Abendausgabe Nr. 410 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 206 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt Preis 60000 ME. Montag 3. September 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Beella SW. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Kanzlerrede in Stuttgart. Für wirtschaftliche Verständigung mit Frankreich. Gegen territoriale Pfänder. Herr Stresemann hat gewiß nicht die Absicht, Herrn zeißen einzelner Teile aus diesem Gesamtkompleg nicht minde. Boincaré in der Rolle des europäischen Sonntagredners abzu. lösen. Auch er weiß, daß mit Reden allein, und seien fie noch so hervorragend, ein Ausweg aus den gegenwärtigen Mirren nicht gefunden werden kann. Wir verstehen den Zwed seiner Stuttgarter Rede dahin, daß ihm daran gelegen war, die deutsche und die internationale Welt auf die Handlungen der deutschen Regierung vorzubereiten, die für die nächste Zeit zu erwarten sind. Nach innen hin hat der Reichskanzler neue energische Schritte angekündigt, deren Zweck es ist, die deutschen Währungsverhältnisse wieder auf eine gefundere Grundlage zu stellen. Die Regierung, das geht aus seinen Ausführungen flar genug hervor, ist sich vollkommen dessen bewußt, daß nur stärkste Aktivität Rettung vor dem drohenden Chaos bringen kann. in der Lage sein, die Garantie der Zinsverpflichtungen zu übernehmen, auf die sich alsdann eine Weltanleihe für den europäischen Frieden aufbauen könnte. ziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nicht nur auf maFranzösische Stimmen sprechen davon, daß die Lösung der Beferieller, sondern auch auf politischer Bafis erfolgen muß durch ftens gleichwertig sei. In der Antwortnote ber belgi. hen Regierung an England liegen im übrigen Gedanken, Handelstag infofern deden, als auch dort ausgesprochen ist, daß die die fich mit meinen Darlegungen vor dem Deutschen Industrie- und Ruhrbesetzung nur bis zu dem Augenblic fortgesetzt zu werden brauchte, in dem die produktiven Pfänder Deutschlands in bezug auf ihre Leistungen effettiv werden. Auch die Stellung der engli Gewährung von Sicherheiten, schen Deffentlichkeit zu den deutschen Darlegungen läßt ebenso wie die Frankreich gegenüber einem wieder träftig werdenden Deutschdie Aeußerungen der italienischen Bresse durchaus die Möglichkeit, land genügen. Auch in der belgischen Antwortnote an England hier in gemeinsamem irten ein Ergebnis herbeizuführen, spielt diese Frage der Sicherheiten eine Rolle. Daß Deutschland welches bas Reparationsproblem der Lösung zuführt. Gewiß sind bereit ist, auf diesen Boden zu treten, hat es bei früheren Gelegenpretation, die im gegeben habe, die Lösungsmöglichkeiten nicht er- rich verbundenes Deutschland wird für die Durchführung einer mit den Grundlagen des deutschen Memorandums und der Inter- heiten schon zum Ausdrud gebracht. Ein wirtschaftlich mit Frankschöpft. Jede Fortführung der Diskussion und neue Ideen, die solchen Friedensidee die denkbar größte Friedensficherheit bieten. brauchbar sind, würden wir dankbar begrüßen. Eine Zerstückelung Deutschlands, der Versuch der Abtrennung deutWirtschaftliche Verbundenheit der Böffer, die den Neid des scher Gebiete oder der Bersuch einer wirtschaftlichen und verfehrseinen auf die Entwicklung des anderen ausschließt, ist vielleicht auch technischen Beherrschung feiner Grenzbezirke würde dem Geifte eines eine beffere Ueberbrüdung politischer Gegenfäge als es politische solchen Abschlusses dauernd entgegenwirken. Frankreich versichert, Formeln zu sein vermögen. Ein solches Verfahren der Zusammen. daß es von Deutschland feine Annegionen will, daß es ihm fernarbeit wird auch allein die Möglichkeit geben, daß derjenige große stehe, Deutschland zu zerstören, daß es nichts anderes suche als die diese Teilnahmslosigkeit überwindet. Deutschland braucht ein Mora- trage, für die nach dem Wortlaut des Friedensvertrages selbst die Nation die dem zerfleischten Europa teilnahmslos gegenübersteht, Garantie für Leistungen aus dem Friedensver torium für seine Leistungen, Deutschland fann abgeschätzte Leistungsfähigkeit Deutschlands tie Basis bildet. Ist dies die Auffassung der französischen Staatsmänner und des ganzen französischen Boltes ,, dann haben sie die Möglichkeit, diese Auffailung in die Wirklichkeit umzusetzen. Man will die Eröffnung offizieller Verhandlungen abhängig machen von der Wieder. herstellung der Arbeit im Ruhrgebiet. Jeder ehrliche in der diese blühenden deutschen Lande der eigenen regen wirtschafts men fein, lichen Tätigkeit mietergegeben werden. Diese Stunde wird gefomAußenpolitisch hat der Reichskanzler die bisher eingeschlagene Richtung weiter fortgefeßt, die auf eine Ber standi gung mit Frankreich hinarbeitet und zu großen Opfern für diesen Zweck bereit ist, allerdings nicht zu den Opfern, die Frankreich bisher verlangt hat, das heißt nicht zu Opfern, die eine Preisgabe deutscher Hoheitsrechte in einem bestimm ten an Frankreich angrenzenden Teil des Deutschen Reiches bedeuten. Der verföhnliche Ton seiner Rede hat in der Pariser will man diese Zinsverpflichtungen ta pitalisieren, will man Bresse eine sehr gute Aufnahme gefunden, die jedoch zu einem den Ländern, die ihre Kriegsverpflichtungen schneller abbeden wollen, übertriebenen Optimismus nicht berechtigt. feine Reparationsverpflichtungen zunächst nur als Zinsverpflich tungen aufnehmen. Optimismus, sei es auch nur in bescheidenem Maß, wird große Summen auf einmal zur Verfügung stellen, fo fann das nur mensch im Ruhrgebiet und am Rhein sehnt sich nach der Stunde, erst dann erlaubt sein, wenn sich die französische Regierung zu gewiffen Bugeständnissen an die deutsche Auffassung herbei faffen sollte, die notwendig sind, um eine fatastrophale Entwid lung zu vermeiden. Der Weg zu solchen 3ugeständnissen wird ihr durch die Aussichten, die der deutsche Reichstanzler für diesen Fall eröffnet hat, zum mindesten erleichtert. Denn ein auf ehrliche Vereinbarungen gestüttes Zusammenarbeiten der deutschen und der französischen Wirtschaft würde für Frantreich so ungeheure Vorteile bieten, daß die Wahl zwischen ihnen und politischen Spekulationen auf einen deut schen Zusammenbruch jedem unvoreingenommenen Berstand eigentlich sehr leicht sein müßte. Leider ist es aber nicht der unvoreingenommene Verstand, der bei der Lösung großer politischer Fragen bisher das letzte Wort gesprochen hat. Immerhin darf festgestellt werden, daß die außenpolitische Lage durch die gestrige Rede des Reichskanzlers eine gewisse Berbesserung erfahren hat. Stuttgart, 2. September.( WTB.) Reichskanzler Dr. Strese. mann traf heute früh in Begleitung des Staatssekretärs der Reichskanzlei, v. Rheinbaben, hier ein und wurde auf dem Bahnhof vom Staatspräsidenten Dr. Hieber begrüßt. Der Reichsfanzler empfing vormittags die Vertreter der württem bergischen Presse. der Rede: internationalen Anleihe geschehen, für die die deutfchen produktiven Pfänder haften. Deutschland wird im heutigen Wirtschaftsverfall solche Anleihen faum in nennenswertem Maße erreichen. Erst wenn die Welt sich darüber wenn wir die Sicherheit haben, daß auf der Grundlage diefer flar fein wird, baß die Beendigung des Ruhrkonflifts deutschen produktiven Pfandlelitung die Löfung des Konflikts gleichzeitig der Anfang einer neuen Friedensära ist, möglich ist, die der Sinn unseres paffiven Widerstandes war. werden die Alliierten im Berein mit Deutschland die Frage der An- Denn dieser war niemals llebermut oder Selbstzwed, sondern er leihe lösen fönnen, die zur Befriedigung Europas vielleicht follte nur dazu dienen, uns den Zustand der Freiheit des Ruhrniemals zur Verfügung stehen wird. Die Interessen ber Finanz- Opfern, aber mir sind nicht bereit, die Freiheit deutscher: Bodens erhältlich, zur Fortführung eines Berstörungsmertes gebietes zu verbürgen. Wir sind bereit zu schweren materiellen minister der Staaten müßten nach dieser Richtung ebenso zusammen- irgend jemand gegenüber preiszugeben!