Nr.439 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 219 Bezugspreis: Bom 16.- 22. Gept. 4 Millionen Mart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 16.- 22. Geptember für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet somie Desterreich u. Zugemburg 5 100 000 M., für das übrige Ausland 6 000 000 9. Boftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter. haltungsbeilage..Seimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe 254 Vorwärts Berliner Volksblatt 1000000 M. Auzeigen- Grundpreise: Die einspaltige Ronpareillezeile 500 Mart. Reklamezeile 2500 Mart. Kleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 120.( zulässig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 60 M Stellengesuche das erste Wort 60 M, jedes weitere Wort 50 W. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 60 M. 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Jeder, der geHeute nachmittag hat eine Begegnung der Premierminister funden Menschenverstand habe, würde diesen Bemühungen um eine Frankreichs und Großbritanniens ftattgefunden, die sie dazu benutzt Lösung Erfolg wünschen. England würde es schlecht anstehen, wenn haben, in einen Meinungsaustausch über die allgemeine Cage ein- es ihnen die Zustimmung versagen wollte. Aber welche Uebel fönn zutreten. Man fann nicht erwarten, daß im Laufe einer einzigen ten nicht aus der Verlängerung des französisch- deutschen Streites erUnterredung zwischen Poincaré und Baldwin endgültige Lösungen wachsen, der durch die franzöfifch- englische Uneinigteit tompliziert festgehalten werden konnten, aber die beiden Staatsmänner find werde. Die soziale Auflösung in Deutschland werde glüdlich gewesen, ihre gemeinsame Auffaffung darzulegen und fest- sich vielleicht auch auf andere Bölker ausdehnen und dann vielleicht zustellen, daß in feiner einzigen Frage eine verschiedene irgendwelche militärischen Diktaturen zeitigen. Von dem Rückschlag Auffassung über die Ziele oder eine grundfähliche Differenz besteht, einer derartigen Entwicklung auf England und Frankreich selbst bedie die Zusammenarbeit der beiden Länder, von der in so weitem fürchtet der Verfasser das Schlimmste. Maße die Stabilisierung und der Friede der Welt abhängen, gefährden kann. Der französische Standpunkt. Paris, 19. September.( WTB.) Das„ Echo de Paris" schreibt zum Besuch Baldwins: Es liegt nicht in der Absicht der beiden Staatsmänner, sich an Aufgaben zu versuchen, die das augenblicklich Mögliche überschreiten. Aber was heute nicht realisierbar ist, fann es vielleicht bald werden, denn in fürzester Frist wird die französisch belgische Politit vom 11. Januar d. I. als vollendete Tatsache sanktioniert Englische Vorbehalte. London, 19. September.( WTB.)„ Times" schreibt in einem win werde das Reparationsproblem in den Bordergrund der poliLeitartikel, die heutige Zusammenkunft zwischen Poincaré und Baldtischen Bühne rüden. Frankreich habe beschlossen, Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bauftonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositentaffe Lindenstraße 3 Verschleppungstaktik. Seltsame Vorwürfe des Temp3". Sonntagsrede gegenüber den Ausführungen Strejemanns, Das gänzliche Stillschweigen Poincarés in seiner legten deren Bedeutung von der Presse der ganzen Welt, einschließlich Frankreichs, gebührend hervorgehoben worden war, mußte jeden unvoreingenommenen Beurteiler der außenpolitischen Lage als eine beabsichtigte neue Brüsfierung Deutschlands in einem besonders kritischen Augenblick erscheinen. Die Wirkung dieses Verhaltens hat nicht lange auf sich warten laffen: ohne Zweifel ist das neue furchtbare Sinfen der deutschen Mark, das am Montag eingesetzt hat, im wesentlichen auf den Bessimismus zurückzuführen, den diese gänzlich negativen Reden Poincarés ausgelöst haben. Ueberdies sind diese Reden von einer neuen Welle der Scharfmacherei gegen Deutschland in der Pariser Boulevard- Presse begleitet worden, für die es nach der leichten Entspannung in den vor= angegangenen Wochen keine plausible Erklärung gibt. Jeden falls fann ein solcher Anlaß weder in besonderen ZwischenReichsregierung erblickt werden. Ganz im Gegenteil ist nach fällen im Ruhrgebiet, noch in irgendeiner Kundgebung der unferer festen Ueberzeugung deutscherseits alles mögliche geschehen, um eine Entspannung herbeizuführen und endlich Berhandlungen in Fluß zu bringen. den deutschen Widerstand im Einfallsgebiet zu brechen, bevor es ein deutsches Angebot auch nur erwäge. Times" führt weiter aus, die Folgen der Ruhrbesetzung gingen weit über die wirt- ner, offenbar inspirierter Artikel, der von Vorwürfen gegen Indessen gibt ein am Dienstag im Temps" erschieneschaftlichen Schwierigteiten hinaus; foziale Unruhen und die Regierung Stresemann- Hilferding stroẞt, gewisse Anhaltswerden. Diese Politik wird bald nicht mehr zur Diskussion stehen ziellen Chaos entstanden, das Erschütterungen weit über diesem Aufsatz wird der Regierung Stresemann vorgemorfen, hef tiger politischer Streit feien bereits aus dem finan- punkte über die Ursache diefer erneuten schroffen Haltung. In und auch nicht diskutiert werden. Es handelt sich nur noch darum, bie Grenzen Deutschlands zur Folge habe. Die tatsächliche daß sie England und Italien gegen Frankreich aufzumie die diplomatische Lage zu flären. Nichts fönne wir Schließung des Rheins habe die Wohlfahrt Hollands ernstlich in fungsvoller zu einer Annäherung der beiden Länder führen, als Mitleidenschaft gezogen; Schweden habe seinen Hauptabnehmer für ersten Rede nach dem Regierungswechsel mit aller Deutlichkeit die Wiederherstellung des früheren Bertrauens auf Grund von feine Eisenerze verloren; die skandinavischen Länder feien be einen solchen" politischen Dilettantismus" weit von sich gegeln versuche. Bekanntlich hat der Reichskanzler in seiner Besprechungen zwischen den beiden für die Politik der beiden Län hindert; Frankreich selbst sehe seine Hochöfen langsam ausgehen; wiesen, und die Tatsache allein, daß er sich sogar auf die Der verantwortlichen Staatsmännern. Weber jetzt noch in den Englands Handel sei gerade in dem Augenblick aufgehalten worden, Gefahr hin, in London Mißftimmung hervorzurufen- direkt nächsten Jahren tönne England selbständig auf dem Son. in dem die ersten Zeichen eines endgültigen Wiederauflebens beobtinent handeln, ohne Frankreich in Betracht zu ziehen. Zu diese: achtet wurden. Über die Behinderung der anderen Länder sei nicht durch diplomatische Fühlungnahme und rednerische KundWahrheit müßten die englischen Staatsmänner zu vergleichen mit der hoffnungslosen Lage, in die Deutsch gebungen an Frankreich und Belgien gewandt hat, ist der gebungen an Frankreich und Belgien gewandt hat, ist der fich jezt endlich betennen. Frankreich müffe an seiner land gestürzt worden sei. Das bejezte Gebiet jei tot. Die„ Times" beste Beweis dafür, wie wenig die neue Reichsregierung fich feit acht Monaten befolgten Politik festhalten, es dürfe aber an entwirft dann ein trostloses Bild der augenblicklichen Lage Deutsch von einem diplomatischen Intrigenspiel verspricht, das der bererfeits nichts unterlassen, um endlich zu einer Berständigung mit lands und hebt die Rückwirtung hervor, die ein endgültiger Bu-" Temps" ihr unterſtellt. England zu fommen. sammenbruch der Stabilität Deutschlands auf das übrige Europa haben würde, das feinen zu hohen Preis für den Sieg Frankreichs im Reparationsstreit zahlen wolle. Dies bedeute jedoch nicht, daß auf der Schwelle zur Anarchie das Rad zum Stehen gebracht. Befriedigung rechtmäßiger franzöfifcher Forderungen Man höre, daß die deutschen Industriellen angesichts der wünsche. Das Blatt gibt schließlich der Ueberzeugung Ausdrud, Arbeitslosigkeit und des sozialen Berfalls, die ihnen vor Augen daß die öffentliche Meinung Englands immer für jeden vernünftigen stehen, die Notwendigkeit begriffen hätten, zu einer Einigung Plan zur Gewährleistung der Sicherheit Frankreichs eingetreten sei. Paris, 19. September.( BTB.) Die Information" schreibt zur Lage in Deutschland: Die in Deutschland eben erst gebildete Regierung habe es nicht die Einberufung des Reichstages. Der Reichstagspräsident hat für Mittwoch, den für die Frage nicht zuständig. 26. September, den Reichstag einberufen. Es ist zu Schwedens und Hollands, letzterer mit Worten lebhafter Anerkennung Ador( Schweiz), die Bertreter erwarten, daß der Reichskanzler schon in den ersten Tagen der für Hanotaur, erMärten sich ebenfalls mit dem Verzicht auf die Refo beginnenden Sitzungsperiode, vielleicht bereits am 26. September, eine Erklärung der Reichsregierung über die Entwicklung der außenpolitischen Lage im Zusammenhang mit einer Darstellung über die innenpolitische Entwicklung und die geplanten Maßnahmen der Reichsregierung abgibt. Am Dienstag nachmittag wurde in einer Sigung im Finanzministerium mit den Vertretern der Wirtschaft der Entwurf der Regierung zur Schaffung eines wert beständigen Geldes besprochen. Von der Regierung nahmen an dieser Besprechung u. a. der Reichsfinanzminister und der Reichswirtschaftsminister teil. Unter den Wirtschaftern befinden sich die Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Industrie und der Landwirtschaft. Der Entwurf wurde in seinen Grundzügen gebilligt. Völkerbund und Reparationsfrage. lution einverstanden. Nur Munch( Dänemark) wies lebhaft darauf hin, daß die öffentliche Meinung es nicht verstehen würde, wenn der Bölterbund die wichtigste aller Fragen von seinen Beratungen aus schließe und wenn er sich nicht mit großen, sondern nur mit fleinen Fragen befasse. Er erklärte aber schließlich, da sonst keine Einstimmigkeit zu erzielen sei, fich der allgemeinen Auffassung anschließen zu wollen. Verhaftungen in Moskau. auf eine Tatsache zurückzuführen sein, die wohl in französischen Indeffen dürfte dieser plötzliche Ausbruch von Argwohn Regierungsfreisen so unangenehm empfunden wird, daß man fofort die Hand Deutschlands dahinter vermutet: Aus Paris wird nämlich berichtet, daß der englische Botschafter französischen Auswärtigen Amt vorgesprochen haben, um dort und der belgische Gesandte furz hintereinander in auf die verhängnisvollen Folgen hinzuweisen, die fich aus einer weiteren unverföhnlichen Behandlung Deutschlands durch Poincaré ergeben müßten. Es zeugt schon voir einem sehr großen Maß von Mißtrauen, wenn man hinter einem solchen Schritt, der nicht nur von England, sondern sogar von Belgien unternommen wurde, wieder einmal deutsche Mache" wittert! Die ganze Welt weiß eben, sofern sie sich der Entwidlung in Deutschland gegenüber nicht absichtlich blind stellt, wie ernst die Situation in Deutschland schon die neue Reichsregierung in ihrem Bestreben, den Ruhrkonflikt jeßt ist, und wie katastrophal sie sich erst gestalten würde, wenn in einer für das deutsche Bolt einigermaßen erträglichen Weise zu liquidieren, infolge der französischen Halsstarrigkeit einen Fehlschlag erleiden würde. Und daß diese Katastrophe sich nicht auf Deutschland allein beschränken, sondern auf ganz Europa ausdehnen würde, das zu begreifen erfordert nur ein Mindestmaß von politischem und wirtschaftlichem Berstand. Derartige Warnungen von den eigenen Bundesgenossen gehen übrigens Frankreich nicht erst seit den letzten Tagen zu. Das genügt wohl, um den ersten Borwurf des„ Temps" gegen die Reichsregierung zu entfräften. Und wenn das Blatt weiter Stresemann den Vorwurf macht, daß er die Lösung waltung hat in den letzten Tagen eine Reihe von Berhaftungen vor die Ausgewiesenen und Berurteilten erschwere, so fetzt er sich Mostau, 17. September.( DE.) Die Staatliche Politische Ber- des Ruhrtampfes durch die Forderung der Amnestie für genommen, die in Mostau großes Aufsehen erregt haben, da es sich damit nur in Widerspruch mit der eigenen Forderung der babei teilweise um Personen handeln soll, die einflußreiche Posten Beendigung des passiven Widerstandes. Denn wie sollen in Sowjetrußland bekleiden und der ruffischen Kommunistischen wieder geregelte Verhältnisse, normale Produktion im RuhrPartei angehören. Die Mostauer Jsweftija" teilen nunmehr, ohne gebiet herrschen, wie sollen die Reparationslieferun die Namen der Verhafteten zu nennen, mit, es sei eine Gruppe von Personen verhaftet worden, welche sich mit Plänen trugen, die den Zurückziehung des Antrages Strakosch. Feinden Sowjetrußlands im Auslande nützlich sein würden. Das Genf, 19. September.