Nr.383 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 191 Bezugspreis: Für die zweite Hälfte Angu 500000 M voraus zahlbar.Unter Kreuz band für die zweite Hälfte August für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luxemburg 514 000 M., für das übrige Ausland 525 000 m. Bostbezugspreis freibleibend. Jer ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und 8eit", der Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zwetmal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 40000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillegetle toftet 100000 M. Reklamezeile 500000. Aleine Anzeigen" das ( zufettgedruckte Wort 40 000 M. fäffig amet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 20 000 M. Stellengesuche 20 000 90, das erfte Wort Wort jebes weitere 16 000 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Belle 20 000 M. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Dönhoff 292–295 Fernsprecher: Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 18. August 1923 Sowjet- Methoden in Deutschland. Maßregelungen und Mißhandlungen an Arbeitskollegen. = werden solle. Wo die Entlassung nicht durchzuführen sei, sollten die Streifenden selbst gehen, aber feineswegs und nirgends mehr mit den Streitbrechern Gemeinschaft machen, oder zusammenarbeiten. Ich mußte mit einem Kameraden traben, der Dritte hatte schon auf Vorhalt am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Die Bauleitung war machtlos und die fündigen Arbeiter wurden ebenfalls hinausgeworfen. Ich frage nun: Ist dagegen gar nichts zu machen? Muß man fich in diesen teuren Zeiten um Lohn und Brot bringen laffen, nur weil man nicht Kommunist ist? Ist das republikanische Freiheit, eine Garantie der Arbeit? Rann ein fommunistischer Borstand seine anders gesinnten Mitglieder in Verruf erklären, sie schädigen und noch tiefer ins Elend stürzen? Nachdem der von den Kommunisten leichtfertig angezettelte mit den Streitbrechern" Tabula rasa gemacht zu erwarten war, zu fogenannte Generalstreif, mie zu erwarten sammengebrochen ist, füllt die„ Rote Fahne" ihre Spalten mit Klagen über Maßregelungen, die im Anschluß an den Streit erfolgt sind. Sie versteigt sich sogar zu der dreisten Behauptung, daß sozialdemokratische Betriebsräte die Arbeiter aussuchten, die entlassen werden sollten. Um dieser Behauptung, die den Stempel der Lüge an der Stirn trägt, einen Schein von Glaubwürdigkeit zu geben, nennt sie sogar solche Betriebsräte mit Namen. Der Zweck Der Uebung ist tlar. Die Genannten sollen der kommunistischen Feme verfallen. Sie können sich nicht einmal mehren. Denn Herr Frölich, der die Schwindeleien mit seinem Namen als Verantwortlicher deckt, ist ja als Abgeordneter immun. Er kann ehrliche Arbeiter beschimpfen, soviel er will, er braucht ja nicht einmal vor einem bürgerlichen Gericht zu erscheinen. Es ist wirklich ein ungeheures Maß von Tapferkeit, das diese Leute an den Tag legen. Da sind die kommunistischen 3immerer doch ganz andere Kerle. Wenn sie in der Mehrheit sind, entwickeln sie einen solchen Löwenmut gegen alte Sozialdemokraten, daß sogar Karl Radet darüber neidisch werden könnte. Einer unserer Parteigenoffen sendet uns dieses erschütternde Bild von der Berserkerwut der soge nannten Kommunisten: " Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boffscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Neue Wucherverordnungen. Bon A. Grzesinsti Die Martbefferung follte einen allgemeinen Av. bau der Preise zur Folge haben. Statt deffen erleben wir, daß auf vielen Gebieten die Preise jetzt, wo der Dollar fällt, ihm nicht folgen wollen. Unter diesen Umständen find die zur Bucherbekämpfung getroffenen neuen Maßnahmen heute von befonderem Intereffe. Red. d.„ Borwärts". Nach Artikel VI des Notgesetzes vom 24. Februar 1923 war die Reichsregierung bis zum 1. Juni 1923 ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsrats zum Zwecke einer wirksameren Bekämpfung die geltenden Vorschriften zur Wucherbekämpfung in neue Verordnungen zusammenzufassen. Dabei fonnte sie geltende Vorschriften ändern. Die Vorbereitungen zur Ausführung dieser sehr schmerwiegenden Ermächtigung haben sich so sehr in die Länge gezogen, daß der Reichstag genötigt war, durch ein Initiativgesetz die Ermächtigungsfrist bis zum 31. Oftober 1923 zu verlängern. Die neuen Verordnungen sind am 15. August in Kraft getreten. ordnung, Verordnung gegen verbotene Ausfuhr lebenswichtiger Gegenstände, Berordnung über Handelsbeschränkungen, Berordnung über den Verkehr mit Vieh und Fleisch, Verordnung über Notstandsversorgung, Verordnung über Preisprüfungsstellen, Verordnung über Auskunftspflicht, Wuchergerichtsverordnung. In Artikel II der Mantelverordnung find in 22 Nummern alle bisher gelbenden Gesetze und Verordnungen aufgehoben worden. Wir alle oder ihr allein geht." Ich erklärte, daß ich freiwillig nicht gehe, sondern nur der Gemalt meiche, daß ich durch Abstimmung festgestellt fehen will, ob das die Auffassung aller ist. Ich machte darauf aufmerksam, daß tein gewertschaftlicher, das heißt fein wirtschaftlicher Kampf vorliege, daß ich niemandem in den Rücken gefallen, also von werden? Streitbruch feine Rede sein könne. Ich sei nur der Parole Mit Recht fragt der alte Kampfgefährte, ob es denn leinen meiner Partei und der Gewerkschaften gefolgt, eine Schutz gegen solche Willkür, Terrorismus und politischen FanaParole der kommunistischen Betriebsräte sei für mich nicht bindend, tismus der eigenen Arbeitskollegen gäbe, während doch dem Unterda ich nicht zwei Herren dienen könne. Trotzdem hätte ich als guter Demokrat mich der Mehrheit gefügt und sei mit hinausgegangen. nehmer durch das Betriebsrätegesetz Beschränkungen in seinem EntDienstag, als ich die Arbeit aufnahm, war der Generalstreitbeschluß lassungsrecht auferlegt sind. schon aufgehoben. Meine Ausführungen hatten allerdings feine Der beste Schutz gegen den Terror der kommunistischen Helden beruhigende, fondern die entgegengesezte Wirkung: Mit Indianer ist die kraftvolle Abwehr. Schließen sich die sozialdemokratischen Geheul wurde ich umringt und nur mein bisheriges forrettes Ver- Arbeiter und Angestellten feft zusammen und zeigen sie den Prügelhalten bei Forderungen und Lohnfämpfen, das Bekanntsein meiner helden, daß Sozialdemokraten auch Fäufte haben, die zuzupaden Ehrlichkeit und langjährigen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung und nicht zuletzt meine fühle überlegere Sprache rettete mich vor einer verstehen und nicht nur in der Tasche geballt werden, dann wird Tracht Brügel, aber nicht vor dem Hinauswurf. Hierbei erfuhr am ehesten wieder die Möglichkeit kameradschaftlichen Verkehrs entich, daß der Vorstand der 3immerer( unter Repschläger) stehen. So wie bisher geht's einfach nicht mehr. Entweder mehren einen Beschluß gefaßt habe, daß überall am Mittwoch morgen fich unsere Genossen gegen die Rüpeleien, oder sie werden erdrückt! Für mich steht es fest, daß ich trotz guter Bautonjunktur tage-, vielleicht wochenlang arbeitslos sein werde, denn die kommunistisch verseuchten Zimmerer führen diese Beschlüsse erbarmungslos durch. Hinzu kommt, daß laut früherem Beschluß bet Strafe des Ausschlusses aus dem Verband der Arbeitsnachweis nicht umgangen werden darf. Der Arbeitsvermittler aber ist Vor- Die Verordnung zur Ausführung des Arstandsmitglied und ein großer radikaler Mauthelb, der auch bisher titels VI Absah 3 des Notgesetzes vom 13. Juli 1923, das schon seine Freunde paritätisch bevorzugte. Wie die Verhältnisse ist der offizielle Titel des Gesetzes und das Datum, ist eine jeẞt liegen, bleibt nichts übrig als entweder sein Bündel zu schmüren Mantelverordnung, in der enthalten sind: Preistreibereiveroder heuchlerisch auch in Radikalismus zu machen, In einem Baubetrieb, in welchem zwölf Zimmerleute tätig find, wenn man es nicht vorzieht, de- und wehmütig zu Kreuze zu friechen. murde am Sonnabend die Generalstreifparole mit Enthusiasmus auf Es gibt in unserem Verband viele ehrliche Sozialisten, genommen. Mein Hinweis auf die Undurchführbarkeit des Streifs, doch längst ist die Opposition verstummt, mundtot gemacht, da fie da die Gewerkschaft und die Sozialdemokratische Partei dagegen das Treiben der Radet- Jünger anebelt und sie nicht in jeder Verfei, also die ganze Mache nur als ein Schlag ins Wasser sammlung Leib und Leben riskieren will. Wie oft ist nun schon gesagt worden:" Würdest Du die Mottenmirfen fönne, brachte mir die bekannten Beschimpfungen und Drohungen. Nun, mit den Wölfen muß man heulen, dachte ich, poſt" oder Volkszeitung" lesen, würde ich das nicht übelnehmen, denn als Einzelner fann ich nichts machen und so blieb ich zu aber den Vorwärts", dieses seichte Wurstblatt, das nur die ArHaus. Dienstag fanden wir uns, drei Zimmerer und einige beiter verfohlt und irreführt, pfui Deubel!" Arbeiter, auf der Baustelle ein. Auf Zureden der Bauleitung, die Es ist wirklich nicht leicht, als ehrlicher Arbeiter und überzeugter Arbeit gleich wieder aufzunehmen, da der Streit erledigt und Sozialist heute unter solchen Kollegen zu leben. Aber was ist da zu Die wirtschaftlichen Verhältnisse, die politischen Zustände wir dann auch den Montag voll ausgezahlt erhalten würden, ent- tun? schloffen wir uns dazu. Als wir Mittwoch morgen auf der Bau- drüden einen zu Foden. Die Arbeit wird einem verleitet und verstelle erschienen, wurde uns gleich zugerufen: Ihr Streit efelt. Man ringt und schafft ums nackte Leben, man fämpft, leidet brecher, zieht euch man gar nicht erst aus!"" Das Femgericht und duldet um seine Ueberzeugung. Der Hinweis, daß man mehr begann; die Sonne verdüsterte sich ob des abgrundtiefen gemeinen als breißig Jahre der Partei und Gewerkschaft angehört und stets Verbrechens, dessen wir bezichtigt wurden. Zum Schluß hieß es: dafür eingetreten ist; daß man schon als Lehrling und während des Sozialistengesetzes für die' Arbeiterfache gekämpft und gelitten hat, wird mit hohmlachen aufgenommen. Rufe wie:" Für's gewefene gibt der Jude nichts!"" Traurig genug, daß Du dann noch nicht schlauer geworden bist! Verknöcherter Sozi!" ufm., fliegen einen an den Kopf. Soll man als alter Kerl noch zum Lügner und Heuchler Die Wucherbekämpfung wurde bisher nicht unwesentlich beeinträchtigt durch die Untlarheiten der gesetzlichen Beftimmungen, durch vorhandene Lücken und zum nicht geringen Teil dadurch, daß die Vorschriften über die Jahrgänge des Reichsgesetzblattes seit 1914 verstreut und durch die fortwährenden Aenderungen unübersichtlich geworden waren. Es gibt in Deutschland mur sehr Wenige, welche die Wuchergesetzgebung noch vollkommen beherrschen. Auch Richter befanden sich bei ihrer Anwendung oft im Zweifel, wodurch viele dem Bolte unverständliche Urteile erklärlich werden. Im Hinblick darauf, aber auch fachlich, stellt die neue Verordnung eine erhebliche Verbesserung des heutigen gesetzlichen Zustandes und damit der Waffen zur Wucherbekämpfung überhaupt dar. In der neuen Preistreibereiverordnung ist durch Einbeziehung des Leistungswuchers endlich eine immer wieder störend empfundene Lücke ausgefüllt. In weiten Kreifen des Volkes ist es seit langem nicht mehr verstanden worden, daß nach geltendem Rechte der Wucher mit Gegenständen des täglichen Bedarfs unter schwere Strafe gestellt ist, während der Wucher mit Leistungen des täglichen Bedarfs, die für den Verbraucher ebenso wichtig sind, völlig straflos blieb. Es war unbegreiflich, daß& B. strafbar sein foll, wer für ein Paar Schuhe oder einen Anzug einen unangemessen hohen Preis fordert, während für die Ausbesserung von Schuhen oder die Anfertigung eines Anzuges ungestraft je de Vergütung verlangt werden durfte. Die Klagen darüber, daß für Anfertigen, Arbeiben, Umändern, Ausbessern, Reinigen, Färben, Aufbewahren, Transportieren, Verleihen von Gegenständen des täglichen Bedarfs oder für andere Leistungen des täglichen Bedarfs, wie Arbeiten an einem Gebäude oder einem Grundstück, übertrieben hohe Vergütungen gefordert wurden, häuften sich. Daß das Fehlen einer Strafvorschrift gegen das Fordern zu hoher Vergütungen für Leistungen zur Umgehung des Verbots wucherischer Preisforderungen für Gegenstände mißbraucht wird, indem der Verkäufer der zu einem Gegenstand erforderlichen Stoffe für diese mur einen angemessenen Preis, für die Verarbeitung der Stoffe zu dem Gegenstand aber eine wucherische Verdaß nunmehr solche Fälle der Bewucherung, die dem Preiswucher mit Gegenständen des täglichen Bedarfs an Strafwürdigkeit gleichstehen, strafrechtlich auch in gleicher Weise wie Preiswucher behandelt werden können. Ein Vergehen gegen diese neue Vorschrift über Leistungswucher liegt nicht vor, wenn die Vergütung in einem Arbeitsvertrage zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt ist oder werden soll. Das gleiche gilt, wenn die von der zuständigen Behörde festgesetzte oder genehmigte Vergütung eingehalten wird. Diese Ausnahme ist geboten, da es nicht Aufgabe einer Preistreibereiverordnung fein tamm, den Interessenausgleich bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen zu regeln. wegs, wurde am 21. März 1920 gemäß der deutschen Neutralität im Das Wimbledon- Urteil. russisch- polnischen Krieg nicht durch den Nordostseetanal Gegen Deutschland ausgefallen. gelassen und fuhr nach achttägigem Warten über Dänemart. Haag, 17. August.( WTB.) Der Internationale Schieds- Die klagenden Ententeparteien beriefen sich darauf, daß zu jener gerichtshof hat heute in Sachen des Dampfers Wimbledon das Zeit bereits ein russisch- polnischer Präliminarfriede bestand, der aber Artell gefällt. Nach der Entscheidung des Gerichtshofes hat Deutsch- noch nicht ratifiziert war, und nach der Erschütterung dieses Stand land dem Dampfer Wimbledon die Durchfahrt 3 u Unrecht ver- punktes auf den Bersailler Artifel 380, wonach alle mit weigert, da der Versailler Artikel 380 Deutschland nicht gestatte, die Deutschland in Frieden lebenden Nationen( nach dem französischen im russisch- polnischen Kriege erlassene Neutralitätserklärung auf den Text: immer) freie Durchfahrt durch den Nordostseekanal Kieler Kanal zur Anwendung zu bringen. In der Feffehung der haben. Artikel 381,2 sieht aber verschiedene Beschränkungen vor, von Frankreich geforderten Entschädigung hat das Gericht eine wodurch das französische" immer" erschüttert wird. Außerdem gibt fleine Verminderung vorgenommen. Drei Richter, Professor Huber- Artikel 327 Deutschland das Recht, auf den internationalisierten gütung fordert, ist nichts Seltenes. Es ist daher zu begrüßen, Schweiz, Professor Anzeloffi- Italien und Profeffor Schäding- Deutsch- Strömen im Kriegsfall sein Neutralitätsrecht auszuüben. land, haben ihre abweichende Entscheidung festgestellt, die dem Urtell beigefügt wurde. Die Botschafterkonferenz hat am 20. November 1920 ausdrücklich die volle Souveränität Deutschlands auf dem Kanal anerkannt. Troß Der ständige internationale Gerichtshof, der dieses Urteil gefällt dieser und weiterer Gründe, z. B. internationalen Verträgen über hat, ist im Versailler Frieden als Einrichtung des Völkerbundes vor- die Benutzung von Schiffahrtsstraßen und die Rechte des Gebiets. gesehen. Er besteht aus 11 ordentlichen und 4 Erfahrichtern. Wenn staates, ist der Urteilsspruch gegen Deutschland ausgefallen, aber es fich um einen Staat handelt, der dem Bölkerbund nicht angehört, dafür muß man wohl jene Versailler Bestimmung verantwortlich so wird dieser Staat durch einen von ihm entsandten Ergänzungs- machen, die der Gerichtshof nicht umgehen konnte. 