Abendausgabe Nr. 400+ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 201 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife sind in der Morgenausgabe angegeben Rebatfion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Preis 40000 Me. Dienstag 28. August 1923 Vorwärts= Berliner Dolksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Gefchäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Erwartung energischer deutscher Maßnahmen. Havensteins Rechtfertigung. Ein Artikel der„ Times". worden. London, 28. Auguft.( WTB.) Times" schreibt in einem Börner, und ein Vertreter des Eisenbahnrates find von den Leitartikel, eine Berzögerung in der Entwicklung der Reparations Franzosen felgenommen und nach weitmar abgefährt verhandlungen fei unvermeidlich. Sowohl die britische als auch die franzöfifche Regierung müßten fich 3 eit nehmen, um ernstlich den nächsten Schritt zu erwägen. Deutschland tonne diefe notwendige Zwischenzeit mehr oder weniger ficher" gestalten. „ Times" erkennt die Energieentfaltung der neuen deutschen Regierung an. Für den Augenblick sei diese Mussolini scheut die Volksbefragung. Trot Faschistenwahlprivileg. Der Reichsbantpräsident Havenstein hat am Sonnabend im Zentralausschuß der Reichsbant eine große Rede zur nicht unwidersprochen bleiben fann. Schon äußerlich zeichnet Rechtfertigung seiner Bantpolitik gehalten, die sich diese Verteidigungsrede dadurch aus, daß in dem großangelegten Referat taum mit einem Wort der Tatsache Erwähnung getan ist, daß die Mart im Verlaufe der Amtszeit der gegenwärtigen Reichsbankleitung auf weniger als den millionsten Teil ihres Borkriegswertes gefunten ist. Hätte Rom, 27. Auguft.( Eca.) Es bestätigt sich, daß Mussolini die dann hätte er nicht leicht sagen fönnen, daß alle Vorwürfe Herr Havenstein nur eine Sekunde an diese Tatsache gedacht, neue Entschloffenheit Deutschlands ein sehr wichtiger Fattor allgemeinen Wahlen auf unbestimmte 3eit verschoben für die wenigstens zeitweilige Erhaltung der Stabilität hat. In offiziösen Kreisen will man die Entscheidung darauf zurüd gegen feine Politit gerechtfertigt find. Einmal wenigstens im Europas. In diesem Sinne liege jezt die Haupt verantwortung führen, daß Mussolini in der augenblidlichen Rammer auf Verlaufe dieser beispiellofen Entwertung der Mark hätte man bei Deutschland. Bei allgemeiner passivität bedeute die eine feste Mehrheit zählen kann, andererseits aber auch auf die von ihm die entschlossene Geste des Mannes erwartet, der französische Besetzung des Ruhrgebietes den R nin für alle. Wenn Schwierigkeit, in furzer Frist die Liste der Kandidaten aufzustellen. fich mit der ganzen Autorität seiner Person und seines Amtes jedoch Großbritannien, Frankreich, Belgien und Deutschland eine Mussolini rechne darauf, endgültig die Stellung der Regierung als Letter der Zentralnotenbank der Entwicklung entgegengemeinsame Anstrengung unternehmen, um das wirtschaftliche Finanz- und Wirtschaftspolitik zu lösen, ferner aber auch die aus abfieht, die der Reichsbantpräsident nach dem Marksturz im zu sichern und vor der Wahlbefragung die Hauptprobleme der marf. Niemals ist das geschehen, wenn man von den Worten Problem auf einer rationellen Grundlage zu lösen, könnte die wieder- wärtigen Fragen zu klären( au erlebigen! Reb.) Die Rammer hergestellte Industrie des Ruhrgebietes ihren Platz einnehmen in wird nur zwei furze Sigungen vor Ablauf ihrer Wahlzeit abhalten. April gegen die maßgebenden Kreise der deutschen Wirtschaft einem allgemeinen System von Garantien für die angemessene Die Wahlen würden im Oftober nächsten Jahres ftattfinden. gerichtet hat, die Devisen hamsterten, Worte, die später in Zahlung von Reparationen, deren genauer Betrag endgültig durch Benesch trifft zu Verhandlungen mit Mussolini in Rom ein. ihrem fachlichen Inhalt wieder zurückgenommen wurden. eine wirtschaftliche Untersuchung festgestellt werden sollte. Wiederaufbankräfte von Danzig. Aber diese Aeußerlichkeit ist nicht das Wesentliche der Verteidigungsrede Havensteins. Er zog fich darauf zurück, daß die Inflation durch das hemmungslose Wachsen der fchwebenden Schuld des Reiches hauptsächlich herbeigeführt sei. Diese Tatsache ist von der Sozialdemokratischen Bartei längst in den Bordergrund der Erörterungn gestellt worden. Warum aber, so muß man fragen, hat Herr Havenstein diese Erkenntnis nicht viel früher angewandt, nämlich damals, als das Reich den Weltkrieg mit Schulden finanzierte in derselben Hoffnung, die später auf der anderen Seite geweckt wurde, daß der Gegner Diesmal der Deutsche alles bezahlen werde? Warum hat ferner die Reichsbant nicht ihren gesamten Einfluß aufgeboten, um nicht nur mit freundlichen Mahnungen an das Reichskabinett, sondern wo es notwendig war, durch den Appell an die Deffentlichkeit von der Regierung zu verlangen, daß der Ruhrfrieg durch neue Steuern finanziert werden sollte? Warum blieb damals Havenstein in der Reserve? Französischer Verhandlungsfühler? Die„ Daily Mail" ist eine mit großer Vorsicht zu benutzende Quelle. Wir geben daher die folgende Pariser Eca- Meldung wieder, ohne ihre Richtigkeit verbürgen zu können: Paris, 28. Auguft.( WTB.) In Le Havre ist der französische Dampfer De la Dalle aus Danzig mit 1100 Ingenieuren, Industries und Landarbeitern für das Wiederaufbaugebiet eingetroffen.( Bermutlich Polen. Red.) Die neuen Tarife. Mit Rüdficht auf die mit der Geldentwertung zusammen hängende zahlenmäßige Steigerung aller Ausgaben hat der Reichsverkehrsminister unter Zustimmung des Reichstabinetts vom 1. September ab die Schlüffelzahl im Personenverkehr von 150 000 auf 600 000, im Güterverkehr von 1,2 auf 1,8 millionen hinaufgesetzt. Gleichzeitig werden Ausnahmetarife für Obst und Gemüse eingeführt werden. Die Kartoffeln werden heute schon zu einem Fünftel des normalen Tarifs, also weit unter den Selbstfosten gefahren. In der Festlandsausgabe der„ Daily Mail" schreibt der diplo matische Korrespondent des Blattes, die französische Regierung rechne damit, daß der passive Widerstand im Ruhrgebiet in wenigen Tagen eingestellt werde. Allerdings bestehe auch die Möglichkeit, baß einige isolierte 3 entren, in denen die Sabotage vom un besetzten Deutschland aus unterstügt werde, weiter Widerstand leisten. Der Korrespondent tommt alsdann trotz aller offiziellen Dementis auf die von ihm verbreiteten Gerüchte über einen Berhandlungsvorschlag, den Stinnes den französischen Befatzungsbehörden unterbreitet habe, zurüd. In französischen Kreisen, sagt der Korrespondent, sei man der Ansicht, daß, menn Stinnes feine Wünsche ein normales Wirtschaftsleben im Ruhrgebiet erstreben, er lediglich die Berliner Regierung zu seiner Ansicht zu belehren Die Gelbentwertung zwingt auch die Reichsbahn, auf rechtzeitige brauche, denn Stinnes' Wünsche seien der Berliner Regierung immer Bezahlung ihrer Leistungen zu dringen und so auch an ihrem Teil Befehl Die französische und belgische Regierung hätte ihre Ber- die Inflation abzudämmen. Das gilt namentlich hinsichtlich des Ein treter im Ruhrgebiet angewiefen, Einzelfälle mit allen Hütten- ganges der Frachten. In erster Linie ist deshalb eine Aenderung des und Grubendirektoren im Ruhrgebiet zu besprechen, um der deutschen jezigen Stundungsverfahrens in Aussicht genommen. Außerdem Industrie Arbeit und Eristenzmöglichkeit zu sichern. Eine Be- wird vom 1. September ab für Frachten, die nicht vom Bersender sprechung über eine allgemeine Regelung fönne jedoch nur bei Aufgabe der Güter, also in Frankatur bezahlt, sondern erst bei stattfinden, wenn die Regierung selber die Initiative hierzu ergreift. Empfang des Gutes vom Empfänger durch lleberweisung erlegt Herrn Stinnes würden weder Poincaré noch andere französische werden, ein Zuschlag von 10 Broz. für tarifmäßige Frachten er Minister Audienz gewähren. Die französische Regierung stehe auf hoben. bem Standpunkt, daß sie die Zukunft des Ruhrgebietes nach Einstellung des passiven Widerstandes lediglich mit der deutschen Re. Die Vorauszahlung der Beamtengehälter. mit feine Schulb in Bapiermart gebeckt und streicht die übrigierung besprechen könne. Alle Nachrichten über deutsch- französische Reparationsverhanddurch Havas amtlich dementiert. Ein Irrtum der Reichsbankleitung ist es auch, wenn sie glaubt, die Gewährung ihrer Privattredite schaffe feine fünftliche Rauftraft, sei also fein Anlaß zur Inflation. Das gelte besonders nicht von den berechtigten und notwendigen Devisen, die der Produktion und dem Warenumsak dienen. Das ist ein grundlegender Irrtum. Ob ein Produzent fich Geld bei der Reichsbant zur Kohleneinfuhr oder zur Beschaffung von Hamsterbevisen hinlegt, der Vorgang bleibt immer der gleiche: er entleiht eine bestimmte Summe Papiergeld im Werte von, sagen wir, 10 Goldmark, zahlt aber, da er entwertetes Geld zurücgibt, nur eine Goldmark zurück, hat da Noch keine Verhandlungen. gen 9 Goldmark als zusäßliche Kauftraft ein. Derartige notDie auch im Vorwärts" wiedergegebene Mitteilung einer Ber- bite, die etwa jemand nehmen wollte, um sich einen Weinfungen, die im Gange feien, oder unmittelbar bevorstünden, werden finer Rorrespondenz, daß am Montag im Reichsfinanzministerium feller mit Seft zu füllen. Eben deshalb, weil beide Kredite in wendige Kredite wirfen nicht weniger inflationistisch als Kreunverbindliche Besprechungen zwifchen Regierungsvertretern ent mertetem Geld zurückgezahlt werden können und sich und Spigengewertschaften über die Beseitigung der das Geld schneller entwertet, als daß man den Geldentwer vierteljährlichen Borauszahlung der Beamtengehälter ftattgefunden tungsgewinn durch eine Herauffezung der Zinsfäße gleichsam hätten, wird uns vom Allgemeinen Deutschen Beamtenbund als un- wegsteuern fönnte. Der Vorgang liegt darin begründet, daß richtig bezeichnet. In Wirklichkeit waren zum Montag weder Bebas Geld, in dem die Kredite erteilt werden, dasselbe ist, das wertschaftsvertreter ins Reichsfinanzministerium geladen, noch hat der Staat zur Bestreitung seiner Bedürfnisse immer wieder an diefem Lage fonft eine Besprechung über diese Frage an anderen verwäffert, so daß schließlich die Verbraucher mit ihrer geamtlichen Stellen stattgefunden. Am Sonnabend hat lediglich eine furze Beratung zwischen der fchwächten Rauftraft die Gewinne der Großindustrie und des Großhandels zu bezahlen haben. Achterkommission der Gewerkschaften und der Regierung ftattgeVaris, 28. Auguft.