Nr. 409■» 4S.Fahrga«g Ausgabe A Nr. 204 Bezugspreis: Do» 1.— 8. September 1 Millio» Mark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom I.—«. September lü- Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich u. Luxemburg IbMlloOM, sür tas übrige Ausland 1 750000 33!. Postbezugsprei» freibleldend. Der„DorwZrts� mit der Sonntag». beilaze„Vol? und fscit*. der Unterhaltungsbeilage..Heimwelt' und der Beilage„Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentägsich zweimal, Sonntags und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: „Sozialdemokrat Berlin' Morgenausgabe Verlinev VulkStrlsttt (iSOOCO Mft.) AnziügenprciS: Die einspaltige Ncnparcillc. zeile kostet 500000 M. Zieklamezcile 2500000 M.„Kleine»nz>:rgen" das setlgedruckte Wort 360 000 iN.(zu* lässig zwei tettgedruclte Warte). jedes weitere Wort 8000Z M Stellengesuche das erste S7ort 60 000 931, jede» weitere Wort 60 000 Äst. Worte über 35 Buch- ltaben zählen sstr zwei WoNe. Familienauzeigen sllr Abonnenten Keile 50 000 M. Anzeigen sür die nächste Nummer müssen bis 4*4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.KS, Linden- straßeZ, abgegeben werden. Geöffnet von g Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zcntralorgan der Vereinigten Sozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands Neöaktisn und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Tönhoff SSS— 2VS ,vern!preliicr. zz � x,„ g. Dönhoff Lö0«-S5v7 Sonntag, den Ä. September 19A3 Vonvärts-Verlag G.m.b.H., GW 68, Lindenstr. Z Postscheckkonto: Berlin 375 36— Bankkonto: Direktion der Diskonto-Gesellschaft, Deposttenkaffe Sindenstrasze 3 Englanö unö öer Grientkonsiitt. Anszenminister Curzon unterbricht seinen Urlaub.— Debatte im Bölkerbundrat. Paris, t. September.(Em.) Wie man ersähri, hat Lord C n r z o n heuie gegen 12 Uhr seinen Sommerauscnlhalt in ZZagnoles abgebrochen und sick) nach Paris begeben. Sein Ans- bruch hängi mii der Lage im Orient zusammen. Lord Curzon, der sick) sowohl mit Valdwin in Air les Lains als auch mit der Downing- sireet in ständigem Gedankenaustausch befindet, wird eine Unter- redung mit dem englischen potschaftcr in Paris haben, deren Er- «zebnis darüber entscheiden wird, ob Lord Curzon nach London weiterreist. Die Besorgnisse der britischen Regierung über das Bor- gehen Mussolinis gegen Griechenland iverden auch offiziös durch Reuter ausgesprochen und hinzugefügt, daß man schied- liche Regelung verlangt. Der Londoner Korrespondent des „Echo de Paris" berichtet, daß England Interventionen nicht abgeneigt fei. weil England als erste Mittelmeermacht sich durch die Initiative Mussolinis bedroht fühle und man für die Sicherheit Maltas und C y p e r n s Befürchtungen habe. Man glaube, daß die Besetzung von K o r f u nur der erste Schritt einer Politik sei, die darauf abziele, die italienische Herrschaft im Mittelmeer zu sichern. Der italienische Botschafter hatte am Freitag eine längere Unter- redung im englischen Außenministeriuln. Mussolini sucht Rückendeckung bei Frankreich, dessen Regierung er wohl mitfühlendes Berständnis für Pfandnahme, Sanktionen und auch für Feuer auf Wehrlose zutraut. In einer von der Agenzia Stefani veröffentlichen Rote heißt es, daß die freundschaftliche Haltung der französischen Regierung sowie die in der französischen Presse und der öffentlichen Meinung Frankreichs l>ekundete Sympathie und Solidarität mit der Politik Italiens hätten das italienische Volk tief gerührt. Diese Haltung Frankreichs würde einen günstigen Einfluß auf die Beziehungen der beiden großen verbündeten Nationen haben. Mussolini läßt eine Darstellung der Tätigkeit der Grenz- kommission verbreiten, worin die Vertreter Griechenlands der Obstruktion bezichtigt werden, die auch der Botschafterrat gerügt habe: die Mörder hätten der griechischen Uniform ähnliche Kleidung getragen, die griechischen Behörden seien nachlässig gewesen und dergleichen mehr. Die Beschießung der offenen Stadt Korfu wird von der italienischen Regierung damit begründet, daß der Forderung nach Hissung der weißen Flagge auf dem Fort nicht nachge- kommen worden sei. Griechenlands Appell an den Völkerbund. Genf, 1. September.(WTV.) Der griechische Appell an den Dölkerbundrat, der vom 1. September dotiert ist und vom Chef des griechischen Sekretariats beim Völkerbimd, P o l i t i s, unterzeichnet wurde, spricht zunächst lebhafteste Entrüstung über die Mordtat von Janino aus. Die griechische Regierung habe sofort energische Maß- nahmen ergriffen, um die Schuldigen ausfindig zu machen, und spontan der italienischen Regierung das tiefst« Bedauern ausge- fprochen. Aber ehe noch der geringste Beweis erbracht war über die Nationalität der Angreifer, ihre Beweggründe und die näheren Umstände, unter denen sich das Verbrechen vollzog, hat die italienische auf die griechische Regierung die moralisch- und materielle Verantwortung abgewälzt, Genugtuung und Wledergut- machungen gefordert, die mit der Souveränität des Staates und den Ehrbegriffen der Nation unvereinbar seien. Die griechisch- Negierung habe nachdrücklichst die Anschuldigungen zurück. gewiesen und sich a u ß e r st a n d e erklärt, den Forderungen nach- zukommen, jedoch sich erboten. Genugtuungen und Wiedergut. machungen zu leisten. Durch diesen außerordentlich versöhn. lichen Schritt fei die griechische Regierung bis an die äußerste Grenze der Opfer gegangen, die nnt der Ehre und der Souv«. ränität Griechenlands vereinbar sind: sie hat Italien auch von ihrem Entschluß Kenntnis gegeben, den V ö l k e r b u n d r a t anzurufen, um auf gütlichem Wege ein- gerecht« Regelung zu er- langen. Demgegenüber wird der Generalsekretär ersucht, auf Grund t*r Artikel 12 und 15 des Dölkerbundpaktes die Frage in kürzester Frist vor den Völkerbundrat zu bringen. Ergebnislose Debatte im völkerbundcat. Genf, 1. September.(MTB.) Aus der heutigen geheirnen Ratssitzung erfährt man folgende Einzelheiten. P o l i t i s- Griechen- land hielt zwei Reden, deren sehr gemäßigter Ton Italien gegenüber allgemein auffiel. Er gab zu daß Italien berechtigt sei. Ge- nugtuung zu verlangen, betonte aber nachdrücklich, daß es nach dem Völkerbundspatt nicht ohne Einwilligung des Rats handeln dürfe, ohne s i ch Sanktionen auszusehen. Griechenland for- dere nicht, daß Artikel XVI des Paktes, der die Sanktionen vorsteht. in Kraft trete, aber es rege an. ohne daraus eine Bedingung zu machen, daß Italien die Insel Korfu räume und den Status ouc> wiederherstelle. Griechenland iverds sich auf jeden Fall dem Be- fchluß des Rats unterwerfen. S a la n d ro- Italien ging davon aus, daß er kein« In- struktionen erhalten habe, er fragte den Rat, ob er sich über- Haupt für zuständig halte und wies darauf hin, daß die Angc- legenheit die B o t s ch a f ter konferenz angehe. C e c i l- England erk.arte in ausführlichen Darlegungen, daß über die Zuständigkeik des Rakes kein Zweifel besiehen könne. Er berief sich auf das Beispiel des albanisch-süd- llawiichen Konflikts, der dem Rat seinerzeit unterbreitet wurde, ohne daß Italien die Zuständigkeitssrage erhoben hätte. B r a n t i n g- Schweden unterstützte Cecils Ausführungen und erklärte, daß alle kleinen Staaten seiner Ansicht wären. Die Frage sei eine Lebensfrage für den Völkerbund. P o l i t i s trat 3iochmals für die Zuständigkeit des Rates ein und lehnte die Zuständigkeit der Botschaftcrtonferenz ab.— Sa landra erklärte, daß er seine Stellungnahme zu der Frage der Zuständigkeit sich vorbehalten müsse.— Hanotaux- Frankreich sowie die anderen Ratsmitglieder ergriffen währerid der Debatte überhaupt nicht das Wort. Die Frage ist damit ungelöst. Sie beteiligten sich erst an der Aussprache über die Abfassung des Kommuniques, die zu längeren Schwierigkeiten führte, bis man sich auf eine Entschließung einigte, in der Vertagung fest gestellt wurde und in der beide Parteien aufgefordert wurden, sich weiterer feindseliger Handlungen zu enthalten. Zusammenkunft Curzon-poincars. Paris, 1. September.(Eca.) Lord Curzon, der heute abciib"'»6 Uhr in Paris eintraf, hatte um �8 Uhr am Dual d'Orfay eine kurze Besprechung mit P o i n c a r ä. Wie in offiziösen Kreisen verlontet, rvar die Zusammen kunft in der Hauptsache ein Höflichkeitsbesuch. Es sind jedoch di- Fragen der Reparationen und der Ruhr sowie die letzten itolicnisch-griechischen Zwischenfälle kurz in der Unterhaltung an geschnitten worden. Deutschland � Frankreich X Völkerbund. Acnsterungen Buantings. Bern. 1. Sepicmbcr.(WTV.) Der Delegierte Schwedens beim Völkerbund B r a n t i n g sagte auf der Durchreise nach i Genf dem Berliner Vertreter der Schweizerischen Depeschen | agentur u. ct.: I„Es ist fraglich, ob der Völkerbund in diesem Moment mehr als vielleicht ein« Demonstration zugunsten seiner eigenen Universalität machen kann. Jetzt, wo an- scheinend gewisse Brücken zwischen der neuen Regierung Deutschlands und der französischen Regierung gebaut werden. wäre es«ine sehr schwierig« Sache, von außen her in diese An- Näherung oder in dieses ein wenig gebesserte Ver� hältnis«inzugreifen. Man muß daher mit sehr großer Vor ficht die Frage der Aufnahme Deutschlands in den Völker- bund ansassen. Offenbar gibt es nach meiner Meinung«ine Mehr- hcit für die sofortige Aufnahm« Deutschlands, und zwar, denke ich, ohne neue besondere Vedingrmgen. Natürlich dürfte es Frankreich nicht gerne sehen, wenn Deutschland in den Bölkerbundrat hineinkommt, ober es ist selbstverständlich, daß ein Volk von 80 Millionen im Herzen Europas nicht außerhalb des Rates des Völkerbundes bleiben kann, sondern den ihm gebührenden Platz einnehmen muß. Wmn die Spannung zwischen Frankreich und Deutschland noch durch lange Zeit dieselben bleiben würde, wie bis jetzt, so wäre es unmöglich, noch etwas zu hoffen. Wenn man ober di« Hoffnung hegt, daß diese Spannung in nicht allzu langer Zeit gemildert werden kann, darm verstehe ich nicht- warum Frankreich es nicht auch annehmbar finden könnte, mit Deutschland im Völkerbundrat zu sitzen. Es war ja der Grundgedanke, alle zusammenzubringen, und das geht nicht ohne Rußland und Deutschland,— von Amerika gar nicht zu sprechen. Es ist nur eine Frag« der Zeit. Wir müssen den Glauben an eine bessere Zukunft bekennen, und dazu gehört ein Völkerbund mit Amerika- Rußland und Deutschland. Schon daß man in Genf privatim über diese Frage verhandeln und vielleicht«in« sehr verbreitete Stimmung in dieser Richtung kon- statieren kann, wäre ein Schritt vorwärts. Wenn«s möglich sein wird, einen Schritt weiter zu gehen, so wird Schweden sich nicht zurückhalten. Dazu bedarf es natürlich in Deutschland auch einer versöhnlichen und oer stehenden Stimmung gegen- über dem Völkerbund. Die Agitmion, di« für den Völkerbund in Deutschland einsetzte, hat bereits ihren Nutzen getan. Jrankreich bewaffnet Spaniens Jeinde. Madrid, 1. September.(WTB.) Die presse meldet, daß der Rlinislerral die Abfendung einer Protestnote an Frankreich wegen des Wafsenschmuggels in Marokko beschlossen habe. Die Nark in New Zork. Nach dem gestrigen New Parker Schlußkurs ist die Mark dort wieder etwas zurückgegangen. An Hand des Goldkurses für die Mark stellt sich der D o l l a r a u f 11,11 Millionen Mark. Moskauer Kardinäle. "Die Situation ist ernst, wahrscheinlich so wie ISSI." Vom Osten weht ein scharfer Wind. Grischa Sinowjews Fanfarentöne find nur äußere Bestätigung für das, was hinter den Kulissen der KPD. vor sich geht. Mag auch Radek sich durch seinen scheinbar zur Vorsicht mahnenden Artikel ein Alibi zu verschaffen suchen, so kann doch der Kundige genug Anzeichen erkennen, die die fieberhafte Arbeit der„grauen Kardinäle" in Deutschland anzeigen. Es soll und muß zur „Aktion" kommen. Bald mit den Faschisten, bald gegen sie. Jede Gelegenheit wird benutzt, um das Feuer zu schüren. Manchmal scheint die Empeitscherarbeit selbst führenden Kom- munisten zu starker Tabak zu sein. Das ergibt sich sehr deut- lich aus Aufzeichuungen in einem Protokoll über eine kombinierten Sitzung der Bezirks- und Ortsleitung der Kommunistischen Partei in Bremen vom 12. Juli d. I. Danach äußert sich ein Mitglied der Bezirksleitung(das auch der Bremer Bürgerschaft angehört) über den am 13. Juli ver- öffentlichten Aufruf der kommunistischen Zentrale in folgen- der Weise: Als dieser Ausruf von der Zentrale ankam, hatten wir alle drei einmütig Bedenken gegen diese Art Kundgebungen. Es ist nicht das erstemal, daß die Zentrale in einem derartigen Ton Politik zu machen versucht. Es ist genau so wie am Jahre 1S21, genau die- selbe Tendenz. Offen und deuklich sprich! daraus die direkie Auf- forderung zur Einzelbewasfnung der Arbeiter, um gegen die Faschisten zu gehen. Es wird einfach behauptet, daß ein Losschlagen am 14. Juli geplant sei, ohne auch nur ein Dokument dafür bekannt zu geben. Es sind keinerlei Unterlagen für di« als Tatsache hinge- stellten Faschistenbewegungen vorhanden. Ein a3iderer Redner unterstrich diese Ausführungen durch folgende Bemerkungen: Dies ist nicht mehr und nicht weniger als eine wirkliche und bewußte Provokation... Die Situation ist ernst, wahr- scheinlich so wie 1321. Unmittelbar vor der März- a k t i o n kam ein Beaustragier der Exckullve aus Moskau, der die Partei auf di? Märzaktion einstellt«. Ich glaube, daß das jetzt gleichfalls zu verzeichnen ist, wo die deutsche Delegation von der Sitzung der erweiterten Exekutive mit dm- jenigen Parolen zurückgekehrt ist, um der Partei einen vollständigen Dreh zu geben. Der Hinweis auf die Situation im Frühjahr 1921 wurde noch von einem weiteren Redner gemacht mit der Betonung, daß die Situation jetzt genau so sei wie vor der M ä r z a k t i o n. Die Zentrale stehe mehr unter dem Einfluß der Exeknlive (Moskau), als unter dem der Massen. Bon diesem Redner wurde die Wirkung des Aufrufs auf die übrige Arbeiterschaft sehr skeptisch beurteilt. Er sagte: In dem Kampf gegen den Faschismus müssen wir alles mobil machen. Auf Grund dieses Aufrufs aber hat die SPD. im besten Falle die Handhabe, uns derartig verächtlich und lächer- lich zu machen, daß wir einen schweren Stand haben. Bon dieser Auffassung bestimmt, hatte die Redaktion des „Nordwestdeutschen Echo" sich erlaubt, an dem Aufruf der kommunistischen Zentrale einige Aenderungen vorzunehmen. Das Bureau der Zentrale der Kommunistischen Partei in B e r l i n hat dafür das genannte Blatt in nicht gerade sanfter Weife gerüffelt, indem es den Redakteuren folgenden Utas übersandte: Ihr habt aus dem Euch telephonisch übermittelten Auszug des Aufrufes an die Partei einige taktisch wichtige Stellen weggelassen. Nach Ihrem gestrigen Anruf kann darin nur eine bewußte Sabotage erblickt werden. Wir fordern Euch dringend auf, den gesamten Aufruf, ohne auch nur ein Wort wegzu- lassen, zu veröffentlichen und in Zukunft alle Austräge der Zentrale bis zum i-Punkt zu er- füllen. Solche Stellen beweisen, was leider viele Zlrbeiter immer wieder nicht recht glauben ivollen, die v o l l st ä n d i g e Abhängigkeit der Kommunistischen Partei und ihrer Zentrale von Moskau und in den einzelnen Bezirken von der Parteileitung. Alles was nach außen hin als Betriebsräte- organisation, Parteilose, Kantrollausschüsse usw.„aufgezogen" wird, ist restlos in der Hand jener verbrecherischen Draht» zieher, deren Aufgabe es ist, russische Aufträge durchzu- führen. Auch die Bremer werden nicht lange wider den Stachel gelökt haben, schon well das Gold sie viel zu fest bindet. Deutsche Arbeiter können daraus jedenfalls lernen, was für die kommunistischen Bonzen der„Kampf gegen den Faschismus" bedeutet, nichts anderes mehr als die bequeme und billige Redensart, mit der man die Arbeiterschaft i n Konflikte zu stürzen versucht, an deren Entwicklung man ein Parteiinteresse hat. Für jeden Besonnenen ergibt sich daraus, daß er gegen» über den kommunistischen Provokationsmethoden die kühlste Reserve bewahren muß. Das Verbot von Versammlungen und Aufzügen unter freiem Himmel gilt nach rechts ebenso wie nach links. Vor. den Behörden ist zu erwarten daß sie duz Derbok auH ttaK keJzks naMrücklich zur Gcliung bringen. Die Arbeiter aber werden sich nicht auf Prügeleien einlassen, die nur die vorgeschobene Kulisse für die b o l s ch e- wistisch-faschistische Verbrüderung sind. Gegen öen Reichswehrminifter. Eine Entschließung der sächsischen Sozialdemokratie. Dresden. 1. September.((Fig. Drahtbericht.) Landesarbeitsausschuß und Landtagsfraktion der sächsischen Sozialdemokratie haben am Freitag zur politischen Lag« und speziell zu den durch den Reichswehrmini st er geschaffenen Differenzen zwischen dem Reich und Sachsen Stellung genommen. Das Ergebnis der Be- sprechuiigen kam in folgender Entschließung zum Ausdruck: „Landesarbeitsausschuh und Landtagsfraktion billigen einmütig das Vorgehen des Ministerpräsidenten Dr. Z e i g n e r. Sie erwarten, daß die von der Sozialdemokratie bei der Regierungsbildung im Reich gestellten und von den bürgerlichen Koalitionsparteien an- erkannten Bedingungen, besonders die Loslösung der Reichs- wehr von den illegalen Rechtsorganisationen, unverzüglich durchgeführt werden. Als unerläßliche Vorbedingungen sehen sie das Ausscheiden des Rcichswehrministers G« ß le r aus dem Kabinett an, da dessen Weiterverblciben den Schutz und Be- stand der Republik stark gefährden. Landesarbeitsausschuß und Landtagsfraktion find entschlossen, die UnHaltbarkeit des jetzt bestehenden Zustandes in der Oeffentlich- keit nachzuweisen, wenn das der Sozialdemokratischen Partei gege- bene Versprechen nicht«ingelöst wird." Ruhrchromk. Düsseldorf, Z. September.(Mtb.) Das städtische Presseamt teilt mit: Der Stadtverwaltung wurde gestern abend folgende Mitteilung des Generals D e g o u t t e überreicht: Der kommandierende General bestimmt: 1. Eine Summ« von 1000 Milliarden Mark wird unter dem Titel„Requisitionen für den Bedarf der Armee" im voraus erhoben von der Gesamt- summe von etwa 1700 Milliarden Mark, die bei der städtischen Sparkasse am 27. August und am Ausgang der Buchdruckerei Bagel am 29. Slugust beschlagnahmt worden sind. Der Ueberschuß, etwa 700 Milliarden, wird zur Verfügung der Stadtverwaltung Düsseldorf gestellt. 2. Die Rückgabe erfolgt unter folgenden Bedingun- gen: Allwöchentlich nnrd der Finonzdienst der Armee gegen Vorzeigung eines Requisttionsscheines in Mark der Gegenioerr von 175000 französischen Frank gezahlt, und zwar in zwei gleichen Teilen, am Dienstag und Freitag jeder Woche. Dieser Gegenwert wird mindestens zur Hälft« in Reichsbankscheinen, zum anderen Teil in Stadt- oder Provinzgeld gezahlt werden. Wenn die Stadtverwaltung diese Bedingungen annimmt, wird der komman- dierende General die Beschlagnahme, die als Requisition bei den Stadtkassen erfolgte, aufheben, unter dem Vorbehalt, daß alle Gelder, die den passiven Widerstand unterstützen sollen, auch weiterhin be- schlagnahmt iverden können,(gez. Degoutte.) Zur Erläuterung dieses Befehls bemerkt dos Presieamt: Die Franzosen haben außer der Summe von 1300 Milliarden Mark, die sie bei dem Abtransport aus der Druckerei beschlagnahmten, auch noch den Kassenbestand der Sparkasse vom vorigen Montag in Höhe von-100 Milliarden Mark„beschlagnahmt", ins- gesamt also die 1700 Milliarden, von denen in dem Erlaß des Gene- rals die Rede ist. Das Sparkasfengebäud« am Königsplatz wird seit Montag von den Franzosen besetzt gehalten. Am Dienstag begannen sie, die Bücher unter Heranziehung eines französischen Banksachverstän- digen durchzusehen. Der Stadtverwaltung wurde mitgeteilt. daß es sich nicht um die Absicht einer Beschlagnahme handele, sondern daß man nur festzustellen wünsch«, ob von der Stadtkasse Zahlungen an Beamte der Post, der Eisenbahn und Tele- graphi« geleistet würden. Am Mittwoch verlangten die Fran- zosen plötzlich das Kundenoerzeichnis, und zwar wollten sie ein nach Namen und Nummer genau bezeichnetes Konto einsel)en, das die Zahlungen an die Erwerbslosenfürsorge erhielt. Als sie die Belege fanden, die auf dieses Konto hindeuteten, erklärten sie, das genüge ihnen. Darauf wurde die Beschlagnahme des Kassen- bestandes ausgesprochen. Der General wurde darauf hingewiesen, daß es sich bei dem Konto keineswegs um Zahlungen an Beamte der Post, Telegraph!« oder Eisenbahn handele, sondern lediglich um Zahlungen an die Crwerbslosensürsorge, über die ja auch die Be- satzung durch zahlreich« Verhandlungen mit der Stadtverwaltung unterrichtet sei und deren Gelder, wenn sie gelegentlich beschlagnahmt wurden, bisher immer zurückgegeben worden feien. Di« Stadtverwaltung hat die Frattionsführer der Stadtvcrordneten-Versammlung zusammenberufen und bereits auch mit der Handelskammer, den Banken und der Jndu- strie beraten, welche Wege einzuschlagen sind, um unter diesen Um- ständen noch einen Zahlungsverkehr in Düsseldorf aufrechtzuerhalten. Unruhen in Essen. Essen, 1. September.(WTB.) Die durch die L o h n d i f s«- r e n z e n im Bergbau entstandene schwierige Lag« hat im Lauf« des Tages ebne weitere Verschärfung erfahren. Von 56 Schachtanlagen des Esiener Bezirks wird auf 12 Schachtanlagen noch nicht gearbeitet. Von sämtlichen Stmnes-Zechen arbeitet nur die Zeche Ernestine, auf den Zechen des Mühl heimer Bergbauvereins wird nicht gearbeitet. Infolge dieses nun schon längere Zeit andauernden Konfliktes sind große Teile der Arbeiterschaft aus Mangel an Geld- Mitteln in schwere Notlag« gekommen, so daß sie in Kürze bald nicht mehr über die notwendigen Existenzmittel verfügen werden- Sehr erschwert wird diese Lag« noch durch die bereits ge- meldeten französischen Beschlagnahmungen von Lohn- g e l d« r n in außerordentlichem Umfang«, was auf den Zechen, auf denen gearbeitet wird, durch Mangel an Zahlungsmitteln«ine schwere Krisis herbeizuführen droht. Aus diesen Gründen ist es im Lauf« des heutigen Tages an verschiedenen Stellen anläßlich von Demonstrationen zu be- dauerlichen Ausschreitungen gekommen; so wurde u. a. versucht, auf dem Bahnhof Stoffenthal, der für die Lebensmittel- Versorgung Esiens von außerordentlicher Bedeutung ist, Vorräte von Lebensmitteln gewaltsam zu entfernen, so daß Polizei ein- s chr e i t en mußte. -» Vohwinkel, 31. August. Die Franzosen besetzten heute mittag die im Rathau« befindliche S t a d t t a s s« und S t ä d t i- sche Sparkasse und nahmen die vorhandenen Gelder fort. Es hanMt sich um etwa 55 Milliarden. Außerdem verlangten sie bis morgen von der Stadtverwaltung in Vohwinkel die Zahlung von 311 Milliarden, die im Lauf« des Jahres von der Zollbehörde der Stadtoerwalwng überwiesen seien. Dortmund. 31. August.