Abendausgabe Nr. 436 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 219 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Preis 400000 m. Dienstag 18. September 1923 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Goldnotenbank im Entstehen. " Erfolgswirtschaft! Nicht nur Herrschaft der Paragraphen. Aus Kreisen der gewerkschaftlich organisierten Beamten wird uns geschrieben: Bom Reichsfinanzministerium wird der Telegraphen- Union mit- von Neully die Bewaffnung der bulgarischen Armee auf ein be. geteilt, daß die Arbeiten für die Schaffung eines wertbestän- stimmtes Maß beschränkt ist. Der General Lagarof, der Chef der digen Geldes soweit gefördert sind, daß der Entwurf vorliegt. bulgarische Armee, soll geheime Verbindungen mit den mazedoniDie deutsche Währung ist zusammengebrochen! Das AufDie Reichsbank wird von den Staatsfinanzen völlig losgelöst und schen Irredentisten unterhalten und beabsichtigen, deren Aktionen mit und Abschwanken des Kurses ist nur noch ein Todeskampf. dadurch in den Stand gesetzt werden, die Funktionen einer Gold- regulären Truppen zu unterstützen. Die Irredentisten werden mit Die Gründe sind jedem bekannt:" Der Staat nimmt nur den notenbank für das Wirtschaftsleben in vollem Umfange zu erfüllen. einer Aktion gegen Jugoslawien nicht mehr lange auf sich warten fünfundsiebzigsten Teil dessen ein, was er ausgibt." In der Reichsschahscheine werden bei der Reichsbant nicht mehr lassen, da angeblich Mussolini über ihre Untätigkeit bereits sehr guten alten Zeit" war auch schon, wie jetzt, eine Trennung distontiert, so daß eine ungedeckte Vermehrung des Papier- ungehalten ist und gedroht haben soll, ihnen seine Unterstützung zu von Hoheits- und Betriebs verwaltungen. Bei den martumlaufes nicht mehr stattfindet. entziehen, wenn sie nicht sofort etwas unternehmen. Hoheitsverwaltungen wurde auf der ganzen Linie die hohe Für eine Uebergangszeit bis zur Balancierung des Der Temps" bezeichnet diesen Bericht als Beweis dafür, und niedere Bureaukratie gepflegt. Weil sie nur etwas kosteten Reichshaushaltes gibt eine neu zu schaffende Bant Noten mit welchen Mitteln die Leute arbeiten, die einen Konflikt in und nichts einnahmen, nannte man sie im Etatsjargon Zuaus, die durch eine Goldverpflichtung der privaten Wirtschaft( Cand- Mazedonien herbeiführen möchten. Aus dieser Veröffent- schußverwaltungen". Da es in diesen angenehmen Betrieben wirtschaft, Industrie, Handel und Banten) auf Grund des Wehr- lichung geht aber deutlich hervor, daß die italienische Regierung nur Ausgaben gab, brauchten sie auch nicht mit den Einbeitragswertes sichergestellt werden. Diese noten werden ge- als treibende kraft hinter dem bulgarisch- serbischen nahmen ins Gleichgewicht zu bringen sein. Das wirtschaftliche jehliche Zahlungsmittel. Die papiermart wird Scheide. Konflikt steht. Durch die neu entfachte Bewegung in Ma- Denken war auch darum unbekannt. Die zweite Gruppe hatte münze der neuen Note, in der sie zu einem bestimmten Kurs ein- zedonien soll die Aufmerksamkeit Jugoslawiens von Fiume Betrieb. Wo Betrieb ist, mußte gearbeitet, mußten Ueberlösbar sein wird. Gleichzeitig wird nach einem bereits vorliegenden abgelenkt werden. Dadurch würde Italien in seiner auf die schüsse erzielt werden. Finanzprogramm die stärkste Einschränkung der Aus- Beherrschung der Adria hinzielenden Politik mehr Spielraum Seit einer Reihe von Jahren fällt auch bei den Betriebsgaben im öfentlichen Haushalt erfolgen. Bei der Wertbeständig erhalten. In dieser Beziehung hängt der Korfu- Konflitt mit verwaltungen der Ueberschuß fort. Die Gründe find befannt: feit der Einnahmen wird eine größere Ergiebigkeit der Steuer- der Fiumefrage auf das engste zusammen. Unter dem Druck Wenn ich Kohle und Eisen zu einem Inder von 1 Million quellen und damit eine fortschreitende Dedung der Ausgaben erzielt Englands, dem sich auch Frankreich anschloß, mußte die laufe und zu einem solchen von 333 000 fa hre, kann die italienische Regierung die Räumung Korfus versprechen, wenn Rechnung selbst mit Hilfe der Relativitätstheorie nicht stimmen. Griechenland die ihm auferlegten Sanftionen" ausführt. Die Betriebsverwaltungen verlernen das wirtschaftliche Denken. Aber noch bevor die Räumung Korfus, dieser Schlüsselposition Das Entfezen ist allgemein. Auf der ganzen Linie, einschließan der Adria, erfolgt ist, spielen fich programmäßig die weiteren lich der Berwaltungen, heißt es:„ Ja, da fann doch keine Afte des tragischen Spiels an den Küsten der Adria ab, das ährung stimmen, wenn die Betriebsverwaltungen Zugeeignet ist, neue fchwere Erschütterungen im schüsse erfordern, die arbeiten ja auch nicht mehr." Die Arbeit in den Betrieben hat man natürlich Arbeitern überlassen. Südosten Europas heraufzubeschwören. werden. Kriegsgefahr an der Adria. Kaum ist der Korfu- Konflikt halbwegs eingerentt, so melden sich in Verbindung mit der noch immer ungelösten Fiume frage neue Schwierigkeiten, die der europäischen Politik recht mühselige Aufgaben am Balkan zuweisen. Mit Recht ironifiert Lloyd George in seinem letzten Artikel in der" DA3.", der das Bersagen des Völkerbundes im italienisch- griechischen Konflikt behandelt, über den Optimismus, der sich in den Kreisen der Ententediplomatie anläßlich der Beilegung des Korfu Konflikts bemerkbar macht. Das unterirdische Grollen im nördlichen Adriatischen Meere- schreibt er wird immer mehr hörbar und immer bösartiger. Der Fiumefrater fönnte binnen furzer Zeit in Flammen ausbrechen und Ströme von Lava auswerfen, die nicht so leicht aufgehalten werden fönnen, wie jene bei Rorfu." " 27 Amsterdam und Genf. Die vom Vorwärts" bereits am Sonntag angekündigte Aufforderung des Internationalen Gewerkschaftsbundes an den Völkerbund, sich mit der Reparationsfrage zu befassen, ist nun erfolgt. WIB. meldet darüber aus Genf: Einigen Arbeitern hat man allerdings den Namen„ Beamte" gegeben, aber die Auguren lächeln. Einen Beamten dieser Art kann man Säde tragen lassen und doch fündigen. Der richtige Beamte fängt erst in den oberen Regionen an. Aber der Name war notwendig, denn wenn ein Hoheitsbeamter einmal gefragt werden soll, in welchem Verhältnis Mittel und Erfolg feiner Arbeit stehen, braucht er die ganze Betriebsbeamtenschaft, damit sie ruft:„ Gefährdung des Im Auftrage des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Berufsbeamtentums".. Zum Schutz der BeamtenAmsterdam richteten Jouhaug- Frankreich und Dudegeeft rechte braucht man den, der sie nur dem Namen nach hat. Aber Holland heute an die Bölferbundverjammlung eine lange Denkschrift sonst muß gearbeitet werden. Der Ausbruch des Fiumefraters ist bereits erfolgt. Der über die Reparationsfrage, in der sie, da eine Lösung durch die Re- Damit die Betriebe mieder Ueberschüsse ergeben, müssen gestern gemeldete Rücktritt des Statthalters von Fiume Dr. gierung felbft unmöglich sei, eine internationale Regelung der fie rationalisiert werden. In den Eisenbahnwerkstätten de Boli und die Einsetzung des italienischen Generals Gaetano wichtigsten Probleme, aus denen fich die Reparationsfrage zufammen- Friftverfahren und Gebinge, den Bahnmeistereien, Güterböden Giardino zum Militärgouverneur von Fiume muß als ziel- feht, nämlich die Feststellung der 3ahlungsfähigkeit Deutsch- und Betriebswerken Akkord, im Betriebsdienst Dienstdauerbewußter Borstoß der italienischen Regierung gegen Jugo- lands, die Organisation der internationalen Anleihe und flamien gewertet werden. Bekanntlich finden jetzt zwischen Pfänderfrage, der Regelung durch den Bölterbund anvertrauen Stalien und Jugoslawien Berhandlungen über die endgültige wollen. Das einzig internationale Organ, das die Regelung der Regelung der Fiumefrage statt. Die ursprünglich gestellte Reparationsfrage unter diesen drei Gesichtspunkten in die Hand Frist vom 15. September war bis Ende dieses Monats ver- nehmen könne, jei nur der Völkerbund, und ihm müsse daher die längert worden. Nach den Unterhandlungen, die der jugo- Reparationsfrage unterbreitet werden. slawische Ministerpräsident Pasitsch mit der englischen und französischen Regierung geführt hatte, war man in Belgrad porschriften, ersonnen zur Erhaltung des Betriebes im Interesse fratie, welche die ganze Modernisierung durch die Brille der der Deffentlichkeit, aber angewandt von einer BureauBesoldungsordnung betrachtet. Brachte doch ein„ Sachver ständiger" bei den Beratungen über Umstellung der Werkstätten den schönen Sat: " Solange wir nicht von Besoldungsgruppe X in Y kommen, tann gestohlen bleiben." ziemlich optimiſtiſch, da man annahm, daß es dem Druck Eng- Die tschechoslowakischen Gemeindewahlen. tam uns bie ganze Modernisierung des Betriebes lands und Frankreichs gelingen würde, Mussolini vor Der Arbeiter weiß wenn auch größtenteils leider erst aggressiven Schritten in der Fiumefrage zurückzuhalten. Nun Prag, 18. September.