Abendausgabe Nr. 38640. Jahrgang Ausgabe B Nr. 194 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 25000 Me. Montag 20. August 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Berlins Hilferuf. Der Magistrat der Stadt Berlin hat am 18. August die für die Betriebe dabei herauskommen, nicht verblüffen laffen.| Anbetracht dessen hat sich ein großer Teil der Unternehmer nachstehendes Telegramm an sämtliche in Betracht kommenden Eine Anzahl Tonnen Eifen, ein paar Ballen Stoffe oder einige bereits jetzt veranlaßt gesehen, dem Personal zu fündigen. Reichsministerien gerichtet, um, wenn möglich, noch in letzter fonftige hochwertige Lagerartikel werden bei den heutigen Preisen Sicherlich wird der gegenwärtige Zustand von diesem oder Stunde das weitere Steigen der Kohlenpreise, von ausreichen, um durch ihren Bertauf die Mittel für die jeweiligen jenem Unternehmer, der als Devisenbesizer die erhöhten Löhne dem aus eine neue ungeheure Teuerungswelle auszugehen Vorauszahlungen und die Rhein- Ruhr- Abgabe bereitzustellen. Häu- zahlen könnte, ausgenutzt, aber es muß auch einmal ganz droht, zu befämpfen: fig fogar wird nicht einmal das notwendig sein, sondern der Ber- offen zugestanden werden, daß viele kleine und mittlere Be„ Erbiffen dringend im Intereffe der Aufrechterhaltung der Ruhe, tauf einer Anzahl schwerer Aftien" oder eine nicht allzu erhebliche triebe vorläufig in der Tat außerstande sind, heute die Markdes Verkehrs und des Wirtschaftslebens um Maßnahmen, daß Berringerung des Devisenbestandes wird bereits dasselbe Ergebnis beträge aufzubringen, die zur Zahlung der Gehälter und Kohlenpreise nicht wie bisher und vom Reichstohlenrat be- haben. Löhne notwendig sind. absichtigt, gesteigert werden. Heute noch ist der Kohlenpreis für Allerdings gibt es auch andere Betriebe, die nicht in einer In diesem Zusammenhang müssen wir auf folgendes verenglische Kohlen ebenso hoch wie für deutsche Kohlen. Allein 20fache fo glücklichen Lage find, besonders solche mittlerer und fleinerer meisen: erst in diesen Tagen wurde wieder eine Besol= Frachterhöhung bringt deutsche Kohlenpreise 10 millionen über Art. Bei ihnen wird man manche finden, die keine dungserhöhung der Beamten in einem gewaltigen englische. Reichsfohlenrat will nach Mitteilung fohlenpreise um Effekten- und Devisenreserven haben und deren Warenvorräte Ausmaße vorgenommen, ohne jedoch bisher von der Deď ung 200 Prozent erhöhen. Ergebnis würde sein: Breis der englischen zusammengeschrumpft sind. Sie werden infolgedessen augen zu sprechen. Wir sind immer für eine angemessene BezahKohle am Montag 35 Millionen, Preis der deutschen Kohle am Mon- blicklich durch die neue Besteuerung etwas schwerer getroffen. lung der Beamten, Angestellten und Arbeiter eingetreten und fag 85 Millionen. Die gesamte Wirtschaft, insbesondere Gas, Elektri- Aber Binner macht mit Recht darauf aufmerksam, daß auch sie verwehren niemandem auch die jetzt zugestandenen Mittel. zität, Verkehrsunternehmungen gelängen zu Preisen, die für die Be- im Jahre 1922, das der jetzigen Besteuerung zugrunde liegt, viel Aber was ist auf die Dauer den Staatsbediensteten, besonders völkerung unerschwinglich und unerträglich find. Dauernde Er- fach noch sehr ansehnliche Papiergeldgewinne aber dem Bolte damit gedient, wenn fortgesetzt ungeheure Behöhung der Löhne und Gehälter unabwendbare Folge. Erbitten gemacht haben. Ihnen bleibt, wenn sie sich zu hart belastet träge bewilligt werden, die z. B. jetzt den größeren Teil der fchärfftes Eingreifen gegen diese die Wirtschaft zerrüttenden Maß- glauben, immer noch die Berufung auf den Härte para neu beschlossenen Steuern auffressen, ohne daß neue Deckung nahmen. Die öffentliche Ruhe und Sicherheit erscheint schon heute graphen der neuen Geseze, die eine anderweitige Regelung dafür vorhanden ist. Bei dieser Wirtschaft muß die Inflationsaufs schwerste gefährdet." der Borauszahlungen zulassen, wenn die zu leistenden Voraus- welle trotz aller schönen Dämme gegen sie, ihren Fortgang Dieser Appell des Berliner Magistrats an die Reichsregie- zahlungen außer Berhältnis zu den mutmaßlichen Einkommen nehmen. rung wirft ein grelles Schlaglicht auf die ungeheuren stehen. Die Rücksicht auf diese kleinen oder mittleren Betriebe die Inflation schnell und planmäßig abgebaut wird. Die Reichsregierung muß deshalb jetzt darauf sehen, daß Gefahren, in denen wir uns befinden. Kaum hat der Reichstag unter dem Druck der Boltserregung sich zum ersten- darf jedoch die Finanzverwaltung in feiner Weise veranlassen, Es kommt darauf an, auch durdy brutale Mittel, wie im Reichsmal dazu entschlossen, endlich dem deutschen Steuer- nun auch bei den wirklich zahlungsfähigen Großbetrieben eine standal ein Ende zu machen und mit der dringend not- in diesem Falle doppelt unangebrachte Nachsicht zu üben. tag ganz richtig gesagt wurde, dem Reiche die Existenzmöglich wendigen Finanzreform zu beginnen, da fängt gegen sie auch Jeder Versuch, die Substanzsteuern wieder auf die breite feit zu sichern. Sie barf deshalb auch nicht vor der Be= zurückschon der Kampf der Interessenten, der Wirt Masse der Konsumenten abzuwälzen, wie das bei den neuen chlagnahme aller Devisenbestände fchaftstreise auf der ganzen Linie an, deren sinnloser Kohlenpreisen augenscheinlich beabsichtigt ist, muß ron porn- schrecken, die zu einem Mittelfurs abgelöst werden könnten. Eine Notverordnung des Reichspräsidenten könnte die gesetzliche und furzsichtiger Egoismus uns ins Elend hineingebracht hat. herein rüdsichtslos unterdrüdt werden. Borbedingung schaffen, die dem Finanzminister die MöglichDer Sinn der neuen Steuergeseze war der, daß diese Steuern feit gibt, bei den Banten Nachschau zu halten. Die Devisen aus der Substanz der Wirtschaft bezahlt werden wie das Geld sollen dem Lande gehören, nicht zur Bereicherung follten. Wenigstens von den bürgerlichen Parteien wurde zum der einzelnen dienen. Es gilt hart zu sein oder nicht zu sein! erstenmal unter dem Druck der furchtbaren Not zugegeben, daß bie standalöse Schonung des Privatbesiges nicht mehr zu halten sei. Die Wirtschaftskreise scheinen darüber anders zu denken. Sie eröffnen nunmehr den Kampf mit Breiserhöhungen, deren 3wed offenbar ist, die neubeschlossenen Steuern aus permehrter Inflation zu zahlen und darüber hinaus die billige und bequeme Inflations. Durchgegriffen werden muß, wenn die Katastrophe vermieden zurüdgefehrten Dezernenten des städtischen Verkehrswesens, Stadtverdienerei aufrechtzuerhalten. Ueber die Aufgabe der Reichs- werden soll. Nicht zuletzt hat die erft jegt wieder von der baurat Dr. Adler, um seine Ansicht über die Ursache der Straßenregierung diesem spontanen Angriff gegenüber fann fein Schwerindustrie eingenommene Haltung auch diejenigen bahnkatastrophe befragt. 3weifel obwalten. Eine Regierung, die weiter wie bisher die 3u der lleberzeugung gebracht, die bisher noch auf zwangs Dr. Adler ist durch die katastrophale Verschlimmerung ber Wirtschaft schalten und malten ließe, unbefümmert um Deutsch- maßnahmen glaubten verzichten zu können. Bekanntlich wurde lands Schicksal, würde sich und Deutschland erledigen! noch unter der alten Regierung mit der Industrie die Ver Straßenbahnlage gewissermaßen überrascht worden. Er führt den einbarung zur Ablieferung eines beträchtlichen Devisenbetrages 3ufammenbruch vor allem darauf zurück, daß die Hauptaus. für die Bildung eines Devisenfonds getroffen. Aber auch jetzt gaben der Straßenbahn, für Löhne und Strom, ihren Das Bestreben gewiffer Wirtschaftskreise", die vom hält die Schwerindustrie ihre Verpflichtungen nur zum Teil Friedens stand bei weitem überschritten haben, während Reichstag beschlossenen neuen Steuern zu fab pein und versucht nach wie vor, ihre Spetulationsintereffen aus- es der Straßenbahn bisher nicht gelungen ist, durch entsprechende tieren, wird immer deutlicher erkennbar. Unmittelbar zufechten. Es wird u. a. behauptet, daß sie die schon abge- Tariferhöhungen ihre Einnahmen damit in Einklang zu bringen. nachdem diese Beschlüsse im Reichstag gefaßt waren, gab die lieferten Devisen zum Teil aus Papiermarffrediten der Reichs Beispielsweise ist der Strompreis, der im Frieden 8 Pf. für die „ Berliner Börsen- Zeitung" schon den Ton an, nach dem jeẞt Darüber hinaus foll ferner beobachtet worden sein, daß perteuerung heute bereits auf das zweimillionenfache gestiegen, bank gezahlt hat, die natürlich immer wieder gegeben werden. Kilowattstunde ausmachte, infolge der enormen Rohlendie steuerscheuen Wirtschaftskreise zu tanzen suchen. In Goldichatscheine, die der Industrie für abgelieferte. h., er ist der normalen Entwertung gegenüber dem Friedensstand Zeitungen und in Bersammlungen wird das übliche Klagelied barüber angestimmt, daß die Steuern die Wirtschaft erdrücken" Devisen ausgehändigt wurden, wieder vertauft worden weit voraus. Der Durchschnittslohn eines Straßenbahners würden. Diesem Gerede tritt der Handelsredakteur des Ber- find und mit dem Erlös Devisen zurüderworben betrug im Frieden rund 40 Pf. für die Stunde, heute dagegen beliner Tageblattes", Dr. Felix Pinner, mit überzeugenden wurden. Nimmt dieser Zustand seinen Fortgang, dann ist trage der Lohn auf Grund der vom Staat festgesetzten Tarife mit einem polifommenen Fehlschlag der neu ein- 490 000 m. die Stunde( was bei einem Dollarstand von 4,2 MillioGründen entgegen: Die Wirkung der neuen Steuern wird, kurz gesagt, davon abgeleiteten Intervention zu rechnen, so daß jezt entschiedene nen Mart nicht ganz 50 Pf. Friedenswährung ausmacht Red. d. hängen, auf welchem Wege die von ihnen in erster Linie Maßnahmen mit aller Rücksichtslosigkeit und Schärfe durch- Borw."). Selbstverständlich