0 Faschistenterror in Südtirol. richter vertreten( im Fall Wimbledon Reichstagsabgeordneter Profeffor Schücking). Präsident ist Looder Holland, Bizepräsident Bei Frankreich. Bisher hatte der Gerichtshof nur Gutachten Mailand, 17. August.( EP.) Der„ Corriere della Sera" meldet, abzugeben im Fall Wimbledon ist seine erste Prozeßentscheidung gefallen. In der Sache der Rechtsstellung der Deutschen in die faschistischen Gewerkschaften haben die deutsche Arbeitskammer Bolen hatte der Gerichtshof Deutschland zur Aeußerung gewiffer in Bozen besetzt und die deutschen Gewerkschaften vor die Wahl maßen eingeladen; in der oftfarelischen Frage hat der Gerichtshof gestellt, sich entweder der Faschistenbewegung anzuschließen oder abgelehnt, zu entscheiden, weil er nicht auch von Rußland angerufen auf den Bestand der Kammer zu verzichten. Der Gerichtshof tagt in voller Deffentlichkeit. Der englische Dampfer Wimbledon", im Auftrag einer franzö fischen Reederei mit Kriegsmaterial für Polen nach Danzig unter morden war. " Am Jahrestage des Faschistenmariches auf Rom wird Mussolini, den Zeitungen zufolge, bom König der Herzogs titel verliehen werden. Gegen die Einbeziehung des Leistungswuchers in die Preistreibereiverordnung haben die großen Verbände der Industrie und des Handels besonders in einem Schreiben an die Mitglieder des Reichsrats vom 7. Juni 1923 sehr lebhaften Einspruch erhoben. Sie befürchten, daß jezt sämtliche gemerbfiche Leistungen einer Verdienstbeschränkung unter Stresemann bleibt Parteiführer. liegen. Als bedroht sehen sie an das gesamte Handwerk, das daß sie die notwendige Klarheit des Wollens und die ebenso| Priorität an den Sicherheiten formuliert. Laut§ 248 des Veredlungsgewerbe( z. B. Gerbereien, Färbereien, Spinne- notwendige Entschlußkraft zur Durchsehung ihres Willens auf reien, Blättereien, Holzbearbeitung), das Verkehrsgewerbe bringt. Nur dadurch kann sie Vertrauen erwerben. Mit oder ( Transportunternehmer, Droschfen- und Autohalter, Spedi- ohne Stinnes, aber auch ohne die kommunistischen politischen teure, Lagerhalter, Eisenbahn und Straßenbahn), das gesamte| Kinder". Bankgewerbe, Versicherungsunternehmungen, Bauunternehmer, Architekten, das Hotelgewerbe und sonstige Vermietungen, freie Berufe wie Aerzte, Anwälte, das Vergnügungsgewerbe( Theater und Kinos), Geschäfte der Zei tungen( Annoncen) und Geschäfte mit Batenten und Lizenzen. Diese Annahme trifft zu, soweit es sich um einen über mäßigen Verdienst handelt. Aber wie bereits bemerkt, ist die Nachprüfung der Leistungsvergütungen in der Mehrzahl der vorliegenden Fälle, wie die Erfahrung gezeigt hat, auch dringend erforderlich. Daß Leistungen gewiffer freier Berufe, deren Vergütung sich auf individuelle Tüchtigkeit usw. stüßt, besonders bewertet und nicht nach Schema F behandelt werden dürfen, ist selbstverständlich. Preis- und Leistungswucher liegen nach der neuen Verordmung nicht vor, wenn der Preis der Marktlage, insbesondere dem unter amtlicher Mitwirkung bekanntgemachten Börsen- oder Marktpreis entspricht, sofern nicht durch Warenmangel erhebliche Schwierigkeiten, Ware an den Markt zu bringen oder durch unlautere Machenschaften eine Notmarktlage geschaffen ist. Bei der Prüfung, ob ein übermäßiger Berdienst vorliegt, ist auch die Geldmertänderung zwis schen Einkauf oder Herstellung der Ware und ihrer Veräußerung, bzw. Beginn und Ende der Leistung zu berücksich tigen. Damit ist den wirtschaftlichen Verhältnissen nun auch im Wortlaut des Gefeßes Rechnung getragen, nachdem das Reichsgericht in seinem Urteil vom 19. Dezember 1922 dafür bereits den Weg geebnet hatte. In einem weiteren Auffaz sollen die übrigen Verordnungen behandelt werden. Politische Enthaltsamkeit. Volksparteiler, die nicht mitgestimmt haben. In der Rechtspresse ist höhnend darauf hingewiesen worden, daß von den 66 Mitgliedern der volksparteilichen Frattion nicht weniger als 22 sich an der Abstimmung über das Vertrauensvotum für das neue Rabinett nicht beteiligt haben, und zwar auch solche Abgeordnete, die im Haufe anwesend waren. Besonders die Industriellen, die Landwirte und die Bayern in der Volkspartei feien unter die Enthaltsamen gegangen. Demgegenüber versichert„ Die Zeit", die volksparteiliche Fraktion habe einstimmig ihren Führer Stresemann er mächtigt, das Ministerium der großen Koalition zu bilden. Auch diejenigen, die sich der Abstimmung entzogen, hätten damit nicht gegen das Kabinett als Ganzes demonstrieren wollen, sondern lediglich gegen die Besetzung des Innenministeriums durch einen Sozialdemokraten! Es wird auch bestritten, daß die Industriellen, die Land. wirte und die Bayern" dem Kabinett das Vertrauen ver. weigerten. Nicht nur Landwirte, sondern auch Industrielle wie Stinnes haben für das Kabinett gestimmt, und nur ein Teil der volksparteilichen Bayern haben sich der Stimme enthalten. 民 Versailler Vertrags bürgt der Besitz der Länder und des Reiches der Reparationsfommission für die Reparationsver pflichtungen. Bisher aber hat die Reparationsfommission im allgemeinen gerade das Gegenteil dessen empfohlen, was sie fich augenblicklich vorbehält. In den Noten vom 21. März Die„ Natlib. Korr." teilt mit:" Führer der Gesamt- bzw. 22. März wurde von ihr geradezu das Verlangen auf Anpartei bleibt nach wie vor Dr. Stresemann. Die Reichstags- leihen gestellt, die zur Stabilisierung unserer Währung dienen des neuen sollten. Der Rechtsausschuß der Reparationsfommission hat frattion der D. Bp. hat am Dienstag an Stelle Kanzlers Dr. Stresemann den Minister a. D. Dr. Scholz zu ferner im Verlauf dieses Jahres ein Gutachten gefällt, ihrem ersten Vorsißenden gewählt, nachdem die zunächst vorge nach dem die Kommission selbst so lange fein Recht auf die schlagenen Minister a. D. Dr. Becker und Dr. Heinze die Ueber Beschlagnahme der Anleihen hat, als eine gewisse Stabilisierung unserer Währung nicht herbeigeführt ist. Da das der nahme des Vorsitzes abgelehnt hatten." Fall ist, ferner aber die Goldanleihe ausdrücklich zum Zwecke der Stabilisierung der Mart aufgelegt wurde, widerspricht die Reparationskommission in ihrem Brief ihren eigenen bisherigen Forderungen und bestätigt damit selbst die Nichtberechtigung ihres Schreibens. Havenstein, der Lebenslängliche. Das Deutsche Reich ist eine Republik, aber die Deutsche Reichsbant ist eine Monarchie. Wilhelm ist in Doorn, Havenstein ist noch in Berlin. Havenstein ist lebenslänglich. Das verdankt er der Entente. Auf ihr Verlangen wurde das Autonomiegesetz vom Spekulationsmanöver der Börsenpatrioten. 26. Mai 1922 geschaffen, das bestimmt, daß der Reichsbank- Die Berliner Börsenztg." weiß zu melden, daß gestern beim präsident und die Mitglieder des Reichsbankdirektoriums ihre Reichsfinanzminister Dr. Hilferding eine Besprechung mit BankStellung auf Lebenszeit innehaben. Sie sind also un- sachverständigen stattgefunden habe, in der u. a. die Frage einer absetzbar, während sie früher, genau wie alle anderen eventuellen Verwendung des restlichen Goldbestandes der Reichsbeamten, jederzeit ihres Amtes entsetzt werden konnten. Reichsbank zu Martstüßungszweden erörtert worden sei. England hatte, um die Reichsbank im Kampf gegen die 3er Diefe Mitteilung ist vollkommen unzutreffend. Bei der Berüttung der Reichsfinanzen zu stärken, ihre völlige Unab- sprechung, die gestern auf Anregung einiger Vertreter der Großhängigkeit von der Reichsregierung verlangt. Es gab sich der banken beim Reichskanzler stattgefunden hat, ist von einer Marknaiven Auffassung hin, als ob die Vermehrung der Schulden stüßungsaktion unter Verwendung des Goldbestandes der Reichsdes Reiches gegen den Willen der Reichsbant erfolge, und bant gar nicht gesprochen worden. Es liegt nicht im Inter glaubte, eine autonome Reichsbankleitung würde sich weigern, effe der Allgemeinheit, derartige haltlose Gerüchte zu verbreiten. die Schazwechsel des Reiches zu diskontieren und so das Reich bald zu einer gesunden Finanzwirtschaft zwingen. Diese Hoffnung ist dahin. Herr Havenstein ist der größte Förderer der Finanzmißwirtschaft in Deutschland geworden. Da man das im Auslande jetzt erkannt hat, auch in England, so wird es keine. außenpolitischen Schwierigkeiten bereiten, wenn das Autonomiegesez geändert wird. Wir brauchen ein Abdanfungsgesetz für Havenstein! * 21 Unsere immer wieder aufgestellte Forderung nach dem Rücktritt des Reichsbankpräsidenten wird in der Boffischen 3eitung" auch von Georg Bernhard erhoben, der in einem eingehenden Artikel auf die drohende Gefahr hinweist. daß auf dem Umwege über die Reichsbank die jetzt fälligen Steuern mit Hilfe weiterer Inflation bezahlt werden und dadurch das Gegenteil der beabsichtigten Wirfung erzielt wird. Bern hard verlangt entschlossenes zupacken und fordert: „ Es wird die Aufgabe des neuen Ministers sein, dafür zu sorgen, daß endlich einmal ein Wechsel in der Reichsbanfleitung eintritt, der mit den alten Sünden radikal aufräumt. Denn der Finanzminister muß sich darüber im flaren fein, daß ohne die Gegenwirkung der wertbeständigen Gestaltung der Kredite die neuen Steuern einfach zu neuer Inflation führen, und zwar zu einer Inflation, die schließlich das Ende jeder Möglichkeit, kapitalistisch zu produzieren, herbeiführen müßte. Wir wollen abwarten, ob die jetzt von allen Seiten erhobene Forderung nach einem Wechsel mun endlich verwirklicht wird. Wir möchten keinen Zweifel daran laffen, daß ihre Erfüllung unerläßlich und unaufschiebbar ist. Ein gefährlicher Weg. Die demokratische Reichstagsfraktion hat bei dem Reichsfinanz neuen Betriebssteuer zu machen. Kleinbetriebe des Handels und minister den Antrag gestellt, für Kleinbetriebe Ausnahmen von der des Handwerks, die durchschnittlich nicht mehr als zwei bis drei Leute beschäftigen, sollen von der Steuer befreit werden. Bestehen Zweifel über die Erträglichkeit der Steuer für einzelne Gruppen von Kleinbetrieben, so soll die zuständige Berufsorganisation( Handelskammer, Gewerbekammer, Handwerkskammer) vor der Besteuerung gehört werden. Wir haben gegen diesen Antrag die schwersten Beden. fen. Werden von der neugeschaffenen Besitzsteuer überhaupt Ausnahmen gemacht, so gibt es auf diesem Wege feinen alt. Eine Ausnahme zieht zahllose andere nach sich. Der Grundsaß, daß alle Betriebe, die Arbeitnehmer beschäftigen, die. Steuer zu entrichten haben, muß deshalb unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Würde man wir wollen nur auf ein einziges Beispiel verweisen die Kleinbetriebe des Handels freilassen, fo müßte man ohne weiteres den Konsumgenossenschaften dasselbe ge währen. Denn Freilassung der einen und Belastung der anderen kommt der Erdrosselung der Konsumgenossenschaften gleich bzw. zwingt diese, ihre Warenpreise start zu erhöhen. Wir verfennen gewiß nicht, daß Kleinhandel und Kleingewerbe fich zum erheblichen Teil in einer sehr großen Notlage befinden. Ihnen zu helfen, soweit das überhaupt möglich ist, erkennen wir als billig durchaus an. Aber nicht die Betriebssteuer ist in Gefahr für die kleinen Betriebe, sondern der rasche Marfperfall. Er schädigt die fleinen Unternehmungen viel mehr als eine noch so harte Steuer. Wenn es deshalb gelingt, durch die rücksichtslose Durchführung der neubeschlossenen Steuers gesetze den Markverfall einzudämmen, so haben die fleinen Betriebe davon den allergrößten Vorteil. Sie sollten sih deshalb mit den beschlossenen Steuergefeßen abfinden und nicht Einspruch gegen die Goldanleihe. jenen Leuten Gefolgschaft leisten, die durch ihre mangelnde Bereits Unberechtigtes Verlangen der Reparationskommiffion. willigkeit, den Besiz steuerlich zu belasten; außerordentlich viel zu Die Reparationstommission hat der Kriegslastentom- der Geldentwertung und der Untergrabung der Eristenz der Klein händler und Kleingewerbetreibenden beigetragen haben. mission in Paris am Donnerstag abend einen Brief überreicht, Nur politische Kindstöpfe allerdings fönnen glauben, mit der sich mit der Goldanleihe befaßt und der mit Bezugnahme Merito an Deutschlaud. Der Präsident der megikanischen folchem Herumpiden an Aeußerlichkeiten irgendwie politische auf Artitel 248 des Versailler Vertrags einen ausdrücklichen Republik, Alvaro Obregon, hat dem Reichspräsidenten zum Ver Notwendigkeiten erschüttern zu können. Auch die Koalitions- Vorbehalt sowohl gegenüber den Anleihezeichnern als auch fassungstag die herzlichen Glückwünsche des merikanischen Volkes regierung ist kein unfehlbares Ding. Sie wird zeigen müssen, I gegenüber den sonstigen Beteiligten unter Betonung ihrer übermittelt. Reichspräsident Ebert erwiderte mit aufrichtigem Dant. Es ergibt sich also: die Rechtspresse will einen Reil in die Volkspartei treiben, indem sie Gegensätze unterstreicht und vergröbert. Die„ Rote Fahne" aber wird zum r- millionften Male beteuern, mun sei der Beweis erbracht, daß das Kabinett Stresemann- Robert Schmidt- Sollmann Hilferding ein Rabinett von Stinnes Gnaden sei. Zumal doch Stinnes selbst ihm sein Vertrauen attestiert hat.... Bei den Segelfliegern auf der Rhön. Auf der Wassertuppe, den 14. Auguft. Hänge der Bergkuppen, deren Almgras dem Vieh der Rhönbauern| André Jacques, widmete fich der militärischen Luftschiffahrt und faftiges Futter gibt. Diese bald mehr, bald weniger geneigten wurde während der Revolutionsfriege von den Engländern gefangen Wiesen sind die Start- und Landungsplätze. Manchmal fliegt ein genommen, als er mit dem Ballon zu einem Erfundungsfluge aufEr wurde dann den Desterreichern ausgeliefert und unternehmungsluftiger Segler talwärts und berauscht sich an den gestiegen war. Lang dehnt sich von Nordosten nach Südwesten zwischen Thü- 900 Metern, über die er bis zur Talisohle gebieten kann. Doch die zwei Jahre in Budapest gefangen gehalten. Dieses Abenteuer hat ringen und dem schwarzen Bistum Fulda das Hochplateau der Rosten der Bergfahrt des Flugzeuges mit Lastauto vertreiben die er zahlreiche Aufstiege und machte am 22. Oftober 1797 einen denk er in einem interessanten Buch beschrieben. Freigelassen unternahm Rhön. An einer Nebenachse liegt die Wasserkuppe mit ihren würdigen Abstieg mit dem Fallschirm, den er später des öfteren 950 Metern, der höchste Punkt dieses merkwürdigen Basaltrückens. Luft zu solchen Höhenräuschen. wiederholte. Er ist nicht der erste gewesen, wie man behauptet hat, Aben auf der Wassertante steht Belt an 3elt, wie wenn ein