Me.401 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 200 Bezugspreis: Fie bie zweite Sälfte Auguft 500000 Mvoraus zahlbar.Unter Krenzband für die zweite Hälfte Auguft für Deutschland, Danzig, Saat- und Memelgebiet sowie Desterreich und Luremburg 600 000 90, für bas übrige Ausland 650 000 02. Boftbezugspreis freibleibend. Der Borwärts" mit der Sonnings beilage ,, Boll und Beit", ber Unter haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 80000 Mark Anzeigenpreis: Die ein spaltige Nonpareillezelle toftet 350 000 M. Reklamezeile 1800 000. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 000 m.( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 60 000 M. Stellengesuche das erste Bort 60 000 m., jedes weitere Wort 45 000 M. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 000 m. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SMW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet pon 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Mittwoch, den 29. August 1923 Belgiens Antwort an England. Die belgische Antwortnote wurde heute vormittag veröffent| einer gemeinschaftlichen raschen Lösung des Problems licht. Sie lehnt sich start, fogar völlig an die französische Note an. zu kommen. Die Bedeutsamkeit des Opfers springe noch mehr ins Die Note erinnert an die gleichen Präzedenzfälle wie die franzö- Auge, wenn man das der belgischen Antwort beigegebene Dokument sische Note und sucht eigentlich weniger die Legalität der lese, das sich auf die Finanzen Belgiens, auf seine Belastung und Ruhrbesehung zu beweisen als die auf die steuerlichen Anstrengungen, die Belgien auf sich genommen habe, beziehe Inkonfequenz der englischen Regierung, die früher mehreremale den Gedanken der Besetzung der Ruhr Die Note tommt dann zu folgendem Schluß: Um zusammen. gehegt habe, um sie dann nachträglich als ungefeßlich zu bezeichnen. 3ufaffen, glaubt die belgische Regierung, daß zurzeit die Erörte Die belgische Regierung sehe bisher von der Diskussion über die rungen hinreichend fortgeschritten sind, damit freundschaftlich verRuhrbesetzung ab, um ihr feine neue Nahrung zu geben, da andere laufende Fragen die Aufmerksamkeit der Regierungen mehr beanspruchten. Berhandlungen zwischen den alliierten Miniftern Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Der Prozeß Oehme. Bon Robert Breuer. Ceipzig, 28. August.( WTB.) Im Prozeß gegen den Berfiner Journaliſten Walter Oehme wurde heute mittag vom erftinstanzlichen Senat des Reichsgerichts das Urteil gefällt. Wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse und versuchter Spioeinem Jahr Gefängnis verurteilt; 5 Monate der erlittenen nage wurde Dehme unter Zuerkennung mildernder Umstände zu Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet; der Haftbefehl wurde aufgehoben, da Fluchtverdacht nicht vorliegt; auch von Stellung einer Kaution wurde Abstand genommen. Die belgische Regierung erinnere an die einfache Wirt aufgenommen werden könnten, ohne daß es sich selbstverständlich schaftskontrolle und die unsichtbare Besetzung, um eine Konferenz im eigentlichen Sinne des Wortes zu handeln welche ursprünglich im Ruhrgebiet durchgeführt wurde und weise braucht. In der Tat sei ja in mehreren Bunften eine Berstän- Wenn auch einige Tatsachen bereits durch Veröffentlichung der darauf hin, daß wenn der Charakter des Unternehmens geändert digung erzielt. Die belgische Regierung betont schließlich noch werden mußte, der Grund in dem Widerstand liege, den die deutsche einmal, welches Interesse Belgien an einer Lösung der Sicher Regierung organisierte, um die gemäß des Friedensvertrages geheitsfrage habe. troffenen Anordnungen zum Scheitern zu bringen. Die Besetzung des Ruhrgebiets trage jedoch in den Augen Belgiens nach wie vor den Charakter einer einfachen Pfandnahme. Für den Fall, daß der Widerstand zur Einstellung gelinge, sei die schrittweise Rüdfehr zur Lage vom 10. Januar vorgesehen. Das Pfand könnte Gegenstand interalliierter Kontrolle werden. Ueberdies sei wiederholt Räumung des Ruhrgebiets in dem Maße, wie Deutschland seine Reparationsverpflichtungen erfülle, angekündigt worden. Belgien könne also die ihm zugeschobene Absicht, endgültig im Ruhrgebiet zu bleiben, nicht zugeben. Ebensowenig fönne es gestatten, daß ihm die Absicht unterstellt werde, den Vorschlag der englischen Regierung betreffend Inbetriebnahme produktiver Pfänder in Deutschland unter interalliierter Kontrolle nicht in Erwägung zu ziehen, da ja Belgien teine bestimmten Angaben über den etwaigen Charakter und den Betrag aller dieser Pfänder erhalten habe. Nach der Urteilsbegründung hat der Senat als erwiesen er= achtet, daß die von Dehme an das Transatlantic News Bureau ge1923 straffällig sind und ebenso die Veröffentlichung des Berichts gebenen Berichte vom 27. Januar sowie vom 21. und 22. Februar über eine Sigung im Reichswehrministerium in der„ Roten Fahne". Roten Fahne" befannt waren, so handelt es sich doch um einen eingehenden detaillierten Bericht. Bei seiner Intelligenz und po= litischen Einstellung mußte der Angeklagte erfennen, daß die Geheimhaltung im Interesse des Reiches geboten war. Auch um das journalistische Prestige zu wahren, hätte der Angeklagte solche MitIm Mittelpunkt des Interesses steht eine Unterredung, teilungen nicht weitergeben dürfen. Das Gericht hat hat jedoch andie der Sonderberichterstatter des Londoner" Daily Graphic" genommen, daß es sich bei den strafbaren Handlungen nur um mit dem Reichskanzler Dr. Stresemann hatte, in der einen Versuch handelt und dem Angeklagten infolgedessen dieser lebhaft für eine gemeinsame Verständigung mildernde Umstände zugebilligt, zumal sichtbare Schäzwischen Frankreich, England und Deutschland eintrat. Ein den nicht eingetreten sind. Zugutegehalten wurde ihm auch, derartiges gemeinsames Uebereinkommen, führte er aus, sei daß er für deutsche Stellen in der gleichen Weise der einzige Weg zur Wiederherstellung der Ordnung, des tätig gewesen ist. Friedens und der Wohlfahrt in Europa. Lassen Sie uns, sagte der Reichstanzler, gemeinsam arbeiten an der schnellen Lösung der entsetzlichen Krise, an dem Wiederaufbau eines neuen Europa. # Vor dem Feriensenat des Reichsgerichts ist fünf Tage lang gegen den Journalisten Walter Dehme, der des Landes= perrats und des Verrats militärischer Geheimnisse angeklagt war, verhandelt worden. Während der ganzen Zeit der Verhandlung war die Deffentlichkeit, inbegriffen die Presse, ausgeschlossen, außerdem ist den Teilnehmern des Prozesses ein Schweigegebot auferlegt worden. Als einer dieser Teilnehmer will ich mich bemühen, dies Schweigegebot zu wahren. Es scheint mir aber dringende politische Pflicht, etwas erörtert worden ist, was nicht die volle Oeffentlichkeit allen Betrachtungen über den Prozeß die Feststellung voranzuschicken, daß während des ganzen Prozesses kaum irgend etwas erörtert worden ist, was nicht die volle Oeffentlichkeit pertragen hätte. Es liegt die Annahme nahe, daß besonders Ausdruck gebracht, alles zu tun, um den Ruhrkonflikt zu das Ausland glauben könnte, es wären in Leipzig geheime das Ausland glauben fönnte, es wären in Leipzig geheime einem Ende zu bringen. Je eher die Alliierten untereinander Vorgänge, vornehmlich solche der deutschen Außenpolitik oder zu einer Verständigung gelangen und die mit der interalliier- worden. Nichts dergleichen kam zur Sprache, nichts dergleichen gar Maßnahmen des Reichswehrministeriums, verhandelt ten Schuldenfrage in Verbindung stehenden Differenzpunkte worden. Nichts dergleichen kam zur Sprache, nichts dergleichen regeln, desto schneller wird sich auch der Verständigungswille lag vor. Es wäre darum zweckmäßiger gewesen, den Prozeß Deutschlands realisieren lassen. gegen Dehme in aller Defentlichkeit zu führen. Es gab hier nichts zu verbergen, und selbst der spizohrigste Vertreter Boincarés würde nichts, was längst alle Welt weiß, zu melden vermögen. Dieser Gedante der gemeinsame n. Lösung der Ruhrkrise durch Deutschland und die Alliierten kommt auch in der Mitteilung zum Ausdruck, die nach einer Meldung des Daily Telegraph" vom Reichskanzler auf diplomatischem Wege der Die Note erklärt, daß Belgien im Laufe des letzten Jahres englischen Regierung gemacht wurde. In dieser Mitteilung der Umgestaltung seines Prioritätsrechtes zustimmen des Reichskanzlers heißt es, er dente nicht daran, in Son mußte, daß diese Umgestaltung immer zum Vorteil aller Alliierten der verhandlungen mit Frankreich einzutreten. Diese möglichte, der die belgische Regierung loyal ergeben sei. Die bel- Die deutsche Regierung spekuliert nicht auf etwaige Gegenfäße ausgeschlagen sei, die Aufrechterhaltung der Entente Cordiale er. Stellungnahme ist, wenn sie zutrifft, durchaus zu begrüßen. gische Regierung erinnert daran, daß Deutschland den Aufstellungen zwischen den Alliierten. Sie hat offen und vor aller Welt der Reparationskommission zufolge in bar und Sachleistungen ihre Verhandlungsbereitschaft bekundet und den Willen zum 5,5 Milliarden Goldmart bezahlt habe, wovon Belgien 1,72 Milliarden erhalten hat, England habe 1,297 Milliarden erhalten, Frankreich 1,175 Milliarden und die übrigen Länder 632 Mil lionen. Diese Aufstellung soll beweisen, daß Belgien nicht wie Lord Curzon erklärt hat, den überwiegenden Teil der deutschen Zahlungen erhalten, sondern davon höchstens ein Drittel Die belgische Regierung ist der Ansicht daß behandelt werden Möglicherweise bedeutet die belgische Antwort die deutsche Reparationsschuld note einen weiteren Schritt auf diesem Wege. Allerdings genau festgesetzt werden muß. Sie unterstützt den Vorschlag der fucht eine offiziöse Havas- Meldung diefe Note als einen englischen Regierung wonach Person und Tätigkeit des wandlungsfähigen Herrn Dehme die Reparationen und völligen Sieg des französischen Standpunktes darzustellen. waren den in Berlin ansässigen Journalisten seit mehreren Kriegsschulden gemeinsam Die aufmerksame Prüfung der belgischen Antwort gestattet Jahren durchaus bekannt. Man wußte, daß er seine journamüssen. Die Note erinnert an die Reparationen und Kriegs- aber eher die Annahme, daß Belgien nach wie vor bestrebt liſtiſche schuldenforderung der einzelnen Staaten. Frankreich fordert ist, insbesondere in der Frage der Ruhrbesehung eine Brücke istische Tätigkeit mit der Tätigkeit eines politischen Agenten 26 Milliarden Goldmart, indem es dabei seine Ansprüche auf die zwischen Frankreich und England zu schlagen und den Inter- er auch als Zwischenträger zwischen bestimmten Stellen der zu verbinden für angemessen hielt. Es war anzunehmen, daß Obligationen C für die Ansprüche Englands und Ameritas refer- effen Deutschlands in einigen Bunkten entgegenzukommen. deutschen Regierung und Vertretern ausländischer Regieviert, die sich auf 12½ bzw. auf 13,1 Milliarden Goldmark, d. h. Es wird sich nun vor allen Dingen um zwei Buntte rungen im großen und ganzen die Intereffen Deutschlands zusammen 25,6 Milliarden belaufen. Dagegen wäre Frankreich handeln: einmal um die Frage, in welchem Maße es der nicht gröblich verlegte, ihnen vielmehr dienstbar sein wollte. bereit, auf 6 Milliarden Goldmark feiner Forderung an Italien neuen deutschen Regierung gelingen wird, durch ener. Es war nicht minder anzunehmen, daß er dabei, dem Gesetz und die Länder der Kleinen Entente zu verzichten. Italien gische Sanierung der Finanzen das Vertrauen solcher Tätigkeit verfallend, den Vertretern der fremden Mächte habe ein Anrecht auf 5 Milliarden der Obligationen A und B und des Auslandes zu gewinnen, und andererseits um die Rege- gegenüber sich manche Offenheit und wohl auch Indiskretion 8,2 Millarden der Obligationen C, dagegen schulde es an Amerika lung der Räumungsfrage. In der ersten Frage zeigen erlaubte, die der politische Journalist, soweit seine Tätigkeit 7 Milliarden, England 10 Milliarden und eine fleine Summe fich in der Stimmung des Auslandes bereits günstige Anfäße, vor aller Deffentlichkeit geschieht, zu vermeiden pflegt. Auch Frankreich. Belgiens Forderungen sind 5 Milliarden an die für die Lösung der Ruhrfrage von entscheidender Bedeu- hier hat der Prozeß nichts Neues ergeben. Wenn Dehme beReparationen, Englands Forderungen 14,2 Milliarden. Die tung sein können, wenn die bisher gemachten Anstrengungen mußt werden sollte, um von Vertretern des Auslandes mehr einzige unbekannte Größe sei jetzt noch die amerikanische Forderung in entschlossener und energischer Weise fortgesetzt werden. zu erfahren, als in den Zeitungen zu lesen war, so mußte er an Frankreich. Und was die Frage des paffiven Widerstandes und der ihnen gleichfalls mehr geben, als ihnen sonst sei es durch die Die belgische Regierung würdigt den Berständigungswillen und Räumung des Ruhrgebiets betrifft, so hat der gestern von Bresse; sei es durch andere Beziehungen-zugänglich war. das Entgegenkommen die bei der Festsetzung der Beträge den uns wiedergegebene Bericht des Genossen Thom Shaw Der Prozeß hat nicht widerlegt, daß Dehme zum mindesten Ausschlag gegeben hatten. Nach den vorstehenden Angaben tönne an die Internationale den Weg skizziert, auf dem eine für gelegentlich benutzt worden ist, Nachrichten und Borstellungen, alle Teile befriedigende Lösung der Ruhrfrage gefunden die noch nicht Gemeingut der Deffentlichkeit waren, an Berdie deutsche Schuld beträchtlich herabgesetzt werden kann. In ähnlichem Sinne hat sich laut einer Mel- treter des Auslandes heranzubringen. Er hat dies nicht ohne werden. Die technischen Studien, die den Alliierten unterbreitet dung des„ Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes" auch die Geschick getan und hat dabei gewiß des öfteren beide Parteien worden seien, setzten auseinander, mit welchen Mitteln Deutschland ordnungsmäßige Vertretung der Ruhrbevölkerung, der Ab- befriedigt. nach einer Uebergangsperiode imstande sein werde, Jahres- we hrausschuß der befegten Gebiete, der sich Ob letzten Endes seine deutschen Auftraggeber oder zahlungen zu leisten, die diese: herabgesetzten Ziffer entsprächen. aus allen Bevölkerungsschichten rekrutiert, in einer Sigung seine fremden Freunde mehr Vorteil von dieser Tätigkeit ge= Die belgische