Arbeiter und Bauernregierung" nur Spott und Hohn geerntet. So haben in der Stadt Magdeburg während der ganzen Tage in einem nur 180 einige Stunden einzigen Betriebe von 1300 mann Generalftreit" gemacht. Von einer Gefahr fann in der Proving Sachsen nicht mehr die Rede sein, es sei denn, daß die rechtsradi. talen Eelbstschutzorganisationen neue Unruhe in die Bevölkerung tragen. Seit Mittwoch ist in diesen Kreisen und auch im Landbund eine Tätigkeit zu beobachten, die den Behörden zu ernsthaften Berwarnungen Anlaß geben sollte. 27 " " Die sozialdemokratische Bureaukratie steht überall an der Spize des Rachefeldzuges, leitet die Hand der Unternehmer, wählt die Opfer aus." Sozialdemokratische Mameluden"," Sozialdemokratische Bürokratengardee", Sozial demokratische Dredseelen",„ Schuftigteit der Gewerf. fchaftsbureaukratie und sozialdemokratischer Führer". Nieder trächtige Hehe, die der Vorwärts" und die sozialdemokratischen Führer gegen die streifenden Arbeiter während und nach dem Generalstreit getrieben"," Verräterische Reformisten"," Das 3 en tralstreifbruch organ der deutschen Sozialdemokratie", Diefes fch a mlose Organ mit den noch schamloseren Redakteuren"," Schamlose Denunziation"," Eine Partei, die von Streitbrechern und Denunzianten geführt Halle a. d. S., 16. August.( Eigener Drahtbericht.) Gestern fand wird"," Der„ Borwärts" bläht fich auf wie ein Ochsenfrosch", im„ Boltspart" die Bersammlung der mitteldeutschen Be. " Dolchstößler aus der Vorwärts"-Redaktion". triebsräte über Fortseßung oder Abbruch des Streits " Bei den wiederkehrenden Kämpfen werden die Arbeiter den statt. Die RPD. war offiziell auf diesem Kongreß nicht vertreten, reformistischen Denunzianten und Streit. da die Führung der Streifenden bereits an die KAPD. und brechern, aber auch dem brutalen Unternehmertum tausend. Unionisten übergegangen ist. Die radikalisierten Elemente der fach pergelten."" Der Vorwärts", der sich an dem bevor- mitteldeutschen Arbeiterschaft sind der KPD. vollkommen stehenden Elend weidet"," Borwärts- Schuftereien"," Die Gewert entglitten. Die PD. felbft hat zur Wiederaufnahme schaftsredakteure des Borwärts" find genau die moralisch der Arbeit aufgefordert. In Halle wird teils gearbeitet, teils berlumpten Kerle wie ihre Kollegen aus den anderen gestreift, doch ist mit der restlosen Wiederaufnahme der Arbeit für Refforts, nur mit Schwindeleien und Fälschungen glauben sie den schwindenden Einfluß unter der Arbeiterschaft zu wurden zum Teil von den Unternehmern abgewiesen. glauben sie den schwindenden Einfluß unter der Arbeiterschaft zu morgen früh zu rechnen. Die heute früh zur Arbeit Gegangenen Die halten",„ Schamlose Burschen in der Vorwärts"-Redaltion", Schuftige„ Borwärts"-Redakteure", usw. usw. Bergarbeiter Mitteldeutschlands arbeiten in sämtlichen Revieren, mit Die Liste ist nicht vollständig, aber wir denken, daß diese Aus. Ausnahme des Zeiz- Weißenfelser Bezirkes. Im Zeißer Bezirk will man erst morgen nach Beerdigung der Todesopfer mit der Wieder. wahl aus einer einzigen Nummer des Kommunistenblattes ausreichen wird, um ein Bild von der Gemütsverfassung aufnahme beginnen. Im Bitterfelber Bezirt wird ab heute vollter Barolefchmiede zu geben. Daß der„ Borwärts" in dieser Rich ständig gearbeitet. Der Generalstreif fann in Mitteldeutschland als beendet betrachtet werden. Der Sprecher der mitteldeutschen Bea tung feinen Wettlauf mit der Roten Fahne" antreten will, werden bleme der Gegenwart fachlich zu behandeln und die Intereffen traten unterlegen. Die SPD.- Breffe hat uns großen Schaden unsere Leser begreifen. Wir legen Wert darauf, die großen Bro. triebsräte erklärte gestern in einer Betriebsrätekonferenz folgendes mötlich:" Wir sind dem Einfluß der Sozialdemo der Arbeiter fachlich zu fördern. Das Schimpfen und Bramar- fraten unterlegen. Die SPD.- Preffe hat uns großen Schaden bafieren müffen wir den Kommunisten überlassen, die sich in Kraft. zugefügt. Der Kampf muß abgebrochen und später erneut wieder Die Rote Fahne" fann auch sehr schweigsam worten überschlagei und dann als verantwortlichen Rebatteur Herrn aufgenommen werden." sein, wenn sie will. Ueber den Verlauf der stürmischen Ver- Baul Frölich zeichnen laffen, der als Mitglied des Reichstags durch Köln, 15. Auguft.( Eca.) In Röin ist es heute in mehreren fammlung der fommunistischen Betriebsräte bringt sie eben- feine Immunität fich vor Beleidigungsflagen schüßen läßt. Die ihn Induftrievororten erneut zu Unruhen gefommen. In Ehrenfeld und sowenig, wie über die Debatte, die in der KPD. als Folge von unserer Seite freilich auch ohne das erspart bleiben. Denn wer bei der Humboldt Maschinenbau- Anstalt haben die Arbeiter neuerder Niederlage entstanden ist. Die ganze Heuchelei ihrer Pech angreift... dings demonstriert. Bei dieser Gesellschaft haben sich ihnen zum demagogischen Agitation wird jedem Arbeiter flar sein, wenn Teil auch die Angestellten angeschlossen. Es ist wieder mehrfach zu die Fahne" nur die Reden der kommunistischen Häuptlinge Tätlichkeiten gegen die Direttion gekommen. In den bringen würde. Daß man den Bonzen mal eins ausgewischt Abendstunden wurde jedoch eine Einigung erzielt. Bei den hat, mag vollauf der Stimmung des heulenden Jungen entIn London wurde dieser Tage ein„ British Bureau for Farbenfabriten vorm. Fr. Bayer fam es zu schweren Aussprechen, der sich freut, daß er sich die Finger erfriert, denn Ruhr- Information" gegründet. Der Plan dazu ging aus vom schreitungen, bei denen 14 Beamte teils schwer verletzt wurden. Die es geschieht seinem hartherzigen Bater ganz recht. Die Ber- Genossen Charles R. Burton und seiner Frau, die der deut Demonstranten besetzten den Fabrikeingang und bemächtigten fich liner Arbeiter wollten aber etwas anderes, als sich die schen Arbeiterschaft wohlbekannt sind. Der 3wed des Bureaus auch des Feuerlöschgerätes, so daß große Gefahr für die Sicherheit Finger erfrieren. Sie wollten Geld. 10 Millionen forderte ist, hervorragende englische Persönlichkeiten und Zeitungen mit des Unternehmens bestand. Die Fabrikleitung hat daraufhin alle die menschenfreundliche Fahne". Weil die Hochbahner im authentischen Nachrichten über die Borgänge Arbeiter ausgesperrt, will aber am Freitag mit den ArSinne dieser Parole der KPD.- Zentrale Erfolge durchfeßten, im Ruhrgebiet zu versehen. Diese Ruhrinformationen beitern, die sich nicht an der Demonftration beteiligt haben, die Arbeit beschimpft fie Hedert:„ Die Hochbahner haben sich den Juda s sollen ferner auch nach Amerika gehen. wieder aufnehmen. Die Verwaltung erflärt jedoch, daß die großen Lohn in die Hand drücken lassen", und die Buchdruder sind Schon vor mehreren Wochen, gelegentlich der Berhand- Reubauten, die sie in Angriff genommen hatte, nicht weitergeführt ihm widerlich, denn sie waren nicht zu bewegen, am Kampje lungen über die Schaffung wertbeständiger Bergarbeiterlöhne, werden fönnen. teilzunehmen, weil ihnen ein Stundenlohn von 320 000 m. wurde in einer Besprechung der Bergarbeiterführer des Ruhr- Aachen, 15. Auguft.