Zirtus der überhaupt den Gedanken eines Fallschirms faßte; er hat auch einen der höchsten Punkte Mitteldeutschlands ausgewählt hätte, um nicht als erster damit Bersuche angestellt. Aber er hat den Apparat den Bergen ringsum Vorstellung zu geben. Die Segelflieger find, fchiffahrt eingeführt, so daß von seinen fühnen Abstiegen mit dem wie im vorigen Jahr, auch heuer wieder da. Fast 300, meist junge Fallschirm an diesem Apparat auf lange hin mit der Luftschiffahrt außerordentlich vervollkommnet und ihn eigentlich erst in die LuftLeute sind in die Holzbaracken und in die Zelte zu den Flugzeugen eingezogen, auf hartes Lager, doch geschützt gegen Regen und die verknüpft war. empfindliche Kühle der Bergnächte. Es ist wenig Geld, das in dem Fliegerlager auf der Rhön sich Biele ehemalige Offiziere, die jetzt ein Stelldichein gegeben hat. an ihrer studieren oder sich in wenig einträglichen Berufen früheren Stellung gemessen durchs Leben schlagen, der Fliegerei aber mit Haut und Haaren verschrieben sind. Hier oben im Lager durchs Leben schlagen, der Fliegerei haben sie jene Romantik, die sie am Feldleben geschätzt hatten, jeder holt sich sein Essen vom Kessel und löffelt aus seinem Napf den Grießbrei oder den Kartoffelsalat, und das Ganze kostet trotz dreier Mahlzeiten nur fünfzigtausend Mart. Wenn lange Windstille gewesen ist und es an den Flugzeugen nichts mehr zu bosseln gibt, dann liegen die langen Gestalten in der Sonne, träumen von den guten Zeiten, die einmal waren, und reden von den schlechten, die heute sind, und langsam dämmert auch in diesen Hirnen eine Ahnung von der Unwiderruflichkeit der neuen Zeit. Weithin leuchten die Zelte ins Land, blendend im Sonnenschen. Sie bergen die sechzig Flugzeuge, die während des August im Borund Hauptwettbewerb starten sollen. Milliardenwerte als Einsatz für den Hauptpreis von einer Million Mart. Doch der Wille wird von Begeisterung, Energie, Fleiß und Ausdauer getragen. Der erste Eindruck ist militärisch. Die Oberleitung hat ein General, es gibt einen Lagerfommandeur, und auch an Hauptleuten Bald werden wieder die Herbstnebel aus den Rhöntälern steigen, und Leutnants ist fein Mangel. Auch ein Oberstabsarzt ist da. Den Hauptteil bilden natürlich Fliegeroffiziere a. D. Selbst aus Wien die kindliche Fulda, die hier ihren Ursprung hat, vereisen, und wenn und Prag sind sie gefammen. Ein junger Schwede glänzt durch Schneestürme um die Baraden brausen, sind die Flieger in ihre besonderes Können. Die großen deutschen Kanonen fehlen noch. örtlichen flugtechnischen Vereine zerstreut, wo unter Mitwirkung der Die schnelle Entwicklung der Flugtechnit hat Etappen über- technischen Hochschulen die Erfahrungen der sommerlichen Flugzeit sprungen. Die Möglichkeiten des Segelfluges werden nicht aus- für den Bau auch der Motorflugzeuge ausgebeutet werden sollen. geschöpft, der starke Motor mit seinen surrenden Propellern schien Denn darin liegen die praktischen Möglichkeiten des Segelfliegers. einzige Möglichkeit. Der Versailler Vertrag nahm Deutschland das Er denkt nicht daran, den Motorflug zu verdrängen. Nur einer bleibt oben, bei jedem Wetter: der Tischler ElpenRecht, Flugzeuge mit starken Motoren zu bauen. Die Energien, die der Flugtechnik zugewandt waren, gingen auf die Anfänge der laub. Seit 1921 hauft dieser Schwabe oben und baut und baut an Fliegerei urück und begannen zu fegeln, nicht mit Schwingen, die feinen Flugzeugen, mag es draußen Schneewehen vor seiner Barade mit Wachs geklebt waren, sondern mit richtiger. Ein- und Doppel- türmen oder die Sonne auf die Almen brennen. Ihm spiegelt sich deckern, doch motorlos, daher an aufsteigenden Wind gebun- die ganze große Welt in feinen Flugzeugen. Den Austlang des Seglerwettbewerbes soll in diesem Jahre den, tem sie entgegengleiten. Bewegliche Tragflächen, Seiten- und Höhensteuer ermöglichen eine beschränkte Beweglichkeit. Selbst tie ein Besuch des Reichspräsidenten bilden. Ob er fommen wird? Verlegung des Körpergewichts wird als Mittel der Steuerung nicht an den Hallen flattern alle möglichen Wimpel, Schwarz- Weiß- Rot und die albe Reichsflagge mit dem kaiserlichen Adler fehlen nicht. gering geschätzt. Hoffentlich hat es die Oberleitung der Flugwoche bis zum Besuch des Reichspräsidenten auch schon zu einer schwarzrotgoldenen Fahne gebracht, die auf hohem Mast, alles überflatternd, ins Land schaut, kündend daß, auch hier oben das neue Deutschland eingezogen ist. Friz Tejessy. Es sind mühsame infänge, die die Waffertuppe bevöitern. Eetundenflüge find schon Zeitungen. Der deutsche Reford vom vorigen Jahr, gehalten von sengen, beträgt drei Stunden und sechs Minuten. Alles ist hoffnungsfreudig in dem Willen, ihn zu überbieten. Wenn bloß der Wind genügend kräftig ist, denn je mehr sein Auftrieb die Fallkraft des Flugzeuges überwintet, desto günstiger find die Aussichten. Es ist ein ewiges Warten auf günstigen Wind. Doch dann, wenn er endlich einmal richtig bläst, dann freifen die großen Vögel, vom Binde getragen, um die Kuppe, und alles blidt gespannt auf die Uhr und schnüffelt nach dem Wind. Die Rhön ist, vielleicht abgesehen von der Seefüfte, der beste Startplatz für Segelflieger. Nur wenig Wald umkleidet die sanften Die Neubanten der Landwirtschaftlichen Hochschule in Dahlem. Von den neuen Anlagen der Landwirtschaftlichen Hochschule in Dahlem ist jetzt die erste Baugruppe bezogen und in Betrieb genommen worden. Die Notwendigkeit, die Intensivierung unserer Landwirtschaft in der heutigen Notlage wissenschaftlich zu begründen, neue Arbeitsmethoden und Arbeitsmittel wissenschaftlich zu studieren, ist der Grund zum Umzuge der Hochschule aus der Invalidenstraße hinaus vor die Tore Berlins gewesen. Die ganze Anlage wird nach den Entwürfen des Architekten Heinrich Straumer einheit lich in Backsteinbau durchgeführt. Auf der Dahlemer Feldmark bieten sich nun schone eine ganze Reihe dieser Neubauten in schmucker Einfachheit dar. Bollständig eingerichtet ist jetzt das zweigeschossige Institut für Agrikulturchemie unter Prof. Lemmer. mann. Bei aller Einfachheit wirft es schon von außen freundlich, nie die großen Fenster weiß in den Flächen fißen und ganz wenige Schmudformen vernünftig verteilt sind. Anschließend wurde das Begetationshaus fertig, dann Scheune und Schuppen für Unterbringung der Versuchsernten. Diese Bauten an der Lenze- Allee bilden eine Gruppe. In der Nachbarschaft findet man ein nettes fleines Feldhütenhäuschen für das Institut für Bererbungs. forschung. Denn jetzt sind auch von dieser wichtigen Anstalt, die Prof. Erwin Baur leitet, die Tierställe fertig geworden. Es find geräumige Gehöfte für Hunde, Kaninchen, Ratten und Mäuse. Und zum Bererbungsinstitut gehören auch die neuen Gewächs häuser für Pflanzenversuche, in denen besonders mit den verschie benen Arten des Löwenmauls, Antirrhinum, und mit Heuschrecken gearbeitet wird. In der zweiten Bauperiode, die jetzt beginnt, foll zuerst das Institut für Vererbungsforschung selbst mit seinen Laboratorien herankommen, mit dem Bienenhaus und den Schweineställen, mit freiem Auslauf für die Tiere in die Sonne. Dann wird man an das Institut für Pflanzenfunde gehen. Nördlich der Benze- Allee wird endlich das Institut für Maschinenkunde und das für Kulturtechnik errichtet. Bom Temperaturjinn. Die Feinheit des Temperaturfinns, der Empfindung für bestimmte Grade von Kälte und Wärme, die wir an Der erste Meister des Fallschirms. Der 100jährige Todestag unserer Haut befizen, ist früher sehr überschätzt worden. Die des französischen Luftschiffers Garnerin, der auf den 18. August Schwierigkeit der Bestimmung der Grenzen, bis zu denen gewisse fällt erinnert an denjenigen unter den Pionieren der Luftschiffahrt, Temperaturwerte wahrgenommen werden, liegt in der Unsicherheit, der zuerst den Fallschirm als ein sicheres Hilfsmittel verwendete. Gaz mit der objektin gleiche Temperaturen von einzelnen Personen bes nerin stammte aus einer Familie von Luftschiffern; auch sein Vater urteilt werden. Prof. Pütter, der darüber in der Kieler Medizinischen hatte sich schon mit dem Flug im Luftballon beschäftigt; fein älterer Gesellschaft nähere Mitteilungen machte, hat gefunden, daß nur in Bruder versuchte in der napoleonischen Zeit besonders die Vervoll- der Hälfte der Fälle, vielfach sogar nur in einem Viertel der Fälle, tommnung des Seefluges. Auch der Meister des Fallschirms, die Temperaturen von verschiedenen Verfuchspersonen als gleich bes Zeigner bei Stresemann. Wirtschaft Ein unmöglicher Reichsbankausweis. Der Ausweis der Reichsbank vom 7. Auguft verzeichnet eine meister wurde ein Berfahren wegen verleumderischer Beleidigung eines Vorgesetzten eröffnet und außerdem brummte man ihm noch BIB. meldet: Der Reichskanzler hatte heute in Gegen eine Anklage wegen verleumderischer Beschwerde gegenüber seinem wart des Reichsinnenministers eine ausführliche Aus- Kolonnenführer auf. Das Kriegsgericht brachte es fertig, den gesprache mit dem fächsischen Ministerpräsidenten. Gegen wissenhaften und pflichttreuen Wachtmeister zu drei Monaten stand dieser Aussprache waren die Verhältnisse in Sachsen in Gefängnis zu verurteilen, die ihm während des ganzen wirtschaftlicher und politischer Beziehung. Der sächsische Minister- Krieges anhafteten, auch wenn er sie nicht abzufigen brauchte. Der neue Steigerung des Banknoten um laufes, und zwar präsident wies auf die große Erregung der sächsischen Ar- Drückeberger von Leutnant aber ging as untadelig aus. Dem ver um 18,7 Billionen auf 62,3 Billionen Mark. Es ist bekannt, daß diese beiter bevölkerung hin, die sich aus der allgemeinen Notlage urteilten Wachtmeister gelang es jetzt, ein Wiederaufnahmeverfahren beschleunigte Tätigkeit der Notenpresse den Bedarf an Zahlungsmitteln des besonders hart betroffenen Industrielandes Sachsen ergeben hat durchzusehen. Dabei ergaben sich Zeugenaussagen mehrerer ehe- nicht befriedigt hat. Obwohl aber alles getan werden soll, die wirtund die mit polizeilichen Mitteln allein nicht befämpft maliger Angehöriger der Fuhrparkfolonne, daß die Meldung des schaftlichen Ursachen des Notendruckes zu beseitigen, findet sich in dem werden könne. Borbeugende Maßnahmen wirtschaftlicher und Wachtmeisters voll und ganz der Wahrheit entsprochen hatte. Das vorliegenden Reichsbankausweis eine erneute Steigerung der von finanzpolitischer Art seien erforderlich. Der Ministerpräsident be- bürgerliche Gericht fom deshalb zu seiner völligen Freisprechung. der Reichsbank gegen Handelswechsel gewährten Kredite, und zwar tonte ferner den festen Willen der sächsischen Regierung, Ruhe und Die Kosten muß die Reichskasse, also der Steuerzahler der Republik, um 7 auf 25,3 Billionen Mark. In unserem gestrigen Abendblatt Ordnung im Lande aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammen- tragen. Warum zieht man dafür nicht die Richter jenes Stand- haben wir bereits darauf hingewiesen, wie gefährlich diese Papier hange erwähnte er den gestrigen Aufruf der sächsischen Regierung gerichtes mit ihrem wahrheitswidrigen Urteil heran? an die Bevölkerung und Anweisungen des sächsischen Justiz- und Innenministers. Uebereinstimmung ergab sich darüber, daß zur schnellen Wiederherstellung normaler Zustände es vermieden werden müßte, die bisherigen bedauerlichen Borgänge zu politischen Zwecken aufzubauschen, wie dies teilweise in der Presse geschehen ist. Im ganzen stellte der Reichskanzler die volle Zustimmung des sächsischen Ministerpräsidenten dazu feft, im Zusammenwirten mit der Reichsregierung die Grundlagen der heutigen Staatsordnung mit allen zur Verfügung stehen. den Mitteln zu schüßen. Ermäßigung der Lohnsteuer. Durch den raschen Markverfall find die Ermäßigungsfäße bei der Lohnsteuer bereits wiederum völlig unzulänglich geworden Die Ermäßigungsfäße sind so niedrig, daß der von dem Lohn einbehaltene Steuerabzug in vielen Fällen bereits wieder mehr als 7 Broz. beträgt. Dieser Zustand hat der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Veranlassung gegeben, im Steuerausschuß die Neuregelung der Abzüge zu beantragen. Für den Monat August fann aber wegen de: enormen Schwierigkeiten eine Abänderung der Ermäßigungsfäße nicht mehr erfolgen. Die neuen Ermäßigungsfäße werden. ab 1. September in Kraft treten und sollen so hoch bemessen werden, daß damit ein Ausgleich geschaffen wird für fie zu niedrigen Säge in der zweiten Hälfte des Monats August. Welche Säße ab 1. September gelten, wird der Steuerausschuß des Reichstags am fommenden Mittwoch beschließen. Die sozialdemokratische Fraktion hat Wert darauf gelegt, daß die Ent. scheidung über die Höhe der Ermäßigungen erst nächst e Woche erfolgt, weil sie erst einen Ueberblick über die Höhe der fünftigen Löhne haben will. Denn es muß die Gefahr ausge schlossen bleiben, daß wiederum die Ermäßigungssäge zu niedrig festgesetzt werden, wie das leider bisher oft der Fall war. richtigen Säße aber werden am besten gefunden, wenn ihre Festfehung möglichst nahe vor dem Termin des 1. September erfolgt. Troz der Beschlußfassung am kommenden Mittwoch werden die neuen Ermäßigungsfäße beſtimmt ab 1. September in Kraft treten. Späte Rechtfertigung. Die Wie früher Kriegsgerichtsurteile zustandekamen. Aus Baden wird uns geschrieben: Vor der Ferienftraffammer in Freiburg i. Br. fand dieser Tage ein Kriegsgerichts. urteil endlich seine Korrektur, das im Jahre 1916 ergangen war und das als Muster gewertet werden tann für den Obrigkeits. dünkel in der alten Armee und daher auch heute noch fest gehalten zu werden verdient als Beispiel für den Geist der wichelminischen Aera. Ein Wachtmeister einer Fuhrparkfolonne des 14. Armeekorps hatte seinerzeit Meldung gemacht über die Drüde bergerei eines Leutnants feiner Kolonne, der Munitions. perladungen immer hübsch aus dem Wege zu gehen wußte, wenn feindliches Feuer bevorstand. Was aber geschah auf diese Meldung? Feigheit vor dem Feinde gab es natürlich nicht für einen Offizier, so etwas durfte mur bei Mannschaften vorkommen, um die Disziplin nicht zu gefährden. Also drehte man den Spieß um, getreu dem bewährten Rezept der preußischen Armee, inuner dem Beschwerdeführer eins auszuwischen. Gegen den Wachtzeichnet werden. Die Temperaturen, bei denen die Beurteilung von Unterschieden am feinsten ist, liegen zwischen 30 und 33°. Die fleinste Schwelle zeigt in diesem Bereich die Stirn mit 0,55°, die größte die Brust mit 1,55°. Auf der Stirn ist also der Temperaturfinn am besten entwickelt. Erhöhte Schöffengelder. marttredite im volfswirtschaftlichen Interesse sind. Sie sind eine Quelle ungeheurer Bereicherung der Sachwertbe siger und eine Gefahr für den Auslandskurs der Mark und müssen daher sofort abgestoppt werden. Neben den auf Handelswechsel an Private gegebenen Krediten Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion hat Veranlaffung ge- find aber im Reichsbantausweis auch die Lombardforde. nommen, einen Initiativgesehentwurf einzubringen, der den Schöffen, Geschworenen und Steuerausschußmit- rungen der Reichsbank enthalten, die ebenso wie in der Borwoche gliedern die Gewähr gibt, daß den Arbeitern und Angestellten eine unverhältnismäßig starke Steigerung aufweisen. Sie haben sich der entgangene Arbeitsverdienst voll zurüder in der ersten Augustwoche mehr als verdreifacht und sind stattet wird und der ihnen außerdem eine den Teuerungsver- auf 8,6 Billionen Mark angeschwollen. Nun hat die Reichsbank am hältnissen angepaßte Aufwandsentschädigung gewährleistet. Der 1. Auguft erklären lassen, daß sie Lombardkredite nur noch auf Gefeßentwurf ist nicht zur Verabschiedung gebracht worden, weil wertbeständiger Grundlage geben würde. lleber der. vom Reichsjustizminifterium dem Reichsrat eine Verordnung unter artige Lombardforderungen, die doch bis zu einem gewissen Grade breitet worden ist, nach der dieselbe Materie unseren Wünschen Gold charakter tragen, enthält der Reichsbankausweis tein entsprechend erledigt wird. Danach ist ein Stundenverdienst von Wort. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Lombardkredite auf 4000 m. als Grundsumme festgesetzt. Dazu treten die Zuschläge zu den Beamtengehältern, so daß nach dem augenblicklichen Stande der Goldgrundlage in der ersten Augustwoche nur zu einem verschwindend 400 000 M. in Betracht kommen dürfte. Sobald die Verordnung man den wesentlichen Teil dieser Reichsbankguthaben bei den PriTeuerungszuschläge für die Beamten ein Stundenlohn von rund geringen Teile in Anspruch genommen worden sind. Dann muß des Reichsjustizministeriums Gefeßestraft erlangt hat, wird das vaten ebenfalls jenen Papiermarktrebiten zurechnen, an Reichsfinanzministerium die Finanzamter anweisen, daß sie auch auf denen sich die Sachwertbefizer auf Kosten der Allgemeinheit bedie Mitglieder der Steuerausschüsse Anwendung findet, und daß die reichern. Es ist aber ebensogut denkbar, daß man es lediglich aus Auszahlung der Aufwandsentschädigung sowohl als auch des ent- bureaukratischen Bedenken unterlassen hat, die von der gangenen Arbeitsverdienstes immer sofort erfolgt. Dadurch würde eine erhebliche Erleichterung in dem bisherigen Zustand ein Reichsbant erteilten wertbeständigen Kredite als solche auszuweisen. treten, bei dem die fälligen Summen erst nach Ablauf vieler Das aber wäre ein ganz unmöglicher Zustand. Die Wochen in völlig entwerteter Mart erstattet wurden. Schwindelmethoden der Bilanztechnik der privaten Wirtschaft, die darauf hinausläuft, die Goldmerte möglichst zu verstecken, darf sich die Reichsbank auf keinen Fall zu eigen machen. Wenn sie Kredite auf wertbeständiger Grundlage verleiht, so muß das auch nach außen hin sichtbar werden. Die wertbeständigen Lom bardguthaben der Reichsbank sind nämlich, wie ihr Name sagt, von den Schwankungen des Goldwertes viel weniger abhängig als die Papiermartguthaben und können daher, richtig angewandt und ausgestaltet, im Notfalle selbst gegen Devisen beliehen werden. Die Reichsbank und das Reich werden also dadurch gegenüber dem Ausland kreditfähiger. Statt dessen ist weder im Reichsbankausweis noch in dem halbamtlichen Kommentar zu dem Ausweis von ihnen mit feinem Wort die Rede. Schließung von Buchdruckereibetrieben. Wolffs Telegraphenbureau meldete gestern aus Halle: „ Die Zeitungsverlage von ganz Mitteldeutsch land haben beschlossen, wegen des unerschwinglichen Tarifwochenlohnes von 36 millionen Mart an der Spitze heute allen Buchdruckgehilfen zu kündigen und die Betriebe zu fchließen. Es foll versucht werden, durch einen Regionaltarif diese Krise zu überwinden. Es ist unbedigt zu fordern, daß fünftig die wertbeständigen von der Reichsbant erteilten Kredite getrennt werden von den Es soll nicht verkannt werden, daß insbesondere die fleinen Zeitungsverlage mit recht erheblichen Schwierigkeiten zu tämpfen haben und das Zeitungsgewerbe im allgemeinen heute teine Seide Spinnen fann. Es ist jedoch irreführend, den Tariflohn der Buch brucker als Ursache dafür anzugeben, und gar als einzige Ursache. Die Beitungsverleger müßten schon mit mindestens derselben Papiermarkkrediten, andernfalls ist überhaupt eine Uebersicht darEnergie, mit der sie sich gegen eine halbwegs ausfömmliche Ent- über unmöglich, ob die Reichsbant es mit den von ihr selbst als notlohnung der Gehilfenschaft wenden, sich gegen den maßlofen wendig anerkannten Goldkrediten ernst meint. Schon ohnehin Papierwucher wenden, der die wirkliche Ursache der ist der Ausweis der Reichsbank ein wildes Durcheinander von Goldmangelnden Brofperität des Gewerbes darstellt. Diese Ursache fann und Papiermarkwerten, aus dem sich kaum mehr jemand auskennt. auch durch feinen„ Regionaltarif" behoben werden, der unter der Wenn der Ausweis es aber seiner Bestimmung gemäß ermöglichen Drohung der Brotlosmachung erzwungen werden soll. wird, die Geldbewegung bei der Zentralnotenbant zu beurteilen, so müssen endlich wieder neue Methoden für seine Aufstellung gefunden werden. * Eine weitere Wolff- Meldung aus Dresden besagt, daß unabhängig von dem Vorgehen der Zeitungsverleger in Mittelbeutschland auch die sächsischen Zeitungsverleger einen ähnlichen Beschluß gefaßt haben. In zahlreichen Betrieben ist gestern bereits dem gesamten Personal gekündigt morden, in anderen Orten werde heute die Kündigung erfolgen. Auch hier fehlt nicht der Hinweis, daß ein Weitererscheinen der Zeitungen unmöglich sei, wenn nicht durch regionale Tarife die Krisis überwunden werden kann. Kein Wort von den Papier preisen. Anscheinend handelt es sich um einen planmäßi gen Borstoß gegen den kaum abgeschlossenen Buchdruckertarif. ein Der Reichskommissar Heine Martverkäufe an das Ausland. für Aus- und Einfuhrbewilligung hatte vor einiger Zeit für dies jenigen Waren, für die Generalausfuhrbewilligung besteht, auch Befreiung von der Rechnungslegung in Auslandswährung unter Devisenablieferung gestattet. Mit Rücksicht auf die dringende Devisenbeschaffung für die Reichsbank hat der Reichskommissar laut Konfektionär" diese Ermächtigung nunmehr aufgehoben. Gleichzeitig teilt der Reichskommissar mit, daß schärfere Maßnahmen zur Erfassung der für die Betriebe nicht dringend erforderlichen Devisen durch die Reichsbank in Vorbereitung sind. Die Hakenkreuzler wählen nicht. Uebersteigerung der Hopfenpreise. Den Gipfel in der Steigerung München, 17. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Bom 13. bis der Preise für Indubstrierohstoffe dürfte der Hopfen erreicht haben. Auf dem Daumenballen werden 0,7° erkannt. 16. August hielten die österreichischen Hafenkreuzler Die heute für Hallertauer Hopfen geforderten Preise gehen bis zu Dies eigentümliche Verhalten des Temperaturfinns ist auf seine dop- in Salzburg ihren diesjährigen Parteitag ab, wobei 250 Orts. 280 000 000 m. für den Zentner. Dieselbe Qualität fostete in den pelten Sinnesorgane zurückzuführen. Bersuche, die mit ganz fur gruppen und 450 Delegierte vertreten waren. Der Jahresbericht letzten Jahren vor dem Kriege durchschnittlich zirka 100 m. Die dauernden Temperaturreizen ausgeführt wurden, ergaben, daß verzeichnet eine Mitgliederzahl von 34 000, wovon 9800 sogenannte Steigerung beträgt demnach das 2800 000 fa ch e! Die DollarUnterschiede, die nicht immer halb von 0,8 bis 1,3 Sefunden, jeden- Ordnertruppen sind. Der Parteitag stand unter dem Schuß von steigerung beträgt bei einem Kurse ven 2 700 000 m. dagegen nur falls weniger als 2 Sekunden, erkannt wurden, auch nicht wahrge etwa 3000 solcher D: dnertruppen, Sabei 4 Rompagnien aus das 700 000fache. Demnach dürfte der Hopfenpreis höchstens nommen werden konnten, wenn man sie beliebig lange einwirken Südbayern. 700 000 Mt. pro Zentner betragen. Diese enorme Preissteigerung des ließ. Die Auswertung dieser Beobachtung mit Hilfe der Theorie Im Mittelpunkt des Parteitages ftand die Beteiligung Hopfens ist, wie von intereffierter Geite mitgeteilt wird, um so der Wärmeleitung ergibt, daß die Sinnesorgane, die der Unterschei- an dem im Herbst stattfindenden Nationalratswahlen, weniger zu verstehen, als die Ernteaussichten doch nicht so schlecht dung von Temperaturen dienen, sehr nahe an der Oberfläche der wozu bekanntlich die Großdeutschen den Hafenkreuzlern Haut liegen müssen, jedenfalls nicht unterhalb der Hornhaut. Beim Wahlbündnis vorgeschlagen haben. Die ob dieser Frage ent- find, wie es vor einigen Wochen noch den Anschein hatte, nachdem Menschen sind so oberflächliche Nervenenden noch nicht bekannt, wohl brannte Debatte drohte mehr als einmal zur Sprengung der die Witterung sehr günstig geworden ist. Man glaubt mit einer anaber bei anderen Säugetieren. Partei zu führen, zumal der bisherige Parteiführer Dr. Riehl nähernden Mittelernte rechnen zu können. Es scheint, daß die ge= Sportrefords von Tieren. Wenn man das schnellste Tier nennen aus Wien und andere prominente Führer feinen Zweifel darüber steigerte Ausfuhr von Hopfen wesentlich zu der ungeheuren foll, so wird wohl in den meisten Fällen der Hafe oder vielleicht ließen, daß, wenn die Entscheidung nicht in einem für sie an- Preissteigerung beiträgt. Es sind in der Zeit vom 1. September der Windhund als der Schnelläufer des Lierreiches bezeichnet wer. nehmbaren Sinne fallen sollte( also für die Wahlbeteiligung), fie 1922 bis 31. mai 1923 66 138 Bentner mehr ausgeführt als einden. Der Hase aber kann diesen Ruhm nicht für sich in Anspruch aus der Partei austreten würden. Im Namen Hitlers forderte geführt, wogegen der Ausfuhrüberschuß im September 1921 bis nehmen, eher schon der Windhund. Ein englischer Naturforscher, der Esser München absolute Wahlenthaltung, da man in Deutschland August 1922 nur 1892 Bentner betragen hat. Ein Ausfuhrüberschuß überraschende Leistungen der Tiere an Schnelligkeit und Ausdauer unmittelbar vor einer nationalen Dilbatur stünde; es wäre ein von 66 000 Bentnern muß den Markt stark beeinflussen, da die gezusammenstellt, gibt dem Windhund den Preis vor dem Hasen. Ein Verbrechen an der Partei, in einem solchen Zeitpunkt sich famte Ernte Deutschlands im vorigen Jahre nach amtlicher Ancrstklassiger Winhund fann eine furze Strecke mit einer Geschwindig. noch am gegenwärtigen Parlamentarismus zu feit von mehr als 50 Kilometer in der Stunde laufen, während der beschmutzen. Schließlich wurde die Frage einem Ausschuß gabe nur 124 000 Zentner betragen hat und die Brauindustrie Hase es höchstens auf 45 Kilometer in der Stunde bringt. Die zur Erledigung übergeben, bestehend aus den nationalsozialistischen in diesem Jahre gegen 150 000 Zentner gebraucht. Die deutsche schnellsten Tiere sind der Windhund, das Rennpferd, die Antilope, Führern Desterreichs, Deutschlands und der Tschechoslowatei, in Brauindustrie bemüht sich daher um Einschränkung der Ausber Hase, der Fuchs und der Kojote. Nach diesen kommen dann der dem bei Stimmengleichheit Hitler, der zunächst noch abwesend fuhr- und Erweiterung der Einfuhrmöglichkeit, da zu den bestehenFuchshund und der graue Wolf. Man hat die Schnelligkeit dieser war, die Entscheidung treffen sollte. Dieser griff denn auch tat- den Preisen erklärlicherweise feine Brauerei Hopfen kaufen kann, Tiere gemessen, indem man mit Hilfe einer Stoppuhr ihren Lauf, fächlich von München aus ein und befahl, daß die österreichische ganz abgesehen davon, daß die Produzenten nichts oder nur kleinste wenn sie verfolgt wurden, über eine bestimmte Strecke beobachtete Bruderpartei absolute Wahlenthaltung zu üben habe. Mengen abgeben. und die Fußtapfen, die sie auf dem Boden am besten einer und nun geschah das Merkwürdige: Unter dem Eindruck des Re- Das Ergebnis des Preisausschreibens der Wirtschaffsturve". # 9 Schneefläche zurückließen, maß. Der Mensch kann höchstens etwa gierungswechsels im Reich und unter dem Ein. 32 Kilometer in der Stunde zurücklegen, und diese Leistung fann er brud ber durch die tommunistische he he drohen. In ihrem Heft I, Jahrgang 1923 hatte die Vierteljahrszeitschrift höchstens auf einer Strede von 100 meter vollbringen. Keins der den Katastrophe, vor allem aber unter dem Eindruck der Die Wirtschaftskurve mit Inderzahlen der Frankfurter Beitung" genannten Tiere ist natürlich imftande, seine Rekordschnelligkeit vertraulichen Mitteilungen Hitlers über wichtige ein Preisausschreiben erlassen für die besten Beiträge zur eraften cuf längere Streden zu bewahren. Am ausdauerndsten sind im unmittelbar bevorstehende Ereignisse wurde nun plöglich die pro- Erforschung der Frage, wie sich Der Anteil des Lohnes von der Vorkriegszeit bis zur Schnellauf der Fuchs und der Wolf, die darin den Windhund und flamierte Wahlenthaltung auch von den bisherigen Gegnern mit am Preise der Produkte das Rennpferd übertreffen. Begeisterung aufgenommen. Gleichzeitig wurde Dr. Riehl zum Gegenwart entwidelt habe. In Anpassung an die Geldentwertung Im allgemeinen find die wilden Tiere ausdauernder als die Parteiführer wiedergewählt und mit einer gradezu diftatorischen sind Anfang August folgende Preise für die besten eingegangenen Haustiere. Der graue Wolf z. B. fann in einer Nacht über 150 Gewalt ausgestattet. Arbeiten zur Verteilung gelangt: 1. Preis: Herr Georg LanKilometer laufen, eine Leistung, die die Kraft jedes Pferdes übe dauer, stud. rer. merc., München( Aus dem Gebiete der Baumsteigt. Dagegen ist auf furzen Streden das Pferd als Haustier mollspinnerei und Weberei) 4 Millionen Mart; 2. Preis: Her: schneller als das wilde Pferd, und jedes gute Roß, das einen Hermann Nathan- lim( Brauerei) 2,5 Millionen Mart; 3. Preis: Reiter trägt, wird einen Mustang überholen. Wenn man sich nach Herr M. Schliebener. Deutscher Holzarbeiterverband, Berlin dem Champion der Ausdauer unter den Tieren umfieht, so wird ( Möbelfabrikation) 1,5 Millionen M., 4. Preis: Herr Verwaltungsman in dem Dromedar einen Reforbbrecher finden. Ein Renn inspektor Kleinstüd- Frankfurt a. M.