4H.�ahrgaag Ausgabe A Nr. 209 Bezugspreis: fflom 9.— 15, Sept. 2 Millionen Mark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 9.— 15. September für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Oesterreich u. Luxemburg 2500000®, für das übrige Ausland 2 750 000 M. Postdezugspreis freibleibend. Der„Vorwärts" mit der Sonntags. beilagc„Boll und Zeit", der Unter- Haltungsbeilage„Heimwelt* und der Beilage„Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montag» einmal. Telegramm-Adrege: „Sozialdcmolrat Berlin" Morgenausgabe Nevlinev VolksblAtt (200000 Hk.) Anzeigenpreis! Die einspaltige Nonpareille- zeiie kostet»00000 M. Reklamezeile 4000000 M.„Kleine Anzeigen" das settgedruckte Wort 200 000 M. lzn- lässig zwei fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort 130000 M, Stellengesuche das erste Wort 130000 M,, jedes weitere Wort 100000 M, Worte Uber 15 Buch- Naben zählen für zwei Worte. Famtlienanzeigcn siir Abonnenten Zeile 30000 M. 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Zahlungsmittel und Forderungen in aus- ländischer Währung, ausländische Wertpapiere und Edelmetalle für da» Reich in Anspruch zu nehmen. Zu diesem Zweck werden die Artikel 115. 117. 153 der Reichsoersasjung auher Krast geseht. Der kommistar für Devisenersassung ist eine Behörde, die dem Reichswirlschaflsminlster untersteht. § 2. Die Reichsregierung erläßt die zur Erfüllung der Befug- niste des Kommistars erforderlichen Bestimmungen und regelt das Verfahren. Sie kann dem Kommissar für Devisenersastung und den von ihm bestimmten Stellen die Regelung im einzelnen überlasten. Sie kann Zuwiderhandlungen gegen die Durchsührungsbeslimmun- gen mit Freiheitsstrafen. Geldstrafe und mit Ein- Ziehung bedrohen und bei Zuwiderhandlungen gegen die Devisen- gesehgebung oder Anordnungen des Kommissar» Ordnungsstrafen, Sicherstellung und Verfallertlärung ohne Rücksicht aus das Vorliegen einer strafbaren Handlung androhen. Berlin, den 7. September 1923. Der Reichspräsident gez. Eberl. Der Reichskanzler gez. Strefemann. 0• * Die neue Verordnung des Reichspräsidenten lst von außerordentlicher Tragweite für die ganze fernere Devisen- und Wirtschaftspolitik. Wir sind weit davon entfernt, von polizeilichen Maßnahmen allein große Erfolge im Kampf um die Erhaltung der Mark zu erwarten. Die Verordnung ist aber nicht allein als Polizeimaßnahme zu de- werten. Sie enthält vielmehr den weithin hörbaren Warn- r u f an alle Devisenbesitzer, welche bisher unter Nichtachtung der Not des Volkes an fremden Zahlungsmitteln festgehalten haben, die sie zur Produktion nicht benötigten, und schafft die gesetzgeberischen Voraussetzungen, um diesen passiven Wider- stand im Kampf gegen das Nalutaelend nötigenfalls mit Ge- walt aus dem Wege zu räumen. Wie tief in die bisherigen Rechte des Besitzes eingegriffen wird, zeigt allein schon der Hinweiß daraus, daß mehrere Ar- tikel der Reichsverfassung außer Kraft gesetzi werden mußten, um ein starkes Vorgehen gegen wider- fpenstige Devisenbesitzer zu ermöglichen. Die Verordnung selbst ist nur ein Rahmengesetz. Die Regierung bestellt einen Kommissar mit außerordentlichen Vollmachten und läßt ihm und sich selbst freie Hand bei der Wahl derjenigen Maß- nahmen, welche dem Ziel der Erfasiung von Devisen dienen. Die Richtlinien für die Tätigkeit des Devisenkommisiars sind in 31 Paragraphen als Ausführungsbestimmungen zur Verordnung zusammengefaßt. Die zum Zweck der Devisenerfassung außerKraft ge- setzten Berfassungsartitel lauten in ihren einschlägigen Be- stimmungen: Artikel IIS. Di« Wohnung jedes Deutschen ist für ihn eine Freistätte und unverletzlich. Ausnahmen sind nur auf Brund von Gesetzen zulässig. Artikel 117. Das Briefgeheimnis sowie dos Post-, Tele- graphen- und Fernsprechgeheimnis sind unverletzlich. Aus- nahmen können nur durch Reichsgesetz zugelastcn lverden, Artikel 153. Eine Enteignung kann nur zum Wohle der Allgemeinheit und auf gesetzlicher Grundlag« vorgenommen werden. Sie erfolgt gegen angemessene Entschädigung, soweit nicht ein Reichsgesetz etwas anderes bestimmt. Wegen der Höhe der Entschädigung ist im Streitfalle der Rechtsweg bei den ordentlichen Gerichten offenzuhallen, soweit Reichsgesetze nichts anderes bestimmen. Der Erfolg der Maßnahmen wird wesentlich von der Person abhängig sein, die mit ihrer Durchführung betraut ist. Zum Devisentommissar wurde ernannt G e h e i m r a t 8 e l l i n g e r aus dem Preußifchen Handelsministerium, ein Mann, der sich durch Umsicht und Energie ebenso wie durch Erfahrung in Wirtschaftsfragen hervorgetan hat. In seiner Hand liegt es, diejenigen Devisen, ausländischen Wertpapiere und Edelmetalle ausfindig zu machen, die nicht zur Produktion benötigt werden, und diese in die Hände des Reiches zu bringen. Schon in dieser Unterscheidung von produk- tionswichtigen und nicht produktionswichtigen fremden Zahlungsmitteln liegt eine Aufgabe, die in der Praxis nicht unterschätzt werden darf. Jeder Mensch weiß heute, daß ge- waltige Mengen von fremden Zahlungsmitteln im Inland umlaufen, die nur zum Zwecke der Wertsicherung dienen. Nach der Auflegung wertbeständiger Anleihen des Reiches und vieler privater Kreise bedeutet es eine ökonomische Per- schwendung, diese gehamsterten fremden Zahlungsmittel im Strumpf zu lassen, während sie zur Abwehr des Devisen- elends benötigt werden. Aber es besteht kein Zweifel daran, daß viele Interessentenkreise in demselben Augenblick, wo sie zur Ablieferung derartiger Vermögenswerte gezwungen wer- den, den Nachweis zu führen suchen werden, daß ihre Zurück- Haltung einem volkswirtschaftlichen Bedürfnis entsprechen. Hier muß mit ruhiger Sicherheit, aber auch mit e n t s ch i e- dener Tatkraft durchgegriffen werden, um den Devisenschiebern ihr Handwerk zu erschweren, ja es überhaupt unmöglich zu machen. Wir erwarten, daß der Devisen- kommissar sich dieser an ihn gestellten Aufgabe gewachsen zeigt und sich durch keinen Widerstand der beteiligten Kreise beirren läßt. Der Dollar mußte weit über 50 Millionen hinaus steigen, ehe man sich zum Erlaß einer solchen Verordnung entschloß. Jetzt kommt es darauf an, sie nicht nur dem Buchstaben, fon- dem auch dem Geiste nach rücksichtslos durchzu- führen. Die sachgemäße Durchführung der Verordnung ist um so mehr erforderlich, als sie einen wesentlichen und wichtigen Teil in dem Währung?- und Wirtschaftsprogramm darstellt, das jetzt um jeden Preis zu Ende gebracht werden muß, wenn die Wirtschaft vor weiteren schweren Erschütterungen bewahrt werden soll. Das katastrophale Anziehen der Preise anläßlich des letzten Marksturzes, die Ver- knappung in der Lebensmittelversorgung, die Zunahme der Arbeitslosigkeit sind Alarmzeichen, die auf höchste Gefahr hin- deuten. Daran, mit technischen Maßnahmen ollein das Währungselend zu bannen, ist nicht zu denken. Die Aufrichtung einer neuen Goldwährung, die zunächst noch nicht eine allgemeine Goldwährung sein kann, sondem der Sicher- stellung der Produktion und der Warenverteilung dienen muß, bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Sie muß vor allem dagegen geschützt sein, daß sie nicht von neuem durch die gewaltigen Finanzbedürfnisse des Reiches und durch neuen Notendruck ohne Deckung wieder unterhöhlt wird. Deshalb ist sie auf das engste verknüpft mit der Gestaltung des Reichs- Haushaltes, der in kürzester Frist von allen unproduktiven Ausgaben entlastet werden muß und dem neue, wirksam fließende Einnahmequellen erschlossen werden müssen. Nur nach der Balanzierung des Reichshaushaltes ist die Auf- richiung einer gesicherten Goldwährung für die Allgemeinheit möglich. Bis dahin müssen aber sämtliche Vorberei- t u n g e n getroffen sein, welche den technischen Uebergang zur Goldwährung erleichtern. Die Schaffung einer Goldnotcn- dank, die jetzt erwogen wird, ist nur e i n Mittel, das zu dem Ziel führt. Ein anderes Mittel ist die Sicherstellung der zu einer weiteren Stützung der Mark und zur Schaffung eines Goldfonds notwendigen Devifenbeträge. Die Verordnung gibt dem Devisenkammisiar das Recht, von jedermann Auskünfte über seine Devisenbestände zu verlangen und sich dazu alle notwendigen Unterlagen zu be- sorgen. Für seine Nachforschungen stehen ihm die Behörden und Beamten des Polizei- und Sicherheitsdienstes zur Ver- fügung. Er kann Devisen für verfallen erklären und wenn der Verdacht besteht, daß sie unrechtmäßig erworben sind, sie vorläufig sicherstellen. Ueber Beschwerden entscheidet das Reichswirtschaftsministerium. Eine Beschwerde hat jedoch keine aufschiebende Wirkung. O r d n u n g s st r a f e n bis zur Höh« von 10 000 M. Gold kann der Devisenkommissar gegen diejenigen verhängen, welche sich der Pflicht zur Auskunft zu entziehen suchen. Bei wissent- lich unrichtigen und unvollständigen Angaben erfolgt eine Be- strafung mit Zuchthaus, bei mildernden Umständen mit Gefängnis. Außerdem kann den beteiligten Körperschaften und Banken die Erlaubnis zu Devisengeschäften entzogen werden. Die Zahlungsmittel, welche verschwiegen wurden, können eingezogen werden. Wesentliche Alarkbesserung in New gork. Räch dem katastrophalen Niedergang der Mark, der In der haupisach« ans Treibereien deutscher Znteresientenkreise und ins« besondere auf Deoisenkäufe des besetzten Gebiete» zurückzuführen ist. trat gestern nachmittag ein plötzlicher Umschwung ein. An der Rem Dorker Börse gin der Dollar bis auf 26 Millionen Mark zurück. Räch den Schlußnotierungen stellte sich die Mark in Rem Bork aus 33,3 Millionen Mark nach dem Geld- und auf 30,7 Millionen Mark nach dem Briefkurs. Die im Freiverkehr in Berlin genannten Devisenkurse paßten sich der Markbesserung im Ausland rasch an. Im Kampf um die Erhaltung der deutschen Währung ist also hier eine wirksame Waffe geschaffen. Wir verlangen, daß diese mit aller Schärfe nun auch angewandt wird. Jedenfalls muß der Zustand aufhören, daß die Oeffent- lichkeit auf Umgehungen der Devisenverordnung förmlich mit Fingern zeigt, ohne daß der Oeffentlichkeit gleichzeitig bekannt würde, daß die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen gegen derartige spekulative Machenschaften durchgeführt werden. Es ist gewiß nicht zu verkennen, daß die Nachspürung unerlaubter Devisengeschäfte und die Zurückhaltung von Devisenbeständen oftmals aus die größten Schwierigkeiten stoßen wird. Soweit diese Schwierigkeiten in der Unzulänglichkeit des Gesetzes- apparates begründet waren, sind sie jetzt beseitigt. Darin liegt die entscheidende Bedeutung der neuen Verordnung: sie wird für viele eine Warnung sein, weiter auf Kosten des Volkes sich mit Geschäften in fremden Zahlung?- Mitteln zu bereichern. Ein jeder aus dem Volke aber wird durch die Verordnung zur T e i l n a h m e an der Bekämpfung des Devisenunfugs aufgerufen. Es ist selbstverständlich, daß der Devisenkommissar von seinen Rechten keinen oder nur un- zureichenden Gebrauch machen kann, wenn er nicht von der breitesten Oeffentlichkeit unterstützt wird. Man hat ganz be- wüßt in der Verordnung davon abgesehen, Angeber etwa durch Prämien zu Denunziationen anzureizen. Die An- prangerung von Leuten aber, die nicht erkennen wollen, daß sie mit der Deoisenzurückhaltung Landesverrat begehen, ist jetzt staatsbürgerliche Pflicht, und es hat keiner ein Recht, sich auf das Versogen bei der Spekulationsbekämpfung zu berufen, der nicht selbst sein Bestes dazu tut, um Fälle uner- laudier Devisenzurückhaltung dem Devisenkommissar zur Kenntnis zu bringen. Erst dann, wenn das ganze Volk in dieser Weise mitarbeitet, wird es gelingen, einen hohen Prozentsatz von Devisen für die Zwecke der Allgemein- heit zu erfassen. Darüber hinaus muß man sich aber klar sein, daß auch diese Verordnung nur eine Teilmaßnahme ist und daß die Bekämpfung des Devisenelends viel wirksamer mit ö k o n o- m i s ch e n als mit polizeilichen Maßnahmen erfolgt. Darum fordern wir, daß mit größter Beschleunigung die bereits an- gekündigten Schritte der Einrichtung von Goldkonten gegen Devisen, der Schaffung einer Goldnotenbank und der Um- stellung des Kreditwesens zur Tat werden. Die vurchführungsbejlimmungen. 8 1- Wer Zahlungsmittel oder Forderungen in ausländischer Währung, ausländischen Wertpapieren oder Edelmetall« besitzt, h a t sie auf Anordnung des Kommissars für Devisen- erfassung gegen Goldanleihe an das Reich abzuliefern. Mit Einverständnis des Kommissars kann die Uebernahme auch gegen Reichsmark oder Goldgutschrift oder einen anderen Gegenwert erfolgen. Di« Rechte Dritter an den abgelieferten Bermögensgegenständen gehen auf den vom Reich geleisteten Gegenwert über. Die Ablieferung von Zahlungsmitteln und Forderungen in aus- ländischer Währung kann nicht gefordert werden, soweit dies« nach der Feststellung des Kommissars in einem den Lebens- und Wirt- schaftsverhältnissen des Verfügungsberechtigten notwendigen Umfange zu Verwendungszwecken gehalten werden, die nach der Devisen- gesetzgebung zulässig sind, insbesondere auch zur Abdeckung ausländischer Kredite. Die Ablieferung von Zahlungsmitteln oder Forderungen in aus- ländischer Währung kann ferner nicht gefordert werden, soweit ihr Verbleib in der Hand des Besitzers im Interesse eines in- ländischen Unternehmens oder der deutschen Wirtschaft liegt. Di« Ablieferung von Edelmetallen kann nicht gefordert werden, soweit sie zur Fortführungeines inländischen Unter- nehmens für jeweils zwei Monat« notwendig sind. Der Z 2 umschreibt genauer den Begriff, der von der Verordnung erfaßten Werte. Wichtig sind die folgenden Bestimmungen: Die Rechte öes Devisenkommisiars. 8 3. Der Kommissar für Devisenerfassung kann in Durchführung der Verordnung de« Reichspräsidenten über die Devisenersassung vom 7. September 1923 von jedermann jede von ihm für erforderlich er- achtete Auskunft fordern und bei jedermann jede von ihn: für erforderlich erachtet« Einsicht nehmen und Durchsuchung vor- nehmen. Die gleichen Befugnisse hat er gegenüber Reichs-, Staats- und Gemeindcbhörden. 8 4. Der Kommissar für Devisenerfassung kann jedermann zur Er» klärung vorladen. AM 0000025 5. Anschlag erfolgen. Die Borschriften des§ 26 26. 