Nr. 433 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 216 Bezugspreis: Bout 16.- 22. Sept. 4 Millionen Mark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 16.- 22. September für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich u. Lugemburg 5 100 000 m., für das übrige Ausland 6 000 000 92. Postbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit", der Unters haltungsbeilage, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zwetmat, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Gozialbemotrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 600000 Mk. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile oftet 500 M. Neklamezeile 2500 M. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 160 M.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 80 M. Stellengesuche das erste Wort 80 M., jedes weitere Wort 70 97. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 50 M. Schlüffelzahl 12000 Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Linden straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 16. September 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postfcheckkonto: Berlin 375 36- Banttonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstraße 3 Keine Friedenslöhne der Arbeiter. Währung und Reichsfinanzen. Erklärung des ATGB. gegen Dr. Stresemann. Der Reichskanzler Dr. Stresemann hat in seiner Stundenlohn des Metallarbeiters betrug in der Woche vom Rede vom 12. September vor den Vertretern der deutschen 27. Auguft bis 1. September 840 000 m. die Stunde. Er Presse die Behauptung aufgestellt, daß die Löhne viel mußte also nahezu 3 Stunden arbeiten, um es zu kaufen. fach über den Friedenslöhnen" liegen. Bergleicht man den Stundenlohn des Metallarbeiters in Diese Behauptung muß auf irrigen Informatio der letzten Augustwoche mit der Reichsinderziffer der Vernen beruhen und darf nicht unwidersprochen bleiben. brauchswoche, die 1845 261 betrug, so ergibt sich, in Goldmark Entscheidend ist nicht der Nominallohn, sondern die Kauf- umgerechnet, ein Stundenlohn von 0,45,5 Goldmart gegen kraft des Lohnes. Vor dem Krieg fonnte sich ein Arbeiter über einem Stundenlohn im Frieden von 0,70 bis 0,80 m. mit einem Stundenlohn ein Pfund Qualitätsfleisch kaufen. Anfang dieser Woche betrug der Tagesdurchschnitts lohn 10 bis 12 Millionen Mart. Ein Pfund Fleisch kostete zur gleichen Zeit 11 Millionen. Der Arbeiter mußte also für die gleiche Menge Fleisch 8 Stunden ar beiten, während er es früher mit dem Lohn einer Stunde faufen konnte. Dabei ist zu beachten, daß die Reichsinderziffer die Miete berücksichtigt. Der Lohn ist also trotz der niedrigen Miete auf fast die Hälfte des Friedenswertes gefunten. Werden jetzt die Mieten von Monat zu Monat erhöht, so verschärft sich die Lage zuungunsten der Lebenshaltung der Arbeiter. ,, Es handelt sich augenblicklich um die fritischste Pe= riode, die seit Gründung des Reiches überhaupt da mar, vielleicht um die kritischste Periode, die in der Existenz eines großen Reiches je vorhanden gewesen ist." Mit diesen Worten charakterisierte Genosse Hilferding in seiner Rede im Reichswirtschaftsrat die finanz- und wirtschaftspolitische Situation Deutschlands. Was er an Einzelheiten zum Beweise für diese These vorbrachte, war erdrückend und übersteigt die Vorstellungen, die die breite Oeffentlichkeit sich bisher froß aller erschreckenden Zahlen über die Finanzlage des Reiches gemacht hat. Zu diesem Zustand haben in erster Linie die ungeheuren Ausgaben, die der Ruhrkampf erfordert, geführt. Steuermittel standen nicht zur Verfügung. Eine unmittelbare und fühlbare Belastung der Wirtschaft, insbesondere ihrer leistungsfähigen Kreise war nicht vorhanden, und soweit sie beabsichtigt wurde, begegnete sie dem allerschärfsten Widerstand. Mittels der Notenpresse wurden die Billionenbeträge herangeschafft, mit denen das Reich alle finanziellen AnforIn den letzten Wochen hat sich das Verhältnis von Klein- derungen erfüllte. Tatsächlich liegen die Verhältnisse so, daß die fortschreitende handelspreis und Lohn eher verschlechtert, da die MarkDas hat zu dem Zustand geführt, daß das Reich alle nur Martentwertung und die ihr mehr und mehr parallel laufende entwertung mit Ausnahme der letzten Tage unabschbare Ab- denkbaren finanziellen Ansprüche befriedigen sollte. Jede Steigerung der Preise die vereinbarten Löhne messungen annahm. In anderen Berufen ist die Lage der finanzielle Verantwortung ist geschwunden. ständig überholen, da die Arbeiter ihre Einkäufe nicht Arbeiter gleich trostlos. Die Beispiele würden für die ver- Bei Ländern und Gemeinden ist sie ebenso wenig vorhanden, zur Zeit der Bereinbarung, sondern erst frühestens eine Woche schiedensten Waren zu demselben Ergebnis führen. Die Kauf- wie bei anderen öffentlichen Körperschaften, gemeinnützigen später machen können. Maßgebend kann aber nur die Kauf- fraft der Löhne hat sich so verringert, daß von einer Ueber- Organisationen oder gar den Privaten. Nachdem das Neich fraft des Lohnes in der Verbrauchswoche sein. Ein paar Beispiele: Ein Metallarbeiter verdiente schreitung des Friedensreallohnes gar keine Rede sein kann. nach Eintritt in den Ruhrkampf alle finanziellen Bedürfniffe Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund muß daher der besetzten Gebiete erfüllte, hat die Meinung rasend um sich in der Woche vom 30. Juli bis 5. August 58 000 M. Stundenlohn. Am 6. Auguft foftete ein Pfund Schmalz entschieden Berwahrung einlegen gegen die angeführte Be- gegriffen, auch alle übrigen Geldbedürfnisse könnten auf dem 230 000 m. Er mußte also über 4 Stunden arbeiten, hauptung, die nur den Unternehmern Aniaß bieten fann, felben Wege befriedigt werden. Unter der Regierung Cuno um es faufen zu können. Im Frieden fostete es 80 Bf. Er unter Berufung auf die Aeußerung des Reichskanzlers, die ist nie gewagt worden, dieser Meinung zu widersprechen. Unbekümmert um die Folgen, ohne Berantwortung für die erhielt damals 70 Pf. Stundenlohn. In faum mehr als einer Löhne zu drücken. Reichsfinanzen, vielleicht sogar ohne die Erkenntnis der geStunde verdiente er genug, damit er es kaufen konnte. Am waltigen Gefahr, die eine solche frivole Finanzpolitik mit sich 3. September fostete ein Pfund Schmalz 2 400 000 m. Der bringt, wurde jede Anforderung bewilligt. Das Reich wurde nicht nur zum alleinigen finanziellen Träger der besetzten Geversprechen, sich selbst zu tragen haben. Bei den übrigen Not- biete, der Länder, Gemeinden und aller sonstigen öffentlichen standsarbeiten wird festgestellt werden müssen, ob nicht neben dem Körperschaften, sondern auch zum Kreditgeber und finanWie wir hören, beabsichtigt die Reichsregierung eine Ber- Interesse, das die Allgemeinheit an der Beschäftigung Erwerbs ziellen Unterstüßer eines großen Teiles der Privatwirtschaft. ordnung, in der Aufforderung zur Steuerjabo lofe: hat, auch ein besonderes Interesse einzelner tage und Zurückhaltung von Lebensmitteln vorliegt, das ihre stärkere Heranziehung zu Die Folge war die vollständige 3errüttung der ihre stärkere eranziehung zu den Reichsfinanzen, der immer schnellere Berfall der unter Strafe gestellt werden. Man wird von den einzelnen often rechtfertigt. Zur Prüfung der Anträge ist fünftig ein Währung, die Beunruhigung der Wirtschaft, der Rückgang Landesregierungen erwarten müssen, daß sie dieser notwen Finanzierungsplan und, soweit es sich um we- bende An- der Arbeitsleistung, die Demoralisierung aller Unterſtüßten, digen Maßnahme jede erdenkliche Unterstützung zuteil werden lagen handelt, auch ein Rentabilitätsplan beizufügen. der beschleunigte Ruin des Mittelstandes, die Ausraubung lassen. Es ist erinnerlich, daß z. B. in Bayern von nicht Der Finanzierungsplan soll ein flares Bild über die Aufstellung von Kleingewerbe und Kleinhandel, die Untergrabung der ganz unbekannten Persönlichkeiten und Organisationen gegen der Kosten ergeben, der Rentabilitätsplan soll erkennen lassen, in Existenz der Lohn- und Gehaltsempfänger und der Rentner. Die Steuergesetze in unverantwortlicher Weise gehegt wird. welchem Umfang und in welcher Zeit das Baukapital getilgt und Gleichzeitig aber hatte der sicher unerschöpfliche Geldzufluß in welcher Höhe es verzinst wird. insbesondere nach dem Ruhrgebiet infolge des völligen Mangels einer wirksamen Kontrolle eine gewaltige finanzielle Stärkung der rheinisch- westfälischen Groß= unternehmungen zur Folge. Seit Monaten gehen von diesen Kreisen die großen Devisen- und Effektenkäufe aus. Nur fie verfügen über die gewaltigen Mittel, die dafür er forderlich waren. Sie, für deren Erhaltung das Reich und die Maffen des unbesetzten Gebietes so ungeheure finanzielle Opfer gebracht haben und täglich weiter bringen, haben diefen Existenztampf Deutschlands durch ihr Tun geradezu untergraben. Es ist das trübte Kapitel in dem Kampf um die Erhaltung von Rhein und Ruhr, daß diejenigen, für deren Eristenz das deutsche Volk die schwersten Leiden auf sich genommen hat, die Devisentrisen hervorgerufen haben, die allen Widerstand zu erschlagen drohen. Strafen für Steuersaboteure. Die Mark in New York. Der Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Sozialdemokratische Forderungen. Die geftrige Schlußnotierung der Mark in New York bot gegenüber den Vortagen teine wesentliche Beränschen Landtag folgenden Urantrag eingebracht: derung. Auf Berliner Parität ergibt sich für den Dollar ein Preis von 111,11 Millionen Mart nach dem Geld- und von 107,52 millionen Mart nach dem Brieffurs. Bereitstellung von Notstandsarbeiten. Heranziehung privater Kredite. Die sozialdemokratische Fraktion hat im preußi„ Die herrschende große Arbeitslosigkeit wird durch die Stillegung und Einschränkung von Betrieben aller Art unerträglich verschärft. Das Ende dieser Erwerbslosigkeit ist noch nicht abzusehen. Die vornehmste Aufgabe des Staates dürfte darin bestehen, alle brachliegenden Arbeitskräfte möglichst restlos dem Probuftionsprozeß einzureihen. Diese Maßnahme ist nur durchführ bar, wenn alle Kräfte der Länder und des Reiches mobil gemacht werden. Der Landtag wolle daher beschließen: Der Preußische Landtag hat beschlossen, die Staatsregierung zu ersuchen, in Berbindung mit den preußischen Provinzen, 1. Die Staatsregierung wird ersucht, sofort mit der Reichs Kreifen und Gemeinden Bläne bereit zu halten, um der wachsenden regierung in Berhandlungen zu treten zwecks Bereitstellung Erwerbslosigkeit durch öffentliche Arbeiten( Hoch- und Tiefbauten, von Mitteln zur Ausführung größerer, wirklich produttiver Bodenverbesserungen usw.) entgegenzuwirken. Um