( WTB.) Nach Rücksprache mit dem fran- offiziöse Rommuniqué führt u. a. aus, die Regierungen der Nachbar zöfifchen Delegierten Hanotaug und dem belgischen Delegierten Baron länder hätten in der legten Zeit im Zusammenhang mit der Ent Benens zog Stratosch( Südafrika) in der heutigen Sigung des midung in Deutschland durch ihre Agenten eine erhöhte Tätig 2. Ausschusses seinen gestrigen Antrag, betreffend einen der Ver- feit innerhalb Rußlands entwickelt, wobei es sich nicht nur um direkte fammlung vorzulegenden Entwurf einer Entschließung über die Spionage, sondern auch um Beeinflussung der Stimmung der Reparationsfrage zurüd. Stratosch begründete den Ber- Arbeiterschaft handelte. Es ist bekannt geworden," heißt es wört zicht auf seinen Antrag damit, daß eine Debatte über die Repa- lich im Rommuniqué, daß diese Provokations- und Spionagearbeit rationsfrage die Lage nur verschärfen und die Lösung Aussichten auf eine jebenfalls unbewußte Unterstüßung von seiten erschweren fönne. Alle alliierten Redner und die Delegierten Bel- einiger fleiner Gruppen und Personen erhalten hat, die de: Rommus giens, Italiens, Bolens und Rumäniens[ prachen ihre Genugtuung nistischen Partei feindlich gesinnt sind." Die untiare Fassung des über die Zurückziehung des Antrages aus. Auch der englische Ber. Kommuniqués und vor allem der Bassus über die unbewußte treter erklärte sich mit der Zurüdziehung einverstanden, bemerfte Unterstüßung" durch die Berhafteten sind hier allgemein als Bestäti jedoch, daß dies nicht dahin ausgelegt werde, als sei der Böllerbund gung der obigen Gerüchte aufgefaßt worden, " gen für Frankreich wieder einsehen, wenn das Ruhrgebiet und das Rheinland weiter von hunderttausenden Beamten, Eisenbahnern, Bergbauangestellten usw. entblößt bleiben, die doch das Rüdgrat dieses kompliziertesten Produktions organismus der Welt bildeten? Ganz abgesehen davon, daß eine Lösung des Ruhrkonfliktes, die nicht die weitestgehende Amnestie für diese Hunderttausende mit sich bringen würde, menschlich und politisch für jede deutsche Regierung schlechthin untragbar wäre. Diese Selbstverständlichkeit aber, die, wenn wir uns recht entsinnen, selbst der„ Temps" noch in Cunos Zeiten in durchaus bejahendem Sinne erörtert hatte, wird jetzt vom gleichen Temps" als eine von Deutschland erstrebte franto- belgische Kapitulation" hingestellt! Die weiteren Borwürfe des Sprachrohrs der Regierung Poincarés gegen das deutsche Kabinett beziehen sich auf die angebliche Unzulänglichkeit der bisherigen Vorschläge Stre�emanns. Ohne Zweifel sind' die Vorschläge des deutschen Kanzlers, wie er sie in seinen letzten Reden skizziert hat, noch ergänzungsfähig� Der Kern dieses Angebotes, die hypo- thetarische Belastung der gesamten deutschen Wirtschaft und des Grundbesitzes in Gold, mühte wohl selbst dem„Temps" als eine genügend„solide Garantie" erscheinen. Kann man vom Reichskanzler wirklich verlangen, daß er in einer Rede sich noch konkreter, noch ge- naner ausspricht? Am allerwenigsten können das diejenigen verlangen, welche die Politik Poincare'-s vertreten, der in seinen Reden zu dem Thema überhaupt nichts sagt. Daß diese Taktik des sranzösischen Ministerpräsidenten nicht nur in Deutschland, sondern auch von vielen Franzosen als im hoch» sten Mahe eigenartig empfunden wird, dafür liefert der Leit- artikel von Robert de Jouvenel im linksbürgerlichen Organ„Oeuvre" vom Montag einen treffenden Beweis. Iou- venel schreibt zu den letzten Sonntagsreden Poincar�s: Es ist doch ein« etwas zu bequeme Politik, die darin besteht, Deutschland zu sagen: „Ihr seid ruiniert, müht aber dennoch zahlen." Und wenn Deutschland antwortet:„Ich werde tun, was Ihr »on mir verlcingt," wird ihm erwidert: «Dieser Borschlag ist nicht präzise genug." Und wenn die Angebote präzisiert werden, wird elnsach er» klärt: „Ich will von diesem System nichts hören." So in der Tat stellt sich, nach außen hin wenigstens, die bisherige Aussprache zwischen Stresemann und Poincare- dar. Und jetzt kommt der„Temps" und überschüttet die Regierung Stresemann-Hilserding mit Vorwürfen. Das Sprachrohr Poincarös vermißt Einzelheiten in den deutschen Angeboten rind stellt für den Fall ihrer Bekanntgabe die Räumung des R u h r g e bi e t e s nach Maßgabe der Zahlungen in Aussicht. Wir wollen dieses Versprechen gern registrieren und sind Uberzeugt, daß die Mitteilung von Einzelheiten sich nicht durch die Schuld der Reichsregierung verzögern wird. Die Sozialdemokratie wird jedenfalls dahin wirken, daß Form- fragen den Beginn von Verhandlungen nicht hinausschieben. Nach der bisherigen Aktivität des Reichskanzlers haben wir aber keinen Anlaß zu vermuten, daß Unterlassungssünden dieser Art auf deutscher Seite zu befürchten sind. Dagegen wird man nach den jüngsten Kundgebungen Poincarös und auch nach diesem Artikel des„Temps" den Eindruck nicht los, daß in Paris die Kräfte am Werke sind, die auch die bis- herigen Vor Verhandlungen ins Uferlose verschleppen möchten. Wir würden es begrüßen, wenn bereits die nächsten Tage den Beweis erbringen würden, daß wir bezüglich der sranzösischen Absichten unter dem gleichen falschen Eindruck ständen, wie z. B. dar Auslandspolitiker der„Oeuvre",.. Ein letzter versuch. «Sozialdemokratische �Vorschläge für Thüringen. Bus Weimar wird uns geschrieben: Am Donnerstag werden die Verhandlungen der Sozialdemokratie mit dm Kommunisten über die Neubildung der Regierung fortgesetzt. Ob sie zu einem Ergebnis führen, hängt ausschließlich von den Kommunisten ab. Die Sozialdemokratische Partei Thürin- gen» hat den besten Willen, ein« Arbeiterregierung zustande zu bringen. Dafür erbracht« sie inzwischen erneute Beweise durch em der Oeffmttichkelt unterbreitetes Programm zur Neubildung der Regierimg. Hier werden weitgehende Zugeständnisie an den Ber- handlungvpartner gemacht, die jedoch mit der Reichsverfassung oer- embar fein müssen. In dem Programm wird a. o. gesagt, daß eine Regierung des Landes Thüringen, an der die Sozialdemokratie beteiligt ist,«ine Politik treiben muß, die vor allen Dingen auf die Sicherung der Reichseinheit hinausläuft und die durch Einwirkung auf die Reichsregierung bestrebt zu sein hat, den Interessen der arbeilenden Bevölkerung zu dienen. Die Erledigung des Ruhrkonfliktes wird zur Lösung dieser Aufgabe für notwendig Mephisto und öie öeutsthe Wahrung. Faust IL TeN. 1.«kl. Kanzler: Nun also, ihr Getreuen, Lieben, verfammett um der Weisheit Thron, Wo war'n wir gestern steh'n geblieben� Ich glaube: bei der Inflation. Schatzmeister: Die Steuern, die wir ausgeschrieben, Wie Röhrenwasser blieben aus. Wohin man kommt, hält jetzt ein Prasser S>iius Und unbekümmert will er leben. Zusehen muß man, wie er'» treibt: Wir hoben so viel Rechte hingegeben, Daß un» auch nicht ein Recht mehr übrig bleibt. Auch aus Parteien, wie sie heißen, Ist heutzutage kein Berlaß, Di« Loyern prügeln sich und Preißen, Der Dollar steigt,«s steigt der Haß. Die wertbeständigen Devisen Berstecken sich, um auszuruhn, Es ist die schlimmste aller Krisem' Ein jeder hat für sich zu wn.• De» Goldes Pforten find verrammelt, Ein jeder kratzt und scharrt und sammelt, Und unsie Kassen tteibm leer. Berkehrsm ei sterr Welch Unheil muß auch ich erfahren. Wir wollen all« Tage sparen Und brauchen alle Tage mehr. G es etz me ister: Gerechtigkeit..... Doch ach, was hilft dem Menschen. Dem Herzen Güte, Willigkeit der 5>and, sgeist Verstand. Wenn's fieberhaft durchaus im Staate wütet Und alles sich in Uebeln überbrütet? Wer schaut hinab vmi diesem hohen Raum In» weite Reich, ihm scheint'» ein schwerer Traum, Wo Mißgestalt in Mißgestalten schaltet. Das Ungesetz gesetzlich übermaltet Und eine Welt des Irrtums sich entfaltet. Wehrmeister: Me tobt's in diesen wilden Tagen! Ein jeder schlägt und wird erschlagen. Und ach! ich selbst bin Blindekuh Und deck' das Illegale zu. Ich laß sein Toben, wütend 5>aus«n. Bin nur nach links hin jorscher Mann. j Denn'» sind noch Könige da draußen, Die gehn mich mehr als Zeigner an. erachtet. Außerdem verpflichtet das Programm, auf ein« S ä u b e- rung der Reichswehr von allen monarchistischen Elementen imd deren Ersatz durch zuverlässige Republikaner hinzustreben. Dar- über hinaus wird die unlösbare Beteiligung de» Reiches an dem Gesamtvermögcn der deutschen Wirtschast in Höhe von mindestens 26 Proz. zu einem Programmpunkt erklärt, für dessen Berwirklichung sich die Negierung des Landes Thüringen einsetzen muß. Soweit es sich um Betriebe handelt, deren Produktion zu mehr al» 2S Proz. an öffentliche Betriebe geht, soll die Beteiligung auf mindestens S1 Proz� erhöht werden. Das Programm sieht ferner die Schaffung eines Außenhandelsmonopols nach russi- scheu: Muster vor und verpflichtet zur Unterstellung der Syndikate unter die öffentliche Kontrolle. Zur Sicherung der republikanischen Staatsform soll eine r e p u- blitanische Notwehr geschaffen werden. Diese Notwehr kann nach Bedarf von der Regierung zur Unterstützung des Exekutiv- körpers herangezogen werden. Die Grundlagen der gemeinsamen Verwendung für den Fall der Gefahr sind nach dem Programm- entwurf zwischen der sozialdemokratischen und kommunistischen Bezirksleitung zu vereinbaren. Eine behördliche Anerkennung soll für die auf Borschlog der Gewerkschaften, Kleinhändler- und Bauern- organisalionen zu bildenden Kontrollausschüsse erfolgen. Ihre Aufgabe ist nach dem Programm, gemeinsam mit den Kreis- und Gemeindebehörden die Lebensmittelversorgung und-Verteilung zu regeln. Das Programm sieht schließlich den Eintritt der Kommunisten in die Regierung vor. Es wird ergänzt durch«in« Erklärung, in der es heißt, daß die thüringischen Partei- körperschaften die Möglichkeiten eines Betriebsrätetongresses in Heber- einstlmmung mit den Gewerkschaften verneint haben und sich deshalb auch die Fraktion des Landtages außerstande sieht, die Einberufung eines Vetriebsrätekonzrejje, zu fordern. Trotzdem aber wird der Eintritt der KPD. in die Regierung als wünschenswert erachtet und die Bereitwilligkeit ausgesprochen, den Parteigenossen vorzuschlagen, «ine parlamentarische und außerparlamentarische Gemeinschaftsarbeit mit der KPD. herbeizuführen. *** Das Programm unserer thüringischen Genossen zur Neu- biidung der Regierung bringt zweifellos den besten Willen zum Ausdruck, eine Arbeitemgierung zustande bringen zu helfen. Aber wir glauben, daß es mit dem guten Willen von unserer Seite allein nicht getan ist, und schließlich selbst, wenn eine Einigung mit den Kommunisten erzielt würde, diese Ber- ständigung nur als vorübergehend zu betrachten wäre. Die Kommunisten haben mehr als einmal bewiesen, daß mit ihnen sachgemäße Politik im Interesse der Arbeiterschaft nicht zu machen ist. Wären sie wirklich die Freunde der Arbeiterschaft, als die sie sich fortgesetzt hinstellen, dann müßten sie auch den Mut aufbringen, in Arbeiterregie- rungen einzutreten. Sowohl in Thüringen wie in Sachsen wurde das bisher abgelehnt, und wir sind überzeugt davon, daß die kommunistischen Agitatoren eine verantwort- lich« Mitarbeit auch in Zukunft ablehnen wer- den. Biel wichtiger, als die Not der Arbeiterschaft durch posi- tive Arbeit in einer Regierung lindern zu helfen, ist ihnen eine sinnlose A g i t a t i o n s p o l i t i k, die auf die In- diffevenz der Mafien spekuliert. Dafür hat die Kommunistische Partei erst in diesen Tagen wieder in Sachsen ein wunder- bares Beispiel geliefert. Herr Böttcher, der geisttge Held der sächsischen Kommunisten, richtete am 17. September ein Schreiben an den sächsischen Landtagspräsidenten, in dem die sofortige Einberufung des Landtages verlangt wird. Der Landtag� soll zunächst sofortige Maßnahmen gegen die durch die Unfähigkeit der großen Koalition im Reich? Hervorgerufe- nen Notlage der arbeitenden Massen und früheren Mittel- schichten, insbesondere der Erwerbslosen, Kurzarbeiter, Für- sorgeempfänger imd Rentner ergreifen. Er soll sich ferner zu dem Fall G e ß l e r äußern, der bekanntlich inzwischen eine vorläufige Erledigung gefunden hat. Außerdem wird von der sächsischen Regierung eine Erklärung darüber verlangt, warum das kommunistische Ultimatum vom 11. Septem- Kohlenkönig: So bilden wir die Einheitsfront! Erhöht den Preis, senkt den Diskont! Mehr Arbeitsleistung, wen'ger Löhn«, Das ist das Wahre, Gute, Schöne. Ar- und Halmkönig: Berkanget ihr von mir Ernährung, Bezahlet mich in Roggemvährung, Dann jauchzen die Wiesen, es freut sich das Heu Und die Ochsen sind nicht mehr steuerscheu. Bankenkönig: Wir klettern über Kinderleichen. Der Dollar muß hoch, die Mark muß weichen. Wir leben von der Rotenpreffe.... Elend?