( Eigener Drahtbericht.) Der allgemeine ist aber durch die Aufrichtung der italienischen Militärdiktatur Eindruck der Gemeindewahlen, soweit sie sich bisher überblicken lassen, gefühlsmäßig- Sozialismus bedeutet organisierte in Fiume die Lage erneut verschärft worden, da allgemein der wird von den Morgenblättern bahin zusammengefaßt, daß die SoArbeit und organisierte Berteilung des Erfolges nach Eindruck vorherrscht, daß Italien durch diesen Schritt„ Doll- Bialdemokratie in unbetracht der ihr nicht gerade günstigen dem Maße des Arbeitsanteiles, also Gerechtigkeit. Er findet endete Tatsachen" schaffen und die Annexion Fiumes vorbe- Umstände weit günstiger abgeschnitten habe, als erwartet es für ungerecht, wenn der Klassengenosse in der Privatwurde. Wenn auch die Agrarier zur stärksten tschechischen Partei reiten will. werden, so steht die Sozialdemokratie als zweitstärkste Partei der industrie intensiver arbeiten und zugleich mit seinen Steuern Die italienische offiziöse Presse sucht das Vorgehen Tschechoslowakei da und ihr Verhältnis zu den Kommunisten ist einen Zuschuß zu den Staatsbetrieben geben muß, dessen UrItaliens in Fiume zu verteidigen. Wir sind feine Brovo- das von 60:40. Die Kommunisten haben nur in Prag und einer fache in der schlechten Betriebsführung liegt. Aus Gründen Pateure"," schreibt ,, Giornale d'Italia"," wir wollen den Balkan Anzahl Industriestädte lofale Erfolge, dagegen haben sie in Nord- der Reinlichkeit arbeitet er am Fristverfahren usw. mit. Wenn nicht in Flammen feßen, wir überschreiten nicht die durch die böhmen, wo sie besonders große Hoffnungen hegten und in der aber trotz aller Intensität das Defizit bleibt, ist ein Nachdenken und Beobachten innerhalb seines Betriebes und später Berträge gesetzten Grenzen und tun nichts von alledem, was Slowakei bemerkenswerte Schlappen erlitten. über die Grenzen desselben hinaus erklärlich. Ergebnis der uns gewisse englische Blätter unterstellen, andererseits mußten wir durchaus Fiume helfen. Das sind die Gründe für das Beobachtung ist folgendes: uns einzig mögliche Vorgehen. Es wird feine Berwid Iung geben. Die öffentliche Meinung kann in dieser Hin ficht beruhigt sein." Dieser Beschwichtigungsversuch des offi ziöfen Organs der italienischen Regierung ist äußerst charatteristisch. Man weiß in Rom sehr wohl, daß der Rücktritt des Fiumer Statthalters in diesem Augenblid als ein abge fartetes Spiel angesehen werden muß, das in Verbindung mit den weiteren Maßnahmen Italiens den ganzen Balkan in Bewegung feßen und dem italienischen Bolt felbst neue furcht bare Kriegslasten auferlegen könnte. Deshalb der Hinweis darauf, daß es keine Berwicklung" geben werde. Doch diese Berwidlung ist bereits eingetreten. Wie aus Athen gemeldet wird, haben etwa 8000 mazedonische Komitatschis einen Bor stoß auf serbisches Gebiet gemacht, während serbische Truppen in Nisch konzentriert werden und sich an der Eisenbahnlinie nach Garibrod der bulgarischen Grenze zu bewegen. Auch aus anderen Meldungen geht hervor, daß die Spannung zwischen Jugoslawien und Bulgarien starf zu genommen hat. Die jugoslawische Regierung hat bereits ein Ultimatum nach Sofia gerichtet, in dem von der bulgarischen Regierung Maßnahmen gegen die mazedonische Bandenbewegung verlangt werden. Die bulgarische Regierung hat darauf mit einer Protestnote zu Händen des französischen Aus wärtigen Amtes geantwortet. Gleichzeitig jedoch wird im Barifer Temps" folgende auffehenerregende Mitteilung veröffentlicht: Prag, 18. September.( TÜ.) Das Gesamtergebnis der Gemeindewahlen. liegt noch nicht vor, besonders die Meldungen über die Den Betriebsbeamten und-arbeitern gelingt es durch Slowakei ftehen zum größten Teil noch aus. Die Sozialdemokraten, sowohl die tschechischen als auch die deutschen mußten einen großen Teil ihres Mandatsbestandes an die äußersten Rechts- und äußersten lange, mühselige, mitunter jogar gefährliche Arbeit in den Linksparteien abgeben. Die Nationalbürgerlichen und die Kommu- ersten Tagen der Ruhrbefeßung, tausend der besten Lofonisten, daneben die Klerikalen sind die Nutznießer. Die deutschen motiven in Sicherheit zu bringen. Der Wert in Die Kommunisten Papiermart nicht nennbar. Nun kommt der BerwaltungsNationalsozialisten haben Mandate erlangt. find in der deutschen Industrie Nordböhmens, die bis jetzt für anteil. Neun Monate später soll die erste Maschine in Betrieb, eine fommunistische Hochburg gehalten wurde, sehr start läuft aber nicht. Untersuchungsergebnis: Sämtliche Schieber zugunsten der deutschen Bürgerlichen und Nationalsozialisten und Gestänge eingerostet und alle Lokomotiven müssen zum zurückgegangen; dafür haben sie in Brag fast 68 000 Stimmen und leberholen in die Werkstätten. Das Finanzergebnis wird sich 19 Mandate, gegen bisher kein einziges. Die Brag er deutsche beim Etat bemerkbar machen. Ferner werden nun wahrscheinmandat gesichert. Infolge der Listenkoppelung der Prager deutschen lich noch Erwägungen getroffen, ob nicht ein Referent zu Sozialdemofraten mit den Kommunisten wird auch der deutsche ernennen ist, dem folgende Punkte zur Lösung übertragen Sozialdemokrat Privatdozent Dr. Hecht Prager Stadtverordneter. werden: 1. Wer ist verantwortlich für die Unterhaltung der abgestellten Lokomotiven? 2. Wie kann diese Arbeit ohne besondere Kosten von den vorhandenen Arbeitern geleistet werden? Dollar auf 150 Millionen gedrückt. In Berliner Finanzkreisen herrschte heute vormitag in an Es wird eine Verfügung erlassen, in der aufgefordert betracht der Zuspigung der innerpolitischen Lage und der Meldungen wird, wegen Arbeitsmangel in den Werkstätten den Umbau über Teuerungsfrawalle in der Provinz Panifftimber eisernen in fupferne Feuerfisten zu beschleunigen. Weil mung. Der Dollar wurde zu Kursen genannt, die wesentlich über aber Arbeits mangel bei den Arbeitern und nicht von 300 Millionen Mark liegen. Pfunde wurden mit 1,7 Milliarden mehr arbeit die Rede ist, rührt sich nichts. Vier Monate Mart genannt. Im offiziellen Verkehr an der Börse trat danach stellt sich heraus, daß ein nicht geringer Prozentsatz eine wesentliche Beruhigung ein. Es verlautete, daß das der abgestellten Lokomotiven noch eiserne Feuertiften Reichsfinanzministerium wahrscheinlich heute noch eine Rundgebung hat. Erfolg wie oben. über die Schaffung einer beständigen Währung und einer In Sachsen wurde eine Werkstatt zur Lotomotiv Die amerikanische Regierung in Washington hat authentische Boldnotenbank veröffentlichen werde. Jedenfalls steht fest, daß man re paratur eingerichtet. 30 Broz. aller Arbeiten an LokoInformationen darüber erhalten, daß von gewissen in Regierungsfreisen entschlossen ist, schnellstens Maßnahmen zu motivreparaturen sind Arbeiten an Kessel. Also braucht ein 502ittelmeerhäfen aus Waffen für Bulgarien verladen worden treffen, um die Währungstatastrophe aufzuhalten. An der Börse tüchtiger sächsischer Verwaltungsheamter in einer modernen find, die über das Schwarze Meer in das Land eingeschmuggelt wer- wurde offenbar im Auftrage der Regierung seitens einer hiesigen Werkstätte teine Kesselschmiede. Der Kessel wird abmontiert, den. Bisher wurden nach Bulgarien geschict Munition 250 000 Ge- Großbant zugunsten der Mart interveniert. Der Kurs des Dol. irgendwo in den deutschen Landen bei anderen Werkstätten, mehre, 600 Geschüße, darunter 50 schwere Batterien, 4000 Maschinen i ar's stellte sich amtlich auf 150 millionen, Pfunde wurten die noch solche Einrichtungen haben, herumgefahren. Des Gegewehre und 20 000 Maschinenpistolen, obwohl nach dem Bertrag| mit 680 Millionen gehandelt. heilten Wiederkehr währt zu lange. Es werden„ Erwägungen" gepflogen. In der Dieherei werden schließlich einige effe- gleichem Einkommen und gleicher Würde für ihn aus- erstaunlich finden, die in dem so ganz und gar unpolitischen st än de untergebracht. Lärm arbeitsstörend! Es werden also findig gemacht werden. Das Wort, welches bei der Dis- Gedankengang zum Ausdruck fommt, als ob das Bürgerdie Kesselstände unter eine Bedachung von Pertussion über die Fähigkeiten eines Beamten angewandt wird: friegserperiment die Position der Herren Junker verbessern senningen gebracht. Ergebnis: An schönsten Sommertagen Den müssen wir die Treppe herauffallen lassen", werde, aber man muß feststellen, daß in Deutschland nun einarbeitet der arme Kesselschmied unter diesem Indianerzelt bei ist wahr und ein Schlag ins Gesicht der Arbeiterschaft, von der mal offensichtlich weite Kreise des Bürgertums diesen künstlichem Licht. Ob der" Organisator" einen Orden man Arbeit und noch einmal Arbeit verlangt. Charlatanerien nachlaufen und an ihrem Teile alles tun, um bekommt, ist der Arbeiterschaft nun gerade nicht bekannt, sie Diese Ausführungen haben den Zweck, die Debatte über die radikale Entwicklung in Deutschland zu fördern. Die immer gedenkt aber den Literaturhistoriker zu Innchen, welcher ihr in die Reform des Beamtenrechts zu eröffnen. Die offenere Sprache der Deutschnationalen zeigt, was von ihrer der Volkshochschule erzählt, die Geschichte des fensterlosen Rat- Betriebsräte sollten an der Abstellung dieser Mängel mit heuchlerischen Parole„ Das Vaterland über die Partei" zu hauses in Schilda sei eine humorvolle Erfindung des arbeiten. Decken sie einen Fehler auf, wird ihnen die Aus- halten ist. Sie sollten offen und ehrlich lieber zugeben, daß deutschen Boltes. Das Indianerspielen in der Jugend hat funft darüber verweigert, weil es zu einer Verwaltungsange- ihre Barole von jeher und auch heute noch die alte ist: Das scheinbar mehr Eindrücke hinterlassen, als das Studium der legenheit gestempelt ist. Es bleibt also leider nur übrig, von Bortemonnaie über das Vaterland. wissenschaftlichen Betriebsführung. außen her die Fenster einzuwerfen, damit auf diese Weise etwas Luft in den Bau kommt. In Wittenberge fommt der Amtsvorstand auf den gemiß lobenswerten Einfall, im Drehereisaal ein Oberlicht zu machen. Vergebung der Abbruchsarbeiten des alten Daches an den Privatunternehmer und prompte Erledigung geht reibungslos vor sich. Mit dem Aufbau hapert es aber um so gründlicher, denn es ist nur ein Drittel des nötigen Glases bestellt worden. Um Regen und Wind abzuwehren, müssen wieder Wagende den angewandt werden. Unter dem Flattern des Zeltdaches geht die Arbeiterschaft