Abendausgabe Nr. 422 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 212 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Sindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Zel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Preis 150000 M. Vorwärts Berliner Dolksblatt Montag 10. September 1923 Verlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenffraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Poincarés Antwort an Stresemann. keine Versöhnung und fein Ende sein. Peris, 10. September.( WTB.) Wie Havas meldet, hat die Schäden, die von Deutschland verursacht worden find, bare Stillſtände eintreten, aber es wird keine Verständigung, Ministerpräsident Boincaré gestern bei ber Einweihung des von Deutschland wieder gutgemacht werden. Wenn Deutsch Striegerdenkmals in Damvillers eine Rede gehalten, in der er u, a. fagte: Wir würden sicherlich Verrat üben an dem letzten Willen dieser Gefallenen, wenn wir nicht heute von Deutschland die vollständige Reparation der Schäden unsinnige Summen verbraucht, land diese elementarsten Grundgeseße der Moral in vier Jahren Weil eine flare Antwort auf diese Schicksalsfragen notdes schmählichen Zusammenbruchs erfannt bätte, hätte es sich die wendig ist, ist die Absicht der deutschen Regierung, eine vielen Enttäuschungen erspart. Deutschland selber hat die wirt. internationale Diskussion über sie herbeizuführen, schaftliche Not geschaffen, die es heute zu Boden drückt, Deutschland zu billigen. Es ist ebenso zu billigen, daß die deutsche Regicfelber hat sich in jene entnervende Unsicherheit gebracht, rung in dieser Diskussion den Standpunkt der Verständigung die die Inflation, das Ginfen der Mark und das Steigen der Preise vertreten und ihre Absicht befunden will, die brennenden herbeiführte. Probleme zur endgültigen Lösung zu bringen, sei es auch um den Preis großer Opfer von deutscher Seite. Die Entscheidung hängt jedoch nicht von Deutschland allein, sie hängt auch von Frankreich ab und in zweiter Linie von den übrigen Alliierten, ohne deren Zustimmung ein deutsch- französisches Abkommen nicht in Kraft treten kann. Seit längerer Zelt häfte es produffive Steuern einführen und einziehen können, feine Finanzen und seine Währung stabiilfleren und feine Produffien regulieren und nach und nach seine Berpflichtungen uns und den Alliiecten gegenüber erfüllen fönnen. verlangen würden, die es hier und in so vielen anderen Gemeinden Frankreichs angerichtet hat. Jetzt ist es mehr als vier Jahre her, daß der Friede unterzeichnet worden ist, und wir warten noch immer darauf, daß Deutschland leistet, was es uns schuldig ist. Es hat uns nicht nur durch seine Ausflüchte als schlechter Schuldner gezwungen, felbft Bfänder zu ergreifen, sondern es ist auch durch die Haltung, die es nach unserem Einrüden ins Ruhrgebiet an= genommen hat, für seine eigenen Interessen verhängnisvoll gewesen. Es het, statt uns in loyaler Weise die Lieferungen anzubieten, die Jetzt beginnt es sich von der Wirklichkeit Rechenschaft abzulegen, aber es an uns auszuführen in der Lage war, statt sich mit uns zu ver- heute noch gibt es sich, wie es scheint, einigen 31fufionen hin. fiändigen, wie wir das von ihm verlangten, um die regelmäßige Die Bedingungen, die wir öffentlich gestellt haben, an benen Leistung dieser Lieferungen sicherzustellen, nicht zu rühren ist, fönnen nicht umgestürzt werden. Sie find wiederholt von den franzöfifchen Kammern bewilligt worden. um einen Widerstand zu organisieren, ber, wie es glaubt, une ents hängt weder von ber gegenwärtigen noch von einer anderen Re gierung ab, fie abzuändern. Die Deutschen, die glauben, daß der mutigen mußte, über den wir aber nach und nach triumphiert haben französische Ministerpräsident anspruchsvoller ist als sein Land, und die feinen Sturz wünschen, machen eine sehr falsche Rechung auf, bie ihnen zweifellos durch die Ideen eingegeben morden feinen Herzog und feine Knechte, wir sind eine freie Demokratie. ist, wie sie unter dem Kaiserreich üblich waren. Bei uns gibt es Bei uns ist eine Regierung, wie sie auch immer sein möge, nur der Dolmetscher des souveränen Voltes. Es hat aber das Boit niemals entschiedener seinen Willen gehabt. Ich habe das tönende Echo des Willens all die Tage hören können nicht nur in den zerstörten Gebieten, sondern auch gestern am anderen Ende Frankreichs in der treuen und patriotischen Bretagne, die mir bei meiner Durchreije überall einen so eindrucksvollen Empfang bereitet hat. und der von selbst zusammenzubrechen beginnt. Wenn der Reichswirtschaftsminister von Raumer oder der deutsche Finanzminister versichern, daß es für Deutschland eine finanzielle Heilung nur nach dem Ende des Kampfes im Ruhrgebiet gibt, jo barf man ihnen also die Antwort geben, daß wenn dem so ist, sie diese Heilung in der Hand haben. Sie müffen nur noch aufhören, Milliarden von Mark ins Ruhrgebiet zu werfen, um die Arbeiter zum Streit zu ermutigen. Sie brauchen nur no der Bevölkerung die Freiheit zu geben, ihren eigenen Neigungen zu folgen. Diese Bevölferung wünscht nur zu arbeiten und sich mit uns wegen der Lieferungen, die uns gefchuldet werden, zu ver ständigen. Ich höre allerdings, deß der neue Reichstanzter uns jebt endere Pfänder vorschlägt als das Ruhrgebiet und die Eisen bahnen der befezten Gebiete. Aber mix sieben es por, etwas in der Hand zu haben, als einer Sache nachzulaufen. Die Garantien, von benen man spricht, würden der allgemeinen Hypothet auf jämtttchen Betz der deutschen Staaten, die der Bersailler Bertrag den Altierten gibt, nichts hinzufügen. Wir ziehen die positiven Pfänder vor, die wir in der Hand haben, und werden sie nicht gegen generelle Pfänder freigeben. die vielleicht auf dem Papier ausgezeichnet wären, deren Ertrag uns aber entgehen würde. Bir wollen Realitäten und wir werden erst abziehen, wenn wir bezahlt find. Reichskanzler Dr. Stresemann erklärt nachdrücklich, daß ein erges Zusammenwirken zwischen den einander er gänzenden Industrien Deutschlands und Frankreichs eine ausgezeichnete Einleitung zur Regelung der Reparationen und zu einem endgültigen Friedensftatut wäre. Schon im Dezember vori hen Jahres hatte der damalige Reichskanzler Dr. Cuno mir durch feinen Botschafter Verhandlungen mit den deutschen Industriellen anbieten laffen, um Abmachungen mit den französischen Industriellen vorzubereiten, und es trifft allerdings zu, daß die Industrien der beiden Länder, da Deutschland Kohlen und wir Eisenerze fördern eines Tages ein Interesse daran haben werden, sich miteinander zu verständigen. Aber die Franzosen, die an diesen wirtschaftlichen Unterhaltungen am meisten interessiert sind, haben begriffen, daß fie, bevor sie an deren Borbereitung gehen, der französischen Regizrung Zeit laffen müssen, bezüglich des Reparationsproblems Sicherheiten und Ergebnisse zu erlangen. Die Frage, die alle anderen beherrscht, die Frage, die in erster Linie alle unfere Sorgen erfordert, ist in der Tat die des Wiederaufbaus unserer aerstörten Gebiete. Wenn wir sehen, daß Deutschland auch richtig entschloffen ift, diese Fragen zu regeln und uns für unsere Sicherheit etwas anderes als Bersprechungen zu geben, dann werden wir ohne Voreingenommenheit die Möglichkeit ins Auge fassen, wirt. schaftsperträge abzuschließen. Der Ton hat sich geändert und das ist troh allem ein Fortschrift. Uber das Cied ift fast das gleiche geblieben. Es wäre finnlos, verschweigen zu wollen, daß diese Disfuffion durch die unerträgliche Lage, in der sich die Bevölkerung der besetzten wie der unbefeßten Gebiete befindet, für Deutschland besonders dringlich geworden und daß die Ent wicklung der nächsten Zeit mit den allerschwersten Gefahren für die deutsche Republit verbunden ist. Bir stehen vor dem Fels und neben dem Abgrund, nur durch Weiterschreiten fann festgestellt werden, ob es nicht vielleicht doch einen Weg gibt, der an dem Abgrund vorbeiführt. Das Echo in Frankreich. Wenn Paris, 9. September.( Eca.) In hiesigen politischen Kreisen steht man in der heutigen Rede Poincarés, die auf die Stuttgarter Rede Stresemanns antwortet, feinen Abbruch, sondern im Gegen teil eine Fortsegung der Unterhaltung mit Deutschland. Poincaré sich bisher über die Aeußerungen Stresemanns, wenigstens was ihren Inhalt anbetrifft, in negativem Sinne geäußert hat, fo hebt man andererseits hervor, daß Poincaré an verschiedenen Stellen Angaben darüber gemacht hat, auf welchen Bahnen sich feiner Meinung nach die deutschen Angebote bewegen müssen, wen fle für rantrei annehmbar werden sollen. Zwar lehne Poincaré die Ersetzung der Lokalpfänder durch Zentralpfänder ab, aber er jage an zwei Stellen seiner Rede deutlich, daß Frankreich auf Grund Don Zahlungen das Ruhrgebiet räumen würde und daß er feine Bersprechungen, sondern Reali Die Reden, die Herr Poincaré am gestrigen Sonntag täten münsche. Poincaré brüde alfo in vorsichtiger Form die gehalten hat, bringen feine Veränderung der politischen gleichen Gedanken aus, wie sie in zahlreichen offiziellen Aeußerun. Situation. Wie von ihm anders nicht zu erwarten war, hält gen der franzöfifchen Regierung in der legten Zeit wiedergegeben der französische Ministerpräsident mit großer Zähigkeit an worden find, daß nämlich die Räumung des Ruhrgebiets nicht in der Auffaffung fest, daß er das widerrechtlich gegen den Willen der Frage der Pfänder, sondern in der Frage der 3 ahlun feiner Berbündeten genommene Pfand folange behalten müffe, gen begründet fei. Was Frankreich will, das ist, bezahlt zu werden. es hat nach den Mitteln gegriffen, um diese Bezahlung zu erhalten. Frankreich erwartet, daß man ihm Genugtuung gibt. Nicht Frant reich ist es, das weichen wird, bis wir bezahlt find". Es ist hier schon wiederholt Der Temps" meint in einer Besprechung der Nede Poincarés, gesagt worden, daß diese Formel dehnbar und vieldeutig ist. daß die widersprechenden Nachrichten, die in der letzten Zeit aus Sie fann bedeuten, daß