Note legt dann in Erwiderung auf eine Ein- beim Reichskanzler geäußert. Wenn die deutschnationale habt haben, ließ sich nicht feststellen, und dunkel blieb auch, ob wendung der englischen Regierung genau dar, daß sie unter dem Presse, geführt von der Deutschen Tageszeitung", fich nun, es nicht zweckmäßiger gewesen wäre, wenn beide Parteien sich Ausdruck zerstörte Gebiete" den gesamten materiellen Schaden anläßlich des Berichtes, Thom Shaws auf die Sozialdemokratie unvermittelt das gesagt hätten, was sie sich auf dem Umweg versteht, den alle alliierten Länder ermittelt hätten, also auch Groß- stürzt und die Dolchstoßlegende erneut aufwärmt, so beweist über Dehme zukommen ließen. Die schlechten Manieren sobritannien. Alles in allem könne Belgien nicht zulassen, daß die sie nur, daß das Maß ihrer politischen Strupel- genannter Diplomatie scheinen nun einmal unüberwindbar, inte: allierten Schulden der übrigen Mächte mit seinen eigenen losigkeit nicht minder groß ist, wie das ihrer ver- wobei übrigens auch Vertreter Sowjet- Rußlands feine AusSchuldverschreibungen C bezahlt würden. Wenn man im Lon- brecherischen Verantwortungslosigkeit, mit nahme gemacht haben. Das Instrument, mit dem Dehme boner Zahlungsstatut Belgien Belgien insgesamt 10 540 Millionen der sie bisher, insbesondere unter der Regierung Cuno, den diesen Dienst vollzog, war eine Korrespondenz, die unter dem zugesprochen habe, fei festzustellen, daß ungefähr äußeren Konflikt verschärft und die innere Abwehrkraft des geheimnisvollen Titel„ Wiposit" erschien und nur wenigen 40 Prozent des direkten Schadens, den Belgiern erlitten deutschen Volkes auf das äußerste geschwächt hat. Wenn Persönlichkeiten, zumeist Vertretern fremder Missionen, zuhabe, Belgien zur Last fallen würde. Man könne das neue und jemand Veranlassung hat, jetzt den Mund zu halten, fo find gänglich war. Diese Geheimforrespondenz war maßgebenden große Opfer ermessen, zu dem sich Belgien bereit erkläre, um zul es die deutschnationalen Ratastrophenpolitiker. Stellen des Auswärtigen Amts befannt. Es ist vollkommen zu verstehen, daß diese Stellen feinen Wert darauf gelegt haben, eigene bisherige Kommentierung. Der Oberreichsanwalt sieht vor die Wahl gestellt sind, entweder die Steuern rechtzeitig zu zahlen, die Dehmeschen Geheimberichte vor deren Erscheinen zu ge- bei Nachrichten über Illegalitäten der Reichswehr oder Be- dann aber ihre Betriebe infolge finanzieller lleber nehmigen. Es wäre aber ein Leichtes gewesen, ohne solche ziehungen der Reichswehr zu illegalen Vorgängen eine Ver- laftung zu schließen(!), oder die Steuern gar nicht oder nut Uebernahme der Verantwortung die Berichte regelmäßig zu legung des militärischen Geheimnisses nur dann, wenn be- teilweise zu bezahlen. Es wird für unbedingt notwendig erklärt, fontrollieren, und es ist vollkommen unverständlich, warum das hauptet wird, daß die zentrale Behörde, das Ministerium in allen geeigneten Fällen im Staatsinteresse die erforderliche Stuma Gutachten des Auswärtigen Amts, das der Anklageerhebung und der Minister mit solchen Ungesetzlichkeiten einverstanden dung zu gewähren.. zugrunde lag, plöglich einige dieser Berichte preisgab und so sind. Es bleibt die Frage offen, ob die Mitteilung, der Mini- Ein Blick in die Börsenberichte zeigt, was von diesem eigentlich eine Pflichtverlegung, zum mindesten eine erhebliche ster dede illegale Vorgänge, auch dann straffällig ist, wenn heuchlerischen Gerede zu halten ist. Es hat ganz im Ungeschicklichkeit der betreffenden Stellen des Auswärtigen der Minister dies tatsächlich und nachweisbar tut. Gegenteil die Erfahrung dieser Tage gezeigt, daß die bisAmts fonstatierte. Wenn Herr Dehme lästig geworden sein Nicht unbedenklich ist ein Absah der Urteilsbegründung, herigen Steuern spielend getragen werden, daß der Druck sollte, wenn man sich seiner nicht mehr bedienen mochte, und auf wonach das Reichsgericht die Meinung ablehnt, daß der ein- auf die Wirtschaft, der notwendig ist, nur ganz vorüberfeine Dienste nicht mehr angewiesen war, so gab es hierfür zelne Staatsbürger das Recht habe, zu prüfen oder zu ent- gehend angehalten und erneuter Flüssigkeit des Geldmarktes wesentlich einfachere Mittel als das eines Prozesses vor dem scheiden, ob Nachrichten veröffentlicht werden könnten oder Platz gemacht hat. In Wahrheit werden die Steuern meistens Reichsgericht. Aber es scheint im Auswärtigen Amt, dessen nicht, daß dies vielmehr nur durch die verantwortlichen Leiter nicht durch einen Griff in die Hosentasche, sondern in die ebenso unwissende wie hochfahrende Bureaukratie noch von der Politik entschieden werden könnte. Zweifellos falsch und We stentasche bezahlt, ohne daß sie das gewohnte Treiben feinem Minister, weder des Kaiserreichs noch der Republik, der Verfassung widersprechend ist die gleichfalls in der Ur- stören. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten mancher- bei überwunden werden konnte, der einzelne nur seinen eigenen teilsbegründung enthaltene Einschränkung der Immunität der weitem nicht aller- Unternehmungen stammen aus der Tisch zu sehen, ohne sich darum zu kümmern, was im Neben- Abgeordneten auf ihre Tätigkeit innerhalb des Parlaments. Ueberstürzung der Inflation und nicht aus dem Steuerdruck. zimmer geschieht. Oder sollte etwa ein kleiner Machtlüftling Ueber diese Rechtsauffassung wird noch zu reden sein. Wie Die Steuersaboteure mit der Devise:" Möge Reich und Land zwischen Machiavell und Borgias haben dilettieren wollen? überhaupt der Prozeß Dehme, nachdem er nun einmal durch zugrunde gehen ich zahle nicht", sind die besten Herrn Dehme lockte es, die Wissenschaft, die er durch die Ungeschicklichkeiten verschiedener Stellen nicht vermieden Freunde, die Poincaré in Deutschland haben kann. feine Kulissentätigkeit gewann, noch anderweitig zu verwen- worden ist, noch mancherlei Gelegenheit geben wird, über die Es versteht sich von selbst, daß insbesondere bei der Betriebsden. Transatlantik im Haag hatte einen erstklassigen Korre- Nachrichtenpolitik des Auswärtigen Amts, die weitere not- steuer in den Fällen schonend vorgegangen wird, in denen spondenten gesucht. Herr Dehme hatte sich gemeldet und war wendige Einschränkung und Klärung der Begriffe des Lan- die Geldentwertung unleugbare Schwierigkeiten geschaffen angenommen worden. Er hat diesem Bureau, dessen Cha- desverrats und des Verrats militärischer Geheimnisse zu hat. Die potenten Kreise, die seit langem sich auf Goldrakter verschieden beurteilt wird, das ein so prominenter sprechen, auch über die Frage, ob eine so machtlose Wehr- rechnung eingestellt haben, zu schonen, liegt nicht die geringste Mann aber wie der Professor Thimme für einigermaßen macht, wie es die deutsche ist, überhaupt Geheimnisse zu ver- Beranlassung vor. Die Handelskammern, die die Entwidtung deutschfreundlich hält, zum mindesten nicht weniger, offenbar raten hat, und nicht zuletzt über das wirtschaftliche und gei- zur Goldrechnung immer unterftüht haben, sollten, anstatt mehr als Fechenbach und Gargas geliefert. Während aber stige Elend der deutschen, den Verlockungen der Valuta aus den Drückebergern Vorwände zum Nichtzahlen zu liefern, das diese vom Münchener Volksgericht zu mehr als zehnjähriger gefeßten Journalistit. Reich unterstützen, das ohne Gesundung der Finanzen den Zuchthausstrafe verurteilt worden sind, hat das Reichsgericht Ruhrkampf nicht mit Erfolg beendigen kann. die Belieferung dieses in Holland stationierten Bureaus grundsätzlich nicht für Landesverrat erkannt. Diese Feststellung ist die wichtigste des Dehme- Brozesses, und ihretwegen lohnt es sich vielleicht, daß dieser Prozeß überhaupt statt- französischen Politikern durch die Welt. Herr Stinnes Der Reichskanzler soll die Absicht haben, den Major a. D. und gefunden hat. Notwendig muß man das Urteil des Reichs junior soll sich in den letzten Tagen in Wiesbaden mit jebigen Geheimrat im Preußischen Kommissariat für öffentliche Ord gerichts als eine Korrektur des Münchener Fehlspruchs emp: maßgebenden französischen Wirtschaftspolitikern über die Vernung, Kalle, mit der Leitung der Preſſeabteilung der Reichsfinden, und es darf wohl angenommen werden, daß endlich waltung des rheinischen Eisenbahnnetzes durch fremde Rapi- regierung zu betrauen. Dazu schreibt die" Franks. 3tg." durch das Leipziger Urteil angeregt das bayerische Ober- talien unter Beteiligung des deutschen Privatbefizes ausgelandesgericht, dem die Nachprüfung des Münchener Urteils überwiesen worden ist, feinen Spruch tut, und daß es dabei sprochen haben. Von amtlicher Seite glaubt man, diese Beüberwiesen worden ist, seinen Spruch tut, und daß es dabei hauptungen als falsch bezeichnen zu dürfen. Wir wollen vordas Reichsgericht sich zum Vorbild nimmt. Wer die Berichte, läufig diesen amtlichen Hinweis ohne Kommentar zur Kennt die Fechenbach und Gargas an Transatlantik gegeben haben, nis nehmen, um uns Ueberraschungen, die das Gegenteil bemit denen vergleicht, die Dehme dorthin gelangen ließ, fann weisen fönnten, nicht auszusehen. Jedenfalls sollte die feinen Wesensunterschied feststellen. Reichsregierung unserer Wirtschaft, die bei jeder Gelegenheit das Bedürfnis hat, sich äußerlich, wenn es nichts toftet, national zu gebärden, feinen Zweifel darüber lassen, daß ausschließlich fie und fein anderer die Intereffen des deutschen Bolles gegenüber einer anderen Macht zu vertreten hat. Das ist erforderlich, um die zur Erleichterung der Lösung des Ruhrkonflifts eingeleiteten Schritte des Rabinetts nicht zu durchkreuzen. Diese Schritte haben den 3wed, eine direkte Verständigung unter Beteiligung Englands herbeizuführen. Stinnes verhandelt mit Frankreich? ange- Wer wird Pressechef der Regierung? Wieder einmal schwirren Gerüchte über bereits ange= ftrebte Verhandlungen zwischen der deutschen Industrie und Freunde Poincarés. Wie wir schon meldeten, hat Reichskanzler Stresemann den freigewordenen Bosten des Leiters der Presseabteilung der Reichsregierung dem als Geheimrat im preußischen Staatskommissariat für die öffentliche Ordnung tätigen Major Ralle angeboten; ob Herr Kalle den Ruf annimmt, steht noch dahin. In politischen Kreisen erregt diese Wahl Aufsehen und man fragt sich, was einen so gewiegten Tattifer wie Dr. Stresemann dazu veranlaßt haben fönne; lediglich die Parteifreundschaft kann für eine solche Stellung doch wohl nicht in Frage fommen. Major Kalle war attaché in Madrid. Es ist nach allem, was darüber bekannt Berufsoffizier und während des Krieges Militärist, darüber fraglich, ob seine politischen Sympathien ihn be= fähigen, ein wirksamer Gehilfe des Reichskanzlers unter den jebigen ungeheuren Schwierigkeiten zu werden. Vom Pressewesen soll der Major, den man in politischen und publizistischen Kreisen hier wenig fennt, nicht viel verstehen. Wenn man den toftspieligen Posten eines Ministerialdirektors der Preffeabteilung überhaupt weiterführen will, so darf im öffentlichen Interesse verlangt werden, daß eine Persönlichkeit berufen wird, deren politische Stellung und berufliche Eignung von vornherein Ge währ für eine fruchtbare Arbeit gibt. Das Metier erst dort zu lernen und sich die erforderlichen Sympathien erst nach und nach zu erwerben, dazu bleibt heutzutage feine Zeit." In zwei Fällen ist Dehme verurteilt worden. Wegen eines Berichtes über Unstimmigkeiten der Regierung bei Einleitung der Ruhrpolitik und wegen eines weiteren Berichts über die Vorbereitungen zu einem bewaffneten Widerstand gegen den Ruhreinfall. Die Unstimmigkeit ſei nicht nachge wiesen, und bei den Mitteilungen über die Vorbereitung bewaffneten Widerstands habe Dehme teils falsche Mitteilungen gemacht, teils folche, die mindestens in ihren Einzelheiten als geheim zu betrachten waren. Es ist schwer zu sagen, ob es heute überhaupt möglich ist, dergleichen Vorkommnisse oder auch nur Absichten geheimzuhalten. Man darf das wohl bezweifeln. Aber es ist jedenfalls geschmacklos und auch nicht gerade taftvoll, wenn ein deutscher Journalist dergleichen Die Deutsche Tageszeitung" beschwert sich darüber, daß Mitteilungen an ein ausländisches Korrespondenzbureau die Presse der Regierungsparteien ihre Angriffe megen weitergibt. Wichtig ist die Feststellung der Urteilsbegrün- Steuerverweigerung nur gegen landwirtschaftliche Kreise Wir hoffen, daß der Reichskanzler und das Reichskabinett den dung, daß diese Weitergabe an ausländische Stellen für eine richte und schweige, wenn Institutionen des Handels und berechtigten Kritiken Rechnung tragen und die Leitung der Presseinnerpolitische Wirkung nicht notwendig gewesen wäre. Da der Industrie fich ebenfalls gegen die„ erdrückenden" Steuern abteilung einem Manne anvertrauen, der vor allen Dingen seiner mit ist gesagt, daß innerhalb der deutschen Bresse auch der wendeten. Wir wollen es zur Beruhigung der Deutschen Vergangenheit nach die notwendige Eignung befizt. artige Vorgänge erörtert werden dürfen. Das Reichsgericht Tageszeitung" an Unparteilichkeit nicht fehlen lassen. Boinhat damit ohne Zweifel zum Ausdruck bringen wollen, daß caré hat in der Tat nicht nur unter den Großagrariern, sonzum mindesten illegale Vorgänge innerhalb der Reichswehr dern auch in der Industrie Freunde. Zu den sächsischen Innder Beziehungen der Reichswehr zu illegalen Erscheinungen duſtriellen gefellt sich jetzt auch wie fonnte sie fehlen! öffentlich behandelt werden können, ohne daß ein militärisches die Münchener Handelskammer. Telunion meldet Geheimnis im Sinne des Gesetzes verlegt wird. Was der darüber: Oberreichsanwalt zu diesem Thema während des Prozesses portrug, ging vielleicht nicht ganz so weit, war aber immer lin ein Fortschritt gegen die bisherige Praxis und gegen seine Ketzereien von heute. Poincaré. Im September 1917 fagte der Geheimrat, daß die Engländer niemals wieder aus Calais herausgehen würden. Sie hätten sich dort auf den Boden der Tatsachen gestellt. Ja, aber.... sagte ich. Da sagte er, das verstände ich nicht. Da erflärte er, ich würde alle Tage dümmer. Die Münchener Handelskammer hat an das Handelsministerium eine Eingabe gerichtet, worin mit Rücksicht auf die Durchführung der neuen Steuergesetze