— Für nicht Notierte» kein Interesse. Gemurmel der Menge: Wo soll das aus? O Elendswelt. Ich hob' kein Feuer, kein Kleid, kein Gell>. Die Kinder laufen in Lumpen. Den«inen die Zinsen, den andern die Zölle, Den einen der Reichtum— und uns die Hölle— Gold glüht in roten Klumpen. Kanzler: Entschlüsse sind nicht zu vermeiden, Wenn alle schädigen, alle leiden. Mephisto: Was fit erwünscht und stets willkommen? Was ist ersehnt und nicht verjagt? Was immerfort in Schutz genommen? Was hart gescholten und verklagt? Fürwahr: es ist die güldene Onal, Die Geisel der Menschheit: Das Kapital..,»» Ihr wißt, ich riet euch einst zu Assignaten, Zu der Milliarden Bleigewicht, So will ich euch auch fürd're Rettung raten, Nur stopft des Staates Lücken nicht! Bor allem muß«in Defizit verbleiben, Denn meine Weisheit ist spekulalio, Und wollt ihr euch dem Teufel recht verschreiben, So lobt das Kapital und bleibt passiv. Dem Glücke zu, dem blutenden, versteckten ühr' ich euch zu im Rausche der Effekten, war wen'gen nur ist Eintritt in mein Haus, Doch diesen breitt ich all« Ueppigkeiten aus Und öffne die Tresors im Licht der Diamanten— Die andern foll'n verrecken an den Stroßentanten. Chorus mysticus: Was webt sich da um den 5)avenstein? Chorus visihilis: Der wird noch lang' im Amte fein. ber— anläßlich der Zusammenstöße vor dem Dresdner Rat- Haus— nicht erfüllt wurde und ob die Regierung den Kampf gegen Hunger und Elend weiter mit Revolver und Gummiknüppel führen will. Wörtlich heißt es dann: Die Kommunistische Partei unterstützt eine solche Regierung nicht. Die sächsischen Kommunisten verlangen also nicht mehr und nicht weniger, als daß die von ihnen unterstützte Regie- rung sich grenzenlos beschimpfen und als Organ für kommunistische Agitation gegen das Reich und in Sachsen ausnutzen läßt. Diese Methode führte schließlich auch zu dem Sturz der thüringischen Regierimg, die es ablehnte, kom- munistischen Ultimaten Folge zu leisten. Es gehört viel Mut dazu, anzunehmen, daß diese kommunistische Taktik in Zukunft der Vernunft weichen wird. Nach allen Experimenten wird doch einmal der Bruch kommen, und deshalb blei- den wir der Ueberzengung, daß es besser ist, sowohl in Sachsen wie in Thüringen das Unvermeidliche schon jetzt geschehen zu lassen. Schließlich hat auch die Geduld der Sozialdemokratie einmal ein Ende. * Dresden, 19. September.(Gca.) Die„Dresdner Bolkszeitung" bringt unter der Ueberschrift:„Schluß mit dem Doppel- spiel" eine scharfe Erklärung, worin die SozicCdemokraten hinsichtlich der letzten kommunistischen Aktion und der Forderung auf sofortig« Einberufung des Landtages Stellung nehmen. Es heißt u. a. in dem Artikel:„Es kann jetzt keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Kommunisten aufs ganze gehen. DieZeitdergemcin- sanien Arbeit der beiden proletarischen Parteien Sachsens bat den Kommunisten schon zu lange ge- dauert. Sie glauben, daß jetzt ihr Weizen blüht. Sie wollen das Chaos, sie wollen den Wirrwarr, weil sie sich dem törichten Wahn hingeben, daß sie dann ihre Herrschaft in Deutsch. land antreten könnten. Aber die Sozialdemokratische Partei Deutsch. lands wird sich n i ch t dazu hergeben, nach der Pfeif« der Kommu- nisten zu tanzen."_ Der Separatismus in Sapern. Alüuchen, 19. September.(Eigener Drahtbericht.) Am Diens« tagabend fand hier eine Beamtenoersammlung statt, in der die radikal bayerisch eingestellten Abgeordneten der Bayerischen Bolkspartei Posser und Rothmeier sprachen. Es wurde ganz osf«:l schwarzweißrot als das Trennungssymbol bezeichnet, weil dies« Farbe heute von einer einzigen Richtung im deutschen Volke, näm- lich den Alldeutschen, allein in Anspruch genommen' würde. Wenn das bayerische Volk schon einen Kommandanten braucht und an- erkennt, dann sei es nach der legalen Staatsregierung höchstens der Träger des Namens W i t t e l s b a ch. Zu dem offenkundigen Zwecke, die Reichswehr in Bayern dem Einfluß der Hitler-Luden- dorff zu entziehen, wurde an die bayerische Regierung die Forde- rung gerichtet, endlich durchzusetzen, daß bayerische Truppen in Zukunft nur von bayerischen Generälen geführt würden. Dies« Forderung hängt mit der Verabschiedung des Generals Epp zusammen. Es wurde auch direkt verlangt, daß Epp an leitender Stell« im bayerischen Heere bleiben müsse. Wie man hört, gehen aber die Pläne der bayerischen Regierung dahin, diesen General an die Spitze der vaterländischen Ber- bände in Bayern zu stellen, um so die Gewähr zu haben, daß dann in erster Linie in diesen Verbänden die bayerisch-weißblanen Interessen oerfolgt werden. Die partikularistische Tendenz des Abg. Rothmeier, derselbe, der als Reichsbeamter den unentwegten Kampf gegen die Reichsbahn führt, kam zum Schluß in dem Wunsche zum Ausdruck:„Wenn das Schlimmste zu befürchten ist, wenn die illegale Gewalt sich über Recht und Gesetz erheben sollte. dann wird es notwendig sein, in Bayern eine eigene Währung zu schaffen." Unter den ZuHörem befanden sich neben mehreren Ab- geordneten des Reichstags und Landtags auch der Sozialminister Oswald. Das neue irische Parlament trat gestern in Dublin zusammen. Die Republikaner haben beschlossen, ihre Sitze nicht einzunehmen. Chorus» n t i s e m i t i c u s: Der Teuföl Hat die Hilferdinge, Die Unten und Novemberlinge. Kanzler: Der Worte sind genug gedrechselt, Wir wollen Taten lassen sehn. Mephisto: Doch wenn ihr nicht die Richtung wechselt, Wird olles in die Binsen geh». (Für richtig« Abschrift: E a z o t t e.) Lücherjchau. vi« Chemie und da» moderne Leben, von Svante Arrbeniu».(Akademische verlagsgesellschost rn. b. H., Leipzig.) Der Berfafser gehört zu jenen nicht gerade zahlreichen Gelehrten, deren geistiges Format sie weit über die engeren Grenzen ihres speziellen Forschungsgebiets hinausführt. Den Anreiz dazu bietet freilich d!« Chemie, wie kaum«in« zweite Wissenschast, denn sie liegt, noch Arrhenius,„mehr als jede andere der gegenwärtigen materiellen Kultur zugrunde". Bon der Anlag« des Werkes werden unsere Leser durch den von un» im Auszuge gebrachten Teil aus dem Abschnitt über die„Chemie und die Brvtfrage" einen Begriff erhalten haben. Cr schlieht mit den Worten, daß der Ackerbau das wichtigste Anwendungsgebiet der chemischen Wissenschaft ist und noch lang« bleiben wird. Aber auch die wichtigsten Rohstoffs der Erde, die Chemie des Wassers und der Luft, d!« irdischen Energiequellen, die Farbstoffe und chemischen Heilmittel u. a. m werden hier von einem all« dies« Dinge souverän beherrschenden Meister behandelt. Di« Darstellung ist allgemeinverständlich, verlangt jedoch, wie bei Werken dieser Art unvermeidlich, doch gewiss« physikalisch-chemische Bor- kenntnisse. W. Spanische Lehrbücher. Rud. Großmanns„Lehrbuch de» Spanischen" wurde hier schon denen empfohlen, die aus praktischen oder ideologischen Gründen dies« wichtige und schöne Sprach« lernen wollen. Es ist durchaus praktisch, hält sich nicht mit grammatika- tischen Flohknockereien auf, führt unmittelbar in das gesprochene moderne Spanisch ein(auch der südamerikanische Sprachgebrauch ist berücksichtigt) und legt seinen Uebungen— Zeitungsausschnitte zugrunde. Zur weiteren Ausbildung sind Ergänzungsbände erschienen: ein.Spanische» Lesebuch für kaafleule" von Adolf Biel er, ein »DeiZlsch- Spanische» Wörterbuch der Handelskorrespondenz" und ein« Bibliothek spanischer Schriftsteller, darunter Novellen von C o l d e- r o n und A l a r c o n e, sowie die Biographie Bolivars von Man- talro.(Alle im Deutschen Auslandsverlag von W. Bangers, Hamburg.) Einführung la die vererbangswissenfchosk. von Dr. R. Sold- s ch m i d t.(Wilh. Engelmann, Leipzig. Mit 178 Abbildungen. Z. Aufl.) Der modernste Zweig der Biologie wird hier von einem Fachmann von Ruf in seinen wichtigsten Ergebnissen behandelt. Variabilität, Bastardierung, Mutationstheorie, Vererbung erwarb-- ner Eigenschaften, Geschlechtsbestimmung, schließlich die Anwendung heuchlerische Phrasen. Teutschnationale Erklärung zur Rnhrpolitik. Die Deutschnatisnale Dolkspart«! teilt mit: Die vereinigten deutschnationalen Fraktionen des Reichstazss und des Preußischen Landtages haben heute in Anwesenheit von Vertretern der Bayerischen Mittelpartei i Deutschnationale Volkspartei in Bayern) beschlossen, folgende Er- klärung zu veröffentlichen: Wir erheben in letzter Stunde scharfen Einspruch gegen die von der Regierung Stresemann unter dem Wechsel des Kurses eingeschlagene Politik, die offensichtlich eine Verständigung um jeden Preis mit dem haßerfüllten und unversöhnlichen Frankreich erstrebt. Solche Politik kann nur zur vollen Kapitulation führen. Eine Preisgab« des Widerstandes an Rhein und Ruhr durch Zurückziehung der Anordnungen der Regie- rung müßte uns dem französischen Diktat widerstandslos unterwerfen. Durch zweideutige und unverbindlich« Zusagen des Seg- ners dürfen wir uns darüber nicht täuschen lassen. Als Ergebnis aus dieser Grundlage geführter Verhandtungen kann nur erwartet lucdcn, daß der Raub von Rhein und Ruhr durch«ine deutsche Unterschrift mit den: Schein des Rechtes umkleidet wird, und daß Frankreich auss neue wahnsinnige und unerfüllbare Reparations- forderungen festlegt, zu deren Erfüllung Deutschland, sich dann durch seine Unterschrift gebunden hat. Damit kann dem deuts-hen Volk nicht geholfen und der wirtschaftliche und politische Zusammenbruch nicht aufgehalten werden. Kapitulation und Unterschrist heben nicht die Rot, sondern fügen zur Not auch noch die Schande. Wir aber wissen, daß unser Bilk noch stark zenng ist, um stch der Schande zu erwehren. Die Deutschnationale Volkspartei lehnt vor dem beut- schen Volk und vor der Geschichte die Veremtworiuu« für jede Palifll der Schwäche und der Scheu vor der letzten Entscheidung ab. Sie erklärt feierlich, daß sie deren Ergebnisse niemals anerkennen würde. Diese Erklärung der Deutschnationalen zeigt deutlich, daß mit ihnen irgendeine verantwortlich ehrliche Politik nicht gemacht werden kann. Angesichts des furchtbaren Ernstes der nicht zum wenigsten durch ihre Politik und ihre Taten entstandenen Lage Deutschlands haben sie den traurigen Mut, der Regierung in den?kücken zu fallen. Daß ihre Phrasen und mehr oder minder aufgeregten Appelle an Gefühle keine realen Waffen und keine wirksamen Mittel deutscher Politik sind, wissen sie sehr gut. Genau so gut wissen sie aber, daß ihr von Parteifanatismus wie Besitzegoismus gleichermaßen veranlaßter Kampf gegen die Regierung keine Stärkung,«son- dern eine Schwächung Deutschlands bedeutet. Ihre„Pronun- ziamentos" sollen offensichtlich den Separatismus för- dern und die Borbereitung zum Biirgerkrieg erleichtern. Mag Deutschland noch mehr geschwächt, ja zerstückelt werden, wenn nur ihnen eine Möglichkeit der Befriedigung ihrer Parteiziel« winkt. Ihre nationalen Phrasen werden niemand über ihre Ziele täuschen können. Deutsche Politik wird nicht mit ihnen, sondern nur gegen sie möglich sein. Das zeigt ihr neuer „Dolchstoß" so eindeutig wie nur möglich. Heisier vor Gericht. Der zum Lustritt au, der Deutschen volkspartei genötigte deutschvölkifche Reichstagsabgeordnete Geister, dessen Aus- trittsbegründung die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei seinerzeit als bewußt wahrheits widrig be- zeichnete, hatte in derselben Angelegenheit«inen Beleidigungsprozeh gegen das Organ der christlichen Gewerkschaften, den„Deutschen", angestrengt, um sich vom Vorwurf der Verlogenheit zu reinigen. Die Klage wurde am Mittwoch vor dem Schöffengericht Derlin- Mitte oerhandelt. Der verantwortliche Redakteur de»„Deutschen" erklärte sich bereit, den Wahrheitsbeweis anzutreten und benannte als Zeugen die Abgg. Crcmer, den früheren Rcichswirtschaftsmi- nister Dr. Scholz und Adams, während für die Gegenseite Rechts- anwalt Kempke», die Abgg. Leutheuher, Dr. Kahl, Dr. Runkel und Dr. Maretzty laden ließ. Ministerpräsident Stresemann wurde von beiden Parteien in Anspruch genommen. Die Verhandlung wurde daraushin auf den 5. November vertagt. der Vererbungsgesetze auf den Menschen bilden die chausrtkapitel. Fast alle diese Fragen sind noch durchaus im Flusse und ihr Stu- dium ist, weil ein« Menge Fachausdrücke zu bewältigen find und eine gewisi« logifch-machematisch« Ausfasiungsschärfe vorausgesetzt werden mutz, nicht leicht. Also keineswegs ein populäres Werk im üblichen Sinne. Dogegen ein sehr empfehlenswerte» Handbuch für Bibliotheken u.dgl., die die Grundlagen der Vererbungslehre schon kennen, sich dadurch angeregt fühlen und mm tiefer in diese zu- kunftsreiche Wisienschaft eindringen wollen. W. ProduMonsschultogung in Berlin. Die ungeheure Not stellt alle alten Erziehungsformen in Frage, sie veriangt Besinnung aufs Wesentliche. Unter diesen Umständen wird weitgehendste Beachtung der Tagung der Entschiedenen Schulreformer in der Berliner Universität vom ZO. September bis 4. Oktober zuteil werden! Erzieher aller Arten und Grad«, Gelehrte wie Menschen des produktiven Lebens werden in diesen Tagen die Erziehungsaufgabe und Ansicht unserer Zeit in Vortragen angreifen, Aussprachen folgen, Lichtbilder, und Filwvoriräge und Führungen durch Werk«, Schulen, Erziehungsanstalten kommen hinzu, den Schluß bildet eine Körperkunstvorsührung der Vode-Schul«. Bon den Wortragenden nennen wir Merz, Werkhaus-stuttgart A d o l p h- Hildenhall, Hilter, I a c o b s- Esten, Kawerau, Grimme, H a rle ß- Hellerau, Anna Siemsen, Krohn- Leusterhof, Hodann, Herring, Oe st reich. Programme, Eintrittskarten, Auskunft durch.Werkfreude'-Bücherstuben, G. m. b. H.. Berlin W. 36. Magdeburger Str. 7(frankierten Antwort- umschlug beilegen). Die Beteiligung steht jedermann gegen Eintritt- (Unkosten-) Beitrag offen. Bückgang der Filmproduktion. Eine volkswirtschaftlich hoch- tnterestant« Statistik macht in ihrer Nummer Z&i die„Lichtbildbühne" auf. Danach ist die deutsche Filmproduktion von 1922 um (55 Proz.