find auch die Materialpreise, besonders geführt werden müssen. betroffenen Schichten der Industrie, des Handels und der Bandwirtschaft sie aufbringen werden, nämlich entweder auf dem # " Das Reichsta binett beschäftigte sich am Sonnabend nachmittag in einer mehrstündigen Sizung mit den zu er greifenden finanz- und währungspolitischen maßnahmen. Die Beratungen werden am Montag nachmittag fortgesetzt und jedenfalls zum Abschluß gebracht werden. mentsdienst", ist sich flar darüber, daß mit aller Entschiedenheit Die Reichsregierung, so schreibt der Sozialdem. ParlaWir müssen endlich zu stabilen Währungsver: hältnissen kommen, da sonst in absehbarer Zeit der Kampf aller gegen alle unvermeiblich ist. Die feit Anfang August ein getretene Entwertung der Mark war derartig, daß kleine und mittlere Betriebe heute vielfach außerstande find, die zum Leben notwendigen Gehälter an das Personal zu zahlen. In Die Börse kauft weiter. Die Not der Straßenbahn. Aeußerungen des Stadtbaurats Dr. Adler. Ein Mitarbeiter des Ullstein- Berlages hat den aus dem Urlaub Eisen, das die Straßenbahn in großen Mengen für ihren Betrieb braucht, gegenüber dem Friedenspreis weit mehr gestiegen, als die allgemeine Entwertung es zulassen würde. Demgegenüber beträgt ber Tarif der Straßenbahn mit 100 000 m. für die Einzelfahrt heute" nur" das Ein- Millionenfache gegenüber dem Frieden. Wege der Substanzliquibation oder auf dem Wege der Abwälzung. Die ausgesprochene Absicht der gefeßgebenden Faktoren ging zweifellos bei den neuen Steuern dahin, daß sie als Eingriffe in die Substanz wirten und durch Liquidation von Sub Es ergibt sich danach das krasse Mißverhältnis, daß die Einftanzteilen aufgebracht werben sollten. Diese Tendenzen entsprechen nahmen der Straßenbahn auf das Einmillionenfache, zweifellos für viele Zweige unseres Wirtschaftslebens der Gerechdie Ausgaben aber auf das weit mehr als 3 meimillionenfigkeit, und auch ihre Durchführbarkeit fann bis zu einem gewissen fache gestiegen sind. Eine Aenderung dieses Mißverhältnisses er= Grade als gegeben betrachtet werden. Es gibt in der deutschen scheine im Augenblick unmöglich, denn die Verkehrsdeputation ist einWirtschaft sehr breite Schichten, die in der Lage waren, mütig der Auffassung, daß eine Tariferhöhung über das jetzt bewährend der letzten Jahre ihre Substanzen nicht nur zu erhalten, Der Rede Poincarés wurde an der heutigen Börse menig Be- fchloffene Maß hinaus für Berlin unmöglich ist. Einmal, weil die sondern auch zu vergrößern. Nicht zuletzt sind diese Schichten achtung geschenkt. Auch in bezug auf die morgen zu erwartende Bevölkerung die ohnehin fchon unerträglichen Lasten nicht noch in burd) ersparte( sei es an sich zu geringe, sei es durch späte franzöfifche Antwort an England gibt man sich keinerlei Optimismus wesentlich vergrößertem Umfang zu tragen fähig fein würde, sodann Cinzahlung real verringerte) Steuern zu ihrer Substanzaffumu- hin. Immerhin hofft man, daß sich aus einer zu erwartenden Dis- aber auch wegen der starken Konkurrenz, die Stadtbahn und Unterlation befähigt worden. Es ist durchaus gerechtfertigt, wenn zum fuffion vielleicht eine brauchbare Berhandlungsbasis ergeben grundbahn der Straßenbahn machen. mindesten diese durch Steuereriparniffe ermöglichten Substanz- fönnte. Bielmehr als mit der äußeren Lage beschäftigt man fich zunahmen( von den burch die sogenannten Kreditgewinne ermög. wieder mit den inneren wirtschaftlichen Verhältnissen, die sich lichten gar nicht zu reden) wieder aufgelöst werden und jetzt als mieder zuzufpihen drohen. Goldlöhne, Preise und Steuern sind aus Sonder oder Nachsteuern neben den laufenden Steuern durch Geld. Schlaggebende Faftoren am heutigen Devisenmarkt. Dazu kommt gahlungen in den Besitz des Reiches gelangen. Bielfach werden die immer mehr anwachsende Geldnot, die ein weiteres Hochtreiben berartige Substanzliquidationen auch möglich sein, ohne die der Devisen bewirkt. Auch befürchtet man eine teilweise Stillegung Morgen außerordentliche Magistratssitzung. Betriebe fubftanzarm zu machen und in ihrer produf der Industrie, was unabsehbare Folgen haben würde. Wenn auch Der Aelteftenausschuß der Stadtverordnetenversammtiven Weiterarbeit zu stören. Es bestehen bei sehr vielen Betrieben die Einfuhrbedürfnisse heute wieder überaus große Anforderungen lung beschloß heute mittag nach längerer Beratung, am Abend im übermäßige Waren-, Devifen- und Effektenvorräte, durch deren er an Material stellten, die Feftfehung der amil chen kurse ver- Beisein des Magistrats und der zuständigen Dezernenten zu einer trägliche Berringerung unschwer soviel Mittel freigemacht werden zögerte sich bis weit nach 1 Uhr hinaus. Der Effektenmarkt besonderen Sigung zusammenzutreten, um die mit der ungeheuren fönnen, als zur Begleichung der Steuern erforderlich find. Man bot ein ziemlich bewegtes Bild. Die Käufe des Auslandes Steigerung der Werkstarife zusammenhängenden Fragen zu lösen darf sich durch die hohen Multiplikatoren der Vorauszahlungen auf dauern an und haben sich zeitweise vermehrt. 3war zwingen die und auch fich mit der drohenden Stillegung der Straßenbahn zu be die Einkommensteuer und der Rhein- Ruhr- Abgabe sowie durch die Steuern immer noch zu einigen Abgaben, doch überwiegt bie schäftigen. Im Anschluß daran tritt der Magistrat morgen vormittag riesigen Papiermillionen und milliardenziffern, Rafrage auch beim Publikum bei weitem. zu einer außerordentlichen Sißung zufammen. Nach Ansicht Dr. Adlers gibt es also im Augenblick feinen anberen Weg, als daß das Reich erfudyt wird, den täglichen Fehlbetrag von 50 bis 60 Milliarden aus eigenen Mitteln zuzuschießen. Poincarö an Englanö unü Deutschlanü. Paris, IS. August. sWTB.) Während seines Aufenthalts in C h a r I c v i l l e hat Mmifterprüsident P o i n c o r e dreimal das Wort ergriffen. Nach„Havas" hat er zunächst bei dem Empfang im Rathause an die„Schrecknisse der deutschen Besetzung" erinnert und u. a. er- wähnt, daß der Kaiser, der König von Sachsen, der Reichskanzler, General« und Admirale sich in der Stadt vier Jahre lang aufge- halten haben. Das seien Erinnerungen, die man nicht vergessen könne. Es gebe'Leute, die erklärten: Denken wir nicht mehr daran, der Alpdruck ist vorüber, vergessen wir ihn! Nein! ruft Poincare, vergessen wir das nicht. Bel)alten wir die Erinnerung daran, nicht um zu schmähen, nicht um zu hassen, sondern um besser zu verstehen und besser auf der Hut zu sein. Im Generalrat des Ardennendepartements ergriff Poincare nach einer Begrüßungsansprache das Wort und gab seiner Freuds über die außerordentlichen Anstrengungen Ausdruck, die das Depar- tement zum Wiederaufbau seiner Ruinen gemacht hob«. Seine Red« schloß er mit den Worten: Die Regierung, der Staat, Frank- reich haben die Pflicht, euch zu unt- rstülzen, damit sie den Dank verwirtlichen, den sie euch schuldig sind. Deshalb müssen wir von Deuischland die Zahlunzen erhalten, denen es sich systematisch entzogen hat. Wir sind deshalb hart entschlossen, die Politik weiter- zuführen, die dem allgemeinen Wunsch des Landes entspricht. Zu einer ausführlichen Rede nahm sodann Poincare das Wort bei der Einweihung des Kriegerdenkmals. Da schilderte er die Kämpfe um Eharleoille, die schließlich zur Wiederbefreiung der Stadt geführt hätten, und sagte: Welche Tage drohen noch heute für die befreiten Departements! Der Sieg stand vor ihren Augen in vollem Glanz«. Sie sahen ihn. sie fühlten ihn. Sie hielten ihn in der Hand, sie waren überzeugt davon, daß er nie» mals mehr entschwinden würde. Die Alliierten schienen so einig. so stolz aufeinander, so bewußt ihrer Solidarität, die sie sich vor- sprochen hotten! Es schien auch offensichtlich, daß die Alliierten, nachdem sie zusammen für eine gemeinschaftliche Sache so lang- wierige und schwere Opfer gebracht hatten, sich nicht mehr trennen könnten und daß sie Seit« an Seite im Frieden das Werk beenden würden, dessen Grundlage sie auf den Schlachtfeldern gelegt hatten. Sie haben Grundsätze verkündet, die die Berant- wortlichkeit Deutschlands aussprachen, und das Recht der verbün» beten Mächte und insbesondere der vom Einbruch betroffenen Länder auf die Wiederautmachung der erlittenen Schäden feierlichst bekräftigt. Di« Bündnisse haben den Krieg überlebt. Die Alliierten konnten hoffen, daß das Monument, das sie mit ihrem Blut er- richtet hatten, weiter aufrecht bestehen bleiben würde, unzerstörbar und nicht zu erschüttern. Die Nationen aber, die Menschen be- greifen bei großen Zusammenbrüchen und großen moralischen Krisen die Notwendigkeit einer Einigung besser als wenn sie sich im Bunde herzlicher Fr«undsck>ast und der Wiedergenesung befinden. Ein italienisches Sprichwort, Ps.