Frankreich nach Erhalt gewisser für Berlin eingelaufen seien und die bald von Borschlägen an FrankDeutschland erschwinglicher Abschlagszahlungen das Ruhr reich und Belgien, bald von der unveränderten Fortfehung des gebiet räumen wird, fie fann aber auch bedeuten, daß Frank paffiven Widerstandes wissen wollen, in Frankreich übergangen reich im Ruhrgebiet bleiben wird, bis Deutschland eine End- worden seien. Poincaré habe lediglich die Absichten Frankreichs summe, die es nach menschlichem Ermessen überhaupt nicht zum Ausdruck zu bringen gehabt. Für die Art und Weise, wie er bezahlen kann, vollständig bezahlt haben wird: die Zahlungs- dies getan hat, fet es nicht ohne Bedeutung, daß er die ungeheuren forderung wäre dann nur ein Vorwand, um sich an Ruhr Schwierigkeiten fennt, in denen die deutsche Regierung sich bewege. und Rhein dauernd einzurichten. Boincaré habe seiner Antwort an Stresemann entsprechend der Es liegt im Interesse Deutschlands und der ganzen Welt, Umgebung, in der er seine Rede gehalten habe, einen bedauerlichen daß über die wirklichen Absichten Frankreichs fo bald wie Atzent gegeben, der feinen Ausführungen nicht die Festigkeit nehme. möglich Klarheit geschaffen wird. Handelt es sich um er- fie aber von jedem unfruchtbarem Spott fernhalte. Der Bauer, schwingbare Abschlagszahlungen und knapp bemessene Räu- fchreibt der„ Temps", will seine Erde beadern. Er will säen und mungsfristen auch für das alt befehte Gebiet- dann ernten. Bon französischer Seite stehe also einem gerechten müssen die alleräußersten wirtschaftlichen Anstrengungen ge- uebereintommen, bei dem alle Alliierten auf ihre Rechnung macht werden, um die Befreiung der befeßten Gebiete, die tämen, nichts im Wege. Die Ereignisse hängen von Deutschland ab. anders nicht durchzusehen ist, auf diesem Wege fo rasch wie Boincaré habe festgestellt, daß der Ton der deutschen Regierung möglich zu erreichen. Macht aber Frankreich die Räumung sich geändert habe. Dies fet ein Fortschritt, aber es sei notwendig, von unerfüllbaren Forderungen abhängig und zeigt es die daß man die Borte ändere. Absicht, sich im alt- und neubefeßten Gebiet dauernd festzu- Paris, 10. September.( Mtb.) Das Journal des Debats" hält setzen, dann wird niemand glauben, daß auf dieser Grund das Gerücht von einem bevorstehenden deutschen Verhand lage eine wirkliche Verständigung zwischen Deutschland und tungsangebot nach wie vor für sehr wahrscheinlich, Frankreich erzielt werden könne, dann fann es im fortge- erffärt aber, daß jeber deutsche Schritt in diefer Richtung zwecklos fetzten Ringen der beiden Bölfer höchstens Erschöpfungs- fet, wenn er nicht von der Erftärung begleitet wird, daß der passive pausen, aber feinen Abschluß geben, dann können sich viel Widerstand bedingungslos aufgegeben wird. Frankreich müffe, bevor leicht die Formen des Kampfes ändern, können schein- es mit Deutschland verhandeln könne, zunächst einen Beweis des Dollar 52 bis 54 Millionen. guten Willens Deutschlands haben. Sei dieser Beweis des guten Willens erbracht, dann sei die franzöfifche Regierung bereit, jeben. deutschen Borschlag wohlwollend in Erwägung zu ziehen. Die Journée Industrielle" tonstatiert mit großer Befriedigung, Aber dann möge Deutschland beginnen, sein Berhalten zu ändern und endlich seinen guten Willen zu zeigen! Dann möge Deutschland auf Borwände und Zweideutigkeiten verzichten! Dann möge Die heutige Börse wurde beherrscht van der Erwartung der ErDeutschland fich ein für allemal entschließen, ernsthafte An. strengungen zu machen und sich in die Bage au verfeben, feine eigniffe, die bie nächsten Tage möglicherweise bringen werden und daß die wirtschaftliche und finanzielle Zerrüttung in Deutschland dem Schulben zu bezahlen! Bisher stellen wir nicht fest, daß seine von den Entscheidungen, die demnächst getroffen werden müssen. Die Separatismus im Rheinland nur förderlich sein könne. Schulben zu bezahlen! Bisher stellen wir nicht fest, daß seine Rede Poincarés wird nicht allzu pessimistisch aufgenommen, Das Blatt verspricht sich von der Rettungsaktion des Kabinetts Absichten fich in sehr fühlbarer Weife geändert haben, benn man glaubt, daß fie vielleicht immerhin zur Anknüpfung Stresemann teinen Erfolg. Infolgedessen müsse das Rheinland unweiterer Aussprachen führen könne. Ein anderer Umstand fehlbar und schneller als man es vielleicht erwartet, Frankreich in die wirft ungünstiger für die Bewertung der Mark: Das Hinaus Arme fallen. Das Blatt richtet an die Regierung die Mahnung, Wenn die deutsche Regierung sich einmal damit beschäftigen würde, aägern der praktischen Lösung der Währungsfrage und rechtzeitig alle Borbereitungen für diesen Augenblick zu treffen, wenn die Korrespondenz von Thiers mit dem Grafen Saint- Ballier und Ausgabe der Galdnoten, nachdem die Anfündigung diefer mit rechtzeitig alle Borbereitungen für diesen Augenblick zu treffen, wenn fie nicht großen Schwierigkeiten aller Art und insbesondere einem mit Manteuffel nachzulesen, dann würde sie es besser begreifen, dazu beigetragen hat, die Papiermart mehr zu entwerten, hält man neuen Konflikt mit England sich aussehen wolle. wie eine Nation, die die beste Absicht hat, sich von ihren Verpflich an der Börse für unverständlich. Infolgedessen murde der Dollar, tungen zu befreien, sich betragen fann und muß. Deutschland der in den Morgenstunden zwischen 45 bis 50 Millionen geschwankt steht am Kreuzweg, wenn es sich retten will, so hatte, in den Mittagsstunden wieder etwas fester mit 52 bis ist dazu noch 3eit. Wenn es weiter bei seinen Methoden bleibt. 54 miffionen bewertet. Diese Kurse wären jedoch bedeutend Paris, 10. September.( Eca.) Die Berfiner Melbung über den dann wird es Katastrophen auf sich herabziehen, für die wir nicht überschritten worden, wenn die neue Devisenverordnung die Beschluß des Reichswirtschaftsrats, die Kosten für den verantwortlich sein merden. Spefulation innerhalb und außerhalb der Börse nicht einstweilen zur passiven Widerstand einzuschränken und streng überwachen zu laffen, Paris, 10. September.( WTB.) Bei der Einweihung eines Burückhaltung gezwungen hätte. So ist der Bedarf heute etwas haben hier große Sensation hervorgerufen. Ist in diesem Ariegerdenkmals in Haudainville hielt Ministerpräsident Poincaré geringer, doch bleibt die Bewertung der Devisen unverändert jest. Beschluß das Ende des passiven Widerstandes und darüber hinaus Um den passiven Widerstand. Unser Berliner Bezirksparteitag. Reden von Severing und Criſpien. Hierauf sprach über die politische Lage Genoffe Severing: Steuern und noch viel mehr zu zahlen. zu behalten. Mit unserer Kraft und unserem Selbst. An uns aber ist es, flaren Kopf und ruhige Nerven pertrauen müssen wir wirtschaften. Die Regierung wird in den nächsten Tagen manches tun müssen, was fie un populār macht, aber wenn die harten Maßnahmen zur Gesundung führen, dann wird man sie billigen müssen. Nie darf die Partei Gelbstvertrauen zu erhalten ist die wichtigste Aufgabe der Zukunft. sich ihren Zukunftsglauben rauben lassen. Ihr ( Lebhafter Beifall.) Die Antiimbigang ber beutfchen Rapitulation zu erbliden? fragt, bas„ Journal". Wir wollen nicht allzu schnell„ Sieg" rufen und einer neuen Enttäuschung in die Arme laufen. Im ganzen ge. nommen, bebeute die Entscheidung des Reichswirtschaftsrats das offizielle Eingeständnis, daß der Widerstand gegen die Alliierten von dem deutschen Staat onganisiert sei. Zum erstenmal werde dies von deutscher Seite gewissermaßen zugegeben. Die EntDer Bezirkstag der Berliner Parteiorganisation begann am meiter nichts getan hätte, als daß er in seiner großen Rede im scheidung bedeute, daß die Regierung der Berschwendung ein Ende geftrigen Sonntag. Berschiedene Anträge fordern Neuwahl des Be Hauptausschuß des Reichstages mit schonungsloser Offenheit dhe machen will, die natürlich eine Folge der Unterstützung des Wider zirksvorstandes. Bor Eintritt in die Tagesordnung wurde zur tatastrophale Lage unserer Finanzen enthüllte, fo standes durch das Reich war. Infolgedessen, fährt das Blatt fort, Geschäftsordnung vom Genossen Leid beantragt, jett feine Neuwäre das schon eine Tat. Die Deutschnationalen agitieren gegen sind die Anzeichen für eine Ermüdung Deutschlands offen- wahl des Borstandes vorzunehmen, da nicht die nötigen die Steuern. Sie werden sich daran gewöhnen müſſen, diese tundig. Die Wahrheit ist die, daß Deutschland materiell am Ende Vorbereitungen getroffen seien. Genosse Lauer wandte sich gegen angelangt ist. Der frühere Reichstanzler Dr. Cuno hat den Vorschlag. Die Versammlung lehnte mit 211 gegen 177 Stim Deutschland in wahnsinniger Weise dem Abgrund men den Antrag Leid ab. zugetrieben in der Ueberzeugung, daß eine Art übernatürlicher Intervention Deutschland noch rechtzeitig vor dem Zusammenbruch bewahren werde. Heute sind alle Hoffnungen dieser Art geschwunden. London, 10. September.( WTB.) Der Berliner Bericht überaus ernsten Lage. Wir fönnen uns jetzt nicht den Lugus eines Unser Bolt und unsere Partei, so führte er aus, find in einer erstatter der„ Morning Post" schreibt, obwohl alle in Betracht großen Meinungsaustausches gestatten. Wenn Sie den Kampf in tommenden Stellen erkennen, daß die Finanzen nicht wiederhergestellt der nächsten Zeit gegen Rot und Elend führen wollen, müssen Sie werden können, jolange große Summen für die Aufrechterhaltung Bertrauen haben zu den Männern, die Sie auf vorgeschobene des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet benötigt werden, so sei man Bosten gestellt haben. doch entschlossen, nicht bedingungslos zu tapitulieren, Am 13. Auguft hat die Reichstagsfraktion beschlossen, in die als Korreferent das Wort: Aus den zahlreichen Anträgen zum Be da die Ueberzeugung herrsche, daß eine derartige Kapitulation wirt- große Roalition einzutreten. Die Mehrheit der Fraktion glaubte, zirtstag geht hervor, daß sich die Parteigenossen des großen Ernstes schaftlichen und politischen Ruin für Deutschland bedeuten würde. daß es jetzt an der Zeit sei, die Mittelparteien zusammenzufassen, der Lage bewußt find. Ich habe gegen den Genossen Severing Angefühts der Tatsache, daß diese Erwägungen der Oeffentlichkeit um Deutschland aus dem Glend herauszubringen. Unser Elend ist weder als Barteigenosse noch als Mensch das geringste vorzubringen. unterbreitet werden, sowie daß der Nation gezeigt werde, daß ihre eine chronische Krankheit, die eines langsamen Heilungs. Ich wünschte nur, wir hätten in der Partei recht viele folcher Männer. Finanzen nicht in Ordnung gebracht werden können, bis das Ruhr- prozesses bedarf. Niemand fann schnell wieder gut machen, was in( Lebhafter Beifall.) Es liegt mir sehr daran, daß die Schicksalsfrage gebiet sich wieder in deutschen, Händen befinde und die Eisenbahnen neun Jahren geschehen ist. Sachlich müssen wir sein, wenn wir nicht der proletarischen Bewegung fachlich erörtert wird. die Arbeit unserer Partei diskreditieren wollen.