( Eca.) Die Rheinische Unabhängigkeits- funden, und zwar über die Anpassung der Bezüge an die Haushalt. partei bat anläßlich der 3 wischenfälle von Münchentoften. Die Beseitigung der vierteljährlichen Vorauszahlung wurde Gladbach einen Aufruf an die franzöfifche und belgische Regie dabei nicht erörtert, auch hat die Regierung einen derartigen Bor. fiche Unterstüßung Frankreichs und Belgiens Berhandlungen für die Reichsarbeiter statt und dabei soll auch der rung gerichtet, in dem sie die moralische und wirtschaft schlag nicht zur Behandlung gestellt. Am Dienstag finden die der rheinischen Unabhängigteitsbewegung neue Behandlungstermin für die Beamten festgesetzt werden. erbittet. Die große Aufmachung, die die ganze rheinische Separatiftenbewegung in den legten Tagen erfahren hat, wird in den Ergänzung des Kabinetts Baldwin. Condon, 28. Auguft.( WTB.) Zum Schazkanzler wurde Ne ville Chamberlain, zum Wohlfahrtsminister Sir William Sonnson Hids ernannt. Mactenna hat trog Einladung des Premierministers das Schaktanzleramt abgelehnt, weil noch einige Zeit vergehen würde, bevor er feine Gefundheit vollkommen wiedererlangt haben würde. an Die Separatisten und Frankreich. gehoben. durch den Notendrud des Staates. Aber es find ja schon So lagen die Dinge bei fortschreitender Geldentwertung früher Maßnahmen ins Auge gefaßt worden, welche die Notenpresse stiffzulegen beftimmt waren. Schon im Jahre früher Maßnahmen ins Auge gefaßt worden, welche die den, die unter Solidarhaftung der Industrie der deutschen Notenpreffe ſtiffzulegen bestimmt waren. Schon im Jahre 1920 mollte man eine Gemeinwirtschaftsbant grünProduktion die notwendigen Auslandskredite beschaffen sollte. Bor etwa einem Jahre stand ferner die Erfassung der Havenstein einmal daran erinnern wollte, welche Haltung er zu diesen Vorschlägen eingenommen hat, und es wäre nicht ohne Intereffe festzustellen, wie oft auch aus anderen Anläffen der Präsident der Reichsbant in seinem Gutachten die Partei derjenigen vertreten hat, die aus der Geldentwertung Nu ben zogen. Das scheint dem Reichsbantpräsidenten unter dem Eindruck der neueren Angriffe gegen feine Politik entfallen zu fein. Es entbindet ihn aber nicht von der Mitschuld an der trostlos verfahrenen Lage der Reichsfinanzen, die er jetzt für seine Reichsbantpolitit verantwortlich macht. hiesigen Blättern vielfach fritisiert. Das„ Deuore" Aufhebung des Verfammlungsverbots in Württemberg. Die schreibt heute in einem Leitartikel: Wir glauben, daß Frankreich und Notverordnung vom 14. August 1923, betr. das Berbot von Ber- Sachwerte zur Erörterung. Es wäre gut, wenn sich Herr Belgien ten friedfertigen Rheinländern, die von dem wahren fammlungen und Demonstrationen, ist mit fofortiger Wirtung aufWunsche nach Versöhnung befeelt feien", teinen Dienst damit erweisen würden, daß sie offen die Separatisten unterstüßten. Bor allen Dingen würden sie ihre eigene Sache dadurch sehr schädigen. In seiner letzten Rede, fo fährt das Deuvre" fort, hat Strefe mann mit Recht auf die deutsche Einheit hingewiesen und hat die Aufrechterhaltung dieser Einheit zum Grundpfeiler seiner Politik gemacht. Da wir, fo schreibt Deuvre", weder Deutschland annettieren, noch es zerftüdeln wollen, kann uns die Haltung Stresemanns in nichts ein Hindernis fein. Man muß sogar anerkennen, daß sie außerordentlich geschickt ist. Weltfriedenskonferenz im nächsten Jahr? Nach einer Times". Meldung hat Harding die Absicht gehabt, für das nächste Jahr eine Weltfriedenstonferenz einzuberufen. Amtlich werde zum Ausbrud gebracht, daß Coolidge, der von dem ernsten Wunsch erfüllt fei, die Politit Hardings fortzusehen, dieselbe Absicht habe. Steigender Dollarkurs. Die Aufwärtsbewegung des Dollars fezt sich fort. Der geftrige Die gleiche Kurzsichtigkeit, mit der die Reichsbank WähReichsbanfausweis, aus dem wieder eine Berdoppelung des Noten- rungs- und Finanzpolitik getrieben hat, soweit sie auf die Die Verschärfung der Grenzsperre. umlaufes hervorgeht, bewirkt an der Börse starken Pessimis letztere Einfluß nehmen fonnte, zeigte sich auch in ihren VerDortmund, 28. Auguft.( Mtb.) 3m Hinblick auf die ange- m u s. Die Nachfrage ist ziemlich groß und namentlich das Rhein- fügungen über die Beschaffung der notwendigen fündigte Berschärfung der Grenzsperre find an den Grenzen des land tritt wieder mit großen Käufen auf den Markt. In den 3ahlungsmittel. 3war versuchte Herr Havenstein die Ruhrgebiets zahlreiche Verstärkungen der Bejahungs- Frühstunden bewegte sich der Dollar um die Grenze von 5 Millionen, fruppen eingetroffen, um eine strenge Bewachung durchzuführen. um sich dann stetig weiter nach oben zu entwickeln, so daß gegen - Gleichzeitig hat der Oberkommandierende eine Berordnung er- 1 Uhr bereits Rurfe von 6800000 zu hören waren. Von Abgaben laffen, wonach das Betreten der Wälder in der Zeit von 7 Uhr ist recht wenig zu bemerfen, nur einige Exportdevisen werden abge abends bis 6 Uhr früh verboten ist. Borwürfe nach dieser Richtung zu entfräften, indem er darauf himmies, daß die Reichsbant am 31. Mai eine ausreichende Reserve an gedruckten Bantnoten besaß. Aber gleichzeitig machte er wieder den Buchdruckerstreit für das Stocken liefert. Amtlich wurde der Dollar mit 6400000, das Pfund mit der Zahlungsmittelbelieferung verantwortlich, und das klingt Deutsche Eisenbahnerführer verhaftet. 29 000 000 und der holländische Gulden mit 2 500 000 feftgefeßt. Die um fo eigenartiger, als die Reichsbank ja neuerdings nichts Reichsbant war gezwungen, aus ihren Beständen reichlich unternommen hat, um den infolge der Entlassung des BeBochum, 28. August.( TU) Der Borsigende der Reichs- Material auszugeben. Die Repartierungen waren äußerst triebsrats Großmann drohenden neuen Streit der Notengewerkschaft der Eisenbahner, Wischeloh, sowie der geringfügig. Nach der amtlichen Notierung wurde daher der Dollar Drucker zu vermeiden. Man läßt es eben immer wieder darBorfikende des Deutschen Eisenbahnerverbandes, bereits mit 7 Millionen Geld und 7,8 Miillonen Brief genannt. auf ankommen. Herr Havenstein macht es sich auch leicht, wenn er als Beweis der Vorsorge für Zahlungsmittel ein sich dem Bertrauensvotum angeschloffen, hinfällig werden. Haven- Kampffraft zunächst auf ein anderes Ziel einfegen: grundbeliebtes Datum herausgreift, ohne sich daran zu erinnern, ftein erklärte als Vorsitzender zum Schluß der Konferenz lediglich, legende Steuerreform, die es den besitzenden. daß gewaltige Störungen in der Zahlungsmittelbelieferung daß er glaubt, in Uebereinstimmung mit dem Zentralausschuß fest Klaffen unmöglich macht, mit Hilfe der fortschreitenden Geldja schon wiederholt, auch ohne Buchdruckerstreif, stellen zu können, daß die Reichsbank bisher nach bestem Wissen entwertung ihren Steuerverpflichtungen zu entwischen. Und eingetreten sind, so im vorigen Jahre und auch neuerdings und Können gearbeitet habe und sich bei ihrem Berhalten lediglich darüber hinaus, um dem Staate die Mittel zur Erfüllung wieder, ehe der Buchdruckerstreit eingesetzt hatte. Die Reichs- von fachlichen Gesichtspunkten habe leiten laffen. Damit mar feiner Reparationsverpflichtungen zu verschaffen, eine scharfe bankleitung war eben den Situationen, die sie bei ihrer Wäh- die Sigung geschlossen. Vermögenssteuer, das heißt ein Eingriff in die rungspolitik hätte voraussehen müssen, nicht gewachsen, fie Die abschließende Feststellung des Herrn Hapenstein als Bor Substanz der kapitalistischen Vermögen, als deffen zuläng war dazu nicht beweglich genug. Hat man nicht sogar in fighender, die schließlich nur seine eigene Meinung wiedergibt, lichste Form nach wie vor, ja mehr als je die Erfassung einem Falle einen Referenten, der zu rechtzeitiger Bereit in ein einstimmiges Bertrauensvotum" umzumünzen, ist wirklich der Sachwerte zu betrachten ist." stellung großer Banknoten mahnte, in die Provinz verfeßt ein startes Stüd. Scheinbar glaubten die Stüßen Havensteins im und so seines Einflusses auf die Geschäfte beraubt? Zentralausschuß, insbesondere die Vertreter einzelner Großbanken, Zu allem auf dem Hörigen gefellt sich das Rerfagen der Reichs. den Mann, dem sie einen erheblichen Teil ihres neuen Reichtums Erſatz für die Reichswehr. Finanzelend und Goldwährung. Frankfurt a. d. D., den 16. August 1923. Infanterieregiment Nr. 8. 