( Straßenbahn) 1,5 Millionen M. pferd kann 100 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von etwa Ferner erhielten drei Trostpreise von je 600 000 m.: Herr Otto 20 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Das Dromedar wird in Beder- Saarbrüden I( Eisenkonstruktion), Herr ( Eisenkonstruktion), Herr A. Halbf ell, den ersten 5 Stunden nur 125 Kilometer bewältigen, wird aber Steiger- Buer- Scholven( Kohlen und Eisen), Herr H. Chrift, stud., dann 12 bis 14 Stunden von den 24 Stunden des Tages eine Keine Todesurteile in Bulgarien. Wie die bulgarische Gesand- Gießen( Getreide, Mehl, Brot). Eine zusammenfassende Uebersicht Woche hindurch mit derselben Geschwindigkeit weitert: aben, und schaft durch WIB. mitteilt, ist die am 15. Auguft veröffentlichte über die Ergebnisse dieser Arbeiten wird in dem Ende August er das mit so geringer Nahrungsaufnahme, daß ein Pferd dabei sehr Meldung über Todesurteile gegen frühere Minister falsch. Gegen scheinenden Heft III( Jahrgang 2) der Wirtschaftskurve mit Inder. rasch sterben müßte. die Mitglieder des Kabinetts Stambolijsti ist eine Untersuchung ein- zahlen der Frankfurter Zeitung" zur Beröffentlichung gelangen. geleitet, die noch nicht abgefchloffen ist. Eine Gerichtsverhandlung hat Ausführlichere Veröffentlichungen der Preisarbeiten bleiben vora bisher überhaupt nicht stattgefunden. behalten. Ein Bildnis des Dichters Arno Gols, das Michel Fingesten gechaffen hat, erwarb die Stadt Schöneberg. Wegen fortgefeßter Beleidigung des Reichskanzlers Strefe. mann und wiederholter Verunglimpfung und Beleidigung der republikanischen Staatsform wurde das deutschvölkische Deutsche Tageblatt" des Herrn Wulle mit Wirkung ab Sonnabend auf 14 Tage verboten. PP 1 T sewerkschaftsbewegung Benn es dem Betriebsrat nicht gelang, burch gütliches Zureben| Kolleginnen materiell unb tbeell zu unterstützen. Folgende Resolution den Stoßtrupp aus der Knorrbremse dazu zu bewegen, den Betrieb fand einstimmige Annahme: Die in Buchdruckereien beschäftigte zu verlassen, dann wäre es Pflicht des Betriebsrats gewesen, felber Kollegenschaft spricht den im Streit befindlichen Kollegen und die Sipo herbeizurufen. Soweit geht es denn doch nicht, daß selbst Kolleginnen ihre wärmste Sympathie aus. Sie erklärt, mit allen Hetze gegen die sozialdemokratischen Betriebsräte. Betriebsfremde die Belegschaft eines Betriebes grund- und zwecklos ihnen zu Gebote stehenden Mittein, eventl. auch durch Arbeitsnieders Es ist unmöglich, im einzelnen das Treiben der Kommunisten zum Feiern zwingen können. Wir können uns weder zur Be- legung, die Kämpfenden zu unterstützen und den Streit zu einem in den Betrieben zu schildern, das vor acht Tagen gegen unsere folgung fommunistischer Generalstreifparolen, noch zur Solidarität siegreichen Ende zu führen. Genossen und den indifferenten Teil der Belegschaft geübt wurde, mit Gemalt zwingen lassen. Gegen Gewalt muß man sich wohl Um eine Sache, die aus Mangel an guten um fie zu 3 mingen, der Generalftreifparole zu folgen. Nach- oder übel mehren. dem die große Attion der KPD.- Zentrale verpufft ist, trotzdem der Gründen nur noch mit brutaler Gewalt verfochten werden kann, größte Teil unserer Genossen sich den einstimmigen" Beschlüssen ist es schlecht bestellt. fügte und für die verfehlte Aftion mit innerem Widerstreben auf den Arbeitsverdienst von zwei und drei Tagen verzichtete, tobt sich die Wut der Kommunisten nicht nur in Worten, sondern auch in Taten aus. Achtung, Plenarversammlungsdelegierte! Achtung, Maler! Auf Grund des gestern gefaßten Schiedsspruchs, der endgültig rechtskräftig geworden ist, werden in einigen Betrieben den Kollegen Reverse vorgelegt, die das Einverständnis mit niedriger Entlohnung fordern als der Schiedsspruch fie vorfieht. Bei Verweigerung der Unterschrift wird mit Ents Plenarversammlung der Gewerkschaftskommiffion und des Afalaffung gedroht. Die Unterschrift solcher Reverse ist selbstver Ortstartells heute nachmittag 4 Uhr im Reichstag, 1. Ober- ständlich zu verweigern. Bei Entlassungen ist sofort der In den Betrieben, in denen der Arbeiter- und Betriebsrat nicht geschoß, Saal 12, Eingang Portal 5. Stellungnahme zu den legten Schlichtungsausschuß in Anspruch zu nehmen, da nach vollständig in kommunistischen Händen liegt, werden unsere Genossen Vorgängen. Die Delegierten beider Spikenorganisationen find den geseglichen Bestimmungen ohne Kurzarbeit feine Entlassung in der Betriebsvertretung für die Maßregelungen verantwortlich zum bestimmten und pünktlichen Erscheinen vererfolgen fann. Bei Komplikationen ist sofort das Bureau zu bezu machen versucht, die Hetze gegen sie betrieben. Wie das gemacht pflichtet. Einladung nur durch die Presse. Delegiertenkarten nachrichtigen. Die Ortsverwaltung. wird, sei an zwei Beispielen gezeigt. Am Donnerstag berichtete und Mitgliedsbuch legifimieren. die„ Rote Fahne"( in Nr. 188) u. a.: im rinnen. Mig u. Genest In diesem Betrieb wurden unter der Anleitung der BSPD. Betriebsräte Galle und Jahn 189 Kollegen, darunter fünf Betriebsräte, gemaßregelt. Heute abend wird die Belegschaft ,, Birkenwäldchen" erneut zu dieser Schufterei Stellung nehmen." Die Hälfte der etwa 2500 Beschäftigten besteht aus Arbeite Die beiden genannten Genoffen nahmen von vornherein gegen den von ihrer Gewerkschaft nicht sanktionierten Generalstreit Stellung, fügten sich jedoch dem auch hier mit Gewalt erzwungenen Streitbeschluß. Am Montag wurde die gesamte Belegschaft entlassen. Eine Betriebsversammlung am Dienstag beschloß, nachdem Der„ Generalstreit" aufgehoben war, die Arbeit am Mittwoch wieder aufzunehmen. Gegen etwaige Maßregelungen sollten die Gewerkschaften um Vermittlung angegangen werden und für den Fall, daß fie nicht eingreifen würden, die Arbeit wieder eingestellt werden. Nach Aufnahme der Arbeit stellte sich heraus, daß 93 ( nicht 189) Arbeiter nicht wieder eingestellt werden sollten. Der Arbeiterrat wollte deswegen mit der Direktion verhandeln, die je doch Verhandlungen ablehnte unter Hinweis darauf, daß nach der Entlassung und Neueinstellung der Belegschaft fein Arbeiterrat mehr bestehe, sondern erst neu zu wählen sei. Verhandlungen fönnten nur von Organisation zu Organisation geführt werden. Letztere Auffassung vertrat auch der von unseren Genoffen angerufene Metallarbeiterverband. Bei der großen Zahl von Diffe= renzen sei es schon technisch unmöglich, mit jeder einzelnen Firma zu verhandeln: es fönnten nur generelle Verhandlungen geführt werden. Die Belegschaft solle zunächst weiterarbeiten, und das Erbnis der Verhandlungen mit dem BBMJ. abwarten. Lohnregelung im Bergban. Nachdem am Donnerstag in den Verhandlungen zwischen den Bertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Einigung über die Lohnerhöhung im Kohlenbergbau nicht zustande gekommen war, trat gestern im Reichsarbeitsministerium ein Schlichtungsausschuß zusammen. Der Schiedsspruch dieses Schlichtungsausschusses ficht für die Kohlenbergbaubezirke des besezten Gebietes für die Lohnwoche vom 13. bis 20. Auguft eine Erhöhung des NormalPOSTABONNENTEN Der Vorwärts ist jetzt monatlich zu bestellen und zu bezahlen. Wer auch im nächsten Monat Wert auf eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts legt und eine Unterbredung der Zustellung vermeiden möchte, muß die Erneuerung des Postbezuges so fort bei seinem zuständigen Postamt vornehmen Vorwärts- Verlag G.m.b.H tariflohnes um 210 Broz. vor, wozu für die Zeit bis zum Lohnzahlungstage ein Entwertungsfaftor in Höhe von 33 Broz. und ferner für jede vom 6. bis 13. Auguft verfahrene Schicht eine nach trägliche Ausgleichszulage von 70 Broz. des in dieser Lohnwoche in Geltung gewesenen Normaliariflohnes tritt. Löhne in der Berliner Metallindustrie. Achtung, Hochbahner! Morgen Sonntag vorm. 91, Uhr im Lokal von Zepp, Luckenwalder Straße, am Bahnhof Gleisdreied, Fraktionssigung aller VSP D. Genossen. Erscheinen aller Genossen ist dringend erforderlich. Der Fraktionsvorstand. Betriebsräte! Die heutige Zentralratssigung der Freigewerks schaftlichen Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk GroßBerlin fällt aus. Die Löhne der Schuhmacher erhöhen fich laut Vereinbarung vom 11. August für die Arbeiter der Schuhindustrie in der Woche vom 13. bis 18. Auguft auf 1980 155 Proz., der feste Stundenzuschlag auf 105 613,60 m. für die Arbeiter im Betriebe. Der prozentuale Zuschlag für Heimarbeiter beträgt 2460 217 Proz. Der Mindeststundenlohn eines Arbeiters über 21 Jahren in Ortsklasse I beträgt hiernach 422 454,40 M., für Arbeiterinnen 316 840,80 M. Der Mindestftundenlohn für die Schoß und Reparatur branche( Minimallohntarif) beträgt für die Woche vom 20. bis 25. August für Zeitlohnarbeiter und als Affordbasis für neue Arbeiten 310 000 M., für Zeitlohnarbeiterinnen und als Affordbasis für Reparaturen 300 000 m. Hierzu erfolgt ein Zuschlag von 10 Broz. für orthopädische und mechanische Betriebe. Ausgabe der neuen Tarife in der Branchenversammlung am Montag im Ges werkschaftshaus. Die Wahlen zum Internationalen Schuhmacher- und Lederarbeiterfongreß in Dresden sind am Mittwoch in den Wahllokalen. Kein Mitglied darf sich der Wahl fernhalten. " Achtung, Brunnenbauer! Nach zweimaligem Berhandeln ist In der Betriebsversammlung am Mittwochabend, deren Borzender Kommunist ist, wurde gegen die Betriebsratsmitglieder Für die Kohlenbergbaubezirfe des un besegten Gebietes es uns endlich gelungen, die Löhne vom 11. August bis 17. August 1923 folgendermaßen festzusehen: Brunnenbauer 215 000, JungJahn und Galle ein Mißtrauensvotum beantragt, ohne jede Be- ist eine Regelung dahin getroffen, daß die Normaltariflöhne um gründung. Eine Diskussion über den Antrag ließ der Borsigende 192,2 roz. erhöht werden. Der Entwertungsfaktor ist auf gefellen und Bohrmeister 209 700, Helfer 204 300 und Neueintretende 198 900 m. Die Lohnkommission. nicht zu, so daß die in dem Antrage Denunzierten nicht ein Wort 30 Pro3. und die nachträgliche Ausgleichszulage auf 52,2 Proz. festAus der Germania- Brauerei, Frankfurter Allee 313, teilt uns Dagegen reden fonnten. Sie maren als prinzipielle Gegner der gefegt worden. der Inhaber des Saalgeschäfts, Herr Tauchert mit, daß Generalstreitparole bekannt und das war für die Kommunisten er diesen Betrieb selbständig leite, der nicht mit dem Gastwirtsbe Grund genug, ihnen den Stempel eines Mißtrauensvotums aufzudrücken, Unsere Genossen forderten hierauf alle VSPD.- Kollegen Für die Zeit vom 13. bis 19. August: Arbeiter übertrieb zusammenhängt, über den der Zentralverband der Hotel- ufm. auf, die Versammlung zu verlassen und beriefen eine Bersammlung 21 Jahre: Klasse I: 300 000 m., II: 291 000 m., III: 284 000 m., Angestellten die Sperre ausgesprochen und im gestrigen Abendblatt der Amsterdamer Richtung ein. Diese Bersammlung sprach den IV: 274 000 m., V: 266 000 m.; von 18 bis 21 Jahren: Klasse 1: des Vorwärts" veröffentlicht hat. beihen Genoffen thr Vertrauen aus und beschloß, fich fortab nur 255 000., II: 247 000 m., III: 240 000 m., IV: 233 000 m., nach den Parolen der Gewerkschaften und Bartei zu richten. V: 226 000 m. Attord basis: Klasse I: 281 500 m., Inter den gemaßregelten Mitgliedern des Betriebsrats befindet II: 273 400., III: 266 200 m., IV: 256 000 m., V: 247 900 m. fich ein BSPD.- Genosse. Damit dürfte die niedrige Berdächtigung Arbeiterinnen: über 21 Jahre: Stundenlohn 206 000 m., von besten widerlegt fein. Auf welcher Seite die Schuftigkeit auch 18 bis 21 Jahren 175 000 m., Atfordbasis: B III und BIV, In diesem Falle liegt, ist vollständig klar. Gruppe II: 189 700 M., B IV, Gruppe I: 195 800 m. Jugend liche Arbeiter von 14 bis 15 Jahren: männliche: 55 000 m., weib liche: 53 000 M.; von 15 bis 16 Jahren: männliche: 76 000 m., meibliche: 69 000 m.; von 16 bis 17 Jahren: männliche: 97 000 M., weibliche 88 000 mL; von 17 bis 18 Jahren: männliche: 117 000 m., meibliche 107 000 m. Einstellungslohn 1000 m. weniger. Ehefrauensulage 5000 M., Kinderzulage 10 000 M.; Ausgleichszulage: Klasse 1: 40 000 m., II: 36 000., III: 15 000 M. Die Afforde werden um 70 Broz. erhöht. Der Umrechnungsfaftor, mit dem die bestehenden Attordpreffe mit Wirkung ab 13. August 1923 umgerechnet werden, beträgt in allen Klaffen und Gruppen 1,7. Die Säge werden wie folgt abgerundet: unter 500 m. nach unten, 500 m. und darüber auf 1000 m. nach oben. Außer dem am Sonnabend gezahlten Borschuß wird am Dienstag ein weiterer Borschuß gezahlt: für Arbeiter über 21 Jahre von 2 Millionen Mart, Arbeiterinnen und Arbeiter von 18 bis 21 Jahren 1 Million Urich. Mart, jugendliche Arbeiter 2 Million Mart. Knorrbremse. In ihrer geftrigen Morgenausgabe schrieb die Rote Fahne": 22 Arbeiter der Knorrbremse, die die Belegschaft der Firma Auerbach, Grünauer Str. 17, zur Solidarität auffordern wollten, murden durch Sipo, die der Betriebsrat zu Hilfe rufen ließ, verhaftet." In welcher Weise derartige Aufforderungen zur Soffbarttät" mit den Kommunisten durch ihre Hundertschaftsmänner vor sich gehen, ist unseren Genossen in den Betrieben hinlänglich bekannt. Der in dieser Notiz verdächtigte Betriebsrat der Firma Auerbach schildert uns die Aufforderung zur Solidarität wie folgt: Arbeiter, Frauen und Kinder drangen in den Hof der Firma ein, öffneten nach einiger Zeit das Gitter, das den Hof vom Fabritraum trennt, und dann auch noch eine zweite Tür zum Maschinenraum und verlangten vom Heizer Stillegung der Maschinen. Inzwischen hatte die Firma die Sipo gerufen, was sie dem Betriebsrat nachträglich mitteilte. Der Betriebsrat begab sich nunmehr auf den Hof zu den Cingedrungenen und teilte ihnen mit, daß der Hof geräumt werden solle, da die Firma die Sipo benachrichtigt habe. Während noch hin- und hergeredet wurde, fam die Sipo, räumte den Hof und nahm 22 Mann in Haft. Der Betriebsrat bat, die Berhafteten wieder laufen zu lassen, mas jedoch abgelehnt wurde. Demnach trifft den Betriebsrat feinerlei Schuld an den Vorkommnissen." Zum Buchbinderstreik. Bon der Ortsverwaltung des Buchbinderverbandes erhalten wir nachträglich folgenden Bericht: Die am 15. August tagende Bersammlung der in den Buch= druckereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nahm Stellung zu der im Streit stehenden Kollegenschaft der reinen Buchbindereibetriebe. Die Versammlung nahm mit Entrüstung Kenntnis von dem schamlosen Angebot der Unternehmer, die 115 000 m. für die Stunde zahlen wollen. Die Bersammelten find gewillt und geloben, die im Kampfe befindlichen Kollegen und Allgemeine Ortstrantentafe Kranten- und Sterbefasse Theater, Lichtspiele usw. it ben Berwaltungsbezirk XI der im allgemeinen Berters. Deutsches Th. Volksbühne Deutsch Opernhaus Kleines Th. 72 Uhr: 734 Uhr: Abends 72 Uhr: Leopoldine Rogstanti halbes Herz Schneider Wibbel Madame Butterfly. Günstling der Zarinin: Klarissas Große Volksoper für ( Schöneberg- Friedenau) Bom 20.- 26. August 1923 gelten: wesen verw. Berufsgenossen, Eintracht in Berlin. 12 600 Am Sonntag, den 16. September 1923, 24 800 40 500 vorm. 210 hr, bei Wache, Schulzen dorfer Straße 18. 56 700 bis 180 000 140 000 360 000 270 000 " 540 000 450 000 720 000 630 000 " 900 000 810 000 72 900 " 1080 000 990 000 " 1260 000 " 1440 000 " Tägl. 8 Uhr: 9 1620.000 10 im Theat d.Westens Trianon- Th. Kammerspiele Lessing- Th. 8 Uhr: Julius Cäsar 72 Uhr: Die Allabendl. 8: Intimes Theater 8: Rüchse der Pandora Pfarrhauskomödie Diplomat im Dienst Die Raschhoffs D. blaue Pyjama etc. 12345678ADA 89 100 1170 000 105 300 1 350 000 121 500 1530 000 137 700 1800 000 162 000 Lehrlinge ohne Entgelt 9800 Gr. Schauspielhaus Deut. Künstler- Th. Metropol- Theater Residenz- Th. Saffenmitglieder fiändig in 10 Lohnſtufen Die Weber Max Adalbert 8 Uhr: Theater i. d. KöniggrätzerStr. 8 U: Die Schönste Außerordti. Generalversammlung Tagesordnung: Antrag auf Aenderung der Gagung. Der Borstand. 