in den Winter. Schlimm wird die Sache, wenn man die Zusammen arbeit der verschiedenen Ressorts betrachtet. Eine Anzahl von Referenten hat darüber zu machen, daß die Auf gabe auch vom 3uständigen" erledigt wird. Nach Beendigung des Ruhrkampfes wird über die Zuständigkeit ein Drama zu schreiben sein. Doch ein typisches Beispiel: Die Reichsbahn besitzt eine Reihe von Refsel wagen. Daß zu ihrer Beobachtung und Erhaltung ein Stab von Beamten notwendig ist, begreift in feiner Einfalt auch ein findliches Gemüt". Außerdem gibt es aber auch noch Beute fesselwagen. Die Anzahl ist relativ verschwindend. Aber der Zuständigkeitszwang erfordert im Reichsschazministerium einen Stab von Referenten, welcher auch über die Kesselwagen nachdenkt. Man hat allerdings noch nichts von einem Schiedsgericht über die Klärung der verschiedenen Ansichten gehört, aber man fann doch den Komiter verstehen, der immer wieder behauptet:„ Er wundert sich über gar nichts mehr." Deutschnationaler Patriotismus. Sie wollen dem Staat nicht helfen. Deutschvölkische Korruption., Bergarbeiterdemonstrationen. Die Leitung der Deutschvölfischen Bant" sendet uns eine Erwiderung auf unsere Angaben über die inneren Zustände in diesem Unternehmen, die von der Leitung vorsichtshalber nicht einmal als eine Berichtigung bezeichnet wird. In der Tat bedeutet das Alles patriotische Geschrei, alles Gerede von Staatsgesin- Schreiben nur eine Bestätigung der scharfen Auseinandersetzungen nung und Baterlandsliebe kann bei den Deutschnationalen, in den Reihen der Deutschvölkischen und setzt nur gegen die Behauphinter denen in diesem Falle große Teile des Besizes stehen, tung der Oppofition die Gegenbehauptung der Leitung, ohne irgend die wachsende Abneigung dem Lande in der höchsten Not zu welche Einzelheiten zu berühren. Die Geschäftsführung der Bank helfen, nicht mehr verbergen. Es ist ein gleichermaßen befei einwandfrei, der Vorstand habe sich keine unerlaubten Bercha mendes wie widerliches Schauspiel zu sehen, wie mögensvorteile verschafft und die Gerüchte über das Borleben des diese Kreise, die noch niemals ernsthaft ein Opfer für ihr Land 1. Borstandsmitgliedes feien falsch. Alles in allem wird es wohl gebracht haben, deren ganze Leistung im furzsichtig beschränk- so sein wie im Heineschen Liede, wo sie bekanntlich alle beide ten Zugrunderichten Deutschlands bestanden hat, sich jest stinten. hinter den albernen Redewendungen vom marristischen Brogramm der Regierung", der angeblichen„ Bernichtung des Besizes" usw. verstecken, um ihre Steuerscheu und ihren KirchBochum, 17. September.( TU.) Wie bereits am Samstag, so turm segoismus zu verstecken. Die Junker sind darin nicht um ein Deut anders als die Herrschaften von T unten tam es auch heute hier zu Demonstrationen der Arbeiter der umhausen. Aus Kreisen der deutschnationalen Parteileitung liegenden Werke wegen der fatastrophalen 3 ahlungsmittelwird dem„ Tag" eine lange Zuschrift übermittelt, die diesen not und der Lebensmittelteuerung. Von 10 Uhr vorvaterlandslosen, stumpfsinnig- egoistischen Besigstandpunkt zur mittags an 30g eine Belegschaft nach der anderen aus der Umgegend Genüge charakterisiert. Es wird geklagt, daß 3 eigner es im Grubenkleid mit Grubenlampen in der Hand in die Stadt am Rathaus vorbei. In den umliegenden Straßen fonnte sich kaum dez als notwendige Aufgabe bezeichnet habe, die Macht des Berkehr entwideln. Gleichzeitig waren die Wirtschaften zum Staates gegenüber den großen Wirtschaftsverbänden durchzu- Broteft gegen die ihnen von den hiesigen Brauereien aufgezwungene setzen. Die Erfassung der Devisen und Sachwerte beginne tägliche Berechnung des Bieres in Dollar geschlossen. Die Kund( furchtbar!), um sie in den großen Defizittopf des gebungen dauerten bis in die Mittagsstunden hinein und verliefen Döllig ruhig, ebenso wie die ihnen auf dem Wilhelmsplatz fcl" Damit aber noch nicht genug. Die letzte Rede des Reichs- gende öffentliche Versammlung der Demonstranten. Deputationen fanzlers Dr. Stresemann vor den Pressevertretern Berlins fündigie wurden bei der Stadtverwaltung vorstellig, damit diese die Werke die Belastung jeden produktiven Besitzes mit einer erststelligen zur Auszahlung einer größeren Lohnsumme bewege. 3wangshypothet an, die zugunsten einer internatio. Ein Visum eine halbe Goldmark. nalen Treuhand gesellschaft geschaffen werden soll. Der Münster, 17. September.( TU.) Wie verlautet, beträgt die Zweck der Treuhandgesellschaft wird sein, die Annuitäten aufzu- für ein französisches Bisum zu entrichtende Gebühr eine halbe Goldbringen, durch welche die Reparationszahlungen verzinst und amor tifiert werden follen. Das heißt doch, daß auf Kosten des Be fizzes die Reparationsfrage direft gelöst werden foll und nicht, wie noch im Memorandum der deutschen Reichsregierung vom 7. Juni vorgesehen, indirekt durch eine internationale Anleihe, für welche der deutsche Privatbesitz neben dem Reichsbefiz garantieren sollte. Die Unmöglichkeit der Fortdauer der heutigen Finanzzustände wird auch von der Bureaukratie anerkannt. Inner- Reiches zu werfen: halb der Bureaustunden wird den Juden und Arbeitern die Schuld gegeben. Besonders in den Tagen der Ermordung Rathenaus war dies Gespräch allgemein beliebt. Aber der endgültige Zweck der Republik und der Verfassung ist die Erhaltung der Geschäftsanweisung nach dem Grundsaz des Attenbocks. Es wird jetzt zur Wehrpflicht der Arbeit aufgerufen und mehr Leistung von der Arbeiterschaft verlangt. Die Arbeiterschaft will etwas leisten, will allerdings auch für diese Leistung bezahlt werden und fann es nicht einsehen, daß bei denjenigen, die sie zur Leistung auffordern, das eistungsprinzip nicht gilt. Die Arbeiterschaft und mit ihr der übergroße Teil der Betriebsbeamtenschaft hat es endgültig satt, unter allen möglichen Kontrolleinrichtungen zu arbeiten, während ein anderer großer Teil berechtigt ist, eine jede Leistungstontrolle als beleidigend zurückzuweisen. Soll, damit Volk und Republik gerettet wird, eine neue Währung auf dem Plan erscheinen, muß neben den außenpolitischen Selbstverständlichkeiten die Republik auch den Mut aufbringen, von ihren Beamten das Leistungsprinzip zu fordern. Es ist eine schreiende ungerechtigsdfeit, wenn dieselbe Dienstleistung an einem Ort nach Befoldungsgruppe III und an einem anderen nach VII bewertet wird. mart. Die Notlage der Sozialversicherung. Im Reichstagscusschuß für soziale Angelegen heiten sollte die Neuregelung der Renten und Zulagen in der Unfallversicherung behandelt werden. Nach einem Das von Dr. Zeigner verkündete Programm der Go- Beschluß des Ausschusses vom 22. März 1923 hatte die Reichszialdemokratie wird also verwirklicht. Die Repa- regierung die Frage zu prüfen, ob die Gewährung von Zulagen in rationsfrage wird auf Rosten des großen Besizes gelöst, die Macht der Unfallversicherung nicht auf eine andere Grundlage gestellt wer des Staates gegenüber den Wirtschaftsverbänden wird durchgesetzt, den könne, so daß die Unterstützungsleistung mehr nach dem Grundindem der bankerotte Staat selbst die Schaffung der jazz des Schadensausgleichs zu erfolgen habe. Die Reichsregierung Goldwährung unternimmt, und sie nicht den Wirtschafts- legte hierzu nunmehr eine Denkschrift vor, in der sie die Möglichkeit ständen überläßt, die allein innerhalb und außerhalb Deutschlands einer besseren Regelung der Unfallversicherungsrenten erörterte. noch Vertrauen, genießen. Das heißt, der banterotte Staat In Anbetracht der gesamten politischen Aufgaben und des reißt alles an sich, um der sozialdemokratischen Theorie Erstetig fortschreitenden Währungsverfalls fah nach fassung der Sachwerte zu einem betrügerischen Scheinleben zu ver- furzer Geschäftsordnungsdebatte der Ausschuß jedoch davon ab, jest helfen." Einzelheiten der Unfallversicherung zu besprechen, sondern wandie fich in vertraulicher Aussprache den dringendsten allgemeinen Fragen der Sozialversicherung zu. Während so der Besitz zugrundegerichtet werde, me igere Das ganze Gerede von Demokratisierung, Modernisierung fich die Arbeiterschaft, irgendwelche Opfer für die Produktionsder Verwaltungen und Behörden ist blühender Unfinn, fo- steigerung zu bringen. Frankreich gegenüber werde man sich lange die Paragraphen des Reichsbeamtenrechts, welche für doch nicht durchsetzen und innenpolitisch fapituliere man ein kaiserliches Deutschland gemacht, gelten. Man fann heute vor den Marristen". Uns scheint, daß mit diesen Phrasen zum Beispiel feine überflüssige Stelle streichen, solange der die Deutschnationalen nur allzu millig offenbar vor der ganze Berufszweig notwendig ist. Es ist heute unmöglich, deutschvölkischen und der Hitlerschen Bürger wie schen aus dem Zusammenhang ersichtlich, Abbau der Ruhreinen Unfähigen zu beseitigen; es muß eine Stelle von friegsagitation fapitulieren. Man mag die Naivität ist flar. Selbsthilfe für Bücherkäufer. Von Dr. Victor Engelhardt. des Monats die heute geltende Schlüsselzahl rechnet, von der inzwischen eintretenden Steigerung also absehen will. Das ist nichts anderes als eine verschleierte Form des Rabatts bei direkter Lieferung. Wie kann dem Bücherkäufer bei täglich um Millionen steigenber Wie man den Antiquariatsbuchhandel umgehen könnte, habe Inderziffer geholfen werden? Zunächst jedenfalls gar nicht. Das ich an dieser Stelle( am 8. November 1922) schon einmal ausge Seine Not ist ein Teil der durch die Entwertung des führt. Neue Zeiten verlangen neue Formen. Wirtschaftliche Not Bahlungsmittels hervorgerufenen Ratastrophe. In einer Zeit, in der muß die Entwicklung beschleunigen. Auf