(MTB.) Der Kommandant der 3. Liniendioision hat dem städtischen Besatzungsamt mitgeteilt, daß den Personen, die sich gegenwärtig im Besitze des Personal- ausweises mit dem roten Strich und besonderem Stempel noch im unbesetzten Gebiet befinden, gestattet ist, in dos besetzte Gc- biet ohne Formalitäten zurückzukehren. Nach ihrer Rückkehr wird das Spezialvifum auf ihrem Personalausweis ungültig, und es erlischt das Recht, die Grenze des besetzten Gebietes zu überschreiten. Neue Kohlenpreiserhöhung. Slngleichung an die Weltniarktpreife. Obwohl der Reichswirtschaftsminister Einspruch gegen eine neue Kohlenpreiscrhöhung erhoben hat, wenn damit wieder die Welt- Marktpreise überschritten werden sollten, haben die Organ« der Kohlenwirtschaft eine neue Preiserhöhung um 22 bis 35 Proz. beschlossen. Amtlich wird dazu mitgeteilt: Die am 31. v. M. vom Reichskohlenrat beschlossenen Preise haben nach eingehender Prüfung die Zustimmung des Reichswirtschaftsministers gefunden, da nunmehr bei den für die Versorgung des unbesetzten Gebiets hauptsächlich in Betracht kommenden Revieren, d. h. bei dem oberschlesischcn Stein- kohlen- und mitteldeutschen Braunkohlenrevieren«ine A n g l e i- chung der Inlands- an die Weltmarktpreise stattgefunden hat. Die infolge der mit Wirkung ab 27. v. M fest- gesetzten Lohnerhöhungen zugelassenen Preiserhöhungen betragen mit Wirkung ab 3. September 1923 für Obcrschlesien 28,4 Proz., Niederschlesien 26,2, Sachsen 22, Niedersachsen 24,6, Ibbenbüren 29,2, Mitteldeutsche Braunkohle 26, Bayerische Pechkohle 26,8, Bayerische Braunkohle 26, Ruhr 30,1, Rheinische Braunkohle 31,1, Wohnung umsonst... Don Max K o l m s p e r g e r- München. Wer beschreibt die Freude des armen Dichters, als er, auf der Suche nach einem Bett, einem Tisch und einem Stuhl zwischen vier Wänden im„Tagesanzeiger" das Anerbieten las: Wohnung umsonst gegen Pflege meiner Kaninchen. Er dachte zunächst gar nichr daran, wie vorteilhaft es für ihn w ar, kostenlos wohnen zu dürfen/ er bedachte auch nicht, daß es vielleicht gut« Menschen sein mutzten, die ihren Kaninchen zu Li«be auf allen Mietzins verzichten wollt«» und kein anderes Entgelt forderten als deren Pflege. Das schien ihm kein« Mühe zu fein, nur die ersehnte Betätigung seiner früh erwachten Liebe zu den Tieren der Sanftmut, welche ihm Hajen und Rehe, Tauben und Schwalbrn am vertrautesten waren. Er sah nur die Tiere, die er künflig betreuen sollte, er sah Berge von Kohl und hörte das Rinnen des Hafers in ihre kleinen Tröge, er zauste fetten Klee in ihre zierlichen Raufen. Er bereitete feinen Schützlingen ein Schlaraffenland, er war ein Dichter, er wollte zu ihnen sprechen wi« einst Franziskus zu den Tieren des Waldes sprach, und sie sollten ihn verstehen, wie sie den Marien. gesang der Schwaiben verstanden. lieber diesen Gedanken, die ihn wie eine Sonne erhellten, wurde er ganz zum Knaben, schritt er in einer vergangenen Zeit, als ihn nach das Dach des elterlichen Hauses schirmte und er selbst der Besitzer eines beträchtlichen Kaninchenstalles war, dem er mehr Zeit und Liebe geopfert hatte als dem großen Einmaleins und den Grausamkeiten des Attila. Allein die Architektur der kleinen Ställe, die er stets verbessern wollte, hatte ihn tagelang beschäftigt, und wi« groß war seine Sorge damals gewesen, genügend Futter herbeizuschafscn, oder der Gier des Hofhundes Cäsar zu begegnen. War er nicht vor einem Mcuchelgiftmord gestandsn, als er die Dogge im Verdacht hatte, daß sie ihm zwei Gelbfüße aus dem Wurf der Häsin Elvira geraubt! Hatte er nicht schon aus dem Arzneikästchen seines kranken Baters zwei der kleinen Pulver- Packungen, mit dem. furchtbar drohenden To-enkopf auf dem Schild, entwendet, um Nach« zu nehmen, als sich, kurz bevor er ihr den Mittagsftaß vergiften wollte/ herausstellte, daß der Hund mtschul- dig war und das Verschwinden seiner Lieblinge mit dem guten Herzen seiner Mutter zusammenhing. Die hatte sie dem Post- boten geschenkt. All die? wurde wach und lebendig vor feinen Augen. So wurde ihm sein Gang zu den fremden Menschen, die ihm so wun- derbar ein Heim verhießen, zu einem Psad voll Erinnerungen. So kam er vor das Haus, das ihm Unterkunft und unsägliche Freuden zu gewähren versprach. Eine Frau öffnete ihm, eben als ihn die Angst überfiel, daß er vielleicht zu spät gekommen war. Die Frau fragt« ihn nach seinem Begehren. Da konnte er nur antworten:„Ich will Ihre Konkttch?>> gut pflegen." Die Frau hieß ihn eintreten, er sah sich in einer Wohnstube, wie sie sich um ett.foche Leute engt, und er hörte die Frage:„Was find Siek" Hat einer schon vernommen, daß ein armer Dichter lügt? Nein, denn könnte so einer lügen, so wäre er kein armer Dichter geblieben. Als die Frage so an sein Ohr klang,«ine Ant- wort zu verlaiigen schien, meld)« die Erfüllung seines Herzens- wunfchss bedrchie. wenn sie der Wahrheit entsprach(dies fühlte er plötzlich mit schmerzlicher Gewißheit!), da log er und sagte: „Ich bin«in kranker Gärtner!" „Dann können Sie's ja machen," erwidert« ihm die Frau, und sie forderte ihn auf, ihr zu folgen. Sie zeigte ihm zunächst das für ihn bestimmte Zimmer; es war reinlich und hell, ein blanker Spiegel ließ ihn fein Vild sehen. Wie oft hatte er sich schon zwischen armseligeren Wänden begnügen müssen! Dann führte sie ihn über einen geräumigen Hof zum Stall. Wie war der„kranke Gärtner", der arme Dichter emzückt. wie mußte«r sich Gewalt antun, um nicht in klingende Worte auszubrechen! Es waren an die fünfzig Tiere, verschiedenfarbig, gelbe und graue, weiße und schwarze. Vielleich,, so dachte er. wären sie ihm, sein liebevolle, Herz fühlend, entgegengssprungen, ihr« weißen Schwanzfahnen hochgestellt, wenn sie nicht die Drahtgitter vor ihren Behausungen gehindert hätten. Die Besitzerin riß ihn aus neuen Träumen, indem sie über die Schwierigkeiten klag:«, das nötige Futter zu beschaffen.„Das ist noch unser ganzer Vorrat," zeigte sie auf ein Durcheinander modernder Krautköpfe, faulender Kartoffeln und schimmliger Küchenabfälle.„Etwas Heu noch," setzte ste hinzu,„aber keinen Halm Stroh. Einstreuen müssen wir mit getrockneten Algen." „Jetzt," dachte sich der neue Pfleger,„wüvd« sie mich fort. schicken, wenn sie wüßte, was ich denke". Er wünschte sich'näm- lich, tr glaubte es fest, daß morgen schon Klee grünen müsse, ihm und seinen entbehrenden Schützlingen zu Liebe, und daß der Hafer jüdwindschnell gelben, die Runkelrüben verschwenderisch blättern und der Kohl sich runden müsse. - Armer, gütiger Dichter! Großer Phantast, unwirklichste Schöpfung des Sicbentagewerksl Heute noch wirst du in dein Tagebuch die Betrachtung schreiben: O wie liebe ich ein sanftes Tier, sein Glück und seine zarte Furchisamkeit. Die Scheu des Hasen: hat ste je einem Geschöpf geschadet? Aber die Kühnheir des Löwen und die Mvrdluft des Tigers, diese schlumraernden Eigenschaften des Menschen, die nur zu leicht erwachen und, aufspringend, alles Edle bedrohen und sinn- los zerstören.... Aber vielleicht" schon morgen, du gütiger Dichter, du warm- herziger Mensch, und wenn nicht morgen, so ganz bestimmt über- morgen, wirst du den Unwillen deiner Herberggeber erregen. Denn was verstehst du von Rationierung dürftiger Verrate und wie solltest du es länger übers Herz bringen, deinen geliebten Tieren Verwesung darzureichen! Oder hoffst du heule schon auf den Segen fremder Aecker, auf grünen Klee und blauen Kohl, und überstehst, daß du kein Knabe mehr! O laß idich warnen: Denn du wirst die Wächter erst gewahr werden, wenn ste den Dieb gefaßt halten oder in ihr Dorf zerren und t�inem Stammeln weder Glauben noch Gehör schenken werden� HMD.....__,.,' Aachen 84,9 Proz. In dleken Pressen Ist est,« Erhöhung d:r Heim« stättenbeiträge von 330 000 auf 450 000 M. enthalten. Demnach stellen sich beispielsweise oberschle fische Stückkohle ein- schließlich Steuern und Abg»ben auf 64 372 000 M., mittel- d e u t s ch e Braunkohlenbriketts 47 155 00 0 M., Ruhr-Fettförderkohle 91 913 020 M. je Tonne. Für die im besetzten und Einbruchsgebiet gelegenen Reviere und den von ihm abhängigen unbesetzten Teil des Reviers ist mit Rücksicht auf die anders gearteten Verhältnisse von dem Versuch Abstand genommen worden, eine Angleichung cm die Weltmarktpreise durchzuführen. Es handelt sich nur um sehr geringe Absatzmengen außerhalb des besetzten Gebietes, die festbestimmten Verbraucherkreisen zugeführt werden. Die Einführung geeigneter Goldkonten wird erfolgen, sobald hierfür die notwendigen banktechnischen Voraussetzungen ge- schaffen sind. Mtt diesem Zeitpunkt wird der Rest des noch im Kohlenpreise enthaltenen Entwertungszuschlages endgülttg in Wegfall kommen. Nachdem der Steuerausschuß des Reichskohlenrats die Auf- Hebung der Kohlen st euer beanttagt hat, wird der Reichs- rat i» der nächsten Woche zu der gleichen Frage Stellung nehmen. Der tzakenkreuz-Tag. Eine Enttäuschung für die Veranstalter. Nürnberg, 1. September.(Eig. Drahtber.) Der„D eu t s ch e Tag" in Nürnberg, der von den„Vaterländischen" als Werbe- tag für«in militaristisches Deutschland ausersehen ist, hat bisher eine Enttäuschung gebracht. Es sind bis Sonn- abend abend höchstens 8000 bis 10000 Teilnehmer von auswärts eingetroffen, darunter 2000 aus München. Die Nationalsozialisten erscheinen in Uniform mit ihren Hakenkreuzarmbinden. Der Mangel an Zustrom wird von den Rechtsbolschewistm durch provo- kalorisches Austreten ersetzt. In einer Straße kam es zu einer Schießerei, worauf der schießlustige Nationalsozia- list oerhaftet wurde. In den Vororten der Stadt ist alles voll- ständig ruhig, nur in der Uingebung des Bahnhofes ist viel neu- gieriges Volk, um die Ankommenden zu befichtigen. Der Aufruf der„Fränkischen Tagespost", die Parteigenossen möchten sich von den Veranstaltungen fernhalten, ist restlos durchgeführt worden. Di« Genoffen sammeln sich auf einzelnen Turnplätzen und verweilen dort mit ihren Familienangehörigen. Im Umkreis von zehn Mi- nuten vom Bahnhof entfernt zeigt Nürnberg das alltägliche Leben. Am Sonntag vormittag soll Hakenkreuzparade vor Ludendorff statt- finden. Heute abend finden in fünf Lokalen Versammlungen der vaterländischen Verbände statt. Der überwiegende Teil der Bevölke- rung nimmt von der vaterländischen Beranstalttmg so gut wie gar keine Notiz. « Auch in S ü d b a y« r n spielt sich am kommenden Sonntag ein nationalistischer Rummel ab, da in dem idyllischen Städtchen Wasserburg am Inn ein Soldabenverein seine Fahnenweihe abhält, an der nicht weniger als 165 Kriegcroereine aus Ober- bayern teilnehmen werden. Di« Ortsgruppe München der Ver- einigung einmaliger Flieger mit einem General an der Spitze wer- den als Taufpaten zu dem Fest fahren. Der Sammelpunkt ist die Kaserne des ehemaligen Leibregiments in München. Di.« Bcteili- gung wird sehr rege sein, da die Mannschaften Freifahrt und kosten- lose Unterkunst erhalten. Ihre besondere Weihe erhält diese Fahnen- weih« durch die Gegenwart des ehemaligen Kronprinzen R u p p r e ch t und der Prinzen Alfons und Franz. Sie wollen nicht zahlen. Dresden, 1. September.(TU.) Nach gemeinsamer Beratung haben Landeskulturrat und Sächsischer Landbund folgendes Tele- qramm an die Reichsregierung gerichtet: Sächsische Landwirte in- folg« Verzögerung der Ernte, widerrechtlicher Beschlagnahmungen und Plünderung sowie der Höchstpreise für Milch außerstande, Sleuertermine einzuhalten, da rechtzeitige Bargeldbeschaisung voll- ständig unmöglich. Erluchcn dringend Ausschub zu bewilligen. Landwirte bereit, zur Veschassung der erforderlichen Barmittel für die Steuerzahlung Getreide zu verpfänden oder Lombardkredile, gegebenenfalls durch Vermittlung der Reichsregierung aufzunehmen. Schnellste Entschließung erforderlich. Theater I. ö. koniggr. Str.:«.Der Liown Gottes'. Tragikomödie von Hugo wolfgang Philipp. Pünktlich zum 1. September hat dos Theater den ersten Miß- erfolg der Wintersan'on vorbereitet. Man holte aus dem Motten- schrank ein ziemlich veraltetes Stück, und dort, wo der Geist zu arg ausgefreffen war, stopfte man etwas Neues vom Geist unserer Tage hinein. Es war deutlich zu merken, daß der Dramatiker Anschluß suchte an die Herbstmisere von 1923,, aber er ist nur«in mäßiger Kops, er ist nur ein lauwarmes Herz, er ist nur ein dünnfingeriger Gestalter, er kann nur einigen Leidensgenoffen vortäuschen, baß er das Stück unserer Zeit geschrieben habe. Um den Künstle? handelt es sich, den die Menschen, die geld- kräftigen Käufer und der Hauswirt, verlassen, solange er lebt. Slloysius, der Maler-mann, muß sich erst totstellen, damit er ent- deckt wird. Aber es ist zu spät, die List hat ihn um seinen Namen gebracht. Man ehrt den Taten, aber man zertrampelt den Leben- digen, der ganz um den Verstand kommt. Aloysius entgeht dem Irrenhaus, ober nicht dem Staatsanwatt, der ihn als einen ver- meintlichen Mörder dem Scharfrichter unters Beil liefert. Nun kriegt die Tragikomödie einen Knick. Der Dichter scheut sich, den Kopf wirklich übe? die Bühne kollern zu lassen, imd er persifliert alles, was er sich ausgedacht Hot. Das wäre satirisch, wenn es aus einem schärferen Intellekt stammte. Aber die Satire stammt aus dem verkümmerten„Lorsbarbier", st« ist lahm. Was gegen bornierte Minister und verblödete Staatsanwälte vorgebracht wird, sitzt selten. Hie und da ein gutes Witzwort, aber im ganzen fällt alles sehr schnell in die Banalität hinein. Es wurde so getan, als wenn echtes Gold auszumünzen wäre. In Wahrheit war aber nur ein wenig altes Papier flüssig zu machen. Was die Schauspielsr Hans Hermann und Hermann V a l l e n t i n besonders eifrig besorgten. Hans Hermann ist bekannt geworden als ein Keifer und kurioser Spieler von Unholden. Er konnte sogar Zwerge darstellen, seine Stimme war immer piepsend oder üb:r- kreischt gewesen. Nun wird es ihm ziemlich schwer, sick von dieser Manier loszureißen. Er verkleinert eigenilich durch die Unnatur, die ihm zur Natur geworden ist, die Wichtigkeit seiner Nolle. Herr Vallenttn ist trotz Neiner Kuliffenreißercien Immer noch ein über- legen er Charokteristiker, der selbst für den korrikiertm Staatsanwalt noch eine tüchttge Porlion erbaulicher Menschlichkeit aufbringt. Der Stoatsanwalc soll schr borniert und gleichzeitig schr selbstbewußt und mcthodilch l-in. Dieses Gemisch ist dem Schauspieler eher ge- glückt als dem Dramatiker. Nun fragt man sich, warum denn wieder etwas Halbes, etwas Lahmes, etwas nicht Untalenticrtts, ab-'r Ueberflüchiges ausgewählt wurde? Wieder die gleiche Erfahrung: die Theaterleiter unterschätzen ihr Publikum. Sie verlamen dt-« oroßen Preise, aber sie tun so, als wenn sie nur für kleine Kinder Theator spielen sollen. __ Max H o ch d o r f. 2*8 Teuische Opernh-vS hat rni! Beginn der neuen epitlz-it wes.-itt- licbe D-erbelserungen«ingesilhrt. Leo«zlccb hat nicht nur da« Orche'tcr höher legen teilen, die Pähl b« Orckelteuniizlitder iit um«itta CO aus in na jOO erhöht ioorÄ-u. Uin die Pc i-lirlrna dcö C.ror? um t<5t?a 30 Personen ist man eifrig bemüht. Zit Borftellungen soller. unter H«. anjtehung von Säfte« hecvorragend besetzt werden. öaperisthe Steuerrebellion. München� I. September.(Eigener Drahtbericht.) Die Front der Steuerrsbellen erweitert sich von Tag zu Tag. Nachdem nach- einander die Spitzenorganisationen von Industrie. Handel und Landwirtschaft gegen die neuen Steuern protestiert und teilrceise ihre Bezahlung rundweg abgelehnt haben, kündigt auch der bayerische Gewerbebund in allen Kreisen öffentliche Kund- gebungen gegen die Steuergesetze an. Damit sind die besitzenden blassen und die Unternehmertreise in eine Einheitsfront gegen das Reich eingeschwenkt. Am aufreizendsten gab die Bauernoertre» tun g ihren Protest kund. Abgesehen davon, daß sie bei Nicht sie die neue Steuerpoit eine schlecht verschleiterte Enteignung und Sozialifie. rung nennt, durch die die bayerische Landwirtschaft rein Partei. politischen Doktrinen und Experimenten geopfert werde. Gegen diese marxistische Vernichtungsabsicht mühten sich die bayerischen Bauern auf den Endkampf vorbereiten. Sowohl über den Inhalt wie über die Form dieser fanatischen Kundgebung, deren Wortlaut von Dr. Heim stammt, herrschte zunächst in den weitesten Kreisen bis zu den obersten Regierung s- kanzleien außerordentliche Bestürzung und man war bestrebt, sie als eine der Dr. Heimschen Entgleisungen zu werten. Sogar gar ganz rechtsstehende Zeitungen weigerten sich, die Kund- gebung zu oeröffentlichen oder begnügten sich mit der Wiedergabe cines harmlosen Auszugs. Tatsächlich bedeutet diese Willens- Äußerung Dr. Heims, dessen Einfluß auf die bayerische Regie- eungs Politik gar � nicht hoch genug eingeschätzt werden kann,«ine Tot von nicht zu übersehender Tragweil«, und zwar schon darum, weil Dr. Heim gleichzeitig auch aus feiner politischen Seher- Weisheit kein Geheimnis macht, die lautet: Die große Koali- tivn im Reich dauert etwa sechs Wochen. dann kommt eine rein sozialistische Regierung und damit die Trennung Bayerns vom Reich. Auch die bayerische Regierung erkennt die Bedeutung der Heimschen Kundgebung und der nächste Ministerrat wird sich eingehend mit ihr beschäftigen. Inzwischen oersucht man, den Protest gegen die Steuergesetze zu legalisieren. Die Führung dabei übernimmt die b a y e. rjsche Volkspartei, indem sie bereits für den kommenden Mitwoch die 65 Mitglieder ihrer Landtagsfraktion aus den Ferien zurückberuft zu einer Konferenz, in der in erster Linie die Wirkung der Steuergesetzgebung besprochen werden soll: außerdem ist von dieser werten Partei im Landtag«in Antrag eingebracht worden, der die Regierung beauftragt wissen will,„unverzüglich b'i der Reichsregierung vorstellig zu werden, damit die Landwirt. schaft, Kaufmannschaft. Gewerbe- und Handwerkerstand ruinie- r�ende, überhaupt die ganze Wirtschaft zerschlagende Steuergesetzgebung auf ein erträgliches Maß abgeändert wird". Da bei der Zusammensetzung des Landtages dieser Antrag o n- genommen werden wird, so ergibt sich die Tatsache, daß die Stcuerfrcnde gegen die Reichsregierung in Bayern binnen kurzem offiziellen Charakter annehmen und der Widerstand amtlich organisiert wird. Auch die bekannte Tatsach«, daß die Bayerische Dolkspartei im Reichstag den neuen Steuern mit Hurra z u g e st i m m t hat, wird daran nichts ändern. Der preußische Iusiizminisier am Zehnhofs hat den Kammer- acrichtsrat Genossen F r e y in u t h zum Senatspräsidenten am Kammergericht in Verlin ernannt. Freymuth war früherer pur- irnnentarischer Staatssekretär im preußischen Justizministerium. In letzter Zeit ist er besonders durch die Wiedergab« des Ritter-Tele- gramms in seiner Broschüre über den Fechenbach-Prozeß hervor- getreten. Der sozialdemokratische Landtogsabgcordnete Dr. Sieg- med R o s e n s e ld ist als Referent für Strafrecht in das preußische Justizministerium berufen worden. Ein inkernakionaler Polizeikongreß in Wien. Am Z. Sep- tember beginnt in Wien, einberufen vom srüheren Bundes- kanzker und nunmehrigen Wiener Polizeipräsidenten Schober, ein internationaler Polizeikongreß, der sich mit folgenden Fragen k?eschSft!gte: 1. Organisierunq des zwischenstaatlichen Verkehr- der Sicherheitsbehörden: 2. Bekämpfung des internationalen De- rufsverbrechertums: 5. Internationale Berkehrssprache der Polizei: 4. Auslieferung und Durchführung der Ausweisung abgestrafter Verbrecher: 5. Bekämpfung des Alkoholismus, Morphinismus und Kokainismus innerhalb des polizeilichm Wirkungskreises. Trianon-Thealer:„Die verloren« Tochter". Dos Lustspiel, von Ludwig Fulda, das gestern neueinstudiert in Szene ging, lzatte bei vollem Haust einen durchschlagenden Erfolg. Die Geschichte des gutbshüteten Bürgsrtöchterleins, das zum Protest gegen die Tyrannei der Eltern und Verwandten mit ihrem Literaturprofesior davon- läuft, um nach vierundzwanzig Stunden zu erkennen, daß ihr .Itstal" zwar ein braver Kerl, aber ein unbeholfener Pedant sei, ist zwar nicht weltbewegend, aber doch so natürlich dargestellt, daß die plötzlich« Verwandlung der Ausreißerin in einen selbständig denken- den und handelnden Menschen schließlich glaubhaft erscheint. Dos Houptverdienst hierbei hatte Erika Gläßner als„verlorene Tochter", deren urwüchsige Drollerie und temperamenwolle Intelli- genz ihr die Herzen der Zuschauer in, Fluge gewannen. Als eben- inirtige Partner wirkten Julius Falkeustein als unglückseliger Literatlwhistoriker und Eugen Burg als draufgängerischer Rechts- anwalt und Don Juan mit. A. S. Der Fall Sliedry steht auf des Messer? Schneid«. Schillings bat den gelamten Briefwechsel zwischen der Intendanz und dem bis- hrrigen ersten Kapellmeister der Presse übergeben. Montag wird ■ r und der Staatssekretär Decker vor der Musikkritik Berlins und anderen ösfentlichen Instanzen über die Zukunft der Oper sprechen. Dabei kann er die'« wichtigste Kapellmeistersrage nicht übergehen. Solange wollen wir mit endgültigem Urteil darüber, ob der Konflikt kommen muh,? und wie er beizukgen war. zurückhalten. Schließ. lich sind in derartig delikaten Fragen� bei denen es sich um die Existenz eines Menschen handelt, auch wenn alles verdorben schien, schon oft qeimg Stunden entscheidend gewesen für Verhandlungen und zum Ausgleich der Gegensätze, zur Befriedigung berechtigter Wünsche. Auch zwischen Sonntag und Montag müßte ein Aus- weg gefunden werden der allen Parteien nützlich, der Oefsenllich. keit aber gerecht erscheint, und der über die Fragen der Kompetenz, des formalen Rechts und pcgenseitiger Empfindsamkeiten hinaus Stiedry, den hervorragenden Kapellmeister, für Staatsoper und Kroll als erste, unentbehrlich- Kraft zum Besten der Berliner Kunst erhält. K. S. Da« Sckiauspicl'.rtheatrr, das seine DintnspieLcit Ende Oktober im gii,ednch-WUhelmstiidtischen Tbeaier eröffnet, bringt unter anderem zur Dussührung: Ton Juan und flaust(Grobbe). Der grcidekreis(Öoei-Lan- lU). Hamlet(Zhalcspearc). Eduard II iMarlowe). TiiuZ und sein TaliZ- man(Nestroy) und al? Urcusfübnmg Miserere(Iuskewstsch). Tie Galerie flerdinand Möller, PotSdamcrstr. 1!Mc, bot Ibrc erste Herbstausstellung mit Pastellen imd Zeichnunacn von Otto H e r b i g er- öisnet. Sluhcrdem weiden Einzelwerle von Kolbe. O t t o A u e 1 1 e r, P c ch stein, R o h IsS, S ch m i d t- R o tt l n i s,® ch cib«u.a. gezeigt. Ter ynternationalc Physiologen-Kongress zu Edinburg ist«in Wirk- li» internationaler nnssenschastlM:-* Kongreß gewesen, bei dem auch � deutsche Gelehrt« in gcniigenoer Zabl zu Worte kamen.„Tie Ausnahme, die unsere Gelehrten in Schottland fanden, war döestst«rireuti»' berichtete darüber die»Dcuy'che Medizinisch« Wochenschriit*..Tie wlssenschastlichen Mitteilungen, die auü Deuischlai'.d kamen, waren z.T. besonders ein- dnick'voll." flu Moskau wenden Hotels ceögnet. Tie Sowfctregierurrg bat de- schlol'rü 36 Hotel? st, Moskau, die seit der Revil-rrion von Tauermieieru bavohn, werden, b-h-r'lich räumen zu lassen und dem Fremdenverkehr wieder zur Verfügung zu stellen. Reichsregierung unö Rechtshetze. Der Reichsittnenmimfter brandmarkt die Deutschnationalen. Einem Vertreter des«Sozialdemokratischen Parlamentsdienstes" Finanz- und Wirtschaftspolitik dafür sorgen, daß soziale und poli- gegenüber machte Genosse Sollmann u. a. folgende Aeußerungen: tische Unruhen vermieden werden. Sie tut ober auf allen Tie Deutschnationale Bolkspartei verkündigt rücksichtslosen Gebieten das genaue Gegenteil. Kampf gegen die republikanische Reich-regierung. Bon einer Das deukschnationale Aktionsproqramm ist wie ein Tank. Partel. dl« die monarchische Umwälzung herbeiführen will, der vom Osten her eine breite Lücke in die Abwehrliulen ist dws an sich nicht verwunderlich. Bezeichnend ist der Augen- zu reißen droht Wirt« beinm� Die Vorgänger der Deutschnationalen, die K° n s e r°°t i v e n. der nttA ,�.1 l„. i l«-.bei, tragen die Hauptschuld daran, wenn es im Rheinland überhaupt O v f e r kür die Nntwn sotten-T?,! so etwas wie Separatismus gibt. Die Unvernunft ihrer Politik. i.? gevraaft werden sollen. Dl« t>as Rheinland mit protestantischen altpreußischen Beamten zu über- Furcht vor der antlna!