eine methodische not standsarbeiten( Meliorationsarbeiten, Wohnungsbau, Erfassung aller sich bietenden Arbeitsgelegenheiten zu ermöglichen, Tiefbauarbeiten u. a.); Die Fleischversorgung. Es ist deshalb die höchste Zeit, daß das Volk Klarbeit erhält über die ungeheure finanzielle Mizwirtschaft, die unter der Regierung Cuno betrieben worden ist. Sie zu liqui dieren ist die denkbar schwierigste Aufgabe. Aber die Auf gabe muß gelöst werden. Daß das mit Härten für den Einzelnen verbunden ist, der bisher alles der rührenden Sorge des Reiches überlassen hat, ist selbstverständlich. Aber diese Härten dürfen den Weg zur Gesundung nicht versperren. Die Gesundung der Wirtschaft bedingt das rücksichtsloseste VorBegehen und die schärffte Voranstellung der In. teressen des Reiches an der Ordnung seiner Finanzen. Diesem Ziel müssen alle anderen Interessen untergeordnet werden, denn es ist in Wirklichkeit das Ziel, von dessen Erreichung die Rettung des Reiches und die Milderung der Wirtschaftsschwierigkeiten abhängig ist. Ohne die Erkenntnis, daß die Notenpresse stillgelegt werden muß, die jene ungeheure Berantwortungslosigkeit gezüchtet hat, die den Berfall Deutschlands in drohende Nähe rückt, ist das nicht zu erreichen. hat der Minister für Boltswohlfahrt jeht die Regierungspräsidenten 2. die produttiven Notstandsarbeiten der Gemeinden mit aufgefordert, Listen aufzustellen, in denen die sofort greifprozentual höheren Zuschüssen als bisher zu fördern; baren Notstandsarbeiten unte: Angabe der Finanzie 3. Die in produktiver Arbeit nicht unterzubringenden Erwerbs. rung sowie die früher rder später möglichen Notstandsarbeiten losen den Lebensbedürfnissen entsprechend ausreichend zu unte: unter Angabe der noch erforderlichen Vorarbeiten aufgeführt sind. stützen. Der Erlaß enthält im übrigen einige grundsägliche Anweisun- Weiter wird die Staatsregierung ersucht, schnellstens von gen über die Förderung von Notstandsarbeiten. Die Fragen der ihrem Recht Gebrauch zu machen, die 23artezeit für den Wirtschaftlichkeit sollen künftig im Hinblick auf die gespannte zug de: Erwerbslosenunterstügung von einer Woche auf drei Finanzlage von Reich und Staat noch stärker als bisher betont age herabzusetzen. werden. Die Schwierigkeiten der Finanzierung dürfen nicht dazu verleiten, wirtschaftliche Erwägungen außer acht zu lassen und über Gebühr staatliche Mittel, noch dazu fast ausschließlich in der Form von Zuschüssen, lediglich unter Hinweis auf die BeschäftiDie Stoalitionsparteien haben im Landtag einen rantrag ein gungsmöglichkeit von Erwerbslosen zu fordern. Vielmehr werden nur solche Arbeiten aus Mitteln de: produttiven Er- gebracht, das Staatsministerium zu ersuchen, dahin zu wirken, daß durch umfangreiche, freiwillige Schlachtungen werbslosenfürsorge zu fördern sein, welche die Schaffung von des Weidesettviehs in der Zeit des Spätherbstes und durch fachgezusätzlicher Arbeitsgelegenheit bezwecken. Es ist deshalb nicht angüngig, auch Arbeiten des ordentlichen Haushalts- mäße Aufbewahrung dieser Fleisch- und Fettmengen in geeigneten Kühlräumen die Fleisch- und Fettversorgung der Großstäb te planes in das Notstandsprogramm aufzunehmen. Außerdem werden fünftig Darlehen, und zwar möglichst während der Monate März, April und Mai nach Möglichkeit sicherauf wertbeständiger Grundlage, mehr als bisher in gestellt wird. Anwendung kommen müssen. Anzustreben ist außerdem zu: Schonung der Reichs, und Staatsmittel weitgehendste Heran ziehung privater Kredite. Grundfäßlich ist zu fordern, daß alle Notstandsarbeiten, die nach ihrer Durchführung einen hinreichenden Ertrag abzuwerfen von unabhängigen Korrespondenten gemeldet. Daß der König, zum Gleichgültigkeit in Spanien gegenüber dem Staatsstreich wird ersten Male, bei der Anfunft in Madrid nicht begrüßt wurde, ist schon wohl mehr als Gleichgültigkeit. Die Presse steht unter Zenfur und schweigt. Hilferding aber hat sich nicht darauf beschränkt, die Urfachen für Deutschlands troftlose Finanzwirtschaft aufzuzeigen, fondern er hat auch die Mittel zur Abhilfe dargelegt. Neben dem planmäßigen und fristmäßigen Abbau der Ruhrfredite sollen auch alle anderen Ausgaben bis auf das Maß das für die unmittelbare Erhaltung des Reiches notwendig ist, gedrosselt werden. Es soll auch Schluß gemacht werden mit der ganzen Zuschußwirtschaft. Länder und Kommunen sollen wieder eigene Steuerquellen und damit die Verantwortung für ihre eigenen Ausgaben erhalten, Im großen und ganzen stimmen die Absichten Hilferdings überein mit der Haltung, Proleten nur so zufliegen läßt. Wer nicht daran glaubt oder Bank und die Ber mit o genswerte der Genossen begangen hatte, die die Sozialdemokratie bisher eingenommen hat. Im Gegen- por Illufionen warnt, ist ein„ Berräter"." daß ihm eine Entlastung unter feinen Umständen erteilt werden satz zu den bürgerlichen Parteien ist von ihr immer gefordert Es versteht sich am Rande, daß als Sowjetersatz der fonnte. Es steht ferner unzweifelhaft fest, daß sich der Borstand worden, daß Ausgaben nur im Rahmen der Einnahmen be- Betriebsrätetongreß paradiert. Freilich wirds mit auf Kosten der Genoffen große Vermögensvorteile verschafft hat.... willigt werden dürfen und daß die Freigiebigkeit, die das ihm genau so gehandhabt wie mit den Arbeiterräten in Ruß- In den letzten Tagen ist z. B. das größte Vermögensobjekt der Bant, Reich bei Entschädigungszahlungen und Entgelten für Sach- land auch. Der König absolut, wenn er uns den Willen tut. die Ziegelei und das Gut Sommerfeld, für einen Spottpreis an lieferungen an den Tag gelegt hat, ebenso schädlich ist, wie Der thüringische Betriebsrätetongreß bekommt die schönsten einen Herrn Liebsch üz" unter Beistand des Rechtsanwalts die Unterlassung wirksamer Steuermaßnahmen. Neben dem Funktionen zugewiesen. Nur die Kommunisten werden sich Werthauer" verkauft worden. Das von der Bant versandte Abbau der Ruhrkredite gebietet es deshalb die finanzielle ihm nur dann fügen, wenn es ihnen paßt und ihr Pro- Rundschreiben stellt die Tatsachen geradezu auf den Kopf. Nur die Situation Deutschlands, daß die Entschädigungszahlungen aller gramm zum feinigen erhebt. Ausdrücklich heißt es: Rücksicht auf eine größere Anzahl Genossen, insbesondere fleinerer Art vorläufig suspendiert werden. Auch die Bereiche Stimmt der Betriebsrätefongreß mit Kleinbauerndelegierten Geschäftsleute, hat uns davon abgehalten, Anzeige bei der rung bei den Sachlieferungen muß sofort unter- diesen Sicherheitsmaßnahmen( den Hundertschaften und Kontroll- Staatsanwaltschaft zu erstatten. Alle weiteren Ungeheuerbunden werden. ausschüssen. D. Red.) zu, dann besteht für die KPD. kein Hin- lichkeiten", die jeder Beschreibung spotten, sowie das Borleben dernis mehr, sich an einer gemeinsamen Regierungsbildung mit des 1. Vorstandsmitgliedes, des früheren Staatsanwalts Geras, Der KPD. zu beteiligen". werden eingehend in der Generalversammlung beleuchtet werden. 17 Die Goldmarkpreise für Kohle. Aber auch die schärfste Einschränkung der Ausgaben wird den Stillstand der Notenpresse nicht herbeiführen tönnen. Noch deckt das Reich nur einen so geringen Teil seiner Aus- Schon die Klausel zeigt, was von der fommunistischen Im April d. J. mußten fünf Vorstandsmitglieder der gaben durch Steuern, daß auch die stärkste Einschränkung der Berbeugung vor dem Massenwillen zu halten ist. Er wird Nationalsozialistischen Partei zu hohen Geldstrafen, ersagweise Ausgaben das Gleichgewicht des Haushaltes nicht herstellt. da respektiert, wo sie glauben, ihn zur Entfaltung ihrer zu einem Jahr Gefängnis, verurteilt werden, weil sie sich gegen Das wird um so weniger der Fall sein, wenn die Einnahmen Parteidoktrin benutzen zu können. Im übrigen wird fest das Bankgesetz vergangen hatten, beim Franzoseneinfall in des Reiches noch verkürzt werden. Unter diesem Gesichtspunkt drauf los versprochen. Die Bevölkerung foll mit das Ruhrgebiet forderte ein Deutschvölkischer dazu auf, die betrachtet ist der Abbau der Ausfuhrabgabe und der Kohlen- allen lebensnotwendigen Gegenständen billig versorgt, Gelder der freiwilligen Ruhrspende zu Parteizweden zu mißsteuer überaus gefährlich. Er würde bedeuten, daß leistungs- die staatlichen Betriebe zur Linderung der Not ausgenugt brauchen, der Fuchs- Prozeß brachte den Beweis, daß die fähigen Schichten Lasten abgenommen werden, die durch die werden( Einnahmen dürfen sie aber offenbar nicht brin- Hakenkreuzler sich nicht scheuen, französische Gelder zu nehmen Notenpresse den Leistungsschwachen in verstärktem Maße gen), Staatskredite find den Genossenschaften zu ge- es braucht also nicht weiter in Erstaunen zu seken, wenn es auferlegt werden müssen. Die Einnahmen des Rei währen, die Ernte wird beschlagnahmt und verteilt, natür- in dem Bantinstitut der Deutschvölkischen nicht ganz nach ches müssen also start erhöht werden. Endlich auch billig. Alle Betriebe müssen weiter arbeiten sauberer Wäsche duftet. gültig wird das nur durch jene große, im Zusammenhang mit unter Leitung der Betriebsräte. Kredite gibt natürlich auch der Lösung des Reparationsproblems stehende Finanzreform der Staat. In diesem Stile geht es weiter, ohne daß auch möglich sein, für deren Kernstück die Erfassung der nur mit einer Silbe angedeutet wird, woher die Mittel Sachwerte absolut notwendig ist. Aber gleichzeitig damit zu nehmen sind und wie alle diese geistreichen Ideen verwictund bereits vorher müssen die bestehenden Steuern in noch licht werden sollen, denn Thüringen ist ja bekanntlich nicht höherem Maße als bisher wertbeständig gemacht werden. Die das Reich. Brivatwirtschaft fennt nur noch wertbeständige Zahlungen. Allein der Staat hat diesen Grundsatz noch nicht verwirtlicht. Zölle und Ausfuhrabgabe müssen daher in Gold er hoben werden. Für die Betriebsabgabe der Industrie und der Landwirtschaft kann dieselbe Anforderung gestellt werden. Auch andere Steuern werden in ihrem Ertrage immer noch durch verspätete Zahlung oder einen zu niedrigen Multiplikator entwertet. Ein schwerer Mangel scheint uns endlich in der Tatsache zu liegen, daß die Steuergelder zum großen Teil an die Finanzkassen der Gemeinden abgeliefert werden, dort tagelang nuglos liegen und von den Girozentralen der Privatwirtschaft zu niedrigem 3ins ausgeliehen werden, bevor sie an das Reich gelangen. " Für Kohle gelten nach den Beschlüssen des Reichsfohlenverbandes und des großen Ausschusses des Reichstohlenrats vom 17. September ab Goldmartpreise. Diese liegen ganz wesentlich über den Vorkriegspreisen, auch dann, wenn man nur die sogenannten Nettopreise