( Sehr richtig!) und die Post sich rentieren, tönne angenommen werden, daß sich ein Es besteht für die Partei kein Beschluß, der die große Koalition Die Wahl zur Nationalversammlung und der Görlitzer Partei- billigte. Alle bisher gefaßten Beschlüsse sind durch die Einigung Weg far Berhandlungen eröffne. tag haben die Frage der großen Koalition entschieden. Man muß aufgehoben. Es ehrt den Genossen Severing, wenn er von der eine Koalition in Kauf nehmen, wenn man ein regierungsfähiges Wirksamkeit seiner Polizei überzeugt ist, aber wenn die geschichtliche Kabinett schaffen will. Für uns ist die Frage der Koalition eine Lage gegeben ist, werden polizeiliche Maßnahmen zusammenbrechen Frage der Tattit. Es gibt Zentrumsmitglieder und Demo- wie Kartenhäuser. Als unsere Parteigenossen in die Reichsregierung traten, die sich in nichts von einem Volksparteiler unterscheiden. eintraten, sind sie nicht persönlich überrascht worden. Seit Jahren ( Sehr richtig!) Mir tam es immer darauf an, haben wir Forderungen vertreten, von denen wir sagten, daß sie gut und durchführbar seien, aber es fehlen uns nur die Leute, sie zu verwirklichen. Mit großem Material versehen sind unsere Leute in die Koalition hineingegangen und daher fann man in vier Wochen mehr von ihnen verlangen. Bayern und die Reichssteuern. Münche, 10. September.( BTB.) Die Korrespondenz Hoffmann schreibt. Die bayerische Staatsregierung trat mit den Führern der Koalitionsparteien des Bayerischen Landtages in Berbindung bezüglich tier neuen Reichssteuern, ihrer Gestaltung and Auswirkung. Bei diesen Besprechungen wurden eine Reihe vor Anregungen gelten gemacht, die hinsichtlich der Durchführung und weiteren Gestaltung der Steuern unverzüglich an die Reichs regierung zu bringen find. Die bayerische Regierung erklärte sich bereit, diese Anregungen in Berlin mit allem Nachdruck im Intereffe der gesamten deutschen Wirtschaft zu vertreten. Im einzelnen foll verlangt werden: 1. Unverzügliche Prüfung, ob die neuen Steuern für alle Teile der Wirtschaft gleichmäßig tragbar sind; soweit eine Gefähr dung einzelner Berufstreise nachweisbar gegeben ist, muß entsprechende Aenderung oder Abminderung der Steuern her ist, beigeführt werden. 2. Die in den Steuergesehen und Bollzugsvorschriften festgelegten Termine find soweit auseinanderzuziehen, als eine ordnungsgemäße Eirhebung und Aufbringung der Steuern 3. Stundungen und Steuernachlässe sind zur Abwendung unerträglicher Härten von den Bollzugsbehörden zuschlag 4. Die weitgehenden Befugnisse des Reichsfinanzministers find auf das notwendigste Maß zurückzuschrauben. 5. Im Vollzug der Steuergesetze muß die Verpflichtung des Steuerzahlers, feine Steuern felbst zu berechnen, restlos beseitigt frei zu bewilligen. Auf Beschluß des Parteitages erhielt sodann Genoffe Crifpien Auch die theoretische Bertrauensmänner unserer Partei in der Regierung zu haben. Nicht theoretische Erwägungen, sondern das Wahl wesen. Immer war es ein guter Anschauungsunterricht, wenn sozia ergebnis ist mir für die Regierungsbildung ausschlaggebend geliftenreine Regierungen gearbeitet haben. Aber solch ein Unterricht Was ist aus allen Steuerplänen geworden? Die Steuern sollten geht nicht auf Kosten der Bürgerlichen allein, wir sahen vielmehr, im September 150 Billionen Mark einbringen, ich glaube, daß wir das die arbeitenden Massen die Leibtragenden jeden Tag diefelbe Summe ins Ruhrgebiet schicken, um einen Kampf waren. Ich habe mich damals gegen unseren Austritt aus der Koa au finanzieren, der schon längst hätte beendet sein müssen. Reine lition in Preußen gewandt. Leider sind meine hieran geknüpften Bolizei kann die Steuersabotage brechen. Befürchtungen alle eingetroffen. Die Demokratisierung der Berwal Politit der Bolschewisten ist an der harten Wirklichkeit zerbrochen. tung wird von einem bürgerlichen Kabinett niemals durch- Der Großtapitalismus entscheidet heute noch über Sein und Nichtgeführt werden. Wo sozialistische Minister auf dem Posten find, gibt fein, wenn es nicht gelingt, ihm die gefchloffene Macht des Broleeswegen fozialistischer Gesinnung feine Beamtenmaßregelung, tariats entgegenzusehen. Die Goldanleihe mag vielleicht ertragreich präsidenten, noch einen konservativen Oberpräsidenten. Ich sehe den ihre Stüde zur Spekulation benutzt wurden. Ich kann eine gewiffe ( Widerspruch.) Es gibt heute weder einen fonservativen Regierungs- fein, aber sie wird dennoch ein Schlag ins Waffer sein. Man hat ja fommenden Dingen mit verhältnismäßiger Ruhe entgegen, weil das Gefüge des Verwaltungsapparates in Breußen leidlich feststeht. Finanzdiktatur erhoben wird. Solange eine Klaffengesellschaft be Genugtuung nicht unterbrüden, daß jetzt die Forderung einer Auch die meisten Landratsämter werden sicherlich die von Berlin erteilten Weisungen befolgen. Wer den Verwaltungsapparat nicht steht, ist es unmöglich. sich ohne diktatorische Maßnahmen durchzu fennt, sondern nur auf ihn schimpft, der mag ein großer Kris fehen. Alle bisherigen Maßnahmen zur Beschlagnahme der Devisen titer fein, er ist jedoch ein schlechter Politiker. Die Mehr- herum, weil man nicht den Mut aufbringt, auf den eigentlichen Kern sind verfehlt, sie sind ein Marsch rund um das Währungsproblem gerichteten Bestrebungen abgelehnt. Heute kann ein Außenseiter auf Mährung durch die Sachwerterfassung stabilisiert werde. Hypotheken heit des Landtages hat meine auf weitestgehende Demokratisierung loszugehen. Unsere Reichstagsfrattion hat gefordert, daß die minister und der Finanzminister die Qualifikation zuerkennen. einen vorgeschobenen Posten nur tommen, wenn ihm der Innen- find nur eine steuerliche Belaftuna, aber feine Sachwerterfassung. Der ganze Kapitalismus ist auf Wucher aufgebaut, daher ist die Die große Koalition in Preußen war auch nötig, weil im Jahre polizeiliche Bekämpfung erfolglos. Wir haben viel zu viel Theo1920 eine Anzahl rechtsgerichteter Organisationen retifer in Deutschland, die sich um den Kapitalismus den Kopf zerversuchten, Deutschland in ein Landsknechtslager zu verwandeln. brechen. Wir verstehen unter Erfassung der Sachwerte, daß das Glauben Sie, daß eine sozialistenreine Regierung ben Rampf gegen diese Organisationen aufgenommen hätte? Reich Mitbefißer der Produktionsmittel merde, um so in bie Preisgeftaltung regelnd einAls im Landtage die großen Kämpfe um meine Person geführt greifen zu können. Der Kapitalismus allein hat auch ohne Krieg wurden, habe ich mir oft überlegt, ob ich meinen Boften verlassen und Friedensvertrag Schuld an unserer jetzigen Lage. Wir müssen solle. Aber ich versehe mein Amt nicht aus eigener Machtvollkommen den Massen flar machen, daß der Kapitalismus in Deutschland einen 7. Es muß endlich im Interesse der Gleichmäßigkeit und Ge- heit, sondern habe es durch die Landtagsfraktion erhalten. Ich habe Punkt erreicht hat, an dem er der Kultur gefährlich wird und daß rechtigkeit verlangt werden, daß alle Schichten der Bevölkerung der Partei die Treue gehalten und werde sie ihr halten bis an mein nur der Sozialismus helfen kann. Wir müssen den Kampf aufnach dem Grade der Leistungsfähigkeit nicht bloß mit Vermögens. Ende.( Lebhafter Beifall.) Aber die Partei muß auch mir die Treue nehmen gegen das Privateigentum an Produktionsmitteln. Wenn abgaben, sondern auch in der Erhöhung der Arbeits. halten. Wenn die Parteigenossen ihren Führern die Treue halten, die Regierung diese Frage nicht löst, ist ihre Politik vollkommen dann gibt es feinen Bürgerkrieg. Ich kenne das Kräfte- banterott. Eine weitere wirffame Maßnahme ist die Zentralisierung der frühere Zusammenhalt, Geld, Waffen und feste Führung. Wenn wenn der Reichshaushalt in Ordnung ist. Die neue Währung ist verhältnis von rechts und links. Den Selbstschuzorganisationen fehlt des Handels. Eine neue Währung fann nur geschaffen werden. die Sozialisten geschlossen hinter der Staatsgewalt stehen, dann nicht der Anfang, sondern das Ende aller Finanzmaßnahmen. Es werden die Ruheftörer von rechts und links zu Paaren getrieben. besteht die Gefahr, daß sich die Industrie selbst eine Nebenbant schafft Wer daran zweifelt, gibt sich und die Partei auf. Das Beste. was und die Währungsfrage in die Hand nimmt. Die Ernährungsfrage die Landwirtschaft gegen Plünderung tun tann, ist, reichlich Ge- fann nur durch planmäßige Organisation auf sozialistischer Grundabzuliefern. freide Mit Jagdflinten bewaffneter lage gelöst werden. Den dazu erforderlichen Apparat fönnen wir Selbstschuh, von dem in dem Geheimschreiben des Kreisland- uns auf unsere Betriebsräte unserer Bartei und die Gewerkschaften bundes von Schwiebus die Rede war, ist bald entwaffnet. Bei den stüßen. Wie soll man sich der Erregung der Massen entgegenstellen, Lebensmittelunruhen im Kreise Linden gelang es den Arbeitern, wenn man selbst erregt ist? Dadurch kommt man nur in eine alsbald 35 Jagdflinten zu erbeuten. Ich bedauere, daß die Polizei schiefe Lage. Wir haben viel zu viel staatsmännische und viel zu in ihrem Wirken so schlecht von der Justiz unterstügt wenig proletarische Politik.