Nr.435 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 217 Bezugspreis: Bom 16.- 22. Sept. 4 Millionen Mark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 16.- 22. Geptember für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet somie Desterreich u. Luxemburg 5 100 000 M., für das übrige Ausland 6 000 000 m. Boftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit ber Gonntags. beilage ,, Bolt und Reit", der Unterbaltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Cozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 700000 Mk. Anzeigen- Grundpreise: Die ein spaltige Nonpareillezeile 500 Mart. Reflamezeile 2500 Mart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 120 M.( zulässig amet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 60 M. Stellengesuche das erste Wort 60 M., jedes weitere Wort 50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 50 M. Alle Grundpreise mal Schlüiffelzahl zurzett 12 000. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachjm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 18. September 1923 Verordnung gegen Steuersabotage. Geldstrafe ist unbeschränkt. | Aktive Außenpolitik. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poftscheckfonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Verelendung ohne Ende? In Sorau haben Arbeiter, die ihrer Verzweiflung über die erdrückende Teuerung in Demonstrationen Luft machten und Die bereits angekündigte Berordnung des Reichspräsidenten zu spät begreift, was notwendig ist. Mit der Steuererhebung anstatt Brot Polizei zu sehen bekamen, ihre Erbitterung mit gegen Aufforderung zur Steuerverweigerung wird nunmehr ver- ist es zweifellos so gegangen, denn die Inflationsentwicklung dem Tode bezahlt. In Berlin zuckt der Dollar an dem Tage, öffentlicht. Sie hat folgenden Wortlauf: hat die Wirkung der beschlossenen Steuern bereits vollständig wo die Goldmartpreisrechnung auch für den Urstoff der gans Auf Grund des Art. 48 der Reichsverfassung wird zur Wieder- illusorisch gemacht. In der Ruhrgebietsfrage hat Cunos zen industriellen Produktion Geltung befam, um fast 50 Proz herstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichs- Schlafwandlertum" die schwersten Gefahren herauf in die Höhe. Die Massen, zermürbt durch den Breistaumel, gebiet folgendes verordnet: beschworen. Es wird nicht nur die größte Entschloffenheit, durch fortgesetzte Entbehrung, durch um sich greifende Arbeits81. Wer öffentlich oder in einer Versammlung oder durch Ver- sondern auch den größten Mut erfordern- Mut vor allem losigkeit, verzagen an dem Wert ihrer Arbeit, bäumen sich breitung von Schriften oder anderen Darstellungen dazu auffor- gegenüber den Kapitulationsschreiern, das zu tun, was die innerlich auf gegen ein Wirtschaftssystem, das ihnen auch nur dert oder anreizt, einer Steuerpflicht oder der öffent- Zukunft Deutschlands erfordert. einen einigermaßen angemessenen Lohn für ihre Arbeit verfich- rechtlichen Verpflichtung zur Leistung von Geld oder Geldeswert weigert und, wenn sie glauben, ihn doch errungen zu haben, an das Reich, die Länder oder Gemeinden( Gemeindeverbände) ihnen die Arbeitsmöglichkeit entzieht. Es gärt, weil der Hunnicht zu genügen oder die Durchführung der Vorschriften über diese Pflichten auf andere Weise zu hindern, wird, sofern nicht eine liner Zentrumsorgan„ Germania", es frage fich, ob es nicht löhne überschritten hätten. Es ist schlimm genug, daß eine Anläßlich der neuesten Rede Poincarés schreibt das Ber- ger würgt. Gestern abend trat an dieser Stelle der ADGB. schwerere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis nicht unter liner Zentrumsorgan„ Germania", es frage fich, ob es nicht der Behauptung entgegen, daß die Löhne die Friedensgoldeinem Monat und Geldstrafe bestraft. Das Höchstmaß der allmählich an der Zeit wäre, die diplomatische Aktivität, die ohne überschritten hätten. Es ist schlimm genug, daß eine das Kabinett Stresemann entfalte, auch nach der formalen olche Entgegnung überhaupt notwendig wurde angesichts der 82. § 2. Wer öffentlich oder in einer Versammlung oder durch Seite hin fräftiger zu unterstreichen und einen deutschen Seite hin fräftiger zu unterstreichen und einen deutschen Tatsache, daß derjenige Lohn, der am Sonnabend als Verbreitung von Schriften oder anderen Darstellungen zur 3u- Botschafter für Paris zu ernennen. Diese Forderung ist Friedensgoldlohn erschien, am Montag bereits durch den bereits mehrfach von uns erhoben worden. Ihre Verwirk- Marksturz um 45 Broz. entwertet war. So sehr rast die rudhaltung von Lebens- oder Futtermitteln, die zur Beräußerung oder Weiterveräußerung bestimmt sind, auf- lichung erscheint um so dringlicher, als sich, trog der letzten Preisschraube. Und gerade die zur Fristung eines noch so fordert oder anreizt, wird, sofern nicht eine schwerere Strafe ver- Reden Poincarés, in den Neußerungen einflußreicher fran- färglichen Daseins notwendigen Lebensmittel, wie Magarine, wirkt ist, mit Gefängnis nicht unter einem Monat und mit Geld- zöfifcher Preßorgane das Bestreben zeigt, den Faden zwischen Schmalz, Eier, von dem Lurusartikel Fleisch gar nicht zu strafe bestraft. Das Höchstmaß der Geldstrafe ist unbeschränkt. Als Frankreich und Deutschland nicht abreißen zu lassen und den reden, schnellen von Tag zu Tag in die Höhe. Will man denn Lebens- oder Fulferiniffel gelten auch Erzeugnisse, aus denen Le- Boden über den Zusammenhang zwischen Einstellung des am grünen Tisch, wo man den Hunger mit einem papiernen passiven Widerstandes und Räumung der Ruhr zu sondieren. Inder mißt und die Löhne an" Protesten", welche von be= bens- oder Futtermittel hergestellt werden. Die Bermutung der volksparteilichen Zeit" mag viel zahlten Unternehmersyndici auf Alford geliefert werden, den leicht zutreffen, daß die französische Regierungspolitik zurzeit Ernst der Lage nicht erkennen? Weiß man dort, daß z. B. unter dem Einfluß jener Denkweise steht, der es viel lieber der Lohn eines Segers in der letzten Woche noch nicht aus= wäre, wenn Deutschland sich in der Aufrechterhaltung des reichte, um am Sonnabend vier Pfund Fleisch zu kaufen, passiven Widerstandes weiter erschöpfte, als daß es im Sinne daß der Seger aber nicht mehr arbeiten durfte? ber jetzigen Regierungspolitit attive deutsche Außen- Weiß man nicht, daß die Zahl der Volksgenossen, für die der politit tretbt. Das muß aber nur ein Ansporn sein, diese Tariflohn nur auf dem Papier steht, weil er inAttivität zu verstärfen, ohne Rücksicht auf die Knüppel, folge Beschäftigungsmangels nicht erzielt werden kann, täglich die erneut von bayerischer Seite der Reichspolitik unter die wächst und schon heute in die vielen Hunderttausende geht? Räder geworfen werden. Wo ist das Arbeitsministerium, das nicht erst abwartet, bis die Erbitterung wieder weiter emporiodert, sondern seinerseits auf eine Ausgestaltung des Lohnsystems hindrängt und es den Goldpreisen der Industrie in beschleunigter Weise anzupassen sucht? § 3. In den Fällen der 88 1 und 2 kann neben der Straße auf Berlust der bürgerlichen bürgerlichen Ehrenrechte werden. Ferner ift anzuordnen, daß die Berurteilung auf Koffen des Schuldigen öffentlich bekanntzumachen ist. Die Bekanntmachung fann auch durch öffentlichen Anschlag erfolgen. Die Vorschriften des§ 26 2lbs. 3 und 4 der Preistreiberei- Berordnung vom 13. Juli 1923( Reichsgefehblatt. Teil 2 IS. 700) gelten enffprechend. 84. Diese Berordnung friff mit ihrer Berkündung in Kraff. Berlin, den 15. September 1923. Der Reichspräsident. gez. Ebert. Der Reichsminister des Innern. gez. Sollmann. Der Reichstanzler. gez. Strejemann. zogen hat: es In welcher Richtung sich diese Aktivität zu entfalten hat, wird in einem Artikel des„ Sozialdemokratischen Parlaments dienstes" erörtert. Nach einer scharfen zurückweisung der deutschnationalen Treibereien gegen die Reichspolitik heißt es in dem Artikel: " 1 Diejenigen, die im sicheren Hafen goldenen Sachbesikes Minister Hirtsiefer über die Cuno- Bilanz. Eine scharfe Hand der Regierung ist insbesondere angesichts sich an den Wellen der Teuerung vergnügen, ahnen freilich Die Reichsregierung hat bisher eine von vielen nicht be- der schwierigen Entschlüsse notwendig, tie in den kommenden Tagen nicht, worum es jetzt geht. Als ob gar nichts vorgefallen sei, griffene Zurückhaltung gegenüber den traurigen Resultaten durch die Not im Interesse des Reiches dem gegenwärtigen Rabinett erhebt jetzt die Deutsche Tageszeitung" die alte Unternehmer. der Cuno- Regierung an den Tag gelegt und immer nur in diftiert werden und die in Wirklichkeit auf Unterlassungsfünden der forderung nach erhöhter Arbeitsleistung. Gewiß, erallgemeinen Andeutungen, aber niemals mit konkreten An- pergangenen Regierung zurückzuführen sind. Die fortgesette Ent- höhte Leistung im Interesse steigender Produktion unter gaben das Erbe beleuchtet, das sie hat antreten müssen. Dabei wertung der Mark und die fich daraus ergebende fatastrophale Aufrechterhaltung des fozialen, im Achtstundentag sanktionierwürde rücksichtslose Offenheit den demagogischen Angriffen der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage weisen den Weg, der in den ten Schutzes wollen auch wir. Aber diejenige Grenze der Deutschnationalen viel mehr den Boden entziehen. Um so an- fommenden Tagen zu gehen ist. Er erfordert unendlich viel Mut Lebenshaltung, unterhalb deren eine Steigerung der Arbeitserfennenswerter ist die Deutlichkeit, mit der der Zentrums für die Männer, die in der schwersten Not sich zur Uebernahme der leistung unmöglich ist, ist jetzt in vielen Berufen bereits unterminister Hirtsiefer die Bilanz der Cuno- Politik auf einer Regierungsgeschäfte opferten und damit ihre Arbeitskraft und. viel schritten. Dem Hungernden, jeder Hoffnung auf bessere Brandenburger Delegiertenversammlung des Zentrums ge- leicht auch ihr Leben aufs Spiel setzten, aber er muß gegangen Beschäftigung und Entlohnung Beraubten, ist die Arbeit kein werden. Wir können die gegenwärtigen Zustände Bedürfnis seiner Persönlichkeit, sie ist nicht was den Mennicht länger ertragen. Alle Pläne zum Abbau des Reichs- fchen zieret", wie es der Dichter nannte, sie ist ihm Berdruß, „ Alles geht jetzt um die Lösung der Ruhrfrage. Ein defizits, fei es durch Steigerung der Einnahmen oder durch wesent widerliche Fron, zur Empörung herausfordernde Schmach. Gebiet, das zu 12 Millionen Menschen, den fünften Teil der ganzer liche Einschränkung ter Ausgaben, sind auf die Dauer wirtungslos, mit solchen Menschen die Arbeitsleistung zu steigern, iſt undeutschen Bevölkerung umfaßt und vor dem Kriege den bedeutend solange das Loch im Westen nicht verstopft ist. Wir be- möglich. Man muß ihnen den Glauben an den Wert ihrer ften Ueberschuß für das Reich lieferte, ist aus der deutschen Wirt- trachten deshalb jetzt e'ne Diskussion über den Abbau des Ruhr Arbeit, an den 3wed ihres Tuns, an die Aufrechterhaltung schaft herausgenommen und wird seit neun Monaten von fonflifts nicht mehr als die Hauptaufgabe der Reichsregierung, ihrer Familie wiedergeben. Erst dann und nur dann wird bem leistungsschwächeren Vierfünftel, da sondern glauben, daß nunmehr ein praktischer Schritt es möglich sein, freudigen Dienst zu erzielen, wo heute verfelbst nicht produzieren fann, erhalten. Der Be- notwendig ist, der Aussicht bietet, das Loch im Westen tatsächlichy droffene Fron geleistet wird. ginn dieses Experiments war ein gewagtes Unterfangen. Der Aus- schnell zu stopfen. Einen derartigen Schritt sehen wir zunächst in Diese Borbedingungen zu schaffen, ist der Rapitalisfall der Reichseinnahmen Eisenbahn, Post, Steuern hatte das einem Antrag an die Reparationsfommission auf mus außerstande. Aber er ist imstande, wie die Lebenstragisch Ergebnis, daß die Mark, die zu Beginn nur eine Null Abschätzung der deutschen Leistungsfähigkeit. Im Juli 1922 hat diese haltung der deutschen Arbeiterschaft vor dem Kriege und diehinter der Eins zeigte, jetzt mit sechs Rullen verglichen mit dem Instanz die Deutschland auferlegten Lasten als zu hoch und uner- jenige der Arbeiterschaft im Ausland noch heute zeigt, beffere Friedenswert dasteht. Gewiß, wir fonnten an der Sache nicht träglich bezeichnet. D'e Logik spricht dafür, daß sie nunmehr nach Eristenzbedingungen auch dem Arbeitsmann zu schaffen, als ohne weiteres vorbeifommen und mußten zeigen, taß wir nicht ter durch den Ruhrkrieg wesentlich herabgesetzten Leistungsfähigkeit sie heute, in der Zeit der forrupten Inflationswirtschaft, der alles mit urs machen ließen, aber wir durften nicht erwarten, daß der deutschen Wirtschaft und des deutschen Volkes eine entsprechende Valutagewinne und der Notenpresse entstanden sind. Wir man auf die Dauer einen aktiven Gegner mit Bali vi Entschließung annehmen wird." haben heute einen Ueberfapitalismus, der in franttät besiegen fann. Wer prügelt, hält es immer länger Es versteht sich von selbst, daß durch einen derartigen hafter Angst vor wirtschaftlich produktiver Leistung an Sachaus als der, der die Schläge bekommt. Es hätte schon viel früher Antrag an die Reparationsfommission die eingeleiteten deutsch- werten hängt, ohne mehr nach den Menschen zu fragen, der und attiver auf eine vernünftige L'quidierung des Ruhrabenteuers französischen Verhandlungen nicht gestört zu werden brauchen. lieber die Fabrittore vor arbeitswilligen Arbeitern schließt, anhingearbeitet werden müssen. Es war ein großer Fehler der bis Im Gegenteil, es ist notwendig, sie fortzusehen und den Ver- statt mit dem Verkauf eines Telles der aufgehamsterten Rohvor einem Monat verfolgten Politit, daß man geglaubt hat, Eng- fuch zu machen, sie zu fördern durch einen Antrag an die nach stoffe, Devisen und Effekten den Grund zu intensiverer, billiIand würde uns aus der Lage herausreißen.( Gelächter.) Solche dem Versailler Vertrag zuständige Bertretung der Entente- gerer Produktion zu legen. Unbesorgt um die Gefahr, die der Leichtgläubigkeit haben wir in führender Stellung gehabt.( Hört, mächte, weil von ihnen, nach den letzten Mitteilungen aus Berfall der Währung seinem eigenen Befih bringt, flieht er hört!) Das Hinschielen nach England hat uns in die jetzige Lage Baris, unmittelbar etwas Positives nicht zu erwarten ist. Die Mart und vernichtet die Existenzgrundlage des Volkes, gebracht. Bilden wir uns doch nicht ein, die ganze Welt habe nichts Wir erwarten, daß die Regierung sich bei ihren Dispositionen fucht er sich der Steuerleistung zu entziehen. Wichtigeres zu tun, als uns aus dem Ruhrabenteuer heraus nicht durch Reden, wie die des bayerischen Ministerpräsidenten, Gewiß ist nicht zu verkennen, daß das Elend Deutschlands zubringen. Der Konflikt Italiens mit Griechenland und Jugo- beirren läßt, schon um vor aller Welt darzutun, daß die eine Folge der internationalen Lage ist. Aber vor der Frage, fiawien interessiert gegenwärtig die europäischen und außereuropä- deutsche Politit nicht in Tuntenhausen gemacht wird. ob der Besitz alles getan hat, um diese Entwickelung der interischen Böller und Staatsmänner viel mehr als das deutsche Ruhrnationalen Lage zu verhindern, als diese eingetreten war, problem. Klar ist für uns heute das eine, daß das Ruhrabenfeinen Teil an der gemeinsamen Last zu tragen, weiß Die Mark in New York. teuer von uns nicht dauernd durchgehalten wer auch er feine andere Antwort, als das Nein. Enthalten nicht den tann. Die großen un produttiven Ausgaben des In New York stellte sich gestern die Mark schlechter die meisten von fapitalistischer Seite zur Reform der Währung Reiches für dieses Unternehmen sind der tiefste Grund für als nach der letzten amtlichen Notierung der Berliner Börse, gemachten Vorschläge das Zugeständnis, daß eine Erden Markverfall. Je weniger Illusionen wir uns in diefer aber immer noch wesentlich besser als nach den phantastischen fassung der Sachwerte notwendig sei, nachdem man Gache machen, um so beffer." Kursen, die im freien Berfehr genannt wurden. Die Umrech- früher die Verfechter dieses Gedankens mit gemeinem Spott In Hirtsiefers Rede findet sich an anderer Stelle der nung des Schlußturfes ergab in New York einen Preis für und unsachlichem Widerstand bekämpft hat? türzlich auch von der volksparteilichen Frau v. Oheimb den Dollar von 153.8 nach dem Geld- und von 149,3 nach Wir brauchen die Umgestaltung der Wirt ausgesprochene Gedante, daß man in Deutschland immer viell dem Briefkurs, Ligaft aux produttipen Arbeit Mix brauchen darum ist es Aufgabe aller über die Wirtschafts- und SozialIst das nicht eine herrliche Welt!? In Deutschland und ganz den Bormittagsstunden tam es bei einer versuchten Erstürmung der politik des Reiches wachenden Organe, ein weiteres Absinken Mitteleuropa wissen Hunderttausende nicht, woher sie das Not- öffentlichen Gebäude zu einem blutigen Zusammenstoß, der Löhne zu verhindern, der Arbeitslosigkeit entgegenzu- wendigste zur Stillung des Hungers nehmen sollen. Und in Amerika bei dem es mehrere Tote gegeben haben soll. Wie fanatisch ein Teil wirken, ein besseres Berhältnis zwischen Löhmie in Afrika wissen die Farmer nicht ihren Ueberfluß loszuwerden. Franzosen aus dem Elsaß zu holen, wenn die Schußpolizei nicht ab der Arbeiterschaft ist, geht darcis hervor, daß diese drohen, die nen und Preisen herzustellen. Alle Errungenschaften der Technik, die schnellfahrenden Dampfschiffe zieht. Die Polizei und Gendarmerie geht durchaus forrekt vor und sind ausgeschaltet, weil der Militarismus auch nach dem Weltkriege glaubt Herr der Lage zu bleiben. noch die Welt beherrscht und diese ehrenvolle Rolle mit der Profitgier des internationalen Kapitals teilt. Die einen müssen inmitten ihrer Ueberproduktion ersticken, die anderen wegen Mangels am Mötigsten verelenden. Die freie Wirtschaft" ist wirklich eine vor treffliche Erfindung, besonders wenn sie von nationalen und internationalen Interessentengruppen gebändigt wird. Denn das ist der Kardinalpunkt, nachdem die Arbeit an der Sanierung der Währung infolge der unermeßlichen Ausgaben für den Ruhrkampf so langsam fortschreitet. Aber es bedarf rascher und wirksamer Hilfe. Denn es ist ja nicht Lebensmittelmangel, der die Not verursacht. Reiche Ernte bergen die Scheunen der Landwirte, die Brotversorgung, soweit das Reich in Frage fommt, erscheint für einige Zeit zweifelsfrei sichergestellt, die Käufe der Reichsgetreidestelle werden fortgefeßt. Aber die Gefahr, daß das Bolt bei vollen Scheunen hungert, besteht nicht mehr als ferne Bedrohung, sie ist durch die Preisentwicklung der letzten Zeit in ein akutes Stadium gerückt. Die Zusammenstöße in Sorau. feiten wurde heute in zahlreichen Industrieorten des Wiesentales Freiburg i. Br. 17. September.( WTB.) Wegen Lohnstreitig. sowie in Lörra d) die Arbeit niedergelegt. Die Behörden trafen überall Sicherheitsmaßnahmen. In Lörrach wurden die Leiter verschiedener industrieller Unternehmungen von demonstrierenden Arbeitern gezwungen, in einem Demonstrationszug mitzumarschieren. Am heutigen Nachmittag fam es in Lörrach zu einem Zusammenstoß zwischen Sch upo und demonstrierenden Arbeitern vor dem Bezirksamt. Die Schupo machte von der Waffe Gebrauch, wobei ein Demonstrant getötet und mehrere andere verletzt wurden. Der Zusammenstoß ereignete sich, als die Demonstranten versuchten, Verhaftete zu befreien und dabei das Drahtverhau, das die Schußpolizei vor dem Bezirksamtsgebäude angelegt hatte, durchbrachen. * " Kommunistische Spizzel". Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt zu den beklagenswerten Vorgängen in Sorau folgendes mit: Am Freitag, den Darum muß zugleich mit dem Streben nach Währungs- 14. Geptember, hatten größere Trupps bereits in den Geschäften gesundung die Wirtschaftspolitik Mittel und Wege suchen, die gewaltsam die Preise für Lebensmittel bis auf ein Biertel gewaltige Kluft zwischen Löhnen und Preisen zu überbrücken. der Einkaufspreise herabgefegt. Infolge dieser Ereignisse erDaneben bleibt unsere Forderung, daß alles zur Besei- bat der Landrat die Entsendung von Schußpolizei, die am SonnLörrach, 17. September.( WTB.) Bei dem Zusammenstoß tigung der Währungsnot getan werden soll, be- eine Versammlung der geschädigten Geschäftsleute statt, die bereits zwischen Demonstranten und der Schußpolize find 8 Personen verstehen. Eine rücksichtslose Bereinigung der Reichsfinanzen von Posten der Demonstranten umstellt war, und deren Teilnehmer, legt worden, als tot ist eine Person gemeldet worden. Gegendurch Erschließung neuer Steuereinnahmen und Einschrän- darunter der Landrat und der Bürgermeister, auf dem Heimwege be- märtig herrscht in Lörrach wieder Ruhe. In anderen Orten des fung der Ausgaben ist dazu Vorbedingung. Die hemmungs- fäftigt wurden. Sofort nach dem Erscheinen der Schutzpolizei am Wiesentals sind Ausschreitungen nicht vorgekommen. lose Tätigkeit der Notenpresse muß unter allen Umständen ge- Sonnabend früh rotteten sich zunächst in den Straßen und nachher bremst werden. Sie schafft die ungeheure Menge papierner auf dem Markte erhebliche Menschenmengen zusammen, die mit vorGeldzeichen, die auf dem Wege über Warenverteiler und Ban- gehaltener Waffe zerstreut wurden. Bei einigen Festgenommenen fen der Spekulation zufließen, zerschlägt die Kaufkraft der Be- wurden Pistolen, Dolche und Schlagringe gefunden. Am Somabend nachmittag fand eine große Arbeitslosenversamm= völkerung, indem sie dem Sachwertbefizer ungeheure Vorteile Iung statt, in der die Gewerkschaftsführer mit aller An- Resolution der Parteifunktionäre in der Reichsdruckerei( 146. Ab. Die Tatsache, daß die dem Bezirksparteitag unterbreitete zuschanzt und alle Papiermarkt- Sklaven mit der Infla strengung, aber leider vergeblich, die Teilnehmer zu be- teilung) in ihrem vollen Wortlaut veröffentlicht werden konnte, hatte tionssteuer belastet, jener unsichtbaren Steuer, die weder ruhigen und von unüberlegten Schritten abzuhalten suchten. Im uns Anlaß zu einigen Bemerkungen über die Tätigkeit kommuin Prozenten oder festen Sägen, noch auch von Steuerbehörden Gegensatz zu ihren Bemühungen aber wurde im Sinne einiger niftischer Spitzel in den Reihen der Vereinigten Sozialdemokratie erhoben wird, sondern erst erkennbar ist, wenn der Lohn- radikaler Antragsteller ein Demonstrationszug beschlossen, der nach gegeben. Wir erhalten nun die folgende Zuschrift: empfänger merkt, daß sein Wochenlohn in Warenwerten plöẞ- bem Marktplatz zog, der in Kürze mit Laufenden erregter Menschen gegeben. Wir erhalten nun die folgende Zuschrift: lich auf einen Bruchteil des erhofften Arbeitsertrages zu- angefüllt war. Die auf dem Marktplatz zum Schutz des Rathauses fammengeschrumpft ist. Die Umgestaltung des Kreditverkehrs Menge angegriffen und fonnte sich ihrer nur mit Mühe eraufgestellte Schuhpolizei wurde sofort von der aufgeregten auf Goldbasis ist im Gange und damit eine weitere Quelle der wehren. Dem Führer der Schußpolizei, einem Polizeihauptmann, Bereicherung der Reichen am Versiegen. Schon in den aller wurde der Tschako vom Kopf geschlagen, einem anderen Beamten nächsten Tagen soll ferner ein wertbeständiges 3a hversuchte man die Pistole zu entreißen ufw. Ass die Situation immer lungsmittel geschaffen werden, das die Stockungen in bedrohlicher wurde, forderte der Polizeihauptmann viermal hinterder Warenversorgung der Großstädte beseitigen kann. einander die Menge zum Zurüdgehen und zur Räumung des Plates Aber die Zeit drängt. Wir müssen, so bald es die außen- auf. Diese Aufforderungen waren leider erfolglos, so daß schließlich politische Lösung und die innere Finanzpolitik irgend gestatten, ein Teil der Beamten, etwa zehn Mann, den Befehl zum Feuern zu der neuen Währung tommen, ihre Vorbedingungen schaf erhielt ein anderer Teil der Beamten Feuerbefehl. Jetzt erst fluteten erhielt. Als auch hierauf die Menge den Plaz noch nicht räumte, fen. Ohne echte Währung ist eine Gesundung der Pro- die Massen zurück. Zehn Tote blieben auf dem Play, zwei Verduktion undenkbar, ohne sie ist die verhängnisvolle Absatz- und wundete sind später noch gestorben, außerdem sind noch 14 Personen Arbeitskrise der Weg der Verelendung ohne Ende. Derlegt. Nach den Erklärungen des zuständigen Landrats hat sich bie Schußpolizei in jeder Hinsicht einwandfrei verhalten und der Polizeihauptmann hat das Kommando zum Feuern erst dann gegeben, als die verschärfte Situation eine andere Lösung nicht mehr zuließ. Hier Hunger dort Ueberfluß! Und beide leiden Not. Dem Privatbrief eines Farmers in Südwestafrika vom Mai dieses Jahres entnimmt die Frankfurter Zeitung" folgende Ausführungen: " Hier draußen bei uns geht es gegenwärtig sehr schlecht, obwohl wir in diesem Jahre guten Regenfall gehabt haben, die Weide- und Wasserverhältnisse ausgezeichnet sind und das Bieh gedeiht. Aber es ist eben absolut teine Abfagmöglich feit für irgend welche Farmprodukte. Weder Schlachtvieh noch Wolle oder Felle haben zurzeit hier einen Preis. Alles liegt - danieder. Bares Geld befommt man taum noch zu sehen und Kredit gibt es nicht. Bei den Verkaufsvereinigungen des Bezirks in R. N. sind seit Wochen etwa 6100 Stüd schlachtreife Hammel und 4000 bis 5000 Ochsen zum Verkauf angemeldet und können nicht abgelegt werden. Für Wolle und Felle ist überhaupt feine Nachfrage. Dagegen find alle Bedarfsartikel( Mehl, Zucker, Salz und Bekleidungsfachen) außer ordentlich teuer. Der Landpreis ist demzufolge ebenfalls rapid gefallen. Die Einwanderung aus der Südafrikanischen Union hat ganz aufgehört, weil die zuerst eingewanderten Buren, welche hohe Landpreise zahlten, sehr trübe Erfahrungen gemacht haben. Biele möchten gern ihre Pläge mit Verlust wieder verkaufen. Ferienstreiflichter. Von Nicola. I. Die gelben Schwaden des Weizens türmten sich zu hohen Mieten. Seit fünfzig Jahren, sagte der Müller der Seemühle, habe er solche Getreideernte nicht erlebt. Was haben wir davon, antwortete ihm in einer Frage, die feiner Antwort bedarf, die müde, welte Rontoristin, die in ewiger Ueberarbeit infolge der andauernden Hochkalkulation der Waren sich die vierzehn Tage Reise zusammengespart hatte und nach dem Weg fragte. 11 • -? 44 Unruhen in Lörrach. Unterzeichneter fühlt sich verpflichtet, der Partei und ihrer proletarischen Ehre gegenüber folgende Erklärung und Feststellung abzugeben: Ich erkläre hiermit unter meiner parteigenöffischen Ehre, der„ Roten Fahne" die Entschließung der 146. Abteilung der Reichsdruckerei sowie einen Bericht vom Bezirksparteitag nicht übermittelt zu haben und verurteile diese Uebermittlung der Entschließung auf das allerentschiedenste." Des weiteren halte ich folgende Feststellung für unbedingt notwendig: 1. Die fragliche Entschließung ist nicht durch den Delegierten dieser Abteilung dem Bezirkstag unterbreitet worden, sondern der Bezirksvorstand hat sie vom Abteilungsvor= stand der 146. Abteilung zu dem Zwecke übermittelt erhalten, sie dem Bezirkstag vorzulegen, was aber leider erst geschah, als Genosse Luckow durch seine Ausführungen zur Geschäftsordnung dem Gekretär des Bezirksvorstandes in Erinnerung brachte, daß man eingegangene Entschließungen nicht in der Tasche stecken läßt, sondern sie dem Vorsitzenden so rechtzeitig übermittelt, damit er sie zur vorgeschriebenen Stunde zur Berlesung bringen fann. 2. Der vollständige Wortlaut und die namentliche Unterschrift gez.: Anton" ist mir erst durch die„ Rote Fahne" und Borwärts" zu Gesicht gekommen. 3. Vom Vorsißenden, Genossen Schlegel, ist die Unter= schrift gez.: Anton" nicht verlesen worden, auch in der Funktionärsigung der 146. Abteilung, in der diese Entschließung angenommen wurde, ist diese Unterschrift gez.: Anton" nicht zur Berlesung gekommen. Lörrach, 17. September.( TU.) In Lörrach und Umgebung ist die Stimmung unter der Arbeiterschaft, hervorgerufen durch die Leuerung und Verhehung von fommunistischer Seite, sehr erregt. Am Freitag wurden von den Bauhandwerkern die Arbeiter aus den Fabriken geholt und der Generalstreit ausgerufen. Die Forderungen der Arbeiterschaft auf Zahlung einer einmaligen Teuerungszulage von 50 Schweizer Franten an alle Arbeiter, AusDer Bezirksparteitagsdelegierte der 146. Abteilung: zahlung der Löhnte ab 17. September auf Goldbasis, multipliziert mit Hermann Ludow, Berlin N., Bornholmer Str. 20. bem Meinhandelsinder, volle Bezahlung der Streiftage wurde von Wir brauchen nicht zu betonen, daß wir uns über diese offene den Unternehmen bewilligt. Abends, wurden von den Demonstranten Berurteilung der Spizeldienste freuen. Es lag uns auch gar nicht Gefangene aus dem Gefängnis befreit und die Polizei miß- im Sinn, einen bestimmten Genossen der Mitarbeit an der„ Roten handelt. Da nun angeblich der Arbeitgeberverband sich weigert, die Fahne" zu bezichtigen. Aber es wird Aufgabe des Bezirksvorstandes unter dem Drud der Erpressung erzwungenen Zusicherungen zu er- fein, zu ermitteln, von welcher Seite diese Mitarbeit erfolgt ist. füllen und durch die Berhebung weitere Unruhen zu erwarten sind. Wenn sämtliche Funktionäre der 146. Abteilung nicht in Betracht ist heute früh Schußpolizei einmarschiert und hat die öffentlichen Ge- fommen, dann bleibt nur übrig, daß irgendein anderer, dem der bäude besetzt. Die Arbeiterschaft, die durch aufrührerische Elemente ständig Buzug aus allen Orten der Umgebung erhält, die mit roten volle Wortlaut der Entschließung mit der Unterschrift zu Gesicht Fahnen geschmückt und mit Senütteln bewaffnet erscheinen, nimmt gekommen ist, den Uebermittler gespielt hat. Der Kreis dieser Bereine immer drohendere Haftung gegen die Polizei ein. Schrechschüsse sonen ist naturgemäß nur sehr klein. Also dürfte die Nachforschung mußten bereits in den Vormittagsstunden abgegeben werden, und in ja wohl nicht allzu schwierig sein. Deutlich sahen wir drei Betten, und auf dem Tisch standen liederlich alte Raffeetöpfe, Streußelkuchen daneben. Ein junges Käßchen leckte nach Milchresten auf dem Tische. 17 Wie unser Junge geboren wurde, haben wir's uns angeschafft," antwortete die Bäuerin auf den Ausruf meiner Freundin: Sehr fein!.... und als er getauft wurde, bekam er gleich das Klavier zu." Dafür, deutscher Proletarier, hungerst du mit Frau und Kind dich durch, daß dort beim Lebensmittelproduzenten ein Baroczimmer als nuklose Attrappe steht, in dessen mattgewachsten Flächen in steter Bu- und Abnahme sich der Misthaufen spiegelt, bis der Schimmel die Eichenplatten dunkelt, wie er die Kupferdrähte des Pianos mit Grünspan überziehen wird, bis sie reißen. Dafür, deutscher Proletarier. Der Bauer fann es; sein ist der Grund und Boden. Er darf es; weil die Verfassung das Privateigentum schützt. Was hat das Volt vom Erntesegen Von Hof zu Hof rannten wir mit unserer Milchtanne. Bommern und feine Milch?. Wir liefern sie all in die Molkerei. Bergeblich suchten wir in den drei Wochen des Milchholens Die Molkereien haben Postversand auch in das beseßte Gebiet, irgendwelche verschlossenen Sehnsüchte in dem Bauernhaus zu finden, wo der hochstehende franzöfifche Frank wertet. Und wo fein Kläger sei es an Schönheitssinn oder an ausgebildetem geistigen Hunger, der ist, ist bekanntlich kein Richter. die in Sachwerten festgelegte Inflation rechtfertigte. nichts. Hie und da ein Ruhrkind auf den Bauernhöfen. Hütet Kühe, Alle zwei Tage empfing uns die ständige Redensart der Bäuerin: macht dies und das... Eins traf ich, ein fleines Mädchen im Ja, nu is die Milch all wedder teurer geworden. Der Butterpreis evangelischen Vereinshofpiz zu Kolberg. Müde, verschüchtert saß es is so jestiegen, un da steigt die Milch ok. Nach einer Weile folgte um 11 Uhr nachts auf dem Sofa. Fuhr zurüd, wollte heim. War dann gewöhnlich so Aehnliches:„ Ne zu schwere Zeit. Wat dat bloß hartherzigen Leuten in die Hände geraten... Ruhrhilfe!? Nicht werden soll...?" Hilfe für die Ruhr, diesmal Hilfe aus der Ruhr. Das Kind ersetzte nach seinem Tagespensum eine halbe Dienstmagd. Wie so viele Fabrikanten Hilfe durch die Ruhrhilfe schluckten, so der Kleinbauer hierbei durch ein Kind. Hell glänzte ein Lächeln auf in dem tränenbedeckten Gesichten, als ich mir die Adresse des Kindes notierte für andere, beffere Ferien im nächsten Jahr... II. Endlich hatten wir die erste Milch erhalten. ,, Was haben Sie bezahlt für die Milch bisher?" Wir hatten bis jetzt noch feine." Die Milch ist teuer. " " 24 " III. sehen. Man weiß, daß Holländer geht, weil er wirklich hoffnungslos geworden ist. Denn sonst würde er nicht eine Kunststätte verlassen haben, zu der er von Anbeginn ihres Bestehens gehört hat. Felig Holländer war nämlich einer von den ersten Dramaturgen Mar Reinhardts, er unterstützte den Mann der Bühne durch sein literarisches Gewissen, das sehr gern bei den jungen und zagen Talenten weilte, wenn die Zeiten es gestatteten. Fehr Holländer war ja, obwohl er selbst eine ziemlich robuste, volkstümliche und oft auch banale Feder führte, in seinen geheimeren Neigungen ein großer Freund der mystischen Ungewöhnlichkeit. Indem er sich für Maeterlind, Schmidtbonn, Hermann Stehr und andere Talente einsetzte, die durchaus nicht marktgängig waren, brachte er dem Deutschen Theater großes Ansehen und dem Direktor und Regisseur Mar Reinhardt den Ruhm, daß er ein Entdecker des neuen und wertvollen Schrifttums sei. Dann übernahm Felip Holländer selbst die drei Theater, die Max Reinhardt als ein genialer Rulissenmann und ein nicht minder gewiegter Geschäftsmann ausgebaut hatte. Es war leichter, zwanzig Jahre Dramaturg zu sein, als zwei Jahre Direktor. Als Direktor mußte Holländer scharf rechnen, und er scheute sich nicht, zugleich bitter abzurechnen, wenn das Erempel nicht gut aufging. Die Theaterrechnung fonnte bei den miserablen wirtschaftlichen Zeiten nicht gut aufgeben. Der Direktor Holländer opferte seinen Geschmack auch, um das Geschäft zu retten. Aber er muß auch hierin etwas zu zaghaft gewesen sein, denn es hieß, daß er troy Alt Heidelberg" und der Schauoperette im 3irfus nicht bestehen konnte. Er suchte den Frieden, den er vielleicht jetzt gefunden hat. Aber kann Felix Holländer ohne Krieg auskommen? Er war zeitweise ein sehr friegerischer Direktor. Der Mann, dessen Herzen menschenfreundliche Regungen gar nicht fremd waren, wandte sich gegen die schwer um ihre Eristenz fämpfenden Schauspieler, die ein etwas füßeres Brot gewinnen wollten. Es schien immer, daß solche Haltung des Reaktionärs gat nicht zu der Behändigkeit, zu der Hellsichtigkeit und der Gefühlsenergie Felix Holländers paßte. Ihm war eben der Kampf über den Kopf gewachsen, und darum geriet auch sein Werf in Zerrüttung. In zwei Tagen hatten wir mier Gier erfochten. Ueberall das bekannte:„ Wir haben nischt. Die Hühner legen zu schlecht.. Pause. Dann: ,, Wat woll'n Se denn jeben? Auf unsere Antwort erfolgte prompt:„ Der Händler jibt mich schon... usw." Griff man sie an, so erhielten wir stets die entrüstete Antwort: ,, Wat können wir dazu, dat die Händlers so ville jeben duhn!" Einmal erwiderte ich:„ Wenn Ihr wißt, daß sie Spießgesellen der Volksausplünderung find, warum hezt Ihr nicht die Hunde auf sie, sowie sie sich blicken lassen?" Als mir niemand antwortete, segte ich hinzu: Und seit wann ist Hehler wie Stehler nicht gleich schlimm?". Die Molkerei zahlt uns schon fünfzig.." Diese vier Eier vermehrten sich in den drei Wochen um zwei! Drei Wenn es nicht anders geht, zahlen wir es auch." Eier pro Kopf war unseres Ferientraums Verwirklichung, wo wir " Ja, ja, aber nachher reden Sie drüber. Und denn für meinen schweigen zu tönnen glaubten. Pommern, das Land usw. mit Nun wird er abdanken, und jugendliche, sehr unternehmungsjuten Willen. seinen Gänseherden. Eine Gans oh Weihnachten 1923!? luftige, vorläufig von der Hoffnungslosigkeit noch nicht betroffene Die Tür gegenüber öffnet sich, heraus tritt die alte Großmutter. Daß der Bauer die Zeitläufte im 16. Jahrhundert nicht begriff, Schauspieler wollen als selbständige Herren in das Deutsche Theater Immer durch die jute Eßstube..." mißbilligt die Bäuerin... hat Deutschlands Schicksal bis heute zu einem tragischen gemacht. und in die Kammerspiele einziehen. Sie wählten feirn Direktor, „ aber laß uff." Des Bauern Blutsauger siegte damals über bäuerliche Beschränkt sie wählten nur einen Häuptling, der, wie das Gefeß dieser Selbst. Unser Mund, der sich geöffnet hatte, um den sehr begründeten heit. Diesem, seinem alten Blutsauger an Leib und Seele, dem verwalter es vorschreibt, nichts anderes fein möge als ein GleichVerdacht des Darüberredens zu benotlügen, blieb sprachlos offen stehen. Junkertum, ist auch heute noch der Bauer verfallen. Der Landbund berechtigter unter Gleichberechtigten. Ob Karlheinz Martin, Ein verkniffenes Lächeln zog über das breite Gesicht der Bäuerin. hat ihn unter seiner Fuchtel. Ein demokratisch gesommenes BauernEin herrliches schwereichenes Eßzimmer im Barockstil füllte die tum fönnte Deutschland dem Bürgertum retten. Doch ist es geräumige Bauernstube, die offenbar, nach der Decke zu urteilen, für besser so... Der Lauf der Geschichte ging über sie hinweg und bie Einrichtung vergrößert worden war. Auf der fast einem zweiten muß zum zweitenmal über sie hinweg. Büfett gleichenden Servante stand eine geschmacklofe riesige Alfenideschale mit künstlichen Früchten, zu beiden Seiten flantiert von bunten Papierblumensträußen. Aehnlich waren die anderen Nippessachen". In der Ede stand ein Piano in hellem italienisch Nußbaum. Die Eine neue Aera im Deutschen Theater. mit grellen Klatschrosen verzierte Tapete zeigte bis zur halben Felix Holländer, der Generaldirektor des Deutschen Zimmerhöhe feuchten Schimmel. Und all die Pracht fah auf Theaters, der Kammerspiele und des Großen Schau den anderthalb Meter hohen Misthaufen des Bauerngehöfts hinaus... fpielhauses, wird die Direktion aufgeben, um sein Amt an Die Großmutter ging durch die andere Tür ab... Es war Sonntag. Künstler abzutreten, die mit größerer Hoffnung in die Zukunft der von Felix Holländer vielfach zur Regiearbeit herangezogen wurde, die Kraft haben wird. zugleich ein Führer des Schauspielertheaters zu sein und zugleich ein Freund seiner Schußbefohlenen, die ihn wählten, zu bleiben, das muß erst abgewartet werden. Man sagt, daß die Schauspielerrepublik, die jetzt im Deutschen Theater und in den Kammerspielen begründet wird, den Präsidenten Rarlheinz Martin nur ein Jahr wählen darf. So verlange es Mar Reinhardt, der noch als Monarch, d. h. als Hauseigentümer und oberster Nuznießer, über die beiden Häuser nebietet. Trifft die Nachricht zu, dann werden wir nur für ein Jahr diese Theaterrepublit miterleben und beobachten können, ob deren Existenz beispielgebend für alle Theaterzukunft werden könnte. Daß dieses Bei Sachsen und der Fall Geßler. Die sächsischen Parteiorganisationen nahmen Ende der vergangenen Woche in Gegenwart des Genossen Dittmann vom Barteivorstand Stellung zu dem Fall Geßler. Die Auffassung der sächsischen Landesinstanzen kommt in folgen den Entschließungen zum Ausdruck: I. Die Landesinstanzen nehmen Kenntnis davon, abbricht, verurteilen, 1. daß die Reichsregierung im Gegensatz zu dem vom Reichswehrministerium erlassenen Verbot es für unzulässig erklärt hat, daß die Reichswehr die Beziehungen zur sächsischen Regierung 2. daß der Reichskanzler und der Reichswehrminister jede Beziehung der Reichswehr zu illegealen Organisationen entschieden 3. daß ein Befehl des Reichswehrministers der Reichswehr solche Beziehungen verbietet. Die Landesinstanzen halten es troßdem für notwendig, daß die Bartei ihren Rampf gegen das Eindringen der Reaktion in die Reichswehr fortjeßt, damit die Reichswehr zu einem zuverlässigen Instrument der Republik gemacht werden kann. haben, Maffenkündigungen in der Metallindustrie. Ausgeschiedenen" ziemlich gering sein dürften, so ist es doppelt beDer Siemens- Konzern will stillegen. flagenswert, daß sie auf Grund des an ihnen verübten Drudes noch nicht mal Arbeitslosenunterstützung beziehen können. Da es sich aber Bon Angestellten des Siemens- Konzerns wird uns geschrieben: zeigte, daß diese Ueberrumpelung durch das Eingreifen der AngeDas Bestreben der neuen Roalitionsregierung, den auf den stelltenräte sich nicht so ausdehnen ließ, wie man es erhofft hatic, Hund gekommenen Reichshaushalt durch schärfste Seranziehung griff man zu einem neuen Mittel. Ab 10. September erhielten die des Besizes wieder etwas auf gefunden Grund und Boden zu mit der Kündigung Bedachten ein Schriftstück mit einem Revers, stellen, stieß sofort auf allgemeinen Widerstand der davon Betroffe- auf dem sie sich verpflichten sollten, auf event. nach dem 30. Sepnen. Da diefe aber befürchten mußten, daß alle Klagelieder und tember vorzunehmende Kurzarbeit einzugehen. Eine Frist für Protefte diesmal nichts fruchten würden, gingen sie zur offenen diese Erklärung war bis zum 14. September gesetzt. Auch hier beFronde über. Während aber sonst in diesem Punkte die Landwirt- mühten sich wieder diverse Abteilungsleiter, sofort oder so schnell schaft stets den Vortritt hatte, bemüht sich diesmal die Industrie, ihr wie möglich alle in Frage kommenden zur Unterschrift zu verandie Palme zu entreißen. Durch Massenkündigungen und lassen. Diese Vorgänge haben die Bertreter der Arbeitnehmer verArbeitseinschränkungen versucht sie gleich gegen zwei anlaßt, die Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit des hier geschilderten Fronten vorzugehen. Einmal als Paroli gegen alle den Profit Gebarens vor das Kaufmannsgericht und Schiedsund die Volksauswucherung etwas einschränkende Regierungsmaß gericht zu bringen. nahmen, zum anderen gegen die Begehrlichkeit der Angestellten und Arbeiter, die es wagen, fich durch Indereinkommen etwas gegen die fortschreitende Aushungerung und Berlumpung zu mehren. Es war bei jedem Kenner der industriellen Machtgruppen flar, „ Verband Berliner Metall- Indes BBMI. anscheinend nicht bei allen Verbandsfirmen restDie Gemeindewahlen in der Tschechoslowakei Prag, 17. September.