berüdsichtigt, welche die durch Kohlensteuer, Umsatzsteuer und Händlerzuschlag entstehenden Erhöhungen nicht enthalten. Die Preise sind dann immer noch be: rheinisch- westfälischer Kohle um etwa 80 Proz. höher als vor dem Kriege. Vielleicht ist als Ersatz dafür die Forderung an das Reich anzusehen, wonach alle Berbrauchs- und Verkehrssteuern abzuschaffen find, während die Vermögen durch Wegbesteuerung bis auf die Höhe des Existenzminimums zu beseiti gen sind. Da außerdem noch jede Spekulation furzerhand er- Bom Montag, den 17. September ab, werden die Kohlenpreise ledigt wird, wäre dann die soziale Frage schnell gelöst. Außen- nicht mehr in Papiermark, sondern in Goldmark veröffentlicht politische Sorgen hat man in der KPD. nicht, denn es wird und berechnet. Erfolgt die Zahlung in Papiermart, so werden die von den Rettern der Nation die Beseitigung aller Banfrott- Papiermarkbeträge nach der amtlichen Dollarnotierung und Kapitulations politifer" aus der Regierung ver- an der Berliner Börse( Mittelkurs zwischen Geld- und Briefkurs; langt. Damit will man wohl andeuten, daß man Frankreich ein Dollar gleich 4,20 Goldmart) am Tage nach Zahlungseingang anders als Stresemann fiegreich zu schlagen gedenkt. in Goldmark gutgeschrieben. Aus den ab 17. d. M. geltenden Brcisen Wer wird nicht schließlich dafür sein, daß alles besser verbleiben den Gruben im Ruhrrevier für eine Tonne Fettförder= werden muß und daß man die Sache schon deichsein wird, tohle 19,26 Goldmart, in- Oberschlesien für eine Tonne im Durch Wird so der Versuch zur Ordnung der Finanzen des wenn man dem Kapitalisten auf die Bude rüdt. Das ist so schnitt aller Sorten 13,86 Goldmart, in Niederschlesien dito 17,66 Reiches gemacht, so wird auch die Währungssanie einfach, daß es jeder Arbeiter einfieht, und nur die Bonzen, Goldmart, in Sachsen dito 20,30 Goldmart, in Jbbenbüren dits rung durchgeführt werden können. Denn die Sanierung der die die Arbeiter verraten, finden meist noch Schwierigkeiten. 17,29 Goldmart, in Mitteldeutschland und Ostelbien für eine Tonne Währung bedingt die Sanierung der Finanzen, wie anderer- In Wirklichkeit zeigt diese Programmschusterei, daß man gar Braunkohlenbrifetts 10,45 Goldmark. seits die Sanierung der Finanzen unmöglich ist ohne die Sa- nicht daran denkt, auf dem harten Boden der Wirklichkeit für nierung der Währung. Sie aber fetzt einen genügenden Vor- die Arbeiterschaft zu arbeiten, den Weg ins Freie durch rat an Gold und Goldmerten voraus, um darauf die Ausgabe ernste Leistungen zu ebnen. Not und Elend der Massen eines wertbeständigen Rahlungsmittels vorzunehmen. Stärker sollen nicht Antrieb zu ehrlicher Arbeiterpolitik, sondern zu als der Goldfonds der Reichsbant ist der Goldfonds der neuen Verwirrungsaktionen dienen, die nur neue Schwierigdeutschen Wirtschaft. Sie hat einen großen Teil des feiten auftürmen werden. Goldes aufgefogen, der aus dem Goldbestand der Reichsbant im Verlaufe dieses Jahres verschleudert wurde. Diese Befräge und die goldwerten ausländischen Zahlungsmittel, die die Wirtschaft befigt, gehören jezt in die Hände des Reiches, müssen zur Bildung eines Münzfonds verwendet werden, der bei gleichzeitiger Sanierung der Reichsfinanzen auch die Möglichkeit zur Sanierung der Währung gibt. Kommunistisches Programm. Die deutschvölkische Korruption. Die Boss. 3tg." veröffentlicht ein Rundschreiben der Schutzvereinigung der Genossen der Deutschvölkischen Bant, das zu dem täglichen Gezeter der Hafenfreuzler über jüdische" Finanzpraktiken in einem pifanten Gegensatz steht. Es heißt da u. a.: Ungeheuerliche Vorkommnisse zwingen uns, die bisher aus völtifchen Rücksichten geübte Zurückhaltung aufzugeben und rücksichtslos Zur thüringischen Regierungskrise. vorzugehen. Nicht nur der völkische Charakter des ganzen UnterKaum haben die Kommunisten die thüringische Arbeiter- nehmens ist aufs höchste gefährdet, sondern außer bereits verlorenen regierung gestürzt, mit der gemeinsam sie in den letzten Jahren gewaltigen Vermögenswerten drohen den Genossen auch noch weitere alle grundlegenden Geseze über den staatlichen Neuaufbau Berluste. Die früheren Aufsichtsratsmitglieder Landgerichtsrat Jenne, Thüringens beschlossen haben, ist auch schon das neue Pro- Richard Kunze und Aufsichtsratsrevisor Behrends sowie die von der gramm da. In der Demagogie und im Versprechen ersten Generalversammlung im April eingesetzten Revisoren Kaufsind die Herrschaften groß. Im Handumdrehen ist natürlich mann Wolff und vereid. Bücherrevisor Schilling haben festgestellt, ein Programm da, das die gebratenen Tauben den armen daß der Vorstand so grobe Berstöße gegen die Sicherheit der Die Arbeit der Volksbühne. Bon May Hochdorf. Die Verkaufspreise, die die Verbraucher zu bezahlen haben, erhöhen sich um den Betrag der Kohlensteuer, Umsatzsteuer, den Beitrag für den Bergarbeiterwohnungsbau und den Aufschlag für den Handel. Sie betragen z. B. für eine Tonne Ruhrfettfördertohle 28,08 Goldmart, während sie im Durchschnitt aller Sorten in Oberschlesien 19,81, Niederschlesien 23,28, Sachsen 27,59, Jbbenbüren 24,68 Goldmark ausmachen. Hiernach stellt sich der Verkaufspreis für eine Tonne Oberschlesische Flammstückfoble auf. 22,93 Golemart Niederichl. Rug I getaschen( Fürstenstein) 27,14 Schlesischer Stüdtofs Niederschles. Gießerei- Stüdiots Ruhrfettförderkohle Nubrfettstücktots. Ruhrgroßlots 86,60 42,48 28,08 87,21 41,01 • Mitteld. it. ostelb. Braunkohlenbrifetts. 14,58 Die Werkspreise erhöhen sich noch weiter durch Frachten und durch den Verdienst der Händler. Dadurch, daß die Rohstoffindustrien jegt ebenfalls zu den Goldpreisen übergehen, pird also der Kohienpreis, der bisher wenige Tage hindurch feststand, fast täglich schwanken. Dieser Zustand wird auf die Preisgebarung der fommunalen Werke, der Eisenbahnen usw. von startem Einfluß sein, die jetzt schon große Preiserhöhungen angekündigt haben. 17 hutsamkeit ins Gedämpftere und Menschlichere hinüberzuführen. Er| Königin? Vielleicht würde man recht geeignetes Material finden in fand an seinem Theater eine Truppe, die besser reden als sich be- den Wohnungen der Not", von denen der„ Borwärts" berichtete. wegen konnte. Der Film war noch nicht der Feind des Theaters Da fönnte man geflicte Inletts und Bettstücke ohne Bezüge zeigen, geworden, die Deforation noch nicht das Hindernis des gesprochenen Kinderbetten, in denen fast erwachsene Mädchen zusammen mit In der Volksbühne wird der Winter vorbereitet. Täglich von Geistes. Inzwischen sind aber die ekstatischen Schauspielerfünfte einen Geschwistern schlafen, dunkle Küchen und Stuben, in denen zerbrochenes Geschirr vorhanden ist, leere Keller, in denen es an zehn Uhr vormittags bis drei Uhr nachmittags Probe. Das bedeutet Mode geworden. Auch die Schauspieler, die nach Bolkstümlichkeit eine Ueberzahl von Personen zusammenbodt, Küchen, in denen nur eine große Anstrengung der Kunstnerven. Die alten Kräfte des trachteten, ihre Regisseure nicht minder, sie waren alle einem heftigen Holz und Vorräten jeder Art fehlt. Bielleicht könnte auch die DarTheaters müssen auf den neuen Geist des Direktors und Regisseurs Expressionismus hingegeben. Das gestammelte und gestöhnte Wort stellung der Mahlzeiten geschaffen werden, die man in diesen wohumgestimmt werden. Es ist fein pathetischer, nur ein energischer hatte das gesprochene allzu häufig ersetzt. Jetzt ist, so das Wort all- nungen der Not zu sich nimmt, wobei allerdings wohl außer und hoffender Geist, der sich entfalten möchte. Direktor o II meiß mählich wieder als Wert geführt werden kann, der Nerv des Zu- trockenem Brot und wenigen Kartoffeln nicht viel darzustellen wäre. Aber auch hier könnte man in einer Schublade Puppen unterwenig von dem zu sagen, was sein wird. Er tönnte der Verbringen, die genau so zerlumpt gefleidet wären, wie es für diese Wohnungen der Not paßt, und vielleicht könnte auch ein Buch geschrieben werden über die Pflichten dieser Puppen, geduldig zu sein und dankbar auszuharren in den nackten Räumen und voll Demut zu hungern und nichts weiter zu verlangen als leere Töpfe und falte Defen. wäre zu loben. sprechungen viele machen. Er tut es nicht. Und diese Zurückhaltung Man spielt zunächst den Abtrünnigen 3aren" von Carl Hauptmann. Gerhard Hauptmanns feliger Bruder fühlte sich, solange er lebte, etwas verlassen, sogar beträchtlich vernachlässigt. Es ist wahr, man spielte ihn hier und da. Er war einigen Kritikern und Kunstfreunden so fest ans Herz gewachsen, daß, sie ihn mit Andacht verhätschelten. Aber es war nie der große an der Volksbühne aus seinem Werf herausholen wird. Diese Aufführung am Bülowplay wird eine Art Totenfeier sein, doch eine Feier, um einen Entschlafenen lebendig und beliebt zu machen. schauers wieder für die Tirade zu wecken. Tirade und nicht Tendenz, d. h. blühendes Gefühl und nicht logische Trockenheit. Gefühl, das beredt wird und die Zunge erlöst, auch das liegt im Winterwillen der Bolfsbühne, der jeßt Herr Holl vorsteht. Neue Erfolge der Flugtechnik. Auss Mit Sorgen, mit Steptizismus, mit Fleiß. Denn der Theater Direktor einer Volksbühne, und besonders der Leiter der größten deutschen Volksbühne darf heute nicht nur ein träumender Mann Es würde lehrreich für den Geschichtsschreiber der Nachwelt der Kunstexperimente sein. Er muß auch ein handfester Kämpe sein, wenn wir folch Puppenhaus der deutschen Not herstellten. Er volkstümlicher Kunstpolitit sein. Er muß sogar Kohlenkommissar würde manches daraus lernen, das er heute aus dem Puppenhause und Rechenmeister sein. Als Kohlenkommissar muß er sich ent- der Königin nicht ersehen kann. Bielleicht würde es auch für die schließen, das„ Neue Boltstheater" in der Köpenider Straße mitwelt lehrreich fein, wenn wir es fertigten und 1924 zur als Weihnachtsgeschenk für Mr. Poincaré und sehen ausgewiesene zu schließen, wenn das Haus erft Heizung verlangt. Solange die ftellung nach Englond schickten. Oder vielleicht bereiten wir es vor Bitterung es erlaubt, wird man in der Köpenicker Straße noch Ruhrarbeiter in Buppenabbildung hinein. Aber vielleicht wäre es Dann wird„ Figaros hochzeit von Beaumarchais mit dem Haus am Bülowplay begnügen. spielen. Dann aber muß die Gemeinde der Volksbühne sich allein auch für manchen in Deutschland gut, wenn wir ihm ein Puppenhaus ter Not zeigten. folgen. Das Spiel der Jbyllen, in die ein beharrlicher RevolutionsDaß sie es freudig tue! Daß sie es auch opferfreudig tue! Der wille hineindrängt, hat die Regiffeure und die Komödianten seit Arbeitsstundenlohn eines 24jährigen Arbeiters, das wird der Einanderthalb