( Eca.) In Aachen ist es gestern und garantiert wurde". So sieht der Kampf der Kommunisten gebietes im Preußischen Landtag auf die völlige unzuläng- heute erneut zu schweren Blünderungen gekommen. Bei GUS. Einmal beteuern fie, daß sie nur der Not abhelfen fichkeit der ausländischen Berichterstattung über die Ereigniffe einem Zusammenstoß wurde ein Demonstrant durch Kopfschu wollen, auf der anderen Seite drohen fie den Arbeitern, im Ruhrgebiet hingewiesen. Das Schalten und Walten des getötet. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Die Händler die, ihrer Agitation folgend, sich um ihre unbestreitbare Not Befagungsmilitarismus hatte auch für die fremden Korrefpon- wurden vor den Toren der Stadt zum größten Teil ihrer Ware fümmern. Einmal find 10 Millionen die Mindestforderung denten das Leben im Ruhrgebiet allmählich unmöglich ge- beraubt, und die Ernährung der Stadt ist gefährdet. In der eines jeden Arbeiters", das andere Mal der Judaslohn", mit macht. Die Folge war, daß es in der Auslandspresse immer Mittagsstunden ist die Lage sehr fritisch geworden. Faft alle Le dem die Kapitalisten die Arbeiter bestechen. Die Schlußfolge- stiller wurde über die Zustände an der Ruhr. Die Berg bensmittelgeschäfte find geplündert. Man hört, daß die Maffen fich rung liegt auf der Hand. Nicht Besserung der Lage, sondern arbeiterführer forderten, daß die Reichsregierung sich etwas nunmehr in die Billenvororte begeben wollen, um dort in die Woh Wirrwarr und Zusammenbruch ist das kommunistische Ziel. mehr um diesen unhaltbaren Zustand fümmern sollte. Diefe nungen einzubringen. Bir sahen ihr bekümmert nach und sprachen lange fein Wort| Form viel mehr enthält vom Wesen deutscher Kunst und deutscher zusammen. Jeder von uns hatte das Gefühl, wieviel mögen wohl lrt als die Werke der Gemäldegalerien und Bildwertesammlungen. von diesen armen alten Leuten vorhanden sein, die der heutigen Zeit Denn nicht nur der Augenblick der Eingebung ist hier bewahrt, diese Eingebung rinnt auch viel leichter und glücklicher in die Feder oder pöllig fremd gegenüberstehen, sich gar nicht hineindenten fönnen. den Stift als in das Handwerf des Malers oder Schnizers, denn sind, aber vergebens in ihren Beutelchen und Taschen suchen? Und die vielen anderen, die zwar geistig zu folgen in der Lage graphisches Schaffen ist von Anfang an der Linienstrengen deutschen Befensart aufs engste verbunden. PP " Die Waschbürste. Bon Tehateha. Ich stand in einem kleinen Borstadtladen, um mir einen Rafter. pinsel zu laufen. Bor mir war ein altes Mütterchen in den Laden gekommen, die eine Waschbürste kaufen wollte. ,, Sie foftet 150 000 m.," fagte ihr der Verkäufer. rechnet wurden. " Ja, ja, dreihundert, dreihundert," sagte sie mir. Dann suchte sie lange in ihrem armseligen Beutelchen, bis sie einen Tausend. markschein heraustlaubte. taufend Mart." " Wieviel muß ich denn noch herlegen?" Dreimalhunderttausend Mart, das ist erst eintaufend." In dem Gehirn der Frau schien etwas nicht nachzukommen. Sie fah nur immer dem Geschäftsmann unruhig in die Augen, dann holte sie noch einen Fünftausendmarkschein heraus und schob ihn achtsam zum Tausender. Nun mußte der Bürstenhändler doch lachen. Ein Ruhrbureau in London. Sie Deutsches graphisches Schaffen von heute zeigt der andere Aus Das Mütterchen schien gar nicht darauf zu hören, sondern Kupferstichtabinett eröffnete foeben eine neue Ausstellung. Ausstellung altdeutscher Zeichnungen im Berliner Museum. Das stellungsfaal des Kupferstichkabinetts mit den neuen Erwerbungen E. R. suchte sich zwei von den Bürsten aus, die ihr mit 300 000 m. bestellt in dem einen Eaale zusammen, was die Sammlung an Hand- Ist das Telephon ein Krankheitsverbreiter? Die Mitrobenfurcht, zeichnungen der bedeutendsten deutschen Zeitgenossen die heute die Menschheit beherrscht, hat in erster Reihe den Telephon Dürers befigt. Es fehlt der Schatz an gezeichneten Werten apparat dahin verdächtigt, daß er der Verbreitung von Krankheits Dürers felbft, den die Mappen des Kabinetts verwahren. Es fehlt feimen Borschub leiste. Die britische Boftverwaltung hatte, um diese die Zentralfonne, die dem besten deutschen Schaffen im Beginn des alten, seit Jahren immer wieder laut gewordenen Befürchtungen Sie legte ihn vorsichtig auf den Ladentisch. 16. Jahrhunderts ihr Licht gab. Unter den von Dürer neu beein zu zerstreuen, eine Reihe von Untersuchungen angeordnet, die dene flußten Meistern " Da brauchen Sie aber noch viel Geld, Frauchen, das sind erst Grünewald mit 4 feiner hervorragendsten Blätter vormeijen, sprecher wirklich das Mißtrauen, das nach dieser Richtung besteht, fann das Berliner Museum den Matthias 3med dienen sollten, einmal einwandfrei festzustellen, ob der Fern die voll sind von der Dämonie und dem unvergleichlichen Bathos rechtfertigt. Da man vom Standpunkt der Hygiene vor allem den des aus Handwerksbanden zu eigener Meisterschaft emporstreben. Bormurf erhebt, daß der Sprechtrichter den Menschen mit der Ge den Malers. Neben ihm erscheint alles blaß: felbft die besten male- fahr der Uebermittlung von Krankheitsfeimen der Luftwege be rischen Entwürfe der Augsburger vom Schlage des Burgimair brobe, jo wurden gerade nach dieser Richtung Bersuche an Kaninchen oder des für Glasbilder und Holzschnitte zeichnenden Breu, des und Meerschweinchen angestellt. Die bakteriologische Untersuchung funstgewerblichen Hopfer. Eher behauptet sich die landsknech erbrachte indeffen einen durchaus negativen Beweis. Um ganz sicher hafte Derbheit der Schweizer, der leidenschaftlich zupadende Graf, der finnlich faftige, erfinderisch hochbegabte Manuel Deutsch und zu gehen, schritt man dann dazu, die Fernfprechapparate in einem. nicht nur durch seinen Aufenthalt in Bafel mit ihnen verbunden, Saules benutzt wurden, abzumaschen und die Flüssigkeit den BerSanatorium für Lungenfrante, die ausschließlich von Pattenten des der einzige deutsche Meister wahrhaftiger Renaissance, Holbein fuditieren einzusprigen. Aber auch in diesem Fall ergab fich die der Sohn. Die ftimmungsvollen Künstler des Donaugebietes fönnen in Berlin wie faum irgendwo anders tennengelernt werden: vollige unschädlichkeit der Apparate. Da die Untersuchungen von aus Regensburg Altdorfer, der Schilderer aller Berträumtheit einem der bekanntesten Londoner Batteriologen ausgeführt wurden, deutscher Landschaft und deutscher Menschen, und in Bassau Bolf so besteht an ihrer Zuverlässigkeit kein Zweifel. Huber, in feinen Entwürfen zu zeitlofer Gewalt malerischer Jugend und Bühne. Die vom Bentralinftitut für Erziehung und fich Lucas Cranach von den geheimnisvoll wuchtigen Schöpfun- Bühne lann unter dem Drud der gegenwärtigen Lage nicht stattfinden. Phantastit bisweilen aufsteigend. Aus demselben Kreise entwickelt unterricht für den 3. bis 5. September b. I. geplante Tagung Jugend und gen seiner Frühkunst bis zu den eigentümlich neugotischen Leiftun- Die geplanten Aufführungen werden verschoben. Die vorgesehenen Referate gen seiner Wittenberger Zeit. In der engeren Umwelt Dürers werden in Buchform veröffentlicht werden. selbst lernt man Hans Balduna fennen, dessen zügiges Tempe rament damals ein anderes Ente erwarten ließ als die gedrechselten und überladenen Zeichnungen seiner Straßburger Spätzeit bringen. Auch Schäuffelein ist in den Entwürfen seiner Nürnberger Jugend glücklicher als in den Jahren, wo er als wohlbestallter Stadt maler von Nördlingen mehr Aufträge hatte, als seiner nicht