�ato il vcricolo Kahbato il santo, bedeutet, man könne von der Freundschaft sagen, daß sie, selbst cvenn sie feierlichst verkündet wird, bisweilen ein wenig v erna ch- l ä s s i g t wird, wenn der erste Rauhreif darauf fällt. Die ö f fe n t- liche Meinung der Völker muß gegen solche Versuchungen des Egoismus sich auflehnen. Poincare fuhr fort: Wir Franzosen würden jede Tat und jedes Wort für ein Verbrechen halten, das darauf ausginge, den Bund zu stören oder zu lockern. England beklagt sich über eine lange und .schmerzliche Arbeitslosigkeit. Die letzten englischen Handels- ftatistiken zeigen, daß seit Januar bis Ende Jüli die Ausmhr und Einfuhr Großbritanniens an Gewicht und Wert die der ersten sieben Monate des Jahres 1922 übertroffen hat. Ja, noch mehr. Der Transit durch England, d. h. das. was dos meiste Interesse für die englische Schilstahrt hat, hat im Vergleich zu der Güterousfuhr des Jahres 1S22 um 1ZF Prozent zugenommen. Ich schließe daraus nicht, daß England aus der Ruhrbesetzung einen Vorteil gehab: hat, ich hätte gewollt, daß es einen größeren Nutzen davon hätte. und zwar an unserer Seite, und ich habe das Recht, jetzt auszu- sprechen, daß. wenn es in England Arbeitslose gibt, der General Degouite wirklich gar nichts damit zu tun hat. Ebenso wenig ist es ein sehr glückliches Argument, die G e s» g- ,m ä ßig keit unserer Pfand« rgreifting zu bestreiten. Es ist zu ein- lach, darauf mit dem eigenen Text des Friedensvertrages und mit früheren gemeinschaftlichen Erklärungen aller Alliierten einschließlich Englande zu antworten, statt vielmehr Streitigkeiten dieser Art zu entfesseln. Würden wir nicht viel besser daran tun, praktische Lösungen für Probleme zu suchen, an denen jeder von uns Mitleiü! Von Paul Packow. „Fräulein" hat in dem vornehmen westlichen Vorort einen Kindergarten eingerichtet, und die feinen Damen und Mütter sind erfteut darüber, daß sie ihre lieben Kleinen für«in paar Stunden am Tag los find. „Fräulein" ist hochaufgeschossen und hager und sieht aus, als ob sie mit dem Hunger auf du und du steht. „Fräulein" hat große, gute Augen, die ein wenig ängstlich in die Welt schauen, und schütteres Haar, dos stark grau schattiert ist. „Fräulein" fordert für die Beaufsichtigung von fünfzehn kleinen Kindern, die verzärtelt und verzogen und aller Unarten voll sind, eine Million Mark den Monat. Eine ganze Million Mark den Monat. „Fräulein" ist furchtsam, denn sie weiß, daß die feinen Damen Geldforderungen gegenüber so sehr peinlich und penibel sind. Und die feinen Damen unterhalten sich über diese Forderung, und all« finden, daß es doch eigenllich sehr wenig sei und daß „Fräulein" mit dem Geld kaum auskommen könne und daß„Fräu- lein" überhaupt ein nettes und bescheidenes Wesen sei. Aber eine der seinen Damen kommt auf den guten Gedanken, „Fräulein" aus eigener Entschließung zuzulegen. Ei« sagen nur:„Armes Fräulein!" und halten Mitleid für so gut wie bare Münze. „Fräulein" wohnt weit draußen im Norden. Sie muß nach dem westlichen Borort mit der Stadtbahn fahren, und das Abonne- ment kostet im Monat liZv lXXZ Mark. Bei schönem Wetter schart Fräulein ihre Schützling« in einem Garten um sich, den ihr eine der feinen Damen liebenswürdig über- lassen hat. „Fräulein" muß aber außerdem in einem Restaurant ein Zimmer mieten, in dem sie bei Regenwetter von den lieben Kleinen gepeinigt und geplagt wird. Für dieses Zimmer zahlt„Fräulein" monatlich 300 000 Mark. Di« feinen Damen haben davon gehört und sagen so recht ge- fühlooll aus mitleidigem Herzen:„Mein Gott! Da kann doch„Fräu- lein" mit einer Million im Monat wirklich nicht auskommen!" Damit sind die feinen Domen mit der Affäre fertig. Nach zwei Wochen fehlt„Fräulein", und die fein« Damen er- fahren, daß sie sich im Kronkenhaus befindet und daß der Arzt all- gemeine Schwäche infolge Unterernährung festgestellt hat. Da sagen die feinen Domen:„Ach Gott! Das arme Fräulein! Aber es ist ja auch kein Wunder; bei einer solchen Bezahlung muß ja heutzutage ein Mensch verhungern!" Und die feinen Damen sind sehr stolz über dies» ihre Fest- pellung interessiert sein muß? Eunopa wird sein wirtschaftliche-! und mora- lisches Gleichgewicht erst an d e m Tage wiederfinden, an dem der Friede in Europa auf solider Grundlage wiederhergestellt ist. Nun verlangt der Frieden die loyale Aussüh» rung der unterzeichneten Verträge und die Gerechtigkeit verlangt die vollständigen Reparationen des angerichteten Schadens. Frankreich verlangt nichts anderes. England kann nichts anderes wollen. Wir werden uns also schließlich verständigen müssen. Indem wir auf unserem Wege fortschreiten, hoffen wir durchaus, uns niemals von unseren Alliierten zu entsernen, und wir sind sicher, daß wir nicht nur für das Wohlergehen Frankreichs, sondern auch für den Wiederaufbau E u r o? as wirken. An Hand der Beurteilungen, die wir aus den bssreundeten Län- dern und besonders aus England erholten, begreift die öffentliche Meinung des Auslandes jeden Tag besser die Anstichiigkeil unserer Absichleu und wird in steigendem Maße für uns günstig. Die öffentliche Meinung beginnt den Vorwurf de? Imperialismus ein wenig scherzhaft oder vielmehr lächerlich zu finden, den man seit drei Jahren gegen uns zu richten sich gefällt und den man in ver- schiedenen Reden voll überfchwellender Bitterkeit in den letzten Monaten zu verstärken versucht hat. Nachdem Poincare den Bergleich seiner Politik mit dem Imperialismus Ludwig XIV. und Navoleon l. zurückgewiesen und aus- geführt hatte, daß das preußische Junkertum in Napoleon den Sohn der Revolution gehaßt habe, wies er auf Bismarcks Annexion Elsaß- Lothringens hin und sagte zum Schluß: Ist es nicht dieses Ver- brechen, das 40 Jahre hindurch am allsrschwersten auf der Ruhe der Welt gelastet hat? Und cSs Deutschland, verwirrt durch eine Art von Größenwahnsinn, welcher die Völker verdirbt, 1014 zu dem tollen Angriff auf Belgien und Frankreich schritt, hat sich da ein einziger unter unseren Berdündeten gesunden, der unser Recht auf die Wieder- einverleibung Elsaß-Lothrinaens bestritten hätte? Seit 1870 hatte also dos G e w i ss e n der Menschheit sich noch nicht an diese Unge- recht ig keit gewöhnt. Möchten doch heute unsere Freunde, auch die, die nicht an unserer Seite gekämpft haben, an diese Lehre denken. Ein auf der Ungerechtigkeit begründeter Friede ist immer ge- fährdel und zerbrechlich. Ein Friede, den man aus der Gerechtigkeit hat begründen wallen, und den man langsam aus diesem Rahmen wieder würde hinous- gleiten lassen, wäre noch unbeständiger. Rühren wir also nicht an dem Frieden und fassen wir einzig den Entschluß, der klug, vernünftig und friedfertig ist, nämlich, die eingegangenen Verpflichtungen zu achten und ihnen Achtung!tu verschaffen. Zu den Ausführungen Poincares schreibt das Organ Lloyd Georges,„Daily Chronicle", in England wisse man mehr über die Uxsache des Rückganges des englischen Handels als Pom- car«, und seine gewohnt« Methode, den Engländern zu sagen, daß er echt und die Engländer unrecht hätten, mache besonders tn einem Falle, wie diesem, keinen Eindruck, Poincare habe es in seiner Macht gehabt, die Einigkeit der Alliierten aufrechtzuer- halten, der er Lippendienst leiste:«r habe sie aber z e r st ö r t. Poincare werd« sie nicht wiederherstellen, indem er den Englän- dar» zeige, was sie tun müßten, oder indem er von ihnen erwarte, daß sie immer seinem Diktat folgten. Es würde besser sein, wenn Poincare«insähe, daß ein Zusammenwirken auch Zuge- ständnisse bedeute, und daß die Zugeständniene nicht nur«in- s« i t i g sein könnten. Die britisch« Nation werde müde, die Recht« Europas und die Würde der Interessen Englands auf das anmaßende Geheiß des französifchsn Premierministers hin aufzugeben. Der französische Ministerpräsident hat in seiner neuesten Rede das Bestreben an den Tag gelegt, seine Hörer zu be» friedigen, ohne in England und in Deutschland neue Erregung hervorzurufen. Darüber hinaus enthält ober die Rede keine positiveAnregung zur Lösung des Konflikts. In einem Kommentar zu ihr macht der„Temps" der deutschen Regie- rung Vorwürfe darüber, daß s i e es an einer solchen positiven Anregung bisher habe fehlen lassen. Ihr Standpunkt ist aber hinlänglich bekannt, und das von der englischen Regierung gut ausgenommene Memorandum vom 7. Juni ist durch die Parteien, die die neue Regierung bilden, gedeckt. Was fehlt, ist eine Willenserklärung Frankreichs, dem deutschen Volk sein politisches und wirtschaftliches Selbstbestimmungs- recht auf seinem Territorium freizugeben, falls es bestimmte Anstrengungen macht, seine Reparationsschuldcn zu bezahlen. Erklärungen, daß Frankreich nicht beabsichtige. Deutsch- land zu zerstückeln, können keinen Eindruck machen, solange vom �unslbelrieb". In unserer Zeit wäre es merkwürdig, wenn nicht auch die Kunst von dem allgemeinen„Betrieb" ergriffen würde. Das Sammeln von Kunstfachen ist von einer geschmackvollen Liebhaberei vielfach zur grob materiellen.Kapitalsanloge" herab- gesunken, und die Händler machen sich die Konjunktur nicht selten zunutze, um d e ahnungslosen Kunstspekulanien hineinzulegen. Wäre dieses ganz« Kunstgeschäst nur eine kaufmännische Angelegenheit, so brauchte es den Kunstfreund nicht viel zu bekümmern, aber es bedeutet auch eine schwere Gefahr für die Entwicklung der Kunst. Ernst« Worte darüber sagt der Kunstkritiker Paul Westheim in seinem soeben bei Gustav Kiepenheuer in Potsdam erscheinend ei: neuen Luch„Für und Wider". Der Wunsch, sein« Gewinne in Kunstwerten anzulegen, brachte viele, die von dem wahren Wert und Sinn dieser Dinge keine Ahnung haben, auf das Kunftsammsln, und so schössen die neuen Kunfthcmdlunzen wie Pilze au» dem Boden.„Es gab auf enmol," sagt Westheim, der Kunstfalons nicht mehr genug, ob alle oder neue Kunst, ob Holzplastik oder Gobelin in ihnen gehandelt wurde. Da die alte Kunst längst nicht mehr ausreichte für diesen Bedarf, durch den Valutasturz die Grenzen für die Kunsteinfuhr sei Jahrxn ge- sperrt sind, überdies zum neuen Programm die junge Kunst gehört. so waren sehr bald die Ateliers der geschätzten und auch vieler keineswegs schätzbaren Künstler aeräumt. Immer dasselbe: dos Programm ist da, der Betrieb will laufen, die Kunstläden brauchen Ware, brauchen monatlich wechselnde Ausstellungen und— es fehlt am elementarste«: dem Künstler, mit dem sich Geschäft und Ausstellung und Programm machen läßt," So werden denn lokal« Kunftgrößen überoll geschaffen, es enistehen neue Sezessionen, d e bestimmte Tolentchen„läzieren".