Nr.415 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 207 Bezugspreis: Bom 1-8. September 1 Million Mark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vont 1.- 8. Geptember für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet fowie Defterreich u. Sugemburg 1500000 M., für das übrige Ausland 1 750 000 M. Bostbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Beit", ber Unter haltungsbeilage, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 150000 Mk. Muzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillegeile toftet 800 000 M. Reklamezeile 4000000. Rleine Anzeigen" das fettgebruckte Bort 260 000 W.( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 130 000 Stellengesuche Das erfte Wort 130 000 jedes weitere Wort 100 000. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 80 000 0. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Redaktion: Dinhoff 292-295 Fernsprecher: Berlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 6. September 1923 Deutsch- französische Diskussion. Paris, 4. September.( WTB.) Journée Industrielle" sagt bei der Anleihe noch auf dem des Bankenfomitees vom Juli 1922. Besprechung der Stuttgarter Rede des Reichskanzlers, fie stelle ein Aber dieses System habe zur Enttäuschung geführt, man müſſe etwas Angebot dar, Verhandlungen aufzunehmen. Ueber besseres machen. die von der französischen und der belgischen Regierung aufgestellten Bedingungen für derartige Berhandlungen, d. h. über die Einstellung des paffiven Widerstandes bringe die Rede Stresemanns jedoch auch nur eine illuforische Formel. Das könne eine gewisse praktische Bedeutung haben, die sich wie folgt formulieren laffe: Der deutsche Reichskanzler wolle und fönne nicht in der Deffentlichkeit über die Frage des passiven Widerstandes verhandeln, aber er neige vielleicht dazu, in geheimen Verhandlungen ein Rompromiß anzustreben, das den Weg für Berhandlungen über die deutsch- französische Frage in vollem Umfange freimache. Dies Kompromiß bestände auf der einen Seite in politischen und psychologischen Bedingungen, an die sowohl deutscher. wie franzöfifcherseits die Aufnahme von Berhandlungen geknüpft sei, auf der anderen Seite beträfe es den Kern der produktiven Pfänder selbst. Die erste Frage sei die, wie die Be teiligten einen günstigen Verhandlungsboden aus findig machen tönnten, der zweite Bunft sei der, wie man sich eine allgemeine Regelung zu denten habe. Journée Industrielle" fragt sich, ob Frankreich diese Partie wagen solle. Es scheine, daß man ohne Illusionen und mit einem höchsten Maß von Vorsicht es Stresemann überlassen fönne, auf distretem, zuverlässigem Wege mitzuteilen, wie weit seine Anpassung an die Tatsache der Ruhrbefeßung" gehen würde. Deutschland müsse Zahlungsmittel finden, die nicht periodenweise seinen Wechselkurs umstürzen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Finanzdiktatur! Der Dollar steht auf 20 Millionen vielmehr er stand gestern einige Minuten lang auf diesem Punkte. Die Notiedie den amtlichen Kurszettel schmückte, ist praktisch nahezu rung, die zu diesem Kurse vor der Berliner Börse erfolgte, und wertlos geworden. Ist doch den großen Devisenkäufern nur ein 3 weihundertstel, den kleinen, die weniger als 100 bis 200 000 Goldmark verlangten, ein 3 wanzigstel In die äußeren Anleihen Deutschlands haben sich die Bläu- ihrer Nachfrage zugeteilt worden. Sieht man von den fpebiger des Reiches nicht einzumengen, außer wo sie als Gegenleistung tulativen Käufen ab, so muß man sich doch fragen, welchen für die Zahlungen einen Teil der deutschen Einnahmequellen bes Sinn eine Devisennotierung haben soll, zu der fast kein Imanspruchen können, auf die sich ihr Privileg und ihr Pfandrecht porteur mehr fremde Zahlungsmittel erhalten fann. Der bezieht. Möge Stresemann bei Vertiefung dieser Studien seine ganzen Volkswirtschaft drohen aus einem solchen Zustand die lebhafte Intelligenz und sein großes rednerisches Talent betätigen. Schwersten Gefahren. Wie soll die Lebensmitteleinfuhr, wie die Kohleneinfuhr finanziert werden, wie sollen die vielen Warenübertragungsgeschäfte im Inland- z. B. die Uebernahme von amerikanischem Schmalz aus den Konsignationslägern, die gesetzlich zugelassen und handelsüblich geworden find, einigermaßen funktionieren, wenn der wirkliche Bedarf an fremden Devisen an der Börse nicht mehr gedeckt werden fann? Englische Vorbehalte. London, 5. September.( WTB.) Der Pariser Berichterstatter des Daily Telegraph" schreibt, Dr. Stresemanns Rede habe der franzöfifchen Regierung zu denten gegeben. Seitdem der deutsche Kanzler die Frage einer wirtschaftlichen Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich erwähnt habe, befasse man sich an amtDie Folgen sind auch sofort eingetreten. Wochenlang licher Stelle wieder mit dem Gedanken und es sei möglich, bevor noch wurde die Mart in Berlin schlechter bewertet als in New York, Poincaré feine versprochene Rede halte, die Auffassung der franzö- gestern hingegen hat sich die Mark in New York schlech fischen Regierung über diese Frege anzugeben, die, worauf nicht erit fer gestellt als in Berlin. Nach dem dortigen Geldkurs der hingewiesen zu werden brauche, industrielle Länder wie England Mart mürde man in Berlin einen Dollarkurs von 25 Milinteressieren müsse. Stresemann tönne sich darüber freuen, lionen zu verzeichnen haben, nach dem Brieffurs einen solchen daß seine Rede ein sympathisches Echo gefunden habe, denn sie habe von 20 Millionen. Die Nachfrage nach fremden Zahlungsbei einer sehr hohen Bersönlichkeit in Paris das Eingemitteln, die im Inland nicht befriedigt werden kann, wendet ständnis hervorgerufen, daß eine fich jetzt also in steigendem Maße den Auslandsbörsen zu. Die Mart droht so, nachdem sie zu einer taum noch fichtbaren Größe des internationalen Geldverkehrs zusammengeschmolzen ist, gänzlich als Zahlungsmittel zu verschwinden. Wieder gehen die Preise sprunghaft in die Höhe, wieder ist in zwei Tagen die Kauffraft des Lohnes um 50 Prozent gefunden, wieder ist die Lebensmittelversorgung quch aus dem Inland trotz der reichen Ernte in erhöhter Ge= fahr, weil fein Mensch mehr seine Ware gegen einen Erlös fortgeben will, dessen Kauffraft von Minute zu Minute schwankt. wirtschaftliche Allianz mit Deutschland Paris, 5. September.( Eca.) Der„ Temps" beschäftigt sich heute in unvermeidlich und wünschenswert sei. Wie stelle sich die franzöfifche einem Leitartikel mit den deutsch- franzöfifchen Beziehungen. Er Regierung zu dem Gedanken einer derartigen wirtschaftlichen Bertommt zunächst auf die Ausführungen von Raumers zurüd und einbarung? Frankreich brauche den deutschen Kofs und Deutschland meint, die letzten Ausführungen von Raumers näherten sich erheb- brauche das franzöfifche Erz. das Ruhrgebiet und Lothringen müßten lich denjenigen Gesichtspunkten, die die französische Presse seit lan- zusammenarbeiten, denn sie hingen von einander ab. Es werde gem vertreten habe, nämlich, daß man die Situation Deutschlands erklärt, daß Frankreich, wenn es die Versicherung habe, daß Deutschnicht sanieren kann, so lange der Ruhrkampf andauert. Seit der land aufrichtig nach einer wirtschaftlichen Vereinbarung strebe, hinter lezten Rede von Raumers hätten sich noch mehr welcher keine anderen Beweggründe stecken, die Anzeichen der Entspannung in Deutschland bemerkbar gemacht. In der Rede, die Stresemann am Sonntag gehalten hat, würden mehrere Säße als Appell an Frankreich aus gelegt. Gewisse deutsche Blätter haben diese Sätze hervorgehoben. Natürlich haben Preffekommentare nicht immer denselben Bert. Aber man gibt sich wahrscheinlich keinen allzu großen Illusionen hin, menn man feststellt: In Deutschland gibt es nunmehr eine größere Anzahl von Personen, die verstanden haben, daß es unmöglich ist, ihr Land ohne ein demnächstiges Arrangement mit Frankreich Verhandlungen mit den deutschen Industriellen Es ist klar, daß diefe außerordentlich verschärffte Situation wieder aufnehmen wird, die ermächtigt sind, im Namen des Deutschen Reiches zu sprechen. Es werde sich feineswegs um eine Frage Maßnahmen von ungewöhnlicher Tragweite erforderlich macht. privater Verhandlungen mit einzelnen Magnaten oder gar einer Alle Hinweise auf die ungeheuren Schwierigkeiten einer Gruppe von Industriellen handeln. Die Leute der äußersten Rechten, die bisher den Standpunkt veriraten, daß ein politisches Einvernehmen mit Deutschland undentbar sei, würden vielleicht erstaunt fein, wenn sie erfahren, daß die franzöfifche Regierung der Auffassung sei, daß eine wirtschaftliche Allianz mit Deutschland durch eine Art von politischer Entente wieder auf die Beine zu bringen. Der„ Temps" beschäftigt sich so- ergänzt werden müsse, in dem Sinne, daß ein wirtschaftlicher Bertrag dann mit einigen Stellen der Rede Stresemanns fowie mit einem die besten Garantien bieten würde, die Frankreich überhaupt gegen Interview, das der Vertreter des„ Daily Expreß" mit dem Reichs- cder ein französisch- deutsches industrielles Kartell" feien, wie man einen deutschen Angriff haben tönnte. Ein wirtschaftlicher Bloc" fanzler hatte, aus dem man eventuell die Schlußfolgerung ziehen glaubt, weit billiger als in jeder Generation ein Krieg. Der Gebante tönnte, daß Herr Stresemann beabsichtige, einen Drud auf Eng eines Rartells sei vorgeschlagen worden, und ob dies weiter verfolgt Iand auszuüben. Auch sonst sei ein gewisser Widerspruch zwischen Herrn von Raumer und Herrn Stresemann zu verzeichnen. Herrn werden wird, werde davon abhängen, was im Ruhrgebiet und im von Raumer zufolge müsse man den Ruhrkonflikt regeln, um die werde nichts weiter verfolgt werden, wenn es den Reparationen von Raumer zufolge müsse man den Ruhrkonflikt regeln, um die Rheinland während der nächsten Tage oder Wochen geschieht. Es Lage Deutschlands zu fanieren. Herrn Stresemann zufolge müßte Abbruch tut, es werde nichts ernstlich aufgenommen man aber scheinbar im Gegenteil die Lage Deutschlands sanieren, werden, bis die Reparationen gezahlt find. um den Ruhrkampf fortzusehen und Alliierte gegen Frankreich finden zu können. Der Berichterstatter erklärt, vor drei Monaten habe ein Meinungsaustausch zwischen französischen Beamten und Bertretern der deutschen Industrie Hinsichtlich der Pfänder meint der„ Temps", daß ein Sperling in der Hand besser sei als die Taube auf dem Dache. Stresemann versichert, Frankreich habe unrecht, menn es auf den stattgefunden, darüber, was in gewissen Eventualitäten getan werden Rheineisenbahnen bestehen bleibe; aber das Pfand, das er tönne. Die Mitglieder des Comité de Forges und die zu antiete, nämlich die gesamten Reichseisenbahnen, sei durch dieser Körperschaft gehörenden Sachverständigen hätten genau die Irrtümer seiner Borgänger recht zerbrechlich geworden. Das gewußt, was stattfand und außerdem alles erfahren, was über den allgemeine Vorrecht auf aile Güter des Reiches und auf alle Ein- industriellen Reichtum im Ruhrgebiet in Erfahrung gebracht werden nahmequellen, die Deutschland aus dem deutschen Privatbesitz ziehen konnte. Der Berichterstatter fährt fort, die französische amtliche könne, bestehe bereits durch den Artikel 248 des Versailler Vertrags Erklärung bezüglich dieses vorgeschlagenen französisch- deutschen wirtaber es habe nichts eingebracht. Man habe vielmehr dieses schaftlichen Uebereinkommens laffe unvermeidlich zwei Erwägungen Privileg dant der schlechten Finanzverwaltung des aufkommen: Reichs und dant den manövern der deutschen Birt. 1. wenn das Einvernehmen eine vollständige Tatfchaft entzogen. Strefarn zeige nicht eine Taub auf dem fache werde, obgleich fie von Reparationen abhängig sei, müsse eine Dache, sondern nur einen Schatten. Franzosen und Beigier wollten nicht ewig im Ruhrgebiet bleiben. Um fie aber zum Fortgehen zu bringen, müsse man effetfive Zahlungsmittel finden und beibringen. längere nicht festzustellende periode vergehen, bevor es in Wirksamfeit treten tönne. Welches würden die Wirkungen auf die britische Metallindustrie sein? Würde der dadurch geschaffene Bett bewerb die britischen Schwerindustriellen berühren? 2. Sei die Erklärung, wenn nicht eine Drohung, so doch Ueber das alles beherrschende Problem der Zahlungs wenigstens ein Hinweis auf eine separate Attion, die von mittel, fayreibt das Blatt, fei die Rede Stresemanns erstaunlich Frankreich beabsichtigt würde, für den Fall, daß feinerlei Verein unklar. Stresemann scheine unter Zahlungen nur die Annuitäten barung mit Großbritannien über die Mittel erzielt wird, die angezu verstehen, die die Zinsen der Schuldforderung darstellen. Seiner nommen werden müssen, um Deutschland zum Zahlen zu bringen? Auffaffung zufolge fönnte Deutschland nur mit Hilfe einer inter- Der Berichterstatter erklärt, im Zusammenhang damit müsse nationalen Anleihe in Rapital bezahlen und er ftelle fich vor, crneut betont werden, daß, solange Poincaré für die Repadaß diese Anleihe von den Alliierten gemeinsam mit Deutschland rationspolitit Frankreichs verantwortlich sei, feinerlei Abänderung geordnet werden müsse. Der Kanzler habe zweifellos nicht Zeit der französischen Forderungen stattfinden könne. Er habe felbft gehabt, diese Fragen in der Cegten Zeit zu studieren. In der Frage erklärt, daß, wenn er aufhöre, diese Politik zu kontrollieren, Frankder Jahresleistungen stehe er noch auf dem Standpunkt des englisch- reich darauf bestehen würde, daß sein Nachfolger sie zur Durchführung amerikanischen Arrangements vom letzten Winter und in der Frage bringt. Lösung der Finanz- und Währungsprobleme helfen uns nichts mehr. Die Reichsregierung mit der größten parlamentarifájen Grundlage, auf der je ein Reichskabinett zustande tam, muß des Letzte daranfeßen, um dem so oft berufenen, jetzt aber fast unvermeidlich gewordenen Zusammenbruch entgegenzuwirken. Sie muß von den großen Rechten, die ihr die Volksvertretung verlieh, Gebrauch machen und mit einer Finanzdiktatur den Verfall von Währung, Wirtschaft und Bolk aufhalten. etwa im Prinzip falsch gewesen wären, sondern daran, daß Nicht daran, daß die bisher getroffenen Notmaßnahmen ihr wirkungsgrad nicht ausreichte, krankte die bisherige, seit dem Abgang Cunos geführte Währungs- und Finanzpolitit. Man hatte sich von der Verwahrlosung der grauenvollen Wirklichkeit entsprach. Darum blieben die NotReichsfinanzen nicht die Vorstellung machen können, die der steuern trotz ihrer Größe ein Tropfen auf den heißen Stein. Man hatte die Devisennot des Reiches unterschätzt, den Wider. stand der Devisenbesizer gegen eine freiwillige Abgabe zu gering angesehen. So mußte auch die erste 3wangsmaßnahme zur Devisenerfassung trotz der Drohung mit Zuchthausstrafen den Devisenmarkt fast unberührt laffen. Der von dem ungeheuren Anwachsen der schwebenden Schuld des Reiches und der infolge dessen beschleunigten Tätigkeit der Notenpresse gespeiste Geldmarkt blieb flüssig wie je, nahm die zur Markstügung verwandten Devisenmengen ohne weiteres auf, die Nachfrage nach fremden