Nr.38140.Jahrgang Ausgabe A nr. 190 Bezugspreis: Für die zweite Hälfte August 500000 M. voraus zahlbar.Unter Kreuzband für die zweite Hälfte Auguſt für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 514 000 M., für das übrige Ausland 525 000 m. Boftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit ber Sonntags. beilage ,, Belt und Zeit", der Unterhaltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage, Siedlung und Rleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30000 Mark Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile foftet 100 000 M. Reklamezeile 500000. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 40 000 0.( 311läffig zwei fettgedruckte Worte), jedes wettere Wort 20000 Dr. Stellengesuche bas erste Bort 20.000 0., jedes weitere Wort 16 000 M. Worte über 15 Buchtaben zählen für zwei Worte.. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 20 000 m. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin S.68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm.. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292–295 Berlag: Dönhoff 2506-2507 Freitag, den 17. August 1923 Optimismus in London. London, 16. August.( WIB.) Reuter vernimmt, daß, ob- Berwicklung damit verbunden sei. An der Politit des Newgleich in der Reparationsfrage teine neuen Gesichtspunkte zu ver- Haven- Vorschlages werde festgehalten. Coolidge lehnt die Streichung zeichnen find, in gut unterrichteten Kreisen dennoch ein gewisses der alliierten Schulden ab. Amerika müsse auf ihrer restlosen optimistisches Gefühl besteht, denn man nehme an, daß 3urüdzahlung beharren. Allgemein erklärte Coolidge, daß ernstliche Bestrebungen im Gange sind, um die Grundlage er die Politik Hardings weiter ve: folgen werde. Dem entspricht es für ein Uebercinkommen zu finden. Wahrscheinlich wird die fran- denn auch, daß sämtliche Rabinettsmitglieder einstweilen im Amte zösische Note erst Belgien mitgeteilt werden, bevor sie nach Condon verbleiben. abgesandt wird, so daß sie hier nicht vor Ende der nächsten Woche erwartet wird. Man nimmt an, daß Belgien eine gesonderte Antwort aufstellen wird. Paris, 16. Auguft.( Eca.) Der deutsche Geschäftsträger in Paris, Botschaftsrat v. Hoesch, ist heute abend zur Bericht erstattung nach Berlin abgereift. Eine on doner sensationell aufgemachte Meldung behauptet, Frankreich habe an Deutschland eine Sonderantwort auf die Note vom 17. Juli gerichtet. An maßgebenden französischen Stellen ist hiervon nichts befannt. Appell Löbes an Amerika. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Banffouto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Devojitentasse Lindenstraße Der Weg aus der Not. Die Ruhrattion Poincarés hat dem Kredit des Deutschen Reiches einen schweren Stoß versetzt. Das verantwortungslose 3audern der Regierung Cuno in allen finanzund währungspolitischen Fragen, das Unterlassen der Sicherstellung einer breiten finanziellen Basis für die Abwehraktion an der Ruhr hat den deutschen Kredit weiter erschüttert. Die gänzlich unverantwortliche Haltung der Leitung der Reichsbank endlich hat vollendet, was so begonnen wurde, und hat die Katastrophe der deutschen Währung und der deutschen Reichsfinanzen herbeigeführt. Die Methoden der Kreditaktion im Ruhrgebiet, die allgemeine Kredit- und Diskontpolitik der Reichsbant, die durch Papiermarkkredite zu niedrigen Zinsen weite Wirtschaftskreise an der fortlaufenden Entwertung der Mart interessierte und ihnen ein wirtschaftliches und soziales Uebergewicht gegenüber den anderen Klassen der Bevölkerung gab, und endlich die verantwortungslose Devisenpolitik gewisser großindustrieller Kreise haben zumi völligen Zusammenbruch der deutschen Währung geführt. Kopenhagen, 16. Auguft.( TU.) Auf der internationalen parlamentarischen Konferenz hielt der Reichstagspräsident Löbe eine Rede, in der er folgendes fagte:„ Europa ist heute geistig und mora lisch so niebergedrückt, daß nur noch die Bereinigten Staaten ihm helfen fönnen und um der ganzen Welt willen auch helfen müssen. Nur auf diese Weise können wir uns noch retten. Die Bereinigten Staaten sind das einzige Land, wo man feinen Revanchegeist findet. Sie müssen uns unterstützen in dem Bestreben, in der Reparationsfrage eine unparteiische internationale Sachverständigenkommission 3usammenbruch zu schaffen. Die interparlamentarische Konferenz hat den einen Wert, daß sie ein Weltparlament vorbereitet, in dem die Pazifisten alle Washington, 16. Auguft.( WTB.) Das Kabinett hat gestern großen Probleme der Weft regeln können. Ich bin nach Dänemart feine erste Sigung unter dem Vorsitz des Präsidenten Coolidge gekommen, um die amerikanischen Delegierten zu begrüßen und ich abgehalten. Nach der Sigung empfing der Präsident Bertreter de: habe ihnen dafür gedankt, daß Amerika unseren Kindern geholfen Presse, denen er in großen Zügen die Richtlinien seiner Politik be hat und sie gebeten, auch weiter zu helfen. Wenn Amerika Deutsch fannt gab. Außenpolitisch betonte er dabei die Hilfsbereit. land nicht helfen sollte, werden wir bald eine große Umwälzung schaft der Vereinigten Staaten gegenüber Europa, sobald eine erleben, die für die ganze Welt, die einen einzigen großen Haushalt folche Hilfe von allen Beteiligten erbeten und teine politische darstellt, katastrophal sein wird." nahme: Amerika theoretisch hilfsbereit. Das Für die deutsche Staatswirtschaft war das Resultat der des Reichsbudgets. Steuersystem versagte. Nur ein lächerlicher Prozentsatz der Staatsausgaben wurde schließlich noch durch Steuereinnahmen gedeckt. Das Tempo, mit dem die Notenpresse lief, vermehrte sich nach dem Gesetz der zunehmenden Geschwindigkeit. Und angesichts des rasenden Tempos der Geldentwertung den doch konnte die äußerste Anspannung des Banknotendruds Zahlungsmittelbedarf der Wirtschaft nicht mehr decken. Diese Gestaltung der staatswirtschaftlichen Verhältnisse führte in der Privatwirtschaft dazu, daß eine große Anzahl von Betrieben wden Zeitpunkt herannahen sah, an dem es unmöglich werden # Die Stellungnahme des Parteiausschusses. standsarbeiten und die Zurückziehung des Schußpolizeikommandos würde, Rohstoffversorgung und Entlohnung aufrechtzuerhalten vom Lande verlangt. Nach Beendigung der Gizung erfolgte auf dem und bei dem jeder Absah der Produkte einen sicheren Berlust Am Donnerstag trat der Parteiausschuß zur Beratung Schloßplag eine große Demonstration, an der sämtliche Braun- bedeuten mußte. Die soziale Wirkung war drastisch. Die Mart der politischen Lage in Berlin zusammen. Genosse Hermann schweiger Arbeiter teilnahmen. Eine besondere Kommission verMüller gab ein einleitendes Referat über die politischen handelte inzwischen mit der Regierung über die Forderungen. Die hörte fast auf, 3ahlungsmittel zu sein. Die LebensmittelverVorgänge der lezten acht. Lage. Nach ausgiebiger Aussprache Forderungen nach Wirtschaftsbeihilfen und Goldwochenlöhnen sollen forgung geriet zunächst ins Stocken, da die Landwirtschaft als mit den Arbeitgeberverbänden besprochen werden. Die Zurüd erste anfing, ihre Produkte nicht mehr gegen Papiermart abfand folgende Entschließung mit übergroßer Mehrheit Anziehung des Schutzkommandos vom Lande lehnte die Regierung ab. zugeben. Bon der Versorgungsseite her drohte der industriellen Zurüderfte Bezüglich der anderen Forderungen wurden feilweise Zugeständnisse " Der Parteiausschuß erkennt an, daß die Reichstagsfraktion das gemacht. Dieses Ergebnis befriedigte die Demonstranten nicht, so Bevölkerung in Deutschland Hungersnot. Diese Drohung Rabinett Cuno zum Rücktritt gezwungen hat und billigt nach Lage daß Forderungen nach dem sofortigen Rücktritt der Koa wurde verstärkt von der Zahlungsmittelfeite her. Es war den Brivatwirtschaften nicht mehr möglich, die Papiermarksummen der Dinge den Eintritt der Partei in die Regierung. Der Partei litionsregierung laut wurden. ausschuß hält eine wachsame und eifrige Tätigkeit der für die Entlohnung der Arbeiterschaft aufzubringen, die ange= fozialdemokratischen Minister im Kabinett Stresemann sowie der fichts der phantastischen Steigerung der Preise zum Einkauf gefamten Fraktion für erforderlich, um die Durchführung des von des notwendigsten Lebensbedarfs notwendig gewesen wären. der gesamten Partei gebilligten Aktionsprogramms und weiterer in Das Resultat war die tatsächlich schlagartig einsetzende Hungersnot der industriellen und städtischen Bevölkerung. Es dieser Richtung liegender Forderungen durchzusehen. wurde der Bevölkerung in schrecklicher Weise vor Augen geführt, daß der Zusammenbruch des Finanzsystems in einem Großstaat vor allem und zuerst die besiglosen Klassen mit dem Hunger bedroht, der schließlich, wenn den Berhältnissen nicht gesteuert wird, auch nicht vor der wohlhabenden städtischen Bevölkerung Halt macht. Jener Finanztheoretiker hat nur 3 recht, der das Wort prägte, daß eine Bolkswirtschaft ohne 3ahlungsmittel ebensowenig leben, wie ein Mensch ohne Luft atmen könne. Der Parteiausschuß fordert die Parteigenossen im Lande auf, alles zu tun, was geeignet ist, unsere Minister und alles zu tun, was geeignet ist, unsere Minister und die Fraktion in diesem Kampf zu unterstützen." Abgelehnt wurde zuvor ein Antrag Sender und Genossen, der sich gegen die große Koalition aussprach. Auch ein Antrag Sander- Dresden, zur Besprechung der politischen Lage einen Barteitag einzuberufen, fand gegen wenige Stimmen Ablehnung.. Zu Beginn der Tagung befaßte sich der Parteiausschuß mit der Beitragsfrage, die angesichts der Markkatastrophe der letzten Wochen für den Bestand der Parteiorganisation aus schlaggebend ist. Nach einem Referat des Genossen Bartels und einer längeren Debatte wurde folgender Antrag angenommen: „ Der Mindestbeitrag beträgt ab 1. September die Durch schnittshöhe eines Viertelstundenlohnes. Er beträgt ab 1. September pro Woche für Männer 50 000 m. und für Frauen 20 000 m. Da von werden an den Parteivorstand abgeführt 10 000 m. für Männer und 4000 M. für Frauen." Die Lage im Reich. Dortmund, 16. August.( Mtb.) Die Lage in Dortmund geftaltet fich tritisch. Auf der Union befinden fich die Arbeiter teilweise im Streit. Desgleichen auf den Phönigwerken. Da die Versorgung der abgesperrten Gebiete mit Lebensmitteln noch immer viel zu wünschen übrig läßt, werden Unruhen befürchtet. Elberfeld, 16. August.( Eigener Drahtbericht.) In Datteln fand am Donnerstagvormittag vor den Toren des Ortes eine start besuchte Versammlung der streißenden Belegschaften der Bechen " Ewalt“ und„ Emscher- Lippe" statt. Im Anschluß an die Ver fammlung zogen die Demonftranten zum größten Teil nach Erkenschwid, wohin zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung Bolizei von Datteln entfandt ist. Am Donnerstagabend trafen neue polizeiliche Verstärkungen aus Gelsenkirchen und Wattenscheid ein. Unter den wegen Teilnahme an den letzten Unruhen von der Polizei Berhafteten befindet sich auch ein kommunistischer Gemeindevertreter aus Datteln. Donnerstagmorgen unter Mitnahme von 300 Millionen Mart Not Die Druckereien Krüger und Ruhfuß in Dortmund find am geld der Stadt Herne und 3 Milliarden Mark Reichsgeld von den Franzesen geräumt worden. In Bochum haben die Franzosen das neue Notgeld unmittelbar vor der Herausgabe und die zur Herstellung des Notgeldes benutzten Platten beschlagnahmt. Die Verkehrssperre, deren Aufhebung für die Nacht vom 16. zum 17. August in Aussicht gestellt wurde, ist auf unbestimmte Zeit verlängert worden. * Was war in dieser fatastrophalen Situation zu tun? Die worten und den Heilslehren der reinen Agitationspolititer. Antwort darauf konnte nicht gegeben werden mit den SchlagEs kam nicht darauf an, die natürliche Erregung der Massen Es tam nicht darauf an, die natürliche Erregung der Massen der Bevölkerung über die Not dazu zu benußen, irgendwelche dogmatische Säge in die Massen zu werfen und sie dafür zu begeistern. Es galt vielmehr die praktischen politischen, finanzwährungspolitischen und wirtschaftspolitischen politischen, währungspolitischen und Maßnahmen fest zu umreißen, mit denen dem Zusammenbruch des deutschen Finanzsystems, damit dem Zusammenbruch der Versorgung der Bevölkerung und dem Zusammenbruch der Das Köln, 16. Auguft.( Mtb.) In einer Reihe Ehrenfelder Betriebe wurden die Streifenden ausgesperrt, so auf den Binte Hoffmann- Werten. Zwei weitere Betriebe haben gesamten Boltswirtschaft entgegengewirkt werden konnte. Wer vollständig geschlossen. Auch auf den HumboldtBreslau, 16. August.( Eigener Drahtbericht.) Die Lage in der werfen in Kalf wurden die Streifenden entlassen. Wegen der nach den Ursachen dieses Zusammenbruchs forschte, vor dem Provinz Schlesien hat sich entschieden gebessert. Auf den Gruben in Generalftreit im unteren Kreis Solingen.- In Troisdorf wird flation, unter der das deutsche Finanzinstem litt. Provinz Schlesien hat sich entschieden gebessert. Auf den Gruben in Aussperrung in Leverkusen planen die Kommunisten den stand die überwältigende Tatsache der ungeheuren InRothenburg, Kreis Landes hut, wurde die Arbeit refiles wieder aufgenommen. In Landeshut felbst geht der Streit der ebenfalls wegen Entlassung eines Kommunistenführers gestreift. finanzpolitische und das währungspolitische Problem ist als Tertilarbeiter noch weiter. Die Bewegung ist jedoch nicht rein Die Stadtverwaltung in Köln beabsichtigt, den Preis für die einfache Folge der Ruhraktion zum 3entralproblem der deutschen Volkswirtschaft geworden. Hier mußte also der Hauptpolitisch, sondern die wirtschaftlichen Fragen sind in den Straßenbahnfahrt von Montag an auf 200 000 m. zu erhöhen. angriff einsetzen. Das Ziel der finanz- und währungspoliti= Bordergrund gerückt. Die Tertilarbeiter verlangen eine WirtschaftsDüsseldorf, 16. Auguft.