( Eigener Drahtbericht.) Am gestrigen Sonntag haben in mehr als 9000 Gemeinden die neuen Wahlen zu II. Die Landesinstanzen der VSPD. Sachsens halten den mei. daß bei diesem Vorgehen der den Gemeindevertetungen stattgefunden. Soweit sich die bisher vorteren energischen Kampf gegen die reaktionären Umtriebe, duſtrieller" nicht fehlen würde, trotzdem Beschäftigung und Profite liegenden Resultate übersehen laffen, ist eine merkliche Verschiebung die auch in die Reichswehr übergreifen, für unerläßlich. Sie dieser Unternehmergruppe mit zu den erstklassigsten Groß- Berlins zu zugunsten der nationalen Parteien, sowohl bei den deutschen wie bei erklären eine Erledigung der Frage des Reichswehrministers Geßler rechnen sind. Befremdlich war es aber doch, daß die Anordnungen den den Staat beherrschenden tschechischen Parteien zu beobachten. nur dann für gegeben, wenn die gesamte Reichsregierung durch eine los befolgt wurden, daß ausgerechnet aber der Siemens. Diese Berschiebung ist auch auf Kosten der sozialistischen Parteien entsprechende Berordnung die notwendigen Maßnahmen in die Wege leitet. Geschieht dies nicht, so wird der Landtag in Kürze Konzern, bei deffen Leiter man auf Grund seiner Zugehörigkeit erfolgt. In einer Reihe von Gemeinden haben die deutschen Soseine Stellungnahme hierzu in unzweideutiger Weise zu befunden promptesten und rücksichtslosesten anwendete. Ohne sich um die ein- deren Gemeinden konnten sie ihre Mandatziffern erhöhen, in wieder seine Stellungnahme hierzu in unzweideutiger Weise zu bekunden 34 einer Regierungspartei eine gewisse Liberalität annimmt, sie am 3aldemokraten zum ersten Male Mandate erobert, in vielen an Die erste Entschließung wurde mit großer Mehrheit, die fachsten Bestimmungen des Betriebsrätegefeßzes und der Demobil- anderen Bemeinden aber haben fie Verluste erlitten. Schymer gerächt hat sich an der gesamten Arbeiterbewegung die Agitation madhungsverordnungen zu fümmern, gab man man den Ent= zweite mit allen gegen vier Stimmen angenommen. fassungsutas, an das Gros der Siemens- Ange- der Kommunisten, die in einer planmäßigen Diskreditierung stellten, d. h. alle mit 4 Wochen Kündigung Beschäftigten her- der sozialistischen Tätigkeit bestand und dadurch dem Bürgertum in die Hände arbeitete. Ein Schulbeispiel bietet die kommunistische aus, selbst Angestellte mit jahrzehntelanger Tätigkeit. Hochburg Reichenberg. Bisher waren dort 15 sozialistische Gemeindevertreter. Jetzt haben beide Arbeiterparte en 9 Mandate erzielt, davon erhalten 6 die Kommunisten und 3 die Sozialdemofraten. Die restlichen 6 fallen an die Großbürgerlichen und Hakenfreuzler. Auch im Reichenberger und Gablonzer Industriebezirt, in dem Haupttätigkeitsgebiet der Kommunisten, haben die bürgerlichen Parteien auf Kosten der Arbeiterparteien Mandate errungen. Volkspartei und Stresemann. Vertrauenskundgebung des Reichsausschusses für den Kanzler. Der Reichsausschuß der Deutschen Boltspartei hielt am vorgestrigen Sonntag in Berlin eine Sigung ab, in der er sich in eingehender Beratung mit der politischen Lage beschäftigte. Das einleitende Refe rat hielt der Vorsitzende der Reichstagsfraktion, Reichsminister a. D. Dr. Scholz Nach ihm sprach Dr. Stresemann über die innenund außenpolitische Lage des Reiches. Es wurde folgende Bertrauensresolution angenommen: Der Reichsausschuß der Deutschen Boltspartei spricht dem Reichskanzler Dr. Stresemann seinen Dank aus für die Opferwilligfeit und Energie, mit der er die Leitung der Reichsgeschäfte über nommen hat. Die heutigen Darlegungen des Reichstanzlers über die außen und innenpolitische Lage finden bei dem Reichsausschuß volles Berständnis. Wir stehen geschlossen hinter der Politik Dr. Stresemanns und bringen ihm auf Grund seiner heutigen Ausführungen, seiner vieljährigen Zusammenarbeit mit uns und seiner bewährten Führung der Partei unumschränktes Vertrauen entgegen." Der Parchimer Mord. Die Anklage wegen Mordes erhoben. Die Erhebungen in der Mordfache Parchim sind jeßt so weit gebiehen, daß mit der Anberaumung der Hauptverhandlung vor dem Staatsgerichtshof demnächst zu rechnen ist. Von den unter bem Berdacht der Beteiligung in Haft genommenen Bersonen find jetzt zwei, der Leutnant a. D. Röpte aus Berlin- Steglig und von Tettenborn aus Breslau wieder auf freien Fuß gesezt worden, da ihnen feine strafbare Handlung nachgewiesen werden fonnte. Dagegen ist gegen die vier Haupttäter die Anklage wegen Mordes und gegen die übrigen Beteiligten von Madensen, Fricke, Richter und Bernhardt wegen Mordbegünstigung erhoben worden. Als weiterer Beteiligter an diesem Morde kommt übrigens noch ein Deutsch- Balte namens Löwis of Menner in Frage, dessen man noch nicht habhaft werden fonnte. Wie erst jetzt befannt wird, ist auf Beranlassung des Untersuchungsrichters beim Staatsgerichtshof die Leiche des Ermordeten Cladom nochmals exhumiert und einer eingehenden gerichtsärztlichen Untersuchung unterzogen worden, wobei man die neue Feststellung gemacht hat, daß die letzten tödlichen Schädelschüsse von hinten aus unmittelbarer Nähe auf das unglückliche Opfer abgegeben worden sind. spiel schön und erfreulich ausfallen möge, ist der Wunsch selbst derer, die nicht mit Ueberschwänglichkeit in die Zukunft sehen. M. H. Erst am Nachmittag des 30. Auguft hatte man die Gnade, dem Gesamtbetriebsrat einen Stimmungsbericht über die Gründe und Absichen der Geschäftsleitung zu geben. Da ja das Betriebsrätegesetz sehr zum Schaden der ganzen Volkswirtschaft feinen gesetzlichen Zwang zur Vorlage der Bücher einschließt, so ist in solchen Berichten Dichtung und Wahrheit nie zu ergründen. Es ist ein leichtes für jeden Finanzier, derartige Berichte so zu färben, wie man sie gerade braucht. Am Sonnabend, den 8. September, ging Iman dann dazu über, eine größere Anzahl Angestellter zum frciwilligen Ausscheiden" zu veranlassen. Mit allen Regietünften wurde hierbei von gewissen Direktoren und Abteilungsleitern besonders des Wernerwerts vorgegangen. Die tschechischen Sozial'sten haben besser abgeschnitten als befürchtet worden war. Im allgemeinen haben sie ihren Befißstand erhalten. In Prag sind die Kommunisten doppelt so start als die Sozialdemokraten. In der Provinz dagegen konnten die Kommunisten den tschechischen Sozialdemokraten nicht viel anhaben. Da die Chancen, bis zum 1. Oktober eine neue Stellung zu Auch in der Slowakei ist es den Kommunisten nicht gelungen, befinden, aus den eingangs angeführten Gründen für die freiwillig sondere Vorteile zu erzielen. Die Gärung in Bayern. Aus der bereits in der geftrigen Abendausgabe furz er-| Räted ftatur abgelöst werden wird. wähnten Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Knil ling auf der Tagung der bayerischen Bauernvereine in Tuntenhausen geben wir aus dem WTB.- Bericht noch folgende charakteristische Stellen wieder: Reichskanzler Dr. Stresemann hat die Absicht zu erkennen gegeben, fich für feinen Teil auf ein gutes Ausfommen mit Bayern einzustellen. Wir warten auf Taten des neuen Kabinetts und hoffen, daß der Reichstanzler auch die nötige Kraft im gegebenen Augenblic wird aufbringen können. Wir verlangten, daß der Landwirt für sein Getreide eine wertbeständige Zahlung erhalte. Wenn die Entwicklung diesen Gang nehmen follte, dann würde nicht nur Bayern, sondern viele andere Staaten die unabweisbare Pflicht haben, den Reichsgedanken hochzuhalten, dann würde sich Bayern nicht vom Reiche freunen, sondern es müßte mit den anderen dafür eintreten, daß der deutsche Boden nicht zum Tummelplatz des Margiffentums und des Bolichewismus werde. Die Bedeutung dieser Sonntagsrede des bayerischen Ministerpräsidenten in Tuntenhausen liegt wohl in der Tatsache, daß nun von höchster bayerischer Regierungsstelle offen und unzweideutig die Gefahreiner unmittelbar bevorstehenden nationalen bayerischen Aktion anerkannt ist. Die Hintergründe der Rede beleuchtet folgender Bericht unseres Münchener Korrespondenten: Diese Frage beschäftigt zurzeit die Reichsregierung, und Bayern entzieht sich der Mitarbeit nicht. Ich unterrichtete den Reichs fanzler über die Notwendigkeit der Versorgung mit Kartoffeln und Bezeichnend ist, daß heute drei Monate nach dem HochFett und verlangte, daß der spekulativen Ausbeutung ein Riegel vorgeschoben werde durch Frachtbriefzwang und verratsprozeß Fuchs- Machhaus nunmehr auch die bayerischen ReDie Verhandlungen über den Fracht- gierungsfreise die Dottrin jener Hochverräter, die man damals mit strenge Berkehrskontrolle. briefzwang sind noch nicht abgeschlossen. Sollte es nicht vorwärts so großer Gilfertigkeit von den Rodschößen schütte te, sich zu eigen gehen, so ist Bayern entschlossen, feine eigenen Borkehrungen zu gemacht hat: Die Entwicklung im Reich dränge auf Ausbruch des freffen. Es soll rücksichtslos gegen das Händlerunwesen vorge- Bolschewismus in Norddeutschland und für den Fall wäre es, die gangen werden. Was die Steuerfrage anlangt, so dürften Pflicht Bayerns, die deutsche Sache zu verteidigen. Dem Herrn von die Grundsätze der Billigkeit nicht außer Acht gelassen werden. Knilling und denjenigen, die ihn auf seinen Bosten gestellt haben, Zurzeit steht im allgemeinen Interesse die Fühlungnahme des neuen Reichskanzlers mit Frankreich zum Zwecke der Lösung des ist es ohne weiteres zu glauben, daß sie die Augen offen halten und Reparationskonflikts. Der Reichskanzler hat wiederholt betont, daß auf alle Eventualitäten vorbereitet sind. Was das bedeutet, ist auch an der deutschen Souveränität über das Ruhrgebiet festgehalten zu erkennen aus den gewaltigen Anstrengungen, die von dieser dorff und Kappbünden eine Formation ähnlichen Charakters entwerde, und daß das Ziel nur die Wiedergewinnung der Freiheit Seite in den letzten Monaten gemacht wurden, um den Hitler-, Ludendes Ruhrgebiets sein fönne und dürfe. gegenzustellen, die sich organisatorisch auf die vaterländischen Bereine in ganz Bayern stüßt. Die Hauptagitationsarbeit leistete dabei Herr von Kahr, nachdem in diesem Frühjahr sein lehter Bersuch, Ludendorff und seine Anhänger für die weißblaue Sache zu gewinnen, fehlgeschlagen ist. Aber es wird sich zeigen, ob nicht vielleicht von mandher Seite die Aussichten für einen folchen Berteidigungsverfuch allzu günstig dargestellt worden sind, wenigstens folange ein Poincaré an der Spitze der französischen Polifit steht. Der Dichter der Mark. Fünfundzwanzig Jahre sind vergangen, seit Theodor Fon tane seine lehte Ruhestätte gefunden hat. Am 18. September 1899 hatte er in Berlin im Alter von nahezu neunundliebzig Jahren seine Tage beschlossen und am 23. wurde er auf dem Friedhofe der Französischen Reformierten Gemeinde an der Liesenstraße unter großer Beteiligung, namentlich seitens der literarischen Kreise, beerdigt. Einer aus Frankreich eingewanderten Familie entsprossen, hatte er sich dennoch stets als Sohn der Mart gefühlt und dies in Dr Stresemann will für seine Politik die Bahn freimachen für die zahlreichen poetischen wie Profawerten zum Ausdrud gebracht. Lösung von Aufgaben innenpolitischer und innenwirtschaftlicher Gleich anderen märkischen Dichtern begeisterte er sich allzusehr für Natur. Aber es besteht auch die Gefahr, daß bei dem großen EinPreußens Ruhm und feierte die siegreichen Kriege und Bismard fluß und dem Drud von links die Reichsregierung schließlich weiter persönlich. Darüber darf aber nicht übersehen werden, daß er ein abgedrängt wird, als sie selbst anfänglich wollte. Diese Bedenten marmes Herz für das Bolt hatte und ein feiner Beobachter des haben wir in Berlin nachdrücklich zum Ausdruck gebracht und er Davon zeugen Balladen wie sucht, bei weiteren Schritten unseren Bedenken Rechnung zu tragen. menschlichen Seelenlebens war. Herr Ribbed auf Ribbed im havelland" und viele Die Grenze ist für Deutschland Frankreich gegenüber gezogen durch Novellen und Romane, so" Ellerntlipp"," Adulter a", nationale Ehre und Würde und durch die Notwendigkeit der deut Frau Jenny schen Wirtschaft. Was aber, wenn die Lösung des Ruhrkonflikts Irrungen, wirrungen",„ Stine", " Treibel",„ Effy Brieft", meist Erzeugnisse seines späteren nicht gelingt, oder wenn eine Löfung erfolgen follte, die wir Bayern Alters. Ganz besonderes Verdienst aber hat er sich durch seine als unannehmbar bezeichnen müßten? Es liegt in der Tat eine Wanderungen durch die Mart Brandenburg" er förmliche Krisen- und Panikstimmung in der Luft. Politische Gerüchte worben, welche uns diese gar zu lange mißachtete Landschaft in tauchen auf, dazu kommen fenfationelle Meldungen über Dittaturen, ihrer ganzen Schönheit vorführen. Solche Schöpfungen behalten bald von rechis, bald von links, in Umlauf. Es heißt, die Augen offen dauernd Bert, wenn seine Kriegsweisen und loyalen Ergüsse längst halten, sich auf alle Möglichkeiten vorbereiten, ohne den Boden von der Vergessenheit anheimgefallen sein werden. Nicht ungeschickt Ruhe und Ordnung und Gefeßmäßigkeit zu verlassen. nennt Mommsen ihn ausgezeichnet durch glückliche Bereinigung der ererbten französischen und deutschen Geisteseigenschaften: blühende Anmut und fraftvolle Männlichkeit. Wohlberechtigt ist, daß unser Märkisches Museum ihm den Raum 25 gewidmet hat, der außer vielen Manuskripten und sonstigen Reliquien sein von Hans Fechner gemaltes Porträt enthält. Bassend ist über der Eingangstür ein Pastellbild des Pastors Schmidt von Werneuchen angebracht. Diesen finnigen Sänger des friedlichen Landlebens, den Goethe in seinen Musen und Grazien in der Mart" zu unrecht verspottet, hat Fontane in seinen Wanderungen in gebührender Weise M. Sch. zu Ehren gebracht. Die internationale Ceprafonferenz, die nor furzem in Straßburg tagte, hat nach einer Mitteilung der Klinischen Wochenschrift" mich tige Leitfäße aufgestellt. Darin wird die Zuwanderung landfremder Lepröfer verboten, in Ländern mit geringer Rrantheitszak die Unterbringung in Krantenhäusern oder bei gesicherter Absonderung selbst in Wohnungen für aus reichend erklärt, aber an den Herden endemischer Verbreitung ftrengere Absonderung gefordert. Die Rinder von Le angehörige periodisch untersucht werden. pröfen sollen von anderen Kindern getrennt aufgezogen, Familien. Die Serbstausstellung der Berliner Zezession wird voraussichtlich fchon Ende Oktober in ibren Räumen Rurfürstendamm 282 eröffnet werden. Anmeldungen ab 1. Ditober. Jede Trennung vom Reich weißen wir in Bayern weit von uns zurüd. Wir halten uns für Deutsche und für bessere Deutsche als jene, die das Deutschtum für sich allein gepachtet zu haben glauben, in Wirtlichkeit aber undeutsch sind, weil sie die Internationale über das Deutfchtum stellen. Wer in den Gewässern der banerischen Politik der Vergangenheit und Gegenwart heimisch ist, findet im übrigen in der Rede mit einer einzigen Ausnahme. Diese Knillings feine Untiefe tritt in dem Satz:" Den Gedanken einer Absonderung Bayerns vom Reich weist in Bayern jeder ernsthafte Bolitiker von fich" hervor. Nun weiß aber jeder ernsthafte Politiker in München, daß in den langwährenden Sizungen der Bayerischen Volkspartei während der letzten Wochen gerade das Thema der evil. Absonderung Bayerns vom Reich, oder beffer gefagt von der Berliner Regierung eine Hauptrolle gespielt hat, und man weiß auch, daß bei dem entstandenen Meinungsstreit gerade die radital ere Gruppe der Partei, in der junge Ministerial- und Reichsbeamte das Wort führen, Sogar der politisch sonst besonnene den Sieg davongetragen hat. Fraktionschef der Partei, der Geheimrat Held, scheint der beredten Ueberzeugung seiner urgermanischen Barteigenossen erlegen zu sein, denn nur so sind seine Worte zu erklären:„ Der Zusammenbruch des Reiches ist fertig. Es ist nun Pflicht Bayerns, zu retten, was zu retten ist. Wir fönnen nicht länger paffiv bleiben, wir müssen affin werden!" In einer dieser Sizungen war auch ernsthaft die Rede von dem in der bayerischen Phantasie seit langem fpufenden In diesem Zusammenhang katholischen Rhein- Main- Donau- Staat. gewinnt die Meldung der Münchener Allgemeinen Zeitung" vom 16. September Bedeutung, in der es heißt, daß von Bayern aus neuerdings Fühlungnahme mit Frankreich zur Aufrichtung eines Rhein- Donau- Staates gesucht wurde und daß bereits auch Verhandlungen eingeleitet sind wegen der Versorgung Bayerns mit englischer Kohle über Triest. Da der ehemalige tronprinz Rupprecht es abgelehnt habe, König von Frankreichs Gnaden zu werden, genau so, wie er es ablehnte, feinen Thron aus der Hand Ludendorffs zu empfangen, hätten dieselben bayerischen Kreise an einen Verwandten der ehemaligen Kaiserin Zita von Desterreich gedacht. Es soll sich dabei um einen derer pon Barma handeln, die sich bereits während des Weltkrieges sehr eifrig in Paris betätigt Der Ministerpräsident fagte zum Schluß: Einigkeit macht start, haben. Diese Dinge werden im Zusammenhang mit Namen ge nannt, die in Bayern sehr wohl als ernsthafte Politifer" bekannt und diese Einigkeit wünsche ich den vaterländischen Verbänden. find. Es tönnen schon in Bälde Ereignisse einfreten, die das ZusammenDa nicht anzunehmen ist, daß dem Herrn v. Knilling als faffen aller vaterländisch eingestellten Kräfte gebieterisch erheischen. Dazu ist das vertrauensvolle Zusammenwirken mit einer national bayerischen Ministerpräsidenten und als hervorragendes Miteingestellten Regierung nicht zu entbehren. Darum müssen wir alle glied der Bayerischen Bolkspartei das alles unbekannt ist, so für diese Geschlossenheit arbeiten. Es gibt viele, die es als wahr ist der zitierte Saß seiner Rede in Tuntenhausen zum mindefcheinlich bezeichnen, daß die jeßige Reichsregierung durch eine sten geeignet, lebhafte Zweifel und Mißverständnisse aufradikale Lintsdittatur in Berlin oder durch eine lkommen zu lassen. Der Ministerpräsident kam dann auf die vaterländischen Verbände zu sprechen und führte dazu aus, es fönne nicht befiritten werden, daß einzelne vaterländische Verbände sich von Auswüchsen nicht immer frei gehalten hätten, aber wenn nicht deutsche Volksgenossen das eigene deutsche Haus im gefährlichen Augenblick angezündet hätten, mürben die vaterländischen Verbände überhaupt nicht bestehen. Sie seien entstanden gegen margistische Ge fahr und gegen tommunistische Umsturzpläne. Die vaterländischen Verbände dürften aber unter teinen Umständen mit abenteuerlichen Plänen spielen. # " Gewerkschaftsbewegung Streit in der Großen Volksoper. Wöchentliche Gehaltszahlung an Beamte? Die BS.