«onalen Steuerscheu schwemmen, deren fachlich« Tüchtigkeit niemand lieber anerkennt in Stadt und Land hat den Umschwung der Deutschnationalen her- ols ich, hat in Jahrzehnten im Rheinland das Gefühl hervorgerufen, beigeführt. Die von deutschnationalen Zeitungen in einem Geiste daß man der dortigen Bevölkerung nicht traut und ihr eine mit den Deutschs ö l t i s ch e n eingeleitete Hetze beweist die völlige bodenständig« Derwaltung nicht geben wolle. Die armselige Werbe- Gleichgültigkeit dieser Parteigebilde gegenüber dem Schicksal arbeit der Separatisten wird wesentlich aus der Erinnerung an jenes unserer besetzten und bedrängten deutschen Lande am Rhein. Ber- zur Karikatur verzerrte konservative Preußentum ge- langt doch die„Kreuzzeitung" am 31. August in den Stunden ipeist, das mit dem wirklichen preußischen Volkstum nichts zu höchster Bedrängnis der deutschen Einheit und deutschen Grenzlandes tun hat. Die rheinische Bevölkerung weiß auch, daß die französische den Klassenkampf in brutalster Form. Sie fordert, wie der Rheinpolitik mit ihren Bedrückungen für die rheinische Bevölkerung radikale Bolschewist, den Zusammenschluß aller bürgerlichen Par- leider immer wieder gestützt wird durch die gedankenlos« Außen- teien gegen die sozialistischen Arbeiter ohne Rücksicht auf die Folgen. Politik der Deutschnationalen und-oölkischeil. Die Franzosenhetz« Den Klassenkampf, den wir Sozialdemokraten für eine naturnot- oeutschnationaler Zeitungen und Redner, ihr ewiger Ruf nach g e- wendig« Folge der Klassengegensätze halten, verleugne auch ich nicht, m alt s am er Aenderung des Versailler Friedens, ihr unentwegtes Die Formen, in denen er geführt wird, wechseln. Jeder deutsche Revanchegeschrei sind die wertvollste Begründung der Fran- Politiker, der auch noch einen Funken nationaler Verantwortung zoftnforderungen für weitergehend« Sicherungen am Rhein gegen in sich trägt, wird jetzt die Frontstellung: hie bürgerliche Partei, deutsche Angriffe. Die ganze deutschnationale Politik des Ostens hie Sozialdemokraten zu vermeiden suchen, solange es eben ist in allen diesen Jahren von uns am Rhein mit Ingrimm als eine geht. Die Deutschnationalen wissen genau, daß ihre Losung im ungeheure Erschwerung der wahrhaft deutschen Politik besetzten Gebiet den sowrttgen Zusammenbruch der'Abwehr- empfunden worden, die wir als die schwarzrotgolden- Wacht am fron; bedeuten muß. Seit sieben Monaten sind die s°z.al.st.,chen Rh�w geführt haben und fortsetzen werden. Ein Gipfel der Dreistig- Masten nebento, ,n bürgerlichen M.ttelparwen organisier en Ar- seit ist es. wenn diese Leute die nationale Zuverlässigkeit b-it-rn� AngesteMen und Beamten der Kern der Abwehrl.me. D'.e �icht nur der Sozialdemokratie, fondern auch mderer im jetzigen Ko- deutschnationalni ükuhrer verlancftn die sofortige Zertrumm«- ginett vereinten Parteien anzweifeln. Wenn dieser Zweifel rung dieser Front. Diesen Politikern, o.e»um Unglück Deusich- berechtigt wäre,'o wären die rheinischen Gebiet« für Deutschland 'mm« v,«l preußischer alz deutsch empfunden haben scheint verloren. Denn nicht die Deutschnationalen, deren Anhang im W nnn besetzten Gebiet gering ist, sondern die Sozialdemokraten jich geht. 4,>ese antina.ionale Polit.k der Deittschnockionalen muß von �nd das Zentrum und neben ihnen der Liberalismus sind allen deutschen Volksgenossen, d.« den franzosischen Imperialisten Qu{ � bie noI[e Wucht des Abwehrkampfes källt. Wenn wir wehren wollen. Mit aller Kra t m'd Le.i�schaft b e k a m p f t wer- aus die wenigen Deutschnationalen im Westen verlassen den. D.« ungeheure Mehrheit des deuftchen Volkes wird nicht zu- wüßtem hätte Frankreichs Imperialismus ein leichtes Spiel! ' w» f..;»«.«. nnn h«, W[,t,n„ein„„t-n TiH-rf-n«,. Minister Sollmann sagt« zum Schluß: Es macht mir kein De-- gnügen, das öffentlich auszusprechen, aber die Deutschnationalen werben Natmen�r denn L ist bafc oerche Im beiekten(ft-hi-t fottcn mi'fcn' daß wir ihrer unsagbar kläglichen und elenden alles zn s a mÄnst�t, was' Li°ftmzösi,chen' JfcrÄ! Demagogie n i ch t weichem S! e w oll°» d« n« a wehreii will. Ich bin überzeugt, daß die dortigen Deutschnationalen' 0.} JJ1' hn h oben. Mich und andere Sozia.lsten glauben si>. entsetzt sind über die Stöße, die ihre eigenen Parteigenossen aus J*1 Bezeichnung..international beschimpfen und verdachtigen dem Osten gegen sie führen. Während die Führer der Deutsch- S" können. Gewiß, ich suhle mich nicht nur mit den sozialistischen nationalen im Reichstag die wilden Männer mit Dynamit und Arbeitern de, Auslandes, sondern auch mit allen anderen Meuchen Handgranaten markierten als die Berfechter aktiver Sabotage, unter- in der Welt verbunden, die aus christlicher Liebe oder aus politischer schrieben ihve Parteifreunde im Rheinland mit uns Erklärungen Vernunft oder aus beiden Erwägungen dem Hassen und Morden, gegen die sinnlosen und verbrecherischen Sabotageakte, denen Folgen b„ Bestialität und der Barbarei zwischen den Menschen ein Ende nicht Hergt und Helfferich, sondern die Bevölkerung tragen machen wollen. Dieser Internationalismus ist ober nicht anti- E- sind grobe Unwahrheiten, wenn die Deiitichmationalen die"»«onal sondern kann und muß nach meiner Meinung und meinen Dinge so darstellen, als beginne die Reichsregierung, dir..Etappc". Erlebnissen d.e tiefst« Liebe zu dem eigenen Land und Volk m gegen den Willen unserer Volksgenossen an Rhein und Ruhr den sich schließen: Millionen Sozialdemokraten beweisen sie, nicht durch ' andes. Es sind mir bisher keine darauf hochtönende dlecherne Worte, wie sie aus den deutschnationalen Auf- Abftau des passiven Widerstandes hinzielende Maßnahmen der Reichsregierung bekannt. Di« Formen des passiven Asiderstemde» sind nichi fest, sondern beweglich. Sie haben sich da und dort in langem Kampf gewandelt und wee- sötzen und Reden ktir.gen, sondern durch schlichte Tot. Westarp bestätigt die Richtigkeit der Worte SollmannS. Stettin, 1. Sepien ber.(TU.) In einer Versommlungsred« sagte allein, bei der rheir.i'ch-westfälischen Bevölkerung. Dort bedankt man unier iozialdemokratischem und weiter links stehendem Joche stehen. fich für die Ratschlöge einer Partei, die eben erst wieder beweist, Di« deutschnationalen Abgeordneten haben durch ihre Znstim- Qfrrt______ CTi"> i"w__.Vi. � u � I» w?«f M �» XrtM rtaX f /-Xf f.»? i i-.l dw- f<1 A v« kann, sich aber für die Front. national" für diese Partei mehr wäre als ein schon-------,. �. Firmenschild, müßte sie m flammenden Worten zur Durchführung Steuern werden ihr Ziel nicht erreichen und der Inflation nicht bei- der von ihr mitbcschlossenen Steuern und zu neuen kommen. Durch Verhandlungen mit Frankreich werden wir das aroßen Opfern auffordern. Sie müßte der gesamten Landwirt- Ruhrunternehmen nicht liquidieren können. Frankreich wird seine schaft darstellen, wie notwendig es ist, mit größter Beschleunigung Politik treiben, bis es gezwungen wird, sie aufzugeben. Eni- die neue Ernte ans den Markt zu bringen, damit wir nicht Gold für weder schneiden wir Ruhr und Rhein ab und damit die Möglichkeit Einfuhr der notwendigsten Lebensmittel ins Ausland zu werfen eines wirtschaftlichen und politischen Aufstiegs, oder wir bringen brauchen Sie müßte gegen alle Steuerflüchtlinge und Devisen- Frankreich aus dem Ruhrgebiet hinaus. Unserer Porte, harren schieber uns unterstützen. Sie müßte mit uns durch gesunde jetzt schwere Aufgaben in ihrer Ovpvsitionsstellung. Wenn Geftlinge üeutsche Politik treiben... Mitte Juli, also zu einer Zeit, als die Ruhrbevölkerung unter der Kartosftlknapphcit besonders stark litt, hatte der Oberpräsidcnt der Provinz Westfalen, Gronowski. in einem Bericht on den preußischen Landwirtschaftsminister darauf hingewiesen, daß in Mecklenburg und Pommern große Mengen Kartoffeln vorhanden seien, die on Spritsabriken zu hohen Preisen verkauft würden. Jetzt Hot der Vorsitzende des Pammerschen Landbundes, der Ultrareaktio- nör o. D« w i tz, in einem„Offenen Brief" an den Oberprösidenten diese Behauptung, übrigens in wenig überzeugender Weise, richtig- gestellt. Die„Deutsche Zeitung" druckt nun diesen„Offenen Brief" ab und spricht zweimal(darunter in der Ueberschrist) von dem„G c- nassen Gronowski", womit sie natürlich meint, daßMeser S o- zialdemokrat sei. Daß der Oberpräsident Gronowski ein f ü h- render Zentrumsabgeordneter im Preußischen Land- tag ist, weiß jeder, der sich einigermaßen mit Politik in Deutschland befaßt. Aber die Redaktion der„Deutschen Zeitung" besteht zum Teil aus eingewanderten baltischen Baronen, die in den Personalien des ehemaligen Zarenhofes weit besser bewandert find, als in den deutschen politischen Verhältnissen. Die politischen Meuchelmörder der Rechten sind wieder mit erhöhtem Nachdruck am Werk, um Steuersabotagc zu treiben.— Sie sind im Begriff, den offenen Kampf herbeizuführen. Durch ihre Schieber unö Wucherer soll die Bevölkerung nach wie vor in ganz unerhörter Weise ausgesogen werden, nachdem die Regierung den ernsten Ver- such zur Linderung der Not unteriicmmen hat. Freiwillige Heiträge zur Bekämpfung dieser modernen Raubritter werden daher noch mehr wie bisher rebraucht. Jeder, der es kann,'ohle sie schnell und reichlich aus Bostscheckkonfa Berlin. Rr. 48 743 an Alex pagels, Berlin SW. 63, Lindenstr. 3, ein. Wahlkampf in Deutschösterreich. Wahlaufruf der Sozialdemokraten. Die Wiener„Arbeiter. Zeitung" veröffentlicht einen Auftuf der sozialdemokratischen Arbeiterpartei für die Neuwahlen zum Nationalrat am 21. Oktober. Der Aufruf wendet sich in scharfen Worten gegen dt« christlichsozial-großdeutsche Re- gierung, welche um den Preis der Unterwerfung unter den ftanzö- fischen Imperialismus die Krone stabilisiert habe und auf Beseiti- gung. der Republik Hinarbeit«. Es gelte die Republik zu festigen und die Regierung Scipcl als eine Regierung der Reaktion zu stürzen. Wir Sozialdemokratien, heißt es in dem Aufruf, betrachten all« als Verräter am deutschen Bolk«, welch« die Entscheidung über die deutsch« Einheit von augenblicklichen Aolutokursen abhängig machen, mögen das nun die von Frankreich bezahlten Separatisten im Rheinland oder die Schwarzgelben in Deutschöstcrreich sein. Unser« wirtschaftliche Zukunft und politische Selbständigkeit wer- den errungen und gesichert im Rahmen des gewaltigen deutschen Siebzigmilliionen-Volkes, nicht in dem von allen Rachbarstaakn unerträglich abhängigen Kleinstaat«. Darum bleibt unser Ziel: Anschluß on Deutschland. Wir müssen Habsburgs Wieder- kehr verhindern und die Republik erhalten, um in der ersten Stund«, in der es die internationalen Verhältnisse erlauben, den Anschluß vollziehm zu können. Verhaftung ungarischer Zaschiften. Die Budapester Polizei hat dieser Tage in einem Wirtshaus mehrere junge Leute verhaftet, von denen sich bei dem Verhör herausstellt«, daß sie Mitglieder des Vereins der erwachenden Ungarn sind. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung richtete Abg. Kitz, ein Mitglied dieses Vereins, an den Minister des Innern wegen der Verhaftung«« eine Anfrage. Minister Rakovszky erklärt«: die Verhafteten seien in eine ernste staatsfeindliche Straftat verwickelt. Er sei unter keinen Umständen geneigt, in diesen oder eventuell anderen Fällen von dem ihm durch sein Amt vorgeschriebenen strengsten Vorgehen auch nur um Haaresbreit« abzuweichen. Reichsverkehrsmlnistcr Oefer ist als Landeshauptmann der Pro- oinz Sachsen zurückgetreten. OewerMatwbswegung Löhne und preise. In der Rede, die der Reichswirtschaftsminister im Wirtschafts- politischen Ausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates gehalten hat, sagte er u. a. folgendes: Wieviel Lohn steckt im Kilo Ware? Das ist der einzige Maß- stab, der außerhalb der Grenze bei der Ausfuhr zur Wirkung kommt, und das find auch die Grenzen der Möglichkeit der Lohn- Zahlung. Prüfen Sie die Arbeitsleistung in Deutschland, so haben die Akkordarbeitsleistungen ungefähr die Friedenshöhe wieder er- reicht. In Betrieben, wo mechanische Derbesserungen vorgenom- men worden sind, geht der Arbeitseffekt auch über den des Fric- dens hinaus. Bei dem Zeitlohn aber finden wir in normalen Be- triebszweigen durchschnittlich nur 80 v. S). der Friedensleistung. Diese letztere Behauptung steht mit den Tatsachen in Wider- spruch und ist sehr leicht zu widerlegen. Daß ein Rückgang der Ar- beitsleistung in verschiedenen Berufen eingetreten ist. mag unbe- stritten sein. Di« Frage ist nur, wodurch dieser Rückgang v«r- schuldet ist. Er ist zurückzuführen in erster Linie auf die Mangel- Haft« Ernährung wie überhaupt auf die herabgedrückt« Lebens- Haltung des Arbeiters, in zweiter Linie auf die Mängel in der Be- triebsführung selbst. Sowohl die technischen Einrichtungen wie das zu verarbeitende Rohmaterial sind heute vielfach minderwertig. Das sind wohl nicht die einzigen, aber die Hauptursachen des Rückgangs der Arbeitsleistung, auf die Genoene Wissell in seiner Antwort auf die Rede des Ministers hingewiesen hat. Aber der erste oben zitierte Satz, wonach der Anteil des Lohnes bei der Ware ausschlaggebend für die Schätzung ist, trifft unbedingt zu. Ein« Untersuchung über diesen Punkt, wie weit der An- teil des Lohnes am Preis der Ware im Verhältnis zur Vorkriegszeit gesunken oder gestiegen ist, wird ohne wci- teres den schlüssigen Beweis erbringen, daß es nicht die Löhne sind, die die Ueberteuerung der Preise verursacht haben. Wir haben hier wiederholt Vergleiche über den Anteil des Lohnes am Preise der Waren veröffentlicht, die ausnahmsweise aufzeigten, daß der Anteil des Lohnes am Preis der Ware in ganz außerordentlicher Weise zurückgegangen ist. Dieser Rückgang des Lohnanteils ist die wesentliche Ursache der Absatzkrise. Die Masse der Lohn- und Gehaltsempfänger ist nicht mehr kaufkräftig genug, um die von ihnen erzeugten Waren zu kaufen. Vom Auslandmarkt sind sie in noch höherem Maß« als Käufer ausgefchlosien. Und da wir nichts vom Ausland kaufen können, kann das Ausland auch von uns nichts kaufen. Denn jeder Handel, auch der Außenhandel, ist im Grunde nichts anderes als ein Tauschgeschäft. Aus unserer Wirtschaftsmisere kommen wir nur heraus, wenn wir die überstieaenen Profite, besonders der Schwer- i n d u st r i c, abbauen. Die Voraussetzung dazu ist allerdings die Schaffung einer festen Wäbrung. die den deutschen Verbraucher nicht mehr, wie das heute der Fall ist, mit gebundenen Händen den deutschen Warenbesitzern ausliefert. NichtÜnien für Lohnverhanölungen. Die Vorstände der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und ausschuß hat unter dem unparteiischen Vorsitz des Unterstaatssekre- tcirs a. D von Moellendorf in der Sitzung am Sonnabend folgenden Schiedsspruch gefällt:„Der Spitzenlohn wird für die Woche vom 1. bis einschließlich 7. September 1923 auf 57 Mil- lionen Mark festgesetzt." Dieser Entscheidung ging eine viertägige Verhandlung über den Inderstreit in voriger Woche voraus, der schließlich ebenfalls durch eine Entscheidung des Reichsarbeitsministcriums dahin entschieden wurde, daß der angenommene Index der vorigen Woche von 72,8 Proz. abgesetzt und dafür der von 84 Proz. plus ZO Pro;. Aus- glÄchsindex angenommen wurde, der im Endeffekt auf dasselbe hin- ausläuft, da er der Gehilfenschaft einen so geringen Abstrich bringt, daß man ihn eigentlich nur als Rechnungsdifferenz betrachten' kann. Der oben mitgeteilte Schiedsspruch wurde von der Prinzipalität abgelehnt, von den Gehilfenvertretern mit dem Hinweis auf die nunmehr zu beantragende Vcrbindlichkeitserklärung angenommen. Generalversammlung derVelriebsräte Die Generalversammlung der Freiaewerkschastlichen Betriebs- rätezentrale findet statt in Kliems Festjälcn, Hasenheide 13 15, am Mo»rtag, den S. September, abends 7(nicht 6) Uhr Tagesordnung: I. Sieuerfabokage— Velriebsstillegnogen. 2. Jreie Aussprache. Die Delegierkeukartc der FBNZ. und das Verbandsbuch sind am Saaleingang vorzuzeigen. Wir bitten um bestimmtes und pünktliches Erscheinen. Der Vollzugsrat der FSRZ. Neue Löhne in der Schuhindustrie. Für die Arbeiter der Schuhindustrie treten für die Woche vom 27. August bis 1. September folgende Lohnzulagen ein: Der prozentuale Zuschlag erhöht sich für Arbeiter im Betriebe auf 4 603 800 Proz., der feste Stundenzuschlag auf 245 632 M.i für Heimarbeiter erhöht sich der prozentuale Zuschlag auf 5 722 110 Prozent. Der Mindeststundenlohn betrügt für einen männlichen Ar- beiter über 21 Jahre in Ortstlasie 1 982 544 M., für weibliche 736 908 M. Akkordzuschlag 12� Proz. Für die Maßschuhmacher erhöht sich der Stundenlohn für die Woche vom L7. August bis 1. September für männliche Zeitlohn- arbsiter und als Mkordbafis für neue Arbeiten auf 948 000 M., für weibliche Zsitlohnarbeitcr und als Akkordbasis für Reparaturen auf 900 600 M. Die Mindeststundenlöhne der Schäftemacher betragen für die Woche vom 27. August bis 1. September für männliche Arbeiter 948 000 M., für weibliche Arbeiter 758 400 M.: für qualifizierte Arbeiter 10 Proz. Zuschlag. Die Mmdestftundenlohne der Schoß- und Reparatur- brauche betragen für die Woche vom 3. bis 8. September für männliche Zeitlohnorbeiter und als Aktordbasis für neue Arbeiten Zm Papier- und Pappen�roßhandel ist eine Einigung dahin- gehend erzielt morden, daß für den Monat August die 16fachen Iuligehälter gezahlt werden. Die Augestevten der Spedikion erhalten für di« Zeit vom 25. August bis 1. September das Gehört der letzten Woche plus Index(57 Proz.). Angeflcllle der Veleuchkuvgs- und Znstallakionsgefchäfle. Die Torifverhandlungen am Sonnabend, in denen über das endgültig« Augustzeholt verhandelt wurde, führten zu einer Vereinbar.-ig, nach der für den Monat August das Lvfache Iuligehalt zu zahlen ist. Die errechneten Gehaltssätze sind ab Dienstag im Ortsburcau des Zentraloerbandes der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/10, erhältlich. � Welche Aufgaben hat der Lekriebsrat? Die schwierigen wirtschaftlichen Berhältnisse, die arg«- visierte Steuer s adatag« der Umsrnehiner, Betriebs st illegun- gen und ArdeitS st reckung dedrücken unS wie nie zudar. Da ist es äderst- B flicht der BetrisSZrSte. in den Betrieben dafür zu sargen. dag keine Umgehung der ardeitSrechtlichen Larschriflen anrn Schaden unserer Äallegen erfalgt. Um sich jeweils ein begründetes Urteil üdcr die Lage des Betriebes zu verschaffen, ift ober eine unumgängliche Natwendigkeit, dag die Betriebsräte all« ihnen durch daS WS!, zustehend« Rechts wahren, um Einblick in die Fü h r u n g des Betriebes, um die für eine Beurteilung notwendigen Unterlagen zu erhasten. Tis Erfüllung dieser Aufgaben durch die Betriebsräte ist jedoch an zwei VarauSfehungen gebunden: 1. genaue Kenntnis der dem Betriebsrat zustehenden Rechte. 2. Einblick in das Wefen und den Aufbau des kavitalistifchen Betriebes. Tis Schaffung dieser beiden BorauSsetzungen lann nur das Ergebnis intensiver SchlllungSarbeit sein. Erste Aufgabe d-Z Betriebsrates ist also die Aneignung der für sein- Amtsführung notwen- digen Kenntniste. Hierzu wird den Berliner Ardeitern und Angestellten, rncht nur den De- tried-rätsii. durch die Freiaewerlfchaftlichc Betriebsräte- schule Belegenheit geboten. Im Zentrum, Nordwesten. Norden, Südosten und Osten Berlins, augcrdcm in Svandam Kövenick. Temveldof. Reulölln und TstlmerSdorf-Schönebera finden insgesamt iQ Kurse statt, die in der ersten Oltoberwoche beginnen. ArbeUSaebicte sind: Arbeitsrecht. Sozialpolitik. Be. trisbswirtfchaft. Volkswirtscheft. Für Anfänger finden EinfübrungS-. I u r s- statt. Hörerlarten und Unterrichtsverzeichnisse sind in den Bureaus der Gewerkschaften und im Bureau der BelriebSrätefchule sEngestifer 24/25. 2. Hof I) erhältlich. Dort finden Montags und Freitags von l—l Uhr LehrberatungS-Sdrech stunden statt. Frcigkwcrkschastliche BetrlebSräteschule. Arbeitnehmer haben jetzt die feit" einigen Wochen geführten Ver- 830 000 M.. für weibliche Zestlohnarbeiter und als AkkordbaNs für Handlungen über die Lohn rage abgeschlossen und den Ent-! Reparaturen 815 000 M. Für ortyopadische und mechanische Be- wurf der Richtlinien zum Lohnproblem, der in der Morgenausgabe triebe erfolgt ein Zuschlag von 10 Proz. des„Vorwärts" vom 28. August bereits veröffentlicht wurde, mit einigen unwesentlichen Aenderungen genehmigt. Im Absatz 1 heißt es, daß der jeweilige Tariflohn bei Angestellten wöchentlich oder detadenweife zu berechnen ist. Bei Punkt 6 hat der 2. Absatz jetzt folgenden Wortlaut: Um nicht durch übermäßige Belastung der Lohnbureaus neue unproduktive Zlrbeit zu veranlassen, ist grundsätzlich daran festzu- halten, daß Wochen- oder Dekadenzahlung der richtige Weg ist, und daß in Zeiten starker Geldentwertung durch die oben dar- gelegte Vorausschätzung ein Gegengewicht gegen die Geldentwer- tung gegeben ist. Deshalb find mehrmalige Zahlungen in der Woche nur in ganz besonderen Ausnahmefällen, wie sie z. B. in den ersten Augustwcchen des August 1923 eintraten, vorzunehmen. „Monatliche Beamtengehältcr". Di« Morgenausgabe des„Vorwärts" Nr. 403 vom 30. August 1923 enthält eine Notiz„Monatliche Beamtengehälter", in der über ein« Besprechung zwischen dem Reichsfinanzminister und den Spitzen- organisationen über die Frage der monatlichen Vorauszahlungen berichtet wird. In dieser Iotiz findet sich folgender Satz:„Der Ver. trotsr der höheren Beamten konnte sich mit dem Vorschlag nur schwer befreunden, während die übrigen Beamtenvertreter ihre Bereitwillig- keit zu dem Verzicht erklärten, allerdings unter der Voraussetzung, daß auch von den anderen Bevölkerungsschichten endlich einmal fichtbare Opfer gebracht werden." Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund bemerkt hierzu:„Dieser Die Berliner Betriebsräte bitten wir, ihre Delegierten zur Generalversammlung der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale auf die Versammlung morgen abend 7 Uhr in Kliems Fsstfälen in der Hasenheide aufmerksam zu machen. Vor allem ist es Pflicht aller BSP D.