( Mtb.) Als weitere Strafmaßschen Maßnahmen, die unverzüglich notwendig waren, mußte beihilfe von 10 Millionen für Verheiratete und 5 Millionen für Ledige. Im Kreise Waldenburg sind die Belegschaften des nahme wegen des Anschlages gegen eine aufziehende Jägerwache sein: Abftoppen der Inflation, Ordnung des deutschen Steuerunteren Reviers wieder restos. des oberen zum Teil eingefahren. am 4. August hat die Besagungsbehörde verfügt, daß von heute ab systems auf der Grundlage wertbeständiger Steuern, Schaffung Die Textil- und feramischen Arbeiter des Kreises Waldenburg haben bis auf weiteres in dem Gebiet zwischen der Grenze des rechts- eines festen Fundaments für die Behauptung der deutschen die Arbeit ebenfalls wieder aufgenommen. Im Kreise Reichenbach rheinischen Stadtkreises Düsseldorf und den früheren Grenzen des Währung. Von der sozialen Seite her mußten diese Maßa arbeiten die Textilarbeiter nur in Oberbielau wieder, in den übrigen Brückenkopfes Düsseldorf mit Ausnahme von Vohwinkel, Wülfrath nahmen ergänzt werden durch die Forderung der wertbeständi Ortschaften wird noch gestreift. Zu Plünderungen ist es in der und Rinderoth jeder Bertehr mit Straßenbahnen, gen Löhne für die Arbeiterschaft. Ihr Sinn ist, in der UeberProving nur vereinzelt gefommen. Kraftwagen( auch Personenwagen), Motorrädern usw. gangszeit die Kaufkraft der befitlosen Klassen gegenüber den Braunschweig, 16. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Braun bei Tag und Nacht verboten ist. Der Straßenbahnverkehr inner- Besitzenden zu stärken und damit den Industrien für den schweiger Betriebsräte versammelten fich am Donnerstagvormittag halb der Stadtkreise und der nach Gerresheim und Benrath, ferner Massenbedarf die Existenzgrundlage zu erhalten. Die zu einer Sigung, in der im wesentlichen Forderungen zur Sicherung nach den lintsrheinischen Verkehrspunkten Reuß. Krefeld, Mörs und Gesamtheit dieser Maßnahmen, zielbewußt ergriffen und der Ernährung gegenüber der Regierung aufgestellt wurten. Der Berdingen wird von diesem Verbot nicht berührt. Alle Gewert energisch durchgeführt, mußte zugleich von außenpoliti von den Kommunisten propagierte Generalstreit wurde schaftsfartelle der freien, christlichen und Hirsch- Dunckerschen Gemert- scher Wirkung sein. Es galt, dem Auslande zu zeigen, daß abgelehnt. Die Forderungen betrafen insbesondere die staat- schaften liche Genehmigung eines aus 30 Personen bestehenden Kontrollaus- Schaften sowie der AfA- Bund haben gegen das neue Verkehrsverbot Deutschland entschlossen ist, seine Wirtschaft und sein Finanzsystem wieder in Ordnung zu bringen und damit die Grundschusses, der Nahrungsmittel heranschaffen und verteilen soll, ferner allerschärfsten Einspruch erhoben. bie Gemährung einer Wirtschaftsbeihilfe von 25 Millionen und Die Berkehrssperre über das Ruhrgebiet ift bis auf lage für die Erfüllung der von ihm anerkannten Reparations Goldwochenlöhne von 30 M.; außerdem wurden umfangreiche Not- weiteres verlängert. pflichten zu schaffen. Die Erkenntnis, daß eine Lösung des außenpolitischen Problems durch innere finanz- und wohrungs- politische Maßnahmen zunächst vorbereitet werden müsse, hat sich in dieser Situation in allen politischen Kreisen durchgc- setzt, die Dcutschnationalen wie auch die Kommunisten nicht ausgenommen. Die Sozialdemokratische Partei hat für die Gesamt- h e i t dieser Maßnahmen ein P r o g r a m m entworfen, das nicht nur die Zielpunkte aufzeigte, sondern auch die äugen- b l i ck l i ch praktisch zu verwirklichenden Maß- nahmen enthielt. Dies Programm verlangte, daß alle äugen- blicklich gangbaren Wege zur Rettung der deutschen arbeiten- den Bevölkerung und der deutschen Wirtschast eingeschlagen werden sollten. Bei den Vorschlägen handelte es sich um ein praktisches Programm, nicht um eine Utopie. Die vor- geschlagenen Maßnahmen waren durch die wirtschaftliche Situation vorgezeichnet und notwendig. Der Erolg in der Bekämpfung der gegenwärtigen Notlage ist deshalb zu messen an der Verwirklichung dieses Programms und an der Tat- fache, ob dadurch die Lebensmittelversorgung wieder in Gang kommt, ob das Proletariat in die Lage versetzt wird, sich zu versorgen und ob der Fortgang der Produktion gewährleistet wird. Die Diktatur des Proletariats, die man nicht essen kann und von der man nicht leben kann, vermag nicht der Bevölkerung zu geben, was sie braucht: die Versorgung zur Behauptung ihrer Existenz. Für dieses Programm hat die Sozialdemokratie ihre ganze parlamentarische Kraft eingesetzt. Die katastrophale Situation gab ihr eine starke Stellung im Parlament. Ihr parlamentarischer Einfluß wurde unterstützt durch zwei Tat- fachen: das Bürgertum sah den eigenen Wirtschaft- lichen Zusammenbruch vor Llugen und fürchtete mit dem Proletariat zusammen unterzugehen die Erregung des Proletariats und die Bewegung der Massen ließ das Bürger- tum obendrein fürchten, daß vsr gemeinsame Untergang sich unter furchtbaren Kämpfen vollziehen werde. In dieser Situa- iion gelang es der sozialdemokratischen Reichstagssraktion— abgesehen vom Regierungswechsel— einen U m s ch w u n g der Finanzpoli i k des Reiches einzuleiten und in einem parlamentarisch bisher unerhörten Tempo die neue Finanzpolitik auf den von ihr vorgezeichneten Linien vorwärtszu- treiben. Das ist e i n großer Erfolg. Es wird notwendig sein, weiter auf dieser Bahn vorwärtszuschreiten. Deutschnationale Steuerfconüe. Wie H e l f f c r i ch im Reichstage, so tobt jetzt auch die deutschnationale Presse gegen den Sachwertantrag, den die Koalitionsparteien am 15. August im Reichstage angenommen haben. U. a. schreibt z. B. die„Deutsche Tagesztg.": „chinter der verklausulierten Fassung diestr Entschließung oer- birgt sich naturgemäß nichts anderes, als die von den Sozialdemo- traten zum Programmpuntt der Koalitionspolitit erhobene S a ch- m e r t e r f a s s u n g... Man hat hier ein« Illustration, in welchem Umfange tatsächlich die sozialdemokratische Vorherr- s ch a f t innerhalb der großen Koalition zur Geltung kommt, wie ängstlich die bürgerliche,' Parteien bemüht sind, auch das leiseste Stirnrunzeln der Gestrengen von links durch entsprechendes Wohlver- halten zu verhindern, wie sie sich von vornherein schon wieder darauf einstellen, irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten zwischen sich und der Sozialdemokratie auszuweichen, sie hinauszuschieben, bis dann schließlich erfahrungsgemäß der Zeitpunkt kommt, in dem die Sozial- demokratie die Macht zu haben glaubt, diele Meinungsoerschiedcn- Helten durch ein Diktat von ihrer Seite einfach und schmerzlos aus der Welt zu schaffen. Man wird also mit einigem Interesie der weiteren Entwicklung dieser Materie entgegensehen können, wenn im September in Verfolg der gestern angenommenen Entschließung die Regierung, unter der Aegide des sozialistischen �errn Hilferding als Rcichssinanzminister, die entsprechenden Gesetzentwürfe zur Sachwerterfassung vorlegt." Wenn auch diese Darstellung starke Uebertreibungen e»t- hält— das Bürgertum soll scheu gemacht werden—, so meist sie doch richtig darauf hin, daß mit der Annahme dieses von der j Riga. Von G« w e. Die Hauptstadt des kleinen Lcttenrciches. Sitz der Negierung. Di« besteht aus dem Parlament von hundert Mann(darunter ein paar sehr feine Köpfe bei den Sozialisten) und den Ministern, die teils„christlich-unpolitisch", teils nationalsozialistisch die„weihe Re- publik" Lettland verwalten. Riga erinnert an eine alt« deutsche Hansastadt, Lübeck oder so, der die dort verkehrenden oder wohnenden Slawen durch ihre liebens- würdigen Sitten(unbegrenzte Gastfreundschaft z. B.) ein besonderes Gepräge geben. In der Stadt wohnen Letten und Balten,«iiiig« Russen und Reichsdeutsche. Di« Balten, die sich für die„einzig wahren Deut- schen, einzig national gesinnten" halten, sind gar nicht s o rein deutsch. Ihre Vorsahren, Deutsch«, kamen ins Baltikum, aber im Lauf der Zeit ist manch Lette angeheiratet worden! Di« Balten zeichnen sich durch wirklich kolossal« politisch« Beschränktheit aus: An Deutschlands Niedergang seien die Sozialisten schuld, natürlich auch am Sturz der Mark. Mit Gra,Kn sprechen sie vom„roten" Berlin(wenn sie wüßten, wie blaßrosa unsere gute Stadt leider nur ist!). Und was noch wenig Deutschnational« tun, sie halten heute und für die Zukunft treu und fest an Wilhelm von Gottes Ungnaden, dem deutschen Helden. Sie halten sogar seine rasche Abreise nach Holland für ein« heroische, vaterländische Tat! Warum? Weil die bösen Sozialisten sonst dem geliebten Herrn etwas zuleid getan hätten, und er sich doch für die Zukunft gut konservieren muß. Diese Zukunft, das ist die Hoffnung der Balten. Jede faschistische Tat(besser Untat) in Deutschland verfolgen sie mit Begeisterung und erwarten nichts sehnlicher als den Augenblick, wo Hitler- Ludendorff Deutschland beherrscht. Denn dieser Augenblick soll sie, die Herren, von der Knechtung durch das tief unier ihnen stehende lettische„Volk" befreien! Die Letten sind insgesamt harmlose Leute; teilweise lettisch- national, zum andern, kleineren Teil, sozialistisch. Die Frauen sind, wie häufig leider auch bei uns, ziemlich passiv. Doch eine tüchtig«, große Führerin haben sie, Genossin Klara Kalmin.„Die Klara", wie sie allgemein heißt, ist die von Balten und National- Letten meistgehaßte und verleumdete Frau.— Di« offizielle Sprache ist lettisch, aber jeder spricht ebenso gut deutsch und russisch. Plakate, Filmtext usw. nxrden lettisch und russisch gegeben, deutsch ist als Sprackze der Balten verpönt. Die Letten sind eifrigst bemüht, ihre Sprache zu„reinigen". Früher hieß z. B. die Straßenbahn„Elektrische", jetzt etwa„Straßen- rutscher", wie manche unserer Landsleute keine„Interessen", sondern nur mehr„Belange" haben. Di« Reinigung hat aber noch nicht durchgegriffen, so daß man, auch ohne das Lettische zu beherrschen, eine ganze Masse lesen kann! konditoreja Konditorei, case Kasse usw.! - Sozialdemokratie verlangten Antrages der erste gesetzgebe- t rische Schritt zu dem lang ersehnten Ziele ist, die Sachwert- - bcsitzer zu den Lasten der Allgemeinheit heranzuziehen. Der t Deutschen Bolkspartci wird vorgeworfen, daß sie früher ein- mal Deutschland von roten Ketten befreien wollte. Daß in der - Tat auch in der Volkspartei die Erkenntnis wächst, daß die z Sachwertbesitzer nicht wie bisher finanziell geschont werden - dürfen, kann man leicht erkennen, wenn man ihre heutige - Stellungnahme mit ihrer früheren vergleicht. So hat z. B. - Herr Dr. Becker am 4. April 1922 im Reichstag erklärt: -„Ich möchte feststellen, daß wir eine etwaige Erfassung der Sach- : werte, an die vielleicht die Regierung oder eine spätere Regierung , denken könnte, genau so schars ablehnen wie Sie, Herr - H e l s f e r i ch, und auch in Zukunft genau so scharf bekämpfen j werden, wie wir das bisher getan haben." r Bei diesem engen Bündnis zwischen der Bolkspartei und i Herrn Helfferich kann man es verständlich finden, daß der - letztere jetzt tobt, wenn die Volkspartei Ansätze zeigt, sich aus , seinem gefährlichen Schlepptau zu befreien. | Nur keine Gesunöung! i An der Berliner Börse wurde am Donnerstag der Dollar wie : am vorhergehenden Tage mit 2 700 000 notiert. Im freien Verkehr : wurden höhere Kurse genannt; die Steigerung setzte sich in den Nach- initiagsstunden fort. Gegen 4 Uhr war ein Kurs von fast 4 Mil- > lionen Mark erreicht, ohne daß es zu tatsächlichen Käufen und Ver- > kaufen gekommen war. Diese auffällige und plötztiche Steigerung - der Wechselkurse scheint im Zusammenhang zu stehen mit großen , Verkäufen von Mark, die aus dem Rheinlande gemeldet - werden. Sollten diese Angaben richtig sein, so würde damit aufs i neue gezeigt werden, daß von der Schwerindustrie des Ruhrgebietes z und von den kapitalistischen Kreisen aus dem Rheinlande die Mark , aufs neue in den Abgrund gestürzt werden soll. Das ist aber ein � Zeichen für die große G e l d f l ii s s i g k e i t. Allem Anschein nach , haben also jene Kreise Kredite des Reiches und der Reichsbank sich . in einem so großen Maß« zu verschaffen gewußt, daß sie aufs neue � damit die Mark stürzen können. Diesem Treiben muß mit der allergrößten Entschiedenheit sofort ' begegnet werden. Die Eingriffe auf dem Devisenmarkt müssen er- . gänzt werden durch die sofortige Aenderung der Dis» kontpolitik der Reichsbank, die ja immer noch auf sich warten läßt, und durch die Einziehung der Kredite, sofern sie zu Markspekulationen benutzt werden. Der neue Finanzminister hat hierbei zu zeigen, daß er dasjenige Maß von Energie besitzt, das zur Unterbindung dieses kapitalistischen Treibens notwendig ist. Daß die Spekulanten kein Mittel scheuen, um die Mark immer mehr und mehr zu ruinieren, beweist folgender Porfall: An der Ber- lincr Börse war gestern, wie mitgeteilt, dos Gerücht verbreitet, daß die Regierung beabsichtige, für die am 25. Zlugust zu zahlenden Steuern ein Moratorium zu gewähren. Diese Feststellung ist völlig aus der Luft gegriffen. Sie ist aber ein Zeichen dafür, mit welchen Mitteln gegenwärtig gearbeitet wird, um das Vertrauen zu einer Wiedergesundung unserer Finanzverhältnisse zu untergraben. Wie wir aus dem Rcichsfinanzministerium erfahren, wird der Einzug der am 15. und am 25. August fälligen Steuern mit allem Nachdruck betrieben werden. Von einem Moratorium kann in keiner Weise die Rede sein. Die Finanzverhältnisse des Reiches sind so ernst, daß ein Aufschub der Steuern überhaupt nicht in Frage kommt._ Auflösung ües öetriebsräteausschusses. Eine Verfügung des preußischen Innenministers. Wie der amtliche preußische Preffedienst mitteilt, hat der Mini st er des Innern auf Grund de» 8 14 Absatz 2 in Verbindung mit§ 7 Ziffer 4 des Gesetzes zum Schutze der Republik den Reichsausschuh der deutschen Betriebsräte zu verlin nebst seinen linierausschüssen, also auch den..