( Lebhafter Beifall.) geben wie die Interessen und die Auffassungen der großen Finanzherren der Welt. Ein in seiner Souveränifäf wiederhergestelltes Deutschland, im Besitz seiner wirtschaftlichen Hilfskräfte, die es in dem angebotenen Maße zur Reparationsverpflichtung zur Berfügung stellt, würde bei Adoptierung dieser Grundfähe wohl Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich nach dieser Darlegung der außenpolitischen Fragen, die uns gegenwärtig bedrän gen, einige Worte über unsere innere Lage sagen. Ich möchte ba mit einer Erinnerung an vergangene Zeiten beginnen. Während bes Krieges hat es verschiedene Methoden gegeben, wie die Regierungen ihren Bölfern gegenübertraten. Die einen meinten, das Italien und der Völkerbund. Der Beschluß des Völkerbundrats. Außenminister Curzon ist vom Urlaub in London ein- Tag verboten und den Zensurdirektor abgefeßt; fie läßt getroffen ein Beweis dafür, daß England den italienisch auch die italienische Gesandtschaft bewachen. Griechische Melgriechischen Konflikt sehr ernst beurteilt. Eine Reuter- Meldung dungen über gemisse Erschwerungen der griechischen Schiffahrt Zu der an diesen Empfang fich anschließenden Bersammlung dazu sagt, daß Curzon sich über die griechisch- italienische Krise durch italienische Behörden werden von Italien bestritten; vielim Saale des Siegle- Hauses hatten sich insbesondere Bertreter von nicht äußern wolle, bevor er Gelegenheit gehabt habe, alle leicht waren es Boreiligkeiten übereifriger Behörden und Handel und Industrie Württembergs sowie Abordnungen aller Aften durchzusehen. Der Völkerbund habe die Frage in die Marineoffiziere. württembergischen Arbeitgeber. und Arbeitnehmerverbände in Hand genommen, und dies fcheine der unvermeidliche und großer Zahl eingefunden. Nach einer turzen Begrüßungsansprache präliminare Schritt zu sein. Jedermanns Anstrengungen müßdes Staatspräsidenten ergriff der Reichskanzler das Wort zu folgen- ten daher dahin gehen, die Macht des Bölferbundes zu unterstügen. Aber der Völkerbundrat hat ja nur be Nach der zweistündigen geheimen Beratung des BölkerbundDie Zeiten, in denen wir leben, find von ungebeurem schlossen, die Behandlung dieser Angelegenheit zu vertagen, rates über den griechischen Appell, die nur der Vorprüfung der Ernst. Es würde mir völlig falsch erscheinen, wenn wir uns irgendwie über die Situation hinwegtäuschen wollten. Biel richtiger wobei er die streitenden Barteien ermahnt hat, Feindseligkeiten Frage galt, wurde die Sigung auf Salandras Antrag, der noch keine scheint es mir, den Dingen ins Auge zu sehen und zu sagen, was zu unterlassen. Es besteht Grund zu der Annahme, daß die Instruktionen erhalten hatte, vertagt. Folgendes Communiqué ift. Start ist der außenpolitische Drud, der auf uns laftet. Unser Bertagung deshalb ausgesprochen wurde, weil Italien er- wurde ausgegeben: Der Bölterbundrat hielt heute nachmittag unter größtes Wirtschaftsgebiet ist unprobuftio gewor- flärt hat, sich einer ihm nicht zusagenden Entscheidung des dem Vorsitz des japanischen Vertreters Ischii eine geheime Sizung ben. Rhein und Ruhr sind abgetrennt von deutscher Souveränität, Böllerbundes nicht zu fügen. In der Reuterschen Aufforde- ab, in deren Berlauf er feine Borprüfung des Appells der griechideutscher Berwaltung und ohne deutsche Arbeit. Unser Gruß gilt rung, die Macht des Böllerburdes zu unterstüßen, tönnte fchen Regierung über den italienisch- griechischen Streitfall vornahm. in erster Linie denen, die dort unaussprechliche Bedrückungen er man eine Bestätigung dieses italienischen Widerstandes sehen. Der griechische Bertreter, der eingeladen wurde, als Mtiglied mitleiden und trotzdem dem Reiche die Treue bewahrt haben. Sie über den folgende Meldungen vorliegen: follen gewiß sein, daß wir sie nicht vergessen. Jede Außenpolitit über den folgende Meldungen vorliegen: zutagen, nahm am Tische des Rates Platz. Das Schreiben, in dem des Deutschen Reiches fann nur das Ziel haben, diesen schwer- Reuter aus Athen: Der italienische Gesandte in Athen benach die griechische Regierung erklärt, auf Grund des Artikels XII die Souveränität und die Verfügung über dieses Entscheidung des Bölkerbundes in dem italienisch- griechischen Kon- tausch nahm der Rat in Erwartung weiterer Informationen einbedrängten deutschen Volksstämmen die Freiheit, Deutschland richtigte die griechische Regierung, daß Italien es a blehne, eine umb XV des Baltes an den Bölkerbund zu appellieren, wurde verlesen, ebenso diese Artikel. Nach einem allgemeinen Meinungsaus Gebiet zu geben. Unfruchtbare Polemik über die Bergangen- flikt anzuerkennen. heit bringt uns nicht weiter. Es gilt einen Weg zu finden, stimmig folgenden Beschluß an: Indem der Völkerbundrat in Pariser Chicago Tribune" aus Rom: Der Grund Italiens eine kurze Bertagung der Prüfung der Frage einwilligt, der uns ins Freie führt. Daß wir bereit sind, auch die für die Ablehnung einer Entscheidung durch den Völkerbund ist in spricht er die feste Hoffnung aus, daß die beiden interessierten schwersten materiellen Lasten auf uns zu nehmen, um zu diesem erster Linie der, daß Italien nicht die Absicht hat, Griechenland den Staaten bis dahin feinerlei Atte begehen werden, die die Lage verBiele zu tommen, ist bekannt. Die Alliierten verlangen von uns Krieg zu erffären und weiter, daß der Völkerbund für einen Garantien tatsächlicher deutscher Leistung. schärfen könnten. Eingriff in die Angelegenheit nicht zuständig ist, da die gegenwärtige griechische Regierung von den Mächten des Böllerbundes nicht anerkannt worden sei. Wir sind bereit, auf den Boden der Stellung produktiver Pfänder zu treten. Reichsbesih und Privatbesih sind die Pfänder, die wir dargeboten haben. Liegen in der deutschen Wirtschaft, der einzigen Kraftquelle, bie uns geblieben ist, wie man so oft behauptet, noch ungeahnte Entwidlungsmöglichkeiten, fo liegt es um so näher, fie zur Grundlage unferer fattischen Reparationsleistungen zu machen. Kompetenzkonflikt. Wie Havas zu dieser Entschließung des Völkerbundrats erDie italienische Regierung bemüht sich, die Schuld an der fährt, scheint sich eine juristische Streitfrage zu ergeben. Beschießung von Korfu den Griechen zuzuschreiben, deren Kom- Die Botschaftertonferenz sei wegen des Attentats auf die italienische mandant gedroht habe, einer Landung Widerstand entgegen- Militärmiffion befragt worden und habe bereits etwas unterzusehen. Italienisch- amtlich wird bekanntgegeben, daß um die nommen, indem sie ein Telegramm nach Athen geschickt habe. Nun Bas will Frantreich? Seine Pfänderpolitit bezieht fich auf griechische Insel Leros Minen gelegt find. frage man fich in diplomatischen Kreisen, ob sich der Völkerbund die Schaffung einer internationalen Bahngesellschaft am Rhein, auf die Uebereignung deutscher Berg: Die griechische Regierung, die übrigens auf ben de jure an die Stelle der Botschafterfonferenz setzen könne, um merte an der Ruhr. Wenn Frankreichs Ziele nicht politische 28. Oktober die Barlamentswahl ausgeschrieben hat, bemüht den Streitfall zwischen Italien und Griechenland zu regeln. Man Biele sind, sondern auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete fich, forrett zu bleiben. Sie unterwirft sich jeder Entscheidung vermute, daß diese Schwierigeit den Anlaß dazu gegeben habe, daß liegen, jo stimmt es nicht, daß die Garantie des deutschen Eisen- der Botschaftertonferenz; sie hat auch auf italienischen Protest der Bölferbundrat die Prüfung der Angelegenheit auf Dienstag bahnbefthes und ber gesamten deutschen Wirtschaft dem Heraus- wegen eines Bettungsartitels bas betreffende Blatt auf einen verfchoben habe. M( werde die schweren Zeitm umso besser ertrogen, wenn man ihnen niemals den vollen Ernst der Lage sagt, damit es nicht aus der Erkenntnis dieses Ernstes der Lage heraus zum Pessimismus komme. Eine andere Art— und das war die Art der englischen Füh- rung der össentlichen Meinung— macht« kein chehl davon, wgs auf dem Spiele stand, um durch die Darlegungen dessen, um was es sich handelte, auch das letzte herauszuholen, den letzten Ansporn zu geben, um die Loge zu bessern. Mich dünkt, daß die letztere Art wohl die bessere ist.