Zahlungsmitteln stieg, anstatt sich zu vermindern. Es ist undenkbar, daß man nach dieser Erfahrung bei den getroffenen Maßnahmen stehenbleiben kann. Ohnehin drängt die Finanzpolitif des Reiches zu einem Ausbau. nachdem die erschlossenen Einnahmequellen nicht ausreichen, um das Defizit auch einigermaßen zu decken. Mit Recht be tonen auch fast alle Befürworter einer Goldwährung, daß die Schaffung eines neuen Geldes erst dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn der Staat auf die Notenpresse nicht mehr angewiesen ist. Sonst würden auch die neuen Goldnoten bald durch die Notenpresse zu dem gleichen Schicksal verurteilt wer den, das der Papiermark beschieden war. Nun ist es jedoch unmöglich, den Staatshaushalt ins Gleichgewicht zu bringen, ohne daß eine feste Werteinheit besteht. Das Streben nach einer Goldwährung, diftiert durch die Erfordernisse der Wirtschaft, muß also auch im Inter esse des Staates so schnell als nur möglich greifbare Erfolge zeitigen. Bei dem gegenwärtigen Mißverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben des Staates erscheint es allerdings fraglich, daß das sofort, sozusagen über Nacht möglich ist. Es ist jedoch ein« andere Frage, ob nicht schon die k o n s e- quente Fortfuhrung einer auf die Schaffung einer neuen Goldwahrung gerichteten Währungs- und Finanzpolitik für die Wirtschaft einen Zustand der B e- ruhigung zu schaffen vermag, der die schlimmsten Wirkun- gen des Balutaeleuds aufzuhalten imstande ist. So verdichtet sich das Finanz- und das Währungsproblem zu der Forderung, daß unter allen Umständen die fach- lichen Vorbedingungen für die Einführung einer neuen Währung geschaffen werden müssen, ganz gleich, ob man diese sofort oder erst nach einer Uebergangsfrist errichten will. Ein Wesentlicher Schritt dazu ist schon die Entlastung der Notenpresse durch die Abschaffung der Vierteljahreszah- lung der Beamtengehälter. Dadurch braucht jetzt am Quar- talsanfang nur ein Drittel derjenigen Schulden neu eingszo- gen zu werden, die sonst mit der Zahlung der Beamtengehälter notwendig war. Eine gleiche Verringerung erfährt der Be- darf an Zahlungsmitteln. Aber auch dieser Schritt, dem die Beamten nur schweren Herzens zugestimmt haben, ist erst ein kleiner Anfang in der Politik des notwendigen Ab- baues der Staatsausgaben. Diese werden in einer geradezu erdrückenden Weise gesteigert durch die Lasten des Ruhr- kampfes. Man kann nicht nachdrücklich genug fordern, daß die an die besetzten Gebiete erteilten Kredite auf das schleu- nigste eingeschränkt oder mindestens auf eine wertbeständige Grundlage gestellt werden. Man muß weiter fordern, daß auch sonst durch«ine Vereinfachung der Staatsverwaltung und der Steuereinziehung die Vrewaltungsausgaben des Staates vermindert Werden, ebenso wie es unabweisbar ist, daß durch eine schnelle Anpassung der Tarife von Eisenbahn und Post an die Geldentwertung das Defizit der Betriebs- Verwaltungen aus der Welt geschafft wird. Die Umstellung der Kreditpolitik auf wert- beständige Grundlage ist leider zu spät begonnen worden, aber immerhin jetzt im vollen Gange. Damit wird gleichfalls eine wesentliche Vorbedingung zur Schaffung einer neuen Wäh- rung erfüllt, eine Quelle des Markverfalls verstopft. Darüber hinaus ist es aber notwendig, daß nun endlich dem Reiche die- jenigen Devisen zur Verfügung gestellt werden, deren es zur Durchführung einer Stützungsaktion für die Mark ebenso sehr bedarf wie zur Aufrichtung einer neuen Währun». Die Schaffung des D e v i s e n f o n d s ist durch die Verordnung über die Devifenabgabe eingeleitet. Der Erfolg steht noch nicht fest. Sicher aber ist, daß die Verordnung eine große Zahl von Lücken enthält. Wer nicht zur Zwangsanleihe ver- anlogt war, wird von ihr überhaupt nicht erfaßt. Diejenigen aber, die zu gering veranlagt waren und sich ihrer Steuerpflicht so in hohem Maße zu entziehen vermochten, kommen auch bei dieser Abaabe zu gut weg. Wer gar erst sein Goldoermögen überhaupt nach der Veranlagung zur Zwangsanleihe erworben hat, bleibt ganz abgabefrei. Es ist notwendig, daß die Ungerechtigkeit, die in diesen Bestimmungen gegen den ehr- lichen Steuerzahler enthalten ist, beseitigt wird. Ohne Verzug sollten Maßnahmen zu einer weitergehenden Er- f a s s u n g sämtlicher in Prioathänden befindlichen Devisen getroffen werden. Es ist unbedingt notwendig, daß das hierfür zuständige Reichswirtschaftsministerium und das Reichs- sinanzministerium alles tue, um durch die B e r e i t st e l- lung ausreichender Goldwerte die Schaffung einer neuen Goldwährung zu beschleunigen. * Es ist höchste Zeit, daß nunmehr entscheidende Maßnah- mtzn erfolgen. Man darf vor diktatorischen Ein- griffen nicht mehr zurückschrecken, nachdem die ersten Ver- suche zeigten, daß die Anfangsmaßnahmen zu milde waren. Keinesfalls jedoch darf die Regierung auf halbem Wegs stehen bleiben. Und deshalb sollte jetzt mit größter Beschleuni- gung die Sanierung der Währung und!»r Reichsfinanzen durchgeführt werden._ Aulhebung des Grob-stamburger Belagerungszustandes. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat d ie preußische Staatsregic- rung den Ausnahmezustand über die zum preußischen Staatsgebiet ge- hörenden Teile des Wirtschaftsbereichs Groß-chamburgs aufgehoben. Yokohama und Tokio. Don Bernhard Kellermann Die«igenartisc Schönheit der nun zum großen Teil zcrstiirten Stiidte Toiohoma und Tokio hat wie kein zweiter B. Kcllermann in seinem bei Paul Casjirer. Berlin, erschlencnen„Spazier- gang in Japan" festgehalten. Seit Commodore Perry vor eirva fünfzig Iahren in der großen Bai von Fedo erschien, einige Schisse in den Grund rqnnte und in aller Freundschaft Zlmerikas Wunsch, Handelsverbindungen mit Japan anzuknüpfen, ausdrückte, ist F o k o h a m a jener Platz, wo der Westen dl« Segnungen seiner Kultur, Strohhüte, Hosen, Fahr- rüder, Nähmaschinen, Pastoren usw. ablagert. Am Hafen entlang zieht sich das europäische Viertel, ein Dutzend Straßen nur. Hier sind die Hotels, Bapken, Konsulate, Sttgenturen der Schiffahrtskompagnien, Berwalmngsgebäud'e. Auch«ine Kirche steht dort: denn wenn die Engländer und Amerikaner umziehen, nehmen sie immer gleich ihre Kirche mit. Hier herrschen die Europäer und in ihrem Schatten leben die armen Jinrikishakuli und ein« Menge von freundlichen Ehtnesen. Dann aber beginnt sofork die japanische Stadt. Sie ist noch ganz japanisch. Einige Radfahrer und ein Schock Blaßgesichter und europäisch gekleideter Japaner zerstören den Eindruck nicht. Auch die vielen Panamahüte, die die Laxaner tragen, die paar Schutz- lcute in weißer' Uniform und jener junge japanische Flaneur, der vollkommen einheimisch«kleidet ist und nur rote große Glacehand- schuhe trägt auch sie sind nicht imstmvde, Yokohama in eine euro- paische Stadt umzuwandeln. Zwischen dem europäischen Viert«! und der japanisckien Stadt entdeckte ich einen kleinen Park blühender Kirschbäume. Zuerst sah ich, wie die Japaner, einer wie der andere, aufmerksam und sehn- süchtig zu den-Knaspen emporblickten, nach eitzigen Tagen mit heißer Frühlingssonne aber lustwandelten sie heiter genießend in den blühenden Alleen. Die Kinder und klen�n Mädchen waren in zarte rote Farben gekleidet, so daß sie ganz' in den Blüten verschwanden und kaum zu sehen waren. Sie selbst glichen kleinen blühenden Kirschbäumen. In Dokohama bestand mein« ganze Beschäftigung tagelang darln, in den Straßen umherzugehen, und ich kam"tagelang nicht aus dem Staunen heraus. Das ganze Leben Japans liegt hier vor den Augen ausgebreitet, und man sieht in Japans Herz, das so alt und so nobel ist. wie durch ein Fenster in ein Haus. Diese Straßen sind«in Labyrinth, ein Netz, ein'Gewimmel, und ob man auch ftlin-denlang darin wandert, immer scheinen es dieselben Straßen zu sein, die gleichen Häuser, die gleichen Gesichter. Ja, selbst die Farben sind überall gleich, ein mattes Braun der Häuser und ein verblaßtes Blau der vielen Kimonos. Ueberall das gleiche Gewimm-l und überall trippeln und läuten die Holzschuh« in der gleichen Weise. Die Leute trippeln dahin, lächeln, plaudern, verbeugen sich: nie sieht man eine» bösen Blick oder Streit, ein« friedliche, freundliche Zuneigung regelt den Verkehr Die Iinrikishas mit den braunen schwiaenden Kuli gleiteri; pfeilschnell durch die Meng«, Verkäufer mit fliegenden Läden an einer auf der Schulter getragenen Stange balo-eiexn mit singenden Rufen durch das Gewimmel. Die Straßen fmd Mg und truiM. Die Häuser haben nur ein Crd- EingeftänönM. Es gehört in der deutschnational-völkischen Presse jetzt schon zum guten Ton, die Arbeiter des Ruhrgebiets als Dolch- stößler zu verunglimpfen, ihnen nachzureden, daß sie den Franzosen in die Hände arbeiten lind dergleichen schöne Dinge mehr. Selbstverständlich sind diese Arbeiter abwechselnd Kommunisten oder Sozialdemokraten» wie es gerade für die Beweisführung paßt. Denn es kommt den Deutschnationalen ja darauf an, rechtzeitig einen Sündenbock zu suchen für den Fall, daß eines Tages doch die Endbilanz über den Ruhr- konflikt gezogen werden muß und dann sich grauenhafte Dinge über das Verhalten gewisser Patrioten herausstellen sollten. Die Beschaffung des Alibis wird allerdings nicht ganz leicht fein und das Reden über den sozialistifch-kommunistifchen Dolchstoß dürste den Etappenkriegern wohl vergehen. In- dessen ist es nicht ganz unnütz, schon heute aus deutfchnatio- naler Quelle nachzuweisen, daß die Erzählungen über den Dolchstoß dunnnes Zeug sind. In der deutschnationalen Scherlpresse findet sich ein vom 3. September datierter Brief eines Sonderkorrespondenten aus dem Rnhnrsvier, der sich gegen angebliche Flaumacherei in Berliner Blättern wendet und dabei auf die in einigen Bergwerksbetrieben eingesetzte „passive Resistenz" der Arbeiter hinweist. Dann führt der Korrespondent aber fort: Aber tatsächlich ist diei» Krise zunächst wieder vor- über. Es ist einzuräumen daß die Gewerkschasien sich hier ein großes Verdienst erworben haben. Nicht zuletzt ihrer ver- nünftigen Gegenarbeit ist es gelungen, daß die passive Resistenz jetzt auf nur fünf Schachtanlagen des Essener Reviers lokalisiert worden ist, und zwar handelt es sich um die Zechen Graf Bsust, Helene. Emil, Gustav und Elise. Der Korrespondent muß weiter eingestehen, daß sogar das kommunistische„Ruhrecho" die Arbeiter vor„den sehr gut bezahlten Agenten d-r französischen Regie- rung" warnt, denn für die französischen Imperialisten arbeiten, bedeutet, daß die betrogenen Kumpel vom Regen in die Traufe kommen", sind das„Ruhrecho" schließt— wieder nach dem Scherlschen Sonderkorrespondenten— mit der Aufforderung:„Macht euch den Weg frei, um euch der fran- höfischen Ausbeuterbrut zu entledigen." So reden doch wohl nicht gerade„Dolchstößler"? Von den Gewerkschaften— und zwar von den freien wie den ch r i st l i ch e n— versichert der deutschnationale Be- richterstatter, daß sie„unbedingt fest am Halse" seien. Aber auf der anderen Seite deutet er an, wo der Widerstand tat- sächlich durchlöchert wurde: Gewiß hat sich die Zahl derer leider nur allzu sehr gemehrt. die die Franzoscnzüge benutzen: gewiß verkauf! der Geschäfts- mann, wenn es nicht zu umgehen ist. dem Polln ein paar Zigaretten oder eine Haarspange für„5a petite". Das sind Dinge, die nokwendig einreißen mußten. Da diese Dinge„notwendig einreißen mußten", scheint also selbst in dem deutschnationalen Auge des Kriegskorre- spondenten nicht mehr alles fo zu sein, wie es sollte. Wes- wegen man wahrscheinlich im„Völkischen Beobachter" und anderen Rechtsblättern offen vom„Hochverrat" der Arbeiter sprechen zu dürfen glaubt._ Geßler gegen Zeigner. Zu den Angriffen des sächsischen Ministerpräsidenten Dr. Zeigner gegen den Reichswehrminister in der„Sächsischen Staatszeitung" erklärt das Reichswehrministerium: Nach der Rede Dr. Zeigners in Leipzig am 7. August erklärte das Wehrkreiskommando 4 dem Reichswehrministerium, daß es einem ehrliebenden Soldaten nicht mehr zugemutet werden könne, mit dem Ministerpräsidenton Dr. Zeigner zusammen die Verfassungsfeier zu begehen und überhaupt weiter mit ihm zu oerkehren. Der Reichswehrminister schloß sich dieser Auffassung dahin an, daß er das Wehrkreiskommando fernmündlich anwies, eine gesonderte Derfassungsfeier abzuhalten und jeden persönlichen Verkehr mit Dr. Zeigner solang« zu geschoß, sie sind aus dünnem Holzwerk und Papier. Dazwischeft stehen da und dort einstöckige, schmale Häuser, die wie schwere Lack- kästen aussehen und chinesisch» Formen zeigen: kleine gepanzerte Festungen. Das sind feuersichere Maren- und Schatzhäuser. All« anderen Häuser aber sind nach der Straße zu offen und man sieht die Leute drin hantieren, wodurch der Eindruck des Gewimmels noch erhöht wird. Ein ewiger Jahrmarkt ist die Straße. Der Fußboden der Häuser liegt etwa in Kniehöbe über der Straße und ist mit Matten belegt. Darauf knien die Kaufleute, Gehilfen und Käufer. Sie hocken neben dem unvermeidlichen kleinen Kohlentopf, in dm sie jeden Augenblick die Pfeife ausklopfen. Barbiere, Schnei- der, Sockennäher, Apotheker, Händler, Kuchenbäcker, Holzschuh- macher, Schreiber, Holzschnitzer. Alles liegt offen, und überall ist man emsig. Die Bäcker rühren den Teig, gießen ihn aus heiße Bleche, es kracht und knattert, sie rollen, schneiden, formen und stapeln ein Heer von kleinen gelben, grünen und rosigen Kuchen auf, die wie Seife aussehen. Ein Mattenflechter reiht Halm an Halm und verknüpft sie mit zwei grünen Schnüren, ein achtjähriger Holzschneider schneidet ruhig und still die schwierige» japanischen Schriftzeichen in einen Stempel. Hier hat ein Zimmermann als ein Zeichen seiner Geschicklichkeit eine Art Tempeltor aus glatten geschälten Stämmen vor seiner Werkstatt errichtet, so schön und künstlerisch, daß es die beste Empfehlung für ihn ist. An jeder Straßenecke stehen die Iinrikishas, und die Kulis kauern auf dem Boden bei einem kleinen Kohlenfeuer, rauchen ihre Pfeife und wer- den nicht müde, ewig zu wiederholen: Riksaw, gentleman? Rikshaw, mister? Riksaw, sir? Die Kinder tummeln sich, die Mütter säugen ihre Kinder im Gehen. Die Mädchen haben lange, scharf gerade geschnitten« Stirn- locken und klein« schwarze Schöpfe, die jüngeren Knaben sind wie Mönche geschoren, nur ein Teller blieb stehen, oft nur ein Schopf, so groß wie ein Taler. Zuweilen sieht man eine regelrechte Tonsur. Die Kinder werden in Bändern auf dem Rücken getragen und oft sind es ganz kleine Mädchen, die ihre jüngeren Geschwister auf dem Rüchen schleppen./ Sahst du sie nicht? Eben gingen zwei kleine geputzte Tänze. rinnen vorüber und sahen dich neugierig an. Ihre langen Schleifen setzen wie bunte Libellenflügel aus. Dazu find die' Straßen von oben bis unten mit verwirrenden Schriftzeichen bedeckt. Pfähle mit Schriftzeichen, Täfelchen, Papier- la.ternen. Und noch etwas muß gesagt werden, will man von den Straßen sprechen:«in Wald von Telegrckphensiangen zieht sich an den Häusern entlang, oft so eng, daß kaum eine Jinrikisha