2. Romp. ( Brinz Karl v. Preußen.) Lgb. N.... 123. Herrn.. Zum Einstellungsgesuch vom 10. d.. Gleichzeitig sind folgende Papiere einzusenden: a) Geburtsurfunde; bank Gebiete der Kreditpolitit. Daß die Ban- verdanken, mit dieser Taftit stüßen oder gar halten zu können. Thre Ortsgeistlicher, Kriegerverein und Landbund. fen, die selbst Nuznießer dieser Politik find, ihr nicht wider- Versuche, die aussichtscos sein dürften, find um so trügerischer, als Ein junger Mann aus der Provinz Brandenburg, der sprechen, durfte kein Anlaß dazu sein, die Sache auf die lange die Bertreter der Gemerkschaften und Genossenschaften im Verlauf sich zum Eintritt in die Reichswehr beim Infanterie- Regiment Bant zu schieben. Jetzt bekommen wir endlich wertbeständige der sich an Havensteins Rede anschließenden Diskussion mit einer Nr. 8 in Frankfurt a. D. meldete, erhielt von dem KompagnieKredite der Reichsbant und Goldfonten. Man sehe sich ein- Kritik an dem bisherigen Verhalten der Reichsbank nicht zurüd- chef den folgenden Schreibebrief: mal das Gebilde an! Die Reichsbant gibt wertbeständige hielten. Kredite gegen Pfänder in Form von Wechseln. Diese lauten auf Papiermart, müssen aber bei Eintreten der Geldentmertung gegen einen Aufschlag, der 80 Proz. der Geldentwertung beträgt, eingelöst werden. Steigt die Mart, so muß der Dar Zu der jetzt lebhaft erörterten Frage einer radikalen lehnsnehmer gleichwohl die ganze entliehene Papiermark- Währungsreform wendet sich der wirtschaftliche Mitarbeiter fumme zurückzahlen. Auf ihm lastet also das Risito der der„ Leipziger Volkszeitung", Genosse Dr. Alfred Braunthal, Beldentwertung, er hat keinen Vorteil der Geldwertbefferung. gegen die Annahme, daß ein radifaler Bruch mit der Papier- Sie merden ersucht, zwei bis drei Bertrauenspersonen Aber der Kredit lautet auf eine schwankende Summe von währung und die Rückfehr zur effektiven Goldmährung dem namhaft zu machen, die über Ihre Verhältnisse Auskunft geben Bapiermart. Die wertbeständigen Reichsanleihen, Dollar Finanzelend mit einem Schlage ein Ende machen würde. tömmen. Als solche tommen in Frage der Borsigende des Ichaganweisungen und die neue Goldanleihe lauten auf GoldIn der Tat, es scheint so einfach wie das Ei des Kolumbus, Kriegervereins, der Geistliche, der Vorsitzende des mark bzw. auf den 4,20. Teil des Dollars. Jekt macht außer bas Radifalmittel, das mit einem Schlage das Währungs- und Landbundes usw. dem die Reichsbant Goldtonten gegen EinzahWirtschaftschaos beseitigen würde: von morgen an wird die Papie lungen von Devisen auf, die in Festmart" berechnet mart ihrer Funktion als Bertmesser gesetzlich entfleidet, alle Zah worden sollen. Diese Goldkonten sollen ihrerseits die Aus- lungen auf Goldmarkbasis verlangt und geleistet und übermorgen b) polizeiliches Führungszeugnis mit Lichtbild nach Leiliegengabe anderer wertbeständiger Darlehen ermöglichen und neue die Goldmart wirklich als neues Zahlungsmittel geschaffen; um die dem Muster; Gelegenheit zur Anlage in festen Werten schaffen. Nun ist„ Dedung" braucht einem angesichts der Tatsache, daß das Nationalc) polizeilich beglaubigte Einwilligungserklärung des gesetzeine Festmart, auf die diese Titel lauten, gleich ein hundertstel vermögen ja noch immer nicht verschwunden ist, nicht bange zu fein. lichen Vertreters für eine 12jährige Dienſtverpflichtung; Pfund Sterling oder etwa ein zwanzigstel Dollar. Durch ihr Die vielen gutgemeinten Vorschläge, die in den letzten Tagen aufd) Führungszeugnisse der Arbeitgeber während der letzten Zögern hat die Reichsbant es also schon dahin gebracht, daß getaucht sind und sich etwa auf dieser Basis bemegen übersehen zwei Jahre; allein in ihrem und des Reiches Namen drei verschiebabei nur einige Kleinigkeiten. Erstens daß die Stabilität e) schriftliche Erklärung von Ihnen, daß Sie noch nicht gesetz dene Wertmeffer für Festwerte gültig find. Noch ein einer Währung feineswegs von der Größe des National fich bestraft sind. Vierteljahr Politik Havenstein und fein Mensch kennt sich oder des Staatsvermögens und ebensomenig von der Höhe des Außerdem muß Ihr Größenmaß mindestens 1,65 Meter bemehr in der Wirtschaft und ihren Bertmeffern aus. Das alles Deckung der ausgegebenen Banknoten abhängt- besonders menn tragen. Falls Ihre Papiere in Ordnung sind und fonft nichts ist nicht etwa die Folge eines böfen Willens, sondern lediglich die Dedung nur oder teilweise aus Schuldforderungen Lesteht nachteiliges über Sie bekannt wird, können Sie mit einer Eindavon, daß die Reichsbank die Entwicklung zum wertbestän- sondern im Falle der Goldwährung von der tatsächlichen Fähigkeit stellung zum 1. Oktober d. I. rechnen. digen Kredit nur zögernd mitgemacht hat, daß fie erst hinter der Notenbant, Bantnoten jederzeit gegen Gold eins Ausschlaggebend ist für die Einstellung selbstverständlich die drein ging, wo die Wirtschaft ihre eigenen Wege suchte, und zu lösen, und im Falle der Bapierwährung von der Stabilität ärztliche Untersuchung, die in hiesiger Garnison stattfindet. Der daß fie infolgedeffen unter peinlicher Berücksichtigung von des Verhältnisses zwischen Bapiergeldmenge und umlaufender Tag derselben wird Ihnen noch mitgeteilt. einigen Dußend bureaukratischen Bedenken viel zu spät erst warenmenge. 3meitens aber wird übersehen, daß diese BedingunEine vorherige Borstellung bei der Kompagnie ist nicht nötig. selbst in den Gang der Geschicke eingriff, um noch führend gen- Einlöfungsfähigkeit der Notenbank bzw. relative Stabilität 1 Anlage. sein zu können. der Papiergeldmenge so lange unerfüllt bleiben müssen, als ter gez. Scheidler, Hauptmann und Kompagniechef. Aus alledem spricht nicht, daß unehrenhafte Motive die Staat sein Geldschöpfungsmonopol zu finanzpolitischen Zweden, Die Reichswehr ist bekanntlich die allerdings starf Reichsbantleitung geführt haben. Man wird ihr bestätigen zur Dedung seines Haushaitdefizits mißbraucht, die zusammengedrängte Heeresmacht der deutschen Republip! fönnen, daß sie nach bestem Wissen und Rönnen gehandelt hat. Notenpresse als die bequemite Steue quelle Letrachtet. Und diese Sie ist auf Freiwillige angewiesen, die sich ihr für zwölf lange Aber auch das allerbeste Wollen der gegenwärtigen unselige, brutale, unfoziale Finanzpolitt. die wie dem Finanzgenie Jahre verschreiben. Die Dienstpflicht ist beseitigt. Deshalb Reichsbankleitung reicht, wie der Millionenkurs des Dollars Helfferichs zu verdanten haben und di uno auf der Gipfel der sollte die Reichswehr nur aus überzeugten Republikanern_be und die fragwürdigen Erfolge in der Kreditpolitif zeigen, Runft getrieben hat, fann nicht von heute auf morgen von der stehen, die innerhalb und außerhalb des Dienstes sich als Solnicht aus, um jetzt noch die Bewegung in das richtige Geleis daten der Republik fühlen, nicht nur als Söldnertruppe zu bringen. Jeder Versuch dazu wäre ein gewagtes ErperiEs sollte, meint Genosse Braunthal, nicht allzu viel Weis- irgendeiner Regierung, ob sie demokratisch- republikanisch oder ment, das sich das deutsche Bolf nicht mehr leisten kann. Die heit dazu gehören, einzusehen, daß man zuerst die frante faschistisch- monarchistisch ist. Nach den unter der Amtstätigkeit Not steht zu hoch. Herr Havenstein ist überreif. Lunge heilen muß, ehe man die schädliche und gefähr des Reichswehrministers Dr. Geßler herausgegebenen Heeres liche Ersaglunge herausschneiden darf, daß die Beseitigung ergänzungsbestimmungen ist nun aber die Werbetätigkeit zu der Inflation und eventuell der Uebergang zur Goldmährung dem Heereserjazz ganz in die Hände der Offiziere das Ziel, nicht den Beginn der Sanierungspolitif zu bil- gelegt, vorzugsweise in die der Kompagniechefs. Diese sind Wir müssen gestehen, es ist in den letzten Tagen vorzüglich verden hat. Währungsfragen find heute Steuer berechtigt, 2eumundszeugnisse nicht nur amtliche.. standen worden, die Oeffentlichkeit irrezuführen. Bekanntlich fand fragen. Am Anfang muß daher die Steuerpolitit Führungsatteste sowohl über die Anzumerbenden selbst, als am Sonnabend eine Sigung des Zentralausschusses der Reichsbant ftehen, nicht ein Herumturieren an den Symptomen einer neraud über deren Angehörige(!) einzufordern. statt, über deren Ergebnis mitgeteilt wurde, daß dem Reichsbant hängnisvollen Steuerpolitit, am Währungsübel. Das schließt Der Hauptmann Scheidler aus Frankfurt a. D. handelt präsidenten zum Schluß der Sizung ein einstimmiges Bertrauens natürlich nicht aus, daß der Staat auch seinerseits, nach dem also ganz im Sinne seiner Instruktionen, wenn er von drei votum" erteilt worden sei. In Wirklichkeit hat weder eine Ent. Vorbild der Privatwirtschaft, feine Einnahmen mert Vertrauensleuten Auskunft fordert. Nach seiner Meinung schließung, die das Vertrauen aussprach, vorgelegen, noch beständig zu machen fucht. Aber es wäre eine wahnsinnige sind augenscheinlich der Ortsgeistliche, der Kriegerwürde überhaupt eine Abstimmung vorgenommen, so daß ohne Berschwendung und Verzettelung unserer Kräfte, wenn wir vereinsporfizende und der Vorsitzende des Land