Nr. 387 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 193 Bezugspreis: Für die zweite Hälfte Auguft 500000 M voraus zahlbar.Unter Kreuzband für die zweite Hälfte August für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich und 2uremburg 514000 m, für das übrige Ausland 525 000 Boftbezugspreis freibleibend. Der Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und geit", der Unterhaltungsbeilage, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 40000 Mark Anzeigenpreis: ( 74Die ein spaltige Nonpareille. zeile toftet 200000 M. Reklamezeile 1000 000 M. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Bort 70 000. läffig zwet fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 35 000 0. Stellengesuche bas erste Wort 40 000 90, jedes weitere Wort 30 000 M. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 30 000 m. 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Konzerne mit Außenständen von 200 bis Terror, politischer Mord die unentbehrliche Waffe in der Hand unter dem Vorsiz des Reichspräsidenten zu einer Sigung zu- 300 Milliarden Mart find heute feine Seltenheit mehr. fammengetreten, die in später Nachtstunde noch fortdauerte. Vor dem Kriege hätte ein industrielles Wert, das der aufsteigenden Klasse. Die proletarische RevoluVor dem Kriege hätte ein industrielles Werk, das tion bedarf für ihre Ziele feines Terrors; sie haßt Zur Beratung stehen die gesamte Wirtschaftslage und 2-300000 Goldmart Außenstände bei seinen Abneh- und verabscheut den Menschenmord. Sie bedarf dieser Kampfdie zu ihrer Besserung notwendigen Maßnahmen. Es läßt mern hat, sich einfach geschämt, das nach außen hin als mittel nicht, weil sie nicht Individuen, sondern Institutionen sich nicht schwer erraten, daß dabei die Frage der neuen Zeichen der 3 ahlungsunfähigkeit hinzustellen. Auch Breiswelle, namentlich auf dem Kohlenmarkt, die heute bietet natürlich eine derartige Schulden, last" feinen An- bekämpft, weil sie nicht mit naiven Illusionen in die Arena Schaffung eines Devisenfonds und die Reichsbankwirt- laß zu Betriebseinschränkungen, zumal die mit der Geldent- tritt, deren Enttäuschung sie blutig zu rächen hätte. Sie iſt fein verzweifelter Versuch einer Minderheit, fchaft- Fall Havenstein- ihre besondere Rolle spie- wertung aufgefammelten Referven der Industrie ja noch gar die Welt mit Gewalt nach ihrem Ideal zu mo nicht angerührt sind und die Industrie sich schon wieder wird Heute mittag wird der Reichstanzler Gelegenheit daran gewöhnen müssen, für die Finanzierung ihres Absages maffe des Volkes, die berufen ist, die geschichtliche Mission deln, sondern die Aktion der großen Millionenhaben, Vertreter der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu sorgen. Es ist also eine grobe, vom Privatinter masse des Volkes, die berufen ist, die geschichtliche Mission über die gefaßten Beschlüsse näher zu unterrichten. Mit be- effe bittierte Unfachlichkeit, wenn man jezt, nach zu erfüllen und die geschichtliche Notwendigkeit in Wirklichkeit umzusetzen." sonderem Interesse wird seine Auskunft über die Regelung dem man fünstlich die Preise über die Weltmarktpreise hinaus des Falles Havenstein erwartet. gesteigert hat, gleich mit Betriebsstillegungen droht. Der Hauptausschuß des Reichstages tritt am Wir verlangen, daß das Reichsarbeitsministerium in folchen Donnerstag um 10 Uhr vormittags zu einer Sigung zu- Fällen von der Stillegungsverordnung rücksichtslos Gebrauch ungerechtfertigte Betriebsein. sammen, die wahrscheinlich mit einer Erflärung des macht und Reichskanzlers beginnen wird. schränkungen verhindert. len werden. Kampf gegen das Chaos. Weitere Kohlenpreiserhöhung? Eine Unterredung mit dem Reichsinnenminister. Noch ehe das Reichskabinett sich mit der Uebersteigerung der Der Berliner Vertreter der Rohlenpreise hat befassen können, welche die kommunalen Berte, Bern, 20. Auguft.( WTB.) Schweizerischen Depeschen- Agentur hatte eine Unterredung mit dem eine große Zahl von Industrieunternehmungen und vor allem die Reichsminister des Innern Sollmann, in deren Verlauf der Hausbrand- und Gasverbraucher in die schwierigste Lage bringt, sind Minister u. a. sagte, auch jetzt noch, wo die Erregung, die in Deutsch- die erhöhten Kohlenpreise gestern im„ Reichsanzeiger" veröffentlicht land in der vergangenen Woche Platz gegriffen habe, abgeflaut sei, worden und damit in Kraft getreten. Damit scheint die Preisbemühten sich gewisse Zeitungen, aufbauschende Meldungen in die politik der Kohlenbarone noch immer nicht den Höhepunkt erreicht Welt zu schicken, um dadurch den Eindruck der Schwäche des neuen zu haben. Die Bergbauunternehmer beabsichtigen nämlich, mit RüdRabinetts zu erwecken. Die jezige Regierung werde ficht auf die zu erwartenden Lohnerhöhungen, ebenfalls noch im Versich aber als stärter ermeifen, als jede ihrer Vorlauf dieser Woche eine entsprechende Steigerung der Kohlenpreise zu gängerinnen feit der Revolution. Gewiß fönne fie beantragen und durchzusetzen. Da die deutsche Kohle bereits heute den Weltmarktpreis über Dor Beendigung des Ruhrkampfes und vor einer gewissen Lösung der Reparationsfrage feine wirklich durchgreifende Befferung der schritten hat, und englische Kohle jetzt viel billiger zu beziehen ist, inneren Lage Deutschlands schaffen, aber sie sei fest gewillt und habe vorausgesetzt, daß natürlich die notwendigen Devisen vorhanden sind, die Kraft dazu, Deutschland sich nicht in inneren 3udungen ver muß eine weitere Steigerung der Kohlenpreise zu einer Rrife in bluten zu lassen. Das Reichskabinett einschließlich des Reichstanz- der Exportindustrie führen, die große Arbeitslosigkeit nach fers Dr. Stresemann halte die demokratische Republit fich zieht und so für die deutsche Wirtschaft große Gefahren in sich für die einzige Staatsform, unter der Deutschland leben und feine birgt. Wirtschaft entwickeln könne. Eine außenpolitische Aktivität werde fich vielleicht ergeben, wenn die Erklärung der deutschen Regierung irgend einen amtlichen Widerhall in Frankreich gefunden haben werde. Das Kabinett wolle die Hoheitsrechte der deutschen Republik mahren, aber es fühle fich von jedem Nationalismus frei. Ungerechtfertigte Betriebsstillegungen. Drohungen des Braunkohlenbergbaus. Die Steuerverzugszinsen. Diese Säße sind dem Programm des Spartatusbundes entnommen, dem geistigen Produkt vor allem Rosa uremburgs. Jeder Sozialdemokrat unterschreibt diese Worte. Der Spartatusbund hat auf Befehl von Moskau sein Programm verbrannt, den Namen Spartakusbund ausgelöscht. Denn, so diftierte Moskau, die Namen aller sozialistischen Barteien feien zu vertilgen, weil alle diese Parteien Verrat geübt hätten. In der ganzen Welt dürfe es nur eine tommunistische Partei geben. Damit war der Spartatusbund erledigt. Die bolschewistischen Kommunisten bekennen sich jetzt zum Moskauer Evangelium; ihre Führer verlangen die Anwendung aller Mittel gegen andere. Von der Lüge, der List und der Schlauheit, bis zur rohen Gewalt und zum blutigsten Terror. Der letzte Generalstreit, den die bolschewistischen Führer für Deutschland befohlen hatten, sollte einer fommunistischen Minderheit alle Macht in die Hände spielen. Sogar die Bauern sollten mit Gewalt nach dem bolschewistischen Ideal gemodelt und in die Regierung geprügelt werden. Nur zu viele sind dieser naiven Illusion zum Opfer gefallen. Jetzt, nach dem unvermeidlichen Fehlschlag, werden die enttäuschten kommunistischen Arbeiter von ihren bolschewistischen Führern zur Ra che an den eigenen Klaffengenossen aufgepeitscht. In Anbetracht der Geminne, die den Bergbauunternehmen So erklärte sich der kommunistische Reichstagsabgeordnete bei Abrechnung der Unkosten für den Zechenbetrieb bei den gegen- Remmele in der von Bolfchemisten und Faschisten gemeinwärtigen Kohlenpreisen bleiben, wäre es mehr als angebracht, auf fam abgehaltenen Versammlung in Stuttgart zu gleicher Zeit neue Erhöhungen von selbst zu verzichten. Das erscheint uns um bereit, mit den Mördern von Karl Liebknecht und Rosa so notwendiger, als insbesondere die Zechenbefizer des Ruhr Luremburg zusammenzugehen und Sozialdemokraten am gebiets in den letzten acht Monaten der Ruhrbesetzung auf Galgen aufzuhängen. Der fommunistische Redakteur ThalKosten des Staates ihre Gruben ausbessern und aus- heimer treibt in der Roten Fahne" eine dauernde niederbauen konnten. An einen Berzicht des Reiches auf die Kohlensteuer trächtige Heze gegen die Sozialdemokratie. Am 16. August ist auf Grund der fritischen Finanzlage nicht zu denken. Einen Vor- 3. B. warnte er die Sozialdemokratie, sich zu weit" vorzuDie fatastrophale Entwertung der Mart, die Ueber- stoß in dieser Richtung sollte man deshalb von vornherein aufgeben. wagen. Solche„ Warnungen", solche direkte und indirekte teuerung der Rohstoffe und besonders der Kohle hat eine Ueber die hemmungslose Kohlenpreispolitik war man in maß- Aufforderungen an fommunistische Arbeiter, Rache an ProleReihe von Betrieben in Schwierigkeiten gebracht, welche sich gebenden Bergarbeiterfreifen schon zur Zeit der Ein- tariern und deren Vertretern zu üben, die nichts anderes vernicht Devisen oder andere Sachwerte in ausreichender Menge führung der wertbeständigen Löhne ungehalten und man ver- brochen haben, als daß sie durch ihre Vernunft vor dem Reinzurücklegen fonnten, um auch gegenüber Uebergangsschwierig- mißte einen stärkeren Widerstand der Arbeitnehmergruppen im fall auf naive bolſchemistische Illusionen bewahrt wurden, wirfeiten gebedt zu sein. Daß insbesondere die Ueberteuerung Reichstohlenrat. Da der Kohlenpreis den Bergarbeiterlöhnen bisher ten sich furchtbar aus. Nur ein kleiner Teil jener für die Arder Kohle zu Schwierigteiten nicht nur für die verbrauchen immer, beträchtliche Pferdelängen voraus war, fann man sich vor beiter beschämenden und die proletarische Bewegung schänden Industrien, sondern auch für den Kohlenbergbau stellen, wo das Ganze enden wird, wenn die Grubenlöhne die denden Beschimpfungen, Bedrohungen und A r= selbst führen muß, liegt auf der Hand. Wenn englische Kohle Friedenshöhe erreichen, die sie nach allerdings noch nicht ton- Mißhandlungen nichttommunistischer erheblich billiger ist als deutsche, wird die Industrie es vor trollierten Meldungen in Deutsch- Oberschlesien bereits erreicht haben beiter in den Betrieben, auf den Straßen, in Versammlunziehen, die beffere englische Kohle zu kaufen. Besonders wird sollen. gen und in Sigungen, find durch den Vorwärts" allgemein darunter der Braunkohlenbergbau zu leiden haben, dessen Abbekanntgeworden. say sich zu einem wesentlichen Teil auf die infolge der Geld. entwertung jetzt faufunfähig gewordenen HausDie Berordnung des neuen Finanzministers über die Höhe der brandverbraucher ſtüßt, zu einem anderen Teil auf Berzugszinsen bei verzögerter Steuerzahlung wird jetzt im Reichs die Industrie, von der weite Kreise Brauntohle nur als Not behelf verwendet und gern auf sie verzichtet, wenn Auslands. anzeiger" veröffentlicht. Danach ist der Zuschlag, der für verfohle billiger ist; andere Kreise der Braunkohle verarbeitenden Bögerte Steuerzahlung bisher 15 bzw. 30 Broz. pro Monat betrug, Industrien leiden selbst unter Absatzschwierigkeiten und wer monat erhöht worden. Wird die Zahlung innerhalb der ersten jetzt auf 400 Pro3. für jeden angefangenen halben den daher dankend davon absehen, sich mit Braunkohle über Boche nach Fälligkeit der Steuer entrichtet, so wird ein Zuschlag das unbedingt notwendige Maß zu leberweltmarktpreisen ein- nicht erhoben. Die Höhe des Zuschlages für die Abgabe der land Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, daß der wirtschaftlichen Betriebe soll später festgesezt werden. Braunkohlenbergbau einen ausreichenden Ablaß bafis errechnet werden, beträgt der Zinsfuß 5 Prog. jährlich. Bei Bei Zahlungsaufschub von 3öllen, die auf der Gold. hat. Anstatt nun die Preise zu senken, verlangt man die für Berbrauchsabgaben erhöht sich die Berzinsung von 5 Broz. auf den Reichshaushalt jezt unerträgliche Herabsetzung der Kohlen- 10 Broz. fährlich. Bei Steuerstundung im Einzelfall, sofern die Einsteuer und droht mit Betriebseinschränkungen. ziehung mit erheblichen Härten für den Steuerpflichtigen verbunden Zur Begründung dieser in der heutigen Wirtschaftslage doch mar, ist die Höchstverzinsung jeßt auf 100 Bro 3. festgefegt worden. geradezu verhängnisvollen Drohung bringt die Berliner Die Verordnung tritt mit dem 1. September in Kraft. Börsenzeitung", die dem mitteldeutschen Braunkohlensyndikat Durch diese Verordnung wird der Eingang der neuen Steuern, nahesteht, eine aus Halle datierte Zuschrift, in der es heißt: someit das überhaupt durch gesetzgeberische Maßnahmen möglich ist, Um den Werfen nur in etwas einen Ausgleich für diese erhöhten gesichert werden. Denn in der Regel betragen die Zinsen für den Aufwendungen( aus dem letzten Schiedsspruch. Red. d." B".) zu Steuerverzug 800 Pro 3. für einen Monat. Sie find alfo bieten, ist weiter beschlossen worden, ab 20. August die Kohlenpreise so hoch, daß sich die Steuerpflichtigen, die bisher auf die Geldent automatisch anzugleichen. Obwohl diese nur einen unvollkommenen mertung spekuliert haben und dem Staat die Steuern schuldig blieben, Gegenwert für die ungeheuren Aufwendungen der Werte bieten, sehr ernsthaft überlegen werden, ob diese Spekulation für sie nicht ist bei den Abnehmern der Kohlen auf der ganzen Linie von sehr erheblichem Schaden begleitet sein dürfte. Es bleibt jetzt größte Zurüdhaltung zu beobachten. Ebenso bedauerlich ist nur noch übrig, dafür zu sorgen, daß diese Bestimmungen auch in aber, daß die Empfänger der Kohlen mit der Bezahlung der der Bragis rücksichtslos angewendet werden. Jeder, der dem Staat von ihnen bezogenen Kohlenmengen ganz außerordentlich in Rück der Praxis rücksichtslos angewendet werden. zudecken. Die bolschewistische Gewalthezze findet ihresgleichen nur noch in der faschistischen Mordheße gegen Sozialdemokraten. Den Kampf gegen die Sozialdemokratie bezeichnete in der erwähnten Stuttgarter Versammlung der Faschistenführer Kaltenböd als ein gemeinLames Rampfziel der mit den Kommunisten vereinigten Faschisten. sten den neuen Kanzler Stresemann als Günstling BoinWie die Deutschvölkischen bezeichnen auch die Kommunicarés, als Rapitulationstangler mit nicht genügend nationalem außenpolitische Katastrophenpolitik bis zum Krieg gegen Empfinden, und als Schwächling, weil er nicht bereit ist, eine Frankreich durchzuführen. Als gäbe es nicht schon übergenug Mord und Brand und Vernichtung. Selbst wo die Bolschewisten sich bereit erklärt haben, eine Arbeiterregierung zu unterstützen, wie in Sachsen, denken fie nicht daran, ihr Wort zu halten. Jeder vernünftige Mensch wird Plünderungen ablehnen, durch die sich bestenfalls einzelne vorübergehend bereichern fönnen, durch die aber die Allgemeinheit dauernd geschädigt wird. Weil nun die Leipaiger Polizei gezwungen war, gegen Plünderungen auf dem Lande einzuschreiten, beschimpft die Rote Fahne" vom 19. Auguft den Genossen Fleißner, der Polizeipräsident in Leipzig ist, und die sächsische Regierung: Fleißner kämpft gegen den Hunger indem er die Brotwucherer beschützt... Will die Zeigner- Regierung im Dienste der Wucherer gegen die hungernden Arbeiter vorgehen, so werden die Arbeiter mit ihr brechen." Man vergegenwärtige sich die Ungeheuerlichkeit " dieser Verleumtiany Sit führenden Zeitung einer Arbeiter- Partei gegen Vertreter einer anderen Arbeiterpartei, die in der Behauptung liegt, daß Sozialdemokraten im Dienste der Wucherer(!) gegen hungernde Arbeiter vorgehen. Und solche Verleumder wollen Führer und Vorbilder des Proletariats und Bundesgenossen sein. Nach hat jede von Bolschewisten kommandierte Aktion mit einem Bruderkampf von Arbeiter gegen Arbeiter geendet. Noch hat jede dieser Aktionen dem Proletariat eine schwere Niederlage gebracht, die durch den Bruderkrieg obendrein außerordentlich verschärft wurde. Hier haben wir eine der Hauptursachen dafür, daß es noch immer nicht gelungen ist, das Proletariat um eine Fahne zu sammeln und geschlossen in die siegreichen Kämpfe zu führen. Schaffen wir auch diese Ursache aus der Welt! Kein Sozialdemokrat darf vor irgend- einemSchreieroderRauflustigeninsMause- loch kriechen. Wenn die Genossen überall und in jedem Fall zusammenstehen, einander decken und helfen, dann setzen sie sich auch durch. Drücken wir die gegen uns und andere Arbeiter erhobenen Fäuste nieder. Setzen wir dem Geschrei unsere bessere Erkenntnis und unsere geistige sozialistische Ueberlegenheit entgegen. Dulden wir nicht länger, daß sich das Proletariat im Bruderkampf zersplittert und sich selbst vernichtet. Arbeiten wir jeder auf seinem Platz daran, die Massen zu vereinigen! Die schwersten Kämpfe, um aus der kapitalistischen Anarchie herauszukommen, stehen uns erst noch bevor. Wenn wir den Sozialismus zum Siege führen wollen, und das müssen wir im Interesse der Menschheit, dann brauchen wir die ganze geschlossene Macht des Proletariats. Es ist Zeit, daß endlich auch im Proletariat selbst die Vorbedingungen für die Eroberung der Macht durch die Arbeiterklasie ge- schaffen werden, deren vornehmste die zielbewußte Geschlossen- heit ist. Sollen die gefallenen Vorkämpfer des Proletariats nicht umsonst gewirkt haben, dann müssen wir auch beachten und befolgen, was sie uns an geistigen Schätzen als Erbe hinter- lassen haben. Schätze, gewonnen im geistigen Ringen mit sich und anderen und durch harte praktisch« Erfahrungen. So soll denn Rosa Luxemburg das letzte Wort in dieser Mahnung hoben. In ihrer Schrift über„Sozialreform oder Revolution" sagt sie über die Eroberung der Macht: „Die Ergreifung der Staatsgewalt durch das Proletariat, das heißt durch eine große Voiksklasse, läßt sich vor allem nicht künstlich herbeiführen. Sie setzt von selbst, abge- sehen von Fällen, wo, wie in der Pariser Kommune, die Herr- schaft dem Proletariat nicht als Ergebnis seines zielbewußten Kampfes, sondern ausnahmweise als von allen verlassenes herrenloses Gut in den Schoß fällt, einen bestimmten Reifegrad der ökonomisch-politischen Verhältnisse voraus... Hier liegt der Hauptunterschied zwischen blanquistischen Staatsstreichen einer„entschlossenen Minderheit", die jederzeit wie aus der Pistole geschossen und eben deshalb immer unzeitgemäß kommen, und der Eroberung der Staatsgewalt durch die große, und zwar klassenbewußte Voltsmasse, die selbst nur das Produkt eines beginnenden Zu- sammenbruches der bürgerlichen Gesellschaft sein kann, des- halb in sich selbst die ökonomische Legitimation ihrer zeitge- mäßen Erscheinung trägt/�_ Die Stunüe der Mitte! Eine Stimme aus dem Zentrum. Das beängstigende weitere Steigen der Preise und das Gespenst der Arbeitslosigkeit haben in den letzten Tagen die Stimmung in der Bevölkerung, nach einem kurzen Aufatmen am Schluß der Regierungskrise, aufs neue tief gedrückt. Da und dort werden deshalb in der Parteipresse Stimmen laut, die angesichts der ungeheuren Schwierigkeiten in der Wirtschaftslage vor Illusionen über die große Koalition warnen. Um so beachtenswerter find alle Anzeichen im Lager der bürgerlichen Koalitionsparteien, die dar- auf hindeuten, daß man sich dort des Ernstes der Situation Das Sürgerhavs. Von Josef Maria Frank. Dies« Geschichte, die durchaus zeitgemäß ist, spielte sich in«inem guten, soliden Bürgerhause des so modernen, großzügigen, fort- schrittlichen Berlin ab. Das gute, solide Bürgerhaus im großzügigen Berlin hat einen Portier. Einen guten, lieben, alten Mann, der sich kümmerlich, aber redlich durch» Leben schlägt und insolgedesien sehr stark nach Unterernährung, Tuberkelbazillen und Fetterfatz riecht. Dito besten Gattin,«in« gleichfalls ältere, unscheinbar« Dam«. Ein Typ, so ge- staltet, daß man leicht darüber hinwegsieht. Beide zusammen kamen mir immer vor wie«in wandelndes Symbol der Hungerkur an sich: sie stellen den Gegenbeweis dar gegenüber dem Beweise für die aus- gleichend« Gerechtigkeit. Eine» guten Tages wurde es den beiden Leutchen zu viel, für ihre Tätigkeit so bezahlt zu werden, daß es zum Sterben zwar zu viel, zum Leben aber zu wenig bedeutet«. Sie wandten sich infolge- dessen an den Mieterrot des Hauses: denn das bürgerlich« Haus besitzt auch«inen Mieterrat, wenn auch«inen bürgerlichen. Was besagen will«inen spießerlichen. Als dieser Mieterrat nun den guten, lieben, armen Mann, der so unangenehm nach Unterernährung und Tuberkeln roch, vor sich sah, wie er setn« Mütze in der Hand drehte und erzählt«, daß«in Brot nun schon über 100 MV M. kost« und— na und so weiter—, da befiel diesen Mieteroat ein« seltsam« Rührung, di« der Feder einer Courths-Mahler würdig sein dürfte. Und in der Wallung dieser bürgerlichen Rührung beschloß dann der Mieterrat so: Zwar nicht dem Portier«ine Zulage zu bewilligen! Aber: an- gesichts der traurigen Lage des armen Mannes wolle man ihm doch und müss« man ihm helfen! Und das so: Jede Partei des Hauses möge freiwillig, nach eigenem Ermessen, dem armen Manne ein« freiwillige Zulage bewilligen und sie ihm aushändigen. Der arm« Mann wurde von dem Entschluß des Mieterrat», der auf sein« Herzenswallung und dem daraus entstammenden Entschluß sehr stolz war, unterrichtet. Gleichfalls die Parteien, an deren bürgerliches Mitgefühl mit dem armen Mann« man appellierte. Anderen Tage» begab sich daraus mit geschwellter— oder sagt man geschwollener— Brust der Portier auf seine Kollekte. Indes feine Frau sich mit hohen Plänen wie Butter etcetera trug. Kurz uriii bündig: Jede Partei machte dem armen Mann freundlich auf und händigt« ihm mit wohlwollendem Lächeln ihren Beitrag aus. In der ersten Etage gab man links— einen Fünftausendmarkschein, rechts ein Päckchen Kleingeld. Es waren zu- sammen zirka viertausend Mark. In der zweiten Etage gab der reiche Müller sage und schreib««inen Zehntausendmarkschein, der Schieber Salvarsanski sogar 20000 M. In der dritten Etage fielen die Beträge zirka um di« Hälfte: und in der vierten Etage gab man«inen einzigen Schein, lautend über Eintausend deutsch« Papier- mark Worauf der arm« Mann das Sammeln einstellt«. bewußt bleibt ünö der großen Koalition alte Hindernisis aus dem Weg räumen will. So schreibt das Zentrumsblatt, die„Frankfurter Volkszeitung" am letzten Sonntag in einem Artikel, betitelt„Die Stunde des Zentrums": „Man laste sich durch die bisherige Einmütigkeit in den Steuerfragen nicht täuschen. Denn bei der Verabschiedung dieser Gesetze saß vielen die blasse Angst im Nacken. Und gar man- cher hat wohl diese Gesetze nur vorläufig einmal ge- schluckt in der Hoffnung, daß sich nach Tische, wenn es an die Durchführung geht, über die' Sache noch einmal reden läßt. Es soll hier niemand angegriffen werden, aber es wäre töricht, diese Ge- fahren nicht sehen zu wollen. Wir sind deshalb der Ansicht, daß jetzt oder nie die Stunde der Mitte, die Stunde des Zentrums, geschlagen hat. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo das Zentrum seine eigentliche Idee und Kraft an einer großen Aufgabe bewähren kann. Jetzt brauchen wir die Partei, di« in selbstän- diger und starker Führung aus der Kraft ihrer jenseits und über den Wirtschaftsmächten stehenden Staatsgesinnung die Gegensätze überbrückt und zusammenhält. Die Bewährung der großen Koalition hängt wesentlich davon ab, ob das Zentrum stark genug ist, in allen Fragen die mittlere Linie vorzuzeichnen und die von rechts und die von links auf dieser Linie zu vereinigen. Es bedeutet eine schwere Gefahr für die große Soalilion, wenn das Zentrum wie bisher sich in der bürgerlichen Arbeilsgemeiufchast einseilig bindet. Damit uns niemand mißversteht: Wir wollen das Zentrum nicht nach links treiben, wir wollen es nur in die Mitte rücken, damit von dort aus die Gefahr schärfster Reibungen oder gar des Zerfalls überwunden werden kann. Wir halten es deshalb für ein Gebot der Stunde, daß das Zentrum sich von der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft l o s l ö st." Derartige Aeußerungen aus dem bürgerlichen Lager be- leuchten die noch immer kritische Lage des deutschen Volkes schärfer als zehn programmatische Erklärungen. Es ist zwei- fellos die Stimme zahlreicher Jentrumsarbeiter und-ange- gestellten, die aus dem Frankfurter Blatte spricht, und denen die enge Verbindung ihrer Partei mit der bürgerlichen Arbeits- gemeinfchaft schon lange nicht mehr als das Ideal parlamen- tarischer Arbeit erschien. Wir sind nun zwar nicht der Mei- nung, daß jetzt die Stunde der Mitte gekommen sei, sondern daß jetzt in sehr scharfem und deutlich vernehmbarem Ruck nach links gesteuert werben muß. Zunächst was die Finan- zen anlangt, aber auch in jedem anderen Betracht. Das Plätschern in der Mitte Mischen Rädel und Roßbach, zwischen Helfferich und Höllein hat das Kabinett Becker-Cuno um jeden Kredit gebracht. Jetzt wird es sich zeigen, daß eine Regierung nur lebensfähig fein kann, wenn sie auf dem Boden der Demokratie klar, kraftvoll und ohne Wimperzucken diese Demokratie vor den finanziellen wie den p o l i- tischen Zerstörern zu schützen weiß. Sie hat die Voll- machten: sie soll sie anwenden! Das verbot der �.Deutschen Leitung*. Die„Deutsche Zeitung", die nach dreitägigem Verbot gestern abend zum erstenmal wieder erschienen ist, beschwert sich, wie nicht anders zu erwarten war, bitter über die ihr widerfahrene Maßregelung. Einen Hauptgrund für das Ver- bot bildete die Tatsache, daß die Zeitung günstige Auslands- stimmen über die neue Regierung unter der Ueberfchrift ab- gedruckt hatte:„Deutschlands Feinde für Strefemonn" und hinzugefügt hatte:„Eine weitere Kritik über diesen deutschen Reichskanzler erübrigt sich. Die Feinde haben f e i n T o d e s- urteil gesprochen." Herr Maurenbrecher versucht nun, dieser Stellung- nähme seines Blattes eine harmlose Deutung zu geben, indem er sich auf Bebel beruft, der gesagt habe, daß er immer stutzig werde, wenn die gegnerische Presse ihn lobe. In diesem Sinne hätten auch die zitterten Wendungen nur als Warnung dienen sollen, der neu« Reichskanzler solle sein Handeln nicht nach den Wünschen der Feinde einrichten. Wir können diese Verteidigung nicht gerade sehr mutig finden. Die Art der„Deutschen Zeitung", jede ihr nicht passende Politik als antinational und den Feinden Deutschlands b e» wüßt dienend hinzustellen, ist zu bekannt, als daß der harm- lose Deutungsoersuch Maurenbrechers Eindruck machen könnte. Und in diesem Zusammenhang von einem gefällten„Todes- urteil" zu sprechen, war, wenn nicht noch Schlimmeres, eine ungeheure Leichtsertigkeit. 5)err Maurenbrecher weiß doch aus Erfahrung, daß sich wiederholt aus rechtsradikalen Kreisen Leute gefunden haben, die bereit waren,„Todesurteile", die in der ihnen nahestehenden Presse ausgesprochen wurden, auch zu vollziehen. Wenn nicht einmal diese furchtbaren Er- fahrungen ihn zu einiger Vorsicht veranlassen, so kann er sich nicht wundern, wenn die Behörden eine solche gefährliche Pressehetze unterbinden, noch ehe durch sie namenloses Unhell angerichtet ist. Wir wünschen nichts mehr, als daß so bald wie möglich beruhigte Verhältnisse eintreten, die es der Republik gestatten. auf jede Einschränkung der Pressefreiheit zu verzichten. Aber den Gegnern der Republik, die nur Freiheit für sich verlangen, aber sie anderen nicht gewähren wollen, die, wo sie nur können, die Freiheit Andersdenkender vergewaltt�n, können wir die Akttvlegittmatton zur Verteidigung der Presse- freiheit nicht zuerkennen. Einschränkende Bestimmungen sind da, sie mußten erlassen werden, nachdem die Staatsordnung, trotz der Bedrohungen von außen, durchs Putsche und Mord- anschlage geheimbündlerischer Organisationen aufs schwerste erschüttert worden war. Und da geht es nicht an, solche Ein- schrankungen nur n a ch l i n k s wirken zu lassen, den völkischen Treibereien aber mit wohlwollender Duldung gegenüberzustehen, wie das unter der Regierung Cuno der Fall war. Mägen die Herrschaften nur wisten, daß jetzt nach beiden Seiten unparteiisch verfahren wird, und daß infolgedessen auch gegen sie ein schärferer Wind weht— und mögen sie ihr Ver, halten danach einrichten._ Schmussolini. Ei« amerikanisches Interview HitlerS. Hitler hat sich interwieven lasten. Bei dem Wert, den die Dollars für ihn und sein« Sturmtrupp« haben, wendet«r sich an Amerika. Hier glaubt er Freunde für seine Diktatorenpläne zu finden. Man hört die alten Reden von der UnfShigkett des Paria» mentarismus und der Notwendigkeit der Diktatur. Nur das Was und Wie scheint auch Herrn Hitler noch unklar zu fein. Wenigstens begnügt er sich zu erklären: „Die Maßnahmen einer aufbauenden deutschen Regierung müssen und werden herbe sein. Sie wird härte st ePflicht- e r f ü l l u n g von einem jeden fordern und jeden, der sich an den Interessen des deutschen Volkes versündigt, rücksichtslos nieder- schlagen. Es kann nicht unsere Ausgab« sein, heute schon zu sagen, welche Matznahmen innerpoli. tischer und außenpolitischer Natur diese Regie- rung du rch führen will und durchführen kann. Unsere Aufgabe ist, das Instrument zu schaffen, aus da» gestützt, eine nationale Regierung die Arbeit des nationalen Wiederauf» baues zu beginnen oermag." Wir fürchten nur, Herrn Hitler wird es ähnlich gehen, wie Herrn Kapp, der nicht nur vor seinem Putsch, sondern auch nach seinem Putsch nicht wußte, was er wollte. Nur in einem würde Hiller sich vielleicht„vorteilhaft abheben", im Aufhängen der .Novemberverbrecher". Zur Rettung Deutschlands dürste diese geistige Leistung aber kaum ausreichen. Die britische Keichskonserenz wird am 1. Oktober in der Downingstreet unter dem Vorsitz Baldwins zusammentreten. Es nehmen daran teil die Premiermnister Australiens, Kanada«, Neu» seelands, Südafrikas, Neufundlands und des irischen Freistaates. sowie auch ein Vertreter Indiens. Die Konferenz wird sich vor- nehmlich mit der Frage der Verteidigung des britischen Reiches, insbesondere mtt der Flottenbasis von Singapor«, sowie mit zahl- reichen wirtschaftlichen Problemen beschästigen. 3n Griechenland ist der Generalstreik proklamiert worden. Die Regierung hat sofort ein Kriegsgericht gegen die Führer des Generalstreits eingerichtet, ebenso Hot sie da» Lereinsgesetz sofort aufgehoben, wodurch alle Arbeiterorganisattonen aufgelöst werden. Und sich stark überlegt«, was er mit dem Geld, das der Mild« des bürgerlichen Herzens und der rührseligen Wallung zu verdanken war, anfangen sollte: Ob er sich damit«in halbes Dutzend Schrippen kaufen sollt«— ein Strick zum Sichaufhängen war für das Resultat der Kollekte nicht erhältlich— oder ob er für das Geld nach Dalldorf fahren sollt«: es reichte nämlich gerade zu einer Fahrkarte nach Dalldorf. Seitdem ist der Mann schwermütig geworden. Das gut«, solide Bürgerhaus in dem modernen, großzügigen Berlin— beste Gegend!— fühlt sich! Es ist auf dem besten Wege, größenwahnsinnig zu werden: denn es ist der Wallung eines Augen- blickes gefolgt und rühmt sich einer sozialen Handlung. Man weiß, was man nun von sich zu halten hat, und denkt an den Spruch: „Edel fei der Mensch, hilfreich und gut!" Oder so ähnlich! Und sagt sich: das waren wir und sind wir! Es lebe der Bürger! Die Katastrophe mik de» lOOO-Mark- Scheinen. Neulich bekam ich wieder einmal mein Gehalt verspätet ausgezahlt. U. a. erhielt ich einen ganze Batzen— ca. 10 Pakete— mit je 100 Eintausend- markscheinen. Neugierig, wie ich einmal bin, wog ich so ein Tausend- markscheinpaket. Es wog genau 132 Gramm und hatte einen Durch- messer von 1 Zentimeter. Zehn solcher Paket« hatte ich, das machte 1320 Gramm, mit dem anderen Geld« zusammen hatte ich über vier Pfund an Gehalt bekommen. Als vorsichtiger Mensch machte ich mich nun daran, das Geld zu zählen. Ich muß sagen, ich besitze einige Uebung darin. Trotzdem brauchte ich für jedes Paket doch eine Minute, bei 10 Paketen also 10 Minuten. Ich hatte gerade einen alten Anzug an mit unmodernen Taschen, die zur Aufnahme solcher Gehälter nicht eingerichtet sind. Also wohin mit dem vielen Geld? Ich wußte gar nichts Rechtes damit anzufangen. Schließlich faßte ich den Plan, eine Reise mit der Straßenbahn davon zu unternehmen und hier eines meiner 100 Tausendmarkpakete zu 132 Gramm in Zahlung zu geben. Zu allem Unglück mußte ich einen sogenannten Einmannwagen benutzen. Vorn am Wagen prangte ein Schild mit der Aufschrist: Das Fahrgeld ist abgezählt bereitzuhalten oder so ähnlich. Da mein Geldpaket ja abgezählt und fein säuberlich mit einem roten Streifen umklebt war, trug ich keine Bedenken und stieg ein. Der Fahrer- Schaffner gab mir einen Fahrschein und ich überreichte ihm mein Paket. Zuerst sah er mich erschrocken an, dann verlor er die Sprache. Ich redete ihm gut zu und versicherte, daß das Geld bereits gezählt sei und stimme, er auch oerpflichtet sei, bei dem herrschenden Klein- geldmanael das Geld als gesetzliches Zahlungsmittel anzunehmen. Cr ließ sich zureden und fing an zu zählen. Inzwischen waren einige Minuten vergangen, die Insassen des Wagens wurden ungeduldig und verlangten energisch die Weiter- fahrt. Der Schaffner, der schon einig« Minuten gezählt hatte, kam aus dem Takt und hatte sich verzählt. Er wußte nicht genau, ob«r bis 07 oder 77 gezählt hatte. Notgedrungen fing er von vorne an. Im Innern des Wagens entstand ein fürchterlicher Lärm. Unparla- mentarifche Worte flogen mir an den Kopf. Schon fünf Minuten stand der Wagen, und noch immer war kein Zeichen der W-iterfahrt zu bemerken. Inzwischen hatten sich hinter uns mehrere Wagen an- gesammelt, deren Fahrer durch energische» Klingeln die Weiterfahrt verlangten. Die Schafftier dieser Wagen kamen zu uns. um sich über die Ursach« der Berkehrsstörung zu erkundigen. Sie unter- suchten den Wagen, einer kroch unter die Plattform, em anderer löste die Stange vom Leitungsdraht und ein Dritter setzte«ine neue Sicherung ein. Plötzlich gab es einen gewattigen Stoß. Ein unvor- sichtiger Fahrer fuhr mit großer Gewatt auf, und auch'wir bekamen einen solchen Schubs, daß meinem armen Schaffner das ganze Paket aus den Händen fiel. Schweißtriefend und blaß wollte er noch eist- mal anfangen zu zählen. Was daraus wurde, weiß ich nicht. Der Unmut des Publikums nahm bedrohliche Formen an, ich mutzte fluchtartig den Wagen verlassen. P. Fi Das ANmikry-Problem. Die bekannt« Erscheinung, daß manche Tiere und auch Pflanzen in Farbe, Zeichnung und Form ein« aus- fallende Aehnlichkeit mit belebte» oder unbelebten Gegenständen ihrer Umgebung zeigen, hat schon seit langem die Naturforscher be- schäftigt, aber über di« Entstehung und den Zweck der Aehnlichkeit ist man sich bisher noch in keiner Weis« einig geworden. Professor Dr. Ianson gibt im„Kosmos" einen klaren Ueberblick über die Wandlungen, die dies« Frage bisher durchgemacht hat, und er kommt zu dem Schluß, daß das Problem der Mimikry heute weniger ge- klärt zu sein scheine al» je seit seinem Bestehen. Die meisten heute lebenden Naturforscher erklären sich den ver- lauf, die Entstehung der Nachahmung ungefähr so: Der Nutzen, der dem Träger eine» ähnlichen Trachtkleides erwächst, ist in vielen Fällen als sicher anzunehmen, in anderen noch zweifelhaft, aber im allgemeinen als gegeben vorauszusetzen. Irgendeiner der Vorfahren eines heute durch sein« Aehnlichkeit mit der Umgebung geschützten Tieres, etwa eines Schmetterlings, erwarb zuerst im Verlaufe seines persönlichen Lebens eine leise Uebereinsttmmung. die ihm einen Vor- teil vor seinen Mitbrüdern gewährte. Wechsel der Nahrung. Be- leuchtung, Temperatur, überhaupt Reiz« der Außenwelt mögen dies« erst« Abweichung vom Normalen hervorgebracht, Gebrauch oder Nichtgebrauch sie verstärkt oder geschwächt haben: im ersten Falle konnte sie durch Vererbung auf die folgenden Geschlechter übertragen und im Falle eines durch lang« Zeiten wirkenden, gleich gerichteten Reizes der Umwelt immer mehr gefestigt und die Aehnlichkeit vermehrt werden: im anderen Fall« verschwand die Ab- weichung wieder. Was aber die Einzelheiten des Verlauf» angeht. so würde ein« Umfrage heut« wohl kaum zwei vollkommen über- einstimmende Ansichten zutage fördern: wie da« Anwachsen der Abänderungen im Laufe emer langen Geschlechterreihe sich vollzog, ob die natürlich« Auslese tatsächlich die Bedeutung hat, die die Darwinisten ihr zusprechen, vor allem, ob sie tatsächlich Neues fchaf- fen kann oder nur Unbrauchbare» ausmerzen, ob eine Abweichung vom Normalen nur dann«intreten kann, wenn die Keimzellen von den Reizen der Außenwelt beeinflußt werden, oder ob es genügt, daß die übrigen Körperzellen davon getroffen werden, ob dt«»An- pasiungen" sich aus kleinsten Anfängen entwickelten oder plötzlich sprungweise auftraten und sogleich vererbbar waren, ob endlich die Nachahn, er sich dessen bewußt sind, daß ihr« Tracht ihnen Schutz gewährt oder ob sie rein triebmäßig solche Umgebung aufsuchen, in der ihr Kleid verschwindet: Da» alles sind Fragen, die heute auch von den Fachleuten sehr verschieden beantwortet werde«. Sachsen verlangt Kreüite. Die Gefahre« wilder Lohukämpfe für die Slrbeltsr. Während Sozialdemokratie und Reichsregierung der Meinung sind, daß die Kreditpolitik der Reichsbant außer« ordentlich gefährlich ist. weil sie die Deoisenhamsterei der In- dustrie begünstigt, hat die sächsische Regierung in einer Veröffentlichung und in einer Eingabe an das Reichs- arbeitsministerium verlangt, daß die Reichsbank der sächsischen Industrie für Zwecke der Lohnzahlungen weitgehende Kredite zur Verfügung stellt. Wir verkennen keineswegs die Gefahren, die sich für manche Unternehmungen aus der Einschränkung der Kredite ergeben. Es wäre jedoch vollkommen verfehlt, würde die Reichsregierung sich dadurch veranlaßt fühlen, nun chrerfeits eine weitergehende Kredit- gewährung der Reichsbant zu befürworten, wenigstens soweit Papiermarktredite in Frage kommen. Die Papier- markkredite der Reichsbank leisten der Verschlechterung der Mark in einer Weise Vorschub, daß sie unter allen Umständen baldmöglichst abgedrosselt werden müssen. Ehe überhaupt die Forderung nach Krediten gestellt wird, sollte bei den einzelnen Unternehmungen zunächst nachgeprüft werden, ob sie nicht über Reserven in Form von Aktien und De- visen verfügen, die sie zunächst einmal zur Beschaffung der notwendigen Betriebsmittel verfügbar machen sollten. Sind diese aber nicht vorhanden, dann bleibt noch der Weg über die wertbeständigen Kredite, welche ja die Reichs- dank neuerdings erteilt. Keinesfalls darf man sich von den Drohungen der sächsischen Industriellen, sie würden die Be- triebe stillegen, ohne weiteres einschüchtern lasten, will man nicht die Versuche zu einer StützungderMarkvon vorn- herein zur Aussichtslosigkeit verurteilen. Der Arbeiterschaft selbst ist am wenigsten damit gedient, daß man sie durch wei- tere Jnflationspolitik dazu zwingt, um Hungerlöhne zu arbeiten, während eine> Umstellung der industriellen Betriebe unter Abbau der Unternehmergewinne wenigstens die Mög- lichteit eröffnet, daß wieder«imgermaßen auskömmliche Löhne gezahlt werden können. Daß die Unternehmer dafür nicht begeistert sind, ist leicht begreiflich. Daß übrigens das Verhalten der sächsischen Industrie zu einem wesentlichen Teil durch wild« Lohnbewegun- gen herbeigeführt ist, geht aus folgenden Mitteilungen der sächsischen Regierung hervor: .Durch die rasende P r e i S st« i g« r u n g ln den letzten Tagen haben sich auf dem Gebiet« der Lohnpolitik Ding« ereignet, die auf die Dauer unhaltbar werden müssen. Es muh der sächsischen Arbeit- nehmerschaft klargemacht werden, daß solche willkürlichen, aus dem Rahmen heraustretenden Ähnerhöhungen und Bei- Hilfen nicht nur die sächsische Industrie schädigen, sondern auch die Arbcitnehwerschaft. Beim sächsischen Arbeitsministerium sind in der letzten Zeit eine große Anzahl Anträge auf Betriebs» stillegung eingegangen. Die Anträge werden damit begründet, daß die Industriewerke nicht die Kapitalien aufbringen können, um zur rechten Zeit die Löhne und GeHölter zur Auszahlung zu bringen. Di« sächsische Arbeitnehmerschaft wird und muß einsehen, daß ein« derartige Lohnpolitik, die ganz au« dem Rahmen der Lohnverhältnisse der übrigen Bezirke Deutschlands fällt, letzten Endes zu einem Erliegen der sächsischen Industrie führt. Es muß unter allen Umständen versucht werden, die Lohn- kämpfe in geregelte Bahnen zu lenken. E» geht zukünftig nicht mehr an, daß in einzelnen Orten die Arbeitnehmerschaft außer- halb des Rahmens der Lereinbarungen besonder« Ab- s ch l ü s s« vom Unternehmer ertrotzt. Damit würde der gesund« Boden der Tarifverträge vernichtet werden. Das Interesse der Ar- beitnehmerschaft gebietet, daß derartige Unklugheiten und Un- Zweckmäßigkeiten in Zukunft unter allen Umständen vermieden werden. Das Arbeitsministerium wird die Arbeitnehmerschaft in ihrem gerechten Lohnkampfe nach einem Reallohn, der auch den Preissteigerungen zu folgen hat, auf das kräftigste unterstützen. Da« Kapellmelster Szenkar. Eugen Szenkar, der neue musikalisch« Opernleiter der Voltsoper, dirigierte gestern den„Tristan". Da» ist ein Bühnenwerk, dem man nrt«inigen Proben ehe? aus dem Hand- gelenk heraus oerecht werden kann, wie etwa Opern von Mozart oder Verdi. Die Hmiptarbeit. nach Stil. Gesang und Spieltechnik haben hier wirklich fast nur die Solisten. Von zwei Kehlen, von zwei Köpfen hängt die Temperatur, d e Atmosphäre, der Schwung und der Geist dieses hymnischen Werks ab. Zu Tristan und Isolde, d» im Derein mit Brangäne oder etwa Kurve- nal einen ganzen Akt seelisch erfüllen, gesellt sich der Dirigent, wenn er einer ist, als nachtastender, wocher, gefühlsbereiter Musiker. Eugen Szenkar tut das in hohem Maß«, nachtem er im Vor- spiel verkündet hat, daß Seele in seinem ruhig gestrafften Korper ist und daß er in einer von Eros geblendeten Partitur das Auge überlegen offen hält. Die Ruhe seiner Stabführung bei aller sinn- lachen Anteilnahme imponiert in seinem jugendlichen Alter doppelt. Das ist ein Kapellmeister, der mehr Blut als Nerven zu haben scheint, der nicht tüftelt, dem das fühlbare Temperament nicht«inen Lugenblick den Arm hetzt, den Kopf verwirrt. Solch einen Mann braucht die Boltsoper. Wie stürmisch jagte da« Orchester, und w!