gerade erfinderischen Art zuträglich war. Tas feine Talent des Hans von Rulmbach hat sich trop unmittelbarer Hilfe Dürers in Nürnberg nicht recht entfalten fönnen. Fünf- und Zehnmartscheinen. " Beigen Sie mir doch mal Ihr Beutelchen," meinte er. Sie reichte es ihm zögernd. Darauf stellte der Mann fest, daß ihr ganzer Reichtum nur 12000 m. betrug in unzähligen Hundert, Zwanzig-, Dafür bekommen Sie feine Bürfte," sagte der Verkäufer. Wo von leben Sie denn?" fragte er dann. „ Ach, ich bekomme von meinen Töchtern etwas, aber die perdienen ja auch so wenig. Dann gehe ich bei den Leuten ein bißchen effen." Die alte Frau hatte, das sahen wir flar, von Geld und den neuen Preisen keinen Schimmer. Mit ihren Scheinen im Beutelchen glaubte sie fich immer noch reich. Ja, dann können Sie bloß eine taufen, und da langt es auch noch nicht." Die Frau machte ein unglückliches Gesicht. Haben Sie nicht eine billigere?" ,, tein" er dachte nach „ ich will Ihnen aber mal was sagen, hier nehmen Sie die eine Bürste, ich schente sie Ihnen." Der Eindruck auf die Frau war gering. Ja, zweie hätt' ich doch nicht mehr kaputt gebürstet," meinte das Mütterchen nur. Sie nahm das Geschent, steckte die Geldscheine wieder zu sich und verließ das Geschäft. Tausend, tausend, dreitausend, hunderttausend," murmelte sie por fich Profeffor Ferruccio Bufoni bat seine Unterrichtstätigkeit als Bora steher einer Meisterschule für musikalische Kompofitionen bei der Akademie der Künste wieder aufgenommen. Alexander Moiisi gaftiert zurzeit im Nationaltheater zu Chriftiania als Jedermann" und als Fedja" im Lebenden Leichnam". Ueberein himmend gerühmt wird in der Preffe die szenische Erscheinung des Künst lers, fein ergreifendes, et menschliches und überzeugendes Spiel, sowie feine alle Register umfassende sprachliche Birtuosität werden besonders herborgehoben. Das sind die Meister. Von ihnen ist alles da, was nur ein Dichterpreis. Der von der Gesellschaft der Stammertunstabende deutscher Zeichner schaffen fann. Aquarelle deutscher Bandschaft Brandt- Jacoby ausgeschriebene Dichterpreis( 5 Dollar) wurde dem Dichter Albert Talhoff zuerfannt. Dom Rhein und von der Donau, die unverfälschte Art heimischer England hat Geld für die Volksbildung. Das Vereinigte König Erde als Erlebnis. Bildnisse deutscher Männer und Frauen, ein reich gibt für das öffentliche Unterrichtswesen mehr Gelb aus als für Heer fach und voller Würde, ein wahrhaftes und denferisches, fernge- und Marine. Der Gesamthaushalt für den öffentlichen Unterricht beträgt fundes Geschlecht. Entwürfe zu Altarbildern. Schilderungen aus im laufenden Jahr 87 Millionen Sterling. d. 6. es ist um 25 Millionen dem Volksleben einer Zeit, deren Natürlichkeit zwischen Rohheit höher als der Etat für das Heer und um 24 willonen höher als der Mas und der neuen Bildung sich schwer zurecht fand. Erste geniale tinectat. Seit 1914 haben sich die Gehälter der Lehrer verdoppelt, in einigen Stizzen und ausgefläubeltes Mühlal Blätter, deren abgerundete Isällen fogar verbreifacht. Tpranm's öer Papierbarone. Nach mancherlei Bemühungen des Wirtschaftsministeriums war es gelungen, für den Monat August zwischen den P a p i e r f a b r i- kanten und den Verlegern einen festen Preis zu vereinbaren, der trotz Geldentwertung und Steigerung der Löhne und Kohlen- preise durchgeholten werden solle. Gegenüber der Steigerung des Papierpreises von 7600 auf 55 000 M. für 1 Kilogramm sollte die Verleger wenigstens diesen Vorteil buchen. Die Papiermagnaten, die-doch aus den früher viel billiger gekauften Rohstoffen fabri- zieren, glaubten, den Verlegern entgegenkommen zu können. Wie das Entgegenkommen jedoch in der Praxis aussieht, dos mögen die vergangenen 14 Tags lehren. Man ist nicht nur rück- sichtslos bei der Anzahlung und der Entgegennahme der Wechsel Verbindungen vorgegangen— mancher Verleger mußte schließen—, man versucht jetzt, kleinere eingetretene Hemmungen im Wirtschafts- leben dazu zu benutzen, um von der Licferungspflicht im Monat August möglichst frei zu kommen. Erst vor einigen Tagen wurde von den Papierfabrikanten ein Rundschreiben versandt, worin ge- klagt wurde, daß diese und jene Papierfabrik entweder keine Kohlen- zufuhr habe, oder daß sie bestreikt werde, oder daß sie— die reichste Industrie!— keine Gelder zur Lohnzahlung habe, und daß deshalb die fälligen Papierlieferungen in Gefahr geraten. Man zählt einige Fabriken auf und glaubt damit den Nachweis der Fabri- kotionshemmung für alle Papierfabriken gebracht zu haben. Die Grundstimmung ist: wir haben euch das Papier viel zu billig ab- gegeben, dafür werden wir euch die Lieferungen beschneiden und unbequem machen, damit ihr ja unsere Macht fühlt. Täglich gehen dem Parteivorstand Beschwerden zu, daß die Fa- briken nicht liefern. Unsere Parteibetriebe sollen noch Lieferungen aus dem Monat Juli erhalten. Nur notgedrungen werden einige beliefert. Schlimmer ist es mit den Augustlieferungen. Wenn die Sabotage so weiter geht, dann wird sich, das Wirtschaftsmmisterium um diese Angelegenheit sehr eingehend kümmern müssen. Jeden- falls sind wir nicht gewillt, die Fabrikanten von ihren eingegangenen Verpflichtungen zu lösen. Sie produzierten im Juli— lieferten jedoch nicht: sie produzieren noch heute w gleichem Umfange— und sabotieren die Lieferungen, trotzdem die Mengenzutcilung erheblich beschnitten ist. Alles geht darauf hinaus, dem nach Ansicht der Papierkapita- listen jetzt„viel zu niedrigen Preise" durch Nichtlieferung zu entgehen und, um reme Bahn zu machen, die Goldmark- zahlung durchzudrücken. Schon heute muß der Verleger eines Gewerkschaftsblattes fein Papier in Gold bezahlen, und zwar mit 23,5 Pf.(Friedenspreis 21 Pf.). Das ist Zweck und Uebung des Syndikats. Was in den Kreisen unserer Parteigeschäste besonders auf- reizend wirkt, ist die Beobachtung, daß man unsere Parteizeitun- gen offensichtlich am ehesten zu tresten versucht. Sollte das wirklich der Fall sein, so müssen wir vom Reich verlangen, daß es derartige wirtschafLtche Benachteiligungen verhindert. Wie schwer übrigens ein solches Vorgehen der Papierfabriten wirken kann, ersieht man an der Nichtlieferung durch die Fabrik Reisholz im besetzten Gebiet. Einmal kmm sie nicht Itefern, weil sie feinen Zellstoff hat, dann, weil er noch nicht angefahrn ist, dann, weil ein Streik ausgebrochen sei und so geht es weiter, bis dann der Monat August herum und damit die Verpflichtung erledigt ist. Die Verleger im besetzten Gebiet sind bald ohne Papier. So er- schwert rnan die Reichspoliti? durch nackten Unternehmeregoismus. Dabei hat die Fabrik etwa 70 Waggons Papier versandbereit stehen!