Nr.423 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 211 Bezugspreis: Bom 9.- 15. Sept. 2 Millionen Mart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 9.- 15. September für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich u. Luremburg 2500 000 R., für das übrige Ausland 2 750 000 M. Boftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit", der Unterhaltungsbeilage ,, Seimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimat, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 250000 Mk. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareille. geile testet 800 000 M. Reklamezeile 4000 000. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 260 000.( zuTäffig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 130 000. Stellengesuche Das erfte Wort 130 000 M., fedes weitere Wort 100 000 0. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 80 000 0. Anzeigen für bie nächste Summer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Verlag: Dönhoff 2506-2507 Redaktion: Dönhoff 292–295 Dienstag, den 11. September 1923 Die Goldnotenbank beschlossen. Amflich wird mitgeteilt: die Maffen verzweifeln. Gegen den Hunger von Millionen tann Das Reichstabinett beschäftigte sich in seiner Sigung vom auch ein Heer und eine Polizeimacht nichts mehr tun. Wir wollen 10. September mit der Währungsfrage. Einstimmig wurde be- unser deutsches Baterland retten und Europa befriedigen. Das ist fchloffen, die Lösung dieser Frage auf dem Wege einer Gold das einhellige Bemühen der Reichsregierung. notenbank zu suchen, die bei voller rechtlicher Selbständigteit und unbedingter Unabhängigkeit von den Reichsfinanzen in organischer Verbindung mit der Reichsbant ihre Tätigkeit ausüben joll Die Urbeiten zur Errichtung der Goldnotenbank werden sofort in Angriff genommen werden, damit die Bant sobald als irgend möglich praktisch in Tätigkeit trefen tann. Produktive Pfänder. Möglichkeiten deutsch- französischer Wirtschaftsverhandlungen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postschecktonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Wehrpflicht der Arbeit". Zur In seiner Stuttgarter Rede hat der Reichstanzler Dr. Stresemann zur Wehrpflicht aufgerufen. Wehrpflicht des Besizes, der dem Staate opfern soll, damit beide weiter bestehen können, und zur Behrpflicht der Arbeit. Er sprach, als Beispiel, davon, daß die Bergleute im unbesetzten Gebiet möglicherweise Ueberstunden leisten fönnten, um den Ausfall an Ruhrkohlen zu ersehen und die Einfuhr teuerer englischer Kohlen nach Möglichkeit überflüssig zu machen. Der Kanzler sprach in dem Zusammenhange weiter ganz allgemein von der Notwendigkeit, wieder Lust und Liebe zur Arbeit zu erwecken, um dann besondere AnDurch die Rede Poincarés in Daumwillers ist die Frage, forderungen an die lebensnotwendigen Betriebe zu stellen. auf welchem Wege Verständigungsmöglichkeiten mit Frank Diese allgemeinen Andeutungen geben zunächst feinen reich gesucht werden können, erneut brennend geworden. Eine Grund, ohne nähere Unterlagen über die möglicherweise Lösung der Ruhrfrage ist die Vor bedingung einer wirt- fommenden Spezialforderungen eine Gefährdung der! schaftlichen und finanziellen Gesundung Deutschlands. Das Arbeiterrechte als bevorstehend anzunehmen. Condon, 10. September.( WTB.) Evening Standard" be- eine Berständigung will, wird es feinerseits die Verfuche die Kanzlerrede in Zusammenhang bringt mit der zeitlich vor wird jetzt von allen Einsichtigen erkannt. Wenn Frankreich Ein anderes Gesicht aber erhält die Frage, wenn man richtet: Nach der Regelung der griechischen Frage werde die Repa- Deutschlands, sie herbeizuführen, ernsthaft prüfen müffen. ihr liegenden Rede des Reichswirtschaftsministers von rationsfrage während der nächsten Tage wieder in den Border- Leider läßt der Inhalt der letzten Reden des franzöfifchen Raumer, der im Wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichsgrund treten. Es werde daher nicht überraschend sein, wenn Ministerpräsidenten noch nicht die Hoffnung zu, daß man den wirtschaftsrats unter anderem sagte: Baldwin während seiner Rüdreise nach Condon Poincaré Weg zu neuen Verhandlungen leicht finden wird. Eine Kapieinen furzen Besuch abstatten und danach in der Lage sein werde, tulation vor den französischen Forderungen kommt für Deutsch- Eine Krisis löst sich nicht dadurch, daß sich das gesamte Niveau dem britischen Kabinett, das unverzüglich nach feiner Rüd- land ebensowenig in Betracht wie eine Zwischenlösung, welche der Wirtschaft gleichmäßig hebt; she löst sich nur durch die allkehr einberufen werde, endgültige Vorschläge zu machen trotz aller Opfer, die man um den Preis der Erhaltung der mählich wiederkehrende Prosperität der einzelnen BeWenn auch bisher nichts vereinbart worden sei, werde es nicht Reichseinheit wird bringen müssen, den Keim zu neuen triebe, und diese ist nur durch Ueberstunden an der richtigen für unmöglich gehalten, daß eine konferenz alliierter Berwidlungen in fich trägt. Wiederaufnahme der Reparationsfrage. Baldwins neue Aftion. Bertreter bald in Paris stattfinden werde. Verständigung mit Frankreich. Die Interviews Sollmanns. Iers wiedergeben. " Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" untersucht die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen und politischen Annäherung und schreibt dazu: aus Stelle zu erreichen. Wie wollen Sie bei den bestehenden Produktionsbedingungen Auslandsaufträge anders erhalten, als indem Sie, abgesehen von der Qualität, durch die Schnelligkeit der Lieferung die Konkurrenz unterbieten? Die Promptheit der Lieferung setzt aber voraus, daß ein Betrieb in der Lage ist, einen Auf„ Das beste produttive Pfand besteht u. E. trag durch Zuhilfenahme von Ueberstunden zu erledigen. Jeder Leistungen in Formen, in denen sich auch die freie wirtschaft Auftrag belebt zugleich die zu liefernden Betriebe und so wird man Eine Deputation des Borstandes der Internationalen liche Betätigung bewegt, und in einer Bürgschaft des in einzelnen Betrieben Ueberstunden zulassen müssen, Frauenliga für Frieden und Freiheit( Siz Genf) Staates dafür, daß die Leistungen im Sinne einer Berständigung während anderswo Arbeitslosigkeit herrscht, weil man wurde vom Reichsminister des Innern empfangen. Im Laufe des wirklich durchgeführt werden. Es ist 3. B. der Weg denkbar, daß nur so die Arbeitsgelegenheiten wieder schaffen fann. Interviews machte der Reichsminister Sollmann folgende Aus- Leistungen erfolgen fönnten, sei es mit den beiderseitigen Interführungen, die, wie er fagte, auch die Ansicht des Reichstanz- effenten, sei es nötigenfalls auch gegen fie. Derartige Bor- Es leuchtet ein, daß die übereinstimmende Forderung von Stresemann und von Raumer find Fraktionsgenossen. schläge sind für Kohle und Holz bereits einmal in den Verhandlungen Ueberstunden bei dem einen in öffentlichem Interesse, Der Kernpunkt der augenblicklichen Lage ist eine mit den beiden Delegierten der Reparationskommission Bradbury bei dem anderen schon für die einzelnen Betriebe! Berständigung zwischen Frankreich und Deutschland. und Mauclère vor Jahresfrist gemacht worden. Danach wollte sich Selbstverständlich unter Mitwissen der übrigen Ententeftaaten. Alles Deutschland verpflichten, seine Industriellen zu Privatliefe. auf der gleichen Grundauffassung von den Notwendigkeiten andere ist von sekundärer Bedeutung. Bir Sozialisten haben uns rungsverträgen zu veranlassen, die sicherlich den allgemeinen als Dritter im Bunde aus der volksparteilichen Fraktion. Er der Wirtschaft beruhen. Viel deutlicher wird Hugo Stinnes feit vier Jahren bemüht, diesen Gedanken in Deutschland populär wirtschaftlichen Interessen beider Länder und insbesondere den fordert glattweg allgemeine Einführung von zu machen. Ich will feine Anschuldigungen erheben. Wir wiffen, jenigen der französischen Abnehmer im Wiederaufbaugebiet am meiteren zwei Arbeitsstunden und behauptet, ohne daß in Deutschland Fehler gemacht worden sind, aber auf der besten entsprochen hätten. Ein ähnliches Vorgehen wäre auf anderen fie fönne weder Wirtschaft noch Staat am Leben bleiben. Man anderen Seite haben unsere sozialistischen Bemühungen in Frant Gebieten denkbar, auf denen, wie bekannt, starte franzöfifche Inter- braucht nicht, wie es vielerorts geschieht, die Meinung von reich fein Echo gefunden. Die französische Politit hat besonders seit der Ruhrinvasion nicht die Sozialisten und Bazi- effen ruhen. Man braucht nur an die Berbindung der nun- Hugo Stinnes ohne weiteres mit der der Volkspartei und ihrer fiften, sondern die Nationalisten gestärft. Soll nicht ganz mehr französischen Erzgebiete mit deutschen Fraktion gleichzusehen. Aber es läßt sich nicht leugnen, daß Mitteleuropa gefährdet werden, so müssen wir jetzt sehr bald zu blatgebieten zu denken, an die eigentlich doch nur aus sowohl Stinnes wie Raumer und Stresemann ihre Ansichten einer Verständigung mit Frankreich fommen. Wir Sozialisten find privatkapitalistischen Schwierigkeiten anscheinend zum Stillstand aus der allgemein privatkapitalistischen Ueberzeugung schöpfen, nur nach schweren Bedenken in die gegenwärtige Regierung ein- gekommenen Kaliperhandlungen und an die besondere die in der Volkspartei vorherrschend ist. Und deshalb muß getreten, und zwar mit dem festen Entschluß, das Ruhrunter Lage, welche für die lothringische Eiſenindustrie durch ihre Ab- vom sozialdemokratischen Standpunkt zu diesen Dingen von nehmen zu liquidieren. Die Kundgebungen der Reichs- trennung von ihren bisherigen deutschen Lieferungsgebieten ent vornherein flare Stellung genommen werden, damit keine regierung, besonders des Reichskanzlers Stresemann, haben der standen ist. Ob die auf dieser Basis mögliche Verständigung noch Mißverständnisse darüber entstehen, was Stresemann als Melt gezeigt, daß eine besondere Kontrolle der französischen Regierung not Reichstanzler und was etwa die Volkspartei bein der Außenpolitik eine affive Wendung wendig macht, ist ausschließlich eine Frage, die im Verlauf der Verabsichtigt. eingetreten ist. Wir sind bereit und gewillt, jede Vereinbarung handlungen geflärt werden könnte. mit der Entente und besonders mit Frankreich einzugehen, die uns Die hier aufgezeigten Wege bieten in der Tat die Mögdie Sicherheit gibt, daß das Ruhrgebiet und die Rheinlichkeit zu einer Annäherung in der Hauptfrage, wie die von lande nicht nur nicht von Deutschland losgetrennt= werben, sondern bemnächst wieber vollkommen Frankreich geforderten Pfänder sichergestellt werden können. der deutschen Verfügungsgewalt zu Gebote Es ist anzunehmen, daß der Reichskanzler Stresemann stehen. Wir sind uns bewußt, daß dies nicht durch Reden und am Mittwoch diese Probleme in einer Form anschneiden wird, Berträge, sondern nur durch eine große Anspannung der deutschen welche die Grundlage einer deutsch- französischen VerständiWirtschaft geschehen kann. Wir sind bereit, dieses zu tun, aber nicht gung bilden können. und keine deutsche Regierung fann das auf irgendeine Bedin = Revolte in Moskau? gung einzugehen, die eine Berstückelung des Reiches bedeutet. Wir wollen Frankreich neben Reparationen auch jede für uns erträgliche Sicherheit gegen einen neuen Krieg am Rheine gewähren, nicht In Kreisen der russischen Kolonie verbreitete sich gestern abend aber eine Separation in irgendeiner Form zulaffen. Jedes einzelne das Gerücht, daß in Moskau eine Revolte ausgebrochen Mitglied des jezigen Kabinetts ist frei von Nationalismus. find Deutsche und wollen die Einheit des Reiches. Aber jeder und Tropfi ermordet werden sei. Das Gerücht soll auf Chauvinismus und jede Berhebung wird von uns abgelehnt und Privattelegramme zurückgehen, die in Berlin eingetroffen sind. befämpft. Wir erkennen die militärische Niederlage Deutschlands als eine historische Tatsache des Sommers 1918 an und ziehen die Konsequenzen aus ihr. Aufgabe der franzöfifchen Regierung ist es, diese Latsache, aus der unser Gerüchte dieser Art waren bis vor einem Jahre an der Tagesordnung. Sie tauchten in geraumen Abständen immer wieder auf, um fofort wieder dementiert zu werden. Seitdem hat man sich von der Festigkeit der Sowjetregierung überzeugt, und die Gerüchte von einem bevorstehenden oder vollzogenen Umsturz in Rußland verStummten vollständig. Auch jetzt ist es in hohem Grade unwahr scheinlich, daß in Rußland ein gewaltsamer Umsturz eingetreten sein soll. Da das Gerücht erst in gestriger Abendstunde auftauchte, war ist ein Dementi zu erhalten. Wille zu großen Reparationen entspringt, dem deutschen Voitke nicht durch unnüße Demütigungen unerträglich zu machen. Warum das eigentlich, nach den schweren Waffenstillstandsbedingungen von 1918 und dem harten Friedens- es nicht möglich, eine Bestätigung oder was eher zu erwarten vertrage von 1919? An den armseligen Morten Prestige und Kapitulation fann das Schicksal Mitteleuropas hängen, wenn in dem Streit die Wochen verrinnen. Es ist unbegreiflich, welche dauern den Vorteile die französische Regierung sich von dem wirren Zustand verspricht, dem Deutschland entgegentreibt. Aufgabe aller Friedens. freunde ist es, die französische, Politit auf die Linie der Berständigung Die Mark in New York. In New York stellte sich die Mart gestern etwas schlechter als an den beiden vorangegangenen Tagen, aber noch immer wesentlich besser als in Berlin. Die Umrechnung auf zu bewegen. Die deutsche Regierung ist von einmütigem Entschluß, Berliner Barität ergibt einen Breis von 44,44 Millionen Mart Diese Bolitik nach außen fortzusehen und sich innen mit allen Machtmitteln des Staates der feindlichen Mächte nach dem Geld- und von 40 Millionen Mark nach dem Briefvon rechts und links zu erwehren. Aber alle Energien furs für den Dollar, während der Dollar in Berlin im Mittel muffen scheitern, wenn in Deutschland durch Zerfall der Wirtschaft mit 50,7 Millionen Mark amtlich notiert worden ist. Zunächst einmal: Jeder Gedanke, den A chtstundentag, eine der wichtigsten sozialen Errungenschaften, wieder abzuschaffen, wird auf den entschiedensten und eindeutig It en Widerstand aller Arbeiter ohne Unterschied der Partei stoßen. Darüber haben die Gewerkschaften aller Richtungen nie einen Zweifel gelassen. Und die Verbände der Angestellten stehen nicht nur in dieser Frage in einer Front mit den Arbeitergewerkschaften. Das Verlangen nach zweistündiger Mehrarbeit ist von Stinnes nicht zum erstenmal ausgesprochen worden. Schon bei seinem ersten Auftauchen hat es helle Entrüstung und einmütige Ablehnung hervorgerufen. Daran hat sich nichts geändert und wird auch dadurch nichts geändert werden, daß in einem führenden volksparteilichen Blatte, der Kölnischen Zeitung", der Gedanke von Stinnes in die Form gekleidet wird:„ Um überhaupt wieder ausfuhrfähig zu werden, muß Mehrarbeit bei gleichbleibender und, wenn eben nötig, sogar bei verminderter Entlohnung geleistet werden." Das gegenwärtige Rabinett ist vielleicht übertreibend - als das letzte verfassungsmäßige bezeichnet worden. Es hat die breiteste parlamentarische Grundlage und kann, wie faum eines vor ihm, Positives leisten, wenn es sich über die Richtung seines Wollens flar ist. Es darf aber auch nicht im entferntesten mit dem Gedanken gespielt werden, die für die Volksgesundheit so unendlich wertvolle Festlegung der achtstündigen Normalarbeitszeit zu beseitigen oder auszuhöhlen! Wenn das der Inhalt des Begriffs der Wehrpflicht der Arbeit" fein sollte, würde ihre Einführung von vornherein zum Scheitern verurteilt sein. Freilich wäre es eine naive Anschauung, wenn man es für möglich halten wollte, daß die ungeheuren Lasten, die dem Reich und dem ganzen Volke durch den Zusammensturz aufgebürdet sind, nur durch Steuern abgedeckt werden könnten. Darüber sind sich auch alle verständigen Arbeiter vollkommen flar. Die Notwendigkeit, die Produktion zu heben, ist gleich falls unbestritten. Aber ein anderes ist die Frage, wie diese Hebung der Produktion vor sich gehen und zu wessen G u n st e n sie erfolgen soll. Kann sich irgend jemand ein- bilden, man könne denkende Menschen, die als Arbeiter oder Angestellte ihr kärgliches Brot verdienen müssen, von der Not- wendigkeit verlängerter Arbeitsstunden überzeugen, während die Produktionsstätten und Produktionsmittel noch immer im unangefochtenen Alleinbesitz von privatkapitalistischen Unter- nehmergesellschaften sind? Daß die Vermehrung der Pro- duktion eine Notwendigkeit für die Allgemeinheit sei, während die Gewinnchancen für Gegenwart und Zukunft dem Privatkapital vorbehalten bleiben? Daran ist einfach nicht zu denken, um so weniger, als dieses private Unter- nehmertum gerade in der Gegenwart durch Stillegung zahl- reicher Betriebe deutlich zeigt, daß es die Produktion nicht mehr meistern kann. Wenn von einer„Wehrpflicht der Arbeit" im Sinne der Verteidigung des Rcichsbeftandes und der Steigerung der Produktion innerhalb der Reichsgrenzen überhaupt gesprochen werden kann, dann ist das nur möglich unter der V o r a u s- s e tz u n g, daß das Reich oder der Staat als Verkörperung der Gesamtinteressen unmittelbar an der Produk- tion selbst beteiligt wird. Erst wenn die Ueberzeu- gung vorhanden ist, daß jede produktive Arbeit nicht nur Privatkapitalisten, sondern auch unmittelbar der Ge- samtheit zugute kommt, kann man von der Arbeiterschaft die Erkenntnis erwarten, daß auch sie zu besonderen Leistungen für die Gesamtheit vermlichtet sei. Dabei kann selbstverständ- lich von einer schematischen Verlängerung der täglichen Ar- beitszeit nicht die Rede sein. Wohl aber ist es möglich, daß in manchen Betrieben und Betriebsformen eine größere In- tensität der Arbeit angestrebt wird in Verbindung mit einer Umgestaltung und Verbesserung der gesamten Betriebstechnik. Ein planmäßiges Zusammenarbeiten aller Industrien gehört in die gleiche Reihe. Es jjeht n ich t an, Ueberstunden in Einzelbetrieben bei gleichzeitiger Massenarbeitslosigkeit in an- deren zu verlangen. An dieser Neuorganisation der Produktion muß die Arbeiterschaft unmittelbar interessiert und beteiligt sein. Nur dann ist es möglich, die Wirtschaft nicht nur privat- kapitalistisch zu heben, sondern sie den allgemeinen Interessen dienstbar zu machen. Die Lage ist klar: Man entkleide zunächst die Produktion ihres rein privatkapitalistischen Charakters, schaffe das Mit- c i g e n t u m und das A u f f i ch t s r e ch t der Gesamtheit über sie. Ohne diese Voraussetzungen, ohne diese Festsetzung der„Wehrpflicht des Besitzes" müssen alle Pläne, eine„Wehrpflicht der Arbeit" lediglich auf vermehrte Arbeitszeit zu gründen, auf entschiedenes Mißtrauen stoßen und im Gegenteil aufrufen zur wirklichen Pflicht der Ar- beiter, sich gegen alle Anschläge auf das Grundrecht des Acht- stundentages zur Wehr setzen. »Noch nicht reif." Radeks Urteil über die deutschen Kommunisten. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst schreibt: Die deutschen Kommunisten bilden sich bekanntlich immer noch ein, durch den Mitte August propagierten, aber von vorn- herein fehlgeschlagenen Generalstreik die Regierung Cuno gestürzt zu haben. Die Veröffentlichung der Pro- tokolle des Kommunistischen Bezirksausschusses Groß-Berlin, die sich mit der kommunistischen Taktik der letzten Wochen be- schäftigte, liefert genug Beweise dafür, daß selbst maßgebende Kommunisten dem von der Zentrale propagierten Schwindel keinen Glauben schenken. Aber es gibt noch andere Doku- mente, die unsere deutschen Kommunisten treffend charakteri- sieren und denen besonderer Wert beizumessen ist, weil sie von Leuten stammen, die nicht nur die deutsche Kommunistische Partei und ihre Führung bis ins kleinste kennen, sondern auch als Mitglieder des Exekutivkomitees der Dritten Internatio- nale vieles hören, was den kommunistischen Arbeitern vorenthalten wird. Unter diesen Dokumenten befindet sich u. a. auch eins aus der Feder von R a d e k, das Mitte August als Revolution im Hühnerstall. Bon Theodor Thomas. An alle Hühner! M-nta«, den».September gemeinsame Aussprache über die Frag«: Eier und Soldpreise. Alles Federvieh lommel Der Haupthahn. Das war ein Gegacker. als die Hennen und Henneriche dieses Plakat vor ihre Hühneraugen bekamen. „Sehr gut, bravo",„Denen muß es mal gesagt werden", hieß es. Ein ausgeplustertes junges Gickelchen schrie immer:„Wir müssen Kontrollkommissionen haben. Die Betriebsgockelhähn« stecken mit den Menschen unter einer Deck«. Wer ist denn dieser Houpthahn?" „Das wissen Sie nicht?" fragt« ein« alt« Henne,„das ist doch der Kratzfuß, der schon lang« Jahre unsere Interessen vertritt! daß Sie den nicht kennen." „Ach, das ist der mit dem blaßroten Kamm? Der wird was Schönes hergackeln. Auch so ein Verräter. Dem sein« Triller kenn ich." „Da gehört überhaupt«Ine Henne aufs Gackelpult, was oerstehen d.enn die Höhn« vom Eierlegen? Die kümmern sich doch bloß um die ungelegten. Noch nicht mal ein Windei bringen die daher. Was »ns helfen kann, sind russische Eier. Aber... na, wir werden ja sehen." So stritten sie sich schon tagelang vorher. Am meisten und schlimmsten trieben es die Gelben, die jetzt auf einmal ganz unerhört radikal waren. Am Abend, an dem die Hühner sich versammelten, war schon stundenlang vorher alles mit Guano bekleckert. Auf allen oerfüg- baren Steugelchsn hockten sie. Jedes Völkchen saß um seinen Hahn »ersammelt. Man warf sich böse Blick« zu. Ein« gereizte Stimmung machte sich breit. Als der Haupthahn sein Kikeri ertönen ließ, trat«ine peinliche Ätill««in. Man hörte kaum«in Ei, noch weniger ein Federchen fallen. Sogar die Schnäbel wurden wirklich gehalten, was bekannt- lich in menschlichen Versammlungen nicht vorkommt. Kratzfuß bewegt» die Decken seines Schwanzes, wobei die Sichel- sedern vorteilhaft zur Geltung kamen. Dann erhob er den rechten Fuß, krähte dreimal und begann seinen Vortrag: „Die Hauptforderung ist, daß wir die Eierpreise nach Goldwert sestsetzen. Sehen Sie sich in den Läden, aus den Märkten usw. um, da werden Sie finden, daß der Eierpreis langst darüber hinaus ist. Heute verlangt man 420»00 M. für ein Ei, das macht bei einem Dollarstand von Millionen, daß man nur 27 Eier für einen Dollar bekommt, während früher bei acht Pfennigen SZ gekauft werben konnten. Aber nicht die Hühner, also die Werteschaffenden. bekommen den Preis, sondern die, die von unserer Tätigkeit leben." Lebhaft« Unterbrechung und Zurufe:„Die Kapitalisten, die Schieber, die Schleichhändler, die Wucherer." „Generalstreik",„Passwe Resistenz".