« seltsam innig tonnt« es auf einmal singen! Kleine Unstimmigkeiten bei den Bläsern, kurze rhythmische Unebenheiten tonnten bei der gesunden musikalischen Struktur des Gesomtapparates schnell ver- gesten werden. Man hatte das Gefühl, daß ernsthaft unter des neuen Mannes Regte nichts mehr gefährdet sei. Mehr läßt sich zunächst nicht sagen, aber auch nichts Bessere». Szenkar verdient größte Beachtung, und er wird feine Begabung zur Führerschaft «rwrfen, wenn er von Grund auf«in Werk neu einstudiert. Gestern hatte er Helfer in der pompo'en Isolde der Melanie Kurth vnd in der überaus schonen Stimme der Brangäne lEleanor S ch l o ß ha u e r- R e y n o l d s), der Tristan versagl». Das war kein heldischer, herrlicher, trotziger und edler Sänger, son. dern«In mißmutiger stester predigender Kandidat der Liebe und des Kampfes. Er spielte nicht, sondern doziert«, er lebt« nicht, fon- drn figurierte, er blieb auch beim Singen matt und stumm, wepn er mcht darauf lospoltert«. Da, Orchester hielt sich, wie gesogt, hervorragend gut. I«, seine» besseren Niveau« bewußt, wollte«« sich auch da nicht zähmen, wo Diskretion Ehrenfache gewesen wäre. K. S. « 3b J*? deutigen.Polländee-.�ufsiibruna find defchSstigt dl« Dornen Bindernagel.».® d» e e I«. K üll e r und dt« Serren®»« i d t. ® ii.e,'Li*•t' Abendroth und Philipp. Anfang 7'/, Uhr. Mufikalifche Leitung: Dr. Max n. E ch i l l i n a S. Doö Theater i. d.«Sniggrittzer«trab« eröffnet sein« Vlntertpielzeit a« 1 Sept. mit H.«. Philipp» nroie«er Komödie„Der Clown Motte«'. Rubrfil«. Heute abend 8 Ubr findet in den KammersSlen. Teitower Straf,- dt« Urauff0hrung de» lflhn«.Die Ruhrfchande' statt Die Filmaufnabmen. die sämtlich im Ruhrgebiet während der Oltuvation. ausgenommen worden sind, und überzeugende Dokumente de» ftanzöfilchen Terror» im Nubrgkbiet darstellen,«äffen da» Interesse aller derer finden, die mit ihrem Herzen he, ihren leibenden»rüdern an Ruhr und Rhein sind. Eintritttkarten zum Preise von 100 000 Mark find an der Abend- �weiblickler cverudlrigeut. Die simg« russische Pioniflin E. SlawiitSkaia Sat kürzliS im«arl-Liebtnecht-VolkShau» zu Möttau an Stelle de» plözlich«tränkten Dirigenten die Leitung einer Oper über» nommen und nach dem Urteil d« M»Ikan««rittt sich ihrer schwierigen «ufgade mit Ersolg dei Orchester und Puvlikm» rntkedkzt. kann aber nur geschehen auf dem Wege einer tarifvertragNchen Ver- «inbarung. Man kann an diesen Mitteilungen ermessen, welchen un- geheuren Schaden die von den Kommunisten begünstigten wilden Aktionen der Arbeiterschaft selbst bringen und wie sie das egoistische Verhalten derjenigen Unter- nehmer rechtfertigen helfen, die sich am liebsten mit Betriebsstillegungen aus der Affäre ziehen möchten, durch die ein großer Teil der Arbeiterschaft auf die Straße gesetzt werden würde. Notverorönungen üer Regierung. Amtlich wird gemeldet: Das Reichskabinelt hol in einer heute abend unler dem Vorsitz des Herrn Reichspräsidenten abgehaltenen Sitzung über grundlegende Wirtschastsmaß. nahmen Beschluß gefaßk, die nach Fühlungnahme mit den Parteiführern unverzüglich im Wege der Rotverordnung durchgeführt werden sollen.___ Stiller �elüenmut. Ei« englisches Urteil über den Kampf der Ruhrarbeiter. Vor einigen Monaten hat sich eine Abordnung der eng- tischen Transport and General Workers Union unter Führung des Genossen Ben T i l l e t t nach dem Ruhrgebiet begeben, um an Ort und Stelle die durch die Besetzung geschaffenen Ver- Hältnisse zu untersuchen. Die gewonnenen Eindrücke sind in einer soeben im Verlag der Labour Publishing Company (London) erschienenen Schrift„The Ruhr" niedergelegt und dürften einen erheblichen Beitrag zur Beurteilung der Vor- gänge im Ruhrgebiet darstellen. Hier sei zunächst wieder- gegeben, was die Abordnung über den Wider st and der deutschen Arbeiter im Ruhrgebiet berichtet: „Wir fanden die Arbeiter trotz der großen Opfer fest zum Widerstand entschlossen. Diese Politik entspricht ihrer freien Ueberzeugung. Die deutschen Arbeiter wollen nicht unter fremden Bajonetten arbeiten. Sie haben diesen Kurs verfolgt aus Haß gegen den Militarismus und aus Glauben an das Recht zu politischer und wirtschaftlicher Selbstbestimmung und der Einheit Deutschlands. Es ist daher wichtig für die Ruhrarbeiter, daß ihnen eine angemessene Unterstützung in Lebensmitteln und ein hoher Lebensstandard gesichert wird.... Im Beginne der Besetzung erkannten die Gewerkschaften, daß die passive R e s i st« n z die einzige Waffe zur Bekämpfung des ftcmzösischen Militarismus darstellte.(Der deutsch« Arbeiter sehnt sich, der Welt ein Beispiel für die Hinfälligkeit militaristischer Methoden gegenüber denen einer entschlossenen Passivität zu geben.) Aktiver gewaltsamer Wider st and gegen die Franzosen würde den Militarismus in Deutschland wieder ins Leben rufen____ Viele kompetente deutsch« Beobachter und Bewohner des Ruhr- gebietes oerneinten, daß der Monarchismus im Anwachsen begriffen sei, obwohl die Reaktion in anderen Teilen Deutschlands durch die Besetzung versteift worden ist. Di« Gewerkschastssührer haben tatkräftig jedes Anwachsen der Reaktion bekämpft. Ost hat man uns gesagt, daß die Arbeiter des Ruhrgebietes niemals mehr Militarismus erdulden würden, und daß monarchistisch-imperialistisch« Gefühle nicht mehr wiederkehren könnten, aber wir bemerkten, daß gewisse Element« der politischen Mitte sich jetzt nach rechts gezogen fühlen als Resultat der ftanzösischen Besetzung und der extremisti- schen Gewalttätigkeit. Die Arbeiter bei Krupp sind so anttmUitar'.stisch. daß sie, wie man uns erklärte, ablehnten, GesclMje für südamerikanische Staaten herzustellen, und daß deren Betriebskomitee die Zusicherung geben mußte, daß in Zukunst keine Rüstungsarbeiten ausgeführt werden. Aber in der britischen Zone fanden wir viele strenge Beobachter. die uns die Befürchtung äußerten, daß die französische Politik den mifitaristischen Geist und das Verlangen nach Revanche unter den Deutschen wieder belebe. Ein hoher britischer Beamter sagte zu uns:„Vor achtzehn Monaten herrschte unter dem deutschen Volk« Will« zum Frieden..... jetzt greift«ine Wandlung um sich.. Ein anderer beklagte sich darüber, daß ein« der Absichten der verbündeten Besetzung im Rheinland, die Sicherung des«uro- päischen Friedens, durch die französische Politik vereitelt worden sei und daß französischer Militarismus und Autokratie den alten Geist unter dem deutschen Volke wieder geweckt habe." „Wir können uns— schließt der Bericht unserer englischen Genossen— keinem Zweifel darüber hingeben, daß die Fran- zofen den Widerstand der deutschen Arbeiter gebrochen sehen möchten. Im Hinblick auf alles, was wir gesehen und gehört haben, können wir nur die Mäßigung, die Disziplin und die stille Hingebung der deutschen organisierten Arbeiter in dieser unruhigen und kritischen Periode bewundern." feilte Ueberreichung Üer Antwortnote. Aach einer offiziösen Mitteilung wird die französische Aniwort- note heute dem englischen Botschafter in Pari» übergeben. Das neue Gelbbuch, das die Antwortuote auf die englische Rote enthält, wird Mittwoch früh verössentNiht werden. Das Echo poincarös. Franzöfische und englische Presseanhernngen. Paris, 20. August.(EP.) Di« gestrige Red« Poincaräs in Eharleville gibt der nationalistischen Press« Veranlassung, besonders die Mahnung an England hervorzuheben, wonach«s den Versailler Vertrag respektieren sollte. Di« Oppositionspress« dagegen betont 'besonder», daß der sonst bei Poincar« übliche gehässige Ton zum ersten Mal« fehl«.„Oeuvre" schreibt, daß Poincare gestern die sried- lichste Rede seiner politischen Laufbahn gehalten habe. Die Zeitung unterstützt die Aufforderung Poincarcs an die All ürten, die juristi- schen Kontroversen beiseite zu lassen und gemeinsam eine Lösung zu suchen. Die„Er« Rouvelle" dagegen zeigt sich enttäuscht, die Rede enthalt« nichts von dem, was man erwarten konnte. Man Hab« vor allem«in Schema des französischen Revarationsplanes erwartet, und das Ausland frage sich, was Frankreich wolle. Darauf sei Poincare die Antwort schuldig geblieben. Der radikal«„Ouolttüen" hebt eben- falls den versöhnlichen Ton der Rede hervor. Di« Einladung zu einer Verständigung bedeute allerdings kein« Lösung, aber sie reinig« die Atmosphäre. Es sei zu hoffen, daß die Antwort auf die Rede Lord Eurzons in demselben Geiste und Ton« gehalten sein werd«. Di«„Humanste" dagegen will sich von dem versöhnlichen Tone nicht täuschen lassen. Poincare habe nicht im geringsten nachgegeben und bleib« nach wie vor der Präsident der Reaktion und de» Krieges. London, 20. August.(EP.) Di« Rede Poincares in Eharleville wird nur von wenigen Zeitungen kommentiert. Der Teil der Rede, der von der Notwendigkeit spricht, die Entente aufrechtzuerhalten, wird gelobt, gleichzeitig aber erklärt, daß man sich rncht auf wesentlich« Konzessionen Englands gefaßt machen dürfe. Die„Times" schreiben, daß Poincare keinerlei Aenderung des französischen Stand» punkte? zum Ausdruck gebracht habe. Poincare schein« auch jetzt noch nicht zu begressen, daß die Ruhrbesehung dem englischen Handel schwere Schäden zufüge. Seine gestrig« Rede sei darum im höchsten Grade entmutigend. Das einzig« ermutigende Element sei gegenwärtig die Anstrengung Deutjchlands, feine Finanzen zu reformieren und den Markkur« zu stabilisieren. Der„Daily Ehronicle" schreibt, Poincares Rede sei allerdings in einem herzlicheren Ton« gehalten, als dies bisher der Fall gewesen sei. Es milsse aber gesagt werden, daß sie nicht die geringste Aenderung des französischen Standpunktes erkennen lasse. „Daily Herald"(Soz.) ist der Astsicht, daß die gestrige Rede Poincares die Lage nicht verändert habe. Baldwin müsse jeden Versuch vereiteln, fruchtlose Erörterungen zu verlängern. Durch Reden und Notenschreiben werde nur dem französischen gmperia- lismus in die Hand gespielt und das werde eine Verschlimmerung der europäischen Lag« zur Felge haben. Es sei unmöglich, daß einige wenige Männer, die eine große Zahl von Zeitungen kontrollieren, in der Lag« seien, ihre Pressemacht so zu gebrauchen, daß der französische Premierminister zu dem Irrtum verführt werde, daß die britische Nation die Politik des„Blut und Eisen" unterstütze, für die er ein- trete und daß ein verantwortliches Organ sich einbilde, daß England sich selbst überlassen werden könne. Die Aufgaben üer Partei. Berliner Funktionärkonferenz. Die Betriebsvertrauensleute, Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre der Partei behandelten in einer über- füllten Berfammlung gestern abend das Thema: »Der kommunistische Generalstreik und unsere nächsten Aufgaben." Der Referent, Genosse H e i n i g, führte etwa folgendes aus: Wenn wir kühl und nüchtern die Vorgänge beim letzten Generalstreik betrachten, müssen wir die Ursachen der Bewegung erforschen, die Beeinflussung der Bewegung durch die KPD. erkennen und ihre Wirkung auf die Arbeiter begreifen. Don einem einheitlichen politischen Massenwillen kann keine Rede sein. Die Grund- Ursache des plötzlich in die Erscheinung tretenden Unwillens war die große Knappheit an Zahlungsmitteln, die im Gefolge hatte, daß der Arbeiter nicht einmal Geld in die Hand bekam, seine Lebensbedürfnisse einkaufen zu können. Es war also ein s o z i a l e g Motiv, das mit einer auf Abänderung der Staatsform zielenden Absicht nichts zu tun hatte. Die Bewegung wurde von Anfang an von den Kommunisten ausgenutzt. Politisch und gewerkschaftlich primitiv Denkend« würden durch die Geldknappheit in ihrem egoistischen Einpsinden und Handeln be- einflußt und schlössen sich denen an, die ihnen eine Besserung ihrer Lage versprachen. Die KPD. will durch die Zusammenfassung aller persönlich unzufriedenen Elemente sich die Gefolgschaft sichern, deren sie bedarf. Darin unterscheidet sich diese Partei grundsätzlich von uns. Wir erkennen die Unzulänglichkeit der g e s e l l s ch a f t- lichen Zustände als Grund unseres politischen Handelns. Nicht umsonst wendet sich die Kommunistisch« Partei an die Kleinbauern. die Landhunger haben, an die Dtfaiiiten, die nicht in dem Maß« wie die Arbeiter mit gewerkschostlichen Machtmitteln ihre Lage verbessern können, selbst an Schupo und Reichswehr und an den Mittelstand, der in größter Gefahr ist, bei den gsgenwürtigen wirtschaftlichen Zuständen aufgerieben zu werden. Alle dies« Volks- schichten, die mit ihrer persönlichen Lage sehr unzusrieden sind, mit einer Aenderung der bestehenden Stootssorm m eine kommunistische aber wohl kaum einverstanden wären, sammeln die Konununisten, um sie durch Versprechungen als politische Gegner zu neutralisieren. Genau wie man in Rußland die Kleinbauern durch Landzuweisung zufrieden machte und sie dadurch politisch dcsinteressierte, verfolgt man in Deutschland gleiche Methoden. Das ist der höhere Zweck des kommunistischen Werbens um Volts- und Verussschichien, die sie noch vor kurzer Zeit als Todfeinde des Proletariats bekämpften, Ihre Propaganda ist eben berechnet auf die egoistische Einstellung der einzelnen. Der Generalstreik sollt« ein« Belastungsprobe für die Sozioldemotrati« und die Gewerkschaften sein. Wir haben sie aus- gehalten. Aber wehe uns, wenn es gelingen sollte, an einer Stelle die Front zu durchbrechen. Dann ist ein Einfallstor nicht nur für rot«, sondern auch für schwarze Faschisten geschaffen. Des- wegen ist für uns die Notwendigkeit gegeben, unter allen Umständen unsere Positionen in den Gewerkschaften zu halten. Jeder Funk- tionär, der jetzt sein Amt niederlegt, ist ein Fahnenflüchtiger. Unsere Sache ist so gut, daß wir aus dem Verteidig ungskcmpf zum Angriff übergehen müssen. Wir find so stark als wir wollen. Lassen wir uns nicht mit kommunistischen Phrasen blenden und mit gutgezielten Angriffen verblüffen. Sagen wir ihnen die Wahr- h« i t. Wehren wir uns gegen ihr Mordsgeschrei wegen der großen Koalition. Wenn sie mit Slinnes unsere Steuergesetze beschliehen, wenn sie mit Reventlow politische Schiebergeschäfte machen, wenn sie mit den Bauern eine Regierung bilden wollen und selbst die verhaßten Gewerkschaften mit dem Dolchstößler Sobath daran beteiligen wollen, so sind das Koalitionspartner, die für sie gefährlicher sind, als die Volkspartei für uns. Lassen wir un« bei allen Diskusstonen nicht von der Hauptsach« abbringen: Halten wir die Republik hoch! Seien wir einig in der Abwehr, geschlossen im Kampf!(Lebhafter Beifall.) Kein Richtungsstreit! Aber Schimpfen auf die Soziaidemokratic erlaubt. Im„Arbeiter-Fußball", dem Organ der Märkischen Spielver- einigung, finden wir folgende Glosse, die man kaum für möglich hallen sollte: „Anstatt unsere Arbeitsbrüder aufzuklären, hat man nur«in Interess« am Richtungsstrcit, der wohl als ein Grundübel der Arbeitersportbcwegung bezeichnet werden darf, wenn wir nicht Weg« finden, die diese schleichend« Pest von unserer Bewegung ferne hält. Ein« ganz apart« Sorte von Sozia- listen ist jetzt drum und dran, für ein paar traurige Ministersessel die Weltanschauung des Proletariats zur bürgerlichen Hure herabzu- degradieren, indem man mit dem Schwindel der großen Koalstion von Stresemann bis Erispien hausieren geht. Daß es aber unter dem Namen„Sozialisten" auch noch Menschen gibt, die das Proletariat nicht»erraten, wenn es sich um Prinzipiensragen der Weltanschauungen dreh't, bewies Erispien im„Vor- w ä r t s" durch seinen Arttkel, den sich die A r b« i t e r v e r- r ä t e r in seinem Lager sicher nicht in den Spiegel stecken werden. Darum, Arbeitsbrüder, im Stehkragen oder Knöpstuch. Kommu- nisten und Sozialisten. Gewerkschaftler oder Unionisten, erkennt endlich die wahre Situation im Interesse unserer Sportbewegung. Di« Ausschaltung des Richtung» st rsites ist daher Ehrensache für jeden Arbeiiersportler. Beim Spiel freut sich jeder, wenn ein wirklich schönes Tor erzieit wird. Wie groß wird erst die Freud« sein, wenn in unser« Reihen der gesunde Menschenverstand«in Tor erzielt(!). Es wäre das schönst« des Tages und der— Zeit." Man sollte es wirtlich kaum glauben, daß ein Arbeiterblatt solche Ergüsse zum Abdruck bringt. Man muß aber auch von sozial. demokratischen Arbeitersportlern erwarten, daß sie dieser Sorte von Bekämpfung des Richtungsstreits die Schell« anbinden. In dem- selben Augenblick, in dem man gegen Richtungsstreit polemisiert, beschimpft man Arbeitervertreter tn der niedrigsten Weise. Unsere Genossen müssen hier genau so wie in den Betrieben endlich an- fangen, sich energisch zur Wehr zu setzen. Das wird schon helfen. Kein Generalstreik in Warschau. Der für den 20. August durch V» Gewerkschaften angesetzte Generalstreik ist im letzten Augen- blick vertagt worden. Gewerkschaftsbewegung Albert Massini Jm Berliner Zeitungsgewerbe fällte das vereinbarte Schiedsgericht einen Schiedsspruch dahingehend, daß für die Zeit vom 1. bis 18. August 475 Proz. des Juligehalts gezahlt werden. Für die Berliner Elektrizitätswerte sind laut Bereinbarung zwischen dem Arbeitgeberverband der Eletirizitäte, Gas- und Wasserwerke der Provinz Brandenburg und dem Zentralverband der Maschinisten und Heizer Groß- Berlin in der Woche vom 13. bis 19. August folgende Stundenlohnsäße festgesetzt worden: Gruppe I 357 690 M., Gruppe II 346 430 M., Gruppe III 337 170., Gruppe IV 312 430 M., Gruppe V 264 650 M.( mindererwerbsf.). Gruppe VI 216 140 M.