(fünf- zehnerausschuh der Betriebsräte von Groh- Berlin, ausgelöst und verboten. In der Begründung wird o. a. ausgeführt, daß der Rrlchsausschuh bestimmenden Einfluß auf die Bildung und Belätigung der verbotenen proletarischen hundert- I schaslen ausübe. Di« Stadt ist, wie erst schon angedeutet, ein Gemisch von Deutschem und Russischem. Die alte Stadt, die um dse großen Kirchen, den Dom und Sankt Peter, und die vielen kleineren sich aus engen Straßen bildet, sieht mit ihren teils prächtigen, mittel- alterlichen Bauten wie eine alt« deutsche Stadt aus. Hier gibt der Markt den russischen Anstrich. Etwa eitle halbe Stunde lang ziehen sich an der Düna Holz- stände in vielen Reihen hin, in denen vom Morgen bis zum Abend alles Erdenklich«, Kleider, Geschirr, Blumen, Schuhe, Backwaren, Altarbilder, Fleisch, Bücher, Fisch« und jetzt vor allem unendlich viel Erdbeeren feilgeboten werden. Da stehen und sitzen die Landfrauen und preisen jedem Borübergehenden ihre Waren an, und zwischen- durch gehen langbärtige Russen in rveißen Hemden, die ihre beson- deren Sachen, Tee, Tabak, russisches Gebäck usw. zum Verkauf bringen. An den Seiten des Marktes halten die Wagen der Händler mit kleinen, struppigen Pferden davor, die im hochgebogenen Kummet «ingespannt sind. Einigermaßen aufregend ist es, wenn, was nicht oft vorkommt, solch Wagen durch die engen Straßen der Allstadt kommt. Der Damm des vornehmen„Boulevards" besteht schon aus„Katzen- köpfen", schlimmer als die in irgendeinem finsteren Berliner Winkel. Nun erst die einfachen Straßen! Der sog. Bürgersteig ist knapp so breit, daß einer darauf gehen kann, ausweichen ist unmöglich. Deshalb geht man auf dem Damm, und ein Wagen drückt alles bciseitel Das ganz« ziemlich geschäftig« Leben wickelt sich ruhig und ordenilich(allerdings mehr ordentlich als ruhig!) ohne Beihilfe von Schutzleuten ab. An stark belebten Plätzen der Neuen Stadt sieht man hin und wieder einige. So geht auch der Bahnbetrieb fast ! ohne Beamten vor sich. An den kleineren Stationen gibt es keine Sperren und nichts. Man steigt«in und aus, auf welcher Seite man will, auch schon auf der Strecke, wenn der Zug keine Einfahrt hat. Während der Fahrt wird allerdings kontrolliert, ob man im Besitz einer Kart« ist. Die Letten haben aber trotzdem ihre Freud« an Uniformen und Soldatspielen. Wie denn viele dieser neuen kleinen Staaten, die Deutschland um seiner wilhelminisch-preußischen Paradeliebhaberei haßten, gerade diese sich angeeignet haben und ihre 5)«er« nicht bunt und blitzend genug herausstaffieren können. Häufig zieht eine Kam- panie mit klingendem Spiel durch die Stadt, und«ine richtig« Militärkapelle unterhält allnachmittaglich die Rigenser. Die Braunkohle— Deutschlands Rettung. Als der Versailler Vertrag Deutschland eines Teils seiner Kohlengebiete beraubte, als durch die Besetzung des Ruhrgebietes auch noch viel von dem ver- bliebenen Teil uns abgeschnitten wurde, da bat sich eine vor dem Krieg« wenig beachtete Industrie als unsere Rettung erwiesen: die Braunkohle.„Es ist nicht zu viel gesagt," erklärt Dr. Heinz in „Reclams Universum",„wenn man behauptet, daß die mitteldeutsche Braunkohle Deutschland vor einer Wirtschaftskatastrophe Ein verwaltungsfkanöal. Am 12. Juni d. I. geißelten wir an dieser Stelle die! „Arbeit" der Reichsdisziplinarkammern den Eisenbahn« beamten gegenüber. Der Artikel hat in den beteiligten Reichs- Ministerien viel Staub aufgewirbelt, indem er den Anlaß dazu bot, daß das Reichsinnenministerium ganz energisch auf die Bildung der Kammern und deren Ingangsetzung drang. Auch der Reichstag griff ein und oerlangte am 3. Juli d. I. in seiner Entschließung zu Z 101 des Reichsbeamtengesetzcs eine verwaltungsfeitige Nachprüfung der nunmehr seit 19 Monaten„schwebenden" Disziplinarverfahren. Daraufhin zog Herr G r ö n e r alle„schwebenden" Verfahren von den Kammern zurück und„prüft" nunmehr zum soundsovielten Male nach. Bemerkt sei nochmals, daß es sich in fast allen Fällen um parteigenössische Beamte handelt, die von dem durch und durch reaktionär eingestelltes Berwaltungsapparat des Reichsverkehrsministeriums„abgekehlt" werden sollen, weil sie sich in: Sinne dieses Ministeriums, der Achtung und des Ansehens", das ihr Amt erfordert, unwürdig erwiesen haben. In der Beamtenschaft ist die Befürchtung verbreitet, daß Herr Gröner nur deshalb die Sachen von den Kammern zurück- gezogen hat, um als„Erfolg" der wirtschaftlichen und poli- tischen Krisis eine andere politische Konstellation zu erwarten und die Sachen dann erneut an neu zusammengesetzte Diszi- plinarkammern verweisen zu können, die dann besser als die jetzigen in seinem Sinne entscheiden sollen. Inzwischen ist den betroffenen Beamten auch heute n o ch n i ch t die ihnen gesetzlich zustehende Hälfte ihrer Dienst» bezüge ausgezahlt. Wie lange gedenkt Reichstag-und Oeffentlichkeit sich die offensichtliche Verhöhnung der Parlamentsbeschlüsse noch ge- fallen zu lassen? Was hat man in den sieben Wochen seit Verabschiedung der Entschließung zu Z 101 getan, um im Sinne derselben zu verfahren; wie lange gedenkt man dieses schon allzu lange währende Katze- und Mausspiel mit den Beschlüssen des Reichstages noch fortzusetzen? Reichsernährungskonferenz. Am Freitag, den 17. August, treten im Reichsernährungs« Ministerium die Ernährungsmini st er der Länder zu» sammen. Es sollen außer Vorschlägen des Reichsernährungs» Ministers zur Verjorgungswirffchaft auch die Anregungen der Landes- regierungen zur Sicherung unserer Ernährung besprochen werden. Neben der Verlängerung der Geltungsdauer der Brotkarte bis 15. Oktober wird an eine monopolartige Er- farung des In- und Auslandsgetreides gedacht. Die Tatsache, daß der Geschäftsbericht der Getreide-Einfuhrgesell« s ch a f t, die bisher allein berechtigt war, Auslandsgetreide für Rech» nung der Reichsgetreidestelle noch Deutschland cinzusührm, verhält- nismäßig günstig lautet«, hat sicherlich zugunsten derartiger Ge» danken gewirkt. Jedenfalls verlangt dieser Geschäftsbericht, der die Kosten der Gesamtbewirtschaftung durch die Gesellschaft seit 1913 auf"/s pro Mille beziffert und nach dem der gesamte Handel, der die Geschäft« durchführte, im allgemeinen einen Bruttoverdicnst von 12 Proz. hatte(wovon die beträchtlichen Kosten für Angestellte, Bu» reaus, Telephon, Kabel usw. abgingen), ferner aber auch zwischen dem Verkäufer im Ausland bis zu dem deutschen Müller, an den die Ware nach Anweisung der Reichsgetreidestell« geliefert wurde, nur ein Zwischennutzen von 0,56 Proz. stand, ernste Beachtung. Von einer Rückkehr zur alten Getreideumlage kann wohl kaum die Rede mehr sein. Aber Reich und Länder können auch nicht die Broiversorgungsfrage völlig aus der Hand geben. Auf das Brot» kartenfystem kann unmögsich ganz verzichtet werden, wenn man na- türlich auch den jetzt bestehenden Kreis der Brotkartenbezieher ein- engen muß. Bei freier Getreidewirtschaft würden übrigens infolge der schwierigen Gcidverhälwisse in kurzer Zeit Müller und Bäcker in Schwierigkeiten geraten und ebenso sollte man nicht die Gefahren vergessen, die sich bei freier Wirtschaft leicht durch verspäteten und verschleppten Drusch des Getreides einstellen können. Zur besseren FLeischver sorgung wird die Wiederein» bewahrt hat." Gewiß kann die Braunkohle niemals die Stein- kohlenmengen Westfalens und Oberschlesiens ersetzen. Wohl aber ist es denkbar, daß die Braunkohlensörderung angesichts der be- stehenden Möglichkeiten schnell gesteigert wird, um wenigstens die wichtigsten Industriezweige Deutschlands so lange am Leben zu er» halten, bis wieder größere Stein kohlenzufuhren zu erlangen sind. Das mitteldeutsche Braunkohlengebiet umsaßt rund 400 Gru- den in denen 1922 160 000 Mensche» lohnende Beschäftigung san» den. im ganzen also mit den Familien der Arbeiter weit über 700 000 Menschen ihren Lebensunterhalt erhielten. Di« geographische Loge des Braunkohlengebietes macht es für Deutschland besonders wichtig. Da die Industrien sich stets dort ansiedeln, wo die für sie not- wendige Kohle vorhanden ist, so wäre«ine völlige Entblößung der Mitte Deutschlands vom industriellen Lebei? vorhanden, wenn nicht die mitteldeutsche Braunkohle die Grundlage für eine blühende Industrie böte. Dazu hat«in gütiges Geschick Deutschland zum Besitzer großer Kalisalzloger gemacht, die genau in'der Mitte zwischen den beiden Steinkohlengedieten liegen. Di« zur Hebung dieser Schätze notwendige Kohle müßte auf weiten Wegen herbei- geschafft werden, wenn sich nicht die Braunkohle neben und teil- weffe direkt über den Kalilagern vorfinden würde. So deckt die Braunkohle heut« nicht weniger als 93 Proz. des ganzen Brennstoffbedarfes der Kaliindustrie, und zwar ausschließlich mit Roh- braunkohle. Außerdem versorgt sie die Zuckerindustrie. Der Betrieb der 120 Zuckerfabriken, die 1922 rund 5,5 Millionen Doppelzentner Zucker erzeugten, wird allein von der Draunkohl« aus. rechterhalten. In neuerer Zeit sind dann noch zwei Industriezweig« auf mitteldeutscher Braunkohle aufgebaut worden: die Elektrizitäts- und die chemische Industrie. Seitdem man elektrischen Strom ohne großen Verlust auf weit« Entfernungen leiten kann, sind große Kraft. werte entstanden, die der Braunkohle ihr« Wärmequelle entnehmen. so das größte mit Dampskrast betriebene Kraftwerk der Welt, Zschornewitz bei Bitterfeld, dos Berlin zum großen Teil mit Licht und Kraft versorgt. Die chemische Industrie ijt hauptsachlich durch dos Leuna-Werk vertreten das Stickstoff aus der Luft gewinnt und mit seinem täglichen Verbrauch von über 6000 Tonnen die meiste mitteldeutsche Rohfcraunkohle beansprucht. Nicht weniger als vierzig Millionen Tonnen mitteldeutscher Braunkohle wurden 1922 in ge- werblichen Betrieben verbraucht. Außerdem hat man aber auch in dem Braunkohlenbrikett einen Heizstoff auf den Markt gebracht, der die Rohbraunkohle an Heizkraft um mehr als das Doppelte überirifft. Von diesen Briketts wurden 1922 nicht weniger als 1?,? Millionen Tonnen abgesetzt._ Ttaatsoper. Friedrich Scharr, der neue H-Idenbariton der Staat». oper. tritt lew Engagement am Sonntag, den IS. Anglist, in den.Meister- singern» als HanS Sachs an. In der.Fldtlio»-Zlu!iübrung am Freitag, den 24.. wird Kapellmeister Erich Kleiber vom Nationalthcater zu Mannhelm gaftweise dirigieren. Im Deutschen Theater wird ab Sonnabend, den 18. d. M., wieder .Alt-Heidelberg" in den Spielplan ausgenommen. In de» K ani in e r s p i e I e>i wird von da ab wieder.Frühlings Er» w,a ch e ii" ausgeführt werden. „Die Truppe-- hat mit den Proben zu der Eröffiiungsvorstellung ihres inchrmonaligen Berliner WaslspieiS im Äisispielhaus begonnen. AIS erste Aufführung wird für die erste Septemberhälste der.»aus« mann von Bencdig» vorbereitet. führung der alten Biehlieferungsverbände in irgendeiner Form er. wogen. Die Bebel- Feier im Reichstag. Bon den freien Gewerkschaften ist den maßgebenden Regierungsstellen geraten worden, mit den Ländern, die von Deutschland Saatgut beziehen( Polen, Rumänien, Tschechoslowakei u. a.) einen Wenige Tage nach der Verfassungsfeier trägt der Reichstagssaal deutsche Arbeitsstatistik ins Leben gerufen; sie sollte Bebels Angaken Tauschverkehr cinzurichten; 3. B. Kartoffein gegen Saattartoffeln, Brotgetreide gegen Eaatroggen oder Kali gegen Kar- wieder anderen Festschmuck." Sozialismus ist angewandte Wissen widerlegen aber sie mußte fie Wort für Wort bestätigen. Die Pflicht der Verteidigung der deutschen Repu. toffeln usw.). Auch soll die Lebensmitteleinfuhr mit den östlichen schaft" steht an der Stirnwand über einem großen Schwarzweißbild Agrarländern möglichst erleichtert werden, da hier die Devisenfrage August Bebels, dessen zehnjährigen Todestags heute gedacht blit hat Bebel uns hinterlassen. Wie hat er die Hohenzollernfeine so wichtige Rolle spielt. Zur Ausschaltung des verteuernden wird. Den Saal und die Tribünen füllen die eifrigsten Arbeiter der monarchie bekämpft! Bülow stürzte über Bebels Enthüllung des wilhelminischen Systems". Zwischenhandels seien direkte Lieferungsabschlüsse Bartei, Träger weithin befannier Namen ebenso wie Männer, Frauen, Wie haben Marg und Engels Bebel geschäßt! Unverhält. zwischen den landwirtschaftlichen Produzenten und den Verbraucher- Jünglinge und Mädchen, die nur der engere Kreis der Freunde im nismäßig tiefer als 1883 der Tod Marrens wirfte 1913 das Hingruppen notwendig. Wenn die Konsumgenossenschaften, Bezirk fennt. Fahnen der Partei, rote Banner mit unseren Kampf. scheiden Bebels auch dies war ein Zeichen, wie feither, nicht zuletzt durch Bebels Arbeit, die Arbeiterpartei gewachsen war. die übrigens gegenwärtig in diretten Verhandlungen mit rufen und Zielsprüchen umgeben die Estrade. Der Redner erinnert an die letzte Fahrt des toten August den Hauptorganisationen der Landwirtschaft wegen LieferungsabUm 8 Uhr seht der Männerchor Harmonie" vom Kreuz Bebel in Zürich, unter einstündigem Glodengeläut, in Gegenwart schlüssen in Berbindung getreten sind, bezüglich der etwas riskanten bergviertel unter der Leitung des Chormeisters Schaarschmidt Bebel in Zürich, unter einstündigem Glodengeläut, in Gegenwart der Vertreter aller sozialistischen Parteien Europas, an den Massen Kartoffellieferung sich ein wenig zurüchielten, dann müßten eben ein: Himzuls Chor„ Saat und Ernte" leitet die Feier stimmungsvoll der Schweizer Arbeiterschaft vorüber. Braun gedenkt auch der andere Verbrauchergruppen hier einspringen. ein. Dann spricht an Stelle unferes alten Hermann Molfenbuhr, tiefen Achtung, die Bebel selbst seinen Gegnern abgerungen; hat doch Es wird feine leichte Aufgabe für die Ernährungsminister der nach Kopenhagen zur interparlamentarischen Weltkonferenz Geheimrat Woedtte, der bedeutende Sozialpolitiker, ein entschie fonferenz sein, aus all den vorliegenden Plänen und Anregungen ein mußte, flares und zweckmäßiges Ernährungsprogramm aufzustellen, das Garantien für eine ordnungsmäßige Berteilung der diesjährigen guten Ernte gibt. Stinnes und die Reichsbahn. " Dr. Adolf Braun: dener Gegner des Sozialismus, Bebel als den bedeutendsten und der Regierung unangenehmsten Atgeordneten bezeichnet, und zwar deshalb, meil Bebel alle Verlagen