( Beifall.) wird. Aber solange ich glaube, daß man durch arbeiten und immer wieder arbeiten seine Pflicht tun fann, will ich auf dem Posten bleiben.( Beifall.) werden. 6. Dem Reichsrat muß fünftighin bei der Beratung und vor der Berabschiedung fo tief einschneidender Steuergeseße das verfassungsmäßige Redyt der Mitberatung unverfürzt zuge standen werden. leistungen nach Zeit und Qualität herangezogen werden. 8. Wo Fehler in der Einkommensteuerveranlagung des Borjahres sind, müssen sie berichtigt werden. Weiter ist unbedingt notwinedig, daß 9. das Bielerlei aller möglichen Reichssteuern aufhört. An die Stelle dieses Bielerlei find einige große Steuern zu setzen, deren Zahlung an festen, der Geldentwertung entsprechend furz zu bemessenden Terminen regelmäßig stattzufinden hat. Die Grundlage hierfür haben die Besteuerung des Reineinkommens und die Zusatzsteuer für den Besitz zu bilden. 10. Die Länder und Gemeinden müssen sobald als möglich durch Ueberlaffung der Einkommensteuer finanziell selbständiger gemacht werden. 11. Der starke Berbrauch an Steuergeldern muß so rasch als möglich mit allem Nachdruck eingedämmt werden durch Eindām. mung der uferlosen Flut immer neuer Gesetze und durch Beseitigung aller überflüssigen, nicht vollbeschäftigten Stellen im Reich, in den Ländern und in den Gemeinden. Der verbotene Betriebsrätekongreß. Ein Teil der von der Kommunistischen Partei zur Teilnahme an dem in dem Bolizeibezirk Groß- Berlin verbotenen tommu nistischen Betriebsrätetongreß abgeordneten Kommunisten versuchte am Sonntagmittag in Belten i. d. M. eine Tagung abzuhalten. Da in Belten gestern das Stiftungsfest d.s bürgerlichen Männerturnvereins stattfand und mit fommunistischen Störungs. versuchen zu rechnen war, war Schußpolizei nach Belten abgeordnet worden. Bei Anrüden der Schutzpolizei ergriffen die Berliner Kommunisten, die sich gerade in Grunows Hotel versammelt hatten, sefort die Flucht. Sie versuchten dann später im Berein mit der Beltener fommunistischen Organisation im geschlossenen 3uge zum Bahnhof zu ziehen. Hieran wurden sie durch die Schuß polizei verhindert und versprengt. Zu ernsthaften Zusammen stößen ist es nicht gekommen. Die von auswärts nach Berlin ge tommenen kommunistischen Betriebsräte sind, ohne an der Tagung teilzunehmen, wieder abgefahren. Es fehlte ihnen jede Möglichkeit, fich mit den führenden Berliner Stellen in Verbindung zu setzen, weil die maßgebenden Persönlichkeiten aus Furcht vor polizeilicher Festnahme sich seit einiger Zeit verborgen halten. Der„ Miesbacher Anzeiger" wurde wegen eines in den letzten Lagen erschienenen Artikels Wann kommt der Mann?" auf vier Tage verboten. " Die polnischen Pöbelegzesse gegen deutsche Theaterbesucher in Königshütte haben zum protestmäßigen Abbruch der Stadt. verordnetenfizung geführt. Vorher hatte es heftige Auseinanderfeßungen gegeben, die damit endeten, daß die polnische Fraktion abzog. Ruhige Wahlen soll eine Bereinbarung sichern, die die Christ lichsozialen und die Sozialdemokraten in Deutschösterreich geSchloffen haben. Ich beabsichtige fein Ausnahmegesez gegen die Kommunisten; aber was ich rechtsgerichteten Kreisen nicht gestatten kann, darf ich linksgerichteten nicht erlauben. Die proletarischen Hundertschaften, in denen unsere Parteigenoffen als Kanonenfutter willkommen Wie Bei dem Kampf zwischen Zeianer und Geßler geht es nicht um Personen, sondern um das System der Reichswehr. Es geht darum und das ist meine persönliche Meinung, daß mit Willen des Reichswehrministers die Konterrevolution organi. fiert wird. Haben wir jemals Errungenschaften von entscheiden. der Bedeutung durch den Barlamentarismus, oder haben wir sie auf der Straße erkämpft? Eine elementare Bewegung muß sich Bahn brechen gegen alle Staatsmaßnahmen. Die USB. wollte 1919 teine find, sollen ja auch unsere Genossen aus den Betrieben heraus: Die Demokratie endete mit Rapp Lüttmik. Wahlen, um erst die Errungenschaften der Revolution zu befestigen. prügeln. Ich werde mich gegen diese Hundertschaften, weil ein Teil wurden Kapp- Lüttwig gestürzt? Durch Generalstreit und bewaffunferer Genoffen in den Betrieben es verabsäumt, dagegen Stellung neten Aufstand, und wir mußten so in Ordnung bringen, was durch zu nehmen.. Die Ziviltourage, die die Parteigenossen von die Koalition verdorben wurde. Wir Unabhängigen haben damals ihren Ministern verlangen, müssen sie auch selbst einmal aufbringen. bei den Wahlen einen großen Aufschwung erlebt.( Lebh. Zurufe: ( Beifall.) Der Redner wendet sich scharf gegen den letzten tom und später?" Große Ünruhe.) Heute bestimmen über die Reichs munistischen Generalstreit. Als ein kommunistischer Ab- mehr, in der 60 Broz. urablige Herren Offiziere sind, die Kapigeordneter vor dem Generalftreit die Aufhebung des Versammlungs talisten. Es ist für die Partei jekt eine Frage der Ehre geworden, verbotes forderte, machte ich ihn darauf aufmerksam, daß der Ge- daß Geßler geht. Wenn es nicht gelingt, bie Reichswehr von ihren neralstreif Opfer über Opfer fordere. Da antwortete er:„ Das Berbindungen mit den Geheimorganisationen zu lösen, müssen wir muß in den Kauf genommen werden." Man stellt die Reichswehr auflösen. Massen auf die Straße und geht mit einem Achselzucken über die er liefert doch eine ganze Menge Material, das sehr lehrreich ist. Es irgendwelche Forderungen, läßt dafür 3 Tage streiten, treibt die Sie mögen gegen den Vorwärts" haben, was sie wollen, aber Opfer hinweg. Das ist eine fehlt jedoch unserem Blatt eine Sprache, die die Massen verstehen. fammenhänge flarmachen. Es fehlen Artifel und Notizen, die unseren Genossen die großen Zu# geradezu verbrecherische Berantwortungslosigkeit. Wenn die„ Rote Fahne die Regierung beschimpft, muß fie es fich gefallen lassen, daß sie auf Grund des Gesetzes zum Schuße der Re Wir haben uns geeinigt, weil wir den Bestrebungen der Re publit, das ihre Leute ja mit gefordert und beschlossen haben, ver- aftionäre entgegenmirfen wollten. Heute haben wir die große boten wird. Wer die Arbeitermassen heute vor die Flintenläufe Roalition! Die Reden Stresemanns find in außenpolitischer treibt, ist ein Arbeiterverräter, auch wenn er sich Kom- Hinsicht gut. Aber in bezug auf die innere Politik müssen wir fie munist nennt. uns schärfer ansehen. Er hat von der Wehrpflicht der Arbeit geSch unterstreiche die Kritik, die im einzelnen an der Reichssprochen, und Stinnes hat prompt dieselbe Forderung erhoben, d. h. wehr geübt wird, aber wir dürfen nicht das Kind mit dem Bade die Forderung der Mehrarbeit. Zwei Stunden Mehrarbeit sei das ausschütten. Damit schädigen wir nur die Republik und uns selbst. Mindeste. Stresemann hat zwar auch von der Wehrpflicht des BeWenn die Reichswehr nicht so aussieht, wie wir es wünschen, sizes gesprochen, und das war sehr gefchickt von ihm. Wenn es tragen wir einen Teil der Schuld selbst. Wo waren die Arbeiter, als es galt, die Reichswehr zu bilden? Gewiß, es war nur zu verständlich, wenn die meisten Arbeiter des Militärdienstes überbrüffig waren. Aber da bie Sozialisten nicht tamen, darf man sich nicht wundern, wenn die anderen die Reichswehr bilden. Wenn wir den Besih nicht schnell und energisch zu Leistungen heranziehen, um unsere Währung gesund zu machen und die Re- einem Male besser wird! Ich sehe alle Gefahren, aber das ist kein parationslaften zu zahlen, fallen wir so tief, daß nichts mehr ge- Grund politisch nicht afiio zu sein. Amtlich mögen die Geheimorqanirettet werden tann. Daher bitte ich Sie, sich geschlossen hinter fationen tot sein, aber im Lande sieht es anders aus. Genosse Seve die Reichsregierung zu stellen. Es geht nicht an, nach ring feht sein Leben aufs Spiel. Er fann aber dieser Dinge nicht einer Tätigkeit von 4 Wochen den Stab über sie zu brechen. Man Herr werden, wenn nicht die Massen aufstehen. Mir erleben es, daß fragt, was die Regierung bisher getan habe. Wenn Hilferding heute in Deutschland fein einziger Mensch die Zivilturage aufbringt, Stinnes paßt, schmeißt er die ganze Politik der Volkspartei um. Der Reichsarbeitsminister Raumer hat erklärt, die Löhne seien zu hoch in Deutschland, sie müssen abgebaut werden. Wir müssen leberstunden arbeiten. Stinnes und Raumer stehen auf dem Boden der Dittatur der Schwerindustrie. G'auben Sie nicht, daß, wenn mir die Macht haben, alles mit 4 offen auszufprechen, daß das Ruhrabenteuer verloren ift, troßdem das die Spaßen von den Dächern pfeifen. Man fürchtet die Dolch Stoßlegende. Jawohl, die fommt sicherlich. Wenn wir die Verwaltung demokratisieren wollen, dann ist es beffer, einen guten Republikaner als Beamten zu nehmen, der an fänglich Fehler macht, als bewußte Saboteure in ihren Aemtern zu lassen. Was man im November gegen die Koalition vorgebracht hat, git noch heute. Daran sollte sich die Reichstagsfraktion erinnern. Die alte USP. hat bei der Bekämpfung des Bolschewismus alles aufs Spiel gesetzt. Ich beurteile den Bolschewismus heute noch genau so, wie ich es früher getan habe. Die tommunistische Be. megung ist in Deutschland nicht einheitlich. Die Einheit besteht nur in der Abwehr der Unterdrückung. Wenn ein Gedanke falsch ist, wird er durch die Geschichte erledigt. Wenn wir die Rommunisten mit der Polizei bekämpfen, erziehen wir unsere Genossen in den Betrieben zur Passivität. Ich will den Kampf gegen die Turkestaner, aber das fann nur mit einer proletarischen Politik geschehen. Daher teine Koalition mit den Bürgerlichen, eine Koalition der Arbeiter, die auf Rampf eingestellt ist. Erziehen Sie Klassenfämpfer, die nur cines fragen: Dürfen wir fämpfen, wir sind bereit, Opfer zu bringen, weil das der einzige Weg ist, uns vom Elend freizumachen. Im Kampf allein werden wir unser Ziel verwirklichen. Das ist mein Programm als Sozialdemokrat.