erklärt wird, daß die Betriebe Die Abschaffung der Klaffenjuffiz. Es ist bekannt, daß noch niemals ein Kommerzienrat Holz gestohlen hat. Holz wird nur von den Holzdieben gestohlen. Kommerzienräte dagegen begehen Effektendelikte, Preiser höhungen und so. Jedoch bestraft man den Holzdiebstahl schärfer als den kleinen Nebenweg der Banten. Als nun das Schlagwort Klassenjuftiz aufgekommen war, be schloß man, das Rechtsgefühl und Rechtsvertrauen des Volkes zu Im September 1923 sagte der Geheimrat, die Franzosen gingen befestigen. Zu diesem Zwecke wurde angeordnet, daß die Delikte nach im Leben nicht wieder aus dem Ruhrgebiet heraus. Klassen einzuteilen find, und daß jeder Einwohner um so schärfer zu Ja, aber... fagte ich. bestrafen ist, wenn er die nicht seiner Klaffe zugewiesenen Delikte begeht. Dagegen werden die zuständigen Delifte milder bedacht. Seitdem ist ein Kommerzienrat mit den höchsten Zuchthausstrafen bedroht, wenn er Mundraub begeht, Holz stiehlt, bettelt, fich obdachlos umhertreibt, Streifpropaganda ausübt oder Kartoffeln für seine Kinder von einem Rittergut requiriert. Dagegen erhält er bedingten Strafaufschub für die Effektenfachen, Preiserhöhungen und so. Cazotte. Jetzt weiß ich nur nicht, ob meine Pointe ebenso dumm ist wie ich. Demokratie. Macaulay hat gesagt: Wenn das Bolt ruhig ist, so verlangt es nicht nach Freiheit, ist es aber unruhig, so ist es der Freiheit nicht mert. Macaulay war ein englischer Geschichtsschreiber. Wäre er ein deutscher Schriftsteller gewesen, so hätte er dasfelbe gesagt. Aber nicht in ironischem Sinne. Die Karriere. Jener römische Kaiser hat gewünscht, daß das Volk nur einen einzigen Hals hätte, damit er ihn abschneiden könne. Heute ist man sich darüber klar, daß eine solche Politik durchaus despotisch wäre. Wenn das Volk einen einzigen Kopf hätte, so würde der Organisator der Neuzeit etwas mit einem Trichter hineingießen. Und während dieser Prozedur würde der Staatsmann der Neuzeit Schluß der Debatte beantragen und seine Politik für einstimmig angenommen erklären. Die Relativitätstheorie. Die Mark in New York. Während gestern der Dollar in Berlin amtlich mit 6,4 millionen Mart bewertet wurde, hat die Mark in New York fich wieder etwas erholt. Nach dem New Yorker Geldkurs für die Mark würde sich eine Barität von 5,88 Millionen M art für den Dollar ergeben. Das Ausland macht also die spekulative Treiberei gewisser inländischer Kreise gegen die deutsche Währung nicht mit. 7 Millionen Dollars abtrat, ein Gebiet, das im Jahre 1918 allein aus dem Verkauf von Lachskonserven eine Einnahme von 22 Millio nen Dollars erzielte. Kurz, der Beispiele für die Verkennung des Nordens gibt es unzählige. In einem eben erschienenen Buch des Engländers Stephanson tritt der Verfasser diesem Bor urteil scharf entgegen. Wenn die Bevölkerung in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts im gleichen Verhältnis wächst wie in der Bergleichszeit des vorigen, so wird das Beefsteak bald so felten werden, wie es heute der Kaviar ist, führt der englische Schriftsteller aus. " Die arktische Region, die insgesamt doppelt so groß ist wie das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten, tönnte angesichts ihrer ungemengen zu Schlachtzweden bieten. Beide Tiergattungen eignen sich heuren Weideflächen Renntiere und Moschusochsen in Das Renntierfleisch steht hinter dem besten Ochsenfleisch nicht zurück für das Klima und würden in jeder Jahreszeit Nahrung finden. und ist überdies schon heute am Markt. Innerhalb von zwanzig Jahren könnte Nord- Alaska 1 250 000 Renntiere zum Schlachten liefern, was dem Wert von 3 000 000 Hammeln gleichzuachten isi." Die Frage, ob man in der arktischen Region leben fann, beantwortet Stephanson mit einem entschiedenen Ja. Die Annahme, daß der hohe Norden überall ein entfeßlich faltes Gebiet sei, beruht auf einem Irrtum. Es handelt sich auch gar nicht darum, unmittelbar am Bol zu wohnen. Daß man sich an große Kältegrade gewöhnt, beweist überdies die Tatsache, daß beispielsweise im Staate Montana die Kinder bei einer Kälte von 55 Grad Celsius täglich in die Schule gehen. " Eine fraurige Statistit. Die neueste Statistik über den Alters aufbau der preußischen Bevölkerung, die in der ,, Klinischen Wochenschrift" wiedergegeben wird, zeigt dieses wichtige Problem der Bevölkerungspolitik in einem trüben Lichte. Danach betrug die Zahl der Kinder von 0-15 Jahren, die 1910 noch 35 Broz. der Bevölkerung ausmachte, 1920 nur noch knapp Schwere Strafen für Tierquälerei. 3wei junge Leute aus 29 Proz., und das trok des Kriegsverlusts der Männer. Die Zahl der Männer von 20-50 Jahren betrug nämlich 1913 fast 8,5 Milli Birmingham, die in übermütiger Laune einer Kage einen Milchonen, 1920 aber nur noch 7,7 Millionen. Die Zahl der Kinder topf an den Schwanz gebunden hatten, wurden fürzlich dafür zu von 6-15 Jahren fant von 5,1 Millionen auf 2,77 Millionen. Nach je einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt. Wer an so grausamen weiteren 5 Jahren wird danach der Anteil der Kinder von Scherzen Gefallen findet," erklärte der Richter, bei der Urteils0-15 Jahren an der Bevölkerung faum mehr als 20 Proz. be- verkündung, soll sich nicht rühmen, daß er mit einer Geldstrafe tragen und dann wohl noch unter 20 Broz. der Bevölkerung sinten. davontommt." Nicht minder streng zeigte sich ein Richter in Demgegenüber ist im Vergleich von 1917 und 1920 bie Ster be Middlesborough gegenüber einem Angeflagten, der in schwerer lichkeit der fleinen Kinder und Schulkinder bei beiden Geschlech. Trunkenheit eine Rage mißhandelt hatte. Gerade Betrunkene find protagoras, der erste der Sophisten, lehrte in Athen, daß ent- tern gestiegen, und die Messungen der Schulkinder und Schul- Tieren gegenüber stets grausam; die Trunkenheit kann deshalb entlassenen beweisen die Verschlechterung ihres Ge- nicht als Milderungsgrund angesehen werden," erklärte der Richter gegengejezte Behauptungen oder Wahrnehmungen gleich wahr sind, fundheitszustandes.„ Eine an Zahl und zugleich und verurteilte den Angeklagten zu 21 Tagen Zwangsarbeit. und daß es auf den Standpunkt des Individuums ankommt. Glücklicherweise ist jetzt bewiesen, daß Protagoras jüdischer Ab- die Zeitschrift, wird also nach einem weiteren Jahrzehnt in das stammung war, denn er hat die Einsteinsche Relativitätstheorie er- Alter des Schaffens eintreten. Die Politik tarf über der Sorge für funden, und die ist bekanntlich ein deutliches Zeichen des zerfetzenden das laufende Jahr die Sorgfalt für das nächste Jahrzehnt nicht aus Alljudagistes. dem Auge verlieren, sonst erwachsen uns Gefahren, die noch größer sind als die gegenwärtigen. Die auf die Hälfte und weniger verringerten Jahrgänge der Heranwachsenden müssen gesund gemacht und gesund erhalten werden, und die Aerzte find verpflichtet und berufen, hier tatkräftig mitzuwirken." Bargeldknappheit. Als die Bargeldknappheit durch Ueberanstrengung der Noten presse erfunden war, sannen die Nationalökonomen auf Abhilfe. Schließlich erklärten sie, das Geld müsse, wie jede andere Ware, die fnapp würde, rationiert werden. Etwa in der Weise, daß die Mehrheit der Bevölkerung gerade so viel erhalte, daß sie nicht mehr leben könne, während der Rest im Freiverkehr an die Minderheit ausgeschüttet werden solle. Aber diesen Zustand haben wir doch schon, erwiderte ich. Freilich, aber wenn man ihn theoretisiert, hat das Bolt Ehrfurcht vor so was. an Kraft start verminderte Jugend," bemerkt dazu Die Zukunft der Polarländer. Seit jeher nährt der Süden gegen den Norden ein Vorurteil, das unausroltbar scheint. Schon Tacitus fennte es nicht verstehen, daß jemand die Ebenen Italiens oder die Küsten Afrifas verließ, um sich jenseits der Alpen ein Heim zu schaffen, und die ersten Reisenden betonten immer aufs neue, daß Britannien und Standinavien für Menschen unbewohnbar feien. Man erinnert sich beispielsweise auch, daß 1867 Rußland Alaska für Im Renaissance Theater werden von Donnerstag an wieder die " Juden" gegeben. Die gesammelten Werke von Hermann Löns will Dr. Friedrich Castelle( Breslau 16, Staiserstr. 82) herausgeben. Er bittet alle Befizer von ungedruckten Gedichten oder Briefen des Dichters ihm oder der Firma Beffe& Beder, Verlag in Leipzig, diese Handschriften leihweise zur Bera fügung zu stellen. Die Schlüffelzahl im Buchhandel beträgt von Wittwoch, dem 29. Auguſt, an 1800 000 M. Die Zunahme der österreichischen Bevölkerung. Nach der neuesten Statistit der Republik Desterreich ist die Zahl der ebendgeborenen in Desterreich von 10 822 im Jahre 1919 auf 137 324 im Sabre 1920 und auf 141 728 im Jahre 1921 gestiegen, also pro Tausend von 17,96 auf 122,40 und 23,12. Dagegen ist die Zahl der Gestorbenen von 125449 im Sabre 1919 auf 116 284 1920 und auf 104599 im Jahre 1921, also von 20,33 auf 18,97 und 17,06 pro Taufend gesunten. Oerlins Volt Zur Lage. Unsere gestrigen Volksversammlunge». Di« außerordentlich starke Spannung, die sich seit dem Eintreten der Partei in die große Koalition in der gesamten werktätigen Be- völkerunz bemerkbar macht, und sie bis zum letzten Mann in stän- diger Erregung hält, kam sinnfällig in der großen Anzahl von Volks- Versammlungen zum Ausdruck, die die Partei gestern abend in Berlin zum Thema:„Unsere Not— Unsere Zukunft" veranstaltete und dl« sämtlich außerordentlich stark, zum überwiegenden Teil glänzend besucht waren. Auch die K o m m u- nisten und die Anhänger der Arbeiterunion(Syndikalisten) hatten es sich nicht nehmen lassen, zu erscheinen, und es war auch dafür gesorgt, daß ihre Meinung durch den Mund ihrer„Führer" oder jedenfalls durch solche Personen, die sich dafür hielten, zum Aus- druck kam. Weder die Kommunisten noch die Syndikalisten werden die geringste Klage darüber erheben können, daß man sie nicht aus- reichend hat zu Worte kommen lassen und unsere Wsrsammlungs- leiter sorgten überall mit Aufmerksamkeit dafür, daß unsere Ge- nassen und Anhänger auch den gegnerischen Ausführungen zu- hörten. In einigen Versammlungen wurde in der Diskussion euer- gisch die endliche Beseitigung Häven st eins veelongt. Es beweist aber wiederum das große Maß von Vertrauen, das die Massen unseren Führern entgegenbringen, daß man nirgends Worte einer bitteren Kritik oder gar uferlosen Krittelei hörte. Im Gegen- teil, unter den klaren und entschiedenen Ausführungen unserer Redner festigt« sich die Stimmung ganz unverkennbar, und wenn die Ausführungen unserer Redner oftmals von Zurufen der Zustimmung und zum Schluß mit starkem Beifall bedacht wurden, so war es der einhellige geschlossene Ausdruck eines Willens, der sich im Grund: genommen ganz klar darüber ist, wie ungeheuer schwierig die Situation ist, in der wir uns befinden, und daß es eines Höchstmaßes an Zurückhaltung und Geschlossenheit bedarf, mn aus dieser gefahrdrohenden Situation herauszukommen. Es war mit- unter geradezu eine Freude zu beobachten, mit welcher geistigen Ueberlegenheit unsere Parteigenossen und Anhänger die Ausftih- rungen der Kommunisten und Syndikalisten verfolgten und wie man sie—«in glückliches Zeichen für die Stimmung in unseren Kreisen— mit dem auch in schwierigen Situationen niemals ver- sagenden ziel- und treffsicheren Berliner Witz bedachte. Ein Beispiel nur für viele. Ein Kommunist begann höchst pathetisch mit dem Wort Karl Marx: Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Wert der Arbeiterklasse selbst sein. Schlagfertig ertönte es ihm aus den Reihen der Bersammlung entgegen:„Jawohl, aber ohne Hitler." Es war ganz klar, daß die armen Kommunisten einer derartigen Stimmung gegenüber einen außerordentlich schwierigen Stand hatten. Und es muß gesagt werden, daß die Ausführungen der kommunistische Redner von einer trostlosen und unheimlichen, geradezu niederschmetternden Hilflosigkeit zeugten. Es fehlte auch nicht an Zwischenrufen, ganz abgesehen von den scharfen Worten, die unsere Redner in den Schlußaussührungen fanden, die den Kommunisten zu Gemüte führten, welch Unheil durch den mißglückten Generalstreik damit über viele Proletarier- familien gebracht worden ist. Und in der Versammlung am Wedding war es Genosse Fuß, der darauf hinwies, daß täglich 600 bis 100 durch die Gsneralstreikparol« der Kommunisten arbeitslos gewordene Männer und Frauen in ihrer Not zum Bezirksamt kommen. In- folge der offenkundigen Zurückhaltung der Führer und Sprecher bewahrten auch die anwesenden Kommunisten im allgemeinen Ruhe und die Erregung machte sich nur durch Zwischenrufe bemerkbar, die aber wieder sehr schnell aus den Reihen der Anwesenden gedämpft wurden. Mit besonderem Gram mag es die kommunistischen Redner erfüllt haben, wenn sie sahen, daß ihre mit großer Vehemenz her- ausgeschleuderten, aufgedonnerten, knalligen Phrasen entweder wir- kungslos verpufften oder von unseren überlegenen und kritisch den- kenden Genossen glatt ausgelacht wurden. Gegen diesen uferlosen. und lächerlichen Utopismus konnten unsere Genossen und Freunde mit Erfolg ihre unbeugsame Entschlossenheit einsetzen, der Reichs- tagsfraktion und dem Partcivorstand Gefolgschaft zu leisten und diese Gefolgschaft ständig zu verstärken. Nachstehend die Situoticmsberichte, die uns gestern abend aus den einzelnen Versammlungen zugingen: Wedding. Hier sprach in dem großen Garten des Patzenhofer- Ausschanks, Chausscestr. 