3. L.: Karl Bendt Tynen drucker RoncoDer Kaffenvorstand hat befchloffen, die einzustellen. Die Verdienstspanne in den der Frauen Tägl. 8 Uhr: Eine einzelnen Lohnftufen beträgt von Stufe 1 liefern preiswert Lohnstufe I beträgt der Grundlohn% der A. Kietz& Co. in: Die Tugend- Neues Theat. a. Zoo Frau ohne Bedeutung bis 10 ie 10 bes höchsten Grundlohns. In 8. Der wunderl.Ge- prinzessin 8: schichten II. Teil Musik v. Kurt Zorlig Kreisl. Eekfenster Tägl. 128 Uhr Berliner Theater 8 Uhr: Leibkutscher Höchstgrenze der Berdienstspanne; in den u. andere Vervielfältiger liefern preiswert A. Kietz& Co. des Fridericus Rex Casino- Theater obuftufen 2-9 fist der Grundlohn ent- Büro- Bedarf- Ges. Büro- Bedarf- Ges. sprechend dem mittleren Betrag ber W.57, Frobenstr. 21. W. 57, Frobenstr. 21 8 U. Berdienstspanne, während für Lohnftufe 10 hat. Die täglichen Beiträge find auf 9 Broz. Schiller- Th. Charl. 8 U. Die 8 U: Süße Susi neuen Reichen der jeweils gefegliche Höchstbetrag Geltung Th. a. Nollendorfpl. Farbbänder bes Grundlohns festgesezt; für Lehrlinge für, alle SchreibWINTERTEN 7: Mein Freund Theater des Ostens ohne Entgelt auf 7 Broz. der Stufe 1. 7.30 U: Mädi RIEN ReichshallenTheater Tägl. 12 U. Stett. Sänger. Café Tielka Friedrichstr.60 Ecke Leipzigerste Varieté/ Kabarett in Heltere Spiele u. Margaretensaal 41 u. 73 Uhr maschinen der Lakai( Rose Theater) In gutunft wird im Sinne der Ver- liefern preiswert Die Abtreibung Die Arbeitslosigkeit in Italien ist zurüdgegangen. Am 1. Januar 1922 betrug die Zahl der Arbeitslosen 541 775, am 1. Januar 1923 381 968. 2m 30. Juni 1923 wurden 216 287 2r= beitsloje festgestellt, am 30. Juli dieses Jahres 213 590. Die Gefahr, daß die Arbeitslosigkeit nach Beendigung der Arbeiten in der Landwirtschaft zunehmen könnte, ist gemindert, da Verordnungen über die Ausführung großer öffentlicher Arbeiten ergangen sind. Deutscher Holzarbeiterverband. Funktionäre der Rammindustrie, heute, Sonnabend, nadm. 2 Uhr, Versammlung im Lobal Röhring, Reue Friedrich traße 1. Berband der Buchbinder and Papierverarbeiter, Galanteriewarenbrande. Das neue Bohnabkommen ist heute, Sonnabend, ab 1 Uhr auf dem Bureau au haben. Achtung, Fabritarbeiter! Sonntag vormittag 9 Uhr ist im großen Gaale bes Gewerkschaftshauses die Generalversammlung des Fabritarbeiterverbandes. - Die Delegierten der Amsterdamer Richtung und mit unserer Richtung Sym pathifierende werben ersucht, diese Versammlung vollzählig zu besuchen. Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: Artur Gaternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Egkorn, Berlin; Feuilleton: K. S. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. und Bergmanns Zahnpafia Rosodont die Sparsamkeit selbft Seif 70 Jahren bewährt Deutscher Metallarbeiter- Berband Tel.: Amt Norden 833, 834, Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienftr. 83/85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Sonnebend, den 18. Auguft, abends Achtung: Metallschleifer Achtung! 835, 836 und 6593-6595. 7 Uhr, im Cotal von Neumann, Gubener Str. 45 Montag, den 20. Auguft, abends 6 Uhr, berger Str. 147 Branchenversammlung im LotalReichenberger Hof", Reichen der Autogen- und Glektroschweißer Versammlung sowie Schweißerinnen. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die aller Kollegen und Kolleginnen, Entlassung von Arbeitnehmern nach dem die in den Betrieben des Bera Betriebsrätegesetz und den Demobil- bandes Berliner Metallschleifemachungsbestimmungen. Ref.: Rollege R. Waglawezyt. 2. Branchenangelegen- reien und galvanischen Anstalten heiten und Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Sonnabend, den 18. August, nachm. 4 Uhr, Badsfe. 40/41 beschäftigt sind. Tagesordnung: 1. Bericht von der Lohnverhandlung. 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes. Beritauensmänner- Konferenz werden muß, iſt bas Erſcheinen aller der Geldschrankschlosser. Tagesordnung: Bericht der Berhandlungskommission. Da evtl. zum Streit Stellung genommen Kollegen und Kolleginnen Pflicht! Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Dienstag, den 21. August, abenda Montag, den 20. Auguff, nachmittags 6 Uhr, Linienftr. 83/85( Arbeitslosensaal) Branchenversammlung der Bau- und Möbelschloffer. Varieté- Spielplan 8 wallner- Th. 87% U.: Die Dame ordnung des Reichsarbeitsminifters vom mit der Masko 81. Juli 1923 der jeweils geltende 58 chit A. Kietz& Co. der Leibesiruchi taula, antifraße, Cae Rauchen gestattet! Die Luxusfrau LUNA PARK Ab 3 Uhr voller Betrieb, Feuerwerk dmirals- Varieté 800 00 Das international August- Programm Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Berlin W 50 besonders kräftigend u.erfrischend Potsdamerst. 122 grundlohn befanntgemacht. Bezüglich Büro- Bedarf- Ges. Böttcherstraße Th. a. Kottb. Tor ber Ginzelfäße wird auf die bei ben Kaffen W. 57, Frobenstr. 21 von Universitäts- Professoren Branchenversammlung A. Grotjahn Durchschlag, Täglich 7/2 Uhr Stellen erhältlichen Drucksachen bezw. auf bie Säulenanschläge in Schöneberg und ELITE- Friedenau vermiesen. Sänger Berlin- Schöneberg, den 18. Aug. 1923. Das brillante 2. Schuldt, Bors. F. Seng, Schriftf. August Programm U.a.:,,Zwischen zwei Feuern!" SCALA 8 Uhr: Internat. Varieté Sonnt. 380 z halb. Preis.d.voll.Prog. Garderobe bei Zahlungserleichterung Herren- DamenAnzüge, Paletots Paletots, Kostüme, Schlüpfer Röcke, Kleider Ctr Regenmäntel Gute Ware sol. Preise Strickjacken M.Beiser Lothringer Straße 67 Schreibmaschinenund G. Radbruca alfer in der Geldschrantindustrie handlungstommission. 2. Branchenanu. Vervielfältigungs- Wichtig für papiere liefern preiswert A. Kietz& Co., Büro Bedarf- Ges. W.57, Frobenstr. 21 Fabrikneue Schreibmaschinen, auch russische und Reise- Maschinen, Eheleute, Aerzte und Hebammen Preis- Grundzahl Tagesordnung: 1. Bericht der Ver gelegenheiten. beschäftigten Arbeitnehmer. Tagesordnung: 1. Bericht der Berhandlungsfommission. 2. Branchenan- Jim gelegenheiten. Bertrauensleute treffen sich um 5 Uhr selben Lokal. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Ortsverwaltung. Unsere nur erstklassigen, allgemein eingeführten en Für den seit der legten Rechnungser- nachweislich tausendfach freiwillig glänzend begutachteter Berlin SW, Lindenstr. 2 tellung festgefelten Verbrauch haben die Bettstellen Erwachsene u. Kinder aus Metail M. 0,10 BuchhandlungVorwärts liefern preiswert Quittungs- Marken A. Kietz& Co. Seit 40 Jahren Spezialität Büro- Bedarf- Ges. Conrad Müller, W. 57, Frobenstr. 21.' Schkeuditz- Leipzig. Bekanntmachung Abnehmer, bei denen eine Standaufnahme folgt, folgende Preise zu zahlen: in der Woche vom 19. bis 25. Auguft er- dir. an Private zu günstigst. Preisen u. Beding. Katal. 30A frei, Siahimatratzen, Polster, Decken, Federbetten lief. wir frachtfrel Eisenmöbelfabrik Suhl( Thüringen) gestiegen im Preise sind für 1 cbm Gas. 200 000.-. 1 " Baffer. 100 000.1 Kwst Strom 300 000.Berlin, den 17, August 1923. " " Magiftrat. Ungehener alle Lebensmittel u. Bedarisartikel. Kleine Anzeigen billig! im Vorwärts sind immer noch 9119 Nr. 383 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Gaspreis 200000 Mark! So treibt der Kohlenpreis den Gaspreis hinauf. Sonnabend, 18. August 1923 Gaspreiserhöhung wirkt um so drückender, weil es die jetzt eingeführten Vorauszahlungen bisher nicht gab. Wer erst in den letzten Tagen von dem Standableser besucht wurde, muß für den ganzen seit der letten Standaufnahme aufgelaufenen Verbrauch den bei der jeßigen Standaufnahme geltenden höchsten Preis zahlen. Ist das schon bei mäßiger Preissteigerung fein Vergnügen, so wirft es vollends als unerträgliche Die in unserer gestrigen Abendausgabe gebrachte Meldung, daß dient. Die Gasmerte haben nicht mehr das Gasgeld einen Monat ärte bei den beispiellosen Preissprüngen der in Berlin der Gaspreis für die kommende Woche auf 200 000 Mart hindurch zu kreditieren und können mit den vorausgezahlten Be- lezten Wochen. Das Gas foftete im Juli noch 1200 Mart, Anpro kubikmeter festgeseht werden mußte, hat unter den Gas- trägen rechtzeitig neue Kohlenvorräte beschaffen. Die Gasper fang August 6000 Mart, ab 6. August 20 000 Mart, ab 13. Auguft verbrauchern ein panifartiges Enfsehen hervor- braucher aber haben bei Baspreiserhöhungen den Vorteil, daß der 60 000 Mart. Wer erst in der nächsten Woche vom Standableser gerufen. 200 000 Mart pro kubikmeter(= 1000 Liter) bedeutet Berbrauch der kommenden Woche im voraus noch zum niebri: besucht wird, soll für den gesamten Verbrauch vor Inkrafttreten geren Preise der laufenden Woche bezahlt wird. Bei 200 Mart pro Liter Gas, so daß die Beleuchtung einer nachträglicher Zahlung wird für den ganzen Verbrauch seit der der Vorauszahlung sogar 200000 Mart pro kubikmeter Stube oder Küche mit einer Gasflamme, die bei stehendem letzten Standaufnahme der hohe Preis gefordert. In den Gas- zahlen! Gerecht wäre es, aus dem Gesamtverbrauch den WochenGlühftrumpf stündlich etwa 150 Liter verbraucht, pro Stunde inspektionsbureaus war gestern der Andrang von Gasverbrauchern, verbrauch zu schäzen und die Preise für die einzelnen Wochen zu rund 30000 mart tostet. Bei solchen Preisen fällt für viele die noch Borauszahlungen auf die nächste Woche oder die nächsten berechnen oder zur Vereinfachung einen Durchschnittspreis für den Samilien überhaupt die Möglichkeit weg, nach Eintritt der Dunkel- zwei Wochen leisteten, noch stärker als in den ersten Tagen. Anschei- ganzen Zeitraum einzusehen. Das Verlangen nach einem auf die heit noch ihre Wohnung zu beleuchten, um die nötigen Wäsche- und nend ist auch die Einrichtung, auf das Poſtscheckkonto der Inspektio: Gasverbraucher mehr Rücksicht nehmenden BeKleiderausbesserungen zu besorgen oder ein Buch zu lesen. Wer nen zu zahlen, viel benutzt worden. Beabsichtigt wird, noch die rechnungsverfahren ist durchaus berechtigt. Der Gedanke mit Gas focht, wird von dieser neuesten Gaspreiserhöhung noch zuziehen. Auch wird erwogen, Vorauszahungen gegen Bons durch der Vorauszahlungen ist durchaus richtig, aber bisher absolut un= härter getroffen, da ja der kochapparat noch ganz andere Mengen Standableser einkassieren zu lassen. Gas erfordert. Selbst bei vorsichtiger und sparsamer Bedienung des Apparates braucht eine einzige Kochflamme stündlich mindestens Doch das alles nimmt uns nicht die Laft der Gaspreiserhöhungen 250 Lifer, mit schlechten Apparaten aber kann man auf einen Ver- ab, die jede neue Kohlenpreiserhöhung uns bringt. Diese neueste brauch von 400 bis 500 Lifern pro Stunde fommen, was fünftig einen Kostenaufwand von 80 000 bis 100 000 mart pro Stunde entpräche. Wenn schwer gar werdendes Gemüse oder Hülsenfrüchte auf den Tisch tommen, tann bei der Zubereitung eines. mittagsmahles für eine mittelgroße Familie der Gas erbrauch einen ostenaufwand Don annähernd ¼ million Mart verurfachen. Soll man sich wundern, daß bei solchen Aussichten den Hausfrauen der Kopf heiß wird und sie in Erregung geraten? Schon bei der Erhöhung des Gaspreises auf 60 000 Mart pro Rubikmeter wurde über wucherische Preisbemessung ge= scholten. Die diesen Vorwurf erheben, wiffen nicht, welche Bedeutung für die Gaserzeugung der Kohlenpreis hat. Es gibt keine andere Ware, deren Preis so sehr wie der des Gases von dem Preis ber Rohle abhängt. Bei den letzten Festsetzungen des Gaspreises ist gar nicht mal mehr die sogenannte Kchlenklaufel angewendet morben, die den Gaspreis cutomatisch dem Kohlenpreis anpaßt. Zurzeit tommt den Berliner Gaswerfen die Kohle pro Tonne ( 20 Zentner) schon auf 35% millionen Mart zu stehen, einschließlich Transport. Wäre dieser Preis voll berücksichtigt wor den, so hätte sich schon für die laufende Woche ein Gaspreis nicht von 60 000 Mtr, sondern von 110 000 art ergeben. In der kom. menden Woche steigert sich bei den Berliner Gaswerfen die Ausgabe für Kohle auf den geradezu ungeheuerlichen Preis von 86 Millionen Mart pro Tonne, moran die Kosten der Fracht von Westfalen nach Berfin mit einer Steigerung von jetzt 500 000 Mart pro Rubikmeter auf fünftig 10. Millionen Mark pro kubikmeter( auf das Zwanzigfache!) beteiligt sind. Würde dieser neueste Rohlenpreis voll berücksichtigt, fo ſticge der Gaspreis in der kommenden Woche nicht auf 200 000 Mart, sondern sogar auf 343 000 Mart pro Rubikmeter. Hinter den schon an Wahnwiz grenzenden Kohlenpreisen find die Gaswerfe mit ihren Gaspreisen absichtlich zurückgeblieben, um die Bevölkerung möglichst zu schonen. Aber es ist begreiflich, daß jede reue Rohlenpre serhöhung eine neue Gaspreiserhöhung nach fich zieht. Die Summen, die ta in Frage kommen, gehen ins Riesenhafte. In der Woche vom 6. bis 12. Auguft hatten die Gaswerfe eine Ausgabe von 54 Milliarden Mart. Ihre Einnahme aber betrug in derselben Woche trotz der Gaspreiserhöhung( damals von 6000 Mart auf 20 000 Mart) nur 44 milliarden. Wir haben schon gestern abend darauf hingewiesen, daß die Gaswerte wegen Mangel an Geld ihre Kohlenvorräte nicht so haben erneuern fönnen, wie es nötig gewesen wäre. Die im Mai lagernden Borräte reichten für 35 Lage, Mitte August aber waren nur noch Vorräte ta, die noch 7 Lage reichten. Ohne entsprechende Einnahmen können die Gaswerte ihre Rohlenvorräte nicht vervollständigen, und sie müßten dann in absehbarer Zeit den Betrieb einstellen. Das wäre eine Ratastrophe, die unabsehbare Folgen haben könnte. Mit der jetzt geschaffenen Einrichtung wöchentlicher Vorauszahlungen * Wetteraussichten für Sonntag. NW W N. BATHIN NO SW. SO GU Sturm Regen und Veränderlich Schön Wind Gewitter 30- 30 20 20 10 10 0. 