genau studierte und die verborgenften Absichten der Regierung herausfand. Der strengtonfervative Geheimrat Wagener bezeugte Bebels staatsmännische Ader und Ignaz Auer sagte einst in Wien zu Biktor Adler und Adolf Braun:„ Ich werde niemals Bebel widersprechen, denn Bebel ist der tatsächliche Inhalt dessen, was die deutschen Arbeiter denken und empfinden. Er weiß, was die deutsche Arbeiterschaft will, bevor es dem deutschen Proletariat felbft bewußt ister ist der tatsächliche Ausdruck des deutschen Sozialismus. Der Redner schildert dann die Arbeit Bebels unterm Sozia listen geset, wobei Bebel vor dem kleinsten Kreise ebenso gern und ungeachtet aller Gefahren sprach wie sonst vor der größten Versammlung, wie er die unscheinbarste und mühseligste Parteiarbeit nicht scheute. Unvergeßlich bleibt jedem, der sie erlebt hat, aber welche Rede Bebels einer Er hätte, so beginnt er, lieber dem jahrzehntelangen Freunde und Kampfgenossen Bebels, Hermann Moltentuhr, zugehört, als selbst sprechen zu müssen. Allein auch Braun stand seit 1882 mit Bebel in immer lebhafteren Beziehungen und so fann er wohl be Im Untersuchungsausschuß über die Markstüßung haben funden, wie fehr August Bebel der Partei in den bösen Jahren feit seinem Tode gefehlt hat. So viele Borfämpfer und Führer wir die Devisentäufe der Firma Stinnes am 12. April eine große Rolle gespielt. Der Vertreter der Firma verloren haben, so tief hat kein Berlust die deutsche Sozialdemokratie sagte damals unter seinem Eid aus, daß die Käufe auf Ber- getroffen. Er war der Stolz der deutschen Arbeitertlaffe, aus ihr selbst, aus dem traurigsten Proletarierlos, war er zum Führer des langen der Reichsbahn getätigt wurden. Schon damals wurde Boltes aufgewachsen. Nachdem die Arbeiter Ignaz Auer und August von den Vertretern der Reichsbahn behauptet, daß bei den Bebel erkannt hatten, verloren sie die Bewunderung für die BourBerhandlungen zwischen ihr und der Firma Stinnes nur da- geoisie, die der Menschheit so viele geistige Kräfte geschenkt habe. An von die Rede gewesen sei, daß die Firma den Bedarf an De- dem Beispiel dieser Beiden erfannte das Bolt, welche Talente in visen für die Reichsbahn aus ihren eigenen Beständen ihm selbst schlummern und nur durch die gesellschaftlichen Verhält die Rede Bebels auf dem Parteitag in Halle, drei Wochen nach decken soll. Eine Klärung dieser widersprechenden Behaup- nisse in ihrer Entwicklung gehemmt wurden aber das Beispiel dem Fall des Sozialistengefeßes tung ist im Untersuchungsausschuß nicht erfolgt. In einem Auers und Bebels spornte die Arbeiter auch an, die Schwierigkeiten auch gehört haben mag, er wird sie nicht vergessen und nicht das schriftlichen Bericht, den jetzt der Staatssekretär des Reichs- 3u überwinden, an sich, an ihrer Bildung, an ihrer geistigen Kampf- Bild des hinreißenden Redners. rüftung zu arbeiten. Bebel gaben gerade seine Freiheitsstrafen Ge- Nachdem Genosse Braun so das Leben unseres Führers umrissen verkehrsministeriums, Stieler, dem Untersuchungsausschuß legenheit, fein Wissen zu jener erstaunlichen Fülle auszudehnen, hatte, schloß er mit dem Ausblick in jene Zeit, da der Sozialismus des Reichstags erstattet hat, werden nun an Hand der Unter- über die seine Schriften, besonders sein Buch" Die Frau und de: die Menschheit sein und sie ihres Fahnenträgers Auguft Bebel gelagen folgende Schlußfolgerungen gezogen: Sozialismus" uns staunen lassen. Welche fernliegenden Probleme denten wird. Aus diesen Urkunden geht klar hervor, daß das Eisenbahn- hat er dem Volk nahegebracht. nicht nur dem Proletariat; die zentralamt das Angebot der Firma Stinnes, Devisen für das Eisen- türgerliche Frauenbewegung wäre ohne August Bebel nie das gebahnzentralamt im freien Verkehr zu faufen, nicht angenommen worden, was fie wurde. hat, sondern besonderen Wert darauf gelegt hat, daß die zur Be gleichung fälliger Rechnungen erforderlichen Devisen aus den Be. ständen der Firma Stinnes gedeckt werden sollen." Da diese Behauptungen bewiesen werden durch den entsprechenden Briefwechsel, so steht einwandfrei fest, daß die Vorwürfe, die gegen die Firma Stinnes wegen ihrer gewaltigen Devisentäufe im April erhoben worden sind, ihre begründete Unterlage haben. Der Reichstagsabgeordnete Legationsrat Freiherr von Rheinbaben ist zum Staatssekretär in der Reichskanzlei ernannt worden. Die„ Deutsche Zeitung" verboten. Wegen ihrer Heze gegen Reichskanzler Stresemann wurde die Deutsche Zeitung" ab Freitag auf drei Tage verboten. Biel mehr noch als sonst mußten nun die einfachen Klänge des Liedes„ Ein Sohn des Boltes", das die Sänger anstimmten, die Gemüter bewegen. Freiheitsgedichte und Stellen aus Bebels Reden und Schriften, Und welche Arbeit hat er in der Arbeiterbewegung, in der Bartei, im Parlament, als Helfer und Berater vieler Menschen, von Herrn L. Weill eindrucksvoll vorgetragen, und Chöre der nicht zuletzt als Schreiber unzähliger wertvoller Briefe, die man sammeln müßte, geleistet. Wo wäre die deutsche Sozialpolitik ohne Sänger hielten die Versammlung noch eine Zeitlang im Geiste der die Sozialdemokratie, ohne August Bebel! Seine Schrift über die Feier, bis die Internationale" das Zeichen gab, in neuem Mut, Bäckereiarbeiter hat die deutsche Arbeiterschußgefeßgebung, die mit frischer Kraft dem Alltagskampf wieder zuzuftreben. Wirtschaft Die Preissteigerung im Großhandel. Unter der Nachwirtung der afuten Devisensteigerung in der Borwoche hat sich das Niveau der Großhandelspreise nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts von dem 483 461fachen des Friedensstandes am 7. Auguft auf das 663 880fache am 14. August oder um 37,3 Pro3. gehoben. Die Trennung des Kirchendienstes vom Schuldienst ist in Olden burg verfügt worden. Stipendiat Dorfen. Die Humanité berichtigt ihre vor einiger Zeit gebrachte Nachricht, der Schriftsteller Bialmazel fei es getveien, der im Auftrage des Generals Mangin Dr. Dorten In der gleichen Zeit ist der Dollarturs in Berlin von eine Summe von 250000 ranten ausgebändigt babe. Diese Summe sei in Wirklichkeit am Sonnabend, den 14. August 1920, 3,3 Millionen Mart auf 3 Millionen Mark oder um 10 Proz. 3 u Dr. Dorten von dem Ordonnangoffizier des Generalé rüdgegangen. Dieser Bewegung folgten zunächst Mangin, Clarac, übermittelt worden. Aber selbstverständlich die Einfuhr waren mit einer leichten Senfung von dem steht die französische Regierung als solche" diesen Dingen fern.... 854 903ffachen auf das 832 770f a dh e oder um 2,5 Proz., während Das sowjetrussische Rote Kreuz in Bulgarien hat sich, so teilt die die übrigen Warengruppen noch eine Steigerung ihres Breisbulgarische Regierung nach begonnener Prüfung der nach der Aus: niveaus aufweisen, imd zwar die Lebensmittel( im Großhandel) von dem 349 021fachen weifung hinterlassenen Papiere mit, weit weniger mit Flüchtlingsfürsorge als mit bolschewiftischer Organisation und militärischer auf das 422 356fache oder um 21 Proz. Ausspähung beschäftigt. Ruhrkind. Bon Karl Germer. Fort rollt der Zug. Ein legtes Winken, Ein legter Gruß Dahin Wohin? Ich spür im Aug' ein Tränlein blinken, Noch seh ich fern ein Tüchlein minten, Noch spür ich warmen Kinderfuß Warum mein Herz auch fragen muß? Der Zug rollt fort. Er nahm hinweg mein Kind. Warum? Wohin? Was fragst du, wenn ich traurig bin? Fragst du, ein Mensch? Fragst du, ein Wind? Der Zug, er nahm hinweg mein Kind-Warum? Die Not! Wohin? Nach Brot! Mein armes Kind! Die Industriestoffe von dem 734 806fachen auf das 1 115 425fache oder um 51,8 Proz. Die Inlands waren von dem 409 173fachen auf das 630 102fache oder um 54 Proz. An dieser Preisstatistik ist besonders auffallend, daß die Industriestoffe trotz der Dollarsenfung fich auf ein Niveau erhoben haben, das über den höchsten Dollarkurs hinausgeht. Diese Preissteigerung der industriellen Rohstoffe hat dazu geführt, daß die Reichsbahn ihre Gütertarife über den Dollarstand hinaus erhöhen muß. Im übrigen ist zu beadyten, wie schnell in den legten Wochen die Kleinhandelspreise den Großhandelspreifen folgen. Während die Lebenshaltungstoften früher einen Monat brauchten, um den Preissprung des Großhandels einzuholen, ist der Großhandelsinder vom 7. Auguft mit dem 483 464fachen von den Lebenshaltungskosten vom 13. August mit dem 436 395fachen Vorfriegsstand nahezu erreicht! Es muß unbedingt dafür Sorge getragen werden, daß nach der Besserung der Mart die Preise im Großhandel und im Kleinhandel ebenso schnell herunter gesezt werden wie sie vorher mit dem Dollar gestiegen sind. Pleite. Die Hamburger Getreide und Futtermittelhandlung D. Appen u. Co. stellt ihre Zahlungen ein. Sie hat Lieferungsverpflichtungen größeren Umfanges in Palmkuchen zu erfüllen, die zu Breisen von 200 000 bis 400 000 m. eingegangen sind, während der Preis heute etwa 4 Millionen Mart in Devisen je 3entner beträgt. Die Berbindlichkeiten der Firma merden auf etwa 750 bis 900 Milliarden geschätzt. Neben Hamburger Firmen sollen befonders Breslauer Häuser in Mitleidenschaft gezogen sein. Die Lebenshaltungskosten im Ausland. Ueber die Lebenshal tungskosten im Ausland entnehmen wir den Mitteilungen des Inter. nationalen Arbeitsamtes folgende Angaben: In Groß- Bri tannien betrug der Lebenshaltungsinder: 169 im Juni gegen 169 im Mai, Lebensmittelinder: 162 im Juni gegen 160 im Mai.( Grundlage: Juli 1914 100.)- In Indien( Bombay) Lebenshaltungsinder: 151 im Juni gegen 153 im Mai; Lebensmitte! inder: 146 im Juni gegen 148 im Mai.( Grundlage: Juli 1914 100.) am 1. Juli gegen 437 am 1. Juni.( Grundlage: Juni 1914 100.) In Luge mburg betrug der Lebenshaltungsinder: 440 In Massachusetts betrug die Inderziffer für Lebenshaltungstosten im Juni 156( 156 im Mai). Die Indexziffer für Lebensmittel war im Juni 135( 136 im Mai). In Polen stand die Großhandelsinderziffer im Juni auf 1881 410( 1125 350 im Mai). ( Grundlage: Januar 1914 100.) Die Inderziffer für Lebenshal tungstoften betrug im Juni 1277 967( 946 657 im Mai)( Warschau). Die Inderziffer für Lebensmittel betrug im Juni 1 636 650( 1 378 881 im Mai).( Grundlage: Januar 1914 100.) In der Schweiz stellte sich der Inder der Vereinigung der Schweizer Konsumgenossen. fchaften( 23 Städte): Lebenshaltung: 164 im Juni gegen 161 im Mai; Lebensmittel: 168 im Juni gegen 166 im Mai.( Grundlage: Juli 1914= 100.) In Spnien betrug die Großhandelsinder. giffer im Juni 170( 171 im Mai).( Grundlage: 1913= 100.) Die Lebensmittelinderziffe: betrug im Juni 170( 178 im Mai)( Madrid). = ( Grundlage: Juli 1914 100.) Während die schwedische Inderzahl von 161 auf 160 gefallen ist, stieg die dänische Inder Bahl, die halbjährlich auf der Grundlage eines Jahreseinkommens einer Arbeiterfamilie im Jahre 1914 von 2000 Kronen berechnet wird, im letzten Halbjahre um 6 Punkte von 198 auf 204. Gemäß der zwischen den beiderseitigen Hauptorganisationen der Arbeiter und Arbeitgeber getroffenen Vereinbarung, nach welcher der Lohn um 1 Proz. für je 2 Punkte der Inderziffer steigt oder fällt, erhöht sich der Lohn für die überwiegende Mehrheit der dänischen Arbeiter um 3 Proz. Auch die Löhne und Gehälter der Staats- und Ge meindeangestellten werden nach der Inderzahl geregelt und erhöhen sich für die Berheirateten um 9 Kronen, für die Unverheirateten um 6 Kronen monatlich. Was ist eine Goldmark? In der Goldanleihe des Reiches ebenso Die Kohlenpreise in Frankreich. Das franzöfifche Bolk bezahlt Der Kampf der Rothäute für ihre Unabhängigkeit. Die Nach wie bei den früheren Dollarschahanweisungen ist der Kurs einer die Rubyraktion mit einer erheblichen Berteuerung des Kohlenbezugs. tommen des Chingachgor und der anderen Helden aus Coopers Goldmart gleich dem 4,20. Teil eines Dollars angesetzt. Da aber Die französische Zeitung Deuvre" veröffentlicht eine ZusammenLederstrumpf setzen den Rampf gegen die Anmaßungen einer dege- diefer einheitliche Wertmaßstab noch bis vor furzem nur fleinen stellung der Rohlenpreise, aus der hervorgeht, daß die Preise, nerierten Werk fort. Der Häuptling der sechs Nationen", Destajeh, Teilen der Wirtschaft geläufig war, während man die Goldrechnung verglichen mit denen vom August 1922, beträchtliche Erhöhungen ist jetzt nach London gekommen, um hier für die Unabhängigkeit für fast alle Warenpreise durchzuführen suchte, ergab sich für die erfahren haben. So ist u. a. der Preis für Eiformbriketts von feiner Stämme zu streiten. Er hat dem Völkerbund eine Betition Marteinheit Goldmark" bei den verschiedenen Industrie- und 135 auf 235 Franten gestiegen, für Braunfos.enbrifetts von 130 Ebersandt und wendet sid) in einem Aufruf an die öffentliche Mei. Handelsverbänden ein verschiedener Maßstab. Die einen lehnten an cuf 165, für belgischen Anthrazit je nach Qualität von 200 bzw. 215 rung Englands. Das ist gewiß nur eine edle Geste, so romantisch das englische Pfund, andere an den Schweizer Franken, wieder auf 255 bzw. 275 Franken. Am größten ist die Steigerung für engwie der Federschmud, den er auf dem Haupte trägt, aber Destajeh andere an den holländischen Gulden an, obwohl die Kurse dieser lischen Anthrazit, wo die Preissteigerung 151 bis 170 gegenüber dem ist es dabei sehr ernst und er fordert das Einschreiten des Bölker- Hochvaluten, am Goldgehalt der Münze gemessen, durchaus nicht Borjahre betrug. bundes, der nach de: Klausel 17 im Falle eines drohenden Krieges immer übereinstimmten. Für die Wirtschaft war das von geringerem Eine Gewerkschaft als Unternehmer. Eine sehr geschäftstüchtige Einspruch erheben foll. So phantastisch es flingt, so erflären die Belang, solange wenigstens das richtige Umredmungsverhältnis anRothäute doch, daß fie Krieg gegen die fanadische Regierung führen gewandt wurde. Jezt leistet man sich dabei aber bewußt oder un- Gewerkschaft scheint der amerikanische Verband der Loko wollen, weil diese fie in ihrer Unabhängigkeit bedroht. Seit dem bewußt Umrechnungsschlüssel für die Goldmart, die es den Produ- motivführer The Brotherhood of Locomotive