64, vor einer dichtgedrängten Menge von etwa 2000 Personen der Genosse Dr. Weyl. Die Ausführungen des Genossen Weyl, die noch von einigen anderen parteigenössischen Rednern unterstrichen wurden, fanden reichsten Beifall. Einig« kom- munistische und auch ein syndikalistischer Redner versuchten ihre Weisheit an den Mann zu bringen, errangen aber vielfach keines- weg? beabsichtigte Heiterkeitserfolge, denn sie wußten kaum einen gescheiten Satz hervorzubringen. Genosse Weyl widerlegte, soweit es der Mühe wert war, zum Schluß die Kommunisten mit Leichtigkeit. Witte. Haberlands Festsäle waren schon um 7 Uhr überfüllt. Genosse H i r s ch referierte vor einer auch stark mit Kopfarbeitern durchsetzten Zuhörerschar. Einem Kommunisten wurden in der Diskussion 30 Minuten Redezeit bewilligt. Er verzapfte das übliche krause Zeug, und starker Widerspruch ließ ihn endlich einsehen, daß man seinen Tiraden nicht länger zuhören wolle. Genosse Adolf Hofsmann und der Referent zerpflücklen die kommunistischen Redens- arten unter den wiederholten Beifallskundgebungen der Verfamm- lung. Friedrichshain. Der geräumige Saal in der Königsbank in der Frankfurter Allee war dicht gefüllt. Ein beträchtlicher Teil der Besucher gehörte den Kommunisten an. Dem Redner. Genossen Stampfer' gelang es aber mit vielfachen Unterbrechungen sein Referat zu halten. Der umsichtigen Versammlungsleitung war es zu verdanken, daß die Ruhe aufrechterhalten blieb. Einem Redner der KPD wurde eine dreiviertelstündige Redezeit zugebilligt, die er weidlich ausnützt«, die angeblickM Sünden der Sozialdemokratie aufzuzeichnen. Nach dem kommunistischen Redner erhielt em un- garischer Genosse das Wort, der die Lage in Rußland aus eigener Kenntnis schilderte und vor bolschewistischen Experimenten warnte. dem getroffenen Abkommen versuchten bie Kommumstett die Versammlung zu sprengen, was ihnen jedoch nicht gelang. Nach einem kurzen Schlußwort des Referenten nahm die Verfamm- lung ein ordnungsmäßiges Ende. Kreuzberg. In Eraumanns Festsäle, in der Naunyn- Straße, hatte die Genossin I u ch a c z das Referat übernommen. Schon lange vor Beginn der Versammlung zeigte es sich, daß der Saal nicht imstande war. die heranströmenden Massen zu fassen. Sehr stark waren die Frauen vertreten. Selbstverständlich hatten es auch hier einige Kommunisten sich nicht nehmen lassen, gleich bei Beginn der Kundgebung die bekannten Krateclkunststücke vom Stapel zu lassen. Reicher Beifall durchschallte den Raum, als die Rednerin darauf hinwies, daß für uns die moralische Pflicht bestehe, die Re- gierung Strefemann- Hilferding zu stützen, um einer weiteren Ver- elendung des deutschen Volkes vorzubeugen. Den Reigen in der Diskussion eröffneten die Kommunisten. Das Gelächter der An- wefenden brachte den Leuten, die nur nach Parolen Moskauer Art arbeiten können, eine unerwünscht schnelle Abfuhr. Im Schluß- wort antwortete die Referenlin den einzelnen Diskussionsrednern, worauf die Versamnwlten der vorgelegten Entschließung mit über- wiegender Majorität ihre Zustimmung erteilte.:_....... v. Prenzlauer Berg. In der Bötzow-Brauere! sprach der Reichs- tagsabgeordnete Genosse Künstler. Der große Raum der Brauerei war völlig überfüllt, alle Tische mußten hinausgeschafft werden und, obwohl immer neu« Stühle herangeschasst wurden, mußten sich viele Hörer mit Stehplätzen begnügen. Auch diese Versammlung war mit Kommunisten fttir? durchsetzt. Genosse Künstler machte seine Aus- führungen in denkbar größter Sachlichkeit und olle, auch die zahl- reichen Gegner, hörten ihm vorerst in Ruhe zu. Als er dann auf Zwischenrufe einging und seinerseits der Name Reoentlow fiel, ent- stand eine große Unruhe, galt es doch, den offenbar hochgeschätzten Mitarbeiter der„Roten Fahne" lärmend zu verteidigen. Dem Vor- sitzenden gelang es bald, die Ruhe wiederherzustellen und der Redner tonnte, die Zwischenrufer scharf abfertigend, seine Ausführungen be- enden. In der Diskussion sprach ein Kommunist, worauf nach langem Hin und Her ein Parteiloser zu Wort kam, der sich gut einstellen konnte. Eine Genossin fand dank ihrer warmherzigen Worte, sie sprach hauptfächlich im Namen der Frauen und verurteilte die Kra- keeler, lebhafte Zustinmiung. Nach ihr sprachen noch Redner ver- schiedener Richtungen, abwechselnd von Lärm und Beifall unter- brachen. In Neukölln fand eine Versammlung im Schultheiß(Hasenhcide) statt. Der Andrang war so stark, daß der große Saal sich bis auf den letzten Platz füllte und viele Teilnehmer dichtgedrängt in den Gängen standen. Zahlreich waren die Frauen vertreten, für die ja das Thema„Unsere Not" von ganz besonderem Interesse sein mußte. In gespanntester Aufmerksamkeit folgten die Zuhörer den Darlegungen des Referenten Reichstagsabgeordn. Gen. Dr. Moses, und mit Heiterkeitsausbrüchen begleiteten sie die kräftige Abfuhr, die er den kommunistischen Zwischenrufern zuteil werden ließ. Seinem Appell an das Proletariat, das er zur Einigkeit mahnte, antwortete stürmischer Beifall. In der Diskussion ließen unsere Genossen bei der Wortmeldung den Kommunisten bereitwillig den Vortritt. Nacheinander sprachen fünf Kommunisten, darunter einige, die man beim besten Willen nicht zu den„großen Geistern" rech- neu tonnte. Einen sofort aus der jetzigen Not herausführenden Ausweg konnten auch sie nicht zeigen. Ihrem hohlen Ueberschwang wurde von einem sozialdemokratischen Diskussionsredner und vom Referenten in dem Schlußwort entgegengetreten. Mit einem brausenden Hoch auf die Internationale und die DSPD. endete die imposante Versammlung. In Schöneberg war die Aula der Uhlandschule, Kolonnen- straße, bis auf den letzten Platz gefüllt. Hunderte mußten mit einem Stehplatz sürlieb nehmen. Die Kommunisten waren ziemlich zahl- reich erschienen und versuchten anfangs, die Versammlung zu sprengen. Als sie jedoch von unteren Ordnern energisch angefaßt wurden, trat Ruhe«in, und der Redner, Genosse Dr. L o« m e n- st e! n, konnte sein Referat ohne weitere Zwischenfälle zu Ende führen. Wilmersdorf. Im Vikioriogarten referierte vor über- siillter Versammlung Gen. Dr. Z e ch l i n. Auch hier waren die Kommunisten zahlreich erschienen und machten sich von Anfang an durch Zwischenruf« bemerkbar. Mit nackten Tatsachen widerlegte der Referent den alten Phrasenkram. In der Diskussion gab es für die Besserwisser keine Partei, außer der kommunistischen, die in der Lage wäre, das deutsche Volt vor dem Untergang zu retten. Dem Referenten war es im Schlußwort ein Leichtes und unter stürmi- sehen Beifallskundgebungen der Versammlung alle Angriffe der Kommunisten zu widerlegen. Steglitz. Die Aula der Oberrealschule in der Elisenstraße war glän- zend besucht. Reichstagsabg. Gen. B r u n n e r referierte. Die Kom- munisten waren sehr stark vertreten. Sie hatten ihr ganzes„Säug- lingsheim" aufgeboten und machten sich mehrmals unliebsam bemerkbar. Da aber unser« Genossen sehr stark vertreten waren, wogten sie nicht, die Versammlung direkt zu stören. Daß sie ihre unfehlbaren Weisheiten in der Diskussion zuin Vortrag brachten, versteht sich. Auch die Ledebourgruppe und sogar ein Bürgerlicher traten in der Debatte auf. Unter stürmischem Beifall der Per- sammlung wurde das„Kleeblatt" vom Referenten im Schlußwort abgefertigt. Mit einem Hoch auf die International« wurde die Ver- sammlung geschlossen. In Zehlendors war die Versammlung sehr stark aus allen Kreisen der Bevölkerung besucht. Genosse Kietzmann fesselte die zahlreichen Zuhörer derart, daß er starken Beifall erntete. Redner setzte zu- nächst auseinander, warum die VSPO. sich in schwerster Stunde der Gefahr entschlossen hat. sich an der Regierung Stresemann allliv zu beteiligen. Die VSPO. verfolgt nach wie vor ihr jahrelang er- strebte? Ziel, dos Reichswirischaftsministcr Schmidt schon vor Jahren vargezeichnet hat: Zuführung großer Mittel in die Reichskasse, Siche- rung einer wertbeständigen Währung, der Volksernährung und da- init der Republik. Dieses Ziel kann nur erreicht werden durch Er- fassung der Sachwerte und rücksichtsloseste Durchiührung der er- lassenen und noch erforderlichen Notgesetze. Die Aussprache miter- strich die Ausführungen des Redners recht deutlich. Nach einem kurzen Schlußwort des Redners wurde die sehr harmonisch ver- laufene Versammlung geschloffen. Lichkenbcrg. Die Aula in der Parkaue war überfüllt. Genosse Otto Meyer als Referent erntete für feine Ausführungen stür- mischen Beifall. Die Kommunisten waren auch hier sehr zahlreich erschienen. Ihre Redner versuchten mit dem Schlagwort:„Arbeiter- und Bauernregierung" Anhänger zu erwerben. Es half nichts. Die Massen krochen nicht auf den kommunistischen Leim. Unsere Ge- nassen und der Referent im Schlußwort fertigten die Maulhelden gründlich ab, so daß die Kundgebung mit einem vollen Erfolg der Sozialdemokratie ihren Abschluß fand. In Weißensee. wo Genosse L o h ma n n in der überfüllten Aula des Realgymnasiums referierte, machten sich schon während des Refe- rats etwa S0 Kommunisten durch Zwischenrufe bemerkbar. Sie schickten schließlich zwei Diskussionsredner vor, die in allgemeinen Phrasen sich gegen die Sozialdemokratie, insbesondere gegen die Große Koalition wandten. Als die Debatte abgebrochen und der Referent das Schlußwort erhalten sollte, stürmten die Kommunisten gegen das Podium, um durch wüstes Gejohle und Pfeifen einen ordnungsgeinäßen Schluß der Versammlung zu vereiteln. Der Vorsitzende erklärte kurzer Hand die Versammlung für geschlossen, so daß die Absicht der Sprengung auch hier gründlich mißlang. Unter Beifallsrufen auf die Sozialdemokratie leerte sich der Saal. Pankow. Die Versammlung im Kasinosaal. Breite Straße, in der Genosse Heinig sprach, war überfüllt. Kommunistische Zw:- schenrufe erregten allgemeine Heiterkeit und gaben Veranlassung, den Schlagwortunsinn der KVD. unter allgemeiner Zustimmung zu kennzeickmen. In der Diskussion kamen je zwei Redner der Sozial- demokratie und der Kommunisten zu Wort. Nachdem«in Schluß- antrag mit großer Mehrheit angenommen war. verließen zahlreiche Kommunisten den Saal. Unter dem großen Beifall der Mehrheit kennzeichnete der Redner dieses Verhalten und nach einem Schluß- wort wurde die gut verlaufene Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Iohannlslhal. Die Versammlung im Parkrestaurant war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Ausführungen des Genossen N i ck i s ch fanden lebhaften Widerhall. In der Diskussion sprach zu- irnchst der Kommunist Hassekbach, später der Genosse Pessier. Als er auf Rodek �>u sprechen kam und d.e Persönlichkeit Rädels an- zweifelte, entstand ein großer Tumult. Die Kommunisten wollten den Genossen nicht mebr sprechen lassen. Es gelang jedoch, dent Genossen lveiter zum Wort zu verhelfen, so daß er seine Ausfüh- rungen zu Ende bringen konnte. Di« Sprengungsversuche der Kom- munisten waren gescheitert.._______ Die kommunistischen Setmbsröfre. Weitere Auflösungsmaftnahmen. Der preußische Minister des Innern hat am Dienstag den kom- munistischen„Zentralausschuß der Groß-Berliner Betriebsräte" einschließlich seiner„Leitung", deren„Boll- z u g s r a t" und seines Unterbaues, nämlich der„W erbeaus» ichüsse" und„In d ustr i e gru p p en a u s s chü ss e" auf Grund des ss 14 in. Verbindung mit§ 7 Ziff. 4 und des§ 19 Abs. 2 des Gesetzes zum Schutze der Republik für das preußische Staats- gebiet aufgelöst und verboten. Dem Verbot ist eine ausführliche Begründung beigegeben. Weitere polizeiliche und strafrechtliche Maß- nahmen find eingeleitet. Veranlassung zu dem Vorgehen des preu- hifchen Innenministers hat das Material gegeben, das om ver- gangenen Svnniag bei einer Haussuchung in der Zentrale der KPD. der Polizei in die Hände fiel. Verhaftungen kommunistischer Stadtverordneter. Nach einer Durchsuchung in der Mün.zstraße nahm die Polizei mehrere Verhaftungen vor. Unter den Festgenommenen befinden sich auch die kommunistischen Stadtverordneten G r y l e w i c z, Nawrocki, Eehlmann, Grothe, sowie der Stadtrat T o r g e l e r. * Wir werden in der Wendausgabe das außerordentlich inter< cssante Material veröffentlichen, aus dem der Preuß. Pressedienst Auszüge bringt. Die Protokolle der kommunistischen Bezirks- leitungssitzungen sind von so eindeutiger Offenheit, daß es der KPD, nicht leicht werden dürfte, den Eindruck zu verwischen, den diese Dokumente hinterlassen. Neuregelung öer Reickslöhne. Am Dienstag nachmittag begannen im Nsichsfinanzministerium die Verhandlungen über die Anpassung der Reichsarbeiter- löhne an die veränderten Hausha'ltskosten. Während bisher Donnerstags unter Zugrundelegung der zu Beginn der Wochr festgestellten amtlichen Indexziffer oerhandelt wurde, wird jetzt bereits Dienstags verhandelt, wobei die dann vorliegende» Teilergebnisse der Erhebungen des Statistischen Reichsamtes dir Unterlagen zur Neufestsetzung der Löhne bilden sollen. Bei de» Donnerstag-Verhandlungen wurde der Index für 10 Tage vor- aus geschätzt und dementsprechend der Lohn für die nächst- folgende Woche bestimmt. War der Index zu niedrig geschützt und dadurch der Stundenlohn nicht ausreichend erhöht, so wurde ei« Ausgleich in valorisierter Form gewährt. Die neue Ver- Handlungsmethode sieht vor, daß der am Dienstag ermittelt» Lohn schon am Freitag, also für die laufende Woche, bezahll wird. Da der Index nicht mehr für 10. sondern nur noch für drei Tage voraus geschätzt wird, hofft die?!egi«rung auf zuverlässig» Schätzungen die Nachzahlungen und Balorisierunj vermeiden z u können. Dadurch soll die Inflation aufge- l?olt«n werden. Die neue Verhandlungsart stellt allerdings er? einen Versuch dar. Den Dienststellen ist eine Normallohniabellc zugestellt worden, die es ermöglicht, noch jeder Verhandlung mil einem Mulliplikator, der durch Krelstelegramm mitgeteilt wird, de» zu zahlende» Lohn auszurechnen.