(an Meterzahl zensierter Film«) gegen das Vorjahr 1921 zurückgegangen, die Anzahl der fabrizierenden' Firmen um 302 (von 555); nur 98 Firmen haben außer den restierenden 252 Häusern 1922 die Fabrikation neu aufgenommen! Allerdings reduzieren sich diese auf den ersten Blick erschreckenden Zahlen, wenn man die dazu gegebenen Erläuterungen berücksichtigt Di« deutsch« Filmindustrie hat sich gerade in dieser Zeit von der Massenproduktion gering- mertiger, m wenigen Wochen zusammengestellter Filme aus die Herstellung weniger, aber erstklassiger, in der ganzen Welt aner- kannter Musäerwerke umgestellt. Dadurch ist natürlich die r»h« Meterzahl erheblich heruntergerückt, der Erportwert aber betrückt- lich gesteigert, so daß der Verlust dadurch ziemlich ausgeglichen sein dürste. Kunstobenb. FillhlS Edgar S ch m o ck liest am Donnerstag 8 Ubr au« dem GedichtizvkluS.Eeibstiilcher' des jungen Dichter» Emil Friedrich Polzin im Lesstng.MuIeum, Drüdersirahe 13. Gleichzeitig ge- langt ein Melodram„Die Birke' von ttdols Holst mit der Mufik von Lotte Kruse zur Aufführung., Ludwig Wüllner veranstaltet am S3. Teptember im Beetboveniaal unter Miiwiikunq von Anna Wüllner einen Vorlragsabend. Das Pro- gramm enthält Szenen aus WoetheS Iphigenie(III. Alt) sowie Gedichte von Goethe und Karl Krau». De« Buchschlüffel de» SörsenvereinZ Deutscher Buchhändler ist ab 20. September 30 Nillionem M dtirtföem Wesen... Hgtenkreuzler an der Arbeit. München, 19. September.(Eigener Drahtbericht.) Am letzten Sonntag war nicht nur„Deutscher Tag" in Hof, sondern auch in dem Städtchen Neuburg a. d. Donau, woran sich in der Haupt- fache Hakenkreuzler aus Ingolstadt, Dillingen und Augsburg beteilig- ten. Die Festrede hielt der durch seine gemeinsamen Agitations- reisen mit Kahr bekannte General Tuschet, die«in« einzige große Aufforderung zum Kampf gegen die Republik und für die„innere Reinigung" war. Die Reuburzer Arbeiterorganisationen hatten für diesen Tag die Parole an ihre Mitglieder ge- geben, in den Wohnungen zu bleiben oder sich jedenfalls nicht bemerkbar zu machen. Das paßte nun den Hakenkreuzlern sehr wenig in ihr Programm, so daß sie beschlossen, die ihnen bekannten Arbeiterführer in ihren Wohnungen nufzu- suchen. Schon am Sonnabendabend wurde bei einem Gruppen- sührer der Neuburger Arbeiterwehr das Haus umstellt. Nachdem drei Türen gesprengt waren, wurde die Frau unseres Genosten und dessen Schwägerin, ja. sogar ein halbjähriges Kind in rohester Weise aus den Betten gerissen. Sodann ging die Ge- sellschaft in der Wohnung auf Waffensuche. Bei dieser Haussuchung wurde ein Revolver gefunden, der von dem 2. Vorsitzenden der So- zialdemokratischen Partei in Neuburg als Besitzer bei der Polizei später reklamiert wurde. Di« Hakenkreuzler erfuhren von dieser Reklamation, sperrten hieraus das ganze Viertel ab und drangen in das umstellt« liaus ein. Der Genosse, ein pensionierter Post- sekretär, Invalid« mit einem Fuß, wurde sofort nieder- geschlagen, wieder hochg«zog«n und abermals niedergeschlagen, bis er schließlich vor seinem Schreibtisch zusammenbrach. Sein« Ehefrau ist von dem Anführer geohrfeigt und mit dem Gummi- knüppel nufs schwerste mißhandelt worden. Die Einrichtung der ganzen Wohnung wurde durcheinandergeworfen und schließlich noch der Fußboden ausgeristen. Der Anführer der Band« hatte bei dieser Aktion den bei dem S. A.-Führer gefundenen Revolver bereits umgeschnallt. Di« anwesenden Polizeiorgane erklärten, sie könnten nichts machen, da die Hakenkreuzler von den Behörden Polizeibefugnist« erhalten hätten. In ähnlicher Weise wurde in noch zwei Wohnungen gehaust. Aus einem Kaffeehaus wurden 17 junge Leute herausgeholt mid mit„Hände hoch" in das Quartier der Hakenkreuzler geführt. Hier wurden sie durchsucht und dann mit Stöcken und Gummiknüppeln bearbeitet, bis einzelne von ihnen bewußtlos zusammenbrachen. Der Terror der nationalistischen Banditen dauert« den ganzen Sonntag über an; sie sprachen offen die Drohung aus, in 14 Tagen alles nieder- zumachen, was nicht schwarzweißrot sei. Am Montag, nachdem sich die Herren verzogen hatten, kamen endlich auf zwei Lastwagen 40 grüne Polizisten aus Augsburg an. Die Erncihrungsfeage in Sapern. � München. 19. September.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag wird die bayerische Regierung in einem Ministerrat den Bericht des Ministers des Innern Schvxyer über feine Der- Handlungen mit der Reichsregierung entgegennehmen und sich dann entscheiden über die geplanten Maßnahmen auf dem Gebiet« des Ernährungswesens. Inzwischen ist noch bekannt gewor- den, daß die Ernennung eines außerordentlichen Re- gierungskommissars mit diktatorischen Befugnissen vorbe- reitet ist. Man nimmt an, daß die Reichsregierung keine besonderen Schwierigkeiten macht. Sollte dies dennoch geschehen, und der Reichspräsident eventuuell diese bayerischen Verordnungen außer Kraft setzen, so sehe sich die bayerische Regierung gezwungen, das bayerische Volk in einem Referendum entscheiden zu lasten. Zreie Auckerwirtschaft. Das Reichskabinett hat einem Gesetzentwurf des Reichsernäh- rungsnnnisters zugestimmt, der für das Wirtschaftsjahr 1923/24 die Einführung der freien Zuckerwirtschaft vorsieht. In der Begründung wird ausgeführt, daß der Zuckerrübenanbau gegen- über dem Borjahr« nur um«in Geringes zurückgegangen' sei, und daß mit einer Erzeugung von 12 Millionen Doppel- zentner Berbrauchszucker gerechnet werden könnte, einer Meng«, die hinreichen würde, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. Von einer weiteren Fortführung der Znxmgswirtschoft be- fürchtet die Regierung einen erheblichen Rückgang im Rüörnanbau. Um die unbedingte Gewähr zu haben, daß der Zucker in erster Linie der Bevölkerung zugute kommt, sieht der Entwurf vor, daß die Zuckerfabriken verpflichtet werden sollen, einen bestimmten Teil ihrer Erzeugung bis zu einem bestimmten Termin als Rücklage zu- rückzubehalten. Di« Rücklage darf nur mit Gcnehmigunz de? Cr- Nahrungsministers in den Verkehr gebracht werden Ferner sollen die großen zuckerverarbeitenden Industrien konzessiv- niert und kontingentiert werden. Im allgemeinen sollen nur bereits bestehende Betriebe die Genehmigung zur Verarbeitung erhalten. Di« Konzestionierung und Kontingentierung soll grundsätz- lieh zentral unter Beteiligung der Industrieverbände, die berens im letzten Jahre die Verteilung des Zuckers gehobt haben, durchgeführt werden. Um die Spekulation mit Zucker zu verhindern, wurde eine befonder« Handelserlaubnis für Zucker für folche Betriebe vsrge- setzen, die mit dem Handel mit Zucker nach dem 1. Oktober 1923 be- ginnen wollen.___ Die spanische Militärüiktatur. Pari». 19. Sept.(WTV.) Wie der„Temps" au» Madrid meldek, veröffentlicht der„Staatsanzeiger" ein Dekret, durch da, die Zinilgouverneure beseitigt und die verwaltnng der Provinzen an die Milttärgonvernenre übertragen wird. Ein Revolutionstribuna! vor Gericht. Moskau, 17. September.(OE.) In Moskau hatte sich vor einigen Tagen der ehemalige Leiter des Revolutionstribunals in Strmvropol(Südostrußland), Kolbanowski, vor Gericht zu verant- warten. Er selbst, sein« ebenfalls dem Tribunal angehörende Frau und seine Untergebenen wurden wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt, Erpressung und Unterschleife, Folterung von Gefangenen und Verheimlichung der eingelaufenen Kassationsklagen schuldig gesprschen. Kolbanowski wurde zum Tod« verurteilt, doch wurde die Sirafe auf ein« zehnjährige Gefängnishaft ermäßigt. Der Prozeß erinnert in vielem cm den soeben abgeschlossenen ähnlichen des Astrachansthen Tribunals, bei dem der Hauptschuldige zum Tode verurteilt wurde. Die Mark in New Zork. Die gestrige Schlußnotierung dar Mark in New Bort stellte sich etwas günstiger als die vom Montag, lag aber immer noch unter dem amtlichen Wechselkurs. Umgerechnet auf die deutsche Parität ergab sich in New Bork danach ein Preis von 200 Millionen Mark nach dem Geld- und von 192,3 Millionen nach dem Briefkurs. MirtfchsK Der Neichsinöeik feir Sie LsbcnshcktunA. (1913/14-- 1) Durchschnitt Mal...... zgiS 3«nl...... 7 650 3nll...... 37 651 Aug« st..... 586 045 4. Zuli......... 16181) 11........... 21 511 16........... 23 592 23............ 39336 36........... 71 470 6. August........ 149 53t 13.......... 436 935 20........... 753 733 27.„........! 183434 3. September...... I«45 261 10........ 5 05! 046 17...... 14244900 Steigerung gegen die Vorwoche 182 proz. Die Teuerung hat sich somit in verschärstcm Tempo fortgesetzt. Bereit» am Montag bot da» Niveau der Lebenshaliungskosten den �millionenfache» Vorkriegsstand Lberjchrttten. Seitdem aber sind die Preise wesentlich weiter gestiegen. Die Preisbewegung seil Monkag. Inwieweit der Index bereit« durch die tatsächliche Teuerung überholt ist. sei an der Hand der im Kleinhandel gezahlten Preise einiger wichtiger Waren dargestellt. Da der Index die am Montag ermittelten Preise»infaßt, sind nachstehend die Preiie vom letzten Montag und Mittwoch verglichen(Preise in Millionen Marl): 17. Scptbr. 19. Scptbr. 1 Pfund Rindfleisch.... 20—24 25—34 1. Hammelfleisch... 16—21 30-35 1„ grüne Heringe... 2—2,4 7 1„ Schellstsch..... 2 7 1. Schmalz..... 22—25 39-�0 1, Margarine.... 16—20 28—30 1, Weißkohl..'... 0,7 1,3 1®i.......... 1,6 2,4 Die Teuerung ist also in den letzten drei Tage» außerordent- lich rasch fortgeschritten, der Index dementspicchend längst überholt. Bei der Anwendung der amtlichen Mctzzifser der LebenShaltungS- kosten ist also zu berücksich'.igen, daß bei den wichtigen Markt- waren Preissteigerungen von 50 bis 250 Prozent eingetreten sind; besonder? ausfallend ist dabei, daß die als Fleischersatz jetzt viel benutzten Seefische stch noch stärker verteuert haben als andere Waren. Die SieiAmmg der Großhandelspreise. Das Niveau der Großhandelspreis« hat sich nach den Berech- nungen des Statistischen Reichsamts in der Zeit vom 11. bis 18. Sep- tember um 212,8 Proz. auf das 36millionenfachc des Friedens st a n d e s gehoben. Der Dollar stieg in der gleichen Zeit von 66,2 Millionen Mark auf 150 Millionen Mark oder um 126,6 Proz., so daß das Goldnioeau der Großhandelspreis« wieder«in« Aufwertung von 73 Proz. Gold auf 100,8 Proz. Gold erfuhr. Dies« Bewegung wird vornehmlich durch die Gruppe der Inlandswaren herbeigeführt, die infolge der Neuregelung der Kohlenpreis« sowie der aiNtlichen Abgabepreise für Brotgetreide um 244,8 Proz. aus das 33, 3 millionenfache stieg, während die Einfuhrwaren mit einer Auswärtsbewegung u m 13 8,3 Proz. auf das 49,5msllionenfach« die Steigerung des Dollarkurses nur um ein geringes überstieg. Der 5«rkßlmg der Wirtschaftskrise. Immer weiter greift die Absatzstockung mit ihren verheerenden Folgen für die Beschäftigung der Industrie und den Arbeitsmarkt. Nach dem„Reichsarbeitsblatt" versiegte die teilweise Belebung des Auftragseingangs, die noch im Juli zu verzeichnen war, im August, und es trat fast allgemeiner Absatz man gel ein. Das außerordentliche Ansteigen der Preis«, das von dem Sturz der Mark ausgelöst wurde, brachte die Kaufkraft immer weiterer Kreise zum Erlahmen und verschärfte die K a p i t a l k n a p p h« i t, die sich für oiele Werke, besonders für die kleineren und für die Handwerl- lichen Betriebe zur Kapitalnot steigert«. Daher ist in einer größeren Zahl von Unternehmungen Kurzarbeit eingetreten. Nach den ein- zelnen Berichten, die von Industriebetrieben an das Reichsarbcits- amt erstattet wurden, hat sich der Beschäftigungsgrad wesenlich nersrfjlechtert. Nur 19 Proz. gegen 20 Proz. im Vormonat von der erfaßten Arbeiterschaft war in gut beschäftigten Betrieben tätig. 38 Proz. gegen 42 Proz. arbeiteten in befriedigend beschäftigten Betrieben, die Zahl der Arbeiter, die sich auf s ch l e ch t b e s ch ä f t i g t e Betriebe bezieht, erhöhte sich von 38 Proz. im Juli aus 43 Proz. im August. Die Geschästsaussichten wurden im allgemeinen als nicht günstig bezeichnet. Die Verschlechterung des Beschäftigungsgrades erstreckt sich in letzter Zeit ziemlich gleichmäßig auf fast alle Industriezweige. Di« Bericht«, die über den Arbeitsmarkt aus der Zeit na ch End« August vorliegen, bestätigen, daß die Arbeitskrise ihren Fort- gang nimmt. So rechnet der letzte Wochenbericht über die Arbeits- Marktlage in Berlin in der nächsten Zeit mit einer Steigerung der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit. Allein in der letzten Woche ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 16 000 auf 126 393 gestiegen. Der schlechte Geschäftsgang, der auch hier fast alle Gewerbezweige betroffen hat, ist neuerdings auch in solchen Industrien zu verzeichnen, die wie die Glasindustrie bish.'r noch verhältnismäßig gut beschäftigt waren. In fast allen Bernsen überwiegt die Nachfrage der Arbeitsuchenden das Angebot nach offenen Stellen.