(Lebhafte Zuruf«: Sehr richtig') Wir sind in eine finanzielle Bedrängnis gekommen dadurch, daß die Ausgaben durch Reichseinnahmen nur zu einem sehr ge- ringen Prozentsatz gedeckt gewesen sind. Wir sind heute, abgedrängt uon Rhein und Ruhr, in einen wirtsckmstlichen Berfall gekommen, der dazu geführt hat, daß unser« Ausfuhr in wenigen Monaten von 000 Millionen ffioOdmorf auf 105 Millionen Goldmark zurückgegangen ist. Wenn Sie sich vorstellen, daß wir vor dem Kriege eine Ausfuhr von 10 Milliarden Goldmark gehabt haben, so sehen Sie, was uns von der einstigen Stärke des Friedens geblieben ist. Es zeigt sich das eine:— und darauf möge dos Ausland feine Blicke richten— ein Deutschland ohne Ruhr und Rhein ist nicht lebens- fähig, ein Deutschland ohne die Verfügung über Ruhr und Rhein ist außerstande, irgendwelche Reparationsleistungen zu vollbringen. (Sehr gut!) Was brauchen wir demgegenüber? Welche Aufgaben stehen vor uns? Wenn ich von einem Kriegszustand sprach— und unzweifelhaft ist der Zustand an Rhein und Ruhr kein Friedenszustand — dann, glaube ich, brauchen wir eine Wehrpflicht des Besitzes, aber auch eine wehrpslicht der Arbeit. Wir brauchen auch eine Wehrpflicht des Beamtentums gegenüber dem Reiche und gegenüber dem Staat. Ich beginne mit der Wehrpflicht des Besitzes. Sei man sich doch darüber klar, daß eine Entwicklung, die zur Besitzbildung führt, überhaupt nur so lange garantiert ist, als der Staat besteht, und als der verfassungsmäßige Staatsbegriff aufrecht erhalten werden kann.(Sehr richtig!) Wir werden zu starken Eingriffen kommen. Wir müssen das, was an wirtschaftlicher Kraft in Deutsch- land ist. soweit für den Staat in Anspruch nehmen, daß seine außen- politischen und innenpolitischen Bedürfnisse dadurch gedeckt werden. Wir erreichen den Frieden nur, wenn uns die Wirtschaft das goran- tisrt, was wir an Stelle der produktiven Pfänder brauchen. wir er rrichen im Innern die Ordnung des Staakshaus- huktcs. die Ausre:nn es durch die Einheit die Kräfte in sich hat, zur Größe wieber empor zu kommen. Um dieses Deutschland geht es, und ich ruf« Sie auf zum Kampfe gegen den Pessimismus aller derjenigen, die da sagen: es gelingt ja doch nicht mehr! Wir sterben nur, wenn wir nicht die Kraft haben, lebdn zu wollen! Wir werden leben und nicht sterben, wenn wir die Opfer nicht scheuen, die nowendig sind, den Staat am Leben zu erhalten. Wir stehen allein in der Welt wir haben keine außenpolitischen Sekun» danten. Glauben Sie mir, daß man Bundesgenossen, die bereit sind, für jemand einzutreten, nicht au« Mitleid bekommt. Wir bekommen sie nur, wenn die Welt draußen sieht, daß wir den Mut baben. vom Bolkc jene Opfer zu fordern, und das Bolk tos ganze Bewiißt'rin, dem Staate zu geben, was er zum Leben braucht. (Lebhafter Beifall.) Wir stehen mitten drin in Entscheidungen von�un» geheurem Ernst, und vom deutschen Volke wird es abhängen, wie sie ausfallen. Die Blicke aller Deutschen auf dem ganzen Erden» rund richten sich jetzt auf uns. Hier, am Sitze des Auslandsinstituts, grüße ich die Ausländsdeutschen. Wir brauchen nicht das Haupt zu senken, wenn wir an die deutsche K ol o n i o l t ä t i g k e i t in der Vergangenheit denken. Heute erkennen diejenigen, die jetzt die Besitzer dieier Kolonien sind, Frankreich und England, was dort die Deutschen gearbeitet haben, die damals hinausgingen, und die uns eine ehrliche und unbeslcckie Fahne hinterlassen haben, als wir diese Kolonien aufgeben mußten.(Lebhafter Beifall.) Wir können uns jedem unparteiischen Richteriyruch über die deutsche Schuld beugen, aber wir müssen jeden Spruch ablehnen, � bei dem_ der Beklagte nicht gehört wird und bei dem chie Parteien Richter in eigener Sache sind. Wir begrüßen alle Bestre» bimoen in Deutschland, die Aufklärung über die Entstehung des Weltkrieges verbreiten, und wir fordern die Wahrheitssucher aller Nationen auf, darauf zu dringen, daß die A r ch i v e aller Nationen für die Forschung so geöffnet werden, wie Deutschland seme Achhioe im Bewußtsein seines guten Rechtes und seines guten Gewissens geöffnet Hot.(Lebhafter Beifall.) Wir sind gebeugt, aber wir sind nicht gebrochen. Gebeugt, aber nicht gebrochen stehen wir in dieser Gegenwart und erwarten die Zukunft. Grüß« in dieser Zeit tiefster Not jeder Deutsche iein Vaterland, und gelobe ihm Opferwilligkeit und Treue. Im Unglück erst zeigt sich, daß ein Bolk wirklich Nation ist. Hurra zu rufen in den Zeiten des Glücks, in dem Gedanken cm den Glanz, der von einem Lande ausgeht, das ist leicht. Treue zu halten, wenn Opfer oefordert werden, das ist schwer, aber da beginnt erst das Nationole. Lossen Sie mich enden mit einem Wort, dos aus dem Auslande gekommen ist, einem Spruch, den die Auslandsdeutschen ihrer armen Heimat der Gegenwart sandten: Deutschland, Deutschland über alles, und im Unglück nun erst recht, Erst im Unglück läßt'? sich sagen, ob die Liebe frei und«cht. Und so soll es weiter klingen oon Geschlecht« zu Geschlecht: Deutschland, Deutschland über alles, und im Unglück nun erst recht. (Tosender Beifall und Händeklatschen.) Der Reichskanzler, der nachmittags in privater Angelegenheit in Tübingen weilte, ist abends dach Versin zurückgereist. Der LViöerhall in Frankreich. Die Rede Strcsemanns ist in den meisten Pariser Blättern vom Montag morgen ausführlich wiedergegeben, jedoch noch wenig kommentiert. Das„Petit Journal" sieht in der Rede die Bestäti- gung dafür, daß in der Reparaticms- und Ruhrfrage eine neue Politik beginne. Stresomonn glaube nicht an übernatürliche Ereignisse. Der Hauptpunkt in seinen Erklärungen sei das wieder- holte Bekenntnis zum Willen einer aktiven Politik. Hin» sicht'ich der Art der Aktivität habe Strefemann mit uubefchreibbarer Geschicklichkeit Angaben gemacht, die den Wunsch zeigten, zu einem positiven Resultatzu gelangen. Wenn man die Angelegen» Die Erdbebenkatastrophe in Japan. Tokio nud Yokohama teilweise zerstört. Viele tansend Tote.Ingal heit ins Auge faffe, bie er angegeben habe, fo erscheine biefes Resultat allerdings noch weit entfernt. Aber der Ranzfer fei so vorsichtig gewesen, zu erflären, daß er noch nicht das letzte Wort gesagt habe und zu einer Diskussion mit den Alliierten bereit fei. Man muß sogar in diefer Beziehung darauf hinweisen, daß Stresemann durch die Eindringlichkeit, mit der er die wirtschaftliche Die Erdbebentatastrophe, die Japan heimgesucht hat, stellt sich Ein Flüchtling aus Lofio, der in Tomiofa eintraf, beridy. Einheit predigt, er nicht vor der Aussicht auf direkte Berhand als die größte dar, die über das Inselreich im fernen Osten herein- daß die Zahl der Toten und Verwundeten in die Hunderttausent. lungen mit Frankreich und Belgien zurückschrede. gebrochen ist. Japan