„Regierung stürzen", „Nieder mit den Führern" krähte es.„Anschluß an Moskau, dann wird alle» billiger." chiffrierter Geheimbericht an Tschitscherin übermittelt wurde. Er charakterisiert, hier in ähnlicher Offenheit, die er bei der Beurteilung der deutschen Kommunisten wieder- holt nicht gescheut hat, seine deutschen Parteifreunde, wie sie wirklich sind und bleiben werden. Radek ist hierzu besonders berufen, weil er Mitte August in Berlin weilte und in nächster Umgebung der kommunistischen Zentrale unmittelbare Beobachtungen anstellen konnte. Der Geheimbericht lautet im Auszug: „Die deutsche Kommunistische Partei hat gezeigt, daß sie zu ernsten und entschlossenen Handlungen vollkommen unvorbereitet war und das Geld, dos wir unaufhörlich hierher geschickt haben, einfach fortgeworfen ist. Die Proletarischen Hun- d e r t s ch a f t e n haben sich als schlecht organisiert« Banden halb- wüchsiger Jungen erwiesen, die zu keinem entscheidenden Schritt zu gebrauchen sind. Alle Beteuerungen des Aktionskomitees von ihrer Disziplin und zweifellosen Ergebenheit unserer Sache haben sich als Lügen herausgestellt. Im entscheidenden Moment hatte das Zentrum den Kopf verloren. Daher hatte die Bewegung am 11., 12. und '13. August einen„wilde n", an einigen Stellen aber einfach einen pogromartigen Charakter angenommen und jegliche Verbindung mit dem Hauptaktionszentrum und mir verloren. Was die Provinz an- belangt, so war das Vorgehen In Sachsen noch weniger durch- dacht. Das neugewählte Aktionskomitee bestand aus Leuten, die ganz planlos handelten und rein anarchische Zu- st ä n d e schufen. Die Befehle der Partei wurden nicht ausgeführt, die sinnlosen Requisitionen von Pro- dukten durch die Roten Hundertschaften bei Bauern aber riefen bei diesen einen scharfen Haß gegen das städtische Proletariat hervor. Ich bin der Ansicht, daß in der Zeit vom 10. bis 15. August in Deutschland so viele Dummheiten gemacht wurden, daß es unmöglich ist, sie im Laufe dieses Winters wiedergutzumachen. Am sinnlosesten war die Taktik der Kommunisten in thüringischen und n o r d- sächsischen Rayons. Dort hatten einfach Halunken, die nie- manden anerkennen wollen und nur ihre persönlichen und Taschenintercssen im Auge hatten, die ganze Sache an sich gerissen. Ich bin nach wie vor der Ansicht, daß der Zeitpunkt zu einem Vorgehen ungünstig gewählt war und die Aktionen nicht klug genug durchgeführt worden sind. Die deutsche Kommunistische Partei muß warten und sich organisieren, denn zu einem Vorgehen ist st« n o ch n i ch t r e if genug. Ich erbitte aus Moskau Befehle an die deutsch« Kommunistische Partei ungefähr im Sinne meines Berichts." Wir würden uns nicht wundern, wenn die Kommunisten die Richtigkeit dieses Berichtes bestreiten, denn bisher haben sie immer bestritten, was ihnen unangenehm war, selbst, wenn die Wahrheit zweifelsfrei feststand. Falls auch diesmal die Absichten zur Lüge bestehen sollten, würden wir ihnen raten, zuvor„Unter den Linden" Erkundigungen einzuziehen. Deutsche Ehrenkosaken. Moskau, 8. September.(OE.) Di« Kommunistisch« Partei Deutschlands ist von einer in Schitomir(Ukraine) stationierten Kosaken-Diotsion der Roten Armee zuiN Chef erwählt worden und hat dies« Wahl angenommen. Einige führende Mitglieder der Kom- munistischen Partei Deutschlande sind zu„Ehrenkosaken" er- wählt worden. Sie Kmanznot üer Städte. Der Deutsche Städtetag teilt über die Finanznot der Städte folgendes mit: Die Finanzausschüsse de« Deutschen und des Preu- ßischen Städtetages waren durch die Finanzkalamität, die in den letzten Wochen die Städte vor überaus schwierige Aufgaben gestellt hatte, genötigt, zu einer Sitzung in diesen Togen zusammenzutreten. Unter Hinweis auf die unerträglichen Finanzverhältnifse in den Städten fordert der Finanzausschuß wiederholt mit größtem Nach- druck, daß die geltende Gesetzgebung über die Verteilung der Steuerquellen auf Reich, Länder und Gemeinden mit größter Beschleunigung einer grundlegenden Revision unterzogen und den Städten wieder eigene Einnahmen zugewiesen werden, mit denen sie wirtschaften und auf die gestützt sie mit Verantwortung auch ihre Ausgabenwirtschaft einrichten können. Die Ausschüttung der den „Ihre lebhasten Zurufe zoigen zwar großes Interefle, aber keine Abhilfe", sagt« Kratzfuß.„Wir muffen prüfen, wo wir«inzu- setzen haben. Di« erst« Sorge muß sein, daß wir uns selbst einmal organisieren, um unser« Kräfte zu messen." Ungestüm« Rufe:„Die alt« Leier, wo bleibt die Tat?" Ein Hahn flog auf das Gackelpult, schob Kratzfuß weg und verlangt« eine Hühnerregierung, die das Legen unter Kontroll« nähme, die Eier- preise diktiere. Kontrollausschüss« und 10 Pfennig« Gold für jedes Ei. das gelegt wird. Die Versammlung begann allmählich sehr nervös zu werden. Einig« Stämme gingen schon fort, ander« sagten, es fei zum Davon- fliegen. Man hätte doch die Vorschläge von Kratzfuß erst prüfen müssen, so komm« doch nichts heraus. Eine alte Henne verschaffte sich Gehör:„Um nach außen zu wirken, müsse man sich erst selbst klar sein. Alles, was man hier höre, wie Eierkommissionen, Hühnerpreisprüfungsrät« seien doch nur Schlagworte.„Was uns Hilst, ist: Mitbestimmungsrecht zu erlangen, um dann..." „Aha, Arbeitsgemeinschaft, hör auf, alte llrfchel. Abgelatschte Ansichten." „Ja, was wollen Sie denn?" gackerte die Henne verzwelfelt, „solange die Menschen da sind, müssen Sie doch mit ihnen rechnen." „Ach was. wer kein« Federn hat, hat kein Recht, zum Leben", rief es.„Es geht auch ohne die Menschen." „Vielleicht später einmal,, aber heute noch nicht. Heut« sind wir noch auf sie angewiesen." „Runter, altes Hinket, behalt Dein« Amsterdamer Weisheiten für Dich." Kratzfuß machte noch einen Versuch, die Stimme zu erheben: „Seid Ihr denn oll« des Teufels? Jetzt, in dieser großen Not gilt es, den Menschen«in Recht nach dcm anderen zu entwinden, im zähen Ringen unsere Kraft mit ihnen z» messen. Ihnen ein Stück nach dem anderen an Vorrechten zu entreißen. Das ist di T a t." Aber da war es aus. Hundert« von jungen Hennen und Hähnen kreischten auf. Ein Perlhuhn flattert« hinauf und rief:„Wir stimmen über den Generalstreik ab." Die meisten hatten den Saal schon verlassen, nur noch etwa«in Zehntel beteiligte sich an der Abstimmung. „Mein Antrag ist einstimmig angenommen", kreischte das Huhn. Alles rannte verstört dem Ausgang zu, was noch zurückblieb, wurde von den Menschen gleich darauf hinausgetrieben. Am nächsten Tag« konnte man In der«Hühnerleiter" lesen, daß es zum Piepen wäre, was dies« Arrangeure gestern glaubten den Hühnern vormachen zu können. Kompromiß mit den Menschen? Quatsch. Eierveriräge? Unsinn. Mitbestimmungsrecht«? Ber- brecherisch« Irrlichter«!. Entscheidend sei die Tat. Dabei blieb es. Die Hühner legten weiter, di« Eierpreise stiegen, die Menschen steckten di« Profit« ein. Aber das fei kein Wunder, schrieb die„Hühnerleiter" bald darauf, bei dieser Einstellung von Kratzfuß und Genoffen wäre alles für den Marder... Die Werkstatt eines vorgeschichtlichen Höhlenbildhauers. Eine einzigartige Entdeckung, die einen Einblick in die Tätigkeit eines vorgeschichtlichen Plastiker» gewährt, ist in einer Höhl« in der Nähe von Toullouse gemacht worden. In der außerordentlich schwer zu- Gemeinden nach den Landessteueranteilen zustehenden Antell« an Reichseinkomnienfteuer und an der Reichsumsatzsteuer vollzieht sich leider vielfach so langsam, daß die Städte ihre Anteile viel zu spät erhalten, nachdem sie stark entwertet sind. Verbesserung des Geschäftsganges wird vom Finanzausschuß für dringend notwendig gehalten. In der Zwischenzeit können die Städte nur durch H i l f s- kredite aus der Reichskasse liquid gehalten werden. Grundsatz- lich hat das Reich seine Verpflichtung dazu anerkannt. Der Zah- lungsmittelnot in den letzten Wochen war«» die vorhandenen Zahlungsmittel bekanntlich nicht gewachsen. Wenn es gelungen ist, den Zahlungsverkehr in der Wirtschaft aufrechtzuerhalten, ist es vor allem dem Eingreifen der Städte zu danken, die der Geldwirt- schaft in Zusammenarbeit mit der Reichsbant zu Hilfe kamen. Wie bei Reich und Staat geht der große Geldbedarf der Städte vor allem auf die notwendigen Befoldungs- und Lohn- Zahlungen zurück. Der Finanzausschuß tritt durchaus dem Standpunkt des Reichsfinanzministers bei, daß unter den gegen- wärtigen Umständen auch die Beamtengehälter nicht mehr auf drei Monate im voraus ausgezahlt werden können, sondern daß die Ver- Hältnisse dazu zwingen, auch bei den Beamten auf di« einmonatliche Zahlung überzugehen._ Weißblau gegen Schwarzweißrot. Rupprecht gegen Ludendorff. Am letzten Sonntag hat«in bayerischer Vertretertag des Nationalverbandes deuffcher Offiziere in München stattgefunden. Bei dieser Gelegenheit hielt Exkronprmz Rupprecht eine Ansprache, in der er sagt«: Unser Selbswertrauen darf freilich nicht in�Ueber- Hebung ausarten. Nicht jeder ist berufen«in« führende Rolle zu übernehmen, sonst würden Zustande eintreten, wie einst in gewissen Armeen exotischer Staaten, wo drei Generale auf einen Soldaten trafen. Nicht jeder Feld- Herr kann Staatsmann zugleich sein wie Friedrich der Große. Es geht heute nicht um dynastische Fragen, sondern es geht um das Schicksal von Land und Reich. Es muß uns ge. lingen, unser Schicksal zum Guten zu wenden. In München wird dies« Ansprache allgemein so verstanden, daß sich ihre Spitze gegen Ludendorff richtet. Ludendorff ist der Ex- ponent der großdeuffchen Reaktion, wie Rupprecht der Exponent der separatistischen Reaktion ist. Beide Strömungen stehen in scharfem Kampf gegeneinander. Nicht bloß, daß die Schwarzweih- roten andere Ziele verfolgen als die Weißblauen, di« ersten be- tätigen sich auch mehr als die Draufgänger, während die andern ihre Gelegenheit abwarten wollen. Kein Wunder also, daß Rupp- recht von Ludendorff denkt: Dieser alt« General Ist mir lange schon fatal. »Subventionen für wohlverhdlten". In einem kommunistischen Flugblatt rrtrd behauptet, der „Vorwärts" bekomme„in Form von Zuschüssen für die Buch. druckerlöhne ungeheure Summen für sein Wohlverhalten". Daß die Buchdruckeret„Vorwärts" im August d. I. Kredite er- halten hat, um trotz der plötzlich eingetretenen Erhöhung de? Buch- druckerlöhne weiterarbeiten zu können, ist richtig. Aber auch dem Verfasser des kommunistischen Flugblatts muß bekannt sein, daß solche Kredite allen Buchdruckereien gegeben werden ohne Rücksicht darauf, ob sie Zeitungen drucken und welche politische Haltung di« von ihnen gedruckten Zeitungen einnehmen. Es hau- delte sich einfach, wie jedermann weih, um eine s o z i a l p o l i- tische Mahnahme mit dem Zweck, Arbeitsleistungen zu er. füllen, teineswegs aber um finanziell« Unterstützungen zu bestimm- ten politischen Zwecken. Jene Kredite würden der Buchdruckerei „Vorwärts" genau ebenso eingeräumt worden sein, wenn der „Vorwärts" in allen politischen Fragen den entgegengesetzten Standpunkt von dem vertreten würde, den er tatsächlich vertritt. Die gewährten Kredite sind keine Subventionen für Wohloer- halten und nicht entfernt zu vergleichen mit den finanziellen Unter- stützungen, die die KPD. aus russischen Staatsgeldern erhält. gänglichen Höhle von Saint-Martory entdeckte ein junger Prä- Historiker, Norbert Casteret, Tonmodelle von verschiedenen Tieren, die in Europa schon lange ausgestorben sind, aber hier in vor- geschichtlichen Zeiten vorhanden waren. Malereien und Schnitzereien in Elfenbein und Knochen sind ja schon vielfach in französischen und spanischen Höhlen gesunden worden, aber Tonformen waren bisher .noch kaum entdeckt. Die Höhlenbewohner, die hier künstlerisch tätig waren, gehörten den„Magdalenien" an, einer vorgeschichtlichen Epoche, die etwa 20 000 bis vö 000 Jahre zurückliegt. Die Geschichte der Entdeckung schildert der Professor für Anthropologie an der Universität zu Toulouse: „Die unterirdische Quelle eines kleinen Zuflusses der Garonne bildet«ine Höhle, die viel zu hoch liegt, als daß der Zugang so ohne weiteres möglich wärr Casteret, der«in tüchtiger Schwimmer ist, schwamm öfters den Fluß bei Saint-Martory herauf bis zur Grotte, wo sie verschwindet. Eines Tages war der Wasierstand niedriger, so daß er in die sonst ganz oom Waffer ausgefüllte Höhl« eindringen konnte. Mit einer elektrischen Lampe aus dem Kopf schwamm«r wohl zwei Kilometer den unterirdischen Fluß entlang und entdeckte auf der rechten Seite«ine trockene Galerie, die offenbar nur ge- legentlich überschwemmt war. Cr kletterte hinauf, und das erste, was er sah, war die Form eines Bären, der aus Ton modelliert war, aber keinen Kops hatte. Er drang nun weiter vor und entdeckte in der mittleren Höhle rohe Wandgemälde von Tieren und eine ganze Menge von Tonmodellen. Neben der plastischen Darstellung des Bären ohne Kopf lag ein wirklicher Bärenschädsl, wie wenn der vorgeschichtliche Bildhauer mitten in der Arbeit nach der Natur durch irgendein« Katastrophe gestört worden wäre. An der Wand der Galerie lehnten zwei große tönerne Darstellungen zweier Tier« aus der Katzenfamilie, wahrscheinlich Höhlenlöwen, wie man aus den Haarbüscheln schließen kann, die der Künstler am Ende ihrer Schwänze wiedergegeben hat. An einer anderen Stell« lagen drei groß« Pferde und andere tönerne Formen, die schwer beschädigte Tiere darstellten. Damit ist zum ersten Mal« die Werkstätte eines vorgeschichtlichen Bildhauers gesunden. Das Seltsame aber ist, daß all« diese Tierplastiken verstümmelt waren, und zwar schon zu der Zeit, da der Künstler sie schuf. Dies« Höhlen, in denen Tiere dar- gestellt sind, werden also wahrscheinlich Stätten der Zauberei ge- wesen sein. Wie heute noch die Eskimos, die Indianer und afri- kanische Stämme, so benutzten die vorgeschichtlichen Menschen die Tierdarstellungen zu magischen Zwecken. Wir können uns diese Menschen der Magdalen-Zeit in ihren dunklen Höhlen vorstellen, wie sie, beleuchtet von mit Renntieröl gefüllten Lämpchen, ihre primitiven Rellgionsgebräuche ausübten. Dabei verwundeten und verstümmelten sie die Bilder der Tiere, vor denen sie sich fürchteten oder di« sie fangen wollten. Sie glaubten damit auf die Tiere einen Zauber auszuüben und sie zu verwunden." In der Urania zeigt die Kofso- Filmgesellschaft Kulturfilme, die durch Plaudereien und Erläuterungen der Aufnahmen unterstützt werden. Das Wort Kulturfilm ist di« beliebte Umschreibung für den Lehrfilm, der an und für sich nicht nur be- lehrend, sondern auch unterhaltend und fesselnd zugleich sein muß. Der Regiffeur des Kulturfilm» ist gezwungen, sich noch weit mehr als fein Kollege vom Spielfilm de* Psychologie des Publikums anzu- Das preußisthe Sapeen. (Von nnsorm o st preußischen Korrespondenten.) Die Aushebung der faschistischen� Geheimoriianisation„Tat- ber ei tschaft" hat die Riistunpen der reaktionären Verbände in Ostpreußen blitzartig beleuchtet,(genau so«le in Bayern nennen sich diese Verbände„national" und„vaterländisch"! In den letzten Sitzungen des Provinziallandtages hat die Sozialdemo- kratischs Partei energischc Vorstöße gegen den Heimatbund unter- nommcn, doch scheiterte ihre Aktion an den Provinzlalbehörden, die ihren Glauben an die Ehrlichkeit der reaktionären Führer des Heimatbundes nicht fallen ließen. Mit Rücksicht auf die außen- politische Lage konnte von unserer Fraktion nicht mit der wün- schenswerten Deutlichkeit geredet werden. Diese Rücksicht auf dos Interesse des Landes machten sich die reaktionären Verbände zu- nutze, um die Spitzen der Provinzbehörden weiterhin zu einer für sie günstigen Stellungnahme zu bewegen. Die nun durch die Aushebung des Geheimbundez„Tatbereitschaft" oktenmäßig gewordenen Tatfachen lassen eine Aenderung in der bisherigen Haltung des Oberpräfidentcn erwarten. Das, was sich im Laufe der letzten Tage auch für die Provinz» behörden positiv hat feststellen lassen, ist folgendes: Neben der ausgehobenen Geheimorganisation besteben in Ostpreußen andere Organisationen. Fast in jedem Kirchspiel der Provinz sind Reiter» o e r e i n e gebildet, die schon bei verschiedenen Gelegenheiten ihre durchaus reaktionäre Tendenz bewiesen haben. Außerdem bestehen an vielen Orten, besonders auf dem Lande,„Kleinkaliber- vereine", das sind Verein«, die den„Schießsport" mit kleinkalibrigen Gewehren, in der Hauptsache umgearbeiteten Militärgewehren, betreiben. Die nationalistische Jugend erfaßt man auf andere Art. Neben dem„Jungdeutschen Orden" sind es die deutschnationalen Jugendbünde, der Bund„Alt- Preußen",„Graf Park von Warten bürg",„Jung. st u r m" und Geheimorgcmifationen wie die»T a t b« r e i t s ch a s t". Alle Jugendorganisationen sind rein deulschvSMsch aufgezogen. Reitervereine, Kleinkalibervereine, Jugendorganisa» tionen und Geheimorganisationen werden vom Heimatbunb zu» sammengefaht, von ihm organisiert und finongiert, erhalten Kurse, in denen z. B. neben anderen Deutschvölkischen auch Stadler ge- sprachen hat, und werden in ständigen militärischen Hebungen an Gewehr, leichtem und schwerem Maschinengewehr, al» Nachrichten» truppen usw. ausgebildet. Die Waffen für die Ausbildung und Ausrüstung aller Weser Dereine besitzt der Heimatbund in eigenen WasfenlSgern, die auf dem Lande bei reaktionären Gutsbesitzern untergebracht sind. Ein Test dieser Waffenlager ist durch die eifrige Tätigkeit der Behörden beschlagnahmt und vernichtet. Andererseits bestehen zwischen Heimotbund und Reichswebr Verbindungen, die sich bisher der Kontroll« entzog«n. In Einzelfällen, wie z. B. bei Schieß- Übungen«iner reaktionären Studentenverbindung, eines.Klein» kaliberoereins" kn Königsberg, war das Gelände de« Reichs» w« h r f ch i e ß p l a tz e s in der Fritzener Forst durch die Reichs- wehrbeyörden zur Verfügung gestellt, trotzdem bei den Reichswehr- behörden über den Charakter des Bundes kein Zweifel bestehen konnte. Für den ausgchobenen Geheimbund„Tatbereitschast", dem auch der Sohn des Generalstabsmajors H a« n i ck« angehört, war die Genehmigung zu der Benutzung desselben Platze» zu militäri» schen Hebungen durch Reichswehrhauptmann Thomas erteilt. Die Hebungswaffen. Handgranatenatrappen und Gewehre, gab der Schießplatzaufseher heraus. In diesem Falle diente der Heimatbund als Bermittler. Der Pressechef des Heimatbundes, Mosberg, betätigte sich aktiv in dem ousgehoben«n Gehormbund. Di« von den Nationalisten als„Wehrhaftmachung des Volkes" be> zeichneten Machenschaften finden ihre Hnterstsitzung auch durch Stellen, die al» offene Handelsfirmen arbeiten, von Offizieren der asten Armee geleitet werden und sich mit der Erschließung und Ver» wertung von Staatseigentum und Jnduftrlegelände beschäftigen, in Einzelfällen aber durchaus den reaktionären Tendenzen des Heimat- bundes und seiner Hnterorganisatlonen Vorschub geleistet haben. Im OberpräMum scheint sich, wie bereits gesagt, durch die bei der Aufdeckung des Geheimbundes festgestellten Tatsachen ein Hm» fchwung in der Haltung gegenüber den Organisationen des Heimat- bundes bemerkbar zu machen. Man erwartet für die nächsten Tage ein Verbot der Reitervereine und der Kleinkaliververeine, ebenso ein Verbot der Organisationen, die ähnlich wie die„Tat- bereitschaft" aufgezogen sind. Angesichts der Tatsache, daß die leitenden Männer des HeimatHundes, z. B. Graf zu Eulen- pasien. Dieses verlangt unbedingt olles fachmännisch einfach, aber nichts langweilig auseinandergesetzt. Der Film ergänzt die dem Lehrbuch fehlende Bewegung, seine Grundbedingung ist die An- schaulichkeit, handelt er der zuwider, so überschreitet er seine Grenzen. Z. B. wird er zur Einprägung einer griechischen Grammatik gerade nicht das geeignete Lehnnittel sein. Für den Kulturfilm ist die An- possung an Ort, Zeit und Material nötig. Alle Vorgänge müssen gänzlich in das Bild gepreßt werden. „Der Siegeszug des Lichtes",„Ein Tag beim L« u ch t t u r m w ä ch t e r" und die Tierfikme zeigten, daß man heut« fo weit ist, allen Bedingungen vollauf zu genügen. Bei Tier- und Naturaufnahmen kann man mit Filmmägchen nichts ausrichten. Da heißt es, der Wirklichkeit treu bleiben und beobachten. Bemerkens- wert ist«s, daß Tierkinder schon in frühester Jugend dieselben Lebensgewohnhciten wie die Alten haben. Niedlich waren die weihen Mäuse. Di« Abneigung gegen die Maus(daß sie«in Schäd. ling ist, soll natürlich nicht bestritten werden) ist ungerechtfertigt, denn sie ist sauber, klug und— ein guter Filmschauspieler. Wißbegierigen fei mitgeteilt, daß der lange, von uns als häßlich empfundene Schwanz als Stütze dient. e. b. Die Erhaltung des Elchs. Man hat jetzt bei uns eine Gefell- fchaft zur Erhaltung des Wisents gegründet und hofft auf diese Weise, diesen Zeugen altgermonischer Zeiten vor dem Hntergong zu retten. ver Bison, der größte Vierfüßer des nordamerikanischen Kontinents, desien Riesenherden noch vor hundert Jahren die Prärien bevöl- kerten, wird in den amerikanischen Nationalparts sorgfältig gepflegt und ist in den letzten Jahren wieder zahlreicher geworden. Jetzt wird ein anderer Ahne des Tiergeschlechtes, der Elch, dies« größte Form des Hirsches, vom Hntergang bedroht. Große Elchherdsn gab es noch vor kurzem im westlichen Kanada; jetzt finden sich die zahl, reichsten Vertreter dieses Großwildes, das durch das eifrige Jagen sehr selten geworden ist. auf der Vancouver-Jnsel. In der Nach- barschaft des Ccwichan-Sces weiden noch etwa 3>)l1 Elche in den dichten Waldgebieten. Die Regierung von Britifch-Columbien hat nun für diese einzige noch erhalten« Elchherde«in Schutzgesetz er- lassen und die Wälder nördlich von Cvwichan als nationales Schutzgebiet erklärt. Auf dies« Weise hofft man die Elche zu erhalten. Spielplonändcrung. MrotzeS SchausPielSail» bleibt Mittwoch gelchlossen und gib! DonnerStaq eine gelchlofsenc Vorstellung. Muiikchrouik. HanS V f i tz n e r und E i d a Lau veranstalten ein Konzert am t3. September in der Singakademie. ivkaximilian Bern ist der Schrlststellerkiankbcit erlegen, d. b. an den folgen ungenügender Ernährung gestorben. Er ist al« Lyriker und Novellen- schreib«« hervorgetreten; vor allem aber hat er sich einen Namen gemacht al« Herausgeber von Deklamatorien und Anthologien. Seine„Deutsche Lhrtl telt Eoetbe' und„Tie zehnte Muse", eine Ueberficht über die Brettl- dichtungen, fanden weite Verbreitung. Der Berliner Auoschust zur Bekämpfung der Sestinnk. und Schundliteratnr und de« Unwesen« im Kino bat sein Verzeichnis guter billiger Bücher(Klasfcnlcklürc. Heimlescn. Schülerbllcherei, Arbeitsunterricht) in Zusammciiarbeit mit den Jugendschristen-PrüfungSauSschüssen neu b-rnuS- gcgebcn und wesentlich erweitert. Da? Verzeichnis ist von der Gefchästs- stelle, Berlin C 2, Boftstr. 