dem Gebiete geistiger Proes sich darum handelt, vorerst einmal über die nächsten Wochen hin- duftion dürfte die Ausschaltung des Zwischenhandels am leichtesten wegzukommen, wird man Bücherkäufe einstellen müssen. fein. So fei fie vollzogen. Eine Umgestaltung des Verlagswesens selbst liegt als fernerer Schritt noch in der Zukunft. Die Werkbund- Tagung in Weimar. " Berichtigung. In den heute von uns wiedergegebenen Ausführungen des Sozialdem. Barlamentsdienstes" über aktive Außenpolitif muß es an Stelle der Worte Abbau des Ruhrkonflikts", fre dite" heißen. Werkbund erwartet von Regierung und Parlament, daß sie, trotz der Notlage des Reiches, erneut in großzügiger Weise die Mittel bereit= stellen, die den Zwecken der Notgemeinschaft einigermaßen gerecht werden. Analyse der Wertung der Natur im fünstlerischen Schaffen. Bei Der zweite große Vortrag von Emil Preetorius gab eine einer fritischen Haltung gegenüber den Verfallserscheinungen der modernen Kunst erhofft der Münchener Künstler zuversichtlich ein entscheidendes Wort gerade von der deutschen sehnsüchtigen imagia nativen Kunst. Lange darf dieser Zustand aber nicht währen, sonst geht es mit Die Erhaltung des Kormorans. Der Kormoran, ein Vogel, der der Kultur rasend bergab. Mancher Buchhändler wird schon in der in China und Japan vielfach zum Fischfang abgerichtet wird, fommt Zwischenzeit in der Zeit des Stillstandes zugrunde gehen. auch in Deutschland vor, aber er ist sehr selten. Es bestand sogar Ihn trifft das harte Schicksal, das diesen früher, jenen später zum Gefahr, daß diefer nur an der Ostseeküste hie und da brütende Bogel Opfer einer Zeit macht, die unbedingt durchgreifende Wandlungen Unter sehr starker Beteiligung aus allen Teilen des Reiches hat in furzer Zeit bei uns aussterben würde. Die Naturfreunde haber fordert. Des Buchhändlers Ende, so grausam es sich im einzelnen in den letzten Tagen der Deutsche Werkbund in Weimar seine dies- deshalb ihr Augenmerk auf die Erhaltung des Kormorans gerichtet, Falle abspielen mag, aber wird erweisen, daß er eine Erscheinung jährige Tagung abgehalten. Die Bauhaus- Ausstellung bildete den und es scheint jetzt in der Tat, daß die Erhaltung des Kormorans ist, die überwunden werden kann. Der Buchhändlerrabatt beträgt Hintergrund der lebhaften Aussprache über die künstlerische, erziehe- vorläufig gesichert ist. So teilt der Forstmeister Gieseler in Taber30-40 Broz. Man denke, vom Buchpreis entfällt ein Drittel rische und technisch- ökonomische Lage der deutschen Kunst- und Hand- brück bei Osterode( Ostpreußen) mit, daß auf dem Lindenwerder in und mehr auf den Zwischenhändler, in den Rest müssen Autor, wertsentwicklung. Der Leiter des Bauhauses, Walter Gropius, Mahrungsee letthin 39 Kormorannester festgestellt werden konnten; Berleger, Papierlieferant, Buchdrucker, Buchbinder und Transport Biele; in der sehr lebhaften Aussprache, die ebenso entschlossene An- nie betretene kleine Insel in dem abgelegenen See ist überhaupt eine gab eine programmatische Darstellung seines Versuches und seiner im Jahre 1921 waren es nur sechs. Die dicht bewaldete und fast sich teilen. In der hohen Rabattzahl liegt kein Bucher. Der Buch- griffe als starte Zustimmung zu Gropius' Werk brachte, sprachen wahre Zufluchtsstätte für feltene und gefährdete Bogelarten. Man händler muß nicht unbedingt reich werden, nein die hohe RaKünstler, Handwerker, Industrielle, Anhänger alter und neuer Rich findet dort Horste von Seeadlern und Fischreihern, ferner in den battzahl ist nur ein Zeichen für die schlechte Dekonomie des Gewerbes. tung. Das Ergebnis faßte der 2. Vorsitzende des Deutschen Werf. Wäldern, die den See umgeben, den sehr seltenen, im Walde nistenDer Bücherkäufer trägt nicht nur die Produktionskosten einschließlich bundes, Bruckmann, dahin zusammen, daß der Deutsche Werkbund den Schwarzstorch. den Wanderfalten und andere lebende NaturBerlegerrififo, sondern auch das Buchhändlerrisiko, das im Wertlos- die Weiterführung der Gropius- Arbeit moralisch und fachlich stützen denkmäler. Der Besizer, Amtmann Görz auf Ziegenberg, ist ein merden eines großen Teils des Lagers besteht. Das ließe sich ver- merde. Denn obwohl bei Einzelheiten des Hauses" die fünstlerischen eifriger Naturschüzer, ebenso der bereits genannte Forstmeister Giesemeiden, wenn der Sortimenter verschwindet und der Käufer Meinungen weit auseinander gingen und die Neigung zum Un- ler. An der Ostsee gibt es in Pommern noch einige Kormorannist direkt vom Berleger bezieht. gewöhnlichen etwa bei der ausziehbaren Lampe, den großen stätten, doch hält man darauf, daß diese in weiteren Kreisen nicht erst Drehfenstern aus Spiegelglas und dergleichen, das Fehlen von Bor- befannt werden, weil sonst Störungen durch Eiersammler und Wildhängen und Bildern als Aeußerung von überkonstruktiver Gesinnung, freoler zu befürchten sind. als Ueberbetonung des verstandesmäßigen Charakters fritifiert Spielplanänderung. Die Uraufführung von Schneeflōdchen" wurde, fand im ganzen die Leistung und das Ziel von Gropius in der Boltsoper muß von Sonnabend auf Donnerstag, den 27. September viele Billigung. Die Beteiligung von Künstlern wie Obrist, Riemer- verlegt werden. Dafür:„ Lohengrin". schmied, Bartning, Henning von der radikalen Seite, dann von Hand- Aus der Bühnenwelt. Die Truppe", die neugegründete Schaus werfern wie Schramm und Martens, von Fabrikanten, von Kunst- spielergenossenschaft, wird bereits von Desertion bedroht. Johann Sofer, fritikern hob die vielstündige Debatte auf eine Höhe, die an die stik Kestner, Paul Bildt wollen nach Ablauf ihrer Verpflichtungen besten Werkbundzeiten erinnerte. In der Mitgliederversammlung ausscheiden. fam es zu lebhaften Erörterungen über die Arbeit und Gesamt- Das Schloßpark Theater in Berlin- Steglitz wird unter der Direks haltung der Werkbundleitung. Der Vorstand, der bemüht sein muß, tion Albert Bertholds am 20. Sept. mit einer Neuinszenierung von Goethes junge Kräfte in sich aufzunehmen, wurde durch Vorschläge aus der Faust I eröffnet. Der Stil der Aufführung wird auf die Art der mittelBersammlung, namentlich durch eine Anzahl von Künstlern jüngerer alterlichen Holzschnitte gestellt sein. Richtung, ergänzt. Neu treten in den Vorstand ein u. a.: Prof. Friedrich Lehrs in Königsberg, Hans Scharoun in Insterburg; Joh. Martens, Architekt und Keramiker in Bunzlau, Kurt Elfter in Dessau, Stadler- Paderborn, der Stettiner Museumsdirektor Riezler, Generalder Bildhauer Albiter in Dresden, Stoffregen- Berlin, Bernard Man wende nicht ein, das ginge nicht. Es geht schon jetzt. Jeder ernsthafte Bücherkäufer wird wissen, daß man 50 Proz. der Werte nicht auf Lager findet, sondern erst durch den Buchhändler bestellt. Das könnte doch ebensogut direkt beim Verleger geschehen. Nebenbei mögen im vornehmen Westen für die, welche Bücher wie andere Luruswaren laufen, die in die Buchhandlung gehen, ohne zu wissen, was sie eigentlich wollen, immerhin ein paar Sortimenter bestehen bleiben. An alle anderen Käufer kommt der Berleger durch Ausbau der schon jetzt üblichen Mittel Anzeigen, Rezensionen, Musterlager in größeren Städten usw.- heran. Organisationen sind nicht nötig. Alles kommt von selbst, wenn sich der Verleger entschließt, dem direkten Käufer denselben Rabatt zu gewähren wie dem Vermittler. Auf einen Klassenkampf zwischen Berleger und Sortimenter läuft der Vorschlag hinaus. Zum Wohle des ernsthaften Buchfonsumenten ntuß er durchgeführt werden. Die Forderung ist auf keine Weise utopisch. Sie verlangt nicht mehr, als daß gewisse, schon jetzt vorhandene Keime zum Ausreifen tonful Roselius- Bremen. kommen. Viele wissenschaftliche Verleger räumen den Autoren das Angenommen wurde eine Resolution gegen die mechanische AnRecht ein, ihren Schülern die Bücher zu ermäßigtem Preis zu bemendung der Lohnsteuer. Eine zweite Resolution begrüßt die forgen. Ein anderer Berleger verschickt heute Prospekte, in denen Schaffung der Notoemeinschaft der kun ft" als wertvollen er ankündigt, daß er bei einer Einzahlung bis zum so und so vielten Versuch, das deutsche Kunst eben in der. Katastrophe zu stüßen. Der Vorträge. Theodor Stiefenbofer veranstaltet im Rahmen der Humboldt- Hochschule einige Dichterabende; zum Vortrag gelangen Nietzsche, Tagore, Dante, Hölderlin und Stefan George. Anschließend findet ein„ Faust3yklus" in fünf Abenden statt. Die Wiederaufnahme der Arbeiten im Grabe des Tutankhamon. Der englische Aegyptologe Howard Carter, der mit dem verstorbenen Lord Carnavon zusammen die Schäze im Grabe des Pharao Tutankhamon ent deckte. wird demnächst die Ausgrabungen im Tal der Königsgräber bet Quror wieder ausnehmen. Anjang Oktober hofft Carter zu der letter Aammer des Grabes vordringen zu können, um den Sarfophag zu untersuchen, in dem man die Mumie des Pharao zu finden hofft. veutschlanüs Lage verzweifelt. London, S«p!ember.(SBIB.)