( Frauen). Die Frauenzulage beträgt 144 000 M., Kinderanlage 288 000 m. pro Woche. ein Entwertungsfattor von 15 Broz. Der Referent führte metter 194 000 9., 15-16 Jahren 98 000 m., 16-17 Jahren 108 000 m., aus, daß die zentralen Vorstände schon Anfang August diese Rege- 17-18 Jahren 123 000 m. lung wollten. Durch die Unvernunft etlicher von der KPD. aufge- Atfordsäge erhöhen sich ab 15. August um 80 Proz. hetzten Arbeiter aber, die gewaltsam in Braunschweig in die Tagung Die Vorauszahlung beträgt heute Dienstag für eindrangen, kommen die Bauarbeiter erst jetzt in den Genuß der 20 Jahre 7 Millionen, für Arbeiter von 18-20 Jahren und Arbeitewertbeständigen Löhne. Für die nächsten vier Wochen ist von dem rinnen über 18 Jahre 3 Millionen. Das Wagenbaufartell. Bezirkslohnamt ein Grundlohn von 225000 M. festgesetzt; Der langjährige Vorsitzende des Vereins der Berliner Buchdrucker einen Lohn für die Zeit vom 16. bis 22. August: für fammlung in den Zentral- Festjälen, Alte Jakobstraße. dazu die geltende Teuerungsziffer und 15 Proz. Entwertung ergibt Aussperrung bei Scherl. Heute nachmittag 2 Uhr wichtige Ber und Schriftgießer, Genosse Albert Massini, ist in der Nacht zum maurer 722300 M., Bauarbeiter 686200 m. und Die Streifleitung. Sonntag im Alter von 68 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Tiefbauarbeiter 685600 m. pro Stunde. Morgen, 1893, zwei Jahre nach dem großen Neunstundenkampf der Buchdrucker, Mittwoch, ist in allen Betrieben ein Vorschuß pon 15 Millio zum Borsigenden des Gaues Berlin im Verbande der nen zu zahlen, wenn voll gearbeitet worden ist; falls nicht voll Deutschen Buchdrucker gewählt, hat er seine ganze Kraft eingesetzt, gearbeitet ist, entsprechend weniger. Die Abrechnung erfolgt am um die Organisation zu stärken und zu festigen. Es ist seiner starten Freitag. Nach kurzer sachlicher Diskussion stimmte die GeneralverBersönlichkeit und außerordentlichen Beredsamkeit stets gelungen, sammlung dem Abkommen zu Es findet also in den sich bei seinen Kollegen fomie bei den Unternehmern Einfluß zu ver- nächsten vier Wochen teine Urabstimmung statt. Ueber die Schaffung eines paritätischen Nachweises fchaffen. Die Erfolge der Berliner Buchdrucker verdanken diese nicht referierte der Kollege Hoppe. Nach eingehender Darlegung der zuletzt dem äußerst geschickten Auftreten Massinis. In jungen bisherigen Berhandlungen und Beleuchtung der noch vorliegenden Jahren von Breslau nach Berlin gekommen, war der Verstorbene, Streitpunkte erklärte er, daß die Berhandlungsfommission ihre ganze ehe er die Leitung des Gaues Berlin übernahm, im Interesse der Kraft dafür einsetzen wird, um den zu schaffenden paritätischen NachOrganisation bereits tätig. Selbst in den letzten Jahren, wo auch weis für das Baugewerbe zu einem wirklichen Nachweis zu machen. in der Buchdrucderorganisation die Meinungsverschiedenheiten nicht Auf Antrag aus der Versammlung wurde gegen wenige Stimmen Wertbeständige Löhne im Feuerungs- und Schornsteinbauimmer in angenehmen Formen ausgefochten wurden, gelang es dem beschlossen, sich mit der Haltung der Verhandlungskommission ein,, Barden", das Bereinsschiff vor dem Scheitern zu bewahren. verstanden zu erklären und von einer Diskussion Abstand zu nehmen. gewerbe sind durch zentrale Vereinbarung in Hannover grundsäy Selbstverständlich war Massini auch ein eifriges Partei. Ueber den Generalstreit" referierte nunmehr der Kollege lich festgestellt. In den Feuerungs- und Schornsteinbaugeschäften Ju Krause. Er führte aus, daß die Not der Arbeiterschaft unzweifel soll die Lohnwoche von Donnerstag bis Mittwoch geben. mitglied; er war im Jahre 1893 Kandidat für den Reichstagswahl haft groß ift. Gie fann aber nicht dadurch gelinbert werden, daß der Lohnwoche vom 16. bis 22. August beträgt der Grundlohn freis Wittenberg- Schweinig. Mit Albert Massini ist wieder einer die Kulisse der Kommunistischen Partei, der Fünf- 868 000 m. für Norddeutschland. Dieser Grundlohn erhöht sich um der Alten dahingegangen, die für die Einigkeit der Arbeiter in Partei zehner- Ausschuß, wo niemand für sein Berhalten verantwortlich ist, die am 22. August festgestellten Groß- Berliner Teuerungszahlen. und Gewerkschaft mit ganzem Herzen gewirkt haben. zum Generalftreit aufruft und dann mit besonderem Stolz feststellt, Dazu für Feuerungsmaurer 10 Proz., für Schornsteinmaurer 25 Proz daß der Güterverkehr, das heißt, die Lebensmittelzufuhr Feuerungshelfer 5 Proz. und Schornsteinhelfer 15 Proz. In der auf etliche Streden still gelegt ist, während der Bersonenverkehr folgenden Woche wird die dann herauskommende Teuerungszahl voll aufrechterhalten wurde. Dieser Generalstreit", der fünstlich abermals heraufgelegt. Grundsäßlich wird an dem Tarifvertrag mit allen Terrormitteln gegen Andersdenkende durch(§ V. Abfag 4) nichts geändert, d. h., daß an den einzelnen Baus geführt werden sollte, ist fläglich ins Wasser gefallen. Es ist fenn- orten der Feuerungsmaurer stets 5, der Schornsteinmauer 10 Broz. zeichnend, daß die Strategen der KPD., darunter Heckert, aus über dem Hochbaumaurerlohn erhält. Helfer erhalten in diesem führten, fein Mensch hat daran gedacht, die aufgestellten Forde. Falle den Hochbaumaurerlohn. rungen durchzuführen". Unter der lebhaften Zustimmung der Generalversammlung verurteilte er auf das entschiedenste die Terroratte, die gegen die Kollegen fchaft ausgeübt wurden und schloß unter Beifall der Bersammlung mit den Worten: Alle gewerkschaftlich organisierten Arbeiter müßten ganz energisch dagegen Stellung nehmen, daß die deutsche Arbeiterklasse sich von den Ausgehaltenen der ruffi fchen Regierung zu einem Werkzeug der Außenpolitik der russischen Machthaber gebrauchen läßt. Auf Antrag aus der Versammlung wurde beschlossen, von einer Diskussion Abstand zu nehmen und sich mit der von der Gewerkschaftsfommission in der Sonntag- Morgenausgabe des Borwärts" veröffentlichten Resolution tag- Morgenausgabe des„ Borwärts" veröffentlichten Resolution einverstanben zu erflären. Dem wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. Die kommunistische Lügentheorie. Das kommunistische Gebot der Verschweigung der Wahrheit erfährt jezt eine theoretische Begründung. Die, Rote Fahne" brachte am Sonntag( Nr. 191) auszugsweise einen Aufsatz aus der Weltbühne“ vom 9. August über die Inprefort", die Presseforrespondenz der Internationale. Darin heißt es: Die Kommunisten aber lügen nicht. Sie lügen nie. Denn die Lüge als bewußtes Kampfmittel benußen, wie es die kommuniffen in den Tageszeitungen fun, ist feine Lüge, sondern eine verflucht( wirklich verflucht") reale Notwendigkeit. Die Lüge beginnt erst beim Selbstbetrug." uns: " Aus der Berliner Schmiede- Innung. Jm Butterkleinhandel wurde mit dem Verein der Butterlau leute von Berlin und Umgegend für die Zeit vom 1. bis 13. August für die Angestellten eine Atontozahlung in Höhe der dreifachen Juligehälter vereinbart. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Abgeführte Streifgelder am 20. August( Millionen). Vorwärts 30 Akonto, Richter, Lindenstraße 0,8, Mattissohn 3,71, Bürenstein 10 Afonto, Reichsdruckerei, 184, Gehring& Reimers 1,57, Liebheit& Thiessen 16,1, H. S. Hermann 39. fällten Schiedsspruch abgelehnt. Morgen finden deshalb Die Bergarbeiterorganisationen haben den in voriger Woche ge= neue Verhandlungen statt, denen sich am Donnerstag die allmöchent lichen Berhandlungen zur Festseßung der Berechnungsziffer für die Löhne anschließen sollen. Die in diesem Zitat unumwunden zugegebene Tatsache, daß die Kommunisten die Lüge in den Tageszeitungen bewußt als Kampfmittel benugen, haben wir durch unterstreichung ein wenig hervorgehoben. Wir dürfen uns also nicht mehr darüber wundern, daß die kommunistische Presse die Wahrheit verschweigt und die Lüge als Kampfmittel benutt. Vielmehr haben wir mit diefer Tatsache e zu rechnen. So wird manches begreiflich, was man bei der eifrigen Befolgung dieser Theorie durch die„ Roté Fahne" und die kommunistische Presse überhaupt, in der ersten Zur Lage im mitteldeutschen Braunfohlengebiet berichtet die TU. Der Gesellenausschuß der Berliner Schmiede Jnnung schreibt aus Halle u. a.: Verblüffung über die Lügendreistigkeit, als unbegreiflich hielt. Im Bitterfelder Revier ist die Arbeit erft von etwa der Um jedoch die fommunistische Lügentheorie zu begreifen, dazu In der Regel werden die Lohnabkommen zwischen den einzelnen Hälfte aller Werke aufgenommen worden. Es wird noch auf Grube gehört offenbar eine engere Berührung mit den asiatisch- ruffischen Berufsgruppen von Organisation zu Drganisation abgeschlossen. Leopold, Ludwig, Auguste, Greppiner Werte, Marie und Bergwik Verhältnissen. Zwar fönnen sich einer solchen Vertrautheit auch Anders bei der Berliner Schmiede- Jnnung mit ihrem fattsam be- gestreift. Bedauerlicherweise werden durch den Streit auf Grube die deutschen Angestellten der KPD.- Zentrale nicht rühmen. Umso fannten reaktionären Obermeister Warnte. Die Berliner Schmiede Leopold eine Anzahl Gruben in Mitleidenschaft gezogen, die bezüg überraschender ist deshalb ihre Anpassungsfähigkeit an die östliche Jnnung, ein ganz besonderer Stern am deutschen Innungshimmel, lich ihrer Stromversorgung von der Zentrale dieser Grube abhängen. Lügentheorie. Wir wollen hier auf diese Theorie nicht weiter ein- will fich offenbar den Ruhm, als rückständigste und reaktionärste In dem Niederlaufiber Bergbaurevier ruht die Arbeit noch, gehen. Aus der Tatsache ihrer Anwendung aber ergibt sich für au gelten, nicht nehmen lassen. Bisher war es ihr gelungen, bei ebenso in den Revieren Borna, Meuselwitz- Rosiz und Zeizuns die Schluß folgerung, daß wir jedweder Verpflichtung allen Tarifabschlüssen und Rohnverhandlungen den Metall- Weißenfels," enthoben find, irgend welchen Versicherungen der Kommunisten und arbeiterverband auszuschließen. In letzter Zeit ist fie sogar dazu übergegangen, auch den Gesellenaustaub, die gefegliche Vertretung der Gehilfenschaft, von den Lohnfestfegungen auszuschließen. Angeblich deshalb, weil sie nicht in der Lage sei, für die Gehilfenvertreter bas Fahrgeld aufzubringen. ihrer Presse zu glauben, weil sie nie lügen", sondern die Lüge als bewußtes Kampfmittel gebrauchen. Ein Kampfmittel gegen die Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei, ein Stampfmittel gegen die Indifferenten, um die gesamte Arbeitnehmerschaft unter die fommunistische Diktatur des Proletariats" zu pressen. Zum Inder in der Metallindustrie. Auf Grund der häufigen telephonischen Anfragen wegen der Inderberechnung für die Metallindustrie möchten wir zur Aufklärung folgendes mitteilen: Der Inder für die Metallindustrie wird festgelegt von Freitag zu Freitag, der des Reiches von Montag zu Montag. 3. B. erfuhr der Inder des Reiches für die Zeit vom 6. bis 13. August eine Steige Derselbe wurde am Donnerstag, den rung von 192,2 Proz. 16. Auguſt, veröffentlicht und wird bei den meisten Lohngruppen für die Woche vom 13. bis 18. Auguft auf den Lohn aufgeschlagen. Durch die Erhebung des Inderes für die Metallindustrie von Freitag zu Freitag, also für die Zeit vom 3. bis 10. August, betrug derselbe rund 200 Broz. und wurde für die Woche vom 6. bis einschließlich 12. Auguft auf den Lohn aufgeschlagen. Durch diese Regelung sind die Rollegen in der Metallindustrie gegenüber dem Reichsinder im Vorteil, weil sie die Steigerung durch selbständige Erhebung schon acht Tage früher auf den Lohn aufgeschlagen erhalten. Die 70 Broz. Steigerungen, welche in der Zeit vom 10. bis 17. August festgestellt wurden, werden auf den Lohn für die Woche vom 13. bis 18. Auguft aufgeschlagen. Die Erhöhung des Reichsinder für dieselbe Zeit wird aber erst am Donnerstag, den 23. Auguft, veröffentlicht. Die Ortsverwaltung.. Generalversammlung der Baugewerkschaft Berlin. In der außerordentlichen Generalversammlung des Deutschen Baugewerksbundes am Sonntag gab Krause den Bericht von den auf der Basis der Wertbeständigkeit der Löhne ge= führten Lohnverhandlungen. Daraus geht hervor, daß alle vier Wochen ein Grundlohn festgesetzt wird, auf den dann die Teuerungsziffern gelegt werden. Da für Berlin die Auszahlung der errechneten Summe erst etliche Tage später erfolgen kann, fommt dozu Residenz- Th. Theater, Lichtspicle usw. Tag 8 Uhr: Bine Frau ohne Bedeutung Dentsches Th. Volksbühne Deutsch Opernhaus Theater des Ostens 72 Uhr: 8 Uhr zum 1. Male: Abends 7 Uhr: Schneider Wibbel Der Opernball Gunstling der Zarin Große Volksoper im Theat d.Westens Kammerspiele Lessing- Th. SU: DerTroubadour 7 Uhr: Allabendl. 8: Intimes Theater 8: Fabrikant Leutner Pfarrhauskomödie Diplomat im Dienst ( Rose U: Die Dame mit der Maske WINTBRITEN D. blaue Pyjama etc. Varieté- Spielplan Gr. Schauspielhaus Deat. Künstler- Th. Metropol- Theater Rauchen gestattet! 8 Uhr: 8 U.: Die Schönste Max Adalbert der Frauen Sommernachtstraum in: Die Tugend- Neues Theat, a. Zoo SCALA Theater i. d. prinzessin KöniggrätzerStr. 8: Die wunderl. Musik v. Kurt Zorlig Geschichten des Kapellm. Kreisler I. Teil Berliner Theater 7.30 U.: Mädi Casino- Theater 8 U. Tägl 128 Uhr 8 Uhr: Leibkutscher Uhr Jnternat. des Fridericus Rex 8 Schiller- Th. Charl. U: Süße Susi Kleines Th. Th. a. Nollendorfpl 3 U.: Leopoldine Ronstantin in: Klarissas halbes Herz ReichshallenTheater Die SU. Tägl. 7 U. neuen Reichen Stett. Sänger. 784: Mein Freund der Lakai 8 Wallner- Th. 8 Die Luxusfrau Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: Die Raschhoffs Auf die Sigungsgelder, auf die der Gesellenausschus Anspruch hat( die Innung bezahlte pro Sigung zehn Mart) hat dieser freiwillig berzichtet. Die Berliner Schmiede- Innung scheint es noch mit der Patriarchie des Mittelalters zu halten, wo der Meister den Lohn nach seinem Belieben zahlte. Gine erste Straft bei dieser Muster- Innung verdient weniger als ein Arbeitsbursche. AEG. Brunnenstraße. Achtung, Barbeigenoffen der BSBD.! Morgen, Mittwoch, nachmittags 3½ Uhr, wichtige Sigung fümtlicher Genossen der BGPD. im Lofal von Krüger, Suffitenstraße. Alle Genossen müssen zu diefer Gigung erscheinen. Ohne Mitglieds. buch tein 8utritt. Ausstehende Gammellisten zum Verbandstag des Deutschen Metallarbeiterverbandes müssen abgerechnet werden. Der Fraktionsvorstand. Achtung, VSPD.- Roliegen der National- Registriertaffen Neukölln und Berlin, Köpenider Straße! Seute nachmittag 14 Uhr wichtige Frattionsversammlung in Neufsun bei Reinte, Berra, Ede Treptower Straße. Die Lehren des legten Streifs". Referent Genosse Zimmermann. Sympathisierende Rollegen dürfen einge. führt werden. Der Fraktionsvorstand. Iauer Allee 242. 1. 2ehren der legten Streitbewegung; Die Löhne, die heute für die schwere Arbeit in den Innungsbetrieben gezahlt werden, hier mitzuteilen, muß der Gesellenausschuß Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Berlin des DEV. aus gewissen Gründen unterlassen. Aber die Preise, die diese am Mittwoch, den 22. August, abends 7 Uhr, in der Bögom- Brauerei, BrenzHerren fordern, tönnen sich sehen lassen, im Verhältnis zu den 2. Stellungnahme zur Abänderung des Reichslohutarifvertrages. Hungerlöhnen sind es geradezu Wucherpreise. Bei diesen Preisen, in Anbetracht der außerordentlich wichtigen Sagesordnung ist es Bflicht jedes Die bie Herren von ihrer Kundschaft fordern, fönnten sie einiger bienftfreien Mitgliedes, unbedingt zu dieser Bersammlung au erscheinen g maßen menschenwürdige Löhne zahlen. Aber die Berliner Schmiede- ordnungsgemäßes Mitgliedsbuch kein Zutritt! Innung glaubt auf Kosten ihrer Arbeiter ihr„ trantes Handwerk" zu halten. Der Gesellenausschuß wendet sich an alle Pferdehalter und Kutscher mit dem Eriuchen, auf die Berliner Schmiede Jnnungsmeister einzuwirken, daß sie bei den schönen Preisen auch anständige Löhne zahlen. Wegen seiner Ausschaltung bei der Lohnfeftsegung sollte fich der Gesellenausschuß beschwerdeführend an die Aufsichtsbehörde der Innung wenden. Wagenbau- und Karosseriegewerbe. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Angestellten, Section: Spedition. Deffentliche Vers Jammlung, beute 7½ Uhr: Mufiterfäle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31. Kartell der freien Gewerkschaften im Einzelhandel. Bersammlung aller Betriebss, Angestellten-, Arbeiterräte und Betriebsobleute der Warens, Kauf häufer und Svezialgeschäfte: morgen( Mittwoch) 7½ Uhr im Rofenthaler Hof, Wichtige Tagesordnung! Erscheinen unbedingt Rosenthaler Str. 11/12. erforderlich. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Morgen( Mittwoch), nach mittag 4% Uhr im Saal I des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25: Sunitionär der Et ut i 3, startonnagent und 23 ell pay Dberfammlung branche. Bericht von den Lohnverhandlungen. Zutritt nur unter Borzeigung der grünen Sunttionärfarte. Die Branchenleitung. Verband der Lithographen und Steindruder. Morgen( Mittwoch) 5 Uhr: Funktionärversammlung im Clubhaus, Ohmstr. 2. Die allgemeine Lage und Die neuen Löhne in unseren Berufen." An dieser Versammlung haben sämt liche Funktionäre aller Berufe unserer Organisation, teilzunehmen. Der Ortsvorstand. Es erhalten vom 15. bis 21. August: Gruppe 1 349 000 M., Grundlohn plus 65 000 M., Teuerungszulage, Gesamtlohn 414 000 M. Gruppe 2 335 000 m. plus 63000 Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf; Wirtschaft: Gesamtlohn 387 000 m. Gruppe 3( Hilfsarbeiter) im Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Estorn, Alter von 18-20 Jahren Gesamtlohn 314 000 m., 20-22 Jahren Berlin; Feuilleton: K.$. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: 348 000 m., über 22 Jahre 373 000 M.; Arbeiterinnen von Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 3., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruder ei Friz Karftädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Olode, Berlin. 18-20 Jahren 235 000 m., 20-22 Jahren 260 000., über und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. 22 Jahre 280 000 m.; jugendliche Arbeiter von 14-15 Jahren dmirals- Varieté dmirals Varieté Farbbänder 800 Das internationale August- Programm LUNA PARK Ab 3 Uhr voller Betrieb, Feuerwerk Heute Volkstag Ermäßigte Eintrittspreise Berliner für alle Schreibmaschinen liefern preiswert A. Kietz& Co. Büro- Bedarf- Ges. W. 57, Frobenstr. 21 Fabriknege Schreibmaschinen, auch russische und Reise- Maschinen. liefern preiswert Bockbrauerei Ronco- A. Kietz& Co. 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Buchdrucker und Schriftgicher Unerwartet traf uns die Meldung, daß in der Nacht vom Sonnabend zu Sonntag unser Ehrenvorsitzender Albert Massini im Alter von 68 Jahren im Krankenhause zu Lankwitz verstorben ist. Nach 29 jähriger treuer und aufopferungsvoller Tätigkeit als Vorsitzender des Gaues Berlin ernannte ihn die Kollegenschaft nach seinem Rücktritt vom Amte im Januar 1923 Sein einmütig zu ihrem Ehrenvorsitzenden. schweres Leiden versagte es unserm Barden, einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. An dankbar und seiner Bahre steht tiefbewegt. trauernd um ihren bewährten Führer und Kampfgenossen, neben seinen Berufskollegen die gedie Grenzen samte Arbeiterschaft weit über Deutschlands hinaus. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Der Vorstand. Die Trauerfeier wird noch bekanntgegeben. Zutritt wegen des beschränkten Raumes der Halle nur gegen Karten, die auf der Verwaltung am Mittwoch abzuholen sind. Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Deu Mitgliedern zur Nachricht, daß unjer Kollege, der Anschläger Paul Beckmann am 16. August gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Einäfcherung findet Dienstag, ben 21. b. M., vorm. 10 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt Nege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 9. Kreis 71. Abt. Unf. langi. Funt tionär, Genosse Danksagung. Für die überaus ahlreich bewiesene Wilhelm Fritze Teilnahme anläglich Bruchsalerstr.6 ist Gonnab verft. Ebre seinem Andenken! Einäicherung: Mittw., 22. Aug., Uhr, Krematorium Wilmersdf. Durdischlag, Schreibmaschinenu. Vervielfältigungspapiere liefern preiswert A. Kietz& Co., Büro Bedarf- Ges. W.57, Frobenstr. 21 sodes meines geliebten Mannes, des Gastwirts Joseph Schramm bante ich hiermit allen Beteiligten, be fonders dem Wahlberein Wilmersdorf und Stammgäften. Wwe. Amanda Schramm. Zurück! Dr. med. Heß Friedenau, Hedstr, 22 Nr. ZS7 ♦ 40. Fahrgang Seilage ües Vorwärts Vkenstag, 21. /lvgust 102? öesthweröen Das unzufriedene Herlin Vorschläge vrei Monate ohne Hasablesung. Zu den vielen Klagen, die in letzter Zeit über die Bezahlung des Easpreises auftauchen, verdienen die folgenden der Deffent- Itchfcit mitgeteilt zu werden. Nachdem 7 Monate lang der Gasabnehmer regelmäßig iassieren kam und regelmäßig feine Bezahlung erhalten hm, ist er feit 3 Monaten nicht bei mir erschienen. Anfänglich legte ich keinen großen Wert darauf, da die Gaswerke bekannt machten, daß infolge ilrlaubs der Angestellten die Gasabnahme nicht regelmäßig erfolgen könnte. Bor 14 Tagen schickte ich meine Frau zur Revierinspektion, damit endlich jemand den fälligen Betrag einkassiere. Innerhalb 3 Tagen sollt« der Kassierer kommen. Als nach Ablauf der Frist keiner kam, schickte ich'meine Mutter mit Geld, pro Kubikmeter 6000 M., hin. Der Gaspreis war inzwischen aus 20 000 M. erhöht. Das Geld wurde nicht abgenommen und ihr gesagt, daß am IS., 16. oder 17. August der Einkassierer kommen würde/ Auch diese Zeit ist jetzt verstrichen, ohne daß jemand erschienen ist. Nebenbei bemerkt ist das die übliche Zeit, in der sonst das Geld kassiert wurde. Inzwischen ist der Gaspreis auf 60 000 M. erhöht. Wie ich nunmehr lese, kostet das Kubikmeter 200 000 M., so daß ich, da ich für alle 3 Monate den jeweiligen Preis zu zahlen habe, ungefähr IS 000 000 M. für Gas zu entrichten habe. Es ist mir dieses unmöglich. Für meinen Bezirk kommt die 3 2. R e» v i e r i n f p e k t i o n, W o l d st r. SS, in Frage. Ich sche keinen anderen Weg als die Flucht in die Oeffentlichkeit. Hochachtungsvoll........ Berlichingenstr. 20. Eine zweite Zuschrift lautet: Di« letzte Bestandausnahme bei mir erfolgte am 2 8. Juni d. I., die nächst« wird also vermutlich am 2 8. A u g u st erfolgen zu einem Zeitpunkte, für welchen nicht vorauszusehen ist, was das Gas dann kosten wird. Würde die Bestandaufnahme heute ersol- gen(der Brief dotiert vom 18. d. MO. so hätte ich für bisher ver- drmichtes Gas, da ich bis gestern zirka 30 Kubikmeter verbraucht babc, 30 X 60 000— 1 800 000 M. zu zahlen. Bei Aufnahme in der nächsten Woche würde der Preis sich auf— da ich sicherlich noch S Kubikmeter benötige— 35 X 200 000— 7 Millionen Mark stellen. Nehm« ich nun an, daß ich bis zum 28. August vielleicht 40 Kubik- meter verbraucht haben werde und der Preis 200 000 M. bleibt, bann würde sich mein« Gasrechnung also auf 40 X 200000 ~ 8000000 M. stellen. Das ist eine Summe, die ich nicht be- zahlen kann. Ich betrachte aber vom rechtlichen Standpunkt aus das Vorgehen der Gaswerke gegen die guten Sitten verstoßend, vor a-llem gegen Treu und Glauben und bin gewillt, es auf das Aeußerste ankommen zu lassen. Ich bedaur« nur schon heut« die Einnehmer. Mit Parteigruß G. St. Aus die rechtliche Seite der Angelegenheit geht ein« andere Zuschrift ein, in der es heißt: Der Magistrat hat die Gaslieferung zu festen Preisen, die sich allerdings von Woche zu Woche ändern können, übernommen. Er ist dann aber auch verpflichtet, jede Woche den Per» brauch feststellen zu lassen. Kann er dies aus technischen oder anderen Gründen nicht, so ist er keinessalls berechtigt, den Preis dem Konsumenten einfach pauschal zu berechnen, den er die letzt« Woche festsetzt. Speziell im Fall« der jetzigen Gasrechnung gen liegt eine Mißachtung von Recht, Gesetz und Moral vor, die geradezu hahnebüchen ist. In unserem Viertel läuft die Zeit vom 13. Juli bis 12. August. Davon haben die ersten beiden Wochen 6000 M.. die zweite 9000 M. und die letzt« 20 000 M. pro Kubik- meter gekostet. Nachgesehen wurde hier am 13. August und aus» rahmslos 60 000 M. in Ansatz gebracht. Der neue Preis von 60 000 Mark ist am 12. August in Kraft getreten. Vom 11. August mittags ist aber durch den Streik überhaupt kein Gas mehr geliefert worden ui d damit der Beweis erbracht, daß das Gas vor Inkrafttreten de? 60 OOO-M.