Engineers" Bertrage von 1784, durch den die Indianer eine Art Homerule in zenten ermöglicht, auch in Goldmarkrechnung Sondergewinne zu zu fein. Dieser Verband besitzt, wie der Nachrichtendienst des JGB. den Territorien am Grand River zugestanden wurde, haben die erzielen. Das ist z. B. der Fall, wenn gewisse Textilverbände meldet, 5 21 beiter banten, davon 2 in Cleveland. Gleichfalls Indianer auf ihre Unabhängigkeit nicht verzichtet. König Georg III. 1 Schweizer Franken gleich 1 Goldmark sehen, während in Wirt ist er im Besitz eines beträchtlichen Teiles der Anteile einer großen gab damals dieses Land seinen„ treuen Berbündeten" als Beloh- lichkeit 1,25 Schweizer Franken gleich einer Goldmart find. Andere Handelsgesellschaft und bereitet die Gründung einer Handelsgesellnung für ihre Hilfe im Krieg mit Amerika, durch den sie ihre alten Verbände sezen die Goldmart gleich 4 Dollar, während sie in Wirta schaft in New York vor. In Cleveland hat der Verband über zehn Jagdgebiete verloren hatten. Von den sechs Nationen", die damals lichkeit den Wert von 1: 4,20 Dollar hat. Wohl werden sich manche millionen Dollar in Unternehmen angelegt, und ferner ist belehnt wurden, find heute noch 5000 Indianer übrig. Sie haben Produzentengruppen darauf berufen können, daß die Differenz, die er Befizer einer Buchdruckerei, einer Versicherungs. ihre eigene Volksversammlung und bewahren noch manche Ueberreste auffallenderweise oft, zum Vorteil, noch nie aber zum Nachteil der gesellschaft und mehrerer Kohlenbergwerte in Bir. ihrer alten Rechte. Die Stämme stehen mit der kanadischen Regie- Produzenten zu beobachten ist, in der Preistalfulation Berücksichti- ginia und Kentucky. rung auf Kriegsfuß, weil sie argwöhnen, daß man ihre Selbstregie- gung gefunden hat. Das ist eine höchst unsichere Sache, da ja bekanntDas Goldzollaufgeld ist für die nächste Woche erneut start era rung beeinträchtigen wolle. Der Aufruf, mit dem sich Deskajeh an lich die Preiskalkulation unter dem Ausschluß der Deffentlichkeit vordas englische Bolt gewandt hat, ist sehr pathetisch. Man kann dieses genommen wird. Die falsche Umrechnung in Goldmark bietet die höht worden und beträgt dann 96 809 900 Proz. Demnach sind die letzte Auffladern des Stolzes der Jrofesen und der anderen Stämme Möglichkeit von Preisübersteigerungen, gegen die sich die Einfuhrzölle auf das 968 100fache erhöht. Nach dem gestrigen Dollar im freien Verfehr wurden allerdings belächein, aber die reten Männer an den großen Seen nehmen die Verbraucher jedenfalls wehren müssen. Deshalb sollte nun bald dafür stand von 2,7 Millionen stellt sich der Angelegenheit blutig ernst und wollen nun durch ihren Häuptling gesorgt werden, daß als Wertmaßstab für die Goldrechnung ein höhere Kurse bis zu 3,6 Millionen Mart genannt ihre verlorene Sache vor dem Forum der Welt ausfechten. einheitlicher Kurswert angenommen wird. Das ist möglich), Dollar" nur" etwa auf den 643 000fachen Borkriegsstand, bei einem In der Großen Volksoper ist als Ballettmeisterin für diese Spielzeit wenn eine tägliche amtliche Kursfeststellung der Goldmart etwa an Kurs von 3,6 Millionen auf den 857 000fadyen Borfriegsstand. Durch Eugenie Eduardo wa vom chem. tais. russ. Ballett in St. Peters- Hand des Dollars oder des Durchschnittes mehrerer Hochvaluten diese Erhöhung des Goldzollaufgeldes sind also die 3ölle stärker ge ermittelt und veröffentlicht wird. steigert worden als die Devisenfurse. burg verpflichtet worden. Gewerkschaftsbewegung Fort mit den Innungsschiedsgerichten! Kein Tischlerinnungs- Schiedsgericht für Groß- Berlin. Die Innungen find noch immer befugt, obwohl es nicht zu igren Aufgaben gehört, nach§ 81 b Ziffer 4 der Gewerbeordnung Schiedsgerichte zu errichten, welche berufen sind, Streitig feiten der im§ 3 des Gewerbegerichtsgesetzes und im§ 53a des Krankenversicherungsgesetzes bezeichneten Art zwischen den Innungsmitgliedern und ihren Gesellen( Gehilfen) und Arbeitern an Etelle der sonst zuständigen Behörden zu entscheiden." Groß- Berlin durch Beschaffung größerer Räume und Schaffung Lohnbewegung im Ladenfleischergewerbe. befferer Einrichtungen möglichst abgestellt würden, was vorläufig Die Arbeitnehmer im Berliner Fleischergewerbe bezogen bis zum faum zu erwarten ist, bleibt das total veraltete System Ablauf der verflossenen Woche einen Wochenlohn im 1. Jahre nach des Innungsschiedsgerichts. der Lehre von 592 878 m., im 2. und 3. Jahre 718 332 M., ohne Mit diesem System muß gebrochen, es darf nicht Verantwortung 795 996 m., in verantwortlicher Stellung 996 042 m. weiter ausgebreitet und verewigt werden. Soll gar und die Ladengesellen 1 072 674 m. Der Zentralverband der Fleischer forderte bei den Verhandlungen der gegenwärtige Apparat des Schiedsgerichts der Berliner Tischler. zwangsinnung auf ganz Groß- Berlin ausgedehnt werden, müßten in der verflossenen Woche eine Zulage von 400 Proz. Die Herren ergeben in der 1. Stufe einen Lohn von 1 185 756 m. Hierdie Gesellenausschüsse samt aller Gesellen, die sie bei den Innungen vom Hackioh wollten aber nur 200 Broz. bewilligen. Diefe 200 Proz. Don werden aber, da sich in den meisten Fällen die Gesellen in vertreten, sich in einem gemeinsamen Protest dagegen wenden. Es wird insbesondere auch Aufgabe unserer Reichstagsfraktion kost und Logis befinden, 1 080 000 m. in Abzug gebracht, fein müssen, bei der Schaffung des geplanten neuen Arbeitsgerichts- so daß der Arbeitnehmer, wenn er ausgelernt hat und als Geselle gesetzes auch die Mitglieder der Zwangsinnungen einzubeziehen und tätig ist, noch ganze 698 634 m. wöchentlich bezieht. Damit glauben so die Innungsschiedsgerichte pöllig verfchwin die Arbeitgeber den Teuerungsverhältniffen genügend Rechnung geden zu lassen, da sie in keiner Weise mehr zeitgemäß tragen zu haben. In der Bemessung der Fleischpreise ist man find, vielmehr vollkommen unnük sind und eine schwere Schä nicht so bescheiden. Die Fleisch- und Wurstpreise werden genau wie alle anderen Lebensmittel schneller erhöht als der Dollar zu steigen digung der Arbeiterinteressen bedeuten. vermochte. Was soll ein Geselle von 698 634 M. wöchentlich zuerst faufen? Neuer kommunistischer„ Sieg". Bei Schaffung der 3 wangsinnungen wurde jedoch bereits ausdrücklich bestimmt, daß mit dem Aufhören der Eristenz einer Innung und ihrem Uebergang zu einer Zwangsinnung das Innungsschiedsgericht fortfällt und nicht auf die 3rrangsinnung mit übergeht. Vor der Einführung der Gewerbeordnung mögen die Innungsschiedsgerichte noch eine gewisse Eristenzberechtigung gehabt haben. Seitdem haben sie diese mehr Die Plenarversammlung der Gewerkschaften gesprengt. und mehr eingebüßt, und auch in den Kreisen der Innungsmeister Die gestrige Plenarversammlung der Berliner Gewerkschaftsselber ist man mehr und mehr davon abgekommen. Neuerdings scheint sich jedoch in Berlin eine erneute Vorliebe für die fommission und des Ortskartells des AfA- Bundes sollte sich mit den Sondergerichtsbarkeit der Innungen geltend zu Borgängen anläßlich des fommunistischen Generalftreits befaffen. machen. So unterhält u. a. auch die Tischlerzwangs- Um eine ruhige, sachliche, von„ äußeren Einflüssen" unbehinderte innung Berlin ein Innungsschiedsgericht, dessen Zuständigkeit Aussprache über die Ursachen und den Verlauf des Streits zu ertrotz all feirer schweren Mängel auf Groß- Berlin auszudehnen verfucht wird. Es sollen deshalb die sämtlichen bestehenden Tischlerinnungen Groß- Berlins zu einer ein heitlichen Tischlerzwangsinnung für das gesamte politische Groß- Berlin vereinigt werden. In der Tat soll der Hauptzweck der Zusammenfassung der verschiedenen Tischlerinnungen zu einer gemeinsamen Zwangsinnung der sein, die gesamte Arbeiterschaft der Holzindustrie Groß- Berlins der Gerichtsbarkeit des Innungsschiedsgerichts zu unterstellen. Es erübrigt sich vollkommen, auf die Nachteile der InnungsSchiedsgerichte im allgemeinen für die Arbeitnehmer hier noch näher einzugehen. Es sei nur darauf hingewiesen, daß die Urteile der Innungsschiedsgerichte in jedem Falle berufungsfähig sind, so daß selbst in den seltenen Fällen, in denen die Arbeitnehmer vor dem Innungsschiedsgericht zu ihrem Recht kommen, die Arbeitgeber Berufung beim Amtsgericht einlegen können. Bis das das Urteil des Innungsschiedsgerichtes gegen den Arbeitgeber bestätigt wird, ist die dem Arbeitnehmer zugesprochene Entschädigung infolge des langwierigen Verfahrens inzwischen längst entwertet. Umgefehrt aber wird jeder Arbeitnehmer, der fich in seinem Recht durch das Innungsschiedsgericht benachteiligt fühlt, gezwungen. beim zuständigen Amtsgericht Berufung einzulegen. Nach allen bisherigen langjährigen Erfahrungen der Arbeiterschaft fehlt ihnen jegliches Vertrauen zu der Rechtsprechung der Innungsschiedsgerichte. Zu der prinzipiellen Gegnerschaft der Arbeiter gegen die Innungsschiedsgerichte überhaupt gefellen fich für die Berliner Holzarbeiter noch ganz besondere Gründe, die in der mangelnden Organisation des bestehenden Innungsschiedsgerichtes der Tischlerzwangsinnung liegen. Nicht nur, daß die Gerichtsschreiberei völlig unzu länglich ist und dadurch die notwendige Korrespondenz in Klage fällen zum Nachteil der rechtsuchenden Arbeitnehmer ganz außerordentliche Verzögerungen erleidet, find auch die Räume und der gesamte Apparat des Innungsschiedsgerichtes in feiner Weise geeignet, auch nur den bisherigen Aufgaben zu genügen. Die Zustände, die sich dort an den Terminsabenden, jeden Donnerstag von 5 Uhr ab, abspielen, rab, fpotten jeder Beschreibung. Es werden dort 30 bis 35 Fälle zur Erledigung anberaumt. Die Parteien und Zeugen erscheinen, und es sollen in der Zeit von 5 bis 8 Uhr bei der großen Zahl der zur Erledigung kommenden Fälle, Verlesung des Klageantrages, Anhören der Parteien, Zeugenvernehmung, Kammerberatung und Urteilsverkündung vorgenommen werden. Bei diesen Zuständen ist es natürlich ganz unmöglich, daß der amtierende Richter, obgleich er sich persönlich die größte Mühe gibt, auch nur eine einigermaßen einwandfreie Rechtsprechung vornehmen kann. VSPD.- Betriebsvertrauensleute, = Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre! Montag, den 20. Auguft, abends 7 Uhr, in den„ Sophiensälen" Sophienstraße 17-18 Wichtige Versammlung Tagesordnung: Der kommunistische Generalstreik und unsere nächsten Aufgaben. Referent: Genoffe Kurt Heinig. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Parteimitgliedsbuch und Funktionär ausweis legitimiert. Der Bezirksvorstand. möglichen und in gemeinsamer Beratung Mittel und Wege zu finden, in folchen Situationen die Geschloffenheit der Gewerkschaften zu erhalten, anstatt durch einseitige Parolen Uneinigkeit in die Reihen der Gewertschaften zu bringen, hatte die Versammlungsleitung die Kontrolle am Saaleingang verstärkt. Bevor noch der Vorsitzende der Gewerkschaftskommission, Genoffe Sabath, zu seinen einleitenden Ausführungen das Wort nehmen fonnte, erhoben die tommunistischen Mitglieder der Kommission lärmenden Protest gegen die Kontrollmaßnahmen. Man protestierte gegen eine Dittatur des sozialdemokratischen Saalschutes" und drohte, nicht nur sofort die eigenen hundertschaften zu mobilisieren, sondern auch jede Tagung unmöglich zu machen. Darauf kam es den Kommunisten offenbar nur an. Sie bewiesen das im Verlauf der Geschäftsordnungsdebatte noch besonders dadurch, daß sie den Bersicherungen Flataus, der Leitung der Kommission hätte nur daran gelegen, einen ungestörten Verlauf der Versammlung zu garantieren, feinen Glauben schenkten, sondern durch ihre Redner erklären ließen, je de Tagung zu vereiteln, würde der Ortnerdienst nicht zurückgezogen. Nachdem eine rasch zusammengetretene Borständekonfe renz beschlossen hatte, die Kontrolleure am Saaleingang nicht zurückzuziehen, traten die Kommunisten in eine so fachliche" Behandlung der Frage ein, daß Flatau die Versammlung vertagen mußte. Wer etwa geglaubt haben sollte, daß die Kommunisten nach dem fläglich zusammengebrochenen Generalstreit irgendeine Vernunftsanwandlung bekommen hätten, wird durch den Verlauf dieser gesprengten Plenarversammlung leider eines anderen belehrt. Angestelltentarif der Berliner Metallindustrie. In der Arbeitgeberpresse wird obendrein behauptet, daß die Fleischergesellen am besten von allen Berufen gestellt seien. Die Meisterpreffe sucht durch Veröffentlichung der Löhne der Ladengesellen ein besonders günstiges Bild zu geben. Ein Ladengeselle, der eine jahrelange Praxis hinter sich hat, soll mit einem Barverdienst von 2 138 022 m. wöchentlich fcine Familie ernähren. Wir bitten die arbeitende Bevölkerung bei ihren Einkäufen im Ladenfleischergewerbe sich bei der Preisforderung das Verdiensterempel aufmachen zu laffen, wie die Herren Arbeitgeber das Bers dienstexempel der Gefellen in ihrer Fachpresse aufgemacht haben. Die Organisation hat die Bewilligung der 200 roz. abgelehnt und den Schlichtungsausschuß angerufen. Für die Angestellten im Buchhandel ist mit dem Arbeitgeber. berband der Deutschen Buchhändler eine Vereinbarung dahin gehend getroffen worden, daß außer der am 11. August erfolgten Zahlung des Juligehalts bis zum 18. August zwei weitere BruttoJuligehälter zur Auszahlung kommen. Achtung, Buchdruder! Der Beitrag für die Woche vom 19.