___ Gegen die Lieferungsbedingungen der Kohlenzechen find die Kohlenhändler in Li-ferftreik getreten, weil sie die ihnen angercch- neten Goldpreise zu einem Umrechnungskurs zahlen sollen, den die Syndikate willkürlich festsetzen dürfen. Dem Protest hat sich der Verband der Wasser- und Gasfachleut« auf einer Tagung in Cisenach, die von den Direktoren aller großen Gas- und Wasserwerke in Deutschland besucht war, angeschlossen, weil die von den Gruben gegenwärtig oerlangten Zahlungsbedingungen für die Werke unhaltbar seien und zu den schwersten wirtschaftlichen Krisen führen müßten. Das Reichswirtschastsministerium will nun ein« Ver- m i t t l u n g zwischen den gesamten Verbrauchern und den Kohlen- Produzenten übernehmen. In den Kreisen der Zechenbcfitzer ist man auch wohl inzwischen selbst zu der Ansicht gekommen, daß das gegen- wärtig« Zahlungssystem nicht haltbar ist. Das Niederlausitzcr Bra u nkohlensyndikat wird bereits am heutigen Donners- tag zu der Angelegenheit Stellung n-hmen und wahrscheinlich eine Aenderung beschlteßen. Die ösfentlichen Werk« verlangen, um ihre Wirtschaftlichkeit wahren und überlzaupt noch«ine systematische Tarif- berechnung vornehmen zu können, daß für die Bezahlung nicht der Tag des Zahlungseinganges festgesetzt wird, sondern daß der Kurs zugrundegelegt wird, der am Tage des Abganges der Kohl« von den Zechen bestand. Es ist zu erwarten, daß der Reichskohlenverband sich in den nächsten Tagen mit der Angelegen- heit weiter beschäftigt.. Gewerkschaftsbewegung falen" Organisation von dem Abschluß des Vertrages feinerlei Renntnis erhielten. Das ist wohl das vielgerühmte Selbstbestimmungsrecht der Mostowiter! Die Mitglieder wußten nur, daß der Herr hutsam an seinem Busen bewahrte. An alle Mitglieder des Verbandes der Buchbinder! Bezirksleiter Weier den Vertrag abgeschlossen hatte und ihn beDie KPD. Frattion, der sich auch ein paar Mitglieder der USB. angeklebt haben, lädt zu Freitag nach den Bentral- Festfälen" zu einer separatistischen Bersammlung ein. Die Ortsverwal tung hat mit dieser Bersammlung nichts 3u tun und sie for dert, daß ihre Mitglieder im Interesse der Geschlossenheit und der Erhaltung der Kampftraft der Organisation dieser Einladung nicht folgen. In der Versammlung soll die Berheßung der Mitglieder und die Berleumdung der Mehrheit der Ortsverwaltung und damit die Zersplitterung der Organisation in gesteigertem Maße weiterbetrieben werden. Die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Mitglieder und die allgemeine politische Lage ist jedoch für die Arbeiter. schaft zu. ernst, um sich den Lupus eines Kampfes im eigenen Hause leisten zu fönnen, der zur Lähmung und Spaltung der Organisation führen müßte. Betriebseinschränkung in der Margarine- Industrie. Die Margarinewerte„ Berolina" haben die Arbeitszeit von 36 auf 24 Stunden wöchentlich verkürzt, da es an Aufträgen und Kredit fehle. Die Belegschaft protestierte gegen diese Maßnahme und fordert von ihren Betriebsräten, bei allen zuständigen Regierungsinstanzen darauf hinzuwirken, daß die volle Leistungsfähigkeit des Wertes sichergestellt werde, sei es durch Ueberweisung von Aufträgen durch das Reich oder Kommunen oder durch Behebung der Kreditnot. Sollte jedoch der Betrieb gänzlich stillgelegt werden, müsse die Regierung durch Bereitstellung von Staatskrediten den Betriebsräten des Werkes die Weiterführung des Betriebes ermöglichen. Die Notlage der angestellten Apotheker. Die Mehrheit der Ortsverwaltung fonnte den Beschlüssen auf Neuwahl der Ortsverwaltung nicht nachgeben, da diese statutenwidrig ist. Die Neuwahl hat nach dem Ortsstatut in der Jahresgeneralversammlung mit der Neuwahl der gesamten Branchenleitung zu erfolgen. Sollte jezt versucht werden, dem ftatutenmidrigen Beschluß Folge zu geben, so würde durch Einfprüche der Mitglieder und Urabstimmung die Sache sich ohnehin bis zum Januar hinziehen. Der einzige Erfolg wäre neben der Berwirrung der Mitglieder eine Bergeudung von Kraft, Reit und einer beträchtlichen Summe Geldes, ein Aufwand, der jet beffer im Interesse der Mitglieder verwendet werden Die Mehrheit der Ortsverwaltung steht auf dem Standpunkt, im Sinne der Mehrzahl der Mitglieder gehandelt zu haben, menn fie beim„ Generalstreif" nach den Richtlinien der Berliner Gemird durch 2 bis 3 Verkäufe in den Apotheken gededt. mertschaftstommission und nicht nach der Parole der Kommunistischen Partei handelte. Ob die Drahtzieher, die fich dabei aus dem Rahmen der geschlossenen Berliner freigemertfchaftlichen Bewegung loslöften, mehr aus Ehrgeiz oder Unterwürfig feit handelten, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls würde bei der fehlenden Einficht dieser Leute fünftig jede geschlossene Aftion gefährdet werden. fann. Groß- Berliner Parteinachrichten. 84. t. Lankwig. Freitag, den 21. September, 7% Uhr, im ,, Deutschen Haus", am Bahnhof, öffentliche Versammlung. Thema: ,, Unsere Not, unfere 8utunft". Ref. Gen. Nietisch. 2. Kreis Tiergarten. Die Ordner treffen sich heute abend 6½ Uhr im Artus. hof, Berleberger Str. 29. 3. Kreis Webbing. Freitag, den 21. September, 7 Uhr, an bekannter Stelle Sigung des erweiterten Areisvorstandes mit den Delegierten zum Be. girtstag. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freitag, den 21. Geptember, 7 Uhr, Sigung des erweiterten Rreisvorstandes mit den Bezirtstagsdelegierten in der Ge. meindeschule Senefelderstr. 6. 12. Areis Steglig, Lidsterfelbe, Zantwig. Wegen des Gemeindekunstabends muß die Gigung des Areisvorstandes mit den Delegierten heute, Donners. tag, bereits um 6 Uhr beginnen. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf. Freitag, den 21. Geptember, 8 Uhr, Kreis. Dorfbandsligung in Mariendorf, Rathaus, Rimmer 26. 17. Kreis Lichtenberg. Freitag, den 21. September, 7 Uhr, Ronferenz der gesamten Kreisfunktionäre einschließlich Fraktion und Bezirksamtsmu. glieder im Arbeitsamt, Gchreiberhauer Straße. Die Delegierten zum Bezirtstag am 23. d.. müssen ebenfalls erscheinen, 19. Kreis. Alle Genossen, die fich an der Landagitation beteiligen wollen, treffen sich am Freitag, den 21. d. M., 71 Uhr, im Jugendheim, Pantow, Breite Straße, zur Einteilung. Heute, Donnerstag, den 20. September: Jungsozialisten. Arbeitsausschuß: 7 Uhr( nicht wie in der Einlagung, um 6 Uhr) Gigung im Landtag, Bimmer 28. Gruppe Treptow: 7% Uhr im Jugendheim, Elsenstr. 3, Diskussionsabend, Thema: Das Mädel in der Jugendbewegung". Septemberheft mitbringen. Gruppe TempelhofMariendorf: 7 Uhr im Lotal Hansen, Tempelhof, Borussia-, Ede Neue Straße, Vortragsabend. Gruppe Friedrichshain: Beteiligung an der Beranstaltung der Gruppe Eüben. Gruppe Süden: 7% Uhr, Linden. Straße 3, 1. Sof lints, spricht Genoffe Pfarrer Frande über Jbsens Drama ,, Gespenster". Gruppe Neuköln: Donnerstag, im Jugendheim, Nogat. ftraße 53, gemeinsam mit der Arbeiterjugend, Besprechung über die Bufammenarbeit der Arbeiterjugend und Jungsozialisten. Gruppe Panlow: 7% Uhr im Jugendheim: Arbeitsgemeinschaft. Man schreibt uns: Seit Jahren sind die angestellten Apotheker bemüht, für ihre aufreibende Tätigkeit in den Apotheken ein ents sprechendes Gehalt zu beziehen. Die Befizer lehnen jedoch eine aus. reichende Bezahlung immer wieder mit dem Hinweis auf die mangelhafte Arzneitage ab und die geringe Berdienstmöglichkeit. Nun find bie bisherigen Einwände der Befißer seit einiger Zeit hinfällig ge. worden, da sowohl die Tage wie überhaupt die gesamten Einnahmen der Apotheken auf Goldrechnung eingestellt sind. Im Gegenfaze dazu betrug das Höchstgehalt der angestellten approbierten Apotheker im Monat August 105 millionen. Seit Anfang dieses Monats wurden am 10. September 80 Millionen bezahlt. Damit müssen die angestellten Apotheker bis zur nächsten Dekadenzahlung am 20. September ihre gesamten Ausgaben bestreiten. Diese Summe entspricht nicht einmal einem Goldwert von 4 M. und Die mangelhafte Organisation der Angestellten und die ewige unangebrachte Rücksichtnahme auf die Apothekenbefizer, 31. Abt. Charlottenburg 7½ Uhr Funktionärsizung bei der Genoſſin Barwelche sich seit Jahren auf Roften ihrer angestellten Kollegen und des arzneibedürftigen Publitums bereichern, find Schuld an der unglaublichen Tatsache, daß ein Erwerbslofer ungefähr die gleichen Bezüge wie ein angestellter approbierter Apotheker hat, der feit Jahren durch die aufreibende Tätigkeit des Apothekenbetriebes seine Gesundheit für den Arbeitgeber opfert." Kein Streit im Fuhrgewerbe! Zum Freitag voriger Woche hat dieselbe Stelle, die jetzt nach den Zentralfestfälen" einladet, zuerst die graphischen Be= triebsräte und dann, als man den schwachen Besuch fürchtete, die gesamte Mitgliedschaft des graphischen Gewerbes eingeladen, um den Bericht von dem verbotenen Betriebsrätefongreß" Der mit Beginn ab heute von den Arbeitnehmern des Schwerentgegenzunehmen. Etwa 50 000 organisierte Berufsangehörige fuhrwertsgewerbes befchloffene Streit gilt als aufgehoben, murden in einen Versammlungsert celaden, der zirka 500 Bersonen da die Fuhrherren Jnnung nunmehr den vom Schlichtungshat. faßt. Erschienen war ein starkes Bäderdukend! Was von ausschuß gefällten Schiedsspruch angenommen den graphischen Organisationen über diese Zusammenfunft gefagt Lohnablommen gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches beim Vermurde, gilt auch von der neuen Quertreiberversammlung. lehrs5und, Engelufer 24/25, II, 3immer 26. Kolleginnen und Kollegen! Laßt die Rommunisten unter sich. leistet der Barteinerhehuna und der Bekämpfung in den eigenen Reihen den st ärt sten Widerstand, um prat. tische Arbeit zu ermöglichen und greifbare Erfolge zu erzielen. Im Namen der Mehrheit der Ortsverwaltung Peter Caspar, Borsigender. Angestellte der Chirurgiemechanik! Morgen, Freitag, den 21. September: 6. Abt. 7 Uhr Funktionärfißung hei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. 42 Abt. 128 Uhr Funktionärversammlung bei Höfe, Bergmannstr. 69. muth, Am Bahnhof Westend 2, v. 3 Tr. Erscheinen aller Funktionäre Pflicht. 76. bt. Dahlem. Die Mitgliederversammlung und der Zahlabend finden Freitag, 8 Uhr, im Restaurant Schilling, Königin- Luise- Str. 42, ftatt. 85. bt, Tempelhof. Die Funktionärsizung fällt aus. Sie findet Montag, den 24. Geptember, statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. 88. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Funktionärsihung im Rathaus, Bimmer 26. 120. Abt. Friebrichsfelde. 7% Uhr in der Mädchenschule, Wilhelmstr. 29, Mitgliederversammlung. 1. Bortrag des Gen. Reimann über ,, Die Ursachen und Wirkungen des kommunalen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs". 2. Distuffion. 3. Parteiangelegenheiten. Jungsozialisten. Gruppe 9: 8 Uhr im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, Borttag des Genossen Oppenheimer. Frauenveranstaltung am Freitag, den 21. September: 7. Kreis Charlottenburg. Deffentliche Frauenversammlung in den Hohen. zollern- Sälen, Berliner Str. 105, abends 7 Uhr. Genoffin Frau Juchacz, Md. R., spricht über Die Frau im Kampf für Leben und Freiheit". Erscheinen der Genoffinnen Pflicht. Jugendveranstaltungen. Werbebezirk Neuföün. Am Freitag, ben 21. September, abends 8 Uhr, findet im Rarlsgarten, Rarlsgartenstraße, eine öffentliche Jugendversammlung mit dem Thema Die wirtschaftliche Lage und die Arbeiterjugend" statt. Die umliegenden Abteilungen werden aufgefordert, dort zu erscheinen. Werbebezirk Oberspree. Die Oranienburgfahrer treffen fich heute, Donnerstag, ben 20. September, 7 Uhr abends, im Jugendheim, Niederschöneweide, Berliner Str. 31. Dort findet die Probe für den Gesang- und Sprechcor und die Theaterprobe statt. Die Genoffen haben die Teilnehmerzahl ihrer b teilung, wenn möglich mit dem Fahrgeld von 4 000 000 M., an den Genoffen * Bei den Verhandlungen am 18. September beantragte der Zentralverband der Angestellten die Gewährung weiterer, den Zeitver hältnissen entsprechender Vorschüsse für die kaufmännischen Angestellten. Die Arbeitgeber erklärten, daß sie im Laufe dieser Woche Beamtenbund und Regierung. zwei weitere Augustgehälter als Borabzahlung auf das noch endgültig zu regelnde Septembergehalt gemähren wollen. Dieses Zu Die B.S.- torrefpondenz verbreitet eine reichlich lange Ent- geständnis spricht von der Weltfremdheit der Unternehmer, denn der schließung des Borstandes des Deutschen Beamten. bundes. Benn cues von den Erklärungen des Reichstanzlers und angebotene Borschuß steht in feinem Verhältnis zu der augenblid- Stichter in Niederfchöneweide anzugeben. Der Treffpunkt ist am Sonnabend des Reichsfinanzministers eine nicht unwesentlicy: Entspannung besichen Teuerung. Am Sonnabend tritt der Schlichtungsausschuß zu- um 6 Uhr am Bahnhof Niederschöneweide. sammen, der sich mit der Borschußfrage für die Angestellten der Berhältnisses zwischen dem Beamtenbund und der Regierung zu Chirurgiemechanit beschäftigen soll. Von seinem Berhalten wird es erhoffen sei, müsse die Regierung dennoch vor aller Def abhängen, ob der Wirtschaftsfrieden in dieser Branche erhalten fentlich feit gewarnt werden, auf ihrem Wege fortzu bleibt oder die Angestellten zum letzten gewertschaftlichen Mittel, zur fdyreiten. Die Institution des Berufsbeamtentums werde geschädigt, die Regierung sei von dem Wertbeständigkeitsabkommen Selbsthilfe greifen müssen, um fidh angemessene Gehaltsbedingungen zu erkämpfen. abgegangen und entziehe sich der Verpflichtung, die Beamten vor der Geldentwertung durch nachträgliche Korrektur in der Höhe der Indersteigerung zu schüßen.