( Lebhafter, anhaltender Beifall.) Die Aussprache über die beiden Referate wurde wegen der vor cerüdten Beit auf Sonntag, den 23. September, vertagt. Genosse Schlegel teilte mit, daß auf 500 Mandate zum Bezirktstag 464 Mertreter anmesend seien. Es fehlten 16 Delegierte der Mitgliedfchaften, 8 Reichstagsabgeordnete, 10 Landtagsabgeordnete, ein Mitglied des Bezirksvorstandes und 1 Revisor. Hierauf wurde beschlossen, den Landtagsabgeordneten Genossen Meier außerhalb der Tagesordnung zu hören über den Fall Zeigner- Gekler. Ich persönlich vermiffe, so führte Meier aus, von der Parteileitung und dem Zentralorgan die Unterstützung Zeigners, die er in feinem Kampf gegen Geßler verdient. Am Tage des Regierungssturzes war Genosse Zeigner in Berlin, um mit dem Reichspräsidenten über die Reichswehr zu sprechen. Er fam nicht dazu, da die Cuno. Regierung inzwischen zurüdtrat und jeder annehmen mußte, daß Geßler nicht zurückkehren würde. Bei den Ministerbesprechungen in Berlin ist von der sächsischen Regierung auf die zweideutige Haltung der Reichswehr hingewiesen worden. Es ist nicht wahr, daß die Reichswehr die Verbindung mit den Geheimorganisationen abge brochen hat, sie hat diese Beziehungen vielmehr ausgebaut. Es gibt maßgebende Genossen, die aus guten Gründen der Meinung find, daß diese Dinge nicht in der Deffentlichkeit besprochen werden sollen. Aber es gibt doch einen Bunkt, wo man nicht mehr schweigen tann, weil man sich dann zum Mitschuldigen macht. Wir müssen die fächsische Regierung in ihrem Kampf unterſtüken. Es wird Herrn Geßler schwer fallen, zu seiner Erklärung zu stehen. Ich richte folgende Fragen an den Reichswehrminister: Ist es richtig, daß der frühere Reichskanzler Dr. Cuno mit Roßbach Besprechungen abgehalten hat, deren Inhalt es war, neben der Reichswehr noch eine schwarze Reichswehr zu bilden? Ist es richtig, daß Cuno mit Herrn von Graefe darüber verhandelt hat, mie die reaktionären Turnerschaften in die Reichswehr eingegliedert werden können? Ist es ferner richtig, daß General Ludendorff im Auftrag des Reichswehrministeriums die Bermittlung und Verbin dung mit jenen illegalen Organisationen aufgenommen hat und daß aur Führung ihrer Formationen die Generale Lettow- Borbed, Märker und von Stülpnagel bereitgestellt werden sollten? von der wirklichen Lage. Darum sage ich: hinein in die Regie. lassen, die anderen benachteiligt hätten, wurden einfach verloft. Darungsstellen! Hätten wir schon im Februar oder März einen her gab es u. a. zu gewinnen eine Flasche Wein, Kürbisse von ganz Finanzminister gehabt, der den Betennermut aufgebracht hätte, zu beträchtlichem Umfang und Hans, einen jungen, schwarzen Hahn. fagen was ist, so hätte er schon damals erklären müssen, daß der Ruhr- Auch werden 90 Broz. der ausgestellten Gegenstände nach Aus tampf nicht mit der Notenpreffe finanziert werden könne. Ich bin stellungsschluß an Bedürftige verteilt. der Meinung, daß man aus der Praxis mehr lernen fann, als aus der Theorie. Ich bilde mir gar nicht ein, mit Polizeimaßnahmen einen Bürgerkrieg verhindern zu fönnen. Ich habe ausdrücklich gesagt, daß ein sozialistischer Minister sich in seinem Amt nur be haupten kann, wenn er sich auf die sozialistischen Maßnahmen ftügen tann. Ich habe mich gegen jede leichtfertige Spielerei mit dem Bürgerkrieg zu wenden. Wer heute die Arbeiter mit den Waffen in Konflift bringt, verfündigt sich an der Arbeiterschaft. Für unsere Barteigenossen aber sage ich: Es ist ein Hundsfott, der jetzt die Partei verläßt. Das gilt für die Führer, das gilt auch für die Massen.( Lebhafter Beifall.) Auf Antrag des Genoffen Ruben wird beschlossen, Genoffen 3eigner nach Berlin zu laden, um hier an den Genossen zu sprechen. Zu dem Bezirkslag am Sonntag, den 23. September, gelten die ausgegebenen Delegiertentarten nur, wenn sie auf der Rückseite den Namen des Delegierten und den Stempel seiner Abteilung tragen. Schließlich setzte der Bezirtstag den Beitrag für September fest. Er beträgt für Männer 150 000 m., für Frauen 60 000 m. je Woche. Schluß der Tagung um 22 Uhr. Ein Pfund Knochen= 1 Million! Der erste Tag der Kleinen Berliner". Die Wiederaufnahme des Straßenbahnverkehrs hat sich heutigen Montag früh in dem vorgesehenen Umfange vollzogen. Dem neueingestellten Personal, das bekanntlich rund 4000 Köpfe start ist, waren die veränderten Arbeitsbedingungen am gestrigen Sonntag auf den Bahnhöfen bekanntgegeben worden. Danach ist die Arbeitszeit für das Fahrpersonal gegenüber den bisherigen Bedingungen um 1½ Stunden täglich verlängert worden, da nur die reine Fahrzeit, aber nicht die Arbeitspausen berechnet werden. Zur Beruhigung der infolge der Neuregelung nicht wiedereingestellten Straßenbahner wurde auf allen. Straßen bahnhöfen eine Dr. Adler unterzeichnete Bekanntmachung veröffentlicht, in der die von Oberbürgermeister Böß und Stadtbaurat Gründe, die zur Stillegung bzw. Neuorganisation der Straßenbahn geführt haben, targelegt werden und gleichzeitig versichert wird, daß die Stadt Berlin ihr möglichstes tur. merde, um die Not der entlaffenen Straßenbahner zu lindern. Das Handwerkerpersonal des Verkehrsunternehmens ist vorläufig auf ein Minimum beschränkt worden, da in der nächsten Zeit nur die aller notwendigsten Unterhaltungsarbeiten am Wagenpark und den Gleisanlagen vorgenommen werden sollen. Alle größeren Gleiserneuerungen und sonstigen Reparaturen sollen einstweilen aus Ersparnisgründen vermieden werden, mas um so leichter durchführ Dem Minderbemittelten wird das Verhungern leichter gemacht bar ist, als durch die Verringerung des Verkehrs betriebsfähige als die Ernährung. Er konnte sich vor einem Vierteljahre immer Wagen weit über Bedarf zur Verfügung stehen und auch die Beannoch mit einem zum Sonntagsschmaus eingekauften Pfund Knochen spruchung der Gleisanlagen und sonstigen Einrichtungen eine weit Suppen und Gemüsegerichte bereiten. Jetzt gibt es auch das kaum fchen des auf die Straßenbahn angewiesenen Bublifums entspricht, einigermaßen helfen. Mit Brühknochen ohne Fleisch ließen sich geringere iſt als bisher. Inwieweit die heute in Kraft getretene Neuregelung des Straßenbahnverfehrs den Bedürfnissen und Wün mehr. Der Pfundpreis für Knochen ist glücklich bei einer Million muß natürlich abgewartet werden. Soweit bisher festgestellt wer angelangt. Einst hieß es mit verhaltenem erger:" Meister, nicht den fonnte, war heute die Inanspruchnahme der fo viele Knochen Fleisch will ich taufen!" Prompt ant- Straßenbahnwagen noch schwächer als in der letzten wortete der Meister:„ Globen Sie etwa, det die Ochsen uff Sülze 3eit, d. h. also völlig unzureichend. Umsteigefahrscheine wurden, lofen. Id muß die Knochen mitbezahlen und kann se nicht uff de wie durch Umfrage festgestellt werden konnte, jogar in noch gerin Straße werfen." Jetzt reißt man sich, wenn eine Million dazu übrig gerem Maße als in den letzten Tagen der alten Straßenbahn verist, um Knochen. Die Nachfrage ist weit größer als das Angebot, Straft getretene sehr erhebliche Tariferhöhung zurückzuführen, die fauft. In erster Linie ist dieser Umstand natürlich auf die heute in was ebenfalls den Preis hochschraubt. Viel Nährwert hat ja die vorläufig noch abschreckend wirft. Möglicherweise verschiebt sich fettige Brühe nicht, aber man kann Hülsenfrüchte und Gemüse nicht das Bild etwas zugunsten der Straßenbahn vom morgigen Dienstag lediglich, wie einen Schweinefraß, mit Wasser zufammentochen. ab, an dem bekanntlich Stadtbahn und hochbahn ihre Nachfragende find hauptsächlich die Notleidenden des Standes ohne Tarife ebenfalls start heraufsetzen. Mittel", alles Leute, die meist bessere Tage gesehen haben, daneben Arbeiterfrauen mit vielen Rindern, Erwerbslose, Kurzarbeiter, Angehörige der freien Berufe. Man muß wochenlang in diese Koch- Zu den beiden Morden in der Uhlandstraße und am Nazarethtöpfe hineingesehen haben, um das Wirtschaftselend unserer Zeit Friedhof wird mitgeteilt, daß die fortgesetzten Ermittelungen der richtig zu erfaffen und um die Ursachen zu erkennen, weshalb so Kriminalpolizei noch teine weitere Klärung gebracht haben. viele Menschen, namentlich die älteren, ausgemergelt und kraftlos In der Uhlandstraße wurde am gestrigen Sonntag vormittag wie Halbtote über die Straße schleichen. Die Kehrseite der Medaille nochmals ein Lofaltermin abgehalten, um besonders die Zeiten, find auch im Schlächterladen die in denen die ermordete Pleine Ingeborg Bart. Es ist erstaunlich, wieviel Fettwülste manche Menschen noch mit sich gefallen sein mußte, genau festzustellen. Die Grmittelungen, die na, fagen wir Wohlgenährten. tomsti nach Hause gekommen und ihrem Mörder in die Hände herumschleppen. Ohne fie wären die Schlächtermeister längst pleite. fich daran anschlossen, dauern noch fort. Eine Zeugin will gesehen haben, daß das Kind etwa 10 Minuten nach seiner Umfehr vor der elterlichen Wohnung wieder über den Hof gefommen und aus dem Haustor auf die Straße herausgetreten sei. Ob es allein oder in Begleitung zurückgekehrt sei, fann auch diese Zeugin nicht fagen. Für die Aufklärung des scheußlichen Verbrechens hat ein deutschfreundlicher Holländer, der mit seiner Familie in Berlin weilt, eine Belohnung von über 100 millionen Mart ausgesetzt und der Polizei übermittelt. Opfertag der Kleingärtner Schönebergs. Der in Kreisen der Kleingärtner entstandene Gebante, von dem Alle Prozesse, die auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Ernteertrag ihrer Gärten freiwillige Spenden Republik gegen solche Bandenführer geführt werden, werden im an Bedürftige und Notleidende abzugeben, hat auch im Sande verlaufen, denn die Führer der Reichswehr scheuen sich nicht, Berwaltungsbezirk Schöneberg rasch Freunde gefunden. Am Sonnmit den Reichsgerichtsräten, Mitgliedern des obersten deutschen Ge- tag veranstalteten Kleingärtner des Schöneberger Südge rich bores in Berbindung au treten, um fie dahin zu beeinflussen, Lambeien athens com Rudolf- ile- Plak einen Opfertag, mit Daß fein solcher Brozeß oder eine Bernehmung unter Eid in diesen dem sie vielen alten Leuten eine Freude bereiteten. Das Wohl Ingelegenheiten stattfinde. Der Redner behauptet weiter, daß ein führendes Parteimitglied em Bertreter des„ Dresdener Anzeigers" in einer Unterredung mit Bezug auf das Vorgehen Zeigners gesagt habe, es gehe nicht in, daß den Genossen in der Regierung von irgendeiner Seite in en Rüden gefallen werde. jegt wo die Regierung den schwersten Rampf gegen die Kommunisten zu führen habe.