- Rorrefpondenz weiß Don einem drohenden Ronflitt zwischen Regierung und Beamtenschaft zu berichten, der deshalb entstehe, weil den Beamten eine wöchentliche anstatt der monatlichen Gehaltszahlung angekündigt worden sei. * Die geftrige Abendvorstellung in der Großen Boltsoper fonnte wegen Arbeitseinstellung bes Orchesters nicht stattfinden. Diese Arbeitseinstellung hat die Direktion des Unter. Zu dieser Meldung schreibt der sozialdemokratische Parlaments. nehmens durch ihr Verhalten selbst verschuldet. Schon seit Monaten dienst: Die Nachricht, daß zwischen dem Reichsfinanzministerium hat sie die vertraglichen Verpflichtungen hinsichtlich der Entlohnung und den Reichsbeamten ein ernster Ronflikt über die Frage der dem Orchester gegenüber nie voll erfüllt. Das Orchester hat es im fünftigen Gehaltszahlungen ausgebrochen sei, entspricht nicht den Interesse des Unternehmens selbst nie an weitgehendstem Entgegen. Tatsachen. Es handelt sich lediglich um einen Vorgang, der bei den fommen fehlen lassen. Nur dadurch fonnte der Betrieb der Bolts- am Sonnabend, den 15. September stattgefundenen Berhandlungen oper überhaupt bis jetzt noch aufrechterhalten werden. Auch der zu verzeichnen war: Das Reichsfinanzministerium machte den Vorneuesten Finanzmisere des Instituts gegenüber hat das Orchester ein schlag, die Anpassung der Beamtenbesoldung an die Haushaltskosten geradezu beispielloses Verständnis entgegengebracht. Das Orchester fünftig wöchentlich stattfinden zu lassen. Diese Zahlungsweise glaubte hatte sich nämlich bereit erklärt, im Interesse der Sanierung des der Achterausschuß, der als Verhandlungskommission der SpizenInstituts auf die ihm vertraglich zustehenden vollen Bezüge nach organisationen tätig ist, ohne Zustimmung der Spigen Gruppe 8 der Reichsbeamtenbesoldung dauernd zu verzichten organisationen vorläufig nicht afzeptieren zu und sich mit einer weit, weit geringeren Entlohnung zu begnügen. tönnen. Deshalb werden sich zunächst die Spizenorganisationen Mit diesem Entgegenkommen fand das Orchester aber bei der Di- mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Es ist anzunehmen, daß sie reftion nicht das geringste Verständnis. genügend Verständnis für die Not des Reiches haben und der Ab ficht des Reichsfinanzministers, die aus Interesse an unserem Bolke diftiert wurde, anschließen. Wenn bei dieser Sachlage der Sprecher der Direttion am gestrigen Abend von der Bühne herab dem vollbesezten Hause mitfeilte, daß sich die Direktion dem Terror" des Orchesters nicht fügen fann, so ist das eine Berdrehung der Tatsachen, gegen welche im Interesse einer objettiven Aufklärung des Publikums auf das schärffte Einspruch erhoben werden muß. Ueberdies haben auch die übrigen Angestelltengruppen der Volksoper den von der Direttion entworfenen neuesten Sanierungsplan abgelehnt, so daß es vergeb liches Bemühen sein dürfte, das Orchester als den Sündenbock hin zustellen. Solchen sogenannten Aufflärungen" gegenüber fann das Orchester dem Bublifum auf Grund gemachter Erfahrungen nur zu rufen: Größte Vorsicht geboten!" Im übrigen dürfte die Krise an der Boltsoper aller Wahrscheinlichkeit nach noch weitere Kreise ziehen. Gegen Massenausbildung von Kraftwagenführern. Die Reichsabteilungsleitung der Kraftfahrer im Deutschen Berkehrsbund hat an das Reichswirtschafts, das Reichsver. fehrs- und des Reichsfinanzministerium folgende Eingabe gerichtet: Der Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hat am 8. September zu den jezigen dringenden Wirtschaftsfragen unter anderem Borschläge zu einer Umgruppierung der Ar. beitslosen gemacht. Die wirtschaftliche Depression, sowie die Abgabe der Kraftfahr zeughalter für Rhein- Ruhr hat auch im Kraftfahrer beruf eine große Anzahl neuer Erwerbsloser( in Berlin zirfa 1000) ge schaffen. Die unterzeichnete Berufsorganisation hält es aus diesen Gründen auch im Interesse der deutschen Volkswirtschaft für dringend nötig, die Reichsregierung auf folgendes hinzuweisen: Bertagte Generalversammlung der Metallarbeiter. In den Generalversammlungen der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes ist es nachgerade Uebung_geworden, vor Eintritt in die Tagesordnung stundenlange Gein schäftsordnungsdebatten herbeizuführen. Fadenscheinige Borwände und willkürliche Auslegung des Ortsstatuts geben den linksstehenden Delegierten stets Gelegenheiten, Zeit und Langmut der Generalversammlung übermäßig in Anspruch zu nehmen. Nach dem von Tirpiz gegebenen Kassenbericht brachten die Kommunisten allerhand Anfragen über die Rechtmäßigteit mehrerer Delegiertenmandate vor, wobei der Ortsverwaltung mehrfache for rekturen bei der Bestätigung der Delegierten zugunsten der nicht fommunistischen Richtung vorgeworfen wurde. Die Ortsverwaltung stellte demgegenüber raffinierte Schiebungen gerade der oppositionellen Verbandsmitglieder bei den Delegiertenwahlen fest. Es murde daher ein Bertagungsantrag angenommen und der Ortsverwaltung aufgegeben, bas gesamte Wahlmaterial bem Sauptvorstand zur Prüfung zu übergeben. Vermittlungsaktion im Bankgewerbe. Die Vermittlungsaktion, die der Reichsarbeitsminister am Sonnabend eingeleitet hat, um den Konflitt im Bantgewerbe zu beseitigen, geht heute weiter. Die Bantangestellten haben bekannt. lich Entlohnung in Festmart auf der Basis der um zwei Drittel gefürzten Friedensgehälte: verlangt. Die Bantleitungen haben dies prinzipiell abgelehnt. Der Bermittlungsvorschlag des Reichsarbeitsministers schließt sich im allgemeinen dem Standpunkt der Bank angestellten an, vermeidet aber das Wort: Gold.ohn oder Fest mart" und sieht dafür einen in Papiermart ausgedrückten Grund. Ighn plus dem jeweiligen Inder vor. Der Reichsverband de: Bankleitungen hat für heute seinen Vorstand zur Stellungnahme einberufen. Es ist möglich, daß noch heute die Entscheidung im Bantbeamtenkonflikt fallen wird. In den Kreisen der Bankangestelltenschaft rechnet man im Falle eines unbefriedigenden Ergebnisses unter allen Umständen mit einem Streit, wofür alle Vorbereitungen, zunächst zu Urabstimmungen, im ganzen Reiche getroffen find. Tarifverhandlungen im Einzelhandel. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: „ Die Tarifverhandlungen für die Angestellten der Waren, Rauf häuser und Spezialgeschäfte haben zu folgendem Resultat geführt: Für die dritte Woche September gelangen zur Auszahlung: Ein 11faches Juligehalt+ 30 Broz. Aufwertungszuschlag+173,7 Broz. Indersteigerung( vom 13. 9.). Die so errechnete Summe wird er höht um die prozentuale Indersteigerung, die am Donnerstag, den 20. September, veröffentlicht wird. Gefürzt werden 10 Broz. auf alle im September bisher erfolgten Zahlungen für die gefeßlichen Abzüge( Steuer usw.). Die zu Anfang des Monats über das Auguftgehalt hinaus gezahlten drei Juligehälter werden nicht ab. gerechnet. Es würde also der Angestellte der Gruppe I, höchste Stufe, männlich, zu erhalten haben: 11 Juligehälter 30 Proz. Aufwertungszuschlag + Indersteigerung 173 Prog. 4 = 49,5 Millionen Mart 14,85 111,77 Busammen 176,12 Millionen Mark Auf diese Summe tommt dann der prozentuale In der zuschlag, der am 20. September veröffentlicht wird. Auszuzahlen fint die Beträge am Freitag, den 21. September. Nach dem 22. September wird erneut über die Regelung der 4. Sep: temberwoche verhandelt.( Abzüge der Gehaltstabellen sind ab Donnerstag im Berbandsbureau zu haben.) Theater im Admiralspalast Reichshallen Th. Tägl. 7, Uhr Tägl. 7 U. Theater, Lichtspiele usw. Dranter und drüber Volksbühne 7 Uhr: Coco Deutsch Opernhaus Theater 1. d. Sonnt. 3 U. Stettiner Sänger Königgrätzer Str. 7 Uhr: Tosca Mont. 17.9.Gr.Jubiläumsvorst. 7.30 Uhr: Weh dem, der lügt der Insekten Aus dem Leben 1898-1923 Kammersäng. Vera Schwarz a. G., Rud. 25 Jahre in den Reichshallen Laubenthal a. G. Musikal. Leitang: GenaralLessing Theater Komödienhaus musikdir. Leo Rlech Heute bis Do 7 Wie es euch gefällt 8 Uhr: Große Volksoper WIND BRIEN In fast allen Städten und Landbezirken Deutschlands wird teils tonzeffionierten, teils in wilden Ausbildungsunternehmen eine große Anzahl von Kraftfahrern bauernb ausge bildet, trotzdem angesichts der vielen erwerbslosen Kraftfahrer ein Bedürfnis hierfür nicht vorliegt. Durch die Verordnung über die Ausbildung von Kraftfahrzeugführern vom 1. März 1921( Reichs gesetzblatt Nr. 26) wird ausdrücklich bestimmt, daß bei jeder Zulaffung einer Fahrschule die Bedürfnisfrage zu prüfen ist. Außerdem gibt diese Verordnung im§ 5 den höheren Verwaltungs. behörden das Recht, Ronzessionen wieder zu entziehen, wenn die Vorausfegungen, die zur Erteilung der Erlaubnis geführt haben, nicht mehr gegeben sind. Bis jetzt ist dies noch in feinem einzigen Falle geschehen. Durch die Massenausbildung von neuen Führern treten für bie Gesamtwirtschaft folgende ungünstige Wirkungen ein: 1. Ungeheure Mengen von unerfehlichem ausländischen Roh material wie Benzin, Gummi, Metalle usw. werden durch die Ausbildungsfahrten unproduttiv vergeudet. 2. Ein hoher Prozent az Arbeitsloser aus anderen Berufen stellt feine legten Spargroschen diesen Schulen zur Verfügung, um einen Führerschein zu erlangen mit dem Erfolg, daß fie nach der Brüfung von ihren legten Mitteln entblößt, der Not und dem Elend erst recht überliefert sind, da für einen Anfänger im Automobil verfehr zurzeit feinerlei Aussicht auf Anstellung besteht. 3. Um bie ungeheuren Rosten der Ausbildungsausgaben zu reduzieren, erfolgt in der Regel nicht die vorgeschriebene Zurüd legung von 150 Kilometer Lernfahrten, so daß der Schüler in feinem Falle ben gewaltig gewachsenen Gefahren bes Straßenverkehrs genügend ausgebildet gegenübersteht und deshalb, wenn er im Glücs fall eine Stellung bekommen sollte, stets eine Gefahr für die Sicherheit des öffentlichen Berkehrs bedeutet. Die immer mehr zunehmenden Unglüdsfälle liefern dafür den täglichen Beweis. # Aus den vorstehenden Gründen richtet die unterzeichnete Organi fation an die Reichsregierung das dringende Er suchen, durch entsprechende Maßnahmen, evil. durch eine Alende rung der vorerwähnten Verordnung, die Ausbildung von neuen Führern nur in Ausnahmefällen und nur unter Zustimmung der im§ 6 der benannten Ausschüsse zu gestatten. Auch die große Devisenersparnis, die durch Verminderung des Ber brauchs von Betriebsstoff erzielt werden fönnte, erfordert im Hinblick auf die Wirtschaftsnot des Reiches ein schnelles Handeln der Reichs. regierung." Gemaßregelte Angestellte der Metallindustrie! Die Auszahlung der ersten Unterstützungsrate von der ein geleiteten Sammlung an alle aus Anlaß des Angestellten und Generalstreits gemaßregelten( fristlos entlassenen) Angestellten, welche fich gemäß unserer Aufforderung beim 36. gemeldet haben, erfolgt heute zwischen 12 und 8 Uhr in den Räumen der Untertügungsfaffe des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- AllianceStraße 7/10. AfA- Metallfartell. J. A.: Kasper. Löhne in der Wagenbau- und Karofferie- Branche. In der Woche vom 12. bis 18. September beträgt der Grund John sm. Leuerungs- Gesamtzuschlag M. John M. Gruppe 1 Gruppe 2 Hilfsarbeiter von 18-20 Jahren 20-22 über 22 5 000 000 4 800 000 1 000 000 960 000 6 000 000 5 760 000 8 640 000 4 130 000 " 4 500 000 900 000 900 000 900 000 4 540 000 5 030 000 5 400 000 2 730 000 3 100 000 3 375 000 675 000 675 000 675 000 3 405 000 4775 000 4 050 000 1 088 000 · 1 143 000 262 000 262 000 1 350 000 1.405 000 . 1 283 000 1 498 000 262 000 262 000 1 545 000 1 760 000 B Hilfearbeiterinnen bon 18-20 Jahren 20-22 " über 22 Jugendl. Arbeiter bon 14-15 Jahren 15-16 2 " 16-17 17-18 Die bis zum 11. September bestandenen Affordsäge erhöhen sich ab 12. September um 170 Broz. Heute wird den Arbeitern über 20 Jahre eine Vorauszahlung von 150 Millionen, den Ars beitern von 18-20 Jahren sowie den Arbeiterinnen eine solche von 125 Millionen geleistet. Kartell der Arbeitnehmerorganisation der Wagenbauund Karosserie- Fabriken Berlins. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. In lezter Zeit machen sich Bestrebungen unter den Berliner Dfenfegern bemerkbar, die darauf hinauslaufen, die jetzige ge schlossene Organisation au geriplittern. Zwei öffentliche Veriamm lungen baben sich bereits damit beschäftigt. Die Fachgruppen leitung fordert alle Mitglieder auf, die Versammlung der Fachgruppe der Töpfer am kommenden Freitag zu besuchen.( S. Vereinss talender.) In der Versammlung wird gleichzeitig über die Lobnverhandlungen vom Mittwoch berichtet. Die Fachgruppenleitung Lohnämter in Großbritannien. In gewissen Gewerbezweigen werden in Großbritannien die Löhne durch Lohnämter geregelt, deren Errichtung ein Gesetz von 1918 porsieht. Voraussetzung ist, daß in dem betreffenden Gewerbe teine andere zureichende Einrichtung zur Lohnregelung besteht. Jedes Lohnamt besteht aus einer gleichen Anzahl von Bertretern der Arbeiter und Unternehmer, wozu noch einige unabhängige Personen kommen. Alle Mitglieder des Lohnamts werden vom Arbeitsminister bestellt. Ueblicherweise lädt der Minister vorher die beiderfeitigen Berufsorganisationen ein, eine bestimmte Zahl von Lohnamtsmitgliedern namhaft zu machen, die auch in der Regel berufen werden. Ueber die Berufung der unabhängigen Mitglieder entscheidet der Minister allein. Das Gesetz bestimmt, daß in Gewerben mit umfangreicher Frauenarbeit mindestens eine in dem betreffenden Gewerbe beschäftigte Frau in das Lohnamt zu berufen ist. Die Hauptaufgabe des Lohnamts ist, den geseglichen Mindestlohn zu bestimmen. Es werden gewöhnlich Borschläge und Gegenvorschläge gemacht, bis eine Einigung erzielt ist. festgestellten Säße unterliegen der Genehmigung des Ministers, die nur selten versagt wird. Nach erfolgter Genehmigung und entsprechender Bekanntmachung sind diese Säge für das ganze Gewerbe bindend und fein Betriebsinhaber darf mindere Löhne zahlen. Die Einzelheiten über die Durchführung und die Wirkungen des Lohnamtgefeßes bringt ein Auffaz in der International Labour Review" für August 1923. Es wird dort berichtet, daß in Großbritannien und Irland 63 Lohnämter errichtet wurden, deren Bereich über drei Millionen Arbeiter umfaßt. Außer auf die Lohnfestfehung üben die Lohnämter auch auf die Arbeitszeit und sonstige Arbeitsverhältnisse Einfluß aus. Eine Novelle zu dem Gesez liegt dem britischen Parlament vor. Der erwähnte Aufsatz wird demnächst auch in der deutschen Zeitschrift des Internationalen Arbeitsamts erscheinen, der Internationalen Rundschau der Arbeit", die durch alle Buchhandlungen zu beziehen ist. In der Holzinduftrie sowie in der Rahmen- und Goldleiftenchiedssprüche erhöht worden, und zwar für die Woche vom industrie sind die Löhne der vorhergehenden Lohnwoche durch 9. bis 15, September um 180 Proz. und für die Woche vom 16. bis 22. September um 100 Broz. Damit würden die tariflichen Durchschnittslöhne für erwachsene Facharbeiter betragen: in der Holzindustrie für die 1. Woche 2 843 000 m., für die jetzt laufende Woche 5 686 000 m., für die Rahmen- nnd Goldleistenindustrie 1. Woche 2916 680, 2. Boche 5 832 960 m. Sollten die Arbeitgeber die Echiedssprüche ablehnen, so wird mit größter Beschleunigung die Verbindlichkeitserklärung in die Wege geleitet werden. Die Buchhandelsangestellten erhalten am 18. September ein weiteres Augustgehalt Akonto. am Den Angestellten des Groß- Berliner Zeitungsgewerbes werden als dritte Alontozahlung 4, Augustgehälter spätestens 19. September ausgezahlt. Achtung, Bauarbeiter und Zimmerer! Hierdurch diene zur Kenntnis, daß mit Nüdficht auf die uns gebeure wirtschaftliche Notlage am Freitag, den 21. September, nicht, wie ursprünglich vereinbart, ein Borschuß von 75 Millionen, Deutscher Bangemertsbund, Fachgruppe ber Töpfer. Freitag, 21. Septem fondern ein solcher in Höhe von 120 Millionen Mart zur Aus- ber, 6 lihr, Mitgliederversammlung, Rosenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11. zablung gelangt. Auraarbeiter erhalten einen entsprechend Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; geringeren Vorschuß. Die Stundenlöhne werden im Laufe der Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Woche festgefeßt und am gleichen Tage durch die Tagespreffe be- Sonstiges: Friz Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berln. tanntgegeben. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Bormärts- Buchdruckerci und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin EW. 68, Lindenstraße 3. Die Vorstände der Baugewerblichen Arbeitnehmerberbände. Sierzu 1 Beilage. Belohnung 100 Dollar. Durch Einbruch in Schloß Beigsch, Rreis Guben, am 13. Geptember 1923 find folgende Silberfachen gestohlen worden: Tischfilber, gez.£. S. Tabletts, Teeteffel usw. Renn- und Turnierpreise( Becher) Freit. 7 U. z 1 Male Mein Vetter Eduard im Theat d.Westens Varieté- Programm antite Silbersachen. Unbestechliche Deut. Künstler- Th. Allabendl. 7: Der SCALA Diplomati. Diensi k Fürst v. Pappenheim ..Internat. Uhr: Rose Theater Varieté Wiedereröffn.a. 20.9. 7 Uhr: Ein Mann aus d. Volke Casino- Theater 8 U. Die 8 U. Bekanntmachung Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 15. b. Mts. teilen wir hierdurch mit, daß wir uns genötigt sehen, für den Gasverbrauch, der seit der vorangegangenen, burd) unfere Beauftragten et folgten Ablefung ftattgefunden hat und ber durch die Gasmefferftandaufnahme Dom 19. September b. Js. ab festgestellt wird, den zur Berechnung gelangenden Gaspreis für unser gesamtes Bersorgungsgebiet mit Ausnahme von Grünau von € 000 000 mart auf a. Sonntag nach- Angaben werden fireng vertraulich behalten. mittag 3 Uhr: behandelt. ELITENachrichten an 8 300 000 Mark 71% U.: Julius Cäsar Rauchen gestattet! je cbm einschließlich Rohlen- und UmfazObige Belohnung erhält, wer gur teuer und Miete für Gasmeffer und MinzIntimes Theater 8: Wiebererlangung der Gegenstände verhilft. gasmeffereinrichtungen, sowie Abgabe an Letzt. Aufführungen Th.a. Kottb. Tor ober bie Täter nachweist, fodaß gerichtliche bie Gemeinden, zu erhöhen. Täglich 7/2 Uhr Bestrafung erfolgt. Weitere Preisänderungen bleiben vorFreitag Premiere Metropol- Theater Berlin, den 17. September 1923. 7 Uhr: Casinogirls Neues Theat, a. Zoo 71, Uhr: Von 5-7 Thalia- Theater Mimikry Tharter id. Hammendantenstr. 7 U.: Charlie 7, Metropol- Varieté Uzum 1. Male: Behrenstr. 54 neuen Reichen 10 Schlager Rennen zu Grunewald Dienstag, den 18. Septbr. nachm. 2 Uhr Sänger C. Lehmann's Ww.