- Delegierten, zur V o r b e- fprschung um 5% Uhr im Gartensaal bei Kliem zu erscheinen und an der Generalversammlung teilzunehmen. Nur wenn alle Generalrersammlungs-Delegierten der Amsterdamer Richtung auf dem Posten sind, wird es gelingen, die Absicht der Kapedisten zu vereiteln, das Heft in die Hand zu bekommen. Auf jeden einzelnen Delegierten kommt es an! Deshalb darf nicht ein einziger fehlen! Mitzubringen sind die Delegiertenkart«, das Ver- bandsbuch und von unseren Genossen auch der Parteiausweis. Für das Berliner Hoch-, Tief- und Bekonbaugewerbe sind folgende Löhne am 29. August vereinbart worden: Vom 1. bis 7. September pro Stunde: a) Hoch- und Betonbau: Maurer, Zementfacharbeiter. Einschaler, Stein- und Kalkträger 1280 000 M.: Kalkschläqer, Wasserträger, Rüster und Zementarbeiter 1248 000 M: geübte Bauarbeiter 1216 000 M.; ungeübte Bauarbeiter 1 155 000 M.: b) Tiefbau: Tiefbauarbeiter über 19 Jahre 1 215 000 M.: ständige Platzorbeiter 1 190 000 M.: Maschinisten 1. Ki. 1 355 000 M.. 2. Kl. 1 280 000 M.. 3. Kl. und Vorarbeiter 1 227 000 Mark: Schlosser, Schmiede, Monteurs 1280 000 M.: Einsteifsr und Satz steht ,u den Tatsachen.m Widerspruch und ist g-e'gnet. den, Rohrleger' 1 250 000 M.: Hiifsmonteure, Hilfsschlosser. Vergießer, unserem Bunde angeschlossenen Beamtenorganisatwnen erhebliche Berstricker, Muffenmacher 1216 000 M. Wächter für 7 Schichten Schwierigkeiten zu bereiten. Unser Vertreter. Genosse Dr. V o l t er.." Mockve 50 800 000 M: Erlokwöck er vrn Kt.,nd- hat in unserer Borstandssitzung am 29. August über die Aussprache mit dem Rsichsfmanzminister einen Bericht erstattet, der sich deckt mit der Notiz„Die Beamtenbezüge" in der Zeitung„Der Deutsche" Nr. 202 vom 30. August 1923. Wörtlich heißt es darin am Schluß: „Einzelheiten sind weder besprochen noch festgelegt." Tatsächlich hatte diese von den Gewerkschaften herbeigeführte Aussprache auch nur den Zweck, die Stellung des Reichsfinanzministers zu dieser Frage kennen zu lernen. Der Vertreter des ADV. hat überhaupt nicht das Wort ergriffen. Die Ausführungen des Vertreters des DBB. beschränkten sich auf einige Dankesworte an den Minister für den Empfang der Gewerkschaftsvertreter und die erteilte Auskunft. Der Vertreter des ADGB. hat lediglich an den Minister die An- frage gerichtet, ob über diesen Punkt eine Verhandlung stattfinden wird. Im übrigen konnren die Gewerkschaftsvertreter keine bin- denden Erklärungen abgeben, weil sie dazu gar nicht befugt waren und ihre gewerkschaftliche Difzeplin ihnen vorschrieb, daß sie zu- nächst ihre Bundesvorstände befragen müssen. Schiedsspruch im Buchdruckgetverbe. Der zur Schlichtung von Lohnstreitigkeiten im deutschen Buch- druckgewerbe vom Rcichsarbeitsministerium eingefetzte Schlichtung?- ä 8 Stunden pro Woche 50 800 000 M.: Ersatzwächter pro Stunde 1 158 000 M. Schachtmeister 69 030 000 M. Poliere 69 216 000 M. Werkzeugentschädigung für Facharbeiter pro Stunde 10 000 M. Deutscher Baugewerksbund, Vaugewerkfchaft Berlin. Neue vuchblnderlSlrne. Wie uns von der Zentrale des Buch- bindsrverbandes mitgeteilt wird, ist man bei den gestern in Weimar abgeschlossenen zentralen Perhandlungen zu folgendem Ergebnis ge- kommen: Als Spitzenlohn für die Woche vom 31. August bis 6. September für Berlin für Facharbeiter wurde ein Stundenlohn von 1100 000 M. für Svszinlarbsitcr 1 155 000 M.. für Fach- arbeiterinnen 692 000 M, für Spezialarbeiterinnen 726 000 M. fest- gelegt. Die anderen Löhne ergeben sich aus dem veröffenllichten Lohnschema. Angestellte im Kolonialwciren-Kleinhandel. Mit den Arbeitgeber- verbänden wurde für Monat August das 22fache Iuligehalt ver- einbart. Der Tarifvertrag ist im Zcntralverband der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/10, zu haben. Die Verhandlungen für die Angestellken der Brauereien zeitigten das Ergebnis, daß für August die 13fachcn Iuligehälter zu zahlen sind. Perband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Mltst-oS,. den 5. September, nachmlttoas 5 Upr, vlerteljabresgenerai. »ersamtillanz im Grasen Saal des Gewrrkschaftsbansts, Engclufer 25. Tliema: GlschäjtSdericht. Kasjenbericht. Bericht der Zicaisoren,«nirägc, Bcrjchicdenc». Tie Genera-aeriammlnnaedetcgiertt» sind vcrpfllckitrt, die General- »ersammlunz v o l l, ä» t t g zu dcsnchen. Ttr Ortevriwaltni-g. ! glgaretteulttditstrle. Montag nachmlit-a 4 Uhr bei Eckulz, Elisabeth- straste 30, Siduna sämtlicher LertrauenSPcrsonen der Zigarettenindustne. * 9 Der Kartellvorstand. Zentralaerband der SchnSmachcr. Montog Bezirlsdersammlungen der Tchubmacher Srotz.Berlins abends 7 Uhr in solgenden Lolalcn: Charlotten. Vitra: Tb-Ien. ttaiser-Friedrich-Sl-aste 4Sd. Wilmersdorf: Gasteincr Sit. 0, Stcslid: Lokal Alt-Sl-zlitz. SSüxenstr. 51. Westen: Rückert. Steinmepftr. 3Ca, Neirlölln: Llblbnrg. Ziethenstr. 53. Südost: Eörlich, tldalberlstr. dl. Oll- Lichtenberg: Hoffmann. Gubsner Str. 5. Nord: Lolat Uscdomstr. 22. Moabit: Marx. Oldenburger Str. 10.— Dienstag: Versammlung dcr<-chaIlemacher nachmittags 5 Uhr. kävenicker Str. 127*. Ärbcltslosc Btrliner Buchdrucker. Versammlung morgen Montag 1 Uhr in der Schulaula. Blumenftr. 77.. �„... Graphische Hilisarbeiter und Zlrbeitcriunca! Dienstag nachm. s Uhr in Haderlands Festfälen. Neue Friedrichstr. 35. Versammlung der Buch, und Steindrucklunilitmärc. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes Funltionärs zu erscheinen. Ter Ortadorstand. Verband der Lithogradhen. Stelndrucker und verwandten Berufe. Teenstaq nachmittag S Uhr im Graphischen VcreinSbaus Al-randrincnstr 4t. Ver- trauensmännerversemmlung dcr Chemigraphen, Llchtdrucker und Photagraphen. Gkwcrtsch-ftö.Uuterlommiliu!» Tempelhot. Versammlung der freigescrt- schaftlichen Betriebsräta und Gcwcrlschastssunllionäre deS 13. V-rwaitungs- hezirlS Tienstä» nachmittag ili Uhr im Wilheimsgarten, Tempelhof. Barlincc Strohe 40.„Die Lehren des letzten Streiks und die Aufgaben der Sewrrl- schalten." Ref.: Kollege Lrtmann. BezirlSang-legenhelt-n. Tünltliche- und bestimmtes Erscheinen eines jeden Kollegen ist Pflicht! B-rbandshuch und Deutscher �Hoszarbeiler-Lertand. Musilinftrumentenarbllter'. Di- Sitzung der Branchenkommilswn findet Dienstag abend 6 Uhr im Relchenaerger Hof statt.— Tie Funkt ionärversammlung findet ausnahmsweise am M t t I< w o S, den 5. September— anstatt Donnerstag— nachmittags 6 Uhr Im Reichenberger Hof statt. Dl« Branchenleitung. Tentlchrr Halzarbett-r.Berband, Achtung. Modelleure! Am 4. septemher findet bei Rosche. Grünstr. 21, abends 7 Uhr. die»ranch-nv-rsammlung statt. Erscheinen aller Kollegen ist Ptlicht!., Ter Obmann. Bcrband dcr Sattlcr, Tapezier«! und Porteseulllrr.. Magazin- und Wo- tratzcnarbetter. Berlammlunq(sehr wichtigl) Dienstag nachm. 5 Uhr dcl Doeker Weberstr. 17. Erscheinen aller. Vor allem der Kollegen der Matratzen- betriebe, notwendig. Die wranchenleitiing. ÄsA-FunIlionäre der Metallindustrie. Dienstag abend 734 Uh» Versammlung in den Wustker-Festsälcn. Kaiser-Wilhelm-Stratze 31. Cantrstt nur gegen Mitgliedsbuch und FunltionärausweiS des JdA., Buiab oder a.WV. z-ntrald-rband der Angcitellten. S-ltion: T-rtil-Grotzhandel samt urch Seid«. Baumwoll-. Leinen- und Kleiderstoff«. Di-nStag nachm. 5 Uhr Mil- gliederversammlung Srdhicnsäl«. Sodhienftr. 17/18.. Achtung, Zimmerer! Mittwoch abend Sl, Uhr im GewerlschoftsbaU'.-. Saal 3. Engclufer 24,25. L-hrlingSdersammlung. Wir ersuchen alle Käme. roden, vor allem die Vertrauensleute, dl« Lehrlinge auf ihren Baustellen daraus aufmerlsam»u machen, denn in Anbetracht der wichtigsten Dagesord- nung ist das bestimmte und dllnktliche Erscheinen aller D-rbmidsl-brliNge er- sorderlich. Der Vorstand. Verantwortlich für Politik: Richard»er-sl-l-. D-rlin-Wilmer-derf: Wirtschaft: Artur Saternue, Frledrichohogen: Gewerischaftsbewegung: Friedrich Stutn, Berlin: Feuilleton:«. S. Difch-r, Wilmersdorf: Lol-l-s und Sonstig-s. Fritz Karflädt, Wilmersdorf: Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlas: Borwärts-V-rlag G- m. b. S-. Berlin Druck: B°rwSrts.»uchd-uck°r-I und B-rlag-anstalt Paul Singer u. To. Berlin SW. SS. Lindenstratzo 3. Hierzu 2 BeUatzea. 'ö-'H op/schmerz Erh&IllUii In Pulver und Oblaten. Lei lieklm-« WKye» äBääS stillt die Schmerzen, scheidet die Harnsäure ans und geht daher direkt zur Wurzel des Uebel«. Aerztlich empfohlen. In allen Apo- theken. Best. b4�>/« Keick. acet ealic, 040b»/« ctiinin, iZ.b»/» stitdium sä lOOKmz-Ium IsväkiitblLiM vinÄÄssinLTjsrt Nu �sparst Äamituuä scstvust ZieMstcsts! Kauf ohne Sorge— hei Korge o O) 8. O öfi 3 vom 3.-5. September in allen Abteilungen Sonderangebote zu festen _________ S*apsemiar�reisen weit unter Tagespreis. ARTHUR KORGE, Berlin SW, Wilhelmstrasse 107. Kauf ohne Sorge— bei Korge Nr. 409 ❖ 40. Fahrgang !♦ Oeilage ües vorwärts Evnntag, 2. September 192Z Die Speifenkarte öer Jamilie. Gefahren der Unterernährung. Die Kochkunst der Frau gehört seit Jahren mit zu den Grund- lagen eines guten Familienlebens. Aber heute schwindelt der Hausfrau der Kopf und das Herz wird ihir schwer, denn ihrer Kunst zu kochen fehlen tatsächlich die realen Unterlagen. Vieles ist über- Haupt nicht zu beschaffen und das meiste andere zu teuer. Die Hausfrau sieht schwarz in die Zukunft: ste fürchtet: geht es noch lange so weiter, dann erliegen wir wie im Kriege langsam, aber sicher der Unterernährung, der wir uns zunächst schon entronnen glaubten. Wir haben durch Umfragen festgestellt, aus welchen Gerichten sich heute der Speisezettel der Familie zusammensetzt. Dies das Resultat. Knochen ersetzen öas Kleijch. Das Fleisch fehlt fast völlig. Versteigt man sich mal zu einem Sonntagsbraten, so wählt man Eesrierfleisch. Ist es doch, obwohl es die weite, weite Reife über den Ozean machte, billiger als frisches Fleisch. Zudem ist es fetter, denn in Deutschland schlachtet man gegenwärtig befammernswert magere und junge Tiere. In der Woche aber gibt's Tag für Tag Snochenfuvpe. Alles und jedes wird auf Knochen gekocht. So z. V.die dicken Granpen. die söge- nannten Kälberzähne. Graupen und Knochen, mit etwas Salz abgeschmeckt, ohw Kartoffeln und Suppengrün, müssen oft ein Mittagessen vorstellen. Ebenso kocht man Knochen und irgend- eine Klotzort, und gibt,, wenn man hat, Kartoffeln hinzu. Rindsrherz, früher als„Arme-Leute-Esien" verschrien, gilt jetzt als Delikate sie. Ueberdiss ist es schwer zu bekommen und es muß auch lange schmoren. Mithin können seine Zubereitung sich nur Leute bristen, die sich rechtzeitig mit Kohlen eindecken konnten. Kuheuter wird als Sahnenichnitzel-Erfatz betrachtet. Seine Herstellung ist teuer, da Fett, Ei und geriebene Semmel kaum fehlen können. Lunge findet auf die verschiedenste Art Verwendung. So schneidet man beispielsweise Pellkartoffeln und Lunge in Würfel und richtet sie etwas säuerlich an. Speck wurde nach und nach sehr selten. Mit Speck kann man kaum mehr kochen, nein, man ist glücklich, wenn man kleine Speck- würfe! dem Essen zusetzen kann. So kocht man Gemüse, ohne irgendeinen anderen Fsttzusatz, mit winzig kleinen Speckwürfeln. Pellkarkoffeln und Hering gilt als Diner 1z für Papiermark- millionär. heringskartoffeln, falatartia zubereitet, kommen in einigen Haushaltungen auch zweimal in der Woche auf den Tisch.— Ferner wird der Hering auch mit Kartoffeln, Pfeffer, Gewürz, Zwiebeln und ein klein wenig Talg zubereitet. Heringslake aber holen sich ganz Arme, um Tunke für Pellkartoffeln zu ljcben. Heringsrogen und Heringsmilch gelten als beliebter Brot- aufstrich. Desgleichen der unter Zusatz einer Zwiebel gehackte .Hering. Und der mit einigen Scheibchen Salzgurke garnierte Heringsrogen nennt sich kurz und bündig italienischer Salatzersatz. Salate werden gegenwärtig wenig zubereitet. Das Oel ist zu teuer. Hin und wieder hilft man sich mit Margarine und Talg. Margarine ist zuweilen die einzige Ursache, daß sich in dem Essen noch ein Fettauge bemerkbar macht. Die Hausfrau ist mit- runter heilfroh, wenn sie dem Gericht«in walnußgroßes Stückchen Margarine beifügen kann. So. gilt doch heutzutage Margarine, Walser und dicke Graupen(Kälberzähne) als Mittagsmahl.. Sülze, als Fleischverwendungsmöglichkeit, erübrigt sich heute von selbst. Man fürchtet sich auch vor längerem Kochen, behaupten doch iatsüchlich Leute, bei den hohen Kohlen- und Gaspreisen seien sie gezwungen, ihr Essen nur angekocht und zuweilen halb roh zu genießen. Korlofselsuppc, die früher nur die Aermsten als Hauptmahlzeit aßen, und die vielen, vielen nur als Vorkost diente, ist jetzt allge- mein zu einer Mittagsinahlzeit geworden. Dabei kann sich die heutige Kartosfelsupxs keinerlei Zugaben rühmen.— Kartoffel. pufser, früher nicht als Mittagbrot gerechnet, sind nunmehr Leckerei. Rote Rüben kocht man mit Kartoffeln und Talg. Dies« Drei- einhsit muß eine Mittagsmahlzeit hergeben. Leinöl, im Voltsmunde spricht man ihm sehr viel Nährwert zu, mit Kartoffeln, dos heißt in diesem Fall«, man taucht die Pell- kartosfet in das Leinöl, ist als Mehlzeit zu vschuen. Kohlrüben, von bösen Kriegswintern her unliebsam bekannt, werden meist wieder ohne Fett genossen. kohl wird sehr oft mit Talg angemacht. Da heißt es, schnell essen, denn mit Talg zubereitete Speisen erkalten recht bald und sind dann kaum genießbar. Kohlrabi, er beglückt« uns gerade mit seiner Anwesenheit, als der Kartoffelmangel solch großer war, wurde im Sommer 1923 viel mit Graupen gekocht. Als Fettersatz tat man einen Bouillon- würfe! hinein. Gemüsesuppen werden gern gegessen. Sie bestehen aus Mohr- rüben, Kohlrabi und einer Handvoll grüner Bohnen. Erlaubt es der Geldbeutel, kann man noch Blumenkohl und Tomaten hinzu- fügen. Wer frisches Gemüse nicht bezahlen kann und dennoch Ge- müsefuppe essen will, nimmt, wenn auch ungern, zum Dörrgemüs: seine Zuflucht.— Mangold und Melde ißt man anstatt Spinat. Hirse und Buchweizen werden mehr gebraucht als früher. Pilze könnten in der Ernährung eine groß« Rolle spielen. Man sah sie in diesem Jahre wenig, und werden sie auf den Markt ge- bracht, dann sind sie meistens unerschwinglich teuer. Das Selber- sammeln ist für viele nicht möglich, denn es gehören nicht nur Pilzkenntnis, es gehören auch Zeit und Fahrgeld dazu. Klöße finden des öfteren Verwendung: fei es mit Backobst, sei es mit Pflauncen. Birnenklöße macht man aus Brotüberresten mit Birnen. Statt Backobst wird zuweilen eine Marmeladensauce gereicht, wie es überhaupt Mode geworden ist, Mussaucen herzu- stellen. Brotsuppe als Mitlagsmahlzeit ist auch ein Zeichen der Not unserer Zeit. Ohne iroendwelche oerschönende Zutaten, ohne Nach- gcricht, muß sie den Magen füllen. Der Suppenwürfel ergibt zuweilen auch ein Mittagessen. Ein Stückchen trockenes Brot gesellt sich ihm dann bei. Süße Suppen, Grützen, Fruchtsuppen usw. sind nahrhaft, doch ist der Zucker nicht nur leuer. für gewöhnlich ist er auch knapp. Eierkuchen und Salat ist heute Sonnlagsesseu. Dabei wird der Pfannkuckxn bestimmt nicht zuviel Eier enthalten, wie überhaupt das Ei als Zutat zu Speisen aus zahlreichen Haushaltungen ver- schwinden mußte. Magermilch findet insofern Verwendimg. als sie zu Milchreis, aber auch zu Rührkartoffeln gebraucht wird: wobei nicht verschwiegen werden darf, daß Rührkartoffeln oft ohne Milch genossen werden, und manch« Mutter froh ist, wenn sie ihren Kindern ein« süß« Sauce dazu geben kann. Haserslockeu sind an und für ssch kein Elendsgericht, doch werden sie es bei uns unter den jetzigen Verhältnissen. Es fehlen doch fast immer Zucker und Milch bei ihrer Zubereitung. Die jedoch ist viel- seitig: so ißt man Haferflockensuppe, Haferflockenbrei, Haferslocken- koteletts usw. Roggenmehl findet auch wieder im Haushalt Verwendung. Namentlich als Roggenmehlsupp«, die Kasse- und T e«- E r s o tz sein muß. Um das Trinkbare ist es bekanntlich auch schlecht bestellt. Der deutsche Tee kommt nunmehr wieder zu Ehren. Man sucht Wiesen und Bäum« ab; trinkt u. a. Lindenblüten-, Kamillen- und Pfeife nrninztee. Letzteren rühmt man nicht nur wegen seiner Heil- kraft, nein, er hat Anhänger, dte behaupten, er sei das Mittel für ständiges Wohlbefinden. Alles in allem kann die Hausfrau, mag sie sich noch so gut zu helfen verstehen, nur«in mageres Essen auf den Tisch bringen. Es sind kaum die nötigen Zutaten vorhanden, um Wert auf den Wohl- geschrnack der Speisen zu legen..Wie stopf« ich die Münder, wie bekomme ich die Magen satt," das ist die Frag«, die täglich doch mindestens dreimal Antwort erheischt. Das Leben der einzelnen Familie hat sich gegen früher ungeahnt und ungeheuer verschlechtert, das geht aus der Spcisenkarte deutlich hervor. Wir alle vegetieren im Zustande der Unterernährung, und in der liegt eine schwer« Ge- fahr für das Volksganz«, denn der Mensch ist, was er ißt. Ein neuer Riuseumsdiebstahl beschäftigt die Kriminalpolizei. Aus dem Museum für Meereskunde in der Georgen- straße 31— 36 wurden, wahrscheinlich von einem Besucher, eine bronzene Flügelmutter, eine silberne Taschenuhr und ein Doppel- fernglas im Werte von mehreren Millionen gestohlen. Nächtlicher Spuk. Kurz vor Mitternacht, am Sonnabend in der Friedrichstraßc. Die Kneipen sind soeben geschlossen, und nun flutet die Masse, deren Köpfe vom Alkohol erhitzt sind, und die eine Heiterkeit zur Schau trägt, die laut und weit in die Nacht hineintönt, über die Straße, deren Lichter langsam zu sterben beginnen. Die Gesprächsfetzeu, die man aus dieser vom Alkohol angefeuerten Masse Mensch aus- fängt, sind ein getreues Spiegelbild von der heutigen Umwertung aller Werte, oder noch besser, sie sind ein Beweis dafür, daß es Werwolles überhaupt nicht mehr gibt, daß alles nur Geld, Macht und Magenfvage ist.„Heut' Hab' ich fünfundzwanzig Millionen ver- soffen, aber morgen bring ich wieder vierzig Milli rann..."„Ach wissen Sie, die Devisenabgab«, na ja, schön. Ich kauf' mir ein Gut, und dann sind die Devisen muh gut angelegt..." Und alle sind sie noch ganz unter dem Bann des Genossenen und Erlebten in Kneipen, Bars, Dielen und Cafes, die übervoll waren Und man weiß: ein Glas Münchener Bier 240 000, eine Tasse Kaffee 300000 Mark, eine Flasche Wein ö Millionen, eine Zigarette 45 000, eine Zigarre 180 000 M. Hier und da steht einer in der Nische eines Hauses und er- leichtert den Magen von der zu großen Last an Alkohol, die er ihm aufgebürdet hat. Soll man die Moralposaune an den Mund setzen? Wird nicht häufig genug ein« gewisse Verzweiflung diesen und jenen in die Kneipe getrieben haben, dessen Magen lange schon keine genügende und stärkende Nahrung erhalten hat, so daß er von ein paar Tropfen Alkohol schon voll ist zum Ueberlaufen. In den Seitenstraßen der Friedrichstraße stehen Dirnen und locken mit ge- schminkten Gesichtern. Noch niemals sah man so viele von ihnen, wie heut«. Ist es wirklich nur Zügellofigkeit und Arbeitsscheu, oder ist nicht auch das ein Zeichen der ungeheuren Not? Aber Geld ist doch da, ungeheuer viel Geld in manchen Händen, die es gar nicht schnell genug loswerden können. Ein Zigarrenladen ist taghell er- leuchtet, und die Lichtfluten ergießen sich in breiten Strömen auf den Damm. Erstaunt steht man und schaut hinein. Maler und andere Handwerker klettern auf hohen Gerüsten umher. Mau hat ja so viel Geld und kann es sich leisten, den Laden mit Nachtübcr- stunden der Arbeiter einrichten zu lassen. Und man verdient noch viel mehr, als dies« Ausgaben bettagen, und der Arbeiter hat, wenn er es sich recht überlegt, umsonst gearbeitet! Und überall Bettler, Krüppel, Lahme, Blinde. Auf dem Pols- dam er Platz steht ein Mann mit einem Fernrohr. Der Himmel ist unwahrscheinlich klar, mit unendlich vielen Sternen, und das Mond- licht rieselt um die Giebel der Häuser. Der Mann ruft die Fußgänger an und ladet zur Besichtigung des Himmels ein. Betrunkene reißen faule Witz«, Rohe versuchen, ob das Fernrohr auch feststeht. Aber keiner sieht, daß der Mann vor dem Rohr müde zum Umsinken ist. daß die Not der Zeit diese Runen in sein Gesicht gegraben hat. Auch er ein Bettler, der heute nicht weiß, wovon er morgen mit seiner Familie leben soll. Nebenan aber haut man sich um Auto und Droschke, und jeder der Streitenden behauptet, zuerst am Ge- fährt gewesen zu sein. Nächtlicher Spuk. Jedes erklärende Wort könnte nur ab- schwächen. Und dos Elend und der Preistaumel, Wucher und Rück- sichtslosigkeit, die Sucht, sich auf Kosten anderer zu bereichern, rast weiter..... Neue Milch- und Kohlenpreisc. Für den Bereich der Stadt Berlin beträgt vom 3. Septem- der ab der Preis für Vollmilch 4 0 0 0 0 0(vierhunderttausend) Mark, für Magermilch 160 000(einhundertsechzigtausenb) Mark je Liter. Die-Z.-Mi Ich karten werden mit% Liter, die U-Milchkarten sowie die Karten für werdende Mütter(C-Karten) mit je Vi Liter Vollmilch beliefert.— Das Kohlenamt der Stadt Berlin teilt mit: Infolge der ab 1. d. M.«ingetretenen Erhöhung der Eisenbahn- gütertarife ist eine entsprechende Heraufsetzung der Kleinverkaufs- preise für Briketts und Koks erforderlich geworden. Die Preis« stellen sich mit Wirkung vom 3. September d. I. wi» folgt: Küchen- und Ofenbrand-Br i k e t ts: ab Lager 3 171 000 M. pro Zentner, frei Keller 3 314 000 M. G a s k o k s: ab Lager 7 774 000 Mark pro Zentner, frei Keller 7 939 000 M. IS) Kilian. Roman von Zakob Dührer. „Haben Sie schon so Bitteres erlebt, mein junger Freund?" fragte sie mit warmer Anteilnahme. „Einiges," entgegnete Kilian verbissen. Plötzlich schleu- derte er seinen Blick in ihre Augen und sagte hart:„Ich bin nämlich gewissermaßen.direkt dem Zuchthaus entsprungenl" Die Frau machte eine kleine Bewegung. „Fürchten Sie sich?" höhnte Kilian. „Nicht im mindesten," lächelte die alte Frau,„aber ein wenig schonender könnten Sie einem so etwas schon bei- bringen." „Mordversuch!" stieß Kilian, ihren Scherz mißachtend, hervor.