„Poll Mall Gazette" beginnt heute mit der Veröffentlichung einer Artikelserie ihres nach Deutschland entsandten Sonderberichterstatters über die dortig« Lage. Der Beobachter kommt zu dem Schluß, daß die Lage Deutschlands ver- zmeisslt ist und daß keinerlei Anzeichen für eine Aenderung zum Besseren vorhanden sind, Ü- Poincare und Baldwin frühstücken morgen, Mittwoch in Paris beim englischen Botschafter. Am kommenren Sonntag spricht Poin- rare bei drei Einwcihungsfeiern, eine davon übrigens im blut- gedüngten Priesterrvald, Paris, 18. September,(MTB.) Zu der bevorstehenden Zu- sammenkunft zwischen Baldwin und Poincare schreibt„Petit Parisien": Die Begegnung dürfte nicht lediglich den Charakter eines einfachen Höflichkeitsbesuches haben; freilich dürfe man von dieser Unterredung auch nichts erhoffen, was sie nicht bringen könne. Nur einige Wochen, sagt das Blatt weiter, trennen uns von dem letzten Notenaustausch, der die Uneinigkeit der französischen und englischen Negierung über die Gesamtheit des Reparations- Problems und der Ruhrbesetzung offenbart hat. Seit dieser Zeit bat sich keine Taksache von irgendwelcher Vedeukung ereignet. Die Verhandlungsangebote, die in der letzten Zeit von Berlin gekommen seien, seien kein Ereignis, da der deutsche Reichskanzler versäumt hob«, zu äußern, daß er bereit sei, den passiven Widerstand bedingungslos aufzugeben Da sich die Lage nicht geändert habe, könne man nicht ersehen, inwie- fern Poincare oder Baldwin ihre Stellung ändern könnten, aber es sei gut, daß sie sich kennen lernten. Nach dem„Petit Parisien" soll Baldwin den Männern seiner Umgebung erklärt haben, man könne die Entente nicht so wieder aufrichten, wie sie sein sollte, wenn man nicht damit beginne, die Beziehungen des Bertrauens zwischen der englischen und der französischen Regierung wiederherzustellen, die die englisch- französische Freundschaft vor und während des Krieges so mächtig gemacht hätten. Die ehemaligen Beziehungen seien ins Wanken geraten, man nmsse sie aufs neu« herstellen, wenn man wolle, daß die Zukunft besser werde. London. 18. September.(MTB.)„Westminster Gazette" schreibt, es könne nicht erwartet werden, daß zwischen Baldwin und Poincare«ine ernste Erörterung des Ruhrproblems stattfinde, denn aus den letzten Reden Poincarcs gehe hervor, daß die Aussicht aus ein Uebereinkomme« so gering wie nie sei. Es fei anzunehmen, daß Baldwin nach seiner Rückkehr das Kabinett einberufen werde.— Ebenso pessimistisch schreibt der „Daily Telegraph"._ primos diktaturprogramm. Madrid, 17. September.(EP.) General Primo de Rivera hat Preffevsrtretern eine Erklärung abgegeben, worm er unter anderem sagte, daß er nicht die Absicht habe, dem italienischen Faschismus nachzuahmen, obwohl er persönlich au» der Tätig- feit Mussolinis wertvolle Lehren geschöpft habe. Was Marokko anlange, werde er nicht gestatten, daß über d-ese Angelegenheit zu viel gesprochen werde. Ein Problem, das durch die Waffen und durch die Diplomat!« gelöst werden müsse, könne nicht dadurch ge- Winnen, daß es vor die Oeffentlichkeit gebracht werde.. Er habe keine Lust zu erschießen. Wenn aber das Gericht einen Schuldigen zu einer Strafe verurteilen würde, so werde er dieses Urteil voll- strecken. In Marokko werde die neue Regierung sofort eine Offensive eröffnen, und zwar im Abschnitt von Melilla. Sie werde den Vertrag m:t Raisuli aufrechterhalten, aber mit Abd el Krim keinen Vertrag abschließen. Die Regierung werde Wahlen zu einem neuen Parlament vornehmen, deffen Auftrag es sein nxrde, Spanien ein« neue Ordnung zu geben. Um im Innern die Ordnung aufrechtzuerhalten, werde die Regierung eme Bürger- wehr von 450 000 Mann organisieren. Die Regierung werde nicht gestalten, daß die Bande, die das spanische Vaterland zusammen- lialten. gelockert werden.(Dies richtet sich gegen die Autonomisten Kataloniens, Red.) Für ganz Spanien dürfe es nur eine Fahne geben, nämlich die spanische, General Rivera erklärt« am Montag den Zeitungsdirek- torcn, daß seine Regierung das Ziel verfolg«, die Gewohnheiten und Methoden des spanischen politischen Lebens volkständig zu ä n d e r n. Die von ihm geleitete Bewegung sei nicht deutschenfreundlich(wie der geflüchtete Außenminister Alba in Frankreich behauptet haben soll. Red); es sei bekannt, daß er während des Krieges franzosenfreundlich gewesen sei. Er besitze die französische Ehrenlegion und sei auf diese Auszeich- nung stolz. Er habe während des Krieges fortwährend die von Deutschland angewandten Methoden getadelt und sei noch jetzt überzeugt, daß Frankreich und die Alliierten kämpften, um das Recht und die Gerechtigkeit zu verteidigen. Er habe bei Prüfung der Handelsverträge zahlreich« Mißbräuche festgestellt, z. B, sei der Handelsvertrag mit den Vereinigten Staaten ganz u n z u- lässig. Wenn man bedenke, daß ein spanisches Parlament einen solchen Vertrag gutheißen konnte, so müsse man erkennen, daß die Auflösung dieses Parlamentes«ine ganz unentbehrliche Maß- nähme gewesen sei. Ter Ministerpräsident stellt sich.„ San Sebastian. 18. September.(TU.) Ministerpräsident Carcia Prieto hat an General Primo de Rivera geschrieben, daß er sich von den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen reinwaschen wolle. Er verlange unverzüglich von irgendeinem Gericht, wegen dessen Zusammensetzung er keine Vorbehalte mache, abgeurteilt zu werden. Er beeile sich, mit seiner Familie nach Madrid z u r ü ck z u.- kehren. f Amtliche Devisenkurse. 3 Holland. Gulden. 3 urgent, Pap,»Peso 1 belgischer Frank. 3 vorweg. Krone.. 3 dänische Krone. 1 schwedische Krone 1 sinnische Mark.. 1 japanischer Den. 1 italienische Lire. 1 Pfund Sterling. ll Dollar..... 1 französisch. Frank 1 brasilian. Milreis 1 Schweizer Frank 3 svanische Peseta. 100 österr.Kr. igest.) 1 lschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jug'oslaw. Dinar. 18. September verkäuser Käufer» (Geld») Kur» 58852500 40276500 7182000 23940000 273 32000 39700500 3990000 71820000 6583500 678300000 149606625 8578500 14403750 26334000 20149500 214462 4488750 7880 1416450 1596000 (Brief.) Kurs 59147500 49523500 7218000 24060000 27268000 39899500 4010000 72180000 6636500 681700000 150375000 8621500 14637250 26466000 20256600 215538 4511250 7920 1428550 1604000 17. September Käufer Terkäufer (Geld.)!(Brief.) Kur« Kur» 51870000 42392500 6284250 21147000 23740500 36112000 3551100 64339000' 5785500 598500000 131869500 7581000 129675000 23541000 17755500 187530 3990000 7182 1276800 1416�50 52170000 43107500 6315750 21253000 23859500 35288000 3568900 (34561000 5814500 601500000 132530500 7610000 130323000 23659000 17844500 188470 4010000 7218 1283200 1423550 Keiner kann kaufen. Die Not steht uns bis zum Halse. Unsere Währung liegt in deli letzten Zügen und fluchtartig vollzieht sich die Abkehr von der Marl. Die Millionen schwinden uns aus den Fingern. Gehen wir ein- kaufen, merken wir, daß wir nur Nullen sind und Nullen haben, In den Geschäften, die nicht Lebensmittel führen, sehen wir nur Täfelchen mit Zahlen, die„malgenommen" werden. Doch derartige Anstrengungen muten wir unserm Kopfe gar nicht mehr zu. Rauflustig ist man schon, aber man hat kein Geld, schaulustig ist man auch, doch wagt man heute kaum mehr in ein Warenhaus zu gehen; denn darin herrscht jetzr ein« eigentümliche Lust. Früher ging man ungeniert durch soundsoviel Etagen, schaute und schaute und wurde selbst kaum angeschaut, schob und wurde geschoben. Heut« ist man sogleich allgemeiner Augenpunkt. Mehr als eine kleine Der- käuferin fragt freundlich nach Wunsch und Begehr. Mehr als ein Herr ist liebenswürdigerweise bereit, einem den Weg zu zeigen. Es wird einem ganz beklemmend zumute, es kommt einem vor, als würde man verfolgt, in Wirklichkeit ist jedoch alles dies weil man der Kunde ist. Leer ist dos Kaufhaus, leer in allen Etagen, nur vor dem Lebensmittetstond steht man einige Frauen. Ein Herr, sicher etwas Höheres, setzt neue Preise fest, ein« Verkäuferin nimmt von den Preiserhöhungen schriftlich Notiz. Sonst träumt man vor sich- hin, Wiffenswertes mitzuteilen hat man nicht mehr, es ist gegenwärtig genügend Zeit vorhanden, um sich auszusprechen. Soll man ein Buch lesen? Das macht einen zu schlechten Eindruck. Ein Fräulein ulkt: „Es geht doch nichts über ein ruhiges Geschäft". Aber sie schluckt beinahe weinerlich dabei, sie will ja auch nur zeigen, daß sie den Galgenhumor noch nicht verloren hat. Unerschwingliche Kohlen- Holöpreise. Drohender Zusammenbruch der städtischen Werke. Der Mogistrat hat, wie wir heute früh mitteilten, beschlossen, für die gesamten städtischen Werke eine städtische Aktiengesellschaft zu schaffen, doch ist es noch dem augenblicklichen Stande der Dinge sehr fraglich, ob man in einigen Wochen noch seitens der Stadt in der Lage sein wird, die Werk« überhaupt erhalten zu können. Die Berliner Elektrizitäts-, Wasser- und Gaswerte befinden sich in einer Krise, die so ernst ist wie keine der vorangegangenen. Bekanntlich sind die Werke vollkommen von der Kohlenbeliese- rung durch die rheinisch-westfälischen und die früher oberschlesischen, jetzt polnischen Gmiben abhängig. Die Zechen verkaufen die K o h le nach Goldpreisberechnung und verlangen allwöchentlich Vorauszahlungen, ehe die Lieferungen ausgeführt werden. Die Tariferhöhungen in den letzten Wochen, die infolge des rasenden Morksturzes nölig waren, um wenigstens den größtefl Teil der Werksausgaben zu decken, haben jedoch schon jetzt die Wirtschaftlich- keit der Betriebe in einer Weise beeinflußt, die für die Zukunft die schwersten Bedenken als gerechtfertigt erscheinen läßt. Bei den Gas- und Eelektrizitätswerken ist der Konsum um über 25 Proz. gegenüber den Bormonaten zurückgegangen, ob- wohl im Monat September, wenn die Tag« ansangen, kürzer zu werden, sonst eine nicht unerhebliche Steigerung des Verbrauchs ein- zutreten pflegt. Hierzu kommt ober auch eine Stockung der Zahlun- gen. die in dieser Zeit der rasenden Teuerung zwar verständlich ist, die aber auf der anderen Seide die Finanzen der städtischen Werke und darüber hinaus auch der privaten Gasbetriebsgesellschaft zer- rütten muß, wenn nicht grundlegend eine Aenderung in der Kohlen- beschofsung und in der Bezahlung dieses wichtigsten oller Roh- Produkte eintritt.