passieren kann. Aber dieses Heer von Stanasn, das die Häuser überragt, paßt auf- fallmdcrtreise gut zu dem Bilde. Laß die Sonn« scheinen und alles wird in Farben keuchten, die Kleider der kleinen Mädchen und Kinder werden wie bunte Schmetter- ling« erscheinen, die Sonne wird die blitzblanken Läden und Werk- statten erhellen und die Papierlaternen durchleuchte». Laß es regnen, dann tauchen mächtig« Papierschirme in den Straßen auf, türohinäntel, und die Leute geizen in knappen, vor- sichrigen Schritten auf den hohen Stelzenschuhen dahin. Der Abend kommt, die Straßen wimmeln von mattleucktcndrn Papierlaternen und Miriadcn verwirrender, rätselhafter Schrist-eichen, die erst lebendig werden, sobald die Lampen brennen. Die Leute kauern lesend und schreibend in den Läden, die Basare sind belagert. Die vermeiden, bis die durch diese Red« geschaffen« Lag« geklärt sei. Daß hierdurch die d i e n st l i ch e n Beziehungen zur sächsischen Regierung nicht betroffen waren, geht aus dem schriftlichen Befehl des Reichswehrministers vom 22. August hervor, durch den der Ver- kehr mit der sächsischen Regierung im wesentlichen auf die Fälle be- schränkt wurde, wo„öffentliche Notstände oder Gefährdung der öffentlichen Ordnung gemäß§ 17 des Wehrgesetzes ihn erfordern". Diese Anschauung liegt auch der telephonischen Mitteilung der Reichskanzlei an den Ministsrpräsidenten Dr. Zeigner vom 21. August zugrunde. Der Reichswehrminister hat die Gründe seiner Hallung gegen- über dem derzeitigen sächsischen Ministerpräsidenten schon vor einiger Zeit dem Neichskabinett mitgeteilt, von einer Inanspruchnahme der Oesfentlichkeit jedoch abgesehen, um im Interesse der Staatsoutorität nicht das beschämende Bild eines Kampfes zwischen einem Minister der Reichsregierung und dem Minister eines Landes zu geben. Auch wir sind der Meinung, daß die äußere und die wirt- fchastliche Lage des Reichs sich so gestaltet hat, daß innerpoli- tische Zerklüftungen in diesem Augenblick etwa soviel bedeuten würden wie Komplikationen, die den Tod des Patien- ten herbeiführen. Es fragt sich nur, wie man solche Kompli- kationen vermeidet und ob die Erklärung des Herrn Geßler dazu ein geeignetes Mittel ist. Zunächst wurde nur mitgeteilt, daß ein Verbot an das Wehrkreiskommando 4, mit der sächsischen Regierung dienstlich zu verkehren, überhaupt nicht er- gangen sei, es handle sich um einen Irrtum, der auf ein tele- phonisches Mißverständnis zurückzuführen fei. Da sich diese Version als nicht haltbar erwies, greift man zu einer anderen und schafft subtile juristische Unterscheidungen zwischen persön- lichem und dienstlichem Verkehr. Zum Ueberslrch wird eine dritte Rotleitung gelegt, man gibt zu, daß auch der d i e n st- liche Verkehr eingestellt worden ist, abgesehen von Fällen öffentlicher Notstände, Die Regierung Zeigner ist aber die verfassungsmäßige Regierung eines deutschen Einzelstaates, das Verhältnis der Reichswehr zu ihr ist nach den G e- setzen und nicht nach militärischen Ehrbegriffen zu ordnen. Danach wird man verstehen, daß in Sachsen gegen das Reichs- wehrministerium eins Erregung besteht, die auch durch die widerspruchsvollen Erklärungen, die in der strittigen Ange- legenheit abgegeben worden sind, nicht beseitigt werden kann. Die Loslösung der Reichswehr von den illegalen Organi- sationen ist eine der Bedingungen, von denen die Sozialdemo- kratie ihre Mitarbeit in der Reichsregierung abhängig ge- macht hat. Zugleich erhebt sich di« dringende Notwendigkeit, ein geordnetes und auf Vertrauen begrün- detes Verhältnis zwischen dem Reichswehr- Ministerium und den verfassungsmäßigen einzelstaatlichen Regierungen herzustellen und damit einen Sprengkörper zu beseitigen, der dicht an den Gleisen der deutschen Reichspolitik liegt. Preußischer Staatsrat. Der Preußisch« Staatsrat hielt Mittwoch nachmittag eine Voll- sitzunq ab. Nach der Wahl von 10 Mitgliedern zur Verstärkung des G e m e i n d e a u s l ch u s l e s für die Beratung des Entwurfs einer Preußischen Kreisordnung stimmte das Haus dem Gesetzentwurf über die Aufhebung einiger polizeilicher Aus- sichtsbefugnisse im Fe u er v e r s i ch e r u ng s w e s en> zu und nahm dann den Entwurf eines Beschlusses über das Stimm- recht der Studienrät« bei den P r o v i n z i als ch u l. kollsgien an, wonach die Studienräte bei den Provinzialschul- kollcgien Stimmrecht in dem gleichen Umfange wie die übrigen schul. technischen Mitglieder der Provinzialschultollegien haben. Schließ. lich stimmte ma>� dem Beschluß vom 16. Juli 1923 auf Grund dös Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1869 im Stadtkreise Suhl ohne Einspruch zu, wonach im Stadt- kreis Suhl die Ausübung gewisser Zweige des Sicherheitepolizei- wesens— Aufrcchterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung, Uebcrwachung des Vereins« und Versammlungswcsens sowie die Verkehrspolizei— besonderen staatlichen Beamten über- tragen worden ist. während die übrigen polizeilichen Geschäft« der kcmmunalen örtlichen Polizeiverwaltung zur selbständigen Erledi- gung verbleiben. Nächste Sitzung: Donnerstag, 6. September. 5 Uhr nachmittags. Kausleut« haben, um Kunden anzulocken, Scharen organgeroter Lampions an langen, schwankenden Bambusstäben in die Waren- ballen gesteckt. Die Laternen der Jinrikishakuli gleiten rasch dahin; die Thiaterslraß« ist angefüllt mit Volk, Fahnen und Girlanden von Puxierlampen. » Tokio ist«in wimmelnder Ameisenhaufen, eine Millionen- stadt, ein Meer niedriger, flacher, grauer Dächer. Ich versuchte es viele Tage lang, aus dem Gewirr von Straßen hinauf ins Freie zu finden, vergebens. Ich kam immer in neue Städte hinein, in denen es wimmelte, tlappertee, zappelte. Di« Kuli erbleichten, wenn ich todmüde das Jinrikisha bestieg und sagte: Imperial-Hotel. Das war eine Tagreife, gewiß waren sie noch nie in diesem Stadtteil gewesen. Zluch hier waren die Hauptstraßen mit förmlichen Wäldern von Telegraphenmasten überschwemmt. Im Herzen der Stadt standen einige öffentliche Gebäude im europäischen Vacksteinstil, Schlachthäusern und Hospitälern ähnlich. Di« Einheimischen wiesen mit großem Stolz daraus hin, ebenso auf die elektrische Straßenbahn (Siemens u. Halske), die Tokio nach allen Seiten durchzieht. Nach und nach fühlt« ich mich in Japan zu Hause. Nun, hier gehen zwei Herren auf der Straße, sie plaudern, und plötzlich verneigen sie sich einigemal, aber nicht gegeneinander, sondern nebeneinander: an der Straßenecke unterhalten sich zwei Männer aus dem Volt«, sie hocken auf den Fersen und ruhen aus, während sie sprechen. Das fiel mir nicht mehr besonders auf. Ich unterschied Physiognomien, ja ich erkannte Leute wieder. Zuerst hatte es für mich nur zwei sapanische Gesichter gegeben, dann zehn und jetzt tausend._ Ich erging mich in den Straßen, sah mir die Leute«m und die Waren in den Geschäften. Noch war ich mir nicht klar darüber geworden, wovon diese Leute eigentlich lebten. Fische, getrocknete Fische, so klein, daß s»? wie ein Ballen von Roßhaar aussahen, Kuchen, die an Seife erinnerten. In den Basaren sah ich Dutzende von Gebrauchsgegenständen, aus Fichtenholz und Bambus sauber und schlicht angefertigt, deren Zweck mir unverständlich war. Da- zwischen gab es allen europäischen Tand. Hüte, Schuhe. Uhren, Re- osloer. Meist minderwertige Artikel. Auch die japanischen Waren, abgesehen von den ganz einfachen, waren geschmacflos und häßlich, in jenem verdorbenen Stil hergestellter Schund, wie er in Schiffs- ladungen nach Europa kommt. Ein einzigesmal begegnete mir in Tokio ein Wagen, ein richll- der Landauer mit zwei Pferden davor. Dies waren fast die ein- zigen Pferde, die mir in Japan zu Gesicht kamen. Auf dem Bock saß nebcn dem Kutscher ein Läuser, der bei jeder Straßenecke absprang, voraus lief und schrie, Platz zu machen... Im Großen TchauspielbanS ilt dl« E r st n u ff n b r n n o von MillöckerS dreinktiger Operette.Der Beltcliludent" oui den 1-t d. M. angesetzt. Die Regie führt Julius Brandt. Der Vorverlauf beginnt Freitag. „Tie Truppe« eröffnet Ihre Berliner Spielzell im Lustlpielhaus am 12. Sept. mit dem„Kaufmann von Venedig". Ein Kirchturm aus Beton wird zurzeit in München errichtet, an der großen Kircheubarignlvve mit Kloster El. Nikolaus und Therese. Der Turm wird öS Meter hoch und bis zum Hauptgeffm» ganz in Beton au»« gcsühr t, die Spitze bildet dann ein« auö Holz dergcstellle, mit Kupier überzogene Kupvclbekrönung. Der Turm ruht auf einer Eiseu-Botonplatte von 12'/, Quadralmcler, die i'j, Quadratmeter unter der Erde liegt. Die Krise öes völterbunöes. Starke Gegensätze im Bölkerbnndrat. Paris. 5. September.(WTB.) Die Botschafterkonferenz ist zur Beratung der grlechisch-italienischen Streitsragen um 10 Uhr vor- mittags im Qsi d'Orsay zusammengetreten und hat bis �1 Uhr beraten. Ueber die Sihuug wird fotgender amtlicher Bericht ausgegeben. Die Botschnsterkonferenz hat die Antwort Griechenlands aus ihre Rote über die Ermordung der italienischen Grenzkommission geprüft. Sie hat im besonderen davon Kenntnis ge- nommen, dah Griechenland sich bereit erklärt, wenn seine Verantworl- lichkeit erwiesen würde, alle Reparationen anzunehmen, die die Bot- schaskerkonserenz gerecht finde, sowie davon, dah die griechische Re- gierung den Vorschlag macht, eine Untersuchungskommission zu bilden, die den Austrag haben soll, die Suche nack) den Schuldigen zu sSrdern, und die aus Delegierten der drei in der Grenzkemmisslon vertretenen Rlächke bestehen soll. Daun besatzte sich die Botschafterkonferenz mit der Prüfung der Frage, wie die Untersuchung geführt werden soll. Die nächste Sitzung der Botschafterkonferenz wird spätestens am Freitag stattfinden. Diese Entschließung ist alsbald dem General- sekretariat des Völkerbundes mitgeteilt worden. Wie havas dazu mitteilt, scheint es, dich die Botschafterkonferenz bei aller grundsählichen ZuMmmung zu dem griechischen Vorschlag über die Einsehung einer Unter- suchungskommisston heute noch keine Entscheidung hat treffen können, weil mehrere Delegierte dem Wunsche Ausdruck gaben, von ihren Regierungen ergänzende Weisungen einzuholen. » Gens, 5. September.(WTB.) In der heutigen öffentlichen Sitzung des Völkerbundsrats bestritt Salandra im Namen der italienischen Regierung die Zuständigkeit des Völkerbundes im griechisch-italienischen Konflikt, da nur die italienische Regierung und der Botschasterrat zuständig seien. Er führte aus, daß die Besetzung Korfu- keinen feindseligen Akt darstelle, sondern nur die Ergreifung eines Pfandes. Italien sei nicht der Angeklagte, sondern der An- kläger. Die italienische Regierung vertrete daher die unerschütter- liche Ansicht, daß der Rat dem griechischen Ersuchen nicht Folge geben könne. Der griechische Vertreter P o l i t i s lehnte die Pfand-Theorie ab und erklärte von neuem, daß Griechenland sich jedem Rats- beschlutz unterwerfen werde, und daß laut Pakt kein Zweifel an der Zuständigkeit des Rats bestehen könne. Di« An- nähme der italienischen Auffassung würde den Zusammenbruch des Völkerbundes bedeuten. Der Präsident des Rates I s h i i forderte hierauf Vertagung der Debatte. Lord Robert Cecil erklärte sich damit einver- standen. Auf seinen Wunsch wurden aber vorher die Artikel 10, 12 und 15 des Völkerbundspaktes über die Gewährleistung der terri- torialen Integrität und des Jnterventionsrechts des Völkerbundes verlesen. Ishii forderte Zusammentreten des Rats für morgen, damit eventuell der Versammlung Bericht erstattet werden könnte. ch a n o t a u x- Frankreich hielt die Frist für zu kurz bemessen. Der Präsident des Rats erklärte darauf, daß er nach Rücksprach« mit den einzelnen Mitgliedern die neue Sitzung einberufen werde. Gens. S. September.(WTB.) Die heutige öffentliche Sitzung des Völkerbundsrats über den griechisch-italisnischsn Konflikt war zweifellos eine der aufsehenerregendsten Sitzungen, die der Rat bisher veranstaltet hat. Ein sehr eindrucksvoller Äugenblick war es, als Lord Robert Cecil vor der Eröffnung der Debatte durch einen Völkerbundsbcomten die Artikel 10, 12 und und IS des Paktes in französischer und englischer Sprache vorlesen ließ. Nach der Ve merkung Lord Robert Cecils, daß eine Mißachtung dieser Artikel, die in dem Friedensvertrage ständen, die gegenwärtige europäische Ordnung erschüttern würde, klatschten viele englische Zuhörer Bei- fall. Nach Änfang der Sitzung wurde ein Brief Salandras verlesen, in dem er der griechischen Darstellung der Beschießung von Korfu entgegentrat und vor allem hervorhob, daß der griechische Kom- Mandant die Verantwortung für den Tod der Flüchtlinge trage, da er sie nicht rechtzeitig entfernt habe: er selbst habe sich in Zivil- kleidung geflüchtet. Mussolini gibt Erklärungen. Rom, S. September.