& Sohn, Guben. Gasbetriebsgesellschaft, Aktiengesellschaft U. a. Das süße Madol Telephon Nr. 3. Bockbrauerei Marken- Zigaretten Belle- AllianceWallner- Theater Ecke Fidicinstraße. 8: Die tolle Lola Kino- Eröffnung! Lustspielhaus Direktion: Heinz Saltenburg. Anfang 17 Uhr Täglich Gastsp Die Truppez Vorstellungon 2 71, Kaufm.v.Venedig Walhalla Theater Weinbergsweg 19/20 Quittungs- Marken Tägl.& Unr: Seit 40 Jahren Spezialität Conrad Müller. Zigarren wie Saba, Juno, Salem und and. bekannte v. 180 Mill. an. - Tabake zu äußerst günstigen Preisen, jedes Quant. prompt lieferbar. Hel- Ko, Wiener Str. 8 Der Borstand: C. Rörting. Deffentliche Bekanntmachung betr. Cintommenftener vom Arbeitslohn. Die vom 1. Geptember er. ab geltenden Güze a) für die Bemeffung der Ermäßigungsfäge gemäß§ 46 Einkommensteuergeseges, b) für die Bemeffung der Bewertungsfäge für Natural und sonstige Sachbeglige ( vergi. Bekanntmachung vom 28. Auguft cr.) werben mit Wiefung vom 16. September 1923 ab verdoppelt. Der Bewertungsfag für Wohnungen der verheirateten Deputatempfänger auf dem Lande bleibt unverändert, Nähere Auskunft ertellen die FinanzLandesfinans Ungeheuer sig im Preise sind alle Lehersämter. mittel and BedarfsDie spanisch. Fliege schkeuditz Leipzig. like. Kleine Anzeigen im Verwirks" sled billigare. fr Groß- Berlin Berkehrssteuern. Am Freitag, den 14. d. M., verschied nach kurzem Krankenlager unser Vorstandskollege Wilhelm Pfannkuch im fast vollendeten 82. Lebensjahre. Frühzeitiger Erkenner des Sozialismus, stand er als Kämpfer in der Arbeiterbewegung seit seinen Jünglingsjahren. Bald 30 Jahre lang wirkte er für die Partei als Sekretär im Parteivorstand. Seine treue Pflichterfüllung und seine herzliche Kollegialität sichern ihm bei uns ein bleibendes Andenken. Der Parteivorstand der VSPD. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 20. d. M., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Teilnahme nur mit Karten, die vom Bezirkssekretariat herausgegeben werden. Erfolg $ Sternzwirne Nähgarne- Twist $> Sosenträger, Gummiband, Kämme, Gen.cl, große Quant, weit unter Tagespreis, bietet Häusler, Beuthstr. 15. Zentrum 1202 Unsere mur erstklassigen, allgemein eingeführten und nadrweislich tausendfach freiwillig glänzend begutachteten haben Inserate Bettstellen aus Metall so Vorwärts Erwachsene u. 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Sevtember 192Z habe ich er- halten: 437 000+ 90 000+ 170 000 mit 15 642 Proz.— 1 17 221 740 M., sowie eine weitere Nachzahlung für die erste Hälfte September mit 14 617 Proz.— 108130 490 M.. zusammen 225 352 320 M. Davon habe ich 14 015 000 Steuern bezahlt. Der Herr Einsender hat demnach das Doppelte meiner Bezüge erhalten. Nun kann sich jeder selbst ausrechnen, was für„Einschränkungen" sich die unters Beamtenschaft auferlegen muß. Oder erhält die Frau des unteren Beamten Kartoffeln, Fleisch, Gas usw. billiger geliefert? Jede Gehaltserhöhung wirkt sich mach oben immer mehr hinaus. Bei dem Einsender kann also von einer wirklichen Notlag« nicht gesprochen werden, eher ist es noch bei meinen tousenben Kollegen der Besoldungsgruppen III und IV der Fall. S). B. * Ich bin verheiratet, habe 4 Kinder, beziehe jedoch weder Frauen, noch Kinderzulag«, sondern bekomme den tarifmäßigen Spitzenlohn der Kartonnagenbranche, da ich die Ber» tretung eines bekannten Papierverarbeitungswerkes inn« habe. Der- selbe betrug also für den Monat August 125 Millionen, wovon ich den größten Teil(75 Proz.) erst in der ersten Septemberwoche erhielt. Davon gingen ab: für Kronkenkasse 1000 000 M., Steuer 3 000 000 M., Gas 3 500 000 M.(wir haben wöchentlich rund ca. 40 Kubikmeter verbraucht), Miete 1 750 000 M.(3-Zimmer-Wohnung für sieben Personen), Fahrkarte 4 500 000 M. Kohlen konnten wir uns nicht kaufen, da fönst für die Wirtschaft nicht mehr viel übrig bleibt. Nun stellen wir mal gegenüber: Der Beamte: 100 Kubitmeler ich: 40 Kubikmeter lt Perlenen)(7 Personen) ,, l1/. Millionen Miete t l'/j Millionen Miete fal'o mindestens 5—6 Zimmer)(3 Zimmer) . 4"z Mill. Fahrkarte(S.Klasse). 4»/,Mlll.Kahrk.(S.KI.) ,, 15 000 000 Kohlen, keine ,, 17 000 000 Steuer, ZOOOOOOTteuer(waS daher kommt, daß er 70 Proz. erst im September erhalten) Herr G. irrt auch, wenn er meint, es wird gegen die hohe Be- foidung Sturm gelaufen. Während früher die Beamten in der «guten alten Zeit" keinerlei Gewerkschaftsangehörigkeit ausübten, auch zufrieden waren, daß sie fest und unkündbar angestellt waren, möchten sie heute möglickst von allem das Beste haben und auch noch möglichst das Friedenseinkommen beziehen. Ich habe im Frieden für die Tätigkeit, die ich heute ausübe, mindestens monatlich 400 bis 500 Mark verdient. Um wieviel ist denn nun heute mein Ein- kommen weniger? Ich glaube, es macht nur den 20. Teil aus. A. G. i- Also für Monat August hat der Herr 254,8 Millionen erhalten, und kommt damit nicht aus, oder doch sehr schlecht? Wa» hatte im 0'egensaß hierzu ein ArbeitsLojer mit 2 Kindern im Monat August für Einkommen? Einige Posten in der Ausstellung sind ja bünahe rätselhaft! So z. B. Gas— 100 Kubikmeter— im Monat!? Was Hot denn alles gebrannt und was ist denn alles gekocht worden? Obendrein dann noch 5 Zentner Kohlen?— ja, zum Donnerwetter, werden jetzt schon im Sommet die Stuben geheizt? Fragen Sie bitte einen Arbeitslosen, wieviel Gas und Kohlen er in einem Monat verbrauchen darf. Ich glaube bestimmt, das Einkommen eines Arbeitslosen betrug im Monat August nicht mehr, als der Beamte für Gas, Koblen und Fahrgeld ausgibt— und muß davon sich selbst und seine Familie ernähren— wohlgemerkt— ernähren. Wir als organisierte Arbeiter laufen auch nicht Sturm gegen die Besoldung der unteren Beamten, die produktiv tätig sind, wir laufen aber Sturm gegen die hohen und«inen Teil der mittleren Beamten, die dos Geld von der Republik nehmen, aber deren Taten ein scharfer und fortwährender Widerstand gegen die Republik find. Die Erbitterung der Arbeitslosen sollten Sie miterlebt hoben, als der Artikel besprochen wurde über den Beamten der Stufe X mit 254,8 Millionen Einkommen. Ich selbst bin arbeitslos, angeblich aus Mangel an Aufträgen. Bei 15,4 Millionen Erwerbslosenunter- stützung kostet« Margarine das Pfung 5 Millionen, bei 18 Millionen Unterstützung kostet di« Margarine das Nfund 9 Millionen, nach Abzug von 1 Pfund Margarine für 3 Personen bleiben noch 9 Millionen Mark. Run oersuche man sich einmal in die Lage eines Arbeitslosen hineinzuversetzen, der doch ein Recht auf Arbeit hat, wenn er liest, wie„schlecht" solch ein armer Beamter der Stufe X bezahlt� wird. Um so mehr freute ich mich über«inen Artikel im „Vorwärts" vor einigen Tagen, als für die Erwerbslosen 60 Proz. der Tarife der Reichsarbeiter von der VSBD. und den Gewerk- schasten gefordert wurden. Es ist aber keine Zeit mehr zu verlieren, die Erbitterung wächst von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag, wenn es so weitergeht, schlagen die Wellen der Empörung über unseren Köpfen zusammen, und— es kommt zur Katastrophe. Ein Arbeitsloser W. M. » Ich bin langjährige Abonnentin des„Vorwärts" und möchte auch einige Zeilen zur Erwiderung senden. Vielleicht tauscht der Herr Beamte nur einen Monat mit meinem Mann. Wir hoben zwei Kinder, 1% und 314 Jabr Mein Mann ist 16 Iabre Leiter einer Expedition in einem großen Snezialaeschäft in der Leipziger Straße imd verdiente im Mo�ot August d. I. 9 0 M i l l i o- n en. Davon gehen all« Bezüge, Stchiern, Derbandsbeiträge, In- validen-, Krankenkassenversicherunaen ob. Und was bleibt da zum täglieben Lebensbedari übria? Außerdem bat mein Mann heute, am 13. September, den Rest vom August noch nicht erhalten. IlL Liter Milch kaufe ich noch täglich, um den Kleinen die wichtigst« Ernährung nicht zu entziehen. Auch unsere Männer hoben vier Jahre gelernt und eine gute Schulbildung bekommen. Der Herr Beamte zieht 100 Kubikmeter Gas pro Mo-at von dem Gehalt ab, dafür nur allein muß ich 14 Tcwe leben. Andere Bedürfnisie haben wir erst gar nicht, Garderobe, Wäsche und Ergänzungen sind seit Jahren, also seit 1916 nickt gemacht worden. Aus alter Garderobe, welche ich von meinen Geschwistern und Kolleginnen meines Mannes erbalte, wird für die Kinder etwas fertig gemocht. Kohlen habe ich nicht kaufen dürfen. Also tröstet Euch, Ihr Herren, es geht vielen noch schlechter.___ Frau E. K. Die Renken zahlung her Kriegsbeschädigken. In der Morgenausgabe Nr. 427 vom 13. September berichtet der„Borwärts", daß den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- bliebenen infolge Erhöhung der Teuerungszulagen für die erste Hälfte des Septembers eine Nachzahlung auf ihr« Renten für Ssp- tember gewährt wird. Die Zahlung soll aber auf Anweisllng des Derforaungsamtes wieder im Postscheckweae erst in der Zeit von Mitte bis Ende dieses Monats erfolgen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist daher zu erwarten, daß die Mehrzahl der Kriegs- opfer erst wieder in den Besitz des Geldes kommt, wenn die Ent- wertimg noch weiter fortgeschritten und eine abermalige Nach- Zahlung fällig ist. Die Beamten und Angepellten erhalten in solchen Fällen stets eine sofortige Nochzahlung, wodurck deren Bezüge wenigstens einigermaßen den Teuerungsverhältnissen angepaßt werden. Die Kriegsbeschädigten dagegen müsien erst solange warten, bis ihnen durch die verspätete Nachzahlung lehr erheblicher Schaden erwächst, obwohl sie bereits seit dem l. 9. einen Rechtsanspruch auf die erhöhten Gebührnisse haben. Würden wohl die Beamten und Angestellten der Dersorgungsämter damit einverstanden sein, wenn ihnen die jetzt schon zustehende Gebaltserhöhung erst am Ende de? Monats ausgezahlt würde? Mit den Krieasbeschädigten aber glaubt man keine Rücksickt nehmen zu brauchen. Dje Kriegsinvaliden sind leider nur auf di« Initiasiv« des Gesetzgebers angewiesen und können nicht durch einen Streik die sofortige Zahlung erzwingen. Um so mehr sollte man den berechtigten Wünschen der Kriegsopfer Rechnurra trogen und auch sie durch sofortige Zahlung der er- höhten Gebührnisse durch das zuständige Postamt einiger- maßen zufriedenstellen. L. L. Ein leeres Haus. In Riederschöneweid« ist auf dem Bahngelände hart an der Grünauer Straße, dicht hinter dem Bahnhof, von der Eisen bahndirektion ein Notwohnhaus errichtet worden. Das einstöckige lmiggestreckte Haus ist seit Monaten fertig, aber erst seit kurzem von zwei Familien bezogen. Zu Hunderten kommen Woh- nungslose vorüber und bauen Luftschlösier, wie schön es doch sein müßte, hier wohnen zu können. Wie es heißt, ist das Gebäude für Flüchtlinge mit Beschlag belegt. Solche sollen augenblicklich in Groß-Lerlin nicht wohnungslos fein. Einstweilen schreiben sich aber die zuständigen Behörden die Finger wund, wer das Wohn- gebäude belegen darf. Bis der Streit entschieden ist, vielleicht auch noch länger, bleibt das Haus leer stehen. Hurra, wir hoben nur noch Wohnungslose, aber keine Wohnungsnot! Das Selbswenvallungsrecht im 15. Bezirk. Das Bezirksamt 15 wählt« vier Borschullehrer zu Lehrern an der Hauptanstalt. Nach der Entscheidung des Ministeriums sollen von diesen vier Herren nur zwei übernommen werden, die zwei jüngeren Lehrer von 45 Jahren dagegen im Bolksschuldisnst Verwendung finden. Zugunsten von zwei jungen Studienassessoren werden zwei ältere, bewährte Lehrer geschädigt, zwei Junglehrer verlieren ihre Stellen, und dos Bezirksamt hat bei der sonst so dringend gebotenen Sparsamkeit erhöhte Ausgaben. So wird dos Selbstverwalwngsrecht des 15. Bezirks geachtet. A. K. Das Preischaos. Aus Treptow schreibt eine Hausstau: In einem Milchgeschäft in der Graetzstraße kaufte ich am Sonnabend ein Paket Schwan- Seifenpulver für 850000 M. Eine Nachbarin bat mich, ihr drei Pakete zu besorgen. Als ich diese am Sonntag früh holen wollte, wurden mir sür jedes Paket 4 Millionen abverlangt. Es soll keine etwa neu hereingekommene Ware gewesen sein. Und gegen solchen Wucher ist man völlig machtlos? Uns kann keiner... Wenn ein Unternehmer auf die Erhaltung seines Selbst und seines Betriebes bedacht ist, so wird das wohl weiter nicht verwunder. lich erscheinen. Wenn ein Unternehmer darum glaubt, die Löhne seiner Angestellten auf ein Existenzminimum beschränken zu müssen, so wird dos zur Not akzeptiert werden können. Niemals darf aber das Unternehmerinteresse so weit gehen, daß in bezug auf die Arbeitsbezahlung den Angestellten nicht einmal dieses Minimum zur Lebenshaltung gewährt wird. Denn von einem Menschen, der hungert, kann man erfahrungsgemäß keine produktive Leistung verlangen. Daß, wenn die Preis« steigen, auch die Löhn« entsprechend steigen müssen, erscheint einem jeden eine Selbstverständlichkeit. Die Herren Unternehmer dachten anders und beharrten fest auf ihrem Stand- punkt. Bekannllich gaben sie ihn erst unter dem Drucke der Metall- arbeiter und der öffentlichen Meinung auf. Damit nachher Herr Helfferich im Reichstag erklären konnte, die Deutschnationalen und ihre Freunde wären schon immer für valorisiert« Löhne eingetreten! Seit jener Zeit haben wir theoretisch Löhne, die den Preisen ent- sprechen. Wie gesagt, theoretisch. Von der Theorie zur Praxis ist ein sehr weiter Weg, ein Nachgeben in der Theorie bedeutet noch lange kein Nachgeben in der Praxis. Wenn das eine versagt, klappt das ander«, man weih sich zu helfen. Die Preise steigen, gut! Da ihr für diese Woche nur soviel erhalten habt, habt ihr ein Anrecht auf eine Nachzahlung. Gezahlter Lohn+ Nachzahlung ergibt dos Existenzminimum. Merkt ihr was? � Liegt da nicht System drin, ist das nicht Logik, überzeugende Logik? Und man rechnet und rechnet, holt Indexe herbei und Teuerungsstatistiken und Warenpreis« und rechnet wieder, bis die Woche, für die nachzuzahlen ist, vorbei, bis der benutzte Index überholt ist, und zahlt stolz nach: eine Nachzahlung auf das gezahlte Gehalt. Das ist Tagesgespräch:„Hast du dein Gehalt erhallen?"„Nein, nur«in« Nachzahlung," oder„nur«nen Borschuß«uf die Nach- Zahlung." Der Dollar springt, die Preis« steigen, die Angestellten und Ar- beiter hungern und stöhnen— und di« Unternehmer zahlen unent- wegt Nachzahlungen und Vorschüsse aus die Nachzahlungen. Wenn sie es doch einmal mll Vorschüsien auf die Teuerung vor- suchen wollten! Sie könnten ja auch dann noch, um ihr System bei- behalten zu können, nachzahlen, wenn sie sich in bezug auf die Teue- rung oertalkutteren sollten.— 201 Kilian. Roman von Zakob Bührer. Siebentes Kapitel. New Vork, den..... Liebe Mutter Iuliette! Geht es Ihnen etwas besser in Ihrem kleinen lieben Genfer Stäbchen? Werden Sie mir ja ganz gesund! Ich befühle es Ihnen, und spätestens in zwei Monaten renne ich bei Ihnen die Treppe hinauf— renne trotz meinem stattlichen Mannesalter— und seh scharf nach, wie Sie meinen Befehl befolgt haben. In Wahrheit, tragen Sie ja Sorge zu sich. Ich habe niemand als Sie, mein» liebe Mutter Iuliette, und darum sollen Sie mich auch nicht ärgern und beschämen mit Ihrem langweiligen Dank für das Geringe, was ich für Sie tun kann. Es kommt wahrhaftig spät genug. Und dabei verdanke ich Ihnen so unendlich viel. Denn, ich will es gerne eingestehen, ohne Sie, ohne die Weite Ihrer Weltanschauung wäre mir nie der Sinn aufgegangen sür das Letzte und Größte, dem ich jetzt endlich auf die Spur zu kommen scheine. Ver- rennen sich nicht die meisten Menschen— und ich spreche nur von denen, die einen Willen über sich binaus zu kommen haben,— verrennen sie sich nicht in religiöser Engherzigkeit. oder, wenn es hochkommt, in Idealen der Parteipolitik? Wie lange bin ich in die Irre gegangen! Ein feiger Flüchtling in der Rue Morronnier, und dann ebensolange hier in diesem Amerika! Aber ich soll Ihnen ja fein säuberlich erzählen. Das will ich auch, so gut ich kann. Und zwar meinetwegen. Daß ich Ihnen beichten konnte, war schon einmal meine Rettung. Es ist auch ein grober Fehler der Menschheit, daß sie bei ihren großen Frllhjahrsreinigungen, genannt Revolutionen, alte Möbel in die Gerümpelkammer stellt. Warum hat die Re- formation die Beichtiger abgeschafft, statt daß sie sie frisch auflackierte?— Unsereins geht nämlich ohne Beichtvater mit der Zeit moralisch drauf. Die Psychoanalytiker tun's leider nicht. Will sagen: ersetzen die Beichtväter nicht... um durch meinen schlechten Stil nicht einen ebensolchen Witz zu machen. Daß es die„Seelenmasseur«" nicht tun, dafür kann ich Ihnen den Beweis erbringen. Als ich ans der Rue Mor- ronnier entfloh, war es mit meiner Kraft nicht so weit her, wie meine vielleicht etwas prahlerische Schilderung glauben machen holUtte, WeUnchc hat mich diese jahrelang- Phisistmi ein Uebermaß von Gesundheit und Energie gekostet, und nun verschlang der beschlossene Widerstand gegen den Alkohol mehr guten Willen als ich gedacht. Zudem begann nun der Schei- dunasprozeß, und die gegenseitigen boshaften Verdächtigungen, die Gemeinheit und Roheit, die von beiden Parteien und ihren Fürsprechern und nicht zuletzt auch von den Richtern betätigt wurden, kosteten mich«inen letzten Rest von Kraft, und schließ- lich setzte mir die Trennung von meinem Kinde sehr scharf zu, batte ich doch nie erwartet, daß damit auch unbedingt eine Vergiftung meiner Beziehungen zu dem Knaben verbunden sein müßte. Zu all dem kam, daß ich nicht wußte, was ich mit mir anfangen sollte. In der Rue Morronnier war ich mir nur darüber klar geworden, daß diese Kleinbürgerei kein Leben sei, daß man ein solches Leben weder vor sich noch vor der Ewigkeit verantworten könne. Welches aber das rechte Leben wäre, wie und wo ich meine Arbeitskraft einsetzen, wofür ich schaffen sollte, zu welchem Ziel, darauf wußte ich wieder keine Antwort, obschon ich in Lausanne das ganz bestiminte Emp- finden gehabt hatte: es gibt einen Weg, du wirst ihn schon finden. Schließlich tat ich das dümmste, was ich tun konnte: ich verasioziierte mich mit einem Charles Meunier aus Sonce- boz. Zu zweit taten wir mit einer lächerlich geringen Summe ein Export- und Importgeschäft aus. Wir handelten mit Panamarinde, Schuhnägeln, Autoreifen, Munition, Tier- häuten, Schmierseife, Kaffee und was kam. Jede Ware, jede Menge, wenn wir nur etwas daran verdienten. Und wir ver- dienten schön. Die Tatsache, daß ich ein gewöhnlicher Schieber war, trug nichts zur Besierung meines Seelenzustandes bei, und als ich obendrein noch ein Verhältnis mit der Frau meines Associtis anfing, geriet ich in solche innere Röte, daß ich mir nicht mehr zu helfen wußte und zu einem Psychiater lief. Der brachte mich moralisch so auf den Hund, überzeugte mich so restlos von meiner Erbärmlichkeit und Schurkenhaftigkeit, an der ich übrigens nicht gezweifelt hatte, daß ich nun ernstlich anzu- nehmen begann, die Sache sei wirklich von Belang, worauf mir schließlich nichts anderes übrig blieb, als einen Strick zu kaufen und eine Einrichtung zu treffen, mit der man sich eines schönen Tages bequem an der Tllrfalle aufhängen konnte. Als ich soweit war, traf mich die Meldung, unser schönes Export- und Importgeschäft stehe vor dem Bankerott. Da er- wachte ich aus dem Halbschlaf, der mich seit Wochen umfangen und arbeitslos gemacht batte, und- in zwei Stunden stellte ich Lest, doli Ä sozusagen den letzten Rappen verloren hatte, während mein Geschäftsfreund offenbar sein Schäslein ins trockene gerettet hatte. Mich faßte eine ungeheure Lustigkeit; ich war vergnügt wie noch nie in meinem Leben. Ich glaube, ich lachte eine Viertelstunde lang anhaltend.— Ich hatte die prachtvolle Entdeckung gemacht, daß ich gar keine Uusache hatte, zu glauben, meine Schurkenhaftigkeit sei von besonderem Be- lang. Sie war etwas sehr Alltägliches. Ich hatte sie mit den meisten Mitmenschen gemein. Es gab wohl wenige, die besser waren. Wir waren alle nicht schlimmer, als uns die Um- stände erlaubten. Es ging uns wie den Bäumen. Die brachten die Früchte hervor, die ihnen die Umstände, Sonne, Luft und Boden gestatteten. An den Umständen lag's! Wie sollte in diesem vergaunerten Europa etwas Besseres gedeihen können, denn Schurken?