„ Ueberbies mollte die Regierung zu der nachträglichen Zahlung übergeben." Die Unruhe in der Beamtenschaft über die Regierungserflärung steigere sich von Stunde zu Stunde. Die Regierung müsse am 1. Oktober zu ihren Rechtsverpflichtungen im Besoldungswesen der Beamten zurückkehren. Wenn damit die vierteljährliche Borcuszahlung der Behälter gemeint ist, müssen mir schon gestehen, daß uns Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit infolge Betriebseinschränkungen und Betriebsstillegungen gegenwärtig notwendiger erscheinen. Eine revolutionäre Organisation. Auch in Berlin ist eine Organisation der Hand- und Kopf arbeiter" gegründet worden. In dieser Organisation spielt der frühere Angestellte des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Herr Beier, eine hervorragende Rolle. Ganz zu schweigen von seinen Stückchen, die er bei den Halleschen Metallarbeitern spielte, möchten wir nur ganz furz eine Darstellung seiner revolutionären Tätigkeit geben. Die Union der Hand- und Ropfarbeiter wurde als Gegenpol gegen die sogenannte reformistische" Gewerkschaft gegründet. Beier als Bezirksleiter dieser Union hatte das Pech, in Branden. burg a. 5. bei dem Schwesterbetrieb der Firma Mig u. Genest eine Berhandlung zu führen zweds Abschluß eines Tarifvertrages. Er schloß einen Vertrag ab, der das Streifrecht der Arbeiter aus. fchloß.( Das ist wohl die rrrevolutionäre Methode?) In diesem Betriebe hatte früher der Deutsche Holzarbeiterverband die Mehrheit in der Belegschaft. Nach dem neuen Vertrag, der den Streit auch dann ausschließt, wenn in dem Hauptwert Berlin gestreift mird, soll den Arbeitern während der etwaigen Streifzeit in Berlin eine Prämie für ihre Streifbrecherei gezahlt werden, und zwar in Höhe von 5 Broz. über den Säßen des Berbandes Berliner Metall industrieller. Bezeichnend ist, daß die Mitglieder der neuen„ radi. Gehalfszahlungen an Angestellte erfolgen: In der Spedi tions branche für die Zeit vom 16. bis 22. September das ferner am 26. September als Borschuß für die nächste Woche gezahlt; Gehalt der Borwoche plus Inder. Die Hälfte dieses Gehalts wird in der Gesundheitsindustrie spätestens am Sonnabend meitere 100 Juligehälter, außer den bereits gezahlten 35 Juligehältern; in den Betränteindustrien u. v. G. bis spätestens morgen Freitag weitere fünf Augustgehälter; in den Brauereien ebenfalls fünf Auguftgehälter; in der Kartonnagenbranche sofort ein weiteres Augustgehalt. in der Damenwäsche und Schürzen, tonfettionierten Weißwaren- und Tapisseriebranche für die Woche vom 17. bis 22. September zu dem Gehalt der letzten Woche lichten Inder; in der Ronfervenindustrie wurden wert einen Aufschlag entsprechend der Steigerung des heute veröffentbeständige Behälter vereinbart. Am 22. September werden zwei Auguftgehälter plus Inder vereinbart. Der Gesamtbetrag gilt als Grundgehalt für die weiteren Wochenzahlungen.- Anfragen bzw. Tarifverträge beim ZDA. Betriebsräte ber BSPD., Gruppe Chemie. Sonntag vormittag 10 Uhr im Saal 8 des Gewerkschaftshauses äußerst wichtige Ber fammlung für die auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale ftehenden Arbeiter- und Angestelltenräte der Gruppe Chemische Industrie". Partei- und Berbandsbuch legitimiert. Der Werbeausschuß der Gruppe Chemische Industrie". Zentralverband der Maschiniften und seizer, Branche Elettrizitätsarbeiter, Berlins beschäftigten Arbeitnehmer im Gewerkschaftshaus, Gaal 1. Morgen, Freitag, Branchenversammlung aller in den Elektrizitätswerken GroßDie Zu funft der städtischen Elektrizitätswerke. Verschiedenes. Branchenleitung und Ortsverwaltung. nachmittag 4 Uhr Betriebsversammlung im Restaurant Sum fühlen Grunde", Buchbrucerei F. Wolf, G. m. b. S., Dresbener Straße. Morgen, Freitag, Michaeltitchplag 19. fuffionsabend: Die Schriften der Arbeiterjugend". Seine". Marienfelde: Jugendheim bei Safeloff, Berliner Str. 134. Dis. Lantwig: Jugendheim Gemeindeschule Schulstraße. Bortrag: Seinrich Straße 53. Bortrag: Die griechische Kultur": Reutölln I: Münchener Reutölln IV: Jugendheim Norden: Jugendheim Botal Bum Bärwintel". Bortrag:„ Darwinismus". Gemeindeschule Butbufer Str. 3-5. Bortrag: Weltverkehr und Weltwirt fchaft" Stralauer Biertel: Jugendheim Gemeindeschule Naglerstr. 3. Dis fuffionsabend: ,, Unsere Winterarbeit". Senefelder Biertel: Jugendheim Badeanfalt Oberberger Straße. Bortrag: August Bebel".( Fortfegung.) ebbing: Jugendheim Gemeindeschule Ruheplasstraße. Bortrag: Jugend und Rultur". -Arbeitersport. Sportabteilung Fichte.Dt, Berlin. Abt. Fußball: Sonntag, ben 23. September, spielen in" Sohenschönhausen( Innenplag) Fichte- Oft gegen 6. B. uitig- Fidel, Rudow, und bitten wir um tatkräftige Unterstützung der Arbeiter. fchaft. Für die auch Arbeiter" in bürgerlichen Vereinen ist am Sonntag die befte Gelegenheit, sich einen Einblid i bie Spielweise und Stärke ber MGT. verschaffen. Fahrgelegenheit: Straßenbahn 64 oder Ringbahn bis Lands berger Allee, dann 15 Min. Laufzeit bis zum Play. Anfang 5 Uhr. Borher Fichte Oft Il- Luftig- Fidel II. Anfang 3 Uhr. Auf dem Außenplay Fichte. oft IV- Sparta IV, Anfang% 2 Uhr, und Fichte- Ost III- Sparta III, Anfang fammlung am Donnerstag, den 20. September, pünktlich 7 Uhr, in der Schul44 Uhr. aula Raiser- Friedrich- Str. 4( am Sermannplag). Bortrag des Genoffen. Geibt über Bürgerlichen Sport und Arbeitersport". Seimabend in Jugendheim, Neukölln, Steinmekftr. 26, Sof 3 Treppen. Schwimmverein ,, Borwärts", Berlin 1897. Gruppe Silben: Gruppenver. Jeden Dienstag von 7-10 Uhr Briefkasten der Redaktion. 6. G. 255. Ruverlässige Auskunft in allen Auswanderungsangelegenheiten erhalten Sie beim Reichswanderungsamt, N. 6, Quisenstraße 31a. Anfragen ift Borto beizufügen. R. 66. Sie müssen versuchen, durch Rauf in den Besig eines Siedlungshauses zu gelangen; eine andere Möglichkeit besteht nicht. Wetter bis Freitag mittag. Zunächst etwas warmer, zeitweise heiter, jedoch überwiegend bemöllt mit wiederholten, im Norden stellenweise aiemlich fta: len Regenfällen bei mäßigen füdwestlichen Winden. Später pieder Abkühlung. Berantwortlich für Belitit: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. 8. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frih Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Sierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". OSRAM LAMPEN kauft und braucht die ganze Welt OSRAM NITRA OSRAM OSRAM muß auf der Glasglocke stehen !Tr. 439 ❖ 4H.�ah?gaüg Beilage öes Vorwärts Vonuerstay. 20. September 1923 Der Kachne- Gin Denkzettel für v. Kaehne junior. Der vor dem Schöffengericht Werder gestern verhan- dclte Kaehne-Prozeh, über dessen Ausganz wir bereits in der gestrigen Abendausgabe kurz berichteten, hatte aus Werder und Umgegend eine beträchtlich« Zuhörerfchor herbeigelockt. Besonders die dem jungen v. Kaehne so sehr verhaßten Glindower wollien sich nicht dos Vergnügen entgehen lassen, ihn wieder einmal auf der Anklagebank zu sehen. Herr Karl v. Kaehne junior, der jetzt LS Jahre alt« Sohn des Gutsherrn von Petzow, war ange- klagt, im Mai d. I. in der Forst des Gutsnachbarn v. Bochow einen be'm Holzdiebsiahl betroffenen Arbeiter Lucas aus Glindow schwer mißhandelt und besten um Hilfe rufenis« Frau mit dem Gewehr bedroht zu haben. Mit dieser Anklage war ein« zweit« verbunden, die ihm zur Last legte, im Januar d. I. ein« auf Kaehne'chem Gelände angetroffen« Gruppe des Charlottenburger Wandervogelvcreins„Frischauf" beschimpft und den sie führenden Bankbeamten Torgeler schwer mißhandelt und ihm samt seinen Begleitern mit Schießen gedroht zu haben. In beiden Fällen hatte er auch das gegen ihn ergangene Waffenverbot übertreten. Der Angeklagt« benahm sich diesmal sehr viel vorsichttger als in dem ersten Termin, der im Mai d. I. stattfand, aber mit Der- tagung endete. Wkder behauptete er, von Lucas und von dessen Frau mit dem Beil bedroht worden zu fein, so daß er den Wider- stand dcs gegen die Festnahme sich Sträubenden durch Schläge habe brechen müssen. Aber er gab die Mißhandlung diesmal nicht mehr so rückhaltlos zu und schilderte sie nicht wieder in den abstoßenden Kraftausdrücken eines Menschen, dem man anmerkte, daß er feine Tot nicht bedauerte. Im vorigen Termin erzählte er offen:„Dann habe ich ihn anständig verledert. Er hat Back- pfeifen gekriegt, wo es hintraf und faß. Dann war er befriedigt und ich brachte ihn zu dem v. Rochowschen Förster Wiesbach." Diesmal dagegen wollte er glauben machen, er habe Lucas, der ihn stieß,„schärfer angefaßt" und bei dem Hin- und Herstoßen sei„seine Hand ein paarmal»ach dem Gesicht des Lucas aefahren". Man beachte diesen Wechsel der Darstellung, der das Charakterbild des Angeklagten v. Kaehne um einen neuen Zug be- reichert. In feinen Angaben über Frau Lucas fand er ungefähr den früheren Ton wieder. Sie habe, sagte er,„gebrill!". darum bade er ihr zugerufen: Halten Sie die Schnalz»! Er schloß:„Das Geplärre, das sie da aufführt«, ist doch nicht der Rede wert." Demgegenüber bekundeten Lucas und Frau, sie hätten v. Kaebne nicht bedroht. Er habe Lucas an die Kehl« gepackt und ihn so geschlagen, daß er das Bewußtsein verlor und ihm dann sogar einen Strick um den Hals gelegt. Frau Lucas habe er gedroht, er werde sie, wenn sie nicht die Schnauze halte, üb c r den Haufen schießen. Ein« andere Zeugin, die in der Röhe gearbeitet hatte, bekundete, auf das Hilfe- gefchrci fei sie herbeigelaufen, aber auch sie sei mit Schießen be- droht worden. Der Angeklagte wollte gegen die Eheleute die Be- stundung de» Försters Wiesbach ausspielen, vor dem sie zu v. Kaehne» Behauptung, daß er mtt dem Beil bedroht worden fei, geschwiegen Kütten. Bon den Wandervögeln behauptet« v. Kaehne. sie {*icn über den gepflügten Acker gegangen, da habe er sie. weil sie aus Anruf„nicht Order parierten", durch einen Signalschuß gestellt. E? habe ihnen nur gesagt, sie sollten sich nicht wie Lausejunge» be- nehmen. Dem Führer habe er auf die Bemerkung„Erlauben Sie «ml!"(der Angeklagte ahmte den angeblich herausfordernden Ton nach) ein« Backpfeife gegeben. Torgeler und zwei seiner Freunde bekundeten als Zeugen, auf einem Feldweg feien sie ge- oangen. Bei v. Kaehne habe Torgeler sich höflich entschuldigt, dieser aber habe ihn sofort einen„dummen Lausejungen" ge. rannt und ihn mit der Faust gegen Ohr, Nase und Schläfe geschlagen, so daß späier Erbrechen eintrat. Sie seien durch v. Kaehne. indem er drohte, ihnen.�ine Kugel in die Knochen zu schießen", genötigt worden, noch dem Wold zurück', ugeljen, und zwar diesmal gerade über den gepflügten Acker. Daß Torgeler und sein« Begleiter sich nicht herausfordernd benom- men haben können, sah man an ihrem Verhalten vor Gericht auf den ersten Blick. Erster Staatsanwalt Gerlach, der von Potsdam herüber- a:kommen war, um selber die An klag« zu vertreten, betonte, daß v. Kaehneeinc Gefahr für Glindow und Umgegend sei. Wer dorthin kommt, müsse gewärtig sein, daß er blaue Bohnen zwischen die Rippen kriegt. Deshalb müsse energisch gegen v. Kaehne eingeschritten werden Das Gewehr sitze bei ihm loje, aber das werde das Gericht ihm abgewöhnen. Auch gegenüber Torgeler, der sich durchaus höflich benahm, habe bei v. Kaehne sich das Hcrrenbewußtscin gezeigt. Der Staatsanwalt bean- tragt« wegen der im Fall Torgeler begangenen Beleidigung, Miß- Handlung und Nötigung und wegen der im Fall Lucas begangenen Mißhandlung und des Rötigungsversuches n-eun Monate und zwei Wochen Gefängnis, außerdem wegen der Uebertretung des Waffen- Verbotes 600 000 M. Geldstrafe. Mit Rücksicht auf v. Kaehnes Bor- strafen, die ihn hätten warnen müssen sriedigung aufgenommen. 'mal was anderes! Meine kleine Familie ist in dieser sleischlosen Zeit— so schreibt un» ein Mitarbeiter— ein starker Derbraucher von Pflanzenfett, mit dem bekanntlich all?» Mögliche angerichtet wird. Am letzten Freitag gab es Gest). Mein« Frau kauft, wie üblich, ihre Tafel Kokosfett. Zahlt für das Pfund 2 2 Millionen. Es ist draußen in einem Berliner Borort, wo man gerade nicht immer billig zu sein pflegt, schon deshalb nicht, weil man„dem Lande näher" ist. Am Montag darauf gehe ich durch die Markthalle in der Lindenstraße und sehe dort Kokosfett, die Tcfel zu 21 Millionen. Der Dollar war inzwischen von 90 auf 132 Millionen gestiegen. Aber wer beschreibt das gemeinsame Ersimmen von meiner Frau und mir, als wir beim Morgeneinkauf des folgenden Tages in einem Geschält, dessen Güte wir mm nachgerade kennen, Pflanzenfett mit 19 M Millionen angeboten erhalten?