16(Zimmer 30) zum Grundpreis von 0,0t M. X-Buchbändler-Schlllflelzahl zu bezichen. Die Schlüffclzaht im Buchhandel beträgt ad 11. September sechü. ffiiirftonfn. bürg-Prassen, Oberst a. D. Benecke, Major o. D. Fletcher, zugleich führende Mitglieder der Deutjchnationalen Volkspartei find, deren Vorsitzender Hergt in Danzig sagte:„Wenn wir nicht die Regierung haben können, die wir in der Vergangenheit gehabt haben, das Kaiserhaus, so müssen wir eine Diktatur schaffen, die mit den erforderlichen Machtmitteln ausgestattet werden muß", muh von den Provinzlalbehörden die gleiche Stellungnahme wie gegenüber den Reitervereinen usw. auch gegenüber dem Heimat- bunde selbst verlangt werden. Die Zeit der stillschweigenden Dul- dung muß vorüber fein, soll sich nicht die Gefahr für Ostprsußcn zu einer Gefahr für das ganze Reich auswachfen. Schon erwägt man in deutschnationalen Kreisen Ostpreußens die Mederauftollung der Autonomiefrage, die„Befreiung" Ostpreußens von der„sozial- demokratischen" Regierung in Preußen und im Reich. Haupttricb- feder dazu wie zu allen reaktionären Hmtrieben ist neben der Verärgerung über die Ausschaliunz des früher überwiegend deulschnalionalen Einflusses auf die Slaaksverwalkung die neue Steuergesetzgebung des Reiches, die auch dem Besitz Be- lastung bringt. Will der preußische Minister des Innern den Kampf gegen die innere Reaktion und die Reichsregierung den Kampf gegen die Steuersabotage in Ostpreußen aufnehmen, so ist dl« erste Voraussetzung dazu die Hnschädllchmachung der Schutztruppe der Reaktionäre, des Heimatbundss und seiner Hnterorganisatlonen und die Reinigung der Reichswehr stellen, die mit dem Heimatbund bisher Hand in Hand gingen und noch gehen. Das verbot ües �Deutschen Tageblatts�. Der StaatSgerichtshof hebt eS auf. Auf die Beschwerde des„Deutschen Tageblatts" gegen das vom Reichsmimster des Innern am 17. August erlassene rierzehntägig« Verbot der Zeitung wegen des bekannten Artikels über das Sterbenmüssen der„Blüte Siresemann" hat der Staatsgerichtehof in niäitöffentlicher Sitzung unter Vorsitz des Reichsgerichtsrats Niedner das Verbot aufgehoben und die Kosten des Verfahrens der Relchstafse auferlegt. In der Be- gründung dieses Beschlusses heißt es: „Das Verbot ist erlassen auf Grund des Z 1 Abs. 1 der Ver- ordmma des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung der ösfent- lichen Sicherheit und Ordnung vom 10. August 1323. Die gegen das Berbot form- und fristgerecht eingelegte Beschwerde erweist sich als gerechtfertigt. Die in dem Artikel des„Deutschen Tage- blatts" vom 16. August 1923 mit der Heberschrift„Die Blüte" enthaltenen Wendungen, in denen von dem„Sterbenmüssen" der Blüte Siresemann die Rede ist, können ihrem ganzen Zu- sammenhange nach nur auf die nach Meinung des Verfassers voraussichtlich baldig« Beendigung der politischen Stellung des Dr. Siresemann als Reichskanzler bezogen werden. Eine Aufforderung oder Anreizung zu Gewalttätigkeiten gegen die Person des Reichskanzlers in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise enthalten sie nicht. Der objektiv« Tatbestand des Z 1 Abs. 1 der genannten Verordnung liegt des- halb nicht vor. Bei dieser Sachlage kann dahingestellt bleiben, ob es genügen würde, wenn der Inhalt des Artikels objektiv geeignet fein würde, zu solchen Gewalttätigkeiten anzureizen, oder ob dazu- wie die Beschwerde meint, auch ein darauf ge- richtete?— mindestens bedingter— Vorsatz des Versasters oder Herausgebers gefordert werden muß." Praktisch kommt dies« Entscheidung des Staatsgerichtshofs nicht mehr in Frage, da das Verbot de»„Deutschen Tageblatts" in- zwischen abgelaufen ist. Die parlamentarische Krise in Thüringen. Aus Thüringen wird dem„SPD." geschrieben: Die thürmgische Sozialdemokratie hatte au» Anlaß der kommunistischen Hetze gegen die thüringische Regierung ihre Ortsvereine aufgefordert, zu der Haltung der Kommunistischen Partei Stellung zu nehmen und sich darüber zu entscheiden, ob ste noch als oertragssähig betrachtet und mit ihr über die Beilegung eines Konfliktes ver- handelt werden kann. Die inzwischen getroffenen Entscheidungen dürsten unserer Landtagsfraktion Anlaß geben, stch nochmals bereit zu erklären, mit der Kommunistischen Fraktion die in Thüringen begonnene sozialistische Arbeit fortzusetzen. Die Fraktion wird gleich. zeitig aber keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß sie und die Regierung stch kommunistischen Diktaturgelüsten ebenso- wenig fügen werden wie einem Siebenerausschuß, also der sogen. „sächsischen Lösung", oder«iner sonstigen Nebenregierung von kom. munistischen Gnaden. Sollten die Kommunisten in Zukunft trotzdem ihre bisherige Taktik fortsetzen, dann ist die sozialdemokratische Land- tagsfraktion bereit, durch Landtagsauflösung und Neuwahl die notwendige Klärung herbeizuführen. völkerbunü � Ruhr � Korfu. Unterredung Baldwin Ceeil. Senf. 10. September.(WTB.) Lord Robert Ceeil hatte gestern in Annecy(Savoyen) eine Zusammenkunft mit Baldwin. Gerüchtweis« verlautet, daß auch Salandra gestern in Annecy gewesen sei. London. 10. September.(WTB.) Earvin schreibt im„Ob- server" über das„Fiasko von Gens", die historische Freundschaft zwischen England und Italien habe«inen solchen Schlag erhalten, daß es lange dauern werde, bis sie sich davon erhole. Die diplo- matischc Grundlage der neue» britischen Politik mit Bezug auf das Ruhrgebiet sei zerstört worden, und Rom sei gezwungen. Pari, mehr Hnterstützung in der Ruhrfrage zu geben im Austausch gegen die Hnterstützung, die Pari? Rom in der italienisch-griechischen Frage gewähre. Der augenblickliche Bölkerbund ski einem Selbstmord nahegekommen. In keiner Frage habe oer Bund gewagt, gegen Frankreich aufzutreten. Er habe z. B. beiseite gestanden, während das Ruhrelend acht Monate sich hinschlevpe und weit mehr Tötungen von Menschen, die ebenso unschuldig waren wie die Opfer von Korfu, verursachte und. unsägliche Leiden und Schäden verbreitete. Wenn es keine Ruhrinvasion gegeben hätte, so hätte auch kein« Beschießung von Korlu stattgefunden. Die Frag« von Leben oder Tod für Europa sei, ob der Bölkerbund von dem, was«r jetzt ist, zu dem gemacht werden solle, was er sein müßte. Der Völkerbund werde niemals seines Namens würdig oder zur Erfüllung seiner vitalen Zwecke fähig sein, bevor er nicht Deutschland und Rußland unter gleichen Bedingungen zu seinAi Mitgliedern zähle. England wünscht noch Völkerbundaktion. London. 10. September.(WTB.) Das Reuter-Bureau teilt mit, daß in diplomatischen Kreisen ein Gefühl der Befriedigung über die letzte Phase des griechisch-italienischen Konfliktes ausgedrückt werde. Es sei jedoch verfrüht zu erklären, daß die An- gelegenhelt geregelt sei. Der Appell Griechenlands an den Völkerbund gelte weiterhin, und wenn er nicht zurückge- zogen würde, so sei es wahrscheinlich, daß der Völkerbund ihn werde behandeln müssen. Die g a n z e Frag« sei daher, w i e lange die Besetzung Korfus fortdauern werde. Es sei klar, daß die Hntersuchung des Mordes einige Zeit in Anspruch nehmen müsse, und daß der permanente internationale Gerichtshof keinerlei Entschädigungssumme bestimmen könne, bevor er das gesamte Beweismaterial der Kommission vor sich habe. Die Räumung Korfus werde daher nicht so rasch vor sich gehen, wie in ge- wissen Kreisen angenommen werde, die Tatsache könne jedoch nicht bestritten werden, daß auf beiden Seiten ein« viel besser« Stim- mung vorherrsch« und die Luft beträchtlich geklärt worden sei durch die sehr kluge Diplomatie, die in Paris befolgt worden sei. Griechenland gehorcht. Beilegung des Konflikts in Sicht- Varls. 10. September.(MTV.) Die Voischafkerkonferenz lrak heute nachmittag zur Beratung der italienischen und der gric- chischen Antwort zusammen. Nach dem„Temps" heißt es in der griechischen Antwort zum Schluß: Die griechische Regierung, die der Tatsache Rechnung trägt, daß dag Attentat unglücklicherweise auf griechischem Gebiete und gegen Bürger einer befreundeten Macht begangen wurde, die einen Teil einer ossiziellen. von der Botschasterkonferenz abhängigen Mission bildelen. beeilt sich zu erklären, daß sie die sieben punkte der in der genannten Note auf- gelegten Forderungen restlos annimmt. Mussolini hatte schon vorher seinem Botschafter in Paris gedrahtet. daß Korfu und die Nachbarinseln geräumt würden, sobald Griechenland alle verlangten Reparationen voll und endgültig zur Ausführung gebracht habe. Der völkerbunürat berät. Gens, 10. September.(WTB.) Der Bölkerbundrat hielt heute eine streng geheime Sitzung über den griechisch-italienischen Konflikt ab. Eines seiner Mitglieder erklärte nachher, daß der Kon- flikt sich auf dem Weg« der Regelung befind«, daß man aber noch Geduld haben müsse. Der Rat beauftragte seinen Präsidenten, morgen in der Völkerbundversammlung eine kurze Erklärung über den Stand der Angelegenheit abzugeben. Gleichzeitig soll die Versammlung ausgefordert werden, noch nicht in eine Debatte über diesen Streitfall einzutreten, da dies die Ver- Handlungen stören könnt«. Der griechische Vertreter Politis erklärte in der Ratsitzung, daß die Deponierung der fünfzig Millio- nen Lire bei der Schweizer Rationaibank zur Garantie für eine Italien zu zahlende Entschädigung morgen erfolgen werde. Höchste Bescheidenheit. Gens, 10. September.(WTB.) Der Präsident des Bölkerbund- rats Jfhii telegraphiert« an den Präsidenten der Botschafterkon- ferenz in Pari», daß der Rat mit der Botschasterkonferenz in dem Bestreben übereinstimme, den griechisch-italienischen Zwischenfall sobald wie möglich geregelt zu sehen und stellt mit Vergnügen fest, daß die vom Rat übermittelten Dokumente der Botschafter- konferenz nützlich waren. Der Rat da n k t der Konferenz dafür, daß sie ihn über ihre Beratungen unterrichtet hat und hofft auch über die Ergebnisse der getroffenen Entscheidung auf dem lausenden gehalten zu werden sowie über die Beratungen, die hier- über noch stattfinden können. Irland im Völkerbund. Die Dölkerbundversammlung nahm«instimmig den Freistaat Irland in den Völkerbund auf. Der Präsident der Versammlung beglückwünschte Irland, dessen Vertreter ihren Platz einnahmen, worauf ihr Führer, der Präsident des Freistaates Irland. Cos- grave, in irischer und dann in englischer Sprache dankte und der Genugtuung Irlands darüber Ausdruck verlieh, daß es nach langen Leiden und zahlreichen Opfern durch«Inen internatia- nalen Vertrag endlich den Frieden erhalten Habs. Irland habe kein« Feinde und werde gegen niemand feindlich« Gefühls hegen. Neuer Zwischenfall. Rom. 10. September.(WTB.) Die„Agenzia Stefani" meldet aus Athen: Der italienisch« Militärattache, Oberst Perronne, be- fand sich mit dem italienischen Marineatlacbe Matteucci und dem Obersten Gandini in Zivil in einem Gasthof, als er hört«, wie in «iner benachbarten Gesellschaft beleidigende Aeußerungen über Italien fielen. Oberst Perron« stellte den Sprecher zur Rede. Dieser besaß dl« Anmaßung, seine beleidigenden Aeußerungen auf- rechtzuerhalten, worauf der Oberst ihn ohrfeigte. Der Beleidiaer versucht« wiederzuschlagen, wurde aber vom Marineattache, der ihn mit seinem Stock scylug. daran gehindert. Die anderen Personen, die zu der Gesellschaft des Sprechers gehörten, verhielten sich korrekt und bedauerten sogar desien Herausforderung. Die italienischen Offiziere verließen darauf den Gasthof. Der italienische Gesandte beschwert« sich beim Minister des Aeßern wegen der herausfordernden Haltuna griechischer Staatsangehör!g«r gegen Mitglieder einer auswärtigen Mission. Der Minister sprach sein lebhaft«? Bedauern über den Zwischen- fall aus._ versuchte Entöeutschung Süütirols. Trseni. 10. September.(TU) Die Blätter oeröffentlichen eine Verordnung des Präfekten, der zufolge feder Alpenverein aufgelöst wird, der nicht eine Sektion des Klubs„Alpini Jtaliano" bildet. Die Güter, sowohl die beweglichen wie auch die unboweglichen, gehen mit allen Rechten und Pflichten in die Verwaltung des Klubs „Alpini Jtaliano" über, der dem Präfekten innerhalb von vier Monaten geeignet« Vorschläge hinsichtlich der Verwaltung der auf- gelösten Körperschaften einzureichen hat. Sesatzungschronik. Münster, 10. September.(WTB.) In Lünen wurde heute ein dem Arbelterstande angehörender Mann von einem französischen Posten« r s ch o s s e n. An der Straß« von Wethmar wurden gestern vom Hfer der Lipp« sechs Schüsse von unbakannt'cn Tätern abgegeben, wo- durch ein französischer Posten verletzt wurd«: als Sanktion wurde verfügt, daß bis heut« mittag 12 Hhr die Amtsverwaltung mit einer weißen Fahne auf der Lippe-Brück« zu erscheinen und sich zu entschuldigen habe. Französisch« Patrouillen suchten das Ufer der Lippe ab. Die Ausweisungslist« vom 6, September weist IS Eisend ahner auf, davon vier aus Weddau. Auf der Liste vom 7. September stehen 31 Eisenbahner aus Düsseldorf und 72 aus der Hingebung von Calcum, Kaiserswerth, Rattingen usw. Elberfeld, 10. September.(WTB.) Di« Besatzungstruppen holten in B o h w i n t e l jetzt die dem Personenverkehr dienenden Züge derartig lange, meist bis drei Stunden, fest, daß überaus große, schwere Störungen o«i Fahrplans dadurch entstehen. Es sind des- halb sofort wesentliche Zugeinfchränkungen unvermeidlich. Der Konflikt zwischen der sächsischen Regierung und dem Reichswehrministerium hat bisher«ine Klärung nicht erfahren. Am Dienstag wird der sächsische Ministerpräsident in Berlin wellen, um mit d«m Reichekanzler und den anderen zuständigen Reichsressorts den Konflikt auf irgendein« Art au» der Welt zu schaffen. Die Deukschnattonalen lassen mitteilen, daß sie die E i n b e r u- fung des Reichstag» verlangen werden. Als Grund geben sie die a u ß e n p o l i t i s ch e H a l t U N g der Regierung und die Reden des Reichskanzlers an. Die nalloualsozialtslische„Weiße Fahne" in Nürnberg ist auf acht Tage verboten worden, weil sie eine nationalistische Veran- staltung als eine Aktion der Gegenrevolution gegen den heutigen Staat und feine Ordnung bezeichnet und hinzugefügt hatte, durch die Veranstaltung solle der Geist erzeugt werden, aus dem heraus sozialdemokratische Gewerkschaftshäuser und Siedaklionen gestürmt werden. Gewerkschaftsbewegung Unternehmerpolitik. Die Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1922 in einem umfang. reichen Quartband, der in mehr als einer Hinsicht mit Nutzen zu lesen ist, besonders für unsere Gewerkschafter. Aus der einleitenden Gesamtbetrachtung, die weit in das Jahr 1923 hinüberführt, zitieren wir hier folgende Ausführungen: Unsere innerpolitische Biellosigkeit, das Schwanken zwischen Erfüllungsversuchen und Stundungsgesuchen wegen Unmöglichkeit der Leistung erstickte jede Geschlossenheit des Volkes. Dem geschlossenen Werben der politischen Parteien um die Mitarbeit der fozialdemokratischen Parteien blieb der Erfolg versagt. Immer mehr arbeitete sich die Sozialdemokratie in die Negation hinein, bis sie schließlich nach Zusammenschluß aller drei sozialdemokratischen Parteien durch Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der Deutschen Volkspartei den Kanzler Wirth zu Falle brachte, dem sie doch eben erst durch Bort und Tat ihr Vertrauen befundet hatte, und sich selbst von jeder aktiven Mitwirkung an der Regierung und damit von der Verantwortung im kritischsten Augenblic los löfte. Die Zeit nach Rathenaus Lode mit ihren Demonstrationsstreits und dem Gesetze zum Schuhe der Republik stellte den Höhepunkt innerer Zerrissenheit und Nervosität dar. Ob das Programm, mit dem die neue Regierung sich einführte und das auf pofitive Arbeit gerichtet ist, sich durchsetzt, hängt außer von den Entschlüssen unserer Feinde davon ab, ob sich das deutsche Bolt auf sich selbst befinnt, ob die verschiedenen Boksschichten, die jetzt auseinanderstreben, sich wiederfinden zu geschlossenem Latwillen... In unseren eigenen Aeihen das Gefühl der Verantwortlichkeit immer tiefer zu verankern, in der gesamten Deffentlichkeit die ErTenntnis zu ermeden, daß anstatt der aus unflaren RevD. lutionsideen geborenen romantischen Voranstellung der Grund- und Menschenrechte des Individuums sich wieder her flare, nüchterne Pflichtenbegriff des einzelnen und Der Gesamtheit herausbildet, das mar Kern und Inhalt unserer Berbearbeit. Das natürliche Führertum der Wirtschaft und ihrer Leiter, das durch die Revolution und ihre Folgeerscheinungen mißachtet und ver lorengegangen war, wieder zu erwecken und zur Anerkennung zu bringen, haben wir als unsere besondere Aufgabe be trachtet und schließlich haben wir an unserem Teile mit an dem großen Ziele gearbeitet, das verlorengegangene Berhältnis der einzelnen Bolfsglieder und Boltsschichten zum Staate wiederherstellen zu helfen. Ist doch gerade hier vielleicht die größte Sünde in den vier Nachkriegsjahren begangen worden. Mit der Berneinung jeden Autoritätsge bankens verneinte man auch die Autorität des Staates, man betrachtete ihn entweder als etwas Fremdes, dem man jeden Schaden zufügen fönne, oder suchte ihn zu beherrschen und ihn den eigenen Interessen dienstbar 3u machen, während es doch gerade in unserer bedrängten innenund außenpolitischen Lage mehr wie je Pflicht ist, den Staat zu ftärfen und ihm in freiwilliger Unterordnung zu dienen." 10 Arbeiter in den Betrieben der Reichsmonopolber waltung für Branntwein, Verwertungsstelle, erhalten in der Lohnwoche vom 31. Auguft bis 6. September folgende Wochenlöhne: Gelernte 72 670 000 m., Rutscher 68 336 000 m., Ingelernte 68 150 000 M., Arbeiterinnen 54 520 000 m. Neue Methoden der Faschisten. enmangefte berbies bisher gewiffer einheitlicher Grunbgebanken, 1291 667 M., Ingelernte 60 800 000, Stundenlohn 1266 667 2.; es mar meist Gelegenheitsarbeit, aus augenblicklicher tattischer Arbeiterinnen 41 850 000, Stundenlohn 861 458 m Lage geboren. Wir haben in Wort und Schrift versucht, die vers antwortlichen Stellen von einer Einstellung, als ob die Sozialpolitik nur Wohlfahrtspflege und dies in ber Hauptfache auch nur für Arbeiter fei, abzubringen und sie zu überzeugen, daß auch die Sozialpolitik wie jede andere Politik immer das Bolksganze im Auge behalten muß. Wir haben des ferneren den in fast allen Entwürfen wiederkehrenden Gedanken des 3manges bekämpft und an seine Stelle Die Faschisten- Gewerkschaften beginnen zu erkennen, daß es den der Freiheit eingesetzt, der Freiheit, die mit Selbstverwaltung durch gewaltsame Einnahme von Rizinusöl, durch Vernichtung und und Verantwortung gepaart ist. Es ist hohe Zeit, daß sich die Zerstörung von Menschen und Gütern nicht möglich ist, die Arbeitergefeßgebenden Faktoren von der Gelegenheitsgesetzesmacherei und schaft für sich zu gewinnen. Die freien Gewerkschaften besigen noch von der ausschlaggebenden Berücksichtigung taftischer Verhältnisse immer, troß des faschistischen Terrors, die erfolgreichste Autorität frei machen und zu einer großzügigeren Sozialpolitik bei den Arbeitern. In den Fabriken, wo es zur Wahl tommt, er= durchringen." halten die freien Gewerkschaften immer die Mehrheit. Allerdings Diese Ausführungen bedürfen feines meiteren Kommentars. find die freien Gewerkschaften durch die Umstände gezwungen, hier Ueber die Stärke der Bereinigung und ihrer Mitglieder und da troz ihrer Mehrheit ihre Meinung durch leere Stimmzettel 3ab1 sind die Angaben überaus dürftig. Es werden nur 55 Reichs- zum Ausbruck zu bringen. Nun versuchen die faschistischen Gewerkverbände, 75 Bezirksverbände und 85 Ortsverbände, die unmittelbar schaften neue Methoden. Beim Ablauf von Verträgen zwischen angeschlossen sind, angegeben. Dazu werden noch 1720 mittel- Arbeit und Rapital wenden sich die Faschisten an die Unternehmer bar angeschlossene Verbände, genannt. Weit mehr als die Hälfte schlossen werden solle. Wenn die Unternehmer aus juristischen oder und verlangen, daß der neue Vertrag nur mit ihnen abgediefer Organisationen find gar nicht gewerbliche. Wieviel Mitglieder opportunistischen Gründen darauf nicht eingehen wollen, werden fie haben, wieviel Arbeite: und Angestellten diese vertreten, wird nicht diejenigen Unternehmer, die Mitglieder der Faschisten sind, beauftragt, gesagt. Auch über die Finanzgebarung der Vereinigung wird man einen Drud auf ihre Kollegen auszuüben, um zu vermeiden, daß vergebens die geringste Angabe suchen. Dieses gewollte Dunkel der neue Vertrag mit den freien Gewerkschaften abgeschlossen werde. zeigt weber von einem guten Gewissen noch von einem besonderen Wenn dies auch nicht gelingt, dann wenden sie Terrormittel an. So wurde die freie Gewerkschaft der Friseure und der Bäcker Kraftgefühl. Zum Schluß sei noch folgender Baffus zitiert: Außer der Herausgabe der eigenen Organe war die Aufrecht Aemter und Vermittlungsstellen beraubt. Auf dem Lande, wo die der Stadt Mailand durch Gewaltanwendung der Faschisten ihrer erhaltung und Bertiefung der Fühlung mit der Breffe eine illfür viel leichter als in Mailand auszuüben ist, sind solche Fälle wesentliche Aufgabe unferer Pressestelle, die in diesem Sinne in den letzten Wochen viel häufiger geworden. den Mitgliedsverbänden und auch einzelnen Persönlichkeiten der Industrie immer wieder entsprechende Anregung gab und auf sie einwirkte. Diesem Zwecke dienten u. a. auch zahlreiche Besprechun- erhalten vom 5. bis einschließl. 