3, 4 ber Breis Der Kommissar für Devisenerfaffung tann von jedermann die treibereiverordnung vom 13. Juli 1923( Reichsgefeßblatt I S. 709) eidesstattliche Versicherung der Richtigkeit und Voll- gelten entsprechend. Die Vorschriften der§§ 6-15 werden hiervon nicht berührt. ständigkeit seiner Angaben verlangen. § 18. § 6. § 20. Der Kommissar für Devisenerfassung fann Bestimmungen über das Verbringen von Vermögensgegenständen im Sinne dieser Durchführungsbestimmungen von und nach dem Ausland und von und nach dem besezten und Einbruchsgebiet treffen und den Grenzverkehr und den Verkehr mit dem besetzten und Einbruchsgebiet mit solchen Vermögensgegenständen regeln. § 27. § 28. Sind Zahlungsmittel oder Forderungen in ausländischer WähZahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung, die entgegen den Bestimmungen der Balutaspekulationsverordnung rung, die gemäß diefer Verordnung abgeliefert sind, unter erworben sind, Vermögensgegenstände, die auf Erfordern des Kom- Berlegung von Borschriften der Devisengefeßgebung erworben oder missars für Devisenerfassung gemäß§ 3 nicht angegeben sind oder einer geseglichen Anordnung zuwider früher nicht angemeldeat oder Der Kommissar für Devisenerfassung tann seine Befugnisse deren Ablieferung nicht innerhalb einer vom Kommissar gestellten abgeliefert werden, so findet wegen dieser Zuwiderhandlung eine Frist erfolgt ist, fönnen ohne Rücksicht auf das Borliegen einer ftraf- Strafverfolgung nicht statt. Auch ist infoweit eine anderen Stellen übertragen. baren Handlung zugunsten des Reiches für verfallen erklärt werden. Verfallsertlärung nicht möglich. Die Verfallserklärung wird vom Kommissar für Devisenerfassung Sind abgelieferte Vermögensgegenstände im Sinne dieser Durch- Die Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden, sowie die Beamten ausgesprochen. Das Eigentum geht auf das Reich über, sobald die führungsbestimmungen bei der Besteuerung von Vermögen oder und Notare haben dem Derisenkommissar jede zur Durchführung Berfallserklärung dem Gewahrsamsinhaber zugeht. Eintommen. oder bei der Erbschaftssteuer berschwiegen dieser Verordnung dienliche Hilfe zu leisten. worden, so findet ein Strafverfahren wegen einer hierdurch begangenen Verlegung der Steuergesetze und einer Nachforderung von Steuern mit Rücksicht auf diese Gegenstände und die Einfünfte aus ihnen nicht statt. Weist der von der Verfallserklärung Betroffene nach, daß ihm die Unrechtmäßigkeit des Erwerbes unbekannt war, oder die Angabe oder die Ablieferung unverschuldet unterblieben ist, so fann die Ueber nahme gemäß§ 1 erfolgen. 7. § 29 bestimmt, daß sämtliche Beamte und Angestellte aller Stellen, die bei der Durchführung dieser Bestimmungen tätig werden, die Verhältnisse einer Person, die sie dienstlich erfahren, strengstens geheimzuhalten haben. Beftest Grumb zu der Annahme, daß Zahlungsmittel ober ein De Borschriften der Abfähe 1, 2 gelten night, fom elt bereits gen bront Strafen bei Umgebung bes§ 29 an. § 30 § 31. Der Kommissar für Devisenerfassung trifft die erforderlichen Forderungen in ausländischer Währung entgegen den Bestimmun- rung von Steuern eingeleitet worden ist oder die Abliefegen der Devijengesezgebung erworben oder Vermögensgegenstände rung oder Angabe den Borschriften der Verordnung des Reichspräsi von dem zur Auskunft Aufgeforderten verheimlicht oder von dem denten über die Ablieferung ausländischer Vermögensgegenstände zur Ablieferung Aufgeforderten nicht abgeliefert find, fo fönnen fie vom 25. Auguft 1923( Reichsgesetzblatt" I S. 833) zuwider unter- Ausführungsbestimmungen. vom Kommissar für Devisenerfassung und den Behörden und Be- blieben ist. amten des Polizei- und Sicherheitsdienstes vorläufig ficher gestellt werden. § 10. § 19. Auf den Kommissar für Devisenerfassung gehen alle Befugnisse über, die nach der Devisengefeßgebung die Prüfungsstelle und der Beauftragte des Reichswirtschaftsministers für Devisenprüfung haben. § 20. Ueber die Rechtmäßigkeit der Verfallserklärung entscheidet auf Beschwerde des Betroffenen endgültig das Reichswirtschaftsgericht. Die Beschwerde ist innerhalb eines Monats seit dem Tage der Der Kommissar für Devisenerfassung tann Personen und BerBerfallserklärung beim Kommissar für Devisenerfassung anzubringen. Sie hat eine aufschiebende Wirkung. Stellt fonenvereinigungen die Handelstammerbescheinigung das Reichswirtschaftsgericht die Unrechtmäßigkeit der Berfallserflä- entziehen, wenn die Voraussetzungen, unter denen die Handelsrung oder die Gutgläubigkeit des Betroffenen feft, so erfolgt die fammerbescheinigung erteilt ist, nicht oder nicht mehr vorliegen, oder wenn die Person oder Personenvereinigung feine Gewähr für die lebernahme gemäß§ 1. Weitere Ansprüche des Betroffenen auf Einhaltung der Bestimmungen der Devisengefeßgebung bietet oder zum Schaden der deutschen Währung in ausländischen Zahlungsmitteln spetuliert oder einer solchen Spekulation Borschub leistet. § 21. Grund der bestehenden Geseze bleiben unberührt. me § 11 handelt von der Vollstreckung der Verfügungen des Kommiffars für Devisenerfassung. § 13. 240 and dated] Beamtenabbau? Ein Gesezentwurf des Reichsfinanzministers. Im Reichsfinanzministerium befindet sich, wie die BS.- Korrespondenz meldet, gegenwärtig ein Gesez über den Beamtenabbau in Vorbereitung. Reichsfinanzminister Hilferding beabsichtigt, den Abbau des Beamtentums schärfe: als bisher durchzuführen, auch auf die Gefahr hin, daß dadurch vorübergehend lastungen vermieden werden. Der Gesezentrouf sieht folgende eine Mehrbelastung des Reiches eintrete, sofern nur dauernde Be sieben Fälle zur Beschleunigung des Abbaues vor: 1. Bersetzung von Reichsbeamten über 65 Jahre in den Ruhestand. Während bis jetzt die Verwaltung Beamte, die über 65 Jahre aft waren, in den Ruhestand versetzen konnte, soll jetzt die Pensionierung automatisch erfolgen, sobald ein Beamter 65 Jahre alt ge= worden ist. Für die Mitglieder des Reichsgerichtes, des Reichsfinanzhofes und des Rechnungshofes gilt das 68. Lebensjahr. Für das Reichswirtschaftsgericht und das Reichsversorgungsgericht foll dagegen das 65. Lebensjahr Geltung haben. Dasselbe gilt für alle anderen Gerichte. Beamte, die 65 Jahre alt werden und im einstWer die erforderten Auskünfte nicht, nicht in der gefeßten Der Kommissar für Devisenerfaffung tann Devisen banten Frift oder unvollständig a b gibt oder auf Borladung nicht erscheint, die Befugnis entziehen, Geschäfte mit Bahlungs. fann zur Erfüllung dieser Pflichten durch Ordnungsstrafen mitteln oder Forderungen in ausländischer Währung abzuweiligen Ruhestand sind, treten automatisch in Pension. angehalten werden. Die Ordnungsstrafe tann wiederholt werden schließen oder zu vermitteln, wenn sie feine Gewähr für und darf im Einzelfalle nicht mehr als 10 000 m. Geld betragen. die Einhaltung der Bestimmungen der Devisengefeßgebung bieten oder Ordnungsstrafen verfügt auch der§ 14 für solche Fälle, in denen zum Schaden der deutschen Währung in ausländischen Zahlungsjemand die zur Durchführung der Devisenerfassungsverordnung not mitteln spekulieren oder einer solchen Spekulation Borschub leisten. wendigen Meldungen und Auskünfte nicht erteilt, soweit diese durch § 22. andere Borschriften verlangt wurden. Die Ordnungsstrafe ift nach § 15 sofort fällig. § 16. Ber die von ihm gemäß§ 5 erforderte eidesstattliche Bersicherung wissentlich unrichtig oder unvollständig abgibt, wird mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren, bei mildernden Umständen mit Gefängnis nicht unter einem Jahr bestraft. 2. Pensionierung von Reichsbeamten im Alter von über 60 Jahre. Noch nicht dienstunfähige über 60 Jahre alte Beamte fönnen ihre Bersehung in den Ruhestand verlangen, während bis jetzt auch für diese Beamte der Nachweis der. Dienstunfähigkeit erforderlich war. Während einer Uebergangszeit erhalten sie erhöhte Bezüge. Der Antrag muß 6 Monate nach Infrafttreten des GeBersonen und Personenvereinigungen, die zum Börsen feges gestellt werden bzw. bei den Beamten, die erst nach Infrafis befuch zugelassen sind, ist die Zulassung der zuständigen Betreten des Gesetzes 60 Jahre alt werden, nach diesem Zeitpunkt. hörde zu entziehen, wenn der Kommissar für Devisenerfassung festgestellt hat, daß fie feine Gewähr für die Einhaltung der De Diengesetzgebung bieten oder zum Schaden der deutschen Währung in ausländischen Zahlungsmitteln spekulieren oder einer solchen Spekulation Vorschub leisten. $ 23 3. Bei planmäßig abzubauenden Behörden wird die einstweilige Versehung entbehrlicher Reichsbeamten in den Ruhestand erfolgen. 4. Freiwillig ausscheidende lebenslänglich angestellte Beamte können, sofern sie für die Verwaltung entbehrlich sind, auf ihren Antrag aus dem Dienst ausscheiden. Die Hinterbliebenenfürsorge wird ihnen gewährt. Neben der Freiheitsstrafe ist auf Geldstrafe zu erkennen. Das höchstmaß der Geldstrafe ist unbeschränkt. Für die Verbrechen des Abs. 1 sind die Straflammern als er regelt das Beschwerderecht gegen Anordnungen gemäß§§ 20, 21, 22, laffen werden oder freiwillig ausscheiden, können Abfindungstennende Gerichte zuständig. Ist die in Abs. 1 bezeichnete Handlung fahrlässig begangen, so ist auf Gefängnis und auf Geldstrafe zu erkennen. § 17. § 24. 5. An Beamte, die nicht lebenslänglich angestellt sind und entfummen gewährt werden, die für jedes geleistete Dienstjaht u gefähr ein Monatseinkommen betragen, bei Beamten mit 16 und Der Rommissar für Devisenerfaffung tann den Reis der mehr Dienstjahren aber den Höchstbetrag des 14fachen MonatsDevisenbanken beschränken. Er tann die Vorausgehaltes erreichen. segungen bestimmen, unter denen eine Bant als Devisenbanti zugelassen und unter denen Devisenbanken die Befugnis, Geschäfte über Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung abzuschließen oder zu vermitteln, entzogen werden kann und das Berfahren regein.bin § 25. Judu Im Falle des§ 13 fann neben der Strafe auf Einziehung der verschwiegenen Zahlungsmittel und Forde rungen in ausländischer Währung zugunsten des Reiches erkannt werden. Soweit diese nicht mehr vorhanden oder nicht mehr zu ermitteln find, tritt ihr Erlös oder ihr Wert an ihre Stelle. Zur Sicherung der Geldstrafe und der Einziehung tann das Der Kommissar für Devisenerfassung tann den Kreis der Vermögen des Angeschuldigten ganz oder teilweise beschlag.Perfonen und Personenvereinigungen, denen eine Hanbels. nahmt werden. fammerbescheinigung erteilt ist, beschränken. Er fann Neben der Strafe kann angeordnet werden, daß die Verur- die Boraussetzungen bestimmen, unter denen eine Handelskammerteilung auf Rosten des Schuldigen öffentlich bekannt. bescheinigung erteilt und entzogen werden kann und das Verfahren gemacht wird. Die Bekanntmachung fann auch durch öffentlichen regeln. Letzte Zuflucht. In eine fächsische Frrenanstalt wurden in den legten Tagen mehrere Frauen eingeliefert, die unter dem täglich machfenben Zahlenwirbel der Inflation feelisch und geistig zusammengebrochen find. Die Witwe Diemichen, drüben im Hinterhaus drei Treppen, ist verzogen. Und zwar in das Irrenhaus. Die Hausmannsfrau berichtet darüber folgendes: Die alte Frau wußte schon gar nicht mehr ein noch aus. Die Diemichen, das war eine sehr brave, anständige und saubere Frau. Ihr Mann der ist aber schon lange tot war Tischlermeister. Ihr Sohn ist im Kriege gefallen. Sie hatte einige tausend Taler Gespartes und ein paar Pfennige Rente. Es fiel den Leuten schon auf, wenn sie beim Bäcker oder Kaufmann etwas holte, wie ihre Augen so merkwürdig wurden; ganz starr und abwesend, als verstünde sie von all dem nichts, was um sie herum vorging. Ihre Lippen zitterten, fie zählte die paar Scheine in ihrem alten Lederbeutel immer wieder und ging dann aus dem Laden, ohne etwas zu kaufen. Als fie sich den nächsten Tag nicht blicken ließ, drangen die Leute in ihre Wohnung; da saß sie, die Brille auf der Nase, in der zittrigen Hand einen Bleistiftstumpf, und rechnete, rechnete... Sie ließ sich von den Leuten gar nicht stören, feuchtete den Bleistift an und rechnete, rechnete... Das ganze Stück Papier war schon mit Nullen vollgeschrieben. Neben ihr lag der amtliche Markthallenbericht, und überdies einer mit den gänzlich überholten Preisen von der vorigen Woche. 2 6. Zuschüsse zu den Umzugstoffen fönnen in dem Fall 4 und 5 gewährt werden. 