— Man ist bei dein bis- herigen Preistaumel allerstcnd gewöhnt. Daß die Preise von Stunde zu Stund« schwanken ,md in den verschiedenen Geschäften verschicden find, gehört zur täglichen Erscheinung, daß aber an drei Togen stci- g enden Dollarkurs«» dieselbe Ware von 2? auf 19)4 Millionen sinkt, ist direkt ein Trost in dieser traurigen Zeit. Da rede einer noch von Teuerung! Aber es sollen nun auch einige wissen, welches das dritte Geschäft war, wo«« noch cm Dienstag die billige Pflanzenbutter gab: es war ein« Warenverteilungsstelle des Konsumver- «in» Groß-Berlin und Umgegend. Dieser einzig« Einkauf ersparte mir IVj bis 2% Millionen Mark, gemessen an den Warenpreisen der beiden anderen Geschäfte. Wobei noch nicht berücksichtigt ist, daß wahrscheinlich am Dienstag auch die beiden anderen Läden infolge de, gestiegenen Dollarkiwsss ihre Preis« herausgesetzt haben.— Wenn jetzt der Konsumverein seinen Mitgliedsanteil auf SV Millionen Mark erhöht, so mag der einfache Derbraucher an dem vorliegenden Bei- spiel ermessen, wie schnell sich«ine solche Leistung bezahlt macht. Und er wird gern die Summe aufbringen, wenn er weiß, daß da- durch sein« Genossenschaft in die Lage versetzt wird, die infolge zweck- mäßiger Verteilung bedeutend billigere Ware in ausreichender Menge zu beschaffen. Denn das kann sie heut« vielfach noch nicht. Dorum ist e? Pflicht und Eigeninteresse jedes Genossenschafters, an der Stärke seines Betriebes nach bester Kraft mitzuarbeiten! Die kskalnfalle. Buhen im werte von S und 20 Zentnern Briketts. In die Praxis der Kokainschnupfer, in eingeweihten Kreifln „Kokser" genannt, leuchtete eine Verhandlung vor dem Wucher- gericht II hinein. Wegen unerlaubten Handels mit Arzneimitteln bzw. Vergehen gegen das internationale Abkommen über den Verkehr mit Opium hatten sich der Kaufmann Ludwig Schröder, der Kaufmann Hans F e r r b a ch und der Apotheker L ö w y zu ver- antworten. Der erste Angeklagte sollte angeblich für«inen argentinischen Arzt drei Kilogramm Kokain besorgen. Schröder wandte sich durch Der- mittlung des Apothekers Löwy cm Ferrbach, der sich um die Be- schassung dos Kokains bemühte. Ehe jedoch die Lieferung erfolgte, erhielt die Polizei Wind von der Angelegenheit und die Folge war die jetzige Anklage. Bor Gericht machten zunächst die Verteidiger Einwendungen gegen die Zuständigkeit des Wuchergerichtes, das sich nur mit Gegenständen des täglichen Bedarfs zu befassen habe. Die Angeklagten selbst behaupteten, daß sie das Opferoon Polizei- �spitzeln geworden seien, die die ganze Angelegenheit eingefädelt hätten. Das Wuchergericht erklärte sich jedoch für zuständig. Im Sinn« der neuen Wuchergerichtsordnung liege es, die Zuständigkeit des Wuchergerichtos nicht einzuschränken, sondern vielmehr auszu- dehnen. E s je i möglich, daß die Polizei den Ange- klagten ein« Falle gelegt habe. Das könne die Ange- klagten aber nicht entlasten. Die Behörde pflege sich in solchen Fällen nur an Leute zu wenden, die im Verdacht stehen, derartige verbotene Geschäfte zu betteiben. Der unbefugte Handel mit Kokain wurde vom Gericht als eine große Gefahr be- zeichnet. Mildernd betrachtete es dos Gericht nur, daß die Ange- klagten nicht gewerbsmäßig gehandelt haben. Sie wollten nur mit dem beliebten Schiebungsmittel Kokain einmal Geld ver- dienen. Eine Geldstrafe konnte für das Gericht nicht in Frage kommen, weil der Sttafrahmen nicht ausreichte. Das Gericht hätte höchstens auf 100 Millionen Mark erkennen können und dieser Be- trag sei unter den heutigen Verhältnissen eine zu geringfügige Strafe. Das Gericht erkannte gegen Schröder uno Ferrbach auf j e einen Monat Gefängnis, gemährte den Angetla�een jedoch Bewährungsfrist mit der Bedingung, daß Schröder eine Buße im Werte von 20 Zentnern Briketts leiste. L ö>v p wurde freigesprochen.__ Von„Samaritern" bestohlen. Don„barmherzigen Samaritern" wurde ein Juwelier um Schmucksachen im Werte von vielen Milliarden bestohlen. Der Juws- lier wohnt in Charlottenburg und hat im Zentrum Berlins seine Werkstatt. Am 13. d. M. war er mit einer Tasche mit vielen Ohrringen, Broschen, Anhängern sowie losen Juwelen aus dem Heimweg. Vor dem Hause Königsweg 31, am Bahngslände, kam er an einem Baugerüst zu Fall und schlug dabei so hestig mit dem Kopf auf das Straß«!, pfloster auf, daß er für kurze Zeit die Besin- nung verlor. Straßenpassanten nahmen sich seiner an. Einer dieser „Samariter" benutzte die Gelegenheit, um ihm die Tasche mit den Schmucksachen zu stehlen. Auf die Wiederbeschajsung des Inhalts ist eine Belohnung von 20 Milliarden Mark ausgesetzt. Nachrichten über den Derbleib der Juwelen nimmt Kriminalkom- missar N a u k beim Polizeiamt Charlottenburg entgegen. Wieder erhöhte Tarife bei der Hochbahn Di« Hoch- und Untergrundbahn marschiert jetzt mit«m � Tariffront der Berliner Verkehrsunternehmungen. Bereits a b Freitag, den 21. d. M., wird sie ihre Tarife erneut erhöhen. Folgende Fahrpreise sollen erhoben werden: 3. Klasse 1300 000 2N. und 2 000 000 ZIt„ 2. Klasse 2 000 000 M. 2300 000 M. Blocks zu 10 Karten kosten: 3. Klasse 13 000 000 M. und 18 000 000 M., 2. Klasse 18 000 000 M. und 22 500 000 M. Wochenkarten zu 12 Fahrten für die ganz« Streck« kosten: 3. Klasse 18 000 000 M., 2. Klasse 22 300 000 M. Di« jetzigen Fahrkarten können in der Weise weiterbenutzt werden, daß zwei Stück derselben Sorte für«in« Fahrt verwendet werden, sie werden aber auch an allen Schaltern zurückgenommen. Ans der sozialdemokratischen Stodlverordnelenfraktion. Stadtverordneter Genosse R a d t k e- Neukölln hat, weil sein Amt eines Stadtrats für den Verwaltungsbezirk Neukölln ihn voll in Anspruch nimmt, sein Stadtverordnetcnmandot niedergelegt. Sein Nachfolger in der Stadtverordnetenversammlung ist Genosse Willi Groß- mann- Neukölln. Sl) Kilian. Roman von Jakob Bührer. Sie nickte:„Das ist der ganze Unterschied: Wir haben Nertrauen zu den Menschen. Sie nicht!" Nach dieser Gerichtsverhandlung war ich nicht mehr im- stände, mich in die Geschälte zurückzufinden. Ich nahm Ur- laub. und angestrengt arbeitete ich an dem Problem„Organi- sation der Weltproduktion". Je mehr ich darüber nachdachte, um so größer und klarer erschien mir die AufgabV Es ward mir dann auch möglich, mich mit meiner ehemaligen Geliebten über einzelnes auseinanderzusetzen, und sie hat mich bestimmt, nach Europa zurückzukehren und von dort aus an dem Pro- jckt weiterzuarbeiten. Das ist der Grund, weshalb ich Sie, liebe Mutter, bald zu sehen hoffe, und damit dies fa fröhlich und glücklich der Fall sein kann, deshalb müssen Sie Sorge tragen, daß Sie wieder gesund und munter werden. Aufs herzlichste grüßt Sie Ihr alter treuer Sohn Kilian. Anmerkung: Dieser Brief fand sich im Nachlaß Kilian Billwangers. Der Umschlag trug den Vermerk: Unbestellbar. Adressat gestorben. Achtes Kapitel. Im Direktionszimmer der„Europäischen Derkehrsban!" in Zürich warteten an die zehn Personen, trotzdem die Sprech- stunde noch nicht begonnen hatte. Eben trat noch ein junger Mann mit einer Studentenmütze ein, ging auf den Diener zu und sagte:„Ich wünsche als erster vorgelassen zu werden." Wieso? frug des Dieners verwunderte Augen. Der Student wies auf seine Karte. „Ach so? Ein Verwandter? Wollen sehen." Da ging die Glocke des Direktors. „Nummer Eins!" rief der Diener. Ein stämmiger, nielleicht sechziafähriger Mann mit auf- ge'bjwemmtem Gesicht und weißen Bartfetzen erhob sich und ging hüstelnd hinter dem Diener her. Im Direktionszimmer erhob sich Kilian Villwanger, ein sorgfältig gekleideter, straffer Herr, mit hellen Augen und leicht übergrauten Schläfen. „Herr Nationalrat Hangetcr," sagte er grüßend,„Sie kommen wegen der Versuche mä de« Gichtxmt* „Gewiß," hustete der andere,„ich möchte Sie dringend davor warnen..." „Das haben Sie ja bereits schriftlich getan. Trotzdem müssen wir die Sache finanzieren." „In diesem Falle", platzte Hangeter heraus,„bin ich be- auftragt, Ihnen das ganze Kapital unserer Gesellschaft zu kündigen." „Was wollen Sie damit erreichen? Ich darf Ihnen ver- raten, daß wir vor dem Abschluß eines Welwerbandes samt- sicher Baufirmen stehen. Die von Ihnen gefürchtete Gefahr durch das neue Bauverfahren wird also nicht eintreten, weil die Neuerimg sofort allen zur Verfügung steht und der Ee- samtverband nur das eins Interesse hat, rationeller zu arbeiten." Der andere kaute heftig an irgend etwas, wodurch seine Bartfetzen in große Bewegung kamen und sagte dann:„Glau- den Sie an diesen Zaubere" „Wie?" frug Kilian scharf. „Glauben Sie, daß mit der fortschretonden Vertrustung der Welt irgend etwas erreicht ist?" wiederholte Hangetcr. „Alles!" erklärte Kilian sKzr bestimmt. „Wirklich?"— Mhm, man hört mancherlei. Kürzlich wollte einer wissen, ein gewisser hiesiger Bankdirektor fei Leiter einer Geheimoroanisation von Kapitalisten zur Ab- schaffung des Kopitalismus!" „Was Sie nicht sagen!" „Vorhin fand ich in Ihrem Vorzimmer die berüchtigte Schrift„Weder Anarchismus noch Kapitalismus!"— Gestatten Sie mir die Bemerkung, daß mich dies einigermaßen überraschte." „Sie mißtrauen mir?" „Mißtrauen? Wer heute Geschäfte macht, dankt es zur Hälft« und mehr seiner Vorsicht, seinem Mißtrauen." „Sehen Sie," lackte Kilian und bot jenem die Hand zum Abschied,„darum müssen sich alle verbünden, damit sie ein- ander nicht mehr betrügen können. Just darum!" Hangeter lachte gezwungen, verbeugte sich unbeholfen und war draußen, ehe er sich's versah. Der Diener übergab Kilian die Karte des Studenten und meldete dessen Verlangen. Kilian bekam einen roten! Kopf.„Führen Sie ihn... Nein," unterbrach er sich,„soll i warten, bis er an die Reihe kommt." ill» VUummc zwsj trat em Lnatol Müller cm, eml Schwindsüchtiger im vorletzten Stadium. Kilian erschrak sehr, als er seiner ansichtig wurde. „Warum haben Sie rnir nicht geschrieben, daß Sie krank sind?" begrüßte er den Eingetretenen. „Ich wollte nicht als Bettler zu Ihnen kommen, sondern als Erfinder," sagte der andere hart und klanglos. „Verzeihen Sie," sagte Kilian und wurde rot wie esn Knabe.„Ihre Sache interessiert mich außerordentlich. Sie hat mich sogar eine schlaflose Nacht gekostet." „Mich mehr als eine," warf der andere mürrisch ein. „Das glaube ich Ihnen!— Aber der Gedanke wird die Zukunft haben, unbedingt! Geschosse als Transportmittel zu verwenden! Man wird in London abgeschossen und ist in vier Minuten in Paris. Mit einigen Zwischenstationen in drei- undzwanzig Minuten in New Jork! Den Gedanken verneh- men und als eine feststehende Tatsache daran glauben, war für mich eins. Das ist die Voraussetzung einer neuen Welt- ordnung. Bessere Transportmittel!— Ihren technischen Auseinandersetzungen habe ich leider nicht ganz folgen können. Deshalb wollte ich Sie persönlich sehen. Denn— verzeihen Sie— ab und V1 wird unsereiner auch beschwindelt.— Aber jetzt sagen Sie mir: was brauchen Sie zur Weiterarbeit? Vor allem etwas Gesundheit, wie? Sie sind ein ehrlicher Kerl, wie? Hier haben Sie ein Steckbuch. Lassen Sie sich jeden Monat anweisen, was Sie nötig haben und vor Ihrem Ge- wissen verantworten können. Seien Sie nicht zu knauserig. Gehen Sie nach Davos oder wohin Sie der Arzt schickt, und nehmen Sie meine herzlichen Glückwünsche.— Ja, ja, es ist schon gut. Auf Wiedersehen." Damit hatte Villwanger den blassen Menschen zur Türe hinausbegleitet. Er sah nach der Uhr und griff nach dem Haustelephon: „Sekretär Elerge, bitte. Bist du's, Thomy?— Noch nichts da, von ihr? Kein Telegramm?— Ist wohl etwas passieH� — Du hast gut lachen, du Holunke!— Tatsäcklich, ich bin m Unruhe. Wenn etwas kommt, schicke sofort,«floock dz-!" Nummer drei! Frau von Weichart. eine sehr vornehme Dame, trat ein, der Kilian mit ausgesuchter Höflichkeit ent- gegenkam. Es ergab sich, nachdem sie den_ Schleier aufgeschlagen, daß es eine ungewöhnlich geiswolle Frau sein mußte. Mit klugen Wendungen und entzückendem Lächeln brachte sie ihr Gesiielz vor: die Bitte für eine namhafte Uvtcrhützung zur Herausgabe einer ganz billigen Volksausgabe der Werke Gottfried Kellers.(Fortsetzung! folgt.) Die Messerstecherei im Continental- Hotel. Der Paragraph 51. Preise und Löhne. Lebensmittelpreise in der Erbsen Zentralmarkthalle am 19. 9. 1 Ei. ( in tausend Mark) " Wirsingkohl Weißkohl. Rotkohl • · . 10000 2400 1200 1200 1600 7000 2800-3000 Wochenlöhne in Berlin . 25000-34000 30000-35000 24000-40000 Pfefferlinge • . 20000 30000 Grüne Bohnen. 