11. September: Gruppe I 1854000 M. Cohnregelung in der Wagenbau- und Karosseriebranche. Es gen und Konferenzen in größerem oder kleinerem Kreise Grundlohn plus 346 000 m. Teuerungszulage Die hohe Bedeutung, welche die Presse als Trägerin der öffent 2 200 000 m. Gruppe II 1780 000 m. Grundlohn plus 333 000 m. lichen Meinung befint, verlangt es in steigendem Maße, daß auch Teuerungszuschlag= Gesamtlohn 2113 000 M. Gruppe III( Hilfsin den Kreisen der Industrie ihr und ihrer Psyche diejenige Bearbeiter) von 18 bis 22 Jahren 1660 000 m. Gesamtlohn, von 20 achtung geschenkt wird, welche sie beanspruchen muß. Infolgedessen bis 22 Jahren 1841000 M. Gesamtlohn, über 22 Jahren 1980 000 m. erscheint es uns notwendig, daß noch mehr, als dies bisher der Fall Gesamtlohn. Arbeiterinnen( Hilfsarbeiterinnen) von 18 bis 20 gewesen ist, eine persönliche Fühlungnahme zwischen führenden Industriellen und führenden Vertretern der Presse gesucht und gefunden wird. Die Erkenntnis diefer Notwendigkeit ist zweifellos in den Kreisen unserer Mitglieder im Wachsen begriffen. Wird fie allgemein anerkannt und zieht sie dann auch die Tat nach sich, so wird wechselseitige geistige Befruchtung und Anregung die für beide Teile gleich wertvolle Folge sein. Gesamtlohn Jahren 1 242 000 M., bon 20 bis 22 Jahren 1381 000 m., über 499 000 m., von 15 bis 16 Jahren 520000 M., von 16 bis 17 Jahren 22 Jahren 1485000 M. Jugendliche Arbeiter von 14 bis 15 Jahren 572 000 m., bon 17 bis 18 Jahren 652 000 m. Die bis 4. September bestehenden Akkordia ze erhöhen sich ab 5. September um 135 Proz. Zur Auszahlung gelangen am Dienstag, den 11. SepDiese Beeinflussung der Presse durch tapitalfräftige Unter- tember, für Arbeitnehmer über 20 Jahre 40 Millionen, Arbeiter von 18 bis 20 Jahren und Arbeiterinnen 25 Millionen. nehmer, die persönliche Fühlungnahme" ist zwar nicht neu, sie ist aber sicher in feinem Lande, die Vereinigten Staaten einbegriffen, fo weit gediehen wie im Nachkriegsdeutschland. Und hier follte mindestens das Beispiel der Unternehmer führend" fein. Artur Neumann Das Wagenbau- Sartell. Die Arbeitgeber haben sich bereit erklärt, als Borschuß auf das SepAngestellte des Eisen- und Stahlgroßhandels( 28. Firmengruppe)! tember- Behalt fofort 50 Broz. des August: Gehaltes auszuzahlen. Angestellie im Buchdrudgewerbe! Laut Beschluß des Arbeit. geberverbandes Berliner Buchbrucereibefizer tommt für den Monat September sofort eine Atontozahlung in Höhe eines% AugustGehaltes zur Auszahlung. Zu den Differenzen in der Hauptstelle der„ Teno" teilt uns die Betriebsvertretung mit, daß es sich um Differenzen handelt, die in jedem Betriebe vorkommen(?) und die der nächsten zuständigen Schlichtungsinstanz vorgelegt werden sollen. Wer den Staat feinen eigenen Interessen dienstbar macht oder zu machen sucht, wer dessen Autortät verneint, das zeigt sich jetzt be- Einen schweren, bitteren Verlust hat die Ortsgruppe Berlin fonders deutlich, wo auch die Besitzenden endlich wieder etwas tiefer des Deutschen Eisenbahnerverbandes zu beklagen. Genoffe Artur in den Beutel greifen müssen, um ihrer Steuerpflicht zu genügen. Neumann befand sich in vollster und eifrigster Pflichterfüllung Bohin uns aber das„ Führertum der Wirtschaft und ihrer Leiter" für die Organisation am Mittwoch, den 5. September, gegen 12 Uhr geführt hat, das braucht ja wohl nach dem Abgang der Regierung per Rab auf dem Wege vom Hauptbureau, Rantestraße 4, zum Cuno nicht noch besonders unterstrichen zu werden. Man kann wohl Lützow- Ede Flottwellstraße, wo er von einem Laftkraftwagen rüc Ortsbureau Bethanien- llfer 10. Gegen 12 Uhr passierte er die fagen, was dieses Führertum" betrifft, daß wohl felten ein solches fichtslos derart zu Boden gerissen wurde, daß er nach einer Stunde bundes wird im Monat Oftober in Guadalahara abgehalten werden. Der 5. ordentliche Kongreß des Mexikanischen GewerkschaftsMaß von Unfähigkeit vereinigt ist mit einer gleichen leberheblich im Elisabethtrantenhaus in einem Alter von 26 Jahren seinen Ber- Luis Morones, der während längerer Zeit in Europa weilte und keit. Das deutsche Unternehmertum täte gut daran, etwas Bescheiden- legungen erlegen ist. sich dort einem eingehenden Etudium der Probleme der Arbeiterheit zu lernen, wie überhaupt die Behandlung öffentlicher Dinge Auf Grund seiner Renntnisse, von Beruf Schriftsteller, wurde bewegung hingab, wird dem Kongreß einen ausführlichen diesbeerst zu lernen, ehe es auf„ Führertum" Anspruch macht. Das Ge- er von der Ortsverwaltung im Jahre 1920 aus dem Eisenbahn- züglichen Bericht unterbreiten. Sekretär Bown wird den Interschäftemachen, d. h. das rücksichtslose Gewinnmachen allein tut es wertstättenamt Grunewald zum Hilfsangestellten derselben berufen. nationalen Gewerkschaftsbund auf diesem Kongreß vertreten. nicht, im Gegenteil. Derartige Profitmacher und Gewinnhamster er ihn die Ortsgruppe Berlin zum Schriftführer und im Juli 1923 des Internationalen Gewerkschaftsbundes" ist soeben eine interEr wurde jedoch bald Angestellter der Organisation. 1922 wählte Eine neue Ausgabe des JGB. Als Heft 5 der„ Schriftenreihe find, sowie sie sich politisch betätigen, eine öffentliche Gefahr. Ueber die sozialpolitische Gesetzgebung heißt es in der Gesamt leistete er dem Verband schäzenswerte Dienste. Alle, die mit ihm über die russische Gewerkschaftsbewegung zum Raffierer. Gestützt auf sein reiches selbsterworbenes Wissen effante Broschüre von S. Schwarz: Rückblick und Ausblick betrachtung: in näherer Zusammenarbeit standen, verlieren in ihm einen ruhigen, schienen. Der Berfasser gibt eine systnmatische Darstellung der russifachlichen Berater, welcher es in allen Situationen stets verstanden schen Gewerkschaften von Anfang 1922 bis zur ersten Hälfte 1923. hat, fühl und ruhig zum Besten der Eisenbahner die Geschicke der: E: schildert die Lage der Gewerkschaften und ihre völlige Abhängigfelben auf die richtige Bahn zu leiten. Ein besonderes Augenmert feit von der Staatsgewalt, ferner die Versuche, sich von dieser loswidmete er dem Bildungswesen. zumachen. Die Broschüre fann vom Verlag des ADGB. bezogen Trog Weberlastung auf Grund der gewerkschaftlichen Tätigkeit benutte er noch seine übrigen freien Stunden für die Partei, wo auch der Werbeausschuß der Eisenbahner der VSPD. in ihm einen geistigen Berater verliert. Seine ganze Kraft midmete er der Arbeiter- und Beamtenbewegung und stellte alles übrige hintenan. Sein plötzlicher Tod reißt eine Lücke, die schwer wieder aus= zufüllen fein wird.( Siehe Inferat.) werden. Achtung, BePD.- Funktionäre der AfA- Berbände! Scute abend 7½ Uhr im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11-12( Weißer Saal), fehr wichtige Ronferenz aller BSPD.- Funktionäre. Tagesordnung: ,, Die gegenwärtige Situation". Partei- und Gewerkschaftsausmeis Tegi timert. Der BSPD.- Werbeausschuß. er= Die Mitarbeit an der sozialpolitischen Gesetzgebung war nicht minder umfangreich. Das Berichtsjahr diente vor allem der Berabschiedung einiger großer Gefeße und der Weiterberatung einer großen Anzahl noch in Bearbeitung befindlicher Entwürfe. Die 3ah der neu eingebrachten Gefeßentwürfe ist er. freulicherweise etwas zurüdgegangen. Es zeigte sich, daß es schon rein technisch taum möglich ist, die Fülle der aus den vorangegangenen Jahren angehäuften Entwürfe zu bearbeiten und zu verabschieden. Wir haben uns der praktischen Mitarbeit an all diesen Gesetzen und Entwürfen nicht entzogen und in fast täglichen Besprechungen und Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium und an den anderen behördlichen Stellen die Auffassung und Erfahrungen unserer Arbeit geberverbände vertreten und verwertet. Die Ber- Die Wochenlöhne der Arbeiter in den Berliner Lager einigung hat hierbei immer wieder den Gedanken der Verbunden bierbrauereien find für die Zeit vom 2. bis 9. September heit unserer Sozialpolitik mit der Wirtschaftspolitik zum Durch wie folgt feftgefeßt: Gelernte 64 900 000, Stundenlohn 1 395 000 M.; bruch zu verhelfen gesucht. War man doch bisher vielfach von dem Fahrperfonal 64 250 000, Stundenlohn 1881 500 M.; Ungelernte Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein, Berlin- Wilmersdorf; Wirtschaft: Gedanken ausgegangen, man fönne und müsse Sozialpolitik isoliert 63 600 000, Stundenlohn 1367 500 M.; Arbeiterinnen 42 400 000, Feuilleton: K.$. Döscher, Wilmersdorf: Lokales und Sonstiges: Friz Kerstädt, Artur Saternus, Friedrichshagen; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner, Berlin; betreiben. Es galt deshalb, die Erkenntnis von der Abhängigkeit Stundenlohn 911 000 m. Wilmersdorf; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. sozialer Einrichtungen und Bergünstigungen von den wirtschaft- Mühlenarbeiter: Bom 30. August bis 5. September be- Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei lichen Verhältnissen durchzusetzen. Unsere amtliche Sozialpolitik tragen die Wochenlöhne für Gelernte 62 000 000, Stundenlohn und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sieran 1 Beilage. Casino- Theater 8 U. U. Theater, Lichtspiele usw.neuen Reichen Volksbühne Theater im Admiralspalast ReichshallenTägl. 73, Uhr 7 Uhr: Und das Drunter u.drüber Theater Licht scheinet in Deutsch Opernhaus der Finsternis Tägl. 72 U. Abends 6% Uhr: Steff. Sänger. Lohengrin Lessing- Th. Große Volksoper Metropol- Varieté Heute bis Do. 7: im Theat d.Westens Wie es euch gefällt Frig. 72: Bürger Schippal 7/2 Uhr: Rigoletto Behrenstr. 54 Intimes Theater 8:10 Schlager Diplomat im Dienst Deat. Künstler- Th. D. blaue Pyjama etc. Metropol- Theater Allabendl. 72: Der Fürst V.Pappenheim Geschlossen. Sbd., Theater i. d. KöniggrätzerStr. 8 Uhr: 15. Sept., 7 Uhr zum 1. M.: Casinogirls Lustspielhaus Dir. Hz. Saltenburg Der Clown Gottes Gastsp., Die Truppe Mittw., 12. Sept, 7U. Kaufmannv.Venedig Th. a. Kottb. Tor Täglich 71/2 Uhr , Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Das süße Mädel Berliner Komödienhaus Neues Thoat. a. Zco Bockbrauerei Morg. 7 U. z. 1 Male: 7%, Uhr: Von 5-7 Belle- AllianceMein Vetter Eduard Thalia- Theater Ecke Fidicinstraße. Theater des Ostens Diener gesucht 734 Uhr: Verheiratete Junggesellen SCALA 8. Uhr: 72U.:Herrschaftl. Jeden Dienstag, Freitag, Sonntag Wallner- Theater Erstklass. Habarett 72: Die tolle Lola Anfang 8 Uhr Der gute Theater i.d. Kommandantenstr. Mittw. 7 U. Premiere Kapitän Charlie Juternat. HINIRIEN Kautabak in den meisten Zigarren geschäften erhältlich. C. Röcker, Varieté Varieté- Spielplan Bert Lichtenberger Rauchen gestattet! Straße 22. Kst. 3861 Löhne der Brauereis, Mühlen- und Spritarbeiter! Der wahre Wert eines Geifenpulvers liegt in felner fachgemäßen 3ufammenfeßung. Geifenpulver und Gelfenpulber in ein großer unterschied! Es liegt auf der Hand daß minderwertige Erzeugniffe der Wäsche nicht üblich find. Dirin Henkel's beliebtes Geifenpulver ip ein Selfenpulber bon großer Crglebigkeit u. Dervorragender WaschAplrtung. Seine Derwendung fichert forgfältige Behandlung der Wäsche und billiges Waschen in der Stadthalle des Stadthauses Versammlung der entlassenen Straßen. bahner. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Mittwoch nachmittag 3 Uhr Ortskrankenkasse d. Klempner z. Berlin Bekanntmachung Der Höchstgrundlohn für die Woche Dom 10. September bis 16. Geptember 1923 beträgt 13 000 000 Marf. Wir verweisen auf das den Herren Arbeitgebern zugegangene Rundschreiben Str. 19. Der Vorstand Hermann Ziegler, Borsigender. Ortskrankenkasse für die Gewerbe d. Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin Bom 10. bis 16. September 1923 ist der Höchftgrundlohn auf 13 000 000 2. festgelegt. Der tägliche Beitrag der höchften G: ufe beträgt 780 000 M. Anspruch auf die höheren Berleistungen ab 8. Oftober 1923. Drudegemplare der Neueinteilung find im Kassentotal in Empfang zu nehmen. Berlin, den 10 September 1923. 133/19 Fr. Meersbach. 0. Guhl. Tüchtige KonfektionsArbeiterinnen melden sich sofort auf eine Kleine Anzeige im ,, Vorwärts" Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür.' Das Lohnbartell. Am Mittwoch, den 5. September, mittags 1 Uhr, verunglückte tödlich mein lieber, guter Mann Artur Neumann Seine Einäscherung findet am Donnerstag, den 13. September, nachm. 5 Uhr, im Krematorium in der Gerichtstraße statt. Im Namen der Hinterbliebenen Frau Traute Neumann. Von Beileidsbesuchen bitte abzusehen. Deutscher Eisenbahner- Verband Ortsverwaltung Berlin Berlin SO. 26, Bethanien- Uier 10 Wir erfüllen hiermit dle traurige Pflicht, unsern Mitgliedern mitzuteilen, daß unser lieber Kollege Artur Neumann Hauptkassierer der Ortsgruppe Berlin. am Mittwoch, den 5. September 1923, infolge eines Unfalles plötzlich verstorben ist. Alle, die ihn kannten, wissen, was die Mitgliedschaft der Ortsgruppe an diesem Kollegen verloren hat. Sein Tod läßt eine fühlbare Lücke in unseren Reihen. am Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Donnerstag, den 13. September 1923, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichstraße statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. !Tc. 423 ♦ 40. IahrgtMg Seilage öes Vorwärts vkeastag, 11. September 1023 Stadt und Land. Dculschlaiids Wirtschaftslage ist katastrophal, choch g«hen daher die Wogen der Empörung, tief hat sich die Verbitterung in den Herzen und Hirnen der Menschen eingefresien. Jeder steht jede Sache nur von seinem Standpunkt. Der andere kümmert ihn nur so weit, als«r seinen Wünschen entgegensteht. Selten hört man Leute, die bei der Beurteilung der Lage nicht von sich, sondern vom Allgemeinwohl ausgehen. Aus solcher geistigen Einstellimg entsteht der Kampf aller gegen alle, dessen Ergebnis nur der Niedergang des Ganzen sein kann. Mit welcher Schärf« die Meinungen im Volke aufcinandcrplatzen, zeigen die Aussprachen und Ansichten über die neuen Steuern, die im Reichstag fast einstimmig beschlossen wurden. Hierbei tritt der Gegensatz zwischen Stadt- und Landbevölkerung besonders schroff zutage. Wie man über den Landwirt Senkt. Im Eisenbahnwagen 4. Klasse. Menschen sprechen erregt mit- einander. Es geht um die neuen Steuern imd darum, ob die Land- w:rte zahlen werden oder nicht. Radikale Aussprüche werden getan. „Jeder, der nicht zahlt, sollt« aufgehängt werden, mit de Veen« va- kehrt, denn werden se schon blechen."..Se sollten man de Arbeeter ufs Land schicken, aber mit'n Knüppel."„Die Agrarier haben noch nie gezahlt und werden auch setzt nicht zahlen." Herr helsse- rich und seine wpsercn Steacrnbswilliger sind Gegenstand boshaften Spottes. Das arbeitende Volk, das ehrlich und auf Heller und Pfennig genau feine Steuern zahlen muß, empört sich über die S;-uersrondc der Landbundleute. Die Landwirte sind schuldensrei geworden, sie leben gut, und in der Stadt Ist Hunger und Verzweiflung.„Es wird den Landwirten schwer, jetzt zu zahlen," wagte jemand einzuwenden.„So, un? nicht," anüvortet man ihm.„Hot man uns vielleicht gefragt, ob es uns leicht Toor, Steuern zu zahlen, wenn man sowieso nicht weiß, wie man leben soll?"„Es ist noch kein Landwirt verhungert und es ist ihnen recht, wenn sie zahlen müssen."— Der Zug verlangsamt seine Fahrt, die Bremsen kreischen, der Zug steht. Viele verlassen den Wagen. Jeder trägt seine Ge- danken weiter, und was hier im Eisenbahnwagen gesprochen wurde, wiederholt sich noch unzählige Mal« im ganzen Lande. Die Ansicht See Landwirte. Jeder hat seine Sorgen, auch der Landwirt hat sie. Er kennt die erbitterte Stimmung, die sich gegen ihn richtet. Es gibt Land- wirte, die aufrichtig zugeben, daß sie auch heute gut tebeu können, ober man wird schwerlich einen finden, der gerne Steuern zahlt. Politisch sind die meisten Landleute völlig ungeschult. Sie stellen sich gefühlsmäßig«in und vvn demjenigen wollen sie nichts wister., der von ihnen etwas haben will, ohne daß er ihnen etwas Greijbarcs wiedergibt. Die Organisationen der Landwirte sind in den letzten Wochen mit Briefen und persönlichen Vorstellungen wegen der neuen S'euern überschwemmt worden. Ueberraschend ist es, daß sich die meisten Schreiben nicht gegen da» SleuernzaHlen an sich richten, sou- d?--» gegen die kurze Fristsetzung. Die Briefe, die z. B. einer K r e i s w i r t f ch a s t s st« l le in Berlin zugegangen sind, sind durchaus nicht auf dem anmaßenden und unverschämten Ton abge» stimmt, den die Junker v. Dewitz und v. F l e m m i n g vom Pommerschen Landbund in ihren Eingaben an den Reichskanzler angeschlagen haben. Die meisten sind von vollendeter Sachlichkeit, und hiese Landwirte mögen sich bei den �Zandbünden" bedanken, wcnb im'Volks jene Stimmung des Höstes und der Wut gegen die Londwjrte Piatz greisen konnte, wie sie oben gekennzeichnet wurde, und die im Hinblick aus die Frechheit, mit der die Agitation gegen die S'euerr. betrieben wird, nur zu gerechtfertigt ist. Wie begründen die Landwirte aus sich heraus ihre Beschwerden über die neuen Steuern? Sie behaupten, daß die kurze Fristsetzung die Landwirte zwinge, jetzt, wo wegen der späten Ernte alles mit dem Einbringen der Feldfrüchte beschäftigt werden müste, andere Arbeiten zu verrichten. Statt zu ernten, müsse gedroschen werden, es müste Vieh verkauft werden, während es vielfach richtiger wäre, das Vieh erst schlachtreif zu machen oder die Milch- und Feiterzeugung zu steigern. Weil sie plötzlich verkaufen müssen, erhielten sie so geringe Preise, daß sie nicht mehr die übermäßigen kosten für Kunst- diinqer. kohlen usw. ausbringen könnten. Diese Gefahr sei um so gröber, als sie nicht mit wertbeständigen Zahlungsmitteln bezahlt würden. Ihr Betriebskapital ober fei durch die Geldentwertung geradezu lächerlich gering geworden.• Das Verkaufen sei außer- dem wegen der Knappheit an Zahlungsmitteln sehr schwer, denn es sei schwierig, Barmittel, wie sie durch die Steuern von den Land- wirten gefordert werden, flüssig zu machen. Es wird von kleineren Landwirten darauf hingechiescn, daß sie gegenüber mittleren und größeren Betrieben außerordentlich benachteiligt wären. Oft wird der Vorschlag gemacht, statt in bar, in Getreide. Sartofseln usw. zu zahlen. Die Landwirte könnten dann ihre Arbeiten ordmings- mäßig durchführen. Es wäre eine werlbeständige Bezahlung und die Regierung könnte einen Lebensmitteworrat schassen. Gut oöer Gelö l Zu diesen zahlreichen Klagen wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß sie vom Standpunkt des Landwirtes nicht völlig un- berechtigt find und daß Regierung und Parteien mit diesen Härten gerechnet haben. Die Lage Deutschlands ist jedoch so, daß hier Rücksichten noch verhängnisvoller wirken müsien. Der Landwirt hat in den meisten Fällen seine oft großen Gewinne in sein Geschäft ge- steckt, seine Wirtschaft ausgestaltet in einer Zeit, wo die große Blasse des Volkes bereits bitterste Bot litt. Wenn er heute selbst unter erschwerten Umständen Steuern zahlen soll, so geht es ihm dabei noch nicht um Kopf und Kragen. Gerade die Deutichnationalen for- dern, wenn sie für die allgemeine Wehrpflicht eintpeten, daß jeder sein Leben für das Vaterland einsehen soll. Die Republik will nicht das Leben ihrer Bürger, sie will nicht, daß„Gut und Blut", sondern nur vom„Gut", d. h. vom Vermögen geopfert werden solle und im Hinblick auf das, was geschehen müßte, sind die jetzigen vom Besitz geforderten Steuern noch lange nicht„brutal" genug. Wenn einig« Landwirte den Vorschlag machen, statt in bar. in landwirkschajtl'.chen Erzeugnissen, also wertbeständig zo zahlen, so erscheint das ernst- hafter Erwägung wert zu sein. Voraussetzung ist dabei jedoch, daß nur gute Erzeugnisse zur Zlbliejerung und Abnabme kommen. Andererseits muß der Staat schleunigst wertbeständige Zahlungsmittel schoflen. Die Landwirte werden, so lange sie darauf rechnen wüsten, nicht mit wertbeständigen Zahlungsmitteln bezahlt zu wer- den, immer bestrebt sein, ihre Erzeugnisse zurückzuhalten. Der Vor- stand des Allgemeinen Deutschen Gcwcrkschastsbundcs hat daher die Regierung ausgefordert, Maßnahmen zu treffen, die der Landwirt- schast eine Garantie für wertbeständige Zahlung sichern, so lange wertbeständige Zahlungsmittel noch nicht vorhanden sind. Er er- wähnt dabei, daß solche Garantien z. B. die Belieferung mit künst- lichen Düngemitteln oder Maschinen sein könnte. Gegen bestimmte Mengen landwirtschaftlicher Erzeugnisse sollen bestimmte Mengen Düngemittel oder Maschinen Zug um Zug ausgetauscht werden, oder aber, soweit eine solche Belieferung aus bestimmten Gründen nicht erfolgen kann, soll die Regierung die Gewährleistung dafür übernehmen, daß der Landwirtschaft die nötigen Düngemittel und Maschinen bei einem späteren Bezüge nach dem gleichen Preisstande berechnet werden, zu dem die Landwirte ihre Erzeugnisse abgeliefert haben. * Niemand hat einen Norteil davon, wenn die Landwirtschaft zugrunde gerichtet wird. Aber wenn sie nicht das ihre zur Gefun- dung der Staatsfinanzen beiträgt, wird sie sich schneller zugrunde richten, als wenn sie jetzt in letzter Stunde noch ihre Pflicht erfüllt. Dorschläge der Landwirte, die annehmbar und für die Allgemeinheit vorteilhaft sind, werden willkommen sein. Unverantwortlich aber wäre es, wenn es auch nur einem einzigen gestattet würde, sich um sein« gesetzlichen Verpflichtungen herumzudrücken. ** '» Der Gedanke, den Landwirten für ihren Roggen wertbeständiges Geld zu geben oder überhaupt Zahlung der Steuern in Roggen zuzu- lasten, Ist jetzt schon in der praktischen Durchführung. Man gibt den Landwirten für Getreide Stücke der Goldanleihe des Reiches, die ihnen dann auch bei der Zahlung der Landabgabe an Stelle von Papiermark albgenommen wird. So bezahlen sie tatsächlich aus einem Umwege Steuern in Roggen und erhalten im übrigen eine wertbeständige Gegenleistung für ihre Erzeugnisse. Hoffentlich wird der Erfolg dieser Maßnahme nicht ausbleiben. Denn eine bessere Belieferung der Großstädte mit Nahrungsmitteln tut dringend not. Die Winker aus gäbe 13ZZ/24 des Reichs-Kursbuchs erscheint vor- ausstchtlich Anfang Oktober. Bestellungen nehmen alle Postanstalten entgegen. Eine frühzeitige Bestellung wird empfohlen, weil sonst auf Lieferung nicht zu rechnen ist. S3j Kilian. Roman von Jakob Lührer. Da wurde er eines Nachts im Hotel Mon Repos von dem jungen Mann mit dem blonden Spitzbart, der cm der Motor- bootfahrt der geheimnisvollen Gesellschaft teilgenommen hatte, angeredet und eingeladen, morgen gegen zehn Uhr im Hotel zu erscheinen. Der Mann stellte sich Kilian am folgenden Tag als Alois Mcttler, Kunstmaler aus dem Kanton Appenzell vor und frug, ob Kilian Lust habe, Croupier zu werden. Als Kilian be- iahte, führte ihn jener in einen Saal, den ein Roulettespiel beinahe ausfüllte. Mettlcr begann gleich mit dem Unterricht, und da Kilian sich als Zuschauer im öffentlichen, von der Bundesverfassung zwar verbotenen, aber trotzdem bestehenden Spielsaal im Kurgarten auf diesen Augenblick gründlich vor- bereitet hatte, so machte er sehr rasch Fortschritte. Nach einer Stunde verließen sie gemeinsam das Haus, und Kilian gelang nach einigen Umschweifen die Frage, wann er etwa als Crou- picr ansangen könne und wieviel er dabei verdiene. Mettler antwortete:„Anfangen können Sie wohl in acht Tagen: bis dahin habe ich Sie so weit. Verdienen werden Sie an die fünftausend Franken monatlich. Das ist so viel wie ein Bankdirektor, und etwa hunderttausendmal so viel wie ein Kunstmaler." Ob denn die Kunstmaler nicht sehr viel verdienten, frug Kilian erstaunt. Da lacht- Mettler und sagte:„In der Schweiz gibt es vielleicht tausend Kunstmaler, neunhrmdertneunundneunzig leben von Almosen." „So viel?" frug Kilian.