— Ich benützte den Strick, mit dem ich mich hatte aufhängen wollen, um den Koffer zu verschnüren, mit dem ich heimlicherweise nach Amerika fuhr. In New Bork mußte ich ganz von vorn anfangen. Fast wie damals in Bern, als Kohlenschaufler und Steinträgcr. Nur war das Tempo viel rascher, dank meiner Erfahrung. Zwar war ich im Anfang ganz benommen von dieser ungeheuren Stadt. Aber langsam kam ein Sinn in diese gewal- tigen Häusergebirge, eine tiefe Bestimmung in das rasende Verkehrsgetöse der Straßen und Brücken, sprach aus dem ewig gleichen, ewig fremden Menschenstrom der Verkehrs- zentren eine tiefe Unterordnung alles Menschlichen. Und als ich einen Einblick gewann in eines der großen Handelshäuser, als Sackkarrer, Magaziner, Schreiber, Aufseher, Prokurist, Teilhaber, da wurden mir die Augen aufgeian für die wunder- bare Ausbeutungsmaschine genannt„Vereinigte Staaten von Amerika". Ich begriff plötzlich, daß der Staat etwas anderes ist, als eine Einrichtung, um darüber zu fckwatzen und zu philosophieren, noch weniger eine Kultureinrichtung, sondern einfach die Einrichtung, die die Arbeit ermöglicht. Und aus dem Geist dieses Landes strömte mir die Erkenntnis zu: die Arbeit ist as Höchste und Letzte! Und ich verlor mich an die Arbeit. Wie ein Besessener! Ueber Jahr und Tag leuchteten allnächtlich tausend Ker- zen den Namen C. Billwanger and Company von einem der größten Wolkenkratzer über die Stadt hin, bald handelte man an den Börsen um Billwanger-Aktien als um eines der hoff- nungsreichsten Papiere, bald war Billwanger der Name, an den Tausende ihre Hoffnungen, ihre Kapitalien, ihre Arbeitz- kräfte, ihre ganze Existenz knüpften. Mit dem Vertrauen aber wuchs die Verantwortung, wuchs— die Macht! (Fortsetzung folgt.) Gas= 10 Goldpfennige. Der Magistrat bestimmt wertbeständige Preise. Kohlenhilfe. land zu schicken und den Nachlaß verstorbener deutscher Soldaten] wann sie das ausgelegte Geld zurückerhalten. Auch das ist auf den Angehörigen auszuhändigen, ist jetzt auf Drängen des Spa: die Dauer ein unhaltbarer Zustand, dem schleunigst ein Ende getommiffars dazu übergegangen, nur noch Nachlaßsachen von macht werden muß. Der Magistrat gibt bekannt: Der weitere Sturz der Mark und höherem Werte auszuhändigen. Das ist eine Maßnahme, die bei die dadurch bedingten dauernden Kohlenpreis-, Fracht, Lohn- und den Angehörigen der verstorbenen deutschen Soldaten überall BeGehaltserhöhungen machen es unmöglich, für 14 Tage im voraus fremden hervorrufen muß, um so mehr, als auch das geringste Um den Aermften für den bevorstehenden Winter die Beeinen einheitlichen Gaspreis festzusetzen. Infolgedessen haben wir Eigentum der Ententesoldaten nach Frankreich, England usw. schaffung von Brennstoff zu ermöglichen, ist aus Kreisen der Berauf Grund des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom ausgeliefert werden muß. Die Eltern der verstorbenen deutschen liner Stadtverwaltung eine Spendensammlung angeregt 13. September beschlossen, die Gaspreisberechnung nunmehr unter Soldaten haben wohl den gleichen Anspruch, auch den gering worden. Folgender Aufruf, unterzeichnet vom Oberbürgermeister wertigsten Gegenstand ihrer Lieben zu erhalten. Wenn im Kriege Böß, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Caspari und Stadtrat Hinge, Abänderung der Lieferungsbedingungen vom März 1922 wie folgt für viele unnötige Dinge Milliarden ausgegeben werden fonnten, wendet sich an alle, die geben können: vorzunehmen: so muß auch jetzt die verhältnismäßig geringe Summe aufgeMit Wirkung von der Standaufnahme in der ersten September- bracht werden können, um den Angehörigen der toten deutschen hälfte 1923 wird der Preis für 1 Kubikmeter Gas auf Grund eines Soldaten die Hinterlassenschaften zu übersenden, auf die sie einen Festpreises von 10 Pf. berechnet, und zwar in der Weise, daß am Anspruch haben. Ende jeder Woche für die im Laufe der nächsten Woche stattfindenden Gasmesserablesungen nach dem jeweiligen Kohlenpreise eine Mezzahl errechnet wird, mit der der Festpreis von 10 Bf. zu multiplizieren ist. Für die Woche vom 16. bis einschließlich 22. September wird diese Meßzahl auf 34 millionen festgesetzt. Alle Berbraucher, bei denen in der Woche vom 16. bis 22. September der Gasmesserstand aufgenommen wird, haben also von der Standaufnahme in der ciften Septemberhälfte bis zum Stand in der Woche vom 16. bis 22. September einen Gaspreis von 34 Millionen × 10 Pf. 3,4 millionen Mark für das Kubikmeter zu zahlen. Es verbleibt bis auf weiteres bei der 14tägigen Standaufnahme. Bezahlungen auf den Gasverbrauch vor der Standaufnahme fönnen nicht entgegengenommen werden. Bezirkstag in Berlin. Die Fortsetzung des am 9. September verfaglen Bezirkstages findet am Sonntag, den 23. September, von 9-2 Uhr in den Germania- Sälen, Chauffeeftr. 110, flatt. Die am 9. September ausgegebenen Delegiertenfarten gelten nur, wenn sie auf der Rückseite den Namen des Delegierten und den Stempel seiner Abteilung fragen. Außer der Delegiertentarte ist das Mitgliedsbuch vorzuzeigen. Mit Rücksicht auf die große Zahl der Gasverbraucher und der Mitgliedsbuch und und Delegiertentarte müffen zweimal im Monat stattfindenden Standablesung fann feine Ge- übereinstimmen. währ dafür übernommen werden, daß der Gasmesserstand an einem bestimmten Tage innerhalb der 14tägigen Frist aufgenommen wird. Bei Zahlungsverzug fann wie wiederholt befannt gegeben wird nicht darauf verzichtet werden, daß die fällige Rech= nung unter Zugrundelegung einer etwaigen höheren, inzwischen in Kraft getretenen Meßziffer umgerechnet wird. Für Wasser wird mit Wirkung von der Standaufnahme im August der Preis für 1 Rubikmeter auf Grund eines Festpreises von 6 Pf. berechnet, und zwar in der Weise, daß am Ende jeder Woche für die im Laufe der nächsten Woche stattfindenden Wasseratlesungen eine Meßzahl nach dem jeweiligen Kohlenpreis errechnet wird, mit der der Festpreis von 6 Pf. zu multiplizieren ist. Für die Woche vom 16. bis einschließlich 22. September wird diese Meßzahl auf 34 Millionen festgesetzt. Alle Verbraucher, bei denen in der Woche vom 16. bis 22. September der Wassermesser stand aufgenommen wird, haben also von der Standaufnahme im August bis zum Stand in der Woche vom 16. bis 22. September einen Wafferpreis von 34 000 000 mal 6 Bf. gleich rund 2 000 000 Mart für das Rubikmeter zu zahlen. Die zur Teilnahme berechtigten Abgeordneten haben gleichfalls ihr Mitgliedsbuch vorzuzeigen, ebenjo ihre Delegiertenfarte. Wenn die Delegiertentarte nicht abgestempelt ist, genügt dafür ihre Legilimation als Abgeordneter. Neue Gastfarten werden nicht ausgegeben. Als Gäste fönnen nur diejenigen Genoffen teilnehmen, die im Besig einer Gastkarte sind. Auch diese Genossen legitimieren sich außerdem durch ihr Mitgliedsbuch. Der Bezirksvorstand. Dreihundert Mark Ordnungsstrafe. " 1 Mitbürger! Die Not in Berlin ist groß. Reich, Staat und Gemeinde wenden bedeutende Summen für die Notleidenden auf, doch reichen die öffentlichen Mittel nicht aus. Der Winter naht. Er wird das Elend unermeßlich steigern. Mögen viele, ja die meisten unter der Not der Zeit bitter leiden; niemand wird übersehen dürfen, daß neben ihm viele Tausende leben, die noch härter die Not drückt. Hier zu helfen, ist Pflicht eines jeden. Die Berliner Kohlenhilfe" soll den Be dürftigsten unter unseren Mitbürgern Brennstoffe zuführen. Eie kann dieser Aufgabe nur gerecht werden, wenn ihr große Barmittel zufließen. Wir vertrauen auf den Wohltätigteitsfinn der Berliner Bevölkerung, wenn wir bitten: Gebt schnell und reichlich Geld für die Berliner Rohlenhilfe". Dieser Aufruf hat sofort großen Beifall gefunden. Aus alien Schichten der Bevölkerung sind der Kohlenhilfe" bereits nam hafte Beträge zur Verfügung gestellt werden. Der Reichspräsident hat persönlich 3 Milliarden Mart gestiftet und dem Unternehmen seine wohlwollende Unterstützung zugesagt. Röchling- Ronzern find 1000 Zentner Rofs im Werte von 50 Mil liarden Mart zur Abholung bereitgestellt worden. Geldspenden werden mit der Bezeichnung„ Berliner Rohlenhilfe" überall, wo der Aufruf ausliegt, entgegengenommen. Gie fönnen mit derselben Bezeichnung auf das Postscheckfonto Nr. 34 der Spartasse A der Stadt Berlin eingezahlt werden. 群 Bom Deckeneinsturz infolge Hausschwammes. Gestern vormittag brach der Fußboden eines Zimmers in der Wohnung der Frau Po51 auf dem Grundstück Wandligstr. 8 in Neukölln im ersten Stodwerk des Seitenflügels mit großent Getöse zusammen, und Fußbodenbelag fowie Schuttmassen stürzten in die darunter gelegene Kellerivohnung. Zun Glüd waren weder in der Bohlichen noch in der Kellerwohnung Leute zu Hause, so daß niemand verlegt worden ist. Wie fich herausstellte, waren Fußboden und Dede vom Hausschwamm völlig zer Eltern erbeten. Zum Banderolendiebstahl im Reichsfinanzamt. Großes Aufsehen erregten vor zwei Jahren umfangreiche Unterschlagungen von Zigaretten- Steuerbande. freifen worden. rolen im Reichsfinanzzeugamt, die von dort Beschäftigten verübt worden waren. Die Banderolen waren durch ver- Bermißzt wird seit dem 15. September der 15jährige Kauffayiedene Hände gegangen, und einen Teil davon hatten die Zigarren mannslehrling Erwin Bloch aus der Brinz- Albert- Str. 6 zu fabrikanten Schien und Schlesiger erworben. Während die Lichtenberg. Der Vermiste ist aus fciner Lehrstelle in der JeruDer Magistrat diktiert damit den wertbeständigen Täter zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt worden waren, falemer Str. 42 am 15. September gegen mittag wegen eines anGaspreis. Es mag zugegeben werden, daß er in einer sehr pre- waren die Zigarettenfabrikanten wegen Steuerhinterziehung mit geblich fleinen Fehlbetrages gewiesen worden und seitdem nicht fären Lage ist, und daß die Existenz der Werke, die der Kohlen- dem vierfachen Steuerbetrag belegt worden. Auf die für Schien ieder zu feinen Eltern zurückgekehrt. Er ist mittelgroß, ſchlant, preisentwicklung zu erliegen drohte, noch immer auf dem Spiele von Rechtsanwalt Walter Richter beim Reichsgericht begründete bat schmales, blaffes Geficht und trug schwarzes Jadett und Weste, steht. Aber der Magistrat kommt mit dieser für die Maffe der Revision wurde das Urteil gegen Schien aufgehoben, da nur eine gestreifte Sofen, ohne Kopfbededung. Mitteilungen werden an die Berbraucher tatastrophalen Regelung in einem Augenblid, wo Berlegung der Ordnungsvorschriften, nicht Steuerhinterziehung andie Erbitterung über die Rückständigkeit aller Papiermartentlohnun- genommen wurde. In der Berufungsverhandlung bestriit Schien gen einen denkbar höchsten Grad erreicht hat. Wie denkt sich denn wiederum, eine Steuerhinterziehung beabsichtigt zu haben. Er beder Magistrat die praktische Ausführung? Glaubt er, daß Mahnun- hauptete, daß es ihm nur darauf angekommen sei, Banderolen zu gen( im Bassus wegen des Zahlungsverzuges) dem leeren Geld- behörde dagegen stand auf dem Standpunkt, daß für die über das erhalten, da er sein Kontingent überschritten hatte. Die Steuerbeutel irgend etwas anhaben? Run, wenn der Magistrat so über- Rontingent bezogenen Banderolen ein erheblicher Zuschlag hätte gezeugt von der Notwendigkeit seiner Regelung ist, so muß er vor zahlt werden müssen. Die 9. Straftammer verurteilte Schien im allem auch dafür sorgen, daß die Borbedingungen dafür schnellstens Gegensatz zu dem Borderrichter nur zu einer Ordnungsstrafe geschaffen werden, nämlich eine wertbeständige Wäh- pon 300 Mart, in Worten: dreihundert Marf. Ja, rung und eine wertbeständige Entlohnung. Bis da Ordnung muß sein. Hoffentlich hat der Verurteilte auch noch drei hin muß gefordert werden, daß bei der Einziehung der Beiträge Hundertmartscheine. Vielleicht fann er anderenfalls mit" Sach- in Japan betroffen hat, mehr als 3000 Personen er die größte Rüdsicht obwaltet. merten", z. B. einem halben Streichholz oder ähnlichem diese Ordnungsstrafe" bezahlen. Der Zentralflughafen auf dem Tempelhofer Feld. Eröffnung am 8. Oktober. Der Kontorlehrling als Lebemann. er Die Freie Schulgemeinde Charlottenburg ladet alle Eltern und Grziebungsberechtigten zu einer Bersammlung ein. die morgen, Mittwoch, den 19. d. W., abends 7%, br, in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, indes. Die Versammlung wird umrahmt durch die Mitwirkung des Schillerstr. 26, stattfindet. Der Psychopädagoge Juftus- Bopp spricht über: Die Einigkeit der Eltern in der Erziehung ihres Frauenchors Frohsinn" M. d. A. S. B. Taifunschäden in Japan. Aus Kobe wird durch Funkspruch gemeldet, daß während eines Taifuns, der die Stadt Tittori trunten und Tausende von Einwohnern obdachlos geworden sind. Der Schaden werde auf etwa 10 Millionen Dollar gefchäzt. Mehrere Flüsse sind über die Ufer getreten und mehrere Dörfer sind durch die Ueberschwemmung zerstört worden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die neuen Beiträge. Der Bezirksvorstand hat in seiner Sigung vom 17. September folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Bom 15. Eeptember 1923 an find für das Duplitat 2. Bgm 3. Quartal 23/24 an beträgt der Preis der Monatsmarke für Erwerbslofe 10 000 m. Dieser Betrag wird Ichon bei der Abrechnung für das 3. Quartal erhoben. Ein 160- Milliarden- Defraudant wurde von der hiesigen KrimiDer 8. Oftober dieses Jahres wird für die Geschichte des Luft- nalpolizei unschädlich gemacht. Bo: ungefähr 14 Tagen erhielt der verkehrs der Reichshauptstadt sowie der Republit von besonderer 22 Jahre alts Kontorlehrling Friß Seegarbel von der Bedeutung sein. An diesem Tage soll, wenn feine unvorhergesehe- Sprit- und Brauhaus- A.- G. in Memet den Auftrag, 160 Milliarden nen Zwischenfälle eintreten, der Zentralflughafen auf dem Tempel- wegzubringen. Der junge Mann steckte das Geld in seine Tasche hofer Feld dem Luftverkehr übergeben werden, und zwar im und fuhr damit zunächst nach Kowno, wo er sich in einem der Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung der wissen besten Hotels aufhielt. Dann fuhr er nach Berlin. Hier stieg er schaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, die vom 5. bis 8. Oftober in in einem Hotel in der Friedrichstraße ab, besuchte zahlreiche BerBerlin stattfindet. Der Bedeutung des Berliner Flughafers ent- gnügungsstätten" und war bald als Lebemann bekannt. Nicht einer Mitgliedstarte 40 000 m. und für ein Mitglieds bu ch sprechend, werden die namhaftesten Vertreter der deutschen Luft- nur mit deutschem Gelde, sondern auch mit Devisen war fahrt neben Vertretern des Reiches, der Länder und der Stadt äußerst freigebig. Auf seinen Rundfahrten durch die Nachtlokale 120 000 m. von den Mitgliedern zu entrichten. daran teilnehmen. Die Arbeiten auf dem Tempelhofer Feld find fam er auch nach dem Auguftfeller, wo er sich auf Dolla: Mark zum größten Teil beendet. Das Verwaltungsgebäude mit lieh. Beamte, die auf ihn fahndeten, famen ihm auf die Spur und feinen Räumlichkeiten für Fluggäfte, Flugleitung, Luftpolizei, Boll, nahmen ihn fest. Ueber die Hälfte des unterschlagenen Geldes Boft und Sanitätsmannschaften sowie zwei große Flug hatte er bereits durchgebracht. In seinem Besize befanden sich noch zeughallen, die insgesamt zwölf modernen Berkehrsmaschinen 143 Dollar, 33 englische Pfund und mehrere norwegische und Raum bieten, sind fertiggestellt, desgl. Lagerräume für dänische Kronen sowie 400 Lat. In seinem Hotel wurden noch Brennstoffe, Materialien und eine Werkstätte für fleinere fehr teure Anzüge und andere fleine Etüde, die er sich von dem Reparaturen. Nur an der Einebnung des Blazes, die besonders Gelbe gekauft hatte, beschlagnahmt. forgfältig vorgenommen wird, find noch 250 Erwerbslofe tätig. Es hatte sich als notwendig herausgestellt, den schweren Sandboden des Tempelhofer Feldes, der sich für ein gutes Starten und Landen als menig geeignet erwiesen hat, mit einer dichten Grasnarbe zu befäen. Entsprechend den behördlichen Vorschriften beträgt der Umfang des Blazes einen Quadratkilometer, darüber hinaus sind noch rundherum 300 Meter Freifläche. Die ganze Anlage ist vorläufig nur als Notbehelf gedacht, bis das Städtebauamt seine Entscheidung über die endgültige Gestaltung des Tempelhofer Feldes getroffen haben wird. Erst dann sollen massive Baulichkeiten, 3ufahrtstraßen usw. errichtet werden. Straßenbahn 2 Millionen. In der geftrigen Aufsichtsratssigung der Straßenbahn wurde der Tarif neu geregelt. Won heute ab tostet der einfache Fahrschein awei Millionen Mart, der Umsteigefabrichein 2,2 Millionen, der Kinderfahrschein 1 Million und der Umsteigefahrschein auf die Hochbahn 3 Millionen Mark. Die Allgemeine Berliner Omnibus- Gesellschaft hat den Preis für die Teilstrecke auf 2 Millionen, den Fahrpreis für die ganze Strede auf 2 Millionen Mart festgesetzt. Der bemogelte Taucher. Krankenkassen und Apotheken! 3. Für den Monat September hat jedes männliche Mitglied außer den bereits geklebten 750 000 m. noch eine Ertramarfe von 500 000 m. und jedes weibliche Mitglied außer den bereits geklebten 300 000 m. noch eine Extramazte für 200 000 m. zu Pleben. Wo bereits in den Unterbezirten für September tassiert worden ist, können die Beträge für diese Marten bei der nächsten Kassierung miterhoben werden. 4. Bom 1. Oftober, also von der 40. Woche an, werden Marken he: ausgegeben, auf denen nur die Wochenzahi aufgedruckt ist Der Breis der einzelnen Marke wird von Zeit zu Zet bei notwendigen enderungen befanntgegeben. Der Beitrag für die 40. Woche wird erst später beschlossen. 4. September 1923 aufgeführten auch die Beitragsmarken für 5. Bis Ende Septembe: sind außer den im Vorwärts" orm Männer zu 2500 M. und die für Frauen zu 1000 m. einzuziehen und mit der Abrechnung vom 2. Quartal 23/24 abzuliefern. Die außerordentliche Geldentwertung der letzten Wochen hat, wie schon frühe: an dieser Stelle erwähnt worden ist, zu einer rise in der Arzneiversorgung der Kaffen mit Reiche sind nicht mehr in der Lage, Arzneien auf Kredit zu veraglieder geführt. Die Apotheken sowohl in Berlin wie im folgen. Sie selbst müssen ihre Lieferanten täglich nach dem Stande des Dollars bezahlen und erleiden bei Bahlungsaufschub durch das dauernde Fallen de: Mark große Verluste. Da die Rranfenfassen ebenfalls durch die Entwerfung des Geldes in eine mißliche Lage versezt sind, können sie ihrerseits die Apothekerrechnungen nur verspätet begleichen. Die eingehenden Beträge reichen bei weitem nicht aus zur Ergänzung der Warenvorräte und zur Deckung der Unkosten in den Apotheken. Aus diesen holten Beratungen und eingehenden Verhandlungen mit den Gründen haben die Berliner Apotheker nach wiederKrankenkassen beschlossen, von Mittwoch, den 19. September, ab auch Krantentassen Berordnungen 9., nur gegen Barzahlung anzufertigen, falls durch die Hilfe der Regierungsbehörden nicht eine der heutigen Zeit entsprechende Zahlunsweise geschaffen wird. Da es für viele Bersicherte unmöglich sein wird, die Preise für Medikamente, die oft in die Millionen gehen, bezahlen zu fönnen, tommt das einem Zusammenbruch des Opfern doch noch die Mittel für Arzneien aufbringen, wissen nicht, Gesundheitswesens gleich. Die Kaffenpatienten, die unter großen Preise und Löhne. Ber wagt es, Rittersmann oder Knapp, zu tauchen in diesen Ber wagt es, Rittersmann oder Knapp, zu tauchen in diesen Schlund? Wer mir die goldene Uhr fann zeigen, zehn Mil. lionen find sein eigen! Der Rittersmann, nämlich der Bademeister 3., hatte aber feine Traute oder mar zu bequem, um nach der Uhr zu tauchen, die der Hausbesizer Wilhelm G. unachtsam in das Schwimmbaffin einer Flußbadeanstalt beim Plänter- Lebensmittelpreise in der Naturbutter. wald fallen ließ. Er beorderte ein paar Badetnappen und versprach Zentralmarkthalle am 17. 