(Meldung der„Agenzia Stefans.) Im Ministerrat gab Mussolini eine kurze Erklärung über die letzten außenpolitischen Ereignisse und über die außenpolitische Lag« ab. Er sagt«: In den letzten 24 Stunden hat sich nichts von besonderer Bedeutung ereignet. Meine gestrigen Erklärungen haben, wie vorauszusehen war, ein« gewisse Aufregung in England und in Genfer Kreisen hervorgerufen. Sie verfolgen den Zweck, gewiss« Kreise im Auslande, die sich mit dem von Griechen- land versuchten„Tausch der Rollen"«inverstanden erklärt hatten, zu einem ernsthaften Nachdenken über die Frage zu veranlassen. Mit festem und ruhigem Gewissen und unseres Rechtes sicher, er- warten wir die Entschlüsse, die der Völkerbundrat fassen wird. Hetmkfchoften für Golüwährung. Die freigewerkschaftlichen Spitzenorganisa- tionen beschäftigten sich bereits feit mehreren Tagen mit der Frage der Goldwährung. Sowohl im ADGB. und im AfA- Bund als auch im Allgemeinen Deutschen Beamtenbund wird die Auffassung vertreten, daß die Entwicklung der Verhältnisse in den letzten Tagen ein wertbeständiges Zahlungsmittel unbedingt notwen- dig macht. Am Freitag tritt der Bundesausschuß des ADGB. zusammen, der sich ebenfalls mit der Einführung eines wertbeständigen Zahlungsmittels beschäftigen wird und zu dieser Frage endgültig für die freigewerkschaftlichen Arbeiter- und Veamtenorganisationen Beschlüsse fassen dürfte. Der Bundesaus- schußsitzung kommt aber auch insofern besondere Beachtung zu, als sie in erster Linie auch zur Frage des passiven Widerstandes Siel- lung nehmen wird und sich außerdem mit dem Arbeitslosenproblem zu beschäftigen gedenkt. Am Donnerstag wird sich der Finanzpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats ebenfalls mit der Frage der Goldwährung befassen. Da sowohl die Arbeitgeber, wie Arbeit- nehmerverbände für die Goldwährung eintreten, ist bei der Zusam- mensetzung des Finanzpolitischen Ausschusses des Reichswirtschafts- rats anzunehmen, daß auch er sich für die Goldwährung ent- scheidet. Inzwischen hat die Reichsregierung beschlossen, westere währungspolitische Maßnahmen vorzunehmen. Sie beabsichtigt vor allem eine wesentliche Verschärfung der Verordnung über die De- oisenabgabe. Der Einführung einer Goldwährung steht man in Re- gierungskreisen nicht direkt ablehnend gegenüber, allerdings ist man der Auffassung, daß zur Durchführung eines derartigen Schrittes außer rein politischen weitere steuerpolitisch« und währungspolitische Maßnahmen erforderlich sind. Am Mittwochnachmittag fanden zwischen dem Reichsfinanz-, dem Wirtschaftsministerium und den Banken Verhandlungen über die jetzt zu ergreifenden währungspolitischen Maßnahmen statt. » Der Währungsausschuß des R e i ch s w i r t s ch a f t s r a t s be- fchäsiigte sich am Dienstag mit der Möglichkeit der Schaffung eines wertbeständigen Zahlungsmittels für den allgemeinen Verkehr und mit den Möglichkeiten zur Schaffung einer wertbeständigen Anlage. Reichswirtschaftsminister v. Räumer leitete die Sitzung kurz ein, indem er auf die Wichtigkeit dieser Fragen hinwies. Der Reichs- bankpräsident betonte, daß die R e i ch s b a n k in ihrer bisherigen Diskontpolitik nur langsam dem Drang nach Wertbeständigkeit folgen könne, weil sich die W i r t s ch a f t s k r e i s e nicht schnell g e- n u g haben umstellen können. Eine große Gefahr erblickt Ravenstein darin, die Wirtschast zu zwingen, sich allmählich auf die Wertbeständigkeit festzulegen. Es sei erforderlich, in bezug aus den Diskontsatz Differenzierungen vorzunehmen. Die wertbeständi- gen Kredite setzten einen niedrigen Zins voraus. Wenn die Reichs- dank heute Wechsel nicht diskontiere, sondern lombardiere, so hau- dele es sich hier nur um eine Uedergangsmaßnahme. In bezug auf die wertbeständigen Zahlungsmittel erklärte der Reichsbankpräsi- dent, daß die Reichsbank beabsichtige, wertbeständige Zertifikate auszugeben, die als wertbeständige Anlage oder, da sie diskontiert werden können, auch als Ersatz für ein wertbeständiges Zahlungs- mittel dienen können. Ravenstein betont selbst, daß damit die Frage der wertbeständigen Zahlungsmittel nicht gelöst sei. Jedoch sei es das Röchstmaß dessen, was die Zentralnotenbank tun könne und tun würde. Ravenstein betonte außerdem, daß jede Wertbeständig- keit kein Mittel sei, unsere Währung zu bessern. Alle technischen Maßnahmen der Wertbeständigkeit könnten nur das Risiko der Wertbeständigkeit verschieben, nicht aufheben. Die Einzahlung von Papiermark auf Goldkonto belaste nur die Reichsbank mit dem Risiko. Das Reichsbankdirektorium habe sich entschlossen, Goldmark- kanten unter Anlehnung an den Dollar und nicht an das Pfund zu richten. In der anschließenden Debatte wurde u. a. auch die Frag« der Errichtung emer privaten Goldnotenbank besprochen, ohne daß hierüber jedoch nähere Beschlüsse gefaßt wurden.— Der Vorsitzende faßte am Schluß der Beratung das Ergebnis wie folgt zu- sammen: Der Ausschuß hält die neuen Maßnahmen der Reichsbank für einen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand, aber keineswegs für etwas für die Dauer Erstrebenswertes. Ms derartigen Maß- nahmen können selbfwerständlich nur Uebergangsmaßnah- men fein und entheben die Reichsregierung und die für die Reichs- finanzen verantwortlichen Stellen nicht der Verpflichtung: 1. dafür zu sorgen, daß Ordnung in den Staats- Haushalt gebracht wird— das bedeutet auf der einen Seite Beschränkung aller überflüssigen und vermeidbaren Ausgaben und . auf der anderen Seite Reranführung derjenigen Einnahmen, auf die der Staat Anspruch hat, in einer wertbeständigen Form,— 2. weitere wertbeständige Anlage- und Zah> lungsmittel zu schaffen. Der Währungsausschuß spricht dabei aus, daß die geplanten Behelfsmaßnahmen zwecklos sind und imter Umstanden sogar gefährlich werden können, wenn nicht gleichzeitig die vorher ange- deuteten durchgreifenden Maßnahmen getroffen werden. Der Ausschuß sieht in der Zurückhaltung der Devisen, wie sie die Reichsbank für notwendig hält, um sich Deckung für die Gold- tonten zu schaffen, eine Verengung des Wirkungsgrades der deutschen Wirtschaft: es müßte infolgedessen der Reichsbank zur Pflicht gemacht werden, die Devisen nicht länger in ihrem Besitz zu behalten, als es jeweils zur Deckung der Goldkonten notwendig ist. Neue Tariferhöhung. Die Anplissung an die Geldentwertung. Zur Schonung des Wirtschaftslebens hatte der Reichsverkehrs- minister auf Wunsch des Reichskabinetts am 1. September die Schlüsselzahl der Eis enb a h n tar is e nur in«wem Umfange erhöht, der erneu erheblichen Teil der Ausgaben unge- deckt ließ. Die in der Zwischenzeit eingetretene erhebliche Ver- teuerung der Kohlen und anderer Materialien sowie das Steigen dex Löhne und Gehälter zwingt die Reichsbahn, zur angenäherten Deckung ihrer Selbstkosten am 11. September die Schlüsselzahl für den Personenverkehr auf IS und für den Güterverkehr auf AS Millionen festzusetzen. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß hiermit eine Abdeckung für die Kosten des Mihreinbruchs noch nicht erfolgt und Reserven irgendwelcher Art nicht angesammelt sind. Auch ist eine in Aussicht stehende weitere Kohlenpreis- erhöhung nicht berücksichtigt. Bekanntlich entsprechen die Grundzahlen der Eisenbahntarife noch nicht überall den Friedenssätzen. Der Selbstteuerung ist in 'den Grundzahlen nicht Rechnung getragen, so daß diese ledig- lich in der Schlüsselzahl erscheint und damit deren vergleichsweise beträchtliche Röhe verursacht. Westsälische Fettstückkohl« hatte am 4. September das 9,6millionenfache des Friedenspreises erreicht, während sich dies« Zahl für englische Kohle auf das 6,9millionen- fache stellte. Der Durchschnittskohlenpreis für deutsche Kohle der Reichsbahn betrug das 6,Z2mi!lio>renfcche, die Preise für Schienen das 5,4-, die für Stabeisen das ö,7million«nfache der Friedenspreise. Die Steigerung dieser für die Wirtschaft der Reichsbahn ausschlaggebenden Stoffe gegenüber den Friedens- preisen ist also auch heute erheblich stärker als die der Tarife. Der Reichsverkehrsminister hat den Ständigen Ausschuß des Reichseisenbahnrats zu einer Sitzung auf Dienstag, den 11. September, vormittags 19 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Reichswirtschaftsrats, Berlin, Believuestr. 15, einberufen. Auf der Tagesordnung steht u. a. eine Borlage der Reichsbahn über Einführung von Seehafenaus- nahmetarifen._ Sonüerzüge für Atlergarüen. Mit Rücksicht auf den Kohlenmangel hat das Reichsverkehrs- Ministerium allgemein die Stellung von Sonderzügen verboten. Ein« sehr notwendige und nützliche Entscheidung. Um so mehr aber ist es in Bayern aufgefallen, daß die Teil- nehmer am faschistischen„Deutschen Tag" in Nürn- berg in Sonderzügen befördert wurden. Vorsichtigerweis« wurden diese jedoch als— Vorzüge bezeichnet und vor den fahr- planmäßigen Schnellzügen abgelassen, die deshalb sogar teilweise erhebliche Verspätung erlitten. Man weiß zwar nicht, wer die Reise und den Aufenthalt der Ritlerscharen bezahlt. Aber daß die teueren englischen Kohlen, die die„Vorzugs"-Lokomo!ioen verbrauchen, nicht von Ritler und Ludendorff, sondern vom ganzen deutschen Volk in Form der Markentwertung bezahlt wurden, weiß jedermann. Wahrscheinlich auch das Reichsvcrkehrsministermni. Königreich Sachsen? Königreich Sachsen? Nicht möglich! In Sachsen regiert doch unseres Wissens eine bolschewistisch verseuchte halbkommunistische Regierung mit einem gewissen Dr. Zeigner an der Spitze. Und doch muß das ein Irrtum sein. Uns wenigstens liegt der d o k u m e n- tarische Beweis dafür vor. Am 18. August d ie sc s.Jahres lautet jedenfalls noch auf einem uns vorliegenden Briefumschlag der Stempel stolzer als je zuvor: Sgl. Sachs. Skandesamt Söhra Amls-Y. Grimma. Ra also! Es gibt doch noch Oasen in der Wüste. Wir fragen uns nur, wenn das am grünen Rotze geschieht— was soll am dürren werden? Falsche Attentalsgerüchte. In Groß-Berlin waren am Witt- wochnachmittag vielfach Gerüchte von einem Attentat auf den Reichskanzler Dr. Stresemann verbreitet. Diese Gc- rüchte entbehren— glücklicherweise!— jeder Grundlage, sind leeres Geschwätz oder böswillige Erfindung und nur geeignet, die ohnehin vorhandene Nervosität noch mehr zu erhöhen. TtrtsehM Der Rsichsmöex für Sie Lebenshaltung. (1913/14-- l) Durchschnitt Mai...... 3816 Zuni......? 650 Zuli...... 37 651 August..... 586 045 4. Zuli......... 16 180 11........ W•• 21511 16.. 28892 23........... 39336 30........... 71 470 6. August.... v... 149 531 13........... 436 935 20........... 753 733 27.„........ 1183 434 3. September..... 1845 261 Steigerung gegen die Vorwoche 55,9 Proz. * Durch die neuerliche Entwertung der Mark im Auslände auf die Rälfte des Wertes vom Montag ist natürlich der Index vom 3. September durch die Warenpreise schon wieder stark überholt. VorzeikiM Abbau der Außenhandelskontrolle? Am 31. August hat sich dcr Rcichswirtschaftsminister v. Raum-- vor dem Wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrates für die Aufhebung der Außenhandelskontrolle ein- gesetzt. Die Arbeitnehmer und auch ein Teil der verarbeitenden Industrie waren gegen eine Beseitigung der Außenhandelsregelung und es wurde daher beschlossen, eine Reform der Ausfuhrkontrolle mit dem Ziel« einer Äereinlfachung des Kontrollsystems anzustreben. Am 39. Zlugust jedoch, noch ehe die Beratungen stattfanden, hat der Arbeitsausschuß der Reichsbevollmächtigten der Außen- hqpdelsstsllen einmütig eine Entschließung gefaßt, die zum Ausdruck bringt, daß mit dem Abbau der Außenhandelskontrolle in nächster Zeit zu rechnen ist und daß infolgedessen vorsorglich sofort Kündi- gungen des Personals ausgesprochen werden sollten. Diese K ü n- dig un gen sind denn auch bereits am 31. August erfolgt. Das Vorgehen der Reichsbevollmächtigten ist deshalb so bedenk- lich, weil ja vorläufig noch gar nicht feststeht, in welcher Weise die Reform der Außenhandelsstellen durchgeführt werden soll.£s wäre sehr unerwünscht, wenn die Auhenhandelsstellen ihr Persfltal einschränken ohne Kenntnis der Anforderungen, welche an sie in Zukunft gestellt werden sollen. Die Forderung der Arbeitnehmer ging insbesondere, dahin, daß allgemein gültige Mindestpreise auf- gestellt werden sollten, bei deren Innehaltung' die Bewilligung zur Warenausfuhr ohne weiteres erteilt werden sollte, während es nach- träglicher Prüfung vorbehalten bleibt, dafür zu sorgen, daß keine Unterbietungen der Mindestpreise stattfinden. Ein vorzeitiger Abbau der Außenhandelsstellen könnte sich zur Durchführung der- ortiger Aufgaben ungeeignet machen und deshalb erscheint uns der Beschluß der Reichsbevollmächtigten recht verfrüht, so sehr auch wir wünschen, daß jede unnütz« oder überflüssige Belastung des Exportes auf das mindeste beseitigt werden soll. Frankreich unterbietet die englische Wollsärberei. Die Brad- forder Wollindustrie leidet zurzeit unter der französischen Konkurrenz, die laut„Konfektionär" durch das fortwährende Sinken des französischen Franken in der Lage ist, die englischen An- gebot« stark zu unterbieten. Die englischen Firmen pro- testieren bereits gegen den Import aus Roubaix. Trotzdem er- richtet die Firma Les Fils de A. Guillaumet et Cie. in Paris«ine Zweigniederlassung in Bradford, wodurch die englischen Färber vor- aussichtlich gezwungen werden, ihr« Preise weiter zu ermäßigen.— Die französische Industrie kommt durch den Sturz des Franken also in eine ganz ähnliche Lage wie die deutsche als die Mark noch langsam siel. Sie unterbietet das Ausland'und schafft sich eine Scheinblüte, deren Rückwirkungen am internationalen Markt nicht ausbleiben können. vor einer neuen Kohlenpreiserhöhung. tritt der Groß« Ausschuß des Reichskohlenrats zur Reusestsetzung Am nächsten Freitag ts zur Neufestsetzung Das Ausmaß der neuen Erhöhung der Kohlenpreise zusammen steht noch nicht fest. Die Alehzisfer im Texlileinzelhandel ist ab 6. September von 96 999 auf 128999 erhöht worden. Die von uns ermittelten und unter„Preise und Löhne" veröffentlichten Preise siir Textil- waren erhöhen sich dadurch genau um ein Drittel. Amtliche Devisenkurse. Gewerkschaftsbewegung Hans Dreher zu verzögern, haben am 4. September Berhandlungen über eine Der Schiedsspruch im Buchdruckgewerbe verbindlich. 3mischenzegelung stattgefunden. Die Arbeitgeber hatten bisher elf Der von den Unternehmern abgelehnte Schiedsspruch, wonach Juligehälte: zur Auszahlung angewiesen. Als Verrechnungszah- der Spizenlohn in der Woche vom 1. bis 7. September 57 Millung foll bis zur Entscheidung des Demobilmachungskommissars lionen Mazt beträgt, ist am Mittwoch vom Reichsarbeitsminister schnellstens, jedoch spätestens am 8. September eine neue für verbindlich erklärt worden. 3ahlung in Höhe des 11fachen Juligehalts erfolgen. Abzüge für foziale Lasten und Steuern sind von diesem 11fachen Juligehalt Biederum hat die Gewerkschaftsbewegung einen schweren Ber-, nicht zu machen. Die Firmeninhaber müssen demnach insgesamt luft erlitten. Der Genosse Hans Dreher vom Deutschen Ber- bis zum 8. September das 22 fache Juligehalt ausgezahlt fehrsbund ist gestern nach nur eintägigem Krantenlager, im haben. Alter von 56 Jahren, einem Schlaganfall erlegen. Dreher gehörte zu den Mitbegründern des Zentralverbandes der Handels, TransEr Der Teuerungszuschlag auf die Beamtengehälter. port- und Verkehrsarbeiter", des jezigen Deutschen Verkehrsbundes. murde vorbehaltlich der Zustimmung des Reichsrats und des ReichsAuf Grund der Verhandlungen mit den Spizengewerkschaften Er hat immer mit in den vordersten Reihen des gewerkschaftlichen tags der Teuerungszuschlag für die Bezüge de: Reichsbeamten mit Kampfes gestanden. Seit März 1893 hat er als Redakteur des Wirkung vom 1. September ab auf 38 840 Proz., der FrauenzuVerbandsorgans an der Entwicklung der Organisation den regsten Anteil genommen. Das Zentralorgan des Verbandes, der ,, Courier", war seine ureigenste Schöpfung. Er hat ihn, nachdem VSPD.. Gegen das Treiben im Zimmererverband. Am Sonntagvormittag hatten die 3immerer der Richtung Amsterdam eine Versammlung einberufen, um zu den von der kommunistischen Leitung der Zahlstelle gebilligten Terrorafter gegen Andersdenkende Stellung zu nehmen. Der Referent gab eine hronologische Darstellung der Dinge, die sich in letzter Zeit abgespielt haben, und verurteilte besonders das Verhalten des Vor und dem sogenannten Antifaschistentag. Es sei Mode geworden, day, standes der Zahlstelle beim letzten kommunistischen Generalstrei? entgegen den Sagungen der Gewerkschaft und ohne vorheri ges Befragen der Verbandsmitglieder, bei allen möglichen widen Streifs usw. die Unterschrift der Gewerkschaft stände. Das bedeute eine große Gefahr für die Einheit der Gewerkschaften. Gegen diesen raden, die am Aufbau der Organisation mitgearbeitet und sie groß gemacht haben. In der Diskussion herrschte Ülebereinstimmung über die zu treffenden Maßnahmen, besonders gegenüber dem Terror der Gegenseite. Der 3usammenhalt aller Amsterdamer Kollegen seine Borgänger, der„ Handelshilfsarbeiter" und das„ Correfpon- Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre, Betriebsräte! Bustand den Rampf aufzunehmen, sei vornehmste Pflicht aller Kame denzblatt" der Entwicklung weichen mußten, zu einem der angesehenften und von den Gegnern gefürchteten Organ ausgestaltet. Außerdem gehörte Dreher seit vielen Jahren dem VerbandsHeute, Donnerstag, abends 7 Uhr, in den Musikerfälen Kaifer- Wilhelm- Straße 31( großer Saal) vorstand on, wo er, geftügt auf fein reiches, ſelbſterworbenes Große Konferenz bringend Bilicht geworden, wozu die über alles Erwarten übersei Wissen, dem Verband schäzenswerte Dienste leistete, wie in allen den Körperschaften, denen er im Auftrage des Verbandes als Mitglied aller BSPD.