Jahrhunderten gereizt. Da waren stets zwei Stile zu trittspreis sein: Etwas Schwankendes, etwas sehr unsicheres, und geben: Erst die Leichtigkeit der Intrigue. Es muß funkeln und der Zukunft ausgeliefert bleibt alles. Daß die Zukunft das Haus darauf, daß nun die Flugtechnik daran ist, ihre bisherigen Erfolge 3wei neue bedeutende Flugleistungen lenten die Aufmerksamkeit bligen auf der Bühne. Die Leidenschaft, die sehr leichtfertig scheint trageauszubauen und zu übertreffen. Aus New York wird gemeltet, und salopp geschürzt, muß tanzen. Die Zungen und die Glieder daß der Marineflicger Sanderson imftande war, eine Stun der Schauspieler müssen gelöst werden. Beinah ein Schäferspiel nach dengeschwindigkeit von 429 Kilometern zu erreichen. alter, galanter Art ist ja herunterzutändeln. Dann aber kommt Ein Flieger, der imstande wäre, diese Schnelligkeit längere Zeit. das zweite Element: Stumme Revolte, Berbitterung, EindringlichFür eine Ausstellung im Jahre 1924 wird in England ein beizubehalten, fönnte den Erdball am Aequator in etwa 96 Stunden teit des Wortes. Der fröhliche Figaro, der Hausnarr, ist ein Lei- Puppenhaus hergestellt, das Puppenhaus der Königin. Sämtliche umfreisen. Das wäre also in vier Tagen, wenn ein Flugzeug imdender, Sohn einer getretenen Klasse, dessen Töchter den Angehö- Einzelheiten werden durch erfahrene Künstler, Handwerker, Arbeits- stande wäre, diese rasende Schnelligkeit beizubehalten. Um die Umrigen der höheren Klaffe nur wie eine bequem zu erlegende Jagd- leute jeter Art gefertigt. Das Haus soll aufbewahrt bleiben für die brehungsgeschwindigkeit der Erde zu erreichen, müßte die Flugbeute vorkommen. Die Loddrigkeit der Sitten ist zu entlarven durch Nachwelt und so in anmutiger Gestalt eine Darstellung der höchsten geschwindigkeit auf das Bierfache des Ausmaßes gesteigert werden, das große, moralische, aufgebäumte Wort. Eine Revolution, jene Berfeinerung des häuslichen Lebens in unserem Zeitalter geben. Das jetzt erreicht wurde. Das wird in absehbarer Zeit faum möglich Revolution, die 1789 in Baris entbrannt ist, hat unter dem Straßen Landhäuser gebaut. Das Haus ist in verfeinertem Renaissancestil nach Art vornehmer sein, weil es jetzt ja noch gar nicht sicher ist, daß dieser neueste Deden, Türen, Fenster, Kamine, Täfelung Schnellflug auch wirklich über eine solche Strede ausgeführt wurde, und Manns- und Weibsgetändel zu rumoren." Figaros Hochzeit" find von einem führenden Architekten entworfen, die Decken durch da man zumeist aus einer über furze Streden erzielten Schnelligkeit an der Boltsbühne soll ein Drama von historischer Beweiskraft, ein befannte Künstler gemalt. Das Haus enthält ein Bibliothefzimmer, die Stundenleistung berechnet hat. Immerhin ist auch das schon Lehrepempel, wenn man will, ein Festspiel werden, an dem zu lernen in dem in Faliobänden Stiche in Postkartengröße gesammelt sind, etwas Besonderes. Man kann sich vorstellen, daß es mit solchen ist, wie aus fleinen Ursachen die mächtigen Wirkungen entstehen. Bücher bekannter Autoren, die besonders für diese Bibliothek ge: Schnelligkeiten möglich sein mird, den Ozean zwischen Europa und In diesem Sinne ist es auch aufzufassen, menn für den Winter schrieben sind. Selbstverständlich, daß elektrisches Licht, Wasser- Amerifa in acht bis zehn Stunden zu überqueren, also innerhalb eine Neueinstudierung des Don Carlos" geplant wird. Bor leitung, Telephon nicht fehlt. Und ebenso selbstverständlich ist die eines Tages. Küche mit den modernsten Geräten ausgestattet, mit denen man die Ebenso beachtenswert ist der Höhenflug, den der Franzose zwanzig Jahren war eine Neueinstudierung des" Don Carlos" eine feinsten Puppendiners fochen fann. Es wird so der Nachwelt ein Lecointe bis auf 10 741 Meter Höhe ausgeführt hat. Damit hat ziemlich bequeme Arbeit. Paul Schlenther, der tluge Pfadfinder auf Bild häuslichen Lebens in unserem Zeitalter aufbewahrt. dem Felde des Naturalismus, brauchte als Leiter des Wiener BurgWäre es nicht vielleicht lehrreich für die Nachwelt, wenn man theaters die klassizistischen Neigungen seiner Künstler nur mit Be- in Deutschland ein Gegenstück herstellte zu diesem Puppenhause der Das Puppenhaus der Königin. er allerdings nicht seine frühere Leistung vom 1. August 1923 über. boten, die ihn bei Villacoublay bis 10 800 Meter hoch führte. Man ist nun schon nahe an 11 Kilometer aufgestiegen, auf Höhen, die vor BIB. meldet: 17 Ein Dementi. Zum Tode Wilhelm Pfannkuchs. Weitere Beileidsfundgebungen. Der Vorwärts" bringt in feiner Morgenausgabe vom Der Reichspräsident, dessen Rundgebung an den Parteie 15. September eine Gegenüberstellung der von dem Statistischen vorstand im letzten Abendblatt wiedergegeben war, hat an die Witme Reichsamt gegebenen Ausfuhrziffern mit der Angabe über des verstorbenen Genossen Pfannkuch das folgende Beileidsdie in den Monaten Mai, Juni und Juli erteilten Ausfuhrbewilli- fchreiben gerichtet: gungen, die der Reichswirtschaftsminister, soweit sie bis zu seiner damaligen Rede vorlagen, in seinen Ausführungen im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat verwertet hat. Sehr geehrte Frau Pfannfuch! Wirtschaft 90 Prozent Reichsbankdiskont. Die Reichsbant hat ihren Distontsatz seit gestern von 30 auf 90 Pro. heraufgefeht. Sie ist damit, wieder unter großer Berspätung, den Forderungen gefolgt, welche von der Sozialdemokratie und von den einsichtigen bürgerlichen Finanzkritikern feit langem aufgestellt wurden. Die diesmalige Erhöhung der amtlichen Geldleihrate ist für die gesamte Wirtschaft von besonderer Bedeutung deshalb, weil sie ein Glied in der Kette derjenigen Maßnahmen ist, welche die grundsätzliche Umstellung von der bisherigen BerDie Nachricht von dem Tode Ihres von mir hogeschätzten Gatten hat mich tief bewegt und ich bitte Sie und Ihre Familien Die beiden Zahlenreihen sind deshalb nicht vergleich angehörigen, die Versicherung meiner herzlichsten Teilnahme entbar, weil die Ausfuhrber illigungen den tatsächlichen Ausfuhr gegenzunehmen. In dem Verstorbenen ist wieder einer aus dem ziffern voraneilen und sich auch durchaus nicht gleichlaufend ent- Kreise der Lebenden geschieden, der einst an der Wiege der deutschen wickeln. Die Ausfuhrbewilligungen spiegeln den Auftrags- Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratischen Partei geftanden schleuderung der amtlichen Kredite zu den wertbeständigen Krediten eingang wider und sind daher der Prüfstein der Konjunktur. und unermüdet und zukunftssicher den harten und langen Weg ihrer anstreben. Mit Rücksicht auf diese symptomatische Bedeutung sind sie von dem Entwicklung führend mitgegangen ist. Seine herzensgüte, fein warmes Empfinden für alle Möte, sein hohes Die Kreditgewährung der Reichsbant, welche noch bis vor Reichswirtschaftsminister verwertet worden. Selbst wenn man den Berantwortungsgefühl haben ihm schon lange in weiten furzem mit der Fiktion arbeitete, eine Mark am 1. April sei dasGesichtspunkt in Betracht zieht, daß für die Rückläufigkeit dieser Kreifen unseres Voltes Achtung und Verehrung gewonnen; seine felbe wie eine Mart am 1. Juli, stellte, wie hier wiederholt darZahl der Abbau der Außenhandelskontrolle mitspricht, so ist doch auch im hohen Alter noch unermüdliche Arbeitskraft und gelegt wurde, ein gewaltiges Gesent an gewisse Interunverkennbar der erhebliche Rüdgang der Ausfuhrbewilligungen seine große Erfahrung verliehen ihm während langer Jahre im effentengruppen dar, die von der Reichsbank unmittelbar als solcher ein bedenkliches Warnungszeichen für die Ent- parlamentarischen wie im gesamten öffentlichen Leben Deutschlands Kredit erhielten. Während sie ihre Wechseltredite in gutem Geld widlung unseres Außenhandels. eine besondere Bedeutung. Mit der Geschichte der Arbeiterbewegung nehmen, zahlen sie fie in schlechten zurüd. Milliardengewinne murGegenüber diesem Dementi müssen wir aufrechterhalten, wie der Sozialdemokratie Deutschlands ist sein Name eng verbunden; daß die tatsächliche Entwicklung des Außenhandels in den er wird auch mir stets unvergessen bleiben. Mit herzlichen Grüßen bin ich legten Monaten gegen eine Verminderung des Exports Ihr ergebenster spricht und daß das Bedenken gegen die Zuverlässigkeit der gez. Ebert. Ausfuhranträge für die Beurteilung der Exportaussichten nach wie vor bestehen bleibt, von dem Wirtschaftsminister v. Raumer aber in seiner bekannten Rede nicht erwähnt wurde. Es Weiter sind folgende Beileidstelegramme eingegangen: Zum Hinscheiden des Genoffen Wilhelm Pfannkuch spreche ich ist übrigens durchaus sicher, daß die Anträge auf Ausfuhr- der Parteileitung und den Familienangehörigen des Dahingegangenen bewilligungen in legter Zeit auch deswegen zurückgegangen das innigfte Beileid aus. Möge die im Parteileben vielleicht einzig find, weil für viele Waren die Freiliste besteht und Ausfuhr- dastehende Riesensumme von Arbeit, die der Verstorbene bewilligungen nicht erforderlich sind. Außerdem hat der in in treuer Pflichterfüllung Jahrzehnte hindurch unermüdlich tagaus tagein für die Arbeiterflaffe geleistet hat, der jungen Generation ein Aussicht stehende Abbau der Außenhandelskontrolle dazu geleuchten des Beispiel sein. Ehre seinem Andenken! führt, daß die Interessenten lieber die Aufhebung der Exportfontrolle abwarten, als je gt zu exportieren, wo die Aus: Vorstandsmitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Georgiens. fuhrabgabe noch besteht. Durch derartige Momente wird aber der Wert der Mitteilungen des Herrn v. Raumer für die grundsätzliche Beurteilung des Exports derart herabgemindert, daß wir gegen eine solche Darstellung Einspruch erheben mußten. Amsterdam und Genf. Genf, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) Hier verlaufet, daß der Internationale Gewerkschaftsbund am fommenden Montag dem Bölkerbund die Aufforderung übermitteln wird, sich mit der Reparationsfrage zu beschäftigen. Die Aufforderung wird sich auf den Willen der zwanzig Millionen Mitglieder des Internationalen Gewerkschaftsbundes berufen. Prag, 15. September.( TU.) lleber Paris wird gemeldet, daß Außenminister Dr. Benesch einen neuen Plan ausgearbeitet habe, der den Bölterbund mit der Reparationstommiffion zu einer Zusammenarbeit bei der Lösung der ReparationsGenf, 15. September.