weiteres also auch die Behauptungen, die im Zentralausschuß heute die Forderung nach der Goldwährung zur Kampfparole bundes die richtigen Vertreter republikanischer Welt. fizenden Vertreter der Genossenschaften und Gewerkschaften hätten machten. Wir müssen schließt Braunthal unsere anschauung, die über den zufünftigen Berteidiger der Das Vertrauensvotum für Havenstein. Der„ Soz. Parlamentsdienst" schreibt: Gespräch über Goethe. Bon Nepomu f. Man fann sagen was man will: Goethe bleibt unser größter Dichter. Bergleichen Sie nur die heutige Dichtergeneration mit diefem Genie wo gäbe es einen, der ihm auch nur das Wasser reichen fönnte." „ Dieser Vergleich scheint mir nicht gezecht. Bedenken Sie die Zeit, in der unsere Jüngsten leben. Als Goethe lebte brauchte man für die Butter noch keine Million zu zahlen." Million sagen Sie. Bei uns mußten Sie gestern schon eine Million vierhunderttausend bezahlen. Und Sie konnten froh sein, " wenn Sie überhaupt melche befamen." Wenn wenigstens andere Fette noch billiger måren! Aber Margarine 800 bis 900 000 man weiß wirklich nicht, was man dazu sagen soll." „ Bewiß, die Zeit in der Goethe lebte, war in mancher Be. ziehung freundlicher. Aber sie hatte schließlich auch ihre Sorgen. Und darin sehe ich eben das Zeichen des Genies, daß es Freuden wie Leiden dichtezisch zu gestalten weiß. Nehmen Sie einmal Goethes Naturgefühl. Sie tennen wahrscheinlich alle fein feines Gedicht:„ Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser. Wissen Sie, daß der Magistrat das Baffergeld schon wieder erhöhen will?" 11 ,, Selbstverständlich. Und Gas, Elektrizität usw. auch." „ Die Folge wird sein, daß dann natürlich auch wieder alle Lebensmittel teurer werden." ,, Beachten Sie einmal, wie die lebendige Naturempfindung Goethes sich in diesem Gedicht äußert, wie das menschliche Leben sich hier gleichsam im Wasser spiegelt.. Und dann solche lyrische Ergüsse, wie jenen:„ Ueber allen Gipfeln ist Ruh..." " #A. Bildfläche, verschwinden." " 70 000 die Taffe. Ich fiel beinahe vom Stuhl. Heute ist das abwartendem Respett von der Presse gegrüßt, omnipotenter Mann freilich auch schon wieder längst überholt. Unter 100 000 gibt's an der Oper. Wenn das fein Experiment wäre, so würden wir mohl nirgends mehr ein trinfbazes Geträu." schmeigen und den Dingen ihren Lauf laffen. Aber mit dem ,, 100 000 fagen Sie? In einem besseren Koffee müssen Sie fait accompli der Bureaus sind wir schon einmal hereingefallen, jetzt schon 150 000, fogar 200 000 zahlen. Und dann friegen Sie noch nicht mal Mokka"..." „ Das Wundervolle an Goethe ist wie er uns trotz all seiner Erhabenheit doch auch immer menschlich nahe bleibt. Waren Sie einmal im Goethe- Haus in Weima:?" Bor Jahren. Damals foftete die Besichtigung noch fünfzig Pfennige pro Person. Jetzt wird man wohl 50 000 mart dafür zahlen müssen." " wie dieses Weimarer Goethe- Haus ausgestattet ist ,, Sie werden mir recht geben: die Schlichtheit, die ganze Art, man fühlt sich geradezu heimisch in diesen Räumen. Dabei müssen Sie bedenken: Es war immerhin nicht nur der anerkannte Dichterfürst Deutschlands, der da wohnte, sondern auch der erste Minister eines angesehenen Staates. Wie würde man heute eine solche Behausung Na wissen Sie, heute vielleicht auch nicht meh so! Bei den Möbelpreisen." pomphaft ausstatten. Ach, lieber Freund, Sie wiffen ja gar nicht, wieviel Geld immer noch da ist!" „ Natürlich! Irgendwo müssen die Billionen ja auch bleiten, die die Reichsbant jegt täglich herausschmeißt." und man plaudert es überall herum, daß die diplomatischen Verhandlungen mit Kleiber nicht ganz frei waren von persönlichen Bünschen und Strebungen. Mannes! Der Tatt hätte es aber verlangt, daß Stiedry, der Nichts gegen die fünstlerischen Fähigkeiten des kommenden wesentlich Weltere, der in Berlin seit zehn Jahren Bewährte, dem neuen Mann foordiniert wurde. Da er selbst ein Mensch von Ehre und Selbstbewußtsein ist, zog er die Konsequenzen und demissio nierte, da Kleiber ihm plöglich als Brätendent auf den Generalmusitdirettorpoften vorgesetzt wurde. In der Runft gibt es nur entscheidendes Können, feine Kollegialitätsrüdsichten; aber in einem republitanischen Staat darf nicht von heute auf morgen eine so tüchtige Kraft, ein gewissenhafter Beamter der Kunft wie Stiedry, moralisch bewilligt ist, haben wir Hoffnung und Vertrauen, daß ein Weg geauf die Straße gefeht werden. Solange das Entlassungsgesuch nicht funden wird, Stiebry der Oper zu erhalten. Die Konsuln mögen zusehen, daß tein Schade entsteht. Die Staatsoper ift gebrechlich: noch ein Pfeiler weniger, und sie bricht zusammen. Die Krise heißt nicht mehr Kleiber oder Schillings, sondern Stiebry. Er scheint mir, neben und mit dem neuen Mann stehend, unentbehrlich. Singer. Verbilligte Bücher. Im Ansching an den Artikel Der geistigen Ich sage: Goethe! Goethe! Und immer wieder Goethe!! Er Berarmung entgegen" macht der Parteiberlag 3. H. B. Dies Nachf. G. m. b. S.( Buchhandlung Vorwärts) darauf aufmerksam, daß er sich entschloffen ist eine Art Jungborn. Wiz müßten unsere Jugend noch ganz bat, feine Berte zu einer Schlüffelzahl zu liefern, die 15 Broz. unter der anders mit Goethe vertraut machen als jetzt. Aber Sie haben allgemein üblichen steht, zurzeit also ftatt 1000 000= 850 000. Außerdem die Buchhandelsschlüsselzahl ist jetzt glücklich auf 1 Million find für eine Reihe grundlegender Berte des Sozialismus die Grundpreise menn auch nur 10 auf 7. bedeutend herabgesezt, z. B. für den Band F. Lassalle von K. Renner von gestiegen. Eine anständige Goethe- Ausgabe eine Auswahl ist damit kaum mehr unter 20 bis 30 Millionen erhältlich. Die Gedichte allein werden auf drei oder vier Millionen zu stehen fommen. Ach ja, wir leben in einer herrlichen Zeit!" recht Staatsopernleichtsinn. ,, Ach ja! Wenn ich die Verse höre, muß ich immer an die Silberhöhe bei Schönbach denken. Da hatte fre jemand in den Balken der Schughütte eingeferbt, die dort stand. Man konnte es Die Staatsoper tommt aus ihren Krisen nicht heraus.. Un aber auch wirklich erleben, was da in den Berfen gesagt ist. Ich zu zeigen, daß Ministerium und Intendanz Herren der Situation wäre dieses Jahr so gern wieder nach Echönbach gegangen. Aber find, zerbieb man den Knoten, statt ihn starfarmig zu lösen. Man wer kann sich jetzt eine Ferienzeise leisten!" tommandierte die Berwirrung ab, wie einst Herr v. Kessel die Reno„ Ich bin ja neugierig, wie hoch die Eisenbahnfahrpreise noch lution verbieten wollte. Mit Bruno Walter schwebten BerhandKlettern werden, wenn jetzt erst die wertbeständigen Tarife ein- lungen, Klemperer verdarb sich durch Ueberforderungen feine setzen!" Bofition, Furtwängler war zu sehr schon gebunden. Immer " Nun, Sie können nicht leugnen, daß die Eisenbahn bisher noch aber suchte man die schwierige Situation durch Ernennung einer Beimmer relativ billig war. Als ich vor zwei Wochen nach Hannoner rühmtheit zu retten. fuhr, da kostete die Reise 3. Ale noch nicht einmal soviel mic ich in Hannover im Wartesaal für eine Tasse Kaffee bezahlen mußte." " Was fostete denn damals der Raffee?" tatsächlich ein ganzer, ein repräsentativer, ein höchst bewährter Mann, An die Staatsopfer wie an die angegliederten Konzerte gehört einer, der in Berlin schon einen Ruf hat. Erich Kleiber biri gierte einen Fidelio", der durchaus nicht übermältigte, aber zu allerhand Hoffnungen berechtigte. Zwei Tage später war er, mit Eine Stiftung für die Berliner Antikensammlung. Der frühere Direktor am Münzfabinett der Staatsmuseen, Prof. Dr. Heinrich Dressel, hat den Museen seinen Kunstbefiz durch Vermächtnis hinter laffen. Er besaß einige Marmoritulpturen und eine sehr reiche Sammlung von Berten der antifen Kleinfunft und von antifen Geräten, die nun dem Alten Museum zugefallen find.. in Weimar unter Vorsitz von Prof. Richard Niemerschmid statt. Außer einer Die diesjährige Werkbund tagung findet vom 13. bis 15. September Besichtigung der Baubausausstellung und einer Borführung des mechanischen Kabaretts der Bauhausbühne im Theater zu Jena gilt die Tagung den Fragen des jezigen funstgewerblichen Schaffens. Das Rigner Herder- Denkmal, das seinerzeit nach Rußland über aeführt worden ist, soll nach einer Meldung aus Moslau in diesen Tagen nach Riga zurüdgebracht werden. Das Denkmal befiudet fich in einem Speicher in einer Moskauer Borstadt. Ruiüiche Forschungsreise nach Tibet. In Troikko- Samst in dann wird sich Koslow mit seinen Gefährten nach der Mongolei unh Sibirien ist die Expedition des russischen Forschungsreisenden Sto slom angelommen. Hier werden noch einige Vorbereitungen getroffen und dann nach Tibet begeben. Roslom hat dadurch einen Weltruf erworben, baß er vor dem Weltkriege eine Forschungsreise nach der Mongolei ge macht hat, wo von ihm eine alte mongolijche Stadt entdeckt wurde Republik die rechte Auskunft geben tönnen. Und diese Herr-) schaften werden sich solchen Bertrauens ficher unbedingt mür dig ermeisen. Man fann stolz sein auf die moralische Werbefraft der Republit, daß sie sogar die Vertreter der fonfer= patinsten Staatsauffassung zu ihren Vertrauensleuten machen kann! Aber, im Ernst, hält der demokratische Reichswehrminifter den Charakter der deutschen Wehrmacht als republifa nisches Organ wirklich