7. Auch Versorgungsanwärtern mit Zivilversorgungsschein, Zivildienstschein oder Bolizeiversorgungsschein fann bei ihrem Ausscheiden ein dreifaches Anfangsmonatseinkommen als Abfindung gewährt werden. Diese Maßnahmen sollen durch Reichsgeseh auch für die Länder als bindend erklärt werden. Dr. Hommerich, früher Redakteur der ,, Germania", dann Vortragender Rat in der Reichspressestelle, tritt in die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes über. Die Journalisten, die mit Dr. Hommerich zu tun hatten, werden sich des Zusammenarbeitens mit ihm stets gern und dankbar erinnern. " Der Schlaf im neuen Licht. Der Schlaf, der im Leben des folcher Gelehrter fühlt sich augenscheinlich mit der Natur im Bunde. Menschen eine so große Rolle spielt, gibt der Wissenschaft noch so Er hält sich für einen Sohn der Natur", wie das Goethe ausmanches Rätsel auf. Vor allem find aber viele Irrtümer über das gesprochen hat, und naht sich ihr mit der hoffnungsfrohen Hingabe Schlafen im großen Bublifum verbreitet. Ein englischer Gelehrter, wie ein Kind seinem Bater. Besonders Mathematiker scheinen zu der sich mit den Schlafproblemen viel beschäftigt hat, teilt einige der Ansicht hinzuneigen, daß die Erscheinungen der Natur eine Wahrheiten über den Schlaf" mit, die ihn in einem neuen Licht gewisse Berwandtschaft mit einfachen Gedankengängen haben; ein erscheinen laffen. Aus den Erzählungen, daß Männer wie Napoleon, großer Teil der Erfolge der theoretischen Astronomie und Physik Friedrich II. u. a, mit 4 bis 5 Stunden Schlaf austamen, hat man sind diesem Glauben zu verdanken. Wieder andere Naturforscher schließen wollen, daß geringes Schlafbedürfnis ein Zeichen genialer haben den Eindruck, mit der Natur zu spielen; sie meinen mit den Veranlagung fei. Das ist aber ein großer Irrtum. Sehr viele her- Kirchenvater Augustin, daß die Natur unergründlich sei und daß vorragende Männer waren Langschläfer, wie z. B. Dr. Johnson und ihre Tätigkeit mit dem Spiel des Kindes am Meer zu vergleichen Darwin. Es ist überhaupt falsch, die Wirkung des Schlafes auf den fei, das mit einer Muschel Waffer schöpft. Newton hat nach manchen Menschen nach Stunden zu meffen; vielmehr ist das einzig Ent. Aeußerungen zeitweilig zu diesem Typus gehört. Viele moderne scheidende die Art des Schlafes. Es ist ein allgemeines Gefeß, daß Naturforscher haben zur Natur in ihrer Gesamtheit überhaupt fein die Tiefe des Schlafes wichtiger für ben Organismus ist als feine Berhältnis; fie beschäftigen sich mit lauter Einzelheiten, und in der Länge. Wer sehr tief schläft, wird in vier bis fünf Stunden sein Aufhellung winziger Teilerscheinungen erschöpft sich ihre Tätigkeit; Schlafbedürfnis beffer befriedigen als einer, der leicht schläft in der andere mieder treten der Natur mit ausgesprochenen Herrschergelüften doppelten Zeit. Schlaf ift eine Zeit der Ruhe für Rörper und Gehirn gegenüber; fie wollen fie unter ihre Gewalt zwingen oder auch eine und er ist am angenehmsten und erfrischenditen, wenn beide gleich beherrschende Theorie schaffen, die alle Naturvorgänge regelt. mäßig ermüdet find. Mit einem müden Gehirn in einem noch frischen Die geringe deutsche Einwanderung nach Amerita. Gar viele und rufhelofen Körper ist Schlafen schwierig. Dasselbe ist der Fall, sehnen sich heute nach dem glücklichen Dollarlande. Da ist es wenn zwar die Muskeln ermüdet find, aber das Gehirn seine Frische merkwürdig, daß nach der abschließenden Statistik, die das ameribewahrt hat. Während der Zeit des Schlafens ist das Blut damit tanische Einwanderungsbureau über das am 30. Juni beendete beschäftigt, die Müdigkeitsprodukte zu beseitigen, die sich in den Einwanderungsjah: 1922/1923 veröffentlicht, die Deutschen die ihnen Nervenzentren aufgespeichert haben und ihre Tätigkeit zeitweise zustehende Quote unter allen Ländern am wenigstens ausgenutzt haben. Statt der 357 803 Einwanderer, denen nach dem gegenlähmen. Wenn diese Beseitigung beendet ist, dann hat der Schlaf den 3wed der Natur erfüllt und man wacht auf. Dieser Borgang vollwärtigen amerikanischen Einwanderungsgesetz in dieser Zeit der zieht sich bei verschiedenen Menschen verschieden. Die Zeit des Weg in die Vereinigten Staaten offen stand, haben nur 333 480 Schlafens hat mit seiner Wirkung nichts zu tun, und es ist ein Bor- von dieser Erlaubnis Gebrauch gemacht. Die Zulassungsquoten der urteil der Frühaufsteher, daß der Schlaf vor Mitternach besonders meisten Länder wurden nicht voll ausgenutzt. Bei der Mehrzahl fräftigend sei. Wer länger schläft als es die Natur erfordert, schädigt der Staaten sind es aber nur ganz fleine Biffern, die die Einfich dadurch. Der natürliche Schlaf ist stets mit einer zeitweisen wanderung unter der erlaubten Zahl liegt. Ueber 1000 ist die Blutleere im Gehirn verbunden, und dauert der Schlaf zu lange, fo Menge der fehlenden Einwanderer nur bei Estland, das statt der fällt es dem Gehirn schwer, seine normale Tätigkeit wieder aufzu ihm gestatteten 1348 Auswanderer nur 241 nachy Amerika schickte, nehmen. bei Galizien, von wo statt 31 146 nur 29 730 tamen, und dann ror allem bei Deutschland. " 3 000 000. Nun ist die Witwe Diemichen im Irrenhaus und wohlgeborgen. Verweilen wir, Hut in der Hand, eine Sekunde vor diesem Schicksal. Sie ist die erste nicht; schon mehrere Frauen, deren alte, abgegriffene Geldtaschen mit Havensteins Drucktechnit nicht standgehalten haben, sind diefen Weg gegangen. Sie haben tapituliert, seelisch und geistig. Sie haben den Heldenkampf der Pfennige geWie Forscher die Natur beurteilen. Bon Röntgen wird beführt, solange er ging. Sie erlagen den Nullen. Das biblische richtet, daß er gelegentlich gesagt habe, die Natur sei heimtückisch. Scherflein der Witwe weiß nichts von Inflation, Dollar und Wert- Diese auffällige Aeußerung gibt Ernst Lau Anlaß, in den SoziaDie Schlüffelzahl des Buchhaudels beträgt von Sonnabend an beständigkeit. Wohl hat es feinen unveräußerlichen Wert, dieses fistischen Monatsheften" die Stellung großer Naturforscher zur Natur Scherflein der Witwe, aber nicht hier unten, wo man Werte macht, zu beleuchten. Röntgen mag wohl mit seiner Auffassung gemeint Die erfte Ostmärkische Kulturwoche findet in Frankfurt indem man Nullen anhängt. haben, daß die Natur dem Forscher immer wieder einen Strich a. d. Dder vom 8. bis 16. September fiatt. In dem reichhaltigen ProEr war von diesem gramm find Sport- und Spieltage, sowie Vortragstage vorgesehen. Zu erAuch die Witwe Diemichen hat Nullen angehängt; da tam sie durch die scheinbar sichersten Resultate macht. wähnen sind: die Eröffnung der neu eingerichteten Dstmärtischen Kunsthalle ins Irrenhaus. Mich dünkt, wir gehören alle dahin, denn wir tun Mißtrauen gegen die Natur so beherrscht, daß er selbst an der Wahr-( im Stadttheater), Aufführung des ersten Ditmärkischen Mysterienspiels in heit seiner eigenen Forschungsergebnisse zweifelte und es daher nur der Marienfirche, eine Ausstellung für Unterrichtswesen und Ostmärkische seit einiger Zeit nichts anderes, als immerzu Nullen anhängen. Wenn doch einmal auch einer von der anderen Seite, einer, selten über sich brachte, fie zu veröffentlichen. Der große Gelehrte Buchliteratur, fowie Uebergabe der Turmräume der Marienkirche an die Das Stadttheater bringt zur Eröffnung Goethes fühlte sich offenbar der Natur als Gegner gegenüber, vor dem man Ostmärkische Bücherei. der an den Nullen profitiert, in Nullen fast erstickt, von schreck- jederzeit auf der Hut sein müsse. Andere Forscher haben zur Natur Faust I. Festabende und Musilveranstaltungen sind eingeflochten. lichen Albträumen ins Irrenhaus gehezt würde! Nur der aus- mehr zutrauen. So führt Lau den Ausspruch eines bekannten Die deutsche Gesellschaft für Urologie hält am 26.- 29. September gleichenden Gerechtigkeit wegen. Welch eine Vorstellung: Bartner Physikers an, der erklärte, die Natur sei ganz einfach, und je mehr ihren 6. kongres in Berlin, Langenbed- Birchow- Haus( Luisender armen Witwe Diemichen ein Reicher aus dem Reich. Net. man dahinter fäme, um so einfacher löften sich alle Rätsel. Ein straße 58/59), ab. Die Kohle folgt dem Dollar. Dom Ibar, daß schwere unzulässige Beeinfluffungen feitens des Wehrkreis- beschlossen, den Funktionären am Dienstag vorzuschlagen, dah tommandos IV erfolgt sind, die mit der Sauberkeit und Unabhängig- Genosse Karl Seiz Reimanns Nachfolger als Bürgermeister Bis über 50 Proz. Preissteigerung ab 10. September keit der Rechtsprechung unvereinbar sind, legte den deshalb bei mir werden soll. Reichstohlenverband und Großer Ausschuß des Reichsfohlen. vorsprechenden Offizieren die vollkommen eindeutigen schriftlichen Karl Seiz ist seit Jahren Vorsitzender der Parteileitung, Präjirates verhandellen in ihrer Sigung vom 7. d. M. aus Anlaß der Beweisstücke vor und nun wird nicht etwa„ dem ehrliebenden Sol- dent des Nationalrats und war in der Revolution als Präsident des fchiedsgerichtlich vom 3. d. M. festgeschten Cohnerhöhungen und der daten!" der Prozeß gemacht, sondern im Gegenteil ihm, dem ehr- Staatsrats der oberste Repräsentant der jungen Republik. Eine infolge des neuen Marksturzes eingetretenen rapiden Materialver- liebenden Soldaten" tann nicht mehr zugemutet werden, mit der fächfi feltene Rebnergabe, große geistige Beweglichkeit und seine hervor stechende parlamentarische Geschicklichkeit haben ihn, den truerung über neue Kohlenpreiserhöhungen. Nach längeren Ber- schen Regierung zu verkehren. Eine solche Veröffentlichung gab das christlichsozialen Bürgermeister Lueger strafweise entlassenen Boltshandlungen wurden einffimmig folgende prozentuale Erhöhungen Reichswehrministerium! Ein Kabinettftüd, welches sich würdig den schullehrer, zum Führer der Partei, zu ihrem schlechthin populärsten, der seit dem 3. d. M. geltenden Preise mit Wirkung ab 10. d. m. Dingen anreiht, wegen welcher ich in die Deffentlichkeit gehen mußte. Vertreter gemacht. einschließlich Steuern beschlossen: Begreift der Herr Reichswehrminister noch immer nicht, daß es für ihn beschämend ist, wenn die Deffentlichkeit erst gegen ihn alarmiert werden muß und sieht der Herr Reichskanzler nicht, daß eine Dis= tussion über die bisher nur gestreiften Vorgänge für das Ansehen des Reiches im Auslande von tatastrophalen Folgen sein muß? Daß aber eine solche Diskussion im Interesse der Reinlichkeit der Justiz und zur Sicherheit der Republit unbedingt erfolgen muß, falls ein Personen- und Systemwechsel nicht binnen wenigen Tagen vor sich gegangen ist? Erkennt man in Berlin noch immer nicht, daß die sächsische Regierung, die schon durch eine Dentschrift vom 4. Januar 1923 eine Aenderung verlangt hatte, nunmehr in die Deffentlichkeit gehen muß, nachdem sämtliche Berliner Instanzen vergebens angegangen worden sind? Die Reichsregierung hat nur noch wenige Tage Zeit. Sie sollte sie nützen!" Ruhr 83-5 Pro3., Eschweiler Bergwerferein 82,5 Proz., Nordftern 81,7 Proz., Niedersachsen 85,8 Proz., Ibbenbüren 85,1 Proz, Oberschlesien 84.1 Proz., Niederschlesien 85,1 Proz., Sachsen 85,3 Prozent, Ostelbische und mitteldeutsche Braunkohle 84,1 Proz, Rheinland 82,7 Proz., Bayern, Pech- und Steinkohle 79.4 Proj., Braunkohle 84,1 Proz. Die sich hiernach ergebenden Preise liegen selbst bei einem Dollarkurs von 30 millionen Mark sämtlich teilweise erheblich unter der Weltmarktparität, obwohl sie zurzeit noch die volle Kohlensteuer tragen. Die Ueberteuerung des Brotes. Die Dittatur, die Landwirtschaft und große Mühlentonzerne auf dem Getreide und Mehlmarft ausüben, äußert sich jetzt in stündlich steigenden Getreide- und Mehipreisen. Trotz einer äußerst günftigen Ernte liefern die deutschen Agrarier, 8. T. unter dem Druck der Geldentwertung, Roggen und Weizen nur in beschränktem Maße ab. Die Mühlen halten ebenfalls mit ihrem Verkauf zurüd und wo Verkäufe getätigt werden, geschieht das nur gegen Vorausbezahlung. Vor einigen Tagen haben Landwirtschaft und Mühlen den Beschluß gefaßt, ihre Produkte nur noch nach dem Dollarkurs zu verkaufen, und zwar werden für Mehl 7,20 Dollar gefordert, während Hamburger Importgeschäfte in ihren Filialen in Berlin feinstes amerikanisches Mehl zu 7% Dollar verkaufen. Das amerifanische Mehl, auf dem 0,45 Cent Einfuhrzoll pro amerikanischen Doppelzentner ruhen, und auf dem noch die Transportkosten vom Produktionsort nach der amerikanischen Küste, dann die Ozeanfracht und die von Hamburg nach Berlin lastet, ist ebenso teuer wie das deutsche Mehl. Damit hat das deutsche Getreide und das deutsche Mehl den Weltmarttpreis meit überschritten, Selbst wenn man weitherzig faltulieren will, fällt der Landwirt schaft und den Mühlentrusts ein Gewinn von 20 Broz. in den Schoß. Es ist die höchste Zeit, daß mit dieser Auspowerung des deutschen Voltes gründlich Schluß gemacht wird. Die Beamtenbesoldung. Wirtschaft Die Teuerung im Großhandel. +42 der Großhandelspreise nach den Berechnungen des StatistiInfolge der akuten Markverschlechterung hat sich das Niveau schen Reichsamts in der Woche vom 28. Auguft bis 4. September um 76 Proz. auf das 2 981 532fache des Friedensstandes gehoben. Der Dollar stieg gleichzeitig von 6,4 Millionen Mart auf 13 Millionen Mark oder um 103 Proz. Demgemäß hat sich das Goldniveau der Großhandelspreise von 111,2 Proz. Gold am 28. August auf 96,3 Proz. Gold am 4. September gesenkt. Dabei sind die Einfuhrwaren mit einer Steigerung um 109 Proz. auf das 3 840 668fache der Bewegung des Dollarkurses unmittelbar gefolgt, während die Inlandswaren um 68,6 Proz. auf das ( im Großhandel) um 101 Proz. auf das 2 001 554fache und die Industrie stoffe um 60,3 Proz. auf das 4 813 665fache des Friedensstandes. Die Rechtsbrüche der Rheinlandkommission. 2 809 705fache anzogen. Gleichzeitig stiegen die Lebensmittel Deutschlands Protest gegen den neuen Gewaltakt. Gesandtschaft in Brüssel sind angewiesen worden, den dortigen Die deutschen Botschaften in Paris und London und die Regierungen folgende Note zu überreichen: Die Krise schreitet fort. Aus dem Bericht des Brandenburgischen Für den Durchschnitt August ergibt sich unter Berüdsichtigung aller während des Monats erfaßten Notierungen gegen Die Interalliierte Rheinlandkommission hat in den letzten den Durchschritt Juli eine Steigerung der Großhandels indexziffer um 1162 Proz. auf das 944 041fache des FriedensTagen eine Verordnung erlassen, durch die sie sich selbst das Recht ſtandes. Der Dollar wurde im Durchschnitt August mit 4 620 455 verleiht, Ernennungen von Beamten vorzunehmen, wenn Mart gegen 353 412 M. im Durchschnitt Juli oder um 1207 Broz. infolge Abberufung, Ausweisung oder abgelehnter Ge- höher bewertet. Von den Hauptgruppen der Großhandelsindernehmigung der Ernennung eines Beamten ein Poften in einer giffer stiegen gleichzeitig die Einfuhrwaren um 1222 Broz. deutschen Verwaltung frei wird, unter der Voraussetzung, daß ihrer auf das 1325 388fache, die Inlandswaren um 1145 Prog. Ansicht nach das Weiterbestehen der Vakanz der Sicherheit, den Be- auf das 867 771fache, ferner die Lebensmittel( im Großhandel) dürfnissen und dem Unterhalt der Armee entgegensteht und, daß es um 915 Pros. auf das 658 401 fache und die Industrie stoffe um nicht möglich ist, die Vakanz dadurch auszufüllen, daß fie bereits in 1483 Proz. auf das 1 478 063fache des Friedensstandes. der betreffenden Verwaltung beschäftigte Beamte beruft. Diese Verordnung bedeutet einen neuen sóhweren Berstoß gegen Landesarbeitsamtes geht hervor, daß die Betriebseinschränkungen das Rheinlandabkommen, das im Artikel 5 ausdrücklich und Stillegungen immer weiter um sich greifen. Der Arbeitsmarkt bestimmt, daß die Zivilverwaltung der Provinzen, Regierungsbezirke, hat sich in der Zeit vom 27. August bis 1. September wesentlich Stadt- und Landkreise und Gemeinden in der Hand der deutschen weiter verschlechtert. So wird u. a. berichtet: Nach Beilegung des Behörden verbleibt und weiter nach der deutschen Gesetzgebung Streits in den Niederlaufiger Bergbaubetrieben er. und unter Leitung der deutschen Zentralregierung geführt wird. folgten größere Entlassungen von Arbeitskräften, so daß allein im Der Haushaltsausschuß des Reichstages beschäftigte sich gestern Wenn zurzeit die Zahl der im besetzten Gebiet vorhandenen deutschen Senftenberger Bezirk einige tausend Arbeiter erwerbslos geworden mit der Neuregelung der Beamtenbezüge. Der deutschnationale Dr. Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten weit unter den in den Haus- find. Im Spremberger Revier wurde ebenfalls eine größere Zahl Quaah wandte sich prinzipiell gegen die bisherige Form der Be: haltungsplänen vorgesehenen Bestand herabgesunken ist, so ist dies von Arbeitern infolge. Betriebseinschränkungen nicht wieder eingestellt. In der Torfindustrie fonnten nur noch vereinzelte soldungsregelung auf dem Wege von Vereinbarungen zwischen Re- ausschließlich zurückzuführen auf die von der Interallierten Rhein- Arbeitskräfte untergebracht werden. Die Ziegelindustrie hat gierung und Spitzenorganisationen, der der Reichstagsausschuß dann landkommission und den sonstigen Besatzungsstellen ohne Rüdim allgemeinen größere Betriebsstillegungen und einschränkungen einfach zuzustimmen habe. Sein Parteifreund Schmidt- Stettin unter ficht auf die vertragsmäßigen Vereinbarungen und das Bölker- vorgenommen. Von der Sommerfelder Ofenindustrie stüßte diesen Angriff und erklärte, daß im übrigen die Deutschnatio- recht vorgenommenen Massenausweisungen und wurde die Kurzarbeit eingeführt und Kündigungen ausgesprochen. nalen gegen die Abschaffung der Bierteljahresvorauszahlung der massenverhaftungen. Dank der aufopferungsfreudigen Die Glas- und 3ementindustrie hat ebenfalls einen RüdGehälter seien. Abg. Bender( Soz.) terlangte Erhöhung der Löhne Arbeit und den übermenschlichen Anstrengungen des noch verblie- gang des Beschäftigungsgrades aufzuweisen. Infolge Auftragsfür die Staatsarbeiter, deren Löhne bei einem Dollarſtand von 16 Millionen festgesetzt seien. Dernburg( Dem.) wünschte, daß zur benen Restes der deutschen Beamtenschaft ist es aber immer noch mangels und Kapitalfnappheit ist in allen Fabrikationszweigen der Metallindustrie ein Stillstand eingetreten, der vielerorts Sanierung der Finanzen des Reiches auf der Ausgabenseite gelungen, die Verwaltung in einem zur Erfüllung der ihr obliegen- Streckungen der Arbeitszeit und Entlassungen zur Folge hatte. Die begonnen werde, wenn auch nicht nur bei den Ausgaben für die den Aufgaben erforderlichen Umfange aufrechtzuerhalten. Ueberdies Geschäftslage in der Textilindustrie hat sich weiterhin unArbeiterschaften, sondern auch bei den Kohlenpreisen. Die sind alle Verwaltungen, obgleich sie die Rechtmäßigkeit der Aus- günstig entwickelt. Die Hutindustrie arbeitet in Luckenwalde Beamten müßten sich dafür entscheiden, entweder Vierteljahres- weisungen und der Verhaftungen nicht anzuerkennen vermochten, in allen Betrieben verkürzt; in Neudamm wurden wegen Mangel vorauszahlungen anzunehmen, die ihnen wertbeständige Anlage ihres bemüht gewesen, die entstandenen Lücken durch kommissarische Ein- an Aufträgen und Geldknappheit zwei kleinere Betriebe stillgelegt. Gehaltes in Goldanleihe oder Dollarschazanweisungen ermögliche, berufungen und Ernennungen auszufüllen. Allerdings sind sie hier- Aus der Papierindustrie werden Stillegungen und Einod er auf Nachzahlungen zu verzichten. Auch Morath( D. Bp.) er bei teilweise auf einen systematischen Widerstand der Be- schränkungen gemeldet. Im Holzgewerbe waren Streckungen flärte sein Einverständnis mit einer vorläufigen Aufhebung der Bierteljahresvorauszahlung, wenn damit die Rechte der Beamten jagungsstellen gestoßen, die offenbar grundsäßlich das nach der Arbeitszeit und Entlassungen zu verzeichnen, die auf mangelnden nicht geschmälert würden. einer Berordnung der Rheinlandkommiffion vorgesehene Beto. Absah und Knappheit am Betriebsmitteln zurückzuführen sind. Die recht in jedem Falle ausgeübt haben. Der jetzt von der Rhein- Havelberger Schiffswerften haben nach Ablauf der Kurzarbeit den Betrieb eingestellt. Die besonders ungünstige Lage im Tabat. landkommiffion beschrittene Weg, die start gelichteten Reihen der gewerbe hielt an; wegen des anhaltenden Absatzmangels ftellen deutschen Beamtenschaft im Rheinlande wieder aufzufüllen, ist nicht erneut einge fleinere Betriebe die Produktion ein. Im Beklei geeignet, eine geordnete Berwaltung im Rheinlande aufrechtzuer- dungsgewerbe erhöhte sich durch den Rückgang des Beschäftihalten. Ernennungen von Beamten, die die Rheinlandkommiffion gungsgrades die Zahl der erwerbslosen Schneider und Schuhmacher. unter Mißachtung vertraglicher Rechte vornimmt, find Im Baugewerbeschreitet die ungünstige Entwicklung der Arbeitsrechtswidrig und alle Handlungen solcher Beamten werden marktlage fort, die ihre Auswirkung in dem Anwachsen der ArbeitAbg. Hoch( Soz.) wandte sich gegen die Organisierung des ebenfalls eine rechtsgültige Anordnung der deutschen Staats- fuchendenziffer in diefer Berufsgruppe zeigte. Im Berviel Kampfes gegen die neuen Steuern durch die Deutschnationale Boltsfältigungsgewerbe hielt die Tendenz zur weiteren Verpartei. Abg. Deglert( Dnat.) suchte seine Bartei gegen diesen Bor- gewalt nicht bedeuten. Die deutsche Regierung legt gegen diesen schlechterung an. Auch im Gastwirts gewerbe macht sich, herwurf zu verteidigen. Der Ausschuß bewilligte nach einer weiteren Rechtsbruch der Interalliierten Rheinlandkommission Verwahrung vorgerufen durch Saisonschluß und fortschreitende Teuerung, eine längeren Debatte, in der sich u. a. auch der Abg. Steinkopf( Soz.) ein und erwartet die sofortige Aufhebung der Verordnung. Zunahme der Erwerbslosigkeit bemerkbar. Nur nach tüchtigen gegen das Verhalten der Presse in der Beamtenfrage wandte, die Auszahlung der neugeregelten Beamtenbezüge und Staatsarbeiterlöhne auf Grund der Vereinbarungen mit den Spikenorganisationen. Angenommen wurde ein Antrag, der die Länder regierungen veranlassen will, die Besoldungen und Pensionen der Beamten jeweils fofort zu zahlen. Die Regierung teilte mit, daß in fürzester Zeit ein Als Bertreter des Reichsfinanzminifteriums erklärte Gesetz über den Beamtenabbau Ministerialdirektor v. Schlieben, daß ein dem Rabinett zur grundfählichen Stellungnahme vorliege. Das Gefeß bezüglich der Borauszahlung der Gehälter werde in den nächsten Tagen dem Reichstage zugehen, die Geltungsdauer folle bis zum 31. März 1925 befristet werden. Etat mit wertbeständigen Ziffern vorgelegt werde. Für die Anschaffung der im Brotversorgungsgesetz vorgesehenen Brotgetreidevorräte wurde ein Kredit Don 1200 Billionen Mart bewilligt, der aus dem Verkauf des Getreides zu decken ist. Wann geht Geßler? Ankermann ausgeliefert. Botschafternote an Griechenland. Hausangestellten bestand unveränderte Nachfrage. Dagegen ist für kaufmännische und sonstige Angestellte die Stellenmarktlage unverändert schlecht geblieben. Der Harden- Attentäter in deutscher Gewalt. Der verbesserte Reichsinder. In unserem gestrigen Bericht über Wien, 7. September.( WTB.) Wie das 8- Uhr Abendblatt die Berhandlungen der Gewerkschaften mit dem Reichsstatistischen meldet, ist der feinerzeit in Wien wegen des Anschlages auf ari- Amt über die Streitigkeiten, die sich aus der offiziellen Inderziffer milian Harden verhaftete Ankermann, nachdem dem Aus- vor kurzem ergeben hatten, ist ein wichtiger Sah falsch wiedergegeben: lieferungsbegehren der deutschen Gerichtsbehörden entsprogjen Die Stelle muß lauten: Es wurde dabei festgestellt, daß das Reichsworden ist, vorgestern an die Grenze gebracht und deutschen Krimi- statistische Amt bisher für den Wocheninder nur Berichte aus etwa nalbeamten übergeben worden. 29 Städten zugrunde gelegt hatte. Da die Ziffern diefer Städte nicht bis 1914 zurückgerechnet werden konnten, wurde das Ergeb nis der allwöchigen Feststellungen auf das Ergebnis der pierzehntägig festgestellten sogenannten Eildienstziffer, der 71 Gemeinden zugrunde liegen, übertragen. Daraus ergab sich dann die doppelte Inderziffer, die zu verschiedenen scharfen Ausein. andersetzungen bei ihrer Uebertragung auf die Löhne und Gehälter geführt hat. benden Schulden des Reiches hat Ende Auguft die gewaltige Höhe 1235 Billionen Mart schwebende Schuld. Der Stand der schwe Don 1235 Billionen Mart erreicht. Gegen Ende Juli, wo er noch 64 Billionen Mart betrug, ift die ungebeckte Reichsschuld demnach auf das Zwanzigfache gestiegen. Gemilderte Sanktionen. Paris, 7. September.( Eca.) Bon italienischer Seite erZeigner antwortet dem Reichswehrminister. fährt der Korrespondent der„ Expreß- Korrespondenz", daß die BotDresden, 7. September.( Eig. Drahtber.) Zu der Erklärung fchafterkonferenz die Beratungen über den italienisch- griechischen des Reichswehrministers vom 5. September teilt uns der Minister. Konflift noch nicht abgeschloffen hat, daß fie jedoch folgende präsident Dr. Zeigner folgendes mit:, Grundsäße für die Lösung des Konflittes angenommen hat: „ 1. Es ist nicht wahr, daß jeder persönliche" Verkehr mit mir 1. Ein japanischer Offizier soll den Vorsi in der Unterverboten worden sei, es ist vielmehr schlechthin jeder Verkehr" mit fuchungscommiffion führen, die nach Janina entfandt wird, um zu mir verboten worden. Das ergibt sich unzweideutig aus dem schon vermeiden, daß die neutralen an der Untersuchung teilnehmen. Deröffentlichten Briefe des Herrn Generalleutnants Müller vom 2. Falls die Botschaftertonferenz die Verantwortlichkeit Griechen6. August an mich, in dem es wörtlich heißt: Ferner sei se der lands für den Mord feststellt, so sollen diefelben Sanffionen Berkehr mit Ihnen abzulehnen". Es ergibt sich weiter aus gegen Griechenland ergriffen werden, die die 3taliener in ihrem folgender Tatsache: Am 10. August war zwischen mir und 2 Offi- Ultimatum gefordert haben. 3. Italien erklärt feierlich, daß es zieren des Wehrtreistommandos IV eine dienstliche Besprechung Korfu räumen wird, sobald der Konflikt mit Griechenland nach über Grenzschutzfragen für den 15. August vereinbart worden. Diese den obigen Grundsägen beigelegt ist. ist dann eine Stunde später gleichzeitig mit der llebermittlung der Eine weitere Eca- Meldung berichtet von einer Note der Botfernmündlichen Anweisung des Herrn Reichswehrministers abgefchafterkonferenz an Griechenland in diesem Sinne, die auch den sagt worden und das Reichswehrkommando IV hat in der Folge- griechischen Flaggenfalut nicht Italien allein, sondern den drei Enzeit bis zum 20. August den dienstlichen( nicht den persönlichen!) tentegroßmächten erwiesen sehen will. Verkehr mit der sächsischen Regierung unterbrochen. Amtliche Devisenkurse. 7. September Käufer( Geld-) 1 holländ. Gulden. 20847750 i argent. Bap. Befo 17157000 1 Pap.- Peso 1 belgischer Frank. 1 norweg. Krone. 1 dänische Krone 1 schwedische Strone 1 finnische Mark. 1 japanischer Jen. 6. September Käufer Verkäufer Kurs . Verkäufer ( Brief-) Kurs 20952250 17242000 2405970 2418018 8618400 8661600 9675750 9724250 18965000 14035000 1456350 1463650 26433750 26566250 2274300 2285700 ( Geld-) ( Brief-) Kurs Kurs 12967500 13032500 10778000 1516200 10827000 1528800 5386500 5413500 6044850 6075150 8778000 917700 16159500 1416450 8822000 922300 16240500 1423550 2. Erst nach der Erhebung von Vorstellungen beim Herrn Der Bürgermeister von Wien. Reichskanzler hat dann der Herr Reichswehrminister feine AnweiGenoffe Karl Seis als Kandidat. fung vom 10. August in der von ihm geschilderten Weise ergänzt, durch welche der dienstliche Verkehr mit der sächsischen Regie- Wien, 6. Septemer.( Eig. Drahtbericht.) Der Erste Bürger- 1 italienische Lire. rung wieder freigegeben wurde. Am 20. August gingen der Regie- meister von Wien, Genosse Jakob Reumann, wird bei den Ende 1 Pfund Sterling 239400000 240600000 149625000 150375000 rung erstmalig wieder dienstliche Schreiben des Wehrkreiskom- Oktober stattfindenden Gemeindewahlen wieder als Liftenführer im 1 Dollar. 10. Bezirk( Favoriten) fandidieren. Er vertritt diesen Arbeiterbezirt 1 französisch. Frant mandos zu. 3. Sehr wesentlich ist, daß das Reichswehrministerium sich feit 1900 im Gemeinderat; damals zogen er und der 1913 ermordete 1brafilian. Milreis „ der Auffassung des Wehrkreisfommandos angeschlossen hat"," es Franz Schuhmeier als erste fozialdemokratische Zweimänner- 1 Schweizer Frank fraktion ins Rathaus ein. Kun wiro Neumann demnächst 70 Jahre 1 spanische Beseta fönne einem ehrliebenden Soldaten nicht mehr zugemutet werden, alt und darum hat er erklärt, eine" Biederwahl zum Bürgermeister 100 öfterr.Str.( gest.) mit dem Ministerpräsidenten Dr. Zeigner zusammen die Verfassungs- nicht anzunehmen.( Nach der österreichischen Gemeindeordnung, die 1 tschechische Krone feier zu begehen und überhaupt weiter mit ihm zu verfehren". in den Nachfolgestaaten zum großen Teil weiterbesteht, ist der Ge- 1 ungarische Krone Das ist ungefähr das stärkste Stüd, das sich der Herr Reichs meinderatsvorsitzende zugleich Bürgermeister und Chef des Magi- 1 bulgarische Lewa wehrminister bisher geleistet hat. Ich lege vor der Deffentlichkeit strats.) Heute hat nun der Vorstand der Parteiorganisation Wien 11 jugoslaw. Dinar. 52867500 2942625 5087250 9536100 7082250 53132500 33117000 33283000 2957375 1855350 1864650 5112750 3192000 3208000 74182 1581037. 