( WTB.) Die gegenwärtig in Genf weilenden. Vertreter der Bölferbundgesellschaften, bar unter sämtliche Mitglieder des Zentralvorstandes, nahmen nach einer gemeinsamen Besprechung eine Entschließung an, in der sie die Ermordung der italienischen Offiziere in Janina und die Beschießung Korfus, welche den Tod unschuldiger Menschen zur Folge hatte, verurteilten und einstimmig die Zuständigkeit des Bölferbundes im griechisch- italienischen Konfitt, wie bei allen Gebiets perlegungen eines Mitgliedsstaates gegenüber einem anderen feststellen. Völkerbundrat und versammlung werden aufgefordert, ihre Bemühungen zur Herbeiführung einer gerechten Regelung des Konflikts unter voller Anwendung der Bestimmungen des Bölkerbundpattes fortzusehen und dazu die Tagung zu verlängern. B. Ahmeteli, Die Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands spricht der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands aufrichtiges Mitgefühl aus zu dem schweren Verlust, den sie durch den Tod Pfannfuchs crlitten hat. Das Andenken dieses unermüdlichen und verdienstvollen Vorfämpfers und Veteranen der deutschen Arbeiterbewegung wird auch in Rußland der sozialdemofratischen Arbeiterschaft unvergeßlich bleiben. 15. September 1923. Mit brüderlichen Grüßen Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands. R. Abramowitsch. Th. Dan. Aufhebung der Verkehrssperre. so den dadurch erzielt, daß 3. B. der Getreidehändler Kredit zum Anfauf von 1000 3entern Getreide aufnahm, mit der gleichen Papiermartsumme nach drei Monaten nur den Gegenwert von 2 bis 3 Zentnern zurüdzuerstatten brauchte. Der Gewinn, der fo erzielt wurde, wurde aus dem großen Topf gespeist, den der Staat zur Bestreitung des größten Teiles seiner Einnahmen benutte, der Notenpresse. In demselben Maße wie der Kreditnehmer der Reichsbant profitierte, wurde die Kaufkraft der auf Papiermart angewiesenen Lohnempfänger zerschlagen. Neben der Inflations. steuer, die der Staat heute für sich in Anspruch nahm, erhoben die Intereffenten eine zusätzliche Inflationssteuer von den wirtschaftlich Wehrlosen. Man ist nun an der Arbeit, herbeizuführen, daß die Kredite nur bank hat seit einiger Zeit wertbeständige Lombard. noch auf wertbeständiger Grundlage vergeben werden. Die Reichstre dite eingeführt, deren Verbreitung sich bis jetzt nicht übersehen läßt, weil sie im Reichsbantausweis von den gewöhnlichen Lom barbfrebiten nicht unterschieden werden. Diese Kredite müssen mit einent Entwertungszuschlag zurückgezahlt merben, entsprechen freilich noch nicht ganz der Forderung nach Goldkrediten, find aber immerhin in hohem Maße geeignet, eine Spetulation auf die Entwertung der Mart auszuschalten. Um nun das Berlangen nach wertbeständigen Krediten zu för dern, das Interesse an Papiermarkkrediten zu nehmen, muß die amtliche Geldleihrate auf eine Höhe gebracht werden, welche einen Nuzzen bei der Entnahme von Papiermarktrebiten verhindert. Unter diesem Gesichtspunkt ist die neue Diskonterhöhung, obwohl fie die stärkste jemals dagewesene Herauffehung des Geldsatzes darstellt, zu gering. Werden doch am freien Geltmarkt bis zu 3 Prez. Köln, 15. September.( WTB.) Da die Berkehrssperre Köln, 15. September.( WTB.) Da die Berkehrssperre täglich, also 1080 Broz. jährlich an Zinsen für die Kredite ver zwischen den besetzten Gebieten und dem unbesetzten Deutschland langt. Andererseits ist es natürlich nicht möglich, mit einem Schlage den amtlichen Diskontsatz auf mehrere hundert Prozent zu erhöhen. voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag um 12 Uhr aufgeben amtlichen Diskontsatz auf mehrere hundert Prozent zu erhöhen. Daß die Rücksicht auf die wertbeständigen Kredite bei diesen hoben wird, treten von diesem Zeitpunkt an für Reisen zwischen der besetzten britischen 3one und dem unbesetzten Deutschland Maßnahmen entscheidend war, erfieht man daraus, daß man die folgenden Bestimmungen in Kraft: 1. Bewohner der britischen für Lombardkredite mit Entwertungsflausel einen niedrigeren ZinsBone fönnen auf Grund des grünen Zirkulationsstempels auf den faß angefeßt hat. Dazu wird mitgeteilt: Personalausweisen ungehindert die Grenze zwischen der britischen 3one und dem unbefehten Deutschlands überschreiten. 2. Bewohner des unbesetzten Deutschlands erhalten auf schriftlichen Antrag von der Paßstelle Dombof 28 in Köln Geleitscheine zur Einreise in die britische Zone. Allen Anträgen ist ein Personalausweis( nicht Reisepaß) des ständigen Wohnortes beizufügen. Alle Geleitscheine mit dem roten Strich, wie sie bisher in Gebrauch waren, verlieren mit Birfung vom 30. September 1923 12 Uhr Nachts an ihre Gültigkeit. Weitere Auskunft erteilt die Baßstelle Köln, Domhof 28, Fernsprecher D London, 15. Sept.( Reuter.) Die Frist des italienischen Ulti- Mosel 2940/41. matums an Südslawien ist verlängert worden. Die VerbandIungen dauern auf der Grundlage der neuen italienischen Vorschläge, deren Charakter nicht bekannt ist, an. her auch nicht mit dem Bailon erreicht werden fonnten. Noch vor zehn Jahren glaubte man, daß es nie möglich sein werde, mit dem Flugzeug über 10 000 Meter hoch zu fommen, weil es dann nicht mehr von der dünnen Luft getragen würde. Seit drei Jahren ist es viermal Fliegern gelungen, solche Höhen zu erreichen, zweimal in Amerita und zweimal in Europa. Es war ein Ereignis, als der Franzose Latham am 29. Auguft 1909, alfo vor vierzehn Jahren, bei Reims 155 Meter hoch fam. Ein Jahr später erreichte derselbe Flieger die ersten tausend Meter Lufthöhe. Seit dem Ende des Krieges hat Lécointe in Frankreich am 9. Mai 8000 Meter überschritten, und jetzt fam er noch 2600 Meter höher als damals. Es ist ein gewaltiger Fortschritt, und noch ist die Höhe des Möglichen nicht erreicht. # Der Geldraub. Beamte der belgischen Militärpolizei beschlagnahmten am 6. September bei der Reichsbanfnebenstelle in Jülich 18 984 750 000 Mart, bei der Nebenstelle om burg( Rhein) murden am 7. September 810 000 000 m. chne Quittung fortgenommen. Außer den bereits gemeldeten Beschlagnahmungen" der Belgier am 3. d. M. wurden in der Reichsbanknebenstelle Neu B 63 142 850 000 m. Reichsbanknoten und 1301 295 000 m. Notgeld aus dem Bezirk der belgischen Beschungsarmee fortgenommen. " In einer Bochumer Wirtschaft nahmen die Franzosen 20 Milliarden dort zur Auszahlung kommende Erwerbslosengelder weg. In Mülheim( Ruhr) wurden am 13. September acht Eisenbahner, die Lohngelder abholen wollten, von den Franzosen fest. genommen. Weitere Eisenbahner, die danach mit der Abholung beauftragt wurden, wurden ebenfalls festgenommen und ihnen 44 Milliarden Lohngelder abgenommen. Le Trocquer im Ruhrgebiet. Paris, 15. September.( WTB.) Der Minister für öffent liche Arbeiten reist morgen nach dem Ruhrgebiet. Er gedenkt sich dort zwei Tage aufzuhalten und die in die französische Regie übernommenen Kotereien und Zechen zu besichtiger.. Teilstreiks im Ruhrrevier. = Nach dem Wortlaut des§ 15 des Banfgesetzes fommt für den zinsfuß in Betracht. Es war daher nicht angängig, für Papiermarkbarlehen und wertbeständige Darlehen je eine besondere Rate festzusetzen. Da die Reichsbant Lombardkredite mit ver. schwindenden Ausnahmen nur noch auf wertbeständiger Basis gibt, hat sie auch ihren Lombardzinssaß auf die Erforder nisse des wertbeständigen Darlehns abgestellt und demgemäß auf 10 Proz. jährlich) normiert. Es ist jedoch schon ein wesentlicher Fortschritt, daß man jezt mit einemmal die Geldleihrate um das Doppelte des bisherigen Standes herauffeht, während man früher vor viel geringeren Erhöhungen zurückgeschreckt ist. Der Fortschritt ist zu begrüßen, wenn die Reichsbant fich der Konsequenz bewußt bleibt, daß diese Politik weitergeführt werden muß bis zur völligen Abdrosselung aller petulativen Kredite. Das Ergebnis der Goldanleihe. Ueber das bisherige Ergebnis der wertbeständigen Anlethe des Deutschen Reiches wird mitgeteilt: Das vorläufige Ergebnis der Goldanleihe beträgt 75 mil. lionen Goldmart. Das Ergebnis, das sich unmittelbar vor Zeichnungsschluß durch Erfassung der Devisen voraussichtlich noch erhöhen wird. wird als befriedigend bezeichnet. Sofort nach Schluß der Zeichnung wird der Börsenhandel in die Wege geleitet. Im Gegensatz zu den Dollarschaganweisungen wird der Kurs der Geldanleihe an fünf Tagen der Woche, außer Sonnabend, gehandelt. Etma 3000 Sparfaffen, die der Girozentrale angeschlossen sind, werden ihre Goldkonten auf Grund der Goldanleihe fortlaufend berichtigen. Das Ergebnis der wertbeständigen Anleihe ist auch nach unserer Auffassung befriedigend, besonders, wenn man es mit der Auflegung der Dollaranteihe vom März d. I.( auf Dollarschakanweisungen) vergleicht, auf die seinerzeit nur etwa 50 millionen Goldmart gezeichnet worden sind. Bei der Würdigung des Ergebnisses der wertbeständigen AnCeihe muß noch berücksichtigt werden, daß die Zeichnung in eine Zeit fiel, wo die auftraft und damit auch die Sparkraft der breiten Massen außerordentlich geschwächt war durch Teuerung und durch Umsichgreifen der Arbeitslosigkeit. Wenn ein großer Teil der Arbeiterschaft nur wenige Goldmark die Woche verdient, können für eine Spartätigkeit der breiten Maffe große Beträge nicht zur Verfügung stehen. Die Anleihe ist trotz des Drängens der Sozialdemokratie, die sie schon vor einem Jahre gefordert hat, viel zu spät herausgekommen. Die neue Operette des Metropoltheaters:„ Casinogirls" dient zween Herren, Guido Thielscher mit seinem Berliner Big und Eduard Rünnete mit seiner gefühlvollen Musit. Die Berbindung zwischen den beiden unvereinbaren Größen wird hergestellt durch Friz Friedmann Frederich und Georg Otontowiti, die den Legt geliefert haben. Das Resultat der vielfachen Bemühungen fönnte man Reminiszenzen taufen. Die Librettisten haben Offenbach und seine Nachfolger ausgeplündert und einen wißigen Serenissimus aufs Lapet gebracht, der in seinem angestammten Miramare eine Spielhölle mit Damenbetrieb entdeckt und dort auf Abenteuer geht, Köln, 15. September.( BTB.) Die„ Kölnische Zeitung" meldet: während sein Sohn fich in eine Tänzerin verliebt, die natürlich eife abenteuernde Prinzessin ist. Hoheit ist fein Unmensch, versteht alles. Im Ruhrbergbau kommt es vereinzelt zu neuen 2ohnstreitig verzeiht alles, um so mehr, als er in der Leiterin der Spielbant feiten. Von den linksrheinichen Kohlenbezirken find die Beleg Guido schaften verschiedener Bechen in den Ausstand getreten. Im eine Frucht eines früheren Liebesverhältnisses entdeckt. Thielscher, den beinahe ein Arrestbefehl eines anderen Theaters Gelsenkirchener Bezirk sind die Belegschaften der Zechen Consoliseinen Bremierenpflichten entzogen hätte, ist unerschöpflich in feinen dation und Saalburg wegen Lohnforderungen in den Ausstand geBerliner Wizen aus der Konfektionsgegend. Künnete, der Kom- treten. ponist des armen Betters, und mancher anderen fein instrumentierten und gefühlssinnigen Operettenfompofition fommt in dem Der Kampf gegen die Teuerung. neuen Genre nicht recht zur Wirkung. Ihm fehlt der Schuß Offenbach, soweit er seine Qualitäten entfalten fann, in den sentimenAußerordentliche Maßnahmen in Bayern. Wenn man aber das Ergebnis der Goldanleihe betrachtet im talen Liebesparteien erinnert er freilich an seine bessere Bergangen München, 15. September.