— Die Dinge liegen so. daß in absehbarer Zeit weder die städtischen Werke noch die private Gas- betriebsgefellschast in der Lage sein werden, die Goldmor'k betröge für die Kohlenbeschasfung auf- bringen zu können, und die natürliche Folge wäre dann, da die Zechen vorläufig sich nicht zu Krediten verstehen wollen, der Zu- sawmenbruch dieser lebenswichtigen Unternehmungen. Die Werks- leitungen haben sich, wie wir hören, nochmals mit einem Hilfe- ruf an den Reichskanzler, den Reichswirtschaftsminister und den Reichskohlenkommissar gewandt und unter Darlegung aller dieser Gründe darauf hingewiesen, daß die Goldpreisberechnung für die Kohle das Ende der Wirffchaftlichkcit aller dieser Unternehmungen bedeutet. Bei dem augenblicklichen Dollarstand, der notwendiger. weise ein« Verdoppelung der Werktarife bedingt, da die letzten Kol- kulationen auf einem Dollarkurs von 100 Millionen ausgebaut waren, müßten die städtischen Werke und die privaten Gesellschaften ihre Preise für diese Woche um weitere 100 Proz. herauf- setzen. Es liegt klar auf der Hand, daß eine solch« Maßnahm« von der gesamten Verkraucherschaft nicht mehr ertragen werden könnte. Ei« Zentner Briketts zirka SV Millionen. Infolge der ob 17. d. M. eingetretenen Erhöhung der Zechen- preise und Bahnfrachten ist eine entsprechend« Heraufsetzung der Kleinverkaufspreise für Briketts und Koks erforderlich geworden. Diese stellen sich vom 18. d. M. wie folgt: Küchen und Ofenbrand je Zentner Briketts ab Lager 47 620 000 M., frei Keller 49 760 000 M., Gaskoks ab Loger 116 910 000 M., frei Keller 119 370 000 M. Markenfreies Brot fast 10 Millionen Mark. Wie der Zweckverband der Bäckermeister Groß-Berlins mitteilt. beträgt der Preis für das»markenfreie Brot ab Mittwoch, den 19. September. 9 800000 Mark und für die markenfreie Schrippe 450000 Mark. Die Preise für die übrigen Gebäck- sorten werden entsprechend erhöht. So kostet z. B.«in Stück Blech- kuchen 1 Million Mark. Wie man einen Arbeiter behandelt. Ein von der Berliner Malersirma Fischer u. Naß(Lin- bauet Str. 8) wegen angeblichen Arbeitsmangels entlassener Ge- hilse hat bei dem Versuch, in den Besitz seines Steuerbuches zu ge- langen, merkwürdige Erfahrungen gemacht. Da die bei der Eni- lassung versprochene Herausgabe des Steuerbu ch s reichlich drei Wochen später noch nicht erfolgt war, schrieb er an die Firma aus einer Postkarte:„Ersuche Sie, sofort mir mein Steuer- buch zuzuschicken. E» dürfte Ihnen ja bekannt sein, daß Sie bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses sofort Geld und Papiere- zu übergeben haben. Jetzt sind bereits drei Wochen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verstrichen und ich habe bis heute weder Mar- ken noch Steuerbuch erhalten. Sollte ich bis Freitag abend nicht im Besitze desselben sein, werde ich andere Schritte unternehmen und Sie für die Schäden, oi« mir entstehen, verantwortlich machen." Am folgenden Tag« traf bei d-m Wartenden ein Brief ein, er ließ ihn aber wegen unvollständioer Frankierung zurückgehen, da er das hohe Straiporio nicht zahlen wollte. Nach weiteren drei Tagen kam dann seine Postkarte an ihn zurück, aber zerrissen und mit einem daruntergeschriebcnen„Flegel" Der Unterzeichner hat recht daran q?tan, picht? weiter hinzuzu fügen. Die so zurückgesandt« Postkarte genügte zu seiner Kenn Zeichnung. Keine Arbcitsaussichten in Japan. , Bon der japanischen Botschaft in Berlin werden wir um Veröffentlichung de? Folgenden gebeten:„Die japanisch« Botschaft gestattet sich, mit Rücksicht auf mehrfach hier eingehende Anfragen von Ingenieuren, Architekten, Tech- nikern, Arbeitern usw. wegen eventueller Beteiligung an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiet« in Japan die Bitte an Sie zu richten, in Ihrem geschätzten Blatt« in geeigneter ZPeis« gütigst bekanntgeben zu wollen, daß nach hier vorliegenden amt- liehen Nachrichten die Wiederoufbauarbeiten bereits im Gonge sind, und daß hierfür die einheimischen Arbeitskräfte völlig ausreichen." öerliner Räuber in öer Provinz. Ein Landjäger und ein Einbrecher erschossen. Ein schweres Feuergesecht spielte sich auf dem Gute Gösch- Nitz bei Guben ab. Es wurden dabei ein Landjäger und einer der Verbrecher erschossen, ein zweiler Landjäger schwer verletzt. Von der fünfköpfigen Verbrecherbande wurde« zwei weitere sestgenommen. Ueber die folgenschwere Schießerei erfchren wir noch folgende Ein- zelheitcn. In der Nacht zum 14. d. M. drang eine Einbrechcrbonde in die Gutsräume von Göschnitz ein und stahl über 200 Milliar- den S i l b e r s a ch e n. Mit der Beute suchten die Vcrbrcckzec sofort das Weite. Da der Einbruch jedoch rechtzeitig entdeckt würbe, konnte sofort eine Verfolgung der Fliehenden ausgenommen werden, und es gelang den Beamten auch, alle fünf Verbrecher auf dem Bahnhof Göschnitz zu umstellen. Die Verhafteten wurden in das Stationsgebäude geführt, um dort einem Verhör unterzogen zu werden. Dabei zog einer der Verbrecher ganz plötzlich einen Re- nolver und schoß einem Landjäger eine K'ugel in den Kops, so daß dieser plötzlich zusammenbrach- Ein zweiter Land- jäger wurde ebenfalls durch einen Schuß schwer verletzt. Trotzdem vermochte dieser noch seine Dienstpistole zu ziehen und auf die'Äer- brechcr, die jetzt wiederum die Flucht ergriffen, mehrere Schüsse ab- zugeben. Einer wurde auch getroffen und brach tot zusammen- Von den Fliehenden konnte der 35 Jahre alte Eduard Walezeck aus der Langen Straße zu Berlin von Eisenbahnbeamvcn noch gestellt werden. Di« übrigen entkamen mit einem Kraftwagen. Jedoch die Polizeibehörde stellte sich sofort mit der hiesigen Kriminal- polizei in Verbindung, und dieser gelang es, gestern abend um 10 Hör ein weiteres Mitglied der Band« in einem Lokal in der Modaistraße aussindig zu machen und festzunehmen. Es ist dies ein 24 Jahre alter Arbeiter Franz Kolzack, der sich wohnungsios in Verlin umhertrieb. Er besaß noch über 1 Milliarde bares Geld. Er gibt an, erst vor einigen Tagen aus dem Ruhrgebiet hierher gekommen zu sein. In Wirklichkeit aber gehört er zu einer jener Banden, die sich in Berlin zusammenrotten, um dann irgendwohin aufs Land zu ziehen und Gutshäuser zu überfallen und auszuplündern. Oer gestohlene Möbelwagen. „Siaaksanwalts König" lehker Streich. Der berüchtigte Fuhrwerksdieb Lange, der unter dem Namen eines„Staatsanwalt König", wie erinnerlich, vor einiger Zeit seine Flucht aus dem Gefängnis bewerkstelligt hatte, indem er den ihm begegnenden Gefängniswärter einfach im Vorbeigehen zu- rief:„Ich bin der Staatsanwalt König", gab wiederum ein Gast- spiel vor der Strafkammer des Landgerichts Ii. Lange hatte zusammen mit dem Arbeiter Paul Schur einen beladenen Möbelwagen der Firma Pfaff mitsamt den Pferden ge- stöhlen. Der Möbelwagen hielt vor einem Hause in der Uhland- straße und war mit einer Eßzimmereinrichtung von hohem Wert beladen. Als die Arbeiter ein Möbelstück in das Haus trugen, schwangen sich die beiden Angeklagten auf den Bock und fuhren in so schnellem Tempo davon, daß ein Sessel aus der offenen Tü� herausfiel und in Trümmer ging. Das Fuhrwerk wurde nach Lichtenberg in den Wendischen Volksgarten gebracht. Hier wurde ein Pferd geschlachtet und der Wagen wurde in einzelne Teile zerlegt und als Altmaterial verkauft. Die Einrichtung kaufte der Inhaber des Volksgartens, der Gastwirt Müller für zwei Millionen Mark, obwohl der Wert 35 Millionen betrug. Das andere Pferd stellten die beiden Diebe im Musikpavillon unter. Dieser Umstand wurde ihnen aber zum Verderben, denn durch das Wiehern des Pferdes wurde man aus den eigenartigen Stall aufmerksam. Lange und Schur hatten sich nunmehr wegen Diebstahles und der Gastwirt Müller und sein« Ehefrau wegen Hehlerei zu verantworten. Die Angeklagten Lange und Schur kamen mit dem großen Unbekannten und wollten das Gespann und die Einrichtung von einem„Fremden" zum Kommissionsverkauf erholten haben. Für das Ehepaar Müller machten Iustizrat Hamburger und Dr. Iohanny zur Eni- lostung geltend, daß die Diebe sich dem Gastwirt als Pferdehändler vorgestellt und behauptet hätten, die Sachen frei verlaufen zu können. Da das ganze Geschäft sich öffentlich abspielle, hätte das Ehepaar keine Bedenken gehabt, die Möbel zu kaufen. Das Gericht sprach die Ehefrau Müller frei, Müller dagegen erhielt wegen Hehlerei 6 Monat« Gefängnis. Lange wurde zu drei Iahren und Schur zu zwei Iahren Zuchthaus verurteilt._ Schachheim des Berliner Arbeiter-Schachklubs. Den Arbeiterschachspielern ist es gelungen, im Südosten Groß- Verlins, im Gewerkschaftshaus, aus eigenen Mitteln ein Schochheim zu eröffnen Es befindet sich im Saal 3 und ist an jedem Sonntag von vormittags 10 Uhr bis abends 10 Uhr geöffnet. Jedem Liebhaber des edlen Spiels ist dort Gelegenheit gegeben, sich in seiner Spielstärke zu vervollständigen. Für.Anfänger stehen Lehrmittel und ein« reichhaltig« Bibliothek zur freien Verfügung. An verschiedenen Sonntagen der kommenden Herbst- und Winter- spiolzeit werden Vorträg« am Wandbrett abgehalten, außerdem findet ein Eästeturnier statt, wozu Anmeldungen schon jetzt im Schochheim oder bei dem Unterzeichneten abgegeben werden können. Bei der Anmeldung ist ein Reugeld zu entrichten, das nach Beendigung samt- sicher Partien am Schluß des Turniers zurückgezahlt wird. Letzter Meldetag Sonnabend, den 13. Oktober 1923. Erster Spieltag Sonn- tag, den' 14. Oktober 1923. Gespielt wird nach den Regeln und Be-' dingungen des Deutschen Arbeiter-Schachbundes. Bon der Schach- heimlei'tung sind dazu mehrere wertvolle Bücherpreise ousersehen. Das Turnier ist offen für jeden Schachspieler, weicher noch keinem Schachverein angehört. Die Mitglieder des Berliner Arbeiter-Schach- klubs sind verpflichtet, auf dieses Turnier hinzuweisen und lebhaste Propaganda dafür zu entfalten. Darum, Kopf- und Handarbeiter, heraus aus den bürgerlichen Dereinen. Abteilungen des Klubs be- finden sich in allen Stadtteilen Groß-Berlins. Nach Bedarf werden Neueröffnungen vorgenommen. Jede gewünschte Auskunst erteilt der Leiter des Schachvereins Richard Scholz, C. 25, Alexanderstr. 