_ Langsame Zrnanzgebarung. Man schreibt uns: Die Abschlagszahlungen an die Angestellten der Staatsbetrieb«, deren Höhe wöchentlich tn Verhandlungen der Spitzenorganisationen mst dem Fsteanzminister festgestellt wird, gelangen viel zu spät in dt« Hände der Empfänger. In der verflossenen Woche zum Beispiel hatte der Finanzminister zugesagt, daß die Abschlagszahlungen sofort und nicht erst am 15. August ausgezahlt werden sollen. Trotzdem erhielten die Angestellten das Geld nicht am 15, August, das heißt sechsTagespäter. Daß die Angestellt«« über diese Langsamkeit der Zahlung, die ein« Entwertung des Geldes fast um die Hälfte zur Fokye hat, entrüstet sind, ist begreiflich. Neuerdings wird nun das Resultat der Verhandlungen der Spitzen- orgauisatione» des Finanzministers im Amtsblatt veröffentlicht. Dieser Weg ist infolge seiner Langsamkeit durchaus abzulehnen. Das Finanzministerium sollte sofort nach Abschluß der Verhandlungen das Resultat durch WTD. bekanntgeben, und diese Bekanntmachung müßt« für alle Kassen der Staatsbetriebe als offizielle Anweisung zur Zahstmg gelten und die sofortig« Auszahlung der jeweilig bewilligten Abschlagszahlung bewirken. Die Entspannung in Deutschlanö. Gm englisches Urteil. goohim, 1(5. August.(WTD.) Der Berliner Berichterstatter der „Times" schreibt, die neue deutsche Regierung Hab« bis zu einem gavkFen Grade bereit» den Lohn für ihre Versprechungen geerntet: dam die Lag« Hab« sich deutlich gebesiert. Nicht nur die deutsche TOrhrrmg Hab« sich erholt, sondern es sei auch ein Gefühl des Ver- trauen» vorhanden. Dies fei wahrfcheinlich«in« Widerspiegelung der günstigen Aufnahme, welch« das neue deuffche Kabinett im Aus. lcmd gefunden habe. Der Geist der Unzufriedenheit, der während der letzten Tag« so offenbar gewesen sei, habe sich gelegt farber Er- martung, daß es der Regierung mst ihren Bemühungen um eine dauernd« Derbesierung ernst sei. Amtliche Vevisenkurse. 1 Holland. Gulden. 1 argent.Pap.-Peso 1 belgischer Frank. 1 norweg. Krone.. 1 dänische Krone. l schwedische Krone 1 finnische Mark.. 1 javanischer»>en. 1 italienische Lire. 1 Pnmd Sterling. 1 Dollar..... 1 ttanchsiidt. Franl 1 brasilian. Milreis 1 Schweizer Frank 1 spanische Peseta. loOösterr.Kr.lgest.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslaw. Dinar. IS. August 16. August Im Traglastenabteil. „Was haben Sie da zu suchen, wenn Sie keine größere Traglast bei sich führen? Draußen neben der Abteiltür steht doch mit schwarzen Buchstaben auf gelben Grund« groß und deutlich:„Für Reisende mit Traglasten." Oder halten Sie etwa Ihre Altentaschs, Ihren Spazierstock, die Obsttüte für eine Tragläst? Aha, Sie sind die Treppe hinaufgestürmt, als der Zug gerade abfahren wollte, und sind in höchster Eile, ohne darauf zu achten, mit kühnem Satz in das ominöse Abteil mit den österreichischen Landesfarben gesprungen, weil der Traglastenwaggon immer ausgerechnet dicht bei der Bahn- Hofssperre hält. Und nun werden Sie, wenn die richtig« Gesell- schast beisammen und das Abteil schon mit Kisten, Kasten, Säcken, Körben und dampfenden Menschenleibern angefüllt ist, nicht mit zart- lichen Worten begrüßt. Es kann Ihnen sogar passieren, daß man Ihnen, wenn Sie nicht ein Entschuldigungsgestammel finden, die Faust unter die ehrenwerte Nase hält und Sie auf der nächsten Station ziemlich unsanft aus dem Abteil, in das Ihr traglastenfreier Korpus nicht hineingehört, hinausbugsiert. Oder Sie haben auf einer der ersten Stationen dos Traglastenabteil fast leer gefunden. Menschenstind, das schützt Sie nicht gegen rauhe Vorwürfe. Sie müssen doch wissen, daß in den Hauptverkehrsstunden die Reisenden auf den mittleren Stationen haufenweis« mit Traglasten stehen. Hand aufs Herz! Haben Sie noch nie Krach geschlagen oder winde- stens den Gesichtserker gerümpft, wenn ein Köterchen oder eine Landfrau mit der Kiepe sich in ein für Ihren Spazierstock und Ihren Regenschirm reserviertes Abteil verirrte? Da sind Sie mimosenhaft empfindlich und verlieren schnell die Ruhe, die man heutzutage auch in wenig angenehmen Situationen behalten soll." Der Krach in den Troglastenabteilen scheint in Permanenz er- klärt zu sein. Es ist schon genug, wenn die Fahrgäste mit Traglasten sich gegenseitig Liebenswürdigkeiaten an den Kopf werfen, die nicht in Knigges Umgang mit Menschen zu finden sind. Wozu da die Ver- ärgerung steigern durch unbefugtes Eindringen in ihr auf wenige Quadratmeter beschränktes Reich! Oft ist das ganze Traglasten- abteil mit Aktentaschen-Fahrgösten besetzt. Da kann auch der Ruhigst« und Geduldigste, der Platz für seine Zentnerlast sucht, aus der Haut fahren. Das muß anders werden. Es fehlt auch an Rücksicht der Traglastenreisenden untereinander. Die Reichsbahnverwaltung hat jetzt die Mitnahme von Lumpenballen, Knochen und sonstigen übel- riechenden Gegenständen verboten. Man hat auch schon Rucksäcke gesehen, aus denen Tierblut tropfte und auf die Kleider der Mit- reisenden fiel. Millionenpreise auf üem ßleischmarkt. Auslandsware billiger als Znlandsfleisch. Im Gegensatz zu allen anderen Lebensmitteln, die in den letzten Tagen infolge der Besserung der Mark im Preise gesunken sind, haben die Preise für inländisches Fleisch geradezu einen Rekord erreicht. In Berlin kostete heute Rind- und Hammelfleisch über eine Tllillion Mark, und Schweinefleisch war nur eine Kleinigkeit billiger. Von unterrichteter Seite erfahren wir hierzu, daß an dieser neuen Hausse für Fleisch und Wurstwaren in erster Reihe der geringe A u f t r i e'b schuld ist, der auf den letzten Märkten herrschte. Die Landwirte verkauften jetzt in der Ernte überhaupt nicht und warteten vor allem die wei- t e r e Gestaltung der wirtschaftlichen Lage ab, um die für ihr Vieh erzielten Kapitalien wertbeständig anlegen zu können. Demgegenüber wird ober von den Schlächtermeistern be- tont, daß die Berliner Bevölkerung viel z u wenig von dem auf dem Markt reichlich vorhandenen Gefrier- fleisch Gebrauch mache. Gegenwärtig ist Berlin für. etwa 14 Tage mit erstklafsizem dänischen.und argentinischen Gefrierfleisch versorgt, das van hervorragender Qualität sei und genau die Hälfte des deutschest Fleisches koste. Von anderer Seite wird uns berichtet, daß die heutigen Fleisch- preis« in der Zentralmarkthalle sich zwischen 800 000 und 1 200 000 M. bewegten, lieber Nacht ist daher«ine Durchschnittserhöhung von 300 000 M. eingetreten. Auch der Fett markt weist wieder anziehende Preise auf. Am gestrigen Tage zahlte man noch für ein Pfund Schmalz ungefähr 480 000 bis 540 000 M. Nock) 24 Stunden sah das Bild schon wesentlich verändert aus. Wie wir erfahren, kostete im heutigen Engroshandel das Schmalz bereits 560 000 M. und noch mehr. Die Kleinhandelspreise bewegen sich augenblicklich zwischen 500 000 und 550 000 M., doch dürften die nächsten Stunden schon auf Grund der erhöhten Großhandelspreise neue Steigerungen bringen. Bei der Margarine sieht es ähnlich aus. Im Kleinverkauf kostete sie-100 000 bis 600 000 M., doch wird auch hier mit einer allgemeinen starten Preiserhöhung gerechnet. Natnrbutter, die in letzter Zeit zu den verschollenen Fetten gezählt wurde, kam in der Zentralmartthalle in kleineren Mengen zum Berkauf. Eine Million Mark lautete wieder der Erstehung?