„So entstehen die Lokalberühmtheiten, die lächerlichen Ueberschätzungen. Das Bedenkliche ist, daß durch solch gezüchteten Größenwahn manche Begabung, um die es schade ist zugrunde gerichtet wird." veulschland In der Ausnutzung der Wasserkräffe voran. Di« Ausnutzung der Wasierkräste, bei der immer größer werdenden Kohlennot eins der wichugsten Probleme der Zukunft, hat gerade in Deutschland in letzter Zeit bedeutende Fortschritte gemacht Eine Schätzung, die von der kanadischen Regierung durchgeführt wurde, beziffert die gegenwärtig nutzbar gemachten Wasserkräfte der Erde mit 15 bis 18 Millionen Pferdekräfte. Da man den gesamten Ber- brauch auf 120 Millionen Pferdekräst« schätzt, so ist da« etwa der 8. Teil der Betriebskraft, die aus dem Wasser gewonnen werden kann. De Vereinigten Staaten besitzen über 28 Millionen Pferde- fräste, von denen ober nur 7 Millionen ausgenützt wcrden. Kanada hat von seinen verfügbaren 27 Mllionen Pferdcträfte 3.4 Millionen in Beirieb genommen; Frankreich nutzt von seinen 5,8 Millionen nur 0,0 Millionen Pferdekräste aus, während Deutschland, das nur über 1,5 Millionen Pferdekräste verfügt, bereits 0,82 Millionen in Betrieb genommen hat, Norwegen, das mit feinen 5 Millionen einen großen Schatz an Kräften besitzt, Hot 1,12 Millionen Pferde- kräste ausgenutzt. Deullchltnd, das zu den mit Wasserkräften am stiefmütterlichsten bedachten Ländern gehört, hätte noch dieser Schätzung bereit» soft die Hälfte verwertet und würde danach in der Ausnutzung der Energiekräfte an erster Stelle stehen. Dazu be- merkt aber die �Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure", daß Frankreich auf deutschem Baden eine Militärdefpotie ausübk und keinerlei Neigung zeigt, diese Methoden unter bestimmten Voraussetzungen aufzugeben. In einer Rede in Eharleoille, die als eine Ergänzung der dort gehaltenen Rede' Poincarös aufgefaßt wird, sagte der Senator H u b e r t: Wir wollen Deutschland weder zerstören, noch zugrunde richten. Wir verlangen von ihm lediglich, seine Unterschrift zu respektieren, unsere Ruinen wieder aufzurichten und sich nicht an unserer Sicherheit zu vergreifen. Auf diesem Gebiet haben wir uns nie geweigert, die Unterhaltung auszu- nehmen und selbst wenn unsere Verbündeten uns allein lasson sollten, bin ich meinerseits der Ansicht, daß wir im Interesse dcr gesamten Welt nicht das Recht haben, unter diesen Bedingungen: Verhandlungen unter vier Augen abzulehnen, denn wir hoben es nickt auf die deutsche Demokratie obgesehen, wir bekämpfen viel- mehr die industrielle Koste, die ebenso zu fürchten ist wie die Militärkaste von einst. Eine Verhandlung unter vier Augen, das heißt die vertrauliche Fühlungnahme von Vertretern der beiden Regie- rungen, könnte vielleicht den Anfang einer Verständigung schaffen, wenn der Boden dafür entsprechend vorbereitet ist. Auf deutscher Seite hat man sich niemals geweigert, auf solche Verhandlungen einzugehen. Erfolgversprechend können sie freilich nur dann sein, wenn der deutschen Regierung nicht mehr zugemutet wird als sie leisten kann, insbesondere wenn von ihr. keine Preisgabe deutscher Volksrechte über den Vertrag von Versailles hinaus gefordert wird. � Die Herstellung eines wahren, dauernden F r l e- d e n s zwischen den beiden großen Republiken, Frankreich und Deutschland, ist ein so hohes Ziel, daß um seinetwillen von einer wirklichen französischen Demokratie die Aufgabe eines leeren Prestigestandspunkts und der Verzicht auf unerfüllbare Forderungen wohl erwartet werden dürfte. Leider muß ge- sagt werden, daß im deutschen Volk die Hoffnung auf eine solche Wendung der französischen Politik für den Augenblick nicht besteht. r Reichskanzler Dr. Stresemann beabsichtigt, sobald die französische Antwort an England vorliegt, Poincar� zu ant- worten. Ter Frankensturz. Pari,. 20. August.(„Franks. Ztg.") Die gestern von dem französsschen Finanzminister de Losteyrie gegebene Erklärung, daß das Sinken des Frankens mit finanziellen und wirffchafllichen Ur- fachen nicht zu erklären, vielmehr eine Auswirkung der S p e- k u l a t i o n und politischer Machenschaften sei, die im Ausland ihren Ursprung haben müßten, findet in der Presse mehrfach sehr scharfen Widerspruch. So nennt„Iournee In du» st r i« l l e" es einen Unsinn, dafür die englische Politik verantwortlich zu machen, da dadurch doch besonders auch der Ruin der eigenen Industrie herbeigeführt werde. Im Gegen» teil sei der fortwährende Rückgang der französischen Währung zurückzuführen auf den Zusammep-bruch der Mark, auf die Verschärfung der frankobritischen Gegensätze und auf die franzö- sssche Stützungsaktion für den belgischen Franken, die notwendi- gerweis« zu einer gewissen Schicksalsgemeinschaft � der beiden Währungen führen müsse. Auch der„T« m p s" protestiert gegen die Behauptung des Ministers. Als den schwachen Punkt der Situation bezeichnet er die sehr beträchtliche Höhe der ausländischen Guthaben in Frankreich, die auf mindestens 10 Milli- arden zu beziffern seien und die von einem Tag auf den anderen gekündigt wevden könnten. Seratungen öes Reichskabmetts. Heute abend um 7 Uhr tritt das Reichskabinett zu einer Sitzung zusammen, in der Richtlinien für die weitere Wirt- schafts- und Finanzpolitik der neuen Regierung festgelegt wer- den sollen. Es ist anzunehmen, daß die Regierung bereits in den nächsten Tagen ihre neue Wirtschasts- und Finanzpolitik vor dem HauptausschußdesReichstags näher dar» legen wird, zumal es sich um weitgehende Maßnahmen handelt. Heute nachmittag findet im Reichskanzlerpalais ein Empfang der ausländischen Diplomaten durch den Reichskanzler statt. die in Deutschland verfügbaren Wasserkräfte höher anzusetzen sind und nach den neuesten Berechnungcn 3,5 bis 4 Millionen Pferdekräste betragen. Auch ist zu berücksichtigen, daß d e ausgebauien Kräfte bei uns durch viele Kleinonlagen verzettelt sind. Immerhin steht Deutschland voran; nach ihm kommen die Schweiz, die Vcr- einigten Staaten, Italien und Norwegen als die Länder, die den größten Tel ihrer Wasserfälle zur Energiegewinnung herangezogen haben. In Norwegen hat man sich die günstigen Verhältnisse besvn- der, zunutze gemacht, da hier 400 000 Pferdekräste lediglich für die Gewinnung von Luftstickstofs, Salpetersäure und andere Stickstoff- Verbindungen gebraucht werden. Frankreich hat nur 11 Proz., Großbritannien gar nur 8 Proz. seiner Mlsserkräste verwertet. Geschlechtswechsel der Austern. Der Däne Sparck vom Beob- achtungsinstitut Limsjord, und der Engländer Orton zu Plymouth haben letzchin gleichzeitig und unabhängig voneinander Unterjuchun- gen an Austern angestellt, die ergaben, daß diese Schaltiere manch- mal im Jahre drei- bis viermal, ja noch öfter ihr Geichlecht wechseln. Sie sind in der Tot zweigeschlechtlich, sowohl männlich wie weiblich, ober in der Regel betätigt sich nur der eine Geschlechtsapporat. Es werden entweder Eier oder männlicher Samen an das Meerwasser abgegeben. Aeußerlich ist den Tieren kein Unterschied anzusehen, nur die mikroskopische Untersuchung vermag festzustellen, ob das Tier in der bestimmten Zeit als Männchen oder Weibchen«mzu- sprechen ist. Meistens hängt der Wechsel mit einer Aenderung der Temperatur des umgebenden Wassers zusammen. Je länger das Wasser kalt bleibt, desto länger bleiben die Tiere weiblich: wenn das Wasser sich erwärmt, tritt die mannlich« Funktton ein, um bei späterer Abkühlung wieder in den weiblichen Charakter zurück- zufallen. Reue Vornamen in Towjetrußland. Die Scheu, die Kinder auf die Rainen der Kirchenheiligen zu taufen, hat dazu geführt, daß man im bolschewistischen Ruhland heute auf die absonderlichsten Namen verfällt. Wie die„Iswestija" erzählt, nennen viele Eltern ihr« Kinder nach den Namen von Flüssen und Städten wie Dnjepr, Wolga, Moskau. Andere wählen für diesen Zweck Bezeichnungen. die ihnen aus dem politischen Leben geläufig geworden sind. So tristt man beispielsweise viele Mädchen, die auf den Namen Genossen- schaft, Kommune, Marseillaise hören, ohne der Namen zu gedenken, die den Eltern von ihrem orientalischen Geschmack eingegeben sind, wie kleine Sonne, Feldblume u. a. m. Den Gipfel aber erstieg kürz- sich ein Arbeiter, der, nachdem ihm das Glück zuteil geworden war, einen Treffer in der Goldanleihe zu machen, aus Dankbarkeit seiner Tochter den Namen Schuldverschreibung gab. Am Zentraliuititut für Erziehung und Unterricht beginnen an 20. Üliigiist die wissenschattlichen Vorlesungen für Pödazoeik. deuisck-n und stcmdiprachlichcn Nnlcrricht. Geographie und Geologie, Phyfil und Chemie. Tie Vollst übne eröffnet ihren Konzcriwintcr mit einer Aufführung von Verdis R c q u i e m am 8. Sept. in der alten Garnvonkirche. Schwarz.Weifi. In Paris iff die Aufführung eines amerikanischen Films verboten worden, weil er jür die lchwarze Nnss- verletzend lei.— Do» langlam aussterbende Frankreich braucht seine affilaniichen Kolonialen jür seine imperialistischen Zwecke und spielt sich daher alS ihr Protektor«4- Verdächtige im Reichskanzlergarten. Attentat auf Stresemann? Gerüchte von einem Attentat auf Reichskanzler Dr. Stresemann haben ihre Begründung in folgendem Borgang: Gestern, Sonntagabend um 8,15 und um 10 Uhr wurden im Garten des Reichstanzlerpalais von der Wache zwei unbekannte Personen gesehen, die auf Anruf die Flucht ergriffen. Da die nachgesandten Schüsse fehlgingen, ist eine Feststellung der Personen bisher nidyl geglädt. Ob es sich tatsächlich um einen Ättentatsversuch auf den Reichskanzler handelt, kann nicht mit Bestimmt heit gesagt werden. Es wäre auch die Möglichkeit gegeben, daß es sich um den Versuch eines diplomatischen Attendiebstahls in der Reichskanzlei handelt. Auf alle Fälle erhält das Gebäude einen verstärften polizeilichen Schuh. Stacheldraht gegen Deutsche. Die Absperrung des Ruhrgebiets. Beschluß der Bergarbeiter. Hamm 1. W., 20. Auguft( Eigener Drahtbericht.) In Hamm fand gestern eine große Konferenz der Funktionäre des Alten Bergabeiterverbandes für das unbefehte. Gebiet staff. Auf dieser Konferenz wurde einstimmig folgende Entschließung ange. nommen: Die Verbandsfonferenz erblidt in der Einführung der wertbeständigen Cöhne einen Weg, der weiteren Verschlechte. rung der wirtschaftlichen Lage entgegenzuwirken. Als Ursache der jehigen Verhältnisse wird die Ruhrbefehung infolge des Versailler Vertrages und das Berhalten gewiffer befißender Schichten in dieser schweren Zeit angesehen. Der Todesstoß. Reihe Einbrüche biefer Art auf dem Kerbholz. Mitteilungen zur Aufs Plärung an Kriminalfommissar Ziegler, Dienststelle B. 1. 