„Was malen denn die alle?" „Alle und immer dasselbe. Immer wieder malen sie den Himmel ab, und die Wiesen und die Berge, und hie und da ein nacktes Frauenzimmer: wenn sie damit zu Ende sind, malen sie zum millionstenmal Christus am Kreuz und die Maria mit dem Kind." „Eben ja," sagte Killan und kratzte sich im Haar. Er war da in einem ganz und gar unbekannten Gebiet. Aber Mcttler war in Erregung geraten und fuhr heftig fort:„Almosen- aenössig ist die Kunst in diesem Land, almosengenössig wie die Kranken und Alten, die nichts mehr erschaffen können. Und sie verdient ihr Los. Sie kann nichts mehr erfchaflcn, sie kann nichts geben, das wir nicht sehr gut entbehren können, weil wir alles schon ebensogut, ja besser haben: den gemalten Himmel und die Berge und die Maria und den Christus am Kreuz." „Was malen denn Sie?" frug Kilian, nachdem der andere eine Zeit ingrimmig geschwiegen hatte. „Wollen Sie es sehen?" gab Mettler rasch zurück.„Kam- men Sie." Und er hatte Kilian auf sein Zimmer geführt, und eine große blaue Mappe herangeschleppt, und ihm daraus Blatt auf Blatt, Zeichnung auf Zeichnung gereicht. Kilian hatte erst gelacht. Aber dann war ihm langsam Heiterkeit und Gleich- mut vergangen, und Abneigung und Abscheu in ihm lebendig geworden. Die Zeichnungen waren alle von einer unsäglichen Häßlichkeit, das heißt die Menschen, die da gezeichnet waren. Da waren dicke Männer mit Freßbäuchen und Kahlköpfen, manchmal ausgezogen und in der Nachbarschaft von verderb- ten Frauen, manchmal hinter üppig gedeckter Tafel, aber immer mit strahlenden Diamantringen an den Fingerwürsten. Da waren Polizisten, brutale, satanische Kerle, da waren ge- schunden:, verblödete Arbeiterfrauen und versiechte Kinder. Dabei kannte man jeden, die Polizisten und die Protzen und die Arbeiterweiblein: jeden hätte man mit Namen nennen können: er war einem nur im Augenblick entfallen— so voll einer vertrauten Wirklichkeit war alles in den Bildern, ob- schon sie nur so hingekritzelt schienen, als ob es ein Kind ge- schrieben hätte. Kilian äußerte einen Ähnlichen Gedanken.„Daß Sie das jetzt gemacht haben! Ich glaube, ich habe als kleiner Bube in dieser Art..." Aber dann merkte er, daß seine Rede dem andern weh tun könnte, und er hustete. Aber Mettler lachte.„Genieren Sie sich nicht. Christus hat gesagt: So ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.— Das will sagen: Wir müssen die Welt mit Kinderaugen betrachten. Zeig dem Kind unsere Zustände und Sitten, und es wird sie sehen, wie ich sie ge- zeichnet habe!" „Glauben Sie-- mhm-- ja--" Kilian ging dann. Aus de'' Trepp-' traf er mit der schönen Fremden zusammen. Es siel ihm ein, daß eine große Zeichnung, die in Mettlers Zimmer an der Wand gehangen Krähwinkels Schreckenstage. Tin findig«», Poefische» Gemüt hat die folgenden hübschen Strophen von Heinrich Hein« durch eine vermehrt. die unsere Leser unschwer herausfinden werden. Wir, Bürgermeister und Senat, Wir haben folgendes Mandat Stadtväterlichst an alle Klaffen Der treuen Bürgerschaft erlasien: Es schließe jeder seine Bude, Sobald es dunkelt, Christ und Jude. Wo ihrer drei beisammenstehn, Da soll man auseinandergehn. Es fahre niemand Straßenbahn, Ein jeder soll zu Fuße gahn. Die Straße dienet dem Verkehr, Das Bähnle fährt darum nicht mehr. Wer darum aber räsonniert, Wird unverzüglich füsiliert. Das Räsonnieren durch Gebärden Soll gleichfalls hart bestrafet werden. Vertrauet eurem Magistrat, Der stamm und liebend schützt den Staat Durch huldvoll hochwohlweises Walten, Euch ziemt es, stets das Maul zu halten. Der Totentanz öer preise. Die Wogen gehen wieder hoch. Ohnmächtig sieht die Hausstau dem wilden Reigen, dem Totentanz der Preise zu, der täglich im tolleren Wirbel vorüberrauscht. Dos Chaos wächst, es gibt keinen Maßstab, keine Grundlagen mehr, aus der sich irgendeine Art Rechnimg irgendwie noch aufbauen ließ«. Es ist ganz gleich, 10, 20, 80 Millionen sind während des Eintaufes wie die Spreu vor dem Wind«. Zurzeit tanzen in diesem wahnwitzigen Reigen wieder die Fleischpreise an der Spitze, denn mit Beginn der neuen Woche sind die Sonnabendsätze nahezu verdoppelt worden. So kostete in den gestrigen Bormittagsstunden ein Pfund Rind- fleisch etwa 10 bis II Millionen Mark, während Schweinefleisch sogar mit 12 bis 13 Millionen im Kleinhandel verkaust wurde. Kalbfleisch schwankte zwischen 1 0 u n d 12 Millionen. Es ist nicht zu Atel gesagt, wenn man behauptet, daß unter 10 Millionen Papiermark kein Pfund Fleisch mehr zu haben war. Der Fettmorkt wartet« mit verschiedenen Preisen auf. Margarine notierte im Kleinverkauf mit 0 bis 10 Million« n. Für Schmalz wurden im Durchschnitt 1 0 bis II Millionen gefordert. Der einzige ruhende Punkt in- mitten dieser Preiskatastrophe war gestern noch der Fischmarkt. Hier konnten die Hausstauen teilweise noch preiswert kaufen. Schollen und Flundern kosteten 1 Million und Plötzen in Eis VA bis 2 Millionen. Der Gemüse- und Obstmarkt wies reichliche Zu- fuhren auf und als ein erfreuliches Zeichen Ist hier augenblicklich ein Stillstand der Preise wahrzunehmen. Und die Kohlenpreise klettern. Vom heutigen Dienstag, dem 11. September, ab beträgt der Preis für den Zentner Braunkohlenbriketts 6 883 000 Mark. Dieser Preis wird aber nur gerade vineu Tag Gültigkeit haben, weil heute die neuen Frachtsätze auf der Eisenbahn in Kraft treten und dadurch eine weitere Verteuerung der Kohle bedingt wird. Vom Mittwoch, dem 12. Sep- t e m b« r, kostet der Zentner Briketts 7 460 000 M. und der Zentner Gaskoks 18S88 000 M. Wenn man ein faules Ei bekommt. Der Erwerb eines einzigen Eies erfordert heute nicht nur ein kleines Vermögen: sondern bedeutet auch ein Risiko, wenn nämlich das Ei noch faul ist. Bei dem gegenwärtigen Preist von 600 000 bis 700 000 M. für«in einziges Ei findet der Umtausch nur noch höchst selten statt. Fast alle Händler weigern sich, den Verlust zu tragen, haben dann ober die unbedingte Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß nur einwandfreie Ware abgegeben wird. Jeder Ge- jchäfidmann kennt das einfache Verfahren, die Eier zu„klären" und faule Eier auszusortieren. Unterläßt er diese Vorsicht, so ist er dem Käufer für den Schaden hastpslichtig. Prozesse fallen stets zuun- gunsten des Händlers aus, wenn nachgewiesen wird, daß das schlechte Ei noch am Tage des Einkaufes zum Umtausch vorgelegt wurde. Es kann den Hausfrauen nicht zugemutet irerden, fast eine Million für eine völlig unbrauchbare Ware auszugeben. Wie der Händler sich mit dem Verkäufer abfindet, dem er die Eier abgenommen hat, ist seine eigen« Sache. hatte, ihr gliche, obschon Augen und Mund ganz verzerrt waren. Er ging nach Hai�se und schrieb ihr einen Brief. Er sagte ihr, daß er die Schriften, die ihm wohl durch ihre Vermittlung zukämen, mit Eifer lese, und daß er mit ihnen sehr einver- standen sei. Es dränge alles nach einer Umgestaltung der Weltvrdnnng, und er selber könne den Tag nicht erwarten, att dem er sich einsetzen dürfe für eine bessere Zukunft.—- Nach- dem er diesen Satz geschrieben lhatte, überlegte er lange, ob er ihn nicht besser ausstreichen würde. Doch sagte er sich, das; er gerade mit dieser Behauptung das Herz der Fremden am sichersten erobern würde. Zum Schlüsse erging er sich in einer leidenschaftlichen Liebeserklärung, und dankte ihr für die Ver- mittlung der Stellung im Hotel Mon Repos. Endlich bat er sie dringend um ein Zeichen ihrer Huld. Mettler versprach, ihr den Brief zuzustellen. Als Antwort erhielt Kilian eine Karte mit den Worten:„Meine Liebe ge- hört jedem Menschen, der sich ehrlich bemüht, an der Zukunft zu arbeiten. Esther." Kilian schwebte in den höchsten Himmeln und stürzte in die tiefsten Höllen. Sie hatte ihm geantwortet. Sie war ihm erreichbar. Sie verschloß sich ihm nicht. Nur mußte sie erst errungen werden durch eine Tat. Wenn er nur gewußt hätte, was für eine! Auf jeden Fall kam er dabei mit den Gesetzen und der ganzen bestehenden Weltordnnng in Konflikt. Auf jeden Fall mußte er dabei sein Leben aufs Spiel setzen.— Sein Vermögen! Das war klar.— Trotzdem! Er würde es tun!— Selbstverständlich!— Für sie? Alles!— Aber in den nächsten Monaten, da er das Amt als Crou- pier auszuüben begann, stieg sein Vermögen n»sch. Erstaun- lich rasch. Schon waren die zehntausend Franken überschritten. Er begann Interesse zu bekommen für Zinsen, Wertpapiere und Kursberichte, und wie sich das Geld ohne Arbeit so ganz von selber vermehrte. Das war einfach erstaunlich. Fabelhaft! Man begriff eigentlich nicht, wieso man gegen eine solche Welt- ordnung etwas einzuwenden hatte!-- Jedenfalls— so viel stand fest-- wenn man es genau besah— die anarchistischen Schriften überttieben, ja flunkerten. Wenigstens sahen sich die Dinge, viele Dinge anders an, ganz anders, wenn man zehntausend Franken besaß... Es ließ sich wahr- haftig leben, wenn man Geld hatte und wenn man dazu noch eine schöne Frau bekäme, eine gescheite Frau, wie eine Esther...(Fortsetzung folgt.) Der Morö in ReinickenSorf. Das geheimnisvolle Auto. Erneut« Ortsbesichtigungen und Ermittlungen, die die Kriminal- polizsi in Reinickendorf-West vornahm, haben zwar noch nicht zur Aufklarung des Verbrechens an der Pflegerin Hedwig Plettig geführt, wohl aber zu einigen bemerkenswerten Fest- st e l l u n g e n infolge deren auch ein neuer Säulen- a n f ch l a g erscheinen wird. Zwei Zeugen haben unabhängig voneinander überein- stimmend eine wichtige Bekundigung gemacht. Fräulein Plettig, das am Dienstag nachmittag um 5 Uhr 6 Min. m)t dem Zuge von Biesdorf nach Berlin fuhr, wurde am Freitag mittag auf dem freien Gelände an der Grohkopf- und Bahnstraßs neben dem Nazarsth-Friedhof ermordet und im Sande verscharrt aufge- fundcn. In der Nacht zu Freitag, dem 7. d. M., um 1 Uhr herum, vielleicht auch früher oder später, ist nun ei n Auto beobachtet wor- den, das an die Stelle fuhr, an der man mittags die Leiche fand. Ein Mann, der in der Kögelstraß« wohnt, wurde in der Nacht durch ein A u t o g e r ä u f ch wach; er stand auf und blickte zum Fenster hinaus und sah«in Auto in die Bahnstraße hineinfahren. Nach einiger Zeit kam es rückwärts aus der Bahnstraße in die Kögelstraßs zurückgefahren und hielt vor dem Haufe Nr. 16. Ein anderer Zeuge, der, um feinen Weg nach Berlin abzukürzen, über das freie Gelände zu gehen pflegt, sah am Freitag früh,«lfs am Tage des Fundes der Leiche, etwa 3 Schritte rzz btr Fundstelle entfernt im Sande Autospuren, die von der Bahnstraße herkamen. Hiernach besteht wohl kein Zweifel, daß die Leiche mit einem Auto an die Fundstelle gebracht worden ist. Dieser Wagen ist dabei ohne Zweifel mit Blut besudelt worden. Wer hat nun beobachtet, daß ein Auto irgendwo von Blutspuren gesäubert worden ist? Wer hat ferner in der Zeit vom Dienstag nach 3 Uhr nachmittags bis Freitagmorgen in seiner Wohnung«inen Lärm ge- hört, der mit dem Verbrechen im Zusammenhang stehen kann? Wer bat wahrgenommen, daß in der letzten Zeit eine Wohnung oder ein Zimmer von Blut gesäubert worden ist? WosindKleidungs- stücke beseitigt oder zum Kauf angeboten worden? Wichtig ist vor allem, zu ermitteln, wer in der Freitagnacht das Auto gefahren bat. das von der Berliner Straß« aus durch die Kögel- und Bahnstraße fuhr. Jeder, der nach irgendeiner Richtung etwas mitteilen kann, wird unterWöinweis auf die Be- lohnung von 10 Millionen erfuckMfich umgehend bei den Kriminalkommissaren Tegtmeyer und Breschwitz im Zimmer 89a des Polizeipräsidiums oder durch Hausanruf 321 und 435 zu melden. Oer Stüüienrat im Kohlenkeller. Wegen Diesstahls war der Studienrat H. vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte angeklagt. Er wurde beschuldigt, 2 6 B r i- ketts aus dem Keller seines Nachbarn entwendet zu haben. Di« Anzeige war von der früheren Hausangestellten des Angeklagten erstattet worden. Im vorigen Winter war das Ehe- paar H. ohne Kohlen. Da die Frau sehr kränklich war, holt« sich der Ehemann aus den reichlichen Vorräten im Keller des Nachbarn eine kleine Menge Kohlen und sagte seiner Hausangestellten, daß er die Kohle später zurückgeben würde, wobei er dem Mädchen 1000 M. Schweigegeld anbot. Als das Mädchen später sich aber mit seiner Herrschaft entzweite und in Feindschaft die Stelle verließ, gab es das Geld zurück und erstattet« Anzeige. Vor Gericht erklärt« der Studienrat. daß er nicht selber die Kohlen herauf- geholt habe, sondern daß er die Schuld nur, um seine kranke Gattin zu schonen, auf sich genommen hätte. Er habe sich in Not be- funden, so daß er nicht rechtzeitig sich mit Kohlen eindecken konnte. Weil fein« kranke Frau nicht im ungeheizten Zimmer bleiben konnte, habe sie aus Not diesen Schritt getan, aber nur, um sich die Kohlen zu entleihen. Der Verteidiger bestritt den Nachweis der Täterschaft für den Angeklagten, im anderen Fall aber läge nur Not- diebstahl vor. Das Gericht kam zu einer Freisprechung, weil die Täterschaft des Studienrats nicht erwiesen war und, selbst wenn er der Täter gewesen wäre, das Strafverfahren«inzustellen sei, da kein Strafantrag des Bestohlenen vorlieg«. Schließlich liege Not- diebstahl vor. Der Angeklagte hat milde Richter gefunden. Es gibt noch größere Not. Viel« werden zu ähnlichen Handlungen kommen. Ob alle Urteile dann auch so milde ausfallen werden? 5ur Sie Grunöfchule. Eine Entschließung des Lehrerverbandes. Der Lehrerverband Berlin veranstaltete kürzlich eine von Eltern und Lehrern der Berliner Gemeindeschulen stark besuchte Versamm- lung. Nach einem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag des Lehrers G. Wolff nahm die Versammlung gegen einig« Stimmen zum Schutze der Grundschule folgende Entschließung an: „Die am 6. September im Lehrervereinshaus versammelten Lehrer und Elternbeiräte der Berliner Volksschulen stellen sich mit aller Entschiedenheit hinter die Grundschule des Volks- staates und anerkennen ihre hohe soziale und pädagogische Be- deutung. Sie geben ihrer Entrüstung Ausdruck über die u n e r- hörten Umgehungen des Grundschulgesetzes durch zahlreiche Familienschulen und Prioatzirkel und über die immer er- neuten Versuche, die Grundschule zu zermürben und unterhöhlen. Sie fordern deshalb mit allem Nachdruck von den staatlichen und städtischen Behörden die rücksichtslose Durchführung des Gesetzes. Sie erwarten von Reichsregierung und Reichstag, daß sie den jetzt einsetzenden Bestrebungen auf eine Differenzierung der Schüler innerhalb der Grundschule tatkräftig entgegentreten und ihre Zustimmung versagen." Im Berliner und Hamburger Stadl-. Ring, und Borortverkehr wird der Mindestpreis der Einzelfahrt vom 11. September ab auf 390 000 M. in der 3. und 430 000 M. in der 2. Klaffe festgesetzt. Der Zonenabstand beträgt in der 3. und 2. Klasse 100 000 und 150 000 M. Die Monatskarten werden nach 30 Einzelfahrten be- rechnet. Die Preisbildung der Schüler-, Monats-, Wochen- und Kurzarbeiterwochenkarten erfolgt wie bisher. Monatskarten für September zum alten Preis werden von heute ab nicht mehr aus- gegeben. Bisher gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit. die Trauerfeier für Sie Toten von Wunstorf. Am Montag vormittag fand auf dem Engefohder Friedhof eine Trauerfeier für die Opfer des Eisenbabnunglücks bei Wunstorf statt. Die Beteiligung war sebr stark. Geistliche sprachen in der Toten- Halle. Auch der Präsident der Eisenbahndirektion Hannover. Dr. S e h d e l. hielt eine kurze, ergreifende Ansprache. Reichs« Präsident Ebert hatte ein Beileidstelegramm gesandt. Im Auftrage des ReichsverkehrsministeriumS und der Eisenbahndirektion Hannover wurden Kränze niedergelegt. Alle 18 Tote wurden in ihre Heimat gebracht. vie amtliche Unglücksstatistik aus Japan. Nach den letzten amtlichen Berechnungen sind in Yokohama 2 3 0 00 P« rfo n en getötet«rod 40 000 verletzt worden. 71 Proz. der Gebäude von Tokio find zerstört worden. In der Gegend von Hakane find 10 000 Personen getötet worden.— Den Blättern zufolge wird aus Nagasaki amtlich gemeldet, daß bisher insgesamt 1330 000 Tote festgestellt worden sind. Die Zahl der zerstörten Häuser beläuft sich auf 316 000. Wie aus Tokio gemeldet wird, herrscht dort mustergül- tlge Ordnung. Der Magistrat wird energisch von den Truppen unterstützt, um den Obdachlosen Unterkunft zu besorgen. Dennoch sind noch 133 000 Menschen genötigt, im Freien zu nächtigen. Nach einer Meldung aus Tokio ist die v u l k a n i f che I n s et Oschima, die während des Erdbebens im Meere verschwunden war, wieder aufgetaucht. Sie trägt jetzt«inen neuen Vulkan. der in stetsv Tätigkeit ist. Die japanische Boschaft in Washington hat ein Telegramm aus Tokio erhalten, in dem mitgeteilt wird, daß sämtliche Mit- glieder der deutschen Botschaft in Tokio nebst ihren Familienangehörigen wohlbehalten sind. Ein Teil des Bot' schaftsgebäudes ist zerstört. Ein von dem Botschafter Dr. S o l f in Berlin eingetroffenes Telegramm bestätigt, daß er, feine Familie und das gesamte Personal gerettet sind. Ein Telegramm aus Osaka vom verflossenen Donnerstag teilt mit, daß 21 englische Staatsangehörige vermißt »erden. Es ist jedoch nur«in Todesfall einwandsfrei festgestellt. Die japanische Regierung hat beschlosien,«in« Summ« von 330 Millionen Den aufzuwenden, um die Ruinen der durch das Erdbeben zerstörten Gebiete wieder aufzubauen. Trotz der sich einstellenden Schwierigkeiten glaubt die Regierung, die Arbeiten mit der genannten Summe ausführen zu können. In der Nacht vom Sonntag zu Montag hat das S e i s m o l o. gifche Observatorium von Zürich einen Erdstoß v«' zeichnet, der um 11 Uhr 14 Min. 40 Sek. einsatzte und dessen Herd sich in einem Abstand von 7500 Kilometern wahrscheinlich in China befindet.__ Hroß-Serliner partelnachrkchten. Achtung, kiasstcrer! Nachdem der ordentlich« Bezirkstag vom 9. September beschlosien hat. daß der wöchentliche Beitrag im Sep- tember 150 000 M. für Männer und 60 000 M. für Frauen beträgt, haben die männlichen Mitglieder im Monat September insgesamt 750 000 M. und die weiblichen 300 000 M. zu zahlen. Die bereits in Händen der Kassierer befindlichen Marken können trotzdem verwandt werden.— Es werden 5 Marken a 50 000 M. refp. 20 000 M. geklebt und dazu wird für die Männer eine Marke zu 500 000 M, und für die Frauen zu 200 000 M. für den ganzen Monat September als Zuiatzmarke geklebt. Marken mit dem Aufdruck 500 und 200 befinden sich noch in Händen der Kassierer und werden nunmehr noch nicht eingezogen. Diese sind vielmehr sofort durch den schriftlichen Zusatz eines„T" umzuwerten und werden m dieser Höhe verrechnet. I. A. Alex Pagels. * 9. Wilmeridorf. Mitwwch, den Ii. September, 8 Uhr, Mitglieder. Versammlungen in folgenden Abteilungen. Tagesordnung: Berilfit vom Bezirkstag.— 68. Abt. bei Sandmann. Westfälislbe Str. 42.— flg. Abt.: Auberordentliche Mitgliederversammlung auf Baranlaffung des Krais- vorstandes iVi Uhr bei Umlang, Tieseier., Ecke Wegenerftrahe.— 71 und 72, Abt., Wilmersdorf: Temeinfamc auhcrordentliibe Mitglickderver- fammlung auf Deranlaffung des KreiSvorstandeS im Zeichenfaal der 4. Gemeindeschufe, Toblenzer Strahe, IVs Uhr. Referat des Gcnoffeu Richard Woldt:„Di? politische Lage.' Heute. Dienstag, den 10. September: 6. Abt. 714 Uhr FunktionZrfltzung bei Dobrolaw, Swinemünder Str. 11, 12. Abt. IVi Uhr Funltionitrfitzunq bei Schmidt, Wicleffftr, 17. Erscheinen der Funltlonüre Pflicht. Bericht vom BezirkStan. 18. Abt. 8 Uhr ssunktionitrsihun« be! Krüger, Putlitzstr. 16. 27. Abt. 7 Uhr ffunktwnärkonferenz bei Lehmann, Korsorer Str. 1. Ecke Nstader Straße. 137. Abt, RcinIckend»rs.W«st. 7% Uhr FunMonürfthnng im»olkShanS, Scharnweberstr. 114. AMgliederversammlungen in Groß-Dertln am Mittwoch. den 11. September: 1. Abt. 714 Uhr Schulaula Auguststr. 68. Thema:.Der Kampf der Hun> geraden gegen die Satten.' Referent: Tenosfe Dr. Moses, M. d. R, grei« Aussprache. 2.«bt. VA Uhr Zahfabend: Lokal Schul,. Stallschreiberftr. 20. Referent: Genosse Schaumberg: Lokal Genfch, Dresdener Str. 107f1v6, Referent: Genosse Bohlmann: Lokal Krüger, Sngclufer 28, Referent: Genosse Ru- dolf Kahl, 4. Abt, 714 Uhr im Deutschen Tiirtnerheim, Stralauer Str. 68, Thema: .Die große Koalition und die Aufgaben der Partei.' Referent: Genolfe Dr. Wehl. !i. Abt. 7 Uhr in Havellands Feftfitlen. Reibe Friedrichftr. 