0 10 10 zulänglich durchgeführt. Es muß dafür Sorge getragen werden, daß das Publikum bequem und ohne den jetzt notwendigen großen Zeitverluft bei allen städtischen Kassen( auch Sparkassen) jederzeit zu dem laufenden jeweiligen Preise Gas vorausbezahlen fann oder durch Gasbons etwa in der Art der Buchschecks, wie sie Buchhandel bereits eingeführt hat) erwerben kann. Auf diese Weise wird es möglich sein, daß die Bevölkerung gegen den Wertverlust der zurückgelegten Papiermartge schützt wird und nicht an einem Tage Summen aufzubringen hat, die bei heutigen Verhältnissen aufzubringen niemanden mehr möglich ist. Bon besonderer Seite wird uns geschrieben: Man hat das deutliche Empfinden, daß die feitenden Herrschaften in den städtischen Gaswerfen nicht innstande gewesen sind, in diesen Tagen über den engen Horizont ihrer Werke hinauszusehen. Anders tann man nämlich nicht ihr Vorgehen verstehen. Ganz Berlin gärt und dampft noch von der politischen Erregung der letzten Tage. Die ganze Berliner Bevölkerung fämpft einen Tag für Tag verzweifelter werdenden Rampf um die Ernährung. Die Reichs- und Staatsbehörden haben sich die denkbar größte Mühe gegeben, die Bevölkerung bei ruhiger Besinnung zu halten. Da plagt wie eine Bombe und tatsächlich auch mit der Wirkung einer solchen die Mitteilung von der Erhöhung des Gaspreises auf 200 000 m. in die Bevölkerung hinein. Die Folge: Das Manometer der Volfsstimmung meist eine plögliche gefahrbrohende Erregung auf. Zuvor bekamen es die Zu Beginn dieser Woche drang ein umfangreiches Hochdruckgebiet von England nach der südlichen Nordsee und sodann nach ſtädtischen Gaswerte noch fertig, am 17. August der Bevölkerung dem west- und mitteleuropäischen Festlande vor, während ein in mitzuteilen, daß die Vorauszahlung bis zum 17. August geleistet Nordwestrubland befindliches Tief sich nur sehr langsam nach werden muß. Das Kunststück sollten die Gaswerke selber erst einOsten entfernte. In Deutschland hörten daher die Regenfälle, die mal vornehmen. Auf den Bostämtern haben sich infolgein den vorangegangenen Tagen nordöstlich der Oder ziemlich dessen am Freitag unbeschreibliche Szenen abgespielt, zahlreich gewesen waren, allgemein auf und stellte sich bei frischen West- und Nordwestwinden großenteils heiteres, jedoch und die Ahnnugslosigkeit in der städtischen Gasverwaltung, die diese kühleres Wetter ein. Seit Dienstag aber wurden im Binnenlande Szenen heraufbeschworen hat, ist unbegreiflich. Es ist vielen Arwieder an vielen Orten 25 Grad Celsius überschritten. Jedoch beiterfonsumenten, die ihre Löhne erst am Freitag nachmittag erschon am Mittwoch nachmittag traten im Westen zahlreiche Gewitter und ergiebige Regenfälle ein, die sich bis zum Abend etwa halben haben, gar nicht möglich gewesen, die Einzahlung zu leisten. bis zur Oder hin und in der Nacht zum Donnerstag weiter nach um die Sache kurz zu machen: Bir Konsumenten veres uns gerade DON den kommunalen Osten fortpflanzten. Ein kleines Tiefdruckgebiet war unter be- bitten trächtlicher Verstärkung von Frankreich mitten durch Deutsch- Werten, daß sie uns mit über stürzten Maßnahland nach der Ostsee geeilt, wo es sich mit einem anderen, in Skandinavien befindlichen Tief vereinigte. In Berlin waren bis men zur Verzweiflung treiben. Die Notlage der Donnerstag morgen 10, in Schwerin 20, in Greifswald 27 Millimeter städtischen Werke soll voll und ganz anerkannt werden. Sie tann Regen gefallen und die Temperaturen überall stark herabgegangen. Durch die Vorauszahlung reichlich behoben werden. Deshalb verWährend der folgenden Zeit wiederholten sich die Gewitterregen im größten Teile des Reiches sehr häufig und nahm die Ab- langen wir, daß die Gaswerke ihre bureaukratischen Standkühlung noch zu. Jetzt hat sich das Tiefdruckgebiet nach Süd- puntt aufgeben, die Vorauszahlungen mindestens bis Mittfinnland entfernt. Vom Atlantischen Ozean, westlich von Schottwoch der nächsten Woche zur Anrechnung des heute geltenden Gasland, naht aber bereits ein neues Tief heran, das wiederum ziem- preises annehmen und vor allen Dingen einmal zu diesem Zweck lich rasch nordostwärts vorzudringen scheint. Nach vorübergehender Aufheiterung haben wir daher schon ein paar Hundert Beamte extra zur Annnahme der Gelder bis Sonnabend mittag zunehmende Bewölkung und bald Mittwoch abend in den städtischen Gasbureaus mobilzumachen. Auf darauf Regen zu erwarten, der sich am Sonntag in jeden Fall mögen sich die Werke gesagt sein laffen: Sie haben mit größerer oder geringerer Stärke mehrmals wiederholen dürfte. Dabei wird sich der Wind voraussicht- ihren Verordnungen geglaubt, ihre Betriebe retten zu können. lich nach Südwesten, zeitweise nach Süden drehen Außerhalb der Werke haben sie aber damit knallgas fabriziert. Mögen sie dafür sorgen, daß es nicht zur Explosion tommt. ist den Gaswerten und den Gasverbrauchern in gleicher Weise ge- und die Temperatur wieder etwas steigen. 3] ( Copyright 1923 by Grethlein& Co., G. m. b. H. Leipzig) Kilian. Roman von Jakob Bührer. Ha...! Horch...; Indessen sich die Hand einkrallte, der Leib sich wie eine Schlange am Fels emporwand, starrte das Auge auf eine kleine, winzige Blumenglocke, die wie ein Stück lein verknittert Papier blau über einem Steinrand hing. Kilian versprach es fleinlaut. Schließlich kam der Schah. Wütend warf er den Rucksack| Rucsac den Berg hinaufgetragen, da habe sie ihm schlankmeg zu Boden und fing gleich zu schimpfen an, so viel ihm die fünfzig Rappen gegeben. überanstrengten Lungen gestatteten: So wolle er nimmer da- So," sagte der Senn,„ grad fünfzig Rappen?" und fah bei sein, wenn sie einfach nach ihrem Kopf in die Welt hinein- den Bub mit einem Seitenblick an, so neidisch und habgierig, tappe; er fage fchließlich, wo's durchgehe und wo nicht. daß Kilian fast die Freude nicht verbeißen fonnte. Aber sie Aber da fie inzwischen ausgeruht und wohl bei Atem ward ihm gleich vergällt. Der Senn sagte:„ Daß du mir das war, war sie ihm schon förperlich überlegen, und sie setzte ihm nächſtemal ein Bäcklein Marylandtabat aus dem Dorf bringst, mit schnellgewählten Worten auseinander, daß die Zeiten end- hast du verstanden? Man hat auch Mühe genug mit dir und gültig vorbei seien, in denen die Herren der Schöpfung über- feine Hilfe!" Horch, hört ihr's denn nicht, wie das Blumenglöcklein hebend und eingebildet erklärten, da und da geht's durch und läutet, laut läutet, so laut, daß das schaurige Tofen des Berg- da und da ist die Welt vernagelt. Die Welt sei aber gar nicht baches senkrecht da unten nur noch ein bißchen fummt, mit so vernagelt, wie die Herren Männer immer behauptet hätten, fummt, wie etwa der alte Widibenz mitfummt, wenn die was sie eben wieder einmal schlagend bewiesen habe. Kirchenorgel erbrauft. Die Blumenglocke aber füllt die ganze In diesen Redestrom vermochte schließlich der Bräutigam Schlucht, erfüllt den Himmel mit Klang und Sang. Ah, diefen Stein zu schmeißen: man fönne schon neue Wege finwie man da mutvoll wird! Wie man da ruhig wird: Wunder den, wenn man einem das ganze Gerümpel nachtrage. Hierfönnen geschehen! Wunder geschehen! bei stieß er mit dem Absatz gegen den Rucsac, mas dieser Auch diesmal kommt Kilian über die halsgefährliche feinerseits mit einem klirren zu beantworten beliebte, einem Stelle. Freilich, um die Fremde fümmert er sich nicht. Wie Klirren, das etwa sagte: Au, jetzt ist ein Glas entzwei fäme er dazu? Woher nähme er die Möglichkeit? gegangen! Uebrigens ist sie ihm auf dem Fuße gefolgt. Scheinbar Auf diesen Weheschrei einer Müzlichkeit ging die Frau ohne Aufregung, als ahne sie die Gefahr gar nicht. Kaum zu einer scharfen Gegenwartstheorie über, deren Heftigkeit den aber hat sie den Abgrund im Rücken, so fängt sie laut zu Liebhaber veranlagte, gröbliche Schimpfworte in den Mund lachen an, padt Kilian plötzlich um den Hals und füßt ihn zu nehmen, was Kilian plötzlich daran erinnerte, daß, wenn mitten auf den Mund. er sich nicht schleunig auf die Beine mache, der Senn ihm ähnliche Dinge an den Kopf werfen könnte.. Kilian steht verdugt, putzt sich mit dem Rockärmel das Maul und sieht ihr nach, wie sie davonrennt. Plötzlich fährt ihm durch den Kopf: Jetzt gibt sie mir den Franken nicht! Doch schon ist die Fremde stehen geblieben, hat ihr Ropf: tuch abgerissen, schwenkt es gegen das Tal und ruft:" Juhui!" Dann wintt sie Rilian herbei. In der Nacht ging ein grauenvolles Gemitter über den Berg. Kilian erwachte auf seinem Heulager, und die Angst begann ihn zu foltern. Unter dem 3wang seiner dunklen Moral und unflaren Religion begann er schwitzend und schlotternd zu beten und zu gestehen: Ich habe gelogen, ich habe niemand den Rucksack getragen, ich habe wider Gebot eine Fremde durch die tolle Schlucht hinauf geführt. Ich habe nicht fünfzig Rappen, sondern dreimal soviel erhalten. Jefus Maria und der heilige Wendelin, bittet für mich!" Aber die Blize zerrissen die Dunkelheit immerzu, die Donner frachten unaufhörlich. Mit dem Beten war es also nicht getan. Er mußte sich zu einem Opfer entschließen. Inbrünstig gelobte er, daß er am Morgen dem Senn alles gestehen, und dem allerseligsten Bruder Klaus eine Kerze stiften wolle. Aber auch das half nichts. Da fiel ihm ein, ob er vielleicht protestantisch beten solle, Die Wegstrecke bis vollends zur Hütte war ein einziges wie bei der Tante Elstab selig. Hier war er halt fatholisch. Bergnügen. Die rechte Hand hielt Kilian in der Tasche und Er fonnte doch nichts dafür. Schließlich schlief er ein. ließ ein dünnes Gilberstück und fünf 3wanziger zwischen den Am Morgen fam ihm sofort die Kerze für Bruder Klaus Fingern durchgleiten. Zehnmal, hundertmal. Ein einziges in den Sinn, und er rechnete aus, daß, wenn er dem Genn ein Auf dem Weg vom Sentboden herauf sieht man einen Vergnügen! Mit der Linken wischte er sich hin und wieder Pädlein Maryland, dem Bruder Klaus eine Kerze geben müsse, Mann mit einem Rucksack emporsteigen. über den Mund und ihm fiel ein: eine Frau, eine Frau hat ihm verwünscht wenig übrig bleibe. Aber da fiel ihm ein, daß " Das ist mein Schat," sagte die Fremde." Da!" und hält mich gefüßt, eine junge, schöne Braut- ein einziges Ver- die Fremde gesagt hatte: Bielleicht gibt es feinen Gott! Es Wer sang denn da? Kilian troch ans Luftloch. Durch Kilian den Ehering hin. Wie der jetzt wütend ist," so lacht gnügen! Auch dachte er: was nicht ist, kann werden. fie laut auf, daß ich schon hier bin! Er hat mir nämlich auf können Wunder geschehen. Man kann unerwartet zu Ver- die Morgendämmerung auf der naffen Weide tamen zwei der Karte bewiesen, daß man nicht die Schlucht hinauf fann. mögen tommen, einem Franken fünfzig und noch mehr; ein Menschen daher, in Mäntel eingehüllt. Sie hielten sich an der Das sei so sicher, als es einen Gott gebe. Nun gibt es ent- Steinhaus in Solothurn. Es fönnen Wunder geschehen. weder keinen Gott, oder dann ist mein Schaz ein Schwindler. Ein einziges Vergnügen Uebrigens," fuhr sie fort, habe hier der Bube seinen Franken, imd meil's so gut gegangen sei, gebe sie ihm noch einen Fünfziger darüber hinaus. Rilian vergaß Dant zu sagen. Er mar zu überrascht. Auch mußte er ihre Fragen beantworten. Wie alt er sei, in welche Klasse er gehe, wieviel Kinder sie in der Schule hätten -und was eben die Leute mit Kindern so zu reden missen, Aber da war schon die Hütte. Kilian band eilig sein Vermögen in den Nasenlumpen. Man fonnte nie wissen... Der Senn frug: Was ist mit dir, Bub? Du machst ja ein Gesicht, wie einer, der eine Million erben fann?" Aber Kilian fagte:„ He nichts." " Beim Nachtessen konnte er es aber doch nicht länger verschweigen. Er erzählte, er habe einer Touristin ein wenig den Hand und sangen: " Wenn man liebt, ist alles voll Rosen, Wenn man liebt o herrliche Welt!" Es war aber die Fremde, die Kilian auf den Mund getüßt hatte, und ihr Bräutigam, mit dem sie sich so heftig ge= zantt. Nun sangen sie: Wenn men liebt, ist alles voll Rosen!" ( Fortjeßung folgt) Seltsame Bibelfreunde. Einbruch aus„ chriftlicher. Nächstenliebe". Ich habe das Geld genommen aus Liebe zu den Besitzenden, die viel haben und doch das Christuswort nicht recht verstanden haben:„ Wenn du zwei Röcke hast, gib einen davon den Armen ab", mit diesen Worten verteidigte sich vor der Ferienftraftammer des Bandgerichts III der Maler Franz Pawlid gegen die Anflage der Hehlerei. Preise und Löhne. Lebensmittelpreise in der Weizengrieß. Zentralmarkthalle Am Freitagvormittag( in 1000 Mk.) Rindfleisch mit Knoch. 850-950 950-1100 Eier Rotkohl Mohrrüben Johannisbeeren do. ohne Knoch. 1000-1150 Spinat Hammelfleisch Kalbfleisch m. Knochen 800-950 Talg Lebende Karpfen 99 700 550-600 · . Bleie. Plötzen 350-400 B 350-450 • 9 • 200 Jugendveranstaltungen. Friedrichshagen. Wanderung nach Bernau- Liepnissee. Treffpunkt 50-52 6 Uhr Bahnhof. Karlshorst. Wanderung nach Kloster Chorin und Wer. 78-85 bellinjee. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof. Lichtenrade. Wanderung nach 75-80 Bernau. Treffpunkt 5½ Uhr Bahnhof. Moabit. Wanderung Tiefensee55-60 Strausberg. Treffpunkt 5½ Uhr Bahnhof Bellevue. Neukölln IV. Bande45 rung nach Fürstenwalde- Colpinsee. Treffpunkt 5% Uhr Bahnhof Köllnische Heide. Niederschöneweide. Wanderung nach Wilhelmshagen- Kleine Krampe. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof. Rosenthaler Vorstadt, Wanderung zum Bogensee. Treffpunkt 5% Uhr Stettiner Vorortbahnhof. Höchste Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) Butter 1000-1200 Hotel- und Gastwirtsgew. 480-680 Margarine ( Fensterputzer) 6.- 12.8. 8419 Schmalz 650-750 Glaser 10.- 16. 8. 13473 Die Marktlage hat sich wenig verändert. Auf dem Fleisch- und Fettmarkt ziehen die Preise weiter an. • Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeiter- Samariter- Bund, Kolonne Berlin E. B., Geschäftsstelle N. 37, Schönholzer Str. 20. Die Generalversammlung der Rolonne findet am Sonnabend, den 18. August, abends 6 Uhr, in Büttners Feitsälen, Schwedter Str. 23, statt. Die gewählten Delegierten werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Mitglieder haben als Gäste Zutritt. Freunde der Kinderland- Gemeinde Birkenwerder E. B. werden hiermit zu einem Vortrag des Genossen August Siemfen über Proletarische Aufgaben in der Erziehung" am Sonntag, den 19. August, nachmittags 5 Uhr, auf dem Grundstück in Birkenwerder, Benfickendorfer Weg, eingeladen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, vorm. 11 Uhr im Gaal Bappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr H. Saffe: Die Waffe des Widerspruchs" Gäste will. tommen. Arbeitersport. Zur Beachtung! Auch Waffer- und Strompreis wird erhöht. Der Ausschuß der Werkbeputation hat sich heute mit der Festfezung der Werktarife für die fommende Woche beschäftigt. Die Erhöhung des Gaspreises auf 200 000 mt. teilten wir bereits mit. Die Preise für Wasser wurden auf 100 000 mt. pro Rubikmeter und für Strom auf 300 000 M. pro Kilowattstunde festgesetzt. Des weiteren hat der Ausschuß der Werkdeputation Wert darauf gelegt, nochmals befanntzugeben, daß, wie bereits wiederholt veröffentlicht, Für die Richtigkeit der uns eingesandten Festprogramme, Ausjeder Verbraucher Vorauszahlung auf seinen Beschreibungen usw. tönnen wir weder den Teilnehmern noch den darf an Gas und Elettrizität machen fann zu dem für die Behörden gegenüber eine Verantwortung übernehmen. Es muß fommende Woche festgelegten Preise, jedoch längstens für den Bedarf den Veranstaltern öffentlicher Umzüge, Vorführungen, Konzerte usw. von zwei Wochen. Die Borauszahlung hat in der fommenden überlassen bleiben, sich über die geltenden polizeilichen und gesetzWoche, spätestens bis Mittwoch einschließlich, entweder in der zu- lichen Bestimmungen rechtzeitig zu unterrichten. Jede sportliche ständigen örtlichen Verwaltungsstelle während der Kassenstunden Mitteilung ist mit Vereinsstempel und verantwortlicher Unterschrift zu versehen. oder ebenfalls bis spätestens Mittwoch durch Einzahlung auf das Zahlungen, Postschecktonto dieser örtlichen Stelle zu geschehen. welche über den Bedarf für 2 Wochen hinausgehen, wie Zahlungen, die nach Mittwoch, den 22. August, erfolgen, fönnen lediglich als Borauszahlungen auf den fünftig fällig werdenden Rechnungsbetrag angesehen werden. Die Redaktion. Propagandasport im 8. Bezirk. Pawlid ist ein Krüppel, der sich nur auf Krücken weiterbewegen fann, und lebt von Armenunterstügung. Er ist das Haupt einer sogenannten„ christlichen Gemeinschaft", die eine teils auf das Evangelium, teils auf Tolstoi und Krapottinsche Grundsäze gestützte Weltanschauung vertritt. Da Pawlicks sehnsüchtiger Bunsch