12. im Boli zeipräsidium. Ein Sprachgenie als Kavalierdieb. Berhaffung eines internationalen Gauners. Einen Einblick in die Abwege der menschlichen Seele gewährt dis Der folgende Notschrei, der von der furchtbaren Not dar Zeit in ihren Auswirkungen auf die in freier Tätigkeit Brot erwerbenden tündet, geht uns von einem alten Mitarbeiter zu. Jetzt sind wir so weit, um zu fragen: Wo ist das nächste Jrrenhaus? Biele Tausende würden sich dort, wo es so hübsch ruhig und jorgenios ist und pünktlich auf die Minute kostenlos das Tischlein sich Berson eines gewissen 45 Jahre alten Martin Samson, der es vor deckt, besser aufgehoben fühlen als in der großen Narrenwelt der Jahren in der Welt der internationalen Hotel- und Expreßzugiebe Freiheit, die uns stündlich die gepeinigten Nerven wie Spreu vor zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat und jetzt por der Krimidem Wirbelwind durcheinanderjagt. Jeder erwachsene Deutsche, nalpolizei wieder einmal hinter Schloß und Riegel gesezt wurde. felbft der in seinem Fach einigermaßen beschlagene Bettler, ist jetzt Bon Hause aus Schauspieler und begehrter Mufit. Mark- Millionär, und Zehntausende dieser Papierfezenmillionäre fünstler, verließ Samsson, der aus Hamburg stammt, bald diese stehen vor dem Untergang, vor dem Verhungern. Die zu schwindeln. Baufbahn und betrat mit größtem Erfolg die des gewerbsmäßigen der Höhe hinaufgetriebenen städtischen Werftarife bereiten fie auf Diebes. Dabei blieb er aber wenigstens in Aeußern und in seinem den Todesstoß vor. Grauenhaft ist die Pein derer, die sich noch ganzen Auftreten der vollendete kavalier. Bald war er immer fümmerlich durchmanifestieren und nun ihre legte ärmliche auch auf dem neuen Gebiete noch berühmter ais auf dem alten. So Existenz fast rettungslos bedroht sehen. Wie im Kriege die gftigen britanniens, mit alleiniger Ausnahme Ruziands, suchten ihn bald gut mie alle Kriminalbehörden des europa ichen Kontinents und GroßGase unsere Truppen niedermähten, so ergißt sich die Welle un hier bald da. Auch ein Heer von Privatdetektiven mar sinniger Wirtschaftspolitik über alle die kleinen Sechstreiermlio- ständig hinter ihm her. Samffon, der die verschiedensten näre, die den einfachsten Hausstand nicht mehr aufrechterhalten Namen führte, wohnte in den ersten Hotels und stahl immer nur können und mit den paar Millionen, die sie im Monat in freier hohe Berte. Mit Kleinigkeiten gab er sich nicht ab. Ein paar Mal Arbeit zusammenfronen, ärmer sind als der obdachlose Bettier. wurde er auch gefaßt, u. a. in Berlin und Zürich, und dann mußte Morgen wird der Gasmesser fortgenommen, morgen ist es nicht mehr er jedesmal eine ziemlich hohe Rechnung begleichen. Längere Zeit möglich, einen Topf Suppe zu fochen. Und wenn man ihnen den hörte man nun nichts mehr von ihm. Neuerdings touchte er wieder in Berlin auf. Aber Samsson ist lange nicht mehr der große Mann" Gasmesser mirklich noch läßt monon sollen fie für eine Stunde von früher. Von den feinsten Hotels war er bereits auf den Osten gekommen. In der Koppenstraße begnügte er sich mit einer Divandede und jetzt hatte er das Pech, daß ihm der Besitzer der gestohlenen Decke und mit dieser auf der Straße beqennete. Er wurde festgenommen und Kriminalfommissar Draeger, Dienststelle B. I. 20, nimmt im Zimmer 133 des Bolizeipräsidiums weitere Mitteilungen zur Aufklärung von Hotelbiebstählen entgegen, bei denen die ehemalige Berühmtheit ihre Hand im Spiele gehabt haben mag. erschien auch jetzt noch vor der Kriminalpolizei in Cutaway und Lad Samsson, der nicht weniger als neun Sprachen beherricht, schuhen. Gefundheitlich ist er aber sehr heruntergekommen. Brennzeit hunderttausend Mark bezahlen? Genau die gleiche Summe, die auch der Reichste zu bezahlen hat! Die Zahlungskräftigen haben fich beeilt, die fälligen Rechnungen zu begleichen und mit voraus bezahlten Millionen Gas zu kaufen, wie man aus dem Laden ein Bfund Margarine holt. Sie sind es, für die alle Vorteile gelten. Die Konferenz erwartet von der Reichsregierung, daß fie Der Arme braucht das wenige Geld, das er hat, zum notdürftigsten feine Mittel unverfucht läßt, um den Ruhrtonflift zu be- Beben, tann deine Vorschüsse leisten und muß das Gas, solange man enden und einen Ausgleich der Callen, die infolge des Friedens- ihm den Gasmesser noch läßt, noch einmal so teuer bezahlen als der vertrages entstanden sind, herbeizuführen. Geldkräftige. Bermunft wird Unfinn, Wohltat zur Blage! Man tann sich, wenn der Gasmesser fortgenommen ist, nicht einmal mehr mit Gas in das sogenannte beffere Leben einschleichen. Zum Strid wird die letzte Papiermillion, wenn die Preise nicht allzu arg anDie Befehung des Ruhrgebietes ist eine Bergewaltigung allen Rechtsempfindens und des geschriebenen Rechts; fie hat die Zertrümmerung der deutschen Wirtschaft und die Berelendung des deutschen Boltes zum Ziele. Gegen dieses Unternehmen des franzöfifchen Imperialismus und Militarisinus ist nach wie vor ziehen, noch reichen. jeder Widerstand ein Gebot der Selbsterhaltung. Der Bevölkerung des befehten Gebietes wird zu ihrem schweren Die drohende Stillegung der Straßenbahn. Kampf die wärmste Sympathie ausgesprochen. Gegen die Berlängerung der Abdrosselung des Ruhrgebietes und der brutalen Handhabung der Verkehrsperre erheben wir Bergarbeiter vor aller Welt feierlichen Protest. Die Grenz- und Verkehrsiperre im Ruhrgebiet wird mit einer noch nie dagewefenen Rigorosität gehand. habt. Sämtliche Straßen und Wege, die über die Grenze führen, find mit Stacheldraht- and Erdbefestigungen verbarrifablert. An vielen Stellen find selbst über Wiesen und Felder hinweg Stacheldrahtabsperrungen errichtet. In Ortschaften, wo die Grenze der Dorfstraßen enflangläuft, läuft die Straße entlang ein Stacheldraht, der selbst den Verkehr von einer Straßenfront zur anderen verhindert. 3m Dortmunder Bezirk werden alltäglich große Scharen von Menschen, die bei dem Versuch, die Grenze zu überschreiten, abgefagt worden sind, unter Mihhandlungen zu den Kommandoftellen getrieben. In vielen Fällen indes werden die Leute nach einigen Tagen wieder freigelaffen. Entscheidung am Mittwoch. Am tommenden Mittwoch wird die Entscheidung darüber fallen, ob in der Hauptstadt des deutschen Reiches die Straßen bahn stillgelegt werden foll oder nicht. Die neuen Boft- und Telegraphengebühren, die wir bereits beröffentlichten, treten für den Telegraphen- und Fernsprechverkehr mit dem 20. Auguft( heute) und für den Bost und Bostichedverkehr mit dem 24. Auguft in Wirkung. Opfer der Berge. Beim Uebersteigen der Kampenwand ist der Tourist Moosdorf, Mitglied der Münchener Sektion des Alpenvereins, bei einer Kletterpartie, infolge Reißens des Seiles, tödlich verunglückt. Ein 19 jähriger aus Waldkirchen in Bayern stammender Tourist ist im Starwendelgebirge beim Edelweißpflüden 180 Meter abgestürzt. Beide Leichen fonnten geborgen werden. Mit Gas vergiftet hat sich gestern ein altes Ehepaar in der Erf straße 8 zu Neukölln. Hier wurden abends um 9 Uhr der 72 Jahre alte Arbeiter Karl Rosin und seine 1 Jahr ältere Ehefrau Auguste geb. Fauftmann in ihrer mit Gas angefüllten Behausung besinnungs los aufgefunden. Wiederbelebungsverfuche hatten bei der Frau feinen Erfolg mehr. Der Mann fonnte ins Leben zurüdgerufen werden nur noch Hilfe vom Reich und von Preußen in Betracht. Die Nahrungsjorgen und die Nervenkrankheit der Frau hatten das alte Nach Lage der Dinge kommt für die Berliner Straßenbahn und wurde nach dem Städtischen Krankenhaus in Budom gebracht. Direktion der Straßenbahn hatte vor längerer Zeit schon sich an Paar veranlaßt, die Gashähne zu öffnen, um gemeinsam in den Tod die Berliner Industrie gewandt, um von ihr eine Unte: Bu gehen. ftüßung zu verlangen, doch scheiterten die damals geführten Ber- Die Berwaltung der Krankenhäuser Alt- Berlins, die zurzeit handlungen an den Bedingungen, die von den Industriellen be- ausnahmslos der Zentralverwaltung unterstehen. soll nach einem züglich der Verwaltung, der Lohnpolitit usw. gestellt wurden. Die Beschluß des Unterausschusses der gemischten Deputation zur VorStraßenbahn hatte damals darauf hingewiesen, daß die großen beratung von Organisationsentwürfen den Bezirksämtern, beiter haben müßten und sie wies auch nach, daß viele Linien Regelung soll nur das Rudolf- Birchow- Krankenhaus ausgenommen Werte Interesse an der Beförderung ihrer Ar. in deren Bezirk fie liegen, übertragen werden. Von dieser während des ganzen Tages unrentabel feien und lediglich zur Zeit werden. des Betriebsbeginnes oder Schlusses in den großen Betrieben frequentiert seien. Gleichwohl war eine Unterstützung der Industrie, die besonders für Gleisneubauten und Reparaturen verwendet wer ben sollte, nicht zu erlangen. Ebenso find alle Versuche gescheitert, Deportation verurteilter Deutscher. der Straßenbahn auf dem Wege der Anleihe Betriebsmittel zuzuNach zuverlässigen Nachrichten, die bereits nach den zuständigen