( Eigener Drahtbericht.) In Bayern Hinblick auf die gewaltigen Summen, welche heute der Börse zur heit. Das Ballett war mit der gewohnten leppigkeit und Farbenfreude ausgestattet. Unter den Darstellern stand Margit Such n stehen auf dem Gebiete des Ernährungswesens außer Effetten fpetutation zufließen, so ist immerhin eines auffallend: obenan, ihre Anmut, ihr angenehmes Organ halfen zum Erfolg. ordentlich scharfe Maßnahmen bevor. In der Hauptsache handelt Das Reich hat hier eine mit 6 Prozent verzinsliche Kapitalanlage Else Koch hann vertrat die sentimentale Note. Erit Wildhagen es sich dabei um die von großen Kreisen der Bevölkerung schon geboten, die absolut sicher ist, weil jeder Staat, der einmal seine war der rechte Liebhaber. Der ultige Berliner Sachse und Ober- feit langem geforderte Kontrolle bei der Ausfuhr Währung sanieren will, seine alten Goldschulden anerkennen muß trottel Siegfried Arno verdient besondere Hervorhebung. bayerischer Lebensmittelprodukte. Die Einführung dieser Kontrolle und meil die Höhe der Anleihe gegenüber den sonstigen Verpflich scheiterte bisher an dem Widerspruch der Reichsregierung. Das tungen Deutschlands und gegenüber den Einnahmen eines gefunden Musikchronik. Das Berliner Sinfonie( Blütóner) Drchester beranstaltet Dienstag 8 Ubr im Saalbau Friedrichshain unter Zeitung von bayerische Kabinett hefft aber, daß es dem gegenwärtig in Berlin Haushalts, wie wir ihn schließlich doch einmal bekommen müssen, Camillo Hildebrand einen Tschaikowsky- Abend. Das erite Schneeweilenden Minister des Innern, Dr. Schweyer, gelingen wird, verschwindend gering ift. Bisher haben die Kapitalisten immer bevotat konzert findet Dienstag T, Uhr in der Thilharmonie mit diesen Widerstand zu beseitigen, nachdem die bayerische Regierung hauptet, daß die Industrie unternehmungen nur( ächer. Da aber viele Kreise die dem Philharmonischen Orchester statt. Solist: Ignaz Friedman. unwiderlegliche Beweise Don Massenverschiebungen lich geringe 3insen abwerfen. Bühnenchronik. In der Uraufführung von Hermann Gisigs lle berbayerischer Produkte ins bejezte Gebiet in Händen hat. Aftie immer noch der festverzinslichen Anleihe vorziehen und schließ teusel", die die unge Bühne am Sonntag, den 23. September, mittags, im Staatlichen Schauspielhaus veranstaltet, sind die weiblichen Andere Maßnahmen bringen eine scharfe Kontrolle und Einschrän- lich sich doch nicht die ganze Börsenspekulation aus Leuten zuDagegen haben schon sammensetzt, die nur spekulieren, um Geld zu verlieren, ergibt Hauptrollen besett mit Agnes Straub, Gerda Müller, Lucie fung des Auffäufer und Händlertums. Mannheim, Liselotte Denera. früher Organisationen des freien Handels Widerspruch erhoben das bisherige Zeichnungsresultat, daß die Berzinsung der Industrie Deutsches Cpernhaus. Conntag annbäufer mit Bera mit dem Einwand, daß eine solche Maßnahme nur geeignet wäre, papiere, bei der man natürlich nicht nur die Dividenden berücksich Echwarz als Elisabeth und Rudolf Laubentbal als Tannbänser. Dienstag den landwirtschaftlichen Genossenschaften des Dr. Heim eine unbe tigen muß, wesentlich höher ist als 6 Prozent. Das Tosca" mit Vera Schwarz und Rudolf Laubenthal. Donnerstag„ Onegin" mit Waldemar Etaegemann und Frau Jurjevstaja. schränkte Monopolsiellung zu verschaffen. I wird man sich auch für Lohnverhandlungen merfen müssen. d. Deffentlichtet, wenn man jetzt mit ber Behauptung Trebsen geht ,, Aufsichtsrat und für solche Kollegen, die über genug Borfennt Gewerkschaftsbewegung als feten es die Löhne, die die Preisgestaltung bestimmen. Nur nisse verfügen, sind im Bureau der Schule( Engelufer 24/25, Hof I) Kontrolle der Preisgestaltung! durch die Ueberteuerung der Waren und somit der Steigerung der erhältlich. Lehrberatungs- Sprechstunden finden Montags und FreiLebenshaltungskosten wird eine Anpassung der Löhne an die preise tags von 4 bis 7 Uhr statt. notwendig. Die Preissteigerung ist aber eine so rasende und die An- Kollegen, die sich für die hier behandelten Fragen interessieren, ohne die notwendigen Vorkenntnisse zu befizen, weisen wir auf die neue Lehrplan der Schule aufführt. zahlreichen privatwirtschaftlichen Kurse hin, die der Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. In der bürgerlichen Bresse wird jetzt ein systematischer Feldzug paffung der Löhne eine so fehlerhafte, daß diese immer mehr hinter gegen die Arbeiterfuggefebe geführt. In derselben den Preisen zurückbleiben, die Kaufkraft der Lohn- und GehaltsBresse geht man auch mit der längst widerlegten Behauptung hausie- empfänger aushöhlen und so zu der Wirtschaftskrise führen, die ren, daß die hohen Preise eine Folge der hohen Löhne heute ihr erdrückendes Gewicht auf die öffentlichen Finanzen wie seien. Die Wirtschaftstrife, die unheimliche Formen anzunehmen auf jeden einzelnen ausübt. Nur wenn wir die kapitalistische Probeginnt, ist die schlagendste Widerlegung dieser Behauptung. Abduktion unter die schärffte Kontrolle nehmen, können wir wieder gesehen von den Betrieben, wo die Unternehmer aus Gründen der zu einer Gesundung der Wirtschaft kommen. Steuerfabotage Arbeiterentlaffungen vornehmen, oder die Produktion ganz einschränken, wird die Absazkrise verursacht durch die abnehmende Kauffraft der großen Massen der Ber braucher. Die 2ohnentwidlung der letzten Wochen ist immer mehr zurückgeblieben hinter der Preisentwicklung. Heute reichen die Löhne und Gehälter der Arbeiter, Angestellten und auch der großen Masse der Beamten kaum noch aus, um damit von der Hand in den Mund zu leben. Die erschreckend zunehmende Zahl der Kurzarbeiter führt auch mit der Kurzarbeiterunterstügung im buchstäblichsten Sinne des Wortes ein Hungerdasein. Für Neuanschaffungen ist auch bei Bollarbeitern kaum noch die Möglichkeit vorhanden. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit nehmen infolge dieser verminderten Kauftraft ständig zu. Unfere werten Inferenten machen wir darauf aufmerkfam, daß die jeweiligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwäris" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bel Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b.H. Löhne im Zentralverband der Bäcker und Konditoren. Die Löhne für die Süß, Bad und Teigwarena industrie für die Lohnwoche vom 12. bis 18. September betragen für Facharbeiter 4 060 400, für Hilfsarbeiter 3 659 300, für Arbeites rinnen 2 436 200 M. die Stunde. Die Löhne für die Kondis toreibranche für die Lohnwoche vom 10. bis 15. September betragen für Gehilfen 115 Millionen, für Hausdiener und Hilfs arbeiter 100 Millionen, für Kutscher 110 Millionen, für Verkäufe rinnen, Kassiererinnen 84 Millionen, für weibliche. Hilfskräfte für Küche und Backstube 70 Millionen. Lohnerhöhung in der Zigarrenherstellung. Die bis zum 8. September geltenden Löhne erhöhen sich für die Woche vom 9. bis 15. September um 150 Pro3. Umgerechnet auf die Mai- Julilöhne 1922 betragen die Teuerungszulagen für: Attordarbeiter 17 499 900 Brozent, gleich das 175 000fache, Zeitföhne und Stumpen 15 799 900 Prozent, gleich das 158 000fache. Der niedrigste Verbands. beitrag beträgt für die Woche vom 16. September áb 400 000 m. ohne Lokalzuschlag. bis VI Nach den Mitteilungen, die am Donnerstag im Reichsrat geVor Stillegung Anhörung der Betriebsvertretung. macht wurden, beläuft sich infolge der zunehmenden Arbeitslosigkeit Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat in Die Löhne für die Privat- Elektrizitätswerte von Groß- Berfin die Summe, die das Reich jezt zur Unterstützung der Arbeitslosen einem Erlaß die Demobilmachungskommissare ersucht, vor Fällung für die Zeit vom 10. bis 16. September betragen in Gruppe I und Kurzarbeiter aufbringen muß, auf 6 Billionen im Tag. 5 226 000, 5 062 000, 4 929 000, 4 570 000, 3 868 000, Bei der rasenden Leuerung bedarf es feiner Prophetengabe, um ihrer Entscheidungen die Borschriften des§ 3 Abs. 1 der Still: 3 160 000 M. Die Frauenzulage wird 2 400 000 m., die Kinder. vorauszusehen, daß diese Gumme in der nächsten Woche sich ver- legungsverordnung vom 8. November 1920 besonders zu beachten. zulage auf 4 8000 000 m. wöchentlich erhöht. Die Ortsverwaltung. dreifachen oder vervierfachen wird. Während so das Reich zu Aus- Danach ist der Demobilmachungskommissar verpflichtet, nicht nur Angestellte des Elettro- Großhandels! Vor dem Demobilgaben gezwungen wird, die es unmöglich auf die Dauer leisten kann, mit der Betriebsleitung, sondern auch mit der Betriebsver= sperren die Unternehmer ihre Betriebe und lassen tetung ins Benehmen zu treten, um die Umstände der beab- machungskommissar wurde vereinbart, daß als endgültiges Augustgehalt 22 Juligehälter sofort zu zahlen sind. Der vom Sie weigern sich, auf ihre fichtigten Maßnahme aufzuklären. Geeignetenfalls find, worauf Schlichtungsausschuß gefällte Schiedsspruch fommt demnach nicht mit verfürzter Arbeitszeit arbeiten. Uebergewinne, die sie aus der Markentwertung ziehen, zu ver- ebenfalls noch besonders hingewiesen wird, auch die Gewert in Betracht. Außerdem wurde festgelegt, daß bis spätestens 17. September 21 halbe Augustgehälter als Borschuß auf das zichten. Sie weigern sich, ihre aufgehäuften Devisen und Rohstoff- fchaften zu den Verhandlungen hinzuzuziehen. Septembereinkommen zu gewähren sind. Gegebenenfalls bereits vorräte zur Erfüllung ihrer Steuerpflicht anzugreifen. Sie übergewährte Vorschüsse sind hierauf anzurechnen. lassen die Arbeiterschaft dem furchtbarsten Elend und stellen es dem Staat anheim, dieses Elend durch unzureichende Erwerbslosenunterstützungen zu mildern. In der kapitalistischen Presse wird immer behauptet, daß eine öffentliche Bewirtschaftung verteuernd wirke, daß die Gemeinwirtschaft nicht imftande sei, das Problem der Produktion und der Verteilung zu lösen. Die Zustände aber, in die uns die kapitalistische Wirtschaft jetzt hineinführt, sind der offene Bankerott Der Konflikt im Bankgewerbe. Jnnungsschmiede! Die Löhne betragen für die Zeit vom 8. bis 14. September für Schirrmeister 2 250 000 M., Beschlagschmiede 2214 000 m., Stod- und Beschlagschmiede 2025 000 m., Stockgesellen 1800 000 m., Ausgele: nte 1500 000 m. die Stunde. Angestellte der chemischen Industrie! Außer den