ist nach den neuesten Meldungen von allen ginge. Bereits bei dem ersten Erbstoß brachen in Tokio an zah Der Figaro" schreibt unter der großen Ueberschrift Niemals Berbindungen mit der übrigen Welt abgeschnitten. Die einzigen reichen Punkten der Stadt Brände aus. Unter den großen Gehat ein deutscher Reichskanzler eine so gemäßigte Sprache Nachrichten tommen über China. Nachstehend eine Zusammenhäuser, das faiserliche Theater und Arsenal und das Klubhaus der bäuden, die abgebrannt sind, nennt man eins der größten Waren. geführt": Man fönne die Ausführungen des Kanzlers folgender ftellung aus den Telegrammen, die uns über die Ratastrophe zu Senatoren. Die Feuersbrunst mußte nach dem Bericht diefes Augenmaßen charakterisieren: nerföhnlichere Absichten als je gehen. zuvor, aber hinsichtlich der unmittelbaren Berwirtlichungsmöglich= zeugen rafend fortgeschritten sein, da sämtliche Wasser: cheirer aoasmeldung aus Shanghai tamen bei der Erd- leitungen unterbrochen waren. In einem Umkreis von feiten feine neue Entscheidung. Eine Annäherung an den franzöfi- bebentatastrophe in Tokio und Botohama 100000 men- 10 Kilometern fah man nur ein einziges ungeheures Flammenmeer, schen Standpunkt sei deutlicher als je zupcr. Zum erstenmal habe ichen ums Leben. Das Arjenal von Zofio ging in die Luft, tas sich immer mehr ausbreitete und nach und nach die Vorstädte ein deutscher Reichstanzler es gemagt, eine wirtschaftliche wobei mehrere Tausend umtamen. Die Stadt Atami wurde von Tokio zerstörte. Gleichzeitig ging ein ungeheurer BoltenEntente zwischen Frankreich und Deutschland herbeizumünschen, 3erstört, wodurch 7000 Menschen gefötet wurden. Die Stadt brudh nieder, der jedoch der Feuersbrunft feinen Einhalt gebot. und diese Entente, müsse man eingestehen, entspreche der Natur der to wurde durch eine Springflut hinweggerafft, wobei 600 Per. In der Gegend von Fuijama waren die Erdstöße am heftigsten. Dinge. Die Kohlen des Ruhrgebietes und das Eisen Lothringens fonen den Tod fanden. Einer Reutermeldung aus Ojata zufolge ist eine Anzahl von Sommerfrischen und Erholungsorten im Gebirge müssen auf Grund wirtschaftlicher Abkommen miteinander verfettet nach einer drahtlosen Meldung des Dampfers Korea Maru" find tommen sein und ebenso viele in Gotemba. in ganz Japan das kriegsrecht proklamiert worden. find heimgesucht worden. In 2ta mi sollen 6000 personen umgewerden. Das Blatt findet, der Kanzler sei in einem Bunkte über 200000 Menschen in Yokohama ob dachslos und ohne Nahfeine bisherigen Aeußerungen hinausgegangen. Bisher habe er rung.- Reuter meldet, daß man des Feuers in Tofio Herr gemoreinen Weg im Rahmen einer französisch- englischen Entente gesucht. den fei. Das gesamte Stadtviertel der Arbeiter fei eingeäichert. Diesmal fei er einen Schritt weitergegangen. Er münsche, daß die Unterhaltung mit Frankreich andauere. Will er damit von einer Ein Hilferuf. direkten Unterhaltung sprechen?" so fragt der Figaro"," dies märe eine sehr versöhnliche Stimmung, und wir täten Unrecht, menn wir sie nicht zur Kenntnis nehmen wollten. Nach einem Radiotelegramum aus San Franzisto ist Voto ha ma fast vollständig zerstört worden. Das Beben dauerte ungefähr 6 Minuten. Alle in Tofio auslaufenden Eisenbahnschienen sind in einem Umfange von 100 Meilen um die Stadt aufgerissen. In Yokohama ist das Geschäftsviertel vom Erdboden hinweggefegt wor Nach einem Telegramm aus Djata hat der Gouverneur ben. Auf der Halbinsel Itzu wurde die Stadt Itu von der Springon otobama seinen Kollegen von Osata und Kobe folgendes flut davongetragen. Der Einsturz des Eisenbahntunnels von Funtentelegramm gefandt: Meine Stadt ist durch Feuer und Safato, der der größte Japans ift, hat den Lob von 600 Personen ten auf zehntausend geschätzt. Alle Berkehrsmittel find gestört. Bir our Folge gehabt. ein Erdbeben zerstört. Die Verluste an Menschenleben werDer" Matin" hingegen hält es nicht einmal für notwendig, die gute Absicht Stresemanns hervorzuheben. Gegenüber den haben fein Waffer und teine Lebensmittel. Schickt uns sofort Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist ersichtlich, daß Aeußerungen Stresemanns, daß ein wirtschaftlich mit Frankreich Lebensmittel." In Osaka ist das Kriegsrecht verkündet worden. Japan auf einer Strede von 350 Kilometern, t. h. in d. verbundenes Deutschland die größten Friedensgarantien bietet, meint nach einem weiteren Funfentelegramm aus Südjapan find die der Hauptfache zwischen Totio und Diata, durch das Erdder Matin", es gebe fein Beispiel dafür, daß eine wirtschaftliche Städte und Dörfer zwischen Tokio und Ofata so gut mie beben heimgesucht wurde. Gerade die reichsten und bevölkertſten Die Zerstörung wurde Union ohne eine politische Union möglich sei. Zu letzterer gehören er stört. An zahlreichen Stellen stehen die Trümmer in Flammen. Gebiete find davon betroffen worden. aber die Ausführungen der Friedensverträge, und ehe man an eine In Tofio fine von 15 Stadtvierteln 10 zerstört. Die meistens nicht durch das Erdbeben, sondern durch die Feuers: solche Union denten könne, müsse man daran denken, die eingegan- Leichen häufen fich in den Straßen. Die Zahl der Opfer ist zurzeit brünste verursacht, die faft überall ausgebrochen find. Im Umfreis des Heiligen Berges, Hushian, find alle Dörfer zerstört. Auch genen Verpflichtungen zu erfüllen. Stresemann habe darauf be- noch nicht abzuschäßen. Nach einem dort sind mehrere tausend Menschen umgekommen. standen, es sei notwendig, daß die von Deutschland begonnenen Funtspruch aus Tokio find alle Zeitungsgebäude, mit Unterhaltungen andauern, wobei er auch zu Opfern bereit sei. Ausnahme des der„ Nishi- Mishi", zerstört worden. Außerdem Natürlich könne die Unterhaltung fortdauern, aber für Deutschland das Bolizeihauptquartier, das faiserliche Theater, tas Arsenal und sei es doch sicherlich interessanter, wenn fie auch zu etwas führen zwei der größten Bahnhöfe der Stadt. Bei dem Einsturz des Turmes Afatuja wurden 700 Bersanen erschlagen. Die meisten Brüden sind zerstört, wodurch den Bewohnern die Flucht unmöglich mürde. Die Stadt a macu, etwa 130 Kilometer füdwestlich von Tolio, die 13 000 Einwohner zählt und eine der faiserlichen Sommer refidenzen war, ist vollständig zerstört worden. Ueber die europäischen Kolonisten in Japan ist man ohne jegliche Nachricht. Es wird angenommen, daß sich eine große Anzahl von ihnen augenblicklich in der Sommerfrische in den Bergen von Raruicama, etwa 80 Kilometer von dem Erdbebenzentrum entfernt, aufhält. murde. Das Erdbebenzentrum fcheint nach den vorliegenden Meldungen im Gebiet des Fustijama zu liegen, des bekanntlich größten Berges in Japan, dem als einem Siz der Gottheit feit altersher größte Berehrung entgegengebracht wird. Der Berg ist ein vulta. nifcher Regel auf der Insel Nippon, etwa 30 Kilometer von der Südoftlüfte im Westen von Yokohama. Er ist 3745 Meter hoch und gift feit 1707, mo fein letzter Ausbruch erfolgte, als erloschen. Der Faschistentag in Nürnberg. Nach einer Meldung aus Shanghai hat der englische Kreuzer Ein Arbeiter von einem Hakenkreuzler erschossen. Desiatsch Befehl erhalten, sich nach Rap Dokohama zu begeben, Nürnberg, 3. September.