- preis. Mehl- und Hülsenfrüchte sind bis zur Stunde von einer Preis- steigerung verschont geblieben. Wie sich die Dinge hier entwickeln werden, ist schwer zu sagen. Dagegen macht der Obst, und Ge- m ü s c m a r k t die Sprünge lustig mit. Grüne Bohnen werden jeden Tag teurer und kosteten heute bereits über 200 000 M. und Stachelbeeren bis 100 000 M. Verbilligung des markenfreien Brotes. Der Zweckverband Berliner Bäckermeister teilt mit. daß mit sofortiger Wirkung vom Freitag, den 17. August ab, in- folge Rückgang des Mehlpreises, der Preis für das markenfreie Brot von 2 4'0 000 auf 200 000 M. und für die Schrippe von 12 000 auf 11 000 M. herabgesetzt wird. Vor der Schließung der Privatbadeanstalten. Di« infolge des Krieges außerordentlich prekären Wirtschafts- Verhältnisse bedingten, daß von den rund 150 Berliner Brivatbade» anstalten des Jahres 1S14 über 100 ihr« Pforten für immer schließen muhten. Nunmehr müssen auch die noch bestehenden etwa 40 Badeanstalten Groß-Berlins gleichfalls den Betrieb einstellen. Ein« Berfammlung der Badeanstaltsbesitzer faßte «instimmig den Beschluß, die Betriebe ab 20. d. M. zu schließen. Die anwesenden Arbeitnehmervertreter haben sich diesem Beschluß, der gleichsam als Protest gegen die ungeheuerliche Teuerung oller für die Badeanstalten notwendigen Bedarfsartikel gedacht ist, a n- geschlossen. Die Gründe für diesen folgenschweren Beschluß sind in erster Linie in den ungeheuren Kohlenpreisen zu suchen. Beispielsweise muß für Gaskoks, der früher pro Zentner 1.35 M. kostete, gegenwärtig ein Preis von 2 281 000 M. gezahlt werden. Briketts, die von dem Kriege mit 90 Pf. bezahlt wurden, kosten heut« 949 000 M. Diele Preise bedeuten, bei Anwendung der Gold- Währung als Maßstab, fast das siebenfache der Borkriegspreise. Aebnlich wucherische Preise müssen für die medizinischen Bäder- zusätze gezahlt werden. Bei gewisienhaitest-r Beachtung der verausgabten Beträge für Kohle, Wäsche. Wartung. Reinigung, Miere und Lohn ergibt sich sür ein gewöhnliches Wannenbad ein Preis von z>rka 200000 M. Ein medizinisches Bad kommt auf einen Preis von ungefähr 240 000 M. zu stehen. Der Preis für ein Mafsagebad dürfte sich, bei Beachtung der Pr-it« iür die oben erwähnten Bedarfsartikel, auf ungefähr 325 000 M. be- laufen. Die tatsächlichen Preise, die vom badenden Publikum er» hoben werden, betragen aber nur ungefähr die Hälfte der Beträge, die sich auf Grund der Kalkulation ergeben. Die Krankenkossen als Hauptabnehmer der medizinischen Bäder zahlen für ein Bad nur einen Betrag von 61 165,80 M. Die Feststellung dieser Tatsache soll kein Vorwurf gegenüber der Krankenkassen bedeuten.� Be- merkenswert ist nur. daß die Krankenkassen die den Badeanstalten geschuldeten Beträge stets mit einer starken Verzögerung erstatten. Immerhin bleibt ausschlaggebend für die Existenz der Badeanstalten die Kohlenpreisfrage. Die Badeanstaltsbesitzer sowie auch die Ar- beitnehmer smd der Auffassung, daß bei Anwendung des Reichsindex eine Berbilligung der Brennstoffe eintreten würde, durch die die Existenzmöglichkeit gegeben wäre. Es wird erwartet. daß die Reichsregierung sich der Angelegenheit in der nötigen Weife annimmt und Maßnahmen trifft, noch ehe die Wirkungen des Be- schlusses sich bemerkbar machen. Um so mehr, als die städtischen Badeanstalten durchaus nicht in der Lage sind, dem Reinlichkeit'." bedürfnis der Berliner Bürger in dem erfcrderlichen Umfange ge- recht zu werden. 5euergefecht mit haferöieben. Eine Person getötet, zwei schwer verletzt. Au einer folgenschweren Schießerei mit Felddis&en kam es in der vergangenen Nacht in Buch. Dort bemerkte der Gutspächter Karl Witte aus der Moltkeftraße 20 zu Buch abends drei Per- fönen, die sich in einem Haferfeld an der Taroer Chaussee zu schaffen machten. Er fetzte sich mit zwei Wächtern der Städtischen Zentrale Buch in Vevbin.dung und als er mit diesen in der Nähe des Feldes angekommen wor, sah er, daß die Personen damit Se- schäftigt waren, Hafergorben zu stehlen. � Als die Diebe sich be- obachtet sahen, griffen sie zur Waffe und feuerten aus Witte und die beiden Wächter. Da nur ersterer über eine Schuhwaffe ver- fügte, erwiderte er das Feuer und so entwickelte sich eine reget- rechte Schießerei. Witte erhielt zwei Schüsse. Obwohl er schwer verwundet zu Boden stürzte, feuerte er weiter und machte noch zwei Personen unfähig. Durch die Schießerei waren Polizei- beamte aufmerksam geworden und als diese herbeieilten, fanden üe einen der Diebe tot neben dem Fuhrwerk liegen. Es war der 28 Jahre alte Arbeiter Dominikus Vasener, der durch einen Brust- schuß getötet worden war. Ferner wurden der 50 Jahre alte Ar- beiter Emil Johannes aus der Stettiner Straße 36 und dessen Ehefrau festgenommen. Johannes hatte ein« Schußverletzung lm linken Oberschenkel davongetragen. Der schwerverletzte Gutspächtrr Witte wurde nach dem Genesungsheim in Buch gebracht. Die fehlenden Wochenfahrten der Straßenbahn. Wir werden von verschiedenen Seiten darauf auftnerksam ge- macht, daß die Straßenbahn es ablehnt, für die infolge des Streiks am Sonnabend ausgefallenen zwei Wochen- fahrten der Wochenkrrteninhaber irgendeinen Ersatz zu leisten. Auf den Hinweis, daß dazu ein« rechtliche Verpflichtung vorliege, soll die Straßenbahnleitung erwidert haben, sie trage „keine Schuld an dem Streik" und sei infolgedessen nicht verpflichtet, Ersatz zu leisten—«in Standpunkt, der den geschädigten Wochenkartinhabern, die doch auch keine Schuld an dem Streik tragen, berechtigterweise etwas sonderbar vorkommt. Die Straßen- bahn verkauft mit der Wochenkarte 12 Einzelfahrten. Wenn sie aus irgendeinem Grunde in der einen Woche nur zehn zu erfüllen im- stände ist, muß sie selbstverständlich die fehlende Lcistiivz von zwei Fahrten in der nächsten Woche nachtragen. Erhöhung der Sozial- und Kleinrentuerunterftichung. Der Sozialpolitische und der Haushaltsausschuß des Reichstaas ltzrhen beschlossen, daß den Sozialrentnern von den Gemeinden s ü r die Zeit vom 1. Juli bis 15. August 1923 eine Nach- zahlung auf die nach Maßgabe der Verordnung über die Er- höhung der Unterstützung sür Rentenemxianger der Invaliden- und Angestellten Versicherung vom 29. Juni 1923(Reichsgesctzbl. I S. 650) gewährten Bezüge zu leisten ist. Hierbei ist für d'e genannte Zeit ein Gesamteinkommen von 7 540 000 M. fli'' den Emu länger einer Invaliden- oder?lltcrsrente zugrunde zu legen. Für Witwenrenien gelten 60 Proz., für Waisenrenten 50 Proz. dieses Betrage«. Den Zuschlag für Kinder und elternlose Enkel unter 15 Jahren, deren Unterhalt der Rentenempfänger ganz oder überwiegend bestreitet imh für erwerbsustsähige vnterhaltuNgsberechtigte Ehegalten betrügt 20 Proz. Für Orte des besetzten Gebiets, des Einbruchs- gebiets und für die ihnen gleichzustellenden Bezirke werden die ge- nannten Geldbeträge um fünfundzwanzig vom Hundert erhoht>.�i— Eins weitere neue Regelung der Unterstützungen wird rem 16. August ab bestimmt werden._ Aus der Sommerfrische ins Kittchen. Ein jähes Ende nahm die Bergnügungsfahrt eines Diebespärchens aus Berlin in der Sommerfrische zu Driesen an der Netze. In der Nacht zum 28. v. M. wurde in dem Kobaretth'ater Rame« am Kursürstendamm ein großer Ein- bruch verübt. Im Bureau wor ein Schreibtisch erbrochen und seines Inhalts beraubt. Auch wertvolle Theatergardcrobe und der- gleichen war verschwunden. Der Schaden betrug über 150 Mil- lionen Mark, vor 14 Tagen immerhin noch eine ansehnliche Summe. Der Verdacht fiel auf die Sekretärin des Tbeaters, Wally Ehrhardt, und ihren Geliebten, einen 29 Jahre alten Kaufmann Lohn Löwen- thd, der erst kurz vorher ans dem Gefängnis in Plötzensee entlcssen worden war. Gewisse Anzeichen deuteten darauf hin, daß das Pärchen nach Hamburg oder einem Ostscebade abgedampft war. Kriminalkommissar Ziegler verfolgte die Spuren und benachrichtigte alle Polizeioerwoltungen. So kam der Einbruch auch zur Kenntnis der Behörde von Driesen. Hier hatte sich ein Pärchen, das in der Sommerfrische weilte und auf großem Fuße lebte, bereits auf- fallend bemerkbor gemacht. Die Ortsbehörde lab es sich auf Grund der Aussckweibunq der Berliner Kriminalpolizei jetzt genauer an, erkannte in ihm Fräulein Ehrhardt und John Löwenthal und nahm beide fest.