9583900 5985000 7117750 75188 1588963 6015000 4428900 4451100 46683 46917 997500 1002500 289275 290725 1995 2005 518700 521800 323100 324810 558600 561400 349125 350875 0 Gewerkschaftsbewegung Steuersabotage der Unternehmer. wieber eingestellt, die brei Jahre bei der Firma beschäftigt waren. Klaffe III 115 000 m. Für die Zeit ab 3. September werden die Alle übrigen wurden entlassen. Außerdem blieb auch Akkordbasen und Preise um 90 Broz. erhöht. Der Umrechnungsnoch mancher Arbeiter auf der Straße liegen, der, wie angenommen fattor, mit dem die bestehenden Akkordpreise mit Wirkung vom wird, von Schober der Betriebsleitung als unzuverlässig denunziert 3. September umgerechnet werden, beträgt in allen Klassen und worden war. Den Entlassenen wurden die Papiere zugestellt und Gruppen 1,90. Am Montag refp. Dienstag wird eine Vor= Der Borstand des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes schreibt: ihre Spargelder" ausgezahlt. zahlung gewährt cuf den Verdienst der Woche vom 3. bis Aus allen Bezirken des Reiches häufen sich die Meldungen, Das Verhalten des revolutionären" Betriebsratsvorsitzenden 9. September. Für Arbeiter über 21 Jahre 40 Millionen, Gaß ein Teil der Unternehmer dazu übergeht, die Arbeitszeit zu Schober gibt der Bermutung Raum, daß dieser bei der Gründung der Frauen und Jugendliche von 18 bis 21 Jahre 30 Millionen, Jugend. reduzieren teilweise auf 24 Stunden wöchentlich gleichzeitig" Betriebsorganisation" und der Inszenierung des Generalftreits mit liche 15 Millionen, bei verkürzter Arbeitszeit entsprechend weniger. der Firma hand in hand gearbeitet hat, um der Betriebs. Arbeiterentlassungen und Betriebsstillegungen anfündigend. Auch leitung Gelegenheit zu geben, den Betrieb bei der ersten sich bietenden fchen Arbeiterentlassungen und Stillegung von Betrieben in stä: fe- Gelegenheit zu reinigen". Dem Schober, der jetzt bei der Firma tem Maße ein. Diese Maßnahmen der Unternehmer find in erster Lehmann Hahn im Korbe ist, ist sein Bubenstreich leider gelungen, sind laut Bereinbarung mit den Arbeitgebern für den Monat Auguſt Linie zurückzuführen auf die fürzlich vom Reichstag be. hat er sich doch als Arbeiterführer" ausgezeichnet bewährt. Den 21 Juligehälter zu zahlen. Die Endabrechnung hat bis spätestens schlossenen Steuern, die auch den Besitz in stärkerem Arbeitern aber find ob des Berhaltens dieses Betriebsratsvorsitzenden 10. September zu erfolgen und ferner find bis spätestens 11. SepMaße leider viel zu spät und unzreichend mit zur Steuer- Die Augen aufgegangen; sie sind von ihrem Radikalismus gründlich tember a conto September 15 Juligehälter zur Auszahlung zu bringen. leiftung heranziehen sollen. Durch dieses Borgehen wollen sich die befehrt." Unternehmer von den Steuern drücken, um gleichzeitig die Regierung zu beeinflussen, auf eine tonfequente Durchführung der beschlossenen Steuergesehe zu verzichten. Es ist selbstverständlich, daß gegen diefes une: hörte Borgehen der Unternehmer mit allen Mitteln vorgegangen werden muß. Die Verbandsleitung hat ihren Funktionären im Lande die notwendigen Anweisungen gegeben. Der Vorstand des DMB. richtete ferner ein Schreiben an die Reichsregierung, worin die Praktiken der Unternehmer gekennzeichnet werden und die Regierung aufgefordert wird, ihrerseits gegen diese Steuersabotage, die sowohl die Allgemeinintereffen wie die Arbeitnehmer im besonderen schädigt, fofort mit entschiedenen und durchgreifenden Maßnahmen vorzugehen. Aus der Angestelltenbewegung. Ueber die Angestelltenbewegung herrscht in manchen Streifen und auch in denen der organisierten Arbeiter noch große Unkenntnis. Wohl hat sich in den letzten Jahren auch in den freigewerkschaftlichen Arbeiterkreisen die Erfenntnis durchgerungen, daß nur eine freigemerffchaftliche Angestelltenorganisation die Gewähr dafür bietet, daß in dem großen Kampf der Befreiung der arbeitenden Klaffe, Hand- und Kopfarbeiter Schulter an Schulter fämpfen. Diese Erfenntnis hat sich auch in den Kreisen der faufmännischen und Bureauangestellten endlich durchgesetzt. Daß der Zentralverband der Angestellten das Vertrauen der Angestelltenschaft in vollstem Maße befißt, zeigt die stetige Aufwärtsentwicklung des Verbandes. Die jetzige Notlage aller Arbeitnehmer zwingt auch die noch unorganisierten Angestellten, sich einer Organisation anzuschließen. In diesen Zeiten darf es nicht vorkommen, daß Kreise von Angestellten abseits der großen Bewegung stehen und nur als Nuznießer derfelben gelten. Jeder einzelne muß sich einfügen in das große Getriebe der freien Gewerkschaften, um mit ihnen für bessere Lebensbedingungen zu kämpfen. Die Wahl, welcher Organisation jeder Angestellte sich anschließen muß, fann daher nicht schwer fallen. Die Kraft des Zentralverbandes der Ange stellten wird um ein Bedeutendes erhöht dadurch, daß er im Allgemeinen freien Angestelltenbund u. a. mit Wertmeistern und Technifern zusammengeschlossen, ist und daß so eine einheitliche Linie den Arbeitgebern gegenüber steht. Wer die Ereignisse in den lekben Wochen aufmerksam verfolgt hat, mird gefunden haben, daß auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Af A Bund unter Führung des Zentralverbandes der Angestellten ton angebend war. Ohne den Zentralverband der Angestellten wäre die Lage der Angestellten noch viel schlechter als sie schon ist. Beim Zentralverband der Angestellten gelten nicht Worte, sondern die Tat. Rein vernünftig benfender Angestellter wird sich daher abseits stellen wollen von seinen Mitkollegen, die im Zentralverband zusammengeschlossen sind. Wer jetzt die Zeichen der Zeit nicht erkennt, dem mird nicht zu helfen sein und auch er wird als einzelner von dem Schicksal hin und hergeworfen werden. Ohne einen Rückhalt in der Gewerkschaft ist der einzelne heute nichts. Darum ist es Zeit, daß der Anschluß an den 3entralverband der Ange stellten schnellstens vollzogen wird. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Man schreibt uns: = An unsere Leser und Freunde! Urich. Für die Angestellten der Margarineindustrie und Niederlagen Für die Seifenindustrie wurde der Spihenlohn des männlichen Arbeiters auf 950 000 m. feftgefeht. Die Löhne der anderen Ortsund Altersklassen werden in der bisherigen Weise prozentual errechnet. Für die Zeit vom 31. August bis 5. September gelten demnach folgende Lohnfäße in tausend Mart: Ar= beiter: über 20 Jahre 950, von 18 bis 20 Jahren 829, von 16 bis 18 Jahren 603, von 14 bis 16 Jahren 438; Arbeiterinnen: über 18 Jahre 634, Don 16 bis 18 Jahren 492, von 14 bis 16 Jahren 346. Gelernte Handwerker erhalten einen Zuschlag von 5 Broz. pro Stunde auf den Spihenlohn des Arbeiters, Die Branchenleitung. Der Zusammenbruch der Mark, beschleunigt durch verbrecherische Spekulation, wirft jede geschäftliche Berechnung über den Haufen. Täglich, beinahe stündlich, verändern sich die Preise und machen die Eristenz der Preffe vollständig unsicher. Papier- und Druckpreise brüden sich nur noch in Wahnsinnszahlen aus, und die Preise für alle anderen Untoften folgen in demselben Ausmaße. Für die Angestellten der Gesundheitsindustrie wurde als AugustWir find deshalb leider gezwungen, den Bezugspreis für die gehalt das 21fache Juligehalt festgelegt. Die sich dadurch ergebende Woche vom 9. bis 15. September d. 3. auf Nachzahlung ist sofort zu leisten. Außerdem werden am 10. September Afontozahlung 15 Brutto- Juligehälter zur Auszahlung gebracht.( Gehaltstabellen im Ortsbureau des ZDA.) 2 000 000 m. festzusetzen. Auch diesmal richten wir an unsere Abonnenten die Bitte, den genannten Betrag sofort bei der ersten Borlegung der Quiffung zu bezahlen. Nur wenn den Botenfrauen die Arbeit des Einfaffierens erleichtert wird, ist es möglich, den Wechsel der Austrägerinnen zu vermeiden und damit gleichzeitig eine unregelmäßige Juffellung der Zeitung. Berlin, den 7. September 1923. Berlag und Redaktion des„ Borwärts". Die Holzarbeiter zum Generalstreik. Am Donnerstag fand im Gewerkschaftshaus eine außerordentliche Generalversammlung des Deutschen Holzarbeiterverbandes statt, die sich mit den Vorgängen anläßlich des fommunistischen General streits beschäftigte. Die fommunistischen Delegierten hatten beantragt, daß eine schleunigst einzuberufende Versammlung zu dem Generalftreit Stellung nehmen müsse und legten ein Mißtrauenspotum gegen die engere Berwaltung vor, weil diese sich der Parole des Fünfzehnerausschusses nicht angeschloffen habe. Die Ortsver waltung, die feine Ursache hatte, einer Aussprache auszuweichen, berief eine solche Bersammlung schleunigst ein. Freigang erstattete einen Bericht, in welchem er die Haltung der Gewerkschaften, wie auch insbesondere die Stellungnahme der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes zu dem kommunistischen Generalftreit in eindeutiger Weise darlegte. Er führte aus, daß es nicht Sache der Gewerkschaften sein könne, sich den Beschlüssen irgendeiner außenstehenden, niemand verantwortlichen Korporation, wie es der Fünfzehnerausschuß ist, zu unterwerfen. Die Aufgaben des Holzarbeiterverbandes feien im Statut umschrieben und die Ortsverwaltung lehne es ab, fich fommunistischen Parteiparolen unbesehen anzuschließen. Es folgte eine eingehende Aussprache, in welcher einem fommunistischen Redner unbeschränkte Redezeit gestattet wurde. Die erfolgte Abstimmung brachte den Kommunisten nicht den erwünschten Erfolg. Mit beträchtlicher Mehrheit wurde eine Entschließung angenommen, welche die Haltung der Ortsverwaltung billigte und damit ber Ortsverwaltung das Vertrauen aussprach. Internationaler Kongreß der Gemeindearbeiter. Bom 17. bis 21. September bält die Internationale Union der Arbeiter öffentlicher Betriebe ihren Kongres im Saag ab. „ Der tläglich zusammengebrochene Generalftreifrummel hat auch Der Kongres follte ursprünglich in Brüssel stattfinden, mußte unter den Berliner Textilarbeitern einige Opfer gefordert. So find aber wegen Bagichwierigkeiten verlegt werden. Auf der Tages 3. B. von den am Streit beteiligt gewesenen Arbeitern der Blüsch- ordnung stehen u. a. folgende Fragen: Das Streifret der fabrik A. A. Lehmann 2. G. in Niederschöne weibe Arbeiter öffentlicher Betriebe; Stellungnahme zur technischen eine ganze Anzahl Arbeiter nicht wieder eingestellt worden. Eigen- Nothilfe und zur Frage der Organisationsform( Be tümlich berührt in diesem Falle, daß von der Maßregelung nur die rufs- oder Betriebsorganisation). Bisher haben die Organisationen Mitläufer betroffen worden sind. Die Drahtzieher hatten es ver- in folgenden Ländern ihre Teilnahme zugesagt: England, Frank Schweden, Lettland, Desterreich und die Tschechoslowakei. ſtanden, sich den Rückzug zu sichern. Zu Nuk und Frommen der Arbeiterschaft sei der Abschluß, den der Kampf" in dem genannten Betrieb gefunden hat, hier mitgeteilt: " Beilegung des Buchdruderstreifs in Rafibor. Die Verhandlungen am Donnerstag zwischen den Buchdruckereibesizern und der Buchdruckerorganisation ergaben ein Einverständnis. Es wurde be= fchloffen, daß die Arbeit am Sonnabend wieder aufgenommen werben soll. Bertagung des internationalen Kongresses der Lithographen. Der für die Zeit vom 23. bis 26. August in Luxemburg geplante internationale Rongreß ist auf unbestimmte Zeit zurüdgestellt wor den, da es verschiedenen Organisationen, besonders den deutschen, österreichischen und ungarischen, wegen Paßschwierigkeiten, der augenblicklichen Lage in Deutschland und anderer Umstände nicht möglich war, daran teilzunehmen. Eisenbahnerstreit in Posen. Gestern ist in Bosen ein Eisenbahnerstreit zum Ausbruch gekommen. Es streifen jedoch nur die Bediensteten der Eisenbahnbauptwerkstätten und die Wagenpuber. Alle Züge find in Bosen normal eingelaufen und abgelassen worden. Achtung, BSPD.- Buchbinder und Papierverarbeiter! Montag abend 7 Uhr Bersammlung, Stallschreiberstr. 54, Schule, Eingang 1, Phyfiffaal, parterre. Tagesordnung: Partei- oder Gewerkschaftsarbeit? Parteiausweis mitbringen; Sympathisierende tönnen eingeführt werden. Der Fraktionsvorstand. Bertrauensleute der Schwerbeschädigten in den Betrieben Groß- Berlins. Seute abend 6 Uhr bei Schulz, Elisabethstr. 80, äußerst wichtige Busammen. funft. Schwerbeschädigte, macht eure Bertrauensleute aufmerksam. Goldmann. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. A.: 131. Abt. Rieberschönhausen. Seute, Sonnabend, 8 Uhr, Sigung der Aus. schüsse zur Gemeinschaftsschule bei Rramer, Riethenstr. 25. Bernau. Heute, Sonnabend, 8 Uhr, in Bernau im Gewerkschaftshaus, Gruppen fonferens. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Staab, M. b. R., über Die große Roalition". 2. Gruppenangelegenheiten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Funktionäre, zu erscheinen. Jugendveranstaltungen. Seute abend findet im Jugendheim, Lindenstraße, die Konferenz der b. teilungsvorsigenden statt. Ale Abteilungen müssen wegen der wichtigen Tages ordnung vertreten fein. Tagesordnung: 1. Berichte vom Bezirksvorstand und Desirtsausschuß. 2. Unsere Bildungsarbeit im Herbst und Binter. Die Aus. meile müffen von der Abteilung gestempelt werden. Bertretungen find nicht zulässig. Ein Theater am 800 eine Theatervorstellung statt. Aur Aufführung gelangt„ Die Am Sonntag, den 9. Geptember, nachmittags 3 Uhr, findet im Neuen übin von Toledo" von Grillparzer. Die Inhaber von Karten müssen bis 3 Uhr diefelben im Theater gegen eine Blakkarte umgetauscht haben. Anspruch auf eine Blastarte nach 3 Uhr besteht nicht. Die Berlofung findet ab 2 Uhr statt. Eine beschränkte Anzahl Rarten find noch im Theater au haben. reich, Deutschland, Belgien, Schweiz, Holland, Dänemark, Vorträge, Vereine und Versammlungen. Die 250 Köpfe starte Belegschaft der Plüschfabrit steht unter Als dem Einfluß des Betriebsratsvorsißenden J. Schober. Die deutschen Gewerkschaften der Tschechoslowakei. richtiggehender rabifaler Phrasenheld war Schober mit der Lohn- Die Zentralgewertschaftskommission des Deutschen Gewerkschaftspolitit des Verbanders nie einverstanden. Kein Lohnabschluß fonnte bundes in der Tschechoslowakei hat soeben ihren Jahresbericht für ihn befriedigen. Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit 1922 veröffentlicht. Die Verschärfung der Wirtschaftstrife, die große schimpfte er auf die Bongen" und die hohen Verbandsbeiträge". Arbeitslosigkeit und die fortgesezten Angriffe der Unternehmer Dadurch gelang es Schober im Laufe der Zeit, die meisten seiner nötigten die Gewerkschaften, alle Kräfte auf die Abwehr einzuMitarbeiter zum Austritt aus dem Deutschen Textil- stellen. Für das deutsche Gebiet der Tschechoslowakei ist der Gewert arbeiterverband zu veranlassen und der von ihm gegründeten schaftsbund die mächtigste Organisation der Arbeiter. Am 31. De Betriebsorganisation mit 1000 m. Wochenbeitrag beizu zember 1922 waren ihm 22 Verbände mit 1772 Ortsgruppen und treten. Der jede Woche eintassierte Beitrag für die neue Organi- 285 376 Mitglieder angeschlossen. Die Einnahmen der angeschlossenen fation wurde dem Unternehmer zur Aufbewahrung Berbände betrugen 31 703 987 Kronen, die Ausgaben 34 577 526 übergeben. Dieser hatte sich nämlich bereit erklärt, die eingehenden Kronen. Allein für Arbeitslosen unterstüßung wurden Beiträge in Verwahrung zu nehmen, damit er über die Stärfe" 9 Millionen Kronen angewandt. Der Vermögensbestand beträgt dieser Organisation" stets im Bilde blieb. Das war wohl bei dem 18 097 526 Kronen. Im Berichtsjahre betrug der Mitgliederverlust zwischen Betriebsleitung und Betriebsratspor 79 178. Die Ursachen dieses Rückganges liegen zum größeren Teile figenden abgeschlossenen Patt auch der Zweck der Uebung. Jedem in der Wirtschaftsfrife, zum geringeren Teil in der kommunistischen unbefangenen Beobachter mußte diese Methode radikalfter" Organi- Spaltungsarbeit. sationsgründung und-leitung allerhand zu denten geben. Erinnerte fie doch start as die gelben Wertvereinsmethoden der Borkriegszeit. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelaffee 15, Bortrag des Herrn Dr. A. Rosenberg: Die Mormonen". Gäste willkommen. Arbeitersport. Abturnen bes 1., 2., 5. Bezirks im Lichtenberger Stabion. Billetts zum abturnen der Bezirle find täglich von 4-6 Uhr in ber Geſchäftsstelle Fichte", Röpenider Str. 108, au haben. Legter Tag der Abrechnung Sonn. abend, 8., von 2-5 Uhr. Alle weiteren, nicht zurüdgelieferten Rarten gelten als verkauft. Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität“. Sonntag, den 9. Geptember, Stafettenfahrt rund durch Groß- Berlin. Start der Abteilungen 7 Uhr. Sammel. fart der Bundesgenossen 8 Uhr Luftgarten. Rege Beteiligung ist notwendig, Sonnabend, den 8. September, 6 Uhr abends, Rusammenkunft der Stafettenfahrer zu einer Besprechung, evtl. einen Bertreter der Abt. oder Ortsgruppe, im Lotal Nehring, Neue Friebichstr. 1. Freie Schwimmer Charlottenburg. Am Sonnabend, den 8. September, wird die Abteilung Westen der Freien Schwimmer Charlotten. burg 04( e. B.) in Tätigkeit treten und alle Schwimmer Schönebergs und des Berliner Westens werden gebeten, zur Gründungsversammlung bei Lehmann, Schöneberg, Mar-, Ede Frig- Reuter- Straße( Bhf. Ebersstraße), 28 Uhr abends, zu erscheinen. Bortrag des Genossen Regler. Sport. 4. Rennent. 1. Drfaira( Huguenin), 2. Solaro( M. Schmidt), 3. Fahneneid( Conrad). Toto: 103: 10. Blaz: 26, 16: 10. Ferner liefen: Rolberga, Melinit, Gebalind. 5. Nennen. 1. Bolfram III( 3immermann), 2. König Midas ( S. Schmidt), 3. Rinaldo( Olejnik). Toto: 28: 10. Platz: 25, 45: 10. Ferner liefen: Anatreon, Willana, Berifles. 6. Mennen. 1. Alhambra( D. Schmidt), 2. Hansa( H. Schmidt), Laufeya(. Staiper). Toto: 13:10. plas: 12, 18:10. Ferner liefen: Rofentelch, Solo. Jm Berichtsjahre erfolgte die Berschmelzung des Berbandes der Gastgewerbe- und Hausangestellten mit dem Verbande der Arbeiter der Lebens- und Genußmittelindustrie. Mit den Verbänden der Als nun die„ revolutionären" Betriebsräte Berlins den famosen öffentlichen Angestellten wurde bei der Abwehraktion gegen den staat- Rennen zu Grunewald am Freitag, den 7. September. Generalstreitbeschluß gefaßt hatten, an dem mitzuwirken auch Schober lichen Gehaltsabbau eine Zusammenarbeit erzielt. Üleber das Ver. 1. Rennen. 1. Lebensmonne( Freytag), 2. Mignon( Breege), fich nicht nehmen ließ, war es ganz selbstverständlich, daß auch die hältnis zu den tschechischen Gewerkschaften vermeldet der Bericht, daß 3. Lavinia( Krüger). Toto: 115: 10. Blat: 18, 13, 38: 10. Ferner Arbeiter der Plüschfabrik A. A. Lehmann A.-G. fich daran beteiligten. der Deutsche Gewerkschaftsbund eine Reihe von Vorschlägen ausgeliefen: Gerba, Ehrentraut, Flemba, Soto, Sonett, 2. Rennen. Hatten sie doch durch ihre Betriebsorganisation für alle Eventualitäten arbeitet hat, die die Schaffung einer gemeinsamen Landeszentrale 1. Landung( Huguenin), 2. Tasso( M. Schmidt), 3. Cea( Breege). Toto: 139: 10. Play: 25, 19, 33: 10. Ferner liefen: vorgesorgt. Ihnen fonnte es ja an nichts fehlen. Diesem unner- bezmeden. ständlichen Optimismus irregeleiteter Arbeiter folgte jedoch sehr schnell Zu diesem Bericht fann noch hinzuaefügt werden, daß in diesem Ber Dart, Cala Bianca, Bajuvare, Eerpflaume. 3. Rennen. 1. Matte( D. Schmidt), 2. Jlias( Olejnik), 3. Tiefurt Enttäuschung auf Enttäuschung. Die erste Enttäuschung Jahre durch Vermittlung des Internationalen Gewerkschaftsbundes erlebten sie, als sie am Generalftreit- Montag hörten, daß trok des Berhandlungen zwischen dem deutschen und tschechischen Gewert( Bimmermann). Toto: 17: 10. 3 liefen. einstimmig gefaßten Streitbeschlusses ihr radikaler" Wortführer schaftsbund eingeleitet worden sind und eine gemeinsame Sikung der Schober und einige seiner Getreuen es vorgezogen Bertreter beider Richtungen stattgefunden hat. Es ist zu hoffen, daß hatten, sich an dem Streit nicht zu beteiligen. Sie diese Verhandlungen in naher Zukunft ein greifbares Ergebnis waren feelenruhig zur Arbeit gegangen, während die Belegschaft im zeitigen werden. „ Generalftreit" stand. Die zweite Enttäuschung wurde ihnen zuteil, als sie erfuhren, daß die Firma es ablehnte, ihnen aus den Cohnregelung in der Metallindustrie für die Zeit vom 3. bis Mitteln der gefparten Beiträge die Streitunterstützung auszuzahlen. 9. 21 Jahre: Stundenlohn Die polizeiwidrig naiven Gemüter waren nämlich der Meinung, daß Staffe I 1 600 000, Slaffe II 1 550 000, laffe III 1510 000, Staffe IV fie auf Grund ihrer dem Unternehmen überwiesenen Beiträge An= 1460 000, laffe V 1420 000 m. Bon 18 bis 21 Jahre: Klaffe I fpruch auf unterstüßung erheben könnten. Zu diefem 3wed 1560 000, laffe II 1320 000, Raffe III 1 280 000, Klasse IV liefen: Eilfried, Alamund, Rubel, Henricus, Mailäfer, Habanera. hatten sie die Streitleitung in den Betrieb geschickt, um die Firma 1240 000, Rlaffe V 1210 000 m. affordbasis: Klasse 1 1530 000, zu veranlassen, den Streifenden die Mittel zur Unterstützung zur Stlasse II 1490 000, Klaffe III 1450 000, laffe IV 1390 000, Jahre Berfügung zu stellen. Die Firma, die dieses Anfinnen glatt ablehnte, Klasse Arbeiterinnen: über 21 ließ den streitenden Arbeitern erklären, die eingezahlten Beiträge 1100 000, 18 bis 21 Jahre 930 000, Affordbafis B III und BIV, feien Spargelber und fämen nur in Notfällen zur Aus Gruppe 2 1040 000, B IV, Gruppe 1 1070 000 m. Jugendliche fäge zu veröffentlichen. zahlung. Arbeiter von 14 bis 15 Jahren 293 000, Arbeiterinnen 282 000, von Nach dem Zusammenbruch des Generalftreifs" befamen die 15 bis 16 Jahren 406 000, Arbeiterinnen 368 000, von 16 bis von dem Betriebsratsvorsitzenden Schober elend dünierten Arbeiter 17 Jahren 518 000, Arbeiterinnen 469 000, von 17 bis 18 Jahren auch noch die Rache des Unternehmers zu spüren. Die Firma hielt 625 000, Arbeiterinnen 571 000 m. Einstellungslohn 5000 M. nämlich unter den Arbeitern, die die Arbeit mieder aufnehmen weniger. Ehefrauenzulage: 25 000, Kinderzulage 50 000 m. die Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. wollten, eine scharfe Auslese. So wurden zunächst nur die Arbeiter Stunde. Ausgleichszulage: Lohnklasse I 240 000, laffe II 230 000, Sierzu 1 Beilage. September, Arbeiter über V 1 350 000 m. 3. 7. Rennen. 1. Humboldt( D. Schmidt), 2. Fuchsmajor( Staudinger), 3. Döberis( F. Rafper). Zoto: 77: 10. Blaz: 17, 15, 14: 10. Ferner Briefkasten der Redaktion. Neumann- Gerbauen. Es ist unmöglich, ausführlich die jeweiligen Gehalts. Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: Artur Caternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner, Berlin; Feuilleton: R. 8. Döscher, Wilmersdorf: Lokales und Sonstiges: Friz Rarstädt, Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Hr. 419•> 40. Iahrgasg Beilage öes vorwärts Sonnabend, s. September 1923 Nach 35 fahren exmittiert! „Dank für lange und treue Dienste". Ms Tage liest man's in der bürgerlichen Presse, daß wir in einer„schlechten Zeit" leben.„Es gibt keine Treue mehr!" klagen die.Herrschaften", die sich Hausangestellte halten. Wie es manch- mal Hausangestellten ergehen kann, die in ihrer Stellung treu ausgeharrt haben, lehrt«indringlich ein uns aus Südende bekannt ge- wordenes Vorkommnis. Venn öu mehr Lohn haben willst. Die in Südende wohnende Bankierswitwe Elisabeth Burchardt hatte für ihr großes Billengrundstück Seestr. 4 als Gärtner und zugleich Pförtner einen Angestellten, der mit seiner Frau bereits seit 1888 im Dienst der Familie Burchardt stand. Als der Krieg uns den Zusammenbruch und die Teuerung gebracht hatte, regte sich auch bei dem Gärtner der begreifliche Wunsch, mit dem Fortschreiten der Geldentwertung sein Einkommen aufgebessert zu sehen. Noch im Herbst 1922 belief sich der bare Lohn, den er neben freier Wohnung und Heizung erhielt, auf nicht mehr als 1200 Zllark pro Monat, wofür er zusammen mit seiner Frau den 5 bis 6 Morgen großen Garten in Ordnung zu halten und alle dem Pförtner obliegenden Arbeiten(z. B. Bedienung der Heizanlage, Reinigung der Treppenaufgänge, Reinigung der beträchtlichen Bürgersteigflächen vor den drei Straßenfronten des ausgedehnten Grundstücks) zu leisten hatte. Frau Burchardts Sohn, ein Bankier Dr. Kurt Burchardt, der Generalbevollmächtigter seiner Mutter war, lehnte ein« Aufbesterung des baren Lohnes ab. Als dann der Gärt- ner im Februar 1923 sein Verlangen wiederholte und eine die Arbeitsleistung wie den Barlohn regelnde Aenderung des Vertrages vorschlug, machte Dr. Burchardt Schluß und kündigte ihm die Stelle samt Wohnung zum 1. Mai. In dem Kündigungsschreiben sagte Dr. Burchardt:„Ich spreche Ihnen noch einmal mein lebhaftes Be- dauern aus, daß wir bei den bedrängten finanziellen Verhältnissen meiner Mutter auf Ihre Bedingungen nicht eingehen konnten� Zu gleicher Zeit danke ich Ihnen herzlichst für die langen und treuen Dienste, welche Sie meinem verstorbenen Vater und meiner Mutter geleistet haben." Räumungsarteil trotz wohnungsmangel. Schon im Februar hatte Dr. Burchardt sich mit dem Wohnungs- amt in Verbindung gesetzt, um zu erreichen, daß der Gärtner die Wohnung räumen könnte. Da es aber nickt sofort möglich war, anderswo eine geeignete Wohnung zu beschaffen, so antwortete der Gärtner auf die Kündigung, er werde bis auf weiteres in der alten Wohnung bleiben. Nunmehr wurde gegen das Gärtnsrehepaar, das der Familie Burchardt fast 35 Zahre hindurch treu gedient hatte und den jetzigen Dr. Burchardt von seinem 4. Lebensjahr an hatte aufwachsen sehen, zur Räumungsklage geschritten. Eine Uebcrraschung bereitete den alten Leuten der Grund, der jetzt für die Kündigung anasgeben wurde. Di« Klageschrift nahm Bezug auf den Vertrag voin September 1888 und sagt«:„Der Beklagte weigert sich seit einigen Monaten, seinen Dienst- bzw. Arbeitsverpflichtungcn aus diesem Vertrag nachzukommen." Ihm sei. fügte sie hinzu,„in- folgedeflen gekündigt" morden. Der Gärtner hatte, weil er in der teuren Zeit von dem geringen Barlohn nicht leben und von der Treue allein nicht satt werden konnte, bereits im Herbst 1922 mit Einwilligung der Witwe Burchardt sich anderweitig nach Arbeit um- gsta», um sein Einkommen zu steigern. Auf dem Villengrundstück arbeitete er dann nur noch«inen Tag in jeder Woche, seine Frau aber besorgte weiter die ihr obliegende Arbeit in Haus. Stall und Garten, so daß für Wohnung. Heizung und 1200 M. Monatslobn fnoch im März 1923!) sicherlich nicht zu wenig geleistet wurde. In dem Kündigungsschreiben vom 21. März sagte Dr. B. kein Wort von einer Dien st- und Arbeitsverweige- rung, sondern„dankke herzlichst" für die„langen und treuen Dienste" und„bedauerte lebhaft", daß er bei den„bedrängten finan- zieven Verhältnissen" seiner Mutter aus die Bedingungen des Gärt- ners nicht eingehen konnte. Aber die Klageschrist vom 11. April be- hauptete, die angebliche Dienst- und Arbeitsverweigerung bestehe schon„seit einigen Monaten" und„infolgedessen" Hobe er gekündigt! Ruf Sie Straße gesetzt! Das Verfahren nahm dann seinen Gang und das Gärwerehe- paar wurde zur Räumung oerurteilt. Da der Gärtner unter d-n vom Wohnunosamt ihm nachgewiesenen Wohnungen keine geeignete fand— für«ine sollte er einen Baukostenzuschuß zahlen, bei einer anderen verweigerte der Hauseigentümer den Vertragsabschluß— so blieb er weiter in der alten Wohnung. Jetzt wurde sogar zur Zwangsräumung geschritten. Dem Gerichtsvollzieher schrieb noch am 1. August das Wohnungsamt Steglitz, er möge die Leute noch etwa 14 Tage in der Wohnung belassen, da gegen jenen sich wei- gernden tmuseigentümer ein Zwangsoertrag beantragt sei. Di« Antwort des Gerichtsvollziehers lautete, daß„die Auftraggeberin keine Frist bis zur Entscheidung gibt", und er kündigt« für 7. August die Zwangsräumung an. Am 7. August wurde tatsächlich die Zwangsräumung ausgeführt. Als die Möbelauf die Straße gestellt wurden, wollt« ein herbeigerufener Schutzpolizeibeamter bei Frau Burchardt vermitteln. Er kam zurück mit der Auskunft, sie wolle höchstens die Unterbringung der Möbel im Garten zulassen. Sie blieben dann den ganzen Tag auf der Straße. In der Be- scheinigung des Gerichtsvollziehers über die Zwangsräumung wird ausdrücklich gesagt, daß die alten Leute„ohne Obdach sind" und „die hinausgeschafften Sachen auf der Seestraße vor dem Hause Nummer 4 stehen". Erst am Abend wurden die Möbel bei hilf- reichen Familien in der Nachbarschaft untergebracht, und die alten Leute suchten emstweilen Unterkunft bei Verwandten. * So endete der fünfunddreißigjährig« Dienst im Hause Burchardt! Reichtümer hat der noch im Frühjahr 1923 mit monatlich 1200 M. Barlohn abgespeiste Gärtner nicht sammeln können. Aber min- bestens um eine Erfahrung reicher war er, als er das Haus Burchardt verließ.„Die Treue, sie ist doch kein seerer Wahn!" singt der Dichter. Auch den Dank für lange und treue Dienste soll man nicht für leeren Wahn halten. Der alt gewordene Gärtner hat ihn schwarz auf weiß. Er kann das Dokument eingerahmt über seinem Sofa aufhängen, wenn er wieder zu einer eigenen Woh- nung kommt. Luchwanüerung. W/sttspsiissictitsn für Sonntag. .