( Eigener Drahtbericht.) Der um den Opfern ter Erdbebentatastrophe Hilfe zu bringen. Aus unter dem Protettorat der vaterländischen Verbände, also der New Dort wird mitgeteilt, daß Präsident Coolidge eine BeileidsNebenregierung in Bayern. abgehaltene Deutsche bezeugung an den Mikado gesandt hat und ihm im Namen der Tag" in Nürnberg hat einen blutigen Abschluß ge- Bereinigten Staaten Hilfe angeboten hat. Er teilte gleich funden. Im Laufe des Sonntagabend fam es in der Arbeitervor. Beitig mit, daß einige Schiffseinheiten, die fich augenblicklich im Hafen fladt Steinbühl zu Zusammenstößen, in deren Verlauf der von Bort- Said befinden, Befehl erhalten haben, sich sofort nach Dotohama zu begeben. Studienprofessor an der Nürnberger Fortbildungsschule, Wie das„ Echo de Paris" mitteilt, hat der Seismograph von Der Bericht eines Gerefteten. Paris in der vergangenen Nacht einen 3 weifen fast ebenjo Braun, von der Schußwaffe Gebrauch machte. Der Genosse Das furchtbare Erdbeben, von welchem Japan heimgesucht ftarten Erdff of verzeichnet wie denjenigen, durch den JokoKrämer, ein Mann von 50 Jahren, Vater von fünf Kindern, wurde ein Opfer dieser Schießereien. Ein anderer Ge- wurde, hat alle Verbindungen mit der übrigen Welt abgeschnitten. Ihama zerstört wurde. noffe namens Oberle Begt schwerverletzt im Krankenhaus. Es ver1 tet, daß Braun in Schuhhaft genommen sein soll. Die an anderen Teilen Nürnbergs erfolgten Schießereien von Angehöri gen der vaterländischen Verbände forderten feine Opfer. Die Polizei verhält sich völlig passiv. Die Beteiligung am Deutschen Tag" entsprach nicht im geringsten den Erwartungen der Veranstalter. Selbst nach Schähungen der bürgerlichen Blätter haben sich im Höchftfall 150 000 Teilnehmer von auswärts eingefunden. Auch diese Zahl ist viel zu hoch geschäht. Es dürfte fich bei der ganzen Beranstaltung höchstens um 75 000 Beteiligte gehandelt haben. Arbeit für Frankreich. nicht allzu laut und mit einem verständlichen Mienenspiel, ob sie nicht Devisen verfaujen mollen. So machte es auch Budnemitsch. Er aber hatte gestern das Bech, daß er, weil er allzu eifrig war, auffiel und festgenommen wurde. Zehn dänische Kronen und fieben Dollar hatte er bereits erworben und er stand gerade im Begriff, noch mehr zu taufen, als ein Bolizei. beamter feinen Geschäften ein Ende machte. Die Eröffnung des Westhafens. Heute vormittag wurde der Westhafen feierlich eröffnet. Den auf dem Platz vor dem stattlichen Verwaltungsgebäude fich der sammelnden Bestieilnehmern bot sich ein farbenprächtiges Bild. Von den im Hafen liegenden Schiffen grüßte der Lunte Schmud der Fahnen und Wimpel. Mitglieder des Magistrats und der Etabtverordnetenversammlung, Bertreter Der Staatsregierung, Männer des Handels und der Industrie nahmen an der Feier teil. In seiner Weiherede mies Oberbürgermeister Bö auf die Erschnerungen hin die dem von Stadtbaurat Kaufe begonnenen, von Stadtbaurat Hahn zu Ende geführten Wert durch den Krieg und dem wirtschaftlichen Zusammenbruch bereitet worden sind. Ueber Gelsenkirchen, 3. September.( Eigener Drahtbericht.) Auf den Berlin hinaus follen die Wirkungen sich erstrecken, die von diesem Zechen des Mülheimer Bergwertvereins find die Be Bert erwartet werden. Nicht Wettbewerb mit anderen Hafen legschaften unter em Einfluß der Syndikalisten und Unio- plätzen ist beabsichtigt, sondern in gemeinsamer Arbeit mit ihnen nisten mit den Franzosen in Verhandlungen einge mird Berlin zur Förderung von Handel und Industrie beitragen. treten. Eine Abstimmung, an der sich auch jugendliche Arbeiter Die Berpachtung der Häfer. Berlins an die Berliner Hafen- und unter 14 Jahren beteiligten, hat eine Mehrheit dafür ergeben. zu- Lagerhausgesellschaft( Behala) soll die notwendige Zusammen fünftig für die Franzosen zu arbeiten. Der Beschluß ist unter dem fcffung der Kräfte ermöglichen. Generaldirektor Ulderup von Drud der Syndikalisten und Unionisten zustande gekommen. Die der Behala dankte namens der Belegschaft des Hafens den BehörBedingungen, die von den Franzosen gestellt und durch die Ab- den, der Stadt. Für die Staatsregierung und zugleich für die ftimmung anerkannt wurden, find: Die tägliche Arbeitszeit Reichsregierung sprach Handelsminister Siering. Auf das, Minna- Cauer- Schule legten eine Blumenspende am Grabe nieder. für Arbeiter unter Tage beträgt 8 Stunden, für Arbeiter über was hier die Stadt trotz der Not der Beit geschaffen hat, fann Tage 10 Stunden. Ferner soll eine Lohnerhöhung von 20 Broz. bewilligt werden. Schwankungen am Devisenmarkt. Das Eingreifen der Reichsban? am Freitag brachte in die Stimmung des heutigen Devisenmarktes einige Berwirrung. Der Dollar zog in den Frühstunden allerdings wieder bis auf 12 Mil. Berfin stolz sein. Berlins Bedeutung als Hafenplatz für den Umschlagverfehr ist durchaus nicht so gering, wie es manchem scheinen mag: Trotz allem Schweren, das uns noch bevorsteht, wollen wi: nicht die Hoffnung aufgeben, daß es mit der deutschen Wirtschaft wieder vorwärtsgehen wird. Dem Andenken Minna Cauers. werden Am Sonntag wurde das vom Bildhauer Kurt Kroner Minna Cauers Grab ist jetzt mit einem Den Emal geschmüdt geschaffene Wert, eine Porträtbüste der Verstorbenen, mit einer schlichten Feier enthüllt Auf dem Matthäus- Friedhof an ber Großgörschenstraße versammelte sich eine ansehnliche Schar vor Frauen und Männern, die der unermüdlichen Kämpferin für die Rechte der Frau noch einmal an ihrem Grabe huldigen mollten. Gefang eines Frauenterzetts leitete die Feier ein. Minna Cauers Belensarbeit wurde in Gedenkreden gewürdigt von der ihr eng befreundet gewefenen Frau Schurgast, dem Pfarrer Niethad- Stahn, dem Minister a. D. Haenisch und der Regierungsrätin Else Lüders. Genosse Haenisch stellte nebeneinander Minna Caver und August Bebel, die beide für die Gleichberechtigung der Frau gekämpft haben und in unerschütterlichem Glauben an ihre Sache frog Spott und Hohn ihren Weg gegangen sind. Schülerinnen der Ueberfall mit Messer und Säure. Ein Raubüberfali von unjäglicher Roheit wurde in der vergangenen Nacht in Tempelhof pon fünf Burschen auf einen Deutschamerikaner Lothar Kühn verübt, der sich studien halber in Berlin aufhält. Nach einer furzen Anrempelung fielen die Kerle mit dem Messer über Kühn her und brachten ihm Stichwunden am Hinterkopf und über dem linken An die Feier schloß sich ein gemeinsamer Rundgang durch das Auge bei. Während der Ueberfallene am Boden lag, begoffen Hafengelände. Eine Schilderung der Hafenanlage hat der wärts" bereits Sonntag gebracht. Ruhiger Verlauf des Sonntags. Bor- fie ihn noch mit Säure, so daß er die Besinnung verfor. Als er wieder zu sich fam, waren die Wegelagerer verschwunden. Sie hatten ihm die Brieftasche mit 175 amerikanischen Dollar und 150 Millionen in deutschem Gelde geraubt. Die Berbrecher find ungehindert entkommen. Wetter für morgen. fionen ar, doch erfolgten zu diesem Kurse recht wenig Räufe. Im weiteren Berlaufe mehrte sich die Abgabe am Devisenmarkt, infolgedessen der Kurs bis auf etwa 11 Millionen gedrückt wurde. Gegen 1 Uhr nannte man ihn mit etwa 10 750 000. Das Zurüd: Die Bersammlungen am Sonntag nahmen fämtlich einen ruhigen Das Riud im Elternhaus, Schule und Berufsbildung lautet gehen ist jedoch, wie gesagt, vorwiegend der Erwartung einer neuen Berlauf. Die Beteiligung war nur gering, lediglich die Bersammlung das Thema eines Vortrags, den Ingenieur Eggert vom Städtischen Intervention zuzuschreiben. Auch am Effettenmarkt ist die in der Brauerei Königstadt hatte etwas regeren Zuspruch. Zu ein Berufsamt am Dienstag, den 4. d. M., abends 4,8 Uhr, in der großen Stimmung nicht ganz einheitlich. Der Rückschlag an der Freitag zelnen Bersammlungslokalen wurde ein geschlossener Anmarsch Aule der Schule Reichenberger Str. 131/132 bor Elternbeiraten aller RichSchlußbörse hat das Publikum teilweise zu Verkäufen oder kleinerer Gruppen meist jugendlicher Kommunisten mit tungen bält. Der Vortrag findet mit Zeichnungen und Apparaten ftatt aber mindestens zur Zurückhaltung veranlaßt. Außerdem hat es den roten