9. Berliner Arbeiter.Schachkwi. Abt.„Süden'. Der Abteilungsspielndend befindet sich jeden Doiuierstag 7 Uhr im Lokal Geisler, Woldemarstr. SS. Für Anfänger Unterricht in Theorie und Praxi» kostenlos. Anmeldungen und Neuausnahmen«innen an jedem Spielabend stattfinden. Spieler-Razzia. Aus Anlaß des im Humboldthain in letzter Zeit sich breitmachenden Spielerunwescns unternahm heute nachmittag gegen 5 Uhr die Kriminalpolizei unterstützt durch Schupo und Verwaitungspolizei im 5zumboldthain eine Razzia. Es wurden 102 Personen zwangsgestcllt, 7 Bankhalter und ein steckbrieflich Ge- suchter dem Polizeipräsidium eingeliefert. Spielgerät und 87 Mi!- lionen Mark wurden beschlagnahmt. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Zeitweile heiler, jedoch überwiegend hewölkt mit wiederholten Regensällen bei ziemlich irischen westlichen Winden. Sroß-Serüner PaeteinachrichLen. ll. Kreis Schvu-ber«! Heute, Dienstag, abends 7>/z Uhr, bei König, Feurig. Ecke Prinz-Seorg.Strqtze, Eigung der geiiungskommission. Gewerkschaftsbewegung. schen Landarbeiterverbandes zum Ausdrud tommende Ueberzeu- durch die ungehemmte Betätigungsmöglichkeit im Sinne ihrer wahne gung des Landproletariats, daß die Befreiung der gesamten 2r- mizigen Parolen zu haben. Einzig und allein diese Tatsache erklärt beiterflasse nur möglich ist, wenn alles, was Arbeitnehmer heißt, die Bekämpfung der Kommunisten durch die Verbandsinstanzen. ungeachtet aller Berufsunterschiede, sich zue inem einheitlichen Daß der übergroße Teil der Mitgliedschaft Verständnis für diese Streben zusammenfindet. Einstellung hat, beweist die Tatsache, daß es den Kommunisten so fation zu gewinnen. gut wie nicht gelungen ist, wesentlichen Spielraum in der Organi und behandelte als ersten Bunkt den Gefchäftsbericht des Der Rongreß trat hierauf in die eigentliche Tagesordnung ein Berbandsvorstandes. Der Bericht liegt gedrudt vor und wird vom Berbandsvorsitzenden Georg Schmidt erläutert. Der Deutsche Landarbeiterverband ist ein Kind der Revolution. Als erfreuliches Zeichen in der letzten Zeit ist die Gründung zahlreicher fozialdemokratischer Organe für die Landbevölkerung Entschließung der freigewerkschaftlichen Betriebsräte. Die gestern abend im Gewerkschaftshause tagende Generalversammlung der Betriebsräte nahm ein Referat Emil Barths von der Freigewerkschaftlichen Betriebsrätezentrale entgegen. Der Redner bezeichnete die Situation als ungeheuer. So wie bisher gehe es nicht weiter. Das Proletariat in seiner Gesamtheit müsse unverzüglich eine Alenderung der Berhältnisse erstreben. Er mies die Behauptung einiger Regierungsvertreter zurück, monach in Deutschland die Löhne zu hoch sind. An der Hand graphischer Darstellungen war es Barth leicht, dieses Phantasiegebilde zu zerpflücken und die wirklichen Produktionserträge der letzten Jahre nachzuweisen. Das Verhältnis zwischen Lohn und Gewinn bildet einen so großen Kontrast, daß nur von einer unerhörten Profitfucht der deutschen Unternehmer gesprochen werden kann. Weil die Löhne nicht mehr ausreichen, um des Leibes Notdurft zu befriedigen, ist ein Rüdgang im Verbrauch an Nahrungsmitteln zu verzeichnen. Ein Gegenstüd dazu ist das Geminnftreben unserer Rapitalisten. Daß die Produktion ziemlich auf der Höhe ist, dafür spricht auch die Tatsache des beträchtlichen Rohlenverbrauchs. Die gemeinsame Rampffront der Arbeiterschaft als Klaffe herzustellen, muß daher bas Ziel unferes Strebens sein. Um in der Repaartionsfrage zu einer Lösung zu tommen, muß man fonfrete Borschläge machen, so wie sie dem Empfinden der breiten Massen des deutschen Bolkes entsprechen. Dazu bedarf es der schärfften Heranziehung des BeDie Organisation glaubt für die verflossene Berichtszeit das fizes. Das Proletariat muß sich darüber flar werden, daß es die Recht für sich in Anspruch nehmen zu dürfen, dazu beigetragen zu haben, von der deutschen Landwirtschaft tiefgehende Erschütterungen lebendige, Berte schaffende Straft ist. Aus dieser Erkenntnis heraus des Wirtschaftslebens abgewehrt zu haben. Nach Abschluß der feine Tätigkeit und spricht ihm das Bertrauen aus." muß gemeinsam der Kampf um die Erringung der politischen und 2. Generalversammlung wurde die Reichsarbeitsgemein. Die Beratungen werden auf Dienstag vertagt. wirtschaftlichen Macht geführt werden. Nur so fönnen sich Handel fchaft land- und Forstwirtschaftlicher Arbeitgeber und Arbeitund Wandel heben und Arbeitsfreudigkeit wiederkehren. Das Mitnehmervereinigungen gegründet. Wir haben uns an dieser Grüngefühl mit allen Arbetinehmern gebiete es, daß man jeden ein- dung beteiligt. Die Beteiligung erfolgte aus dem Bewußtsein herzelnen in dieser schweren Zeit vor völliger Arbeitslosigkeit und aus. alles aufbieten zu müssen. Wirtschaftskämpfe in der Landwirt- Der Sattler, Tapezierer und Portefeuillerverband hatte eine Damit verbundener moralischer Depression zu schüßen sucht. schaft zu vermeiden. Wir wünschten in der Reichsarbeitsgemein Arbeitslosenbersammlung am 12. September im Rosenfchaft den Boden zu finden, auf dem die fonfequente Fortfüh- thaler Hof zufammenberufen. In der Schilderung der Arbeitsrung der Tarifpolitit erfolgen foll. Die Arbeitgeber haben losen über die Notlage, in welche sie bei den sich überstürzenden den Begriff der Arbeitsgemeinschaft anders verstanden. Verhältnissen geraten sind, kam allgemein zum Ausbrud. daß die glauben in ihrem Rahmen den Gedanten einer eng firnigen Gewerfimaften auf schnellstem Wege Abhilfe zu schaffen haben. Berufspolitif fördern zu müssen. Sie wollen die Land- Die Gewerkschaftskommission babe sämtliche Gewerkschaften aufzu arbeiter fordern. fofort Arbeitslosenberfammlungen einzuberufen. In diesen find Arbeitslofenfommissionen zu wählen, die, zufammengefaßt, mit der Gewerkschaftskommiffion alle Schritte zu unternehmen baben, die notwendig sind, um sofort die dringendste Notlage der Arbeitslosen zu beheben und darüber hinaus das Arbeitslofenproblem als ganzes zu lösen. Sein Aufstieg war geradezu sensationell. Aus 8000 Mitgliedern am 31 buchen. Sie sind unserer Organisation eine bedeutsame Stütze Ende des Krieges wurden mehr als 650 000 gegen die Mitte des und tragen wesentlich dazu bei, ihren Einfluß in der ländlichen Jahres 1919. Daß ein derartiger Auffchwung Rüdgänge erwarten Arbeiterschaft zu erweitern. Mit dem Verband der Gärtner und dem Verband laffen muß, wird jeder mit der Gewerkschaftsbewegung einigerder Schweizer unterhalten wir die innigsten Berbindungen. maßen vertraute Mensch verstehen können. In der internationalen Landarbeiterbewegung stellt der Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein dürfen, um mit ihnen Kein Intereffe Deutsche Bandaarbeiterverband den tonangebenden Faktor dar. In zu einem Zusammenschluß zu fommen. finanzieller Beziehung muß gegen die Mitglieder des der Organisation darf uns größer sein als die Zusammenfassung Deutschen Landarbeiterverbandes die Anflage erhoben werden, ihre aller mit der Landwirtschaft verbundenen Arbeiterschichten. Eine Berpflichtungen der Organisation gegenüber nicht erfüllt zu große und geschloffene freigemerffchaftliche Bandarbeiterbewegung haben. Mit völlig unzulänglichen Beträgen glaubten weite Kreise ist der wirkungsvollste Rückhalt für die deutsche Republik.( Lebhafter der Mitgliedschaft die Organisation in einer Beit schwerster Jnan- Beifall.) nicht das Mittel, für den sozialistischen Befreiungs: Finanzgebarung feit der letzten Generalversammlung. Spruchnahme abfinden zu können. Sie sehen in der Organisation Der Hauptkassierer Boldt gibt einen Ueberblid über die tampf zu wirken, sondern glauben sie nur mit einer Lohnbemegungsmaschine vergleichen zu müssen. Nachstehende Resolution wurde einstimmig angenommen: In Erwägung, daß ein erneuter starter Martsturz, diesmal in Berbindung mit einer starf einsehenden Arbeitslosigkeit und einer beinahe die gesamten Betriebe umfassenden Kurzarbeit, das schon bestehente Elend zur Unerträglich feit zu steigern droht, daß burch die vorgeschlagenen Steuermaßnahmen dem allein nicht Einhalt geboten werden kann, daß die Boraussetzung zum Besserwerden die Räumung des Ruhrgebietes und somit die Lösung der Reparationsfrage ist, daß nur bei schnellster Lösung dieser Fragen der Zerfall des Reiches verhütet werden kann beschließt die am 17. September 1923 togenbe Generalversammlung der Frei gewertschaftlichen Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirt Groß- Berlin: 1. Die gesamten proletarischen Organisationen find verpflichtet, burch ein eigenes proletarisches Reparations. und Steuerprogramm die Reparations- und Ruhrfrage zur Lösung zu bringen. wertschaftsbundes vom 7. und 8. d. M. Sie In der Aussprache wird die Tätigkeit des Berbandsvorstandes bis auf geringe Ausstellung gutgeheißen. Folgender Antrag wird einstimmig angenommen: Die Generalversammlung bantt dem Gesamtvorstand für Arbeitslosenkommissionen. von dem Industrieproletariat trennen und damit einen Keil in die Reihen der deutschen Arbeiterbergung treiben. Eine solche Politit lehnen wir ab. Besinnen sich die Arbeitgeber nicht auf diefe eigentlichen Aufgaben der Reichsarbeitsgemeinschaft, ist