nach einem Gefährt ging, mit dem er sich selbst auf der Straße fortbewegen fonnte, so trachteten seine Freunde und Anhänger danach, ihm die Mittel hierfür zu verschaffen. Selbst aber fämtlich arme Schlucker, tonnten sie das Geld dafür nicht aufbringen. Eines Tages tam ein Mitglied der Gemeinschaft, Frau Ursula Roch, zu ihm und teilte ihm freudeftrahlend mit, daß sie jetzt wisse, wie es zu machen gehe. Frau Roch, eine 21jährige, mädchenhafte Erscheinung mit blonden Haarflechten und blauen Augen, war von einem Arzt Dr. B. in sein Haus aufgenommen worden und zur ärztlichen Gehilfin ausgebildet. Sie machte nun den Vorschlag, dem Arzt, den sie als sehr reich schilderte, einen Teil seiner irdischen Güter wegzunehmen. Der Kaufmann Hermann Seifert, der ursprünglich Philosophie studiert hatte, und der Arbeiter Gotolomiti gingen auf den Vorschlag auch freudig ein. Als eines Abends die Familie des Dr. P. ins Theater gehen wollte, und das Hausmädchen ebenfalls von Hause abwesend war, erbot fich Frau Koch als Hüterin der Wohnung, zurückzubleiben. Dem blonden Gretchen mit seinen treuherzigen blauen Augen schenkte man auch volles Vertrauen. Ursula hatte aber nichts Giligeres zu tun, als ihre Freunde zu benachrichtigen, die auch alsbald mit einem Stemmeisen versehen in der Wohnung erschienen. Es wurden Schränke und Kästen aufgebrochen und Kleider, Stiefel, Wäsche, eine goldene Uhr und eine größere Geldsumme in einen Lederfoffer gepackt. Ehe die beiden Freunde von der„ Gemeinschaft" sich entfernten, fesselten" fie Frau Koch. Zu ihrem Bech war aber die Haustür wider Erwarten schon um 28 Uhr geschlossen worden. Es blieb ihnen nun nichts anderes übrig, als wieder in die Wohnung zurückzukehren. Frau Koch wurde nun wieder entfesselt, ging dann zu einer im Hause wohnenden Frau, um sich einen Hausschlüssel auszuleihen. Hierauf wurde fie wieder gefesselt, und die beiden anderen entfernten sich mit ihrer Beute. Nun war aber Frau Roch so unvorsichtig, sofort nach dem Weggang ihrer beiden Helfershelfer ein fürchterliches Hilfegeschrei anzustimmen und Räuber"," Diebe"," Einbrecher!" zu rufen, so daß das ganze Haus zusammenlief. Da aber erst 10 Minuten vergangen waren, seitdem Frau Koch sich den Hochwasserkatastrophe in Hinterindien. Aus Rangoon( Brit. Schlüffel geholt hatte, so erschien es von vornherein unglaubwürdig, Birma) wird gemeldet, daß das Delta des Rangoonfluffes über daß in der kurzen Zwischenzeit die Einbrecher den Ueberfall ausge- feine Ufer getreten ist und weite Strecken Landes überschwemmt führt haben konnten. Sie mußte dann auch schließlich nach längerem hat. Heber 20000 Bewohner find heimatlos ge- ausammen. Den Reigen eröffnen die Jugendmannschaften beiber Bereine Leugnen die Tat zugeben. Inzwischen hatten die beiden anderen worden. Flüchtlinge fampieren auf den Feldern; die Eisenbahn um 9 Uhr vormittags. Ab 1½ Uhr beginnen die Spiele der drei Männerihre Beute zu Pawlid gebracht und diefen damit überrascht. Bawlid steht von Rangoon ab 30 Meilen weit 8 Fuß unter Wasser. Die mannschaften. hatte 300000 Mart für feinen Wagen genommen und Reispflanzungen in ganz Süd- Birma sind vernichtet worden. die Kleidungsstüde an alle möglichen Leute ver schenkt. Seifert selbst erklärte vor Gericht, daß er nichts für sich angenommen habe, sondern die ganze Sache nur aus Freundschaft für Bamlid mitgemacht habe. Ueber den Verbleib der goldenen Uhr wollten die Angeklagten feine Auskunft geben können. Bawlid erklärte, daß seine Stube einem internationalen Bureau gleiche, in der Armselige und Beladene aus aller Welt zusammenströmten. Das Gericht verurteilte Ursula Roch zu 1 Jahr Gefängnis, Hermann Seifert zu 8 Monaten, Gotolomiti zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Pawlid erhielt 6 Monate Gefängnis, doch wurde ihm Strafaussehung zugebilligt, da das Gericht davon ausging, daß er in seiner Notlage der Verführung erlegen sei, als ihm der reiche Gegen ins Haus gebracht wurde. Festnahme des Locken- Walter". Ein schwerer Angriff auf einen Bolizeibeamten, an dessen Folgen dieser im Krankenhaus noch immer daniederliegt, wurde jetzt durch die Verhaftung eines berüchtigten Einbrechers vollständig aufgeklärt. Im Mai d. I. wurden vier Männer beim Bersuch eines Einbruchs in ein Schuhwarengeschäft in der Bromberger Straße von Polizeibeamten überrascht und an gehalten. Kurz von der Bache riffen sich drei Mann los und entflohen. Während die anderen Beamten diese verfolgten und festnahmen, hielt der Polizeiwachtmeister Hertel den vierten Mann auf der Stelle fest. Blöglich aber zog diefer einen Revolver, schoß auf Sertel und traf ihn quer in einen Oberschenkel und im Bauch. Dann lief er davon und entfam. Die Verhafteten wollten ihn nicht fennen, und er murde seitdem vergeblich gesucht. Gestern endlich gelang es der Streifmannschaft der Kriminalpolizei, ihn in der Nähe des Görlizer Bahnhofs zu ermitteln und ebenfalls dingfest zu machen. Es ist ein 30 Jahre alter wohnungsloser Hans Waldom, ein schon oft bestrafter Mensch, einer der gefährlichsten Einbrecher aus der Gegend des Schlesischen Bahnhofs. Nachbem er vom Zeugen bestimmt als Mittäter an einem Einbruchsversuch in der Bromberger Straße erfannt worden war, gaben jezt endlich auch seine früher verhafteten Spießgesellen zu, ihn wohl gekannt zu haben. Der Berhaftete, der in Verbrechertreifen unter dem Spitznamen Loden Walter bekannt ist, besaß bei seiner Festnahme 12 Dietriche und einen Bleistreifen, der beim Aufschließen von Kunstschlössern verwendet wird. Wachtmeister Hertel liegt heute noch im Staatsfrankenhause. Die Einäfcherungsgebühr beträgt mit Wirkung vom 16. August ab zehn Millionen Mart. Verkäufe • Mobelltuchmäntel, Affenhautmäntel, Flauschmäntel, prima Stoffe, ftaunenStädtische Krantentransporte. Das Rettungsamt der Stadt Berlin sieht sich aus besonderen Gründen veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß es Transporte von Kaffenpatienten zu den gleichen Preisen ausführt, wie sie zwischen dem Verbande der Krankenkassen und Privatunternehmern vereinbart worden sind. Irgendwelche Vorauszahlungen finden bei den Raffenpatienten nicht statt. Der Transport von Privatpatienten Krantenwagen fönnen, erfolgt nach gefeglich festgelegten Tarifen. ohne daß Fernsprechlosten entstehen, durch die Rettungsstelle beim Rettungsamt bestellt werden. 34 Personen erfrunten. Am Freitag fenterte infolge eines Wirbelstürmes auf der Weichsel bei Duninom ein Boot. Die darin befindlichen Arbeiter suchten in einem zweiten Boot Zuflucht. Dieses Boot fonnte aber die Belastung nicht tragen und ging unter. Wegen des herrschenden Sturmes und der Entfernung vom Ufer war Hilfeleistung unmöglich. Bon den 37 Infassen des Bootes wurden nur drei Kinder gerettet. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Das Arbeiter- Sport- Kartell des 8. Bezirks veranstaltet vom Sonnabend, den 18., bis Sonnabend, den 25. d. M., eine Werbesportwoche mit folgendem Programm: 18. August, Sonnabend, ab 126 Uhr abends, Konzert der Fichtetapelle, sportliche Darbietungen und Schwimmvorführungen im Teltowfanal; Umkleideraum Reil, Chausseestr. 19. August, Sonntag, in allen Orten des 8. Bezirks Propaganda. 20. August, Montag, sportliche Darbietungen im Boſepart, Tempelhof, ab 5½ Uhr, u. a. Mitwirkung des AGC. Siegfried. Mariendorf, Umtleideräume Turnhalle Manteuffelstr. 21. Auguft, Dienstag, 6 Uhr, große Fußballspiele: in Tempelhof auf dem Gemeindeplay, Viktoria; Marienfelde: Gemeindeplay, Stern- Marienfelde; Lichtenrade: Fr. 2. Lichten. rade- MGC. 22. August, Mittwoch. Gemeindespielplag Mariendorf, Ringstr., 1 Uhr, leichtathletische Vorführungen, Schwerathletik: Sportklub Siegfried. 23. Auguft, Donnerstag, sportliche Darbietungen aller Art auf dem Gemeinde. führungen in Lichtenvade. sportplaz in Marienfelde. 24. Auguft, Freitag, 6 Uhr, die gleichen Bor25. August, Sonnabend, abends 7 Uhr, 8ufammenkunft aller Vereinsfunktionäre in der Fichtediele. Um zahlreichen Beſuch aller Arbeitersportler wird gebeten. Fußball am Sonntag. Am Sonntag treffen in Lichtenberg auf dem Plaz in der Wagnerstraße Sportklub Sparta und Wader- Lantwig mit ihrem Mannschaftsmaterial Der Berliner Wettsegel- Berband, die Organisation der Berliner ArbeiterGeglervereine, veranstaltet unter dem Elammelnamen Herbstwoche eine Reihe von Segelwettfahrten. Die erste Wettfahrt findet am Sonntag, den 19. August, vorm. 11 Uhr, ab Restaurant Rübezahl auf dem Müggelfee statt. Bei der Beteiligung von etwa 130 Gegelbooten dürfte sich dem Auge ein Bilb bieten, welches das Ansehen lohnt. Achtung, Schwimmer! Das für Sonnabend, den 18. Auguft, festgesette Schwimmen im Teltowianal in Tempelhof tann an diesem Tage nicht stattfinden und wird auf den nachfolgenden Sonnabend, also den 25. Auguſt, der. fchoben. J. A.: Joh. Evers. Stralan- Pankow 08. Am Sonntag, den 19. Auguft, spielen diese beiden Bereine mit drei Mannschaften. Spielanfang 2 Uhr nachmittags. Sämtliche Spiele finden auf dem Gtvalau- Sportplag, Goßlerstr. 48, flatt. Resultate vom Sonnabend, den 11. Auguft: Stralau- Sp.- Ver. Frankfurt a. M. 4: 2. Steful bate vom Sonntag, den 12. Auguft: Gtralau- Freie Turner Stabilm i. Th. 4: 1. Gtralau II- Friedrichshagen II 5: 2. Heute, abends 6 Uhr, wichtige Sigung im Jugendheim, gefeßte Feftzug findet nicht statt, da von seiten des Polizeipräsidenten eine Lindenstraße 3. Achtung, Kaffierer! Die noch fehlenden Beitragsmarten für Auguft zu 2500 m. und 1000 m. zum Nachtleben find foeben im Bureau eingetroffen. Die Raffierer werden gebeten, diese Marken in gehöriger Anzahl abzuholen oder anzufordern. Freie Schwimmer" Rentölln, e. V. Der für Sonntag, den 19. August, an Genehmigung zurzeit nicht erteilt werden kann. Das Schwimmen Quer durch Neukölln" am Sonnabend, den 18. August, sowie das Interne Schwimmfest am Sonntag, den 19. August, finden jedoch wie angegeben statt. Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität" Berlin. Touren für Sonntag, den 19. Auguſt. 1. Abt. 18. 7 Uhr abends, 19. 5 Uhr früh Luckenwalde, 1 Uhr Biel am Start Bülowstr. 58.- 2. Abt. Schnizeljagd Hirschgarten Wilhelmshof, Start 5 und 12 Uhr Dieffenbachstr. 36. 3. Abt. 18. 5 Uhr nachmittags Freien. walde a. d. Oder, in Steinbeck übernachten, Start Laufiger Plaz. 4. Abt. 5. Abt. Die Vorständekonferenz vom 6. August 1923 hat außerdem 19. 5 Uhr früh Mogensee, 12 Uhr Liepnigsee, Start Weberwiese. 6. Abt. 18. 7 Uhr abends Weberstr. 17 Gommerfest. 19. 10 Uhr Milggelhort. beschlossen, für freiwillige Ertrabeiträge befondere Marken zum 19. 5 Uhr frith Gosener Berge, 12 Uhr Sirschgarten Wahlburg, Start KopenPreise von 25 000, 50 000 und 100 000 m. herauszugeben. Auch hagener Str. 26. 7. Abt. 18. 4% Uhr nachmittags Spreewald, 19. 6 Uhr 8. Abt. diese Marten sind jeßt erhältlich, und die Raffierer werden ersucht, früh Liepnisfee, 1 Uhr Röntgental Marg, Start Rolonieftr. 147. 19. 5 Uhr früh Giethener See, Start Arminiusplay. 9. Abt. 5 und 12 Uhr regen Gebrauch davon zu machen. J. A.: Aleg Bagels Gafrower Gee, Start Schulstr. 114.- 10. Abt. 18. 6 Uhr nachmittags Dubrow ( Königs Wanderherberge, 19. 5 Uhr früh Rörbistrug, 7 und 12 Uhr Müggel. hort, Start Comeniusplag. 11. Abt. 18. 6 Uhr nachmittags, Biel am Start Utrechter Str. 9.- Ortsgruppe Neukölln. 19. Rauener Funkenstation 5 Uhr früh, Start Herzbergplay. Ortsgruppe Brig. Teupig nachmittags 6 Uhr, 19. 6 Uhr früh, Start Chauffeeftr. 66. Ortsgruppe Treptow- Baumschulenweg. Oranienburg, Start 7 Uhr Baumschulenweg, 7% Uhr Treptow. Lichtenberg. 5 Uhr früh Stolzenhagener Gee, Start Jungftr. 10. Reinickendorf. 7 und 12 Uhr Pichelsberge, Start Seestraße, Ecke Müllerſtraße. Achtung, Bundesgenossen, Fahrwarte! Mie Fahrwarts- und Sportausschußfigung findet Freitag, den 24., 7 Uhr abends, Neue Friedrichstr. 1, statt. Die Abteilungs- und Ortsgruppenleiter mögen die Bleibenliste aufstellen für aus. wärtige Bundesgenossen zum Saalfest; Obmann dafür ist Genoffe Rarras, 8. Heute, Sonnabend, den 18. August: bt. Den Funktionären aur Kenntnis, daß die Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 22. Auguft, in der Schulaula, Pallasstr. 15, stattfindet. Gie werden gebeten, zu dieser Bersammlung einzuladen. Genoffe Otto Döring, Steinmenftr. 23, begeht heute fein 25jähriges Parteijubiläum. Bernan. Gruppe 3. Heute abend, 7½ Uhr, im Gesellschaftshaus Nodisch, Bernau, Raiserstr., Gruppenfigung. Bürgermeister Genoffe Schwarzberger fpricht über Unser Programm zu den Gemeindewahlen". Alle Gemeindevertreter müssen erscheinen. * Junafozialisten Reukölln. Treffpunkt zur Fahrt nach Müncheberg Sonntag Schönleinstr. 11. früh 6% Uhr, Ringbahnhof Neuköln. riert Achtung, Abteilungsvorfihende! Die Programme für den Monat September müffen unbedingt bis Dienstag, den 21. August, an das Jugendfekretariat eingesandt werden. Die Beitragsmarken für den Monat Auguft müssen ebenfalls abgeholt werden. Die Theaterkarten für Sonntag, den 9. September, sind unbedingt abzuholen. Am Freitag, den 24. Auguft, abends 7 Uhr, findet eine Funktio närtonferenz ftatt. Thema: Die wirtschaftliche und politische Lage." Referent Genoffe Lohmann. Das Tagungslokal wird noch bekannt. gegeben. Das Jugendheim Lindenstraße bleibt umständehalber bis auf weiteres gefchloffen. Der Bezirksvorstand. Möbel Schlafzimmer, Ortsgruppe Ortsgruppe Alle Schachfreunde, die sich an der Fahrt nach Wittenberge beteiligen, müssen Sonntag nachmittag 3 Uhr im Schachheim anwesend sein. B. F. C. Alemannia 22, Generalversammlung am 24. Auguft bei Orlitt, Antonftr. 32. Alle Sportgenossen haben zu erscheinen. Am 2. Geptember beginnen die Serienspiele. Alle Anschriften an Walter Bunzel, N. 20, Grün thaler Straße 6. Sportwerbewoche im Bezirk Tempelhof. Auch in unserem Bezirk foll die Arbeiterschaft auf den in Arbeitertreifen gepflegten Sport durch eine Reihe Taufender Veranstaltungen aufmerksam gemacht werden. Eingeleitet wird die Werbewoche durch ein Plagkonzert des Musikkorps Fichte" am Sonnabend, den 18. Auguft, auf der Kanalwiese, anschließend Darbietungen eines Sprech chors. Montag finden im Tempelhofer Bofepart, Mittwoch im Mariendorfer Bart, Ringstraße, Donnerstag im Lichtenrader Sportplag, Freitag im MarienfelderSportplag, von 6 Uhr abends ab turnerische sowie sportliche Darbietungen Am Dienstag werden in allen Orten Fußballspiele veranstaltet. Wir erwarten, daß die Arbeiterschaft mit regem Interesse, die Veranstaltungen be obachtet und insbesondere die noch in bürgerlichen Vereinen befindlichen Arbeitsbrüder auf dieselben hinweist. ftatt. Vorwärts-Austrägerinnen werden sofort eingestellt # Carmen Sylva- Str. 57, Gillmann Brismengläser, graue Feldstecher 081 Fauft höchstzahlend Saller, Eichendorff: Werkzeuge u.Maschinen erregend billig. Werkstatt Altmann, Metallbetten, Chaiselongues 5 500 000 ftraße 17, Stettiner Bahnhof. Kugellager, Autozubehör kauft höchst Qualitätsteppiche, aus alten Fabrik. Rosenthalerstr. 44 III, Sadefchermartt. 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