( Unruhe, Burufe: Ramen nennen.) Unser Parteiblatt in Dresden hat sich dagegen ewandt, aber der Dresdener Anzeiger" hat far erklärt, daß sein Berliner Vertreter nicht nur jenes Parteimitglied, sondern auch ein Mitglied jener Kommission gesprochen hätte, die in Dresden war, um die Angelegenheit Beigner- Geßler zu flären. Das heißt Beigner in den Rüden fallen. Die Machtposition, die wir in Sachsen haben, darf nicht erschüttert werden. Ich hätte gewünscht, daß heute hier an Stelle des Genossen Severing der Genosse Beigner gesprochen hätte. Der Redner legte eine Entschließung vor, die im Sinne feiner Ausführungen gehalten ist und in der zum Schluß dem Genoffen Beigner der Gruß des Bezirtstages entboten wird. Unaufgeklärte Morde. Zur Aufklärung des Verbrechens an der Pflegerin Hedwig Blettig wurden gestern auch die Eltern der Ermordeten und Angestellte der Anstalt Wuhlgart. von der Kriminalpolizei gehört. Aber auch diese Vernehmungen brachten feinen weiteren Aufschluß. Hedwig Blettig, ein lebenslustiges Mädchen, hat bel ihren Ausgängen in der dienstfreien Zeit zwar wiederholt auch ihre Eltern besucht, aber nicht immer. leber ihren sonstigen Verkehr fönnen auch fie feine Auskunft geben. Nach dieser Richtung wird weiter geforscht. Die Obduktion der beiden Leichen wird wahr. scheinlich im Laufe des heutigen Montags stattfinden. fahrtsamt des Bezirks, das von der Kleingärtnerorganisation um Mitwirkung gebeten worden war, hatte aus den Armenrentnern, Sozialrentnern, Kleinrentnern, Kriegshinterbliebenen und Erwerbs lofen 525 Personen ausgewählt. In der Borhalle des Rathauses beieinander fihend, boben sie ein ergreifendes Bild geduldig er tragener Not. Unter ihnen waren von Alter und Krankheit gebeugte Greifinnen, die infolge förperlicher Schwäche der Führung bedurften. Die schlichte Feier, die der Spendenverteilung poranging, wurde durch Gesang des Schülerchors der Hohenzollernschule eingeleitet. Gesanglehrer Ha a d, der zugleich Kleingartenlehrer auf Beschlagnahme von Kartoffeln und Butter. Gestern nachmittag dem Südgelände ist, hatte keine Jungen mobil gemacht, um die Alten wurden bei dem Händler L. in der Beusselstr. 12% Zentner Starzu erfreuen. Im Namen der Kleingärtner begrüßte der Organi toffeln beschlagnahmt und zwangsweise verkauft, weil 2. die Karfationsvorsitzende Bolte die Versammelten. Wir erfüllen, sagte er, toffeln das Pfund für 120 000 m. vertaufte, während er selbst in der Not diefer Zeit nur eine Menschenpflicht, wenn wir 75 000 m. für das Pfund im Einkauf bezahlt hatte. In gleicher Ihnen mit diesen kleinen, aber gern gespendeten Gaben ein wenig Weise ging die Wucherpalizei gegen den Händler 3. auf dem zu helfen versuchen. Als Vertreter des Bezirksamtes Schöneberg Wochenmarkte in Schmargendorf vor. 3. hatte, obgleich der amtlich sprach Stadtrat Mohs, der Vorsitzende des Wohlfahrtsamtes. Er feftaefchte Preis 11 420 000 m. für das Pfund Butter betrug, wünschte, daß die schöne Hilfsbereitschaft der ihr Land mühsam 13 Millionen gefordert. Noch vorhandene 15 Bfund Butter wurden bearbeitenden Kleingärtner denen ein Vorbild fein möchte, die beschlagnahmt und zwangsweise verkauft. reichere Mittel haben, den Bedürftigen zu helfen. Rann uns die nationale Welle vor dem Chaos retten? Zu dieser Frage nimmt Genosse Bleier am Dienstag, den 19. September, 7 Uhr, in der Aula der Kaiser- Friedrich- Schule, Charlottenburg, Stellung. ( Ring: Savignyplak.) Wetter für morgen. Berlin und Imgegend. Troden und überwiegend beiter, bei menig geänderter Temperatur und meist schwachen, vorherrschend westlichen Winden Kleines Feuilleton. Schließlich erhielt nochmals Genosse Severing das Bort: Es gibt eine Methode, solche Dinge durch rednerische AufNach einem Schlußgefang des Schülerchors begaben sich die alten machung und eine andere, sie ohne Inanspruchnahme der Deffentfidyteit zu erledigen. Bei der gespannten Lage scheint mir das Beute in die Ausstellungshalle des Rathauses, um die Gaben in Empfang zu nehmen. Die Kleingärtner hatten Gemüse aller fettere geboten.( Zwischenrufe Unruhe.) Ich muß mich gegen ben Vorwurf verwahren, daß ich solche Dinge hinten herum" be- rt zusammengebracht, Kohl, Kohlrabi, Mohrrüben, grüne Bohnen, bandele. Ich muß schon den Genossen Meier bitten, diesen Gegen Kürbis usw., dazu eine ansehnliche Menge Kartoffeln, aus der Schweres Schiffsunglüd an der talifornischen Küste. Nach einer stand in der Landtagsfraktion zur Diskussion zu stellen. Ich kenne jebem 15 Pfund gegeben wurden. Auch für Bollen, Petersilie und Havasmeldung aus San Frar.zisto find fieben amerika. anderes Gartengewürz mar gesorgt worden. Bei jeder der zurecht- nische Torpedobootszerstörer in der Nähe von Santta bas material 3eigners gegen die Reichswehr. Es ist menig gegen das, was ich 1921/22 porgefunden gemachten 525 Gemüsespenden lag auch etwas Obst, und mancher Barbara infolge tichten Rebels gescheitert. 3meiundzwan habe. Beinner ist bei mir gewesen, und als er schied, sagte er Spender hatte noch einen freundlichen Blumenstrauß beigefügt. Aber zig Mann der Besatzung werden vermißt, dreizehn Mann wurden mörtlich: hier treffe ich eine Stelle, die meiß, was sie will, die die Kleingärtner opferten nicht nur von ihrem Ernteertrag. Sie ins Hospital geschafft. Eine weitere Havasmeldung berichtet, das mir für mein schweres Amt in der Zukunft eine gewisse Beruhigung hatten Mehl, Grieß, Erbsen, Salz Marmelade, Kakao, Tee- Kinder- alle gescheiterten amerikanischen Torpedobootszerstörer vollkommen gibt. Ich glaube, daß alle diefe Dinge in einer Besprechung nahrung, Rates, Schrippen, Brot angeschafft, hatten aus ihren verloren find. Die Zahl der Toten beträgt 25. der Innenminister zu klären sind. Wenn Sie die Resolution rennstoffporräten einen beträchtlichen Stapel Rohlen und Meier annehmen, ohne mir zugleich ein glänzendes Vertrauens. Holz zufammengetragen, so daß auch von diesen Dingen an Bevotum auszusprechen, dann sind Sie undankbar. Ich weiß, daß dürftige verteilt werden konnte. Nicht jeder konnte von allem Die Berbindungen mit der Reichswehr, von denen der Genoffe erhalten, doch waren die Spenden im ganzen aleichwertig. In Taschen Meier sprach, beseitigt find. Ich habe in aller Stille diese und Tüten. Säden und Nhen schleppten die Beschenkten, von AngeDinge bekämpft und dabei mehr als einmal mein Haupt auf den 30 Bfund schwer war. Der Gesamtwert der verteilten Nahrungs hörigen unterstützt, die Spenden nach Hause, deren jede etwa Blod gelegt. In ruhigen Seiten wird man ein Urteil gewinnen, mittel und Brennstoffe dürfte mit 5 Milliarden Mart nicht zu hoch wessen Verhalten richtiger war, meines oder des Zeigners.( Beifall.) geschäßt sein. ,, Aida" im Deutschen Opernhause. Man hört nach anfängliche Ich bitte heute, von jeder Resolution abzusehen und teine EntKlagen jetzt Gutes über die Geschäftslage des Charlottenburge schlüsse zu faffen, die den Parteivorstand, der die Angelegenheit in die Hand genommen hat. irgendwie festlegen. Ganz felbstverständZeichen emligen Fleißes und unverdroffener Ausdauer zeigte Opernhauses. Man hört auch Gutes im Opernhaus, wenn Bled lich ist es, daß wir Zeigner unterstützen. Sollte das Interview im auch eine Ausstellung der Kleingärtner, die im die Leitung hat. Er ist der rechte Mann für dieses Haus, dem es Dresdener Anzeiger" wah: fein, fo ist dieses Berhaften eines Ges Charlottenburger Boltsgarten am Tegeler Weg bis immer an einheitlicher strenger Zucht gefehlt hat und das nun noffen eine große Taftlofinteit. Der Redner ging dann auf die um 11. September zu sehen ist. Trotz der verhältnismäßig un- Aussicht hat, aus seinem Mittelstand- Niveau in das der Großstadt Unterredungen Cunos mit Roßbach und v. Graefe ein und sagte, günftigen Witterung fonnten Brachteremplare von Kartoffeln und emporgehoben zu werden. Ihr spürt es vor allem in der wachsendaß es der größten Aufmerksamkeit bedurfte, um im Februar, allen möglichen Gemüse- und Obstferten zur Schau geftellt werden. den Geschmeidigkeit und Sanglichkeit des Orchesters, weniger noch März und April Stellen der Reichsregierung vor Dumm. Die Tomaten freilich schauten recht grün drein. Sie haben den Mangel am Durchschnitt des folistischen Materials. Doch das fine Zeitfragen, heiten an der Westfront zurückzuhalten. an Sonne bemerkbar übel genommen. Kürbisse an 50 Pfund schwer 3eitforgen, Zeit- und Geldangelegenheiten Man hilft sich vorerst Ich stimme dem Genossen Crispien zu, daß es wohl noch nie und Maistolhen fielen, ihrer Gewichtigkeit und Eigenart wegen, mit zugträftigen Gästen. Die Hauptattraktion der Bismardstraße eine Beit gegeben hat, in der es fo nötig gewesen wäre, den Ge besonders auf. Auch dem Schönheitsfinn war vollauf Rechnung ist Laubenthal. Ueber diesen Geschmad ist ebensowenig zu getragen, denn die Blumen- und Gemüseförbe und die einzelnen streiten, wie über die bekannte Gepflogenheit des Tenors, immer noffen die Wahrheit zu sagen. Aber dazu gehört auch, daß man Stände untereinander traten in einen Wettbewerb betreffs der ge- dann abzusagen, wenn er in der gleichen Woche ein eigenes Konzert den Genoffen nicht vormacht, daß fie stärker feien, als fie es schmackvollen Anordnung. Photographien veranschaulichten, wie wüst vorhat. Warum sagt er nicht lieber dieses ab? Man sollte die wirklich sind. und unwirtlich früher das jetzige Laubengelände ausgefehen hat. Befugnisse tes Theaterarztes revidieren! Der Einspringer JohnIch bin kein