gesichert, wenn die Kompagniechefs thre Mannschaften lediglich auf Grund der Gutachten von Ortsgeistlichen, Kriegervereinlern und Landbündlern zu sammenstellen? Der Zusammenbruch der Straßenbahn. Ueber den Zusammenbruch der Berliner Straßenbahn fann man rung mit der Ausgabensteigerung bei den die unglaublichsten Meinungen hören. Glaubt doch fast jeder Ber: Straßenbahnen nicht annähernd Schritt gehalten liner, daß er absoluter Fachmann in Verkehrs- und Straßenbahn- bat. Die allgemeine Verarmung in den breiten Schichten der gefragen ist. Selbstverständlich besteht die Direktion aus lauter werbetreibenden Bevölkerung ist so groß geworden, daß sie 10 Gold3dioten. Na- und der Magistrat, noch dazu dieser sozialdemo- pfennig oder mehr( schon im Frieden war ein solcher Tarif knopp fratische Magistrat- daß die Kerle nichts verstehen, ist selbst. ausreichend) nicht mehr ausgeben kann. verständlich. Wären wir doch noch die private Aktiengesellschaft wie früher! Dann führen wir noch für 10 Pfennige und hätten ein feines Abhängig von der allgemeinen Gesundung. Leben, Nieder mit den Sozis, fort mit der Kommunalisierung! fammen mit dem Problem der allgemeinen deutschen Wirtschaftsnot. Das Problem der Straßenbahnnot fällt in der Hauptsache zu So hört man's überall. Manchmal mundert man sich, daß so viel Es ergibt sich mit logischer Notwendigkeit, daß eine Gesundung Die Sehnsucht der Agrarier. Dummheit möglich ist, aber mas ist zu machen. Die Zeit ist aus den der Bahnen aus sich selbst heraus nur möglich ist als Steffin, 28. Auguft.( TU.) Der pommersche Landbund tritt Fugen, die Menschen sind nervös. Folge einer Gesundung der deutschen Gesamt. mit einem Aufruf an die Deffentlichkeit, in dem es u. a. heißt: Wir möchten demgegenüber nur einige Zitate aus dem Referat wirtschaft. Erst wenn die Kauftraft der großen Volksmassen Herum das Steuer. Wir fordern die fofortige Aufrollung des früheren Generaldirektors der Berliner Straßenbahn Bussom der Ausgabenfteigerung wieder ausgeglichen sein wird, kann eine der Kriegsschuldfrage, wie fordern unbedingte nationale bringen, das er im April d. J. auf der Dresdener Tagung des Straßenbahn im Umfang ihres Friedensbetriebes wieder bestehen. Politik aller deutschen Regierungen, die wir in der jezigen Roa- Vereins für Kommunalwirtschaft gehalten hat. Was Wussow dort bilisierung der deutschen Marf zu schaffen, dann würde Wenn es gelingen foll, die Borbedingungen für eine dauernde Sta lition nicht mehr gewährleistet sehen, wir fordern eine auf ausführte, stimmt vollständig mit dem überein, mas der Vorwärts" sich zeigen, daß die volkswirtschaftlich notwendigen Streden allüber die Ursachen der Straßenbahnnöte oft genug ausgeführt hat. mählich bei ausreichendem Tarif auch wieder eine ausreichende find, und mit dem kommunalen Betrieb nicht das geringste zu tun Es zeigt vor allen Dingen, daß diese Ursachen allgemeiner Natur Wagenbefehung erhalten würden. unbedingter nationaler und gesunder wirtschaftlicher Grundlage ftehende Reichsdiffatur, mir fordern energische Unterdrüdung offener und geheimer Umtriebe, die zur 3erfegung des Boltes ober feiner Berwirrung durch weltbebrüdende Schlagworte führen, wir fordern deutsche Behörden und Gerichtshöfe. nicht solche, die als Parteifunttionäre ihre Pflicht tun, die sich ihres verant wortlichen Dienstes am gesamten Bolte bewußt sind, wir fordern die verfassungsmäßig zugesicherte Freiheit des Wortes, anstatt seiner parteilichen Unterdrüidung, mie fordern Gewährleistung rechtmäßigen Besiges und Förderung der heimischen Broduktion mit allen Mitteln. Wir fordern endgültige Abfehr von fozialistischen Utopien, mir fordern die Erziehung des Volkes zur Wahrhaftigkeit." Zum Schluß heißt es:" Soweit Steuern und mirtfchaftliche Lage es noch gestatten, wird es erste Aufgabe sein, das Gespenst des Hungers aus unserer Provinz zu bannen. Wir werden jede Maßnahme zur Erhaltung von Ruhe, Ordnung und Sicherheit der Arbeit ebenso unterstügen, mie die volfszersehende Wühlarbeit bekämpfen. Für Durchführung der Steuergesetze. haben. " Diese wenigen Zitate aus dem Referat eines Mannes, den die Einnahmen und Ausgaben der Bahnen. bürgerlichen Zeitungen uns stets als Fachmann empfohlen haben, Die Ursache der Notlage ist die Steigerung der Auszeigen zur Genüge, daß auch Fachleute die Ursachen der Straßengaben bei Unmöglichkeit, die Einnahmen entbahnnot, wenn sie fachlich und nicht demagogisch urteilen, in genau iprechend zu steigern. Das Mißverhältnis entstand mit der denselben Dingen sehen, wie mir. Wir können deshalb einer EntGeldentwertung und steigerte sich bisher in dem Grade ihrer Zu- tommunalisierung nicht das Wort reden, da sie an die Wurzeln der nahme Es ist ein besonderes Unglück der Straßenbahnen, daß fie in der Hauptsache gerade solche Materialien verwenden augenblicklichen Nöte gar nicht rühren kann. Die Gesundung der müssen, bei denen die Preissteigerung eine besonders hohe ist.( Kohle, Straßenbahn ist eine Frage der Stabilisierung der Währung, der Eisen, Metalle, Dele und Holz.) Vor dem Kriege setzten sich die Beseitigung der Inflation und der Hebung der Kaufkraft der BeAusgaben aus durchschnittlich 54 Prozent Personaltosten und 46 völkerung und des Kampfes gegen den Preiswucher der Kartelle. Brozent Materialtosten zusammen, heute etwa 75 Prozent Materialfosten und 25 Prozent Personalkosten. Konkurrenz der Reichsbahn. 0 Als Nebenursache tommt ferner die Tarifpolitik der Reichseifen bahn in Frage, Ueberall wo die Straßenbahn mit Reichsbahnftreden in Wettbewerb stehen, so namentlich im Vorortverkehr der großen Städte und im interlokalen Verkehr der Induftriebezirke, hat die Tarifpolitif der Eisenbahn die Straßenbahn mirtigaft aufs schwerste geschädigt. Aber auch bei an deren Straßenbahnen hat das psychologische Moment, daß die Be pölkerung die höheren Tarife der Straßenbahn im Vergleich zu denen der Reichseisenbahnen als mucherisch empfand, die Tarifbildung der Straßenbahn schmer geschädigt. Mangelnde Kauffraft der Bevölkerung. Davon abgefehen muß als Grundursache der Wirtschaftsnot der Unstand angesehen werden, daß die Kaufkraft der Bevölke Der Mord in der Fürstenberger Straße. Das Geständnis der Mörderin. Eine Rundgebung der Gewerkschaften. Aus dem Ruhrgebiet, den 28. Auguft.( TU.) Eine Versamm lung der Funktionäre der freien Gewerkschaften aus Rheinland und Westfalen nahm zu den wirtschaftlichen und politischen Fragen Stellung. Nach eingehender Aussprache wurde eine Entfchließung angenommen, in der u. a. ausgeführt wird: Die deutsche Republik steht so nahe vor dem Abgrund, daß es nur möglich sei, noch im legten Augenblick durch Aufbietung aller Kräfte den Zu fammenbruch zu verhüten. Die Arbeiterschaft habe seit Be stehen der Republit fortwährend die größten Opfer gebracht. Sie sei es gewesen, die infolge der aus der Inflation resultierenden Schäden ungeheure Opfer zugunsten derjenigen gebracht habe, die aus dieser Inflation große Geminne gezogen haben. Die vom Reichstag beschlossenen Steuergeseze hätten nunmehr dem berechtig ten Verlangen der Arbeiterschaft Rechnung getragen. Eine volle Gefundung der Berhältnisse sei dadurch noch nicht zu ermöglichen. Die Gemerfschaften hätten seit Jahr und Tog den Weg zur Gesundung Das Verbrechen, das gestern mittag im Hause Fürstenberger durch Erfassung der Sachmerte gezeigt. Nach Annahme Straße 10 entdeckt wurde, ist schon so gut wie aufgeflärt. Wie der Steuergesetze sezze nun der Widerstand der Steuerbrüde- wir bereits mitteilten, wurden der Schlafbursche der ermordeten berger und Vernichter des Reiches ein. Diesen gegen- Frau Bod Hermann Sadepti, dessen Bruder Otto und feine über erklären die Bertreter der Gewerkschaften ihren unbeugsamen Geliebte Franzista Chilenosti gleich als Verdächtige in Millen, daß sie von der Reichsregierung die Durchführung der Steuern mit der allergrößten Energie verlangen werden. Zum Schluß heißt es: In den Kreisen der Gewerkschaften besteht nicht volle llebereinstimmung, über die regierung, aber nachdem die Bildung der Koalitionsdurch den Mehrheitsmillen der gemählten Vertreter des Volfes vollzogen fei, stellen fich die Vertreter der Gewerkschaften mit Abficht und vollem Bemußt fein der Tragweite ihres Entschluffes hinter das Programm ber Regierung. Der Mörder Daskaloffs erklärte nach seiner Berhaftung, er sei ftolz darauf. Dastaloff getötet zu haben. Da sich in Bulgarien zum Attentat teine Gelegenheit bot, jei er nach Brag gereift, wo es ihm aber erst nach längerer Zeit gelungen fei, Dastaloff ausfindig zu machen. Das ruffifche Juffizwesen. Wie das russische Justiztommiffariat feſtſtellt, häufen fich immer mehr die Fälle, in denen sich ausländische Staaten an das sowjetrussische Juſtizkommissariat mit der Bitte menden gewiffe gerichtliche Handlungen auszuüben. Der Rat der Volkskommissare hat gegenwärtig einen Normalvertrag mit aus ländischen Staaten ausgearbeitet, der die Gegenseitigkeit in der Ausführung gewiffer einfacher Gerichtshandlungen herstellen foll. Indexwirrwarr". Bom AfA- Bund wird uns geschrieben: Stillegung der Münchener Straßenbahn. Die Münchener Zeitung" beschäftigt sich mit der überaus schwachen Besetzung der Straßenbahn am Sonntag, die nur mit.je einem Wagen gefahren ist, welcher noch dazu