- 25. August beträgt für Vollmitglieder 400000 M., für Mitglieder, die nicht der Invalidentasse angehören, 397 500 M., für Gewerkschaftsmitglieder 362500 M., für Invalidentassenmitglieder(§ 6a der Sagungen) 100000 M. Der Vorstand. Löhne im Gastwirtsgewerbe. Für die Woche vom 10. bis 16. August beträgt der Lohn des Zapfers 13 618 000 m., für das Küchenmädchen 9724 000 m., Hausdiener über 22 Jahre 12 980 000 Mart, Köche über 24 Jahre 13 860 000 m. bei freier Kost, die mit 5 320 000 m. pro Woche berechnet wird. Im selben Umfange find die Garanticlöhne der Kellner erhöht. Berband der Maler. Die Malerlöhne für die Woche vom 17. bis 23. August in Groß- Berlin betragen 600 000 M. pro Stunde. Als Ausgleich für die Entwertung der vergangenen Woche werden am Dienstag der nächsten Woche für jeden Gehilfen 1 500 000 m. gezahlt. Diese Summe ist in dem Stundenlohn nicht enthalten. Die Ortsverwaltung. In der Lederwarenindustrie werden morgen neue Verhandlungen geführt. Tarife find am Sonnabend abzuholen. Der Lohn der Glafer beträgt für die Zeit vom 10. bis 16. August 292 900 m., der Hilfsarbeiter der Flachglasgruppe 264 000 Mart pro Stunde. Montag abend 7 1hr Meriammlung im Gewerkschaftshaus, wozu alle Kollegen, auch die Hilfsarbeiter, unbedingt erscheinen müssen. Aga, Lichtenberg. Heute, Freitag vormittag, 10 Uhr, Bersamm. lung aller BSP D. Mitglieder im Lotal Withschuß, Berlin, Petersburger Str. 5. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Ausweis Der Fraktionsvorstand. ist mitzubringen. Achtung, Berlin- Karlsruher Industriewerke Borsigwalde. Die KolTegen werden ersucht, morgen, Freitag, früh 7 Uhr, die Arbeit wieder Die Streilleitung. aufzunehmen. CCFFEFILTRELERED Aussperrung bei Echerl! Heute 6 Uhr Zentral- Festfäle, Alte Jakobstraße, Die Streifleitung. Bersammlung des ausgesperrten Personals. Achtung, Chemigraphen, Sichtbruder, Kupferbruder. Heute Freitag 5 Uhr Mitgliederversammlung im Berliner Clubhaus, Ohmstraße. Bericht von der Lohnverhandlung. Die Gruppenleitung. Deutscher Holzarbeiterverband. Sigung der engeren Ortsverwaltung Frei. bag nachmittag 6 Uhr und Sihung der erweiterten Ortsverwaltung Freitag abend 7% Uhr im Bureau, Rungefir. 80. Die Ortsverwaltung. GDB.( Behrergewerkschaft im ADV.). Am Sonnabend, den 18. August, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer'24-25, geschäftliche Gigung. Wertmeisterbezirkeverein Charlottenburg I. Am Sonntag, den 26. August, Dampferfahrt nach Moorlate bei Potsdam. Abfahrt 7% Uhr Dampfersteg Hoffmann, Nehringstr. 28, Eägel, Werner- Siemens- Straße 22, und Otto, Riet, Tegeler Weg. Karten find zu haben in Charlottenburg bei den Kollegen Rönigsweg 58. Warteräume für Arbeitnehmer und Arbeitgeber find getrennt. Die Arbeitgeber dürfen in dem Zimmer, das am Tage als Gerichtsschreiberei dient, Play nehmen und find in diesem Zimmer in einer Zahl von 20 bis 30 oft stundenlang zusammengepfercht. In die gestrige Bekanntmachung des Afametallfartells haben Die Arbeitnehmer müssen im Korridor warten und stehen dort Kopf an Kopf gedrängt, in einer Luft, die bei dem sich leider einige Drudiebler eingeichlichen. Am 31. August tommt Mangel an jeglicher Lüftungs- und Ventilationsvorrichtung un- nicht das 3½fache Brutto- Julieinfommen zur Auszahlung, sondern erträglich ist. Nachdem die Arbeitnehmer oft stundenlang gedas 31fache Brutto- Julieinkommen, wartet haben, wird ihr Fall im Gerichtszimmer in wenigen MiSoziale Bulagen eingeschlossen. Von den sich ergebenden Beträgen Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf; Wirtschaft: nuten in recht summarischer Weise abgetan. Die Empörung macht werden heute 114 Broz. des Brutto- Julieinkommens( der gleiche Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Entorn, sich in lärmenden Auftritten geltend. Betrag wie für die erste August delade) borabgezahlt und bei der Berlin; feuilleton: K. S. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Frig Karstadt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Auch dann, wenn die hier geschilderten Mißstände im zweiten Dekadenzahlung in Abzug gebracht. Ueber die lebte Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei Schiedsgericht der Berliner Tischlerzwangsinnung mit der Ver- August- Deladenzahlung, sowie über eine etwa notwendige weitere und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. schmelzung der Innungen zu einer gemeinsamen Zwangsinnung für Zwischenzahlung wird nach dem 21. August verhandelt. Deutsches Th. Volksbühne Residenz- Th.| Deutsch Opernhaus 72 Uhr: 734 Uhr: Tägl. 8 Uhr: Abends 72 Uhr: Schneider Wibbel Madame Butterfly. Die Entlassung Günstling der Zarin Große Volksoper im 8 amerspiele Lessing- Th. Beut. Künstler- Th. U: DerTroubadour Uhr Büchse der Pandora Gr. Schauspielhaus Allabendl. 8: Allabendl. 72: Die Intimes Theater 8: 0. blaue Pyjama etc. Pfarrhauskomödie Tugendprinzessin Diplomat im Dienst Kleines Theater Theater des Ostens Metropol- Theater Die Weber Heute 7 U. z. 1.Male:( Rose- Theater) 8 Uhr: Theater i. d. KöniggrätzerStr. wunderl. Leopoldine Honstantin in: 784 U.: Die Dame Klariss as halbes Herz mit der Maske deschichten des Casino- Theater. W WIND CORIEN Kapellm. Kreisler 1. Teil 8 U. Die 8 U.: Die Schönste der Frauen Neues Theat. a. Zoo 8 Uhr: Leibkutscher des Fridericus Rex Schiller- Th. Charl. SU Varieté- Spielplanu Süße Susi Berliner Theater neuen Reichen 1.30 U.: Mädi Rauchen gestattet! Trianon- Th. LUNA PARK Tägl. 8 Uhr: Die Raschhoffs ReichshallenTheater Tä l. 12 U. Stett. Sänger. Ab 3 Uhr voller Betrieb dmirois- Varieté 800 Das inte rnational August- Programm ULAD Täglich DER VERGNOGUNS PARK PER BERUNER AM LEHRTER- BAHNH NEUESTE ATTRAKTIONEN OR BEAL HUNSTAUSSTELLUNG Großes Monumental- Feuerwerk Ermäßigte Preise Ein Kind frei 8 Th. a. Nollendorfpl. 74: Mein Freund der Lakal Wallner- Th. 8 Die Luxusfrau Th. a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uhr ELITESänger Das brillante August. Programm U. a.:,,Zwischen zwei Fevern!" Berliner 3ockbrauerei Belle- AllianceEcke Fidicinstraße. Jeden Dienstag, Freitag, Sonntag Erstklass. Kabarett Anfang 8 Uhr Spielplan v. 17.- 23. 8, 28 UFA- PALAST A. ZOO Sodom und Gomorrha TAUENTZIENPALAST Pelscha, die Tänzerin Katharina der Großen. U. T. KURFURSTEND. Der Idiot U.T.NOLLENDORFPL. Zwei Waisen im Sturm der Zeit KAMMERLICHTSP Fridericus Rex U. T. FRIEDRICHSTR Zwischen Himmel and Erde U. T. ALEXANDERPL. Die Bardame U.T. 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Telephon: Amt Rorben 833 bis 83 und 6592 bis 6595. Achtung: Kunstgewerbe. Achtung! Sonnabend, den 18. August, mittags 1 2hr, bei Redling, Baffertorstr. 71 Versammlung der Funktionäre. Tagesordnung: 1 Bericht von der Lohnverhandlung. 2. Distusfion. tunat Weißmetall. Achtung! Sonnabend, den 18. August, nachm. Damenkonfektion 3½ 2hr, im Cofal von Redling. MöbelEinrichtungen in 4 Etagen. Auf Wunsch Waffertorstr. 71 Sigung der Vertrauensleute und Betriebsräte. Sonnabend, den 18. Auguft. nachm Zahlungserleichterung 4 Uhr, im Verbandshaus( Arbeitslosen faal), Linienste. 83 85 A. DAMITT Branchenversammlung Rosenthaler Str. 46/47 der Bauanschläger. Tagesordnung: 1. Bericht über unfere Lohnverhandlung 2. Distuffion Rommiffionsmitglieder und Ber trauensleute müssen eine halbe Stunde früher erscheinen. Die Ortsverwaltung. Gesundheitsbuch der Fran Weit unter Preis! Von Prof. A. Gretschn mit Abbildungen Badehauben, la Gummi, von 30 000 an, Ia Mundwasser 5000, Reisebürsten 500, Reise- Schuhputz 200, Lanolin, große Tube, 200, Zahnpasta 100, 800, 1000. Hautcreme 200 500, Toilettenseife 500 an, Badekapseln 500, Hiengfong la 3000 und 5000, Schuhcreme, Dofe 500, sowie noch sehr billig Haushalt-, Toilette- und Gummi- Artikel. Alle Preise mi Buchhandlung Vorwärts 10% Aufschlag. A. Maas& Co., Markgrafenstr. 4 Grundzahl 2,50 M. geb. Berlin G 68, Lindenjir. 3 a. d. Lindenstraße. 10-6 Uhr. Gegr. 1890. Ir. 381 40. Jahrgang zulässig. Beilage des Vorwärts Wucher mit möblierten Zimmern. Diese Zustände haben nunmehr zu einem Eingreifen des Reichsarbeitsministers Freitag, 17. August 1923 Verfrühte Sorgen. Der Berliner Oberbürgermeister Böß empfing gestern die Bertreter der Presse, um ihnen besondere Schmerzen der Stadt Berlin Rein Gegenstand des täglichen Bedarfs, ist der willkürlichen ans Herz zu legen. Ein gut Teil dessen, was der Oberbürgermeister Breisfestseßung und damit der so tatastrophalen Wirkung der Geldüber die unverantwortlichen Angriffe gegen die Stadt, die ohne jede entwertung auch nur annähernd in dem Maße entzogen worden, wie Uberlegung in einem Teil der bürgerlichen Presse in die Welt gefeßt die Wohnung. Das Reichsmietengesez, dessen Zustandekommen im geführt. Dieser weist in einem Erlaß darauf hin, daß bei der Ver- werden, sagte, trifft zweifellos zu. Die unsachliche Gehässigkeit des wesentlichen auf das Konto der Reichstagsfraktion unserer Partei zu die gesetzliche Untermiete weit übersteigen und als wucher if che Magiftrat trifft nicht nur den Magistrat, sie trifft viel mehr auch das mietung möblierter Zimmer vielfach Mieten gefordert werden, die Kampfes gegen den der Rechtspresse so verhaßten sozialistischen feten ist, macht es jedem Mieter( auch dem bewucherten) möglich, Ausbeutung der Untermieter anzusehen sind. In der Ansehen der Stadt Berlin und spielt draußen im Lande bei der fich lästiger Vertragsbestimmungen in bezug auf die Mietzinshöhe heutigen Zeit, in der die Wohnungsnot zahlreiche Personen, vor Agitation gegen die Reichspolitit eine gar nicht hoch genug eindadurch zu entziehen, daß er solche ihn schädigende vertragliche Ber- allem auch die jungverheirateten Ehepaare, zwinge, jahrelang ohne zuschätzende Rolle. Darüber hinaus hielt der Oberbürgermeister einbarungen durch die Erklärung auf gesetzliche Miete zum nächst eigene Wohnung in möblierten Zimmern zu wohnen, habe die Unter- es für richtig, die Frage der Abänderung des Berliner zulässigen gesetzlichen Kündigungstermin wieder aufhebt. Darüber miete eine besondere Bedeutung. Es sei daher durchaus verwerflich, hinaus aber ist ihm durch das am 1. Oktober d. I. im Kraft tretende wenn bei Untermietverhältnissen Mieten verlangt würden, die wirt. Gesetzes zur Diskussion zu stellen und sich in prononzierter Weise Mieterschutzgesetz auch der Besitz der Wohnung oder sonstigen Miet- fchaftlich nicht gerechtfertigt sind und die viele auf Untermiete ange- für eine Erweiterung des Berliner Gebietes, für eine Zuteilung des räume in erheblichem Maße gesichert; denn der Vermieter kann als- wiefene Personen nicht mehr zahlen können. Diese Zustände hätten Restgebietes der Kreise Teltow, Niederbarnim und Oberbarnim an dann die Mieträume nicht mehr fündigen( auch nicht mit Genehmi- zu zahlreichen Erörterungen und zu einer berechtigten Mißstimmung die anderen Kreise der Provinz Brandenburg auszusprechen. Ganz gung des Mieteinigungsamts), sondern der Vermieter muß, um das in der Deffentlichkeit geführt. Bei der gegenwärtigen Lage erscheine unabhängig davon, wie man sachlich zu dieser Auffassung des OberMietverhältnis gegen den Willen des Mieters zu beendigen, die es daher unbedingt erforderlich, auch gegen diese Art des bürgermeisters steht, der eine diesbezügliche Aktion des Berliner sogenannte Aufhebungsklage beim ordentlichen Gericht an- sehr wünschenswert, wenn die Gemeindebehörden auf die Wuchers vorzugehen. Der Minister hält es deshalb für Magistrats in Aussicht stellte man hält offenbar den Hieb für die strengen, und die Aufhebung des Mietverhältnisses ist nur beim Vor- bereits bestehenden Möglichkeiten zur Bekämpfung des Buchers mit blicklich Berlin dringendere Eorgen hat. Die Ueberbeste Verteidigung möchten wir doch meinen, daß augenliegen ganz bestimmter, vom Gesetzgeber eng begrenzter Gründe möblierten Zimmern hingewiesen würden. Besonders wichtig er- legenheit, die Berlin als große Kommune befigt, wird sich im Laufe scheint es dem Minister, daß die Gemeinden auf Grund des ReichsDie Wohnung als Erwerbsquelle. mietengesetzes und der preußischen Ausführungsanweisung die An- der Zeit, namentlich wenn stabilere Wirtschaftsverhältnisse eingefehrt Ist somit heute unter den notwendigen Ausgaben für den täg- über möblierte Räume insoweit einführen, als eine andere als die Energie auf die Beschaffung von Arbeit und auf die zeigepflicht über Mietzinsvereinbarungen bei Untermietverträgen sind, von selber zeigen. Heute sollte der Magistrat seine ganze lichen Bedarf der Mietzins kein wesentlich in Betracht kommender Posten und der Besitz der Wohnung dem Mieter in erheblichem Maße so ist die Gemeindebehörde in der Lage, den Mietzins durch das zentrieren. Wenn die Stadt auch vieles tut, so bleibt noch gesetzliche Untermiete gezahlt wird. Besteht eine solche Borschrift, Sicherung der Ernährung der Bevölkerung fon= gesichert, so ist es geradezu ein Frevel an diesen Errungen mieteinigungsamt nachprüfen und bei schwerer Unbilligkeit herab- mehr zu tun übrig. Die Deffentlichkeit wird sich jedenfalls für schaften, wenn nun der Mieter vor jeder Bewucherung durch den Hausbesitzer geschüßt seinerseits den Besitz der Wohnung miß- fetzen zu laffen. braucht, um von wohnungslosen Familien oder Einzelpersonen für ordnung des Magistrats dringend nötig, weil die Erfahrung Kleinfrieg, sei es zwischen Berlin und umliegenden Kreisen, sei es Gerade auch für die Stadt Berlin erscheint eine solche An- Leistungen auf diesem Gebiet mehr intereffieren als für territorialen die Ueberlaffung möblierter Räume einen Mietzins zu fordern, der in die Ueberlassung möblierter Räume einen Mietzins zu fordern, der in gelehrt hat, daß die Untermieter aus Sorge vor Unannehmlichkeiten zwischen Berliner Bezirken und zentraler Verwaltung. feinem Verhältnis zu seiner eigenen Leistung an den Vermieter steht. mit dem Untervermieter die Anrufung des Mieteinigungsamts Es wird von uns nicht verkannt, daß die Hergabe der Möbel und scheuen, obwohl das neue Mieterschutzgesetz auch die Untermieter, namentlich auch von Bettwäsche, Gardinen usw., deren Neubeschaffung namentlich die Familien, vor der Kündigung schüßt, so daß auch hier ganz ungeheure Beträge erfordert, ferner die Lieferung von Früh erst vom Vermieter auf Aufhebung des Mietverhältnisses geflagt Stück, die Reinigung der Zimmer und dergleichen entsprechend der werden muß. Die Ueberschwemmung der möblierten Räume durch Geldentwertung vergütet werden müssen. Es darf aber nicht ver- Ausländer, die sich an der Not des Boltes bereichern, fann auch hiergeffen werden, daß Möbel bei sachgemäßer Behandlung eine verhältnismäßig lange Lebensdauer haben und daß die Reinigungs- durch( wenn auch nur in mäßigem Grade) eingedämmt