ihr Bestand erschüttert. Die deutschen landwirtschofilichen Arbeitgeber müssen begreifen, daß wir in Deufch Die in der Versammlung gewählte, aus fedis Stolleaen be. land eine revolutionäre Umwälzung hatten, und das stehende Kommission hat, im Einverständnis mit ihrer Organi deutsche Bandproletariat nicht gewillt ist, fich in das alte Hörigkeitsfation, der Gewerkschaftskommission diese Forderung zu überreichen joch hineintreiben zu laffen. Die landwirtschaftlichen Arbeitgeber rühmen bei jeder Gelegenheit ihre Baterlandsfreudigkeit. Die Vaterlandsfreudigkeit wird am Lohnabkommen in der Müßenbranche zum rechtsverbindlichen fohn 80 937 840 m. Die Teilaffordlöhne sowie die der Behrmädchen erhalten gleichfalls 150 Proz. Aufschlag. Lehr: mädchen erhalten im 1. Halbjahr pro Woche 22 166 940 m., im 2. Halbjahr 26 397 560 m., im 3. Halbjahr 28 668 313 m., im 4. Halbjahr 38 066 608 m. 2. Die Versammlung stellt sich hinter die Forderungen wirkungsvollsten durch ihre Einstellung zu den neubeschlossenen Tarifvertrag. Auf den Lohn vom 8. September kommt ein Aufdes Ausschusses des Allgemeinen Deutschen Ge- Steuergesezen charakterisiert. Man spricht von unerfüllbaren schlag von 150 Proz Es erhalten demnach ab 10. bis 3. Zur Arbeitslosenfrage fordern die Versammelten darüber Berpflichtungen und übersieht, daß die ganze Haltung des land- 15. September: Gehilfen, Zuschneider und Dämpfer, Stundenlohn: wirtschaftlichen Unternehmertums feit der Revolution nichts anderes 2 380 890 M., Wochenlohn: 114 282 720 M.; Stepperinnen, Zuhinaus, daß Arbeiterentlaffungen in den Betrieben nicht stattfinden als einen systematischen Steuerbetrug darstellt, obwohl schneider und Handnäherinnen, Stundenlohn: 1 686 205 M., Wochendürfen, sondern eine allgemeine Stredung der Arbeitszeit zu erfolgen hat, wobei für die verfürzte Arbeitszeit ein Drittel feststeht, daß kein Zweig der deutschen Wirtschaft schwerer verdient hat als die Landwirtschaft. Die Regierungsstellen mögen diese des Lohnausfalls vom Unternehmer und ein Drittel vom Reiche Momente mit aller Deutlichkeit erkennen und hieraus die notwendi. gezahlt werden muß. 4. Für die dann noch verbleibenden Arbeitslosen ist eine Unter- gen Schlußfolgerungen ziehen. Sie müssen beweisen, daß sie nicht gewillt sind, mit ihrer Autorität spielen zu lassen. Berlangt man ftüßung in Höhe des Existenzminimums zu zahlen. Die Durchführung diefer Maßnahmen muß fofort durch die Re. Don der Landarbeiterschaft Arbeitspflicht, muß von den gierung erfolgen. Lehnt sie dies ab, so fordern die Bersammelten von den proletarischen Organisationen die Bildung einer gemeinjamen Regierung. Die Generalversammlung beauftragt den Bollzugsrat, verstärkt durch Kollegen der Generalversammlung, morgen norstellig zu werden bei dem ADGB, und AfA- Bund und den Zen tralen der politischen Barbeien, um dann übermorgen vorstellig 3u werden mit oder ohne Unterstügung der Zentralen bei der Regierung. Die Generalversammlung vertagt sich, um noch im Laufe dieser Woche das Berhandlungsergebnis entgegenzunehmen und dar über zu befchließen. Verbandstag der Landarbeiter. Magdeburg, den 17. September 1923. Heute vormittag 9% Uhr wurde hier die 3. Generalversamm lung des Deutschen Landarbeiterverbandes eröffnet. Der Eröff; nungsansprache durch den Verbandsvorsitzenden Georg Schmidt folgten die üblichen Begrüßungsreden. Von den Vertretern der Reichsregierung, die das Reichsarbeits-, das Reichsernährungs- und das Preußische Landwirtschaftsministerium vertreten, wurde die Notwendigkeit der landwirtschaftlichen Produktionsfteigerung mit besonderem Nachdruck hervorgehoben, hierbei aber betont, daß sie nur garantiert erscheint, wenn alles geschieht, reibungslos unter Bejahung des Tarifgedankens die Regelung der 2ohn- und Arbeitsverhältniffe zu erzielen. Der Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Genosse Silberschmidt, begrüßte die in der Stärke des Deut Erich Fuhrmann Handelsgerichtlich eingetragene Firma kaufen Gold-, Silber-, Platin- Bruch Zahngebisse BERLIN Gotzkowskystr. 13 Alle Artikel zum Kopp& Joseph Selbstrasieren Unternehmern Produktionspflicht Neue Kürschnerlöhne. Auf den Lohn vom 8. September 1923 tommt ein Aufschlag von 175 Broz. Demnach erhalten ab 10. bis 15. September: 1. Kürschnergehilfen und Gehilfinnen, welche die Gefellenprüfung abgelegt haben, im 1. Berufsjahr 1 782 000 m., im verlangt werden. Die Landwirte müssen daran erinnert werden, 3. Berufsjahr 2 022 000 m., im 5. Berufsjahr 2 695 000 m., bis zur was sie in ihrem vielgerühmten Hilfswerkplan der Deffentlichkeit höchstgrenze von von 3 322 000 m. 2. Hand und Maschinennähe zugesagt haben. Die Regierung wird bei solchen Schritten auf rinnen im 1. Berufsjahr 1 348 000 m., im 3. Berufsjahr 1637 000 bie tatfräftigte Unterstügung der freigemer Mart, im 5. Berufsjahr 2022 000 m., bis zur Höchstgrenze pon fchaftlich organisierten Landarbeiter zählen können. 2 503 000 m. 3. Berufsmäßige Klopfer werden nach den Säßen Gegen die Technische Nothilfe in ihrer heutigen Auf des Handelshilfsarbeiterverbandstarifs entlohnt. Kürschner, welche machung hegen wir die stärksten Bedenten. Uns ist bekannt, daß vorübergehend flopfen, erhalten den im Tarif.vorgelehenen Kürschnerdie Einsetzung der Nothilfe nur in Fällen dringenden NotJohn. Für die Pelzhutfabriken: Männliche Arbeiter ftandes erfolgen soll. Diese Verpflichtung tann aber nicht so( 3meder) 1 782 000 m., 1975 000 m., 2 214 000 m., bis zur Höchstmeit führen, daß sich die Technische Nothilfe als ausgesprochene grenze von 2 503 000 m. Weibliche Arbeiter( 3uarbeiterinnen) Streitbrecherorganisation betätigt und dazu beiträgt, 1301 000 m., 1 562 000 m., 1 782 000 m., bis zur Höchstgrenze von das Koalitionsrecht der Bandarbeiter zu sabotieren. Von der Re- 2571 000 m. Lehrmädchen im 1. Halbjahr pro Woche 8 663 000 M., gierung muß verlangt werden, daß sie endlich dazu übergeht, flar im 2. Halbjahr 11 407 000 m, im 3. Halbjahr 18 584 000 m., im Landwirtschaft angesehen missen will. Hierbei muß aber von ihr jeden Freitag statt. Am Lohntag wird der fällige Lohn und am und deutlich aufzuzeigen, was sie als Notstandsarbeiten in der 4. Halbjahr pro Woche 23 052 000 m. Die Verhandlungen finden beachtet werden, daß der Begriff Notstandsarbeiten nicht so weit nächsten Dienstag der vom Freitag errechnete ausgezahlt. führen kann, daß man einfach alle landwirtschaftlichen Arbeiten zu Notftandsarbeiten stempelt. Das würde nichts anderes als ein Raub des Streifrechts der Landarbeiter bedeuten. lendert sich nicht bald die Einstellung der Technischen Nethilfe, findet morgen, Mittwoch, abends 5½ Uhr, im großen Gaale der Bod. dann wird die Organisation, wenn es fein muß, mit den stärksten Mitteln hiergegen Front machen. Die Landarbeiterfreundlichkeit der Kommunisten spiegelt sich in ihrem wahnsinnigen Rampf gegen den Bestand der Organi fation und ihren Führern wieder, weil sie genau wissen, nur hierauch zerbrochene Stoff Reste- Haus Alte Gebisse 18 Kottbuser Damm 18 pro Zahn 1 Million bis 20 Millionen A. M. 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Verlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Zeitungspapier Adamynin- Rheuma- Nierenpastillen u. Nieren- Tee geb., kg 400000, Saus. Wein. flaschen unerreicht gegen 106/ 11* Impen Hafen Nieren- u.Blasenleiden Wefer Neukölln 178 Blaggefch.Reingaden Rheuma, Glcht und Wassersucht Fernipr.: Neut. 281. Adamynin- Tabletten sicher wirkend Schokoladen Neu eröffnet Günther& Co. Gallensteine gegen Gelbsucht, Leber- und veraltete Magenleiden von Aerzten als hervorragend anerkannt und empfohlen. In allen Apotheken erhältlich. Prospekte versendet kostenlos C. Adamy, Breslau X, Kreuzburger Str. 4 Alexanderstraße 36a Depot: Apotheke zum gekrönten Adler Eckhaus Kaiserstr. Berlin N. Auguststr. 60. Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Saupregpedition: Berlin, Lindenstr. 3. Baben. Prinzen. Bentrum: Aderstr. 174, am Roppenplag. Westen: Stegliger Str. 37, Ede Magdeburger Straße. 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Sichtenberg III, Friedrichsfelde: Frankfurter Allee 185, Laden, ftrake 58( Paben). | Spandau: Brohm, Achenbachstr. 7. Staaten: Böltel. Eichenwintel 16. Steglih: Fro ft. Düppelftr. 35. Südende: Ludwig, Salsteftr. 36. Tegel, Tegelort: Spieß. Tegel, Schlieperftr. 52. Seltow: Säfel, Ritterstr. 29. Sempelhof: Raiser Wilhelm- Str. 13. Sempelhof: Rambler, Sohenzollerntorso 5. Trebbin: öring, Bahnhofftr. 62. Treptow: Beis. Riefholaftr. 18b. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Weißensee: reunte, Gebenstraße 88. Wildan- Hoherleyme: Ru d. Lettow. 6. Bilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. Wilmerstorf: Schubert. Wilhelmsaue 27, Sof 1 Treppe; Buhle, Ludwigkirchplak 9, Seitenflügel 4 Treppen; Federomig, Raiferplay 10, vorn parterre. Bittenau: 3ibell, Sauptstr. 24. Reinidendorf- Weft: Seibe I, Scharnweberstr. 114. Rosenthal: Seinrich Gorsti. Sauptstr. 28. Rüdersdorf, Ralfberge, Tasborf: Adolf Goer! e, Ralfberge, Rhedenstraße 15. Schmargendorf: Sehab, Breite Str. 3. Schöneberg: Belziger Str. 27. Woltersdorf: Gurbaum, Eichendamm 22. Behlendorf, Schlachtensee, Nikolasfee: Behlendorf. Teltower Straße 3. Benthen, Miersdorf:. Bebling, Bahnhofstr. 2. Rofen: Witt, Bahnhofstr. 25. Gengig, Mittenwalde, Schenkendorf, Nieberlehme, Neue Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedem alb, Genzig, Sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Werke werden geliefert. Sonntags Fab bie Gefchäftsstellen gefchlofen. Chauffeeftr. 54. Siemensstabt: ieIf, Steißfte. 22, v. 2 St.