Fahnen versucht. Diefe Gruppen von 20 bis höchstens 600 und behandelt die, wichtigen Einzelthemen Berufswirtschaft, Psychologie, -Shgiene und-Ethit. Anschein, als ob die Steuergelt er jegt, langfam vom Markt Mann wurden überall mühelos durch die Schutzpolizei auseinanderabfließen. Auf einigen Gebieten allerdings bewirkte das Eingreifen beamte fichtbar wurden. Nur an einer Stelle( Schwedter Straße) gebracht, zum Teil löften fie fich von selbst auf, sobald Schußpolizei der Spekulation etwas beträchtlichere Kurssteigerungen. wurde ein nachdrückliches Einschreiten nötig. Der Besuch der Ber fammlungen war sehr schwach und blieb überall hinter den jrüheren Demonstrationspersammlungen erheblich zurüd, so daß ſo. gar einige wegen zu geringer Beteiligung nicht zur angefeßten Zeit, sondern erst um 11 Uhr bepinnen fonnten. Die höchste Besucher zahl betrug etwa 3000. Sie ist nur in einer Versammlung erreicht worden. In der Brauerei Friedrichshain, bei Kliem, in der Königsbant usw. hatten sich etwa 2500, in anderen Versammlungen 2000 oder 1000, in einigen nur mehrere 100 und in einer faum 50 Mann d. 3. alle in den Abieilungen befindlichen Männermarken à 100, eingefunden. Nach Schluß der Versammlungen wurden an einigen Stellen, so am 300 und in der Hauptstraße in Schöneberg wiederum Zugbildungen versucht, boch war auch hier die Schußpolizei fofort zur Hand und löste die Züge auf. 1 holländ. Gulden 8. September Käufer Berkäufer ( Brief-) Rues ( Gelb-) Stars Berfäufer ( Brief-) Sturs 3809500.3127800.31. Auguft Räufer ( Geld-) Sturs 4019850 4070150 8321675.448875.- 451125.4078800.8338385. 4081200.1 argent. Pap. Beio 1 belgischer Frant 1 norweg. Krone 1 dänische Krone 8790500, 3112200.1596000.- 1604000.- 1683780.- 1692220.. 1795500.- 1804500.- 1915200.- 1924800. 2593500.2765900.1 fawedische Serone 2606500.- 2753100.1 finnische Mart. 287280. 1 japanischer Jen 1 italieniste Sire 4788125.- 4761875.- 5048360.421050, 4428090. 1 Bfund Sterling 1 Dollar 1 französisch. Frank 1 brasilian. Milreis 418950.288720.5068640. 4451010. 48890000.- 44110000.- 46882500.- 47117500. 9675750.548625.927675.1 Schweizer Fran! 1745625. 1 spanische Beseta 100 österr. Ser.( geft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoflaw. Dinar 1296750.Festnahme eines wilden Devisenhändlers. Beim Devisenhandel am 300 ertappt und festgenommen wurde gestern ein 35 Jahre alter Russe Wolf Budnewitsch, der sich wohnungslos in Berlin aufhält. Am Bahnhof 300 befindet sich, wie auch an anderen Bahnhöfen, eine Wechselftube die von Auslän dern sehr viel in Anspruch genommen wird. Geschäftstüchtige Leute unter der zweifelhaften Gesellschaft, die sich am 300 aufzuhalten pflegt, machen sich schon seit geraumer Zeit diesen Berfehr zunuhe. Die Polizei ist schon wiederholt gegen diesen wil. 581.45 ben Devisenhandel eingeschritten, aber die Händler 98245. find versichtig und schwer zu faffen. Sie schleichen sich an die an109725.- 110275.- tommenden oder abreifenden Ausländer heran und fragen, natürlich 9724250. 10274250.- 10395750. 551375. 5825040. 5854060, 932325. 9775050. 9824050. 1754375. 1865325. 1874675. 1303250. 1396500. 1403500. 14763. 14837. 305235. 306765. 578.55 97758.Berlin und Umgegend. Mild und zeitweise aufflarend, jedoch überwiegend bewölkt bei auffrischenden südwestlichen Binden, feine oder uner hebliche Niederschläge. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Kaffierer! Der erweiterte Bezirksvorstand hat in seiner Sigung vom 1. September beschlossen, daß bis zum 15. September 150, 300 und 600 m. sowie die Frauenmarten à 40, 60, 100 und 200 M. einzuziehen sind. Außerdem die 3ufahmarten für Juni à 500 und 200 m. sowie die Eintrittsmarten à 50, 2500 und 1000 m. Alle hier aufgeführten Marken sind bis zum angegebenen Termin einzuziehen und bestimmt mit der Abrechnung des 2. Quartals 1923/24 abzuliefern. 3. A.: Aler Bagels.. 7. Kreis Charlottenburg. Die Bereinigung der Rinderfreunde spielt jeden Montag und Donnerstag im Jugendheim, Rosinenstr. 4, von 5-7 Uhr. Die Eltern werden gebeten, thre Kinder dort hinzuschicken. 1. Areis Schöneberg- Friedenau. Dienstag, den 4. Geptember, S Uhr, wichtige Besprechung der Frauenleiterinnen aller Abteilungen im Lofal des Genoffen König, Feurig- Ede Prinz- Georgstr. Abteilung. Dienstag, den 4. September, 7 Uhr, Schulaula Culmite. öffentliche Mieterversammlung. Thema:„ Die Septembermiete und was nun?" Abt. Charlottenburg. Dienstag, ben 4. September, 7% Uhr: Borstandssitung in der Wohnung des Abteilungsletters. 107. st. Alf.Glienice, Faltenberg. Dienstag bend 8 Uhr Vorstandssigung in der Bohnung des Genossen Osten. Gewerkschaftsbewegung Die Spaltung der Gewerkschaften. Die„ Rote Fahne" läßt die Maske fallen. In der Sigung der Bezirksleitung von Brandenburg der KPD. m 15. August fogte der bekannte Kommunist Schumacher u. a.: Wir müssen uns einen Apparat für das revolutionäre Bro. tetariat schaffen. Der gegetene Apparat find die Betriebsräte. Diesen Apparat müssen wir bearbeiten und ausbauen, aber nad) einem festen Organisationsplan. Das Endresultat wird sein die Spaltung der Gewerkschaften, und darum müssen wir unser ziehe n. Der„ Daily Herald" gefährdet. 1. Strifte Beachtung der Berordnung vom 12. Februar 1920; 2. Bornahme von Entlassungen nur nach Kürzung der Arbeitszeit; Der am 6. September stattfindende Gewerkschaftstongres foll 3. Schnelle Anpassung der Löhne an die Geldentwertung; 4. Be- t. a. auch über das Schicksal der einzigen in England täglich er muzung des öffentlichen Facharbeitsnachweises bei Einstellungen. Bon den Behörden wird gefordert: Aufhebung aller Bestim aus Bertretern der Gewerkschaften und der Arbeiterpartei bestehende scheinenden Arbeiterzeitung, des Daily Heralds", entscheiden. Eine mungen, die geeignet sind, die Beschäftigungsmöglichkeit gastwirt Rommission hat die gegenwärtige Lage und die Voraussichten dieser schaftlicher Arbeitnehmer zu beeinträchtigen. Berlängerung de: Bolizeistunde bis 1 Uhr nachts, Aufhebung des teilweisen Tanz- Beitung geprüft, und zwar mit dem Ergebnis, daß fie dem Kon verbots, Ermäßigung der Beherbergungssteuer, Ausdehnung der greß vorschlägt, den„ Daily Herald" vom 30. September ab eingehen zu lassen. An diesen Beschluß fnüpft die Zeitung Berordnung gegen Betriebsatbrüche und Stillegungen auf das folgende Bemerkungen:„ Als der„ Daily Herald das offizielle Organ Gastwirtsgewerbe, Ausdehnung der Dauer der Erwerbslosen. Der Arbeiterpartei wurde, mußte es leicht erscheinen, eine tägliche unterstügung auf 39 Bochen. Die Generalversammlung erklärt, alle Maßnahmen, die auf Auffage von 500 000 zu erreichen. Bei einer solchen Auflage würden eine Beschränkung des gefunden Gaftwirisgere bes hinauslaufen, auch feine finanziellen Schwierigkeiten entstanden fein. Wir er da Dutzende von Industrien, Staat und nur 300 möglichstes tum, um auch die Union dazu heranzu Gemeinde in beträchtlichem Umfange auf die Einnahmen aus dem auf die Propaganda unserer Leser angewiesen. Wir werden nicht wird in feiner Weise an den etwaigen Auswüchsen im Gastwirts vergehen sehen, sondern werden Tag für Tag gegen das Todesurteil Gastwirtsgewerbe angewiesen find. Durch solche Maßnahmen müßig dastehen und die Mühen und Arbeit vieler Jahre unnüß gemerbe etwas geändert, noch haben diese Maßnahmen irgend anfämpien." welchen Einfluß auf den Alkoholverbrauch, noch weniger auf die Lage der Bevölkerung. Im gegenwärtigen Augenblick find diese Maßnahmen lediglich geeignet die Schwierigkeiten, unter denen die Diese offene, zielbewußte Organisierung der Zertrümmerung der Gewerkschaften erschien einem anderen Mitglied de: Bezirks leitung