« „Ausgebrochen?" fragte Mademotfelle Naville. „Freigesprochen!" „Sie Renommist!" lächelte die Frau milde und legte ihre Hand leise auf Kilians Rechte. Das war zu viel. Die kleine Bewegung der Frauenhand! Sie warf Kilians Seele in den Staub. Der junge Mensch senkte plötzlich seinen Kopf über den Tisch und begann zu weinen. Die Frau stand auf, trat an seine Seite, legte ihre Hand auf seinen Scheitel und sagte liebevoll und gütig:„Weine, mein Kind, weine!" Kilian schluchzte laut. Durch sein Him zuckte der Ge- danke: Warum gibt es Richter und Gerichte und Zuchthäuser in der Welt, die verhärten, während solch gütige Menschen- Hände alles auflösen, Schuld und Bosheit, auflösen in Reue und Willen zum Guten? Nach einer Weile begann er zu reden, von allem, was hinter ihm lag. Und mit teilnahmsinnigen Fragen löste sie Bitterkeiten, Verschulden, Enttäuschungen. Er aber beichtete mit zuckendem Leib. Es war, als flösse das Blut in Strömen von seinem Herzen. Unreines, vergiftetes Blut! Sie hatte ihm nichts mehr zu sagen. Er durfte aber ihre Hand halten. Schließlich erhob er sich und sagte mit einem kleinen Lächeln:«Nun will ich gehen." An der Türe wollte er ihr danken. Aber er fühlte, es würde ihn von neuem niederwerfen. Er lief aus sein Zimmer und versank in einen guten Schlaf. Nach z'vei Stünden er- xoachte er, noch windelweich gestimmt, aber doch mit der Lust, etwas zu unternehmen. Und da er sich die Augen gewaschen hatte, siehe, da flog ein gepfiffen Liedlein von seinem Mund. „Hoho!" sagte er,„da pfeift ja wieder einer." Und setzte sein Hütlein auf vor dem Spiegel und zog von bannen. Er stand am See und schaute eine Weile einem Fischer zu. Der Himmel hatte sich nämlich aufgetan, und die Märzsonne schien freundlich aus einem großen Wolkenloch. Ein leichter Wind warf ein Flimmernetz über das Wasser. Da war es denn weiter kein Wunder, daß sich trotz der frühen Jahreszeit hier und dort ein Boot ablöste, Ruderkahn und Segelschiff sich hinauswagten gegen die Wassermitte, wo das Sonnenglitzern rötlich wurde. Auf dem nächsten Bootsvermietungsfloß kniete eine Frau mit aufgeschürzten Röcken und schimpfte, weil sich die Kette eines Bootes nicht lösen wollte, auf das ein junges Paar wartete. Da besann sich denn Kilian nicht lange, hüpfte herzu und Lssnste den Kettenknoten. Das Pärlein stieg ins Boot, ruderte davon, und schon flimmerte das Wasser und die Luft um das Boot und die verliebten jungen Leute. Da sagte die Bootsvermieterin zu Kilian:„Zäerci dien, Monsieur!" Die beiden sahen sich an und hatten beide einen Widerschein von dem Lichtwunder da draußen in den Augen. Und Kilian dachte: Eine schöne junge Frau! Und die Frau gestand sich heimlich: Ein frischer junger Mann! Kilian wandte sich zu gehen: da fiel es ihm ein:„Brauchen Sie keinen Arbeiter?" Aber sie verstand seine Sprache nicht. Da mußte er denn seine Französischbrocken und die Zeichensprache zu Hilfe nehmen, und beide kamen darüber ins Lachen, und sie gefielen sich noch besser. Ueber dem kam ein Mann daher, ein sehniger Vierziger, mit blondem Triefbart, stahlblauen Augen und einem von Wind und Wein geröteten Gesicht. Schon von weitem rief er: „Was ist da wieder für ein lieber Vetter zu Gast, meine süße Toinette?" Als er aber den Sachverhalt vernahm, prüfte er Kilian kühl und eingehend vom Scheitel zur Sohle und sagte dann bestimmt:„Kon!" Von einem„Stauftsscrl, von einem Deutschschweizer wolle er sowieso nichts wissen. Die junge Frau warf ihrem Gatten einen bösen Blick zu, stemmte die Hände in die starken Hüften, wiegte ihren Ober- körper ein wenig hin und her und sagte:„von!" Und zu Kilian:„Rein, mein Herr. Nichts zu machen!" Sehr bekräftigend wiederholte der Gatte:„damals. Niemals!" Und dreiste M aus dem Absatz..:_ i JT-T In diesem Augenblick gab die Frau Kilian einen leisen Stoß mit dem Ellbogen, flüsterte:„�.prös demain, übermorgen," streckte ihm die zehn Fiüger ins Gesicht und deutete mit dem Zeigefinger auf das Floß. Kilian zwinkerte mit dem linken Auge. Er würde über- morgen zehn Uhr feine Arbeit hier beginnen. Er lüftete sehr höflich den Hut und ging. Bei einem Zuckerbäcker erstand er einen Kuchen, den er am dreifarbigen Paketbändchen Made- moiselle Naville an die Türfalle hing. Für Kilian aber begann eine Zeit, wie sie nur die Spatzen wieder erleben, wenn die Kirschen reifen. Er fand in seiner Zimmervermieterin eine gute Fee, die ihn mit mütterlicher Güte umsorgte. Und was Kilian besonders schätzte: sie gab ihm Französischunterricht, und zwar— gratis! Das heißt, sie gab ihm eigentlich keinen Unterricht, sondern sie saßen abends zusammen und schwatzten. Schwätzten und strickten Kinderjücklein, Korsettschoner und Pulswärmer für ein Waren- haus. Auch er. Strümpfe stricken hatte ihn schon die Tante Ellstab gelehrt. Den Kunstgriff mit den beiden Holznadeln hatte er rasch los. So strickten sie denn und lehrten und lernten Französisch. Aber das war das Geringste. Sie machten Reisen rings um die Erde, auf Karten und auf einer kleinen Erdkugel. Sie fuhren durch alle Meere und viele Ströme, sie weilten in den ungeheuren Fabrikstätten Nordamerikas und wanderten über die Völkergräber am Euphvat und Tigris. Sie sahen die gewaltigen Gletscher übe, Europa kommen und gehen, und waren dabei, als der Erdtei! Atlantis ins Meer versank. Sie freuten sich über die Wunder- kraft des Bernsteins und staunten, wie Jahrhunderte nach seiner Entdeckung ein Funke dieser Kraft Menschenworte im S-kundenblitz um den Erdball trug. Sie reisten nach dem Mond und nannten viele Sterne mit Namen. Und wenn Mademotfelle Naville oder Mdre Juliette, wie sie Kilian bald nannte, von den Tieren im Wassertropfen er- zählte, oder von der neuen Lehre, wie im kleinsten Stoffteilchen eine ungeheure Bewegung lebendig sei, ähnlich vielleicht der Bewegung der Gestirne, dann erfuhr Kilian nicht aus ihren Worten Lehren und Weisheiten, wohl aber aus ihrer inneren Erregung, aus der ganzen sprühenden Wachheit dieser Greisin: das Leben ist Lust! ist Interesse! Und überdem fiel eine Blindheit nach der anderen von dem jungen Mann, und er fing an, ohne daß er es ahnte, in die Nähe jener ganz seltenen Ledensfürsten zu rücken, die sich den Luxus einer Weltanschauung leisten niöchten. (Fortsetzung folgt.) die vollenöung ües Westhofens. Abschluß des Berliner Hafenbauprogramms. Nach zehnjähi-igem Arbeiten ist der Westhafen Berlins jetzt in der Hauptfache fertig. Teile davon find schon seit längerer Zeit in Benutzung. Am Montag wird der ganze Hafen mit einer Ein- weihungsfeier eröffnet. Nordlich der Ringbahn erstreckt sich die neue Hasenanlage zwischen den Bahnhöfen Putlitzstraß« und Beußelstraße. Drei wichtige Wasserstraßen— der Großschiffahrtskanal für den Verkehr mit Stettin und der unteren Oder, der Charlotten- burger Verbindungskanal für den Berkehr mit Homburg und der unteren Elbe, sowie mit Lübeck und später über den im Bau be- griffenen Mittellandkanal zum Rhein, der Spandauer Schiffahrts- kanal für den Verkehr nach Oberschlesien— treffen an dieser Stelle zusammen. An den benachbarten Güterbahnhof der Hamburger und der Lehrter Bahn ist der Hasen durch ein« umfangreiche Bahn- anlage von 16 Kilometer Gleis angeschlossen. Von dem 3 8,4 Hektar großen Hafengelände werden durch den jetzt fertig gewordenen Hauptteil des 5iafen 29.6 Hektar in Anspruch genommen, wovon 22 Hektar auf Landflächen und 7,6 Hektar aus Wasserflächen entfallen. Der 8,8 Hektar große Geländerest ist für eine spätere Erweiterung vorbehalten. Zwei der geplanten drei Hafenbecken sind ausgebaut, das eine von 65S Meter Länge und 55 Meter Breite, das andere von 448 Meter Länge und 55 Meter Breite. An den Kaimauern von im ganzen 2500 Meter Länge können gleichzeitig 68 große Elbschifs« von 600 Tonnen Tragfähigkeit oder 104 Finow- kähne von 225 Tonnen Tragfähigkeit löschen und laden. Für den Umschlag von Stückgütern und Getreide stehen drei Lagerhallen, ein Getreidespeicher sowie ein Zoll- und Warenspeicher zur Verfügung, außerdem reichliche Freiladeplätze. die später gleichfalls noch mit Hallen und Speichern besetzt werden sollm. Eine Kohlenverladeanlage dient dem Umschlag von Kohle, ein daneben liegendes Gelände soll später eine Benzintankanlage erhallen. Jede der drei Lagerhallen hat bei 123 Meter Länge und 23 Meter Breite rund 2850 Quadratmeter überbaute Fläche und drei Geschosse. Alle Geschvsie Keller, Erd. und Ober- geschah, können an der Wosserseit« durch die hier drei Gleise über- spannenden Krane bedient werden. Der Getreidespeicher ist mit 115 Meter Läng«, 27� Meter Breite und 37 Meter Höhe bis zum Dachfirst(52� Meter Höhe bis zur Turmspitze) das mächtigste Gebäude des Hafens. Er hat bei 3160 Quadratmeter überbauter Grundfläche zehn nutzbare Lagerböden lKeller, Erdgeschoß, fünf Obergeschosse, drei Dachgeschosse) und zwei Maschinenböden, und die nutzbare Logerfläche des ganzen Speichers stellt sich auf 22 300 Quadratmeter. Bei der maschinellen Aus- rüstung des Speichers ist in weitestem Maße die Vereinfachung aller Arbeitsvorgänge angestrebt worden. Die Annahme von losem Getreide aus Schiffen erfolgt durch ein Schisssbecherwerk, ein« Saugförderanlage und zwei Krone, außerdem sind zweckmäßige Einrichtungen zur Annahme von Sackgerreide aus Eisenbahnwagen oder aus Fuhrwerken vorhanden. Der Speicher ist ausgerüstet mit Bandförderung, Lastenaufzüge», Lukenwinden. Sackrutschen usw. Außer den Sondereinrichtungen für den Umschlag von Getreide und Kohle stehen auf dem 5)asengelände 19 Krane zur Der- fügung, deren größter 7,5 Tonnen Tragfähigkeit bei 13,9 Meter Ausladung und 30 Tonnen Tragfähigkeit bei 9 Meter Ausladung hat. Das Gesamtbild des Hafens mit seinen stalllichen Gebäuden ist auch architektonisch sehr beachtenswert. Imposant ist das türm- gekrönte Verwaltungsgebäude am Eingang des Hofens. Der Westhasen schließt das von der Stadt Berlin für ihre Hafenanlagen aufgestellte Bauprogramm vorläufig ab. Zusammen weit dem Osthafen und den Häfen Neukölln, Spandau und Tegel wird der neue Westhafen die Bedeutung Berlins als H a f e n st a d t st? i g e r n. Die durch den Krieg herbeigeführte tiefgreifende Aenderung der wirtschaftlichen Derhältnisie hat dazu genötigt, die Häsen Berlins bis auf weiteres an eine Aktiengefell- tchoft zu verpachten. Ihr wird es, hofft man, möglich fein, die bisher isolierten Berliner Häfen besser mft der Binnenschiffahrt und auch mit der Seeschiffahrt in Verbmdung zu bringen. Magistrat unü Straßenbahn. Die Bekriebsgesellschafi eine iNoteinrichtuug. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teill mll: Ueber die Straßenbahnfrage hat der Magistrat am Sonnabend in außer- ordentlicher Sitzung und zusammen mit dem Ständigen Haushallsousfchuß verhandelt, nachdem der Versuch, die Sache in der Verkehrsdeputation zu fördern, am Freitag ergebnislos gewesen war. Dabei sind Oberbürgermeister und Kämmerer nachdrücklichst der Auffassung entgegengelleten, als ob der Magistrat beabsichtige, bei der Neuregelung der Straßenbahn die Stadtoerordneten-Der- sammlung auszuschließen. Der Magistrat hat schon im Mai eine Vorläge über die endgültige Organisation der Straßenbahn der Stadtverordneten-Versammlung vorgelegt. Sie ist während der Ferien dort nicht behandelt worden. Di« inzwischen eingetretene katastrophal« Lage zwang den Magistrat, sofort vorläufige Maßnahmen zu treffen, um anschließend an die Stillegung so schnell wie möglich«ine, wenn auch beschränkt« Wiederaufnahme des Verkehrs möglich zu machen. Wenn hierfür eine Betriebsgesellschaft vom Magistrot gebildet wird, so könnte sie nur«ine N o t e i n r i ch- t un g sein. Ueber die endgültige Organisation wird die Stadt- verordneten-Versammlung dann in aller Ruhe beraten und beschliehen können. Der Magistrat wird am Dienstag nächster Woche mll dem Verwaltungsrat der Straßenbahn und der Der- kehrsdeputation verhandeln und dann erst endgültige Beschlüsse fassen. Dies« Verlautbarung ist wie so oft reichlich unklar. Sie läßt die allein wichllge Frage offen, ob der Magistrat etwa die Absicht hat, Jein« sogenannt«„vorläufig« Maßnahme", die wir für übereilt und deshalb für verhängnisvoll halten, ohne An- hörung der Verkehrsdeputation durchzusetzen. Daß die„endgültige" Organisation der Straßenbahn nicht ohne Mitwirkung der Stadt- verordneten geregelt wird, ist eine Selbswerständlichkeit, um deren Verkündung der amtliche Apparat sich nicht zu bemühen braucht. Aber was wird am 7. aus der Stillegung, der Abdrosselung des Verkehrs, der Kündigung und Entlassung von 7000 Ar- beitern? Das wollen wir wissen und darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Wir wollen hoffen, daß wir auf diese klare Frag« eine eindeutige Antwort ohne Hörner und Klauen erhalten. Auch die Hochbahn erhöht wieder. Di« Hochbohngesellschaft wird am Dienstag, den 4. Sep- tember, ihr« Fahrpreise in folgender Weis« erhöhen: Bis zum fünften Bahnhof: 3. Klasse: 90 000 M., 2. Klaff«: 120 000 M.: für die ganze Streck«: 3. Klasse: 120 000 M.. 2. Klasse: 150 000 ZR. B l o ck s zu zehn Karten kosten: Bis zum fünften Bahnhof: 3. Klaffe: 750 000 ZN„ 2. Klasse: 1 050 000 M.: für die ganze Strecke: 3. Klasse: 1 050 000 ZN„ 2. Klasse: 1 350 000 ZN. Wochenkarten zu zwölf Fahrten für die ganze Strecke kosten: 3. Klasse: 1050 000 M.. ?. Klasse: 1 350 000 M.__ 1 Goldmark---- Vio Dollar. Di« Sparkasse der Stadt Berlin hält im Interesse der Förderung des Zeichnungsergebnisses für die wertbeständige Anleihe des Deuffchen Reiches ihre Schalter«ine Gtunde länger als gewöhn- lich auf. Die Annahmestellen für die Entgegennahm« von Zeich- nungen bleiben danach täglich bis zwei Uhr geöffnet.— Um auch denjenigen Kreisen, die ein größeres Stück der Goldanleihe des Deut- fchen Reiches nicht selbst zeichnen können, die Möglichkeit zum wert- beständigen Sparen zu schaffen, hat die Sparkasse«inen Gold- sparmartverkehr auf Grund der neuen Goldanleihe einge- richtet, so daß bei ihr Beträge schon von?a> D o 11 a r an— 1 Goldsparmark angelegt werden können. Die Einlagen in Gold- sparmark sind geeignet, die Sparer vor einer etwaigen weiteren Entwertung zu schützen. Wenn auch unter Umständen ein geringerer Papiermork betrag zurückgezahlt wird, so liegt darin doch kein tat- sächlicher Verlust für' den Sparer, weil die Kaufkraft der Goldspar- mark, die der Sparer mit Zinsen zurückerhalten muß, oller Voraus- ficht nach die gleiche bleibt._ Rentenelenö. Die Geldentwertung ist vielen noch immer etwas schwer De- greifliches. Namentlich alten Leuten will es nicht in den Sinn, warum man für„so viel Geld" jetzt so sehr wenig kriegt. Sie verstehen nicht, warum eine Mark nicht mehr eine Mark sein soll. Sie behandeln den Markschein mid den Zweimarkschein noch immer so sorgsam wie damals, als dies« Lappen auskamen. Dabei übersehen sie, daß bei einem Preis von jetzt 330 000 M. für dos Markenbrot zu 1900 Gramm man selbst mit einem Hundertmark- schein nicht viel mehr als«in halbes Gramm Brot kaufen kann. Wer ein« Briefwage hat, möge einmal nachwiegen, wie wenig ein Gramm Brot ist. Wenn er noch Lust hat, sein Frühstück mit den Vögeln der Straße zu teilen, wird er mit jedem Sperlingshappen 100 M. opfern. Wieviel müßten da von Rechts wegen das Reich und die Ge- meinden„opfern", um alten Leuten, die erwerbsunfähig und mittellos sind, ihr bischen Brot zu schaffen! Schwer be- greiflich, wie den Alten die Geldentwertung ist, ist ihnen auch die Kargheit der Renten und Unterstützungen, mit denen man für sie„sorgt". Manche Invalidenrentner wurden noch im August 1923 mit einer Rente pro Monat abgespeist, die jetzt gerade noch zum Ankauf einer nicht ganz flngerstarken unbeschmierten Brotschnitte reicht. Immer wieder sind uns Rentenbescheid« vorge- legt worden, die auf so geringe Beträge lauten. Vor uns liegt z. B. ein vom 10. August 19Ä datierter und am 21. August zur Post ge- gebener Bescheid, der pro Jahr 984 M. Invalidenrente samt 9000 M. Teuerungszuschlag, also im ganzen pro Jahr 9934 M. oder in Ab- rundung pro Monat 900 M. verheißt. Die mit dieser Rente „beglückte" Arbeiterin erhält jetzt für Januar bis August die Be- träge aus acht Monaten mit 7200 M. nachgezahlt, dazu kommt eine Sonderzulage bis August, macht im ganzen 16700 M. Das zahlt man ihr„alles auf einem Brett"! Aber die inva- lide Arbeiterin kann selbst für diesen plötzlich über sie hereinbrechen- den„Segen" nicht mehr als 100 Gramm Brot kaufen, das heißt: eine knapp daumenstarke Brotschnitte. Zur Abholung von Betrögen, die so gering sind, daß sie nur wie eine Fopperei wirken können, müssen alte Leute zur Post laufen und dort Stunden hindurch warten. Daß so einen In- validen, der vom Stehen ermüdet ist, schließlich«ine Ohnmacht hinwirft, ist kein« Seltenheit. Einer, der die„Freuden" des Renten- empfang«? zur Genüge kennen gelernt hat. erzählt uns, wie ihm bei der Abholung zumute ist.„Bei der letzten Auszahlung der In- validenrente erhielt ich," schreibt er uns,„zu 700 M. 10 000 M. Zulage von der Post ausgezahlt. In langer Reihe stehen vom frühen Morgen bis mittags 12 Uhr arm« schwache Leute dicht- gedrängt am Schalter und warten, wie ich, aus ihr Geld. Hier und da wird einer krank und bricht ohnmächtig zusammen. Als ich nun den Zehntaufendmarkschein hatte und mir etwas dafür kaufen wollt«, was erhielt ich' da? i4 Liter Milch zu erhalten war unmöglich. 50 Gramm Wurst, ein paar Scheiben, zu erhalten, war unmöglich. Nein, gar nichts bekommt man für den Zehntaufendmarkschein. Und so ergeht es Hunderten armer Leute!" Bitter fragt der Invaliden- rentner in seinem Brief:„Muß das so sein, daß die Beamten damit beschäftigt werden, auszuteilen, worauf man nichts er- halten kann? Und daneben müssen arme schwache Leute stehen und krank werden! Könnte es nicht so geregelt werden: statt 10 000 M. 100 000 M.? Wofür ich in drei Tagen jeden Tag Vi Liter Milch erhalt«. Es könnte doch so geregelt werden, daß man etwas dafür bekommt, ttnd die Beamten der Post nicht unnötig dabei beschäftigt werden und das tagelang« Stehen nicht vergeblich ist." Was mag die Arbeft des auszahlenden Postbeamten wert sein, die bei jeder dieser Rentenzahlungen entsteht? Wenn man sein Ge- halt pro Arbeitsstunde auf 400 000 bis 500 000 M. schätzt, kommen auf die Minute 7000 bis 8000 M. Wir glauben nicht, daß er weniger als zwei Minuten zur Abfertigung jedes Rentners braucht. Dann kostet die zur Auszahlung von 10 000 M. er- forderlich« Arbeit sehr viel mehr als der Betrag der Rente selber. Ist das nicht Tollheit? Vom 1. September ab steigt die Zulage, so daß rund 40 000 M. gezahlt werden. Dafür kann man aber heute nur noch drei Martenschrippen kaufen. Schwer begreiflich ist den Rentnern die Geldentwertung. Aber noch schwerer begreifen sie, daß trotz Geldentwertung sie mit so erbärmlich nied- rigen Renten abgespeist werden. Ohne die Beihilfe einer Sozialrente, die ihnen die Gemeinde zahlen kann, müßten die meisten Rentner elend verhungern. Di« Sozialrente wird auf An- trag, der an die Sozialrentnerfürsorge der Gemeinde(in Groß- Berlin vertreten durch die Bezirksämter) zu richten ist, Bedürftigen gewährt, wenn nicht von unterstützungspflichtigen Angebörigen für sie gesorgt werden kann.__ Monte itarlo im Schufterkeller. Ein Znfallsfang der Polizei. Durch anonyme Anzeigen war die Polizei wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, daß in einem Schuhmacher- kell er in einem Hause der Dennewitzstraße, den der Maler Johann Chudzinski mit seiner Ehefrau bewohnt«, Nacht für Nacht ein umfangreicher Spielbetrieb herrsche, zu dem die Spieler scharenweise ein- und ausströmten. Die angestellten polizeilichen Ermittlungen blieben ergebnislos, so daß die Anzeigen als jeder Grundlage entbehrend beiseite gelegt wurden. Kurze Zeit darauf wurde das geheimnisvolle Monte Carlo im Keller durch einen merkwürdigen Zufall doch aufgestöbert. Im Januar d. I. wollten Sicherheitsbeamte früh morgens zwischen 4 und 5 Uhr in demselben Hause eine Verhaftung vornehmen, konnten aber die Wohnung der gesuchten Person, die übrigens mit dem Spielklub nichts zu tun hatte, nicht finden. Sie wollten nun den Portier herausklopfen und sich Auskunft holen. Auf der Suche nach der Wohnung des Portiers sahen sie, daß aus einem Raum im Kellergeschoß Lichtschimmer herausdrang und hörten auch das Stimmengewirr zahlreicher Personen. Auf ihr Anklopfen wurde es plötzlich still. Als sie aber auf die Frage, wer denn dort sei, antworteten:«Hier Polizei", begann in dem Kellerraum ein allgemeiner Aufruhr, Tisch und Stühle wurden ge- rückt und die Beamten tonnten wahrnehmen, daß man hin- und herlief. Si« klopften nun nochmals energisch, und da wurde ihnen höhnisch zugerufen:« Versucht doch hereinzukommen, wenn Ihr eine kalte Abreibung haben wollt!" Der ganze Vorgang kam den Polizeibeamten höchst verdächtig vor und sie begaben sich auf die Straße, um von hier aus durch den Haupt- «ingang in den Keller einzudringen. Nun machten sie die Wahr» nehmung, daß schon die Besucher des Kellers diesen verlassen hatten und beim Erscheinen der Beamten schleunigst enfflohen. Einige Leute gelang es noch zu ergreifen und diese hatten sich nunmehr gemeinsam mit dem wegen Veranstaltung verbotenen Glücks- spiel s angeklagten Ehepaar Chudzinski vor dem Schöffengericht Schöneberg zu verantworten. Die Spieler setzten sich aus den ver- schiedensten Gesellschaftsklassen zusammen. Rechtsanwalt Dr. G r o ß- mann bestritt die Oeffentlichkcit des Glücksspiels und ebenso den Nachweis, daß die Mitangeklagten, die auf der Straße angetroffen worden waren, cm Spiel teilgenommen hätten. Bei zwei Auge- geklagten glückte auch dieser Einwand, und sie wurden freigesprochen. Das Gericht nahm aber an, daß«in öffentliches Spiel stattgefunden habe, weil sehr viele Leute dorthin gekommen wären, die teilweise untereinander gar nicht bekannk waren. Außerdem war auch nach- gewiesen, daß Getränke gegen Entgelt verabfolgt worden waren. Chudzinski erhielt sechs Monate Gefängnis, seine Ehefrau ein« Million Mark Geld st rase, die übrigen Mitspieler wurden ebenfalls zu Geldstrafen verurteilt. Gpfer eines tollen hunöes. Hundesperre bis zum t. November. In Reinickendorf wurde eine Frau von«inem toll- wütigen Hund gebissen und starb im Krankenhaus am Süd- ufer unter den Folgen dieses Bisses. Die örtliche Polizeibehörde hatte rechtzeitig angeraten, daß sich die beftefsende Familie sofort der Schutzimpfung unterziehen sollte, zumal nicht nur die Frau, fondern auch deren Mann Md Kind von dem tollwütigen Hund, der bald daraus verendete, gebissen worden sind. Dieser be- dauerliche und zweifellos vermeidbore Todesfall z«igt, wi« notwendig es ist, daß in der jetzigen Zeit der T o l l w u t l e u ch e bei jeder Bißwunde sofort die Schutzimpfung vorgenommen wird. Im Zusammenhang hiermit hat der Polizeipräsident von Berlin die Hundesperr«, die im Maulkorb- und Leinenzwang be- steht, bis zum 1. November verlängert. Nach wi« vor besteht für jeden Seuchen- od er Verdachtsfall An- zeigepflicht. Es sind in den letzten Monaten zahlreiche Per- fönen von tollwuttranken oder oerdächttgen Hunden gebissen worden. Viele der Verletzten haben sich sofort der Schutzimpfung im Institut für Infektionskrankheiten unterworfen. Die Zahl der dort Behan- delten hat in den Monaten Mai, Juni und Juli 100 und mehr be- tragen, und zurzeit sind noch etwa 100 Personen in Behandlung. Gaben der Laubenkolonislen. Di« Kolonie„Edelmut" am Bahnhof Pantow-Heinersdorf, die in jedem Jahr, sowohl zur Ernte- .zeit, als auch um Weihnachten Arme der Gemeinde Pankow mit ihren Ernteerzeugnisfen beschenkt hotte, hat auch in diesem Jahr 25alt« Leute bei ihrem Erntefest bewirtet und mit Feldfrüchten beschenkt. Auch die Kolonie„G u t L a n d I" hat 15 Bedürftige mit Ernteerzeugnissen bedacht.