- Betriebs- u. Gewerkschaftsfunktionäre sowie Betriebsräte füllte Bersammlung ein guter Auftakt sei. Eine an den 3entralDorstand gerichtete Refolution, die denselben auffordert, in angehörte. Gein plöglicher Tod reißt eine Lücke, die schwer wieder Berlin nach dem Rechten zu sehen, wurde einstimmig an auszufüllen fein wird. genommen. Bevorstehender Kampf in der Holzindustrie. Schon seit Wochen sind die Lohnverhandlungen in der Holzindustrie weit hinter den anderen Industrien zurückgeblieben. Mit einer rücksichtslosen Brutalität lehnen die Arbeitgeber unter Führung des bekannten Herrn Baeth jede Lohnverhandlung ab, die den Arbeitern einigermaßen die Möglichkeit zum Leben gibt. Der Holzarbeite: verband wird dings auch in jeßiger Beit Mittel und Wege finden, um den Machtgelüften des Herrn Baeth entgegenzutreten, froßdem Tagesordnung: Die gegenwärtige Situation. Die Aufgaben des Proletariats. Referent: Genoffe Artur Crifpien, M. d. R. Die Wichtigkeit der Konferenz erfordert, daß auch der kleinste Betrieb vertreten ist. Ohne Parteiausweis und Funffionärfarfe fein Zufriff! Bezirksverband Berlin der VSPD. aller Betriebsjetretariat Berlin Sm 68, Lindenstraße 3, 2. Hof II. bestimmende Beisitzer und einem von den Barteien gemeinsam 31% gezahlt, wenn die Zustimmung der zuständigen Ausschüsse des Reichstags und des Reichsrats erteilt worden ist. Die näheren Einzelheiten sind aus dem Reichsbesoldungsblatt zu ersehen. Herr Baeth bei seinem Vorgehen die Unterstützung der amtlichen schlag auf 20 Millionen festgesetzt. Die sich hieraus ergebenden Stellen zu finden scheint, die geschaffen sind, um den Wirtschafts- Nachzahlungen werden für die Zeit vom 1. bis 15. Geptember aus. frieden zu schüßen. Mehreren Schiedssprüchen, die ergangen find, wurde unter nichtigen Vorwänden, die sich in erster Linie auf die Angaben der Arbeitgeberorganisation stügen, die Verbind lichkeit verjagt. Am gestrigen Mittwoch tagte erneut der Schlichtungsausschuß unter dem Vorsiz des Gewerberats Körner. In dem Spruch, der nach stundenlangen Berhandlungen von der Rammer gefällt wurde, wurde jede Indegberechnung für spätere Wochen abgelehnt. Für die Woche vom 19. bis 25. August soll es nach diesem Spruch bei den bereits gezahlten 40 Pro 3., d. i. 364 490 m. verbleiben. Für die Woche vom 26. August bis 1. September find 190 roz.= 755 015 M. ausgesprochen worden und für die Woche vom 2. bis 8. September 290 Broz. 1 015 365 m. Die Prozente verstehen sich für das 20. Lohnabkommen, das einen Lohn von 260 000 m. vorfah. Selbst für diesen Spruch wurde den Arbeitgebern noch eine Erklärungsfrist bis Sonnabend mittag 12 Uhr zugebilligt, und so den Arbeitnehmern zugemutet, daß sie auch noch für diese Woche auf die Zahlung eines einigermaßen ausfömmlichen Lohnes verzichten. Herr Gewerberat Körner, der als Unparteiischer fungierte, müßte wissen, daß diese Zumutung die Geduld der Arbeiter der Holzindustrie mißbraucht. In der jegigen Zeit der fortschreitenden Geldentwertung die Arbeiter weiter hinzuhalten, nachdem sie schon einige Wochen Cang hingezogen worden sind, von ihnen zu verlangen, auch in dieser Woche ohne einen annehmbaren Tariflohn ihre Arbeitskraft zur Berfügung zu stellen, ist ein starkes Stüd. Die Demobil machungsbehörde, deren maßgebendes Mitglied Herr Körner ist, hat es zu verantworten, daß in der Holzindustrie der Konflitt unvermeidlich geworden ist. Die Ortsverwaltung fordert die Betriebsräte und Vertrauensleute in vollbeschäftigten Betrieben auf, fich unverzüglich mit dem Bureau in Verbindung zu setzen. * Wie die TU. bereits erfahren hat, haben die Arbeitgeber den Schiedsspruch abgelehnt. Angestelltentarif der Berliner Metallindustrie! Zwischen dem BBMI. und den AfA- Gewerkschaften ist folgendes vereinbart worden: 1. Das endgültige Auguftgehalt für sämtliche Angestellten be trägt das Achtzehnfache des Juligehalts. 2. Am Sonnabend, den 8. d. M., werden einschl. des für August noch nachzuzahlenden einen Juligehaltes zehn Bruttojuligehälter ohne Abzug( soziale Bulagen eingeschlossen) als erste à- ContoZahlung für September zur Auszahlung gebracht. 3. Die gemäß Ziffer 2 der Bereinbarung vom 6. Auguft gewährten Borschußbeträge, deren Verrechnung im September er folgen follte, werben gestrichen. 4. Wochenlöhner erhalten dieselben Beträge abzüglich des bereits gezahlten Lohnes für die laufende Woche. Bezüglich einer Vereinbarung über die Grundlagen der Septembergehaltsregelung verhandeln die Parteien noch im Laufe dieser AfA- Metallfartell. Kasper. Woche. gez. Günther. Rothe. Achtung, Kupferschmiede! Beendigung des Landarbeiterstreiks im Kreise Soldin. Der Landarbeiterstreit im Kreise Soldin ist nunmehr durch einen Bergleich vor dem Reichsarbeitsministerium zum Abschluß getommen. Der Vergleich besagt: 1. Der Streit ist beendet. 2. Streitig feiten über die Wiedereinstellung entscheidet in erster Linie ein Schiedsgericht, welches aus je zwei von jeder Vertragspartei zu wählenden unparteiischen Vorsitzenden zu bilden ist. Wird eine Einigung über die Person des unparteiischen Borsigenden nicht erzielt, entscheidet Oberregierungsrat Dr. Möwes vom Reichsarbeitsminifterium evtl. nach Vorschlägen der Parteien. 3. Binnen 10 Tagen nach Ablauf des Streits haben die Parteien über den Abschluß eines neuen Tarifvertrages zu verhandeln. Mit diesem Bergleich dürfte bei ehrlichem Willen der Arbeitgeber die Grundlage geschaffen sein, auf der die Wiederherstellung des Wirtschaftsfriedens erzielt werden kann. Der kürzlich im Reichsarbeitsministerium gefällte Schiedsspruch ist bekanntlich von der Arbeitgeberorganisation abgelehnt worden. Wie uns jetzt bekannt wird, ist die Ablehnung nicht zuletzt deshalb erfolgt, weil die Leitung der Arbeitgeberorganisation befürchtete, mit der Annahme des Schiedsspruches den Bestand ihrer Organisation riskieren zu müssen. Das muß man sich merken, wenn von Arbeitgeberfeite wieder einmal der Vorwurf erhoben wird, die Gewerkschaften stellen ihr Intereffe über das der Volksgemeinschaft. Die Urabstimmung der Metallarbeiter ergab die Annahme des Schiedsspruch es über die Löhne in der Metallindustrie für die Zeit vom 27. Auguft bis 1. September, den die Funktionäre des Metallkartells am Dienstagabend abgelehnt hatten. Achtung, Brunnenbauer! Durch Vereinbarung mit den Unter nehmern ist der Lohn vom 1. bis 7. September wie folgt festgelegt: für Brunnenbauer 1230 000 m., Junggesellen und Bohrmeister 1199 300 M., Helfer 1 168 500 M. und Neueintretende 1 137 800 m. Achtung, Solzarbeiter! Heute abend 6 Uhr findet im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, die Generalversammlung unserer Berwaltungsstelle statt. Es darf tein Delegierter der Richtung Amsterdam fehlen, da michtige Beschlüsse zu faffen find. DD In der heute abend 7 Uhr nach dem Gewerkschaftshaus Dom Zentralvorstand einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung wird über den Bestand unserer Organifation entschieden werden. Dies muß allen Kollegen mit aller Deut im Gewertschaftshaus, Gaal 4. Es ist Pflicht eines jeden Delegierten, zu er Achtung VSPD.- Holzarbeiter. Seute abend 6 Uhr Generalversammlung lichkeit vor Augen stehen. So wie bisher kann und darf es nicht scheinen. Der Werbeausschuß. Achtung, Hochbahner! Freitag, den 7. September, 7 Uhr, am bekannten tische Arbeit im Interesse der Kollegen geleistet werden; fie weiter gehen. In unseren Mitgliederversammlungen soll prafOrt Fraktionssizung. AfA- Metallfartell. Wichtige Gigung Freitagabend 6% Uhr in Zimmer 5 dürfen nicht den Resonanzboden für die Parteiparolen der KPD. des Zentralverbandes der Angestellten, Belle Alliance- Str. 7/10. Baugewerksbunb, bilden. Gebt die Führung der Organisation Männern in die Hände, 31. August bis einschl. 6. September 1024 000 m. pro Stunde. Lohnabkommen Der Spikenlohn beträgt Flachglasgruppe. die die Gewähr dafür bieten, daß die Organisation nach fachlichen find im Bureau zu haben. Für die 35. Woche ist der Beitrag 440 000 M., für Motiven geleitet wird. Alle Kollegen an die Arbeit zur Ret die 36. Woche 1 000 000 M. tung unserer Organisation! Heraus aus dem ewigen, Berantwortlich für Politik: Nichard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf; Wirtschaft: nervenzerrüttenden, von Parteihaß diftierten Bruderkampf! Nicht Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: Friedrich Estorn, die Zerschlagung unserer Organisation, sondern deren Aufbau und| Berlin; Feuilleton: A. H. Döscher, Wilmersdorf; Lokales und Sonstiges: Friß Karstädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Ausbau soll unser Zie sein! Auf zur Versammlung! Jede Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbrucerel Stimme den Kandidaten der Richtung Amsterdam! Ohne und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Der Fraktionsvorstand. Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage ,, Seimwelt". Tarifverhandlungen für die Angestellten im Einzelhandel Der Zentralverband der Angestellten schreibt uns: Der Schlichtungsausschuß hat einen Schiedsspruch gefällt, der den Angestellten der Waren-, Kaufhäuser und Spezialgeschäfte für den Monat August das 18fache Juligehalt zuspricht. Diesem Schiedsspruch sind die Angestellten beigetreten, die Unternehmer haben den Schiedsspruch abgelehnt. Um die Gehaltszahlungen nicht bis zur Entscheidung des Demobilmachungskommissars Mitgliedsbuch kein Zutritt! Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne 72 Uhr: Der Zerrissene Lessing- Th. 71 Uhr: Wie es euch gefällt Café SCALA Wielka 8 Uhr: Juternat Friedrichstr.60 Eche Leipzigerser Varieté/ Kabarett Theater i. d. Casino- Theater Varieté in Heitere Spiele u. KöniggrätzerStr. & Uhr: 8 U. Die 8 U. er Clown Gottes nenen Reichen Berliner Th. Theater des Ostens 7 Uhr: 73 Uhr: Freit.7% Bürger Schippel Süße Susi verheiratete Sonnab.u.Sonnt.72 Wie es euch gefällt Theater im Admiralspalast Freit. 7. Sept. 7 Uhr Deutsch Opernhaus zum 1. Male: U.: Tiefland Drunter u.drüber Junggesellen Große Volksoper Deut. Künstler- Th. Altmetalle im Theat. d.Westens Allabendl. 71/2: Der U.: Tristan u. Isolde Fürst v Pappenheim Intimes Theater 8: Diplomat im Dienst Reichshallen1) blaue Pyjama etc. Theater Metropol- Theater Tägl. 1 U. Letzt Vorstellungen Stett. Sänger. kauft von Fabriken Handwerkern usw. Margaretensaal 42 u. 7% Uhr Th.a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uhr Sonntag nach mittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Das süße Mädel KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Rurfürstenstraße Inferate im Worwarts fichern Erfolg! Hermann Engel Landsberger Strasse 85-86-87 Donnerstag, Freitag und Sonnabend Ganz besonders billige Angebote Corona St. Stege Händlern NSW.in Modell- Konfettion 8 U.: Die Schönste der Frauen Neues Theat. a. Zoo Shd., 8. Sept., 7 Uhr: WINBRIEN W. Nelke DORTEN Von 5-7 Varieté- Spielplan Wallner- Theater Rauchen gestattet! 3 U.: Die tolle Lola Belle- Alliance- Str.95 Operette v.H.Hirsch Sternzwirne Nähgarne Twist 4> Thalia- Theater Hosenträger, Gummiband, Kämme, Gentel, 7U: Herrschaftl. große Quant., weit unter Tagespreis, bietet Diener gesucht Häusler. Beuthstr. 15. Zentrum 1202. Alle Eltern jede Mutter, jeder Vater müssen sich den Film Frühlingserwachen nach Frank Wedekind ansehen Zurzeit Alhambra, Kurfürstendamm Seidentrilot- Kleider in allen Farben Gabardine Nachmittagstleider P neueste Schöpfungen Gabardine Koflüme mit Treffe verziert Invalidenversicherung. Durch Verordnung des Reichsarbeitsministers ist die Beitragsleiftung für bis validenversicherung vom 3. September 1923 ab folgendermaßen festgelegt: Es sind zu verwenden bei einem Jahresarbeitsverdienst bis zu 432 Millionen M., Woch- Beitr. b. Lobnfl. 36 zu 140 000 R Don mehr als 432 720 " 720 1080 " " " 108) " 1440 " " 群 " " 1440 Millionen M 37 200 000 " " 7 38 " " 320 000" P 89 440 000 # 40 570 000 " Bom 17. September 1923 ab treten die folgenden weiteren Lohnklaffen hinzu Es find zu verwenden bei einem Jahresarbeitsverdienst von mehr als 1440 bis zu 1800 Millionen M., Boch. Beitr. d. Lohnt. 40 zu 570 000 1800 2400 " " " P 2400 " 37 3600 " " 3600 4800 " 11 4800 Millionen M. " 41 740 000 " " " 42 1 050 000 H " 43 1480 000 " " 44 1900 000 19 " Für Personen unter 18 Jahren und Lehrlingen mit einem monatlichen Arbeitsverdient muter 4 320 000 Mt. find bis auf weiteres Wochenbeiträge der Lohntlasse 24 zu 17 000 902. zu verwenden. Wochenbeiträge für weibliches häusliches Dienstpersonal bei einem Barlohn bis aut 21 600 000. monatlich neben freier Station( Bert zurzeit 14 400 000 W.) Lohnklaffe 86 140 000 t.; bis zu 45 600 000 0. monatlich neben freier Station ( Wert zurzeit 14 400 000) Lohnklasse 37== 200 000 9. Merkblätter mit Martenberechnungstabelle tönnen vom 6. September ab von der Landesversicherungsanstalt Berlin, SO 16, Am Röllnischen Part 3, gegen Porto. erstattung bezogen werden. Landesversicherungsanstalt Berlin Berlin, im September 1923. Belzmäntein Deutscher 136 000 000 110 000 000 190 000 000 160 000 000 140 000 000 410 000 000 Wundervolle eleg. Jacenkleider u. Mäntel 1060 000 000 960 000 000 ganz auf Seide gefüttert, mit Pelzbefaiz Fesche Winter Lifter elegante Formen • 160 000 000 Feinste Bielefelder Pertal- u. 3ephir- Oberhemden 30 000 000 24 008 009 mit fleifem und weichen Kragen Elegante Korsetts neueste Formen Seidenflor Damenstrümpfe fchwarz, grau, beige Kunfffeidene Jumper Bandarbett Entzückende gemufferte Crêpe de Chine- Blusen 8 800 000 8 600 000 e P.6 000 000 19 000 000 in neuesten 64 000 000 men Grosse Auswahl von Teppichen, Gardinen, Stores zu außerordentlich billigen Preisen! Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin H 54, Linienstraße 83 85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Sorben 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Freitag, den 7. September, nachmittags 4 Uhr, im legandriner", Allegandrinenstraße 37a Versammlung der Graveure und Ziselenre, die unter den Bestimmungen des Reichstarifes arbeiten. Tagesordnung: 1. Bericht von der Reichstarifverhandlung vom 5. Geptbr. 2. Disfuffion. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Freitag, den 7. September, nachmilfags 5 Uhr, im Berbandshanje ( Arbeitslo enfaal), Sintenstraße 83/85 Der Borstand. Rennen zu Hoppegarten Donnerstag, 6.September nachmittags 2 Uhr Ohne Hosen geht's auch diesen Winter nicht! Daher sparen Sie viel Geld und kaulen Sie noch heute HOSEN BesteQual z.billigsten Preisen! Teilzahlung gestattet Brauchenversamming Manchen- Gladbacher Hosenzentrale der Vau anschläger. Tagesordnung: 1. Bericht über unjere Bohnverhandlungen. 