vorläufig noch für bedenklich, obwohl auch dieses Mitglied der Meinung war, daß fünftig alle Bewegungen durch die Betriebsräte geführt werden müßten. Darauf erwiderte Schumache: ganz logisch: Wenn man die Gewertschaften nicht spalten mill müssen roir sofort die Betriebsrätebewegung auflösen. Da man das aber nicht fann müssen wir einen Apparat zur Ablösung der Gemertschaften schaffen. Nach diesem Vorschlage von Schumacher ist von Ruth Fischer ein Organisationsplan ausgearbeitet worden, der am 20. Auguft von der kommunistischen Betriebsräteversammlung angenommen worden ist. Nach diesem Vorschlag ist ein Jn dustriegruppenausschuß" von 152 Vertretern für Berlin zu wählen. Auch die Namen der zu wählbaren Vertreter hat die Ruth Fischer den revolutionären Betriebsräten gleich vorgeschrieben, damit diese fich nicht zu sehr den Kopf zerbrechen sollen. Diese Hampelmänner der Ruth Fischer, die ihrerseits von Moskau geleitet wird, sollen nun die Gewerkschaften ablösen". Auch der Vorschlag, am 9. Sep. tember einen Betriebsrätetongreß nach Berlin einzuberufen( falls er perboten werden sollte, nach Sachsen), stammt von der Ruth Fischer. Die Rote Fahne", die bisher den Plan, die Gewerkschaften mit Hilfe der Betriebsrätebewegung zu zerstören, abzuleugnen verfucht hat, schreibt nunmehr in ihrer Sonntagsnummer: Arbeitnehmer zu leiden haben, zu vermehren. Es ist nicht anzunehmen, daß der Gewerkschaftstongreß dem Borschlag, den" Daily Herald" eingehen zu lassen, zustimmen wird. Wahrscheinlich wird er in irgendeiner Form den Gewerkschafts. mitgliedern eine finanzielle Verpflichtung zur Erhaltung des„ Daily Herald" auferlegen. Neue Buchbinderlöhne. Die mit dieser Spitzmarke versehene Notiz, die in unserer Sonntagnummer erschien, bezieht sich auf die Kartonnage branche. Der Arbeitsnachweis des Deutschen Musikerverbandes ist in den Um die Ausbeutung de: an sich schon genug gestraften Arbeits. lofen durch private und geme: bsmäßige Stellenvermittler zu unterbinden, fordert die Versammlung das Berbot diefer Stellenvermitt lungen im Gastwirtsgewerbe gemäß§ 48 des Arbeitsnachweisgefeßes. Der Arbeitsminister wird ersucht, schnellstens von seinem Recht nach diese: Richtung hin Gebrauch zu machen. Berlangt wird fermer die Einführung der Meldepflicht für offene Stellen öffentlichen Arbeitsnachweis des Bezirks Mitte vom 25. Auguſt ab im Gastwirtsgewerbe gemäß§ 49 des Gefeges.... Die Rommuniften hatten sich eine Bandwurm- Resolution in übergeführt worden. Die vorläufige Unterbringung ist in den der Rosenthaler Straße anfertigen lassen und setzten zum General. Räumen Neue Friedrichstr. 35, Eingang Rochstr., erfolgt. sturm an. Die Resolution nimmt gegen die Haltung der Verwals Geschäftszeit: Montags und Dienstags von 9 tis 3 Uhr, Mittwochs, tung zum Generalstreit Steliung, verlangt die Führung der Kämpfe Donnerstags, Freitags und Sonnabends von 9 bis 5 Uhr und Sonnauf der sogenannten breiten Grundlage und schließlich den In- tags von 11 bis 1 Uhr. Der Arbeitsnachweis ist unter Norden 988 duftrievertand, um die politische Macht, ferner die Betriebe und die durch Fernruf zu erreichen. Produktion zu übernehmen. Der Ortsverwaltung wird das Vertrauen entzogen. Der Borsigende Saar erklärte, daß die Verwaltung mit ihrer bisher eingenommenen Haltung stehe und falle, er feste fich in energischer Weise mit der fommunistischen Opposition auseinander und fündigte an, daß man fünftig auf jeden Trumpf der Oppofition zwei Trümpfe setzen werde. Wenn man von der Berwaltung eine andere Haltung verlangen wolle, solle man sie absehen und ruhig dem Mißtrauen der Kommunisten zustimmen. Heuchlerisch schreit die ganze Meute: die Betriebsräte, die Kommunisten wollen die Gewerkschaften spalten. Zum Schutz ihrer" Gewerkschaften sehen die Severing, Richter und Genossen den ganzen Polizeiapparat in Bewegung, um alles, was irgend- Die Versammlung beschloß mit 4- Mehrheit die Mißtrauens. wie nach revolutionären Betriebsräten riecht, zu verhaften, Resolution der Kommunisten abzulehnen und nahm mit derHaussuchungen vorzunehmen, zu schifanieren und zu verfolgen. felben Mehrheit eine Vertrauens- Resolution an. Mit eben der In Wirklichkeit ist aber das, was diese Leute unter Gemert- selben Mehrheit wurde beschlossen, einen Antrag, der den General schaften" verstehen nicht die große gewaltige Maffenorganisa. ftreit auf die Tagesordnung setzen wollte, abzulehnen. tion des Proletariats zur Erhaltung und Besserung ihrer Der Textilarbeiter- Verbandstag ebenfalls vertagt. Existenz, sondern ist es der bureaukratische Spigen apparat, den sich diese Leute geschaffen haben, und den sie Der Deutsche Textilarbeiterverband hatte seinen alle zwei Jahre heute restlos dem Stinnes- Kapital zur Verfügung stellen. abzuhaltenden Verbandstag auf die Zeit vom 10. bis zum 15. SepWie wäre es möglich, daß die Gewerkschaften durch die tember nach Raffel einberufen. Durch die Verhängung der Ber Polizei vor den Betriebsräten, d. h. vor ben unmittelbaren fehrsfperre im belegten Gebiet bis zum 15. September Organen der Arbeiterschaft in den Betrieben, geschüßt werden und ihre weitere Verschärfung haben die großen Mitgliedschaften müssen, wenn nicht die Führer der Gewerkschaften eine Politik des Verbandes im Rheinland und in der Pfalz feine Mögbetreiben würden, die sich gegen die Maffen und gegen die Ge- lichkeit, ihre Delegierten zum Verbandstag zu entfenden. In Ver· wertschaftsmitglieder richtet. Weil dem so ist, weil die bindung mit der Tatsache, daß die Ueberstürzung der Inflation die Geme: tschaftsleitungen rein gar nichts unternehmen, um das Kosten der Tagung außerordentlich gesteigert hat, und eine sofor Proletariat vor dem Berhungern zu schüßen, deshalb find tige Anpassung an die Geldentwertung nicht möglich ist, hat der die Betriebsräte gezwungen, selbst die FühVorstand des Deutschen Textilarbeiterverbandes beschlossen, rung des Kampfes gegen das Kapital in die die Einberufung der Generalversammlung auf Hand zu nehmen. einen fpäteren Zeitpunkt zu verschieben. Es soll allen Delegierten die Teilnahme an der Tagung ermöglicht werden. Das ist der Plan Schumacher- Ruth Fischer. Wer noch so naiv mar, zu glauben, es handle sich bei der angeblich revolutionären Betriebsrätebenregung um ein unabhängiges Gebilde zur Betämp fung von Auswüchsen, der fann jeht nicht mehr im Zweifel fein: Mit Hilfe der Betriebsräte mollen die ie mit ben Fashisten verkündeten kommunisten, bie Be Eine strengglänbige Firma. Bom Zentralverband der Fleischer wird uns geschrieben: In Alt- Stralau 54/55 hat die ausländische Darmfirma Ban Sport. Rennen zu Hoppegarten am Sonntag, den 2. September. 1. Rennen. 1. Taffo( M. Schmidt), 2. Paloma( Elflein), 3. Herbststurm ( Briegel). Foto: 52:10. Blag: 19, 16, 71: 10. Ferner liefen: Wirbel, Catania, 2. Rennen. 1. Ditrea( D. Schmidt). 2. Alhambra( Rimmermann). Sardanapal, Crescendo, Mozart, Salzgraf, Fahneneid, Jſer. 3. Marquise( M. Tarras). Toto: 26:10. Plag: 14, 16, 20:10. Ferner liefen: Rostoa, Goldmark, Cycne, Ondina, Obhut, Arienta, Lenor, Viola, Porba Westfalica, Lachsalve, Margita. 3. Rennen. 1. Famulus( Raftenberg). 2. Rotborn( W. Tarvas). 3. Aberglaube( Zimmermann). Toto: 38:10. Blag: 20, 67:10. Ferner liefen: Graf Ferry, Constanza, flüchtling. 4. Rennen. 1. Luftpoft( Ludwig). 2. Bendwolte( S. Samidt). 3. Basalt ( Rosina). Toto: 26:10. Blag: 15, 17, 21: 10. Ferner Tiefen: Weiße Dame, Eisenkrone, Mette, Limone, Solo, Bharifäer, Schneeberg, Bergofer. 5. Rennen. 1. Rinaldo( 8immermann). 2. Claudius( W. Tarvas). 3. Hampelmann( F. Rafper). Toto: 77: 10. Blag: 22, 20, 32: 10. Ferner tiefen: Willana, Verilles, Raftelbinder. Gimplicite, Paris, Lämmergeler, Orplid. 