9. Schmalz sechs Millionen dem, der die Uhr dem schwarzen Mund entreißt. Sanft und fed meldete sich der jugendliche Hans Arendsen aus Treptom, und bald schwang er in seiner Linken die goldene Uhr nnt freudigem Winten. Der Bademeister aber will nun die zehn Millionen nicht herausgeben. Das ist doch höchst unritterlich, fich von einem Knappen beschämen zu lassen. So denkt auch die Kriminalpolizei, bei der jetzt die Sache hängt. Hinterlassenschaften verstorbener Krieger. ( in tausend Mark) Rindfleisch m. Kn.. 20000-24000 ohne Kn. 24000-28000 Hammelfleisch Kalbfleisch. Lebende Aale Hechte. Schleie. Karpfen Hechte in Eis. Bleie do. Das Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Krieger- Schellfisch gräber in Spandau, das auch die Aufgabe hat, die Hinterlassen- Kabeljau schaften verstorbener ehemals feindlicher Soldaten in das Aus- Grüne Heringe 40000-45000 22000-25000 16000-20000 600-700 900-1000 600-1800 16000-21000 . Margarine 1 Ei Weißkohl. Wirsingkohl. Rotkohl 1600 20000-24000 • 18000 20000 12000-13000 14000-15000 15000 16000 Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) 8000-10000 Maler vom 17. bis 22. 9.. 253 000 6000-8000 Kartonnagenindustrie v. 2000 3000 2000-2400 14. bis 20. 9. Privatelektrizitätswerke vom 10. bis 16.9.. 248 400 240 396 3. A.: A. ex Pagsis. 9. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, den 19. September, Deffentliche Bersammlung bei Nohr, Wilmersdorfer Stadtpart, Kaiser- Allee 51/52, abends 7 Uhr. Tagesordnung: Mieterrecht und drohender Abbau des Micterschutes. Referent: Gen. Landgerichtsrat Ruben. Möglichst zahlreiches Erscheinen erforderlich. 10., 11 12. Areis: Die Beamten- und Angestelltenersammlung ist vont 15. Kreis. Areisvorstandsfihung mit den Delegierten zum Bezirkstag und 21. au den 28. b. m. verlegt. Nähere Nachricht später. ben Raffierern am Dienstag, den 18. September, in der neuen Echule in Niederschöneweide, 7½ Uhr abends. 2. Kreis Tiergarten. Mittwoch 7 Uhr Kreismitgliederperfommlung. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag. Vorschläge. Neuwahl des Bezirks. vorstandes. Bezirksführer faben ein. 5. Rreis Friedrichshain. Erweiterte Rreisvorstandsfisung am Mittwoch, den 19. September, 7 Uhr, bei Rofin, Gubener Str. 19. Mittwoch, den 19. September, 247. Gemeindeschule, Rigaer Str. 82, 7½ Uhr Große Elternverfammlung. Thema: Dez Rampf um die Bärenfiebel." Refe= rent: Lehrer Hans Giefefer. Um regen Besuch wird gebeten. 7. Areis Charlottenburg. Morgen, Mittwoch, den 19. Geptember, abends 7% Uhr, in der Aula des Schiller- Realgomnafiums, Schillerstr. 26, Berjammlung der freien Schulgemeinde. Bortraa: Die Eininter in der Erziehung ihres Kindes." Referent: Pincho Bädagoge Serr Justus Bopp, unter Mitwirkung des Frauendors Frohsinn". 20. Rreis Reinisenborf. Mittwoch, den 19. Geptember, 7 Uhr, im Sigungs. faal des Rathauses Reinickendorf- Ost, Hauptstr., Sigung des erweiterten Preisvorstandes. Jede Abteilung muß vertreten fein. 12. Areis Steglig, Sichterfelbe, 2antwig. Bichtige Sigung des Areisvor standes und der Bezirkstagsdelegierten Donnerstag, den 20. September, 7% Uhr, an belannter Stelle. Heute, Dienstag, den 18. September: 18. bt. 7 Uhr Zusammenkunft aller Genoffen, die in der Rommune tätig fein wollen und schon tätig sind, bei Müller, Uferste. 12. Morgen, Mittwoch, den 19. September: 8. st. Zu der am Mittwoch, den 19. September, in den Arminiushallen, Bremer Straße, stattfindenden Mitgliederversammlung( Stellungnahme zum Bezirksvertretertag, 23. September) treffex sich die Genossen 6 Uhe Bahnhof Bülowstraße. Abmarsch 6½ Uhr. 22. 71 Uhr bei Sönisch Gigung ber fommunalen Rommiffion. Bor trag des Gen. Drews. Alle mit tommunalen Aemtern betrauten Genoffinnen und Genossen und solche, die in der Rommune tätig fein wollen, werden um Erscheinen gebeten. Gleichfalls die Ordnerschaft. 28.' bt. Extrazahlabend für die Stadtbezirte 244-245, Wahl der Bezirks. führer, 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. 31. bt. 7% Uhr zusammenkunft sämtlicher Mieterräte bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. 82. Abt. Steglig. Die Mitgliederversammlung wird um 8 Tage verlegt. 92. Abt. Neukölln. 7½ Uhr Funktionärversammlung bei Wolf, Kaiser- FriedrichStraße 173. Erscheinen Pflicht. Abrechnung. 116. st. Lichtenberg. 7 Uhr Bibliothek, Weichselstr. 28. Funktionärsigung der Betriebsvertrauensleute und Parteifunktionäre. 121. Abt. Karlshorst. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Fürstenbad", Adalbertstraße. Thema: Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft". Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 19. September: 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr Luisenschule Goßlerstraße. Vortrag der Genoffin Baar über: ,, Die Tätigkeit der Frauen in der Organisation." 85. Bot. Tempelhof. 8 Uhr bei Buse, Werder, Ecke Kaiser- Wilhelm- Straße. Vortrag des Genossen Briniger über: ,, Die Frau und der Sozialismus." Uebermorgen, Donnerstag, den 20. September: 37. t. 7 Uhr Kommunale Kommission. Wohlfahrtsamt Rigaer. Str. 103, Bimmer 39, Vortrag. 1 holländ. Gulden 1 argent. Pap.- Reso 1 belgischer Frant. 1 norweg. Krone. 1 dänische Krone 1 schwedische Krone 1 finnische Mart 1 japanischer Yen. 1 italienische Lire 1 Pfund Sterling 1 Dollar . 1 französisch. Frank 1 brasilian. Milreis Vorträge. Vereine und Versammlungen. 1 Schweizer Frant 1 spanische Beseta Neichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands. Gauverband Groß- 100 österr. Ser.( gest.) Berlin.( Verband der Laubenkolonisten Berlins u. Umg.) Dienstag, 18. Geptember, abends 7 Uhr, im großen Gaal des Gewerkschaftshauses, Engelufer, 1 tschechische Krone Versammlung aller Kolonien der Berliner Landpachi- Genossenschaft: Be 1 ungarische Krone sprechung und Festlegung der neuen Jahrespachtpreise, wichtige Beschluß- 1 bulgarische Lewa fassung über die Geschäftsführung. Jede Kolonie muß durch den Bachtkassierer und ein Vorstandsmitglied vertreten sein. Um Weiterverbreitung wird gebeten. 1 jugoslaw. Dinar GL Amtliche Devisenkurse. 17. September KäuferBerkäufer ( Geld-) Kurs 51870000 42892500 • 3551100 64339000 ( Brief-) Kurs 52170000 48107500 6284250 6315750 21147000 21253000 23740500 23859500 35112000 35288000 3568900 64561000 5814500 14. September Käufer ( Geld-) Kurs 35511000 29326500 4309200 14568500 16359000 23940000 2394000 48391250 3970050 Berkäufer ( Brief-) Rurs 29473500 4330800 14686500 Preußische Verwaltungsreform. Bon Dr. Carl Herz( Spandau). Die preußische Verwaltungsreform ist nicht nur eine preuBische, sondern eine deutsche Frage. Sie ist nicht eine Frage zweiten Ranges, die nur den Verwaltungsspezialisten inter35689000 effiert, sondern stellt ein Zentralproblem par, das nach allen Richtungen bis ins Gebiet der Außenpolitik Auswirkungen hat. Es ist ein verhängnisvoller Fehler der meisten Parla16441000 mentarier, die Bedeutung der Verwaltung zu unterschätzen 24060000 und fich einzubilden, mit der Durchbringung eines Gesetzes sei 2406000 bereits der gewollte Erfolg sichergestellt. Mehr als der Geist 43608750 des Gefeges bestimmt der Geist der Verwaltung die staatlichen 3989950 Einwirkungen auf das wirtschaftliche und das soziale Leben. 598500000 601500000 408975000 411025000 Läßt man die Verwaltung unverändert, so wird keine Demo90626000 fratisierung der staatlichen Spize die zwischen Bolt und Staat 5253100 gefühlsmäßig bestehende Spannung beheben können. Schon 9022500 Marr hat aus dem Berlauf der Revolution von 1848 die richtige Erkenntnis entnommen, daß eine Revolution scheitert, 128320 wenn sie nur die höchfte politische Spitze reformiert, aber die 2706750 Unterlage dieser Spike, die alte Bureaukratie, unangetastet 4812 läßt. 5785500 131869500132530500 7581000- 7619000 129675000 130325000 23541000 17755500 187530 28659000 17844500 188470 3990000 4010000 7182 7218 1276800 1283200 1416450 1423550 Arbeiter- Sport Frauen und Schwimmsport. Unsere heutigen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse laffen die Frauen schon frühzeitig den ganzen Ernst des Lebens fühlen. Stellt schon die Schulzeit hohe Anforderungen an die Jugend, so finden wir in den Jahren, die erst die eigentliche Entwicklung und den Aufbau der menschlichen Organe bringen sollen, viele Mädchen bereits mitten im Kampf ums Dasein. In staubigen Schreibftuben und in giftgeschwängerten Fabriksälen werden sie, gleich den Männern, von dem Moloch Kapitalismus" ausgesaugt, auch die Frauen und Mädchen der besiglosen Klasse müssen schon frühzeitig auf die Freuden der Jugend verzichten lernen. Bon allen Sportarten ist nun das Schwimmen, ohne den Wert der anderen Leibesübungen zu verkennen oder deren Verdienste zu verkleinern, ohne Zweifel die gesündeste Leibesübung. Kein anderer Sport vereinigt in sich so nugbringende und angenehme Eigenschaften wie gerade der Schwimmsport. Nicht nur die Arm- und Beinmusfeln treten in Lätigteit, sondern auch die Bauch- und Rücken muskeln. Die Tätigkeit der Arme beim Schwimmen wirkt auf den ganzen Oberkörper ein, die Brust dehnt sich, auch die Lungen können fich ausdehnen, sie werden hierdurch erweitert und gekräftigt. Auch die Tätigkeit der Beine fommt nicht nur diesen, sondern dem ganzen Unterförper zugute, hierdurch erfahren nun wiederum die Unter leibsorgane eine gesunde Kräftigung; darum ist das Schwimmen für das weibliche Geschlecht von großem gesundheitlichen Wert. An unsere Frauen und Mädchen ist ein fräftiges Mahnwort am Blaze, um ihnen zu zeigen, wie bringend nötig es ist, daß auch das meibliche Geschlecht mehr als bisher ernsthaft Schwimmsport treibt, denn gerade das Schwimmen bietet ihnen durch seine kräftige Einwirkung auf die Organe die denkbar größten Borteile. Eine falsche Brüderie ist es oft, die viele Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts abhält, fich der gesündesten aller Leibesübungen hinzugeben. Oft hört man sagen: Nein, das paßt sich für mich nicht, das ist unanständig." Warum paßt sich das nicht, warum ist das unanständig? In den Frei- und Familienbädern tummeln sich heute unendlich viele Frauen und Mädchen, mit Recht nimint niemand mehr an dem gemeinsamen Baden beider Geschlechter Anstoß, abgesehen von einigen Sittlichkeitsschnüfflern, die am liebsten auch den Figuren auf her Schloßbrüde Badehosen anziehen möchten. Die falsche und lächerliche Scham haben Frauen und Mädchen hier endlich überwunden, warum nehmen sie nun noch immer Anstoß an dem Sport betrieb der Schwimmvereine? Falsche Scham sollte feine Frau und fein Mädchen abhalten, zum Schwimmsport zu fommen, denn nichts liegt einer echten und rechten Schwimmerin ferner als ein Verstoß gegen die Sittlichkeit, fie steht, nach meiner Meinung, turmhoch erhaben über solche Lächerlichkeiten. Hier darf die Meinung der Sittlichkeitsapostel nicht maßgebend sein. Hier muß es heißen: Es handelt sich um meine Gesundheit und um die Gesundheit meiner Kiaffe." Aus diesem Grunde nun endlich hinweg mit allen fleinlichen Bedenken. Auskunft und Mitteilung über die lebungsabende unserer Schwimmvereine gibt Genosse C. Fenste, Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 44. Noch einmal: Ruffische Fußballer in Berlin"! Ein Sportgenosse schreibt uns: Hurra! Berlin hat seine Sensation. Die Ruffen in Berlin. Go hallt es uns aus den und zwar nicht nur fommunistischen Zeitungen entgegen. Auch mir bot sich die Gelegenheit, einem Spiel der Ruffen gegen eine fombinierte Nordfüdmannschaft der Arbeiter Fußballer beizuwohnen. Offen gestanden, furdytbar enttäuscht verTieß ich den Sportplak. Allerdings, wenn man von dem Standpunkt ausgeht, Zweck des Sportes fei es, über den augenblicklichen Gegner zu triumphieren, so hätten die Ruffen voll und ganz das Lob der Berliner Morgenpost" verdient, die der Meinung ist, eine so gute Mannschaft wäre seit Jahren nicht in Berlin gewesen, denn wie sagt man doch im Sport- Jargon- fie repräsentiere hohe Klasse. Gönnen wir den Russen die Anerkennung der bür gerlichen Presse; denn gleich und gleich gefelt fich gern" befagt ja schon ein altes Sprichwort. Aber, aber, liebe" Rote Fahne" mit Arbeitersport hat dieses Theater nichts gemein. Aufgabe des Arbeitersports ist nicht die 90174000 5226900 8977500 15960000 11970000 127580 2693250 4788 897750 977550 16040000 12030000 munistische Parteiveranstaltungen, die zur Abwechslung auch einmal sportlich aufgezogen waren, feinen Lesern mitzuteilen und ihren Besuch zu empfehlen, kann ihm wohl selbst ein ehrlicher Rommunist nicht verdenken. Im übrigen müssen die Beschwerden schon von anderer als tommunistischer Seite fommen, um in den vorurteilsfreien Kreifen unserer Sportgenossen beachtet zu werden. Fußballresultate vom Sonntag. man 902250 Die preußische Bureaukratie befißt ein zähes Leben; sie 982450 hat alle Katastrophen des preußischen Staates seit einem Jahrhundert überdauert. Der Behördenaufbau ist seit einem Jahrhundert in feinen Grundfesten fast unverändert geblieben. Nur widerwillig hat man Konzessionen gemacht, die mehr der Form als der Sache nach die Feudalverfassung des platten Landes beseitigten. Es ist in der breiten Deffentlichkeit nicht bekannt, daß der preußische Staat die komplizierteste Organifation von allen europäischen Staaten besitzt. Die gesamte preußische Verwaltung bietet in ihrer organisatorischen Gliederung, in der Verteilung der Zuständigkeiten, in der Abgrenzung zwischen Staatsverwaltung und Selbstverwaltung ein Bild der Syftemlosigkeit und Zerrissenheit. Neue Rechtsgedanken stehen unvermittelt neben Ueberresten aus längst vergangener Zeit, große Gebiete der Verwaltung braucht nur an das preußische Schulrecht zu denken find Bei herrlichem Better gingen vorgestern programmäßig die nifterialverordnung eine Gestaltung erfahren, deren Unnatur überhaupt gesetzlich ungeregelt und haben im Wege der MiSpiele vonstatten. In der Abteilung A des Südwestbezirks ge- auch durch jahrzehntelange Tradition nicht besser geworden ist. wann Neukölln Brig sehr hoch mit 8: 1 gegen Zoffen. Die zweiten Mannschaften spielten 10: 0 f. N.-B. Die dritte Mann- Ueber die Behandlung der Selbstverwaltung in Preußen schaft spielte gegen die unvollständige Mannschaft von Lankwiz braucht man fein Wort zu verlieren. Kein Geringerer als und siegte 15: 2. Lanfmit I fonnte gegen Nowares I ein Un- Miquel hat das Wort geprägt, daß die Selbstverwaltung in entschieden herausholen. 0: 0 war hier das Ergebnis. Die zweiten Preußen eine Lüge ist. Mannschaften beider Vereine spielten 5: 1 für Nowawes. In Abteilung Re, R. I vergeblich auf Lud. II. Wilmersdorf und Hat die Revolution eine Verbesserung gebracht? Man Steglitz trennten sich ebenfalls mit einem Unentschieden 1: 1 Re- braucht die Frage nur aufzuwerfen, um sie zu verneinen. Obfultat. Die zweite Mannschaft von W. fonnte Steglitz zweite jektive Beurteilung muß sogar zu der Feststellung führen, daß mit 4: 1 abfertigen. In Abteilung B siegte Teltow nach über- die Reibung der einzelnen Teile stärker, der Leerlauf größer legenem Spiel 3: 1 gegen Luckenwalde III. Ueberraschend tommt geworden ist. Zu den preußischen Ministerien, die übrigens der Sieg Schönebergs gegen Rüftig Vorwärts mit 2: 0. Letztere nach meiner Auffassung eine Zusammenlegung vertragen fönlegten Brotest ein. Bei den zweiten Mannschaften fiegte R. V. mit nen, find groß angelegte Reichsministerien getreten, die start 4: 1. In Abteilung D fommt der 5: 3 Gieg Berolina gegen nach Ausdehnung streben. An der Spize der preußisch- deutStern Marienfelde etwas überraschend. Desgleichen wurde M. schen Zentralverwaltung stehen heute zwei riesenhafte miniS. C. mit 5: 1 von Fortuna Lichterfelde hineingelegt, obgleich sterielle Behördentonglomerate, die häufig genug gegeneinM. S. C. vor Halbheit überlegen war und das erste Tor erzielte. ander arbeiten. Dieses Spiel und Gegenspiel innerhalb der Nur dem Umstande, daß de: Verteidiger M. G. C. turz nach Halbzeit verletzt wurde, verdankt Fortuna den hohen Sieg. halb zeit 1: 1. Weitere Resultate: Teltow III R. e. R. 0: 7; Memannia I. Teutonia 1 1: 1; Fichte- Gef../. Pankow 08 0: 5; Gtvalau./. Lustig Fidel 3: 2. Die Bortämpfe im AABD. Am Freitag fanden in Geiß Festfälen, Spandau, Schühenstr. 2-4, die ministeriellen Bureaukratie wird um so schlimmer, als die Berwaltungspolitit der Nachkriegszeit die verhängnisvolle Tendenz zeigt, alle entscheidende Gewalt in das Stockwerk der obern Instanz zu verlegen. Das alte Preußen war ein Produkt dynastischer Eroberungspolitik und gebrauchte daher eine zentralistische Verwaltung, die sich als zusammenhaltendes ersten Ausscheidungskämpfe für den Bogwettstreit des 4. Kreifes des Band um die ihrer sozialen und kulturellen Struktur nach sehr AAB D. ftatt. Der starte Besuch der Beranstaltung zeigte, daß auch der verschiedenartigen westlichen und östlichen Provinzen legte. Bogiport in der Arbeitersportorganisation gern gesehen wird. Die Rämpfe gingen über 5 Runden in 2 Mlin. mit 8 Ungenhandschuhen. In Bantam Aber dieser bureaukratische Zentralismus ist der Tod jeder gewicht mußte Schmidt, Berl. Bor- Club 19, den Kampf bereits in der 2. Runde Demokratie, fezt an die Stelle der Selbsttätigkeit der Bevölke gegen den technisch überlegenen Rud, Nord- West, aufgeben. Annast, 1. Spanb. Bog- Club, fonnte feinen Gegner Weber, Stoaftsport Spandau, no rung die bureaukratische Befehlsgewalt und läßt daher die auf hartem Kampf über 5 Runden nur knapp nach Buntten schlagen. In den der breiten Masse des Volkes beruhende Selbstverwalhetben folgenden Sämpfen fonts Stöter Modeft, ber Borowski, tung nicht zur Entfaltung fommen. Den gesetzgeberisa Kampf nach Bunkten gewinnen. Im Weitergewicht fämpfte Beitner, schärften Ausdrud findet der Zentralismus der preußischen Belhalla, hart über 5 Runden mit Beiz, Eberswalde( Beltner Bunktsieger). Verwaltung in dem Entwurf der neuen Städteordnung. An den früheren Profeffional Otto& int, Walhalla, aufgeben. Auch in den zahllosen Stellen bricht trotz der die Absicht verdeckenden juSchulze, Nord- Ost, mußte den Kampf bereits in der ersten Runde gegen nächsten Stämpfen fonnte fich Rißmann, Eberswalde, gegen G du 13, Siegfrieb 09, und Stiefe, BBC. 19, gegen Weftphal, Eberswalbe, im Sat: ristischen Formulierung die tiefe Abneigung der Ministerialfcheidungskämpfe finden am Freitag, den 21. September, 8 Uhr, in Tempels waltung durch. Sieht man von einigen unbedeutenden Verschwergewicht durch Aufgabe vor dem Rnodout retten. Die nächsten Aus bureaukratie gegen den Geist einer demokratischen SelbstverFestfälen, Friedrichsfelde, Prinzenallee 30, statt, wo weitere gemeldete Rämpfer und die Sieger aus obigen Rämpfen starten. besserungen und einer Anzahl sehr wesentlicher, versteckt gegen die Arbeiterschaft gerichteter Berschlechterungen ab, so hat man lediglich die bisher in Einzelgesehen zerstreuten organisatorischen Bestimmungen des reaktionären preußischen Städterechts unter Aufrechterhaltung ihrer fachlichen Verschiedenheit Giegfried 09 und Wodtke Rnodout itber Schulz, Giegfried 09, nur den fügung. * Bogkursus. Am Montag, den 24. Geptember, beginnt in der Bogabteilung der Sport!. B. ,, Nord- Oft", Turnhalle Chriftburger Str. 7, ein Bogfurfus, regelmäßig Montags 7-9 und Mittwochs 8-10 Uhr. Anmeldungen können Dienstags und Freitags erfolgen. Eine befondere Gebühr wird nicht erhoben. In dem Kursus wird unter besonderer Berücksichtigung der Gymnastit eine systematische Einführung in den Borsport geboten werden. in einem Gesetze zusammengefaßt. Es handelt sich also um Eandsad, Bunchingball, Brausen usw. stehen den Sportsgenossen zur Ber- eine nur äußerliche Zusammenfassung, die von feinem neuen Grundgedanken getragen ist. In der Tat läßt die Begründung Berlin- Bremen, Am Sonntag, den 23. September, findet auf zu dem Entwurf feinen Zweifel, daß man eine grundlegende dem geschlossenen Borussia- Sportplag in Reinidendorf, hinter dem Reform nicht will, weder eine Reform der Selbstverwaltung Rathause, ein Städtepropagandawettspiel Berlin( RFC. Borussia) noch eine Reform der Staatsverwaltung. Die Verschmelzung Bremen( Freie Turnerschaft I), Anfang 4 Uhr nachmittags, ftatt. Der Regierungen mit den Oberpräsidien wird abgelehnt und Das erste Spiel, in Bremen tonnte Bremen 4: 2 für sich entscheiden. Bremen verfügt über eine gut eingespielte und technische Mannschaft die Uebertragung der englischen Selbstverwaltung auf Breußen und ist in 17 Spielen als Sieger hervorgegangen. Boruffia in soll als„ rein mechanische Nachbildung für den jungen preustärkster Aufstellung wird alles dahin geben, um seine Farben sieg Bischen Parlamentarstaat undenkbar sein" schon historisch reich zu vertreten. Borher, 1 Uhr nachmittags, findet ein hoch eine falsche Behauptung, da die englische Selbstverwaltung interessantes Jugendwettspiel zwischen Südwestbezirt tomb. und Bo- ideell auf demselben Boden steht wie das alte deutsche Geruffia I statt. Darauf folgend ein Hodeispiel 2,15 Uhr nachmittags nossenschaftsrecht und die liberale Dottrin des 19. Jahrhun zwischen Freie Turnerschaft Schönholz und ATA. derts von diesen Gedankengängen erfüllt ist. Mit dieser ablehnenden Haltung gegen jede grundsähliche Beim Abturnen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirt Reform der preußischen Berwaltung und die preußische Heranbildung von Kanonen, die dann in der Welt herumgondeln, Often, wurden trotz der schlechten Bodenverhältnisse des Plates Verwaltung wirkt auf das übrige Deutschland bestimmend ein fich überall belobhudeln lassen, wochen- ja monatelang der Heimat in der Normannenstraße folgende Leistungen erzielt: und somit jeder produktiven Arbeit fern, sich ernähren und Kapital 100- meter- Lauf: Männer 12% Get., Frauen 14% Set., Jugend darf sich die Sozialdemokratische Partei weder vom demodaraus schlagen, weil sie nun zufällig über mehr Muskeltraft und 12% Get., Knaben 15 Get., Mädchen 15% Get. Weitsprung: Männer fratischen noch vom finanziellen noch vom verwaltungstechni Schnellfüßigkeit verfügen als ein anderer. Der Arbeiter, er treibt 5,45 m, Frauen 4,04 m, Jugend 5,30 m, Anaben 4,08 m, Mädchen 3,56 m. Sochsprung: Männer 1,41 m, Frauen 1,25 m, Sugend 1,41 ma. schen Standpunkt aus einverstanden erklären. Es bedarf nicht nicht Sport, um über seinen Bruder herauszuragen, sondern um leuberball: Männer 29,10 m, Jugend 26,40 m.