— Es ist erfreulich, daß dieser schöne Brauch der Laubenkolonisten in so anerkennenswerter Weife Schule macht. Die Sturmwetterjchäöen in üer Norösee. Zahlreiche Schisse ia Seenot. Der schwer« Sturm, der am Donnerstag und Freitag über Nordwestdeutschland tobte, und der auch in Homburg Schaden an- richtet«, hat sowohl auf der Nordsee als auch in Hamburg manches Opfer gefordert. Der Dampfer„Kaiser" hat vor Helgoland Anker und Kette verloren. Der am Mittwoch von Ham- bürg nach Newcastle abgegangene Dampfer„Duisburg" ist mit Seeschaden nach der Elbe zurückgegangen. Auf H e l- g o l a n d hat der Sturm an der Nordfeite der Düne erheblichen Schaden angerichtet. Der Fischkutter H. S. 71 ist auf der Düne gestrandet. Di« Mannschaft konnte gerettet werden. Auf ein Notsignal des F i s ch- C v e r s H. S. 59 wurde dessen Besatzung durch ein Helgoländer Rettungsboot an Land gebracht. Gestern morgen sind mehrere Bergungsdampfer in See ge- gangen, um einem in Seenot befindlichen Dampfer beizustehen. Aus den Halligen hat sich der Sturm zu einem richtigen Orkan ausgewachsen-, die hohe See durchbrach an vielen Stellen die Deich«, wodurch die Hallig« auf weite Strecken hin von der Sturmflut überschwemmt wurden. Zwei Schuten, die sich im Schlepptau eines Dampfers befanden, fmd gesunken. Auf dem Festland drang das Wasser in der Nähe einer 5)öh« bei Husum d u r ch d i« D e i ch«: die Feuerwehr mußt« alarmiert werden. Aus der Insel Sylt hat das Unwetter an den Dammbauten Schaden angerichtet. Die Eisenbahn st recke Husum— Rendsburg mußt« für den Berkehr gesperrt werden. Das Wasser bedroht be- reits den Eisenbahndamm. Sehr schweren Schaden hat der Sturm auf den von England mit Kohlen nach Hamburg unterwegs befind- lichen Dampfern„F e r n h i l l" und„H o r f e h e r r y" angerichtet/ Von Helgoland wird noch gemeldet, daß dort der Seedampfer„F r i ,, fia 3" an der Düne gestrandet und schwer beschädigt worden sei._ Das Enüe ües Nhön-Segelflug-wettberveebs. Nach vierwöchiger Dauer ist der Rhön-Segelfluq-Wettbewerb nunmehr zu Ende gegangen. Wenngleich der Wettbewerb durch die Wilterungsverhältnisse stark beeinflußt wurde, die Flüge von größerer Dauer nur an wenigen Tagen zuließen, so kam doch ein Streckenflug von 12 Kilometern zustande, und damit wurde der Weltrekord überboten. Gegenüber dem Vorjahre sind großar:ig« L e i st u n g e n erzielt worden. Der wesenttichste Fortschritt ist in der Schaffung hochwertiger Maschinen zu erblicken, die bisher im„Strolch" und im Darmstädter„Konsul" ihre höchste Vollkommenheit erreicht haben dürften. Di« besten Mo- schmen bleiben auf der Kuppe. Ihre Führer wollen günstige« Der- hältniss« abwarten. Leider hat der Donnerstag ein Todesopfer gefordert. Die Flüge wurden während eines Sturmes unter- nommen, bei dem sich nicht einmal die hier cmwcsendm Motorflug- zeuge in die Lnft wagten. Der jung« Pilot Standfuß der Er- furter Gruppe wurde in ein Tal abgetrieben. Sein Apparat über- schlug sich bei der Landung und geriet in«inen Sumpf. Der junge Pilot erlitt eine Gehirnerschütterung und innere Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus geschafft, wo er starb. Die Leitung der Rhön-Segelflüge widmete dem Toten einen Kranz, in dem die Pilotenhaube eingeflochten ist._ Yokohama zerstört. 3n London sind au» Tokio Nachrichten eingelaufen, wonach die Stadt Yokohama durch ein furchtbare« Erdbeben fast völlig zerstört worden ist und furchtbare Brände wüten. Vorträge, vereine unü Versammlungen. ltriegSi>»fcr deS Internationale» Bunde?. DlenStas. i. Sevtembr. abend» 7 Übe, im GewcrlscbaftsbauS. Sngeluter 24/25. allgemeine FuiikttonSrkonterenz. Da wtidtige Tagesordnung, ist Erscheinen siimllicher FunktionSre Pflicht. RebcijU.ÄbsIine«te».?und, Griwve Nordosten. Montag 714 Uhr Bezirksamt Danziger Strafte 04. Hof lin» Z. Stock, Zimmer Sil:„D i e Jnter- national« abstinenter Sozialiften." Danach Mustlvorträge. 4. September: Arbeiter-ilbstincliten-Bund.»btcilnng Mitte: Zusammenlunft in der Schnle, Bipsstrabc 2Z». FedcS Mitglied«nnft unbedingt erscheinen. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den i. September. 1. Rennen. 1. Narr(Mate), 2. Hanswurst(Quade), S. Lilienstein (Saager). 4. Schmicki II(Stiel an). Tceto: 59:10, Play: 16, 16. 12:10. Ferner liefen: Charleyj Eoustn. Bnrgrftter, Glückstaub«. Blautop az, Märchen, Falk«. 2. R« n n« n. 1. lkaylet(Oerttl), 2. Flaggense«(Unterholzner), S. Tenlstrw(Mate). 4. Eibmete(Thalecke). Tot.: 57:10, Platz: 17, 16, 44:10. Ferner liefen: Fliegender Holländer, ParioN. Gcldulf, Idol, Kunstwart, Cicero 11, Oper, LehnSgraf, Tribälidot. 2. Rennen. 1. Jlberstcdt(V.Borke), 2. Diamant(v. FalkenhauS), 2. Primadonna(K. v. Westerhagen), 4. Zllarid V.Herder). Tot.: 47:10, Platz: 22, 22:10. Ferner liefen: Notopfer. Poet. 4. Rennen. 1. Colberg(Edler), 2. Oftflucht(Oertel), 2. Wellcn- brecher(A. Stolpe), 4. Sommerslor(Bismark). Tot.: 24:10. Platz: l9, 41, 41: 10. Ferner liefen: Cer«z, General, FamoS, Tiplomati«. Eichivald, Abenteurer. 5. Rennen. 1. PattocleZ(Olejnik). 2. DaruZ(Janke), Z. Hansa(H. Schmidt), 4. Sans Atout(Tarras), 5. Lorette(Staudinger), e. Barde» Bruder(Ebcrt). Tot.: 20:10, Platz: 14. A, 19:10. Ferner liefen: Galopp. Mitter wurz«r, Neptun,«depta, Astra. VteMitz, Cyprns. 6. Rennen. 1. Mnd(v. Herder). 2. Herrro(ti. Falkenhayn), 2. Minor(Hr. König), 4. Pcrbi v. Borke). Tot.: 22: 10, Platz: 16, 17: 10. Ferner lief: Flugschrift. 7. Rennen. 1. Rose(Oert«l), 2. Spiritist(Eilbhorn). 3. Schlosser (Mate), 4. Ellen(Streit), 5. Caesar II(Männchen). Tot.: 52:10, Platz: 16, 15, 33:10. Ferner liefen: Roma, Atalanta, Heldin, Seheimbv', Papiermark, Saul, Elcorte, Eisenkapp«. Mus öer Partei. Organisakionsbeschlüsse über die Politik der Partei. BtnunfdjKKig. In seiner letzten Sitzung nahm der Vezirksvor- stand der BSP. des Freistaates Braunschweig Stellung zur politi- schen und wirtschaftlichen Lage. Nach eingehender Aussprache kam der Bezirksvorstand zu folgendem Ergebnes: *1. Die große Koalition ist eine schwere Belastung der Partei. Da die Mehrheit der Reichstagsfraktion und des Partei- fmsschusses sich hierfür entschieden haben, tragen sie die volle V?r- antwortung gegenüber der Gesamtpartei. 2. Der Bezirksvorstand erwartet, daß nunmehr mit aller Beschleunigung das von der Reichstagsfraktion aufgestellte Mindest- Programm in die Tat umgesetzt wird. Z. Der Bezirksvorstand ersucht die Mitglieder, mit voller Hin- gäbe sich in den Dien st der Partei zu stellen und werbend für die Parteipresie zu arbeiten. Nicht ein Mitglied darf der Partei verloren gehen. Sollten die Hoffnungen, die die Anhänger der großen Koalition auf die jetzige Regierung gesetzt haben, nicht in Er- fllllung gehen, muß die Partei geschlossen dastehen, um dann mit größter Energie, frei von jeder Hemmung, die neuen schweren Kämpfe erfolgreich zu bestehen. 4. Me"Versuche der„Ledebourianer" und„KVDisten", die gegenwärtige Situation für sich auszuschlachten, müssen an dem eisernen Widerstand unserer Mitglieder scheitern. Wir sind Sozialisten und müssen uns mit Stolz dazu bekennen. Bor- übergehende taktische Differenzen in der Partei dürfen nicht gefühls- mäßig behandelt werden. 6. Jede Aufforderung der Kommunisten zur Bildung gemein- samer proletarischer Hundertschaften ist abzulehnen. Ein Sozialdemokrat kann nicht mit Deutschvölkischen zusammen für die Befreiung der Arbeiterklasse kämpfen. 6. Der Absicht, mit Hilfe der Gewerkschaften Hundertschaften oder Betriebswehren zu gründen, muß der entschiedenste Wider- stand entgegengesetzt werden. Die Gewerkschaften haben Wirtschaft- liche Aufgaben zu erfüllen. Ihre Einheit muß erhalten werdcn. Die Zukunft und der Sieg der Arbeiterklasse liegen in ihrer wirt. schaftlichen Macht. Diese zu erhalten und auszubauen, ist der einzige Weg. aus dem jetzigen Elend herauszukommen." Siettin.„Die Mitgliederversammlung der Vereinigten Sozial- demokratischen Partei Groß-Stettins am 24. August 1923 billigt den Sturz Cunos, dessen Regierungszeit dem deutschen Volke unheilvoll geworden ist. Sie erkennt an, daß die Steuerreform, die die Reichs- tagsfraktion der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei gefordert hat, ein erster Schritt auf dem Wege zur Besserimg der Reichs- finanzen und damit zur Bekämpfung der entsetzlichen wirtschaftlichen Lage der Arbeiterschaft ist. Es ist ein Erfolg der Reichstagsfraktion, daß es gelungen ist, ihr« Vorschläge mit Zustimmung sämtlicher Par- teien, eingeschlossen die Kommunisten, gesetzlich festzulegen. Die Versammlung bringt ihre ernsten Bedenken gegen die Beteiligung an der großen Koalition gemäß dem Beschluß der Parteifunktionär« Groß-Stettins am 7. August erneut zum Ausdruck. Sie verlangt daher, daß die neuen sozialdemokratischen Minister und die Reichstagsfrattion mit aller Energie und ohne irgendwelches Nachgeben darauf bestehen, daß das von der Reichstagsfraktion am 11. August aufgestellte Minde st Programm restlos durch- geführt wird. Die Stettiner Parteigenossen machen ihre weitere Stellungnahme von der Tätigkeit unserer Genossen im Kabinett Stresemann abhängig. Trotz der schweren Besorgnisse, die die Versammlung zur Taktik der Partei in der Frage der Koalition hat, darf die Vereinigte Sozialdemokratisch« Partei nicht preisgegeben oder geschwächt wer- den. Die Versammlung erwartet von allen Parteigenossinnen und -genossen, daß sie sich als Demokraten ebenso dem Beschluß der Fraktionsmehrheit fügen, wie es die iozialdemokratischen Reichs- , tagsabgeordneten der Minderheit tun. Denn nur durch Einheit und Geschlossenheit der Partei werden wir unsere Kämpfe mit Erfolg bestehen." München. Eine Mitgliederversammlung der VSPD. Münchens nahm am 23. August mit großer Mehrheit folgenden Beschluß an: „Die außerordentlich« Mitgliederversammlung der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Münchens hält die Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regierung Stresemann nur dann für trag- bar und im Interesse der Republik, der Demokratie und der deuffchdn Arbeiterklasse gelegen, wenn innerhalb kürzester Frist folgende For- derungen Verwirklichung finden: A. Rascheste Durchführung der beschlossenen Steuervorlaqen, Grundsätzliche und radikale Steuerreform mit dem Ziel der Er- fassung der Sachwerte. Auf dieser Grundlage: 1. Beendigung des Ruhrkonfliktes durch Vorhand- lungcn mit den unmittelbaren Besatzunosmächten und der Gesamt- hcit der Reparationsgläubiger. 2. Ersetzung des Reichswehrministers Dr. G e ß- l e r durch«inen zuverlässigen Republikaner. 3. Reichskanzlei und Presseabteilung der Reichsregierung müssen mit zuverlässigen Republikanern besetzt werden. 4. Brechung des Monopols der zünftigen wilhelminischen Di- plomatie auf die auswärtigen Vertretungen des republikanischen Reichs. Unter keinen Umständen darf von der Partei zugelassen werden, daß ein offener oder verkappter Monarchist als Botschafter nach Paris kommt. G. In der Frage desVerhältnisseszwischenBayern und dem Reich« darf es in Zukunft keinerlei Konzessionen mehr geben. Jeder Widerstand Bayerns gegen die rettenden Finanz- maßnahmen des Reiches muß von der Sozialdemokratie rücksichtslos gebrochen werden. Die Befreiung der politischen Gefangenen, ins- besondere Fechenbachs, muh endlich ohne Zögern in die Wege geleitet werden. � �. Wenn die bürgerlichen Parteien das Wesen der Regierung Stresemann darin sehen, die notwendigen Sanicrungsmaßnahmen zu sabotieren, darf die Sozialdemokratie keinen Tag länger in der Regierimg bleiben, sondern muß im geeigneten Augenblick mit einer entscheidende« Porole an die Volksmassen appellier« n." Dazu wurde noch nachstehender Zusatz übe? die D e m o k r a t i. fierung der Verwaltung angenommen: „Die leitende Bureaukratie im Reich und in den Ländern sieht ihre Hauptaufgabe in der Sabotage oller Maßnahmen einer repu- blikanischen Regierung. Solange der Verwaltungsapparat in ihren Händen bleibt, ist die Innen- und Außenpolitik ohne jede Aussicht auf Erfolg. Die leitende Bureaukratie ist die stärkste Schutztruppe der großkapitalistischen und groß- und kleinagrarischen Kreise." Dortmund. Ein« am 25. August tagende Mitgliederversamm- lung nahm eine Entschließung an, in der sie sich„mit dem Eintritt unserer Genossen in die Regierung in dieser Zeit einverstanden er- klärte, weil durch den Weiterbestand des Kabinetts Cuno die Lag« im Innern und das Berhältnis mit den Ländern der. Entente noch ungünstiger geworden wäre und für die arbeitende Klasse nur weiter« Nachteile enfftandcn wären. Die Versammlung ersucht die Fraktion, den Reichswehr minister Geßlerzur Nieder- lcgung seines Postens aufzufordern, weil er das Vertrauen des arbeitenden Volkes nicht besitzr. Unter seiner Amtstätigkeit hat sich die republikanische Reichswehr zum größten Teil zu einem Instru- ment der reaktionären Parteien entwickelt und nicht zur Beschützerin der Republik." Die Entschließung wurde durch folgenden Zu�tz erweitert:„Die Bersommlung betrachtet es als selbstverständlich, daß die Fraktion ihre Beteiligung an der großen Koalition dazu benutzt, mit allen Mitteln auf die Durchführung der von ihr aufgestellten Forderungen hinzuwirken. Sie wird dabei auf die Unterstützung der gesamten arbeitenden Bevölkerung rechnen können." stoburg. Die Stimmkreiskonfercnz der Kreise Koburg I und II und Lichtenfels, die am 2. August in Cortendorf abgehalten wurde, behandelte die Frage des Eintritts der Sozialdemokratie in die Reichsregierung. Sie stellte sich nach eingehender Aussprache ein- mütig„hinter die aufgestellten Forderungen, die zum Eintritt in die Regierung führten, und erwartet, daß dieselben mit Energie und Konsequenz zur Durchführung kommen". Brandenburg. Die Parteivercine Brandenburg, Rothe- no w und Beelitz(Unterbezirk Brandenburg-Westhaoelland-Zauch- Belzig) haben in Mitgliederversammlungen zu der politischen Lage Stellung genommen. Nach lebhafter Aussprache wurde in allen drei Versammlungen e i n st i m m i g«ine Entschließung angs- nommen, in der das Verhalten der Reichstagsfraktion und der Ein- tritt in die Regierung Stresemann gebilligt wird. In den drei Versammlungen wurde die rücksichtslose Durchführung des sozial- demokratischen Steuer- und Sanierungsprogramms gefordert. Achtung! GenoOmmn Achtung! Konferenz aller Fnnktionärinnen Miltwoch, den 5. September, abends pünktlich 6 Ahr, im Zugendheim, Lindenflr. Z, 2. Hof 3 Tr. Tagesordnung: die Minterarbelt. Referentin: Gen. Minna Toüenhagen Aussprache.— Rote Funktionärkarte und Mitgliedsbuch legitimieren.(Türkontrolle 5. und 6. Kreis.) Zilmstha«. Die verfilmten„öuööenbrooks�. Taucnhien-Valast. Thomas Manns bekanntester Roman„Die Buddenbrooks', der seinen Rubm begründete nnd dauernd erhält, hat nun auch nicht mehr dem Schicksal entgehen, können, verfilmt zu werden. Tie Gefahr, die solcher Verfilmung droht, daß eln großer Komplex und eine lange Folg« von znstäNdlichen und seelischen Entwicklungen in ein« knappe nnd sich steigernde Handlung umgesetzt werden mutz, ist hier zum Teil vermieden. Die Be- arbeitet haben nur einen Teil des Romans herübergenommen und auch diesen möglichst konzeniriert und in spannende Handlung verwandelt. Ans dem Verfall der KmrsmannSfamtlie, die bei Thomas Mann sich durch eine Reihe von liienerationen entwickelt, ist nur eine Generation herausgegriffen, die vorletzte. Thomas Buddenbrook und fein Schicksal stehen im Mittelpunkt, seine Konvenienzehe, die neues Kapital ins Ge» sckiäft bringt, die erste große verfehlte Speknlatton, der Fall seines Bruders Christian, der als Genußmensch versinkt, das Unglück mit dem Schwager Grünlich, der zum Fälscher wird, und als Fazit aus all diesem der drohende Bankerott und der Zusammenbruch der eigenen Ehe bilden den Inhalt des Films. Der Ausgang, der im Originalroman ins Tragische verläuft, wird hier umgebogen in ein„Ende gut, alles gut': der Schwiegervater rettet vor dem Bankerott und die Frau wird neu ge- Wonnen. Die filmische Ausgestaltung konnte in den malerischen Schönheiten des alten Lübeck weidlich schSpfen. Der Hafen und die Speicher mit dem Korn und Mehl, das prachtvoll monumentale Holstentor, die Marienkirche, die schönen alten Fassaden— alles das wurde lebendig und in schöner Bildlichkeit vorgeführt. Mit sehr viel Feinheit und Geschmack waren die Jnneuräume gestellt. Es gab wicklich ein Bild eines Lübcckschcn Patrizier- lcbens aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts. Sehr wirksam war die Jahrhundertfeier des Hauses gestaltet. Eine kleine Uebcrraschung, selbst für das verwöhnte Berlin, war das trabende Pferd, von dem man nur ! im Ausschnitt die rennenden Beine zu sehen bekam. Unter den Tarstellern ragte Peter Esser hervor, der eindringlich den ganz w Geschäften nnd Sorgen ausgehenden Thonras verkörperie. Eine sehr charakteristische Figur bot Alfred Abel, der mit spitzigen Zügen den Lebemann Christtan vortrefflich traf. Auch der Grünlich Arthur Roberts war«ine gute Charge. Mady Christi aus verlieh der Gerda Thomas einen stolze» Zug innerer Haltung._ 6. „Komödiantenmidel", ein Mm, den die Richard-Oswald- Lichtspiele als Neuheit präsentieren, gehört in die Zeit, wo es noch keine Lichtspieltheater gab«nd der Film auf den Numnrrlplätzen zu Hause war. Damals wurde eben einzig das bewegliche Bild ans der Leinewand gewertct. Heute aber verlangt man mehr, heute kann man Ansprüche stellen. Jedoch gehört das Koinödianteninädel, das noch nicht einmal gut vorgesübrt wurde, zu einer solchen Sorte von Filmen, an die überhaupt kein Maßstab zu legen ist. Die.Handlungen sind ins Schmierenkomödianien- tum verlegt. Aber von der sich einem nahezu aufdrängenden Ausnutzung der Situaiionskomik oder von einer das Publikum belustigenden Jroni- sierung findet man auch nicht die leiseste Spur. Rur die Darsteller, mit Ausnahm« des Komödiantenmädels. aehGren auf die Schmiere. Und dieser Film kommt aus Amerika. Führt man bloß amerikanische Filme «in, um demonstrativ zu zeigen, daß die deutschen besser sind? Wie dem auch sei, selbst mit Havcnstein-Rnbel ist dieser Film zu teuer bezahlt. o. b. „Jlonw', ein technisch sehr guter Film, winde im U.T. am Kur- s ü r st e n d a m m nransgeführt. Di«.Handiung spielt in einer kleinen ungarischen Ortschaft; durch prächtige Laudschasts aufnahmen und unter geschickter Verwertung der Kostllmfreudigkeit wird dem Auge recht viel geboten. Das Manuskript erzählt von einem Grafen(ohne den geht's kaum im Film),' der bei einem Erntefest die wilde Ruschka zu seiner Geliebtcn macht. Am andern Tage erhebt ein eifersüchttgcr Bauernbursche die Faust gegen ihn. er aber schlägt den Angreiser nieder, der besinnungS- los liegen bleibt. Eine Zigarette, die der Gras in der Sluftegnng achtlos in einen Heuhaufen geworfen hat, setzt diesen in Brand, wodurch der Nebenbuhler seinen Tod findet. Dieses Ereignis treibt den Grasen ruhe- los durch die Welt. Als er zurückkommt, findet er in Ilona, der Tochter der verstorbenen Ruschka, sein Kind. Ilona wird von dem schnrkischen Neffen des Grasen verführt nnd brutal behandelt. Als sie eine gute Partie machen kann, möchte der Verführer zum Erpresser werden. Da will ihn der Empört« mit der Reitpeitsche schlagen, tötet ihn jedoch ver- sehentlich. Ilonas Jugendfreund ist bereit, die Schuld auf sich zu nehmen. Da merkt Ilona, daß er sie liebt und seine Liebe wird belohnt, indem Ilona ibm die Hand reicht. Der Graf aber läßt an der Stell«, wo sein Nebenbuhler durch ihn den Tod fand, eine Kirch« bauen. Das ist alles ganz rührselig und nett; der gut? Ausgang erfteut uns und stimmt zu- afcitfi ffcptifdj. Lyn de Pulli sieht immer sehr gut aus. Namentlich wenn sie so recht rüdig herumtobt und tollt ist sie ganz allerliebst. Robert Dineson, der Regisseur, hat viel Gcsälligkeiicn hineingearbeitet, doch sind die ersten Akt« etwas schwerfällig, die Spannung setzt erst in den letzten ein. o.b. Der Film„Die Ruhrschande" wurde von der Ufa für ihren Verleih erworben. Groß-öerliner parteinachrfchteiu VeiZevgW. Ä! Die kunkMMg m derWvnMnerM lung erscheinen. 5. Kreis. Friedrichshaia. Montag, den 3. September, Sffcntlrche Veamtenvcr- semmlimg 7 Uhr in Schmidts 0WaschaftLh>» �.r IMWMMl Gr. MsZSielkW Volksbühne 8 Uhr; SowrDftktstragm Theater I. d. KönlggratzerStr. Heute u. Mo., Di, Do. u. Sonnafc. t W.: Der Cioffii Giltst Mittw. u. Freit.; Ans Leben d. Ins dtten BerlinerTh. 7.30 U.; Mädi Deutsch O�irntlaus Abends i'/aUhr; Lohe■ g r I n Große Vslkstpsr imTheat d. Westens Vit- DieFlederctass Intimes Theater S: Diplomat im Dienst D bleut Fjjam«»tc Metrepol-Theater Letzt. Vors tellangen 8 U.; Die Sckinste der Praaea Neues thoat.a. Zea s Uhr; Leikkatscber des Friderlcns Res Sonnab.,».Sept.. Eröffnung der Winter- Spielzeit. Von 5—7 Renaissancc-Yhsat. 8 Uhr; Die Jadea Wallner-Theater KU.: Die toUe Lala Musik v. H. Hirsch ßcidiskallefl- Thcater Tägl. IV, U. M.Säistr. € 2V,: Weh dem. ■ ISgl vu Uhr: Und das Licht scheinet in der Finsternis tessins-Th. Heute bis Donn. T'/j Wie Kraöi geilt Mer des Ostens vi, Uhr: Verheiratete Jonggesellen Thtafir im fldmitalspalast Freit. 7. Sept. 7 Uhr zum 1. Male: Drunter».drüber lern. MM-Iti Allabendl. 7i/,: Der finti-PwinMi Casino-Tbeater SU. Die SU. nsnen Reichen fi. Kottb.Tor lUßdi 7'/.llli, ' 1, Simitag nath- 5 Kittel Z Uhr; [ELITE- Sisger Das sfiße Mädel MGoiklt WAUeW Raachen erstattet! |£ Besth.-S. 8..i.Stg.,5.Stjt.l0. Zwei heitere Abende PC !i lum M r Zr Hoste« iet MtffstnSMc o.üjuk JKart.b. Bote& Bock, Werth Abdk B LunaPaRK Ab 2 Uhr vpllcr Betrieb, Feuerwerk Heilt« letzter Tag der Saison! Bis 6 Uhr halbe Eintritts« und| AftrabtSnnspreise 2 NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN »COIUMBUS« das größte und scfinzUstc Scfaiff der deutschen Handelsflotte ,JSr :f'•■'•; 'Mßv-Mr-k.'-"v� v.-tS-'%■ fcLi- M,***■.'I&'A --V�V.;v. t-vL«-■\. f y-•• -v � .7*-u■: r. BREMEN-NEWYORK Kostenlose Auskunft NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN u. sämtl. Vertretungen MMAsW Viifs h HHp grSIto Nach- jBfZa» ülir m.tlsa. Kabaratt Das grölte Nach ibittäg- Kabarett 5 IL» tu müi«njationell« (rar Variels- Programm Orale Biar-Abterlung Montag, Z. September nachmittags 2 Uhr In Berlin W 8: Norddeutsch. Lloyd, KaJQten- bureau Berlin, Unter den Linden I(Hotel Adlon), In Berlin NW 40 t Generalvertretung: F. Mon- tanus, Invalidenstr. 93, In Berlin W•: Transatlantisches Reise- und Verkehrsbureau, Budapester Straße 5, In Berlin W 8 1 Weltreisebureau.Union* Unter den Linden 22. S Berliner ockbranerei Belle-AIIiance- Ecke Fidicinstraße. Jeden Dienstag, Freitag, Sonntag Mass. KaGarefl I Anfang 8 Uhr Pa I o# I Fofsdamer Str.19| Ede Margaretenstr. Uraufführung! Cooper, Isterbo� lunstlerspiele Sorrent | Hodibalin-Station Sdilesisdies Tor| Das große Septembers Programm mit Heinz Jurock 1 Deutschlands bester Komiker 1 WeistErtiom 5 Akte aus dem amerik. Boxerleben Beginn 7 und 9, Sonnt. 5,7 u 9 ü. 7 Attraktionen Große Bierabteilung 'MteM«! Ceitral-Tbeater leMen!«� In der Alten JahobstraBo 30/82 Feldstecher, feldgraue, 0,8, HSchstzah. lend. Frank, Blücherstraße SS.' k�riedricllst. 6V Ecke Leipziger Sir. Vsrisls/ Kabarell inHeltereSpleleu. Margaretensaal Abends 7*/i Uhr Das grofie ( September- Progr Maria Zeienka i Alfred Läutner Lena Düveke Dreliers lljunspiile Lorring-Balictt Rob.MeiSner Frcese Lucie Glttner 2 Hages ! 4l/z Btr HidaL-Tintß. Glimmer, Mikanit, auch Bd- fälle, kaust(38/18| Stcwplatz 1287«. CarbUl- Lampen sind im Gebrauch billiger als Gas. Billige Lampen una Carbid liefern, solange Vorrat Zadier S Sdiidit, ZinstiaSe63 j Porospr. Dönhoff 8539. tBolbgcfbe Orient- ! Zigaretten| dicke Formale, oh. m.®. Rar«argen 8— 4 Ilhr. Nnr an Wieder verkanter; ! SpejialÜO SKtH., Delikat« Mill ,1 \ Goldriefe 30 MilL(DoppelformoyJ QlltiieKt Flgarette afabrlk Köpenick er Straße 7». >l!iiil dKMin tazliimiziiiii für unsere Leser, sie ishlen für eile Plihe Täglich 8 Uhr nur V- des Kassenpreises! Sie p» IlMi Täglich 8 Uhr Operette in 3 Akten In bester Besetzung Gültig r. I. bis inkl. Sennlig, 9. Sept., für 1—4 Plätze ROYALMAILLINE Die Ksnigl. Englische Posfdampfer- Linie degrllndet 1889 Bejelmäß. beschleunigter Pest-, Passagier- and FruWiarnpferiienst HAMBORG- NEW fORK M P. D.„Orca" IS. Sepikr. 24. Oktbr. " P. D.„Ordinna" 26. Sept. 31. Okt. . P. D.„Olli«" 3. Oktbr. 7. Nov. | P. D.„Orbita".... 10. Oktober Fahrpreise HAMBURG-SOUTHAMPTON: I. Klasse£ 5, Kajüte n. II. Klasse£ 3.10 s. BRASILIEN- LA PLATA von Sonthampton und Cberbonrg 1 P. D.„Arlanza".. 14. September P.-D.„Avon"... 