18000-20000 25000 • 7000 7000 39000-40000 28000-30000 • 55000 30000-32000 9000 Aale in Eis. Grüne Heringe Schellfisch Nudeln. G Der Kaufmann Richard Eich, gegen den erst vor wenigen Wochen wegen eines Einbruchsversuches im Hotel Haeßler am Rindfleisch. Bahnhof Zoo verhandelt worden war, hatte sich wegen eines anderen Hammelfleisch Einbruchsversuches, den er im September 1922 im Continental- Hotel Kalbfleisch begangen hatte, vor der Straffaimer des Landgerichts I zu ver- Lebende Hechte. antworten. Eich war in dem genannten Hotel dabei ertappt worden, Schleie. Karpfen als er versuchte, eine Zimmertür zu erbrechen. Zwei Kellnern, die sich ihm in den Weg stellten, rannte er sein langes Messer in ben Unterleib, so daß die Getroffenen auf mehrere Monate zwischen Leben und Tod schwebten und noch heute an den Folgen Schmalz der Berlegungen leiden. Wie seinerzeit berichtet, ist Eich der Sohn Margarine eines höheren Beamten und seine Brüder sind sämtlich Offiziere ge- Naturbutter. wesen. Auch er sollte Offizier werden und hatte es bereits zum Talg, Fähnrich gebracht. Durch einen Straßenbahnunfall hatte er eine Ropfverlegung erlitten und infolgedessen wurde Eich voll tommen aus dem seelischen Gleichgewicht geworfen. Seit dem Unfall war er für feinen Beruf mehr geeignet, zerfiel mit feiner Fa milie und stellte sich auf eigene Füße. Dann geriet er auf die schiefe Ebene. Er beging eine ganze Reihe von betrügerischen Handlungen, bis er schließlich zum Einbrecher und Messerstecher wurde. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Grüneberg war Gich auf seinen Geisteszustand in Herzberge untersucht worden. Auf Grund des Gutachtens des Oberarztes Dr. Salinger fam das Gericht, wie in dem früheren Falle, zu einer Freisprechung des Ange flagten auf Grund des§ 51. Das Gericht erklärte den Angeflagten aber gemäß des Gutachtens für gemeingefährlich und über wies ihn der Landespolizeibehörde. = ( in tausend Mark) Chemigraphie-, Kupfer-, Licht- u. Tiefdruckgew. vom 15. bis 21.9.. Steindruck-, Lithographieu. Photokunstgew. vom 15. bis 21. 9... Menschenfreundliche Kolonisten. 300 000 300 000 Die Kolonisten Ber= einigung Friedrichsfelde 1919 hat an 3 Sonntagen an 54 Bedürftige Gemüse, Kartoffeln, Fett, Zucker, Mehl, Holz und Rohlen zur Verteilung gebracht, dazu an barem Geld 85 Millionen Mart. Die Kolonie Alt- Lichtenberg fonnte die gleiche Freude 30 alten Leuten bereiten, die außerdem auch noch mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden. Der Pächterverein Ritter gut straße in Lichtenberg hat 50 arme Rentner in ähnlicher Weise beschenkt. Darbietungen des Gesangvereins der Bäder aus der Berliner Konsumgenossenschaft verschönten während der Kaffeetafel die Veranstaltung. Die 10. Berliner Gastwirtsmesse wurde gestern in der Neuen Welt, Hafenheide, eröffnet. Die Messe, die diesmal sichtlich stark unter der Ungunst der Zeiten zu leiden hat, umfaßt etwa 600 ausstellende Firmen. Bon besonderem Interesse ist eine wiffenschaftliche Abteilung des staatlichen Inftituts für Gärungsgewerbe über das Bortommen des Altohols in der Natur. Die effe bleibt bis zum 27. September geöffnet. Rückkehr Berliner Kinder aus Ostpreußen. Die Berliner Ferienfinder treffen wie folgt in Berlin ein: Aus dem Kreise Sensburg und Ortesburg am 25. September; aus dem Kreise Neidenburg, Mohrungen und Osterode am 26. September; dem Kreise Sensburg und Ortelsburg am 25. September; aus dem Kreise Goldap, Stallupönen, Pillfallen und Gerdauen am 28. Septembere; aus dem Kreise Niederung, Marienburg, Freistaat Danzig Billige Fettheringe. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin und Fischhausen am 29. Septembeer; aus dem Kreise Tilfit, Inster- Deranstaltet heute wiederum einen Verkauf von Heringen. Zur burg und Rössel am 30. September; aus dem Kreise Lyd und Lözen Abgabe gelangen diesmal Fettheringe( Jahrgang 1923) zum Preise am 1. Oftober. Ankunftzeiten an den einzelnen Tagen regelmäßig: von 2 Millionen je Stud. Gefäße und Einschlagmaterial Schlesischer Bahnhof 10,25 Uhr vormittags, Alexanderplatz 10,37 Uhr find mitzubringen. Mehr als fünf Stück dürfen an einen Käufer bormittags, Friedrichstraße 10,44 Uhr vormittags, Zoologischer nicht abgegeben werden. Die Berkaufsstellen sind heute an den Garten 10,50 Uhr vormittags, Charlottenburg 11,03 Uhr vormittags. Anschlagfäulen befannt gemacht. In etwaigen Zweifelsfällen gibt das Zentraljugendamt, Abteilung Landaufenthalt, Berlin C. 2, Poststr. 16, Zimmer 25, Auskunft bürgermeister zugleich im Namen des Magistrats der Witwe Zum Heimgange Wilhelm Pfannfuchs hat auch der Ober( Telephon Mag. 650/55, Leitung 25). fein Beileid ausgesprochen. Das Chrengeschenk bei der Chejubelfeier. Das Ehrengeschent, das die preußische Regierung bedürftigen Ehepaaren aus Anlaß ber 50 oder 60jährigen Ghejubelfeier bewilligt, ist, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, nach einer gemeinsamen Verfügung des Ministers des Innern und des Finanzministers fortan nach einem Grundbetrage von 24 M., der mit der jeweils geltenden Schlüsselzahl zu vervielfältigen ist, zu bemessen. Für die Bemessung ist der Zeitpunkt der Auszahlung maßgebend. Theater, Lichtspiele usw. Trabrennen Ruhleben Volksbühne 72 Uhr: Die lustig. Welber von Windsor Theater 1. d. SCALA Uhr: Jaternat. 8 Königgrätz. Straße Varieté 8: Der Clown Gottes Komödienhaus 8 Uhr: Mein Velter Eduard Lessing- Theater 72 Uhr: Wie es euch gefän Th.a. Kottb. Tor Donnerstag, ben 20. September, nachm. 11, he Etablissement Zielka Friedrichstr. 60, Ecke Leipziger Str. Täglich 7 Uhr 44 Uhr Täglich 44 Uhr u, Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Das süße Mädel Freit. 7 U. z. 1. Male: Der Unbestechliche ReichshallenTh. Tägl. 71 U. Deut. Künstler- Th. u.Sonnt. 3 U. Allabendl. 71/2: Der Fürst v Pappenheim Theater im Admiralspalast Tägl. 7, Uhr Stettiner Sänger Das wieder die beliebten NachmittagsVarieté- u. Kabarett- Vorstellungen Auftreten von: Maria Zelenka u.Alfred Lautner a.G. Leni Bowitz, Ines Mesina, Lena Düveke, Jam.Basch, DrehersAlpenspiele, 2 Hugos, Ballett Oberor( 4 Damen), einst. v. Egon Molksw, J. Birnbaum mit großem Orchester Eintritt frei bis auf reservierte Plätze 73, Uhr abends: Das große Programm! Berein Berliner Buch. Drunter und drüber Schulprogramm Drucker u. Schriftgießer DeutschOpernhaus 7: Eugen Onegin mann a. G. der mit Tinaida Jur- Sozialdemokratie jewskaja a. G. Dr. Waldemar Stege- v. RICH. LOHMANN Ein prakt. Handbuch für Eltern, Lehrer u. Erzieher, in dem nicht nur die Forderungen der Sozialdemokratie zufammengestellt Staatsoper Dresden Große Volksoper im Theat d.Westens 7 U.: Zar und Zimmermann Intimes Theater 8: Heute zum letzten Male: Diplomati. Dienst ett. Freitag Premiere Metropol- Theater 7 Uhr: Casinogiris Neues Theat. a. Zoo 1/28 Von 5-7 Thalia- Theater 72 Uhr: Mimikry Theater i.d. Kommandantenstr. 7 U.: Charlie Wallner- Theater 8: Die tolle Lola Lustspielhaus Direktion: Heinz Saltenburg. Gastsp., Die Truppe 7Kaufm.v.Venedig Walhalla Theater Der Beitrag beträgt für die Woche vom 23. bis 29. September für Bollmitglieder 8250 000 m., für Mitglieder, die nicht der Invaliden faffe angehören, 7 550 000 9., für Gewerkschaftsmitglieder 6 185 000 9., fürgnvalidentajen mitglieder(§ 6a der Sagungen) find,( ondern auch die 2060 000.; für die Lehrlings. Ballnächsten Möglichkeit. abteilung 50 000 m. zur( chrittweisen Er- arbeiter zahlen außerdem einen reichung des Zieles Extrabeitrag von 750 000. dargelegt werden! Preis- Grundzahl M. 0,50 Buchhandlung Vorwärts SW 68 BENSR Altmetalle kauft von Fabriken Weinbergsweg 19/20 Handwerkern Tägl. 8 Uhr: Die spanisch. Fliege Händlern usw. Rose Theater Der Vorstand. Bezirksbildungsausscak Grok Berlin. Sonntag, den 23. September, nam. 3 11hr, im euen Theater am 800 Die Jüdin von Toledo". Die Nachzahlung beträgt pro Karte eine Million. Einige Starten sind noch zu haben im Bureau des Bildungsausschusses. Lindenstr. 3, 2. of II, 3immer 8. Sonnabend, den 22. September, abends pünktlich 6 Uhr: seonferenz aller Bildungsausfüsse von Groß- Berlin im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. of III. Die für Sonnabend angekündigte Sigung des engeren Ausschusses jäät aus. Berliner Varietés. Wintergarten. Die bunten Farben des nahenden Herbstes haben auch dem heiteren Musensiz des Wintergartens ihren herben Stempel aufgedrüdt. Es ist die schwellende Sattheit von Farben, Stimmungen und Tönen, die in dem wohlgepflegten Etablissement den Freunden und Gästen des Hauses geboten wird. Das Programm ist erstflaffig. Die Fangspiele der vier Alen as bringen den luftigen Austaft in den Geschicklichkeitsspielen, Stubart und Coco sind ein fomisches Duett, an dem die Füße zur Abwechslung einmal die Beweglichkeit der Hände übernehmen müssen. Die fünf Men aros aus Ungarn beweisen, daß es in dem tollen Satastrophe zum mindesten der Tanz die Menschen retten wird. Lande noch nicht aller Tage Abend ist, und daß aus der allgemeinen dressierten Tropenvögel der Giersch Graziellas zeigen das Driginellite, was auf dem Gebiete der Lier, insbesondere der Bogeldreffur, zit bieten ist. Die drei Turmseilfünstler Neiß find mit ihren waghalsigent Produktionen auf dem Seil ein dauernder Angriff an sensationshungrige Merben. Aber die drei Hugos in ihrem eigenartigen Tanz- Potpourri schießen doch den Vogel ab, d. h., den Begel schießt ein Bögelchen ab, das wie der Wirbelwind sich in die Herzen hineintanzt. Die Das Alhambra- Varieté am Moritplat weist im Septemberpro gramm verschiedene gute Darbietungen auf. An erster Stelle find zu nennen Fettino und Mara als Havai- Virtuosen, die in vollendetec Form die Geige, Laute und Mandoline beherrschen. Albert Wilfe mimt den Meister- Gladiator und zeigt dant seiner Muskulatur gute Kraftalte. Auch die 3 Herberts verdienen mit ihren Drahtseilkunststücken ein Wort der Anerkennung. F. u. B. Wood lassen fich( laut Programm) redner Mattinett nicht ungeschicht für Berbreitung des Humors Sorge trägt. 500 000 Bolt Hochspannung durch den Körper jagen, während der BauchMolly und Feir, die einen exzentrischen Leiterati vorführen, sollten ruhiger arbeiten und ein besseres Bild würde die Folge sein. Erwähnt fei noch Lotti Bilte als Spikentänzerin. Die Scala stent in den Mittelpunkt ihres Septemberprogramms wieder einmal das Ballett Gérard, das in einigen Szenen starte Wirkungen zu erreichen vermag. Mit daran beteiligt sind die Kostüme voit Haas- Hehe und die Dekorationen des Kunstgewerbebauses, die auch in der Farbe den phantastischen und grotesten Tänzen einen start unterstrichenen Rahmen gaben. Bieles fonnte immerhin noch einbeitlicher sein. Ferner tanzt Gertrud Berliner wieder ihre Tänze der Epochen"; man meift Form fchon wie einiges verblait. Im artiftischen Progranum ist erstklassig der Drahtseilfünstler Strody, der seine Kunst in einer absolut ausgeglichenen eine Seltenheit bei vielen Artisten- darbietet. But, aber noch nicht ganz fertig ist auch der Perche- ft der beiden Lindsen am hohen Majt, jerner Nids fomische Rabiahrszene. Bellandos Hunde- Pantomime, scheinbar oyne menschliche Direttonen, fieht man immer wieder gerne. Die„ Alhambra in der Roppenstr. 29 zeigte vor mehreren Tagen dem Herren und Damen teilnehmen fönnen, findet für Anfänger und Fortführung das Publikum dantbar und verständnisvoll entgegennahm. Theodor Der Unterricht in der russischen und spanischen Sprache, an die Spinni ene aus der Oper Wartba" von Flotow, deren Aufgeschrittene wie bisher an der 7. Wahlfortbildungsschule für Jünglinge und hieber von der Staatsoper, der seit längerer Zeit bemüht ift, Männer, Abteilung für faufmännische Ausbildung, Choriner Etc. 74, auch einzelne Opernszenen unter Mitwirfung erster Kräfte in größeren Lichtspielim interhalbjahr 1923/24 in wöchentlich vier Stunden an je zwei benden unternehmen zur Aufführung zu bringen, führte eine verständnisvolle Regie. statt. Anmeldungen werden im Amtszimmer täglich von 11-12 Uhr vor Mit dem Orchester haperte es noch, sonst var der Gesamteindrud zufriedenmittags und von 5%, Uhr nachmittags an entgegengenommen. ftellend. Ein Kursus zur Einführung. In den Sozialismus findet an jebem Mittwoch 8 Uhr abends in Berlin- Pankom, Gottschallstr. 2 unter eitung von Dr. Rudolf Dußmann statt. Eintritt frei. 23. BIS 29. SEPT. 1923 FIM FRANKFURTER HERBSTMESSE SONDERZUG AB BERLIN ( Anhalter Bahnhof) am 22. September 955 nachmittags FAHRKARTENVERKAUF Berlin W 8, Reisebureau der HamburgAmerika- Linie, Unter den Linden 8. Fahrkarten werden nur in Verbindung mit Meßausweisen ausgegeben. Versand nach auswärts nur gegen Nachnahme Deutscher Metallarbeiter- Verband Stein der Weisen Achtung! Achtung! Nähmaschinen. Gelegenheitstäufe wenig gebrauchter Maschinen mit Garantie nur bei Fischer, Botsdamerstraße 103. Rollendorf 8682. Eigene Reparaturwerkstatt. Vertrauensleute d. Chirurgie- Mechanik! Das Original aller Nagelpoliersteine obuftamm 93. Die Vertrauensmänner- Bersammfung am Donnerstag, ben 20. jowie am Sonnabend, ben 22. September 1923 fällt umstänbehalber aus. Wir bitten die Rolle giniten und Kollegen, in der Tagespreffe nachzusehen, wann die nächste Branchenperfamm.ung stattfindet. Freitag, den 21 September, nachm. 5 he im Berbandshaus, Linienstraße 83-85( Arbeitslosensaal) Branchenversammlung der Bauanschläger. 73 Uhr: W. Nelkeweislich tausendfach freiwillig glänzend begafash Ein Mann aus d. Volke Casino- Theater 8 U. Die 8 U. Belle- Alliance- Str.95 Kurfürst 4360 Die Ortsverwaltung. 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