werden, und arbeiten in der eigenen Wohnung nicht einfach nach den normalen mancher Ausländer, der sich ohne Berechtigung hier aufhält, fann Tarifen für Reinigungsfrauen, sondern etwas mäßiger angesetzt auf diese Weise ermittelt werden. werden müssen, zumal Versicherungsbeiträge und der Weg zur Arbeitsstelle fortfallen. In den weitaus meisten Fällen handelt es sich nur um eine unter den heutigen Lebensverhältnissen gewiß sehr er bei der Untervermietung nicht um einen vollen Broterwerb, sondern wünschte, vielleicht sogar notwendige Nebeneinnahme, aber in den meisten Fällen eben nur um eine Neben einnahme. Allen diesen Umständen muß billigerweise bei der Preisberechnung für möbliert vermietete Räume Rechnung getragen werden. Gefehliche Untermiete. * Den Untervermietern aber sei gesagt, daß ein ucher ihrerseits ihnen jedes moralische Recht nimmt, sich gegen eine Bes wucherung durch den Vermieter zu wehren; eine Fortdauer dieser Zustände muß naturnotwendig die 3 wangswirtschaft auf dem Gebiete des Wohnungswesens zu ihrem eigenen großen Nachteile aufs schwerste gefährden. Liebeswerben um Polizei und Reichswehr. Die Kommunisten mit Zuckerbrot und Peitsche. Aus Kreisen der Polizeibeamten und der Reichswehrsoldaten fommen Proteste gegen die von den Kommunisten in den Tagen des Generalstreife" gemachten Versuche, sich bei der Bolizei und der Reichswehr anzubiedern. In Berlin hatten die Kommunisten viele Häuser und Zäune mit 8 etteln und Flugblättern beklebt, in denen sie Ansprachen Ein Appell an den Berliner Magistrat, hier ent- an Schupo und Reichswehr richteten nnd sich ihnen als verer den flandaichen Zuständen bei der Untervermietung nach Mög- tehen? Weil Ihr die Geldsäcke schüßen sollt. Aber hungern werdet schieden einzugreifen, ist durchaus am Blaze, und wir hoffen, daß fannte Freunde vorstellten. Auf einen der gedruckten Zettel las man: Polizisten! Weshalb müßt Jhr fortwährend in Bereitschaft lichkeit ein Ende bereitet. nicht mißbrauchen! Die Arbeiter fämpfen auch für Euch. Kämpft nicht Ihr wie wir." Ein anderer Zettel mahnte: Soldaten! Laßt Euch gegen fie!" Und ein dritter Bettel fügte hinzu:" Reichswehrsoldat! Auch Du bekommst kein Geld, und wenn Du Geld bekommst, fannst Du nichts laufen. Die Arbeiter fämpfen auch für Dich. Allen drei Betteln fehlte die Angabe, daß es die Kommunisten waren, die so um Polizei und Reichswehr warben. Doch kaum einer der Polizeibeamten oder Reichswehrsoldaten, denen diese Zettel zu Gesicht famen, dürfte darüber im Zweifel gewesen sein, wer sie da umschmeichelte. Ein an Häuser und Zäune geflebtes Flugblatt mit der Anrede: Schupo! Reichswehr!", das in längeren Ausführungen ähnliche Anbiederungsversuche machte, war wenigstens unterzeichnet. Angeblich fam es bon einer Kommunistischen Fraktion in Schupo und Reichswehr". Aber sicherlich steckte der dieier Firma sich bedienende Verfasser weder im grünen noch in grauen Rock. Schupo und Reichswehr wundern sich nicht wenig darüber, wie ihnen von den Kommunisten, die gegen sie ionst immer die Peitsche schwingen, hier mit dem 8uderbrot gewinkt wird. Die Kommunisten sollen sich nicht einbilden, daß sie bei ihrem Liebeswerben auf Gegenliebe rechnen dürfen. nisten zu erwarten haben. Schupo und Reichswehr wissen, was sie von den Kommu Revision im Totschlagsprozek Mischke. -k. Biele Untervermieter vergessen außerdem( oder sie wissen es auch nicht), daß die Untermieter durch das Reichsmietengesetz gleichfalls vor Bewudherung geschützt sind; denn sie fönnen, ebenso wie Der Mieter die gesetzliche Miete erklären kann, die Zahlung der gefeglichen Untermiete verlangen. Da die Untermietverträge meist bis zum 15. jeden Monats zum nächsten Monatsersten fündbar sind, so fann der Untermieter bis zum Monatserften dem Untervermieter aum nächsten Monatsersten schriftlich die gesehliche Untermiete erflären. Tut er dies, so ist fortan die gesetzliche Untermiete zu zahlen, die aus dem Anteil an der gesetzlichen Miete für den leeren Raum und aus der Vergütung für die U e berlassung der Einrich- den Sohn Alwin, dessen er sich entledigen wollte, an einfamer Stelle tungsgegenstände, Gardinen, Wäsche usw., sowie für beson here Leistungen( wie Bedienung, Frühstück, Heizung usw.) besteht. Fühlt sich der Untermieter bei der Preisberechnung übervorteilt, so fann er das Mieteinigungsamt anrufen, und dieses fezt alsdann den zu zahlenden Mietzins feft. Aus Furcht vor Differenzen mit dem Untervermieter unterlassen es allerdings viele Untermieter, das Amt anzurufen. Sie wissen, daß sie beim Aufgeben der Mieträume die Konkurrenz der Ausländer, die infolge der starken Valuta ihres Lendes jeden Preis zahlen können, nicht ertragen fönnen, und sie wissen leider zur Genüge, daß die Gewinnsucht vieler Untervermieter dazu führt, daß sie grundfählich nur an Ausländer vermieten. Dadurch werden die Wohnungslosen, die möbliert wohnen müssen, weil fie feine Verwandten haben, bei denen sie unterkommen können, auf Gnade und Ungnade dem wuchernden Untervermieter ausgeliefert. 2] Kilian. Das Urteil gegen den Schuhmachermeister Mischke, der vom Schwurgericht des Landgerichts II zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, hat das Reichsgericht auf die von Rechtsanwalt Dr. Brandt eingelegte Revision aufgehoben. Wie er innerlich, hatte Mischte seinen elfjährigen, aus erster Ehe stammenin den Teltowkanal gestoßen und vor feinen Augen elendiglich ertrinken lassen. Die Geschworenen hatten nicht, wie der Staatsanwalt beantragt hatte, auf Mord erkannt, sondern nur auf Tot schlag. Dieser Wahrspruch hatte allgemeines Befremden erregt, dem das Gericht auch dadurch Ausdruck gab, daß es auf die gesetzliche Höchststrafe erkannte und dieses Strafmaß damit begründete, daß nach Ansicht des Gerichts hier ein Mord vorliege. Das Reichsgericht erblickte hierin einen Widerspruch mit dem Wahrspruch der Geschworenen, da dieser nur auf Totschlag lautete, und hob das Urteil auf. Die neue Berhandlung wird voraussichtlich in der nächsten Schwurgerichtsperiode stattfinden. Mischke fann jetzt aber auch nur noch wegen Totschlags verurteilt werden, da eine Abänderung des ersten Spruches der Geschworenen zuungunsten eines Angeklagten gesetzlich nicht zulässig ist. ( Copyright 1923 by Grethlein& Co., G. m. b. H. Leipzig)| aus- und in die Gasse hineingucken konnte. Auch war in der Mauer ein schönes gelb oder grüngestrichenes Holztor mit ausgefehlter Verschalung und einem eifernen Knauf in der Mitte, und neben dem Tor am Sandsteinpfosten war ein Glockenzug. Roman von Jakob Bührer. Nach Tante Ellstabs Tod hatte ihn die Mutter mitgenommen nach Solothurn. Es waren da noch zwei kleine Kinder gewesen, die seine Geschwister sein sollten. Krummbeinige Geschöpfe mit ewig naffen Nasen und einem Ausschlag am Kinn. Kaum war er mit der Mutter zu Hause angekommen, so hatte sie zu jammern angefangen:" Ich kann's doch nicht machen, ich verdiene allein zu wenig! Noch ein Maul er nähren! Wenn wenigstens der Vater da wäre!" Aber der Vater war halt nun einmal fort! Kilian wußte wohl, was dieses„ fort" hieß. Im Zuchthaus, hieß es. Schon auf der Balderegg hatte er's gewußt. Die Buben hatten es ihm gesagt, und einmal auch der Lehrer, als Kilian nicht herausbrachte, wieviel neunmal achtundfünfzig ist. Sein Bater hatte einmal eingebrochen. Das war sicher. Einige fagten: Schon vielmal. Rilian hatte oft darüber nachgedacht. Jedenfalls war das mit seinem Vater so: er hatte es zu etwas bringen wollen. Aber man hatte ihn dabei erwischt. Die Mutter war dann zum Armenpräsident gegangen, worauf Kilian schon am folgenden Abend, eben mit der Eisenbahn, in diese Gegend verreist war. Oh, Kilian sah alles so deutlich! Und jetzt fam eine Frau die Gasse herab, die hatte ein tiefblaues Kleid an und um den Hals einen Kragen aus bläulichem Belz, und ob es schon noch fast im Sommer war, jo machte der Pelz doch vornehm und schön; auch hatte die Frau ganz gelbe Stiefel; so hohe, daß man das Ende gar nicht mehr sah, und doch ging der Rock lange nicht an die Knöchel. Auch das machte sich sehr vornehm, besonders weil sie zuerst mit den Zehen und dann erst mit den hohen Stödelabfägen auftrat. So tam fie daher, mit einem feinen Schleierlein über das Geficht, und war schön und blaß und vornehm; zumal auch durch die leichtgeöffneten Lippen ein wenig Gold blinkte. Und bei einem Tore blieb sie stehen, läutete, und das Tor ging auf, und sie ging hinein, hinein in den Garten und wohl auch in das große Haus. Das steinerne Haus!--- Das sichere Haus! werden mit Wirkung vom Freitag, den 17. August, ab wie folgt Die Milchpreise für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin festgefekt: für Vollmilch 70000 m. je Liter, für nach Berlin eingeführte Magermilch 20000 M. je Liter. Wieder Gasbelieferung. Die Direktion der städtischen Gaswerke teilt mit: Am Freitag, den 17. August, wird die Gasabgabe, wenn auch noch mit geringem Druck, wieder aufgenommen. es Kilian zuckte die Achseln. Er mochte ihr nicht sagen, daß ihm selber verboten war, die Felsmand hinaufzuflettern. " Ich gebe dir fünfzig Rappen," sagte sie, nein, einen Franken, wenn du mich sicher hinaufbringst." Kilian wurde über und über rot. Es fuhr ihm durch den Kopf, daß in der tollen Schlucht, wie die Leute erzählten, einmal ein Fremder verfallen war, der dann nachher den Senn zu Lochigen verklagt hatte, weil ihn dieser den Weg durch die Schlucht gewiesen habe. Seither wollen die Leute hier oben lieber mit dem Teufel um die Seligkeit Neune ziehen, als einem Fremden den Weg weisen. Und auch allem Jungvoik ist solches bei Prügelstrafe verboten. ist, Hörst du, einen Franken!" lockte die Versucherin. " Ist es dann auch sicher?" " Aber selbstverständlich," lachte sie.„ Borwärts!" Kilian dachte: Einen Franken!" Und:„ Wenn man arm muß man schlau sein," sagt der Senn." Man kann dod) einen Franken nicht einfach liegen lassen! Kilian sagte:„ Nun also!" und ging voran. Bald waren sie am talten Eck, hinter dem der Wildbach Wie manchmal in einem Lied der Schlußreim wiederholt über eine Felswand stürzt und in regelmäßigen Abständen wird, und man sich dessen freut, ohne daß man wüßte, warum starte Wasserschwaden am Abhang entlang wirft, die dem man ihn so lieb hat, worin sein Sinn und Wert begründet wäre, also entschwand dem Buben das Bildchen aus dem Auge, schwand und erstand, verging und erschien und verblaßte: das Bild von dem steinernen Haus, dem sicheren Haus in der sonnigen Straße... Aber dann schlich eine Traurigkeit in des Buben Herz. Nie würde er von diesen harten Bergen heruntergehen dürfen, nie in einer Stadt wohnen, nie zu etwas tommen. Da stand auf einmal eine Touristin vor ihm und sagte: Geht's hier nach dem Modlacherboden?" " 1 Aber bevor er abgedampft, war er einen ganzen langen Vormittag in Solothurn herumgelaufen. Das hatte wohl unmöglich viel gekostet: solche Häuser und Straßen und Plätze und Brunnen und Brüden und Kirchen! Oh, eine Kirche war da! Hoch oben auf einer Riefentreppe. Wie ein Berg! Nur alles glatt, bebauen und wohl abgemessen, so daß es fein zueinander stimmte. 2ber am besten hatten Kilian doch die Häuser gefallen, wie sie schön angemalt oder" He?" frug Kilian einfältig, denn er hatte die Frage sehr mit dem Befenwurf überzogen, mit grünen Läden, schönen wohl verstanden, hatte aber genug zu tun, die Fremde zu beAnschriften oder großen schmiedeisernen Schildern, die in die trachten, die plötzlich wie aus dem Boden herausgeftampft, Straße hinaushingen, eins ans andere gelehnt in langer schwizend und in blauen Hosen vor ihm stand. Schließlich Reihe an der Straße standen und manchmal zurücktraten um brachte er heraus, daß man durch die Schlucht wohl in den einen Plaz, auf dem jedesmal ein Brunnen emporragte, Modlacherboden hinaufkomme, daß aber der bequeme Weg darauf ein schön angemalter Krieger oder eine Jungfrau stand. über die Weiden führe. Und noch schöner und stiller war es in den hintern Gassen. Da standen die Häufer, große, sichere Steinhäuser, nicht immer aneinander, sondern manchmal war noch ein hohes Mäuerlein dazwischen, über das just ein Pflaumen- oder Birnbaum hinDie Fremde beharrte darauf, daß sie die Schlucht hinauf wolle und bat den Burschen, er solle mit ihr gehen. Kilian schüttelte den Kopf. ,, Aber warum nicht?" Kletterer für Sekunden den Atem nehmen. Gleich dahinter erhebt sich eine glatte Kalfwand, von der Platten abgeschiefert sind. Auf den oberen Bruchrändern hat sich manchmal etwas Erdreich abgelagert, aus dem nun Gräfer, Steinbrech und Frühblütler sproßten. Obgleich Kilian den verbotenen Weg mohl schon ein duzendmal gegangen war, so überschlich ihn hier die Angst jedesmal aufs neue. Auch jetzt hatte er nur den einen Gedanken: Nicht stürzen! Die Fremde, der Franken, alles mar sehr gleichgültig. Es gab mur eines: Wie war diesem Ungeheuer auszuweichen, das dicht vor dem sonnenheißen Felsabgrund lauerte? Wie war diesem fürchterlichen Fallgesetz zu entwischen, der mitleidlosen Notwendigkeit: fallen zu müssen? Wenn man ihr enttam, war alles gut, erhielt man sogar einen Franken! Dem Gebote mußte man entkommen, das war die Hauptfache! Aber wie war das möglich? Wenn etwas ganz Selta fames, etwas ganz Unmögliches geschehen könnte, dann wäre es denkbar, daß man auch diesmal wieder ( Fortsetzung folgt.) Vorauszahlungen auf Gasverbrauch. Preise und Löhne. Zentralmarkthalle Lebende Hechte 99 Seelachs Schleie Aale Weißkohl • . . • • 50-60 40-50 180-200 Höchste Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) 900-1100 9 800-900 400-500 500-600 Hotel- und Gastwirtsgew. ( Hausdiener üb.22 Jahre) 600 250 1000 400-600 vom 10. bis 16. 8. Hotel- und Gastwirtsgew. ( Küchenmädchen) vom 10. bis 16. 8. 12 980 9 724 Die neuesten Erhöhungen des Gaspreises haben den städtischen Lebensmittelpreise in der Wirsingkohl. Gasinspektionsbureaus einen außerordentlichen Ansturm von Aus- Am Donnerstagvormittag( in 1000 Mk.) Pfefferlinge kunftsuchenden und Beschwerdeführenden gebracht. Dabei ist es Rindfleisch mit Knoch. 