26. September AnsehlttBdampfer von Hamburg. Nähere Auskunft erteilen: ROYAL MAIL LINE HAMBuaa AlsferAamm 39 BIRLIN Caler dea Linden 17-18 sowie für Passage: Brasch& Rotbenstein, Berlin linier den Linden 71 iii!:"....... 1„iiiJai Aenderungen vorbehalten fcfli:!- Hermann Engel Landsberger Straße 85-86-87 Mi matt SM m Mlel-MWw-VM! Reinwollene ShevtoMeider in marine« bt-u SrMassigeGabardmekleiderTre� Cheviotlostume in marine, ganz gefüttert... Schwerer Mnter-Wer prima Onaut°t.. prima Ezskimomantel in marine m. Lacestkpperei Sportröile in grau Donegal......... 10850000 32200000 44640000 19840000 53320000 1984000 Großer lefbwäsdie-, BefhvSsdie-, lisdiwäsdie-». Aossleuer-Verhani nur bester Qualitäten sehr billig Große Auswahl in Teppichen, Gardinen und Stores zu auoerordcnllldi biiiiden Preisen n ES HAMBURG-AHERIKA LINIE UNUED AMERICAN LINES Kich NORD-, ZENTRAL- UND SÜD- AMERIKA AFRIKA, OSTASIEH USW. Billige Bcfördenrac über deutsche und ausländische Hafen.— Hei» vorragend« III. Klasse mit Speise» und Rauchsaal. Erstklassig« Salon» und Kajütendampfer. Elwa ivßch entliche Abfahrten von HAMBURG NACH NEW YORK Blsenbahnfahrlcftrto« zu Schalterpreisen. Za» sammen stell b. Fahnebein« hefte für das In» und Ausland Schlafwa�eBpIXtce Bettkarten für deutsche und für internationale Schlafwagen RcdsegepSckversIche- rung ohne Zoitverlnst za güo» sägen Bedingungen, auch für Übersee Luffverkebr Rundflüge, ReUameflüge, Brief» u. Fakctbcfordctung Auskünfte und Drucksachen durch HAMBURG-AMERIKA LINIE Hamburg und deren Vertreter in: BERLIN W 8, Un». d. Linden 8 Pattdamer Platz 3 und Leipziger Str.(Kaufhaus Tietz), Frachtausklnfte erteilt das Sehiffsfrachtenkontor Q m.b n BERLIN Wi, Um. d. Linden 8.' Zum Monatsbeginn billige Verkaufstage I Oeckbettbezflge...... 6360 t. Bettlaken.........«000 1- Inlett»..... V.....11800 7. Wäschestoffe, Oancehifocken, Tiech- wlschä, Frot1i«rwl»ch«,Heherschl»j- lakea, Uamaet and HandtBeher FabriVpreiaal FabriVpreiae I Reell« facbmänBiacbe Bedienang Gräfesfraße 39(Hasenheide) Brunnenstr.10(Rosenthaler PI.) Spandau, Potsdamer Straße 20 Bekanntmacbong! Im Anschluß an unsere Vekanni- machung vom 20. August d. I.(für Barlin-Lichterfelde und Iedlendorf vom SO. August) teilen wir hierdurch mit, daß der sich aus den Kohienureis.n. Frachten usw. ergebende Saspreti 400 000 Mark beträgt. Für den Gasverbrauch, der seit der vorangegangenen, durch unsere Beaus- fragten erfolgten Ablesung� ftatfatfunden l>at und der durch die Wasmciserftand. aufnähme in der Feit vom 2. bis 8. Scp- tember d. I. festgestellt wird, gelangt in unserem gesamten Bersorgungsge- biet«, mit Ausnahme von Grünau, ein Durchschnittspreis von M. 300000 je Kubikmeter,«inschlieiilich Kohlen. und Umsatzsteuer und Miete für Gas. messer und Münzgasniessereinrichtungen. sowie Abgabe an die Gemeinden, zur Erhebung. Dieser Preis ist der Durch. schnitt aus dem eingangs erwähnten Preise von 400 000 R. und den Preisen der vorangegangenen drei Wvdien, näm» lich 4M 000 M., 200 000 M. und 200 000 M. Für den durch die Gosmesserstandaut- nahm« nach dem 8. September d. I. festgestellten Gasverbrauch werden wir etwa notwendig werdende Preisändr. rungän bekanntgeben. Im Interesse einer gleichmästigen De- Handlung unserer sämtlichen Gasadnrh- mer werden wir vom 1. September d. I. ob bei ollen Kunden den Betrog iür den Berbrauch, der seit der vorangegan- denen Standaufnahme stottgesunden hat, sofort bei der Stand. ablesung erheben. Wir bitten in» folgedessen, für Einläsung der Emp- sangsbescheinigungen, die von unseren Peauftragten vorgelegt werden, Sorge zu tragen. Ein« Einziehung der Be» träge an anderer, als der D-rbrauchs. stell-, können wir nicht mehr varneh. men. Unsere Abnehmer, bei denen wir bisher die fälligen Beträge von ihrem Postscheck-, Dank, oder Svarkassenkonta «ingezogen haben, werden gebeten, die Zahlungen ebenfalls sofort bei der Standaufnahme an unsere Dcauftragtcn zu leisten. Die Rechnungen über den bis zur Auguststandaufnahme stattgefundcnen Verbrauch werden, soweit dies noch nickt geschehen ist. im Laufe der nächsten Feit zur Einziehung gelangen. Wir madttn nochniaks darauf aufmerk» sam. d.'.st Poraus�ihlunqen auf Gasvee- brauch nicht mehr entgegengenommeu werden. P e r l i n, den 2. September 1923. Goshttticbsgefcnfchaft, Akticngtfcll» Der Bor stand: E. Körting. N. Nr. Z. St. A. 1. 23, gew. Aul. Die Firma„Neo*. Aktien-G-fellschaft für Seifen- und chemische Produkte, de- abstchtigt die Errichtung einer Seifen- fabrii in Berlin auf dem Grundstücke Torfstrahe Nr. 13.,_ Etwaige Einwendungen gegen dtese Anlage sind bei dem unterzeichneten Stadtausschuh hinnen 14 Tagen, vom Tage nach der Derösscnllichung ab ge- rechnet, schristlich in doppelter Ausser- tigung oder zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Ein- Wendungen nicht mehr erhoben werden. Beschreibung und Zeichnungen der ge- planten Anlag« liegen in unserert Bureau. Berlin C. 2, Waisenstrahe 27, l Treppe, Zimmer Nr. 25, an den Ge- schaftstagen in der Feit von S bis 2 Uhr während der oben bezeichneten Frist zur Einncht aus, Für mündlichen Erörterung der recht- zeitig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Kommissar. Stadtinspcltor Kund«, auf Mittwoch, den 19. September 1923, vormittags 8 Uhr, ebeiibaselV, ein Termin anberaumt, zu dem die Unternehmerin sowie die Widersprechen- den unter der Eröffnung geladen wer- den, dah auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 25. August 1923. Der Stadtausschuh Berlin, A»L I. Schneider, Geschlechtskranke I Btelmt Dr. Dammsnna Heilansteltee laut-, Qesctilechls.. Frauenleiden. Schnßllkur po'iitia"t0�' rotrmerTtr�ten'iJst:.� 9—12, 4—7, Sonnt 10—12. B. Nr. IS. 6t. A. 1. 28, gen. Anl. Sie Firma Gebrüder Blumenthal hat die nachträgliihe Genehmigung zur Er. richtunq der auf dem Grundstücke Ber» liti. Torfstrohe Nr. 34, bereits in Betrieb befindliche» Anstalt»um Einsalzest ungegerbtcr Tierfelle beantragt. Etwaig« Einwendungen gegen diese Anlage sind bei dem unterzeichneten Stadtausschuh binnen 14 Tagen, vom Tage nack der Veröffentlichung ab ge- rechnet, schriftlich in doppelter Ausser» tigung»der zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Ein- Wendungen nicht mehr erhoben werden. Beschreibung und steichnuuqen der qe- planten Anlag« liegen in unserem Bureau, Berlin E. 2, Waisenstrahe 27, I Treppe, Fimmer Nr. 25, an den Ge- schäftstogen in der Feit von 9 bi» 2 Uh« während der oben dezeichneten Frist zur Einsicht aus. Für mündlichen Erörterung der recht. zeitig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Kommissar, Stadtinspcktor Kunde, auf Mittwoch, den 19. September 1923,»»nritfezs» Uhr, ebendaselbst, «in Dermin enberenml,_|it dem die Unternehmertn den anter der W--- den,«ah auch tm ihre» Ausbleiben mit der Erörterun» der Stnwonduitgeti ndereuml,-u dein die sewi« die Widersprechen- GrlfstutnA gelelen werbe! ihre» Ausbleibe; run» der Stnwonduitgei vo�e�ngen. � lta Der Stadtausschuh Berlin, Abt. 7. Schneider. M. Nr. tz. 6t. A. 1. 23, gew. Anl. Herr Reinholt Moger bcabfichtigt dir Aufstellung eines kleinen Federhammers in Berlin auf dem Grundstücke Hoch- strahe Nr. 19. Etwaig« Einwendungen gegen dies« Anlage stnd bei dem unierzeichneten Stadtausschuh binnen 14 Tagen, vom ""le nach der Veröffentlichung ab ge- , net. schriftlich in doppelter Ausfei- tigung oder zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Ei»' Wendungen nicht mehr erhoben werden. Beschreibung und Feichnungen der ge- planten Anlag« Legen in unserem Bureau,«erlin ff. 2, Waisenstrahe 27, J Treppe, FImmer Nr. 25, an den«e- schäftstogen in der Feit von 9 bis 2 Ilde während der oben bezeichneten Frist.'nr Einsicht au». Für mündlichen Erörterung der recht- zettig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Kommissar, Stabtinspeitor Kund«, auf ZMttwsch, den 19, September 1923, vsrmittags 10 Uhr. ebendaselbst, «in Termin anberaumt, zu dem der Unternehmer sowie die Widersprechen- den unter der Eröffnung geladen wer- den, dah auch be! ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 25. August 1923. Der Stadtansschnh Berlin,«dt I. S« aeider. Nr. 409 ❖ 40. �ahrgattg 2. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 2. September 192Z WLrtschcrst Notwendigkeiten. Die letzte Woche brachte«in Wiederaufleben der Baissespekulation in Mark, das auf allen Gebieten des Warenn'.arktes zu katastrophalen Preissteigerungen führte. Der Dollar stieg im Laufe der Woche nach den amtlichen Notierungen von 2.(3 auf 10,3 Millionen Mark, hatte aber am Donnerstag schon einen Stand von 11 Millionen Mark erreicht; die F r c i v e r- kehrskurse rraren zeitweilig noch wesentlich höher. Uebrigens ist diesen Kursen des freien Verkehrs nicht die große Bedeutung beizumessen, die ihnen vielfach angsdichtKt wird. In Zeiten der Unficherheit, wie in der letzten Woche, kommt es oft vor, daß diese Kurse nur„gesprochene" Kurse sind. Das Angebot hielt sehr zurück, und selbst die Nachfrage schrumpfte zeitweilig ebenfalls stark zu- sammen, so daß man die„Preise", zu denen Devisentäufe überhaupt zustande kamen, nicht als maßgeblich ansehen konnte. Di« Umsätze, die erzielt wurden, waren dazu zu gering. Trotzdem beunruhigen derartige Kursschwankungen nach oben den Markt natürlich außer- ordentlich. Als Symptom« des Markwertes können diese gesproche- nen Kurse ebensowenig angesehen werden, wie man etwa von einer allgemeinen Verteuerung der Eier schon dann sprechen kann, wenn nur einzelne Geschäfte die Preise erhöht haben. Viel wesentlicher für die Beurteilung der Mark als diese Kurs« des Freiverkehrs find die Kursbericht« aus dem Ausland. Seit einiger Zeit osröffenllichen wir täglich die Schlußnotierung der Mark in New Pork. chier ergab sich nun fortgesetzt die auffallende Erscheinung, daß die New Porter Markmeldungen wesentlich günstiger lauteten als die entsprechenden Dollarkurs: in Deutsch- land. Daraus geht eindeutig hervor, daß der stärkste Druck zur Senkung der Mark vom Inlandmarkt ausgeht. Da aber auch mit der neuen Steuergesetzgebung und mit der Devisenabgab«� deren Ausführungsbestimmungen bereits veröffentlicht sind, bereits Ber- suche unternommen worden sind, den deutschen Devisenmarkt unter Druck zu setzen und die Devisenhamsterer zum Verkauf ihrer Vorräte zu veranlassen, so ergibt sich daraus der zwingende Schluß, daß dies« Druckmittel eben noch nicht ausreichen, um das ge- wünschte Ziel zu erreichen. Man wird gegen diese Schlußfolgerung einwenden können, daß die Steuern und die Deviscnabgabe noch nicht wirksam sei, daß�auch die Steuern noch nicht in vollem Um- fange eingegangen sind. Dem ist pdoch entgegenzuhalten, daß die Wirkung dwartiger Maßnahmen von der Bors« gewöhnlich vor- weggenommen wird. Es wäre nicht denkbar, daß sich die Aktienkurse in einer einzigen Woche wie in der letzten vervielfachen, und daß der Dollar, an dssen Kursgestallung spekulativ« Momente immer beteiligt sind, derart in die fiöfye schnelllm konnte, rvenn man «rnsthaft mit der Möglichkeit umfangreicher Zwangsverkäuf« am Devisen- und Effektenmarkt in der nächsten Zeit rechnete. Der einzige Vorteil, den die neue Markentwertung für die Reichsfinanzen hat. ist, daß di« Z e i ch n u n g e n a u f d i e G o l d- a n l e i h e in beschleunigtem Tempo und größerem Zlusmaß er- folgen. Diesem fraglos auch für die Wirtschaft nicht belanglosen Vorgang— durch die Goldanleih« Zeichnungen werden erhebliche Beträge Papiermark dem Umlauf entzogen und in die Kassen der Reichsbank zurückgeführt, so daß die Notenpresie eine gewisse Entlastung erfährt— stehen jedoch auf der anderen Seite Nachteile gegenüber, dl: geradezu erschreckend sind. Die Wirtschaflsbilanz, welche der volksxarteiliche Rcichswirtschaftsminister zog, war trotz mancher Irrtümer, die sie enthielt, vernichtend. Die Wirtschaft kann von d«r Geldentwertung nicht mehr leben. Die E«ldent- wertung aber war di« Grundlage, aus die sich die industrielle Produktion in den fetten Iahren der Kriegs- und Nachkriegszeit eingestellt hat. Eine neue Grundlage ist noch nicht geschaffen. Die alte versagt bereits, obwohl noch immer die Arbeilerschaft unter- bezahlt ist, also in den niedrigen Löhnen eine große Gewinn- Möglichkeit für einigermaßen rationell wirtschaftende Betriebe liegt. Obwohl die Dinge so liegen, nimmt Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in gefährlicher Weis« zu. Es ist an dieser Stelle wiederholt dar- gelegt worden, daß bei einer Stabilisierung der Mark die Arbeits- krise sich nicht ganz wird vermeiden lassen. Dann wäre sie auch um etliche Grad« für das Voltsganze erträglicher. D«nn jeder, der nicht von kommunistischer Agitation verblendet ist, würde sich dann sogen, daß eine solche Krise b:i stabilem Markturs die ganz« Wirt- schaft zu gesünderen Verhältnissen überleiten würde. Daß aber der Absatz bei fallender Mark versagt, ist für die gesamte Ar- beiterschast unerträglich. Teuerung allein läßt sich unter manchen Opfern aushalten, Beschränkung der Arb«itsmLglichkeit bei stabilen Preisen auch, Teuerung und steigende Arbeitslosigkeit zusammen bedeuten jedoch die gänzliche Vernichtung der Arbeitskrast, soziale Verelendung ohne Ende. Darum darf kein Mittel unversucht bleiben, um dem Valuta- elend zu steuern. Das einzige Mittel aber, das uns noch bleibt, ist ber Versuch zum Uebergang einer neuen Währung. Das Unternehmertum selbst spürt bereits, daß es so nicht mehr weitergeht, aus allen Kreisen mehren sich die Rufe nach einer neuen Werteinheit, die zugleich wertbeständiges Zahlung?- mittel ist. Industrie und Handel werden sich darüber klar fein Mbeiter-Fugeaö! Organisiere dich in der Sozialistischen Arbeiter-Zugend Groß-Berlin. Organ ist die monatlich erscheinende„Arbeiter-Zagend-. * Heute. Sonntag, den Z.September ISZZ ?ugenö-Kunögebung* in der Sotzow-Brauerei, Prenzlauer Allee 247 Seöan unü Sie arbeitende Jugenö Referent: Genosse Franz Künstler. MdR. eehrlinge, junge Arbeiter und Arbeiterinnen, erscheint in Masten! müssen, daß ohne Zugeständnisse ihrerseits und ohne Hingabe eines wesentlichen Teiles ihrer Vermögenssubstanz die neu« Währung keine Grundlage erhalten kann. Manche Meinungsäußerungen aus industriellen Kreisen sprechen auch dafür, daß man sich in diesem Lager auch durchaus über die Notwendigkeit eines großen Besitzopfers für die Schaffung des neuen Geldes durchaus im klaren ist. Die Gesetzgebung wird aus diesen Tat- fachen die Konsequenzen ziehen müssen, wenn sie nicht in den gleichen Fehler verfallen will, den man der früheren Regierung zum Vorwurf gemacht hat, indem man die Dinge gehen ließ, bis es eben nicht mehr ging. Ein wertvolles Eingeständnis. Die Firma Schneider u. Helmecke A.-G. in Magdeburg, die zu dem Konzern der Eifen-Mathes A.-G. gehört, hat in ihrem Geschäftsbericht Mitteilungen gemacht, die von besonderem Interest« sind in Anbetracht der Versicherungen der Unternehmer, daß die Vermögenssubstanz der industriellen Unternehmungen stark vermindert oder geschwunden sei. Es ist da unter anderem zu lesen: „Die Umsätze haben im Lause des letzten Jahres ständig zu- genommen. Da wir zum größten Teil für das Ausland beschäftigt waren, haben wir durch die Hereinnahme von Devisen unsere S u b stanz nicht nur erhalten, sondern auch vergrößern können." Hier ist also das offene Eingeständnis, daß dos Unternehmen über größere Produktionsmittel und Reserven ver- fügt als vor dem Kriege. Bei vielen anderen Unternehmungen ist dos ebenfalls der Fall, doch versteht man dies zu verschweigen. Man schreibt in der Bilanz den Wert der Grundstücke, der' zum Teil erst nach dem Kriege angeschafften Maschinenparks, ja selbst der zu Millionenkursen notierten Aktien befreundeter Unternehmungen auf eine Mark ab und läßt so di« Anlagewerte gänzlich verschwinden. An dem Bericht der Schneider u. Helmecke A.-G. ist besonders inter estant, daß er betont, die Substanzvermehrung durch Devisen- e i n g ä n g e erzielt zu haben. Als ein Teil der Presse daraus den Schluß zog, daß hier ein typischer Fall von Devisenhamsterei vor lieg«, erfolgte ein Dementi, in dem die Firma versichert«, ihre Ep portdeviscii ordnungsgemäß abgeliefert zu haben. Wie dem auch fei, der Gegenwert der Exportdeoiscn ist, wie aus dem Ge schästsbericht hervorgeht, in einer vergrößerten Vermögenssubstanz jedenfalls noch vorhanden. Ist es da wirtlich zu viel verlangt, wenn man von der Industrie fordert, daß sie derartige, in der Zeit der größten Rot des Volk«? erztelte Uebergcwinne als Steuern an das Reich abführt? Di« Industrie wehrt sich verzweifelt dw gegen und behauptet sogar, daß schon die bisherigen Steuern ihr Betriebskapital zerstörten. Unter den gleichen Existenzbedingungen aber wie die Firma, die hier die Vermehrung ihrer Vermögens fubstanz offen eingesteht, arbeiten auch viele andere Unternehmun gen der Exportindustrie. Daher ist das Eingeständnis besonders werwoll als Beweis dafür, daß tatsächlich noch Reserven in der Wirtschaft vorhanden sind, die der Neuaufrichtung unserer Währung nutzbar gemacht werden können. Maßnahmen zur Förderung des russischen Getreideexporlcs. Di« Sowjetrsgicrung ist bestrebt, di« Transport-, Steuer- und übrigen Unkosten der Gelreideausfuhr herabzusetzen, da deren Höh: cte kaufmännische Durchführbarkeit einer bedeutenden Getreideausfuhr in Frage zu stellen drohen. Die von den am Getreideexvort interessier- ten staatlichen Organen angeregte Herabsetzung der Eisenbahntarise für Transport von Exportgetreidc(die von der beratenden Tarif- konfercnz im Hinblick auf die schwierige Finanzlage der Eisenbahnen abgelehnt worden war) konnte trotz der Zustimmung verschiedener wirtschaftlicher Kommissariate auch im beschließenden Tarifkomitee nicht durchgesetzt werden. Ein besonderer Regierungsausschuß zur Wiederherstellung und Förderung der Getcideausfuhr hat nunmehr eine Reihe von Mahnahmen beschlossen, welche die zusammen mit 0,74 Goldrubel pro Pud Getreide foh Hamburg berechneten Unkosten um 0,28 Goldrubel herabsetzen und auf diese Weise er- möglichen sollen, den Export ohne Verluste und ohne Schädigung der Bauern durch einen Druck auf die Inlandspreise durchzuführen. U. a. sollen die von den Eisenbahnen außer den eigentlichen Frachten erhobenen Gebühren um 0,05 ermäßigt werden. Ferner sollen divers« staatliche und lokale Steuern, darunter die hohe Umsatzsteuer beim Exportgetreide, erlassen werden. Die Verkrustung der englischen Schwerindustrie, die bereits seit dem Krieg« im Gange ist und die Zusammenlegung von Betrieben von der Rohstofferzeugung bis zum Fertigfabrikat zum Ziel hat, machte durch die Gründung eines neuen schwerindustriellen Trusts in Südwales wieder einen Fortschritt. Der neue Konzern mit einem Aktienkapital von 3 Millionen Pfund vereinigt Berg-, Stahl- und Walzwerk«. Ein besonderes gemeinsames Verkaufsbureau soll dazu beitragen, die Kosten bei der Verwaltung herabzusetzen. Die amerikanischen Schiffswerfken werden auf den Landtranspark umgestellt. Infolge der europäischen Wirtschaftskrise ist der für die Abwicklung des Weltverkehrs vorhandene Weltschifssraum zu groß geworden. Die Frachtsätze auf dem Weltfrachtenmarkt sind auch im Jahre 1923(Ianuar-Iuni) weiter gesunken, trotz der Erhöhung des Warenpreisstandes auf dem Weltmarkt. Ein Zeichen dafür, daß die Menge des Außenhandels, am Weltmaßstab gemessen, gesunken ist. Die Vereinigten Staaten hatten während des Krieges ungeheure Schiffswerften gebaut und eine riesige Han- delsflotte geschassen, die aus den erwähnten Gründen zum Teil un- beschäftigt blieb. Deshalb ist auch für den Bau neuer Handels- schiffe kein Raum. Die amerikanischen Schiffswerften waren daher genötigt, ihre Betriebe auf di« Herstellung von Transportmitteln für den Landverkehr umzustellen. Einige von ihnen erzeugten bereits zu«in«m Viertel Lastautos, Räder für Automobile, Wasser- turbinen usw. Außerdem versuchten sie Bestellungen für Kriegs- schiffe von den südamerikanischen Staaten, in erster Linie von Bra- silien. zu erhalten. Die amerikanische Politik gegenüber den süd- amerikanischen Staaten, di« einer Abrüstung entgegenarbeitet, ist nicht zuletzt auf dies« Schiffbauinteressen zurückzuführen. Wetter biö Montag mittag. Viesiach heiter, aber noch veränderlich, an der«küstc vereinzelte leichte Negcnsälle, sonst trocken bei nränigen westlichen Winden. Ainei*ikanIscho Reglerungsdarnpfer km» mw vom von Soulhampton— Cherbourg LEVJÄTHÄN 18. September, 9,u.30« Oktober, 20. November, II.Dezember Von BREMEN über Bouthamptoa und Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 19. SaDtember 24. Oktobar 28. Movembep President Harding........ ö. September 10. Oktober President Arthur......... 12« September 17. Oktober America............... 2ft. September 31. Oktober President Roosevelt....... 3. Oktober 7. November President Plllmore........ 4. Oktober 8. November Abfahrt von Southaraptou und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen Vorteilhafte Gelegenheit für Güterbeförderung U W ITED STÄTESlTmES Berlin W 8. Unter den Linden 1 NW 40, InvalidenstraBe 93 Berlin W 9, Budapester Str. 5 W 8, Unter den Linden 22 Oeneral-Vertictun«: Norddeutscher Lloyd, Bremen hittteSiSaWifrlBW UMS»«! Verwaltungsstelle Bsili» K 54, liniemlrjie 53/85 ßclchäft» zeit»otnt.9Uht bis n acht». 4 Uhr. Telephon: Amt Rorhen S9S iU 83« und 8592 bt»«596. Montag, den 3, Sttpfcmber. nachm. S Ahr, im Sbtal. Sfargatbcr Sir, 3 Bvanchenversammlung der Feilenarbeitrr Tagesordnung: Bericht über Misere Lohiwerhandlung,— Ms:usflon und Verschiedenes, Das Erscheine» aller ist Pflicht. Mm- URS MöWMtMk Jltontan, den 3. SepSembcr, natfim, 4V, Ahr, im Giimngsloal der Melallar deiler, Linienstr. Ä 85/ Portal IV, 3. Etage Knnttionär-Tiizunft sämtlicher Betriebsräte und«ertraueas. lrutr oller Berufe. Tagesordnung: I, Stellungnahme zu unserer Lohnverhandlung. 2. Diskussion SoMegllmiv selser Dienstag, den 4. September, nachm. 5';, Ahr dci Feysora, M-Ichiorstrahe 15, ASS- Versammlung-mt der Vertrauenölcute. Betriebs. rätc ui'd derAgitationSkoiiimtnion Lcrdattdsbuch und Funtiionärouswei» legitimiert. Die Orksnerwaltnng. i. fttskraiknta» Ar BerliB-Sttfliti vckanntmachung. i 3. bis 9. Sept.)9J3 ist der Höchst. lohn auf«0000«> M. lestgesttzt, gUr lcit delragen demnach die Iäglid>en iae in Tauiend Marl in den Stillen lb>H 120. III 200. 10 280, V 360, i Vl'l 520, VIII 000, IX 6S0, X 8Ü0. lin-Stealig, den L September 1923 Der varstaud. Moeckel«te. Bag-ner iorsizcnder. Schrtsisllhrer. Vom ,3. September 1928 gelten folgende Grundlohnstusen und Beiträge: Loh»' stuf« l. II. MI. IV. V. VI. VII. VIII. IX. X. bis Tages- cmgclt 800 OOO , 1600 000 , 2 400000 . 8200060 , 4 000 000 . 4 800 000 , 5600 000 „«400 000 . 