-Preises verbraucht ist und dann allerhöchstens mit 20 000 Mark berechnet werden darf. Am Montag ist der Bestand festge- stellt und am Mittwoch schon läßt der Magistrat die Beträge ein- -icben. Wer nicht bezahlen kann, dem wird erbarmungslos der Gasometer verschlosien......_ Th. S. Sonderbare Geschäftspraktiken. Bekanntlich haben die Berliner Großbanken zur Behebung der Zahlmittelnot Schecks ausgegeben, die als vollgültiges Zahlungsmittel in den Verkehr geflossen sind. Zum Schaden der Bevölkerung, die diese Schecks an Stelle von Bargeld von ihren Arbeitgebern annehmen muß, hat ein großes Warenhaus am Alcxanderplatz eine Praxis ein- geführt, die auf keinen Fall geduldet werden kann. Das Waren- Haus nimmt zwar den Scheck entgegen, zahlt aber keinerlei über- schießenden Betrag heraus: zwingt also auf diese Weise den Käufer, im Warenhaus in der vollen Höh« des Scheckbetragcs Einkäufe zu machen, auch wenn der Käufer gar nicht will. Hat der Käufer durchaus keine Lust, zum vollen Betrag einzukaufen, so bekommt er einen Gutschein auf den Restbettag. Käufern, denen derartiges zugemutet wird, sollten sofort den ganzen Kauf rückgängig machen. Die Geschäftsleute aber warnen wir dringend, sich' derartig« Ge- pflogenheiten zu eigen zu machen. Härten beim Strafvollzug. Es war bis vor kurzem Sitte, daß der Mensch, welcher aus einem Grunde mit dem Strafgesetze in Konflikt geriet, als Ab- schreckung für weitere Vergehen oder Gesetzcskonflikte zur Sühne bestraft wurde, und diese Sühne galt als Buße. Der moderne Straf. Vollzug, welcher mit der Nr. 2S des„Reichsgefetzblattes" bekannt- gegeben wurde, bezweckt nun nicht mehr, für Vergehen in der Sttafe eine Buße zu erblicken, fondern der Verurteilte wird als E n t- g l e i st e r betrachtet und soll erzogen werden. Er soll sowohl zur Arbeit erzogen werden, es soll sein Ehrgefühl nicht nur beim Sttafoollzug geschont, sondern es soll erweckt werden und gestärkt werden, wie§ 49 dieser neuen Strafvollzugsordnung sagt. Wie es hiermit aber in Wirklichkeit aussieht, mögen folgende Tatsachen dar- stellen: Bor einigen Wochen hatte ich auf einem Amtsgericht zu tun. Ich wurde auf einen Schwärm Menschen aufmerksam, der hinter zwei Gefängnisbeamten und einem gut gekleideten Menschen hinter- herströmte. Auf eingezogene Erkundigungen erfuhr ich. daß es«in Inhostierter sei, der sich zum Gericht führen ließ und nur das Schau- objekt der neugierigen Menge wurde. Der Betreffende ging mit niedergeschlagenen Äugen zwischen seinen beiden uniformierten Be- gleitern, und ich erfuhr noch, daß es ein junger Kaiismann sei, der einige Monate Strafe bekam und nun diese niederdrückende Tortur der Verletzung jedes Ehrgefühls durchmachen mußte. Das ist meiner Ansicht nach kein moderner Strafvollzug, sondern diese Handhabung muß auf? strengste verworfen werden. Einige Tage später hotte ich in der Nähe der Neuen Schönhauser Straße zu tun. Dort wieder dasselbe Schauspiel. Zwei uniformierte Beamten mit einem Menschen in Zivil als Begleiter desselben. Jedermann sah sofort, daß es sich um einen Gefangenen handelte, und die Leute jener Gegend hatten auch nichts anderes zu tun, als ihre Meinun-- mit den Worten: „Mensch, türme doch, wir decken dich" usw. kundzutun. Wozu findet nun seit neuerer Zeit diese Schauausführung statt? Dos Ehrgefühl des Verurteilten wird dadurch verletzt, und Leute, die nicht unbedingt ausgeführt werden müssen, ertragen lieber groß« Opfer, als daß sie sich dieser Schaustellung vreisgeben, wie ich von den Beamten, die ich sprach, erfuhr. Diese Verordnung soll neu sein. Früher durften Gefangene innerhalb Berlins nur von Zivilbeglestern ausgeführt werden. Die jetzt beliebte Art der Preisgebung der letzten Spuren von Ehrgefühl ist kein moderner Strafvollzug und muß schnell wieder verschwinden. Sie läßt sich nicht mit der Verordnung vom 27. Juni vereinbaren. Weshalb findet«ine unauffällige Aus- führung nicht statt? Es fehlt nur noch, daß dem Mann est, Schild auf die Brust geheftet wird mit dem Vermerk feines Vergehens. _ G. L. Wie öer»5ahrpreiswicrwarr� entsteht. Zu den Ausführungen„Fahrpreiswirrrrarr im Fernverkehr" möchte ich Ihnen, lieber Schreiber, die so dringend gewünschte Auf- klärung geben:„Vor allen Dingen, so nehme ich an, dürfte«s Ihnen nicht unbekannt sein, daß es nach Osterode i. O st p r. zwei vor- schieden« Weg? gibt. Der ein« über Schneidemühl-Thorn mit 813 Kilometer, der ander« über Konitz-Marienburfl mit 531 Kilometer. Am 29. Juni d. I. kostete eine Fabrkarte 3. Klasse im O-Zug fiir ein? Strecke von S13Kllometcr laut Ei'enbahnpreisberecheiungs- tafel 29 000 M.. für sin« Streck« von S31 Kilometer 30 000 Mark. Sie ersehen also daraus, daß lediglich eine Verwechslung der beiden Wegevarschriften vorliegt. Aus welcher Seite di« Schuld hierfür liegt, will ich nickt weiter ergründen. Jedenfalls hätten sie sich all diese Miibe mit Leichtigkeit ersparen können, wenn Sie ein wenig korrekt verfahren wären, und zum mindesten von den so wunderschönen Einrichtungen der Eisenbohnverwaltung zur B«- quemlichkeit der Reisenden und vor ollem zur Vermeidung sämtlicher mündlichen Differenzen am Fahr- karte nschalter Gebrauch gemacht hätten. Ich gebe Ihnen daher für di« Zukunft folgenden Rat: Auf jeden: Bahnhof befinden sich Stationstafeln, auf denen die Kilometerzahlen ange- geben find. Auch aus Fohrplänen oder Kurstafeln fassen sich die Kilometer ermitteln. Dann sind in unmittelbarer Nähe eines jeden Fahrkartenschalters Preisberechnungstafeln angebracht, nach denen Sie mit Leichtigkeit den Fahrpreis ftir die betreffende Kstometerzahl ermitteln können. So vorbereilet sind Sie in der angenehmen Lage, Ihr zu entrichtendes Fahrgeld, wenn auch nicht ganz, so doch wenig- stens einigermaßen vorher abzuzählen, was bei den hohen Preisen und den vielen verschiedenen Geldscheinen für beide Teile nur von Vorteil ist. Sie ersehen also daraus, daß Sie es selbst in der Hand haben, derartige Irrtümer von vornherein unmöglich zu machen. Viel Zeit und unnötiger Aeraer bliebe erspart, wenn jeder Reisende so, wie eben geschildert, verfahren wüvde. Es erfordert doch wirklich nur ein ganz klein wenig Mühe und liegt nur im eigensten Interesse eines jeden, lind dann, meine Herren, ein wenig mehr Rücksicht nehmen auf seine Mittnenschen! Auch der Beamte hinter dem Fahrkartenschalter ist nur ein Mensch. Oder meinten Sic vielleicht etwas anderes? Auch er ist nicht von Irrtümern und Fehlern frei. Haben Sie schon einmal ein klein wenig darüber nach- gedacht, wie schwer es auch für«inen Fahrkartcnverkäussr ist, wenn sich dauernd die Preise ändern und schier ins Unermeßliche steigen? Dazu dies« Papiergeldflut und der immer stärker werdende Andrang an den Schaltern. Jedenfalls bleibt auch der Schalterbeamte nach wie vor nur ausführendes Organ seiner vorgesetzten Behörde." �_ Eine Fahrkortenausgeberin. Behördliche Zeitvcrjchwendung. Ihnen zu antworten, Herr Dr. W. I., ist darum sehr noiwendig. weil das Publikum in gleicher Unkenntnis wie Sie in Dingen des Fernsprechwesens Ihnen zu leicht Glauben schenken dürste und der Grund zu gegenseitiger Verbitterung hierdnrch nicht beseitigt wird. Wir würden den Beamten der Oberaufsicht oder Beschwerdestelle eines Groß-Berliner Amtes als Rarität bestaunen, der solch einen Fall— wie sie den Ihrigen darstellen— den Gerichten übergäbe. Tatsächlich hält auf jedem Amt der vorgesetzte Beamte solange die Partei eines jeden Beschwerdeführers, bis die Schuldfrage geklärt ist. Da kommt es gar nicht so selten vor, daß wir Beamtinnen verurteilt find, noch ehe man uns gehört hat. Wie Sie da von behördlicher Zeiwerschwendung unseretwegen schreiben können, das empfinden wohl meine gesamten Kolleginnen mit mir als Provokation. Ich könnte Ihnen hier eine Blütenlese von dem veröfsentlichen, was wir„t ä g l i ch" stumm und wehrlos schlucken müssen, ohne daß sich ein Mensch für uns verwendet. Die meisten dieser Schinutzereien kamen von Anschlüssen, deren Inhaber sich zu den gebildeten Mitteleuropöern rechnen. Jedem Unzufriedenen upd Verärgerten kann ich nicht dringend genug empfehlen, das betref- sende Amt in der Hauptbetriebszeit zu besichtigen. Schriftliche An-~ Meldung einen rssp. einige Tag? vorher bei der Amtsleitung sind* erforderlich, damit für Führung gesorgt werden kann. Bis jetzt habe. ich immer gefunden, daß große Unkennlnis des Publikums über A r t der Arbeit und vorkommende Störungen die Haupt- quell« jener unliebsamen Spannung zwischen Teilnehmer und B»- amten ist. E. E., Telegraphengehilfin. Der Sandberg in Heiligensee. Seit einer Reihe von Iahren steht im Mttelpunkt der Er- holungsbedürftigen, Ausflügler und Einwohner der Sondberg in Heiliqcnse«. Alt und jung tummeln sich auf dem weißen, brandendurgischen Schnee. Selbst di? Schulen pilgern des öfteren zu dieser so chorakte- ristisch gestreckten Höhe. Jetzt soll dos Betteten des Sondberges verboten und der Freude e n Ende bereitet werden. Bäum? werden?■' in der Umgebung gefällt und Arbeit?« sind bemüht, die Bäume zp entrinden, um die Pfähle zur Einfridigung zuzurichten. Der Sand- berg soll eingezäunt und mit Stocheldraht umgeben werden. Sa verliert die Umgebung Berlins ein Stück Ramantik, denn der ein- gezäunte Berg soll bepflanzt werden Es liegt nun im Interesse aller, dagegen zu protestieren und der Stadt Berlin(Bezirk Reinicken- dors) auf diesem Wege zu zeigen, daß dieser Sandberg st, Heiligen- sc« jung und alt zur weiteren Benutzung mehr ans Herz ge- wachsen ist, als jede Anpflanzung einer natürlichen Erholung?- und Vergnügungsstätte Nachschrift d. Red. Aps Anfrage im Bezirksamt Rcinickendorf wird uns mitgeteilt, daß die Düne infolge großer Sandsntnahnn? und viclfacken Besteigen-, immer mehr an Höbe und damit an natürlicher Schönheit eingebüßt hat. Die in der Zuschrift bemängelte Maß- nähme ließ sich al!o le'dcr nicht umgeben: sie dient dem Zweck, die Düne zu befestigen und zu erhalten. Ob die Abschlaqung der alten Baumbestände, die das Dünenbild charokterist sch machen, notwendP war, ist allerdings zu bezweifeln. (Copyrielii 1923 by Orethleln 4 Co., Q. m. b. H. Leipn's) 61 Kilian. Roman von Jakob Lührer. Kilian läuft eilig davon mit seinem lahmen Rad. Wer geht da vorn� Ein Mann in einer Uniform. Warum schlägt Kilian das Herz so laut? Was liegt an einer Uniform! Sie ist das Staatskleid. Staat und Helvetia— ist das denn nicht dasselbe? Das selige Vertrauen ist von Kilian abgefallen, wie der Schneezauber von den Bergtannen fällt, wenn der Föhn bläst. Eine heillose heimliche Angst jagt Kilian den Schlotter in dte Knie. Was hätte gefehlt, daß ihn der Mann im Staatskleid verfolgt, gefangen und eingesperrt hätte in ein Staats- gefängnis! Es war also im Grund eine unheimliche Geschichte mit dem Staat und der Helvetia. Man mußte aufpassen, wie ein Hastenmacher. daß man an der Ordnung und am Gesetz vor- bcikam- Es war, wie in der tollen Schlucht. Wunder mußten geschehen, wenn man sich beil am Abgrund vorbeischlängelte. Plötzlich ertönte eine Orgel...An der Donau muß man leben". Ueber seinem Schreck und Sinnieren ist Kilian un- Versehens mitten ins Dorf Stäfa gekommen. Und da steht aus einem hohen Gerüst, unter einem Zeltdach, eine Orgel. Es wird da eine Jahrmarktsschaukel gebaut und nebenan eine Schießbude, und dort ein Panoptikum, und weiter sieben noch zwei, drei Hüttengestelle da, von denen man zurzeit nicht weiß. was sie beherbergen werden. Aber mitten aus den Stangen- und Leinwandhütten ragt ein Denkmal auf: Auf einem Stein- sockel steht ein Mann aus Bronze: sein Oberkörper ist nackt. und er schreitet vorwärts in starker Bewegung. Auch hat er um beide Fäuste eins Eisenfessel, aber die Kette, die die Fesseln verband, ist zerrissen, und sie hängt in zwei Stummeln her- unter. Der Mann hat die Kette wohl gesprengt. Kilian geht langsam an diesen Seltsamkeiten vorbei, bis ji'N ein Mann anredet, der ein grobmaschiges Leibchen auf schwarzbehaartem Oberleib trägt, und seine Hosen etwas zweifelhaft unter einem Spitzbauch an einen Riemen ge- hängt hat. „Suchst du Arbeit? fragt er und speit etwas Schwarzes irgendwohin. „He?" sagt Kilian.' � „Schöne Arbeit, leichte Arbeit!" fährt der Mann fort und gibt seinen Hosen einen Ruck nach oben.„Hier, bei der Reit- schule, Gebrüder Wetli-Biel. Fünf Franken im Tag und Kost und Logis. Greif zu!" „Ist die Kost gut?" fragt Kilian. „Sehr gut sogar, mein Sohn." „Dann könnt' ich es- ja einmal probieren." „Bon, komm mit!" Kilian führt sein Velo zu einem der Wohnwagen und ist im Nu aus seinen Sonntagsgewändlein und in ein blaues Ueberkleid geschlüpft, das ihm ein Mädchen brachte. Gleich darauf geht er mit noch einem Arbeiter und dem, der ihn ge- dingt hat, daran, Stangen aufzurichten, Schrauben anzuziehen, Leinwand anzuhängen. Alles geht im Hui, und wenn man eine Arbeit nicht kennt, muß man sehr aufpassen. Auf einmal sagt der Meister:„So, jetzt machen wir Feierabend." Es war noch früh am Tag und Kilian wollte es nicht glauben. Aber gleich darauf kam das Mädchen, das ihm die Ueberkleider gebracht hatte, mit einem Topf und gab ihn dem Nebenarbeiter. Der winkte Kilian mit dem Kopf, daß er ihm folge, und nun sitzen sie auf der Dcnkmalstreppe unter dem Bronzemann, den Topf zwischen ihnen und löffeln daraus einen wohlschmeckenden Hafermusbrei. Während Kilian lang- sam satt wird, betrachtet er seinen Arbeftsgenossen. Er gefällt ihm nicht. Diese Nase! Und krumme Beine hat er auch. Ist es ein Jude? Aber wann hat man gehört, daß ein Jude gewöhnliche Arbeit verrichtet? Die treiben doch Handel. Machen Geschäfte! Kilian fragt:„Du, was ist das eigentlich für einer?" „Welcher?" „Der auf dem Stein? Der Mann aus Eisen?". „Ach der? Ein Dummkopf." „Warum?" „Weil er denkt, er hätte die Kette zerrissen, und hat sie doch nur ein bißchen länger gemacht." „Wer ist es denn?" „Das solltest du besser wissen. Du bist dach ein Schweizer. Hast du nie davon gehört, daß vor etwa hundert Jahren einige fiandwertslelite eingesperrt und getötet wurden, weil sie die Meinung hegten und aussprachen, es hätten alle Menschen die gleichen Rechte?" „Was? Und deshalb sind sie getötet worden?" „Ja." „In der Schweiz?" „In Zürich." „Wann?— Vor fünfhundert Jahren? Als noch die Vögte herrschten?" „Nein. Die Vögte waren schon lange vertrieben.— Bor hundert Jahren!" „Dann... gabs doch nur noch Eidgenossen... das ist doch ganz unmöglich." „Es ist doch so." „Eidgenossen hätten Eidgenossen getötet, weil sie sagten: Alle Menschen haben die gleichen Rechte?" „Gewiß." „Das ist einfach nicht wahr. Das ist gelogen. Denn wenn das wahr wäre, so wäre ja alles andere gelogen, alles, was man einem in der Schule von der Geschichte gesagt hat." „Das wird wohl so sein." „Nein, das ist nicht so! Du lügst! Du bist so ein ver- dammter Ausländer, der die Schweiz schleckst macht! Bei uns kann jeder denken und sagen, was er will." „Nur nichts Nachteiliges über die Schweiz." „Halts Maul, oder..." und Kilian holt mit der Hand zum Schlag aus. Der andere zuckt die Achseln und geht davon. Kilian bleibt erzürnt sitzen. Nach einer Weile schlendett er die Dors- gasse auf und ab: kopfschüttelnd liest er eine Inschrift an einem .Hause und kehrt schließlich zum Wohnwagen zurück, wo er seine sieben Sachen hat. Dann tut er noch ein paar Schritte an den See. Da sitzt einer und angelt. Sein Nebenarbeiter, der Jude. Kilian tritt zu ihm und sieht ihm zu. Er fragt:„Hast du schon oft gefischt?— Fischt man viel in deiner Heimat?— Wo bist du zu Hause?"— „Zu Hause?" sagt jener, und wendet die freie Hand mit sanftem Schwung von oben nach unten.„Geboren bin ich in..." und er nennt den fremdklingenden Namen einer Stadt in Rußland. Kilian fragt weiter. Und jener erzählt, ohne den Blick von der Angel zu lassen, daß seine Eltern bei Judenversol- gungen umgekommen und er selber als Verbannter in Si- birien gewesen sei. Warum?— Nun, weil er eine Meinung gehabt und sie ausgesprochen habe.(Fortsetzung folgt.) Die Lichtlosen. Verzweiflungstat einer Mieterin. und Oberbürgermeister unhaltbar und daher das Bertangen der Stadtverordneten nach einer Stellungnahme Man geht wieder einmal mit den Hühnern schlafen. Wo die Ein Hauswirt, der zum Revolver greift. bes Regierungspräsidenten berechtigt ist, dürfte neuen Reichen wohnen, wird noch immer auch in Lichtfiuten ge- Im September 1922 brachte der Borwärts" aus Eichwalde wohl auch Herrn Bosberg einleuchten. Er gibt sich freilich in fchwelgt. Da tommt es ja auf ein paar Millionen mehr oder einen Bericht über den tragischen Ausgang einer Wiet streitig feinem Schreiben an uns recht fiegesgewiß und fündigt an, die weniger monatlich für Lichtkosten nicht an. In den Mietsfasernen teit. Der neue Eigentümer des dortigen Landhausgrundstückes dem Tarich, daß er nicht mehr viel dabei zu tun brauche. Wahrheit werde doch durchdringen und sie sei schon so fräftig auf der Vorstädte herrscht schon jest traurig öde Dunkelheit. Wie soll Wusterhausener Straße 30, ein in Berlin am Luisendas erst werden mit dem Abnehmen der Tageshelle? An den Haus- Lyzeum angestellter Lehrer Falt, geriet in Differenzen mit Briefbogen, dessen Kopf noch die gebrudte Angabe zeigt:„ Der Ueberfandt hat uns Herr Bosberg seine Erwiderung auf einem fronten vorn und hinten sind nur verhältnismäßig wenig Fenster einer seit Jahren in dem Hause wohnenden Mieterin, einer Bitme Oberbürgermeister der Residenzstadt Botsdam." erleuchtet. Allenthalben wird auf das äußerste gefpart, weil die erner. Er war in die Wohnung des bisherigen Eigentümers Er hat den mit der Schreibmaschine angefertigten Brief eigenhändig Beleuchtungskosten nicht mehr im Einklang stehen mit den Ein eingezogen, und Frau Berner hatte von ihrer Wohnung ihm auf mit der Feder unterschrieben, ohne dabei die" Residenzstadt" nahmen. Alte Petroleumfunzeln werden aus dem Winkel hervor. Wunsch auch noch ein Zimmer abgegeben, aber am liebsten hätte zu korrigieren. Das vervollständigt das Bild des Potsdamer Obergesucht. Wahnsinnig ist auch der Preis für Erdöl, aber bei ratio- er die Wernersche Wohnung ganz übernommen. Das Verhältnis bürgermeisters Bosberg. neller Verwendung immer noch billiger als Gas oder elektrisches zwischen dem neuen Wirt und der alten Mieterin wurde in turzer Licht. Schade nur, daß so wenig Petroleum zu haben ist. Wieder Zeit recht unerquicklich, und fortgefeßte Reibereien trieben schließlich sind es die Schwachverdiener, die auch unter diefer graufigen Ent die Frau aur Berzweiflung, so daß sie durch Gasvergifwicklung am meisten leiden. Biele Heimarbeiter sehen sich vor die tung ihrem Leben ein Ende machte. Als der in Berlin Frage gestellt: bringt die Arbeit bei fünfilichem Licht so viel ein, daß wohnende Sohn an demselben Abend nach Eichwalbe tam, mußte nach Bezahlung der Lichtkosten noch etwas vom Arbeitsverdienst er sich zu der verschlossenen Wohnung gewaltsam Zutritt verschaffen, übrig bleibt? Schnell ist ein Rubikmeter Gas oder eine Kilowattstunde und er fand bann die Mutter bewußtios auf. Während er fle auf Strom verbraucht. So sieht sich der fleißigste Mensch, vor allem ben Flur hinaustrug, trat ihm der Hauswirt Fall mit auch der geistige Arbeiter, der zu seiner Arbeit die Abendstunden einem Revolver entgegen und rief:„ ände hoch ober ich faum entbehren kann, gehemmt und zum Nichtstun verurteilt. Man schieße!" pact sich wider Willen vor 9 Uhr in die Federn und verschnarcht Dieser damals von uns geschilderte Auftritt, den Falf in einer tatenlos die Sorgen. Das macht jene so grau im Gesicht, so mut- Berichtigung" aus einem Mißverständnis erklären wollte, führte los und verbittert. Sie sind nicht mehr Herr ihrer Tatkraft, ihres ihn auf bie Antlagebant. Gestern hatte Lehrer Falt sich vor dem Arbeitsbranges. Nur eine Hoffnung bleibt: wenigstens am Tages- Schöffengericht Rönigswusterhausen