— Für die Neuregelung der Be- omtenbezüge wird in der Dienstag-Verhandlung der Termin fest gesetzt werden. * Die Verhandlungen mit de» Spitzenorganisationen der Reichs, arbeiter führten gestern zu einer Festlegung der Lohnmeßzahl ai? 1500 mit Wirkung vom 26. dieses Monats ab. Hiernach wird in de» Ortsklasse A der Stundenlohn des Handwerkers 581 000 M., der de» ungelernten Arbeiters 540 000 M. betragen. Wictfdyaft Ungerechkferkigke Steuervergünstigungen. Uns wird geschrieben: Ein« Möglichkeit, ungerechtfertigt steuerliche Vorteile zu«v reichen, bietet noch immer, jetzt im vierten Jahre, der§ 29 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes, also die Ver st euer ung de! Einkommens nach einem vom Kalenderjahr abi weichenden Wirtschaftsjahre. Die Wirkung dieser Bs stimmung ist bei der Rhein-Äuhr-Abgabe und der jetzt fälligen Ein kommensteuervorauszahlung ungeheuerlich. Ein Beispiel sol dies erläutern: Ein Landwirt mit 30 Hektar Besitz versteuert sein Einkommei »ach dem Wirtschaftsjahr(1. Juli 1921 bis 30. Juni 1922) richtig mit 220 000 M. Die Einkommensteuer für 1922 beträgt etwa 20 000 M Die Einkommenfteuervorauszahlung am 25. August 1923 betrag nach dem 16v0fachen des Bierteijahrsbetrags 8 000 000 M., die an gleichen Tage fällige Ruhrabgabe 16 000 000 M. Der gleiche Landwirt wird nun, da er keine Bücher führt, nack dem Einkommen des Kalenderjahres 1922, dos nach' Berück sichiigung eines Abschreibungswertes nach Z 335 auf nur 1 380 000 M mäßig veranschlagt wird, mit rund 430 000 M. Steuer veranlagt. Du Einkommensteuervorauszahlung beträgt in diesem Falle nach den 40vfachen des Vierteljahrsbetrages 43 000 000 M., die Ruhrabgab« 86 000 000 M. Je größer der in Frage kommende Fall, desto krasser ist de, Unterschied. Für Industrie und Gewerbe ist der Unterschie! nicht geringer. In jedem Finanzamt werden derartige Fälle Hunderten beobachtet, ohne daß Aenderung möglich ist Di« großen und mittleren Landwirte und auch viele Industrielle, als» die leistungsfähigsten Teile der Bevölkerung, nützen diesen Steuer« vorteil nunmehr im vierten Jahre aus. Nur ein rascher gesetzlichei Eingriff kann die Reichsfinanzen vor weiteren großen Verluste» schützen._ Die Stücke der Goldanlcihe des Reiches. Wie wir von amt licher Stell« erfahren, wird die Ausfertigung der Stücke der wert beständigen Anleihe des Reiches mit allen Mitteln beschleunigt. Ei kann damit gerechnet werden, daß die Ausgabe der Stück« etwa in der Mitte der ersten Septemberwoche beginnt Verlängerung des Rheinisch-westsälischen kohlensyndikaks. Dm Rheinisch-westfälische Kohtensyndikat teilt mit: Die Verlän�erunj der Geltungsdauer des Vertrages des Rheinisch-westfälische, Kohlensynditats, der mit dem 30. September d.I. ablief, ist bis zun 31. Dezember 1923 beschlossen worden. korsankq und St'mnes. Bekanntlich wurde in der polnische» Presse viel über dunkle Industriemanövcr Korfantys in Verbindung mit dem österreichischen Großindustriellen Bösel gesprochen Korfanty veröffentlicht jetzt eine Erklärung, in der er angibt mit Bösel, der Aktien der Königs- und Laurahütte besitzt, in Vev bindung getreten zu sein, um dessen Tätigkeit in Bahnen zu lenken die„für die oberschlesische Industrie" günstig seien. Diese Tätigkeij ist angeblich hauptsächlich gegen Stinnes gerichtet unl soll dem Zweck dienen,„Oberschlesien ausschließlich unter polnische» Einfluß zu bringen". Devisenkurse. Der Dollar stellte sich gestern amtlich, wie in größere» Teil der Abendausgabe bereits mitgeteilt war, im Mitte! auf 6,4 Millionen, das englische Pfund auf 29 Millionen, der hol- ländische Gulden auf 2,5 Millionen. Der Kurstafel ist ferner nach- zutragen: 1 finnische Mark 175 560 Geld, 176 440 Brief: 1 japani. scher Pen 3 112 200 Geld. 3 127 800 Brief: 1 brasilianischer Mil- reis 574 560 Geld. 577 440 Brief: IM österreichische Kronen 8971 Geld, 9023 Brief: 1 tschechische Krone 187 530 Geld. 188 472 Brief. 1 ungarische Krone 361,09 Geld, 362,91 Brief: 1 bulgarische Lewe 59 850 Geld, 60 150 Brief: 1 jugoslowischer Dinar 67 830 Geld 68170 Briest....._. Gewerkschaftsbewegung Betterin 172 800 m., für einen landwirtschaftlichen Arbeiter 324 000| triebsräte zum Generafftreit gegen den fast einstimmigen Beschluß Mart, für einen gewerblichen Arbeiter 450 000 m. Bei Renten der Borständekonferenz der Gewerkschaftskommission beweist, daß von 50 und mehr Prozent betragen die Zahlen 504 000 m., 840 000 man ganz im Hörigkeitsverhältnis zur KPD. steht. Soll das auf Mart und 1 152 000 M. Als Vervielfältiger dieser Zahlen gelten die Dauer so weiter gehen? Wir glauben bestimmt, dem Zurück zur Produktion. elf Behntausendstel der jeweiligen Reichsinder- Willen der Mehrheit der Mitglieder entspricht diese Handlungsweise In dem Vorschlag der Kommission der Spizenorganisationen zahl Für die Woche vom 8. bis zum 14. Auguſt beträgt der der ihres Postens enthobenen Ortsverwaltung nicht. Um den geInder beispielsweise 149 351. Danach ergibt sich ein Vervielfältiger wertschaftsfeindlichen Bestrebungen der RPD. entgegenarbeiten zu der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände über die Richtlinien von 164. Die Regierung wollte den Vervielfältiger immer auf volle können, soll am Donnerstag, abends 6½ Uhr, im Genossenschaftsfür Lohnverhandlungen, den wir in unserer gestrigen Morgenaus 10 nach unten abrunden. Der Sozialdemokratie gelang es, zu wirtshaus, Stargarder Str. 3, eine Versammlung aller auf dem gobe veröffentlichten, heißt es u. a.:„ Als Multiplikator foll eine erreichen, daß nach oben abgerundet wird, und wenn der Verviel- Boden der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale stehenden Kolaus der statistischen Erfassung der Lebenshaltungskosten( Kleinfältiger über 200 ist, auf 50 nach oben Die Renten werden halb. legen stattfinden. handelspreise) gefundene Meßzahl verwendet werden, da monatlich gezahlt. Zur Berechnung gelangt die Inderzahl, die Wir erwarten, daß keiner unserer Kollegen in dieser wichtigen lediglich die im Kleinhandel zu zahlenden Preise zwischen dem 16. bis 10. Tage vor dem Bahlungstage veröffentlicht Bersammlung fehlt, und bitten alle Parteigenossen, unsere Kollegen für Lebensmittel und Bedarfsgegenstände bestimmend für den wird. Ein um 100 Proz. Erwerbsbeschränkter hat unter Anwendung in den Betrieben auf diese Bersammlung aufmerksam zu machen. der Inderzahl von 149 000 eine monatliche Rente von 10 880 000 Zahlungsmittelbedarf des Arbeitnehmers find." Mark zu beanspruchen. Das Gesetz tritt am 1. September in Kraft. Diese Auffassung wird allerdings unter Punkt 5 des Vorschlages Für die zurückliegende Zeit soll noch eine Nachzahlung erinfofern forrigiert, als vorgeschlagen wird, zur Vorausschägung der folgen, deren Höhe sich nach der Inderzahl richtet und vom ArbeitsTeuerung sich auf den Dollarkurs und die Großhandels- minister feftgelegt wird. Im September sollen im Reichstagspreise zu beziehen. Insofern trifft der Borschlag der Kommission ziemlich das Richtige. Aber wenn man die Löhne auf eine gefunde und ehrliche Basis stellen will, dann darf man nicht allein von dem Zahlungsmittelbedar f" des Arbeiters ausgehen, sondern man muß auch fein Produzenteninteresse berücksich tigen und zu wecken suchen. Und schon deshalb ist die Beziehung auf die Großhandelspreise eine Notwendigkeit. Es kann dem Arbeiter auch als Konsumenten, ja vor allem als Konsumenten nicht gleichgültig sein, wie hoch sich der Preis der Produkte stellt. Die Unternehmer müssen sich ein für alle mal mit der Tatsache abfinden, daß es mit der seit Jahr und Tag betriebenen Spekulation auf die Martentwertung, mit dem Lohn- und Steuerbetrug ein Ende hat. Die Sabotage versuche, die jetzt von Unternehmerseite gemacht werden, um eine Befundung unserer Wirtschaft und unserer Finanzen zu verhindern, tönnen diese notwendige und dringliche Gesundung nicht mehr verhindern. Sie müssen also von der Spekulations- 3 ur Produk tionspolitik zurüdtehren, und da liegt es auch in ihrem Interesse, die Arbeiterschaft zur Mitarbeit her anzuziehen. Die Betriebsvertretungen bieten hier das beste Mittel, diese Mitarbeit in die Praris umzusehen. Arbeitende Jugend! Am Sonntag, den 2. September, vorm. 10 Uhr, Böhow- Brauerei, Prenzlauer Allee, spricht Reichstagsabg. Franz Künstler über Sedan und die arbeitende Jugend! Diele Demonstration muß eine gewaltige Kundgebung für Bölfer verföhnung und Weltfrieden werden. Erscheint in maffen. Sozialistische Arbeiter- Jugend Groß- Berlin. Jungjozialistische Vereinigung( VSPD.). Jugendsekretariat Lindenstraße 3. Der Fraktionsvorstand. Cohnabkommen zwischen dem Verband Berliner Kunstgewerbebetriebe E. V. und dem Deutschen Metallarbeiterverband. Ab 20. bis 26. August sind die Löhne wie folgt: 1. für Facharbeiter 612 000 M., für Ungelernte über 21 Jahre 558 000 m., für Ungelernte von 18 bis 21 Jahre 405 000 m., für Frauen 405 000 M. 2. Jugendliche: Don 14 bis 15 Jahren: männlich 99 000 m., weiblich 95 000 m., pon 15 bis 16 Jahren: 137 000 bzm. 124 000 m., von 16 bis 17 Jahren: 175 000 bzw. 158 000 m., pon 17 bis 18 Jahren: 211 000 bzm. 193 000 m. Cohnabkommen zwischen dem Verband der Fabrikanten tunstgewerblicher Beleuchtungskörper und dem Deutschen Metallarbeiterverband. Die Löhne betragen für die Zeit vom 20. bis 26. August 1923: 1. für Facharbeiter 585 000 M., für Ungelernte über 21 Jahre, verheiratet 566 000 m., für Ungelernte über 21 Jahre, unverheiratet 480 000 m., für Ungelernte von 18 bis 21 Jahren 388 000 m, für Frauen 357 000 M. 2. Am Freitag soll ein Vorschuß von 4 000 000 Mart für jeden vollen Arbeitstag an jeden Facharbeiter( an die anderen Arbeiter dementsprechend weniger) gezahlt werden. 3. Jugendliche: von 14 bis 15 Jahren: männlich 99 000 m., weiblich 95 000 M., von 15 bis 16 Jahren: 137 000 bzw. 124 000 m., von 16 bis 17 Jahren: 175 000 bzw. 158 000 m., von 17 bis 18 Jahren: 211 000 bzw. 193 000 m. Sämtliche ausschuß die Fragen der Abfindung fleiner Renten, Einführung des Bedürftigkeitsprinzips, Rentenbemessung nach der BerufsAussperrung in Königsberg. Nachdem ein Teil der Königsftellung und Gewährung von Familienzulagen behandelt werden. berger Hafenarbeiter unter Berlegung des Tarifvertrages vor Die Arbeitervertreter werden dabei ein ernſtes Wort mitsprechen einigen Tagen die Arbeit niedergelegt und troh wiederholter Aufmüssen. forderung am Montag die Arbeit nicht wieder aufgenommen hatte, In der Wochenhilfe wurde in folgender Weise die Wert haben die Arbeitgeber gestern früh die gesamte Arbeiter. beständigkeit durchgeführt: Aerztliche Behandlung, soweit solche erschaft entlassen, Die Anpassung der Erwerbslosenunterstützung. forderlich ist, wird nach wie vor gegeben. Der Beitrag zu den Streit der ungarischen Mühlenarbeiter. In ganz Ungarn Die Erwerbslosenunterstützungssäge werden fünftig auto. Entbindungskosten beträgt das Sechs fache der Reichss matisch entsprechend der Steigerung der vom Statistischen Reichs- inderzahl. Wochengeld wird in Höhe des Krankengeldes, mindestens haben die Mühlenarbeiter die Arbeit niedergelegt. amt veröffentlichten Inderzahl für die Kosten der Lebens- aber im Betrage eines Zehntels der Inderzahl, und Stillgeld Mühlen liegen still. haltung einschließlich Bekleidung festgesetzt. Als Grundlage das halbe Krankengeld, mindestens aber drei Zwanzigftel der Inderdient die für die Woche vom 8. bis zum 14. August festgesetzte zahl, gewährt. Wochenhilfe kommt für Selbstversicherte in Unterstügung, ausgehend von dem Unterstützungsfag von 225 000 m. täglich für den männlichen ledigen Erwerbslosen in Ortsklasse A bei einem Teuerungsinder von 149 531. Die amtliche Inderzahl beträgt am 13. August 436 935. Das Arbeitsministerium hat bementsprechend die Tagesfäße für die Woche vom 15. bis 23. August folgend festgesezt( in tausend Mart): In den Drtstlaffen B 1. für männliche Bersonen: a) über 21 Jahre, sofern fie nicht im Haushalt eines anderen leben. A Ο Du. E täglich 610 570 530 650 b) über 21 Jahre, sofern fie im Haushalt eines anderen leben. c) unter 21 Jahren. 540 500 460 390 360 330 420 300 2. für weibliche Personen: a) über 21 Jahre, sofern fie nicht im Haushalt eines anderen leben. b) über 21 Jahre, sofern sie im Haushalt eines anderen Ieben 540 500 460 420 440 410 880 c) unter 18 Jahren. 300 280 260 350 240 3. als Familienzuschlag für: 230 210 190 170 a) den Ehegatten b) für Kinder und sonstige unterstüßungsberechtigte Angehörige. 190 170 150 130 Die allwöchentliche Festsetzung bringt hinsichtlich der rechtzeiti gen Auszahlung einige Schwierigkeiten. Die Inderzahl fann erst am Mittwoch nachmittag errechnet werden. Bei aller Beschleunigung der Neufestlegung der Unterstügungssäge durch das Reichsarbeitsministerium wird es nicht möglich sein, daß die neuen Unterstügungssätze so frühzeitig in allen Gemeinden des Reiches bekannt werden, daß am Sonnabend nach den neuen Säßen ausgezahlt werden kann. Das Arbeitsministerium empfiehlt daher, die Bahlperioden überall von Mittwoch bis Mittwoch laufen zu lassen. Es würde dann Zeit genug sein, überall die neuen Säge zur Auszahlung zu bringen. Frage. rinnen gewährt, wenn der Haushaltungsvorstand versichert ist. Es Familienwochenhilfe wird nichtversicherten Wöchne beträgt ebenfalls den sechsfachen Betrag der Inderzahl als Beitrag zu den Entbindungskosten und ein Zehntel bzw. brei Zehntel für Wochen- und Stillgeld. Wochenfürsorge wird an bedürftige Wöch nerinnen gezahlt, die ebensowenig als wie der Haushaltungsvorstand versichert find. Die Beiträge sind die gleichen wie in der Familienwochenhilfe. Konflikt in den Meiereien. In den Meiereien Berlins bestehen Lohndifferenzen. Am 6. Auguft wurde vom Schlichtungsausschuß folgender Schiedsspruch gefällt: Bom 2. bis zum 8. August 1923 beträgt der Wochenlohn in Gruppe I 3 400 000 m, in Gruppe II 3 300 000 m., in Grupe III 3 100 000 m. und in Gruppe IV 2 800 000 m. Der Lohn vom 2. bis 8. August 1923 gilt als Grundlohn. Auf den Grundlohn foll Woche für Woche der jedesmalige Reich sinder zugerechnet werden. Für die Zeit bis zum 19. Auguft haben die Meiereibesitzer den Schiedsspruch erfüllt. Für die Zeit vom 20. bis zum 25. Auguſt lehnen die Arbeitgeber die Bezahlung des neuen Inder ab, der 72,5 Proz. betrug. Die Arbeiter wurden mit dem Lohnfaz vom 13. bis zum 19. Auguft abgefunden. Die Arbeiterschaft befindet sich in größter Aufregung, da die Firmen einen Vertragsbruch begangen haben. Falls die Arbeitgeber die vereinbarten Lohnfäße am Donnerstag nicht zahlen, ist mit einer Arbeitsniederlegung zu rechnen. Es will uns nicht einleuchten, daß die Arbeitgeber, angeblich nicht zahlen fönnen. Bevor der Inder vom 23. Auguft als Lohnzuschlag in Frage tam, foftete das Liter Milch 70 000 m. Die Arbeiter sollten nach dem Reichsinder einen Lohnzuschlag von 72,5 Broz. erhalten. Der Milchpreis ist in dieser Zeit auf 178 000 m. das Liter gestiegen. Es ist dies eine Steigerung des Milchpreises um über 254 Proz. pro Liter. Trotzdem lehnen die Arbeitgeber die Erfüllung des. Schietsspruches ab. Es ist dringend zu empfehlen, daß die maßgebenden Behörden hier eingreifen, bevor es zu spät ist. Der Konflikt im amerikanischen Bergbau. Präsident Co0. tidge hat den Gouverneur des Staates Pennsylvanien mit dem Schiedsspruch in der Frage des Ausstandes der AnthrazitkohlenHoffnung, daß der Konflikt noch vor dem 1. September beigelegt arbeiter beauftragt. Die Kohlenfommission der Union hegt gute werden kann, obwohl die Arbeiter bekanntlich beschlossen haben, an diesem Tage die Arbeit niederzulegen. Präsident Coolidge hat vorgeschlagen, die Förderung der übrigen Kohlenforten start auszudehnen, falls der Ausstand ausbrechen sollte. Hierauf haben jedoch die übrigen Rohlenarbeiter mit einer Weigerung geantwortet und sich mit den Anthrazitkohlen- Bergleuten solidarisch erklärt. Achtung, Mitglieder des Buchbinder- Verbandes! Heute nachmittag 5 Uhr findet in der Schule Annenstraße 1b eine Bersammlung der Mitglieder des Verbandes statt, welche auf dem Boden der Amsterdamer Richtung stehen oder mit ihr fympathifieren. Tagesordnung: Der legte Generalstreit und seine Auswirkung auf die 8ahlstelle Berlin". Kol leginnen und Kollegen! Die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Spigen fich von Tag zu Tag mehr zu; auch in unserer Bahlstelle machen fich die Wirkungen sehr bemerkbar. Um Aufklärung unter unsere Mitglieder zu bringen, ist ein zahlreicher Besuch obiger Versammlung vnbedingt notwendig. C. Flohr A. G., Berlin und Wittenau. Versammlung aller Arbeiter und Angestellten, die der BSPD. angehören, am Donnerstag nachmittag 4 Uhr bei Gams, Schlegelstr. 