bereits geAm gestrigen Sonnabend sollten entscheidende Verhandlungen zwischen dem Reichsverband der Bankleitungen und den Angestellten organisationen stattfinden. Die Bankleitungen erklärten jedoch, daß fie mit ihren Beratungen über eine Festmarkentlohnung der Angeftellten und über den Kompromißvorschlag des Reichsarbeitsministe= riums noch nicht zu Ende feien und haben deshalb im Einverständnis zahlten 15 Juligehältern am 10. September, 10 Juligehältern am mit den Angestelltenverbänden die Besprechungen, die eine Regelung 12. September und 25 Juligehältern am 15. September, findet für das ganze Reich bringen sollen, bis auf Montag vertagt. Man eine weitere Afontozahlung von 25 Juligehältern am 18. Sephofft, daß die von, einzelnen füdwestdeutschen AngestelltenorganisaDie Sanierungsmaßnahmen, die jetzt von der Regierung verfionen inzwischen gefaßten Streitbeschlüsse bis zur endgültigen Er- tember statt. Verhandlungen find am Donnerstag, den 20. Sepsucht werden, fönnen nur technische Notbehelfe sein, wenn ledigung dieser Verhandlungen vertagt werden. mit ihnen nicht Hand in Hand ein großzügiges WirtDie Vorausfchaftsprogramm verwirklicht wird. setzung einer Befundung unserer Wirtschaft ist zunächst die Ausübung einer scharfen Kontrolle und eines Betorechts des Staates über die Syndikate und Kartelle. dieser fapitalistischen Wirtschaft. Lohnabschluß in der chemischen Industric, Sektion la. Für die chemische Industrie wurde am Freitag, den 14. September, für die Zeit vom 12. bis 18. September verhandelt. Es fam folgende Bereinbarung zustande: Man fordert jetzt allgemein eine Belebung des Baumarktes.„ Der Spikenlohn des männlichen Bollarbeiters in FachWie stellt man sich diese Belebung aber anders vor, als durch eine gruppe II, Ortstlaffe 1, beträgt 5 Millionen. Die übrigen SpizenErhöhung der staatlichen Bauzuschüsse, die ihrerseits wieder aufgelöhne werden hieraus in allen Ortsflaffen und Fachgruppen wie bracht werden müssen durch die großen Verbrauchermassen. Läßt bisher errechnet. man aber die Baustofffynditate in der bisherigen Weife weiter Die Löhne aller übrigen Altersklassen werden um 175 Broz. erwirtschaften, dann bedeutet eine derartige Belebung des Baumarktes höht; die angelernten Handwerker erhalten einen Lohn, der nichts anderes als eine Subventionierung des Bau- 2 Broz. über dem Lohn des gleichoftrigen Fabritarbeiters liegt. Die stofffapitals durch den Staat auf Kosten der breiten Ver Stundenlöhne werden auf volle 1000 m. abgerundet, bis brauchermassen. Bedingung einer Vergebung von Bauzuschüssen 400 m. nach unten. über 400 m. nach oben. Die sozialen zu= muß sein: die schärfte Kontrolle über die Preis. lagen betragen 4 Millionen pro Kopf und Woche. Die Höchstgrenze festsetzung der Baustoffsyndikate. Im übrigen ver- für die gemäß§ 7 des Reichstarifs zu zahlende 3 ulage beträgt weisen wir gerade auf diesem Gebiet auf das Programm, das der 40 000 m. pro Stunde. Die Abrundung der auszuzahlenden NettoGeschäftsführer des Verbandes sozialer Baubetriebe, Dr. Martin beträge erfolgt in der bisherigen Weise, d. h. bis 400 M. nach unten, über 400 M. nach oben auf volle Tausend. Wagner, auf dem Deutschen Bauhüttentag in Hamburg entmidelt hat. Ferner wurde vereinbart, daß spätestens am Montag eine Abschlagszahlung in Höhe von 80 Millionen für Bollarbeiter, Solange nicht die Preisgestaltung der Roh und 60 Millionen für Arbeiterinnen und 30 Millionen für Jugendliche Halbstoffe bestimmend beeinflußt wird, und zwar beeinflußt unter 17 Jahren geleistet wird. Die Verhandlungsfommission be vom Staate als Vertreter der breiten Verbrauchermassen, so lange schloß einstimmig, das Abkommen sofort abzuschließen. ( Tarifverträge find ab Montag abend beim Verband der Fabrikwird jede produktive Erwerbslosenfürsorge nichts anderes sein als eine Förderung der Preisdiktatur der Roh- und Halb- arbeiter, Engelufer 24/25, gegen Vorzeigung der Legitimation und Busendung erfolgt nicht.) stoffsyndikate. Und deshalb ist das Gutachten des Wirtschaftspoli- Erstattung der Selbstkosten abzuholen. tischen Ausschusses des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates bezüglich Lohnverhandlungen für die Metallgießereien. der Beseitigung der Ausfuhrkontrolle die gefährlichste Maßnahme, Die Verhandlungen mit der Vereinigung Berliner Metallgießedie man sich denken kann. Allerdings heißt es dann in einem Teil der Resolution, daß der Ausschuß, und zwar einstimmig, der An- reien am Freitag haben folgendes Resultat gezeitigt: Für die Woche ficht ist, daß die Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeit vom 10. bis 16. September werden die Tariflöhne erhöht in Klaffe I rehmern mit Handel und Konsumenten, wie sie in den Außen- um 3,809 Millionen, II um 3,684 und in Klasse III um 3,373 Millionen, so daß die tariflichen Stundenlöhne betragen: in Klasse I handelsausschüssen auf wirtschaftlichem Gebiete durchgeführt wurden, 5 100 000 m., II 4 950 000 m., III 4 550 000 m. Die Affordpreise auch in Zukunft im Interesse der deutschen Wirtschaft in anderer werden um 295 Proz. erhöht. Die Arbeitgeber nehmen zu diesem Form erhalten bleiben und zweckmäßig nicht auf Fragen des Außen- Verhandlungsergebnis, das die Kommiffion der Arbeitgeber zur Anhandels beschränkt bleiben soll. Der Ausschuß schlägt vor, daß in nahme empfehlen wird, am Montag abend Stellung. Angliederung an den Reichswirtschaftsrat für die Wirtschaftsgebiete Fachausschüsse gebildet werden sollen. Solche Fachausschüsse, in denen aber nicht etwa die Industriellen einen überwiegenden Anfang Oftober wird für Betriebsräte im AufsichtsEinfluß haben dürfen, sind zur Ausübung der Preiskontrolle über In diesen Synditaten rat ein Sonderkursus beginnen. Es sollen Fragen besprochen die Syndifate und Kartelle zu ernennen. haben sich die ungeheuerlichsten Auswüchse entwickelt. Gang abge- werden, die sich aus der Teilnahme der Betriebsräte an Aufsichtsrats= fizungen ergeben, insbesondere: Das Aufsichtsratsgesetz und die auf sehen von der Qualitätsverschlechterung, werden oft Grundzahlen den Aufsichtsrat bezüglichen Bestimmungen des Handelsgesetzbuches angenommen, die die Friedenspreise um ein Biel- und der handelsrechtlichen Nebengesetze. Vorausseßung für faches übersteigen und die dann multipliziert werden mit die Teilnahme sind Vorkenntnisse der Buchhaltung dem Dollarkurs. Es ist also eine ganz plumpe Irreführung der und des Bilanzwesens. Hörerfarten für Betriebsräte im Bellwäsche Diese Woche extra bil ige Ausnahmeangebote! Deckbettbezüge, Kissen, Bettlaken Inletts Angestaubte Reisemuster und Fensterware besonders preiswert Wäschestotte, Daunendecken, Tischwäsche, Frottierwäsche, Ueberschlaglaken, Damast und Handtücher Fabrikpreise! Fabrikpreise! Reeile fachmännische Bedienung Alteste Spezial Beitwäschefabrik Gräfestraße 39( Hasenheide) Brunnenstr. 10( Rosenthaler Pl.) Spandau, Potsdamer Straße 20 Geschlechtskranke! Spezialarzt Dr. Dammanns Heilanstalten Haut, Geschlechts, Frauenleiden. der Gonorrhoe nach Polizeiarzt Dr. Dreuw: Schnellkur der Syphilis auch ohne Einspritz. Potsdamer Str.123B, Königstr.56/ 57 9-12, 4-7, Sonnt. 10-12. -W Betriebsräte im Aufsichtsrat. Dänische Margarine wie Butter im Geschmack aber um die Hälfte billiger verteilt die Konjum- Genossenschaft Berlin u. Umgegend E. G. m. b. H. in 164 Verteilungsstellen Groß- Berlins tember. Neue Löhne für die kartonnagenindustrie sind für die Woche vom 14. bis 20. September vereinbart worden. Der Epizzenlohn für Facharbeiter beträgt 5 400 000 m. pro Stunde. Neue Tarife fönnen am Montag in unserem Ortsbureau, Engelufer 24 II, abgeholt werden. Die Branchenleitung. Verband der Maler. Der Malerlohn für Groß- Berlin beträgt 5% Millionen pro Stunde. Die Ortsverwaltung.. Ein weiterer Rückgang der Arbeitslojenziffer in Desterreich ist zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen ging von 87 248 Ende Juli auf 83 893 Ende August zurück. Hiervon betrug in Wien die Zahl der Arbeitslosen Ende Juli 55 376, Ende August 53 668. Achtung, AEG.- Kabelwett Oberschöneweibe! Dienstag nachmittag 22 Uhr in der Kottmeyer- Schule Konferenz aller BSPD.- Betriebsräte und Funktionäre der Arbeiter und Angestellten. Es ist Pflicht, dort pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. BSPD.- Fraktion Knorr- Bremse Sichtenberg. Mittwoch nachmittag 4 Uhr in der Aula der Knabenmittelschule Marktstraße in Lichtenberg wichtige Fraktionsversammlung der Arbeiter und Angestellten der Knorr- Bremse. Bollzähliges Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Deutscher Solzarbeiterverband. Gigung der erweiterten Ortsverwaltung morgen, Montag, abends 7 Uhr, im Verbandshaus. Stellungnahme zum Schiedsspruch Modell und Fabrif. filler des litungsausschus Morgen, Montag, nachmittags 4 Uhr, Versammlung bei Wald, Pflugstraße 5. Zentralverband der Schuhmacher. Montag Versammlung der Stepberei und Vorrichterei in und außer dem Hause für die Hausschuhindustrie abends 6% Uhr Köpenider Str. 127a. Versammlung der Ballschuhmacher. Montag abends 4½ Uhr Residenzsäle, Landsberger Str. 31. Dienstag Bersammlung der Reise- und Kamelbaarschuh- Wender und Wenderinnen, Brandsohlen nadlerinnen, Bolitecfohlenfleberinnen und Einleisterinnen abends 6 Uhr, Gewerffchaftsbaus, Engeinfer 24. Saal 3. Dentscher Wertmeisterverband, Bezirksverein Neukölln I. Außerordentlicher Bahlabend am Mittwoch, ben 19. September, in den bekannten Bahlstellen. Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner: Feuilleton: K. H. Döscher; Lotales und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glede; sämtlich in Berln. Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Be Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ MS. ärztlich bevorzugt Migräne. Zahnschmerz Rheuma Stoffe Erhältlich in Pulver und Oblaten. für Herren- u. Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl, Verkauf meterweise Koch& Seeland m Gertraudtenstraße 12-20. G. m. b. H. Der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten gehört zu den wichtigsten sozialen Aufgaben der Gegenwart; denn die Verbreitung dieser Seuchen ist ins Ungeheure gestiegen, so daß die Bolks. gesundheit ernstlich bedroht ist. Jeder Geschlechtsfrante muß sich deshalb über naturgemäße, giftfreie, unschädliche Heilweise imformieren. Dr. med. Ludwig hat vier Schrijten verfaßt, in welchen er ein sehr erfolgreiches, giftfreies Verfahren beschreibt. 1. Heilung der Syphilis durch erprobtes ungiftiges, naturgemäßes Verfahren ohne Einspritzungen, ohne Quedsilber, ohne Salvarjan. 2. Warum werden so viele Tripperkrante nicht wirklich geheilt? 