führen, die, mertbeständig angelegt, dem Unternehmen über manche Stellen in Berlin eingetroffen find, find der von den Franzosen Wirtschaftskrise hinweggeholfen hätten. Die leitenden Kreise der ursprünglich zum Tode verurteilte und dann zu lebens Stadt haben mit den Frattionsführern im Reichstag und Landtag Unfall des D- Juges Bafel- Amfterdam. Am Sonntag nach fänglicher mangsarbeit begnadigte Landwirtschaftslehrer Georeingehend verhandelt und betont, daß die augenblidliche Lage der ges nach Carenne deportiert morden. Desgleichen sollen die Fran Sraßenbahn unhaltbar fei. Schon jetzt beträgt das monatliche mittag 5.40 Uhr stick furz vor dem Bahnhof Münster der von zofen beabsichtigen, die Deutschen Rosch und Brauer fomie Defizit 2,4 Billionen Mart. Redmet man die neue Hamm mit großer Verspätung fommende D- 3ug 281 Bajel- Amster den Gerichtsaffeffor Mühus, die vom Kriegsgericht Werden zu Kohlenpreiserhöhung 200 Pro, die dadurch auf der ganzen bem Buge 281 entgleisten die Lokomotive und ein D- Wagen, wobei dam auf einen im Einfahrtsgleis vorziehenden Güterzug. Bon lebenslänglicher 3mangsarbeit verurteilt sind, nach Algier zu Linie notwendig werdenden Gehaltserhöhungen und Materialpreisschaffen. Die Reichsregierung hat bereits mehrfach Borstellungen steigerungen, so erhöht sich diese Summe noch ganz beträchtlich. fieben Reisende autabiürfungen erlitten, jeerhoben, um die Deportation zu verhindern. Um ihren Etat in Ordnung bringen zu fönnen müßte die Straßen. doch ihre Reise fortsegen konnten. Der Betrieb wurde eingleisig bahri dann einen Fahrpreis nehmen, der selbst unter heutigen Ber. aufrechterhalten, die Züge erhielten dadurch Verspätungen bis zu hältnissen phantastisch Hingt. Man hat jowohl im Reichstag wie drei Stunden. Das gefperte Gleis ist noch im Laufe der Nacht im Landtag dem Notruf der städtischen Behörden ernste Beachtung wieder fahrbar gemacht worden. geschenkt und fast alle Barteien find darüber einig, daß etwas Ein englisches Flugzeug bei Hannover verunglückt. Ein Flug schaftsleben der Reichshauptstadt vor schweren Erschütterungen zu in der Nähe von Bokelob landen. Sämtliche Insassen waren Gnggeschehen muß, um den Betrieb zu fanieren und das Birt zeug mit fechs Personen mußte wegen eines Defeltes am Motor schüßen, die durch das Einstellen des Verkehrs unzweifelhaft ein. länder. Nach Reparatur des Defektes sollte der Aufstieg vonstatten treten müßten. Die Straßenbahn will auch nochmals versuchen, gehen. Der Apparat schlug aber um und wurde schwer beschädigt. mit der Reichsbahn und den anderen Berkehrsunternehmungen zu Die Jusaffen tamen, bon fleineren Verlegungen abge einer Art Tarifgemeinschaft zu tommen. Wenn aber das sehen, unverlegt unter den Trümmern hervor. Das Flugzeug ist Reich oder Preußen nicht bis zum Ende des Monats fich zur Her dann abmontiert worden. gabe von Krediten oder Zuschüssen verstehen fönnen, wird die Straßenbahn bis zum Eintritt besserer Zeiten ihren Betrieb einstellen müssen. Der belgische Senatspräsident gegen die Ruhraktion Ein Mitarbeiter des Ropenhagener Socialdemokrat" hatte Gelegenheit, den belgischen Senatspräsidenten, Henry Lafontaine, der in Kopenhagen an der Interparlamentarischen Konferenz teil nahm, über seine Stellungnahme zur Ruhrbesehung zu befragen. Genosse Lafontaine faßte feine Auffassung dahin zusammen: Beider haben wir Sozialdemokraten Recht behalten. Vom ersten Tage an, da die belgische Regierung den verzwe felben Ruhreinmarsch begann, warnte die belgische Sozialdemokratie vor dem Unternehmen. Das wird uns nur Berdruß bringen, behaupteten mir, das wird weder den Franzosen nech den Belgiern nügen, wirt so gut wie gar feine Ausbeute liefern und schließlich vollständig mißglücken. Und so ist es gekommen. interessierenden Frage fich bereits befchäftigt und beschlossen, auch Die Gewertschaften haben mit diefer fie auf das höchfte ihrerseits im Namen der Arbeitnehmer im Reichsfinanzministerium Dorftellig zu werden. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas milder,' überwiegend bewölkt, mit leichten Regenfällen und mäßigen südwestlichen Binden. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsvorsitzende! Die Theaterkarten für Sonntag, den 9. Sept., find unbedingt abzuholen. Die fehlenben Programme find ebenfalls fofort Groß- Berliner Parteinachrichten. Ueber den Ausgang der Ruhraffäre bemerkte Genosse Lafon. taine: Niemand weiß, was werden wird. Aber selbstverständlich wird es nicht das fleine Belgien sein, das den ersten Schritt zur Billige Kohlen für Kriegsbeschädigte. Löfung tun fann, obwohl unsere Regierung ficher herzensgerne die abzuliefern. Die wirtschaftliche Notlage derjenigen Kriegsopfer, die zum ganze Sache aus der Welt sähe. Denn selbst wenn die Offiziellen überwiegenden Teil oder ganz auf Versorgung angewiesen find, vielleicht ständig die einmal begonnene Ruhrpolitik fortsegen, haben bat teilweise eine Würdigung erfahren, als man jetzt einer bereits fie in Wirklichkeit in hohem Grade de ganze Affäre fatt. Aber wie im Vorjahr seitens des Reichsverbandes Deutscher Kriegsbeschä joll man aus der Geschichte herauskommen, ohne den Fehlgriff anzu- digter und Kriegerhinterbliebener gegebenen Anregung Rechnung 2 erkennen oder an politischem Prestige zu verlieren? Nicht nur de getragen hat auf Belieferung äußerst berbilligter 6. Die Hauptfürsorgestelle Berlin hat in Auswirkung belgische Sozialdemofratie ist gegen die Ruhraktion, die ganze bel- Rohlen. giche Presse macht täglich ähnliche Angriffe wie jene. Aber nur einer Beschlußfassung im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigten An Die Sozialdemokratie steht flar auf dem Standpunkt: die Ruhr Bezirksfürsorgestellen Gutscheine ausgehändigt werden, die zum Rubrweisung erteilt, daß allen Empfängern von Sufagrenten bei den durfte nicmals besetzt werden. Bezuge pon 4 Bertnern Brifetts zum Preise von 55 000 m. und 3 Zentnern Brauntohle zum Preise von 33 000 m. berechtigen. Amtliche Devisenkurse. 17. August Käufer ( Geld-) Kurs Berkäufer ( Brief-) Kurs 1 holländ. Gulden 1 argent. Bav.- Beio 1 belgischer Frank 1 norveg. Krone 1 dänische Kronc 1 schwedische Krone 1 finnische Mark. 1 japanischer en 1665825.- 1674175.1396500.1403500.190475 1127175.- 1132825. 16. August Räufer Berkäufer ( Geld-) ( Brief-) Kurs Kurs 1256850.- 1268150.1047375. 1052625.141645.-.142355.528675.- 531325.594516. 597490.852125.88220. 1556100.1563900.189525.688275.691725. 788023.791975. 847875. 87700, 135660. 19251750.19318250. 14363500.1 Dollar 1 französisch. Frant 1 brasilian. Milreis 1 italienische Vire.. 1 Pfund Sterling 1 Schweizer Frank 1 ipanische Pejeta 100 österr. Ser.( gest.) 1 tichechische Strone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Rewa 1 jugoslaw. Dinar. 4189500.- 4210500. 3192000. 175560.315210.136340.14562500.3208000.176440.316790.578550. 438900.4588,50 93765.179.55 26982.33915. Rein Umtausch unbenutter Fahrkarten. Die am 17., 18. und 19. August gelösten nichtbenutzten Fahr. farten werden von den Fahrkartenausgaben und Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus nach dem 19. Auguft innerhalb der Geltungsdauer nur dann zurückgenommen, wenn ein Rechts anspruch nach der Eisenbahnverkehrsordnung( Nichterfüllung des Beförderungsanspruchs, Verspätung oder Ausfallen von Zügen) besteht. In allen übrigen Fällen wird das Fahrgeld nur durch die zuständigen Verkehrsämter auf schriftlichen Antrag unter Angabe der Gründe über die Nichtbenutzung und nach Abzug von 10 Proz. Berwaltungskosten erstattet. reis Stergarten. Dienstag, abends 7 Uhr. bei Telimper, Flensburger Str. 3, Areis, Breuzberg. Dienstag, abends 7 Uhr, bei Reim, Urbanstraße 29, erArbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Bet günftigem Better Spielnachmittag am erweiterte Kreisvorstandsfigung. Erscheinen unbedingt erforderlich. weiterte Kreisvorstandssigung Dienstag in der Jungfernheide. Treffpunkt 8 Uhr, Bahnhof Beuffel- und Butte ligstraße. Trintgefäße mitbringen. Sport. Rennen zu Ruhleben am Sonntag, den 19. Auguft. 1. Rennen. 1. 2e petit Loulou( Steeger). 2. Armorthy J.( 8. Kozal). 3. Bärbel( Großmann). Toto: 63: 10, la: 18, 53, 21:10. Ferner Refen: Nathan IV, Erich I. Apfelblüte, Allertony, Erbgraf, Prinz Kudud, Durch bruch, Dünaburg, Filmdiva, Handfeft. 3. Abler( 23. Czerfon). Toto: 38: 10, Bias: 12, 11, 18:10. Ferner liefen: 2. Rennen. 1. Dabendorferin( Lichtenfeld), 2. Heideprinz I( S. Grube), chora M., Film, Figaro III, Exzellenz, Fenie, Ludmill I, Flieger I. 3. Nenne 1. 1. Importeur( E. Treuberz). 2. Siegleicht( Jauß jr.), 3. Jimportation( M. Mingius). Toto: 28: 10, Blag: 15, 24, 14: 10. Ferner licfen: Inge, Boubster jr., Kronsbeere, Frl. v. Rindow, Diaphora, Flatter. 1oje, Gilade, Ludwig R., Rinsfo. 4. Rennen. 1. Gilzug( D. Jürgens), 2. Manjred( Horstmann). 3. Silverius( Plaga). Toto: 25:10. Blag: 16, 64, 52: 10, Ferner liefen: Larifari, Cybiia, Hildebrandt, Jallus, Sybill. Hartstein, Heiderose, Mädel, Zeitgeist, Bicque, Matador I, Secwind, Berthold, Schlips. 5. Rennen. 1. Interpellant( Treubera), 2. Frankenstein( M. Ringius), 3. Bring Etahwa( Feih). Toto: 22:10, Blat: 17, 55, 47:10. Ferner liefen: Florian, Bek, Corona Mc. Stinnen, Cleo Matis, Altgold. 6. Rennen. 1. Idealift K.( Maupper jr., 2. Lump( Steeger), 3. Heber nelte( F. Schmidt). Toto: 103: 10, Blag: 23, 18, 18: 10. Ferner liefen: Jimiene, Ginori, Bar Katahwah. Else BI, Hauptın amı, Hofjunge, Harlelin, Dollander, Johannisfeuer, Ballonfönigin, Mocuna, Frieda Bingen, Cobra. 7. Rennen. 