9. Erscheinen aller ist unbedingt Pflicht. Sympathisierende Mitglieder der freien Gewerkschaften find ebenfalls eingeladen. Der Fraktionsvorstand. Gebrüder Jsrael, Briger Straße. BSPD.- Frattion Betriebsver fammlung am Donnerstag nachmittag 4% Uhr bei Schüttler, Gräfeftraße 3. Alle mit uns sympathisierenden Arbeiter und Angestellten find ebenfalls eingeladen. Bortrag des Genoffen Riegmann über den lehten Streit. Rege Beteiligung erwartet Der Fraktionsvorstand. Berband der Lithographen, Steinbruder und verwandten Berufe. AngeDie neuen Lohnvereinbarungen für Berlin. meine Mitgliederversammlung Donnerstag nachmittag 5 Uhr im Lehrerbereinsbaus, Alexanderstr. 41. Jedes Mitglied bat anwesend zu sein. Der Ortsvorstand. Baugewerksband. Fachgruppe Glaser. Donnerstag abend 7 Uhr Mitgliederversammlung im Deutschen Hof, Luckauer Str. 15. Hierzu ist das Cr fcheinen aller Kollegen notwendig, da die Lohnverhandlungen gescheitert sind. Die Fachgruppenleitung: Burfürst Es ist dringend zu empfehlen, daß die maß- Vorträge, Vereine und Versammlungen. Gescheiterte Verhandlungen im Kleinhandel. Der Zentralver 7 Uhr, bei Summel, Sophienstvaße, Rechtsberaterturfus. Erscheinen aller Internationaler und der Kriegsopfer. Mittwoch, den 29. Auguft, abends band der Angestellten teilt uns mit, daß die direkten Verhandlungen Kriegsopfer erforderlich. Die Gauleitung. mit der Einzelhandelsgemeinschaft Groß- Berlin für die Angestellten Mieterverband. 4. Verwaltungsbezirk. Deffentliche Mieterversammlung Wertbeständige Sozialleistungen. der Warenkaufhäuser und Spezialgeschäfte gescheitert find. Der Donnerstag, den 30. Auguft, abends 7 Uhr, in der Aula Schönfließerstraße 7. Tagesordnung: Septembermiete und Werktarife"( Gas, Wasser usw.). Deutsche Friedensgesellschaft. Ortsgruppe Berlin. Donnerstag, 30, August, Nach längerem Berhandeln im Sozialen Ausschuß des Reichs. Schlichtungsausschuß Groß- Berlin ist angerufen worden. Dorotheenstädtisches Gymnasium, Dorotheenstr. 12( Bahnhof Friedrichstraße). tages fonnte am 15. Auguft im Reichstage eine Gesetzesvorlage ver- Achtung! VSPD.- Kupferschmiede! Durch die kurze Notiz im Thema: Die politische Lage" und Anträge zur Generalversammlung Magde abschiedet werden, nach der die Unfallrentenzulagen wert beft an- Borwärts" vom Sonntag haben unsere Kollegen erfahren, daß sich burg. Referenten Pfarrer Bleier und Dr. Kurt Hiller. Die Mitglieder werden dig gemacht wurden. Einbezogen werden alle Renten, die der Zentralvorstand genötigt gesehen hat, die Mitglieder der Orts- um vollzähliges und pünktliches Erscheinen gebeten. wenigstens 20 Proz. der Bollrente betragen. Die bis- verwaltung Berlin ihres Postens zu entheben. Der Teil Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: herige Teilung der Jahresarbeitsverdienste, die im Februar fest- unserer Kollegen, der die Mitgliederversammlungen regelmäßig be- Artur Gaternus, Friedrichshagen: Gemertschaftsbewegung: Friedrich Chforn, gelegt wurden, wonach für Renten mit 50 und mehr Prozent der sucht, wird wissen, in welcher Weise die bisherige Ortsverwaltung Berlin; Feuilleton: K. S. Döscher, Wilmersdorf: Lokales und Sonstiges: Vollrente höhere Beiträge eingesetzt wurden, bleibt bestehen. Als ihre Geschäfte geführt hat; wie die Interessen der KPD. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruckerei Frig Karstädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Grundlage der Renten gelten folgende Jahresarbeitsverdienste: Bei über das Gewerkschaftsinteresse gestellt worden sind. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. Renten von 20 bis unter 50 Broz. für eine landwirtschaftliche Ar- Die Unterzeichnung des Aufrufs der Fünfzehnerkommission der BeTheater, Lichtspiele usw. Gr. Schauspielhaus Volksbühne su: Trianon- Th. Deutsch Opernhaus 8 Unr: Abends 7 Uhr: Tägl. 8 Uhr: Eugen Burg in: Der flieg. Holländer Sommernachtstraum Der 6pernball Theater i. d. Lessing Theater Casanovas Sohn Königgrätz. Straße Heute Dis Freitag 8. Theater des Ostens 8 Uhr: Der Strom 14 U.: Die Dame AbSonnab.allab.7 mit der Maske ReichshallenKreislers Tail Wie es euch gefällt Berliner Th. u Kleines Th. Theater 8 U: Leopoldine Konstantin in: Täel. 72 U. 7.30 U.: Mädi Klarissas halbes Herz Stett. Sänger. Casino- Theater Neues Operetten- Theater 8 U. Die 8 U. neuen Reichen 7/2 WINTO BRIEN Varieté- Spielplan Rauchen gestattet! Th. a. Kottb. Tor Täglich 71/2 Uhr ELITEKatja Emmy Kreutzer von d. Volksoper Wien als Gast dmirals- Varieté 8.00 A Das internationale August- Programm Unsere nur erstklassigen, allgemein eingeführten und Große Volksoper Uhr: Zar and Zimmermann Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst D. blaue Pyjama etc. Metropol- Theater im Theat d.Westens 8 U.: Die Schönste der Frauen Neues Theat. a. Zoo 8 Uhr: Leibkutscher des Fridericus Rex Schiller- Th. Charl. 8 Uhr: Süße Susi Th. a. Nollendorfpl. 14: Mein Freund der Lakal 8 8 Wallner- Th. Die Luxusfrau 8: Residenz- Th. Ida Wüst, Bruno Kastner in: Der gute Ruf Sänger nachweislich tausendfach freiwillig glänzend begutachtenferate im Das brillante Bettstellen ell August. Metall Erwachsene a. Kinder Programm Stahlmatratzen, Polster, Decken, Federbetten lief. wir frachtfrei U. a.:,,Zwischen dir. an Private zu günstigst. Preisen a. Beding. Katal. 30A frei, Vorwärts zwei Feuera!" Eisenmöbelfabrik Suhl( Thüringen) sichern Erfolg! 6 Sonder- Angebote! Sierzu 1 Beilage. 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Weil die bisherige Untersuchungmethode ihre Erkennung erst in einem Stadium ermöglichten, in dem es meist zu spät zur Heilung dieser qualvollen Le den ist Durch unsere nach den neuesten wissenschaftlichen Forschungen speziell zu diesem Zweck kon struierten Apparate( keine Röntgen- Durchleuchtung) ist nun gerade die Erkennung dieser gefährlichen Feinde der Menschheit in den allerersten Anfängen gewährleistet, so daß Rettung und Hilfe auf naturgemäße Weise noch möglich ist. Tausende verdanken unseren giftireien Spezialkuren( patentamil. geschützt) Leben und Gesundheit, Ihre Originaldankschreiben werden jedermann gerf vorgelegt. NATURA Institut für naturgemäße Heilweise Berlin, Blücherplatz 3, direkt a. Halleschen Tor Aerztliche Sprechstunden wochentags von 10-1, 4-7. Nr. 401 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts___ Finanzkatastrophe und städtisches Gesundheitswesen. Da durch die Finanzkatastrophe immer mehr städtische Inftitutionen zum Erliegen kommen, war es für uns von großer Wichtigkeit, einmal Näheres über die Lage des städtischen Gesundheitswesens von berufener Stelle zu hören. Unserem medizinischen Mit Berliner Gesundheitsamtes, Stadtmedizinalrat Rab now, bararbeiter Gen. Dr. Norbert Marg wurden von dem Leiter des über die folgende Auskunft erteilt: Das Gesundheitswesen befindet sich bei der verzweifelten Finanzlage der Gemeinden in einer außerordentlich schweren Krise. Es ist nicht zu verkennen, daß im Gesamtgebiet der Kultur das Gesundheitswesen eine Sonderstellung einnimmt, insofern, als die Sorge für die Gesundheit des Boltes unmittelbar große wirtschaftliche Bedeutung hat und von ihr die Frage des Volksbestandes abhängt. Wenn beispielsweise jährlich etwa 130 000 Menschen die städtischen allgemeinen Krantenhäuser Berlins aufsuchen, so heißt das doch nichts anderes, als daß Duzende von Tausenden in den Krantenanstalten ihre Erwerbsfähigkeit erhalten oder wiedererlangen und somit sich wieder im Wirtschaftsprozeß des Volkes beteiligen fönnen. Wenn es ferner gelingt, durch Einrichtungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens die Sterblichkeit herabzusehen, wie es ja in ten letzten Jahren vor dem Kriege wirklich der Fall war, so bedeutet das eine positive Volksvermehrung, und wenn wir die Sterblichkeit nur um ein Tausend herabsehen würden, so ist das nichts weniger als die Erhaltung der edelsten Substanz, über die das Bolt verfügt, nämlich des Menschenmaterials. Es ist also sehr erklärlich, wenn wir alle Anfeindungen nicht scheuen, um das Krantenhaus wesen in Berlin mindestens auf dem Stand zu erhalten, auf dem es sich jetzt befindet. Dabei heißt es außerordentliche Schwierigkeiten finanzieller Natur zu überwinden. Millionen- Verpflegungsfähe. Mittwoch, 29. August 1923 gleich hohen Pflegefaz die gemeinnützigen Anstalten weiter bestehen fönnen. Er beträgt jezt 2200 000 m. pro Pflegetag. Langstein hält aber für nötig, daß den gemeinnüßigen Anstalten auch die aus dem Finanzausgleichgeset bisher nicht gewährte Hilfe noch zuteil wird. Das müsse, sagte er, selbst dann Bürger aus ihren Wohnungen holen würden. Die Kosten für die geschehen, wenn die Hilfe den kommunalen und staatlichen AnKrankenhäuser werden getragen zu etwa 40 Proz. von der Armen- stalten jetzt entzogen wird. Mindestens müsse man den gemein. verwaltung, zu 50 Proz. von den Kassen. Der Rest der Kranten ist nützigen Anstalten diese Unterstüßung für die nächste Zeit hoch anzurechnen, daß sie sich nicht gescheut hat, um einem Bedürfnis Selbstzahler. In dieser Zeit des Elends ist es der Stadt Berlin gewähren, damit sie über die schlimmste Not hinwegkommen. zu entsprecher, an Neubauten heranzutreten. So hat sie bekanntlich in den letzten zwei Jahren das gänzlich veraltete und zum Teil unbenutzte Krankenhaus Moabit wenigstens zur Hälfte neu aufgebaut. * Diese turzen Mitteilungen des Leiters des städtischen Gesund heitsdienstes lassen uns die immensen Schwierigkeiten erkennen, mit denen die gerade für die breite Masse des Boltes wichtigste Institution zu kämpfen hat. Mögen die besorgten Stadtväter, wenn fie der Not steuern woller, nicht gerade hier ein Objekt sehen, das noch mit Sparmaßnahmen beglückt werden kann. Hier wären Eingriffe gleichzusehen Arthieben an die Wurzeln unseres Volkstums. Wenn unsere schon so sehr geschwächte Boltsgesundheit noch planmäßig durch Sparmaßnahmen untergraben würde, so wäre das ein nie wieder gutzumachender Fehler. Die Not der anderen Krankenhäuser. Eine Folge der Geldentwertung. In der anschließenden Besprechung äußerten sich Vertreter mehrerer Anstalten und Vereine im Sinne dieser Forderungen. Auch das Verhältnis zu den Krantentassen wurde berührt, und es tam dabei zur Sprache, daß manche Kaffen selber Not leiden. So habe eine große Kaffe in einem Monat 34 Milliarden ausgeben müssen, aber nur 18 Milliarden eingenommen. Gefordert wurde, daß die Kaffen ihre Beiträge entsprechend dem träge bei jeder Lohnzahlung unverzüglich an die Kassen abgeführt tatsächlichen Verdienst ihrer Mitglieder festsetzen und daß die Bei werden, damit sie ihren Verpflichtungen nachkommen können. Was wird aus der Straßenbahn? Wieder Zunahme der Fahrgäste. nimmt kein Ende. Langsam fängt die Stimmung nach der ersten Das Drakeln in der Presse über das Schicksal der Straßenbahn Erregung an, wieder etwas freundlicher zu werden. Bezeichnenderweise kommen jetzt auch andere Zeitungen zu denselben Schlüssen wie der Vorwärts". So bringt das„ Tageblatt" eine lange Darstellung über die Ursachen der augenblicklichen Schwierigkeit, in der Die fortschreitende Geldentwertung droht alle nicht werbenden genau dieselben Gründe angeführt werden, die wir eingehend ausUnternehmungen zum Erliegen zu bringen. Schwer leiden unter einandergesetzt hatten. Tatsächlich hat sich die Lage der Straßenbahn ihr auch die nichtstaatlichen und nichtkommunalen schon in wenigen Tagen wieder bedeutend gebessert. Heil- und Pflegeanstalten, die einen Teil ihrer Aus- Gestern waren es bereits wieder 450 000 Fahrgäste, die die Bahn gaben aus Steuereinnahmen nicht deden können. Viele dieser ge- benutten. Das beweist, daß die Anpassung des Publikums an die meinnützigen Anstalten sind bereits eingegangen und andere stehen Geldentwertung sich verhältnismäßig schnell vollzieht. Am 1. Sepvor der Notwendigkeit, gleichfalls ihre Pforten zu schließen, bember werden außerdem auf der Stadt- und Ringbahn die wertwenn ihnen nicht Hilfe gebracht wird. Versuche, sich selber zu helfen, beständigen Eisenbahntarife eingeführt, wodurch der Einige Zahlen dürften genügen, um die finanziellen Anforde sind mehrere von ihnen geschaffene Einrichtungen: der Verband ge- Fahrpreis für die geringste Strede in der 3. Klaffe auf rungen, die die Krantenanstalten an die Stadt sbellen, zu beleuchten. meinnüßiger Kranten- und Pflegeanstalten Groß- Berlins und Bran- 160000 m. erhöht wird. Dadurch entfällt für die Straßenbahn Die Summe der Ausgaben für alle Arten der Anstalten zusammen, denburgs, der Wirtschaftsbund gemeinnütziger Wohlfahrtseinrich- die schwerste Belastung. also Krankenhäuser, Hospitäler, Irrenanstalten und sonstige, beträgt tungen zum billigen Bezug ihres notwendigen Bedarfs, die Hilfsjetzt etwa 2 Billionen jährlich. Eine genaue Berechnung läßt fasse gemeinnütziger Wohlfahrtseinrichtungen zur Gewährung von Straßenbahn- Gesellschaft zu bilden, fest und wird heute Der Magistrat hält an seiner Absicht, eine städtische