7 200 000 übet 7 200C0O Grundlohn M 600 000 1200 000 2 000 060 2800 000 3000 000 4400 000 5 200 000 6 000 000 «800 000 8000 000 Beitrag pro Tag M, 60 000 120 000 Mi 000 280 000 360000 410(W) 520 006 600 00 680 000 800 000 sind' Fiir Lehrlinge ohne Entgelt, des in Stufe l sestgesetztcn Beitrages zu zahlen Die ethählen Kossenleistungen treten mit dem 17, September 1923 in Ztraft. Druckerempiare der Ncueinteilung sind im Kosienlolai, Schalter 10, zu haben, Betlin-Wiimersdorf, den 1. Sept. 1923, Richard Engelhardt, Franz Wiemaun, Borsitzender._ Echriittsthrer. Allgeweine OrtSkran kcnkafse für Zchlendorf u. Umgeg. Bekanntmacbuosl Räch der Verordnung de, Herrn Reichs- arbeiismwisters gilt als Höidstgrundlohn da, Eiebensache der abgerundeten Indexziffer M- den Kalendertag. Für die Boche com 3. bis 9. September 1923 betragen: Lahn- Ardcitsentg auf Grund. Tagt. stufe den Kalendertag lohn Beilrag llber M bis M, M, M. A Lehri ohne Entgelt 409000 36000 I"" 800000 600 000 54 OOO II. 800 000— 1600 001) 1200 COO 106 000 III. 1 600000— 2400 000 2 000 COO 180 000 IV. 2 400 000- 3 200 000 2 800000 252000 V. 3 200 000— 4 000 000 3 800 000 324 000 VI. 4 000000- 4 800 000 4 400 000 396000 VII. 4 800000- 5600 000 5 200 000 463000 VIII. 5 600 000— 6 400000 6 000 000 540000 IX, 6 400 000— 7 200 000 6 800 000 612060 X. 7 200 000 8 000000 720000 Die erhiihien Leistungen werden com 10. September Ii 23 ad gewährt. Fehiendorf. den 1, Sept. 1923. Der vorstand ».»IgaUe, Vorsitz, A. Fischer, Schristf. IsMH* Behandlung hon Syphilis, Hautausschlägen. Wunden. Harnrohrenleiden, starte Ausflüsse, auch wo alles ver- �nÄ Phorosanos das neue deutsche Reich«- Patent, rurzsnstig geheilt. Viele Danksagungen und Dantschreiben, Gewissenhafte Srztl. Leitung. Phorofanos- Heilanstalten, Potsdam crStr.iOO.naheStegiitzerEtr. Brunneustr.lOi.naheRosenihalerPl. I Getrennt fllr Serren und Dame. aller Art, auch zerrissene, aus Jute u. Papiergewebe, pack- leinen. Emballage usw. taufen jed. Posten. Offert, an Gebt. AM. SätkEgrofllaaillDDg, Berlin, Choriner Sfraste 84. Tel.: Norden 10904. 166)65,• Zigaretten-yeririebÄr'sIr1'.� Sämtliche Marken-Zigaretten zu billigsten Preisen stets am Lager— Lagerbesuch sehr lohnend. 138/3 In der heutigen Zeit, wo all« so wahnsinnig teuer Ist, kommt«vor allem darauf ,a> Qualitätsware ru kaufen. Cerade in dieser Beziehung haben wir uns ein guieaRtnomee erworben- Ursere Verarbeitung ist die denkbsr nubersfe, auch dem verwöhntesten Qe- schmack tragen wir Rechnung. Unsere Preise sind infolge der scharfen Kalkulation noch sehr gUnstig, Wir führen: Dackbattbezllna, KltssnbozDge, baata Bettwäsche, Beitlnken, Handtücher, Inlstia, Tiaohwäache, KinderbettnUchs, Hemdsn- tuch, Linon, Frottlarwüsche, Gartendecken, Unberichlaglaken Riesige Auswahl. Fachraänniache. rn- vorkommende Bedienung. KottbusK Damm 73 Landsbsrger Straße 88 Dresdener Straße 33 Ciiaribg„ VHlrnarsdorfer Str 37 GeBffnel von 9-7 Uhr Frauenhaar M. 6 000 000 f. 1 Kilo eiDwandfrsie Ware, grau 60 Proz. weniger f � Mnllnr Alf xanderslr. 87». , I. Elage, an der KaiserstraEe.. Seifen gut und billig Sslfenfabr. Dlrckscnstr. 20, EM. Uautoplitt ��aktisehe UnentbeSirlish überall wo Wohnraum knapp ist; kinderleicht zu handhaben Aufgestellt wie jede andere Metallbettotelle , welB oder schwarz Zusammengeklappt, mit der Polsiermafratze 22 cm hoch, unter ein anderes Batt oder Möbelstück zu schieben [.ettfeciern-- j Bfi Fabrik Gustav ILiLI. ..... inuni Alleinverkauf Volkskleidung Kosen Gummimäntel Sport- Anzüge Manchester u.Loden Hemden, Socken Unterhosen Berufskleidung Qute Warel Billigste Preise! Gerh. Kohnen Neukölln Hermannstr. 76/77 Deutscher Metallarbeiter-Verbanil Berwaltungsstelle Berlin, N 54, Linienstr, 83 35. Dir Beiträge betragen ab SS. Woche, fällig am Sonntaq, den Ä. September 1923, lOOOOOO, 900 000, 800000, TO» OOO, 100 OOO. 30« OOO, 10000 aw. für Lehrlinge und 1000 SN. für I». valtde». Laut Befchlnsi des Borstandes ist dieser Bei- trag für die SO. Woche doppelt zu zahlen. Wir machen unsere Kollegen ausserdem darauf aufmerk- sam, daß sie nnbedingt dafür Sorge tragen müsicii, dah ihre Beiträge vom Hanskasstercr abgeholt werden. Wo ei» Hanskasslerer innerhalb von 11 Ttagen nicht taislert hat, ist der Tterwaltnng schriftlich Niitteiinng zu erstatten. Ncitiercndc Beiträge von über drei Wochen sind ebenfalls mit dem einfachen Martcnbrtrag der laufenden Woche i« entrichten. Die Ortsverwalrung. Bei Einkauf Falirtvergfitung i Nicht überlegen Preise steigen, nicht warten! Billig! Billig! Billig! Anzüge /Hosen Gnimnl- Hüntel Mer-PaleM in reicher Auswahl weit unter heutigem Herstellungspreis Kauferleichterung: durch Anzahlung. Hugo Simon Größtes SpeziaShaus für Herrenkleiöung "g ZS Charlottenburg-g 1�15 Wilmersdorfer Str. 133 an der BIsmarckslraße I Weitester Weg lohnend, da Pahrtvergütung! Drum prüfe, wer sich ewig blndetl Als Selbsthersteller liefere ich in Qualität undPreis einzig dastehend Trauringe 1 Ring Dukatengold v. M. 19 000 000 an ges. gerch 1 Ring 585 gestemp. v. M. 10 OOD 000 an 1 Ring 333 bestemp. V. M. 7 S00 000 an[ Einfache Ringe M. 4000000 |£4.W£ese, Juwelier ß:r!.'�-�!.ue'"s'.r.�! ÖCSf- Bitte auf Hausnummer achten.~VS9 AusfOhrliche Preisliste nach außerhalb gegen Rückporto. {Anfragen u. Bestellungen ohne Rückporto können nicht erledigt«erden. Garantieschein für gesetzlichen G o I d i n h a 1 1, Telcgr.-Adr.: Trauringkanone Berlin. MeiäMeOMMMe M-WeM Bekanntmachung ®nmb- lohn M. 40000 80 000 48 COO 000 ISO 000 'S OroOOO 200 000 06 000 000 280 000 Für die Woche vom Z.SepE 23 bis einschl. 9. September 1923 werden folgende Lohn. ftitfen, Grundlöhne und Beiträge festgesetzt: Beitrag Woche Monat pro Ka» Icndertag M. M. M.~ Lehrlinge ohne Entgelt bis die 600 000 5 600 000 24 000 000 1 200 000 H 200 000 2 000 000 16 800 000 2 800 000 22 400 000 3 600 000 28 000 000 129 000 000 380 000 4 400 000 33 600 000 144 000 000 440 000 5 200 000 39 200 000 163 000 000 520 000 6 000 000 44 800 000 192 000 000 600 000 0 800 000 50 400 000 216 000 000 680 000 8 000 000 u. mehr u. mehr 800010 Die erhöhten Leistungen treten ab 1. Oktober 1923 in Krajt. Da sich in der Regel das Einkommen durch die Indexiahlen erhöht, bleiben die Versicherten auch nach der neuen Tabelle in derselben Grundlohnstufe wie bisher. Sollte das tatsächliche Einkommen mit obiger Tabelle nicht übereinstimmen, so muh eine Ummeldung innerhalb einer Woche erfolgen. lReichsinder 1 183 443 mal 7 aufgerundet auf 8000 000). DcrNn.Lichtcnberg, den 1. Septbr. 1923. Oer Kassenvoestand O. Scikel, Vorsitzender. Ingenieur sucht gu!» mödl. 3 mmer l. Oft Nähe Weddingpl. od m.Ndr. erreicht. Züsch a.d.Exp d.Bl.u.Zl.!Z. m ßecltexi El MaAnen J33eimbcl)ke ©e�öelsir, •a■ Tt:■-- ivt- 2 Ausnahme-Tage Beginn Montag 9 Uhr, Sehlnfl lietistati abend Uhr Soweit Vorrat! Weiche Flauscfamäntel.. 29I/2, 42, 54 Millionen Krimmermäntel auf la Futter.... 36 Bskimomäntel...... 85, 118, 132 Covercoatmäntel, fesche Form... 22 Vz Uebergang8niäntel( Wickelformen) 36'/g, 54 38 33 33 33 60|o Rabatt Ortshrankenkasse der Methaniker, Optiker and verwandten Gewerbe zu Berlin Vom 3. September 1923 ab gelten folgende Lohnfknsen, Grundlöhne und Beikcdge: Lohn- Entgelt f. d. Täglicher stufe Aalenderlag»tundlohn Beitrag 1 Lehrlinge ohne Entgelt bis 800 000 M 1600 000 2 400000„ 3 200 000„ 4 000 000. 4 800 000, 5 600 000„ 6 400000„ 7 200 000„ 10 übet 7 200 000, . 30000 SD! 40 000. 90 060„ 150 000, 210 000, 270000„ 330 000„ 390 000„ 450 000, 510 000„ 600 000. 600 ooo sm 1 200 000„ 2 000 000„ 2 800 000„ 3 600 000„ 4 400 000, 5 200 00«„ 6 01)0 000 6 800 000 8 000 000 Anspruch aus die höheren Barleistungen ab 1. Oktober. Vom 27. Angns, 1923 ab ist die Uersidiernnpsgrenze für AngeskeNke ans 1500 Millionen Mark. monntlid, 125 Millionen Mark herauf. gesetzt. Nähere Angaben enlhall das allen Arbeitgebern zugesandte Rundschreiben Nr. 10. Berlin, den 1. September 1923. Der vorfkond. M.«Nische. F. Semaan. Altmetalle kauft von Fabien W. Nelke BelIe-AIIiancc-Str.93 tranrlnge direkt ab Fabrik an Private Massiv Gold MJÖißllU Französ. Str. 15 a.d. Friedrichstr Narkca- ZMardka iskuapinS.'ÄÄK;# �., Avramikos. Muratfi, g bt ab unt.Tagespr[irffCCn iCCfDlDi Arno Geßner,Tabakwaren im Vorwärts Werltstr.2l. Großhandlg., h Teleph.; Moabit 2114.1 auf Pelzmäntel, Slinksjacken, Katzenjacken und Fohlenmäntel in großer Auswahl noch billig! Simon Westmann Damenkonfektion und Trauermasazin 1. Oesdiätt; Berlin W 8, MotetrJ/a l Oesdiätt; Berilc 83, Hr. fraakhirter Str.llS •.-•.•-w,_--vt-v-y\v.:'•''i-ic'i%""l'J- V--' � Tages Beitrag Mgmeilie grkökwlikenklifseflil beriill-Lichkerfwe Durch Berordnung des Rcichsarbeits» Ministers gilt als Höchstgrundlohn das Vierfache der für Lebenshaltungskosten er» Mittellen Zieichsindexzahl, aufgerundet auf volle 1000 Mark. Für die Woche rom 3. September bis September 1923 betragen: Lohn» Arbeitsentgelt ans«rund» Siute den Kalendertag lohn A Lehr!, ohne Entgelt 600 000 40 000 I... bis 80««00 600 000 06 000 2 flh.SOD 000-1 600 COO 1 200000 120 009 3, 1 600 000- 2400 000 2 000000 200 000 4, 2 400 000-3 200 000 2 800000 280 000 5, 3 200 000- 4 1 00 000 3 600000 380 000 0, 4 000( 00-4 800 COO 4 400000 440 000 7, 4 800 000—5 6« 000 5 200 000 520 000 8. 5600 000— 6400 CO J 6 000000 600 COO 9, 6 400 000—7 200 000 6 800090 680 000 10, 7 200 000 8 000000 800 000 Die Mitglieder bleiben in den bisherigen Stuien. nur. daß sich entsprechend der Bei. trag und der Grundlohn ändert. Eni» svricht das Arbeilseinkommen nicht der Stufe, ist eine Ummeldung erforderlich. Auf die erhöhten Bärleistungen besteht Anspruch ad 2. Oktober 1923. Berlin-Lichterselde. den 31. August 1923. Der vorfknnb. 0.«ebert, F. Haueberg, 2. Vorsitzender. Echristführer. SSSijär®n©efcf � 1 NiSls@n werden an dsrKasss bei 3 4!,>g Q vom vorgcdrucktcn Vorzeig, d Inserats vom d. Liaiv. 3. Etikettpreis abgezogen Wialer-KoBfeklion jetzt norh billig. Piüsdi-. BiberElt-, Hfissißer-. flffeBbaiif-�iifel. liisier Echie Müßchener Berrcn- ccJ Dsmen-Lodenmanlsl Tuch-, Covercoat-, Oonetia!-. Alpacca- Käntel, KosSQme 15. 18. 25. 36. 45. 69. 75. 87. 115 Mill. SpeillUtil: Extra-Wollen u.-Längen für grosse u starke Figuren Uftinfll wlikWWR.iS" SSR _______ Sonnabends u. Sonntags geschlossen_____ Wir kauten auch kleine Posten ausgekämmte Frauenhaar® einwandfreie Ware, und zahlen heute 4 NilUonen Mark"ir für graue ein Drittel HaamrwertU!IlÖfl.-fi.,BeIle-AIUance-P1.12l y r k Tatlncil/nrf filUinn ÜA Das iettgedruckte Wort 160000M.(zu- JctlCa VyUriOUuUuin. lässig 2 lettgedruckte Worte). Stellen- gesuciicdasl.Worl(ieltgedruckt)8:HiCa.M., jedes weitere WortöOOÜOM. Worte, die mehr als 15 Buchstaben haben, zählen für zwei Worte | Kleine Anzeigen j Anzeigen bis 4'/- Uhr nachm.! in der Haupt-Expedition des Vorwärts, Berlin SW68, Linden» straüe 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Ohr irüh bis 5 Uhr nachm. Verkäufe Nähmaschinen,«elegcnhciiskäusc wenig gebrauchler Maschinen mit EaranUe nur bei Fischer, Potsbomcrstraste 103. Rollendorf 8SS2. �____• Abfall-Leder für Sattler und Schuh» mocher. kleine und grohe Posten, äutzerst preiswert abzugeben. Agila, «. m. b. S.. Berlin E. 1». Petrtifr. LS. Teppiche, prachioolle Muster, verkauft billig Stein. Anklamerstr. 20._• M ttr-. näher. Knopfloch., Hohlsaum-, Einger. stick-. Kurdrlmaschincn. Schneidermoschi. nen._ Schlag Neukölln. Bergstr. 129.' Federhanbwagen, Leiterwagen, Roll- karren. Einzelteile. Fabrik. Dresdener- ltraste 55.• Tafelwagen, Dczimalwagen,®c- toidjtc preiswert. Auswahl. Wagner, KöventckcrÜraste nur 71, Hof.__* Nähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, Phönix, Singerbobbin. Kastorq, Kott» bnlerdamm 6. vorn Hochparterre.' «rohe Vorteil» in neuen sowie wenig getragenen Iackettanzügen, Paletots, Schlüpfern und Gummimänteln bietet Ebners Monatsgarderobcnhaus, Brun. nenstraße 4 I. am Rosenthaler Tor. Auch Verleih von«escllid>asteau»ügen. ♦ Wiederoeriluser finden dauernd bil. lige Reste in Stoffen für Kleider, Blusen, Mänteln und Wäsche. Linden» steatze 43, 1. Etage._______ Eardincn. Riescnauswahl äußerst p' e iowrrt. Deutsch, Landsbergerstr. 13. Oualitätsteppiche, aus alten Fabrik. ooschlüssen stammend, gebe zu Original. Engrospreisen an Selbstverbraucher ab. Schulz, Körnerstraße 6, an der Lützow» sieaße, Mcngenabgabe vorbehalten.* Haarfärhen! Damen erhalten die besten Naturfarben durch Pstanzsche Henna. päckung mit garantiert echter Henna. Emil Pflanz, Markgrofenstraße 2 und Lindenstvoße 89. Gegrlindct 1887. VeillelSüiiliszliicilS.Äiiselis usw. »reuzfichsc, Wolfziege. Prachtcxcm- plarc, sämtliche Pclzarten, spottbillige Sommerpreisc. Anzüge, wumniimäntil, Paletots bekannt billig. Keine Lom- Hardware. Leihhaus Rosenthaler Tor, Linienstr. 203/204. Ecke Roscnthalerstraße. Leihhaus Friedrichstraße 2 lHallcsches Tor) verlaust elegante Herrenanzüge, Illster, Palewta, Eportpelze. Gehpelze, Katzenjackcn. Sealmäntel, Kreuzfüchse, (üraufüchse, Blaufüchse. Wölfe zu enorm billigen Preisen. Kerne Lomdardwar«. 5» Prozent billiger verkauft Seal- mäntei, Pelzjacken, Pelzkragen. Sport» pelze, Gehpelze, ferner Herrenanzüge. Ulster Goldmann, Kottbuser Tor, Ein- gang Dresdenerstraße 136.__ 51uf Kredit moderne Herrenanzüge. Taillenmäntel. Cutawahs. Matzverarbei- tung, beste Zutaten. Beauemc, diskrete Teilzahlung. Leiter Boltlieb, Nollendorf- stroße 22e. Hochbahnhof Nollendorf- ploh. 9— 12. 3—7. Anzüge, Schlüpfer. Gummimäntel. fertige und nach Maß, modernste Quali- tätsstoffe,«rstklassige Verarbeitung. eigene Fabrikation, daher rätselhaft billig. Bar und Zahliingserleichterung. Scherzei. u. Brich, Ansreasftraße 5 lSchlestsch« Bah»ho v. Fah rtvrrgütmrg. Verleihe Gesellschasts-Anzüge Aschheim. Neue Schönhauserstr. 12.' «reuzsüchse, Wolfziegcn, Herrcngar. dcrode, Pelzwaren spottbillig. Neu- waren. Leihhaus Reinickendorferstr. 105 (Nettelbeckplatz)._ Feinste Modcllanzüge, in eigenem Atelier hergestellt, best« Stoife in allen Farben zu konkurrenzlos billigen Prei- fen. Pusewev, Kantstr. 5, Bahnhof Zoo. Gelegenheit. Krcuzfüchse, Silber» fückisc, Wölfe. Sealmäntel. Zacken, spott- billig beim Fachmann. Mariannen» Platz 7.______* Damcnmäntcl. Prima Flauschmäntel 8 900 000.—, Asfenhautmäntel. Modell» tuchmäntel spottbillig. Werkstatt Alt- mann, Roienthalerstraß« 44 III, Hacke- scher Markt._____* Leihhaus Bruuncnstraße 5 verkauft in anerkannt mahmäßiger Verarbeitung: Anzüge, Paletots, Schlüpfer, Eutawaps, Damcnmäntel, Eportpelze, Gehpelze. Riesenauswahl, konkurrenzlos billig. Keine Lombardware.- Anzüge, Paletots nach Maß. Zah. lungscrlcichterung gestattet. Tompo. rowski, Dreibundstraßc 47, an der Bellc.Älliancc.Etraße, Loden. Amt Elidring 418. Pelzwaren-Teilzahlung liefert Pelz» warenfabrik Kallls, Tile-Wardenberg» Straße 11 1, Rahe Bahnhof Tiergarten. 9—7 geöffnet._* Bettwäsche. Diese Woche staunend billige und B Tischtücher, WWW»�� Etreifsatin, bunte Bezüge, fertig« In leite usw. zu konkurrenzlos billigen >n. Masscnauswahl. Nur gute Qualitäten. Viengeiiabgabe vorbehalten. Wäsche, und Stickerei.Industrie.A.-G., Große Frankfurter Str. 9.- Damen-Leibwäsche gut und billig. Wäsche- und Strckerei.Industrie A. E.. Große Frankfurter Straße 9._• Seidenstrümpfc, repestiert, von 400 000. Füßlinge gratis. Raufchke, Alexandri- nenstraße 48.* | Parten» Uaube» Balkowl Abestinierpumpen, Ersatzteile, Leih. erdbohrer allcrbilligst. Pumpcnfabrik, Gartenstraße 78.- Mäbel-Lechner, Brunnenstraß« 7, offe» riert Schlafzimmer. Sveifczimmcr. Herrenzimmer,«lubgarnituren, Korb. mäbel, Küdien usw. Große Auswahl, Besuch lohnend.' Retallbetten, Ehaiselonqiics 11 060 600 an. Palcntmatretzcn, Polsterauflagen, Kinderdrahtbett. Meicke. Augusistr. 32a, Ouergebäude._____ Metallbetten und Korbmöbel billig. Ball, Große Frankfurterstr. 47 Hochelegant« Schlafzimmer in reicher Auswahl zu soliden Preisen verkouft Schlofz-mmer-Spezialfabrik Hans Henkel, Burgstraße 27, Bureauhaus Börse. Sehr preiswerte, Angebot in Schlaf-, Speise- und Herrenzimmern, in Küchen. Polster» und Einzelmöbeln. Rod. See- lisch, Möbelsabrik, Rigaerstraße 71/73».* Zahlungserleichtcruna im großen Mö. belkellcr, billige Preise. Wundervolle Schlafzimmer, Küchen, Wohnzimmer. Ginzrlmäbel. Besuch lohnend. Schatz. Brunnenftraße 160, Eingang Auklamer. Möbel Teilzahluug komplette Zimmer, Einzelmöbel, Metallbetten Äenger, Marstliusstraße 8(Alerandervlatz). Retallbetten, Sdilafzimmer lEiche), Kinderbetten, Doppelbetten. Messing. Bettstellen, Chaiselongues, Küchen billig. Epezialhaus, nur 63�Augu ftstraße 63.' Rußbaum-Büfetts, Kredenzen, Schreib- tische. Büchkrschränke, Antleidcschränkc, Kleiderschränke, Vertiko. Tische, Stühle. Bettstellen, Woschkommoden, Ziachttische, Apotheken, Sofas, Ruhebetten, Sofa- umbaue, Klubgarnituren, Epcisezim- mer. Schlafzimmer. Herrenzimmer, Küdien preiswert. Möbelhaus Kamcr- ling, Kastanicnallee 56. 3219b' Miisikinstrumeiite Flügel, Piano«, Harmoniums ständig Grlcgenheiten. Rabenstein. Münzstr. 16' Piano, preiswert. Klaviermacher Link, Brunnenstraße 35.' Bequeme Teilzahlung. Sprechmaschi- nen, Schallplatten, Zupf- und Streich» instrumcnie. Goniardstraße 1, an der Königstraßc.' ksusgesucke Pianos lauft Karfiol, Dresdener. straße 54. Moritzplatz 128 45. Piano«, Mauserpistolen, große, mit. stccksutteral, Iagdwafsen aller Prismenfcldstecher, feldgraue 08 usw. be- zahlt stets höher wie jede Konkurrenz. Preußner, Neukölln. Kaiser-Friedrich- Straße 244.' Spulcndrähtc, BaumwolldrLhte, Emailledrähte, Scidcndräht« höchst zahlend.„Christionat", Köpcnickcr- straße 39 �( schräg über Adalbertstraßc).' Söchstzahlcad kauft Kabel, Litzen, Kupferdrähte, Wachsdrllhte, Spulen» dräht«, Motoren, Glühlampen sowie sämtliches Instgllationsinaterial Elet- trizitäts-Werkstätte, Neukölln, Kottduser Damm 96. Moritzplatz 168 68._" Pistolen. Feldstecher, Foto» höchstzah lend. Rose, Gollnowstr. 16.__' Prismengläser, Photoapparat kauft Werner, Brandenburg straße 4. Metallschmelze, Reanderstraße 35(nur im Laden), kauft Zahngebiste, Platin- abfälle, Goldsachen, Silberfachen. Queck» stlber. sämtliche Metalle.* > Schmucksachen, Elühstrumplaschi, Queck' silber. sämtliche Metalle. 142K' Flügel kauft zu höchsten Tagespreisen Pianomaaazin. Barba» rostaplatz 2. Rollcndorf 5397._• Fahrradankans, höchsten Tageskurs. Wunsch persönlich« Abholung. Dies- denerstraße 129. Moritzplatz 3730._» Prismcnserngläser, Feldstecher 0,8, Photoapparate tauft nnd zahlt 10 Pro. zent mchr wie Höchstgebot dieser Zei» tung Frank. Blücherstraßc 56. Moritz. platz 141 68._* Fahrradanlaus, Freilanfräder, höchst» zahlend. Brückner, Gitschinerstraßc 28. Spulendrähtc, isolierte, blanke,- Kitp. ferkabcl. Motoren, Fassungen kauft Hinz, Elsasserstraße 17. Norden 4688.* Fclleinkaus. Ziegen, Zickel. Kanin, Roßhaare, Schafwolle, Maulwürfe, Kalbfelle. Woldenburgerstraße2. Alexan- der 1857. Händler Extravreisc._• Säckcankaus Gollnowstr. 9, ♦ Säckecinkaus, Nähgarn. Ewinemünder- straße 7. Humboldt 489._' Piano» sucht Voigt, Neukölln. San- dcrstraße 30.' Rähmaichinen kauft Fischer, Potsdamerstr. 103. 8682. höchs�ahlend llendorf Sektkorke, Wcinkorkc kauft Brand. Linien G- 261».» Billardbälle, Elfenbein, kaust Dinger. Prinzenstr. 75._» webe, Packleinwond Pappel-Ällee 12. kauft Dynamod'.ähtc, Seidendrähte, Lei» tungsdrähte, Litzen kauft Schindler, Annenstraße 48, von 1 Treppe. Moritz. platz 109 77._* Felle jeder Art kauft zu höchstem Tagespreis Iomira, Kaiscrstraße 26, am Alerandervlatz.__• Roßhaare kauft zu höchstem Tages» preis Iomira, Kaiserstraße 26.» Schafwolle kauft zu höchstem Tages- preis Iomira, Kaiserstraße 26. am Alexandrrplatz. Fahrgeld vergüte.' Säckeciutauf, Emballage, Zwirn. Zelt- Pläne. Kettner, Neukölln, Fuldastr. 25. Strohsäcke verkäuflich.' Schallplatten, alte, zerbrochen«, kauft zu hödistem Tagespreis. Ringcwald, Schreinerstr. 57, Hof parterre._• Höchste Rekordpreise für Mauser. Pistolen 7,63 mit Anschlaqkasten, sowie andere automatisihe Pistolen, Jagd- Waffen, Leuchtpistolen, Zielfcrnrvhr«, Prismengläser, Feldgrau« 98 kauft Kle. witz, Lehninerstraße 2, Ecke Hasenheide. Sprechzeit 8—12, 4—8._• Unüberbietbarer Tafeleimankauf, Leinölfirnisse, Schellackarten. Leppin, Graudenzerftraß« zehn.__• Parzelle fNordbähn) kauft Petzold, 3231 Grünthalerstraße 31 ll. 8b Wäschcnöherinnen erhalten für Neu» weiß 560 000.— pro Kilo. Rosenzweig, Markusstraße b. Königftadt 7837. � Kanarienhöht-e. Weibchen, Papageien kauft zu staunenden Preisen Tirrexport- Haus, Strausbcrgerstraße 13. Alexander 3318. Sektkorke. Nägel, Maschinenschraubcn, Holz- schrauben kaust Wodtke, Amsterdamer- straße 21.> r Geloverkehr Sofort Geld, Ratenrückzahlung, durch Pügncc. Große Frankfnrterstraße l4l.' 20 Proz. monatlich zahlt Erportfirma� fünf Millionen oufwäris, Fauswiand. Henne. Gleditschstraße 34���M Millionen, jede Höhe. Milton, Kalck- reuthstraße 1(Nollendorfplatz). Unterricht Technisch« Privatschule Dr. Werner. Elektratechnische Ausbildung durd> Ingrtiieur�Kandvba, Friedrichstraße�21. Tanzschule Rcgehr, Neichcnbergerstraße 34. Anmeldungen: Sonntags 4 Uhr. Freitags 8 Uhr abends, Wilmersdorf, Glintzelstraße 42, jederzeit._• Berlitz Schoo l. Fremde Sprachen. Leip- ziger Straße 122a, Ecke Bilhelmstraße, Tauentzienftraßa 19a. Einzel» und Klasscnunterricht. Eintritt jederzeit. Prospekt frei.' Rodetänzknrse, Anfängerkursr begiu- nen. Privatunterricht jederzeit. Stell. wacher, Tcmpelhofer Ufer 1a. Hallesches Tor. Lützow 2267 Stenographie 1,350,— T., Schreibma» schine, landwirtschaftliche Buchführung. Holle', Privatschule, Potsdamerstr. l16a. VerschiecteneL Verteauensuolle Auskunft Frauen, Mädchen, langjährige Erfahrung, Srzt» lich geprüft. Wokff, Wiener Straße 26, drittes Portal. II.' Gewissenhafte Untersuchung. Hebamme Hildeshehn, früher Eckel. Bülow» straße 62._• Mietasachen vertritt früherer Vor- sitzender des Mietseinigpngsamts, schwie- rigste Fälle. Lothringer Str. 47, Nürn» beiger Straße 8.* Vertrauensoolle Auskunft, langjährige Erfahrung. Frau Erdmann, ärztlich ge- prüft, Etralauer Platz 8—9, linker Sei- tenflügel. II(direkt Schlestscher Bahn- hos). Auch Sonntags.__• 132 6Ö0 Ratsuchende! Vereinigung der Rrchtsireunde: nur Friedrichstraße 127. Anerkannte Prozeßabteilung. 9—7. Zengrn gesucht, die am 31. 8. Ring- lxihnhof Frankfurter Allee dem Por- fall beiwohnten. Rosenblüth, Schreiner. straße 18, IV. 85/11 Arbeitsmarkt Stellengesuche Perfekte Schneiderin sucht Privalknud. schast auf Blusen und Kleider. Elara Piskors, Schlestsche straße 7, vorn III. Stellenangebote Heimarbeiterinnen, perfekte, auf Leder- und Fantastehüie stellen sofort ein Mertos u. Eo,, Lindenstr. 25. 107)2 Die Stelle eines Ersten Bürgermeisters einer Stadt von rund 12 000 Einwohnern ist zu besetzen. Besoldung erfolgt nach Gruppe 11/12 evtl. anch f2'I3, Bewerbungen sind unter O. 23 an die tilupt- exped des Vorwärts zu Hehlen. werden sofort eingestellt Berlin, Bnerlvaidstr. 47 , Bastianstr. 7 , Carmen» Sylva» Str. 57, Gillmann , Greifenhastener Str. 22 , Jmmanuellirchstr. 24 , Lausitzer Platz 14/15 » Petersburger Platz 4 . Waltstr. 9 Wilhelmshavener Str. 48 Adlershof, Walter, Genossenschasls- strafe ö part. Laumschulenweg, Köpke, Kiefholz« sttave 189 Charlotlenburg, Seienheimer Str.l Töpenick, Kietzer Str. 6, Laden Friedrichihagen. Hoffmann, Kurze Strohe 1 Lichtenberg, Wartenbergstr. 1 Marlendorf, Leip. Cbaussestr. 29 Marienfelde. Greulig, Berliner Straffe 143 Neukölln, Neckarslr. 2 Siegfriedstr. 28/29 Hiederschöneweide, Schindler, Fennstr. 23 Reivickeadorf-Osl, Probinzstr. 53 Reiftickendorf-Mest, Scharnweber« straffe 114/15 Schäneberg, Belziger Str. 27 Tempelhof. Kaiser- Wilhelm- Str.13