megen BeWitt durch mehrere Schüsse niederstreďte. Dietrich licht und an der Luft zerschellen zunächst noch jegliche Finanzierungsfünfte. " Das Attentat im Charlottenburger Volksgarten. In der Notwehr. Die Bluttat im Charlottenburger Boltsgarten, der der Gastwirt itt zum Opfer gefallen ist und die seinerzeit großes Aufsehen erregte, wird voraussichtlich ohne gerichtliches Nachspiel bleiben. Bitt hatte den Charlottenburger Bolfsgarten an den Gastwirt Richard Dietrich verpachtet. Zwischen Bächter und Ver pächter war es zu Streitigteiten über die Beendigung des Bachtverhältnisses gekommen und Bitt hatte gegen Dietrich ein Ermission surteil erzielt. Pfingsten erschien Witt in dem Botal, als diefes sehr stark befeßt war und stellte Dietrich zur Rede, warum er noch nicht heraus set. Es tam zu heftigen Auseinanderfegungen, in deren Verlauf Dietrich einen Revolver zog und brohung mit Totschlag zu verantworten. In der Gerichts wurde wegen Totschlages verhaftet. Rechtsanwalt Themal hat für verhandlung gab der Angeflagte eine Schilderung, wonach der Lärm Dietrich Notwehr in Anspruch genommen. Witt ist als gewalttätiger bei der Zertrümmerung der Wohnungstür und das Hilfegefchrei der Mensch bekannt gewesen und Dietrich hatte mehrfach die Polizei um Zur Gaskatastrophe. von dem Sohn herbeigeholten Freundin feiner Mutter ihn in den Hilfe angerufen. Witt soll auch erklärt haben, daß er Dietrich Irrtum verfeßt hätte, daß der Sohn, mit dem er selber auch schon totschlagen wolle. An dem Unglüdstage war Witt in Beglei Beschlüsse des Aclteftenausschusses. Busammenstöße gehabt habe, bort oben ein Berbrechen begehen tung mehrerer Gesinnungsgenossen vor dem Lotal erschienen und Ueber die Verhandlungen des Aeltestenausschusses der Stadt. molle. Er dürfe boch, erklärte er, nicht dulden, daß in seinem Hause hatte zunächstst versucht, Dietrich auf die Straße zu loden. Als verordnetenverfammlung wird folgende Mitteilung verbreitet: vielleicht jemand ermordet würde. Von Herrn Werner, Dietrich darauf nicht einging, sprang Witt burch bas Fenster dem Sohne der Verstorbenen, und von Frau Stinner, ihrer in Eich in die Küche. In seiner Angst will nun Dietrich, zur Pistole Die Beschwerden der Bürgerschaft über die Durchführung der walde wohnenden Freundin, wurde eine ganz andere Darstellung gegriffen haben. Eine Reihe von Entlastungszeugen haben die Darlehten Erhöhung der Wertstarife wurde in zwei Sigungen des gegeben. Sie befundeten, Herr Falt habe auf dem erleuchteten Flur Stellung Dietrichs bestätigt. Daraufhin ist jetzt der Haftbefehl gegen Helteftenausschusses der Stadtverordneten unter Teilnahme des Ma- fehen müssen, daß Berner die bewußtlofe Mutter D. aufgehoben worden und voraussichtlich wird es zur Eingiftrats und der Werksverwaltungen eingehend erörtert. Bon herausbrachte. Troßbem habe Falt gegen ihn den Restellung des Verfahrens fommen, da Notwehr angenommen der Verwaltung wurde erklärt, daß die Erhöhung der Preise und poloer gehoben, fo daß Werner auf den Rufhände hoch oder werden muß. der Bemessung der Zahlung auf Grund der zur Zeit der Ablejung ich schieße!" erschrocken bie Mutter finten ließ. Erst als Falt bas geltenden Preise der einzige Weg fei, den Fortbetrieb der Werke zu Felb räumte, schleppte der Sohn die bewußtlofe, anscheinend noch Der Pflanzervereto Tempelhofer Feldschlößchen feierte am sichern. Dieser Erklärung schloffen sich die anderen Deputations- nicht tote Mutter die Treppe hinunter und in den dunklen Garten Sonntag, den 19. August, sein Erntefest. Der Berein hatte fic an mitglieder aus den Frattionen der Stadtverordnetenversammlung an. Hilfe, und als bann Nachbarn herbeilamen, fand auch Herr Falt bie Möglichkeit zu geben, einige Arme aus dem Drt mit Erträghinaus. Hier erft, nicht oben auf dem Flur, rief Frau Stinner um den Tempelhofer Armenvorsteher mit dem Ersuchen gewandt, ihm Der Aeltestenausschuß behielt die Stellungnahme in der Sache selbst fich in dem Garten ein und beteiligte sich an den Wiederbelebungs- nissen der Ernte zu bescenten. If alte Mütterchen, von der Stadtverordnetenversammlung vor. Er sprach aber den dein- versuchen, die aber feinen Erfolg mehr hatten. Der Angeklagte, der benen zwei über 80 Jahre zählten, fonnten an dem reichgedeckten genden Wunsch aus, daß die Härten des jeßigen Systems die ihn schwer belastenden Zeugen herabzusehen versuchte, erhielt Raffeetisch Blaz nehmen. Dann wurden die alten Leuten mit Starunter allen Umständen gemildert und insbesondere die vom Borfizenden mehrfach sehr nachdrückliche Zurechtweisungen. toffeln, Gemüse, Giern, Obst, Brot usw. in so reichem Borschußzahlung derartig eingerichtet wird, daß wirklich davon Ge- Unter anderm tam auch zur Sprache, daß er feiner Mieterin make beschenkt, daß die mitgebrachten Taschen oder Säde nicht brauch gemacht werden kann. Der Magiftrat fagte diesbezügliche brückte), in unberechtigter Eigenmächtigkeit die Wohnungsschlüssel Gäste halfen die Gaben fortschaffen. Werner, um Schluß zu machen"( wie er sich vor Gericht aus genügten, um alles unterzubringen. Hilfsbereite Kolonisten und Maßnahmen zu, namentlich wurde mitgeteilt, daß von Beginn weggenommen und daß er noch turz vor ihrem Tode an alten Frauen nicht unbeträchtliche Gelbgefdente ausge Schließlich wurden den nächster Woche ab die Beamten der Gaswerte er ihre Wohnungstür einen fie mit gerichtlichem händigt. Solche Veranstaltungen, die erfreulicherweise gerade in mächtigt fein werden, bei der Bestandaufnahme einfchreiten bedrohenben Bettel angeheftet hatte. biefer Beit der Not recht zahlreich waren, legen ein beredtes Borschußzahlungen entgegenzunehmen." Nach Ansicht des Amtsanwalts war Falf überführt, den Zeugnis ab von der selbstlosen Hilfsbereitschaft der Der Annahme dieser Erklärung, der alle Fraktionen mit Sohn mit Totschlag bebroht zu haben, doch beantragte er kolonisten, die im schroffiten Gegensatz zu der Raffgier jener Ausnahme der Kommunisten zustimmten, war eine lebhafte nur eine halbe million Gelbftra fe. Der Rechtsbeistand elenden Zeitgenossen steht, denen die allgemeine Not nur ein neuer Debatte vorausgegangen. Von allen Seiten wurde verlangt, daß, des als Nebenfläger zugelassenen Sohnes, Justizrat Roßbach, Anlaß ist, sich zu bereichern. wenn man schon zum System wertbeständiger Gaspreise übergehe, bezeichnete Falts Lat als eine ganz ungewöhnliche Ge outh die Möglichkeit wertbeständiger wöchentlicher Bahlung für alle mütsroheit und äußerte Berwunderung über eine fo geringe Konsumenten geschaffen wird. Wenn den Konsumenten Gelegenheit Strafe für einen Mann mit jeht wahrscheinlich 130 Millionen Das Jugendamt der Stadt Berlin teilt folgendes mit: Nachdem gegeben wird, ohne die Umständlichkeiten des augenblicklichen Ber Monatsgehalt. Das Gericht schloß fich ihm an und ertannte gegen Stadt Berlin in der Alten Jakobstraße untergebrachten Rinder reichvor einigen Wochen Lantwizer Rolonisten die im Waisenhaufe der fahrens des stundenlangen Anstehens bei den Gasrevierstellen oder Fall auf eine Strafe von 10 millionen Mart. In der laufenden Breifen Gas zu bezahlen, dann wird die größte Härte lleberzeugung nicht entziehen tönnen, daß Falt ganz planter Rolonie Bergauf" in Berlin- Lichtenberg 1% Bentner auf den Bostämtern wöchentlich in der Höhe ihres Konsums zu den Urteilsbegründung fagte der Borfihende, bas Gericht habe sich der lich mit Gartenerbbeeren bebacht hatten, erhielt das Waisenhaus für die Kinder am 7. Auguft von einigen Damen und Herren überwunden fein. Als Härte wird es empfunden, wenn der Lohn mäßig gehandelt habe. Den Erfolg des an die Tür gehefteten der Kolonie Bergauf" in Berlin- Lichtenberg 1½ 3entner empfänger, der nicht in der Lage ist, fein Geld fich aufzuheben, nach Bettels und die Wirkung auf den zum Besuch seiner Mutter tommen. Stachelbeeren. Ein Teil der Früchte konnte, da es MittagsFier Wochen ungeheure Summen bezahlen soll, die er von einem den Sohn habe er von seiner Wohnung aus hinter seiner Tür lauernd zeit war, fofort von den Kolonisten persönlich an die Kinder als rinmaligen Lohn nicht begleichen fann. Nach den Erklärungen der( Falt hatte selber geschilbert, wie er gestanden und gelauscht habe) Nachtisch verteilt werden, und die Spender hatten so Gelegenheit zu Gaswerte ift anzunehmen, daß diese Wünsche bald befriedigt werden. beobachten wollen. Dabei habe er hören müssen, daß der Sohn fehen, welche Freude fie den Waisenfindern durch ihre hochherzige Selbst wenn damit die Hauptschwierigkeiten des Ueberganges draußen auffchrie und laut rief, feine Mutter habe sich mit Gas Gabe gemacht haben. Mit dem Versprechen, die Waisenkinder bei von der monatlichen zur wöchentlichen Zahlung und darauf läuft vergiftet. Auch habe er nachher sehen müssen, daß der Sohn die der nächsten Obsternte nicht zu vergessen, schieben die gern gesehenen der jezige Systemwechsel hinaus beglichen find, erhebt sich immer Mutter aus der Wohnung hinaustrug. Dadurch, daß er irogbem den Gäste. noch die andere bange Frage: Was wird aus den Laufenden und Sohn bedrohte, habe er eine recht robe Gesinnung an den aber Tausenden, die diese Preise überhaupt nicht mehr bezahlen Tag gelegt. Deshalb fei das Gericht weit über ben Antrag lönnen? In dem ungeheuren Steigen der Gaspreise fommt unser des Amtsanwalts hinausgegangen und habe die Strafe ganzes schaftliches Elend und der Drud, den die Industrie auf 10 Millionen Mart festgesezt. agnaten, die Nußnießer der Papiermartinfla tion, auf die Bevölkerung ausüben fönnen, zum Ausdrud. Ihren Einfluß zurückzudrängen, ist die wichtigste Aufgabe, die jetzt von der neuen Regierung gelöst werden muß. Der Berliner Magiftrat Darf nicht nachlassen, immer und immer wieder vor der Regierung und der Deffentlichkeit auf die verheerenden Folgen der bisherigen Breispolitit der großen Kartelle hinzuweisen. Er kann dadurch viel dazu beitragen, den Kampf gegen diese unerträgliche wirtschaftliche Auswucherung der Boltsmassen zu erleichtern. Die Stadtverordnetenversammlung, die wegen des Berhaltens der Kommunisten nicht tagen fann, wird sofort nach ihrem Wiederzusammentritt Notmaßnahmen für die minberbemit telte Bevölkerung zu treffen haben. In der gestrigen Besprechung ist auf Drängen der sozialdemokratischen Bertreter aus drücklich zugesagt worden, daß alle Härten und namentlich das Absperren des Gases da unterbleiben soll, wo es sich um wirkliche Not handelt. Erziehung zum Gemeinschaftsfinn. Nach Herrn Falts eigener Darstellung hätte er eigentlich noch Anerkennung und Bob bafür verdient, daß er den Lebens. retter" machen wollte und dabei sein Leben zu ristieren glaubte. Was Oberbürgermeister Dosberg, richtigſtellt". Zu der Angelegenheit des Potsdamer Oberbürgermeisters Bos berg, der allen Angriffen zum Troh immer noch in seinem Amte ist, meldeten wir in Nr. 370, daß die Stadtverordnetenverfammlung in ihrer legten Sigung über teine der von Herrn Bosberg unterzeichneten Borlagen verhandelt habe. Alle Stadtverordneten von der Rechten bis zur Linken seien darin einig gewesen, und der Stadtverordnetenvorsteher habe dann erklärt, daß er es jest für feine Pflicht halte, den Regierungspräsidenten von diesen Dingen in Kenntnis zu sehen. Hierzu teilt uns Oberbürgermeister Bosberg mit, daß jene Notiz ein durchaus unrichtiges Bild von der Sachlage" gebe, er wolfe aber nur furz fagen, worin fie vor allem irre. Die Beschwerdeschrift, deren Abdruck burch das Pots damer Boltsblatt" wir erwähnten, sei längst durch eine viermonatige und ergebnislofe Untersuchung erledigt und der Regierungs präsident habe danach abgelehnt, gegen ihn das Disziplinarverfahren zu eröffnen. " Lyzenlreform und Aufbauschule, zwei ber wichtigsten Fragen der gegenwärtigen Schulpolitit, werben in öffentlicher Beriammlung des Bundes Entschiedener Schulreformer" am Dienstag, 21. August, pünktlich 7% Uhr, im Berner Siemens Nealgymnasium, Hohenstaufenftraße 47/48( am Untergrundb. Bittoria- Luise- Play) bon Sawerau und Brofeffor Paul De streich behandelt. Freie Aussprache folgt. Jeder mann eingeladen. Das Städtische Weltpanorama, Lange Straße 76, bas für einige Tage wegen Gasmangel geschlossen war, ist wieder geöffnet und zeigt in der laufenden Woche( 17.- 24. August) neben Böhmens brächtigen Landschaftsbildern, das reizvolle Genua und eine Seefahrt von dort nach Malaga und New York. In der Woche bom 25.- 31. August besteigen wir den Montblanc. Eine andere Reise führt uns in die sonnige Pfalz. Preise für tinder 5000,-, Erwachsene 10 000,-, Benuger von Familienfarten( 6 Reisen) 50000 M. Klassenweiser Besuch der Schulen in den Vormittagsstunden ist frei. Umfangreiche Waldbrände in Frankreich. Aus ganz Frank reich werden in den legten Tagen umfangreiche Waldbrände gemeldet. In den Wälben Don Esterel mütet ein unge. heurer Brand. Das Dorf Mandelieu, das von den Flammen Lebroht ist, mußte von den Bewohnern geräumt werden. Zahl reiche Häuser und Billen find dem Feuer zum Opfer gefallen, ebenso find mehrere Viertel von Mandelieu völlig zerstört. Den Nichts ist so wichtig, als die Befreiung der Jugend aus dem Blättern zufolge wurden zwei Kompagnien Kolonialinfanterie aufGedankenkreis des Egoismus und die Hinlentung zur Betätigung geboten, um den Brand zu bekämpfen. Trogdem greift die Feuerswahren Gemeinfinns, wie ihn der Sozialismus fordert. Die Freibrunst um sich und über der Stadt Cannes, bie 25 Kilometer religiöse Gemeinde hat deshalb für Groß- Berlin für Kinder vom von dem Herd entfernt ist, stehen dichte Rauchwollen. Es sind zehnten Jahre an, welche am Religionsunterricht der Schule nicht Benn Herr Oberbürgermeister Bosberg es für unbedingt nötig auch einige Menschenleben zu beflagen. Eine Frau und ihr teilnehmen, einen Unterricht in Bebenstunde, Gemein hielt, bie Stadt Botsdam in die Untoften dieses dem Borwärts" zu fiebenjähriges Kind sind vertohlt aufgefunden schaftssinn und Religionsgeschichte eingerichtet. Es übersendenden Schreibens zu stürzen, dann hätte er bei der Beworben. tönnen daran auch, Rinder teilnehmen, deren Eltern nicht der Frei legenheit fich boch auch darüber äußern sollen, ob tatsächlich die religiösen Gemeinde angehören. Der Schulunterricht wird erteilt: Stabtverordnetenversammlung über die von ihm Weißenburger Straße 4a, Donnerstag bon 3-5 Uhr, Reichenberger unterzeichneten Borlagen nicht verhandelt hat Straße 44, Montag von 4-6 Uhr. Leveßowstr. 26, Donners. und ob der Herr Oberbürgermeister feit Monaten die Stadtver ag von 4-6 Uhr. Koppenftr. 84, Freitag von 3-5 Uhr. Ruheplay- ordnetenversammlung nicht mehr besucht hat, wie jene Notiz sagte. ftraße 5/6, Montag von 3-5 Uhr. Cöpenic: Grünauer Str. 5, Daß ein solches Berhältnis zwischen Stadtverordnetenversammlung Jugendheim, Mittwoch von 3%-5% Uhr. Niederschöneweide: Ber liner Straße, Freitag von 3-6 Uhr. Tempelhof: Friedrich Wilhelm. Straße, Mittwoch von 3-5 Uhr. Oranienburg: Luifenplay, Mitt moch von 5-6% Uhr, Donnerstag von 4-6 Uhr. Charlottenburg: Elmersdorfer Str. 152a, Eingang Kanalftr., Dienstag von 3-5 Uhr. Ferner in Belten, Nowawes und Staaten. Es wird dringend ge= beten, die Kinder mindestens ein Jahr in diesen Unterricht zu sexden. Anmeldungen zur Jugendweihe werden vor und nach Dem Unterricht entgegengenommen. Auch fann man dort die Mitglie daft zur Gemeinde erwerben. Für Kinder von Nichtmitglie tern wird ein Schulgeld von 1000 m. monatlich erhoben. * Preise und Löhne. Lebensmittelpreise in der Johannisbeeren: Zentralmarkthalle am 20. 8. Pflaumen ( In tausend Mark) Tomaten Lebende Aale Schleie Kalbfleisch( Keule). Bleie. Talg Hechte Schmalz Erbsen Rindfleisch mit Knochen 800-900 Margarine. • Der Lebenstundeunterricht für die Jugendweihe in Charlotten- Vollreis. burg findet am Dienstag, den 21. August, nachmittags 3%, Ubr, Linsen im Jugendbeim Charlottenburg. Rosinenstr. 4. statt. Anmel Weizengrieß dungen werden noch bei folgenden Genossen entgegengenommen: Weißkohl Toit Helmholzftr. 12, Schmidt, Rosinenstr. 4( Laden), witt, Wirsingkobl Schillerstr. 40, und im Jugendfetretariat, Lindenstr. 8. Spinat Jm Dienst erfchoffen. In Ausübung seines Dienstes wurde in Stuttgart der Polizeioberwachtmeister Lahnstein von dem 4ijährigen Jeupferichmich und Berieberat Leinbach von Fenerbach, deffen Namen er wegen Obstbiebstahls und unerlaubten Schießens feststellen wete, erschaffen. Mohrrüben Pfefferlinge " 99 850-900 750 650-700 850 Makrelen 50-60 80-120 220-280 200-700 500-550 600-700 Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 21. Auguft: Mariendorf. Jugendheim: Schule Dorfstraße. Bortrag: Reformtleidung. Brenzlauer Borstadt. Jugendheim: Babeanstalt Oberberger Str. 57. Disfuffionsabenb:" Pazifismus". Schöneberg I. Jugendheim: Rubens Ede Sauptstraße. Diskussionsabend: Was ist der Sozialismus?" Steglis I. Jugendheim: Albrechtstr. 46. Bortrag: Walter Rathenau".- Tegel. Ju genbheim: Bahnhofftr. 15. Bortrag: Fahrterlebniffe". Westen. Jugendbeim: Baugewertschule, Kurfürstenfix. 141. Bortrag:" Ernst Toller". " 800 Vorträge, Vereine und Versammlungen. der Kriegsbeschädigten, Gauleitung. Internationaler Bund Ebdjen Sumbrecht", Schauspiel im Bentraltheater, Site Jatosftraße, am Freitag, ben 24. Auguft, abends 8 Uhr, veranstaltet bom Internationalen Bund der Kriegs280-300 Befäbigten, au gana bedeutend ermäßigten Breifen. Die Arbeiterschaft wirb Starten zum Preife bon 90 000, 150 000 und um Unterffügung gebeten. 200 000 art in ber Buchdruderei Bergmann, Dranienste. 160, unb im Bureau der Gauleitung, Görliger Str. 46. 170 250 220 Höchste Wochenlöhne in Berlin 240 ( in tausend Mark) 45-50 Kürschner vom 13. bis 18.8. 9 798 70 Tapeziérer vom 10. bis 17 8. 11270 55-60 Lederarbeiter v. 11. b. 17.8 13 800 55-60 Süß-, Back- u. Teigwaren250-280 industrie vom 15. b. 21. 8. 26 505 Gemeinschaft proletarischer Freibenter, Bezirk Berlin. Der neue Rurfus der Proletarischen Freibenterschule beginnt nicht Dienstag, 21. Auguft. fon bern: Dienstag, 28. Auguft, abends 7% Uhr, Niederlauftr. 12( Oberreal foule). Seftlegung des interprogramms und Einführung in die Gemein fchaftstumde. Geschäftliche Mitteilungen. in Fleisch, Gemüse und Kartoffeln sowie in Fettwaren sind aus marit 7 and Kommandantenfit. 87, eingerichtet. Die Preife find gum Teil Die Marktlage ist im allgemeinen unverändert. Die Zufahren Musnahmetage in Stiefeln bat das Spesialbaus Sans ast, Spittel reichend, doch macht sich ein Mangel an lebenden Fischen be- tis etwa auf die Sälfte des jezigen Gestehungspreises gefenft. merkbar. Die Preisbewegung scheint im Augenblick zum Still- Sonderangebot nur wenige Tage gilt, ist es ein Gebot bet flugbelt, bie Da biefes stand gekommen zu sein. großen Vorteile dieser Ausnahmetage fofort wahrzunehmen. Aus der Partei. Stellungnahme der Parteiorgnisationen. Cobenswerter Opferfinn für die Partei. Der Not gehorchend, richtete der Bezirksvorstand von Niederschlesien einen Appell an seine Mitglieder, einmalig einen Stundenlohn an die Bezirkskasse abzuführen und den Parteiapparat für ben gegen wärtigen schweren Kampf dadurch über Wasser zu halten. In bewundernswerter Weise sind die Genossen des Bezirks diesem nach gekommen. Die Sozialdemokraten der Görlitzer Maschinenbauanstalt haben z. B. bis jetzt 69 Millionen Mark der Bezirkskaffe zugeführt. Die Listen weisen Beträge von 100 000 bis 500 000 m. auf. Dieses Beispiel der finanziellen Hilfeleistung für die Partei ist nicht Fur lobend anzuerkennen, sondern bedarf im allgemeinen Interesse unferer Organisation der Nachahmung. GU Arbeiter- Sport Ein Frauen- Werbesportfest. & Turn- und Sportfest in Eberswalde. Sport Bezirksvorstand und Beirat der Sozialdemokratischen Partei im Bezirk Hannover haben in ihrer Sigung vom 17. August Etel. lung genommen zu den letzten politischen Ereignissen, besonders zur Regierungsbildung und nach eingehender Aussprache einmütig Zum erstenmal in der Arbeiter- Sportbewegung wurde von Am 18. und 19. August feierte die Freie Turnerschaft beschlossen: Bezirksvorstand und Beirat der Sozialdemokratischen Fichte- Süd der Versuch gemacht, die sporttreibenden Frauen und Eberswalde ihr 23jähriges Bestehen. Bereits am Sonnabend Partei im Bezirk Hannover treten dem Parteiausschuß- Jungmädchen der Arbeiter- Sportvereine Groß- Berlins zu einem trafen die Teilnehmer aus Angermünde, Schwedt und Berlin ein. Beschluß betreffend Regierungsbildung, bei und ersuchen alle Sportfest aufzurufen. Und dieser Versuch hat gezeigt, daß auch diese Am Sonntagfrüh regnete es in Strömen; aber dennoch fand sich Parteigenoffinnen und genossen im Bezirk Hannover im Sinne Abteilungen da, wo sie unter fachkundiger Leitung stehen, ein ge eine stattliche Anzahl von Teilnehmern ein, die dann mit Gesang Dieses Beschlusses zu wirken." fundes Glied unferer Arbeiter- Sportbewegung geworden sind. Es geht nach dem Sportplak zogen, auf dem bald die Mehrtämpfe be= vorwärts! Man sah Körpertultur. Nicht verfümmerte, von der gannen. Infolge des andauernden Regens sah sich die Leitung geMode zerrüttelte Gestalten, sondern Proletariermädchen ohne allen zwungen, die Kämpfe abzubrechen. Da das Wetter nachmittags Schmud, mit gefunden, wohlgeformten Körpern, die wohl bis ins besser wurde, konnten die Einzeltämpfe und Stafettenläufe stattfinden, hohe Alter imstande sind, die Lasten unseres mühevollen Lebens zu die folgende Resultate ergaben: tragen. Im Sprung, Lauf, Wurf, im Bettspiel wie im Bolkstanz( Sabelleiterfen: 1 operni( Schweb) 3,54,50 let. Knaben- Ballweltwerfen: 1. meter; 2. Baschte II zeigte sich die aufbauende Arbeit unserer Bereine. Ueber 100 Mel- lerinnen. Hochsprung: 1. Runge( Webbing) 1,35 Meter; 2. Mau( Bedding) bungen waren abgegeben. Leider fehlten die größten unserer Ber 1,30 Meter; 3. Indwer und Krüger( Eberswalde) 1,25 Meter. Ballweitwerfen: eine. Dafür tamen auch einmal die fleinen Abteilungen zu ihrem 1. Rau( Wedding) 45,50 Meter; 2. Weiß I 41,40 Meter: 3. Krüger( Eberswalde) Recht. Und vielen hielt auch die augenblickliche Situation davon ab, 2. kropp( Schwebt) 5,14 min. 41 Meter. Jugendliche 1500- Meter- Bauf: 1. Ratom( Lichterfelbe) 5,13 Min.; ihren Verpflichtungen nachzukommen. In seiner Ansprache hielt noch der Bezirksturnwart allen Erschienenen den Ernst unserer Lage vor Augen. Refultate: 75- Meter- Lauf, urnerinnen: 1. Müller( Fichte 13) 11,3 Get.; 2. Geibel( Fichte 11) 12 Gef. Sportlerinnen: 1. Giefe ( Fichte- Gülb) 10,8 Get.; 2. Abel( Fichte- Sub) 11,4 Get. 100- Refer Bauf, Turnerinnen: 1. Schneider( Fichte 4) 15 Get.; 2. Maschetti( Fichie) 15,4 Gef. Gportlerinnen: 1. Geßnika I( Fichte- Sub) 14,6 Get.; 2. Ghell. horn( Fichte- Gülb) 15,2 Get. 200- Meter- Lauf, Sportlerinnen: 1. Sok niga II( Fichte- Sub) 80,2 Get.; 2. Labe ichte- Sitd) 34,2 Get.