kaum zur Hälfte besetzt war. Dieser Verkehrsrückgang müsse auch dem Uneingeweihten fagen, daß bald mit einer Schließung des ganzen Betriebes zu rechnen sein dürfte. Tatsächlich habe man im Stadtrat bereits eine Schließung des Betriebes erörtert. Eine Kündigung des Personals sei aber in München schwer durchzuführen, da das Bersonal Beamtencharakter befize und daher unfündbar ist. Dabei muß man bedenken, daß die Münchener Straßenbahn durch den Bezug billigen elektrischen Stromes sehr viel besser dasteht als andere Bahnen. Es zeigt sich eben, daß die Not der Straßenbahnen eine allgemeine Erscheinung ist, die mit dem Geschimpfe auf den kommunalen Betrieb nicht abgetan werden fann. schlüsse von grundsäglicher Bedeutung. Die Kommunisten gaben aber dennoch keine bindende Erklärung ab. Da ein Einspruch von 15 Stadtverordneten genügt, um die Beratung irgendwelcher Borlagen in einer Ferienfißzung zu verhindern, und die Kommunisten über diese Zahl von Mitgliedern verfügen, hat der Aeltestenausschuß dann beschlossen, den Versuch, am Donnerstag eine Stadtverordnetenfizung zusammenzubringen, gar nicht erst zu unternehmen." Herr Dörr wird nicht schlecht gelacht haben, welch gewichtige Gewahrsam genommen, weil sie zu entfliehen versuchten, als die Bersönlichkeit er geworden ist, daß man schon, wenn er und ſeine Bolizei fam. Die Kriminalfommissore Galzam und Bern. Leute durch Abwesenheit glänzen, sich den Kopf der Kommunisten dorff unterzogen die drei Verhafteten im Polizeipräsidium im zerbricht. Diesmal hat der Herr Journaliste in der„ B. 3." fich Laufe des Nachmittags und die Nacht hindurch eingehenden Ber offenbar denn doch zu viel aus den Fingern gesogen. In der Sizung hören. Gleichzeitig wurde die Ermittelung und Bernehmung von mar fein einziger Kommunist anwesend, und die Sozialausgenoffen und anderen Zeugen fortgesetzt. Die Chilenosti demokraten traten von vornherein für Berschiebung der Sizung ein, geriet endlich so in die Enge, daß sie ein Geständnis dahin ab- weil sie das Theater mit beschlußunfähigen Sitzungen satt hatten: legte, fie habe Frau Bod ohne Vorbedacht und Ueberlegung in Also bitte, liebe" B. 3.", besser zusammenphantasieren das nächits. einem utanfall umgebracht. Wie sie behauptet, schloß Mal! fie aus verschiedenen Wahrnehmungen, daß Frau Bod bemüht mar, ihr ihren Geliebten, den Hermann Sadeyfi, abspenstig zu machen und einem anderen Mädchen in die Arme zu führen. Hierüber set fie mit ihr in einen heftigen Streit geraten, und in einem Butanfall Unter reger Teilnahme der Elternschaft, der Vertreter des fei fie über die Frau hergefallen. Dieses Geständnis scheint aber Jugendamtes und in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dr. Böß noch nicht ganz richtig zu fein. Es besteht vielmehr der Ber- und des Bürgermeisters Ritter feierte die Jugend des Linden= hat. Die Chilenowski, die seit einem Jahr bei Frau Bod wohnte Im Wettlauf, Kugelstoken, Weitsprung, Stafetterlauf und Handball dacht, daß der Erimordung auch Raubabficht zugrunde gelegen bois im Wettbewerb mit ihren Erziehern am Sonntag ihr Sportfeli. und mehr oder weniger in deren Geschäfte eingeweiht war, weil sie wurden beachtenswerte Leistungen erzielt, die Zeugnis dafür abihr öfter half, wußte, daß die alte Frau Geld hatte, und es scheint, legen, daß der Sport als Hilfsmittel der modernen Jugenderziehung daß sie es darauf abgesehen hatte. Hermann Sadekki und fein zur Ertüchtigung der jungen Menschen nicht zu unterschäßen ist. Bruder sind nach den bisherigen Ermittelungen an der Tat nicht be- Dieses fam auch in der Anerkennung zum Ausdruck, die der Leiter teiligt, sondern erst dazu gekommen als es schon geschehen war. Die des Jugendamtes, Direktor Kraut, fomie Oberbürgermeister Ermittelungen werden eifrig fortgesetzt und wohl sehr bald zu einer Dr. Böß den Erziehern und Jungen spendete. Wohl jeder, der das vollen Klärung führen. Für Mitteilungen aus dem Publikum ist verständnisvolle Walten des Leiters des Erziehungsheims, Direktor eine Belohnung von 300 000 m. ausgesetzt. Blum, und seiner Mitarbeiter beobachten konnte, wird mit der Ueberzeugung die Beranstaltung verlassen haben, daß hier alle Kräfte zum Besten der Allgemeinheit am Werte sind. Die glän zenden Augen der Zöglinge waren ein beredtes Zeugnis für den Geift im Lindenhof. Gefängnis für Nahrungsmittelschieber. Die unter obiger Ueberschrift in der heutigen Morgenausgabe Beröffentlichte Notiz könnte den Anschein erwecken, als hätte das Statistische Reichsamt selbst an dem von ihm mit 753 733 befanntgegebenen Lebenshaltungsinder vom 20. Auguft eine Korreftur vorgenommen und die genannte Mennziffer mit 672 779 be. richtigt. Demgegenüber steht die Tatsache, daß bei Berhand- für 15 Millionen Mart je Zentner( 150 000 m. je Bfund) gekauft lungen, die gestern für die Angestellten der chemischen Industrie Groß- Berlins vor dem Demobilmachungskommissar stattfanden, auf telephonische Rüdfrage beim Statistischen Reichsamt die Aus. funft erteilt wurde, die zuerst bekanntgegebene Jnderziffer Don 753733 bestehe nach wie vor zu recht. Es ist höchste Zeit, daß endlich von amilicher Stelle eine eindeutige Erflärung erfolgt." Amtliche Devisenkurse. 28. August Räufer ( Geld-) Kurs Berkäufer ( Brief-) Kurs Sportfest im Erziehungsheim ,, Lindenhof" Das Verkehrsflugzeug Paris- London abgestürzt. Ein Toter, zehn Schwerverletzte. Ein französisches Berkehrsflugzeug, das den Verkehr zwischen Baris und London vermittelt, stürzte bei East Malling( Graffchaft Kent) mit 9 Fahrgästen, dem Führer und dem Technifer an Bord ab. Ein französischer Kaufmann namens Günther ist ums Leben gekommen. Die übrigen zehn Personen wurden sch me.r verlegt. Nach einer anderen Meldung hat sich das Flugzeug bei einer Notlandung überschlagen, weil die von einer Banit ergriffenen Fahrgäste beim Heruntergehen des Flugzeuges nach einer Seite der Kajüte stürzten. Bom Marktgericht Zentralmartthalle murden, mie uns vom Amtsgericht Berlin- Mitte mitgeteilt wird, in den legten Tagen unter anderem bestraft: 1. Der Oldenburger Großhändler K. wegen Rettenhandels mit 1 Monat Gefängnis und Einziehung von 15 Zentnern Bohnen, die er vor der Berliner Zentralmarkthalle hatte, um sie nach Hamburg zu schaffen. Da in Berlin großer Mangel an Gemüsen wie an Lebensmitteln überhaupt besteht, handelt derjenige unwirtschaftlich und preisverteuernd, der die bereits auf den Berliner Marft gebrachte Ware hier auftauft, um sie auf einen anderen Markt zu verbringen. Bei dem offensichtlichen Eigen muß war daher der Tatbestand des Rettenhandels erfüllt. 2. Der Auffäufer P. wegen Preistreiberei mit einem Monat Gefängnis und 30 Millionen Mart Geldstrafe, weil er Kartoffeln, die er mit 9000 M. je Pfund in Pommern getauft hatte, für 28 000 m. in Berlin verkaufen wollte. Mehrere Zentner Kartoffeln wurden eingezogen. 3. Der Großschlächtermeister H. wegen Preistreiberei mit 1 Monot Gefängnis und 500 Millionen Mart Geldstrafe, weil er dem Viehhändler Mundt in Bolzin 5000 m. je Pfund Lebendgewicht über den Berliner Marktpreis anbot, was Mundt zur Anzeige brachte. Es ist bedauerlich, daß in dieser Mitteilung in bis feinem Falle der Name des Verurteilten angegeben wurde. Die Bevölkerung, die unter der Auswucherung unfauberer Mitglieder des 2205500.- Handels leidet, fann solche zarte Rücksichtnahme nicht verstehen. Rücksichtslose Offenheit wirkt immer herzerfrischend, schamhaftes Verschweigen erweckt nur Mißtrauen. Wer wuchert, gehört an den Branger. Aurs 27. Auguft Räufer Berkäufer ( Geld-) ( Brief-) Aurs 2506250.- 2194500.2044875.2055125.- 1795500. 295260.- 296740.255360. 1041310.- 1046690.- 913710. 1177050.- 1182950. 1041390.1 holländ. Gulden. 2493750.1 argent. Pap. Befo 1 belgischer Frank. 1 norweg. Krone. dänische Krone 1 schwedische Serone 1595750.1 finnische Mart. 1 italienische Lire 1804500.256640.918290.1046610.1704250.- 1496250.- 1508750.149625.- 150375.2733130.- 2746850.241395.- 242605 1 japanischer gen 275310.- 276690.6384000.6416000.1 französisch. Frank 363090.364910.1 Bfund Sterling 28927500.- 29072500.- 25436250.- 25563750.1 Dollar 1 brasilian. Milreis 1 Schweizer Frani 1147125.1 spanische Befeta 869820.100 österr. Sr.( geft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Rewa 1 jugoslaw. Dinar 5586000.- 5614000.819200.- 320800.498750.- 501250. Die hellhörige ,, B. 3." Was so ein richtiger Journaliste ist, der hört das Gras machsen und die Flöhe husten. Im Rathaus hört er durch sämtliche Bände hindurch, ja, es foll Leute geben, die schon vor Beendigung der Sigungen im Rathaus genau wissen, was beschlossen wird. Dazu gehört dann noch die Fähigkeit, aus einer Sache dreimal ein Ragout zu machen, ohne daß der Leser merkt, wie ihm mit anderen Worten immer wieder dieselbe Weisheit vorgesetzt wird. Heute überbietet 1152875.- 1013460.- 1018540.- fich die B. 3." selber. Sie weiß von den bösen Kommunisten fol874180.- 758100.- 761900.- gendes zu berichten: 7980.- 8020.In der gestrigen Sigung des Aeltesten- Ausschusses gaben sich 164587.- 165418. die Führer der bürgerlichen und der sozialdemokratischen Fraktionen 319,20 320.90 die größte Mühe, die Kommunisten von der Notwendigkeit des 51870.- 52130.eiligsten Zusammentretens des Stadtparlaments zu überzeugen. 58852.