1. Johannes( aupper), 2. Clematis blau(. Grube), 3. Monarchist( G. Lautenberger). Zofo: 15:10, Blaz: 12, 18, 15:10. ferner liefen Leichtsinn, Paul B., Marschall Hindenburg, Jung Bergfried, Die Diebesfalle auf dem Trockenboden. Ein jogenannter Flatterfahrer murde gestern nachmittag ir.. einem Haufe der Niehrbuhrstraße erwischt. Ein 23 Jahre alte: Schuhmacher Hans Schaller ,, ein gewerbsmäßiger Flatterfahrer, hatte bereits für 500 millionen feinste Wäsche zusammen gepadt und ließ sich Zeit, weil er nicht mußte, daß der Boden 581450.- durch eine Lärmoorrichtung gesichert war. Beim Deffnen der Tür aber hatte unten die Glode angeschlagen. Ein 4611.50 mutiges Dienstmädchen eilte hinauf und überaschte den 94235. Einbrecher. Diefer entfloh die Treppe hinunter, verfolgt von dem 180.45 Mädchen. Auf der Straße ergriff man ihn und hielt ihn jeft, bis 8. Rennen. 1. Bring Magoman( M. Ringius), 2. Fafner 3.( H. 27068.das herbeigerujene Ueberfallfommando der Schuhpolizei erschien und Schleusener), Ima Guy( Großmann). Toto: 19: 10, Blas: 11, 12. 12:10. 34085.- ihn abführte. Der Verhaftete hat ohne 3meifel noch eine ganze i Berner liefen: Gamein, Blaumeije, Koranna, Della, Jeffries jr. 441100.Dodh, Peter I. Gewerkschaftsbewegung Wo kommen die Gelder her? 27 bracht werden konnten. # 1. behauptet, daß er nur mit größtem Widerstreben sich dazu verstanden hat, Lehrlinge einzustellen und es dann auf 14 2ehr= linge bei 13 Gehilfen bringt; 2. daß seine Gehilfen mit zu den bestbezahlten Arbeitern in Berlin gehören und er es dennoch als ausgefchloffen erklärt, den Lehrlingen ein Rost= perteilt, ergibt nicht einmal mehr ein Trinkgeld. geld zu zahlen. 60 000. wöchentlich unter 14 Rehrlingen m. Wirtschaft Die Gründe der neuen Markverschlechterung. Ueber die Gründe der neuen Markverschlechterung erhalten Die deutsche Arbeiterschaft in ihrer Gesamtheit, ob Anhänger der KPD.- Zentrale und ihrer Parolen oder Gegner, hat einen Der Fall ist denkbar, baß man einen Betrieb mit hochqualifi- mir aus Bonftreifen eine Zuschrift, der wir folgendes ent wohlbegründeten Anspruch auf die Beantwortung der zierten Arbeitsleistungen zur Annahme von Lehrlingen veranlaßt. nehmen: Frage, aus welcher Quelle denn eigentlich die Gelder Der städtischen Berufsberatungsstelle muß daran sehr ,, Wir leden jetzt noch an dem Fehler, den das Rabinett Cuno für die jüngste Generalstreit". Aftion gefloffen sind? Es viel gelegen fein, junge Leute in Stellungen zu bringen, in denen nämlich handelt sich dabei allein für die Herstellungsfosten der Flug- mirtlich etwas gelernt werden kann. In solchen Fällen wird die noch am letzten Tage seiner Wirksamkeit begangen hat blätter um Gummen, die unmöglich aus den Beiträgen Frage nach der Höhe der Softgelbentschädigung zurüftreten müssen an der Wiedereinführung des freien Devisenverkehrs. her Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands aufge- hinter die Frage des Lehrzwecks und erfolgs. Allein die wirtschaft 3ugegeben sein soll, daß namhafte Bertreter von Banten, Industrie aufgefchen des fatieren, lichen Berhältnisse sind doch heute so gelagert, daß es unter tausend und Handel fich lebhaft für die Wiedereinführung des freien Handels Eltern feine fünf gibt, die vier Jahre lang jämtliche Aufwendungen eingelegt haben. Auf der anderen Seite war aber zu fonstatieren, Die Betriebsräteabteilung der RBD. und ihre Zentralstreif- für ihre Söhne bestreiten können. Handelt es sich um einen hoch. daß ebenso namhafte Persönlichkeiten, besonders aus der Bantwelt, leitung hat nicht nur in Berlin, sondern in allen Großwertigen Betrieb, fann der Lehrherr tatsächlich beim besten Willen noch am Tage der Unterzeichnung der neuen Berordnung sich mit städten Deutschlands eine ganze Serie von Flugblättern heraus. feine Entschädigung zahlen, dann müßte das Berufsamt zu allem Nachdruck dafür eingefeht haben, daß es beim Verbot des Lehrlingen irgendwelche freien Devisenhandels bleibt. Die Entwidlung hat leider gezeigt, gegeben, die Unjummen gekostet haben. Um unseren Genossen gleich irgendwie bemüht sein, den daß diese nur an Alter Jüngeren mehr Weitblid bemiesen haben, einen ungefähren Begriff über die Höhe dieser Unkosten zu ver. finanzielle Beihilfen in solchen Fällen zu verschaffen. Es bedeutete jedoch sicherlich eine Beleidigung des Berufs als jene; denn die Wiedereinführung des freien Devisenverkehrs mitteln, sei bemerkt, daß die Kosten eines einzigen amis, wenn wir ihm nachsagten, daß es ohne Bebenten 14 2ehr war ein Unglüd für die Allgemeinheit. Trotzdem heute Flugblattes zur Abwehr gegen die„ Generalftreit" Diftatur in linge in eine Lehrstelle neben 13 Gehilfen unterbringe. die Mehrzahl der ruhig denkenden Bankkreise zu der Ueberzeugung einer Auflage von nur 24 000 Eremplaren, die für Berlin z. B. Daß dabei der Lehrerfolg mindestens start beeinträchtigt wird, fann gekommen ist, daß der Einheitsturs unter allen Umständen faum für einen einzelnen Stadtbezirf ausreichte, nicht weniger als von feinem Braftifer bestritten werden. Um so weniger ist in diesem wiederhergestellt werden müsse, also jeglicher freier Devisen140 millionen Mart beirugen. Diesem einen Flugblatt haben Falle die Verweigerung von Roftgeld berechtigt. Go naip ist auch verfehr zu unterbinden ist, läßt die Reichsregierung mit der Durch die Kommunisten der betreffenden Stadt nicht weniger als Herr e ele faum, um nicht einzusehen, daß wir bei seinem Stand führung dieser Maßnahmen noch auf sich warten. fünf Flugblätter entgegengestellt. Es tann gar feinem Zweifel unterliegen, daß zur Gesundung punft: es ist vollständig ausgefchloffen, ein Roftgeld zu geben unserer Wirtschaft diese Maßnahme und schärfere fogar noch ein. den Fall als Lehrlingsausbeutung betrachten müssen. Es gibt mohl taum einen so weltfremden Richter, der die Betreten müssen. Die Errichtung einer Denisenzentrale ich werden der Eltern in diesem Falle als ungerechtfertigt ab- ist das einzige Mittel, ben Berkehr mit Devisen wieder in ruhigere meisen könnte. Den Unfrieden verschuldet Herr Heele durch seinen Bahnen zu lenken. Es unterliegt gar feinem 3weifel, daß ber Standpunkt selber. Die Eltern wollen feinen Unfrieden; fie wollen Marksturz vom Donnerstag, dem 16. August, nicht im Auslande nur nicht, daß die ganzen Lasten auf ihre Schultern abgewälzt wer- und nicht in Berlin verursacht worden ist. Richtig ist vielmehr, daß aus dem neu und altbefegten Gebiet relativ große den zum Vorteil des Lehrherrn. murf bald heraustommen müßte, wird hoffentlich die Mittel an daß der Dollar von 2,8 Millionen auf über 4 Millionen Mark in Das neue Lehrlingsrecht, das nun endlich im Entaufaufträge plötzlich nad) Berlin tamen, die zur Folge hatten, die hand geben, solche Lehrverträge nicht erst mehr auftommen zu wenigen Stunden steigen konnte. Das wäre natürlich nicht möglich, Damit sind zunächst die vorwurfsvollen Fragen vieler unferer Genoffen beantwortet, warum der DGB. und seine Ortsausschüsse in dieser Beziehung nicht mehr getan haben zur Aufklärung der Arbeitnehmerschaft und der Bevölkerung über den eigentlichen 3wed dieser wie aller voraufgegangenen großen Attionen" der fommunistischen Barteizentrale. Daß wir in firanzieller Beziehung erst recht die Konkurrenz mit der aus Mostau fubventionierten RBD. nicht aufnehmen fönnen, noch weniger etwa als mit der Strupellosigkeit ihrer ja ebenfalls fubventionierten faffen. Preffe, liegt flar auf der Hand. Da müssen wir denn schon die Frage aufwerfen: Woher tommen bie Gelder für die fommunistischen Aktionen? Weil nach allen bisStreit der Schornsteinfeger. wenn der freie Devisenhandel verbeten würde. Hand in Hand mit diesem erneuten Berbot des freien Devisennerfehrs und der etwaigen Einrichtung einer Devisenzentrale müßten die tontrollierenden Maßnahmen, die in Berlin leidlich funktionieren, in verstärktem Maße auf das neu. und altbefette Gebiet ausgedehnt werden. die Regierung sich endlich dazu entschließt, die Kontrolle über den Denisenmarit in schärfster Form auszuüben, wird ein Nur wenn Heute traten die Berliner Schornsteinfeger in den Streit ein, herigen Erfahrungen anstatt einer flaren unzweideutigen Antwort da die Arbeitgeber ihnen noch jetzt noch Abschlagszahlungen von 1 bis auf diese Frage nichts weiter als eine Schimpflanonade der„ Roten 2 Millionen auf die festgesetzten Löhne anbieten. Die Schorn Fahne" zu erwarten ist, werden wir auf eine Antwort vergeblich steinfeger fordern sofortige Zahlung der ihnen tariflich zu Ferner fordern fie vom Polizeipräsidium marten müffen. Das ist begreiflich. Denn in demselben Augenblid, fofortige Anerkennung der für die Zeit vom 13. Auguft bis langfames Heruntergehen der ausländischen Devisen in Deutschland in dem die Gelbquelle der RBD. und ihre für deutfáje 25. August durch die Tagfommission festgesetzten Löhne, sowie des 3u erreichen sein. Auf der anderen Geite wird es auch nur so Berhältnisse ungeheuren Erträgnisse befannt würden, Tagzuschlages. ,, Der Vertreter des Bolizeipräsidiums gab in ber möglich sein, einen allmählichen Abbau des Preisniveaus würden die chrlichen deutschen Proletarier, die heute noch den Kommissionssizung seine Zustimmung, scheute sich jedoch nicht, die für Lebensmittel durchzuführen. Wenn es gelingen follte, nachlaufen, das Spiel durch felbe am andern Lage zurückzuziehen und uns der Not dadurch voll: die Sabotage der Mart auf diesem Wege einstweilen zu verhindern, so gibt es noch einen anderen Weg, der zwar wesentlich schwieriger ift, aber doch zum Erfolg führen fönnte. fommunistischen Barolen schauen, das mit ihnen getrieben wird. Während die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei ihren Mitgliedern regelmäßig in aller Deffentlichkeit über ihre Einnahmen und Ausgaben Rechenschaft ablegen, hütet die KBD. Zentrale ihre hauptsächlichsten Einnahmequellen als ihr Geschäftsgeheimnis. In einer Zeit, in der alle