- Rugelftohen, Sportlerinnen: 1. Giefe( Fichte- Gud) 6,55 meter; 2. Ortmund( Fichte Weft) 6,05 meter; 8. Boldt( Fichte- Sild). Turnerinnen: 1. Urbat ( Fichte 4) 6,06 Meter; 2. Danson( Fichte 8) 5,95 meter. Sodifprung, Sport Terinnen: 1. Giefe( Fichte- Güb) 1,25 Meter; 1. Gogniga I( Fichte- Güd) 1,25 Meter; 2. Böfelt( Fichte- Sibb). Turnerinnen: 1. Urbat( Fichte 4) 1,22 Meter; 2. Hennig( Fichte 4) 1,17 meter; 2. Jahr I( Fichte 13) 1,20 Meter. Weitsprung aus dem Stand: 1. Giefe( Fichte- Gilb) 2,19 meter; 2. Goßnisa II 2,09 Meter; 3. Bernhardt( Fichte- Güb) 2,06 Weter. Weitsprung mit Anlauf, Resultate vom Jugendsportfest des 1. Kreises. Sportlerinnen: 1. Giefe( Fichte- Gülb) 4,57 Meter; 2. Ortmund ( Fichte West) 3,85 Meter. Turnerinnen: 1. Seibel( Fichte 11) 3,84 Weber; Jugendliche. Dreilampf, Jahrgang 05: 1. Schmiedecke( Weißenfee) 898,5; 2. Miller( Fichte 18) 3,65 teter. Speerwerfen, Sportlerinnen: 2. Mewalb( Mathenow) 388,5; 3. Ruralus( Rathenow) 887; 4. Meißner( Fichte1. Goßniga I( Fichte- Sub) 22,25 Meter; 2. Gieje( Fichte- Sild) 17,30 Meter; Oft) 872,5; 5. Felig( Oberfpree) 367. Punkte. Distuswerfen: 1. Meißner 3. Tägner( Fichte- Sub) 17,10 Meter. Turnerinnen: 1. Urbat( Fichte 4)( Fichte- Ost) 29,70; 2. Thurmeier( Klausdorf) 28,88; 8. Schmiedede( Weißensee) 21,50 Meter; 2. Herbrich( Fichte 4) 15,40 Meter. Schlagballweitwerfen, 28,51. 1500- Meter- Lauf: 1. Schmolt( Neukölln) 4,49; 2. Fischer( AST.) 4,49%; Sportlerinnen: 1. Giefe( Fichte- Sub) 44,50 Meter: 2. Goßniza I 3. Gtandte( Schönow) 4,54, Hochsprung: 1. Ruralus( Rathenow) 1,57; 42,50 Meter. Turnerinnen: 1. Seefe( Fichte 11) 42,33 meter; 2. Senning 2. Dümmler( Fichte- On) 1,52;( 3.) Tacge( Moabit) und Mehwald( Rathenow) ( Fichte 4) 39,40 Meter. 4X100- Meter- Staffel, Sportlerinnen: 1,48. Dreifampi, Jahrgang 06: 1. Len( Woabit) 887,5; 2. Rubisch( Röpenid) 1. Fichte- Sild I 58,3 Get.; 2. Fichte- Gilb II 62,2 Ger. Turnerinnen: 371,5;( 3.) Raires( Lichtenberg) 366,5;( 4.) Maurich( Fichte III) 363; 5. Mechler 1. Wichte 4 62,2. Set. Diampische Staffel, Sportlerinnen: 1. Fichte.( Tegel) und Grapenthin( Röpenid) 355. Speerwerfen: 1. Herschdörfer( OberGub I 61 Get.; 2. Fichte- Sub II 64 Get. Turnerinnen: 1. Fichte 3 fpree)$ 1,37; 2. Reinhardt( Neutölin) 30,52; 3. Siebte( Gülboft) 29,16. 64 Get.; 2. Fichte 11 67 Get. 10X- Runden- Staffel: 1. Fichte- Sub I 4,64; 800- Meter- Lanf: 1. Stahl( Fichte Oft) 2,223; 2. Gdjols( Moabit) 2,23; 3. Lojodka 2. Fichte 3 4,171. Fußballwettspiel: Fichte 13- Fichte 20 Fichte 20 gewonnen.( Gildoft) 2,23. Dreikampf, Jahrgang 07: 1. Langhammer( Fichte III) 483; Staffballwettspiel: Fiche- Sub-Fichte- Gilb 23: 3. Sodcywettspiel: Fichte. 2. Deffel( Oberfpree) 413;( 3.) Dimmler( Fichte Oft) 389,5;( 4.) Brandt( Rathe Süd- Fichte 3, wegen Dunkelheit abgebrochen. nom) 384,5; 5. Horn( Charlottenburg) 577. 4X100- Meter- Stafette: Lauf A: 1. Gülboft 48,9; 2. Rathenow 49,4; 3. Lichtenberg, brustbreite zurüd, Bauf B: 1. Fichte- Oft 50,7; 2. Weißenfee 50,8; 3. Fichte III 51,5. Schwebenftafette: 1. Suboft 2,18; 2. Moabit 2,20; 3. Rathenow 2,20%. Dreikampf, Jahrgang 05: 1. John( Röpenid) 313,5; 2. Sedel( Fichte 16) 278,5; 3. Schmidt( Rathenow) 261,5; 4. Lorena( Friedrichshagen) 257,5; 5. Andreas( Fichte- Sub) 242. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Anmeldungen für die Jugendweihen werben noch bis Ende dieser Woche in ben bekannten Lotalen und im Jugendsettetariat, Lindenstr. 3, entgegengenommen. 7. Rrcis Charlottenburg. Mittwoch, den 22. August, 7% Uhr, Kreismitglieder versammlung im Schiller- Realgymnafium, Schillerstr. 25-27. Bortrag des Gen. Stampfer über ,, Die politische Lage". Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 12. Kreis Stegliz, Lichterfelbe, Lankwik. Donnerstag, den 23. Auguft, 7 Uhr, in Steglig, Albrechts- Sof, Kreisvertretersizung. Die Ausweise für die Delegierten find in Sänden der Abteilungsleitet. 14. Rreis Neukölln. 7 Uhr im Bureau Sigung des engeren Kreisvorstandes. 15. Kreis Treptow. Berichtigung! Die für heute abend angefeßte Borstands. figung ist in Niederschöneweide( Neue Schule). Heute, Dienstag, den 21. Auguft: 3. Kreis Webbing. 7 Uhr an bekannter Stelle Gigung des erweiterten Kreis. Dorstandes. Jebe Abteilung muß vertreten fein. 22. Abt. 7% Uhr bei Sönisch Sigung aller Funktionäre. 101. Abt. Treptow. Die Abteilungsvorstandsfigung muß wegen ber erweiterten Kreisvorstandsfigung auf Freitag, den 24. August, 7% Uhr, verschoben werden. zuholen. des erweiterten Kreisvorstandes. Pflicht. Speerwerfen: 1. Klang( Webbing) 82,60 Meter; 2. Mühmert( Wedding) 28,60 Meter. Sochsprung: 1. Schünide und Klang ( Wedding) 1,59 meter; 2. Grasse( FTGB.- Güden) und Schulze( Eberswalde) 1,40 Meter. Männer. 3000- Meter- Bauf: 1. Robam( Schwebt) 10,41 min.; 2. Schiller( Webbing) 11,9 Min. 100- eter- Bauf: 1. Krüger( Weißensee) und Riempin( Eberswalde) 11,6 Get. Dreisprung: 1. Klang( Wedding) 11,77 Meter; 2. Folt( Angermünde) 10,85 meter. Socfvrung: 1. Rrüger( Weißenfee) 1,60 meter; 2. Hoppe( Webbing), Folt( Angermünde) 1,50 Meter. Diskus werfen: 1. Reiger( Weißenfee) 26 Weter; 2. Sante( Wedding) 25,70 Meter. Speerwerfen: 1. Reer( Schwebt) 39,30 Meter; 2. Hoppe( Wedding) 38,90 Weber; 8. Riempin( Eberswalde) 38,40 Meter. Stabhochsprung: 1. Krüger( Weißenfee) 3,10 Meter; 2. Beder( Weißenfee) 2,60 Meter. Stafettenläufe, 4X100 Meter, Schüler: 1. Webbing 60 Set. Mädchen: 1. Eberswalbe 68 Ger. Sportlerinnen: 1. Webbing I 60 Get. Männer: 1. Weißenfee I 50% Get.; 2. Webbing I 51% Get. Jugenb: 1. Wedding I 52% Set. 3000- Meter- Stafette mit beliebigem Wechsel( 10 Läufer): 1. Webbing( Männer) 6,56 in.; 2. Webbing( Jugend) 6,57 min.; 3. Weißenfee und Eberswalde Lombiniert. Sportlerinnen. Das Altersriegenturnen Groß- Berlins. 108. Abt. Röpenid. 6 Uhr bei Schlag, Rieger Str. 6, Borstandssigung. Wer die alten Herren" am Sonnabend frisch und munter bei Jungsozialisten Lchtenberg: 7% Uhr im Jugendheim, Bartaue, Distuffionsabend ihren Uebungen jah, ber fonnte feine helle Freude daran haben. In über die gegenwärtige Lage. Die Jungfozialistischen Blätter" find abber sauberen und hellen Halle in Treptow erschallte der kräftige 100- Reter- Banf: A: 1. Rönig( Röpenid) 13,8; 2. Felix( Oberfpree) 14; Männergesang als Einleitung, dann ließ Wallais als Leiter bie 3. Bägel( Röpenia) 14,6. B: 1, Klubas( Lichtenberg) 13.9; 2. Globe( Sichten. Mitgliederversammlungen am Mittwoch, den 22. August: Bewaffnung" mit Hantein vornehmen, und mit Schwung und Stoß berg) 14,3; 3. Gensler( Röpenid) 14,4. Sugendliche. 100- Meter- Bauf: 9. Kreis Wilmersdorf. 7% Uhr bei Schramm, Hohenzollerndamm 2, Gigung wurden die Körper systematisch durchgearbeitet, Lungen und Mus 4: 1. Sprenger( Gilboft) 11,8; 2. Raires( Lichtenberg) 13; 8. Mauris( File 3) 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. 8 ihr in der Schulaula Feurigstraße, noben feln vorbereitet auf die fommenden Geräteübungen. Dann wurde heter surild. B: 1. Rlutas( Rathenow) 12,2: 2. Rulisch( Köpenid) 12,4; 3. Fechner( Fichte- Gud) brusiweite aurid. Dreikampf, Jahrgang 05-08: der Feuerwache, Kreismitgliederversammlung. Tagesordnung: Die poli in Altersflaffen angetreten: über 55 Jahre 6, über 50 Jahre 4, über 1. Rönig( Röpenid) 210,5; 2. Rutas( Sichtenberg) 203; 3. Rauda( Friedrichstische Sage". Stellungnahme zum Bezirtstag. Erscheinen aller Mitglieder 45 Jahre 8, über 40 Jahre 16 und die Jugendklasse" von 35-40 hagen) 186,5; 4. Bindow( Klausborf) 188,5; 5. Dannenberg( Röpenid) 176,5. 4X100- Meter- Bauf: 1. Lichtenberg 57,7; 2. Röpenick 59,8; 3. Friedrichs1. Abt. Gastwirtsgehilfen: Nachm. 5 Uhr bei Dietrich, Linienftr. 122, Bortong Jahren mit 7 Turnern. In diesen Altersklassen ging es nun an die hagen 60,6. Olympische Stafette: 1. Lichtenberg I 59,7; 2. Röpenid 61,2; des Gen. Dr. Went, M. d. 2., über Die politische Lage". Geräte. Bei den Fünfzigern und Sechzigern nach dem Liede: Am 3. Lichtenberg II 64.4. Jugend, Raffball: Fichte 16- Charlottenburg 5: 2. 3. Abt. 7 Uhr im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, Bortrag des Red oder Barren, am Pferd und Kletterfeit, da hat es bei uns Alten Gen. Kreuziger über Kommunalpolitit in Berlin". 4. Abt. 7% Uhr im Deutschen Gärtnerheim, Stralauer Str. 58, Fortsegung nur ganz gelinde Eil'. Es wird geschont das Inventar, ja, ja! Drum der Mitgliederversammlung. Stellungnahme zum Bezirkstag. üben wir fein alles so ta, la! Aber mancher Alte zeigte auch eine Beweglichkeit und Kunst, die den Jungen noch als Beispiel bienen tann. Den Abschluß bildete ein Tauziehen, das die sportfrohe Stimmung des Abends auf den Höhepunkt brachte. Das näcbfte Zusammenturnen soll am 6. Oftober beim Lichtenberger Bruber Der Altersriegen Groß- Berlins findet am 21. Oftober statt. An alle Bereine ergeht die Aufforderung, fich daran zu beteiligen. Für Ein. leitung einer Propaganda für das Altersturnen wollen alle Bereine und Abteilungen die Turnzeiten ihrer Altersriege an Turngenoffen Sommerfeld, Let. Alexander 2533, mitteilen. 5. Abt. 7½ Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler, Ste 10-11, außerordent liche Abteilungsversammlung. Wahl der Delegierten zum Kreisvertreter tag. Aussprache über Organisationsangelegenheiten. Die Bezirksführer laden hierzu ein. zu einer wichtigen Besprechung. 6. 6. 7% Uhr bet Buttner, Schwebter Str. 28, Vortrag des Gen. Seinig über Die politische Lage". Die Bezirksführer treffen fich um herein in Lichtenberg, Jahn- Gymnasium, stattfinden. Die Turnfahrt 7. Abt. 7 Uhr in Köhlers Festfälen, Tiedftr. 24, Bortrag bes Gen. Bimmer. mann über Die augenblicklichen Aufgaben ber Arbeiterklaffe". 8. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Ballasfir. 15, Bortrag des Gen. Woolf Soffe mann, M. d. R., über ,, Die politische Lage und bie Aufgaben der Partei 11. Abt. 7% Uhr bei Berger, Levegom, Ede Jagowstraße, wichtige Aussprache 12. st. 7% Uhr in der Schulaula Rostocker Str. 32. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten aum Bezirtstag. 2. Vortrag des Gen. Mohs über ,, Rom munalpolitit in Berlin". Mitgliedsbücher find mitzubringen. 14. bt. 7% Uhr im Swinemünber Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42, Bortrag des Gen. Franken, M. b. L., über Die augenblickliche Situation". 15. 26t. 7 Uhr in der Schulaula Bernauer Str. 89/90, Bortrag ber Gett. Wegscheider, M.. 2., über Die politische Lage". 16. st. 7 Uhr bei Krüger, Suffitenfit. 84, Vortrag des Gen. Bürgermeister Rarl Leid. Delegiertenwahlen. Die Bezirksführer müssen einlaben. Gen. Dr. Sturm über Die innere und äußere Politit". 18. Ast. 7½ Uhr in der Sulaula Biefen.. Ede antstraße, Bortrag des 19. Art. 7 Uhr in der Schulaula Gotenburger Straße, Vortrag des Gen. Artur Crifpien, M. b. R., über Die politische Lage 21. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Plantagenstr. 15-17, Bortrag ber Genoffin Wurm, M. d. R., über Die politische Lage". 22. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Lütticher Str. 47-48, Bortrag des Gen. Ber23. M. 7 Uhr in der Schulaula Millerstr. 48, Bortrag des Gen. Dr. Löwen. muth über Die augenblidliche politische Lage". ftein, M. d. R., über Die politische Lage und bie Aufgaben ber Bartei". 24. Abt. 7½ Uhr in der Schulaula Chriftburger Str. 7, Bortrag des Gen. 25. Augenheit Friedrichshain, sondern Schulaula Bogowite. 40, Bor. Sirgensen, M. d. 2., über Die augenblidliche politische Lage". trag des Gen. Zienau über Große Koalition und die Aufgaben ber Bartet". 30. bt. 7 Uhr bei Mahnkopf, Carmen- Sylva- Straße, wichtige Funktionär 31. hung, he is bet. Schulaula Schönfließer Str. 7, Bortrag des Gen. Sie Sigung. Die Funktionäre und Kreisdelegierten müffen unbedingt erscheinen. tisch über Die politische Lage". 32. Abt. 7 Uhr in Schmidts Festfälen, Fruchtste. 36a( unterer Saal). 1. Bot. trag des Gen. Reventlow über Die augenblickliche Gituation". 2. Dis. fuffion. 3. Delegiertenwahlen zum Bezirkstag. 33. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Sohenlohestr. 10, Bortrag bes Gen. Fenbel über Die augenblickliche Situation". Schwimmen in Neukölln. Ein Werbefest zum Besten der Jugend! Jugend in Not!" So erschallt der Ruf aufs neue, denn durch die Geldentwertung find Jugendliche und Kinder fast ohne Spiel- und Sportgeräte, viele tönnen sich keine Turnschuhe mehr taufen, noch weniger die sonstige Sportfleidung. Um diese Mot wenigstens zu einem Heinen Teil zu lindern, veranstaltet die Freie Turnerschaft Groß- Ber Iin", die sich bei allen Arbeiterfesten nach besten Kräften zur Berfügung stellt, am nächsten Sonnabend ein Werbefest zum Besten des Jugendfonds in der Brauerei Friedrichshain am Königstor. Als Mitwirkende find gewonnen der Gefangverein Typographia" der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, fowie das If Trio. Ein gutes Gartenkonzert vom Berliner Harmonie- Orchester wird uns Werte von Strauß, Wagner, Berbi usw. zum Bortrag bringen. An turnerischen Borführungen werden gezeigt Pyramiden, Vereinsjugenbriege am Barren, Reifenübungen der Turnerinnen, Vereinsredriege der Männer. Bei ungünstigem Wetter wird das gesamte Programm im Saal zur Darbietung fommen. In Anbetracht des wohltätigen Zwedes wird um zahlBilletts sind bei allen Mitgliedern und an der Kasse zu haben. Berliner Sport- Bereinigung Nord- est 1887". Anläglich feines 36jäh Das son den Freien Schwimmern Neuköllns am Sonnabend, den 18. Auguft, veranstaltete Stafettenschwimmen Quer durch Neukölln ging unter starter Anteilnahme der Bevölkerung vor sich. Es entwickelten sich innerhalb der einzelnen reichen Besuch dieser gut vorbereiteten Veranstaltung gebeten. Abteilungen spannende und scharfe Kämpfe. Besonderes Interesse erregte bie Bweterstafette mit beliebiger Ablösung. Nur 10 Meter trennte die ersten Mannschaften, ein Beweis für den scharfen Kampf. Am Ziel wurde ein Wasserballspiel gezeigt, jedes geworfene Tor fand starten Beifall der Tausende von Zuschauern. Der geplante Damenreigen mußte des falten Wassers megen zum großen Be. bauern der Gäste abgesagt werden. Am Sonntag, den 19. Auguft, fand das Interne Schwimmfe ft des Vereins im eigenen Sommerbab am Brizer Osthafen statt. Der vorgesehene Feftzug fand nicht die Genehmigung des Polizeipräsidenten und mußte abgefagt werden. Die Wettkämpfe wurden bei start besetzten Läufen flott abgewidelt. Die Wasserballspiele litten sichtlich unter dem falten Waffer. Minuten. Ergebnisse von Quer burch Rentön": Mäbben: 1. I. Mannfdjaft 58,55 Knaben: 1. III. Mannschaft 57 Min. Damen, Jugend: 1. III. Mannschaft 59,5 Get. Männliche Jugend: 1. IV. Mannschaft 50,80 min. Damen: 1. 1. Mannschaft 58.15 in. Männer: 1. VII. Wannschaft 53,37 Min. Altersriege: 1. II. Mannschaft 60,45 Min.- 8weier Mannschaft: 34. st. 7 Uhr in der Schulaula Litauer Str. 18, Bortrag bes Gen. Otto Meier, M. b. 2., über ,, Die politische Situation". 35. Abt. 7% Uhr im Gaal der ehemaligen Germania- Braueret, Frankfurter I. III. Mannschaft 42,41 min.; 2. 1. Mannschaft 43,01 min. Allee 313, Borttag des Gen. Richard Arille über Arbeiter. oder Roalitions Wahl der Delegierten zum Besirtstag. regierung". Distuffion. 36. 28. 7% ihr in der Schulaula Petersburger Str. 4. Bortrag des Gen. Stadtrat Rofin über: Die politifche Lage". Bestätigung ber Delegierten. Besirtsführer müssen bierzu einladen. 87. 2bt. ber Delegierten. gierten zum Bezirkslag. Zum Hockey- Betirefertag der MSB. tigen Stiftungsfestes schreibt die B. Sp. B. Nordwest 1887 zum Sonntag, den 36. August 1923 im Moabiter Geſellſchaftshaus, Wiclefftr. 24, einen großen Wettstreit im Seben und Ringen in ben drei schweren Klaffen und in zwei Altersflaffen aus, und swar: Seichtes Mittelgewicht, schweres Mittelgewicht, Schwergewicht. Altersflaffe Seben bis 140 und über 140 Bfund. 8ur Alerslaffe gehören alle, die das 40. Lebensjahr erreicht haben. Bundesbuch als Kontrolle maßgebend. Zur Verteilung gelangen wertvolle Ehrenpreife. Start. gelb beträgt für Seben 20 000 M., für Ringen 20 000 M., für beibe Übungen 30 000 M. Der Wettstreit ift offen für alle Bundesmitglieder. Startgeld und eibungen find bis zum 23. August an Ernst Olschewsti, Berlin NW. 87, Reuch linstraße 2, au richten. Uebungen beidarmig Schwingen, belbarmig Reißen, beibarmig Großen. Ringen nach dem Bundesreglement. Antreben zum Wiegen u Uhr vormittags. Ausschreibung für bas Gerbstsportfest bes Sportvereins Moabit am 16 Seb Männer. tember auf bem Sportplab Tiergarten.( Offen für den Bund.) Laufen: 100 m, 1000 m. Sochsprung( Einladung), Weitsprung, Distuswerfen, Hammerwerfen( Einladung), Mannschaftstugelstoßen( 3 Mann), 3000- m- Geben. Dreikampf: 200- m- Lauf, Weitsprung mit Anlage, Rugelftoßen. 7500- m- Werbelauf. Stafetten: 3mal 200 m, 4mal 400 m, 3mal 1000 m, 20mal ½ Runden Berfolgungsstaffel. Jug en b. Laufen: 100 m, 200 m, 3000 m. 60- m- Bür benlauf, Hochsprung, Weitsprung( Einladung), Mugelstoßen, Distuswerfen, Mannschaftsspeerwerfen( 8 Mann). Stafetten: 4mal 100 m, Smal 1000 m. Sportlerinnen. Laufen: 100 m, 200 m. Weitsprung, Diskusiderfen, Augelstoken. Stafette: 4mal 100 m. Die Wettfümpfe finden nach der Wettlampforbnung des arbeiterturn- und sportbundes statt. Die Borkampfe für Jugendliche beginnen um 10 Uhr bormittags, für Männer und Sportlerinnen um 1 ur nachmittags. Das Startgeld wird noch bekanntgegeben. Beim rensen find die Melbungen abgefchloffen. Drettampf with nach 100- Punttwertung getvertet. File bie einlabungsfontur Bile bie Stafetten: 3mal 200 m und mal 400 m werben bei ftarfer Beteiligung die Beften Mannschaften für einen Einlabungslauf Herausgezogen. Bei der Berfolgungsftafette fönnen männer und Jugenbliche Tombiniert laufen. Die Laufbahn bat eine Länge bon 450 m. Das 7500 m- Werbelaufen bes 1. Rreifes ist dem Sportbereix Moabit zur Austragung überwiefen und beginnt und endet auf dem Sportplak. Der Derbelauf finbet als Einzel- und Mannschaftslauf( 3 tann) nad Bunft bie Gefchäftsstelle: Eric Richter, Berlin 2. 21, Biclesstr. 20, au richten. später einlaufende Melbungen können nicht berüdfichtigt werben. twertung ftatt, Meldungen und Quartierlisten find bis zum 1. September an Freie Turnerschaft Königswusterhausen- Wilban, 5. Bezirk( Gruppe an ber Mehrfämpfe und Vorfämpfe bormittags 9 Uhr. Startgeldkassierung und Aus Am 22. Auguft kommen die Vertreter der Groß- Berliner Hockey vereine zusammen, um über bie tommende Serie 1923/24 zu be 7 Uhr in der Schulaula Sausburgstraße Mitglieberberfammlung; raten. Die MSB.- Hoden, bie feit 1919 besteht, rüstet zur Winter 1. Politiſche Aussprache. 2. Unfer Bezirksparteitag. 3. Anträge. 4. ab arbeit. War die Zahl ber Vereine bei der Gründung eine sehr 38. Abt. 7 1hr bei Gomidt, ruhiftr. 36( oberer Saal), Bortrag des Gen. mäßige, so fann man jezt feststellen, daß jedes Jahr neue hinzu 40. 