2. Distuifion. Neukölln, Berliner Str. 18/19, E. Racterstr. Bin. 0, Küstriner Pl. 10, 1 Min. v. Schles. Bhf. Frankfurter Die Kommiſſionsmitglieder und Frankfurter Hosenlager Allee 193 Bertrauensleute treffen fich eine halbe Stunde früher in demselben Zotal. Die Ortsverwaltung. 12/11 direkt a Bhf. Lichtenbg.- Friedrichsf. lTc.415 ♦ 4S. Jahrgang Seilage öes vorwärts Vonnerstag, ö. September 792? Die neue Straßenbahn-Sefellsthast. Konflikt mit der städtischen Arbeiterschaft? Als in der letzten Sitzung der Verkehrsdeputation ein sozial- doniokrotischer Vertreter die Direktion der Straßenbahn darauf auf- n:erksam machte, daß infolge der veränderten Torifpolitik der Reichs- bahn der Berkehr auf der Straßenbahn in ganz kurzer Zeit wieder auf mindestens 800 000 Personen täglich steigen würde, wurde er ausgelacht. Heute nach acht Tagen ist diese Ziffer längst erreicht. Die neu« Ankündigung der Reichsbahn, daß sie ihre Schlüsselzahl von 600 000 auf 1,3 Millionen erhöht, bedeutet für zeden Fachkundigen eine weitere ungeheure Steigerung des Verkehrs auf der Straßenbahn und die Möglichkeit für die Ge- felifchaft, einen Tarif zu erheben, der einigermaßen den Selbstkosten entspricht. Die Aussichten für das städtische Unternehmen bessern s i ch d a m i t v o n T a g z u T a g. Da die Reichsbahn ausdrücklich erklärt hat, daß ste die zurückgebliebenen Personentarifwerte Schritt für Schritt auf die Höhe der Selbstkosten bringen wird, ist also die Hauptkonkurrenz für die Straßenbahn beseitigt. Denn wenn auch das System der überaus billigen Monatskart« der Stadt- und Ringbahn vorläufig noch erhalten bleibt, so fällt doch für die zahl- losen Einzelfahrer in Zukunft jeder Anreiz zur Benutzung der überfüllten Ringbahn fort. Um so mehr muß die Bevölkerung und auch die heutige Stadtverordnetenversammlung nachdrücklichst ver- langen, daß die geplanten rücksichtslosen Einschränkungen des �uaßenbahnverkehrs unterbleiben und daß nur die unbedingt notwendigen Einschränkungen vorgenommen werden. Di« Ziffern, mit denen die Direktion um sich wirst, z. B. die ständig wieder- kehrende Behauptung von dem 60-Milliarden-Fehlbetrag, sind um ein Bedeutendes übertrieben. In dieser Woche wenigstens beträgt der tägliche Fehlbetrag allerhöchsten? 25 bis 30 Milliarden und muß sich in der nächsten Woche bei Tarifverdoppelung und gleichbleiben- dem Verkehr völlig beseitigen lassen. Schon mit Rücksicht auf die zur Entlassung kommenden Straßenbahner sollt« der Aussichts. rat mit äußer st er Vorsicht an die Verkehrseinschränkungen herangehen. Im übrigen scheint sich aus der Umbildung der Straßenbahn in eine Gesellschaft emschwererKonfliktmitder städtischen Arbeiterschaft zu entwickeln. Der Magistrat und die Mehr- heit des Aufsichtsrates hat die Absicht, neue Arbeitsbedin- g u n g e n bei der Gesellschaft durchzusetzen. Reben Lohnverminde- rungen spielt man auch mit dem Gedanken einer Arbeitszeit- Verlängerung, der natürlich bei den beteiligten Gewerkschaften auf den heftig st en Wider st and stoßen muh. Es ist durch- aus nicht ausgeschlossen, daß die übrigen städtischen Arbeiter sich mit den Straßenbahnern solidarisch erklären und daß daraus noch die größten Schwierigkeiten für das Berliner Wrtschaftsleben erwachsen. Es ist auch anzunehmen, daß in der heutigen Stadtverord- netenversammlung der Magistrat über die beabsichtigten Maßnahmen interpelliert werden wird. Alle Parteien werden zweifellos auf die Befriedigung des Verkehrsbedürfnisses das aller- größte Gewicht legen, während die Sozialdemokratie jedenfalls Maß- nahmen zum Schutze der zur Entlassung kommenden Arbeiter verlangen wird. Für die Beamten ist ja dank ihrer .wohlerworbenen Rechte" wie immer hinreichend gesorgt. Die wertbeständigen Hebammengebühren. Wie im„vorwärts" vom 80. und 31. August mitgeteilt wurde, srllte» die Hebammengebühren auf wertbeständige Grundlage ge- stellt werden. Nach dem gewählten Verfahren war die Aufstellung einer Schlüsselzahl notwendig, die sich der Geldentwertung anpaßt und bei jeder Veränderung des Geldwertes neu aufgestellt werden sollte. Die Gebührensätze vom 13. November 1S22 gelten als Einheit, die für die Zeit vom 1. bis 14. August 1023 mit 800, vom 13. bis 22. August mit 2000 und vom 23. bis 81. August mit 0000 multipliziert werden. Weil die Festsetzung der notwendigen Schlüsselzahl nicht qenügmd Sicherheit fiir die richtige Gebühren- bökis bietet, strebt« der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter lAbteilung: Deutscher Hebammen-Bund)«in« wöchentliche Ge- bührenregeluna nach der„Reichsindexzifter für die Lebens- boltung" an. Unter Bezugnahme auf die Verfügung des Ministers für Volkswohlfahrt vom 28. August 1923 lIMV. 2493) sind nun Gebührensätze für Hebammen im Einverständnis mit der Gemeinde- behörde Berlin, den Krankerkassen und den Organisationen der Heb- a.mmen vom Regierungs.(Poli.w-)Präsident«n von Berlin dahin feftgesetzt, daß die Reichsindexziffer für die Leben- Haltung die Meßziffer für die Hebammengsbühren ergibt. Errechnet wird die Gebührenhöhe derart, daß die Entgeltzahlen der Gebühvmordnung vom 13. November 1922 durch 100 geteilt, Vb abgezogen und um die auf volle Tausend nach oben abgerundete Reichsindexzahl multipliziert wird. Als Beispiel diene die Niedrigst- ziffer für den Beistand bei einer regelmäßigen Geburt(Pos. 1 der Gebührenordnung) 1000 M. geteilt durch 100, ergibt 10, weniger%, ergibt 8, mal Rcichsindexzahl abgerundet 1 184 000(1 183 434 am 27. August 1923) ergibt eine Gebühr stdn 9 472 000 M. Diese Regelung trat am 1. September in Kraft. Jede neue Reichsindexzahl soll vom Tage nach der Veröffentlichung angewendet werden. Der Mietwucher blüht! Durch die am 17. August d. I. in Kraft getretene neu« Preu- ßische Ausführungsoerordnung zum Reichsmietengesetz hat der Minister für Volkswohlfahrt mit Zustimmpng des Reichsarbeitsministers die reinen Geschäfts- und Jndustriehäuser von den Bestimmungen des Reichsmietengeseges ausgenommen. Demnach unterliegen die Mieten in solchen Häusern der„freien Bereinbarung", d. h. unter heutigen Verhältnissen: der Diktatur der Haus- besitzer. Wer die geforderte Miere nicht zahlt, der fliegt hinaus. Di« betr. Hausbefitzerorganifationen begnügen sich„zunächst" mit der 730 000fach«n Friedensmiete. Dementsprechend werden in einem uns bekannt gewordenen Fall« für eine Anzahl von Bureauräumen, die im Frieden jährlich 14 000 M. Mietzins brachten, für September 873 002 500 M. gefordert. Im Falle der Zahlungsverweigerung wird mit sofortigem Rücktritt vom Vertrage gedroht, und zwar ge- schieht das rein geschäftsmäßig auf gedrucktem Formular. In einem anderen Fall« wird für«inen Lagcrkellsr zum Friedensmietwert von 600 M. ein monatlicher Mietzins von 1 Milliarde gefordert. Weiter wird uns mitgeteilt, daß für eine Apotheke mit nur 20 Quadrat- meiern Grundfläche ein Monatsmietzins von 1% Milliarden Mark gefordert wird. Und das alles, obwohl dies« Räume bisher noch dem Mieterschutz unterliegen, also nicht beliebig kündbar sind. Di« Hausbesitzer berufen sich auf irgendeine Reichsgerichts- entstheidung, um diesen Wucher zu decken. Jedes Kind weiß, daß diese Wuchermiete ganz glatt auf den Konsumenten abgewälzt wird, falls der betreffende Betrieb nicht geschlossen wird. Das sind die Segnungen der„freien" Wirtschaft, deren Herstellung der Hausbesitz zunächst(und zwar sofort) allen übrigen gewerblichen Mietern und dann den Wohnungsmictern zuteil werden lassen will. Einstweilen herrschen diese paradiesischen Zustände mir in denjenigen Häusern, in denen sich außer den Wohnungen der Hausangestellten(Berwalter, Hauswart, Heizer, Nachtwächter) nur solche Räume befinden, die gewerblich, geschäftlich oder industriell genutzt werden. Noch sind also die übrigen gewerblichen Mieter geschützt— gegen den Willen der Hausbesitzer. Man darf nun darauf gespannt sein, ob trotz dieser Warnungszeichen der gewerbliche Mittelstand sich auch weiter- hin vor den Karren des Hausbesitzes spannen lassen wird, damit auch ihm die Segnungen der Hausbesitzerpolitik recht schnell zuteil loerden. Jedenfalls haben die Hausbesitzer die Parole ausgegeben, bei den nächsten Wahlen mit dem Mittelstand zusammenzugehen, um sich die Wucherfreiheit zu verschaffen. Wird es im gewerblichen Mittelstand tatsächlich soviel der„allergrößten Kälber" geben, die ihre eigenen Metzger selber wählen? Gegen Abbau der Zwangswirtschaft aus dem Wohnungsmarkt hat der Schutzverband der Arbeits- und Geschäftsraummieter zu heut« nachmittag 1�3 Uhr im großen Festsaal des Stadthauses, Ein- gang Klosterstraße eine öffentliche Protestversammlung einberufen. Mit dem veil niedergeschlagen. Der Tapezierer Martin Saalfrank, der in Lichtenberg, Leopoldstr. 1, mit seiner Ver- tobten, einer geschiedenen Frau Lina Zeidler, zusammen wohnte, geriet mit ihr in einen Streit. In dessen Verlauf ergriff S. ein Beil und schlug die Frau nieder. Sie wurde auf der Ret- tungsstelle verbunden und mußt« nach dem Hubertuskrankeuhaus übergeführt werden. Saalfrank wurde festgenommen und der Kriminalpolizei übergeben. Feuergesecht mit Aarloffeldieben. Auf einem Kartoffelacker des Rittenguts Britz in der Röhe des Grünen Weges hatten Polizeibeamt« mit einigen Kartoffeldieben ein Feuergefecht. Es gelpng den Dieben, in der Dunkelheit zu entkommen. Es konnte nicht festgestellt werden, ob eine? von ihnen verletzt worden ist. Soxerhcms und sein Verhältnis. Die Ehen werden im Himmel geschlossen.... Ein unerquickliches Familienbild kam in der Verhandlung gegen den Berufsboxer Hans Rothe, der in seinem Freundes- kreis unter dem Namen„Boxerhans" bekannt ist, zur Sprache. „Boxerhans" hat sich in einer Weise betätigt, daß er eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung erhielt und sich vor der Ferienstrafkammer des Landgerichts I verantworten mußte. Das Opfer des Angeklagten war ein älterer Kaufmann Heinrich Hahn. Er war mit einer jungen Frau verheiratet. Diese trat in Beziehungen mit einem Tischlermeister und ließ um Weihnachten v. I. ihren Mann im Stich. Im Mai kam der Ehemann zufällig in ein Lokal in der Marienstraß«, und dort traf er feine ausgerückte Frau nicht nur in Begleitung ihres Liebhabers, sondern auch des Angeklagten Rothe. Als die junge Frau ihren betrogenen Mann sah, setzte sie sich Rothe auf den Schoß und rief ihrem Mann zu:„Das ist jetzt mein B e r h ä l t n i s!" Dann schleuderte sie ihm ein Bierglas an den Kopf, und gleich darauf ging Rothe auf den Kaufmann zu und versetzte Hahn mit den Worten: „Dos ist mein Berhältnis! Haben Sie was dagegen?" Faust- st ö ß e ins Auge. Hahn sank blutüberströmt zusammen, während Rothe das Weite suchte. Kurze Zeit darauf wurde Hahn nochmals von dem d r c i b l ä t t e r i ge n Kleeblatt überfallen und erhielt erneut Fanstschläg« ins Gesicht. Der betrogen« Ehemann wurde so schwer mißhandelt, daß«r auf dem linken Auge erblindet ist mid daß auch die Sehkraft des rechten Auges gelitten hat. Der als Nebenkläger vor Gericht er- fchienene Kaufmann Hahn machte einen völlig gebrochenen Eindruck. Der erst 44jährige Mann ist durch die Ausregungen von einem S ch l a g a n f a l l betroffen worden, so daß er sich nur a n Krücken fortbewegen kann. Wie Hahn vor Gericht aus- führt«, ist auch sein Iis jähriges Kind gestorben, nachdem es die Mutter im Stich gelassen hat. Die Hauptschuld an der Miß- Handlung schob der Ehemann nicht dem Angeklagten, sondern der Frau zu, die im Verein mit ihrem ersten Liebhaber, dem Tischler- meist«, den„Boxerhans" zu seinen Roheiten aufgehetzt habe. Das Gericht verurteilte Rothe zu drei Monaten Gefängnis und rechnet« ihm 2% Monate auf die Untersuchungshaft an. Ter Kampf für das Alkoholvcrbot i» Teutschland. In einer Aussprache, die vom 26. bis 28. August in Hamburg stattfand, und an welcher sämtlich« alkoholgegnerisch« Organisationen Deutschlands beteiligt waren, faßt« der Ausschuh für das Altohol- verbot in Deutschland einstimmig eine Entschließung, aus der folgendes zu entnehmen ist: „In dem vorliegenden Entwurf eines Reicj�schankstättengesetzes begrüßen wir die Einführung des Gemeindebestirnmungsrechtes, bedauern aber zugleich, dessen übermäßige Erschwerungen. Im fchreidensten Widerspruch zu der gegenwärtigen Ernährung steht die Vergärung und die Ausfuhr von gewaltigen Mengen auf deutschem Boden«zeugt«? Nahrungsmittel für Zwecke der Alkoholerzeugimg und des Alköholgenusses. Wir halten ein Notgesetz für erforderlich, das im Interesse der Erhaltung von hunderttausend deutscher Menschenleben einem solchen Widersinn schleunigst ein Ende macht. Da die Interessen des Gemeinwohles unbedingt über diejenigen eines besonderen Berufes zu stellen sind, müßte alles getan werden, um die zurzett in der Alkoholproduktion beschäftigten Kräfte auf anderweitig« und weniger schädlich« Betätigung hinzulenken. Nach- dem jetzt die ersten wissenschaftlichen zuverlässigen Arbeiten über das amerikanische Alkoholverbot und sein« günstigen Folgen vorliegen, sollte die Frage eines allgemeinen Altoholverbotes auch für Deutsch- Ccrnd ernsthaft ins Aug« gefaßt werden." „Sroener-Dollars" und„Oeser.Psirnde". Die Millionenscheine der deutschen Reichsbahn, die der Volksmund„Groener-Dollars" getauft hat, weil sie die Unterschrift des letzten Reichsverkehrs. Ministers tragen, werden jetzt durch neue Scheine zu zwei und fünf Millionen ergänzt, die bereits vom Reichsverkehrsminister Oeser unterschrieben und als„Oefer-Psunde" populär sind. Das Reichsbahn-Notgeld wird übrigens auch anallen Po st- s ch o l t e r n an�lZahlungsstatt angenommen. Invalidenversicherung. Vom 3. und 17. September 1923 ab treten die durch Verordnung des Reichsarbeitsministers geschaffenen neuen Beitragssätze in Kraft. Auf die Bekanntmachung der Landes- Versicherungsanstalt Berlin in dieser Nummer unserer Zeitung, in der auch noch weitere Bestimmungen erwähnt werden, weisen wir unsere Leser besonders hin. 1.9] Kilian. Roman von Iakob Bührer. „Woran merkten Sie das?" „An Ihrer Zufriedenheit! An dem Glück, das aus Ihren Augen strahlte, wenn Sie manchmal von Madame Favre kamen, wenn Sie— wi? Sie sagten— ihr einen Marktkorb nach Hause getragen hatten. Sie waren mit der Seele be- teiligt, und darum war dieses Verhältnis schön." „Märe Iuliette," sagte Kilian,„aus Ihnen werde ich nie klug werden." Und dann erzählte er ihr seine Begegnung mit Favre und was er in der Wirtschaft gesagt hatte. „Solche Menschen," erklärte die alte Frau,„trifft man zuweilen unter den Trinkern. Sie haben eine erstaunlich freie Auffassung und ein kindlich-gütiges Gemüt. Fast immer sind sie an ihrem Gemüt zugrunde gegangen. Ich besuche regel- mäßig im Auftrag der Heilsarmee fünf Familien, deren Väter alle sogenannte Quartalssäufer sind. Sie sind alle fünf im Grunde sehr fein veranlagt- Menschen und mit ein paar ver- ständigen Worten um den Finger zu wickeln. Aber sie ver- fallen'immer wieder und rettungslos einem tiefen Jammer, der irgendwie in unseren Zuständen begründet ist, ohne daß sie sich Rechenschaft darüber geben können, was sie im ein- zelnen beelendet." �, v. „Das sind vielleicht auch solche, denen irgendwie das Rückgrat gebrochen wurde." �...... „2BahrfchcinIich. Sie hätten ihrer Natur nach Revolutw- näre werden müsien. Aber sie waren zu schwach. „Wie Sie, Mdre Iuliette!" „Wie ich," sagte die Greisin leise. „Ach!" schrie Kilian und sprang auf. Er wußte aber nicht, was ihn so in Wallung brachte, wenigstens wollte er es sich nicht eingestehen. Plötzlich sagte er:„Es muß ein Ende nehmen. Unbedingt!" ,'„Was?" „Es geht nicht mehr, namentlich jetzt nicht, wo ich weiß. daß dieser Favre ein anständiger Kerl ist." „Jetzt, wo Sie wissen, daß er ihr die Freude gönnt... M-re Iuliette. wollen Sie mich an dieses Weib ver- kuppeln?