fich mit Rücksicht auf die Dollarschwankungen nicht auf Kredit an schwache Anstalten. stellen. Die Selbstfosten eines Verpflegungstages in den KrankenAm Montag wurde in einer Bersammlung des oben in seiner Sigung die Sagungen der Gesellschaft verabschieden. Er anstalten betragen jetzt Ende August rund 3 Millionen Mark. Wenn genannten Verbandes die Notlage dieser Anstalten erörtert und wird sich dabei an den der Stadtverordnetenversammlung bereits man nun bedenkt, daß wir in allen Anstalter: zusammen über auf die Gefahr hingewiesen, die der Volksgesungheit droht, wenn vorliegenden Entwurf halten und nur die Zahl der Aufsichtsratsmit8000000 Verpflegungstage, davon in den allgemeinen noch mehr Anstalten geschlossen werden müssen. Der Vorsitzende glieder einschränken. Dieser Beschluß des Magistrats wird dann Krankenhäusern allein 3½ Millionen Verpflegungstage, haben, so Prof. Langstein forderte in seinem Referat mehr Hilfe vom am Donnerstag im Haushaltsausschuß behandelt werden. Die Auskann sich auch der Laie ein ungefähres Bild von der Größe dieses Reich, nicht nur größere Zuschüsse, sondern vor allem auch einen fichten über die Bildung einer wirklichen VerkehrsgemeinVerwaltungsobjekts machen. An Betten hat die Stadt Berlin in wirksamen Kredit zur Beschaffung von Kohle. Bisher haft sind vorläufig noch recht unbestimmt. Maßgebende Kreise ihren eigenen Anstalten 24000 und außerdem noch in war ein Kohlenkredit von 1% Billionen Mart für die Gesamtheit der Hochbahngesellschaft ſträuben sich gegen eine solche Lösung, und den Anstalten der Provinz Brandenburg über 2000 der Anstalten zugesagt; nach Maßgabe des jetzigen Kohlenpreises im Verkehrsministerium wollen die Herren Geheimräte an diesen Betten für Geistestrante und Hospitaliten, so daß der Stadt etwa wäre aber die ungeheure Summe von 46 Billionen Mart neuen Gedanken nicht heran, trotzdem die Zusammenlegung der 26 000 Betten zur Verfügung stehen. Diese Bettenzahl dürfte jedoch erforderlich um die nötige Kohle zu beschaffen. Berschärft wird Berliner Berkehrsunternehmungen im Interesse der Berliner Infür einzelne Gruppen vor. Anstalten bald nicht mehr ausreichen, die Not der gemeinnützigen Heil und Pflegeanstalten dadurch, daß duſtrie und der Steigerung unserer Produktionsleistungsfähigkeit denn die Belegung der Krankenhäuser ist trotz der hohen Ber- die eine unbedingte Notwendigkeit ist. aus dem Finanzausgleichgejeg erwartete pflegungsfäge, die die Stadt in ihrer Not erheben muß und Hilfe ihnen versagt bleiben foll. Nach§ 60 erhalten Wohl- greifen, daß solche Fragen nicht vom engen Reffortgesichtspunkt, die sich jetzt auf 1½ Millionen pro Tag beziffern, baldigst aber fahrtsanstalten der Länder und der Gemeinden beträchtliche Zu- fordern vom Gesamtbedürfnis unserer volkswirtschaftlichen Ent2½ Millionen betragen werden, hart an der Grenze des Möglichen schüsse in Höhe von 75 Proz. der seit Januar 1921 durch Erhöhung wicklung heraus gelöst werden müssen? Es kommt auch gar nicht angelangt. Das ist ja auch ganz natürlich, denn die jammervollen der Beamten- und Angestelltenbezüge entstandenen Mehrausgaben. darauf an, daß man etwa nur eine Gemeinschaft der Tarife abdende Ernährung, die überaus teuren Medikamente machen währt werden, aber bisher war das( von der Zahlung einiger Berliner Verkehrswege. Wohnungsverhältnisse, die jetzt immer mangelhafter wer Nach§ 61 sollte diese Hilfe auch den gemeinnüßigen Anstalten ge- schließt, so wertvoll fie fein könnte, viel wichtiger noch ist die ge= meiniame planmäßige Arbeit am Ausbau der es ja den meisten unmöglich, sich während einer ernsten Erkrankung Borschüsse abgesehen) noch nicht durchgeführt. Jetzt aber wird die die vorhandenen Unternehmungen ein Bielfaches dessen leiften, was Mit vereinten Kräften könnten in ihrer Häuslichkeit behandeln zu lassen. Finanznot des Reiches zwingen, die Vergünstigungen aus beiden Baragraphen zu beseitigen. Langstein klagte, daß die Stadt Berlin iezt angesichts der Zersplitterung möglich ist. Die Verhandlungen infolge der ihr für ihre Anstalten gewährten Hilfe höhere Gehälter wieder zur Aufrollung dieses Problems zwingen, das eines der mit der AEG.- Schnellbahn werden sowieso über kurz oder lang Es dürfte wohl auch interessieren, zu erfahren, wie sich die Kosten und Löhne als die gemeinnügigen Anstalten zahlen und dennoch brennendsten und wichtigsten für die Groß- Berliner Zukunftsentauf die einzelnen Ausgabenposten verteilen. Neuere Zahlen stehen geringere Pflegefäze als sie nehmen fonnte, so daß die gemeinwicklung ist. für diesen Zweck noch nicht zur Verfügung. Im Jahre 1921 entfielen nüßigen Anstalten unter dem Druck dieses Wettbewerbes in Gefahr allein auf die personellen Ausgaben etwa 43 Proz. der Gesamtaus- tamen ihren Betrieb einstellen zu müssen. Ueber das Arzt, gaben. Auf ein Krankenbett tamen 1913 0,21 Pflegepersonal und Pflege und Wirtschaftspersonal der gemeinnüßigen Anstalten er0,2 Wirtschaftsperforal. Im Jahre 1921 0,3 Pflege- und 0,31 Wirt- fuhr man, daß es sich mit geringeren Gehältern und Löhnen at Die Hochbahngesellschaft wird am Donnerstag, den schaftspersonal. Hier werden die bürgerlichen Politifer wieder mit finden laffen muß; beispielsweise hätten in den Anstalten der Stadt 30. August, ihre Fahrpreise um je 10 000 M. für die Einzelfahrgrößtem Vergnügen die Erfolge der sozialistischen Mißwirtschaft her- die Assistenzärzte für die zweite Hälfte des Monats August neben tarte erhöhen. Die Fahrpreise sind dann folgende: Bis zum auszulesen. Hier und in den anderen städtischen und freier Station noch rund 66 Millionen Mart Gehalt in bar, 5. Bahnhof 3. laffe 60 000 m., 2. Klaffe 80 000 m., für die ganze staatlichen Betrieben, die mit einem Ueberschuß an Ber- während Assistenzärzte gemeinnütziger Anstalten nur ein Drittel Strecke 3. Klasse 80 000 m., 2. Klaffe 100 000 m. Blods zu fonal arbeiten, sind die Opfer der bürgerlichen Außenpolitik unter- davon hätten. Inzwischen ist eine Vereinbarung zustande gefom- 10 Starten foften: bis zum 5. Bahnhof 3. Klaffe 500 000 m., gebracht, die Entwurzelten ,, die durch den schweren Krieg eristenzlos men, wonach die Stadt bei der Bemessung des 2. laffe 700 000 m., für die ganze Strede 3. Klasse 700 000 m., wurden, und wenn sie durch die bürgerliche Sparpolitik um diesen Pflegefages auf die gemeinnügigen Anstalten 2. Klaffe 900 000 M. Wochenkarten zu 12 Fahrten für die ganze legten Rest einer Eristenz fämen, in ihrer Not auch die gesättigten Rücksicht nimmt und ihn so hoch bemißt, daß mit einem Streden fosten: 3. Klasse 700 000 m., 2. Klaffe 900 000 m. 12] Wie verteilen sich die Kosten? Kilian. Roman von Jakob Bührer. Nachdem Kilian diesen Gedanken in zahlreichen noch lebendigern Bildern geschildert hatte, schloß er, jedermann mit Josef anredend, also:" Nun hab' ich aber zu deinem und meinem Glück, Josef, des Rätsels Lösung bei mir. Seht, seht!" Und er riz plötzlich den Deckel von der Schachtel, die ihm am Leibe hing, und nahm daraus einen fleinen blechernen Dreiedförper.„ Das ist das Ding! Das ist das Instrument! Das ist das Heil! Das ist die Lösung!" Und er erklärte lang und breit, wie man mit dem Ding um die Ecke gucken fönne. Und nun der Preis? Unter Brüdern zwanzig Franken. Ihr aber sollt es haben um zehn, sieben Franken. Gehe her, drei, zwei, ein Franken, ach was, um fünfundsiebzig Rappen. Wer will's? Wer nimmt's?" Und er schlug dreizehn Stücke der vollständig zwecklosen Dinger los an Leute, die begierig waren, um die Ece guden zu können. Darauf begann Kilian seinen Spruch von vorne: " Hoho- ho!" 3ur festgesetzten Zeit aber fehrte er ins Hotel Wildschwein" und sang rasch seinen Bazi, worauf er wieder auf den Waisenhausplatz ging und die Umdieedeguderl anpries. Einträglich und schnell verlief ihm so der Markttag. Er fam zu feiner Besinnung. Nur, ob er den Bazzi sang oder den Marktschreier machte, lag ein ungeheurer Druck auf ihm, etwas unfäglich Gemeines, ja Ekelhaftes, das in dem Augenblick auf ihn gefallen war, als die Marutschka erklärt hatte: „ Ich habe angenommen." Daran aber lag es nicht, daß sie angenommen hatte! Was ging das schließlich ihn an! Was hatte er mit der Marutschta zu tun? Nichts! Gar nichts. Jüngst war einmal ein besoffener Fabrikant, so ein verfluchter Proz, zu ihnen ins Tingeltangel gekommen. Der hatte dem Bazi drei Glas Bier auf die Bühne geschickt und hatte verlangt, daß er sie in einem Zuge austrinke. Alle drei. Davon war Kilian trunken geworden, hatte dann das weinende Elend bekommen und in dieser Stimmung die Marutschka gebeten, sie möchte ihn mit nach Hause nehmen. Das hatte sie netan. Er hatte ihr nachher für den Tee und so weiter einen Regenschirm gekauft. Das waren ihre Beziehungen. Weiter gingen sie sich nichts an. Sie konnte doch tun und lassen, was fie wollte. Wann wird man endlich be= Nene Erhöhung bei der Hochbahn. Aber er konnte sich das zehn- und zwanzigmal vorsagen:| und riß es auf. Als ob eine Lawine niedergehe, so stürzte der Druck, die Not seines Herzens wich nicht von ihm. Und das Getöse der Aare herein. Seit zwei Tagen führte sie Hochals die Nacht hereinbrach, und fein Mensch mehr um die Ecken wasser und wälzte gewaltige Mogen über die nahen Schwellen. gucken wollte, stürzte er sich in den Strudel des Straßenlebens. Kilian lauschte am Fenster, den Blick aber ließ er zurückEr wollte untertauchen in der Freude des Tages. Aber er gehen zu seinem Reichtum. Erreicht! Drei Monate war empfand das Lachen, das Leuchten der Augen, all die Luft, er auf dem Pflaster gelegen, als er von Zürich nach Bern gedie um die Menschen war, als ein Unrecht, als eine Beleidi- tommen. Er hatte einfach nichts gefunden. Dann hatte er gung, ohne daß er sich klar wurde, warum und wieso. Er ein halbes Jahr Kohlen geschaufelt wie ein Neger! Darauf lief hinaus auf die Schüßenmatte, wo die Budenstadt einen ein halbes Jahr Steine verladen. Nie war er so taput gegewaltigen Lichtbogen in die Nacht baute und mit unzähligen wesen nach Feierabend, wie in diesem Jahr. Nie hatte er Geräuschen, Gegliger und Bewegung die Langweile verjagte. weniger gebraucht. Und was war ihm am Ende vom Jahr Doch hier fam Kilian vom Regen in die Traufe. Raum geblieben? Sechsunddreißig Franken! Zum Lachen. Und im hörte er ein paar Orgeltöne, so sah er sich selber am Rade zweiten Jahr, was hatte er nicht alles versucht? Zuschläger stehen und den Russen Sacharovitch in närrischer Verkleidung war er gewesen, Druckereiarbeiter, Lumpenverleser, Bauhandauf dem Wundertheater unter dem bronzenen Riesen Volk. langer alles nichts. Nie mehr hatte er einen Menschen fennengelernt wie Mit Arbeit war nichts zu verdienen! Sacharovitch. Mathilde?- Freilich! O, sie war gut gewesen, nur zu ungeduldig. Was wußte er denn damals vom Leben!- Gar von der Politik!- Erst als er von ihr weg war, hatte er gemerkt, wie lieb er sie hatte. Auf feinen Brief gab sie ihm Antwort. Auf feinen. Schließlich sandte sie ihm die Verlobungskarte. Verlobt mit einem Warenhausangestellten! Rayonchef!- Mathilde und Sacharovitch- das wäre ein Paar geworden! So zwei Köpfe! Sacharovitch! Den Tod muß man bezwingen, zu den Sternen gehen... Das waren Ziele gewesen! Aber wie lebte er jegt? Da wandelte ihn die Sehnsucht an, allein zu sein, vor den Menschen zu fliehen, und er lief nach Hause, in die" Matte" hinunter. Aber als er vor seinem Dachtämmerlein stand und nach dem Schlüssel suchte, mußte sich die Hand in der Tasche durch einen Haufen von Münzen wühlen. Darüber vergaß er feine traurige Stimmung. Haftig legte er den Riegel vor, drehte ein Licht an, das ein armseliges Wohnloch erleuchtete, fegte sich an den Tisch, leerte seine Taschen und begann das Geld in abgezählten Beiglein vor sich aufzustellen. Dann hatte er angefangen, sich auf den Handel zu wer fen. Hatte das Inseratenblatt der Stadt durchschnüffelt, wer etwas zu verkaufen hätte, wer etwas zu kaufen wünsche, hatte vermittelt, hatte sein Profitlein genommen, hatte zu hausieren angefangen, hatte den Viehhändlern geholfen, als Scheinkäufer die Preise hinaufgetrieben und vom Mehrerlös seine Prozente eingefact, hatte dem Butter, jenem Stroh zugehalten, war des Nachts im Tingeltangel beschäftigt, und wenn sich eine Gelegenheit bot, mit einem Jurartikel etwas zu ver= dienen, war Kilian zur Stelle gewesen. Auf die Art, mit dem Handel, war etwas zu verdienen! Die ersten Tausend waren beieinander. Das Schwerste lag hinter ihm. Die andern neunundneunzig Tausend waren im Handumdrehen da. Warum nicht?... Ein Steinhaus zu Solothurn Wie die Aare toste, brüllte im Uebermaß ihrer Kraft! Welch' ein Verlangen, zu unternehmen, was es sei!- 3u vollbringen, was feiner vollbracht!- 3u erschaffen, was nie mehr zerstört werden kann! Sacharovitch! Jählings entstürzte Kilian aller Mut. Vor des Russen Auge fonnte feine Eroberung keinen Bestand haben. Auch Mathilde hätte ihn verachtet. Du bist kein wahrer Revo lutionär. Dir fehlt die Menschenliebe!" Mit einem jähen Glanz in den Augen trat er an den Ofen und holte unter dem Tragstein hervor ein Kassabüchlein. Achthundertsiebzig Fronten." flüsterte er,„ Das hier dazu, und was ich noch im Wildschwein" zugut habe, macht tau- Menschenliebe? Bo war sie denn, diese Menschensend! Erreicht! Erreicht!" liebe? Mit Arbeit war nichts zu verdienen! Mit Handel Er stemmte beide Arme auf den Tisch und starrte auf wohl! Das war der Gewinn seiner Bernerjahre. Büchlein und Münzen. Schließlich ging er nach dem Fenster! ( Fortfegung folgt.) Der Tod durch giftige Pilze. Neue Fälle. oberen Wohnungen des Hauses haben durch eingedrungenes Waffer etwas gelitten. Die Entstehung war gestern noch nicht ermittelt. Aus der Partei. Die Todesfälle nach dem Genuß giftiger Pilze häufen fich in teilt mit: Infolge der ab 27. d. Mis. eingetretenen Erhöhung der Ungeheuerliche Kofspreise. Das Rohlenamt der Stadt Berlin Reichskonferenz in Oesterreich. ben letzten Tagen besorgniserregend. Nachdem erst am Sonntag fünf Bechenpreise ist eine entsprechende Herauffeßung der Kleinverkaufs Wien, 28. August.