- 59148. Allein der Zusammenbruch der Straßenbahn erforderte sofortige Be" Groß- Berliner Parteinachrichten. Zu unseren heutigen Versammlungen. Wir bitten die Berfammlungsleiter, der Redattion möglichst 11 Uhr abends furze Berichte über den Verlauf der Verfammlungen telephonisch zu übermitteln. Die Red. des„ Borw." Achtung, kassierer! Der erweiterte Bezirksvorffend hat befanntlich in seiner Sigung vom 18. Auguft d. 3., entsprechend dem Beschluß des Parteiausichuffes vom 16. August, einmütig für September den wöchentlichen Beitrag auf 50 000 m. für Männer und 20 000 m. für Frauen feftgesetzt. Das Eintrittsgeld beträgt hiernach ebenfalls für Männer 50 000 M. und für Frauen 20 000 m. Die neuen Marken sind bereits in unserem Bureau zu haben. Die Kaffierer, die die Marken abholen können, werden sehr darum gebeten. Alle bis Freitag, den 7. September, abends 5 Uhr, nicht abgeholten Marken werden am Sonnabend, den 8. September, durch die Post zugestellt. 3. 2: Alex Pagels. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde, Gruppe Chrift burger Straße, Mittwoch den 29., 7 Uhr, michtige Helfersigung bei Schen?, Berneuchener Str. 13, Hof 2 Tr. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Etwas fühler, zeitweise heiter, aber unbeständig, mit einzelnen leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Binden. Gewerkschaftsbewegung Metallarbeiter- Internationale. Klaffenverrats, des Arbeitermordes, der Balaiendienste für die Bourgeoisie! Hinein in die Kommunistische Partei, die einzige Partei Deutschlands, die eine revolutionäre, proletarische Partei ist!" Ich nehme an, daß mit den Arbeitern der SPD. die Arbeiter In der zweiten Sigung des Zentralfomitees des Inter- der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gemeint nationalen Metallarbeiterverbandes wurde die Aufnahme des find und antworte daher als Mitglied dieser Partei. Welche Verruffifchen Metallarbeiterverbandes erörtert. Bereits im Mai heerungen muß doch der Wetterschlag der Zeit an Ihrem Geistesdieses Jahres mar mit den Russen ein Abkommen über zustand angerichtet haben, wenn Sie fagen, wenn wir noch einen den eventuellen Zusammenschluß des russischen Metallarbeiter Funken Klassenempfindens uns bewahrt haben, dann müßten wir in verbandes mit dem Internationalen Metallarbeiterverband die KPD. eintreten! Bas müssen es doch für fonfuse politische unterzeichnet worden, welches nunmehr dem Zentralfomitee Dummföpfe fein, die an unser Klaffenempfinden appellieren und zur Begutachtung porlag. Die Vertreter Belgiens, Frankreichs und zu gleicher Zeit um die Gunst der Arbeitermörder aus dem deutschdes deutschen Berbandes in der Tschechoslowakei sprachen gegen völfischen Lager buhlen?! Wenn Ruth Fischer und Dr. Rosenberg die Aufnahme, die Deutschen, Defterreicher und Engländer er- am Mittwoch, den 25. Juli, den deutschvöltischen Studenten erklärten, flärten sich dafür, verlangten aber, daß noch gewisse Sicherheiten man fönnte zmar mit einer langen Mordiste aufwarten, aber das gefchaffen werden müßten, so z. B. daß die Russen die 21 Bunfte nicht folle alles vergeffen fein. Pfui, folche Art von Klaffenempfinden überlassen mir gern der KPD. anwenden. Jlg Schweiz brachte einen Zufazantrag ein, der die grund. fägliche Zustimmung zum Zusammenschluß aussprach, zu gleich aber feststellte, daß Bebenten in bezug auf Innehaltung Don Sagungen und Beschlüssen durch den russischen Metallarbeiter. verband erhoben würden. Das Sekretariat soll beauftragt werden, mit den Ruffen in Verbindung zu treten, um die strittigen Buntte bis zum nächsten Kongreß zu erfären. Das Abkommen wurde schließ lich mit den vorbehaltlichen Alenderungen und dem Zusaz Ilg angenommen. Der holländische Delegierte enthielt sich der Stimme. Die Aufnahme des französischen fommunistischen Metallarbeiterverbandes wurde abgelehnt. Richtlinien für Lohnverhandlungen. " Zu den von der TU. verbreiteten und in unserer heutigen Morgenausgabe als Vereinbarungen der Spitenorganisationen" veröffentlichten Richtlinien wird uns von tompetenter Seite mit geteilt, daß es sich dabei um die von einer engeren Kommission gemachten Vorschläge zu Richtlinien handelt, die durch einen Bertrauensbruch vorzeitig veröffentlicht wurden. Die Spizenorganifationen werden über diese Richtlinien zunächst beraten und nachdem darüber beschließen, ob diese Richtlinien in veränderter oder unveränderter Form vereinbart werden sollen. In dem von der TU. verbreiteten Lert fehlt übrigens am Schluffe folgende Stelle: Zur Erörterung des gesamten Lohnproblems ist ein lohnpolitischer Ausschuß zu schaffen, der aus den Bertretern der Verbände der Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestehen soll. Es soll Aufgabe dieses Ausschusses sein, insbesondere Schritte zu beraten, die die Angleichung des Reallohnes an die augenblicklichen Verhältnisse er möglichen. Auch hierbei handelt es sich natürlich zunächst auch nur um einen Vorschlag der betreffenden Kommiffion. Wie die ,, Rote Fahne" fälscht. Unser Klaffenempfinden laffen wir nicht mißbrauchen von den Handlangern der ruffischen Außenpolitik und zu den Zweden dieser Politit. Hat sich auch mancher ehrliche Arbeiter durch die Lockungen der RPD. oder durch den Terror der KPD. zu Ihrer Partei verlaufen, fo bin ich mir gewiß, daß auch diesem Teil die Augen bald aufgehen werden. Einer Partei anzugehören, die politisch nichts weiter leistet, als wie ein fläffender Hund neben dem Wagen der Entwicklung herzu. Caufen, fann einem ehrlich denkenden Arbeiter nie möglich sein. Will die Arbeiterschaft als Klaffe einmal Siegerin im Kampf um die wirtschaftliche und politische Macht sein, dann hat sie zu forgen für die Erziehung der Maffen zur Wahrheit, zur Liebe der Menschen zueinander, zum Mannesmut und zur Tugend, und nicht, mie es in Ihrer Bartei Grundsatz zur Erziehung ist: Man muß es verstehen mit Lüge und Berleumdung, Berschweigen der Wahr. heit ufm. Wir sind stolz darauf, noch heute fingen zu können: Wohlan wer Recht und Wahrheit achtet, zu unsrer Fahne steht zu auf, ob auch die Lüg' uns noch umnachtet, bald steigt der Morgen hell herauf... Wir folgen auch weiterhin der Bahn, die uns geführt& affall! 5. Becker, Mitglied der BSPD. " Streit der jugoslawischen Seeleute. Tom Sekretariat ber JTF. wird uns mitgeteilt: " Es wird anscheinend von Unternehmerseite in der ausländischen Breffe tie Nachricht verbreitet, als ob der Streit der jugoslawischen Geeleute abgebrochen sei. Wie uns die jugoslawischen Seeleute- Organisationen berichten, ist dies unwahr. Der Streit dauert in unveränderter Weise fort und ist auch fernerhin durch Berweigerung des Ladens und Löschens jugoslawischer Schiffe die Ausübung der Solidarität in ausländischen Häfen notwendig. In diesem Sinne fezt auch das Sekretariat der ITF. seine Bemühungen fort und ruft die angeschloffenen Organisationen auf, die jugoslawischen Kollegen in ihrem Kampfe zu unterstügen." ,, Man lese den Borwärts" schreibt die Rote Fahne" der in seiner Abenbausgabe vom 24. Auguft gegen die hohen" Buchdruckerlöhne vorgeht und den Buchdruckern Bernunft' anrät. Er schreibt wörtlich: Die neuen Buchdruckerlöhne sind zu hoch." Weiter nichts! Abgesehen davon, daß es ungehörig ist, aus 100 Beilen eine einzige aus dem Zusammenhang zu reißen, ist der angeblich wörtlich wiedergegebene Sag im Vorwärts" nicht zu finden. Es fann nur der folgende Satz gemeint und gefälscht Brandenburg wurde zwischen dem Arbeitgeberverband der ElekFür die Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke der Provinz fein, dem wir des besseren Verständnisses wegen den Borderfatz vor trizitäts-, Gas- und Wafferwerte der Provinz Brandenburg, dem anftellen müffen: ,, ein Mensch wird behaupten fönnen, Zentralverband der Maschiniften und Heizer und dem Deutschen daß die Löhne im Berhältnis zu denen verschiedener anderer Be- Metallarbeiterverband folgende Bereinbarung getroffen: rufe, gemeffen insbesondere an den Gehältern der Beamten, zu Stundenlohnsatz für die Woche vom 20.- 26. Auguſt beträgt in hoch seien. Gruppe 1: 641 700, Gruppe II: 621 530, Gruppe III: 604 920, 387 780 m. Die Frauenzulage wird auf 240 000 M., die KinderGruppe IV: 560 530, Gruppe V: 474 810 une in Gruppe VI: zulage auf 480 000 m. möchentlich erhöht. seite abgesehen, herausgestellt, daß die neuen Löhne für das Es hat sich jedoch, von allen Uebertreibungen auf Unternehmer Buchdrudgewerbe zu hoch sind." Bir möchten hinzufügen: mit Ausnahme etwa der Zeitungsbruckereien, die von Stinnes oder aus Moskau subventioniert merben". Jeder anständige Mensch, der unsere Betrachtungen zur Bage im Buchdrudgewerbe" in Nr. 396 des Borwärts" gelesen hat, wird uns zugestehen müssen, daß sie von der Absicht diftiert maren, den Buchdruckergehilfen die Kurzarbeit zu ersparen oder gar die Arbeitslosigkeit. Der, Roten Fayne" aber fam es darauf an, den ,, Vorwärts" herabzusetzen. Da sie dem Kern der Dinge ausweicht und unsere Ausführungen ihr feine Handhabe zur Berunglimpfung boten, griff fie den Saz heraus und fälschte ihn. Das wollen mir niedriger hängen. Eine Antwort an die Kommunistische Partei. Der unterzeichnete Genoffe bat uns um Beröffentlichung folgen ben offenen Briefes an den 3entralvorstand der KPD., Bezirk Berlin- Brandeburg: „ In Ihrem Aufruf vom 21. August in Nr. 193 der„ Roten Fahne" vom 22. Auguft menden Sie sich an die Arbeiter der SPD. und USP D. mit der Aufforderung: Arbeiter der SPD.! Wenn noch ein Funke proletarischen Klaffenempfindens in Euch ist, dann heraus aus der Partei des 86 Gartenstr. 