— Sagen Sie einmal, was wn Sie eigentlich bei der Heilsarmee? An Gott glauben Sie natürlich nicht, �„Ser sagt Ihnen das?" frug die alte Frau scharf. „Sie, mit Ihrem Verstand und Ihrem Wissen.. „Aller Verstand und olles Wissen hat bis heute noch nicht die geringste Wesensfrage gelöst. Wenn ich weiß, aus der Zelle entsteht alles organische Leben, so weiß ich damit weder das Warum, noch das Wieso, noch irgend etwas Entscheiden- des. Deshalb fällt es mir nicht ein, mit dem Verstand die Sache des Gefühls und der Ahnung zu entscheiden. Daß ich keinen Hokuspokus mache, auch in der Heilsarmee nicht, die ich übrigens lieber Hilfsarmee nennen möchte— wollte Gott, es wäre die einzige Armee, welche die Welt kennt!— werden Sie mir wohl glauben. Doch was h'at das eigentlich alles mit Ihrer Angelegenheit zu tun?— Lieben Sie Madame Favre nicht mehr? Und warum?" „Lieben? Lieben! Was weiß ich!— Aber ich kann doch nicht ewig Schiffsknecht bleiben. Ich muß doch einmal heraus, ich— muß etwas leisten." „Aha," sagt? Mademoiselle Naville,„das ist etwas anderes. Etwas leisten müssen Sie allerdings." „Nicht wahr? Ich muß irgendwie loskommen. Es muß ein Ende nehmen." Es kam keine rechte Untethaltung mehr in Gang, und bald legten beide die Nadeln hin. Kilian aber träumt? dies? Nacht, cr säße auf einem blauen 1 Schleier und segle darauf durch die Lüfte, während er mit beiden Händen ein Hühnchen abnagte. Als er erwachte, flim-! merte das blaue Fähnchen noch vor seinen Augen, und Kilian erinnert? sich an den Hutschlcier, der gestern im Motorboot vor ihm her geflattert war.... Zwei Tage darauf kam Kilian vollständig niedergeschmet- tert zu seiner mütterlichen Freundin. „So, jetzt habe ich die Bescherung!" stöhnt? er. „Was ist denn geschehen?" frug Fräulein Naville er- schreckt. „Das Allerschlimmste. Sie bekommt ein Kind!" „Wer?" „Frau Favre!" „Eb. eh, eh," lachte Mdre Iuliette auf,„ist das jetzt ein Unglück!" „Aber ja! Von mir. von mir ist das Kind." „Sind Sie so sicher?" „Natürlich ist das sicher. Sie muß sich scheiden lassen, und ich muß sie heiraten. Selbstverständlich." „Wer sagt das?" „Wer»igt das?— Ich sage das. Das ist doch ganz klar." „Und Madame Favre?" „Madame Favre? Die sagt überhaupt nichts! Die ist verrückt vor Freude!" „Was wollen Sie denn mehr? Dann ist doch alles in schönster Ordnung." „Sie finden immer alles in schönster Ordnung! Was ist denn in der Ordnung, wenn die Frau meines Prinzipals ein Kind bekommt von ihrem Knecht, und wenn ich blödsinniger- weise dieser Knecht bin?" „Vor allem,- mein Freund, ist das doch ganz unsicher, ob Sie wirklich der Vater sind, und wenn Sie es sind, so ist dos wahrscheinlich besser, als wenn Favre, der Trinker, der Vater wäre. Auch er kann in diesem Fall von Glück reden." „Sagen Sie einmal, Fräulein Naville, sind Sie eigentlich von allen guten Geistern und jeder Moral verlassen?" „Lassen Sie doch die Moral nußer Spiel, mein Freund. Das Gute ist wickssiger als die Moral. Ich glaube, daß es gut ist für Madame Favre, wenn sie ein Kind bekommt, und es ist, wie gesagt, sehr wahrscheinlich gut. wenn es nicht von ihrem Mann ist. Für Sie aber kann es vielleicht sehr von Gutem sein, wenn Sie wissen: es gehen möglicherweise Men- schen, an deren Existenz Sic eine Verantwortung haben, in die Zukunft. Sie haben deshalb die Pflicht, etwas für diese Zukunft zu tun." „Ist das alles, was Sie mir sagen können?" „Das ist sehr viel, Kilian!" Kilian ging kopfschüttelnd auf sein Zimmer. Madame Favre verging wirklich beinahe vor Freude über ihren Zustand. Sie hatte die Hoffnung auf ein Kind längst aufgegeben! Nun war sie doch gesegnet worden. Und daß es ausgerechnet von diesem lieben Kindskopf Bill war und nicht von dem waschlappigen Favre oder dem... ah, nein, nein, das gebt schließlich niemand etwas an!— „Bill, was heute wieder für schönes Metter ist! Bill, sieb mal die große, weiche Wolke! Bill, willst du mir nicht.. So ging es jetzt den ganzen Tag! Bill hinten. Bill vorne. Es war bald zum Davonlaufen, zumal Kilian die Abkürzung seines gutdeutschen Namens Billwanger auf die Dauer sowieso widerwärtig war.— Ueberhcnwt gefiel ibm Madam? Favre nicht mehr besonders. Er begriff gar nicht, wieso er die ein- mal schön geftinden hatte. Was mar denn an der? Einmal ein vernünftiges Wort konnte man nicht mit ihr reden. Immer sollte man irgend etwas Verliebtes schwatzen. Dummes Zeug! Ueberhaupt.. was tat er nur hier auf dem Floß? Das war doch kein Leben!.'(Fortsetzung folgt.) ( in tausend Mark) Hammelfleisch Kalbfleisch Schweinefleisch Lebende Aale. Schleie. Grüne Heringe Kabeljau Margarine Schmalz Talg. . Weizenmehl Roggenmehl • B • B • Grüne Bohnen Pfefferlinge, 120-150 210 6. Abt. Jugendweihe Neukölln. Der Unterricht findet nicht am Freitag, fondern bereits heute nachmittag 4 Uhr statt. Alle Teilnehmer müssen erscheinen. Morgen, Freitag, den 7. September: 450-600 5. Abt. Die Bezirksführer werden ersucht, sich die neuen Beitragsmarken bis 700-850 Freitagabend abzuholen bei Suhr, Mulachitr. 19. Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) Buchdrucker v.1. bis 7.9. 57000 M. Buchbinder v. 30.8. b. 5.9. 49588, 850-950 Lithographen vom 25. 8. 1500 bis 31. 8.. 43125 . 2000-2700 2200-3100 2000-3000 2400-4000 3500 3500 1600-2000 Chemische Industrie. " " Preise und Löhne. Das Erdbeben in Japan. Nach einer Havasmeldung aus New York find 13 weitere Städte, Lebensmittelpreise in der Weißkohl. darunter Odayara, Hatschodich, Tschiba, Kawasafi, Zentralmarkthalle am 5. 9. Wirsingkohl Rofu, Gotemba, Aami, Mio, Jotojua und Schi= mud su vollkommen zerstört worden. Nach einer Havasmeldung Rindfleisch. ist in San Franzisto ein Funfentelegramm eingegangen, wonach die Lage in Cofio sich zu bessern beginnt. Es fann wieder für Wasser gesorgt werden, auch die Beleuchtung ist in pier Stadtvierteln wiederhergestellt. Lebensmittel werden angeliefert. Wie das Pariser Journal" meldet, hat sich während des Erdbebens in Schideuda(?) in der Spinnerei folgendes ereignet: Am Sonnabend waren in der Stadt Unruhen ausgebrochen. Da die Direktoren der Fabrit ihre Arbeiter verhindern wollten, an diesen Kundgebungen teilzunehmen, ließen sie die Eingänge der Fabrik verbarrifabieren, nachdem die Arbeiter erschienen waren. Unterdessen sette das Erdbeben ein leber 17 000 Perfonen wurden unter den Trümmern begraben, ohne daß man ihnen zunächst Hilfe bringen konnte; die meisten sind ums Leben gekommen. Giner Havasmeldung zufolge verlautet aus London und New Mort, daß Tokio und Xokohama jekt vollkommen von einem Truppenfordon umgeben sind, der in aller Eile aus dem Innern Japans herangezogen worden ist. Niemand wird in die Stadt hineingelassen; ebenso darf niemand aus Totio und Yokohama heraus. Der größte Teil der obdachlosen Bevölkerung lagert auf freiem Felde in der Umgebung der Stadt. Im Hauptbahnhof, der nur halb zerstört ist, sind von Truppen überwachte Hilfsmiffionen eingerichtet worden. Reisrationen werden in fleinen Mengen an die in Lumpen gehüllten Männer, Frauen und Kinder verteilt. Nach einer neueren Meldung aus Beting hat das chinesische Rabinett beschlossen, die Reisausfuhr nach Japan freizugeben und 200 000 Dollar zur Linderung der Not beizu steuern. Das amerikanische Rote Kreuz hat eine Sammlung eingeleitet, durch die 5 Millionen Dollar zusammengebracht werden follen. An der Sammlung werden sich auch die Theater und Kinos beteiligen. Auch die Heilsarmee, die ihren gesamten Lofioer Stab verloren hat, hat eine Sammlung in Höhe von 5 Millionen Dollar eingeleitet. 2900--3200 Fachgr. 2, Ortsklasse A 2100-2500 vom 29. 8. bis 4.9.. 42780, 500-550 Kistenmacher vom 25. 8. 400 bis 31.8.. 36800, der hohe Dollarkurs noch nicht bekannt war, gestalteten sich die Trotzdem in den Vormittagsstunden in der Zentralmarkthalle Preise doch außerordentlich anziehend. So wurde das Pfund Fleisch, gleich welcher Art, im Durchschnitt um 200,000 M. erhöht. Der Fettmarkt, der am meisten den Dollarschwankungen unterworfen ist, folgte sofort dem Beispiel. Der Schmalzpreis vom Vortage wurde mit 500 000--600 000 M. mehr das Pfund belastet. Am Gemüse- und Obstmarkt kletterten die Preise ebenfalls hurtig in Nach einer Meldung aus San Francisco verbessert sich die Lage in Tokio rasch. In 4 Stadtteilen ist die elektrische Beleuch tung wieder hergestellt. Sechs japanische Schiffe sind mit Lebens mitten in Tolio angekommen. Zwischen Tokio und Osaka besteht wieder eine einspurige Eisenbahnverbindung. die Höhe. tische Reise von Shanghai in Zonlinesisches Gebiet vor. In der Woche vom 8. zum 14. September weilen wir in der zerklüfteten Hochregion des Wettersteingebirges. Außerdem sieht der Besucher sehr interessante Aufnabmen aus England. Die Preise halten sich nach wie vor niedrig. Eine Reise fostet für Erwachsene 25 000 m., für Kinder 10000 M. Die Familienfarte für sechs Reisen fommt 120 000 m., das Abonnement für 100 Reisen auf nur 2 000 000. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Heute abend 7%, Uhr in der Aula der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17, Uebungsstunde. Für die Aufführungen des Verdischen Requiems, die die Bolts bühne und der Bolts dor am 8., 10. und 12. Sept., abends 7, Ubr, in der Garnisonkirche. Neue Friedrichstraße, unter Mitwirkung von Hertha Stolzenberg, Nose Walter, Paula Weinbaum, Kurt Hugdorf, Professor Albert Fifcher mit dem verstärkten Sinfonie. Dr. Ernst 3 ander veranstaltet, find noch eine fleine Anzahl Einlaßlarten ( Blüthner) Orchester und dem Volts chor unter Leitung von an der Abendkasse zum Preise von 4, Festmark( mal Reichswocheninder) zu haben. Stasseneröffnung 6%, Uhr. muß frei bleiben. Englische Firmen, die in Japan Filialen besigen, haben bis jetzt feine Nachricht von dort erhalten. Dagegen wird aus New York Groß- Berliner Parteinachrichten. gemeldet, daß die Filiale der Standard Oil Compa= nie in Yokohama vollständig zerstört ist. In Yokohama follen Elternbeiräte Achtung! Die Bollversammlung der VSPD.- Elternbeiräte 500 Ausländer ums Leben gekommen sein. Die ameri- Groß- Berlins findet erst am Dienstag, den 18. b. M. statt. Dieser Abend tanischen Versicherungsgesellschaften erlitten eine Einbuße von meh- 18. Areis Weißensee. Donnerstag, den 6. September, 8 Uhr, Kreisvorstands. fizung bei Gallas. reren Millionen Pfund Sterling. Streis Tiergarten. Freitag, den 7. September, 8 Uhr, engere Kreisvor standssigung mit fämtlichen Delegierten zum Bezirtstag bei Trümper, Flensburger Str. 3. Kreis Wedding. Freitag, den 7. September, 7 Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. Die Delegierten zum Bezirkstag müssen ebenfalls erscheinen. 2. 4. Soweit bisher feststeht, hat von den regelmäßig nach Ostafien verkehrenden deutschen Schiffen zur Beit des Erdbebens sich feines innerhalb das japanischen Gewässer befunden. Deutsche 3. Schiffe dürften alfo von dem Unglück nicht betroffen sein. Nach cinem bei der Hamburger Vertretung der Nippon Yusen Kaisha aus Robe eingetroffenen Telegramm ist zwischen Kobe und Yokohama ein besonderer Dienst eingerichtet worden, um obdachlose Familien in Robe unterzubringen. Die Gesellschaft wird Liebesgaben patete, die an die jaranische Regierung oder an das japanische Hilfskomitee gerichtet sind, frachtfrei befördern. Schiffszufammenstoß. An der Südküste Schwedens fand ein Zusammenstoß statt zwischen dem schwedischen Dampfer Destersöen" und dem deutschen Dampfer Malmö aus Hamburg. Der schwedische Dampfer fant und ein Mann seiner Befagung ertrant. Ausschusses. 5. 6. 9. 14. 19. Kreis Brenzlauer Berg. Freie Schulgemeinde. Freitag, den 7. September, 7½ Uhr, Vorstandssigung bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Freiwillige Kreis Friedrichshain. Elternbeiräte. Freitag, den 7. September, 8 Uhr, Selfer und die Bezirkskoffierer find eingeladen. Borstandssigung mit den Abteilungsobleuten bei Wittschuß, Petersburger Straße 5. Wegen der wichtigen Tagesordnung darf niemand fehlen. Rzeis Kreuzberg. Pünktlich 7 Uhr erweiterte Kreisvorstandssigung bei Reim, Urbanftr. 29. Die Bezirtstagsdelegierten müssen vollzählig teil. nehmen. Areis Wilmersdorf. Freitag, den 7. Geptember, 7% Uhr, erweiterte Bor ftandsfigung mit den Abteilungskassierern und der Beitungskommiffion bei Schramm, Hohenzollerndamm 2. Erscheinen Pflicht. Kreis Rensölln. Freitag, den 7. September, 7½ Uhr, Funktionärverfamm. lung mit den Delegierten zum Bezirtstag in der Aula der Anabenmittelschule, Donauftr. 117. Vortrag des Gen. Rrille über: Die Aufgaben des Bezirkstages." Kreis. Freitag, den 7. September, 7% Uhr, im Jugendheim, Breite Straße 82, Kreisbelegiertenversammlung. Die Sammellisten für den Arbeiterfamariterbund find zurüdzugeben. Rofin, Gubener Str. 19. Die Bezirksführer rechnen am Freitag ab und nehmen die neuen Marken in Empfang bei Dobrolaw, Swinemünder Str. 11. 31. Abt. 6 Uhr Sigung fämtlicher Elternbeiratsmitglieder der Schulen Driesener Straße, Schönfließer Straße und Jbsenstraße bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Rein Trinkzwang. 54. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr im Jugendheim Funktionärkonferenz. Die Gruppenführer müssen einladen. Schöneberg 78. Abt. 8 Uhr erweiterte Borstandssigung Lokal des Gen. Rönig, Feurig, Ede Prinz- Georg- Straße. 79. Abt. Pünktlich 8 Uhr im Lotal Groß, Gedanftr. 17, erweiterte Vorstandssigung. Sämtliche Funktionärinnen und Funktionäre müssen erscheinen. 81. Abt. Friedenau. 7½ Uhr erweiterte Borstandssizung bei Rubbed, Obenwaldstr. 26, Aufg. 1, 2 Tr. 85. Abt. Tempelhof. 8 Uhr Vorstandssigung bei Lange, Ringbahnstr. 4. 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Funktionärsigung im Rathaus, 8immer 26. 7 Uhr Funktionärsigung( nicht Donnerstag) bei 136. bt. Reinidendorf- Oft. 7% Uhr im Jugendheim, Seebad, Residenzftr. 49, 114. Abt. Lichtenberg. Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17. Sigung der Bezirksführer und Bezirkskassierer mit dem engeren Abteilungsvorstand. Erscheinen dringend notwendig. Jungsozialisten Schöneberg. 8 Uhr im Kinderhort, Feurigstr. 