-Rugeltoßen: der Ausführung, daß ein vor mehr als 100 Jahren von eine BaIlmeitwerfen: einen gewissen, der Gesundheit dienlichen Ausgleich zu erzielen, 7½ kg: Männer 7,84 m; 5 kg: Jugend 8,22 m. feinen Lungen auch etwas reinere als die in den Werkstätten vor Männer 49% Get., Jugend 48% Sct., Frauen 59% Get. Frauen 36,50 m, Snaben 41,50 m, Mädchen 25,80 m.- 4X100.m.Gtafette: Dynastie zu machtpolitischen Zwecken geschaffenes Vermaltungsinstrument zur Meisterung der völlig anders gearteten handene Luft zuzuführen, der Arbeiter treibt Sport, um seinen Körper zu stählen und weil er erkannt hat, daß in der Regel in einem Arbeitersport- und Kulturkartell 6. Bezirk Kreuzberg. Seit dem Lokal. Verhältnisse der Gegenwart nicht brauchbar ist. Alles Gerede gefunden Körper der Geist sich besser entwickeln fann. Von diesem wechsel ist es nicht mehr möglich gewesen, eine reguläre Kartelligung stattfinden über Sparsamkeit und Beamtenabbau ist unnüz, wenn man, zu laffen, da auf den inzwischen stattgefundenen Sigungen immer 75 Bros. das heutige Verwaltungssystem mit seinem starren Zentralis= Gesichtspunkt aus betrachtet, muß man den Herren Redakteuren der Organisationsvertreter fehlten. Der Kartellvorstand führt das auf eine der RF." dringend empfehlen, recht viel Sport zu betreiben, dann Boreingenommenheit gegen das Jugendheim in der Alten Jatobftraße gureid mus unverändert läßt. Nur eine Dezentralisation auf Grunddürfte auch ihnen die Erkenntnis bald dämmern, daß nicht alles hat deshalb beschlossen, die nächste Kartelligung am 1. Oktober um lage des Prinzips der Selbstverwaltung fann Leerlauf und 18 Uhr wieder in dem alten Lokal bei gier, Prinzessinnenstraße, Ede BuisenGold ist, was aus Moskau kommt. ufer, stattfinden zu laffen. Alle Kartellvereine werden schon jetzt ersucht, ihre Doppelverwaltung beseitigen und die durch falsche Organise Bertreter auf diefe Gigung aufmerksam zu machen, ferner müssen alle Artion an unproduktive Arbeit gebundenen Kräfte freisezen. Es beitersportorganisationen des 6. Bezirks, die dem Kartell bisher noch fern- gibt sehr vorsichtig urteilende Sachkenner, die der Ueberzeustanden, ihre Bertreter dorthin entfenden. Freie Turnerschaft Wilmersdorf. Sonnabend T½ Uhr im Zurnerheim gung sind, daß man bei richtiger Organisation unser jetziges In eigener Sache. Willi Edlöb. Beamtenheer um die Hälfte herabsehen kann. Im Arbeitersportteil der Roten Fahne geht's wieder heftig gegen den" Borwärts" her. Nachdem man fich fürzlich einen außerordentliche Mitgliederversammlung. angeblichen VSPD.- Genossen verschrieben hatte, der tapfer für die wichtige Mitteilungen find von der Geschäftsstelle abzuholen. Die neuSarn- und Sportverein Fichte", Berlin. Achtung, Frauenturnwarte! Ueber die leitende Idee einer demokratischen VerwalMoskauer Fußballer eintrat, find es jetzt zwei Rommunisten, gegründete Mädchenabteilung des Vereins turnt jeden Dienstag und Freitag der Borsitzende des Arbeitersportkartells, Dehlschläger, und der Vor- von 6 bis 8 Uhr in der Schule Dunderstr. 64. Dortfelbft werden Rinder tungsreform habe ich mich an anderer Stelle eingehend gefigende des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, Lieske, die in der aufgenommen. Mittwoch, den 19. September, Sigung der Berwaltungs- äußert. Hier fommt es mir mur darauf an, die Bedeutung und tommission in der Geschäftsstelle, abends pünktlich 7 Uhr. Tat zu glauben scheinen, daß ihre Angriffe bei den Sportgenossen Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Donnerstag, 7 Uhr, Weinmeisterstraße, Dringlichkeit des Problems aufzuzeigen, und in weiteren Barunferer Partei Unterstügung finden werden. Die lekte sowjet- Sigung der Spiel- und Sportwarte des Vereins. Freitag,% 8 Uhr, Peters teikreisen die Ueberzeugung zu wecken, daß die Partei aus russische Demonstration in Berlin, die unter dem Signum russisches turnfahrt aller Turnerinnen. Treffpunkt 42 Uhr Heidereuther See. burger Str. 4, Frauenausschußfißung. Sonntag, 28. September, Bereins Beairt ihrer bisherigen Bassivität heraustreten und ihre aktive Kraft Fußballspiel" vor sich ging, ist der Anlaß. Der Vorwärts" foll Schöneberg. Die Versammlung am Sonnabend findet nicht bei Lehmann, auf die Umgestaltung der Verwaltung einstellen muß. Eine Einsendungen über dieses Spiel nicht ein einziges Mal veröffentlicht sondern auf dem Dominitus- Sportplah um 8 Uhr statt. Athletik- Sport- Club c. B. Leichtathletik Rudern. Bartei, die Exponent des vorwärtsdrängenden Massenwillens haben, was, wie unsere Leser wissen, eine glatte Lüge ist. Das Männer, Frauen, Jugendabteilung. Jeden Dienstag und Donnerstag Spiel wurde, wie jede andere sportliche Veranstaltung, zwei bis Leichtathletit- und Sandball- Training auf dem sichteplak, Baumschulen, ist, darf fich durch feine noch so großen Schwierigkeiten von dreimal im Vorwärts" mit aller Ausführlichkeit angekündigt, Eichbufchallee. Freitags Sedey- Training auf dem Sportplag des E. u. Gp. einer Aufgabe abdrängen lassen, deren Lösung zur historischen natürlich ohne die üppigen kommunistischen Berzierungen. Daß der Berein Stralau, Goßlerstr. 48. Vertreter der Sockenabteilung: Walter Breck, Reife gediehen ist. Ein Ausweichen und Diplomatisieren wird Baumschulenweg, Baumschulenſtr. 84/85. Geſchäftsstele: Alfred Behrends die Schwierigkeiten nur vermehren und würde das GegenBorwärts" es( ebenso wie der Wedruf") abgelehnt hat, rein tom Berlin B. 87, Binzendorffte. Z 99 Socken Handball r teil bedeuten von e knüpfung an die be Bedürfnis einer fori ner gesunden Realpolitik, die unter An- 'tehenden Verhältnisse das gesellschaftlich« chrittlichen Entwicklung zu befriedigen ge- ana. � willt ist. Klare Stellungnahme durch Aufstellung eines von einer grundsätzlichen Idee beherrschten Venvaltungspro- gramms ist daher für die Partei unerläßlich. Gelingt es nicht, die Verwaltung im demokratischen Sinne umzugestal- iten, wird der jetzt �chon unerträgliche Widerspruch zwischen der demokratischne Idee der Verfassung und der Wirklichkeit der reaktionären Verwaltungspraxis immer schärfere Formen annehmen. Auch auf diesem Gebiete gilt der Erfahrungssatz, daß eine Politik, die nicht rechtzeitig die Ventile öffnet, nur schneller zur Zuspitzung aller Gegensätze und zur Katastrophe führt.____ WLrtsthocst Sörsengewinne. vi» zum Spätherbst 1922 find die Kurse deutscher Aktien, am Dollar gemessen, außerordentlich gesunken. Dann trat eine Wand- limg ein, und in diesem Jahre ist das Kursniveau der Aktien, immer am Dollar gemessen, von Monat zu Monat gestiegen, so daß die Käufe!? deutscher Aktien weit besser daran waren als die vielbe- neideten Besitzer von Devisen. In einer Tabelle(aus der wir infolge Raummmigels nur einige wichtige Ergebnisse mitteilen können. Red. d.»Vorwärts") habe ich für olle an der Berliner Börse vor dem Kriege und jetzt notierten Stammaktien von Gesellschaften, die ein Nominaltapita! von mindestens IlX) Millionen Goldmark(berechnet nach dem Stand der Mark zur Zeit der Ausgabe) haben, oder deren Name mit E, F oder G anfängt, für den 27. Juni 1914, den 28. Februar 1923 und den 31. August 1923 errechnet: das Stammaktienkapital, den Berliner Kurs, den Kurswert de» gesamten Stammaktienkapitals und den Realkurs. Der Realkurs wurde in der Weise fest- gestellt, daß der Kurswert de- gesamten Stammaktienkapitals in Goldmark durch den Nominalwert des gesamten Stammaktienkapi- ttils in G o l d m a r k(berechnet nach dem Goldwert zur Zeit der Ausgabe) dividiert wurde. Die Umrechnung in Goldmark erfolgte über den Dollarkurs. Bor dem Kriege betrug der Nominalwert des gesamten Stammaktien kopitols der 89 in die Untersuchung«inbezogenen Ge- fellschaften 3167,1 Millionen Mark, cm 28. Februar 1923; 13 843,5 Millionen, am 31. August 1923: 16 958,4 Millionen. Es war also bis zum 28. Februar 1923 auflas 4'�fache und bis zum 31. August 1923 auf da».Wbfache gestiegen. Rechnet man aber dos Kapital in Goldmark nach dem Stand der Mark zur Zeit der Ausgabe der neuen Aktien um, so kommt man nur zu einem gesamten No- minalwert(in Gold) von 3640,51 bzw. 3641,27 Millionen Mark; die Steigerung gegenüber der Vorkriegszeit betrug also nur 15 Proz. Der gesamte Kurswert der Aktien aller 80 Gesellschaften betrug am 27. Juni 1914: 5811,00 Millionen Goldmark, am 28. Fe- bruar 1923: 542,35 Millionen Goldmark und am 31. August 1923: 1508,13 Millionen Goldmark. Der gesamte Kurswert betrug also am 28. Februar 1923 in Goldmark nur 9,3 Proz. des Kurswertes vom 27. Juni 1914, trotzdem der Nominalwert des Aktienkapstals in Goldmark inzwischen um 15 Proz. gestiegen war. Von Ende Februar bis Ende Augiist stieg aber der Kurswert(in Goldmark) auffast das Dreifach« und erreicht« damit immer- hin 26,0 Proz. des Vortriegiwert«. Der Realturs der Aktien der 80 Gesellschaften betrug am 27. Juni 1914:-- 183,5 Proz, Setzt man also den Kursstand vom 27. Juni 1914 gleich 100, s» ergibt sich als Index für den 28. Februar 1923: 8,1 und für den 31. August 1923: 22.6. Dr. R. Kuczynski. • Aus der erwähnten Tabelle, deren ausführliche Wiedergabe wir uns versagen müssen, seien folgende Kurssteigerungen in Gold in der Zeit vom 28. Februar bis zum 31. August d. I. hervorgehoben: 28.2.23 31.8.23 Elektrische Hoch« u. Untergrundbahn 8.9 7,8 100 Proz. Deutsche Bank........ 13.2 35,0 166» Hamburg-Amerikanische Paketfahrt. 8,3 25,4 206„ Gelsenkirchener Bergwerk A.«G... 11,4 57,8 407 a «EG............ 14.7 24,8 96 r Gladbacher Wollindustrie.... 27,1 59,7 117 w Badische Anilin- und Sobafabrik. 54,1 122,6 124 m Zuckerfabrik Fröbeln...... 53,8 135,2 133, Feldmühle Papierfahrik..... 29,5 45,4 54, Es ergibt sich daraus, daß der Goldwert der Aktienkurse m der letzten Zeit ganz erheblich gestiegen ist. Das hat letzten Endes feine Ursache nicht nur in der Geldentwertung, sondern auch in der Tat- fache, daß die Industrie erheblich größere Gewinne erzielt, als sie nach außen hin zugibt._ Eine Cflcke ftn Hohnsummenskuergesetz. Uns wird geschrieben: Man hat Handel und Industrie mit einer Kopfsteuer, die das Doppelte des Lohnabzuges für jeden Arbeitnehmer beträgt, be- legt. Sehr richtig! Doch fehlt hier die zweit« Hälfte des Ge- setzes. Die Industrie, die nicht in der Lage ist, die Kopssteu«r. wie die anderen Steuern, auf die Konsumenten abzuwälzen, pariert den ' Schlag mit Arbeiterentlassungen. Würde die zweite Hälfte des Ge- setzes sine allgemeine Arbeitslosenunter st ützungs- st e u e r auf alle Betriebe, die Arb�tnehmer beschäftigen, legen und eine spezielle Kopfsteuer auf jeden entlassenden Betrieb für jeden entlassenen Arbeitnehmer, so würde man zu kalkulieren beginnen, ob es nicht vorteilhafter ist, für einen beschäftigten als einen unbeschäftigten Arbeiter Steuern zu zahlen. Wo steckt da übrigens der so oft zitierte Geist Fichtes, wenn die Großindustrie nicht bereit ist, in diesen außergewöhnlichen Zeiten nach genossener Hochkonjunktur ein paar Monate ohne Verdienst arbeiten zu lassen? Und wenn sie sich zu diesem Opfer nicht entschließen kann, so soll sie wenigstens während der Krisis für die Arbeitskräfte for- gen, die sie vor und nach dieser Zeit zu ihrem Vorteil nutzt. Die Reichsbank ist mit staatlichen Druckaufträgen von Banknoten hin- reichend versehe,». Die Anregung verdient Beachtung. Heute ist es möglich, daß ein Betrieb auf Rohstoffen, die er zur Werterhaliung gekauft hat, auf Devisen und Aktien sitzen bleibt und gor nicht daran denkt, sie zu verkaufen, während er den Betrieb»aus Mangel an Betriebs- Mitteln" stillegt. Mindestens müßte auf dem.Steuerwege«in Druck auf diejenigen Betrieb« herbeigeführt werden, die ohne Not die Werte schließen oder auf halbe Arbeitszeit fetzen. am 28. Februar 1V23: am VI. August 1923: 542.35 3040,61 1508,18 8641,27 14,9 Proz, 41,4 Proz. Erhebung der Einfuhrzölle in Devisen. Der Reichssinanz- minister hat den wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichswirtschafts- rates um die Erstattung eines Gutachtens über die Erhebung der Einfuhrzölle in Devisen ersucht. Der Ausschuß hat sein Gutachten dahin abgegeben, daß Bedenken gegen die Erhebung der Ein- fuhrzölle in Devisen nicht bestehen. Landabgabe. Der Umrechnnngssatz für die Abgab« der land- wirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe (Landabgabe) beträgt für die Zeit vom 19. bis 21. September 1923 einschließlich 21 800 000 für je 1 Goldmark. Täglich neue Kalipreije? Di« Sechjertommsssion des Reichs- kalirats beschloß ein« Erhöhung der Kali-Inlandpreise u m 268,78 Proz mit Wirkung ab 17. d. M. Die Vertreter der Kaliwerkbesitzer stimmten gegen diese Erhöhung, weil der von ihnen gestellte Antrag auf Wertbeständigkeit dieser Preise von den Vertretern der Landwirtschaft und der Arbeitnehmer abgelehnt worden war. Die Vertreter der Kaliwerkbefitzer erklärten auf diele Wertbeständigkeit nicht verzichten zu können, weil sie ab 17. d. M. auch ihr« Kohlen wertbeständig bezahlen müßten. Bei Materialien war dies sogar schon seit einiger Zeit der Fall, so daß die Kaliindustrie erhebliche Verluste bei den bisher nicht roertbestän- digen Preisen erlitten hat, die sie ahne Gefährdung ihrer Existenz nicht weiter tragen kann. Da die gestern beschlossenen Kalipreise trotz der Balorisierung(Aufwertung) der Kohlenpreise keine Balo- risierungsklausei enthalten, werden die Kalipreise nunmehr jeden Tag erneut festgesetzt werden müssen, falls der Dollarkurs sich erhöht. Die Sechferkommission des Reichskalirats ist daher bereits für D i e n s t a g, den 18. d. M., erneut zusammenberufen worden und wird, solange keine Balorisierung der Kalipreise beschlossen ist, jeden Tag tagen müssen. Goldzollcmfgeld vom 19. bis 21. September 1923 2 179 999 900 Prozent. Schlechtere Seschästiguug in der Mekallindustrle. Die Arbeit?« läge in der Metallindustrie gestaltet« sieb in der Zeit vom 26. August bis 1. September 1923 nach den Erhebungen de« Deut- scheu Melallarbeiterverbande? folgendermaßen: In den 140 be« richtenden Verwaltungen wurden 23 684 Betriebe und 1 886126 Arbeiter gezählt. Von den erfaßten Arbeitern waren 1 881 750---- 73,2 Proz.(in der Vorwoche 8i,l Proz.sVollarbeiter. 882 088— 20,3 Proz.(13.2 Proz.) Kurzarbeiter und 122 324 6,5 Proz. (4,7 Proz,) Arbeitslose. Die von der Kurzarbeit betroffenen Ar- beiter Verteilen sich wie folgt: bis 8 Std. 21,5 Proz.(20,0 Proz, 1 17-24 S».S5.5Proz.(41.6Proz,) 9— 16, 27,7.(23,1,)j2vu mehr. 15,3,(15,3.) Die Arbeitslage verschlechterte siib gegenüber der vor» Woche wesentlich. Sank doch die Zahl der Vollarbeiter von 82,1 auf 73,2 Proz. In 13 Bezirken ist eine Abnahme der Voll- arbeiter zu verzeichnen, unter anderem in den Bezirken Stuttgart von 87,2 und 58,3 Proz, Hagen von 68,7 auf 44,1 Proz., Dresden von 80,7 auf 67,3 Proz. und Breslau von 94,4 auf 83,3 Proz. Entsprechend der Abnahme der Vollarbeiter stieg die Zahl der Kurzarbeiter von 13,2 auf 20,3 Proz. Am höchsten ist die Zahl der Kurzarbeiter in den Bezirken Köln(48,2 Proz.), Stutt« gart(85,2 Proz,), Hagen<82,2 Proz.), Halle(29,4 Proz.) und Dresden(28 7 Proz.). Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe stieg in der DerichtSwoche von 2119 auf 8716. Die Zahl der Ar« bsitSloien war am höchsten in den Bezirken Hagen(23.6 Proz.) und Köln(15 8 Proz.), die die übrigen Bezirke weit hinter sich lassen. Die Zahl der arbeitslosen Mitglieder betrögt in der Be- richtSwoche 6,6 Proz.(5,2 Proz.). Goldmarkrechnung in der Viunenschiffahrt. Die am Elb« verkehr beteiligten SchiffahrtSgesellschaften geben bekannt, daß sie sich genötigt sehen, von jetzt ab ohne Rücksicht auf die Kosten deö Eisenbahntransportes im Verkehr zu Berg ab Hamburg, Altona, Harburg und Lübeck die Goldmarkrechnung einzuführen. Jugenüveranftaltungen. »tlnsene Vortrag: ____________ Ech««ren- berastrahe 7. Vortrag„Sozialismus, Lömniunismu» und Anarchismus."— Prrnzloner Borstadt. Iugenddrim Bodranlwlt Qderberger Str. 57. Vortrag: „Ztonsumgenosscnschaft."— Schöncbarg I. Jugendheim Rubens-, Eck« Haupt» straße. Diskussion sabend:„unser Landheim."— LLdsesten. Jugendheim Lindcnstraße. Vortrag:„Die Probleme der Arbeiterbewegung,"— Tegel. Jugendh-im Bahnhofstr. 15. Bortra-!:„Heinrich Heine."— Weste». Zu- gendhcim Vaugeu'-rrschule Kursürstenstr. III. Leseabcnd„Plaudereien mit der Natur."— Wilmersdorf. Jugendheim Hildegardtstr. 8. Bortrag:»Ernst Toller."_' svetter vis Mittwoch mittag. Zeitweise heiter, iedoch überwiegend bewölkt, mit Negcnfällen bei mäßigen südwestlichen Winden, llöllöSl WOrt 720000 N.(lol5»slg 1 tone Vorte). SloNen- eiacbe(U( I. Wort(fett) 720000 M» Jedes weitere Wart 500090 M. orte, die mehr als 15 Buctistabcn haben, rlhlen iOr zwei Worte N vas IcttgedruckteWort 1410000 M.| 1« Kleine Anzeigen Ä b z e i fl e n«ummermÄU bis 4'/- Uhr nachm. I in der Haupt-Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Linden- 1 itraßc 3, abgegeben werden. Qeöffnet ron 9 Uhrfrüh bis 5 Uhr nachm.