Miesmacher, aber wir müssen auch die Grenzen unserer Dadurch bekommt man einen Begriff von der unendlichen Arbeit, die son tonnte schwerlich als Radames befriedigen. Vera Schwarz Kraft erkennen, sonst geht es uns wie Ludendorff, der Regimenter in diefes Land hineingesteckt worden ist zugleich fann man aber auch als Aida verliert sich in äußerlich wirksamen, aber sehr gemachten, auf Regimenter einfekte, bis er erkennen mußte, daß feine Kraft zu den Stolz es leingärtners auf alle das Gefbitaezogene verstehen. zugeftuzten Spielereien des Körpers und der Arme, ihre Stimme Ende ging. Genosse Crispien sprech von den viel zu vielen Theo- Der Reichsverband der Rleingartenvereine schärft sich zudem unleidlich zu. Trotzdem fie fehr gefeiert wurde, retifern, ich glaube, daß er ihre Bahl heute um einen vermehrt hat. Deutschlands, Gau Croh Berlin, Bezirk Westen II, be war der eigentliche Gewinn des abends Frau Cahier, die eine Noch nie hat es ein Land gegeben, das vor die Löfung fo grofter fcherte am Sonntag 250 Bedürftige. Die refpondeten eingarten menschliche Bewegtheit mit höchstem Stilgefühl im Singen paart, Aufgaben gestellt war wie Deutschland, und ich beneide den Geroffen crzeugnisse maren wirklich eine Ausstellung für sich. Mit Liebe aus und die eine dunkelschöne, breitklingende Stimme für die Liebe Crifpien ehrlich um fein Kroftbemuktfein. Er sagte, daß der Ruhr gewählt und aufcebaut, als aäfte es einen Breis zu gewinnen. Selbst und Tücke der Sklavin Amneris aufbietet. Der Aufzugsakt hatte fonflift schon früher hätte beendet sein müssen. Dazu aber märe ein paar Prestohlen und etliche Scheite Holz. damit auch das Mah! musikalisch und in der Regie großen Zuschnitt. Die früheren Notennötig gewesen, Einblick in die Finanzlage des Reiches zu haben. gefocht werden konnte, fehlten nicht. Die größte Freude aber machte pulte Aegyptens find fortgefallen. Man nehme den Musikern nun Leute wie der Genosse Herz haben in den Ausschüssen des Reichs den alten Beuten, um folche handelte es fich durchweg, wohl die noch die Noten und dem ersten Trompeter das ſtillose Pincenes! tages über ihre Kraft gearbeitet und doch hatten fie teine Ahnung Grattslotterie. Gaben, die, hätte man sie einem einzelnen zukommen R. G Gewerkschaftsbewegung Steuern gegen Arbeitszeitverlängerung. des Genoffen Schwanz über die allgemeine Wirtschaftslage und nach dem Bericht des Obmanns der Tariffommiffion, Bum blatt, über die Verhandlungen nach kurzer Diskussion den Spruch anzunehmen. Sollte dieser von den Arbeitgebern abgelehnt werden, foll der Demobilmachungskommiffar angerufen werden. Das Präsidium des Hansa- Bundes hat sich für bemüßigt geDie Brauerei Böhow will teine alten Arbeiter. alten, zur gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Lage eine Kundgebung zu erlassen. Zunächst erklärt das Präsidium fands, Ortsverein Berlin, wird uns geschrieben: Bom Berband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter Deutschdes Hansa- Bundes gnädigst, daß für den Augenblick die felbft fands, Ortsverein Berlin, wird uns geschrieben: Einen eigentümlichen Standpunkt nimmt die Brauerei verständliche nationale Berpflichtung der Wirtschaft zur weit mögBöhow bei der Einstellung von arbeitslosen Brauern ein. Acht lichsten Erfüllung der auferlegten Steuerlasten" bestehe. Dann im Alter von 27 bis 61 Jahren stehende Brauer, die vom Arbeitsheißt es weiter: nachweis nach der Brauerei zur Einstellung vermittelt wurden, 3. Ordentliche forgfame Preisgestaltung. Rampf gegen die lehnte die Betriebsdirettion ab, Rach telephonischem Anruf der unberechtigten Auswüchse, die sich in einzelnen Wirtschaftsgruppen Organisation, bei der sich die betreffenden Arbeitslosen wegen ihrer durch übertriebene Entwertungszuschläge aur Sicherung gegen das Richteinstellung befchwert hatten, megen der Gründe der Ablehnung, wurde vom Brauführer erklärt, daß die Leute zur Einstellung zu Währungsrififo zeigen. alt mären, alte Arbeiter wären fchon genügend befchäftigt. Wir überlassen es nun der Allgemeinheit, ein Urteil über den Standpunkt der Brauerei zu fällen. Im übrigen ist mit der Brauerei noch nicht das letzte Wort hierüber gesprochen worden. 4. Steigerung der Produktivität und der Arbeitsleistung des einzelnen im unbeseßten Deutschland zu größtmöglichem Ausgleich des Produktionsausfalles im befeßten Gebiet. 5. Anpassung der Lebensführung an die in der verarmten deutschen Volkswirtschaft gegebenen Borausfehungen. Das Reals einfommen des Boltes muß durch eine ziel bemußte Lohn. und Gehalts politit auf eine diefer Berarmung ents sprechende Grundlage gestellt werden. Arbeitgeber und Arbeit nehmer müssen gemeinfam gegen jede Ueberteuerung auf dem Gebiet der Lohn- und Gehaltspolitik() anfämpfen, da diese nicht aus dem Arbeitsnugen der volkswirt schaftlichen Arbeit gezogen werden kann, sondern auf der Aufzehrung des Produktionstapitals(?!) beruhen müßte Nur so tann ausreichende Arbeitsmöglichkeit gesichert werden. Das wären die Pflichten der Wirtschaft". Aber auch der Staat habe Pflichten. Diese bestehen nach dem Präsidium des Hansa- Bundes in der schnellsten Durchführung der von der Reichs regierung angekündigten währungspolitischen Maßnahmen, in der Stellung auf wertbeständige Grundlage des Haushalts und der Steuern, in der Anpassung der Notsteuermaßnahmen an die steuerliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Erwerbsgruppen", in einer völligen Ausfaltung der bisherigen 3ufchuß wirtschaft des Reiches. Dann kommt folgender Paffus: 6. Ausschaltung der aus der Demobilmachungszeit über nommenen unökonomischen Belastungen des Produktionsprozesses: Aufhebung der Demobilmachungsverordnungen. Sofortige gefeßliche Regelung der Arbeitszeitfrage unter 3u laffung von Ueberschreitungen des achtstündigen Arbeitstages auf tareiflichem oder behördlichem Wege. Die Arbeiterschaft trägt nun seit Monaten eine immer brücken. der wirkende Lohnsteuer. Es ist ihr nicht eingefallen, als Entgelt für diese Erfüllung der Steuerpflicht besondere Maßnahmen zu ihren Gunsten zu fordern. Die Herren vom Hansa- Bund aber halten den Augenblick, wo sie einen Teil der bisher nicht gezahlten Steuern nach zahlen sollen, für geeignet, um die Aufhebung des Die Stärke der Gewerkschaften. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung, Kaffierer! Nachdem der ordentliche Bezirtstag vom 9. September beschlossen hat, daß der wöchentliche Beitrag im Sep tembar 150 000 M. für Männer und 60 000 m. für Frauen beträgt, haben die männlichen Mitglieder im Monat September insgesamt 750 000 M. und die weiblichen 300 000 M. zu zahlen. Die bereits in Händen der Kassierer befindlichen Marten können trotzdem verwandt werden. Es werden 5 Marfen a 50 000 m. refp. 20 000 m. geflebt und dazu wird für die Männer eine Marke zu 500 000 M. und für die Frauen zu 20 000 M. für den ganzen Monat Eeptember als Zufagmarfe geliebt. Marten mit dem Aufdruck 500 und 200 befinden sich noch in Händen der Kassierer und werden nunmehr noch nicht eingezogen. Diese sind vielmehr sofort durch den schriftlichen Zusatz eines T umzuwerten und werden in diefer Höhe verrechnet. J. A.: Aler Bagels. Heute, Montag, den 10. September: 17. Kreis Lichtenberg: 7 Uhr Kveistonferenz mit Fraktion und Bezirksamts. mitgliedern in der Bibliothek, Weichselstr. 28. 17, Streis: Dienstag, den 11. Geptember, Uhr, Sigung der Abteilungsmietervertreter in der Bibliothet, Weichselstr. 28. 4. 12. Streis Steglis, Lichterfelbe, Bankwig: 7 Uhr Sathaus Steglit, Fraktions Sigung, Stadt und Bezirksverordnete sowie Bürgerbeputierte müssen er fcheinen. Abt.: 7% Uhr Funktionärstzung bei Hermann Schwart. Blankenfelder Straße 10. Morgen, Dienstag, den 11. September: 6t.: 7½ Uhr Funktionärsibung bei Dahms, Schlegelfte. 8. bt.: 7 Uhr Funktionärfonferenz Schule Langefte. 31, Rimmer 55. Die Bezirksführer haben unbedingt fämtliche Reftbestände abzurechnen. Die Mitgliederzahl der dem JGB. angeschlossenen Landeszentralen betrug am 31. Dezember 1922 insgesamt 18 901 972. Es batten Mitglieder: Desterreich 1049 949, Belgien 618 871, Bulgarien 7. 14 813), Ranada 117 814, Tschechoslamatet 400 000, Dänemark 32, 232 574, Frankreich 757 847, Deutschland( ADCB.) 7908 516, Deutschland( 21) 667 898, Großbritannien 4369.000, Helland 201 045, Ungarn 202 956, Italien 1128 915"), Lettland 12 350, Luremburg 12 100, Palästina 8000, Peru 25 000), Bolen 411 056, Südafrika 50 000, Spanien 208 170), Schweden 292917, Schweiz int verstorben. Die Einäfcherung findet Dienstag, den 1. September, nadj152 191, Jugoslawien 50 000³). Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 97. bt. Rentöln. 104. Bezirk: Unser Genoffe Ostar Feift, Emfer Str. 43 mittags 4½ Uhr im Krematorium Baumschulenweg statt. auch im Jahre 1922 angehalten, wenn auch das Tempo fich verlangDie ridläufige Bewegung, die im Jahre 1920 einsette, hat also famt hat. Besonders start gelitten haben infolge der fommu nistischen Spaltung die franzöfifchen Gewerkschaften. Aber auch die englischen Gewerkschaften haben durch die andauernde Arbeitsloftgkeit schwere Verluste eriltten. Was Italien betrifft, find die aben, die die Stärke der Gemertfchaften am Schluß des 1. Halbfche. jahres 1922 wiedergeben, durch die faschistische Dittatur überholt und affo nur unter Borbehalt zu nehmen. Achtung, Buchbinder! Bon dem Arbeitgeberverband( Api) wird ein Zirkular an die Arbeitgeber versandt, faut welchem angeblich ein kommen getätigt worden ist, welches einen Spihenlohn von 1681 000 m. für Männer vorsieht. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonntag, den 9. September. Motorfer( Miban): Toto: 18:10, 818 12, 16:10. Gerner itefen: GlasRennen. 1. Immelmann( o. Falthaus), 2. Memento(. Stolpe), 2. Rennen. 1. Eidmete( Thalede), 2. Jool( Streit), 3. Seldin( Dertel), Gigerl( Dnbr), Toto: 75:10, Blag: 23, 24, 19:10. Ferner liefen: Fata Morgana, Herzig, Runstmart, Kreuzbombe, Donnerwetter. 