35. Bortrag des Genossen A., Stolle über: Die babylonischen Königreiche." Jugendveranstaltungen. Friedenau. Heute abend findet im Jugendheim Offenbacher Str. 5a eine öffentliche Jugendversammlung mit dem Thema: Was wir wollen" ſtatt. Alle Genoffen und Genoffinnen müssen in Massen erscheinen. Parteigenoffen, macht eure Kinder auf die Bersammlung aufmertfam! Anfang 7 Uhr. Mitgliederversammlungen am Donnerstag, den 6. September: Lankwik. Jugendheim Gemeindeschule Schulstraße. Reukölln I. Jugendheim Münchener Str. 52. Neukölln IV. Jugendheim zum Bärwinkel, Steinbockstraße. Norden. Jugendheim Gemeindeschule Butbufer Str. 3/5. Jugendheim Badeanstalt Oberberger Str. 57/59. Senefelder Biertel. Wedding. Jugendheim Gemeindeschule Ruheplagstraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Lehrverband Berlin. Donnerstag, den 6. Geptember, 8 Uhr abends, im fleinen Gaal des Lehrervereinshauses Versammlung. Bortrag: Elternschaft und Grundschule." Von der Regierung und dem Reichstage soll die rüdsichts. -Alle Elternlose Durchführung des Grundschulgesetes gefordert werden. beiräte der Berliner Gemeindeschulen sowie Bertreter der Behörden sind ein. geladen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten usw. Ortsgruppe GW. 16: Mitglieder. verfammlung am Donnerstag, den 6. September, abends 7% Uhr, im Reftanrant Tempelhofer Ufer 6 bei Göbel. Gauvorsigender Ebert spricht über die geplante Zusammenlegung der Kriegsbeschädigtenfürsorge mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Verband Volksgesundheit. Bortrag: Rapitalismus und Boltsgesundheit." Referent: Gen. G. Müller. Vorträge finden jeden Donnerstag in der Schule Niederwallstr. 12, abends 148 Uhr statt. Freie Aussprache. Gäste willkommen. Sport. Rennen zu Karlshorst am Mittwoch, den 5. September. 1. Rennén. 1. Varus( Olejnit), 2. Cebria( Ludwig), 3. 2orette ( Staudinger). Zoto: 19: 10, Blab: 12, 14, 16: 10. Ferner liefen: Cambutta, Silberbazen, Eisentrone, Mittermurzer, Brüderschaft. 2. Rennen. 1. Orplid( v. Borke), 2. Wetterscheide( Hr. Freese), 2. Rosenfönig( v. Westernhagen). Toto: 39: 10, Blag: 13, 12: 10. Ferner liefen: Leibfuchs, Märchen. 3. Rennen. 1. Fliegender Holländer( Bismark), 2. Rose( Dertel), 3. Marone( Stutultes). Soto: 22: 10, Blat: 13, 13, 19: 10. Ferner liefen: Grasmüde, Hansi, Gnadenfrist, Herzig, Fata Morgana. 4. Mennen. 1. Marr( Mate), 2. Colberg( Edler), 3. Rautenbelein ( Dyhr). Toto: 188: 10, Play: 43, 43, 29: 10. Ferner liefen: Herzog, Belladonna, Machthaber, Magelone, Atta Troll, Chalzit, Räuberhauptmann, Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin. Heute nachmittag, pünktlich 5 11hr, im Bureau des Bezirksbildungsausschusses Sigung des fleinen 5. Kreis Friedrichshain. Sigung des engeren Kreisvorstandes mit bem Ab. Spreewald, Drius, Tippel, Ban Demon. 5. Rennen. 1. Memling( b. Borke), 2. Algebra( Hr. Staudinger), Wichtige Tagesordnung! Die Stoffpläne und teilungsvorfikenden am Sonnabend, ben 8. September, abends 7 Uhr, bei 3. Ravenna( b. Bachmayr). Toto: 47: 10, Blat: 19, 18, 33: 10. Ferner Sör crtarten für die Arbeiterbildungsschule( Quartal Oftober- Dezember) liefen: Terz, Poet, Billebart, Cafeler, Wiwia. find sofort abzuholen. Am Sonnabend, den 22. September, abends 6 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. of III, Konferenz der Groß. Berliner Bildungsausschüife. Wir bitten die Obleute der 34. Abt. Umständehalber findet die Funktionärkonferenz erst Montag bei Sereisbild ungsausschüsse, die Delegiertenfarten in Emfang zu nehmen. Im lap, dem Vergnügungspart der Berliner am Lehrter Bahnhof findet am Sonntag, den 9. September, bei bedeutend ermäßigten Breisen ein großer Gartenfestsonntag mit allen Sensationen und Attraktionen, amerikanischem Jurfeuerwert und Doppel- Promenadentonzert statt. Städtisches Weltpanorama. Eines der beliebtesten Kunstinstitute der Hauptstadt, das Städtische Weltpanorama in der Langestraße 76, hat auch in den kommenden Wochen ein überaus reichhaltiges Programm. In dieser Woche wandern wir durch den westlichen Harz mit seinen reizvollen Landschaftsbildern. Das zweite Panorama führt uns eine romanDas fettgedruckte Wort 260 000 M. Jedes Wort 130000 M.( zulässig 2 fette Worte). Stellengesuche das 1. Wort( fette) 130000 M., jedes weitere Wort 100000 M. Worte, die mehr als 15 Buchstaben haben, zählen für zwei Worte Verkäufe Teppiche, prachtvolle Muster, vertauft plak 7. billig Stein, Antlamerstr. 20. Heute, Donnerstag, den 6. September: Rosin, Gubener Str. 19, statt. 35. bt. 7% Uhr bei Drellfe, Schreinerstr. 18, Funktionärversammlung. Die gewählten Bezirtstagsdelegierten sind hierzu besonders eingeladen. 114. Abt. Siehe Freitag. BorJungsazialisten. Gruppe Treptow. 7% Uhr, Jugendheim, Elsenstr. 3. trag über: Wissenschaftliche Betriebsführung." Ref.: Otto Bach. Gruppe Süben: 7 Uhr, Goal der juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Gen. Dr. Otto Friedländer spricht über: Walter Nathenau." Gruppe Tempelhof- Mariendorf: 7% Uhr, Diskussionsabend, Lotal Sansen, Tempel hof. Thema fiehe Borwärts" betanntgabe am Vortragsabend. Gruppe Friedrichshain: 7 Uhr bei Sagemann, 8orndorfer Str. 8. Bortrag des Gen. Keller über: Wedekind als Rampf- und Beitgenosse." Gruppe Panlow. 7% Uhr, Jugendheim Breite Straße, Arbeitsgemeinschaft. 6. Rennen. 1. Abt. 1. Entschluß( Stielau), 2. Roma( Lewidi), 3. Ellen( Streit. Toto: 24: 10, Blat: 11, 13, 12: 10. Ferner liefen: Cicero II, Philister, Czardas Gretel, Luftschloß, Susanna. 6. Rennen. 2. Abt. 1. Bentiafer( Namesch), 2. Papiermark( Kululies), 3. Röschen( Thalede). Toto: 36: 10, Plaz: 15, 17, 24: 10. Ferner liefen: Gnädigste, Diterlied, Thane, Rhiander, Erdrose. 7. Nennen. 1. Wellenbrecher( Dertel), 2. Paris( Bismark), 3. Eichs wald( Lewicki). Toto: 22: 10, Plat: 15, 22: 10. Ferner liefen: Georg, Turmlied, Geigerin. Wetter bis Freitag mittag. Ziemlich fühl, zeitweise aufflarend, jedoch überwiegend bewölkt und besonders an der Süfte vielfach leichte Regenfälle bet mäßigen westlichen Winden. Kleine Anzeigen Jagdwaffen aller Art, für Anzeigen die nachsen bis 4/2 Uhr nachm. Nummer müssen in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Unterricht Gelegenheit. Kreuzfülchfe, Silber- Metallbetten, Chaiselongues, 30 000 0001 Mauserpistolen, große, mit Solzan-| Patentmatragen, Bolsterauflagen, ftect futteral, Füchse, Wölfe, Sealmäntel, Jaden, fpottan. binig beim Fachmann. Mariannen- Kinderdrahtbett. Meide, Auguftitt. 32a, Brismenfeldstecher, felbgraue 08 usw. be. Quergebäude. zahlt ftets höher wie jebe Ronkurrenz. Technische Privatschule Dr. Werner, Rahlungserleichterung, im Leihhaus Brunnenstraße 5 verkauft in großen Breußner, Reukölln. Raifer- Friedrich: Regierungs- Baumeister a. D., Berlin, Wunder Straße 244. Neanderstraße 3. Maschinenbau, Elek Qualitätsteppiche, aus alten Fabrik. anerkannt maßmäßiger Berarbeitung: Möbelfeller, billige Breife. Wohn- Brismeagläfer, Photoapparat taust trotechnik. Abendlehrkurse. abschlüssen stammend, gebe zu Original. Anzüge, Paletots, Schlüpfer, Cutaways, volle Echlafzimmer, Küchen, Sportpelze, Gehpelze. zimmer, Einzelmöbel. Besuch lohnend. Werner, Brandenburgstraße 4. Engrospreifen an Selbstverbraucher ab. Damenmäntel, tonturrenzlos Riefenauswahl, Eingang billig. Schap, Brunnenstraße 160, * Antlamerstraße. GeSchulz, Rörnerstraße 6, an der Lükom: Reine Lombardware. straße. Mengenabgabe vorbehalten. Belzhaus Warschauerstraße 7. preile. Nähmaschinen, Gelegenheit, billig, Tegenheitstäufe. Riefenauswahl. SpottRommissionshaus Schmidstraße 35. Nähmaschinen, neue, gebrauchte, Abler, Phönig, Singerbobbin. Raftorn. Rottbuferdamm 6. vorn hochparterre. Höstzahlenb tauft Rabel, Ligen, brähte, Motoren, Glühlampen fowie fämtliches Installationsmaterial Elef trizitäts- Bertitätte, Neukölln, Rottbufer Klaviermacher Damm 96. Morigplag 163 68. 103/3 Rupferbrähte, Wachsdrähte, Spulen Verschiedenes Musikinstrumente Pianos preiswert. Kreuzfüchse, Wolfziegen, Herrengar. derobe, Belzwaren spottbillig. Neu- Sint, Brunnenstraße 35, waren. Leihhaus Reinickendorferstr. 105 Nähmaschinen. Gelegenheitskäufe wenig( Nettelbedplay). gebrauchter Maschinen mit Garantie nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. Rollendorf 8632. Eigene Reparaturwerfstatt. Sandwagen, Leiterwagen, wagen preiswert. Auswahl. Köpenickerstraße nur 71, Sof. Bettwäsche, zum Monatsbeginn bil Tige Berkaufstage. Dedbettbezüge 6 350 000,-, Bettlaten 4 800 000,-, 3Tette 11 800 000,- Wäscheftoffe, Dau Raften nendecken, Tischwäsche, Frottierwäsche, Wagner, Ueberschlaglaten, Damast Handtücher, Fabritpreise. Reelle, fachmännische Be. Abfall- Beber für Gattler und Schuh- dienung. Aeltefte Spezial- Bettwäsche. macher, Gracfeftraße neununddreißig große Poften, fabrif, äußerst preiswert abzugeben. Agila,( Hasenheide), Brunnenstraße 10( RoG. m. b. S., Berlin C. 19, Petriftr. 1/2. fenthaler Blag), Spandau, Potsdamer Granbluecht, Sola 1,50 lang, ver- Straße 20. tauft billig Zahnpragis, Hollmannftraße 12. fleine und Bettwäsche, Leibwäsche, Sonderangebot. Angeftaubte Bettwäsche, dar. Schleifftein, großer, mit Holzgeftell unter Damaftbezüge, Linonbezüge, Pa. verfauft billig Bahnpragis, Hollmann- radetiffen, Laten, einzelne Taghemben, Straße 12. Farbmühle pragis, Hollmannstr. 12. fpottbinig, Beinkleider, Prinzeßröcke, Wäschereste, feberbichte Inlette, Semverkauft billig Zahn- benstoffe, Sandtitcher. Rein Laden, eigene Fabritation. Wäschefabrik, BeinMikroskop, Heureka, 100+ 200fache bergsweg 1 II, Rofenthalerplag. Bergrößerung, billig verkäuflich, Zahnpragis, Sollmannstr. 12. Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Metallbetten, eiferne Inserate im Vorwärts bringen Erfolg! Kaufgesuche 132 000 Natsuchende! Bereinigung ber Rechtsfreunde: nur Friedrichstraße 127. Anerkannte Prozeßabteilung. 9-7. Geldverkehr Spulenbrähte, isolierte, blanke; Rupfertabel, Motoren, Fassungen tauft Sinz, Elfafferstraße 17. Storden 4688.* Rahngebisse, Edelmetallbruch Höchst. preis. Rahnpragis Sollmannstraße 12. Millionen, jede Höhe, Ratenrüd. Getttorte, 1/1 1000 Mart, fauft Nelle, zahlung. Milton, Großgörschenstraße 18. Belle- Alliance- Straße 95. * Weintorte, Rilo 15 000 Mart, Staniol. fauft Nelfe, Belle- Alliance- Straße 95. Film, Relluloidabfälle kauft Nette, Belle- Ulliance- Straße 95. 13 * Felleinkauf. Riegen, 8idel, Ranin, Roßhaare, Schafwolle, Maulwürfe, Ralbfelle. Boldenburgerstraße 2. Alegander 1857. Sändler Extrapreise. Sädecintauf, Emballage, Zwirn, Belt pläne. Rettner, Neukölln. Fuldastr. 25. Strohfäde verläuflich. Säde, Blane, Emballage, 8wiene tauft höchstzahlend Abisch, Sinienstr. 44 ( Schönhaufertor). Norden 2824. Säckeanlauf Gollnowstr. 9. Sädceinkauf, Nähgarn. Swinemünder Pianos tauft Rarfiol, Dresdenerstraße 7. Sumboldt 489. Straße 54. Morigplatz 128 45. Pianos fucht Boigt, Neukölln, Sanderstraße 30. * Nähmaschinen fauft höchstzahlend Fischer, Potsdamerstr. 103, Nollendorf Autozubehör Arbeitsmarkt Stellenangebote tellenangebote finden im Vorwärts besteBeachtung Lithograph besonders tüchtiger Arbeiter, für über feeische erfttlaifige utanftalt gefucht Nur zwischen 25 und 35 Jahren, möglich ohne Anhang. Melung mit geugnisab fchrift u. turz.Lebens lauf u. P. V. 6258 an Bernhard Arndt, An noncen Expedition, Mohrenstr. 26. Bei der unten bezeichneten Krankentaffe find Kaffengehilfen- Stellen D Kohlenreisende stellt ein G. m. Kohlenkontor Neukölln z W 50, Gelsbergstr. 41 Vorstellung nachmittags ab 3 Uhr erbeten „ Vorwärts'- Austrägerinnen werden sofort eingestellt Berlin, Baerwaldstr. 47 Bastianstr. 7 Carmen Shlba- Str. 57, Gillmann Greifenhagener Str. 22 Immanuelfirchstr. 24 Laufizer Platz 14/15 Petersburger Plaz 4 Wattstr. 9 Wilhelmshavener Str. 48 Adlershof, Walter, Genossenschaftsstraße 6 part. Baumschulenweg, Köpke, Kiefholzstraße 180 Charlottenburg, Seienheimer Str.1 Copenid, Kiezer Str. 6, Laden Friedrichshagen, Hoffmann, Kurze Straße 1 Lichtenberg, Wartenbergstr. 1 Mariendorf, Beip. Chauffestr. 29 Marienfelde, Greulig, Berliner Straße 143 Möbel zu höchsten Pianos, Flügel tauft Bertausche guterhaltene Barba Rinderbettstelle mit Matrage Tagespreifen Bianomagazin. gegen Ev. Ruzahlung. Krause, roffaplag 2. Stollendorf 5397. Ründkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, Leihhaus Friedrichstraße 2( Sallesches Fahrrad. Schallplatten, alte, zerbrochene, tauft Friedrichsgracht 5-6. Tor) verkauft elegante Serrenanzüge Karlshorst, Gundelfingener Str. 5. b Ulster, Baletots, Sportpelze, Gehpelze, Schlafzimmer( Eiche), au höchstem Tagespreis. Ringewald, Werkzeuge u. Maschinen Kapenjaden. Gealmäntel, Kreuzfüchse, Rinderbetten, Doppelbetten, Meffing. Schreinerstr. 57, Hof parterre. Graufüchse, Blaufitchie. Wölfe zu enorm Bettstellen, Chaiselongues, Richen billig. billigen Breifen. Reine Lombardware. Spezialhaus, nur 63 Auguststraße 68. Rugellager, Autozubehör fauft höchst möglichst bald zu befegen. Die Bezahlung zahlend Bilz. Reinickendorferstraße 93. erfolgt nach den Anfangsfäßen der Gruppe Neukölln, Nedarstr. 2 Auf Kredit moderne Herrenanzüge, Gelegenheit! Schlafzimmer 250- 8682. Fahrradankauf, Freilaufräder, höchft. Augellager, Boschzündkerzen, Magnete, der Reichsbesoldungsordnung Geeignete Siegfriedstr. 28/29 Taillenmäntel, Cutaways. Maßberarbei- lionen, Speisezimmer 110 Millionen, 75 Millionen, tung, befte Butaten. Bequeme, diskrete Büfett Schreibtisch zahlend. Brückner, Gitschinerstraße 28. Bergafer tauft Mechanische Werkstatt. Bewerber in jüngeren Jahren mit guten Kenntnissen, die im Schreiben und Rechnen Niederschöneweide, Schindler, Teilzahlung. Leifer Gottlieb, Nollendorf 75 Mlionen, Aleiderschrank 15 Millin. Fahrradankauf, höchsten Tagesturs. Gartenplag 5. geibt find und eventuell Schreibmaschine Bertito 15 Millionen, Blüschsofa Bunsch persönliche Abholung. Fennstr. 23 straße 22a. Hochbahnhof Nollendorf- nen, Rugellager, Autozubehör kauft Golu beherrschen, wollen unter Beifügung eines * 25 Millionen, denerstraße 120. Morigplay 3730. 45 Millionen, Küchen bew. Schönhauser Allee 127. blab. 9-12, 3-7. felbstgeschriebenen Lebenslaufes umgehend Reinickendorf- Oft, Provinzstr. 56 Waschtoiletten 15 Millionen. Riefenaus. Bistolen, große, Munition, Jagd. Augellager, Schrauben tauft Köpe- ihre Gesuche an den Vorstand einreichen. Reinickendorf- West, Scharnweber. 50 Brozent billiger verkauft Geal- mahl in Einzelstüden, von der einfachUeberbiete jedes Gebot. nickerstraße 98 III. mäntel, Belzjaden, Belatragen, Sport- ften bis zu der aparteften Ausführung, gewehre. Der Vorstand der Innungskrankenkasse der Tischler- straße 114/15 Nägel, Maschinenschrauben, Holz pelze, Gehpelze, ferner Herrenanzüge, verkauft Gottlieb. Rügenerstraße 13, Rirstein, Linienstraße 50. Ulster Goldmann, Rottbufer Tor, Ein- Bahnhof Gesundbrunnen. Lieferung Pistolen, Felbstecher, Fotos höchstzah, fchrauben kauft Wobtte, Amsterdamer Innung zu Berlin, SO 16, Michaelkirchstraße 15. Schöneberg, Belziger Str. 27 gang Deesdenerstraße 186, Otto Gronau, Borsigender,[ 133/8 Tempelhof, Kaiser- Wilhelm- Str13. frei Saus. Bersand auch nach außerhalt. lend. Rose, Gollnowstr. 16. ftraße 21. • Dres