6. Rennen. 1. Lorenze( Olejnit). 1. Rönig Midas( S. Schmidt). 3. Fuchsmajor( D. Schmidt). Koto: Lorenze 15: 10. Blag: 14:10. Toto: König Midas 8:10. Flag: 13:10. Ferner liefen: Galerie, Mortala. 7. Rennen. 1. Jemsch( Olejnik). 2. Jlfenstein( M. Dreißig). 8. Weistrik ( Ludwig). Toto: 64:10. Blag: 25, 28, 35:10. Ferner liefen: Larma, Rubel, Billiger, Alamund. Sanguiniter, Dagobert, Filipov, Sallunte, Gantt Thomas, Rleingeld. Bogtämpfe im Großen Schauspielhaus. In dem schönen Ruppelbau des Großen Schauspielhauses fanden Sonntag vormittag vor gut besuchtem Hauſe Borfämpfe ftatt, die fich infolge außerordentlich langer und ermüdend wirkender Bausen bis in den Nachmittag hineinzogen. Als erstes Baar standen Saffe Berlin( 115) und 335I- Röln( 115) im Ring. Die ersten Runden wurden mit foarfem Tempo geführt, lieken dann aber fehr nach. Saffe hatte in Böhl einen ebenbürtigen Gegner. Die lebhaft geführte legte Runde tonnte an bem Resultat nichts mehr ändern. Der Kampf endete nach 6 Runden mit Unentschieden. Im Ausscheidungstampf zur Mittelgewichtsmeisterschaft standen fich Grimm( 184) und Antonomitfd)-Bremen( 143) im 15- Stunden- Rampf gegenüber. Antonowitsch, ber alles auf eine Rarte gefegt hatte, begann den Rampf mit scharfem Tempo, wurde aber durch die schmeren 4- Unzenschläge Grimms ſtart angefchlagen und mußte einige Male au Boden, bis er völlig Gamfon gegen Schmidt II, der sich ben Arm ausgefugelt hatte, fämpfte fe erfchopit dem techniſch guten Grimm ben Buntthes überlassen mukte. An Stelle Crefeld u. Fabre ihr Domizil aufgeschlagen. Die beutiden arbeits mertschaften zerstören, um die mehrlos gerechtlichen Verhältnisse sind ihr zuwider, deshalb lehnt sie es gett( 139) gegen regler( 142) über 10 Runden. Nachdem Dreßler start machte Arbeiterschaft den Unternehmern aus prinzipiell ab, einen Tarifvertrag mit der zuständigen Organisation mitgenommen war, fonnte er mit Mühe ben Schlägen Biegerts ftandh Iten, der aber nur einen Bunktsieg erfämpfen fonnte. Seitmeife war ber Rampt zuliefern. Arbeiter, seid auf der Hut und mehrt euch! zu tätigen. Als am Montag, den 13. Auguft, die Belegschaft ihre recht flau. Wiegert unterließ das gut ausnußbare Rachfehen und Drehler Arbeit aufnehmen wollte, wurde sie durch streibende betriebsfremde machte den Eindrud eines halbtrainierten Gegners. Im Testen Rampf ftanden Arbeiter davon abgehalten. Nach Beendigung des Generalftreits bie beiden Febergewichtler at Broots. England( 118) und Enfel. am Mittwoch, den 15. Auguft, wurde die Arbeit geschloffen wieder Köln( 116) im Ring. Der schöne, technisch gute Rampf endete nach 10 Stunden aufgenommen; doch wurde der Belegschaft folgender Revers zur Unterschrift vorgelegt: Die Hotelangestellten zur Wirtschaftskrise. Abfuhr der kommunisten. Die Generalversammlung des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Caféangestellten am 31. August beschieh gegen wenige Stimmen die Annahme einer Resolution, in der es heißt: Die augenblickliche Wirtschaftskrise, die zu einem allgemeinen Rüdgang im Gastwirtsgewerbe geführt hat, die Beranlassung für zahllose Entlassungen und Einführung der Kurzarbeit ist, wird durch die hohe städtische Beherbungssteuer, durch die bestehenden Einschränkungen des Gewerbes und noch weiter geplante Maßnahmen tatastrophal verschärft. Die vorhandene Arbeitslosigkeit wird durch die Rückkehr von Taufenden von gastwirtschaftlichen Angestellten aus den Kur- und Badeorten vermehrt. Für einen großen Teil der weiblichen Arbeitnehmer wirft erschwerend hinzu, daß fie nach Lage der Berhältnisse im Gastwirtsgewerbe darauf angewiesen sind, beim Arbeitgeber zu wohnen. Diese Arbeitnehmer haben also neben der Tatsache der Arbeitslosigkeit auch mit dem Fehlen einer Wohngelegenheit zu redhmen. Die Bezahlung möblier ter Zimmer wird fast unmöglich. Um diese Notlage nicht weiter zu verschärfen, fordert die Generalversammlung von den Arbeit gebern: Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstraße 83 85 Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Morgen, Dienstag, abends 6 1hr im Kriegervereinshaus, Chauffeestraße Funktionärkonferenz der BBMJ.- Betriebe. Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Berlin W 50besonders kräftigend u.erfrischend Potsdamerst. 122 Alte Gebisse auch zerbrochene pro Zahn 1 Million bis 20 Millionen MarkenZigaretten Gold-. Dublee-, Silberbruch kauft zum billigst bei Tageskurs Zahn- Ankaufsstelle Herschdörfer B.Zymelski, Weißenburger Str. 32 stofenthaler Str. 50. Wirklich gut und preiswert kaufen Sie noch im Volksschuhhaus ISMA Köpenicker ( 1. Hause des Neuen Volkstheaters) Straße 68 Riesige Auswahl In schwarz. u. farbig. Herren- u. Damenstiefeln sowie Halbschuhen, KinderDas " Durch Unterschrift erkläre ich mich einverstanden, ab heute für die Zeit von 14 Tagen zur Aushilfe eingestellt zu werden. Alle Leute, welche nach Ablauf dieser Frist noch in unferem Betriebe arbeiten, werden wieder in ein neues festes Arbeitsverhältnis aufgenommen. Der Unterzeichnete verpflichtet sich, sämtliche Streiftage nach zuholen, und zwar an jedem Sonnabend von morgens 7 Uhr bis nachmittags 2 Uhr zu den während der Streifzeit gültigen Lohnfägen.( Sonnabends wurde bisher nicht ge arbeitet, weil die Firma streng orthodox ist.) Es wird ein neuer Betriebsrat gewählt, dem feine Mitglieder des alten Betriebsrats angehören dürfen." unentschieden. Rabrennen in Treptow. Die Beendigung einer längeren Rennpause und bas schöne Better hatten bozu beigetragen, daß die feine, aber zurzeit einsige Bahn einen recht guten Besuch aufzuweifen hatte. Die beiden ersten Läufe des 10. und 20.Rilometer- Rennen hinter Motor konnte Soffmann unter Führung von Stäfer aus der Führung in guter Form gewinnen. Im Ge famtflaffement der brei Läufe hatten Schrefeld und Hoffmann die gleiche Bunktzahl, doch erhielt lepterer durch seine zwei Siege den ersten Plag. Die Flieger und Amateurrennen wurden recht flott gefahren. Vor Beginn ber Rennen bereiteten die Fahrer ihrem Kameraden Adolf Sufchte eine Trauertundgebung, indem sie mit schwarzen Schleifen unter den Klängen des Liedes:„ Ich hatt einen Rameraden" eine Runde fuhren. Resultate: Preis vom Piänterwald über 10 Rilometer hinter Motor: 1. Soffmann 10,26 Min: 2. Jenste 130 Meter zurild; 3. Schrefeld 1140 Meter aurid. Preis der Oberspree, über 20 Rilometer hinter Motor: 1. Hoffmann Mahlfahren über 3 Runden: Amateur- Punktfahren 6 Buntte; 2. Schrefeld 6 Buntte; 3. Jenste. 1. Raujotat; 2. Linser Länge zurüd; 3. Ruger. über 20 Runden: 1. Baffenheim 15 Bunfte; 2. Mar 14 Punkte; 8. Schwindt 14 Punkte. Punktfahren für Berufsfahrer, über 30 Runden: 1. Teglaff Ausländische, strenggläubige Kapitalisten kommen also nach 16 Buntte; 2. Rimmermann 13 Buntte; 3. Naujokat 9 Punkte. Deutschland, um hier aus den ausgemergelten Arbeitsbienen große Berantwortlich für Bolitik: Richard Beruftein, Berlin- Wilmersdorf: Birtſchaft: Gewinne zu ziehen. Nach außen hin mimt man den ausländischen Artur Caternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Eztoru, Wohltäter, mutet aber gleichzeitig dem Arbeiter zu, 5 Tage für Berlin; Feuilleton: R. 8. Döscher, Wilmersdorf; Lotales und Sonstiges: Die Arbeiterschaft Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Frik Karstäbt, Wilmersdorf: Anzeigen: h. Glode, Berlin. 8 000 000 Papiermart zu arbeiten! Drud: Borwärts- Buchbruderet wird sich diese Firma besonders merken müssen. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GB. 68, Lindenstraße 3. Schokolade Verkäufe Nähmaschinen. 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