�egen«, v NW-W NOl y<(4oO Arn Anfang der Woche breitete sich ein auf dem Biscaischen Meer g-elcgcnes Hochdruckgebiet über den größten Teil Südwest- und Mitteleuropa? aus, während ein außerordentlich starkes atlantisches Tief in der Nähe von Island auftrat. In den meisten Gegenden Deutschlands nahmen daher zunächst die westlichen Winde und die Bewölkung allmählich ab und stiegen die Tagestomp eraturen wieder etwas höher empor, wogegen es in den Nächten sehr kühl war. Im Laufe des Dienstag bildete sich an der Südostseite des atlantischen Tiefdruckgebietes ein Teiltief aus, das mit mäßiger Geschwindigkeit nach Südskandinavien vordrang. Bei seinem Vorübergange traten längs der ganzen deutschen Küste und an vielen Stellen des nördlichen Binnenlandes Rogenfälle ein, die sich daselbst bis Freitag vormittag öfter wiederholten und sich zugleich etwas weiter nach Süden ausdehnten. Jetzt hat sich das Tiefdruckgebiet noüdostwärts entfernt. Vom Atlantischen Ozean ist aber bereits ein neues, sehr umfangreiches Tief nach dem Europäischen Nordmeer gelangt, von wo es ziemlich rasch weiter ostwärts vordringen dürfte, während beinahe ganz Südwest- und Mitteleuropa noch immer von dem Hochdruckgebiet eingenommen werden. �'Ur täonnabend and Sonntag; Itaben wir daher celtwcisc keltere». in den Tagcsstnaden»> litt Ig warmes, aber sehr vcrttndcrllchcs Wetter an erwarten. Itci zieiullch frischen westlichen Winden dürfte sich der Himmel Öfter wieder stilrUer bewölken und auch mehrmals etwa» Hegen fallen. Vom Lehrter Hauptbahnhof fahren wir über Finkenkrug nach Nauen. Wir wandern nicht in die Stadt hinein, sondern in nörd- licher Richtung auf der Chaussee durch das Nauener Luch. Das Luch ist ein Teil des großen havelländischen Luchs, das sich im Zuge des Berliner Urstromtals erstreckt. In ihm flössen die Schmelzwasser des Eises der Eiszeit zum Weltmeer ab. Auf dem südlichen User- rand dieses Tals liegt Nauen. Der Boden des Luchs erhebt sich nur wenig über den Grundwasserspiegel, so daß im Frühjahr und nach Zeiten reichlichen Niederschlags das Luch weithin überschwemmt ist und einem See gleicht: nur die höher gelegenen Talsandstellen, wohl ehemalige Sandbänke des Urstroms, die häufig noch von Dünen bedeckt sind, bleiben trocken. Im 18. Jahrhundert wurde die Ent- Wässerung des Luchs vorgenommen. Zahlreiche kleine Cntwässe-� rungsgräben wurden gezogen, die ihr Wasser zum havelländischen Hauptkanal schicken. Dieser Kanal, den wir bald überschreiten, führt von Nieder-Neuendorf an der Havel bis Hohen-Nauen, nördlich von Rathenow. Außerdem wurden viele Dämme angelegt, die in das Luch hineinführen. Sie sollen bei Ueberschwemmung'en die Gewalt des Wassers eindämmen und den Anwohnern ermöglichen, mit Fuhr- wert zu den Luchwiesen zu gelangen. Die weitausgedehnten Wiesen- flächen, durchzogen von Gräben und Dämmen, erinnern sehr stark an die Marschen Hollands und Frieslands: auch die zahlreichen Vieh- Herden, die auf den grünen Auen weiden,«rinnern an die eng« Verwandtschaft dieser Landstriche mit unserem Luch. Links vom Wege ragen die hohen Masten und die Gebäude der T e l e f u n k e n- st a t i o n Nauen auf. Von hier aus werden die Zeichen und Mit- teilungen über den ganzen Erdball gesandt, nur von den Aether- wellen getragen. Der Weg führt zu einem Ausläufer des Waldes, mit dem ausgedehnte Teil« des Luchs bedeckt sind. Hier erreichen wir den Nordrand des Tales, das Ländchen Gl in. Der aus dem Slawischen stammende Name deutet darauf hin, daß hier Lehm und Ton vorhanden sind. Der Rand der Hochfläch«, der oft halbinselartig in die Talebene vorspringt, ist von einem Kranz von Ortschaften umgeben. Auch schon in vorgeschichtlicher Zeit sind derartige Stellen besiedelt worden: denn sie boten den Siedlern durch ihre auf drei Seiten von Sumvf umgebene Lag« einen natürlichen Schutz, und dann war, als äußerst wichtig, das Wasser in gut erreichbarer Nähe. Wir kommen nach Börnicke und wandern weiter, meist durch Wald, nach Staffelde. Vor der Kirche dieses Dorfes wenden wir uns links ab: bald überschreiten wir die Bahn von Nauen nach Kremmen und kommen schließlich an eine Weggabelung am Beginn des Waldes. Hier können wir uns linke oder rechts wenden. Als Hohlwege führen die Wegs an die Chaussee bei dem Vorwerk Dorotheenhof. An den Böschungen läßt sich sehr gut beob- achten, wie die Dünen auf den Geschiebemergel der Hochfläche auf- geweht wurden. Hier haben wir den Nordrand des Glin erreicht: vor uns dehnt sich die an dieser Stelle 6 bis 8 Kilometer breite Eben« des Rhinluchs aus. Dieses Luch liegt im Zug« des Eberswaldsr Urstromtals, das jüngeren Ursprungs ist als das Berliner. Vom Ends des 18. bis weit in das 19. Jahrhundert hinein wurde aus dieser Ceaend Berlin mit Brennstoff versorgt. Das etwas westlich gelegene Linum war der Hauptsttz der Torfgräbercien. Auf großen schwarzen Kähnen, den berühmten Torfkähnen, wurde der„Linumer Torf" nach Berlin gebracht. In der Gegend des heutigen Zirkus Busch war der Anlegeplatz dieser Kähne. Von Dorotheenhof folgen wir dem am Rande des Luchs hinführenden Weg« nach Kremmen. Just in der jetzigen Zeit, wo der Herbst schon an die Tür klopft, ist es schön, hier zu wandern. Mit mildem Schein leuchtet die Spät- sommersonne über die weiten Luchwiesen, und die Sommerfäden spinnen über den Weg. Wir erreichen Kremmen,«in freundliches Städtchen, das schon auf eine alte Geschichte zurückblicken kann. Es liegt am Rand« der Ho.chfläche, ebenso wie Nauen. Von altersher führte hier ein wichtiger Uebergang über das Luch, der„Kremmener Damm". 1384 und 1412 kämpften hier die Märker gegen die Pommern, mit denen sie in Fehde lagen. Durch die Stadt wandern wir zum Bahnhof und fahren nach Berlin(Stettiner Bahnhof) zurück.(Weglänge etwa 2S Kilometer.) 2lj Kilian. Roman von Jakob Bührer. „Passen Sie auf!" schrie Kilian. Eine große Welle warf sich auf das Boot. Es bäumte auf.„Krach" schrie der Motor und setzte aus. „Teufel!" fluchte Kilian. „Was gibt's?" frug die Fremde ängstlich. „Die Kuppelung kaput! Sie sind schuld!" schinipfte er. Unvermerkt war der See erregter geworden. Ein Sturm- wind schleuderte die Wasser auf und fegte nun plötzlich Regen und Riesel daher. Heftig wurde das seiner Triebkraft be- raubte Boot auf und ab geworfen. Kilian holte mit der einen Hand sich festhaltend ein Paar Ruder aus einem Verschlag. „Die andern auch!" befahl sie. „Können Sie denn rudern?" „Vorwärts!" Gleich darauf stemmten die beiden Menschen ihre Kraft gegen die Wellen, und wie wüst das Wasser tat, wie heftig die" Rieselkörner in die Haut bissen und über den gelben Lack des Bootes tanzten, wie dumps und drohend ferne Donner grollten, das Boot schnitt durch die Wellen, und langsam schwamm das Land heran. Und einmal, als die beiden Ruderer wieder ihre Kraft ausgegeben und sich weit zurückgebogen hatten, wandte sich die Fremde zu dem hinter ihr sitzenden Kilian und glänzte ihn aus frohen Augen an:„Nicht wahr, es geht!" Er lachte und nickte._. Sie fügte bei:„Zu zweien geht es!— Geht es leichter!" Er wiederholte in seinem Herzen:„Zu zweien geht es!" Nach einer Weile bog sie sich aufs neue zurück und frug: „Hätten Sie Lust monatlich tausend Franken zu verdienen?" Ihm entfuhr:„Für tausend Franken im Monat laste ich mir jeden Tag einen Schnitt ins Sitzfleisch machen. Aber sie verstand ihn nicht und auf ihre Frage wieder- holte er:„Sie scherzen bloß" „Im Ernst, ich habe Ihnen das Amt eines Türhüters anzubieten. Eines Türhüters in einem geheimen Spielklub, einer Spielhölle, wenn Sie so wollen.— Schließlich muß heute auch der Anarchismus Geld haben, wenn er etwas er- reichen will. Verstehen Sie?—— Sie haben dreimal in der Woche von elf Uhr nachts bis zwei Uhr morgens hinter einer Türe zu stehen und den Einlaßbegehrenden ein Paßwort ab- zunehmen. Weiter nichts. Sollten Sie bei einer allfälligen Aufhebung der Spielhölle verhaftet werden, so kann Ihnen nichts geschehen, da Sie vom ganzen Betriebe nichts wissen. Solange Sie mir Türhüter sind, sowieso nicht! Wenn Sie sich jedoch bewähren, können Sie auch Croupier oder gar Falschspieler werden mit fünf bis zehntausend Franken pro Monat." „Fünf bis zehntau..." Kilian brachte das Maul nicht mehr zu. „Das einzige, was von Ihnen verlangt wird," sagte die Dame, da sie auf Favres Floß zulenkten,„ist schweigen. Haben Sie dies einmal gelobt, so würden Sie bei dem ge- ringsten Verrat unbarmherzig vergiftet. Doch können Sie den Posten jederzeit verlassen. Rur müssen Sie auch nachher noch schweigen.— Doch da sind wir." Die Landung verursachte bei dem bewegten Master einige Mühe. Frau Favre saß mürrisch in dem Boots- Häuschen. Wütend nahm sie der Fremden das Geld für die Fahrt ab und schimpfte Kilian heftig aus. Der aber hörte nichts. Selbst als ein Donnerschlag siel, so laut, als sei die Erde mitten entzwei gegangen, schaute er kaum auf. Ehe eine Woche verstrich, war Kilian Türhüter im Hotel Mon Repos, in einem der schönsten Villenquartiere in Genf. Durch eine Karte war er angewiesen worden, in einem vor- nehmen Kaufhaus eine Livree zu probieren, und nun stand er elegant und vornehm dreimal wöchentlich unter einem gelb- verhängten Licht hinter einer schweren Eichentüre und war- tete, bis jemand läutete. Dann öffnete er ein handgroßes Fensterchen und frug:„-Sie wünschen?" Worauf etwa die Antwort kam:„Ist hier heute abend der Marquis d'Estour- nelle zu Gast?" Kilian hatte dann zu antworten:„Gewiß, mein Herr!", zu öffnen, einen kleinen Bückling zu machen und die Herrschasten an sich vorbeigehen zu lassen. Dafür be- kam er tausend Franken im Monat! Und dabei hatte er Aus- ficht, fünftau....* i t Aber nach sechs Monaten war er noch Türhüter im Hotel Monrepos und auch noch Schiffsknecht bei der Firma Bern- hard Favre. Vom Gelximnis des Hotels wußte er kaum mehr als am ersten Tag. Er war bisher nie über das Treppenhaus hinausgekommen und hatte nur mit dem Diener, der im Empfangsraum wartete, und der ihn jeweils über das Paßwort instruierte, hin und wieder einen Gruß gewechselt; sonst hatte er noch mit niemand in dem Haus ge- sprachen. Die schöne Frau sah er fast jeden Abend, an dem er zu stehen hatte. Sie ging an ihm vorbei und grüßte ihn jedesmal mit einem warmen Lächeln, aber nie mit einem Wort. Er aber dachte Tag und Nacht an sie. Und das Ver- langen, ihr sich zu nähern, wuchs und wuchs und wurde zur Qual. Deshalb freuten ihn die großen Summen, die er regel- mäßig an jedem Monatsends erhielt, nur so nebenbei. Aber er legte sie doch geizig auf die Bank und dazu viel von den Trinkgeldern, die ihm zugesteckt wurden. Der Weg zu der schönen Frau aber führte offenbar durch ganz andere Gefilde, als die des Reichstums. Regelmäßig gingen ihm in verschlostenen Sendungen allerhand Schriften zu, die sich alle mit dem Umsturz der Gesellschaft befaßten. Es war keine Frage, daß diese Sendungen mit seinem Tür- Hüteramt in Beziehung standen, und daß sie ihm durch Ver- mittlung der Fremden zukamen. Mit Leidenschaft warf er sich auf diese Schriften, aber jedesmal kam beim Lesen«ine unerklärliche Unruhe über ihn, als tue er etwas Unrechtes, ein Gefühl befchlich ihn, als verkehre er mit einem Menschen. von dem man fürchtet, er werde einen eines Tages miß- brauchen, und er mache einem deshalb heimlicherweis« ein 3E für ein U vor. In seinen Zweifeln lenkte er oft bei Märe Iuliett« das Gespräch auf die eine oder andere in den Schriften beban- delte Frage. Aber sie gerieten jedesmal in die schärfste Mei- nungsoerschiedenheit. Kilian vertrat, so gut er es verstand, den Standpunkt der Umsturzschriften, und der war, überall, wo es sich um die Durchführung der neuen Gedanken han- delte, immer der Standpunkt der Gewalt. Diese Gewalt je- doch lehnte Märe Iuliette unter allen Umständen ab, so sehr sie in den Endzielen mit Kilian, das heißt mit den von ihm zitierten Schriften, im Einklang war. Da Kilians Weisheit ziemlich rasch zu Ende ging und ihm zudem Märe Iuliettes Gründe durchaus einleuchteten, ja. seinem eigenen Empfinden entsprachen, so wurde er jedesmal und sehr bald heftig: denn es war ihm nicht damit gedient, den Standpunkt der Schriften widerlegt zu sehen. Denn damit entfernte er sich nur von ihnen und damit ostenbar auch von der Denkart der Frem- den. So blieb Kilian jeweils nichts anderes übrig, als Märe Iuliette anzuschreien, wütend davonzulaufen, sich mit er- neutem Eifer auf die Schriften zu werfen und nach neuen Gründen zu suchen, die seine eigenen heimlichen und imklaren und Märe Iuliettes offene und gerade Gedanken endgültig ELPI Die betrogene Filmdiva. Der Lustmord in der Uhlandstraße. dürftigsten am Sonntag vormittag 11 Uhr im Neuen Rathaus Gemüse, besonders Kartoffeln, erhalten. Um auch das Gemüt unserer lieben Alten zu erfreuen, wird der Chor der Hohenzollernschule einige fröhliche Weisen singen. Der Pflanzerverein Neu= Deutschland aus dem Bezirk Tiergarten und der KolonistenDerein Alt- Rheingau in Wilmersdorf haben sich in ähnlicher Weise erfolgreich um die Alten bemüht. Der Dank der Allgemeinheit ist den waderen Pflanzern, Siedlern und Kolonisten sicher. beretts am Montag morgen der von der Direktion geplante Berkehr Bollständig ausgeplündert. Dem Schauspieler Richard Rust und in feinem jezigen vollen Umfange aufgenommen werden kann und der Sängerin Katharina Halm vom Kurtheater in Buckow( Märkische Sie wollte ihrem Borer ein Auto schenken! am Sonntag faum die erforderlichen Arbeiten hierzu vorgenommen Schweiz) wurde durch Einbruch die gesamte Bühnen- und Eine Unterschlagung, bei der die bekannte Filmschauspielerin werden können. Es wäre also immerhin mit der Möglichkeit zu Wintergarderobe gestohlen. Es ist ausgeschlossen, daß sie sich Fern Andra schwer geschädigt wurde, beschäftigte das Schöffen- rechnen, daß der Verkehr erst gegen Mittag beginnen wird. Es wird bei der heutigen wirtschaftlichen Lage auch nur einen Teil wieder gericht Berlin- Mitte in einer Anklage gegen den Kaufmann Kurt weiter betont, daß es immerhin nicht ganz einfach sein wird, das anschaffen