2bt. 73% list: Die beis- Ausschant. Belle- Artance- Str. 47, Bortrag ses tamen und die letzte Serie bereits 27 Mannschaften zählte. Es wur Brinizer über: politische Lage". den über 300 Serien und 100 Gesellschaftsspiele vermittelt. Unter Gen. Edardt über: Die politische Lage". 42. Abt. 7% Uhr in der Gemeindefchule Bergmannstr. 60, Bortrag bes Gen. Diesen befand sich nur ein Protestspiel, ein Zeichen gesunder Entwid Franz Künstler, M. b. R., über: Die politische Sage". 43. Mot. 7% or bet Rabe, Fichteftt. 29, Bortrag des Gen. Kiehmann über: lung. Der Mitgliederbestand betrug annähernd 400 Spieler. Der Sommer brachte etivas Ruhe in der Hockenbewegung, da bes Politische und wirtschaftliche Tagesfragen". 45. Abt. Pünktlich 7 ube in der Schulaula Forster. Ede Reichenberger Straße. fanntlich die meisten Hockeyspieler Leichtathleten sind, und die hoch 1. Wussprache über Generalftreit und große Stoalition. 2. Wahl ber Dele faison für Leichtathletit in der warmen Jahreszeit liegt. Jedoch nur enforteil am 26. Auguſt in menfendorf beträgt 47. Abt. 7% Ubr bet Bouschläger, Adalbertstr. 21, Bortrag des Gen. Siska wurden hin und wieder Werbespiele veranstaltet. Am 24. Juni so bas Startgeld für Männer 1000 M., Grauen und Jugendliche 500 m., Ciaüber: Die bolitische und wirtschaftliche Sage": 83. 26.( Lichterfelbe). The martel Seftfalen, Reblendorfer Straße. gar eins in Leipzig, bas dazu beitrug, daß in Leipzig feitdem zwei fetten 2000 m., tinberitafette frei. Treffen der Bereine 7 Uhr am Bahnhof Bortrag des Gen. Artur Richter, W. b. C., über: Die politische Lage Hockenmannschaften bestehen. Hoffen wir, daß auch hier in Berlin Königswusterhausen. Mufit mitbringen. Rampfrichterfisung bünktlich 8 ühe. 84. Abt.( 2antwis). 7% Uhr im Gesangsfaal des Realgymnasiums Kaulbach, die Werbefpiele nicht ohne Erfolg bleiben und uns neue Mann gabe der Startfarten nad ber Stampfrichterfibung. Beginn nachmittags a br. straße, Vortrag bes Gen. Birbung über: Die Aufgaben der neuen te fchaften refp. Bereine beitreten. In allererster Linie erwarten wir Beber Startende ist verpflichtet, die Sportlerübungen( f. 28." Mr. 9) mit114. bt. 7½ Uhr in der Schule Scharnweberstraße( Bimmer 72) Bortrag des Meldung von Fichte- Südoft, Neukölln- Briz, Groß- Berlin, Beißen suüben. Gemelbet find sirka 300 Zeilnehmer. Turn nnb Sportverein Fichte. Durch Beschluß haben die männlichen Gen. Dr. Bechlin über: Die augenblickliche politische Sage" see, Spandau usw., bie start genug sind, in ihren Sportbetrieb Hoden mitglieder über 17 Babre( außer Baſſive, riegs- und Unfalsefchäbigte) je 124. Abt. 8. Uhr in der Schule Walderfeestraße Borttag des Gen. Lempert aufzunehmen. Der Vertretertag hat eine arbeitsreiche Tages 350 000 m. Crtrabeitrag für Stuguft au sablen. Weibliche Mitglieber über 133. Abt.( Buchholz). 8 Uhr bei Rähne, Berliner Straße( Straßenbahn bis ordnung zu erledigen. Im Vordergrund steht die Breffefrage, 17 Jabre sablen 40 000 wt. Babit bitte fofort, bamit die Abteilungs- und Buchholz Roft), Bortrag des Gen. Dr. Witte über:" Finanz- und Stom bie nötig ist, um die spieltechnischen Bekanntmachungen usw. Gruppentaffierer am Donnerstag, 23. Auguft, in der Geschäftsstede von 5 bis Arbeiterturn- und sportbund, 1. Kreis. Die Abrechnung ber Billetts bom 136. Abt.( Scinickendorf- Oft). 7% Uhr im Jugendbeim: Seebab, Meftbenz an die Sportgenoffen zu bringen. Ein weiterer Punkt ist die neue ftraße 49, Bortrag des Gen. Göring über: Die politische Lage". Gruppeneinteilung. Die Finanzierung dürfte auch stabion findet bis Freitag, 24. Auguft. ftatt. Wer bis babin nicht abgerechnet Folgende Vereine baben abzurechnen: Sportberein nicht ohne Bebeutung sein. Außerdem tommen die Neuwahlen bat, erhält Startberbot. des gesamten Borstandes, einige Anträge usw. in Frage. Im Gegen. Moabit, Flate 9, Fichte 4, Gidhte Weft, Sichte Oft, Groß- Berlin, ATB. Bankow, Horesta. Die Abrechnung findet in der Gefchäftsstelle statt. An alle 121. Abt. Karlshorst. Am Donnerstag, den 23. Auguft, Ausflug der Frauen fatz zu ben monatlichen ist der Hauptvertretertag der bedeutendste. Streisbereine bes 1. Streifes wirb die bringende Aufforderung gerichtet, fofort nach Rahnsdorf. Treffpunkt Bahnhof Rarishorst morgens Darum darf fein Verein versäumen, seinen Vertreter zu entsenden. ihre Kreisbeiträge, bro Stopf 1000 W., an ben reistaffierer abzuliefern. In reiche Beteiligung der Parteigenesfinnen erwünscht. Es wäre noch besser, wenn sich zwei bis drei weitere Sportgenossen Brage fommen bor allem Auberer, Schlimmer, Fußballer. Wer nicht eixeinfinden, find doch eine Reihe Aemter neu zu besehen. Der Ber fender, erhält Startberöst. trebertag findet am Mittwoch, den 22. Auguft,% 8 Uhr, im Lokal burch besonders eingeladen. Auskunft jeder Art erteilt die Geschäfts. Neue Bahnhofstr. 2 statt. Die obengenannten Bereine werden hier. stelle: Buggenhagen, Lichtenberg, Landsberger Chauffee 10 I. pierung" über: Die große Stoalition". munalpoliti!". Frauenveranstaltung. Uhr. Sahl. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Simmerer, Bruchsaler Str. 6, ist verstorben. Die Eindferung findet am mitt 71. Abt. Wilmersdorf. Unfer langjähriger Funktionär Gen. Wilhelm Frise, moch, 22. Auguft, nachmittags 1. Uhr, im Krematorium, Wilmersdorf, BerIiner Straße, ftatt. 7 Uhr abrechnen tönnen. Turnverein Fichte. Am 23. August wichtige Grubbenturnipartesung: Bum Besirtsspielfeft am 7 Uhr Geschäftsstelle. Reine Gruppe darf fehlen. müffen alet Debitez bis 1 ube ftellen, bie fich beim Turngenoffen Wertner su 26. August finden sich die Beiter der einzelnen gemeldeten Sonderborfüh rungen um 2 Uhr auf dem Turnplay in Treptow ein. Camtliche Abteilungen melben baben. Wirtschaft Banken und Goldanleihe. Der Zentralverband des Deutschen Bank- und Banfiergewerbes veröffentlicht folgenden Aufruf an seine Mitglieder: " Die wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches ist zur Zeichnung aufgelegt. Unserem Verband als der Berufsvertretung des deutschen Bant- und Banfiergewerbes ist es eine Pflicht und ein Bedürfnis, auch seinerseits die Kreise, die auf feine Stimme hören, zu einer tatkräftigen Förderung dieser Anleihe aufzurufen. Gesetzlich sichergestellt ist die Anleihe durch die Belastung der Gesamtheit der deutschen Privatvermögen: die Reichsregierung ist ermächtigt, zu ihrer Deckung im Bedarfsfalle Zuschläge zur Vermögenssteuer zu erheben. Eine nicht geringere Gewähr für ihre Sicherheit ist der unerschütterliche Wille aller Stämme und Schichten unseres Volkes, am Reiche und seiner Einheit festzuhalten, wie er sich in diesem schicksalsschweren Jahre nicht nur an Rhein und Ruhr offenbart hat. Als ein Bekenntnis dieses Willens und dieses Vertrauens sehen wir auch die Zeichnung auf die wertbeständige Anleihe des Reiches an. Abgesehen von dem Hinweis auf die angeblich überschäßte| mäßige Betriebe befizen, zu den Rosten der Handwerkskammern Leistungsfähigkeit des Besizes ist der Aufruf von Interesse als Be- heranzuziehen sind. Die Entscheidung lautet im Wortlaut: tenntnis der Banken zum Gedanken der Goldanleihe, die sie früher abgelehnt haben. Theorie und Praris. Theoretisch haben die Banten hier ihre Sympathie für die Goldanleihe ausgesprochen. Daß in der Pr agis die Sache etwas anders aussieht, geht aus folgendem uns von absolut einwandfreier Seite geschilderten Vorfall hervor: Nach den mir vorgelegten Unterlagen pflichte ich Ihnen zwar darin bei, daß der Bäckereibetrieb des Konsumvereins in Emden feiner ganzen Einrichtung nach als ein handwerksmäßiger anzu sehen ist. Da der Konsumverein indessen den Absatz der in jener Bäckerei hergestellten Erzeugnisse auf den Kreis feiner Mitglieder beschränkt, liegt ein die Beitragspflicht zur Handwertstammer begründender Gewerbebetrieb nicht vor. Ich ersuche Sie deshalb, auf die eingelegte Beschwerde hin den Konsumverein entsprechend zu bescheiden. Ein Zeichner wurde am Montag vormittag, als er den GegenDamit ist also auch die preußische Regierung im Ergebnis der wert von 5 Dollar zeichnen wollte, sowohl von der Filiale der Deutschen Bank, der Mitteldeutschen Kreditbank Entscheidung des thüringischen Wirtschaftsministeriums beigetreten. und der Commerz- und Disconto Bank, die sich sämtlich Es ist eine weitere bemerkenswerte Feststellung erfolgt, daß Kon= am Belle- Alliance- Play in Berlin befinden, abgewiesen, da sie so jumpereine feine Gewerbebetriebe find. Bekanntlich Da die schwebt augenblicklich ein Prozeß in höchster Instanz über die Frage, fleine Beträge für die Zeichnung nicht annehmen. fleinsten Beträge 1 Dollar sind und 5 Dollar den auch jetzt noch sehr ob Konsumgenossenschaften zu den Handelskammerbeiträgen heranbeträchtlichen Wert von 16 bis 17 Millionen ausmachen, fo liegt hier zuziehen sind. Es ist zu hoffen, daß auch dieses Gericht zu demselben allem Anschein nach eine gewisse Abneigung gegen die Zeichnungen Ergebnis wie der preußische Handelsminister und der thüringische Wirtschaftsminister tommt, damit die Möglichkeit ausgeschaltet wird, daß Konsumgenossenschaften zu Interessenvertretungen Beiträge zahlen müssen, die nicht die Interessen der Konsumgenossenschaften, sondern die ihrer Gegner vertreten. Jedenfalls ist die oben erwähnte Entscheidung des preußischen Handelsministers für die Genossenschaftsbewegung höchst erfreulich. der Goldanleihe vor. Es ist Aufgabe des Reichsfinanzministeriums, dafür zu sorgen, daß solche Vorkommnisse sofort abgestellt werden. Wie wir dazu hören, werden von zuständiger Seite bereits Schritte unternommen, um die Ablehnung von Zeichnungen fünftig zu verhindern. Das Martausfuhrverbot. Gewiß sind der finanziellen Leistungsfähigkeit der besitzenden Echter Rubel und Havensteinrubel. An der Petersburger Fonds. Schichten des deutschen Volkes heute bei weitem engere Grenzen Bon maßgebender Stelle wird mitgeteilt, daß im Reichs. gezogen, als große Kreise nicht nur des Auslandes, sondern auch anzeiger" alsbald Ausführungsbestimmungen zur Berordnung be- börse macht sich in diesem Monat eine rege Nachfrage nach unferer eigenen Volksgenossen es sich eingestehen wollen. Um so treffend das Verbot des Martverkaufs ins Ausland den mit Gold gedeckten Noten der russischen Staatsbant, Tschermonezen, bemerkbar, was eine bedeutende Kurssteigerung der= wichtiger ist es, daß anlagebedürftige Rapitalien, wo veröffentlicht werden. Der kurze Inhalt der Bestimmungen ist fol- felben zur Folge hat. So werden die Tscherwoneznoten, die am solche auch immer vorhanden sind, der wertbeständigen Anleihe des gender: 1. Auguft mit 1175 Sowjetrubeln der Ausgabe 1923 notiert wurden, Reiches zugeführt werden und daß dies insbesondere hinsichtlich Als Geldbeträge im Sinne der Verordnung find alle Zahlungs- bereits mit 1325 gehandelt. An den ,, wilden" Börsen werden jedoch folcher Bestände an ausländischen Zahlungsmitteln mittel anzusehen, die auf Reichswährung lauten. Als im Aus- noch bedeutend höhere Kurse genannt. Die Nachfrage nach den geschieht, welche bisher nicht sowohl zur Leistung notwendiger Aus- land ansässige Inländer oder Ausländer gelten Personen, die ihren Tscherwoneznoten erklärt sich u. a. dadurch, daß in einer ganzen landszahlungen, als vielmehr zur Sicherung gegen die aus der Ent: Wohnfig oder dauernden Aufenthalt im Auslande haben, und die Reihe von Petersburger Trusts neuerdings auf Wunsch der Arbeiter wertung der heimischen Währung befürchteten Verluste aufrecht Niederlassungen von Personenvereinigungen im Auslande. Aus die Lohnauszahlungen bis 75 Proz. in Tscherwoneznoten erfolgen. erhalten worden sind. Die Vorteile, mit denen die vorliegende An- genommen sind die inländischen Niederlassungen oder Bevollmäch Während die Kurse für ausländische Valuta seit Beginn dieses leihe ausgestattet ist, insbesondere die Befreiung der selbstgezeichneten tigten folcher Personen. Prüfungsstelle ist die Devisenbeschaffungs Monats gestiegen find für einen Dollar, der jeßt mit 302 Anleihe von der Erbschaftssteuer und sodann die erleichterte Begeb- stelle G. m. b. 5., Berlin NW. 7, Am Weidendamm 1a, notiert wird, wurden am 1. August 251 Sowjetrubel der Ausgabe barkeit auf Grund der Befreiung von der Börsenumsatzsteuer, werden Die Verordnung findet feine Anwendung auf Reichsmart- 1923 gezahlt, weist die Reichs mart, die jest gern Havensteinunferen Mitgliedern die Werbetätigkeit für die Anleihe im Kreise beträge, die einem im Auslande ansässigen Inländer rubel genannt wird, einen sehr bedeutenden sprunghaften Kursihrer Rundschaft wesentlich erleichtern. oder Ausländer für Effekten, Geschäftsanteile, Grundstücke rückgang auf. So erreichte die Reichsmart einen tiefsten Stand oder für Erträge aus folchen zur Verfügung gestellt werden, sowie von 1 000 000 Reichsmart gleich 25 Sowjetrubel 1923, d. h. eine auf Gutschriften vom Konto eines im Auslande anfäffigen Inländers Reichsmart entspricht nur noch 25 alten Sowjetrubeln. oder Ausländers auf das Konto eines anderen. Mit unseren Mitgliedern wissen wir uns in der Ueberzeugung einig, daß die Wiedergefundung der Währung und der Finanzen des Reichs sowie die Bewahrung unseres Wirtschaftslebens vor inneren Erschütterungen und vor Störungen feiner äußeren Ordnung derzeit das wichtigste Berufsinteresse der Banten und Banffirmen darstellt. Ein Erfolg der wertbeständigen Anleihe des Reiches wäre gemiß noch nicht entfernt geeignet, die Schäden zu heilen, welche unserem Reich und unserer Wirtschaft durch die Auswirkungen der Ruhrbesetzung erneut zugefügt worden sind, aber er würde doch ein wichtiges Glied in der Kette der Maßnahmen sein, die uns zugeordneten Verhältnissen im Inneren zurückführen sollen, und er würde vor allem gesetzgeberische Eingriffe in das Wirtschaftsleben, die selbst im günstigsten Falle nicht ohne empfindliche Schädigung berechtigter Privatintereffen vor sich gehen fönnen, nach mehrfacher Richtung überflüssig machen." Während seines Aufenthalts im Inlande kann der im Auslande ansässige Inländer oder Ausländer gegen ausländische Schecks oder Noten oder als Auszahlung auf Krebitbriefe oder Aftreditive Reichsmartbeträge im Werte von 100 englischen Pfund im Einzel falle und von 250 englischen Pfund im Monat erhalten. Der Auszahlende hat den die in der Verordnung vorgesehenen Freigrenzen übersteigenden Betrag der Prüfungsstelle zu melden. Konjumvereine find feine Gewerbebetriebe! Der preußische Handelsminister hat eine beachtenswerte Entscheidung über die Frage gefällt, ob Konsumvereine, die handwertsDevisenkurse. Unserer gestrigen Kurstafel, die infolge eines Sekfehlers fälschlich vom 17. August datiert war, ist noch nachzutragen: 1 finnische Mart 117 705 Gelb, 118 295 Brief; 1 japanischer Den 2 034 900 Geld, 2045 100 Brief; 1 italienische Lire 181 545 Geld, 182 455 Brief; 1 französischer Frank 235 410 Geld, 236 590 Brief; 1 brasilianischer Milreis 413 962,50 Geld, 416 037,50 Brief; 1 schweizer Frant 766 080 Geld, 769 920 Brief; 1 spanische Beseta 574 560 Beld, 577 440 Brief; 100 österreichische Kronen 5985 Geld, 6015 Brief; 1 tschechische Krone 124,687 Geld, 125,313 Brief; 1 ungarische Krone 234,41 Geld, 235,59 Brief; 1 bulgarische Lewa 1 jugoslawischer Dinar 44 887 Geld, 36 907 Geld, 37 093 Brief; 45 113 Brief. Henkel's Díxin Seifenpulver das Seifenpulver für jedes Wafchverfahren Größte Ergiebigkeit! DeutscherMetallarbeiter- Verband Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Verwaltungsstelle Berlin!! 54, Linienstraße 83/85 Tischler u. Pianofortearbeiter zu Berlin Bekanntmachung Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 836 In der Woche vom 20. bis 26. Auguft 1923 und 6592 bts 6595. beträgt der Höchftgrundlohn 1800 000 R Dienstag, den 21. Auguft. nachmittags und die Beiträge der höchften Stufe 4Uhr, im Lotal Reichenberger Hof, 108 000 M. den Tag. Ferner verweisen Reichenberger Straße 147 wir auf das an die Arbeitgeber gesandte Rundschreiben. Berlin, den 20. Auguft 1923. aller Kollegen und Kolleginnen Der Vorstand: Fr. Meersbach 0. Guh! aus den Betrieben der WeißVerkäufe Musikinstrumente. Bianos preiswert. Lint. Brunnenstraße 35. Geldverkehr Arbeitsmarkt Stellenangebote Chaiselongues, Metallbetten, Aufleg-| 8elluloibabfall, Quecksilber, Photomatragen, Batentmatzagen. Walter, platten, Altgummi Bauft Sorn, Grüner Stargarderstraße achtzehn. Weg 24. Rönigstadt 6367. 20 Pros. monatlich zahlt Exportfirma, Damentaschen, Attenmappen, Besuchs Metallbetten, Rinderbetten, Doppel- Felleinkauf. Siegen, 8idel, Ranin, fünf Millionen aufwärts, Faustpfand. taschen, auch Einzelverkauf. 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Nähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, ftraße 14c. Tagesordnung: 1. Bericht von den Bom Montag, den 20. August 1923, ab Phönig, Singerbobbin. Raftory, RottFlüchtlinge fuchen dringend ExistenzLohnverhandlungen. 2. Diskussion. gelten folgende Lohnftufen, Grundlöhne buferdamm 6. vorn hochparterre. gefchäfte, Grundfiilde. Degen, Chauffee3. Berschiedenes. Damenfahrräder! Serrenfahrräder ftraße 116, Potsdamerstraße 68. Lohn- Entgelt für b. Grund- Täglicher binen, Stores, Bettdecken, Diwan preiswürdig. Schlawe, Beinmeisterstraße rufen: Norden 62, Kurfürft 3686. Versammlung metallindustrie, deren Inhaber Innungskrankenkasse d. Tischlerinnung und Beiträge: Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Stufe Achtung! 15. Bezirt Achtung! Ohne Mittwoch, den 22. Auguft, abends 1 bis 7 Uhr, im Berbandshause( Bimmer 14), 2 Linienstraße 83/85 Bezirksleiterfikung 3 Die Konferenz der Bertrauens- 6 4567802 leute findet heute Dienstag nicht statt. 7 Mittwoch, 22. Auguft, nachm. 4%, Uhr, 9 zu Berlin Kalendertag M. Zeilzahlung. Künstler, Madrasgarlohn wr. 70 000 5 250( Rosenthaler Plag) und Niederschöne Beitrag deden, Bettwäsche. Günstige Bedin vier. M. gungen. Grebler, Weinbergsweg 180 000 140 000 10 500 meide, Spreestraße 6. 360 000 270 000 20 500 540 000 450 000 33 750 Bettwäsche. Diese Woche bedeutend 720 000 630 000 47 250 billiger. Dedbettbezüge 2 450 000. 900 000 60 750 1 080 000 74 250 1260 000 1440 000 1620 000 1 350 000 1530 000 810 000 990 000 1170 000 im Meganbriner", Alegandrinenitr. 87a 10 über 1 620 000 1800 000 Fahrräder Emballage, 8wirne Autozubehör AnKaufgesuche Zündkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, Pianos tauft sofort Hänel, AlexanderBettlaken 1475 000.-, Jnlette 3 600 000,-ftraße 14c. Königstadt 2235. 134/4 äscheftoffe, Daunendecken, Tischwäsche, Bianos, Flügel fauft zu höchsten Frottierwäsche, Ueberschlaglaten, Damaft Tagespreifen Bianomagazin. Barba 101 250 Sandtücher Fabrikpreife. Reelle, fach87 750 135 000 114 750 männische Bedienung. Aeltefte Spezial- offaplag 2. 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Bekanntmachung Allgemeine Ortstrantentaffe für Adlershof und Umgegend nhog stufe ( Schöneberg- Friedenau) Bom 20.- 26. August 1923 gelten: Verdienst täglich 20. Grandugoj Beitrag Bekleidung Pianos fauft Karfiol, Dresdener ftraße 54. Morigplatz 128 45. Schallplatten zahlt Dollarkurs, Wefe Toh, Friedrichstr. 9. Leihhaus Friedrichstraße 2( Hallesches Schallplatten, alte, zerbrochene, tauft Tor) verkauft elegante Serrenanaige, zu höchstem Tagespreis. Ringewald, uiter, Baletots, Sportpeize, Gebpelze, Chreinlitt. 57, 907 parterre. Razenjaden, Gealmäntel, Kreuzfüchfe, Graufüchse, Blaufüche, Wölfe zu enorm Dres * Friedrichsgracht 5-6. fucht 6. S. Sped, Lützowite. 2. Bedeutende italienische Linoleum- Firma würde 193/ 4* tüchtige Spezial- Arbeiter ( Linoleum- Leger mit langer Praxis) anstellen. Offerten unter U 3074 M an Publicitas, A.-G., Bern. „ Vorwärts'- Austrägerinnen Werkzeuge u.Maschinen Kugellager, Autozubehör kauft höchft. zahlend Bilz, Reinickendorferstraße 93. 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In telbedplag. lohn M. 140 000 140 000 2 ib. 180 000- 360 000 270 000 360 000- 540 000 450 000 " 45 000 Lohnstufe 1 beträgt der Grundlohn% der 540 000- 720 000 630 000 * 720 000- 900 000 " .900 000-1 080 000 990 000 " 63 000 Söchftgrenze der Berdienstspanne; in den 810 000 81 000 Lohnftufen 2-9 ist der Grundlohn ent99 000 fprechend bem A1234567890 1620 000 " Möbel * 2 Millionen und mehr zahle für FeldStecher 08. Brismengläser, Photoapparate Refordpreise. Müller, Jahnstr. 1. Anzutreffen 3 Uhr ab. ** mittleren Betrag der Möbel- Lechner, Brunnenstraße 7, offe Höchftzahlend fauft Rabel, Ligen, 1 080 000-1 260 000 1 170 000 117 000 Berbienftspanne, während für Lohnftufe 10 riert Schlafzimmer, Speifezimmer, Rupferdrähte, Bachsdrähte, Spulen 1260 000-1 440 000 1 350 000 135 000 ber jeweils gefegliche Höchstbetrag Geltung Serrenzimmer, Klubgarnituren, Rorb- drähte, Motoren, Glühlampen fowie 1440 000-1 620 000 1 530 000 153 000 hat. Die täglichen Beiträge find auf 9 Broz. möbel, Küchen usw. 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