3. Rennen. Erich( v. Serder), 2. Serera( v. Borke), 3. Schnuci II ( o. Falthann). Foto: 26:10, Blak: 12, 12:10. Ferner Tiefen: Wetterscheide. ennen. 1. Paulus( Dyhr), 2. Phyllis( P. Lewidi), 3. Gommer. for( Bismart), 4. Diflucht( Dertel). Soto: 38:10. Plas: 18, 21, 21: 10. Ferner liefen: Bojaca, Burritter, Fabiola, Lobredner, Rifter Blaubart. 5. ennen. 1. Reuchtfeuer( Dertel), 2. Salma( Schuller), 3. Dublone ( Ebfer). Toto: 32: 10, Plag 14, 16, 15:10. Ferner liefen: Prins Csardas, Grasmilde, Murtchen, Eisenkappe, Svivitift, Offerlied. 6. Rennen. 1. Diamant( o. Fallhaufen), 2. Falte( v. Falthann), 3. Berbi( D. Borte), Toto: 27: 10, Plat 17, 31: 10. Ferner liefen. RosenWir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß bis zur Stunde teinerlei Abkommen mit den Api- Berbänden getroffen worden find, fondern nur mit dem BDB. mit einem Spihenlohn fönig. M. von 1768 000 Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Die Ortsverwaltung. Zeit 7. Rennen. 1. Fairnes( Mate), 2. Elöre II( B. Schneider), 3. Lindenbllite,( Thalecte), 4. Terz( Stange). Foto: 100: 10, Plat 27, 23, 19:10. Ferner liefen: Winna, Tannenfels, Geigerin, Mozart, Thusnelda. Lewanom gewinnt den Großen Preis von Deutschland. Die Der Cohn für die Privat- Elektrizitätswerke beträgt für die Treptower Bahn hatte gestern einen Maffenbesuch aufzuweisen wie Uchtſtundentages und der Demobilmachungsverordnungen zu fordern. 1865 000 m., 1825 000 m., 1692 000.. 1432 000 feit langem nicht. Das Dauerrennen mit feinen zwei Säufen ver. Damit begnügen fie fich aber nicht einmal. Unter Bunft 7 fordern i 700 000 m. Die Frauenaulage wird auf 1 200 000 m, die fehlte feine Wirkung nicht. Im ersten Bauf des Großen Preises von sie Aufhebung der Außenhandelskontrolle und Kinderzulage auf 2 400 000 m. wöchentlich erhöht. Deutschland erlangte Bauer zuerst Anschluß an feinen Schrittmacher. der Ausfuhrabgaben. Die deutsche Arbeiterschaft soll zehn Bei einer langen zähen Treibjagd fommt Bauer auf einige Zeit Stunden und vielleicht noch mehr gegen einen Hungerlohn fchuften, verhandlungen, die am Freitag zweds Regelung der Gehälter rückenden Lewanow abwehren, der wieder alle Angriffe von seiten Kaufmännische Ungeftellte des Baugewerbes! Bei den Tarif- con seinem Motor ab und fonnte nur mit Mühe den start aufdamit die Herren Kapitalisten die von der Arbeiterschaft gefchaffenen für die erste Septemberwoche stattfanden, fam es zu feiner Eini- Bauer zunichte machte. Nach scharfer flotter Fahrt fonnte Bauer Produkte ins Ausland verschleudern und den Ertrag ins Ausland gung, da die Arbeitgeber erflärten, nicht über die Gehälter ver- einige Reforde verbessern und somit den ersten Lauf gewinnen. verschieben können. Derartige Forderungen, die wie eine Heraus. handeln zu können, bevor das endgültige Ergebnis der Berhand- Stellbrink und Bermer hatten unter Defekten start zu leiden. Die forderung wirken müssen, zeigen, mie sich die Herren vom Hansas Lungen zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Spinenorgani Ichten Runden fuhr Stellbrint nöllig erschöpft ohne Schrittmacher. Hansa- fationen porliegt. Eine Atontozahlung in der Höhe zu leisten, wie Bund die Gleichberechtigung aller Berufsstände vorstellen. mir fie forderten, lehnten sie ab, mit der Begründung, lie feien Der zweite Lauf brachte erst zum Schluß Leben unter die in sicheren dazu nicht in der Lage Schließlich aber gaben fie uns zur Rennis Abständen fahrenden Fahrer. In der 50. Runde geht Stellbrint an nis, daß sie ihre Mitgliedsfirmen anweisen wollten, den faufmänni. Bauer porbei und gewinnt zusehends on Boden, Bauer wird durch Seit dem 25. Auguft befinden sich die Silberarbetter Groß fchen angestellten des Baugewerbes 60 Broz, des Augustgehaltes Reifenschaden in der 15. Runde zum Maschinenwechsel gezwungen berlins im Streit. Thr wiederholtes Berlangen, die Löhne nach möglichst fofort, fpätestens aber bis zum 10. September b. 3., als und fann nun Stellbrint nicht mehr gefährlich werden. Sieger des bem Reichsinder zu regulieren, wurde von den Arbeitgebern ab. erfte Abschlagszahlung auf das Septembergehalt zu gewähren. Die smelten Laufes ist Stellbrink und Sieger im Klaffement Lewanow. gelehnt. Es wurde darauf von der Branchenvertretung der Schlich ausgerechneten Beträge follen auf polle 1 000 000 abgerundet werden. Das Malfahren in zwei Läufen konnte Arend mit einer Länge fungsausschuß angerufen. Der dort gefällte Schiedsspruch brachte or Stolz gewinnen. Im 30- Runden- Bunftfahren gab es eine Lohnerhöhung in der Zigarrenherstellung. Die bis zum 1. Sep- Ueberraschung: Meyer und Zimmermann konnten bei einem Beraber auch nicht die Erhöhung nach dem Inder und wurde in bertember geltenden Lähne erhöhen fich für die Woche vom 2. bis fuch, dem Felde davonzueilen, zufehends an Boden gewinnen, bis barauffolgenden Branchenversammlung abgelehnt. Streit der Silberarbeiter. In geheimer Abstimmung wurde der Streit ab Sonnabend, den 25. Auguft, gegen 10 Stimmen beschlossen. Eine darauf folgende Berhandlung zeitigte von den Unternehmern ein Angebot, melches wesentlich noch unter dem Schiedsspruch blieb und das natürlich von der Versammlung einstimmig abgelehnt wurde. Schiedsspruch für das Friseurgewerbe. 8. September um 50 Broz. Umgerechnet auf die Mai- Bunt- Löhne 1922 betragen die Teuerungszulagen für Affordarbeiter 6.999.900 Brozent, gleich das 70 000fache, Zeitföhne und Stumpen 6 299 900 Brozent, gleich das 63 000fache. hatten in der 5. Runde das Feld wieder ein und konnten somit den Sieg und 7 von 10 Wertungen gewinnen. Refultate: Großer Preis von Deutschland hinter Motor über 100 Kilometer in awei Läufen. 1. Sauf: 1. Bauer, 36 Minuten, 56,3 Sekun den, Bahnreford; 2. Lemanom, 200 Meter zurück: 3. Stellbrint, 38370 Meter zurück. 2. Sauf: 1. Gtellbrint, 47 Minuten, 12 Gefunden; 2. Lewanow, 980 teter aurid: 3. Bauer, 1000 Meter auvid. Klassement: 1. Semanom, 99 360 citometer gefahren, 2. Bauer, 98 910 Kilometer gefahren; 3. Stell brint, 91 430 Kilometer gefahren; 4. Bermer, 88 100 Rilometer gefahren. Maifahren über Runden: 1. Arndt, 1 Minute, 86,1 Sekunde; 2. Stolz; Paul, 12 Puntte; 3. Schula, 6 Punkte. Die Löhne in der Süß Bad- und Teigwarenindustrie für die Zeit vom 5. bis 11. September betragen für Facharbeiter 1 481 900, für Hilfsarbeiter 1333 700 und für Arbeiterinnen 889 200 W. Die Stunde. Die wöchentliche Auszahlung hat in mindestens zwei Raten zu erfolgen. Auch inzwischen Entlassene haben den entsprechenden Münanee. 30- Runden- Punkifahren: L. Zimmermann, 18. Punfie; 2. Mener Anspruch auf Nachzahlungen. In der Lohnftreitfache der Friseure fällte der Schlichtungsausschuß einen Schiedsspruch, nachdem die Arbeitgeber zu feiner Einigung bereit waren. Dem Spruch entsprechend soll der Bohn mit Wirkung vom 7. d. M. für Herrenfriseure 55 Broz, für Damen- findet ftatt am Freitag, ben 14. Geptemer, 7% Uhr, Gemertschaftshaus, Gaal betur Caternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegungen Rarität, Sentralverband der Bäder und Konditoren. Eine Funktionärverfammlung Verantwortlich für Politik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf: Wirtschaft: friseure 60 Proz. und für Haararbeiter 70 Bros. plus Reichsinder um au den gegenwärtigen Lebnfragen der Branche Stellung zunehmen. Feuilleton:. S. Döscher, Wilmersdorf: Latales und Sonstiges: Friz vom Friedenslohn betragen. Die am gleichen Tage außerordentlich Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwäris- Berlag G. m. b. S., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei start besuchte Gehilfenversammlung beschloß nach einem Referat*) 31. Dezember 1921.) Erftes Halbjahr 1922. 3) August 1922. und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Allg. Ortskrankenkasse f. Adlershof und Umg.ffgemeine Ortskrankenkasse Bekanntmachung Für die Woche vom 10. September bis Berlin- Wilmersdorf. Für die Woche vom 10. bis 16. Sep 16. September werden folgende Sohn- tember 1923 gelten folgende Bohnstufen ftufen, Grundlöhne und Beiträge fest- und Beiträge: Lohn Grund. Tages. ftufe John beitrag 901. gefeßt: Arbeitsentgelt auf den M. A Zehrl. ohne Entgelt über . ➤ Gtufe Kalendertag Mart 2 1300 000-2600000 8 2600 000 3900 000 1300 000 1000 000 2000000 3300 000 4600000 5900 000 4 3900 000-5200 000 5 5200 000-6500 000 6 6500 000-7800000 7200 000 7 7800 000-9100 000 8 9100 000-10 400 000 8500000 3 300 000 Grunds Beitrag Tagesentgelt lohn pro Tag 2. 1 b. einschl. 1300 000 902. 1000 000 W 2 2 600 000 2 000 000 100 000 200 000 " 3 900 000 A 97 500 4 5 200 000 4 600 000 22 100 000 6 500 000 M 200.000 330 000 7800 000 7 200.000 M 9100 000 8 500 000 850 000 " 460 000 8 10 400 000 9 800 000 980 000 " 590 000 9 11 700 000 11 100 000 1110 000 " 720 000 10 üb. 11 700 000 13 000 000 1 300 000 14653N 5 900 000 330 000 460 000 590 000 720 000 850 000 Für Lehrlinge ohne Entgelt find a des 9800 000 980 000 in Stufe 1 festgesezten Betrages zu zahlen. Bersicherte find nur umzumelden, wenn 13000 000 1300000 fich die bisherige Stufe ändert. 9 10 400 000-11 700 000 11100000 1110,000 10 11 700 000 Auf die erhöhten Barleistungen besteht Berlin- Wilmersdorf, ben 7. Sept. 1923. ab 9. Oktober 1923 Anspruch. Der Borstand: Adlershof, den 8. September 1923. R. Engelhardt, Der Kaffenvorstand.. Mag Knappe, Borf Borsigen ber. 183/18 Soeben erschienen! Franz Wiemann, Schriftführer. Die Besetzung des Ruhrgeblets und der Zeriall Europas von A. LAPINSKI. Aus dem Inhalt: Die drei Perioden der Nachkriegsentwicklung/ Die Periode des Triumphs der zentrifugalen Tendenzen/ Die Periode des großbürgerlichen Pazifismus/ Die_angelsächsische Hegemonie/ Die Bilanz der Epoche des Pazifismus/ Der Wiederaufbau des Kapitalismus in geographischen Etappen/ Die neue Periode/ Die Widersprüche der franz. Reparationspolitik und die Wege des kapitalistischen Wiederaufbaus Grundpreis 60 Pt. 71 Selten Verlag Carl Heym Nachf. Louis Cahnbley, Hamburg 8 Soeben erschien! 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