850-950 mitunter zu erregten Auftritten gekommen, weil die Gasverbraucher do. ohne Knoch. 1000-1100 ihren Unwillen an dem Personal auslassen zu sollen glaubten. Die Hammelfleisch. inzwischen geschaffene Möglichkeit von Borauszahlungen, für die Speck noch der Preis der laufenden Woche zugrunde gelegt wird, be= deutet eine willkommene Erleichterung. Einen Gewinn haben von ihr allerdings nur diejenigen, die noch über das nötige Geld verfügen, schon Vorauszahlungen zu leisten. Immerhin ist die Zahl Butter... Margarine der Gasverbraucher, die sich diesen Vorteil zunuze machen möchten, Schmalz nicht gering. Die dankenswerte Neuerung hat den Andrang zu den Inspektionsbureaus noch gesteigert, so daß die Abfertigung nicht ohne lange Wartezeit und harte Geduldproben vonſtatten geht. Eine unangenehme Beschränkung war es, daß zunächst nur am Montag und Dienstag die Vorauszahlungen angenommen wurden. Jetzt ist für die noch laufende Woche auch diesem Uebelstand abgeholfen morden. Amtlich wird jetzt folgende Mitteilung der städtifchen Gaswerfe befanntgegeben: Erbsen m. Hülsen. Reis. Linsen • 7. Kreis. Charlottenburg. Sonnabend, Sen 18. August, von 5-7 Uhr, im Jugendheim, Rosinenstr. 4, Sprech- und Rassenstunden der Freien Schulgemeinde. Unentgeltlichen Rat und Auskunft in allen Schulfragen. Ebenda um 7 Uhr Vorstandsßigung der Freien Schulgemeinde. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. 9. Kreis. Wilmersdorf. Freitag, den 17. August, abends 7½ Uhr, im Biftoriagarten, Wilhelmsaue, Kreismitgliederversammlung. Es spricht Genosse Rudolf Breitscheid, M. d. R. Heute, Freitag, den 17. August: 6. Abt. Abends 7% Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Funktionär. figung. Bildungsausschus Treptow- Baumschulenweg. Heute 21. Borführung wissenschaftlicher Filme in der Treptower Sternwarte. Borgeführt wird der Großfilm Die Braunkohle". Vorführungen 3 Uhr( Kinder), 6¼ und 84 Uhr. Karten noch an der Kaffe. Uebermorgen, Sonntag, den 19. August: 500-550 Hotel- und Gastwirtsgew. 150-175( Hilfsheizer) v. 6. b. 12. 8. 10 309 48. Abt. Ausflug der Genofsinnen nach Friedrichshagen, Ravensteiner Mühle. 250 Hotel- und Gastwirtsgew. Treffpunkt 1 Uhr Morigplay, Wertheim. Die Genoffen werden gebeten, daran teilzunehmen. ( Weinkellerarbeiter) vom 6. bis 12 8... Frauenveranstaltungen: 250 300 9 354 Kartoffeln 10 Pfund. sich infolge der anziehenden Preisgestaltung ein schleppender Die Zufuhren sind im allgemeinen ausreichend, doch macht Geschäftsgang bemerkbar. Veränderte Brotfarten. Wie das Ernährungsamt mitteilt, erGenoffe Pfarrer Bleier spricht am Sonntag, den 19. August, vorm. 10 Uhr, in der Trinitatiskirche zu Charlottenburg. Thema: Fürstentum und Verfassung. 48. bt. Am Sonntag, den 19. August, Ausflug nach Friedrichshagen, Ravensteiner Mühle. Treffpunkt 1 Uhr Morigplay, Wertheim. Jungsozialisten. Gruppe Friedrichshain. Die nächste Beranstaltung findet erst am 23. d. M. statt. Näheres fiehe Borwärts". * Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Jugendveranstaltungen. ,, Um den Gasabnehmern weiter Gelegenheit zur Borauszahlung zu geben, sind die örtlichen Verwaltungs.nfpef. hält die Brottarte aus Ersparnisgründen vom 20. August ab ein 70. Abt. Wilmersdorf. Genosse Joseph Schramm, Hohenzollerndamm 2, tionen angewiesen, auch noch bis Freitag, den 17. d. M. etwas verändertes Aussehen. Der Abschnitt A, der bisher für ist verstorben. Die Einäfcherung ist heute, Freitag, den 17. Auguft, im Krema einschließlich, während der Kassenstunden Bezahlung für Sonderausgaben von Lebensmitteln galt, wird nunmehr ebentorium Bilmersdorf, nachmittags 4 Uhr. das bereits verbrauchte Gas zum Preise von 60 000 m. pro Ku- falls zur Brotabgabe benutzt, und zwar dürfen auf ihn bikmeter und Vorauszahlungen auf den in den nächst en zwei 950 g Brot entnommen werden; der Brotwert der übrigen AbWochen zu erwartenden Gasverbrauch zum gleichen Preise an- fchnitte zusammen beträgt, wie aus dem Aufdruck ersichtlich, ebenzunehmen. Diese Vorauszahlung fann bis Freitag, den 17. Auguft, falls 950 g, fodaß also die Gesamtportion der Brotkarte wie bisfür die vorgenannte Zeit auch über das Postschecktonto her 1900 g ausmacht. der Verwaltungsinspektionen erfolgen, wozu Zahlfarten in den zuständigen Berwaltungsinspektionen zu erhalten sind. Die Bahlung durch Vermittlung der Post wird noch besonders empfohlen, da der starke Andrang des Publikums in den Verwaltungsinspek tionen langen Zeitverlust für die Einzahlung verursacht. Die Ein zahlung muß aber bis zum 17. d. M. beim Postamt geleistet werden. Spätere Posteinzahlungen gelten als Abschlagszahlung auf die nach dem demnächstigen Wochenpreise auszustellenden Rechnungen. Das auf der letzten Gasrechnung vermerkte Rassenzeichen, sowie die Verbrauchsstelle sind auf der Zahlkarte anzugeben. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß bei der Menge der eingegangenen Schreiben die einzelnen Verwal tungsinspektionen nicht in der Lage find, sie zu beantworten. Ob und wann in der nächsten Woche Vorauszahlungen angenommen werden, wird noch bekanntgegeben." fortbildungsschulen finden sich am Dienstag, den 21. Auguit, abends 7,30, Sämtliche Schülerausschüsse der Berliner Fach- und Pflicht: im Lindenpart zu Schöneberg, Hauptstr. 13, zu einer Sigung ein. Tages ordnung: Ausbau unserer Schulorganisation und ihre Aufgabe. Jede Schule ist zu benachrichtigen und muß vertreten sein. Schweres Unglüd in einer Stierkampfarena. Nach einer Morgenblättermeldung aus Marseille sprang in Fourges während eines Stiertampfes ein Stier in den Zuschauerraum. Die Menge flüchtete auf die Tribüne, die unter dem Gewicht zusammenstürzte. Vier Personen wurden dabei getötet, 25 verlegt. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirkstag. Die Einzahlung auf das Postscheckkonto der Inspektionen kann ben Inspektionsbureaus die Arbeit erleichtern. Nur dürfte dabei, mer menig Zeit hat, taum besser wegkommen. Auch auf den Postämtern vollzieht sich die Abfertigung zu manchen Tageszeiten so langsam, daß man halbe Stunden und länger warten muß. Be- Der diesjährige ordentliche Bezirtstag findet am Sonntag, den dauerlich ist, daß die Erweiterung der Vorauszahlungsmöglichkeit 9. September, von 9 bis 2 Uhr in den Germaniajälen, Chausseeerst jetzt im legten Augenblid angeordnet wird. Wäre straße 110, ftatt. das schon am Dienstag geschehen, dann hätten noch sehr viele davon Gebrauch machen können. Und warum nimmt man Vorauszahlun gen nur für zwei Wochen an? Je mehr Geld die Gaswerte im voraus erhalten, desto vorteilhofter fönnen sie ihre Kohlen eintaufen. Der dem Vorauszahler gewährte Vorteil ist daher gar tein schweres Opfer. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. Heute, Freitag, den 17. August, 7% Uhr: Blankenburg. Jugendheim Gemeindeschule Triftstraße, Diskussionsabend. Brig. Jugendheim Chausseestr. 48 II, Berichte von Nürnberg. Luisenstadt. Jugendheim Gemeindeschule Stallschreiberstr. 54, Diskussionsabend: Die poli fische Lage". Roabit. Jugendheim Gemeindeschule Waldenferstr. 21, Vortrag: ,, Erlebnisse aus der Zeit des Sozialistengefeges". Neukölln II. Jugendheim Nogatstr. 52, Bortvag: Jugendpflege und Jugendbewegung". Rieberschön Bortrag: Klassentämpfe in der Geschichte". baufen. Jugendheim I, Gemeindesaule Blankenburger Str. 69-70, Vortrag: Wie entsteht eine Beitung?" Norbofien II. Jugendheim Christburger Str. 14, Jugendheim Schule Edertstr. 16, Diskussionsabend: Die Breffe und ihre Be Often, Petersburger Viertel. deutung". Steglik I. Jugendheim Stegliz, Albrechtstr. 46, Bericht und AusSprache: Unser Reichsjugendtag". Steglig II. Jugendheim Holsteinischestr. 3, Diskussionsabend: Unser Reichsjugendtag". GD., Röpenider Biertel. Sugendheim Schule Wörthstr. 23, Bortrag: Die sozialistische ArbeiterinterManteuffelstr. 7, Schule, Bortrag: August Bebel". nationale". Beißensee. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Der Berliner Arbeiter- Schach- Club, Abteilung Bantow, hat am Sonnabend, den 18. Auguft im Etablissement ,, Waldidyll" in Schmödwik Sommernachtsball. Gäste und Schachfreunde herzlich willkommen. Karten draußen beim Obmann. Arbeitersport. Alfersriegenfurnen Groß- Berlins! 2. Die politische Situation. Referent: Preußischer Minister turnvereine in der Turnhalle Bouchéstraße in Treptow an der des Innern Genoffe Severing, 3. Ergänzungswahlen zum Bezirksvorstand. 4. Anträge. Die Mandafsformulare für die Delegierten find den Abteilungen bereits zugestellt, desgleichen die zulässige Anzahl Gastfarten. Die übrigen zur Teilnahme berechtigten Genoffen erhalten ihr Mandat rechtzeitig. Etwaige Anfrage müssen dem Sekretariat bis zum 27. Auguft eingereicht werden. Später eingehende Anträge fönnen nicht mehr berüdfichtigt werden. Der Bezirksvorstand. Bezirksvorstand. Auf zu unserem nächsten großen Treffen! so lautet die Barole am Sonnabend, den 18. August. Pünktlich 8 Uhr( nicht 81%, Uhr) treffen sich alle Altersriegenturner der Groß- Berliner ArbeiterGräßstraße( Nähe Bahnhof Treptow). Nicht nur die jungen Alfen" von 35-40 Jahren wollen wir sehen, sondern auch die von 50 an aufwärts, die Senioren der Arbeiterturnsache. Mit nicht zu schweren Hantelübungen werden wir den Abend beginnen, dann foll eine Senioren- Altersriege( über 50) aufammengestellt und die übrigen nach ihrer turnerischen Fertigkeit eingeteilt werden. Es gilt Vorarbeit zu leisten für das Kreisturnfest 1924 in Spandau. Wir erwarten daher, daß alle Groß- Berliner Vereine vertreten find. Nachdem findet eine Besprechung und ein geselliges Beisammensein im Lolal von Wüstenhagen, Grägstr. 49, statt. Die ältere Arbeiterschaft Groß- Berlins ist zum Besuch dieser Vers anstaltung eingeladen. Willi Wallais. Die Freien Schwimmer" Neukölln veranstalten am Sonnabend, den Nächste Sigung: Sonnabend, den 18. August, abends 6 Uhr, 18. Auguft, nachmittags 5 Uhr, ein Stafettenschwimmen ,, Quer durch Neuföln". Start: Lohmühlenbrilde. Biel: Raiser- Friedrich- Brüde. Am Ziel wer. den ein Damenkunstreigen und Wasserballspiel gezeigt. Am Sonntag, den 19. August, nachmittags 1 Uhr, versammelt sich der Verein zur Formierung Unter Borantritt der Kapelle der eigenen Sommerbad am Brißer Ofthafen( Giewersufer), baselbit 8 Uhr nacheines Feftzuges auf dem Reuterplag. Freien Turnerschaft" Neukölln- Briz Ahmarsch des Festauges nach dem mittags Internes Schwimmfest mit anschließendem Kinderfest. August zu 2500 m. und 1000 m. zum Nachtleben sind joeben im Achtung, Kaffierer! Die noch fehlenden Beitragsmarten für Bureau eingetroffen. Die Rassierer werden gebeten, diese Marken in gehöriger Anzahl abzuholen oder anzufordern. Annahmeverweigerung des Berliner Notgeldes. Die Bezeichnung Notgeld" besagt doch deutlich genug, welchen Sweden dieses Zahlungsmittel dient und es ist deshalb nicht nur ungehörig, sondern auch unerhört, wenn die Geschäftsleute durch Annahmeverweigerung dieser Scheine die Not unter den Konsumenten bzw. Hausfrauen noch bergrößern. Zwei derartige Fälle werden uns berichtet, und zwar bezieht sich ber eine auf eine bekannte Butter und Fetthandlung in der Bergstraße zu Neukölln und der andere auf einen 2ebensmittelstand in der Markthalle in der Lindenstraße. In beiden Fällen wurde die Annahme im Jugendheim, Lindenstraße 3. der städtischen Berliner 3 Millionen Roticheine verweigert. Es scheint den Geschäftsleuten noch immer nicht bekannt zu sein, daß die Notgeldscheine den Charakter eines staat lichen Zahlungsmittels haben. Besonders bemerkenswert aber scheint es zu sein, daß es in einem Gebäude der Stadt Berlin d. h. der Berliner Bevölkerung als Gesamtheit ein Händler wagen darf, die Scheine dieser Stadt abzulehnen. Den Händlern und Geschäftsinhabern tann nicht dringend genug empfohlen werden, auf die Herborkehrung jedes Herrenstandpunktes zu verxichten, die Not der Bevölkerung verstehen zu lernen und an ihrer Abhilfe nach Kräften mitzuarbeiten. Wünschenswert ist es auch, daß städtische Markthallenbeamten dem Publikum hilfreich zur Seite stehen. Die lezte Schuld an diesen trostlosen Zuständen trägt aller- 1. Kreis. Mitte. Freitag, den 17. August, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Wetter bis Sonnabend mittag. Zunächst tübl, sehr unbeständig Straße 10-11, erweiterte Rreisvorstandssigung. bings die Reichs bank, die es nicht für nötig gehalten hat, 3. Kreis. Webbing. Die Elternbeiratsfügung fällt wegen der Kreismitglieder mit wiederholten Regenfällen bei lebhaften westlichen Binden, später viel rechtzeitig Vorsorge zu treffen. versammlung heute aus. jach heiter und Erwärmung. Bersuch macht fing!..Leihhaus" Brun- Pianos tauft Karfiol, Dresdener. nenstraße 5. ten! Täglich straße 54. Morigplag 128 45. Rinn, Quecksilber Anzüge, Baletots, Schlüpfer, Cutaways, höchstzahlenb. Christionat, Schlesische Sofen. Riesen- Auswahl. Belzwaren: traße 39. Gehpelze, Sportpelze, Kreuzfüchfe, Biegen, in großer Auswahl, konkurrenzlos billig! 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August 1923 hat außerdem beschlossen, für freiwillige Extrabeiträge besondere Marken zum Preise von 25 000, 50 000 und 100 000 m. herauszugeben. diese Marken sind jetzt erhältlich, und die Kassierer werden ersucht, J. A.: Aler Bagels. regen Gebrauch davon zu machen. KLEINE ANZEIGEN großer Berfauf magmäßig hergestellter Metallschmelze! Jedes Wort 20000 M. Anzeigen die für die Fettgedruck. Wort 40000 M. ( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort( fettgedruckt) 20000 M., jed. weitere Wort 16000 M.Worte m.mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte nächste Mr. bestimmt sind, müssen bis 4% Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Dieselbe istwochentags von morgens 9 Uhr bis nachmittags 5Uhr ananterbrochen geöffnet. Verkäufe Spulendrähte, isolierte, blanke; Kup fertabel, Motoren, Fassungen auft Sinz, Elfafferstraße 17. 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