( Eigener Drahtb.) Die deutsch- österreichische Bergiftungen mit tödlichem Ausgang gemeldet wurden, werden jezt preise für Kofs erforderlich geworden. Die Kofspreise stellen sich sozialdemokratische Parteibertretung beruft für den 12. September weitere Fälle bekannt. So ist im Krankenhaus Friedrichshain eine mit Wirkung vom 29. d. M. wie folgt: Küchen- und Ofenbrand, Gas- eine Reichstonferenz zur Aufstellung der Kandidaten für die Nationalganze Familie von neun köpfen dem Pilzgift erlegen. Es handelt fots je Zentner ab Lager 7431 000 M., frei Keller 7 586 000 m. ratswahlen ein. Für die erste Hälfte des November wird die Einfich um einen Friseur Heidenreich, der mit seiner Frau je Sentner ab Lager 7 431 000 m., frei Reller 7 586 000 m. berufung des Parteitages angekündigt. und sieben Kindern eine Mahlzeit selbstgesuchter Pilze genossen Bei fuhrenweiser Lieferung je Zentner ab Lager 7431 000 m., hatte und schwer erfrankt war. Auch im Krankenhaus Friedrichs- frei Steller 7 566 000 m. hain fonnte den Bergifteten feine Rettung mehr gebracht werden. Mann, Frau und sieben Kinder erlagen der Wirkung des Giftes. Ein Wannenbad 250 000 Mart. Der Ausschuß zur Festsehung der Bäderpreise teilt mit: Die Bäderpreise in den städtischen BadeAn Bilzvergiftung sind weiter eine Frau Elsner aus der anstalten werden wie folgt festgesetzt: 1 Wannenbad 250 000 Görlizer Straße 37 und ihre 18 jährige Tochter erfrantt. Mart, 1 Brausebad für Erwachsene 100 000 Mart, für StuAuch sie haben die Pilze für Wiesengrünlinge im Plänter- dierende, Pflichtfortbildungsschüler, Schüler höherer Lehranstalten mald gepflückt und zubereitet. In Wirklichkeit ist es aber 55 000 Mart, für Kinder 30 000 Mart, 1 Schwimmbad für ErKnollenblätterschwamm, der den Wiesengrünling ähn- wachsene 160 000 Mart, für Studierende usw. 85 000 Mart, für lich sieht. Mutter und Tochter erkrankten baid nach dem Genuß, Kinder 40 000 Mart, für Kinder bei klassenweisem Besuch 15 000 zogen aber im Gegensah zu den anderen Vergifteten frühzeitig einen Mart. An den Uebungsabenden der Schwimmvereire zahlen ErArzt zu Rate, der sie gleich nach dem Birchon- Krankenhause bringen wachsene über 18 Jahre 100 000 Mart, Jugendliche bis 18 Jahre ließ. Die Bilze, die noch vorhanden waren, wurden von der Krimi- 70 000 Mart, Kinder bis 14 Jahre 30 000 Mart. nalpolizei des 109. Polizeireviers beschlagnahmt und den Aerzten des Krankenhauses und dem Gesundheitsamt zur Verfügung ge= stellt. Die Lähmungserscheinungen, die auch bei der Arbeiterfrau Fröhde im Urbantrantenhause aufgetreten sind, legen die Bermutung nahe, daß es sich auch in den anderen Fällen um Knollenblätterschwamm handelt. Der Eisenbahn- Fahrkartenverkauf vor dem 1. September. In der Zeit vom 29. bis 31. August werden alle Fahrkarten mit dem 31. August als Ausgabetag versehen, so daß sie zur Fahrt bis 3. September um Mitternacht gelten. Die in diesen Tagen gelösten, aber nicht benutten Fabrtarten werden nach dem 31. August innerhalb der Geltungsdauer nur dann zurückgenommen, wenn ein Rechtsanspruch( Mangel an Beförderungsmöglichkeit, Verspätung oder Ausfall von Zügen) bestebt. In allen übrigen Fällen wird das Fahrgeld nur durch die zuständigen Eisenbahnverkehreämter auf schriftlichen Antrag bei Angabe der Gründe über die Nicht benutzung unter Abzug von 10 Proz. Verwaltungskosten erstattet. Rennfahrers Tod. Adolf Huschte, der befannte Berliner Straßenfahrer, ist in der Nacht vom Montag zu Dienstag feinen Berlegungen, die er sich bei der am Sonntag stattgefundenen Straßenfahrt Rund um Berlin" zugezogen hatte, erlegen. Der Unfall paffierte bei Oranienburg, wo Huschte auf der Straße in ein Loch fuhr und schwer auf das Straßenpflaster stürzte. Mit erheblichen Verlegungen wurde der Unglückliche in das Oranienburger Krankenhaus geschafft. Die gestern vorgenommene Operation fonnte das entschwindende Leben nicht mehr aufhalten. Die Jugendweihe der Freien Schulgemeinde Charlottenburg findet am Sonntag, den 16. September, vormittags 11 Uhr, in der Aula der Fürstin- Bismard- Schule, Sybelstraße 2-4, statt. Eintrittskarten für Erwachsene 50 000, für Kinder 25 000 m. find beim Borstand und bei den Funktionären, sowie in der Vorwärts"-Spedition, Sesenheimer Straße 1, ab Sonntag zu haben. 4 Englischer Unterricht. Genossin e ß beabsichtigt zum 1. September von 12-14 Jahren( nachmittags) einzurichten. Anmeldungen: Mittwoch, neue Anfängerfurse in Englisch, für Erwachsene( abends) und für Kinder den 29. August, von 4-7 Uhr nachmittags bei Genoffin Heß, Berlin W. 50, Spichernstr. 16, Gartenbaus 3 Treppen( am Nürnberger Plaz). Die Anmeldung fann auch schriftlich erfolgen. Der Zentralverband der Siedl ungsvereine Groß- Berlins vers anstaltet am Mittwoch, den 29. August, abends 7 Uhr, eine öffentliche Siedlerversammlung im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, mit folgender Tagesordnung: Bankeroit des Siedlungswesens!" 1. Notlage im Siedlungswesen; 2. Klagen und Wünsche der Siedler: 3. Aussprache. Die Vertreter der in Betracht Tommenden Behörden sind eingeladen worden. Alle interessierten Streife werden auf diese Versammlung auf merksam gemacht. Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Areis. Charlottenburg. Donnerstag, den 30. August, 7% Uhr, erweiterte Borstandssigung im Zimmer 1. Kreis. Mitte. Jeden Mittwoch und Montag von 5-7 Uhr spielt die Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde mit Kindern auf dem Hof der Aleganderkaserne. 1. 13. Heute, Mittwoch, den 29. August: 6. 7½ Uhr Mitgliederversammlung in den Arminiushallen, Bremer Straße 73. 1. Bortrag des Gen. Kurt Heinig. 2. Diskussion. 8. Wahl der 18. Abt. 7 Uhr Gigung der Kommunalen Kommiffion bei Müller, Uferstr. 12. Delegierten zum Bezirkstag. 19. Abt. Nach der Mitgliederversammlung wurde ein Kneifer gefunden. Abauholen beim Gen. Kiefer, Bellermannftr. 90. 19. und 20. Abt. 7 Uhr Schulaula Grünthaler Str. 5, Elternabend mit Filmvortrag über die Gartenarbeitsschule für die weltliche Schule( Gotenburger Straße. Ref. Gen. Rektor Henn- Neukölln. 60. Abt. Spandau. 8 Uhr bei Wind, Bichelsdorfer Str. 5, Abteilungsver. sammlung. Thema: Die wirtschaftliche und politische Lage". Ref. Gen. Kurt Riezmann. 141. Abt. Rosenthal. 8 Uhr bei Frieß, Lindenallee 30, MitgliederversammTung. Thema: Die große Roalition". 116. Morgen, Donnerstag, den 30. August: st. Lichtenberg. 7 Uhr im Reichensaal der Knabenmittelschule Markt. ftraße 13, Mitgliederversammlung. Thema: Die Reaktion in der Juftig". Ref. Gen. Landrichter Ruben.. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 40. Abt. Am 26. August verstarb Gen. Gustav Pflanz. Die Einäscherung findet Donnerstag vormittag 10 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 29. August: Karlshorst. Jugendheim Schule Augusta- Bittoria- Straße, Bortrag: Fer dinand Laffelles Leben und Wirken". Lichtenberg- Rord. Jugendheim Park. Eine Zugentgleijung. Der Schnellzug Tournay- Lüttich aue 10, Distuffionsabend: Wie soll man wandern?". Schönhauser Borist am Montag nachmittag bei Mons entgleift. 4 Beamten wur- ftabt. Jugendheim Gemeindeschule Sonnenburger Str. 20, Distuſſionsabend: den leicht verlegt. Eine größere Anzahl Reisender hat un- ,, Wie sollen wir wandern?". Reichenberger Biertel. Jugendheim Gemeindebedeutende Schürfungen erlitten. do. Preise und Löhne. Vollreis Großer Dachstuhlbrand in Mariendorf. Wegen eines weithin Lebensmittelpreise in der Linsen. fichtbaren gefährlichen Schadenfeuers, das großen Schaden ver- Zentralmarkthalle am 28. 8. Erbsen ursacht hat, wurden gestern nachmittag die Feuerwehren von ( in tausend Mark) Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde usw. nach der Eisenacher Rindfleisch mit Knoch. 1000 Straße 10 in Mariendorf alarmiert. Dort stand der Dachstuhl des Wohnhauses mit Bodenverschlägen, gefüllt mit Hausrat und Brennmaterialien, in solcher Ausdehnung in Flammen, daß unverzüglich mit vier Schlauchleitungen von Motorsprigen angegriffen werden mußte. Dadurch gelang es nach längerem Wassergeben die Flammen einzudämmen und schließlich zu löschen. Die DeutscherMetallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83/85 Geschäftszeit vorm.9 Uhr bis nachm.4 Uhr. Telephon: Amt Norben 833 bis 896 GLAS und 6592 bis 6595. Achtung! Metallfchleifer Achtung! Heute, Mittwoch, den 29. August, nachmittags 4 Uhr, im Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147 Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen, die in den Betrieben des Ber: bandes der Metallschleifereien und Galvanischen Anstalten be schäftigt find. Tagesordnung: 1. Bericht von den Berhandlungen mit dem Demo". 2. Diskussion. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Achtung! Achtung! Bertrauensleute und Betriebsräte der Chirurgiemechanit Heute, Mittwoch. den 29. August, nachmittags 5 Uhr, bei Hummel, Sophienstraße 5 Unßerordenti. Funktionätigung Berichterstattung Tagesordnung: über die legte Lohnverhandlung. Das Erscheinen sämtl. Funktionäre ist unbedingt notwendig. Achtung! Gold- u. Silberschmiede Donnerstag, den 30. August, nachmittags 5 Uhr, im„ Alegandriner", Alegandrinenstraße 37a Versammlung aller in den Gold: und Silber: warenfabriken beschäftig.Kollegen und Kolleginnen. Tagesordnung: 1. Bericht der Verhandlungskommission. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Achtung! Achtung! Metallschleifer, Galvaniseure Donnerstag, den 30. Auguft, nachmittags 5 he, in Ewalds Festfalen, Gtaliger Straße 126 Außerord. Vertrauensmänner- Konferenz Tagesordnung: Bericht vom Streif in den Kundenbetrieben. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Achtung! Junungsfomiede Achtung Donnerstag, den 30. August, abends 7 Am 25. d. M. verstarb nach schwerem Leiden mein geliebter Mann, unser treusorgender Vater und Bruder Gustav Pflanz im Alter von 52 Jahren. Die Einäscherung findet am Donnerstag, 30. Auguft, vorm. 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. In tiefer Trauer Agnes Pflanz 3213b Fritz Pflanz Karl u. Elisabeth Pflanz 86 Gartenstr. 86 Zahngebisse Gold-, Silber- Bruch, Platin kauft zu höchstem Tageskurs Paul Schneider, Juwelier 86 Gartenstr. 86 Der weiteste Weg zu mir lohnt sich! Goldgelbe OrientZigaretten dicke Formate, oh. m. G. Nur heute 8-4 Uhr. Nur an Wiederverkäufer: 18 T. Bd. 14 Mill., 25 T. Bd. 18 Min. 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Bleie. 税 込 Am 27. August starb nach siebentägigem Krankenlager unser langjähriger Angestellter und Kollege Herr Max Beer im 63. Lebensjahre. Er war in seiner neunzehnjährigen Amtstätigkeit ein treuer, pilichtbewußter Mitarbeiter und Freund, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Vorstand und Angestellte der Ortskrankenkasse der Mechaniker, Optiker und verw. Gewerbe zu Berlin. Die Beerdigung erfolgt Donnerstag, den 30. August, nachm. 2 Uhr, auf dem Friedhof der Jüdischen Gemeinde( Neue Haile) in Welßensee, Lothringenstraße 22. Deutscher Metallarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Stollege, der Schleifer Otto Schulze Rigaer Str. 78 am 24. Auguft gestorben ist. Die Einäscherung findet heute, Mittwoch, den 29. d. M., nachm. 2 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt. Unsere Kollegin, die Arbeiterin Kreuziger Elise Hanratty traße 3 ist am 24. August gestorben. Die Einäscherung findet heute, Mittwoch, den 29. d. M., nachm. 1 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Ehre ihrem Anbenten! Nege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. schule Glogauer Etr. 15, Diskussionsabend: Die politsche Lage". Die Abteilungen Baumschulenweg, Blankenburg, Buchholz, Charlottenburg, Fallenberg, Friedrichshagen, Sandsberger Biertel, Pantow, Schmargendorf, Süben, Wannsee, Bedding, Weißensee, Wilmersdorf haben immer noch nicht die Theaterkarten für Sonntag, den 9. September, in Empfang genommen. Wir bitten diefe Abteilungen, die Karten bestimmt heute abend vom Jugendfetretariat abzuholen. Achtung, Abteilungsvorsigende! Für die Rundgebung am Sonntag, den 9. September, heute abend Materialausgabe. 46 570 49 622 Wetter bis Donnerstag mittag. Ein wenig fühler, zeilweise heiter, aber veränderlich, im Norden besonders an der Küste öfter etwas Regen, sonst überwiegend troden bei ziemlich frischen nordwestlichen Winden. KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 60000 Mark Anzeigen die für die nächste Nummer Das fettgedruckte Wort 120 000 M.( zulässig 2 fette Worte). Stellengesuche das 1.Wort( fett) 60000 M., Jedes weitere Wort 45 000 M. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für 2 Worte Verkäufe bestimmt sind, müssen bis 4%, Uhr nachmittags in der Hauptexpedition des Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstrasse Nr. 3, abgegeben werden. Dieselbe ist von morgens 9 Uhr bis nachm. 5 Uhr ununterbrochen geöffnet Garten:: Laube:: Balkon Abeffinierpumpen, Erfaßteile, Leiherdbohrer allerbilligst. Bumpenfabrit, Gartenstraße 78. Kaufgesuche Qualitätsteppiche, aus alten Fabrikabschlüssen stammend, gebe zu Original Engrospreisen an Selbstverbraucher ab. Schulz, Körnerstraße 6, an der Lithowstraße. Mengenabgabe vorbehalten. Nähmaschinen. Gelegenheitskäufe wenig gebrauchter Maschinen mit Garantie nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. meter lang. Preisangabe. Roch, NiederRollendorf 8682. 34. Unterricht Tanzschule Regehr, Reichenbergerstraße Anmeldungen: Sonntags 4 Uhr, Freitags 8 Uhr abends, Wilmersdorf Güngelstraße 42, jederzeit. Kaufe gebrauchten Reisetoffer, Gin Verschiedenes schönhausen, Uhlandstr. 8. 32156 Gewissenhafte Untersuchung. Heb. Bianos, Flügel fauft au höchsten anime Sildesheim, früher Edel, BülowWagner, Tagespreifen Bianomagazin. Barba ftraße 62. roffaplag 2. Stollendorf 5397. Pianos fucht Boigt, Neukölln, Ganderftraße 30. Sandwagen, Leiterwagen, Raftenwagen preiswert. Auswahl. Köpenickerstraße nur 71, Hof. Federhandwagen, Leiterwagen, Rollfarren, Einzelteile. Fabrit, Dresdener ftraße 55. Bekleidung Bianos tauft Karfiol, Dresdener ftraße 54. Morigplag 128 45. 500 000.- file 1 Kilo Schallplatten. Bertrauensvolle Auskunft Frauen, Mäbchen, langjährige Erfahrung, ärat lich geprüft. Wolff, Wiener Straße 20, brittes Portal, II. Geldverkehr Leibhaus Friedrichstraße 2( Hallesches Plattenumtausch. Röpenickerstraße 188a. 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