können, zumal beide durch vorzeitige Schließung des Priestap. Fern Andra ist eine große Verehrerin des Borsports Schaffnerpersonal mit dem neuen Umsteigeverfehr ver- Theaters ohne Engagement sind. Die Schauspieler stehen vollund wollte dem Schwergewichtsmeister Kurt Prenzel als Zeichen traut zu machen, besonders, da bei jedem Umsteigefahrschein ein fommen mittellos da. ihrer Bewunderung ein Automobil verehren. Da sie nicht zweimaliges Lochen nötig ist, daß bei stärkerem Verkehr genügend flüssige Mittel zur Verfügung hatte, wollte sie einen Teil den Schaffner nicht unerheblich aufhalten dürfte. Man glaubt des- Bezirksamts Schöneberg wollen den in jetziger Zeit beEin wenig Hilfe für die Aermsten. Die Kleingärtner des ihres Schmuckes veräußern. Sie übergab dem Angeklagten, mit halb, auch in den Kreisen der Straßenbahndirektion, daß es immerdessen Schwester sie seit Jahren eng befreundet ist, eine Blatin- hin einige Tage dauern wird, bis das Fahrpersonal sich an die sonders darbenden Volksgenossen hilfreich zur Seite treten. Die armbanduhr mit Brillanten, ein goldenes Etui, Ringe Neuordnung der Dinge gewöhnt hat und bis der Verkehr einiger| Bon den Gartenerzeugnissen eines Jahres sollen 500 der Bealten Leute sollen fühlen, daß die Jugend noch Dankbarkeit kennt. und verschiedene andere Wertgegenstände. Einen Teil dieser Sachen maßen reibungslos ablaufen wird. verkaufte Priestap und lieferte den Betrag an die Filmdiva ab. Die Armbanduhr, deren Wert die Geschädigte damals auf 45 Millionen Mart schätzte, hat der leichtsinnige junge Mann nachts in einer Bar an einen Bekannten für 44 Millionen Mark verpfändet. Die Filmschauspielerin erstattete Strafanzeige. In der Verhandlung gab der Angeklagte den Sachverhalt im allgemeinen zu. Rechtsanwalt Dr. E. H. Treitel berief sich auf ein Gutachten von Geheimrat Lepp mann, daß der Angeklagte beim Militär schwer nerven leidend gewesen sei und daß begründete Zweifel bestehen, daß er unter der Wechselwirkung der Alkoholvergiftung und der Nervenzerrüttung im Zustand der Widerstands losigkeit gehandelt habe. Die Uhr habe er unter eigentümlichen Verhältniffen nachts in der Bar zu Geld gemacht. Ein Schaden sei in fozialer Weise nicht entstanden, da nach dem Polizeibericht Fern Andra das Geld dazu verwenden wollte, um dem Bogermeister Prenzel ein Auto zu schenken. Der Verteidiger bat, diese Umstände und die minderwertigkeit des Angeklagten mildernd zu berücksichtigen. Das Gericht schloß sich diesem Antrage an, sprach den Angeklagten in dem Falle des goldenen Etuis frei und verurteilte ihn wegen Unterschlagung der Armbanduhr zu einer Geld strafe von 10 millionen Mart. Der Angeklagte war mit dem Urteil sichtlich sehr zufrieden. Da auch der Amtsanwalt auf eine Berufung verzichtete, wurde das Urteil sofort rechtskräftig. Zwölf Mark Monatsrente. " D Auffälliges Benehmen der fleinen Ingeborg. Das Verbrechen, dem die 9 Jahre alte Ingeborg Bartkowski in der Uhlandstr. 185/86 zum Opfer fiel, ist noch nicht weiter aufgeklärt. Die Vernehmungen der Hausbewohner und der Nachbarn haben noch feinen Anhalt für die Täterschaft einer bestimmten Person geliefert. Jubiläum. Genosse August Wartenberg, Angestellter des Wartenberg hat es verstanden, seine ganze Familie der Partei zuzuführen, Baugewerksbundes, feiert heute sein 25 jähriges Parteijubiläum. Genosse die mit 5 Mitgliedern beinahe einen kleinen Bezirk darstellt. Das untergegangene Tokio. Wie wir mitteilten, kam das Kind mit einer Schulfreundin von der Schule in der Uhlandstraße. Während die Begleiterin noch vor der Tür stehen blieb, ging die kleine Ingeborg über den Gartenhof nach der elterlichen Wohnung. Sie betrat aber diese nicht, sondern tehrte turz vor der Wohnung auf der nur wenige Die letzten Opfer der Eisenbahnkatastrophe. Stufen zählenden Treppe wieder um und kam mit der Schulmappe aus dem Gartenhause wieder heraus. Die Art, wie sie Noch keine Aufklärung der Schuldfrage. in das Gartenhaus hineingegangen und wieder herausgekommen ist, Bon den in der Totenhalle des Döhrener Friedhofes hat nun auch noch eine andere zeugin genau so dargestellt wie die aufgebahrten sechs Frauenleichen vom Eisenbahnunglück bei Wunstorf Schulfreundin. Dieses Verhalten des Kindes ist auf- find drei festgestellt worden als Frau Libot aus Leyden, Frau fallend. Für die Untersuchung wäre es nun wichtig, festzustellen, van Kempen, ebenfalls aus Leyden, Frau Lindow aus Berlinob die Kleine auch das Haus noch einmal wieder verlassen hat. Nach Lichtenberg, Seumeftr. 23.. Der Ehemann der Frau van Kempen den bisherigen Ermittlungen der Mordkommission ist es nicht ge- ist, wie bereits gemeldet, ebenfalls tot. Der Gatte der Frau Libot Die Namen schehen. Kein Hausgenosse und kein Bewohner der nebenan- und liegt schwer verletzt im Krankenhaus zu Hannover. gegenüberliegenden Häuser, so weit sie bisher gehört werden konnten, Die Schuldfrage ist noch nicht aufgeklärt. Geh. Oberder anderen toten Frauen fonnten noch nicht festgestellt werden. hat Ingeborg wieder aus dem Hause herauskommen und die Straße Alle in der letzten Zeit im Vorwärts" wiedergegebenen Klagen betreten sehen. Es ist aber dennoch nicht ganz ausgeschlossen. Wer baurat Zirkler und Oberregierungsrat Staeckel aus Berlin sind vom Reichsverkehrsminister an die Unglücksstelle entsandt worden, um von Rentenempfängern über die Winzigkeit der ihnen gezahlten die Kleine, ein Mädchen mit rotem Kleide und einer brauneinen Lagebericht zu gewinnen. Renten werden übertrumpft durch einen Fall, der uns aus der ledernen Schulmappe, nach 1½ Uhr nachmittags noch Reichspostverwaltung bekannt wird. Im Bezirk der Ober- draußen irgendwo gesehen hat, follte sich unverzüglich bei den postdirektion Berlin bezieht eine Frau, die in der Kriegszeit bei Kriminalfommissaren Dr. Anuschat und Quooß im Zimmer 96 des der Post arbeitete und von einem zusammenstürzenden Stapel Kisten Polizeipräsidiums melden. Borläufig ist noch alles dunkel, und es eine Beschädigung des linken Armes erlitt, eine aus Mitteln läßt sich noch nicht sagen, wo und wie sich der Mörder feinem Opfer der Post gezahlte Unfallentschädigung von noch genähert hat. Die Ortsbesichtigung ergab, daß zwischen dem Mörder heute zwölf Mart pro Monat. Ihre Versuche, eine Er- und seinem Opfer ein Kampf stattgefunden hat. höhung dieses Betrages durchzusetzen, sind bisher gescheitert, und in einem ablehnenden Bescheid ist ihr erklärt worden, daß die 12 Mart pro Monat nach dem in der Kriegszeit gezahlten Lohn bemessen sind. Zwölf Mark pro Monat zahlt man ihr noch zu einer Zeit, wo wir Preise haben, wie 3. B. 512 000 Mart für das Martenbrot zu 1900 Gramm, alfo 270 Mart für 1 Gramm Brot, vier Millionen Mark für den Zentner Preßkohlen zu etwa 100 Stück, also 40000 Mart für eine Preßtohle, 24 000 Mart für die Schachtel Streichhölzer zu 50 bis 60 Stüd, also 400 bis 500 Mart für ein Streichholz, und so weiter. Bei 270 Mart für 1 Gramm Brot erhält man für 12 Mart noch nicht den 22. Teil eines Gramm, das ist nicht viel mehr als ein Krümchen noffe und angesehener Führer der Beamtenbewegung geworden. Am Ein Opfer der Autoraserei ist ein tüchtiger und bewährter Gevon der Größe eines Stecknadeltopfes, das einer Fliege genügen Mittwoch mittag 12 Uhr wurde unser Genosse Artur Neumann, mag. Die 12 Mart pro Monat muß die Frau selber vom nächsten der Führer des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Gruppe Berlin, an Bostamt abholen, was einen Hin- und Rückweg von zusammen etwa 1% Rilometer erfordert. Wenn ein Paar Stiefelfohlen jetzt der Lützow- Ecke Flottwellstraße von einem Auto überfahren. Im 5 Millionen Mark toftet, muß der Sohlenverbrauch für einen Rilo- lisabethkrankenhause ist er bald nach seiner Einlieferung seinen schweren Verlegungen erlegen. meter auf 5000 Mart und vielleicht noch höher geschätzt werden. Den Wert der Arbeit, die bei der Buchung und Zahlung der Rente von den dabei tätigen Beamten geleistet wird, schäzen wir bei 10 Minuten Arbeitszeit mit 100000 Martfürje 12 Mart ficherlich noch zu niedrig. Wollten wir dieses Meisterstück der Rentenwirtschaft mit dem richtigen Wort kennzeichnen, dann könnten wir vielleicht erleben, daß die zuständige Stelle in der Postverwaltung sich beeilt den Staatsanwalt gegen uns mobil zu machen. Die Straßenbahn am Sonntag. * Ein neuer Leichenfund beschäftigt die Kriminalpolizei. Auf dem umbebauten Gelände an der Großkopfstraße zu Reinickendorf- West fahen Leute, einige Meter von einer Kirchhofsmauer entfernt Teile eines menschlichen Gesichts und Behen aus einem Sandhügel hervorragen. Sie machten Anzeige beim 192. Revier, das die Kriminalpolizei benachrichtigte. Die neue Mordfommission, die Kriminalkommissare Tegtmeyer und Baschwitt, be gaben sich alsbald zur Untersuchung nach dem Fundort. Näheres folgt. Preise und Löhne. Lebensmittelpreise in der Weißkohl Zentralmarkthalle am 7. 9. Spinat. ( in tausend Mark) Rindfleisch. Kalbfleisch Hammelfleisch Schweinefleisch. Lebende Aale. Talg. Schmalz Hechte. Einer bürgerlichen Rorrefpondenz wird von ge wertschaftlicher Seite mitgeteilt, daß morgen endgültige Berhandlungen zwischen dem Aufsichtsrat der Straßenbahn und den Angestelltenorganisationen über die Wiedereinstellung des Personals Margarine stattfinden sollen. Geplant ist, vorläufig rund 4000 Fahrer und Butter Schaffner wieder anzunehmen und entsprechend der ver. 1 Ei. ringerten Zahl der Berkehrsangestellten wird auch in den Wert- Weizenmehl stätten eine Reduzierung der Belegschaften vorgenommen wer den. Nach Ansicht der Gewerkschaften ist es allerdings fraglich, ob Deutscher Metallarbeiter- Verband Theater, Lichtspiele usw.ededia Berlin 54, Linienrade 13.45 Volksbühne 71/2 Uhr: Die lustig. Welber voa Windsor Theater im Admiralspalast Tägi 7% Uhr Drunter u.drüber Deutsch Opernhaus Lessing- Th. Abends 7% Uhr: Rigoletto Heute u morgen 72 Wie es euch gefänt Große Volksoper Mont.72: Bürger Schippel im Theat d.Westens 71% U.: Julius Cäsar Verwaltungsstelle N 83/85. Geschäftszeit vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: Amt Norden 833 bis 836 und 6592 bis 6595. Achtung! Weißmetall. Achtung! Sonnabend, 8. September, nachm. 2 2hr, bei Redling, Waffertorstr. 71: Sigung Sigung der Vertrauenslente und Betriebsräte. Dienstag, 11. September, abends Deat. Künstler- Th. Intimes Theater 8: Uhr, im Verbandshaus( ArbeitsAllabendl. 7: Der Diplomat im Dienst lofensaal), Sinienstr. 83-85: Fürst v Pappenheim D. blaue Pyjama etc. Brauchenversammlung Metropol- Theater ber Werkzeugmacher, Wertseng Theater i. d. Morgen letzte Vorstellung KöniggrätzerStr. 18 U.: Die Schönste der Frauen 8 Uhr: Der Clown Gottes Neues Theat. a. Zoo 7 Uhr z. 1. Male: Von 5-7 Berliner Th. Schwank in 5 Akten Süße Susi 7 Uhr: von Hans Brennert schleifer und Härter. Rommissionsfigung um 6 Uhr. • 4000-5200 3800-4800 D 3500-5000 4400-5300 Mohrrüben • • • . 4 Kartoffeln( 10 Pfd.) Telegramme aus Dfafa bestätigen, daß die Hauptstadt Tokio in einem Umkreis von 17 bis 18 Quadratmeilen völlig zerstört ist. Viele ergreifende Szenen von Heroismus und Aufopferung für die von der Katastrophe Betroffenen werden allmählich bekannt. Die der Bucht von Tokio vorgelagerte Insel Osbima ist mit 10 000 Bewohnern in die Tiefe des Ozeans gesunken. Die Lebensmittelnot in den verwüsteten Gebieten beginnt atut zu werden. 350 000 Personen sind ohne Obdach. Wie Reuter aus Osaka berichtet, find in Tofio die Hauptbanken wieder geöffnet. Nach einer Havas- Meldung aus Nagasaki bestätigt der Minister des Aeußeren, daß die italienische, die französische, die a merikanische und die englische Botschaft in Tokio durch Feuer zerstört worden sind. Merkwürdigerweise also genau die Botschaftsgebäude der Länder, die die Entente bilden. Eine Prophezeiung. In der in diesen Tagen in Paris eingetroffenen Nummer des Japan Advertiser" vom 28. Juli ist eine im Hinblick auf das Erdbeben in Japan außerordentlich interessante Mitteilung enthalten. Wörtlich heißt es in dem Blatt:„ Ein starkes Sinten des Wasserspiegels hat sich in den letzten Tagen bei den fünf fleinen Seen, die am Fuße des Fudjia ma liegen, bemerkbar gemacht. Ein solches Sinfen hat einen gewissen Alarm in der Gegend verursacht, weil man diese Feststellung als ein Vorzeichen 200-220 für ein demnächstiges schweres Erdbeben ansieht. Jedesmal, wenn 500-550 früher ein derartiges Sinken des Wasserspiegels zu verzeichnen war, 80-100 erfolgte ein Erdbeben." 750-800 Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) 4000-4500 Treibriemensattler v. 2. bis 3800-4200 8.9.. 57 371 • Japans Erholungsaussichten. Eine Depesche aus Washington besagt, daß Staatssekretär Mellon überzeugt ist, daß Japan sich von der schrecklichen Lage, in der es sich befindet, schnell erholen werde. Mellon erflärte, daß die japanische Regierung über einen ausgezeich 7000-8000 Tapezierer vom 1. bis 7. 9. 57 421 neten Kredit verfüge. Man glaubt, daß japanische Anleihen 8000-9000 Maßschuhmacher vom 3. 3500-4500 bis 8. 9. · 65 988 43 700 82 800 9000-9800 Seifenindustrie vom 31. 8. 620 bis 5. 9. 900-1000 Maler vom 7. bis 13. 9.. Im allgemeinen ziehen die Preise weiter an. Die Zufuhren in Kartoffeln sind außerordentlich gering. Rennen zu Hoppegarten Sonnabend, 8. September nachmittags 2 Uhr Auf Kredit moderne Herrenanzüge, Taillenmäntel, Cutaways. Maßberarbeitung, befte Butaten. Bequeme, diskrete in den japanischen Städten ausgegeben werden, die größten Teil von den Japanern selbst gedeckt, zu einem Teil auf den amerikanifchen Märkten gehandelt werden. Aus Robr teilt eine japanische Handelsgesellschaft mit, daß 30 Pro3. der Baumwollfabriten mit der Arbeit aus= fegen mußten. Möbel Rugellager, Boschzündkerzen, Magnete, Vergafer kauft Mechanische Werkstatt, Metallbetten, Chaiselongues, 30 000 000 Gartenplag 5. Teilzahlung. Leifer Gottlieb, Nollendorf- an. Batentmatratzen, Bolsterauflagen, Kugellager tauft höchstzahlend Elbin straße 22a. Hochbahnhof Nollendorf Rinderdrahtbett. Meide, Auguftstr. 32a, gerstraße 9( Ringbahnhof Landsberger Quergebäude. blab. 9-12, 3-7. allee). 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