3. Die Heilung der Mannesschwäche. 4. Warum leiden so viele Frauen an Weißfluß? Ungezählte, beglaubigte, freiwillige Anerkennungsschreiben aus Patientenfreisen weisen dankbar auf dieses ärztlich begutachtete Heilverfahren. Um allen Stranfen, welche noch nicht geheilt sind, diese Schrift zugänglich zu machen, hat sich der medizinische Verlag Dr. Matton, G. m. b. S., Berlin 2.61, Blücherplat 3/165, entschlossen, 500 Broschüren gratis abzugeben. Der Versand erfolgt in einem geschlossenen Brief ohne Aufdruc. Angabe des Leidens ist notwendig. Für die Versandspesen find M. 60 000.- beizufügen. Man schreibe aber sofort, da die Auflage bald bergriffen ist. Marken- Zigaretten Ungeheuer Tabak u. Zigarren Garbaty, Halpaus Constantin, Karmitry, gestiegen fra Preise sind alle LebensAvramikos, Muratti, gibt ab unt. Tagespr mittel und Gebrauchsgegenstände Arno Geßner, Großhandig im Vorwärts" sind Tabakwaren- KLEINE ANZEIGEN Werftstr. 21. Teleph.: Moabit 2114. dagegen immer noch billig! ttx. 433 ❖ 40. Jahrgang 1. Beilage öes Vorwärts Sonntag, 10. September 1023 Das durchlöcherte Dach. Auch ein Zeichen unserer Not.— Die geflickten Schwindelbanteu. Es wackelt. An viclen Häusern so stark, daß die Verwandlung fat ein Sieb schon eingetreten ist. Großstadtdächer haben im allge- meinen eine ziemlich beschränkte Lebensdauer. Schon in normalen Zeiten ist man auch an der Spree aus dem Dochflicken nicht heraus- gekommen. Dem geteerten Pappdach sind nur höchstens zwei Jahre ungetrübten Daseins beschieden, Ziegel und Schiefer halten nur wenige Jahre länger, wenn nicht sehr gutes Material verwendet ist. Die vielen Schwindelbauten, die jede Großstadt in Frisdenszeiten oft dicht beieinander in ganzen Straßenzügen hochstreben sah, zeigten ihre baulichen Mängel immer zuerst am Doch. Der Sturm findet an der Ungleichheit der Großstadtdächer die schönste Gelegenheit, in sausendem Zickzack wuchtig« Peitschenhiebe auszuteilen. Regen und Schneefall taten das übrige, mit allzuleicht gebauten Bedachungen «in böses Spiel zu treiben. Was im letzten Jahrzehnt getan wurde, den Verfall über unserem Haupte aufzuhalten, war nicht der zwanzigste Teil dessen, was getan werden mußte. So konnte das galgenhumoristische Schlagwort entstehen: Wir gehen mit dem Regen- schirm ins Bett! Wie sieht es aus l Das Aug« sieht den Himmel offen, das Herz schwelgt nicht in Seligkeit. Auch ohne Dachluken fleht man durch so manches Dach Sonne. Mond und Sterne leuchten. Zahlreiche MSrtelhöuflein zeich- nen die Spuren, wo der Sturmgeselle sich«in Loch riß. Ist erst das eine da, folgen die anderen bald zu Dutzenden. Der Wind setzt sich in den Hohlraum und lockert das ganz« Gefüge. Dauer- regen bilden Bäche, klein« Seen. Konservenbüchsen, Blcchkannen sollen chren Lauf hemmen, hängen wie Lampions an Drähten unter den Sparren. Es nutzt nicht viel. Das Wasser sucht sich neue Weg«, läuft eilfertig an den Sparren entlang, tropft auch in die Boden- kammern, dringt durch die lockeren Dielen in Wände und Decken des obersten Stockwerkes, frißt sich an den Giebeln und Rabitz- wänden nicht selten noch nach einem zweiten Stockwerk durch. Große Necke mit gelbbraunen Rändern zeigen die Verheerungen an. Die Tapeten lösen sich, der Putz bröckelt ab. Rohrwerk und Holzeinlagen werden bloßgelegt, breite Flächen sind überwuchert mit Schimmelpilzen,' die Gefahr der Schwammbildung in der Balken- und Dielenlage wächst. Die Rückwände der Möbel werden von der Nässe ergriffen, Bilder müssen abgebängt, Bettstellen in die Mitte der Zimmer gerückt, Teppiche entfernt werden. Die Bett- wüsche ist ewig feucht und im Winter hartgefroren. Auch hier in den Wohnungen stehen an den gefährdeten Stellen Töpfe. Kannen. Wannen, die das Trovfwasser auffangen. Alle Be- baglichkcit im Heim ist aufgehoben. Man ärgert sich jeden Tag„die Hucke voll", zankt sich mit dem Hauswirt oder Verwalter herum und itt doch eigentlicki machtlos, muß ohne nachdrückliche Hilfe mit der Faust in der Tasche zusehen, wie das Nebel immer größeren Um- fang annimmt und ein liebgewordene� Wirtschoftsstück nach dem anderen beschädigt wird. Warum keine grSnöliche Abhilfe l Eine ganz« Reihe von zwingenden Ursachen, die in der abnormen Zeiientwicklung liegen und allen Beteiligten über den Kopf ge- wachsen sind, spielen hier mit. Was der Dollarstand für den Mark- wert, die Reparationsfroge für den Staat, der Lohn für den Arbeiter, die Lebensmittelbeschoffung für die Hausfrau ist, das ist die Dachreparaturfrage fiir Hauswirt und Mieter. Alles geht von gleichen Urfackien aus, alles hat die wesensgleichen Auswirkungen. Wöhrend des Krieges fehlte es zur ordnungsmäßigenBJnstandfetzung der Dächer an Material, nach dem Kriege fehlte es a n Geld, das wieder vorhandene Material und die nötigen Arbeitskräfte zu bezahlen. Was aber auf diesem Spezialgebiet« der Rot ganz be- sonders gewirkt hat, ist die zeitlich lange Unterbrechung der Fürsorge. Es geht den Hauedächsrn heute genau so wie einem Paar Stiefel. das man lolange trögt, bis womöglich auch noch die Brandsohlen zerrissen lind. An ungszöblten Dächern von Mietskasernen haben bloße Flickereien nach dem Gniachlen von Sachverständigen nur einen ganz vorübergehenden Werl. Hundertfach ist auch in Groß-Berlin festgestellt, daß es durch notdürftig geflickte Dächer schon nach wenigen Tagen wieder durchregnete. Di« großen rung des Zuschlages für große Instandsetzungen uienig praktischen Sinn. Wir können mit zehntausend Prozent Zuschlag genau soviel und genau so wenig reparieren lassen wie vor einem halben Jahr« mit tausend Prozent. Reu« Zahlen werden geschaffen, kein« neuen Werte. Der Verfall des Daches, unter dem wir hausen, ist nur noch aufzuhalten mit der gründlichen Aenderung unseres gesamten Wirtschaftslebens. Kosten waren zum Fenster h.nausgeworfen. Sicher gibt es eine nicht geringe Anzahl von Hauswirten, die die Dachreparaturen und andere große Instandsetzungen schuldhaft verzögerten. Die subjektive Schuld ist aber meist nur schwer nachzuweisen, wenn man den behaupteten Geldmangel vom Rechtsbegriff des Verschuldens ausschaltet und für eine Sabotage nur auf Vermunttingen gestützt ist. Ebenso wenig läßt sich rechtssicher nachweisen, daß die Reparatur absichtlich aufgeschoben wurde, um die Festsetzung höherer Zuschläge abzuwarten. Zwar haben sich die Anträge auf Umlag« der Dach- reparaturkosten mit den höheren Zuschlägen ausfallend gemehrt, aber die nicht zu leugnende Tatsache, daß die Instandsetzung auf die lange Bant geschoben wurde, ergibt in der Praxis gleich wieder neue Schwierigkeiten durch die Geldentwertung. Die Beschaffung von Pappe und Teer. Ziegeln und Schindeln erfordert so enorme Summen, daß schon die Kosleu für kleinste Dachreparaturen gleich in die Millionen gehen. Es wird also gerade soviel repariert, als an Kosten aus den Taschen der Mieter herausgeholt werden kann. Di« gründliche Instandsetzung eines total verwahrlosten Daches kostet nach dem gegenwärtigen Preisstand« Zk> bis 60 Millionen! Das können auch die Durchschnittsmieter nicht aufbringen, selbst wenn sie dazu durch ein Buchstabengesetz verpflichtet wären, und so bleibt im wesentlichen, von fast nutzlosen Flickereien abgesehen, alles beim alten. Was öas Neichsmietengefetz sagt. Die gesetzlichen Handhaben, gegen Vermieter vorzugehen, welche notwendige große Instandsetzungen nicht vornehmen lassen, stehen fast nur auf dem Papier. Di« Baupolizei kann einschreiten und der Gemeindebehörde nahelegen, die Arbeit selbst auszuführen, aber—„woher das Geld nehmen, wenn nicht stehlen"! Auch die Gemeindebehörde kann die Mieter nicht mehr in Anspruch nehmen als der Hauswirt. Wer soll die rieflgcn Fehlsummen, die in die Milliarden gehen, bezahlen? Jeder weiß, daß die Gemeinden, die selbst jeden Tag mit dem Pleitegeier ringen, es nicht können. In sehr dringenden Notfällen kann der Hausbesitzer an die Gemeinde- behörde herantreten mit dem Ersuchen um Bewilligung eines Zu- schusses aus den Mitteln der Wohnungsbauabgabe. Begreiflicher- weise zeigen sich die Gemeinden hierbei ziemlich zugeknöpft. Sonst würde vielleicht dos ganze Geld, das der Gemeinde aus der Woh- nungsbauabgab« zufällt, nicht ausreichen, um alle Dächer instandzu- setzen. Am besten haben es noch Mieter in den Häusern, die noch dem 1. Januar löllO an Ausländer verkauft wurden. Hier ist der neu« Hausbesitzer wenigstens kapitalkräftig. Ein Teil dieser Ausländer hat billiges Baluiaqeld für große Instandlehungen her- aegeben, der größere Teil lüßk die Häuser auch weiter versallen. Nach Erlaß des Bodensperrgesetzes wird die Hinterlegung von Millio- nen für Instandsetzungen streng durchgeführt, bei den anderen Speku- lationskäufern gibt es, wenn sie böswillig oder sorglos sich um die Häuser nicht bekümmern, nur das Mttel der Zwongsverwaltuna. das noch viel zu selten angewendet wird. Ein großer Irrtum ist der Glaube, daß die Mieter für große Instandsetzungen in Häusern, die nach dem 1. Januar 1920 verkauft wurden, überbaupt nicht mehr zu zahlen haben. Das ist nur der Fall bei derartigen Schäden, die beim Erwerb des Gebäudes bereits vorhanden waren und die der Käufer gekannt hat oder kennen mußte. In Taufenden von Fällen find Häuser gekauft worden wie die Katze im Sack, vom Auto weg oder nach Bauzeichnungen und Photographien. Unter solchen Umständen konnte der Erwerber die Hausmängel nicht kennen lernen. Es ist daher immer durchschlagend, wenn Mieter die eidesstattlich« Versicherung abgeben können, daß der Vorbesitzer wegen der Mängel das Haus billiger verkauft oder den Erwerber auf die Mängel hin- gewiesen hat. Erfreulickierwsis« handeln einige Mieteinigungsämten nack dem Grundsatz: Die deutschen Mieter schühen, aber nicht die ausländischen Spekulanten! e- Auch das Beste, das der bei allen großen Fragen halb im Dunkeln tappende Gesetzgeber von heute im Auge hat, wird natürlich unter dem Druck unserer Lebensverhältnisse bald überholt. Damit muß man sich wohl oder übel abfinden, fo gut oder schlecht es eben geht, denn es ist unmöglich, Reichsgefetze ebenso schnell zu ändern, wie sich das Rad der Zeit dreht. Deshalb hat die fortlaufende Steige- Nur noch Millionen! Brot:»'/«, Milch: 4,2, Gas:»,4, Strom:«,8, Wasser: 2, Hochbahn: 1, Stadtbahn: 2 Millionen. Die kommende Woche bringt der Bevölkernng Berlins, die in dieser Hinsicht ja schon an allerhand gewöhnt ist, die ungeheuer- lichstcn Preissteigerungen. Zu dem Markenbrotpreis von Z 250 OVO Mark kommt«in Milchpreis von 4 200 000 je Liter. Das Gas klettert bei der Stcmdaufnahme vom 16. bis 22. September auf Z 400 000 je Kubikmeter, die