____ Erhöhung der Droschkenlarise. Die Taxe für die Pferde- drofchken ist auf das 400 000fache und für Kraft- drosch ken auf das 600000fache des angezeigten Fahrpreises erhöht worden. Ein schmerer Unglücksfall wurde am Sonntag wieder einmal durch das Spielen mit einer Schuß m affs herbeigeführt. Im Haufe Erlanger Straße 6 beschäftigte sich in der Wobnunq eines Vollziehungsbeomten drei junge etwa 20iährige Herren. Rachmittggs um H4 Uhr wurden die Hausbewohn-'r plötzlich durch einen Schuß erschreckt. Kurze Zeit darauf wurde ein junger Mann, der einzige Sohn einer Predigerwitwe, schwer verwundet mit einem Kranken- auto nach einem Krankenbaus ges6)afft. wo er an einem Schuß durch den Hai? und die Wirbelsäule bedenklich danieder liegt. Königliches: Wir erhalten folgende Zuschrift: Bis Bernau bei Berlin scheint die am 9. November 1918 erfolgte Staatsumwälzung noch nicht gedrungen zu- sein, dann aus dem Bahnhof erhielt ich am 14. August 1923 noch eine Schnellzugzuschlagkarte, die mit dem Tiefdruckstempel Königlich Preußische Eisenbahn-Direktion versehen war. Da» Fest der goldenen Hochzeit seierl am 17. August der Säiloisec Carl H ö p l n e r. Berti», Potsdamer Str. Tfl. Herr Höpfner. d-r roch Kutte mit seinen 74 Jahren in der Werläntt stehen mutz, ist seit 1884, also seit bald 40 Jahren, ununterbrochen Vorwärtsleser. Groß-Seriiner parteinachrichten. Achtung. Kassierer! Di« noch fehlenden Beitragsmarken für August zu 2500 M. und 1000 M zum nachkleben sind soeben im Bureau eingetroffen.— Tie Kassierer werden gebeten, diese Marken in gehöriger Anzahl abzuholen oder anzufordern. Di« Dorstär.defonlcrc'.,z»om 6. August 1923 bat außerdem beschlossen, für freiwillige Ertrabeilräge besondere Marken zum Preise vom 26 090, 50 000 und 100 000 M. herauszugeben.— Auch diese Marken sind jetzt erhältlich, und die Kassierer werden ersucht. regen Gebrauch davon zu machen. I. A.: Alex Pagets. Jirngsozialittea, Srupve Süden. Heute abend. 7». Uhr, In der InristisSien Sprechstunde, Lindeustr. S, A u s a m in e n tu n ft. I. Bericht über die R-ichstenfer-u-i in ikrUmgn 2. Da» neue Arbeitsprogramm.— PLntrliche» Erscheinen aller Zsti:- gUeder nolwendig. Gewerkschaftsbewegung Drohender Kampf im Speditionsgewerbe. Monaten dieses Jahres zwischen 30 000 and 40 000 fawanfte, steigt sie im Oktober auf 58 000 im Dezember auf 181 000 im Januar 1923 auf 161 000 und im Februar auf 169 000 an. über wertbeständige Gehälter getroffen worden. Die Taristommiffion Mit dem Lokalverein Berliner Spediteure ist ein Abkommen ( Seitdem, feit Stillegung der Rotenpresse, ist die Arbeitslosigkeit der Arbeitgeber hat dem Zentralverband der Angestellten einen Der Weltarbeitsmarkt nach dem Kriege. jedoch ständig zurüdgegangen.) Auch die ichechpilowatei geigt eine rasche Bermehrung versammlung hat die Tariftommiffion der Arbeitgeber gegen ihre Borschlag gemacht, den diefer angenommen hat. In ihrer General. ( JGB.) Einen genauen Ueberblick über die Arbeitslosigkeit in den verschiedenen Ländern liefern die statistischen Grhebungen nicht. der Arbeitslosen. Nach außerordentlich starker Arbeitslosigkeit im Busage das Abkommen nicht zur Annahme empfohlen. Jetzt bietet Diese erfaffen meistens nur die Mitglieder gewerkschaftlicher Organi Jahre 1919 verbesserte fich der Beschäftigungsgrad sehr rasch. Die man den Angestellten die Hälfte des ursprünglich von den Arfationen oder die Bezieher von Arbeitslofenunterstügung. Läuft Bahl der Arbeitslosen war daher in den Jahren 1920 und 1921 beitgebern angebotenen Grundgehalts! Zu dieser Situation nehmen bie Unterstügung ab, to scheiden bei den Erhebungen, welche sich verhältnismäßig gering. Seit Winter 1921/22 nimmt das Arbeits die Angestellten morgen am Freitag, den 17. Auguft, abends 7% Uhr auf die Angaben der Unterstützungsfassen gründen, die Arbeiter Loienbeer mit außerordentlicher Raichheit zu. Im Januar 1922 in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelmstraße 31, in öffentlicher Vervon der Zählung aus, obwohl sie nach wie vor zum Heer der Ar- wurden bereits 118 000, im September 1922 232 000 und im De jammlung Stellung. beitslosen gehören. Eine weitere Lüde in ben amtlichen Er- zember 1922 gar 488 000 Arbeitslose gezählt. hebungen über die Arbeitslosigkeit besteht darin, daß die LandIn Italien ist die Arbeitslosigleit nach wie vor sehr groß. Lohnabkommen in der Margarine- Industrie. arbeiter überhaupt nicht einbezogen werden. Immerhin lassen Der Höchststand fällt in den Winter 1921/22. Damals wurden Bei den Verhandlungen am 14. August betr. Nachprüfung der bie vorliegenden Zahlen bei allem Mangel den Richtungs etwa 600 000 Arbeitslofe gezählt. Im März 1922 fenkte fich die Löhne für die zweite Augustwoche( vom 8. bis 15. August 1923) Arbeitslosenziffer auf etwa 500 000, um im Auguft auf etwa wurden nachstehende Löhne festgesetzt: berlauf des Arbeitsmarktes beutlich erkennen. Eine Erfcheinung fällt dabei fofort auf: allgemein zeigt fich, 800 000 zurüdzugehen. Diese Befferung hielt aber nur ganz furz Arbeiter: Drisklasse I daß in den Ländern, die bisher die größte Arbeitslosigkeit aufzu- an. Herbst und Winter zeigen ein neues Anwachsen des Arbeitsweifen hatten, ein teilweiie beträchtlicher Rüdgang ein- lofenbeeres und im Februar 1928 wird die Zahl der Arbeitslosen über 20 Jahre. getreten ist, während andererseits in Ländern mit bisher verbäit- wieder mit rund 400 000 angegeben. Ueber den Arbeitsmarkt in Frankreich liegen Angaben nismäßig minimaler Arbeitslosigkeit das Seer der Arbeitslosen nicht vor. im achfen ist. Zu den Ländern mit abnehmender Arbeitslosigkeit ge hören vornehmlich die Vereinigten Staaten, Belgien, Dänemart, England, die Schweiz und Holland. Die entgegengefeßte Entwidlung weisen auf: Deutschland, Desterreich und die Tschechoflowakei. Bestimmte Angaben aus den Bereinigten Staaten liegen nicht vor. Bis in die Mitte des vorigen Jahres wurde die Zahl der Arbeitslosen vom Arbeitsamt auf 6,5 Millionen geschäzt, während sich nach einer anderen Schäßung des Handelsamtes die Zahl der Arbeitslofen auf 3,5 Millionen belief. Inzwischen scheint Der weitaus größte Teil der Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß aufgenommen zu sein. " II III IV V 200 000 bis zum voll. 20. Jahre 150 000 18. 110 000 16. 90 000 172 000 129 000 94 600 147 800 129 300 110 000 110 900 97.000 82 500 81 800 71 100 77.400 66 500 58 200 60 500 49.500 " 98 500 86 200 78 300 83.700 73 300 62 500 64.000 56 000 47 600 54 200 47 200 40 300 9 Jm großen Ganzen wiederspiegelt die beobachtete Bewegung Arbeiterinnen: auf dem Beltarbeitsmarkt die seit dem Kriege herrschenden über 20 Jahre. Budungen in ber internationalen Politik und Wirtschaft und zeigt bis zum boll. 20. Jahre 118 800 die wirtschaftliche Ungewißheit, die hieraus für die Arbeiterschaft entsteht. Wochengehälter in der chemischen Industrie. Nachdem die Verhandlungen mit den Arbeitgebern der chemis fchen Industrie am 9. August fich zerschlagen hatten, fanden am 18. Auguft neue Verhandlungen statt, die folgendes Ergebnis seitigten: " 18. 