86. Bortrag des Genossen Franlen-Soltngen, 6. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. 7. Abt. 714 Ubr Zahlabend bei Kube, Streicher Str. 66, DSIl. Dergflr. 71, Dohms, Schlegelftr. 6, Deirmi, Psliigstr. 1, Diek«, Bohenstr. 19. 9. Abt. 714 Uhr Zahlabend in den bekannten Lokalen. 11. Abt. 714 Uhr bei Berger, Levehowstr, 21. Thema.Was soll nun wer» den?" Referent: Genosse Aufhäuser. M. d. R. Die Bezirlsführer laden«in. 12. Abt. 714 Uhr Zahlabend Schul« Rofiocker Str. 82. Bericht vom B«. zirkStag. 18. Abt. 714 Uhr AMeilungsversammlung Aminiushallen, Bremer Str. 78. Bericht vom BezirlStag. 14. Abt. 714 Uhr Zahlabcnde: Fließ, Swinemllnder Str. 77. Engel, Swine- Münder Straße, Gillwald, Putbuser Etr. 24, Ionisch, Putbuser Str. 8, Stark, PutbUser Straße. Bogen, Graun- Eck« Sleimstraße. 16. Abt. Zahlabend bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, und Kunz«, Ackerftr. 49. 16. Abt. 714 Uhr Gruppenzahlahende bei CormS, Boltaftr. 37, Krüger, Husfitenstr. 34, und Regenberg, Gartenftr. 75. Bericht vom Bezirkstag. 18. Abi. 714 Uhr Zahlabendo in den belannten Lokalen. 19. Abt. Zahladende in den bekannten Lokalen. 20. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Zahlabend bei Wende, Kolonlestr. 147. Thema: „Die politisch« und die wirtschaftliche Lage.' Reserent: Genosse Robert Gerber. LI. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. Der Bezirk im GchraderhauS hält den Zahlabend am Donnerstag ab. 22. Abt. 714 Uhr gemeinsamer Zahlabend beim Genossen Abraham, Nord- ufer 19. 28. Abt. 714 Uhr Zahlabende bei LewondowSIi, Seestr. 104, Schulz, See- straße 198, Grunewald, Kameruner Straße 19, und Taube, Mllllerftr, Ü2a, 26. Abt. 714 Uhr Zahlabend« bei Gott» Kniprodestr. 8, Gramer, Tothenius- straße 3, Lemble, Elbinger Str. 49, und Bülow, Pasteurltr. 8, 26, Abt. 714 Uhr Mitgliederversammlung im»Musikalischen Fuchs". Iostv- straße 7. Thema:„Die Koalition.' Resercntin: Genossin Wochenheim. 27. Abt. Gruppenzahlabend«: l. Gruppe Schilling, 2 Gruppe LipinSki, 3. Gruppe Genz: bei Mehlberg, Gaudhftr. 6: 4. Gruppe Stoldt: bei Lehmann, Korförer Str. 1: 6. Gruppe Brand: bei Senf, KorsZrer Str. 12. 28. Abt. 7-4 Uhr bei Büttner, Schwedts: Str. 24. Bericht vom Bezirkstag. 39. Abt. 714 Uhr Schulaula Papvelallee 49/41. Thema:„Wirtschaftliche und politische Lage.' Referent: Genosse Stettcr. 81. Abt Zahlabend« in den Mannten Lokalen. 32. Abt. 7 Uhr unterer Saal in Schmidts Festsülen, Fruchtstr. 36», gemein- schafllicher Zahlabend und Fortsetzung der am 22. August vertagten Mit- glicderversammlung. Referent: Genosse Redent low. Die BezirkSsührer laden ein. 34. Abt. Zahlabend« in den bekannten Lokalen. 36. Ab«. 7 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Tvpper. Rigaer Str. 86, Bombe, Voigtstr. 25. BorkowSki. Schrcinerltr. 32, Hellriegel, Rigaec Straße 64, Dreis«, Schreinerstr. 18, und Schule, Samarlterstr. 29. 3«. Abt. 7-4 Uhr Zahladende: Busch, Tilflter Sir. 27, Biedermann, Zori,. dorfer Str. 9. Bösenberg. Petersburger Str. 78, Wittschutz. Petersburger Straß« 6, Pflanz, Frankfurter Allee 239. 37. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Zahlabend Schulmila HauSburgstraße. Tages- ordnung: 1. Wichtige politisch« Aussprache. 2. Abteilungsangelegenheiten. 29. Abt. 7 Uhr lZugendheim, Lindenstr. 3. Thema:„Partei und Gcwerk- schalten.' Referent: Aenssst Helbig. 40. Ab«. 714 Uhr bei Keusner. Hagelberger Str. 29», Zahlabend. 41. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. 42 Abi. 714 Uhr Zahlabend in den belannten Lokalen. 43. Abt. 714 Uhr Zahlabend in den belannten Lokalen. 189. Bezirk erst Donnerstag, den 13. September, 714 Uhr. Schule Diefsendachftr. 61, Hof 2. Eingang. Zimmer 43. 44. Abt. 714 Uhr ilteichenberger Hof. Reichenberger Str. 147.»Thema: „ Wirtschaftsfragen," Reserent: Genosse giSIa. 48. Abt. Pünktlich 7 Uhr Z-blabende: Minnig. Lausstzer Str. 45. Referent- Genosse Walter: Hebestreit, Reichenberger Str 123, Referent: Genosse Langner: Liehig, Wiener Etr. 68, Referent: Genosse Litie: Stuckenberg, Glogouer Str. 17, Referent: Genosse Grün. Tagesordnung: 1. Bericht vom Bezirkstag, 2. Stellungnahme dazu. preise und Löhne. liebensmittnlprelse in der Zentralmarkthalle am 10. 9. (in tausend Mark) Eindfieisoh ohn- En. 11000 do. m. Kn.. 10000 Hammelflsisoh.. 10000 Schweinefleisch.. 11000—13000 Lebende Schleie.. 6500— 7800 , Hechte.. 4500- 5500 Aale... 6000— 7000 Schleie in Eis.. 8500— 4000 Plötzen do... 1500— 2000 Hechte do... 3500— 4000 Schellfisch.... 600 Kabeljau..... 1200— 1400 Flundern..... 1000 Schmalz..... 10 000—10800 Margarine.... 6000—10000 1 Ei....... 850— 900 Pfefferlinge.... 1000— 1100 Pflaumen..... 800— 1000 WocbenlOhne In Berlin (in tausend Mark) Wagenbau- u. Karosserie- branohe vom 5.— 11. 9. (Gruppe IM)..... 101200 Privat- Elektrizitätswerke vom 3.-9. 9...... 89010 Süß-, Back- u. Teigwarenindustrie vom 5.— 11. 9.. 68167 Oer Fleisch- und Fettmarkt steht Im Zeichen stark anziehender Preise. 46. Abt 7 Uhr Zahlabende: Stadtbez. 196 Schule Wrangelstr. 86, Zimmer 16, 197» und b bei Peisler, Cudrhstr. 11, 198» und d und 193 bei Valenttzn, Görlitzer Str. 72. 47. Abt. 714 Uhr Diskutier- und Zahladende in folgenden Lokalen: Licr, Raunvnftr. 8, Siedentops, MuSkaucr Str. 36, Pslug, Muslauer Str. 1. In allen Lokalen Bericht vom Bezirlswg, Stellung zur Lage. 48. Abt 714 Uhr bei Gliesing. Wassertorstr. 68. Thema:„Die politische Loge." Referent: Genosse Zubeil, M. d. R. 49. Abt.(Schwerhörigengruppe). Pünktlich 614 Uhr Taubstummenschule, MarluSstr. 49. Tagesordnung: 3. Teil von„Sozialismus und Kapila- lismus." Chortoitenburg 61. Abt. 714 Uhr Zahlabende. 1. Gruppe bei Schellbach. Königiu-Eiisabeth-Str>:ße 6. Thema:„Die politische Lage.' Referent: Genosse Felgenircu. 2. Gruppe: Scheithauer. Sophie-Charlotte-Str. 24. Vortrag deS Genossen Marauardt. 3. Gruppe: Biebig, Nebringstr. 27. Bortrag des Genossen Lando.— 52. Abt 714 Uhr Ätitgliederversamm- lung. Lokal Büttner, Kaiserin-Augusta-Allee 81. Referat des Genossen Stabtrat Hirsch. Thema:„Die Berfaffung in Staat und Kommune. — 63. Abt. 7-4 Uhr Zahl- und Diskussionsabende in den be- kannten Lokalen,— 54. Abt. 5. Gruppe: Zahlabend 8 Uhr Lokal Bühnemann, Helmholxstr. 39. 6. und 7. Gruppe: 8 Uhr Jugendheim, Rosinen- ftraße 3. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag. Tie Gruvpenfübrer müssen einladen.— 55. Abt. 714 Uhr Zahlabende: 8. und 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 10. Gruppe bei Bohne, Schloß- straße 4ö.— 63. Abi. 7-4 Uhr Schulaula Pestalozzistr. 40/41. Thema:„Die wirtschaftliche Lage." Referent: Genosse Ucko.— 57. Abt. Gemeinsamer Zahlabend der 1. und 2, Gruppe bei Thnnack, Wielandstr. 4. Bericht vom Bezirkstag.— 68.«bt. 714 Uhr bei Straub«, Aug-Burger, Ecke Ausbacher Straße. Thema:„ Wwlschaftlich« und politisch« Lage." Rese- Genosse Fritz Koch,—_ «7. Abt. Grunewald. 7-4 Uhr Mitgliederversammlung Hnbertusbader Str. 8. Thema:„Wohnungswesen und Mieterschutz." 70. Abt Wilmersdorf. 714 Uhr Bei Pieper, Holsteinische Str. 69. Thema: „Die politische Lage und die Ausgaben der Partei." Referent: Genosse Künstler. M. d. R, 73. Abt. Schmnrgendors. 8 Uhr Zahlabend in der Schule. Erscheinen aller Mitglieder wegen Abrechnung der Bücher durchaus notwendig. Schöneberg. 77. si.lt. 7-4 Uhr Zahlabende: 1. Bezirk: Milde, Rollendors. ftraße 16, 2. Bezirk: Jürgens, Barborossastr. 6», 3. Bezirk: Wittkowski. Martin-Lutber-Ztrckße 78. 4. Bezirk: Will, Martin-Luther-Str. 69.— 78. Abt. 8 Uhr gemeinsamer Zahlabend Schulaula, Feurigste. 67. Thema: „Die politische Lage." Reserent: Genosse Czeminsli.— 79. Abt. 71- Ubr Zahlabende wie folgt: 1. Bezirk: Arndt. Bautzener Str. 19: Bericht vom Bezirkstag. Referent: Genosse Bauboss. 2. und 3. Bezirk: Freitag, dcu 14. September, bei Rosenau. Hohenfriedberg-. Ecke Kolonnenstraß«. 4. 5. und 6. Bezirk: Groß, Tedanstr. 17. am Mittwoch, den 12. September. Referent: Genosse Thurau Thema:„Demokratisterung der Derwaltung,' Bericht vom Bezirkstag. 7. Bezirk bei Potschuß. Sachsendamm. Bericht richt vom Bezirlstag. Rcferentin: Genossin Kotschawreck. 8. Bezsrk. Lindenbaf. Schule Lindenhoi. Bericht vom Bezirlstag. Referent: Ge- noise Mendt.— 89. Abt. 7-4 Uhr im Gesangssaal des Helmhottz-Ghm- nastums. Rubensstraße, allgemeine Bersammlung. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr Bezirlsabende: 1. Bezirk: Klabe. Hondiecb- Straße Cd Cl. Referent: Genosse Kamrowski. 2. und 3. Bezirk: wbrichk. Handierh-Straßo 86. Referent: Genosse PauluS. 4. und 6. Bezirk: Schulz, Wiesbadener, Ecke Lauhacher Straße. Referent: Genosse Buchholz. 6. Bezirk: Gundlach, Odenwaldstr. 19. Referent: Genosse Blank. 82. Abt. Stealitz. Zahlabend in den bekannten Lokalen... 84. Abt. Lankwitz. Der Zahlabend findet diesmal für oll« Bezirk« gemeinsam 8 Uhr im Paradiesgarten, Mühlenstr. 21 statt. 85. Abt. Tempelhos. 714 Uhr Zahlabende, 1. Bezirk: Hansen, Borussia., Eck- Neue Str. 2 und 6. Bezirk: Logenheim. Werder- Ecke Friedrich-Wlshetm- Straße, 3.». 4. Bezirk: in der Linde, Werder-. Ecke Friedrich-Karl-Siroße. 6. Bezirk: Lange. Rinqbahnstr. 4, 7. Bezirk: Wanzlick. Oberlandstr. 1. 86. Abt. Mariendorf. 714 Uhr Zahlabend bei Findeisen. Friedenstr.. Reu- meyer, staiserstr., Niendorf. Chaussee-, Ecke Strelitzstr. 88, Abt. Lichtenrade. 8 Uhr Schule Roonstr. Thema:..Die politische Lage und die Stellungnahme der Partei'. Ref. Gen. Heinrich. Neukölln. 89. Abt. 7 Uhr Schule Kaiser-Friedrich-Str. 4. Thema:„Die Aus- Wirkungen der großen Koaliton'. Ref. Gen. Salzmann.— 80. Abt. 7-z Uhr Zeichensaal der Schule Donaustr. 129. Thema:„Die Aufgaben der Koali- tionsregieruiig". Ref.: Gen. Wildung.— 91. Abt. 7 Uhr Abteilungs- Versammlung im Karlsgarten. Ref.: Dr. kilberstein.— 94. Abt. 71s Uhr Zahlabende: 61<62. Bez.: Lokal March. Schillerrromenade 39. 64., 68., 77. Bez.: Günther. Schillerpromenade 11.«6.. 69. Bez.: Lokal Wilbelm, Herfurthvlatz 6. 67. Bez.: Schuhmacher, Steinmetzstr. S6. 76.,<73. Bez.:. Köhler. Allerstr. 40.— 90. Abi. 7 Ub- Schule Thomasstr. Thema:„Finanz- Politik'. Ref. Gen. Dr. Witte..— 97. Abt. 7-4 Uhr Zahlabende: 79.. 89„ 99. und 91. Bez.: Kutzii. Lemestr. 1. Bericht vom Bezirkstag. Ref. Gen. Handel. 92., 104., 196. und 106. Bez.: Schul,. Emserstr. 192. Bericht vom Bezirkstag. Ref. Gen. Großmann.— 98. Abt. 714 Uhr im Zeichensaal der Schule Marlendorfer Weg 69/79. Thema:„Die politische Lage". Ref. Gen. Niekisch. �„ 101. Abt. Treptow. 714 Uhr im Zeichensaal der Schule Dildenhnlch- Ecke Graß- straße. Thema:„Partei und Gewerkschaften". Res. Gen. Hans Knaak. 192. Abt. Banmschulenweg. 7 Uhr im Zeichensaal der Schule Kiesholzstr. Thema:„Partei und Gewerkschaften". Ref. Stadtv. Fritz Zimmermann. 2. Bericht vom Bezirkstag...______. 103.«bt. Oberschöneweide. 714 Uhr im Vereinshaus„Zur Post" Mitglieder- Versammlung und Zahlabend. 194. Abt. Riederschöneweibe. 714 Uhr im Zeichensaal der Knabenschule Rudow«» Straße Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirkstag. 199. Abt. Johannisthal. 714 Ubr Lokal Schreiner. Friedrichstr. 6 Mitglieder- Versammlung. Bericht vom Bezirkstag. 197. Abt. Blt-Elienicke. 8 Uhr bei Haberecht, Alt-Dlienicke. an der Kirche Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Fuchs:„Wirtschaftsfragcn". 2. Bericht vom Bezirkstag. 198. Abt. Eöpenick. 7 Uhr bei Schlag, Äietzer Str. 6. Borstandsützung. 113. Abt. Schmöckwitz. 8 Uhr Lokal Baronski, Berliner Etr. 19 Zahlabend. Lichtenberg. 114. Abt. 814 Uhr gemeinsamer Zahlabend Schule Eckzarnweber- straße. Zimmer 79.— 116. Abt. 7 Uhr Kuabenmittelschule Marktstr. 12 Dortrag des Genossen Wuschick über:„Die politische Lage.— 117. Abt. 7-4 Uhr gemeinsamer Zahlabend Schule Liickstr. 69. Ref. Gen. Adolf Hofs- mann, M. d. R., über:„Kirche und Schule".— 118. Abt. 7 Uhr: Zahl- abend und Abteilungsversammlnng bei Tempel, Gudrunstr. 7. Bericht vom Bezirkstag und„Die Politische Lage".— 119. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Zahlabend im Caeilienlnzeum, Raihausstr. 8. Vortrag des Genossen Land- lichter Rüben über:„Justiz» und Rechtsfragen in der Republik". Von 7 bis 7-,-! Uhr Beitragskassierung. 122. Abt. Biesdorf. 8 Uhr bei Porath. Marzahner Str. 81. Thema:„Die jetzige Regierung und ihre Aufgaben". Ref. Gen. Brinitzer. 123. Abt. Kaulsdors. 7-4 Uhr im Zeichensaal der Schule Adolfstr. 26. 124. Abt. Mahlsdorl. 8 Uhr Lokal Anders, Bahnhofstr. Bericht vom Bezirkstag. 126. Abt. Weißensee. 714 Uhr Mitgliederversammlung bei Galla». 128.-139. Abt. Pankow. 714 Uhr Zahlabende: 128. Abt. 1. Gruvpe bei Selnze, Kaiser-Friedrich. Ecke Berliner Str. 2. und 3. Gruvve he! Meetz. Berliner Str. Ecke Lind-nvromenade. 129. n. 139. Abt.: gemeinsam im Jugendheim, Breite Str. 32. Derichterstattuna vom Bezirkstag. Zwecks Abstemvelung müssen alle Fnnktionärkarten mitgebracht werden._„,, 131. Abt. Riederschönhaiisen. 7-4 Uhr bei Schönherr, Lindenstr. Zahlabend. 133. Abi. Buchhol,. 8 Uhr Zahlabend bei Kaehne, Berliner Sir. 89. 137. Abt. Neinickendors-West. 714 Uhr Zahlabend im Bolkshans, Echarnweber- straße 114.„Bericht vom Bezirkstag". Die Bezirksführer müssen einladen. 136. Abt. Reinickeudors-Ost. 714 Uhr Bezirksabende. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag. 1./13. Bezirk: Jugendheim, Seebad, Restdenzstr. 49. 14., 15. und 16. Bezirk: im Bürgergarten, Hauvtstr. 56. 138. Abt. Sermsdorf Frohnau. 714 Uhr Lvzeum Lnmboldtltr. Thema:„Die politische Loge". Ref. Gen. Kreutziqer. 139. Abt. Tegel. 714 Uhr im Zeichensaal der Mädchenschule Treskvwstr. 25. Thema:„Die Koalitionsregierung". Ref. Gen. Kietzmann. 149. Abi. Borsigwalde und 149» Abt. Wittenau. Semeinfamer Zahlabend 714 Uhr Lokal Woitsthach, Borsigwalde, Ernststr. 1. Boriraa des Genossen 6. Schäfer über:„Der letzte Generalüreii und die Stellung der Partei". Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Die Borsiandsützunq findet erst um 614 Uhr statt. 141. Abt. Rosenthal. 7-4 Uhr Lokal Schmidt, Lindenallee 43. Thema:„Partei und Gewerkschaften". Res. Gen. Arthur Dohlke. 143. Abt. Waidmannslust. 714 Uhr Schule Kurhausstr. Zahlabend. Thema: „Die politische Lage". Ref. Gen. Gustav Kahmann. Sport. Rennen zu Ruhleben am Montag, den 10. September. 1. Rennen. 1. Vesuv(Weidmüller), 2. Vyl-erberg(Speer). 3. Nina» I(Treicherz). Toto: 10: 10. Platz: 12, 93, 21: 10. Ferner liefen: JohanniSläfer, Longobarde, Kinori, Gertrud Bingen, Liese<$., Harletin, Else B. I. Fedcrnelke. 2. Nenne n. 1. Lump(Müller), 2. Alpensex(Elias), 3. Barometer (Kerrhut). Toto: 05: 10. Platz: 24, 17, 27: 10. Ferner liefen: Zcenic, Ludmill I, Hiidcbrandt, Frieda Bingen, Allelei B., Flora Bingen, Oucra, Ipsilanit, Seewind. 3. Rennen. 1. Erbschaft(Jauß jr.), 2. Simplex(Ringius), 3. De- borah W.(Mills). Toto: 33: 10, Platz: Ig, 13. 16: 10. Ferner liefen: Heideprinz I, Lusiiger Bruder, Fi cd Wittes jr., Tasna, Amorette, Ehrengabe. 4. R e n n e n. 1. Franlenslein(Ringius), 2. Precious WatlS(Weiß), 3. Prinzeß Eiawah(Großmann). Toto: 155: 10, Platz: 37, 18, 19: 10. Ferner liefen: Altgold, Siegleicht, CrasiuS, Corona Mc. Kinnoh, Kluck, Importeur. 5. R e n n e n. 1. Pechfackel(Trenherz), 2. Stella Hars(Steiger), 3. Harry W.(Jürgens). Toto: 43: 10, Platz: 18, 17: 10. Ferner liefen: Fasner I., Koranna, Della. 6. R c n n e n. 1. Diana VII(Jauß jr.), 2. Prinzetz Magow(Großmann), 8. Apselblüte(Krauß). Toto: 44: 10, Platz: 22, 31, 47: 10. Ferner liefen: Le petit Louwu, Abdulah Siver, Maischall Hindenburg, Manired, Kocuba, Allcitony. Adler, MIß Gregor, Aktorio, Edelsealand. 7. R e n n c n. 1. Wildkatze(Großmann/, 2. Rosa Fordes(Lautenberg), 3. Eitran(Hartseil). Toto: 34: 10, Platz 20, 70, 26: 10. Ferner liefen: Schwarzwaldmädel, Claudia, Olley B., Oslersreude, Diaphora, Cadiac Axworthy, Ludwig R., Dompfaff, Lockung. 8. R e n n c n. 1. Johannes(Kaupper jr.), 2. Erdmonn(Ringius), 3. Stuart WebbZ(Staeger). Toto: 53: 10, Platz: 12: 10. Ferner liefen; gleit. Jung Borgsried. 9. Rennen. 1. Fledermaus II(Kaupper jr.), 2. Filmdiva(Treu- herz), 3. Brilon(Faul). Toto: 15: 10, Platz: 11, 17, 12: 10. Ferner Uesen: Taisun I, Gudrun II, Fenelon, Teufels bart. GL Arbeiter- Sport A Arbeitersport und Partei. Berlin lasch und wenig verständnisvoll, auch fehlte vor allen Dingen der Eifer. Gut waren die Verteidigung und die beiden Außenläufer. Auch Reimann zeigte manchmal gute Momente. Im Sturm fehlte der ZusammenDas hier angeschnittene Thema wird durch folgende Zuschrift hang. fortgesetzt: " P Kanuregatta des Freien Kanu- Bundes. Aus der Partei. Organisationsbeschlüffe über die Politik der Partei. Düsseldorf. Eine sehr start besuchte Funktionärkonferenz der VSPD. des Unterbezirks Düsseldorf nahm am 29. Auguft eine Entschließung an, die sich zunächst gegen die Art und Weise richtet, wie die Koalitionsregierung zustande tam. Sie bemängelt ferner, daß in dem Programm der Koalitionsparteien feine Gewähr für die Erfassung der Sachwerte gegeben ist. Sie erwartet von der Parteileitung, daß sie sich bei der Durch führung des Programms der Millionen erinnert, die hinter ihr stehen, und daß sie im gegebenen Augenblick diefe Millionen zu m Kampfe aufruft. S Die Versammlung gelobt, für die Einheit der Partei -die eine Lebensnotwendigkeit nicht nur für das deutsche, sondern in hohem Maße für das internationale Proletariat und den So zialismus bedeutet mit aller Entschiedenheit einzutreten. Auf das schärfste verurteilt sie die Zersplitterungsarbeit und die nationalihärfste verurteilt sie die Zersplitterungsarbeit und die nationali stische, zum Krieg führende Propaganda der Kommunisten. und gelobt, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gegen diese Sie erkennt, daß diese Propaganda eine Weltgefahr bedeutet, Propaganda anzufämpfen." aus der Regierung austreten, wenn sie sehen, daß ihnen die Durch Zum Schluß wird in der Resolution verlangt, daß die Genossen aus der Regierung austreten, wenn sie sehen, daß ihnen die Durch führung der aufgestellten Forderungen unmöglich wird. Je öfter dieses Thema im Arbeitersport" des Vorwärts" zur ,, Die Versammlung heißt es in der Resolution weiter Sprache fommt, um so mehr regt es die sozialdemokratischen ArEine der jüngsten Wassersportarten, man kann wohl sagen, die erkennt an, daß die Partei vor einer überaus schwierigen und ver beitersportler an, darüber nachzudenken, warum die Dinge unter der jüngste überhaupt, ist der Kanusport. Noch vor wenigen Jahren antwortungsvollen Situation stand, sie ist aber der wohlbegründeten sozialdemokratischen Arbeiterschaft in sportlicher Hinsicht so im argen das Stieftind des Wassersports, die Sportart, die man als nicht Auffassung, daß im gegebenen Augenblick die bürgerlichen Koalitions. liegen. Als Leiter eines Kartellbezirks will ich daher vollwertig betrachtete, hat sich der Kanusport immer mehr ausge- parteien vor der Regierungsbildung auf die Forderungen der meine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen zum Besten geben. breitet und viele alte Wassersportler in seinen Bann gezogen. Ver- SPD. hätten verpflichtet werden müssen. Zu der von den In erster Linie muß ich feststellen, daß man in meinem Kartell- hältnismäßig sehr spät wurde begonnen, die Arbeiterfanufahrer zu bürgerlichen Parteien in dieser Frage abgegebenen Erklärung hat die Versammlung durch die Erfahrungen der letzten Jahre bes bezirt gar nicht daran denkt, von irgendeinem Parteistandpunkte aus eine: Organisation zusammenzufassen. Erst in den Augusttagen stärkt tein Vertrauen. die Arbeit und sportliche Tätigkeit der Genossen zu betrachten. Da des vergangenen Jahres wurde der Freie Kanu- Bund, die Organisation der Arbeiter- Paddle: gegründet. Bon wenigen Genossen ge- Die Versammlung erkennt an, daß die restlose Durchführung der gegen steht einwandfrei fest, daß die AJ. im Ortsausschuß für gründet, hat der Freie Kanu- Bund jetzt eine Stärke erreicht, die zu Forderungen der VSPD. in Verbindung mit den jüngsten Forde Jugendpflege jeden auftauchenden Turner und Sportler, ohne ihn ben besten Hoffnungen berechtigt. Doch war die Tätigkeit und rungen des ADGB. wonach auch nicht vor der Beschlagnahme auf Herz und Nieren zu prüfen, durch die Kommunistenbrille be- Propaganda in Antetracht der schwierigen wirtschaftlichen Verhält. von Waren und Betrieben zurückgeschreckt werden darf- wenigstens trachtet und in rein sportlichen Fragen, von denen die AJ. infolge niffe nur auf Berlin und Brandenburg beschränkt und deshalb einen Anfang zu einem Ausweg aus den heutigen unhaltbaren ZuMangel an Sportfachleuten wenig versteht, einfach bekämpft. Für wurde von allen Arbeiter- Ruderern und Baddlern die Bereinigung ständen ermöglicht, wenn auf dem allerschnellsten Wege eine Beis die A3. ist eben jeder Sportler Kommunist, womit sie weit gefehlt des Freien Ruder- Bundes und des Freien Kanu- Bundes zum legung des Rhein- und Ruhrkonflitts erfolgt. Sie stellt sich voll und ganz hinter diese Forderungen und Be hat. Nur die Freie Turnerschaft Groß- Berlins tommt für die JA. Freien Ruder- und Kanu- Bund und der Beschluß, den Bund über schließlich noch in Frage. Unter diesen Umständen haben wir öfters ganz Deutschland auszudehnen, mit lebhaftem Beifall und voller[ trebungen und gelobt, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln in Ortsausschußsizungen für die Jugendpflege die Tatsache zu ver- Beminn für die Zukunft begrüßt. Wurde doch jetzt den bestehenden für deren Berwirklichung zu kämpfen. in Ortsausschußsizungen für die Jugendpflege die Tatsache zu ver- bürgerlichen, sich immer noch neutral bezeichnenden Verbänden ein zeichnen, daß sich zum Gaudium der bürgerlichen Vertreter die Ge- roter Bund gegenübergestellt. Noch sind viele Arbeiter und Angenoffen der eigenen Partei in den Haaren liegen. Mußte boch fogar stellte Mitglieder der bürgerlichen Sportvereine, laffen sich von der einmal ein den Vorfiz führender Stadtrat den streitenden Parteien sogenannten„ Neutralität" einlullen. Doch in immer größerem empfehlen, ihre schmuzige Wäsche anderswo zu waschen. Eine Auf- Maße tommen sie zu der Erkenntnis, daß sie zu uns gehören, daß forderung an die A., sich dem Kartellbezirk anzuschließen, wurde die Arbeitersportbewegung ein Teil der Arbeiterbewegung über. von den AJ.