Gewerffchaften in finanzieller Beziehung unfagbar schwer um ihre Existenz ständig preiszugeben." Die Not der Kirchenbeamten. Ein Kirchenbeamter wendet sich in seiner Not an den Bor wärts". Ich gehe diesen Weg für meine Kollegenschaft" schreibt ,, meil alle anderen Schritte erfolglos geblieben sind." Zuschrift lautet: er Die fämpfen müssen, nicht minder unsere Partei und ihre Presse, tann not der Geistlichen" in so beredten Worten schilderte, daß darin, daß in den legten Tagen sehr große die KPD. aus dem Bollen schöpfen. Sie fann es nicht aus den Beiträgen ihrer Mitglieder, doch sie kann es. Boher kommen ihre Gelder? .Lehrlingsausnugung." Zu der Notiz mit dieser Ueberschrift in Nr. 376 des„ Borwärts" teilt uns der barin angegriffene Firmeninhaber Herr Hans Heele mit, daß die Angaben hinsichtlich der Bergütung seiner Behrlinge durchaus der Wahrheit entsprechen. Dennoch verwahrt er sich gegen ben Borwurf der Ausnußung der Lehrlinge. Er schreibt: Kurze Zeit sind erfreulicherweise die Geldsäge an der Berliner Börse gestiegen, während die Effefbenturfe eine Reigung nach unten hatten. Leider ist dies seit einigen Tagen wieder nicht mehr der Fall, denn inzwischen ist ber Geldmarkt sehr flüssig geworden, trotzdem allerdings zu weichenden Preisen große EffettenBor einiger Zeit ging ein Artifel durch die Preffe, der die mengen gekauft worden sind. Diese Tatsache findet ihre Erklärung man fann wohl ein Nichteingeweihter Erbarmen mit diesen Leuten haben mußte. Gebiet nach Berlin gebracht worden sind, hier entweder als tägBeträge aus dem besezten fagen in die Billionen gehende Für Preußen trafen die darin gemachten Angaben in feiner fiche Gelder arbeiten oder aber Anlage in Effekten gefunden haben. Weise zu, denn die Geistlichen erhalten vom Staate rechtzeitig ihr Einkommen nach Gruppe 10 der RBD. Der Artikel hat aber in Die Reichsregierung hat angesichts dieser Tatsache reiflich zu überden Kreifen der Kirchenbeamten, die rach Gruppe 4 bis 7 befoldet leegn, ob fie nicht mit allzu freigebiger Hand zurzeit die Ruhrunterstützung an die Schwerindustrie zahlt. Nach werden sollen, b. b. wenn Geld in der Kirchentalfe meiner Ueberzeuguna ist dies der Fall. denn sonst wäre es undentist, böses Blut erregt. Die Kirchenbeamten Berlins haben als lebenslänglich mit Benfion angestellte Beamte von ihrem Auguft. bar, bak berartige Riesenbeträge wieder nach Berlin zurückfließen einkommen für Gruppe 7 bis jegt erft 4 Millionen, einige tönnen, Beträge, bie allo zurzeit in den abgegrenzten Gebieten nicht noch gar nichts erhalten. Wehrere Beamte haben für Juli arbeiten können." Wir haben bereits nach Einführung der Einheitsfurfe am erst eine Abschlagszahlung von 2 millionen be tommen. Infolgedessen ist die Not furchtbar. Alle Eingaben Devisenmarkt und auch später wiederholt betont, daß diese Maßan die Aufsichtsbehörden scheitern an der großen nahme nur dann einen Sinn hat, wenn gleichzeitig meitere MaßGleichgültigkeit derselben oder werden mit einer solchen Berzögerung nahmen zur Konrtolle des Devisenverkehrs, zum Abftoppen der erledigt, daß man von einem Wohlwollen nicht sprechen fann. Den Notenpresse und zur Umgestaltung des Kreditverkehrs erfolgen. Geistlichen und Beamten, welche bei den Behörden beschäftigt find, brennt die not ja auch nicht unter den Nägeln, sie erhalten ihr Gin. Durch die Ruhrsteuern und die Goldanleihe sind leider viel zu tommen vom Staate. Als im Februar b. 3. befürchtet wurde, bab pät einige der notwendigen Borbedingungen geschaffen, die Durchden Geistlichen das Gehalt vom Glaate nicht mehr gezahlt führung der mertbeständigen Kredite ist bisher in unzulänglichen würde, da jagte ein hoher Geistlicher in öffentlicher Sigung:" Es Anfängen steden geblieben. Hier muß jezt die Arbeit einsehen und wäre eine furchtbare härte, wenn man den Geistlichen fein darüber hinaus eine Erfassung der Devisen, wie sie ebenfalls einGehalt gäbe und die Beamten betämen es." Darauf sperrte man den geleitet ist, und die Organisation einer zentralen DevisenbewirtschafIch habe auch stets den Eltern noch andere Firmen, wohin Beamten das Gehalt. Wäre es denn nicht richtig, wenn man jest, fung vorbereitet werden. Diese Forderungen, die auch in der obigen fie fich wenden sollten und die ich empfehlen fonnte, genannt, doch wo die Kirchenbeamten lein Einkommen haben, sondern am Hunger- Buschrift vertreten werden, sind von der Sozialdemokratie feit wollten sie ihre Kinder stets bei mir in der Behre sehen und tuche nagen, das Cintommen der Geistlichen teilte? Was macht es waren mit meinen Bedingungen auch einverstanden. für einen Eindrud, wenn eine firchliche Behörde dem Beamten langem gegen den Widerstand der Besitzenden und der Genau dasselbe habe ich übrigens auch dem Herrn Hocheine Abschlagszahlung von 2 Millionen anbietet, Reichsbant erhoben worden. auf vom Berufsamt gelegentlich feines Besuches im An- während der Geistliche 15 bis 20 millionen erhält. fang dieses Jahres gefagt. Herr hochauf hat bei der Gelegen- Bielleicht tragen diese Zeiten dazu bei, den Lesern die Augen zu heit auf meine Einladung hin meinen Betrieb in Augenschein öffnen über die Üngerechtigkeit, welche in der Kirche herrscht." genommen und hatte dabei reichlich Gelegenheit, sich von den Was letteren Bunft betrifft, so bedurfte es nach all den ErArbeiten und den Fortschritten der einzelnen Behrlinge zu überfahrungen unserer parteignössischen Leser für fie faum mehr der zeugen. Der Besuch nahm übrigens den gangen Bormittag in Bersicherung von Eingeweihten, daß es auch in der Kirche recht flein Anspruch. menschlich zugeht. Nur mit größtem Widerstreben und nur auf Bor. fprechung des Berufsamtes habe ich mich dazu verstanden, wieber Behrlinge einzustellen. Es ist den Lehrlingseltern stets in unzweideutiger Weise zu verstehen gegeben, daß bei der Ausbildung, die die jungen Leute in meinem Betriebe genießen, es pollständig ausgeschloffen fei, ein Rotgeld zu geben. Den Lehrlingseltern ist von mir auch jederzeit vorgehalten worden, sie sollen sich die Sache ja reiflich überlegen; ich sehe mohl, wie schwer es fei, einen jungen Menschen, der noch in ber Entwicklung steht, vier Jahre durchzubringen; ich bin aber micht in der Lage, hierbei etwas beisteuern zu fönnen. Auch mit Herrn hochauf hatte ich( er schnitt diesen Punkt übrigens felbft an) bezüglich einer Bergütung der jungen Leute eine längere Unterhaltung, doch mußte auch er meine Gründe Döllig billigen. Es ist auch Ihren Herren unbenommen, jederzeit und ohne vorherige Anmeldung, meinen Betrieb in Augenschein zu nehmen; vielleicht ändern dann auch Sie Ihre Meinung, und dies um so mehr, als meine Gehilfen mit zu den beftbezahlten in Berlin zu rechnen sind, weit über den Tarif bezahlt werden und zufrieden find. Nur ab und zu habe ich so einen Stänter drin, der Unfrieden erzeugen will. Wenn ich also meine Gehilfen gut ent Ihne und nicht dränge bei der Arbeit, so muß doch wirklich ein anderer Grund als der der Knauferei und Drüderei darin zu suchen fein, daß ich meinen Lehrlingen nur ein Taschengeld gebe." Herr Heele muß nach alledem felber zugeben, daß es ein direfter Widerspruch ist, wenn er Admirals- Varieté Admirals- Varlett Durchschlag-, Schreibmaschinenu. Vervielfältigungspapiere Das Internationale August- Programm liefern preiswert A. Kietz& Co., 86 Gartenstr. 86 Büro Bedarf- Ges. W.57, Frobenstr. 21 Zahngebisse Farbbänder Gold, Silber- Bruch, Platin kauft zu höchstem Tageskurs Paul Schneider, Juwelier 86 Gartenstr. 86 Der weiteste Weg zu mir lohnt sich! Die Destillation von Wilhelm Krüger, Berlin, Wiener Str. 23, Ede Grünauer Straße, ist für organisierte Arbeiter und Angestellte gesperrt. Herr Krüger ist Tariffontrahent und versprach auch dem Berbandsvertreter, daß er seinen Angestellten den Tarif zahlen merde. Sobald der Verbandsvertreter das Haus verlassen hatte, zwang der Herr seine Angefteliten, eine Abmachung zu unterschreiben, nach welcher fie meit unter Tarif arbeiten sollen. Genossen und Gleichgesinnte in der Gegend des Görlizer Bahnhofs werden auf diese Handlungsweise aufmerksam gemacht. Der Konflikt in der„ Ostpreußischen Zeitung" in Rönigsberg ist beigelegt. Nachdem die Sezer die Erflärung abgegeben hatten, daß sie den vorher von ihnen abgelehnten Artikel nunmehr fegen und bruden und sich fünftig jeder Einmischung in die Kompetenzen der Redaktion entbelten würden, nahm die Direktion die ausgesprochene fristlose Kündigung zurüd. Verkäufe Erhöhung von Berkehrsabgaben auf den Wasserstraßen. Die außerordentlich gestiegenen Unterhaltungskosten der Reichs. mafferstraßen machen, wie amtlich mitgeteilt wird, eine Erhöhung ber geltenden Abgabenfäße vom 25. August an zunächst auf das 15 fache erforderlich. Die endgültige Bemessung der Säge bleibt einer Rachprüfung vorbehalten. Berantwortlich für Politit: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Ektorn, Berlin: Feuilleton: 8. 3. Döscher, Wilmersdorfi Lotales und Constiges: Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Fris Karstäbt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin CB. 68, Lindenstraße 3. Bergmanns Zahnpaffa Rosodont Brismenselbstecher, besonders Reiß, Möbel Goera Photoapparate fanft höchftzahlend Metallbetten, Chaiselongues 5 500 000 Frant, Blücherstr. 56. Morigpl. 141 63. Qualitätsteppiche, aus alten Fabrian. Batentmatragen, Bolsterauflagen, Challplatten zahlt Dollarturs, Befe abfchlüffen stammend, gebe zu Original Rinderbrahtbett. Meide, Auguftftr. 32a, Ioh. Friedrichstr. 9. Engrospreifen an Gelbstverbraucher ab. Quergebäude. die Sparsamkeit selbft Seif 70 Jahren bewährt Vorwärts-Austrägerinnen RoncoCarmen Sylba Str. 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