16. 86 600 78 300 183 800 114 700 97500 74 600 63 100 Die Befagungszulage bleibt unverändert in der bisherigen Höhe bestehen. Die Cohnverhandlungen in der Lederwarenbranche sind ge scheitert. Der Schlichtungsausschuß ist angerufen. Die Kollegen werden ersucht, die Zeitung zu verfolgen. Bans, Geldfchrank, Möbelschloffer und Bauanschläger. Durch Vereinbarung mit dem Schußberband Berliner Schlossereien erhalten alle Arbeitnehmer über 21 Jahre und Helfer 4 000 000, Ab 1. August 1928 werben für die chemische Industrie Groß- Junggesellen im 1. Gefellenjahr 3 300 000, Junggesellen im 2. Ge Der Höchststand der Arbeitslosigkeit in Belgien fällt in das Berlins 28 oengehälter bereinbart. Die erste Auguftwoche fellenjahr 3 500 000, Frauen über 21 Jabre 3 000 000, Jugendliche Vorjahr 1921. Damals betrug die Inderzahl der unterstützten läuft vom 1.- 7. Auguft, die zweite vom 8.- 14. August 1923 usw. von 14-16 Jahren 1 000 000, bon 16-17 Jahren 1 500 000, von Arbeitslofen mehr als 30 Broz. Juzwischen hat sich die Zahl der Die Errechnung des Wochengebalts erfolgt in der Weise, daß das 17-18 Jahren 1 700 000, 18-19 Jahren 2 300 000, 19-20 Jahren Arbeitslosen stetig vermindert und im März 1928 war der Prozent Juligebalt um 25. Proz. als Basis erhöht wird; dieses Gehalt wird 2 500 000, 20-21 Jahren 2 900 000, jugendliche Arbeiterinnen vou fat nur noch 2,6. mit 3 multipliziert und dann mit 13 bibidiert, um zu einem Grund- 14-16 Jahren 900 000, 16-17 Jahren 1 350 000, 17-18 Jahren Dänemart weist die größten Schwankungen des Arbeitswochengehalt zu kommen. Dieses Grundwochengehalt wird für die 1 500 000, 18-19 Jahren 2 000 000, 19-20 Jahren 2 250 000, 20 marites auf. Im ersten Quartal 1919 gaben die Gewerkschaften erfte Augustwoche um 170 Broz. erhöht, das Gehalt der ersten bis 21 Jahren 2 600 000 M. als Vorschuß. Dieser Vorschuß rund ein Biertel ihrer Mitglieder als arbeitslos an. Im Laufe Augustwoche wird für die zweite Augustwoche um 250 Broz. erhöht. foll bis Sonnabnd, den 18. Auguft, gezahlt werden. des selben und des nachfolgenden Jahres ging diefer Brozentias Der einfacheren Auszahlung halber werden die beiden ersten August- Die Löhne für die Woche vom 18. bis 19. Auguft sollen am bis auf etwa 3 zurüd, schnellte aber dann im Frühjahr 1921 mochengehälter im Betrage von rund des 31fachen des Juligehalts Sonnabend vereinbart werden. Die Drisverwaltung. mieder auf die zwei Jahre zuvor erreichte Höhe, um fich nach ge( Juni+810 Broz.) ausgezahlt; die in der ersten Augustivoche geringeren Unterbrechungen im Frühjahr 1922 auf über 80 Bros. au zahlten 25 Broz. des Juligehalte fommen nicht zur Verrechnung. erheben. Seitdem läuft die Zahl der Arbeitslosen ständig zurüd. Die Angestellten haben auf diefe Gehälter bis zum 15. Auguft Sie schwillt awar in den Wintermonaten 1922/23 noch einmal von Anspruch, so daß fie also so schnell wie irgend technisch möglich zur 10 Brozent, dem niedrigsten Stand des Jahres 1922, auf etwas Auszahlung tommen müssen. Den Mitgliedern des Arbeitgeberüber 20 Prozent an, vermindert sich aber schon im März 1923 auf verbandes wird es freigestellt, bie bereits geleisteten Borschüsse bei 16 Broz. und im Mai auf 9 Brozent. dieser oder bei dieser und der in der nächsten Woche erfolgenden In Holland ist der Stichtungsverlauf des Arbeitsmarktes Gehaltszahlung zur Verrechnung zu bringen. Die sozialen Zulagen äönlich wie in Dänemark. Die Arbeitslosigkeit ist starten Schwan- betragen wie bisher 10 Broz. für die Frau und 5 Broz. für jedes fungen unterworfen, zeigt aber ebenfalls eine Tendenz zur Senkung. Kind von dem jeweiligen Wochengehalt. Die Auszahlung ist unter Das größte Ausmaß der Arbeitslosigkeit hat die Schweia abzug von 10 Broz. des Gesamtbetrages als Rückstellung für gefeß. im Winter 1921/22 au berzeichnen. In dieser Zeit wurden liche bzüge vorzunehmen. Bei der Auszahlung wird das Gehalt 146 000 Arbeitslose registriert. Seitdem ist ein gleichmäßiger, von auf volle 1000 M. abgerundet." teinen merklichen Schwankungen unterbrochener Ridgang feftzustellen. Im Juni 1922 wurden noch 90 000, im Januar 1923 noch 76 000 und im Mai dieses Jahres noch 46 000 Arbeitslose gezählt. Erheblich langsamer geht die Zahl der Arbeitslosen in Eng Iand zurüd. Der Höchststand der Arbeitslosigkeit fällt in die Mitte des Jahres 1921. Damals waren bis annähernd 18 Broz. aller Versicherten arbeitslos. Im Herbst verminderte sich der Brozentsaz auf 12,2, um dann im Winter 1921/22 wieder auf 16 Prozent zu steigen. Seitdem geht die Zahl der Arbeitslofen bar langsam aber stetig und ohne Unterbrechungen zurüd. Im Januar 1923 war der Prozentsaz der arbeitslosen Bersicherten Für gelernte Arbeiter noch 12,7 und im Mai 1923 noch 10,7 Pro3. Diese Entwidlung wird auch bestätigt durch die Feststellungen der Gewerkschaften. Diese registrierten im Mai 1922 16,4, im Januar 1923 18,7 und im Mai dieses Jahres noch 11,3 Proz. ihrer Mitglieder als arbeitslos. Verhandlungen über die Feftiebung des Gehaltes für die 3. Auguftwoche sind am Donnerstag. In einer Af- Mitglieder. versammlung morgen, Freitag abend 7, Uhr in Haberlands Festsälen, Neue Friedrichstraße 35, erfolgt die Berichterstattung. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Die Beiträge der Bahlstelle Berlin betragen einschließlich Bokal. Die Beiträge der Bahlstelle Berlin betragen einschließlich Lokalbeitrag für alle Branchen: Für die 33. 28oche: Für die 84. 3ode: AI. 153 300 000 , ungelernte u. jüngere Gehilfen. . geübte Arbeiterinnen ungeübte jugendliche ° St. 141= 125 000 187= 100 000 182121 75 000 113= 150= 250 000 147 200 000 51 000 142= 135 000 85000 135 85 000 Die Drtsvertvaltung. 4 3m Deutschen Holzarbeiterverband tommen für diefe Woche entsprechend dem Stundenlohn nachstehende Beiträge in Betracht: 885 000 220 000 110 000 880 000 154 000 88 000 275 000 m. 182 000 66 000 Die normale Arbeitslosigkeit wurde in Deutschland nur borübergebend überschritten. Das war erstmals der Fall im Beginn des Jahres 1919. Der Prozentsatz der Arbeitslofen in den Gewerkschaften betrug damals 5,5 Bros., fenfte sich aber noch im Laufe desselben Jahres auf 2,8 Proz. Im Winter 1920/21 fchwoll die Arbeitslosigkeit dann noch einmal an, ohne aber die frühere Höhe wieder zu erreichen. Im Jahre 1921 zeigt sich dann ein fteter Rückgang bis 1,2 Proz.( im Oftober 1921). Dann hebt sich Marten, außer der Lehrlingsmarte, werden eingezogen. die Zahl wieder im Januar und Februar 1922 auf 3,8 batv. 2,7 Broz, um aber schon im nächsten Monat auf 1,1 und in den Monaten Juni/ Juli gar auf 0,6 zurüdzugehen. Im Herbst 1922 jezt eine entgegengefeste Bewegung ein, die fich besonders seit Beginn dieses Jahres bedeutend verschärft und im April dieses Jahres fogar 7 Broz. und damit den bisherigen Höchststand der Arbeitslosigkeit erreicht. Die Arbeitslosigteit in Desterreich ist besonders seit dem Herbst 1922 in startem und raichem Zunehmen begriffen. Während die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in den ersten neun Anzüge Paletots Hosen fertig und nach Maß Gummimäatel Manchester- Loden Prima ausgeschnittene Ledersohlen u. Absätze für Damen und Herren. Billig! Solange Vorrat reicht! Günstigste Kaufgelegenheit. 