- Bertretern in ziemlich anmaßendem Tone abgelehnt. haupt ist. Nächst dem am 23. September 1923 stattfindenden Warum? Diese Frage ist mir bis heute noch unklar geblieben. Die Dauerrudern und-paddeln des Freien Ruder- und Kanu- Bundes AJ. fängt an, Turnen und Sport unter ihren Mitgliedern zu pflegen. war die kürzlich auf dem Rummelsburger Gee abgehaltene Erste Ranu Regatta" das Ziel alle: Arbeiterfanufahrer. Vorläufig bedeutet dies nur eine kleine Konkurrenz den bestehenden nicht im Kampfe um Diplome, Ehrenzeichen oder sonstigen Sieges Arbeitersportvereinen gegenüber. Nimmt die Turn- und Sport- trophäen, sondern im friedlichen Wettkampf standen sich die Arbeiter bewegung innerhalb der AJ. erst zu, dann entbrennt von neuem fanufahrer gegenüber. Waren doch noch außer den Berliner Geunter den eigenen Barteigenoffen der Zwiespalt. Derartige Umstände roffen auch Genossen aus Forst und Halle erschienen. Berschiedene tragen dazu bei, daß die Arbeiterturner und sportler sich um die Arbeitersportorganisationen aus dem Reiche mußten allerdings in Bewegung innerhalb der Partei wenig befümmern, zumal die Bartet Anbetracht der wirtschaftlichen Nöte ihre Zusage zurückziehen. Nach gegen Genossen, die sich im bürgerlichen Sportlager befinden, absolut jedem Lauf die vier Besten. Die einzelnen Ergebnisse wazen: spannenden Vorfämpfen qualifizierten sich für die Endkämpfe in nichts unternimmt. Ueberhaupt zeigen die Parteigenossen in puncto Arbeitersport mitunter eine Unkenntnis, die bei einem denkenden Boot Frena"( F. R. B.) 6,34; 2. 28. Strohschein- D. Sperfeldt Boot ,, Spaz" 1. Rennen. Doppel- Rajat Scharpie 1000 Meter. 1. C. Bergens- A. Büttner Arbeitersportler das größte Mißtrauen erregen muß. ( K. G. Kalbe- Böllberg) 6,36; 3. B. Jülich- F. Bühler Boot Tree- Love"( F. K. B.) 2. Rennen. Einer- Rajat Rundspant 600 meter. 1. B. Blök( R. G. Salle 6,53%; 4. 3. Thierbach- H. Meisen Boot Freier"( B. A. Forst) 6,55. Bönberg Boot Freiweg" 4,52; 2. B. Jülich( F. A. B.) BootSphing" 5,15; Anneliese 5,22. 3. E. Kirschte( F. K. B.) Boot Mulle" 5,19; 4. O. Bürger( F. K. B.) Boot 3. Rennen. Doppel- Ktajat Sharpie gemifct 600 Meter: 1. P. Zadow- Gerter. Ralisch( F. R. B.) Boot Freya" 5,07; 2. M. Schroer- Frizi Boot Knauerhafe( F. K. B.) Boot enfios" 5,38; 3. G. Raiser- Elli Eich( F. R. V.) Butti 5,45. 4." Rennen. Doppel- Ranadier gemischt 600 meter. 1. R. Prinz- Sedwig Bring( F. R. B.) Boot Kramp" 5,18; 2.. Richter- annel. Bürger( F. K. B.) Boot Fichte" 5,35. 5. Rennen. Doppel- Kajat Rund fpant( 2 Damen) 600 Meter. 1. Marg. Regulin- Else Rabenader( F. R. 3.) Boot Marga" 5,15; 2. Gertr. Salisch- Klara Knauerhase( F. R. B.) Boot Anneliese" 5,40; 3. Liffy Jena- Frigi Knauerhase( F. R. B.) Boot Träumer" 5,55.-6. Rennen. Doppel- Rajat Rundfpant 1000 Meter. 1.. Löwenstein Die Veranstaltung der Roten Sportinternationale" E. Drekler( Ruderfreunde) Boot Rofel" 6,08; 2. 3. Gcheibe R. Gazared und des Arbeiter Turn- und Sportbundes"( 1. Kreis)( R. G. Salle- Bönberg) Boot Sphing" 6,25; 3. R. Jülich- F. Bühler( F. R. B.) zu Ehren der in Berlin weilenden russischen Fußball Boot Anneliese" 6,27; 4. C. Kirschke- R. Dadelow( F. R. B.) Boot ,, Mulle" 6.30. spieler im Lichtenberger Stadion war von vornherein durch die War schon diese Regatta ein voller Erfolg und eine gewaltige Art ber als Rätte Jahre in Grünau stattfindende erſte gemeinschaftliche Regatta bes Art der Propaganda als eine Kundgebung für Räte Propaganda für den Arbeiter Wassersport, so wird die im nächsten gekennzeichnet. Der Besuch war so gut, daß die Schlautöpfe an Freien Ruder- und Kanu- Bundes eine noch größere Anziehungsder Kasse statt dem befanntgegebenen Eintrittspreis von 100 000 m. fraft auf alle Klassengenossen ausüben. Bald wird mit den Bor. Von der Reichsregierung wird weiterhin erwartet, daß sie alle gleich 500 000 m. nehmen durften. Während der Veranstaltung arbeiten begonnen werden, um diesen friedlichen Wettstreit zu einem Mittel, die mit der Freiheit des deutschen Bolkes und der Souveräni boten junge Burschen und Kinder die Geistesprodukte der KBD. an. Treffpunkt der gesamten Arbeiter- Ruberer- und Kamufahrer Deutsch tät des beutschen Boltsstaates zu vereinbaren find, anwendet, um Als Ersag für die" Rote Fahne" gab es„ Neue Spartatusbriefe". lands zu machen. Zuschriften an den Freien Ruder- und Kanu- den Kampf an Rhein und Ruhr zum ehrenvollen Abschluß Beiter wurde die„ Rote Faust" verkauft und dazu Neue Ziele und Bund find zu richten: den Rudersport betreffend, an den 1. Bor- zu bringen. Wege der Betriebsrätebewegung". Schließlich war der Moment ge- fizenden des Freien Ruder- Bundes, Genoffen Paul Stügelmeyer, Die Konferenz stellt sich in der Rheinlandfrage vollfommen, wo die Moskauer das Stadion betreten sollten. Die Ka Berlin- Stralau, Friedrich- Junge- Str. 7, den Ranusport betreffend, inhaltlich auf den Boden der Ausführungen des Reichskanzlers, daß pelle stimmte die Internationale" an und unter Führung eines an den 1. Borsigenden des Freien Kanu- Bundes, Genossen Bern es für das deutsche Volt teine Rheinlandfrage, wohl aber eine russischen Sportlers marschierte die Mannschaft ein. Die Beifalls hard Tromißsch. Berlin D. 27, Grüne: Weg 102. Die deutsche und Wiedergutmachungsfrage gibt. regie funktionierte portrefflich. Es wurde tüchtig geflatscht und deutschösterreichische Arbeiterpresse wird um Nachdruck gebeten. Heil Mostau!"- Rufe schwirrten durch die Luft. Dann wurden Ansprachen gehalten; ein Redner überbrachte den gemeinsamen Will. fommensgruß der Roten Sport- Internationale" und des Arbeiter Turn- und Sportbundes, dann sprach ein ruffischer Kommunist, der das revolutionäre Proletariat Deutschlands und die Arbeiter und Bauernregierung hochleben ließ. Durch all diese Dinge werden die sozialdemokratischen Turner und Sportler ihrer eigenen Partei zuweilen entfremdet, da man auch in den Abteilungsversammlungen derartige Beschwerden stumm zur Kenntnis nimmt. Man sollte derartige Fragen nicht immer wieder im Papierforb verschwinden lassen und sie stets von neuem den zurzeit noch tauben Ohren predigen. K- Mitarbeiter: " Moskau Berlin. " Duisburg. Für den Unterbezirk Duisburg- Mülheim- OberhausenHamborn fand am 2. September in Oberhausen eine gutbesuchte Funktionärkonferenz statt. Folgende Entschließung fand einstimmige Annahme: Unterbezirks Duisburg- Mülheim- Oberhausen- Hamborn der VSPD. Die am 2. September stattgefundene Funktionärkonferenz des hält den Eintritt der Partei in die Reichsregierung unter den gegen wärtigen außen- und innenpolitischen Verhältnissen als eine bittere aber notwendige Tat, um den aus allen Wunden blutenden deutschen Volksstaat vor Zerfall und Zusammenbruch zu retten. Vorausseßung ist, daß die vom Parteivorstand gestellten Forderungen, insbesondere die der Erfassung der Sachwerte, auf dem schnellsten Wege ihre Verwirklichung finden. Die Mitglieder der Partei des Unterbezirks werden alles tun, um den in dieser Richtung Don Partei und Regierung getroffenen Maßnahmen Geltung zu verschaffen, die in der Regierung tätige Genossen durch intensive Aufklärung in den Streisen der arbeitenden Bevölkerung zu unterftüßen, und erwartet andererseits, daß der Parteivorstand und die darauf, antommt, den geſtellten Forderungen reſtios Gültigkeit zu Regierung vor den schärfsten Mitteln nicht zurückschrecken, wenn es verschaffen. Die Konferenz gelobt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für die Reich seinheit und der damit verbundenen Erhaltung der deutschen Republit zu kämpfen und rechnet dabei auf die Solidarität aller deutschen Stämme. Denjenigen Deutschen aber, die die Not des Boldes dazu benutzen und sich um persönlicher Bor teile willen dazu hergeben, für die Abtrennung der Rheinlande einzutreten, spricht die Konferenz ihre tiefste Berachtung aus. Der gefamten Arbeiterschaft aber rufen wir zu: Augen auf! Hütet euch Sportfest der Arbeiterradfahrer. Ein sportliches Ereignis ersten Ranges dürfte die Veranstaltung zu nennen sein, die der Arbeiter Radfahrerbund Solidarität" Gau 9( Provinz Brandenburg) unter dem Namen 4. Gaufaalsportfest stattfinden läßt. Die am 15. September in sämtlichen Räumen der Neuen Welt" in Berlin vor sich gehende Veranstaltung wird zirka 50 Ortsgruppen des Gaues zum friedlichen Wettkampf auf allen Gebieten vor dem Wolf im Schafspelz!" des Saalsports zusammenführen. Neben einem 24er Begrüßungsreigen werden Schul-, Kunst- und Farbenreigen gezeigt werden. Das neuerdings immer mehr in Aufnahme geratene Radpolo- und Radballspiel wird ebenfalls gezeigt, ferner ein Städtewettkampf zwischen Leipzig und Berlin. Alle Anfragen über das Gausa aliport fe ft find an den Bauvorsitzenden Richard Hanich, Berlin- Wilmersdorf, Kaiserallee 188, zu richten. 21 Ueber die sportliche Seite der Veranstaltung berichtet unser Berlins Anstoß wird gleich von den Läufern Mostaus abgefangen. Auch ein unternommener Borftos Mostaus gelingt nicht und wird ebenfalls nach vorn au halblinks bugsiert. Diefer gibt den Ball zu weit nach außen. Zunächst dann mittelfelbfpiel, wobei man die Berständigung unter den Berliner Stürmern vermiffen läßt. Mostaus Berteidiger find fofort ball. ficher, schieben zum Haf, diese wieder zum halbrechten Stürmer. Diefer mit dem Ball auf und davon, umspielt ben Verteidiger Berlins und schießt äußerst placiert in der 8. Minute das erste Tor für Mostau. Es war für den Salb. rechten eine Glanzleistung. Kurz nach Anstoß derselbe Spieler, dribbelt famos, gibt elegant zu halblints, der auch gleich entschloffen schießt. Der Ball wird zur Ede gelentt. Diese bringt nichts ein. So muß die Berliner Berteidigung Berliner Schwimm- Union 1913. Die Uebungsstunden finden ieht für fämt. hart und aufopfernd arbeiten. Mit fchönem Rombinationsspiel bringt der liche Abteilungen reserviert statt. Jeben Mittwoch von 347-29 Uhr in der Innensturm den Ball gut vor, halblinis schießt flach, doch wiederum eine Ede städtischen Badeanstalt in der Baerwaldstraße, jeden Freitag von 6%-8% Uhr ist das Ergebnis. Mostau drückt weiter. Die aufopfernde Berliner Verteidigung im Stadtbad Friedrichshain( an der Schillingsbritcke). Am Donnerstag, ben findet bei ihren Stürmern keinen Anklang: benn alle noch fo gut abgewehrten 13. Geptember, wichtige Sigung für Mitglieder über 17 Jahre abends pünkt. Angriffe der Mostauer werden jedesmal fichere Beute der Mostauer Läufer lich 8 Uhr im Vereinslokal von Torno, GO. 16, Michaelfirchstraße 28. reihe, welche den Berliner Sturm vollkommen deckt. Sit ber 20. Minute stelt S. B. Borwärts", Gruppe Lichtenberg. Dienstag, ben 11. September, der famose Salbrechte Mostaus durch glanzvolle Einzelleistung das Resultat reservierter Uebungsabend in Stadtbad Friedrichshain. Billetts an der Raffe auf 2: 0 für Moskau. Weiter feht sich der Moskau- Sturm vor das Berliner nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches von 6% Uhr ab. Breise für diese Tor fest und erzielt eine Ede, die auch eingeföpft, aber gehalten wirb. Jm Woche: Erwachsene 400 000 m., Jugend bis zu 18 Jahren 200 000 m., Kinder Berlaufe diefer Belagerung jagt der Mittelstürmer Mostaus in der 38. Minute 60 000 0. Sonnabend, den 15. September, Gruppenversammlung im Realer einen Bombenschuß in die Maschen. Entscheidung des Schiedsrichters lautete heim, Jungstraße. Ede Weserstraße. Erscheinen aller, da wichtige Befchliffe auf Abseits. Berlin möchte, doch kann nicht, weil der Sturm zu müßig spielt, vorliegen, ist Pflicht. Gonntag, den 16. September, Abbaden im Geebad auch fehlt eine gewisse Berständigung. unermüdlich ist indessen Mostaus Lichtenberg um 3 Uhr. Gruppe Süben. Die refervierten Uebungsabende für Sturm, doch wird der Halbrechte fest mehr gebedt. Doch endlich ist es ihm die Winterbadezeit sind wie folat feftaefent: Abt. Baerwaldstraße jeden Freitag wieder gelungen, die Berteidigung zu umspielen, und schräg schießt er aufs von 7-9 Uhr gemeinsames ücben beider Geschlechter. Erfter Uebungsabend Tor. Nur durdy Hinwerfen lenkt der Tormann den Ball aus dem Lot, doch am Freitag, den 14. September. Abt. Neuköln: Jeben Mittwoch von 7-9 Uhr das Geschid ist burch den inzwischen, herbeigelaufenen Salblinten Mostaus be im Stadtbad Ganghoferstraße. Erfter Uebungsabend am Mittwoch, den fiegelt; mühelos schießt er Nr. 3 ein. Berlin wird die Sache zu bunt und 19. September. Der Uebungsabend der Damen- und Mädchenabteilung ist versucht aufzukommen. Rechtsaußen bekommt eine fpige Vorlage, schiebt gut ebenfalls auf den Mittwoch verlegt. Es stehen beide Schwimmbeffins zur Berzur Mitte, doch diese knallt daneben. Dann flantt lintsaußen au halbrechts, fügung und wird getrennt gebabet. Jedes Mitglied ist verpflichtet, an der auch hier wird knapp über die rechte Torede gefnallt. Dann ist Selbaeit. Raffe fein Mitgliedsbuch oder farte vorzuzeigen, sonst kein Sutritt aur Babe Stach dieser tritt fofort wieder ber halbrechte Moskaus in Aftion. Ein anstalt. Better Monat muß bezahlt fein. Bon 6% Uhr an werben rüdstän schneller Lauf und Schuß, welcher knapp daneben geht. Bei einem erneuten bige Beiträge affiert. Die Eintrittspreise an den Bereinsabenden betragen Durchbruch bringt Reimann durch energisches Dazwischenwerfen Mostau um ungefähr zwei Drittel der Tageskaffenpreife. Am 11. September Schwimmeinen weiteren Erfolg. Hierbei war deutlich zu beobachten, daß Mostau die martefißung 8 Uhr. Am 13. September Funktionärßigung 7 Uhr; beide in der Regelart Angriff auf den Torwart" nicht bekannt ist. Aber bald darauf Schule Forster Straße. erzielt Salbrechts durch Bombenschuß Nr. 4. Moskau drückt weiter und erzielt wiederum eine Ede. Diefe verläuft ergebnislos. Immer aufopfernder muß die Berliner Verteidigung arbeiten, jedoch fönnen sie nicht verhindern, daß der Mittelstürmer, bei vorheriger Kombination des Innensturms mit pla ciertem Schuß Nr. 5 einfendend, dem 5 Minuten später durch den Linksaußen Nr. 6 angereiht wird, welches aber zu halten war. Berlin ist sichtlich erschöpft und kann sich nur noch auf Berteidigung legen. Nur vereinzelt kommt Berlin vor, aber bie lekte Ecrante ist ebenfalls für Berlin unüberwindbar, denn auch der Torwart Mostaus versteht fein Fach. Kurz vor Schluß wacht die Ber. liner Mannschaft nochmals auf. Das Moskau- Tor tommt reichlich in Gefahr. Eine sehr gut vorgetragene Kombination der Berliner Stürmer bringt bie felben bis dicht vors Tor. Der anschließende Schuß wird aber au ungenau eingegeben. Immer fchneller wird Berlin. Der Kampf gewinnt augenblidlich an Intereffe. Es wird sogar eine Ede erzielt; aber zu fpät diese Anstren. gungen. Mit grellem Pfiff des Schiedsrichters ist dem Spiel ein Ende beMostau eine förperlich gut entwickelte, auf hoher Technit stehende Mann. schaft, welche über den entsprechenden Eifer verfügt. reitet. Vorträge. Vereine und Versammlungen. 6. B. Neptun 1894. Sichtenberger und Raulsdorfer Abteilung. Gemeinschaftliches Anbaden Freitag, den 15. Geptember, abends 7 Uhr, in der Städti schen Badeanstalt an der Schillingsbrücke. Mitgliedsbücher und-Barten firb als Benitimation mitzubringen. Billetts an der Raffe. Mitglieder, die nicht im Befis ihrer Bücher und Karten find, können diefe bort erhalten. Abbaden der Raulsdorfer Abteilung Sonntag, den 16. September, nachmittags 3 Uhr. ichtenberger haben ebenfalls zu erscheinen. Dienstag, den 11. September, Sigung fämtlicher Funktionäre. Athletik- Sport- Club e. B. Leichtathletik Soden Sandball Rubern. Männer, Frauen, Jugend- Abteilung. Jeben Dienstag und Donnerstag Leicht athletit. und Handball- Training auf dem Fichteplak, Baumschulenweg, Eich hufch- Affee. Jeben Freitag Socken- Training auf dem Sportplay Goklerstr. 48. Bertreter der Socken- Abteilung: Walter Breeh, Baumschulenweg. Baumschulen. ftrake 84-85. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, 8inzendorf Straße 7. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch 7 Uhr Weinmeisterstraße, Sihung eller Männerturnwarte. Rothenburg( Schlesien). Eine Konferenz für den Unterbezirk Rothenburg, die in Horta tagte, nahm folgende Resolution an: Die am 2. September in Horta tagende Unterbezirtstonferenz der BSPD. für den Kreis Rothenburg erkennt an, daß nach dem von unserer Partei erzwungenen Rücktritt der Regierung Cuno bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen im Parlament tein anderer Weg übrig blieb als der Eintritt unserer Partei in die Reichsregierung. Die Konferenz ist sich der schmeren Belastung der Partei und der Gefahren bewußt, billigt aber trotzdem als letzten Versuch die Teilnahme unserer Partei an der Reichsregierung. Sie erwartet von unseren Vertrauensmännern in der Regierung und von der Reichstagsfraktion die Durchführung des von der gesamten Partei gebilligten Aftionsprogramms und weiterer in dieser Richtung liegenden Forderungen. Gegen die Steuerdrückeberger muß unnachsichtlich durchgegriffen werden. Sollten die Kapitalisten durch Schließung von Betrieben und Einführung von Kurzarbeit gegen die Maßnahmen der Regierung arbeiten, so, muß zur Enteignung der in Frage kommenden Betriebe geschritten werden. Stellt sich die Unmöglichkeit der Durchführung unserer Forderungen heraus, dann müssen unsere Bertrauensmänner aus der Regierung zurückgezogen werden. Die Konferenz fordert die Genoffinnen und Genossen im Bezirk auf, die Macht der Partei immer mehr zu stärken und dadurch die Fraktion des Reichstages in ihrem Kampfe um die Besserstellung der Lage des arbeitenden Bolkes zu unterſtügen." Dresden. In einer zahlreich besuchten Funktionärversammlung am 31. Auguft wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: Die heute in den Annensälen tagende, von über 2000 Parteifunktionären und Betriebsvertrauensleuten besuchte Versammlung Spricht der Regierung Dr. Zeigner das vollste Vertrauen aus und verpflichtet sich und die Bartei, die Regierung auf das nachdrücklichste zu stüßen. Die sozialistische Regierung hat im Rahmen der Landespolitit alles überhaupt Mögliche getan, um die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Arbeiterschaft zu schüßen und zu fördern. Die sozialistische Arbeiterschaft wird daher die Regierung gegen alle Angriffe von bürgerlicher Seite auf das entschiedenste verteidigen. Die Funktionäre meisen aber auch in voller Einmütigkeit die in der kommunistischen Presse erschienenen Angriffe gegen die sozialistische Regierung als unberechtigt zurück. Der Sturz der fozialistischen Regierung würde für die Arbeiterschaft wirtschaftlich und politisch das größte Unglück sein. Die Kommunistische Partei hat por der fächsischen Arbeiterschaft die volle Verantwortung zu tragen, wenn unter der Mitwirkung der KPD. die Regierung gestürzt würde. feft zur Partei zu stehen, um den kommenden Kämpfen gegen die weitere Berelendung der Arbeiterklasse Stoßkraft und Erfolg zu sichern. Von der Reichstagsfraktion verlangen sie, daß sie mit aller Entschiedenheit die Durchführung ihrer Regierungsforderungen, vor allem die Erfassung der Sachwerte und die Entfernung Dr. Geßlers aus dem Reichswehrministerium betreibt." Berein der Freibenker für Feuerbestattung e. V. Für den Monat Sep. tember find folgende Beiträge fällig: 6-16 Jahre 150 000., 16-50 Jahre 300 000 02., 50-55 Jahre 1800 000 0., 55-60 Jahre 3 600 000 90., 60 bis Troß der Koalition im Reiche verpflichten sich die Bersammelten, 65 Jahre 5 400 000 m., über 65 Jahre 7 200 000 02. Die obigen Altersfäße gelten nur für Mitglieder über 50 Jahre, die nach dem 1. April d. bem Verein beigetreten sind. Wer heute seine Beiträge verspätet zahlt, muß höhere Säge entrichten. Wetter bis Mittwoch mittag. Etwas fühler, troden und überFreitag, 14. September, abends 7½ Uhr, im Lindenpart. Sauptfte. 14. Kamerab wiegend heiter, an der Küste teilweise stärker bewölti bei schwachen westlichen Winden Gemeinschaft proletarischer Freibenter. Freidenkerschule. Dienstag, den 11. September, abends 7% Uhr, findet in der Schule Niederwallitraße 12 ein Vortrag des Genossen Herre- Leipzig: Was wollen die proletarischen Frei benter?" statt. Die Funktionäre der Gemeinschaft sind besonders eingeladen. Neichsbund der Kriegsbeschäbioten. Schöneberg. Generalversammlung am Muller spricht über unsere Lage". Außerdem Wahl der Delegierten zum Gautag. Wirtschaft Goldmarkkonten der Reichsbank. aber, bet deren Rüdzahlung der Kreditnehmer entsprechend der Ent-| Baren, ob das nun Hemden, Geife, Literature oder Zigaretten feien. wertung der Mark eine höhere Summe zurückzahlen muß, Sie danten ihr Gedeihen und ihre Beliebtheit der Neigung des ist ein solcher Zinssatz zu hoch, er wird von feinem Geldmarkt Amerikaners für Erzeugnisse von einer gewissen erprobten Qualität, der Welt erreicht. Der vom Reichsrat beratene Gefeßentwurf will die durch eine bestimmte, überall vertretene Firma garantiert wird. nun das Bankgesetz dahin abändern, daß die Reichsbank die Mög- Del- und Benzinstationen säumen als„ Kettenläden" die Straßen; Die Versuche, durch ökonomische Maßnahmen die der deutlichkeit hat, für wertbeständige Kredite einen anderen, niedrigeren Schuhläger erlauben dem Reisenden, überall sein Schuhwerk bei fajen Volkswirtschaft zufließenden Devisen der Allgemein 3insfag zu nehmen als für gewöhnliche Papiermarktredite. feiner erprobten Firma zu ergänzen; dem reisenden Automobilisten heit nugbar zu machen, werden jetzt durch eine neue Einwird es ermöglicht, an jedem Drt, wie er es zu Hause gewohnt ist, richtung erweitert. Bisher wollte man Devisen nicht gern aus der Goldsparmarkverkehr der öffentlichen Sparkassen. seine Mahlzeiten einzunehmen, da auch die Hotels die VereinheitHand geben, weil man sie sonst in der Regel in Papiermark umlichung mitgemacht haben; von New York ausgehend haben vier Nach dem Runderlaß vom 4. April d. I. sollte die Deckung der große Hotelgesellschaften Einheitshotels in allen größeren Städten wechseln mußte, die sie entwertete. Insbesondere führte die Reichs- Goldsparmar feinlagen bei den Sparkassen in 6proz. Dollarschat- der Union gebaut. Die Vorbedingung für das„ Chain store"-System banf bislang nur Bapiermarffonten. Die Abrechnung eingelieferter anweisungen oder etwaigen anderen goldwerten Anleihen, die vom ist natürlich der zentrale Eintauf im großen und die VerDevisen verzögerte sich oft, so daß bei start steigendem Dollarkurs deutschen Reich oder einem deutschen Lande ausgegeben werden oder teilung des Bedarfs der vielen Niederlassungen von einer zentralen die Ablieferer Verluste erlitten. Dem wird jezt abgeholfen werden. verbürgt find, gefunden werden. Nachdem vom Reich die wert- Stelle aus. Die„ chain stores" haben gelegentlich auch manche Schon vor längerer Zeit hat die Reichsbank die Einrichtung von beständige, auf den Gegenwert van Dollars lautende An- Banffunktionen übernommen, nachdem bekanntlich durch die Festmarktonten gegen Einzahlung von Devisen leihe aufgelegt ist, bietet sich, wie der Minister des Innern in einer über die Grenzen eines Einzelstaates hinaus in der Regel untersagt Bundesgesetze die Errichtung von Zweigniederlassungen der Banten angekündigt. Dieses Projekt geht jetzt der Verwirklichung entgegen. Berfügung ausführt, diese den Sparkassen als die einfachste und ist. Einstweilen hat diese Entwicklung dem Kleinkaufmann noch nicht Soeben veröffentlicht die Reichsbant die Sagungen für einen Abzweckmäßigfte rechnungsverkehr, der in den nächsten Tagen eröffnet werden foll markfonten. Einzahlung, Rückzahlung und Berzinsung werden daher zeit gezeigt, daß beide Arten von Läden nebeneinander zu be rechnungsverkehr, der in den nächsten Tagen eröffnet werden soll zweckmäßigste Deckungsanlage für die von ihnen geführten Goldspar- den Garaus machen können; es hat sich vielmehr in der Nachkriegsund der sich auf der Grundlage der Wertbeständigkeit vollziehen fünftig in Papiermart nach dem jeweiligen amtlichen Kurse der stehen vermögen, anscheinend gehalten durch die stark gesteigerte wird. Werteinheit ist die Kontomart", welche gleich einem Zehntel Dollar gesetzt wird. Eine Gutschrift auf Kontomart- Konto folgen haben. Diese Deckungsmöglichkeit gestattet, nunmehr die An- die Dauer wird, standhalten können, muß doch fraglich erscheinen. 