86 Zahngebisse Gold-, Silber- Bruch, Platin kauft zu höchstem Tageskurs Paul Schneider, Juwelier 86 Gartenstr. 86 Der weiteste Weg zu mir lohnt sich! Damen- und Herren- Stoffe aller Art in großer Auswahl. Gabardine, Kammgarne, Tuche, Affenhaut, Flausche, Plüsche, Kleider- Samete, Anzug- u. Paletotstoffe. Paul Karle 0.34, Warschauer Straße 79. Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. + Geschlechtskranke BePandlung von Syphilis, Hautausschlägen, Wunden. Harnröhrenleiden, ftarte Ausflüffe, auch wo alles verfagte, murben Taufenbe burch Phorofanos das neue deutsche Reichs. Patent, furzfristig geheilt. Biele Dantiagungen = und Dankschreiben. Gemiffenhafte ärztl. Leitung. Phorofanos Heilanstalten, BotsdamerStr. 109, naheStegligerStr. Brunnenstr. 191, nahe Rosenthaler L Getrennt für Herren und Dame. Sprechzeit täglich 10-7, Gonnt.9-12 T RAURINGE in jed. Größe u. Qualität, stets vorrät., nur bill. Preisberechn. M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf. Teleph. Lichtenberg 3322 Das Gesundheitsbuch der Fran Bon Prof. A. Grotjahn Mit Abbildungen Grundzahl 2,50 M. geb. Buchhandlung Vorwärte Berfin E2 68, Lindenfir. 3 Der Ein Transportarbeiterftreit in Sachsen ist seit gestern in Dres. den ausgebrochen, wie in allen größeren Städten Sachsens, vor allem in Leipzig. Die Transportarbeiter find wegen nichterfüllter Lohnforderungen in den Streit getreten. Beim Pariser Gasarbeiterstreit tam es gestern während einer Kundgebung streifender Gasarbeiter in der Nähe der Gasanstalt von St. Denis zu einer Schlägerei, in deren Berlauf fünf streifende Arbeiter verhaftet wurden. Zwei andere Arbeiter wurden bei der Gasanstalt von Clichy wegen Bedrohung und Beleidigung von Arbeitswilligen verhaftet. Der Generalffreit in Athen ist beendet. Die Arbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen. Die Regierung hat die Zusicherung gegeben, daß sie unter gewissen Bedingungen die Verordnungen über Auflösung der Gemerschaften rüdgängig machen würde. Die Streitgefahr im amerikanischen Bergbau hat den Bräsidenten Coolidge veranlaßt, den Gouverneur von Bennsyvanien zu beauf fragen, einen Schiedsspruch zu fällen, um dem zum 1. September drohenden Riesenstreit vorzubeugen. Bel Binkauf Fahrtvergütung! Bei Einkauf Fahrtvergütung! Nicht überlegen Preise steigen, nicht warten! Billig! Billig! Billig! Anzüge/ Hosen Gummi- Mäntel Winter- Paletots in reicher Auswahl weit unter heutigem Herstellungspreis Kauferleichterung durch Anzahlung. Hugo Simon Größtes Spezialhaus für Herrenkleidung 133 Charlottenburg Wilmersdorfer Str. an der Bismarckstraße 133 Weitester Weg lohnend, da Fahrtvergütung! Bel Einkauf Fahrtvergütung! Wirtschaft Für die Besteuerung der Bodenrente. Besteuerung von rund und Boden, auf der vierzehn Die in Oxford abgehaltene internationale Ronferenz über die Nationen vertreten waren, hat, einer Reuter- Meldung zufolge, einstimmig folgende Kundgebung an die Herrscher der elt angenommen: Der Krieg ist zu Ende. Der Krieg wurde mit einem Frieden beendet, der das Ende des Friedens bedeutet. Es muß eine neue Staatstunst erstehen, deren Ziel die Freiheit des Volkes durch Gerechtigkeit ist, und eine solche legen wir hier dar. Es ist flar, daß die ungerechte Verteilung des Reichtums, der immer mehr zurüdgehende Handel, der industrielle Niedergang und bas Fortbestehen der Armut mit Laster, Berbrechen und Elend, die sie zur Folge hat, Folgen des Privatmonopols auf Grund und Boden, der privaten Einziehung der Bodenrente und der Berleugnung des Rechtes des ganzen Volkes auf den Grund und Boden in seinem eigenen Lande find. Je stärker dieses Monopol auf Grund und Boden ist, desto niedriger sind die Löhne für alle Arbeit und die Erträgnisse aus geschäftlicher und induftrieller Tätigkeit und um so ärmer die wirtschaftliche, soziale und geiftige Lage des Bolkes. Diese liebel, welche den Kampf unter den Bürgern einer Nation verewigen und zu Kriegen zwischen den Nationen um mehr Land und mehr Monopol auf Bodenmerte führen, fönnen nur durch Abschaffung des Privat monopols auf Grund und Boden und der ungerechten Steuern beendet werden, die erhoben werden, weil das Bolt feiner Bürgerrechte in seinem Vaterlande beraubt worden ist. Um dies herbeizuführen, fordern wir dringend, daß alle gleiche Rechte auf Grund und Boden gewährt werden, indem man die wirtschaftliche Bodenrente durch direkte Besteuerung von Grund und Boden erhebt und so alle anderen Steuern abschafft und die den Handel zerstörenden und Kriege hervorrufenden internationalen Zölle erfezt durch jene völlige Handelsfreiheit, die ein natürliches Menschen. recht ist. Wir weisen warnend darauf hin, daß dies geschehen muß, und zwar bald, um die immer mehr wachsende Unzufriedenheit zu beenden, blutige Revolutionen, den Zusammenbruch der Zivilisation und den Sturz derjenigen Herrscher zu verhüten, die zu unwissend oder zu furchtsam sind, zu handeln, bevor es zu spät ist, denn die Herzen des Volkes aller Nationen sind voller Bitterfeit wegen ihrer Leiden und der Ueberbürdung mit Steuern und wegen ihrer und ihrer Kinder Vertreibung von Grund und Boden, auf den fie ein angeborenes Recht befizen. Es versteht sich von selbst, daß wir die Auffassung nicht teilen, die soziale Berelendung sei ausschließlich durch das Bodenmonopol herbeigeführt. Die tapitalistische Produktionsweise in der Industrie, die an der Berelendung der breiten Massen und an dem internationalen Unfrieden in gleicher Weise schuld ist, sache, daß die Produktionsmittel fich in den Händen weniger Kapi geht nicht nur auf das Bodenmonopol zurüd, sondern auf die Tattaliften befinden, die ihrerseits imftande sind, aus der Arbeitskraft der Massen zu ziehen. Immerhin ist die Entschließung trotz ihrer utopischen Zielsetzung ein wertvoller Beitrag zur Frage der Boden besteuerung. Ronfumverein„ Eintracht", Effen, bat in drei Wochen ohne BerDie Aufbringung tonfumgenoffenfchaftlicher Betriebsmittel. Der sammlungsbeschluß je 100'000 m. je Mitglied und Woche für den zogen und dadurch über 15 Milliarden Marf eingebracht. Ließe fich jetzt auf 3 Millionen Mart erhöhten Geschäftsanteil eingeubed und Umgegend hat in der ersten Augustwoche 498 900 000 ähnlich nicht auch anderswo arbeiten, wo die Verhältnisse nicht so ungünstig liegen wie im besetzten Gebiete? Der Konsumverein Mark und in der zweiten Woche 1111 194 000 m. Geschäftsanteile hereinbekommen, bis zum 11. Auguft insgesamt 2 020 000 000 m. Beim Allgemeinen Konsumverein Chemnih wurden in faum zwei Wochen als Warenbeschaffungsanteile neben dem Geschäfts. anteil rund sechs Milliarden Mark von den Mitgliedern hereingebracht. Die Vereine mit einem höheren Geschäftsanteil als eine Million Mart mehren sich nun täglich. An der Spitze der Ronfumvereine steht in dieser Beziehung Hersfeld( H.-N.) mit fechs Millionen Mark Anteil je Mitglied. Aus der Partei. bei den bevorstehenden Wahlen für die sozialdemokratischen BartelDie tschechischen Sozialdemokraten in Deutschösterreich stimmen fandidaten. Die anderen tschechischen Parteien werden eigene Kandi baten aufstellen. Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friebrich Entorn, Berantwortlich für Bolttit: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: Berlin; Feuilleton: A. S. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Gonftiges: Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Friz Karstadt, Wilmersdorf: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Alte Gebisse Adamynin- Rheuma- Nierenpastillen u. Nieren- Tee pro Zabo 700000 Mk. kauft unerreicht gegen 106/ 11* Zahn- Ankauf Nieren- u. Blasenleiden B. Zymelski WeißenburgerStr.32 Legitimation erforRheuma, Gicht und Wassersucht gegen derlich. b Adamynin- Tabletten sicher wirkend Jeitungspapier geb., kg 16000, Sans. Beinlumpen flaschen Sohe Pretse Henkölln efe Gallensteine Gelbsucht, Leber- und veraltete Magenfelden von Aerzten als hervorragend anerkannt und empfohlen. In allen Apotheken erhältlich. Prospekte versendet kostenlos C. Adamy, Breslau X, Kreuzburger Str. 4 Menkolla 178 Blaggefch.Reingaben Depot: Apotheke zum gekrönten Adler Fernipr.: Neut. 281. Restehandla Berlin N, Auguststr. 60. Haarpuder Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Goltzstr. 2 dre waldstraße Herren- u.Damenstoffe, Seiden, Samt, sämtliche Futterartikel bedeutend anter Preis Reste- Haus C. Pelz Rottbaser Str. 5 Anzugstoffe Kostümstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Mäntel, Kostume Röcke 2% Rabatt! Berlin W 50 besonders kräftigend u.erfrischend Potsdamerst. 122 Zigaretten Zigarren Rauch, Kau- und Schnupftabak nur beste Qualitäten und äußerst preiswert. Ständig großes Lager nur für Wiederverkäufer! Hans Linse Berlin NW 52, Flemingstr.9 Amt Moabit 8641. Bahnverbindungen: Straßenbahn Kriminalgericht, Bahnh. Bellevue und Lehrter Bahnhof. Geschäftszeit von 9 bis 5 Uhr. Altmetalle kauft von Fabriken Handwerkern Händlern usw. W. Nelke Belle- Alliance- Str.95 KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Rarfürstenstraße