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Das Ergebnis muß fofort eingefandt werden. Da am Sonnabend, ben 18. August, unser 40jähr. Stiftungsfest im Saatbau Friedrichshain ftattfindet, ist das Bureau son 12 Uhr an gefchloffen. Die Funktionäre und Betriebsräte haben die Pflicht, dies auf allen Ar beitsstellen bekanntzugeben und für guten Besuch des Stiftungsfestes zu sorgen. Wirtschaft Wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches. Wie betannt, beträgt der Zeichnungspreis, soweit die Einzahlungen auf die Zeich nung in einer der untenstehenden Devisen erfolgen, 95 Broz. Die Umrechnungsturse, zu denen die zur Begleichung der Anleihe anzunehmenden Devisen bis auf weiteres in Dollar um gerechnet werden, betragen für 1 Dollar: Pfund Sterling 0,45; holländische Gulden 2,5579; Schweizer Franfen 5,5862; norwegische Kronen 6,2308; schwedische Kronen 3,7969; dänische Kronen 5,4977; spanische Beseten 7,2; argentinische Beseten 3,1355; Den 2,025. PP Polens Ueberfremdung. Die polnische Presse berichtet über Ber handlungen zwischen dem Direktor der Wiener Unionbant", Bosel, und Korfanty, die in Warschau zum Abschluß gelangen follen. Der Krafauer„ Czas" äußert Beunruhigung über diese Verhandlungen Korfantys" und registriert Melbungen der Auslandspresje, wonach die Berhandlungen der Finanzierung ber Oftoberschle. fischen Kohlen und Hüttenindustrie gelten. Das Blatt behauptet, daß die Unionbant bereits des Aftientapitals der polnischen Naphthaindustrie aufgetauft habe. Gegenmärtig follen auch von der Unionbant größere Posten der Lodzer Textilindustrie aufgetauft werden. Sowjetrußland ist börsenfähig. Die ruffischen Anleihen, die Die Beröffentlichung der Gewerkschaftsbeiträge im redattio. nellen Teil des Borwärts" müssen wir fernerhin ablehnen. bor dem feriege in Berlin notiert wurden, find vom 1. September ab zum amtlichen Börsenbandel zugelassen. Mit dem gleichen Recht, mit dem einzelne Verbände diese Veröffentlichung fordern, tönnen sie sämtliche Arbeiter- und Ange- Berantwortlich für Politi!: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: stelltenorganisationen verlangen. Es ist jedoch räumlich unmögetur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Calorn, lich, alröchentlich die ben veränderten Löhnen entsprechenden Berlin; Feuilleton: R. 8. Döscher, Wilmersdorf; Lokales und Sonstiges: Fris Karstadt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Beiträge in den einzelnen Beitragsstufen aufzuführen. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Die Redaktion. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. DurdischlagSchreibmaschinen, 36 Gartenstr. 86 Romeo- Geschlechtskranke Paris Reine Wanze mehr Reise- Maschinen, liefern preiswert. A. Kietz& Co. Büro- Bedarf- Ges. W. 57, Frobenstr. 21. 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Petersburger Blag 4. Südosten: Laufiger Plak 14/15. Norboften: Immanueltirchstr. 24; Gillmann. Charlottenburg IV: Bufenict. Augsburger Str. 47, Portier. Erfner: miI 3wang, Scharnweberstr. 11. Brinzen Fichtenau: Rraeßte, Bismarditz 1. Faltenberg: Galamann, Faltenberg, Gartenfabte. 10. Frebersdorf- Petershagen: Otto Bitinsti. Fredersdorf, Arndtstraße. 12ichtenbera III, Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 185. Laben, Spandan: Brohm, Achenbachstr. 7. Lichtenberg IV: Seymer. Röderstr. 54, Gartenhaus. Staaten: Böltel. Eschenmintel 16. Sidsterfelbe Oft, Lantwig:$. Wenzel, Lantwig, 8iethen. Steglig: Fro ft. Düppelftr. 35. ftraße 15. Sichterfelde- Beft: Berndt. Stegliger Str. 19. Mahleborf: Wilhelm Rura, Sönower Str. 177. Mariendorf: uauft Sets, Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Carmen- Sylva- Ste. 57, Friebenau: Siheinftr. 27, Ede Rönnebergstraße. Friedrichshagen: Soffmann, Friedrichshagen, Kurze Reuenhagen: Wenate. Riegelfte. 71. Straße 1. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48 und Suttenstr. 67 bei Bitterling. Webbing: Müllerfte, 34a, Ede Utrechter Straße. Bosenthalez und Oranienburger Borstadt: Wattstr. 9. Gefundbrunnen: Bastianitr. 7. alee 45. Grünan: fühner, Röpenider Str. 105. Salensee, Grunewald, Eichtamp: Frau Road, Rios! Senriettenplag. Privatwohnung: Ratharinenftr. 4. Seinersdorf: Frau Goldbach. Niederschönhausen, SchloßSennigedorf: Frau Rotbafinfti. Rathenauftr. 3. Sermsborf: DalIn, Steinmehstr. 1. Sohennenendorf: Behliz, Oranienburger Str. 2. Soppegarten: Rauf. Soppegarten- Birkenstein. Barzelle Robannistbal. Imin Sam mifch Bismardir. 8. Karlshorst: Berndt, Rios!, Bahnhofplak. Raulsborf: Boat. Brebereckstraße 19. Rönigswufterhaufen: E. Meper. Botsdamer Str. 9. Stopenid, Sirschgarten: Slaa. Rieser Str. 6( Laben). Lichtenberg I: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Charlottenburg II: Soachimi, Raiserdemm 102, Garten. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg. Bog. haus St. hagener Str. 62. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Ablershof: Fri. Walter. Genoffenfchaftsftr. 6, parterze. Alt- Glienice: Glowronski, Grünauer Str. 68. Baumschulenweg: Frau Röple, Riefholaftr. 180, Laden. Bernau, Röntgental, Revernid. Schönbrück, Karow und Bus: Seinrich Brofe. Bernau. Mühlenr. 5. Biesborf: Danneberg Bittoriaftr. 11. Bohnsdorf: Sorlemann Genossenschaftshaus Paradies. Borgwalde: Gebauet. Edhubertstr. 32, p. 3 Tr. Buchholz, Blartenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall. firaße 65. Charlottenburg I: Gefenheimer Str. 1. Nr. 119. Neukölln I: Nedarstr. 2. Neukölln II: Siegfriedstr. 28/29. Rentölin III: Biniler, Sobrechtstr. 40, v. I. Sübende: 2 udwig, Salsteftr. 36. Legel, Tegelort: Spick, Tegel, Schlieperftr. 32. Teltow: Säfel, Ritterftr. 29. Tempelhof: Raifer- Wilhelm- Str. 13. Sempelhof: Randler, Sohenzollernkorfo 5. Trebbin: Göring. Bahnhofftt. 62. Treptow: Weiß. Riefholzftr. 18b. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Weißenfee: Greunfe, Berliner lee 54. Wildau- Hoherlehme: Rit d. Lettow. Wilhelmshagen, Sefenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmftr. 81. 6. Wilmersdorf: Gubert, Wilhelmsane 27, Sof I.; Reutölln- Brig: Mittag, Brig, Chauffeeftr. 82. Nieberschöneweibe: Schindler, fennftr. 28. Nowawes: Rori Rrohnberg. Cijenbahnstr. 10. Oranienburg: Heint. Loenhardt, Stralfunder Str. Oberschöneweide: Robert Baul, Mathildenftr. 5. Bentow: Rikmann, thlenftr. 70. Stahnsbarf: Teichert, Horststr. 7. Reinidenbotf- Oft, Schönhols: Ibert Bable. Broving Boltersdorf: Surbaum, Gichendamm 22. frake 56( Laden). Reinidenborf- eft: Seibel. Charnweberftr. 114. Rofenthal: Seinrich Gorski, Hauptstr. 28. Schmargendorf: Nehab, Breite Str. 3. Schöneberg: Belziger Str. 27, Genzig, Mittenwalde, Chenlenbort, Niederlebme, Rene Mühle, Rernsdorf, Cablow: Friedewald. Genzig, Chauffeeftr. 54. Siemensstadt: iclf, Reißt. 22, v. 2 St. Buhle, Ludwigkirchplak 9, GI. IV.; Raiserplat; Tübinger Str. 4a, Reller. Bittenau: 8ibe II, Sauptfit. 24. Behlendorf, Schlachtenfee, Ritolasfee: Rehlendorf, Teltower Straße 3. Beuthen, Miersdorf: A. Behling. Bahnhofftr. 2. Boffen: Witt, Bahnhoffit. 25. sämtliche Literatur fowie alle wiffenichaftlichen Werle werden geliefert. Sonntags fub die Geschäftestellen gefchlofen.