6proz. wertbeständigen Reichsanleihe an der Berliner Börse zu er. Rauf und Konsumkraft der Amerikaner. Ob aber der Detaillist auf fann durch Einzahlung DON Devisen im Gesamtwerte Don 100 000 Rontomart bei der Reichshauptbant erworben werden. nahme von Goldsparmarteinlagen in wettestem Il mDavon müssen mindestens 5 Prozent oder 5000 Rontomart als fange einzuführen, und auf diese Weise den Grund zu einer Mindestbetrag stehen bleiben. Bon einem Konto zum anderen nachhaltigen Wiederbelebung des Sparsinns in der BeFönnen Ueberweisungen von einem Kontomart- Konto auf das andere pölferung zu legen. Diesem Ziele tatkräftig nachzugehen ist vorverfügt werden. Dadurch wird zum erstenmal ein Abrechnungsver- nehmste Pflicht und Aufgabe der öffentlichen Sparkassen; die VorFehr in Gold bei der Reichsbant eingeführt, nachdem bereits einige schrift des erwähnten Erlaffes, wonach von einer besonderen WerbePrivatbanken zu ähnlichen Systemen übergegangen waren. Bertätigkeit für Goldsparmarfeinlagen abzusehen war, wird daher aufeinen Betrag vom Rontomart- Ronto in Papiermart abhebt, erhält gehoben. Ferner beträgt in Abänderung der bisherigen Vorschrif- 1 holländ. Gulden diesen nach dem Goldwert ausgezahlt, den die Kontomart nach ten die Kündigungsfrist für Rückforderung und Rückzahlung 1 argent. Pap.- Peso bem Mittelfurs des Dollars an der Berliner Börse hat. Man kann nur eine Woche. so auch Zahlungen in Gold vornehmen, ahne zu diesem Zwecke in jedem einzelnen Falle Devisen erwerben zu müssen. Durch diese Einrichtung wird Devisenbefizern die Möglichkeit gegeben, ihre Devisen der Reichsbant zur Verfügung zu stellen, ohne einen Wertverlust befürchten zu müssen, der eintreten müßte, wenn man meiter in Papiermark abrechnen würde. Ein befonderer Anreiz, Devisen der Reichsbank zur Verfügung zu stellen, wird noch dadurch geschaffen, daß jeder, der ein derartiges Festwerttonto eröffnet, 25 Prozent des in Devisen eingezahlten Betrages barüber hinaus in Bapiermart einzahlen und sich nach dem Tagesfurs des Dollars in Gold gutschreiben lassen kann. Dadurch ift in beschränktem Umfange die Möglichkeit geschaffen, auch Papiermart wertbeständig bei der Reichsbank anzulegen. Boraussetzung dafür ist jedoch, daß das Bierfache dieses Bapiermartbetrages in fremden Wechseln eingezahlt wird. 1 belgischer Frant. 1 norweg. Krone. Weiter wird in der Berfügung darauf hingewiesen, daß es zwed- idänische Krone. mäßig sei, den Goldsparmiartverkehr allmählich völlig unab- i schwedische Krone hängig vom Papiermarksparverkehr zu gestalten Allgemeine 1 finnische Mart Regeln hierfür aufzustellen verbietet sich durch die Verschiedenartig- japanischer gen. feit der Verhältnisse bei den einzelnen Sparkassen, deren Berpal- litalienische Lire tungen im Einvernehmen mit den Organen der Garantieverhände 1 Pfund Sterling das Maß und Fortschreiten des Abbaus selbst bestimmen müssen. 1 Dollar Weitere Borschriften bezüglich der Einführung des Goldspar1 französisch. Frant über meifungsverkehrs und der evtl. Zulaffung wertbe- Schweizer Frank ständiger Spareinlagen auf der Deckungsgrundlage von ijpanische Beseta Naturproduttanleihen bleiben vorbehalten. 100 österr. Ser.( geft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslaw. Dinar Die Geschäftsräume des Reichskommissars für Devlenerfaffung befinden sich in Berlin NW. 7, Am Weidendamm 1a( Telephonanschluß: Bentrum 6659/61). Aus diesen Angaben geht bereits hervor, daß dieser Abrech Die Arbeitslage in der Metallindustrie gestaltete sich in der Zeit nungsverkehr nur für die Produktion und den Großhandel vom 19. bis 25. August 1923 nach den Erhebungen des Deutschen berechnet ist. Der wertbeständige Gelbverfehr mit feinen Metallarbeiterverbandes folgendermaßen: Von den 1725 042 erBeträgen auf wertbeständiger Grundlage wird sich schon deshalb faßten Arbeitern waren 1416 333-82,1 Proz.( in der Borwoche In anderen Bahnen vollziehen müssen, weil nicht jeder kleine Rauf- 84,9 Proz. Bollarbeiter, 227 599 13,2 Bro( 11,2 Broz.) Kurzarbeiter und 81 110 4.7 Prog.( 3,9 Proz) Arbeitsmann und jeder Sparer über Devisen verfügt. Zu diesem Zwecke lose. Bemerkenswert ist die starke Zunahme der Kurzarbeiter im wurde der wertbeständige Sparverkehr bei den Spartaffen ein- Bezirk Bielefeld um annähernd 24 Proz. und Halle mit 10 Broz. gerichtet, der in Kürze auch zu einem Giroverkehr ausgestaltet werden Die Arbeitslage hat sich somit in der Berichtswoche weiter soll. Im übrigen ist als wertbeständige Anleihe für kleinere Be verschlechtert; die Kurzarbeiter fliegen um 2 Broz, die Arträge, soweit sie den Gegenwert eines Dollars übersteigen, die wert beitslosen um 0,8 Broz. Als Ursachen fommen die gleichen Motive beständige Anleihe des Deutschen Reiches gedacht. in Frage, die wir schon im legten Bericht aufführten; hinzu kommt noch die Sabotage der Industriellen gegen die Lohnsteuer. Der Reichsrat beschäftigt sich zurzeit mit einem Gesezentwurf, Einheitswaren und Einheitsläden in Amerita. In den Verwelcher die wertbeständigen, von der Reichsbant ausgegebenen einigten Staaten ist die Bewegung zur Herstellung von EinheitsFredite dem Publikum leichter zugänglich machen soll. Bisher galt waren in bestimmten Qualitäten, deren ferienweise Herstellung die nämlich für Kredite aller Art der amtliche Zinssatz der Reichs- Produktion verbilligt( Standartisierung), im Gange. Gleichzeitig hat bant. Er beträgt zurzeit 30 Prozent. Das ist reichlich wenig für man in Trufts zusammengeschlossene Einheitstäden geschaffen. Bapiermarkkredite, die in entwerteter Mark zurückgezahlt werden. Der amerikanische Konsument in feiner großen Masse wird jeßt, so berichtet FPS, von den sogenannten hain stores", KettenFür solche Krebite spielt ein Prozentjaz von 30 v. H. aufs Jahr läden genährt und gekleidet, deren Organisation sich wie eine gar keine Rolle. Er wird durch die Geldentwertung nicht nur her- Rette über den ganzen Kontinent und von der Nord- bis zur Südeingebracht, sondern weit mehr als ausgeglichen und bringt den grenze liegt. Diese Einheitsläden bieten allerorten unter der gleichen Kreditnehmern sogar riesige Gewinne. Für wertbeständige Kredite Aufmachung und dem gleichen Namen genau die gleichen Deutscher Metallarbeiter- Berband Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienſtr. 83/85 billigen Breifen. Keine Lombardware. Sädeankauf Gollnowstr. 2. Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr. Tel.: Amt Rorden 833, 834, 835, 836 und 6593-6595. Heute, Dienstag, 11. Septbr., nachm.] Amtliche Devisenkurse. 10. September Ränfer ( Geld-) Kurs Verkäufer ( Brief-) Kurs 7. September Käufer ( Geld-) Kurs Berkäufer ( Brief-) Kurs 20050000 16541250 20847750 20952250 17157000 17242000 2334150 2345850 2405970 2418013 8179500 8225000 8618400 8661600 9177000 9223000 9675750 9724250 1886525 13533750 1398475 24661500 2245600 13965000 14035000 1456350 1463650 26566250 2285700 19150000 16458750 13466250 24588500 2234400 26433750 2274300 229425000 230575000 289400000 240600000 50573250 50826750 52867500 53132500 2848860 2863,140 2942625 4927650 9077250 6822900 2957375 4952350 5087250 5112750 9122750 9536100 9583900 6857100 7082250 7117750 71620 1516200 71980 1523800 74182 75188 1581037 1588983 290725 289275 290725. 482790 485210 518700 521800 538650 541350 558600 561400 289275 Jugendveranstaltungen. fiche Jugendversammlung statt. Thema:„ Die Rot der arbeitenden Jugend". e Genoñen und Genoſinnen müffen erfcheinen. Anfang 7 Ube. Schöneberg. abend findet im Bindenvart, Sauptstraße, eine Bffentliften für den Kampffonds noch nicht abgeholt worden: Brik, Buchholz, Serms. Achtuna Berbebezirksleiter! Bon folgenden Abteilungen find die Gammelterfelde, Niederschönhausen, Norden, Pantom, Reinidendorf- Beft, Schmargendorf, Raulsdorf- Sild, Landsberger Biertel, Lichtenberg- Rord, Lichtenrade. Lichdorf, Schönhauser Rorstadt, Spandau, Staaten, Güden, Wannsee und Wittenau. Wir bitten, dafür sorge zu tragen, daß dieselben umgehend abgeholt werden. dingt bis Mittwoch, den 12 S.eptember, an das Jugendfekretariat eingefandt Achtung Abteilungsvorfihende! Die fehlenden Brogramme miten unbe werden. Brogramme, die nach dem 12. Geptember eingeben, tönnen nicht im Jugend voran" aufgenommen werden. Cine Signng der Mäbchenvertreterinnen aus den Werbebezielen findet hente abend 7 Uhr im Jugendbeim. Lindenstr. 3( Distuffionszimmer) statt. Jeder Werbebezirk muß vertreten sein. # Copenid. Jugendheim Grünauer 5. Bortrag: Der Bismarcbund". Renton III. Jugendheim Rogatstr. 53. Vortrag: Wider den Faschismus". Niederschöneweide. Jugendheim Berliner Str. 31." Bortrag: Die Ahnenreihe des Menschen". Nororing. Jugendheim Scherenbergstr. 7. Mitgliederverfammlung. Prenzlauer Borstadt. Jugendheim Oberberger Str. 57. Badeanstalt. Distusfionsabend: Arbeitersportfeit". Reinickendorf- Oft: Jugendheim Geebad Residenzſtr. 46. Distuſſionsabend. Legte Nummer der Arbeiter Staat Jugend". Steglik I. Jugendheim Albrechtstr. 46. Bortrag: Jugend und Südwesten. Jugendheim Lindenstr. 3. Vortrag Was ist Kultur?" Weften. Jugendheim Baugewerkschule Rurfürftenstr. 141. Distuffionsabend Gerhart Sauptmann und feine Werte". ,, Was ist Baluta?" Wilmersdorf. Sugendheim Sildegardstr. 4.. Bortrag: 1428* * Leighaus Friedrichstraße 2( Sallesches) Belleinlauf. 8iegen, 8idel, Ranin, Säde, Blane, Emballage, 8wirne Tor) verkauft elegante Herrenanatge, Roßhaare, Schafwolle, Maulwürfe, fauft höchstzahlend Abisch, Linienste. 44 Ulfter, Paletots, Sportpelze, Gehpelze, Ralbfelle. Woldenburgerstraße 2. Alegan.( Schönhausertor). Norden 2824. Rapenjaden, Gealmäntel, Kreuzfülchfe, ber 1857. Händler Extrapreise. Graufüchse, Blaufüchse, Wölfe zu enorm Silberschmelze Chriftionat, Röpenider. traße 20a( gegenüber Manteuffelstraße), Bahngebisse, Sädeeinlauf, Nähgarn. Swinemünder- tauft Platinabfälle, 50 Prozent billiger verkauft Seal traße 7. Sumboldt 489. Schmudfachen, Glühstrumpfafche, Qued. mäntel, Belzjaden, Pelztragen, Sport. filber, fämtliche Metalle. pelze, Gehpelze, ferner Herrenanzüge, Pistolen, große, Munition, Jagb. Uhr, in der Schulaula, Bantstraße Versammlung Ulster Goldmann, Rottbuser Tor, Ein- gewehre. Schallplatten, alte, zerbrochene, fauft Ueberbiete fedes Gebot. au höchstem Tagespreis. Ringewald, Rifletn, Linienstraße 50. der Kolleginnen und Kollegen aus gang Dresdenerstraße 136. Schreinerstr. 57, Hof parterre. Renweis, Quecksilber tauft billige Ausnahmetage in Bettbezügen der Fabrikanten kunstgewerblicher und Bettlaten. Handtücher, Wäscheftoffe, Tischtücher, Larenstoffe, Damaste, Streiffatin, bunte Bezüge, fertige Snlette ufm. zu konkurrenzlos billigen Preisen. Maffenauswahl. Rur gute ( Eingang Böttgerstraße) Bettwäsche. Branchenversammlung ben Betrieben des Verbandes billige Ausnahmetage Diese Woche ftaunend der Geldschrankschloffer. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen. Das Erscheinen aller ist Pflicht. Wagen- und Karosseriearbeiter Heute, Dienstag, den 11. September, nachm. 5 2hr, im Berbandshause ( Gigungsfaal), Linienſtr. 83-85: Beleuchtungskörper. Mitgliedsbuc legitimiert. Achtung! Metallschleifer tung Qualitäten. Mengenabgabe vorbehalten. Donnerstag, ben 13. September, nach- Wäsche und Stickerei- Induſtrie- A.- G., miffags 4 Uhr, im Lotal von Ewald, Große Frankfurter Str. 9. Staliger Straße 123 Versammlung Funktionär- Sihung der Kolleginnen und Kollegen, sämtlicher Betriebsräte und Beri dte in den Betrieben des Vertrauensleute in den Wagen und bandes der Metallschleifereien Karofferiefabriken Groß- Berlins und Galvanischen Anstalten be aller Berufe. schäftigt find. Mitgliedsbuch legitimlert. Erfolg Arbeitsmarkt Achtung! Stukkateure! Bornehme ungari sche Mehlspeisfabrik ucht gegen gute Bewarnen zahlung, freie Mohwir die dortigen nung und Naturalien Stukkateure, nicht tüchtigen Sorn, eher nach DäneHiermit Grüner Weg 24. Königstabt 6367. mark zu reisen, be- Wertmeister vor sie sich InforEnorme Preise zahle file Antiquitämationen des hie- mit längerer Bragis, ten, Kristalle, Borzellane, Theatergläfer, sigen Fachvereins der die Fabrikation photographische Apparate, Bronzen, und selbständig Teitet. Bilder, Taschenuhren( auch nichtgehend), eingeholt baben Inserate the haben. Adressieret: meiſter 883" an J. alte Sabngebife( auch zerbrochene), dessen Rat gehört Antwort unt.„ WertRoppenstraße 3, direkt am Schlesischen forbund, Verbands- Gemmelweisgaffe 4, Stukkatörernes Fag- Blockner, Budapest, leiter Otto Jensen, erbeten. 107/5 Schallplatten, ½ Million über höchsten Hjort, LorenzensFelle jeder Art fauft zu böchstem Tagespreis zahlt Ankaufszentrale, Bands- gade Nr. 8, KopenMetallbetten, Chaiselongues, 60 000 000 Tagespreis Jomira, Raiserstraße 26, am bergerstraße 22. Händler, Auffäufer hagen, Dänemark. erhalten Fabrikpreise. ant. Möbel Vorwärts Bahnhof. Fahrivergittung. Rinderdrahtbett. Meide, Auguftstr. 32a, Patentmatraßen, Bolsterauflagen, Aleganderplag. am Quergebäude. Roßbaare kauft zu höchstem Tages* preis Jomiva, Raiserstraße 26. Bahlungserleichterung im großen Mö- Schafwolle fauft zu höchstem Tagesbelleller, billige Breife. Eagesordnung: 1. Bericht der BerWundervolle preis Soming, Raiferftraße 26, Schlafzimmer, Küchen, Wohnzimmer. Alexanderplat. Fahrgeld handlungskommission. 2. Diskussion. Dergilte Einzelmöbel Besuch lohnenb. Schap, Alegander 4070. Donnerstag, den 13. Septbr., abends Brunnenstraße 160, Eingang Antlamer Mittwoch, den 12. September, abends 6%, Uhr, in Allems Festfalen, Hafenheide Straße. Waffen- Ankauf aller Art sowie Fern107/ 4* 7 Uhr, imberbandshaus, Linienftr.83/ 85 gläser, Pistolen, Geweihe au höchsten Versammlung Branchenversammlung MetalBetten, Schlafzimmer( Eiche), Breisen. Waffen- Boesche, Berlin, An der Nobrieger, Helfer und Bau- Kinderbetten, Doppelbetten, Messing ber Spandauer Brüde 11( am Bahnhof aller Lehrlinge der Maschinenflempner. Bettstellen, Chaiselongues, Ruchen billig. Börse). und Autoschlofferbranche. Spezialhaus, nur 63 Auguststraße 63. Tagesordnung: 1. Bartrag: Der Bertrauensleute treffen sich eine Stunde Die Stommiffionsmitglieder und Rampf um den Achtſtundentag". Ref.: früher in demselben Botal. Musikinstrumente A. Meißner. 2. Branchenangelegenheiten. Bianos preiswert. Klaviermacher Bint. Brunnenstraße 35. Alle Lehrlinge der Maschinen. Donnerstag, den 13. Septbr., abends fchlofferbranche find zu dieser Versamm- 7 Uhr, im Verbandshaus( 8immer 14), lung eingeladen. Linienstraße 83,85 Mitgliedsbuch legitimiert. Außerordentliche Konferenz Achtung! Kronenbetriebe Achtung! aller Silfsarbeiter Vertrauens 16 Leute der Eisengießereien. Mittwach, ben 12. September, nach- Tagesordnung: Die Lohn- und mittags 4 Uhr, im Reichenberger Arbeitsverhältnisse der ElfengießereiSof", Reichenberger Straße 147: Hilfsarbeiter. Verkäufe Die Ortsverwaltung. Qualitätsteppiche, ans alten Fabrit. abschliffen stammend, gebe zu Original Engrospreisen an Selbstverbraucher ab. Rähmaschinen. Gelegenheitstäufe wenig Schulz, Körnerstraße 6, an der Lützowgebrauchter Maschinen mit Garantie Straße. Mengenabgabe vorbehalten. nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. Rollendorf 8682. werkstatt. Flügel, Pianos, Harmoniums ftändig Gelegenheiten. Rabenstein. Münafte. 10* Nebungsllaviere 345 M. Albrecht, Oranienstraße 63. Fahrräder Geschäftsankäufe „ Vorwärts'- Austrägerinnen Dringend sucht für Raffatäufer Gewerden sofort eingestellt schäfte, Grandftüde Degen, Chauffeeftraße 116, Norden 62. Boftbarte. Ber: Berlin, Baerwaldstr. 47 treterbefuch unverbindlich. Autozubehör Zündkerzen, Glühbirnen tauft Rösler, Friedrichsgracht 5-6. Felbflecher 08, Prismengläser, Photoapparate, Jagbgewehre zahlt 20 Broz. mehr wie Ronkurrenz. Müller, Jahn: Werkzeuge u. Maschinen ftvaße 1. Anzutreffen 3-7. Mrpl. 4722. Kugellager, Autozubehör fauft Golu. Prismengläser, Photoapparat tauft bem, Schönhauser Allee 127. Werner, Brandenburgstraße 4. Augellager, Boschzündkerzen, Magnete, Mauferpistolen, große, mit Solzan Bergaser tauft Mechanische Werkstatt, fedfutteral, Jagdwaffen aller Art, Gartenplag 5. Brismenfeldstecher, feldgraue 08 usw. bezahlt stets höher wie jede Ronkurrenz. Maschinen, Werkzeuge, Rugellager Preußner, Neukölln, Raiser- Friedrich. tauft Straße 244. ftraße 93. Lindemann, ReinickendorferBittoriaräder! Brennaborräder, Gö rideräder, Waffenräder, konkurrenzlofe höchstzahlenb. Metallschmelze! ginn, Quedfilber Rugellager, Schrauben Bauft RopeMindestpreise. Schlawe, Beinmeister ftraße 39. Christionat, Schlesisches nickerstraße 98 III. ftraße vier. Kaufgesuche Unterricht Bastianstr. 7 Carmen Sylva Str. 57, Gillmann Greifenhagener Str. 22 Immanuellirchstr. 24 Laufiger Plaz 14/15 Petersburger Platz 4 Wattstr. 9 Wilhelmshavener Str. 48 Adlershof, Walter, Genossenschaftsstraße 6 part. Baumschulenweg, Köpke, Kiefholzstraße 180 Buchholz: zu melden bei Wagner, Blankenburg, Burgwallstr. 63 Charlottenburg, Sefenheimer Str.1 Cöpenid, Kiezer Str. 6, Laden Friedrichshagen, Hoffmann, Kurze $ öchftzahlend tauft Rabel, Ligen, Kupferdrähte, Wachsdrähte, Spulen Drähte, Motoren, Glühlampen fowie Straße 1 Technische Privatschule Dr. Werner, fämtliches Installationsmaterial Clet- Regierungs- Baumeister a. D., Berlin, Lichtenberg, Wartenbergstr. 1 Pianos fucht Boigt, Neukölln, Sana Damm 96. Morigplag 163 68. trizitäts- Werkstätte, Neukölln, Rottbuser Neanderstraße 3. Maschinenbau, Elet Pistolen, Felbstecher, Fotos höchftzahAuf Kredit moderne Herrenanzüge, derftraße 30. • trotechnik. Abendlehrkurie. * Verschiedenes Vertrauensvolle Privataufnahme, II, Borhagener Str. 62 Mariendorf, Leip, Chaussestr. 29 Marienfelde, Greulig, Berliner Straße 143 Neukölln, Nedarstr. 2 Siegfriedstr. 28/29 Schindler, Eigene Reparatur. Taillenmäntel, Cutaways. Maßverarbei Pianos tauft Karfiol, Dresdener: Tend. Rofe, Gollnowftr. 16. tung, befte Butaten. Bequeme, distrete straße 54. Morigplag 128 45. Nähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, Teilzahlung. Leifer Gottlieb, Nollendorf Pianos, Flügel kauft zu höchften im Laden), tauft 8ahngebisse. PlatinMetallschmelze, Neanderstraße 35( nur Phönig, Singerbobbin. Rastorn, Stott- ftraße 22a. Hochbahnhof Nollendorfbuferdamm 6, vorn hochparterre. play. 9-12, 3-7. Tagespreifen Bianomagazin. Barba roffaplag 2. Stollendorf 5397. abfälle, Goldfachen, Silberfachen. Qued. Kinderwagen, Klappfportwagen, neue, Leihhaus Brunnenstraße 5 verkauft in Filber, fämtliche Metalle. Untersuchung, ärztlich empfohlen. Seb. Niederschöneweide, gebrauchte, verkauft Schwarzmann, anerkannt maßmäßiger Berarbeitung: Bunsch persönliche Abholung. Fahrradankauf, höchsten Tagesturs. Mauserpistolen, Ral. 7,63, Bifier amme Ussat, Warschauerstraße 1. Rottbuserdamm 93. DresAnziige, Paletots, Schlitpfer, Cutaways, 1000, mit Anschlagkasten, zahle 700 000.- 132 000 Ratsuchendel Vereinigung der Fennstr. 23 Damenmäntel, Sportpelze, Gehpelze. denerstraße 120. Morigplag 3730. Mart, ohne Raften 30'000.- weniger. Rechtsfreunde: nur Friedrichstraße 127. Reinickendorf- Oft, Provinzftr. 56 Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Riefenauswahl, fonkurrenzlos billig. Fahrrabautauf, Freilaufräder, höchft. Paul Nest, Baumschulenweg, Riefholz- Anerkannte Broachabteilung. 9-7. Reinidendorf- West, ScharnweberReine Lombardware. zahlenb. Brüdner, Gitschinerstraße 28. ftraße 269. Tel. Oberschöneweide 3222. Belzhaus Warschauerstraße 7. Frau Schwarz, Schönleinstraße 25, erGe- Damen- Leibwäsche straße 114/15 gut und billig. Spulendrähte, isolierte, blanke; Rup- Frauenhaar Legenheitskäufe. Riefenauswahl. Spott. Wäsche und Stiderei- Industrie A. G., ferkabel, Motoren, Fassungen auft preis Sahn, Meganderstr. 45, sohlt höchsten Tages- lärt Herrn Peter Brusinski für einen Schöneberg, Belziger Str. 27 am Ehrenmann und bedauert thre Handpreise. Große Frankfurter Stroke 9. Sinz, Elfafferstraße 17. Norden 4588, Alexanderplatz. Tungsweise. 32336 Tempelhof, Kaiser- Wilhelm- tr.13