Hbenöausgabe Nr. 444 ♦ 40. Jahrgang Msgabe B Nr. 223 Bezugsbedingungeu unb Anzeigenpreis« find in der Morgenausgabe angegeben Itebatfion: STD. SS, Cinbenftiage 3 Zernsprecher: VSnhoff 2S2— 293 Tel-Adresse: Sozioldemokral Berlin Vevlinev Volktsblatt preis HOOOOQM. Sonnabend 22. September 1�23 Verlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit g— S Uhr Verleger: vorwörloverlag GmbH. BerNu STD. 66, Lindeastrab« 3 Zernsprecher: Dönhoff 2606'2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokrat» fchen Partei Deutfcblands Der Druck Frankreichs. Keine Verhandlungen ohne Verzicht auf den passive»» Widerstand. Paris, 22. September.(EP.) Der Berliner Verlchkerstatter de».Petit Journal" schreibt— und es scheint, als ob er von der französischen Bolschaft in Berlin informiert sei—. der Reichskanzler Stresemann sei nicht mehr Herr seiner Presse und lasse daher seine eigenen Erklärungen dementieren. Alle Behauptungen, daft die deutsch-französischen Besprechungen fortdauerten, seien unbe- gründet. Der Korrespondent erklärt ln kategorischer Weise, ver- sichern zn können, daß die Verlreker Frankreichs den offiziellen Auftrag erhielten, keiuerlei Besprechungen mit dem Reichskanzler zu führen und auch keinerlei Dokumente ent- gegenzunehmeu, solange der passive Widersland andauere und die Regierung nicht alle Verordnungen zur Durchführung dieses wider- flandes zurückgezogen habe. Dem Reichskanzler sei dieser Stand- punkt der französischen Regierung offiziell zur Kenntnis ge- bracht worden. Stresemann für dentsch-französische Verständigung. Kopenhagen. 22. September.(Mib.) Reichskanzler Dr. Stresemann hat dem Vertreter der.Nationaltidende" in Berlin gegenüber sich zu Deutschlands gegenwärtiger und zukünfti- ger Lage geäußert. Der Reichskanzler erklärte, daß er für eine Berständigung zwischen Deutschland und Frank. reich arbeiten wolle. Deutschland sei bereit, alle produktiven Pfän- der zu geben, die ihm zur Verfügung ständen. Das endgültige Ziel fei, Deuischland zur Freiheit zu führen. Nach Deutschlands nächster Zukunft beftagt, erklärte der Reichskanzler, sie hänge von uns selbst ab.„Wir sind nicht so schlimm, wie man uns machte. fragen Sie die Franzosen und Engländer, die nun unsere Kolonien haben. Deutschland braucht sich seiner dortigen Politik nicht zu schämen. Wir sind ein zerrüttetes Land, ein bedrücktes Volk, aber kein zusammengebrochenes Volk. Ungebeugt, aber nicht gebrochen, warten wir der Zukunft." • In den ersten Tagen der kommenden Woche werden»n Berlin die Vertreter aller Bevöl-terungs- uerd Interessenkreise der besetzten Gebiete, insbe- sondere auch des Ruhrgebiets, mit der Reichsregierung zu ernsten Beratungen über die Frage der Beendigung des Ruhr- konflikts zusammentreten. Die Reichsregierung wird kerne Entscheidung treffen, ohne das Einoernehmen mit den ver- tretern der besetzten Gebiete. Sie wird aber auch die Zu- stimnumo der Vertreter der deutschen Staaten einholen. Es werden daher auch die Ministerpräsidenten der deutschen Einzel st aaten am Anfang der kommenden Woche in Verlin eintreffen. An maßgebender Stelle ist man überzeugt, daß nicht nur in der ganzen Welt, sondern auch in Frankreich keine verant- wortungsoolle Meinuna nach einer anderen Richtung gehen kann als dahin, daß ohne die Wiederherstellung der deutschen Souveränität über die besetzten Gebiete, des normalen Rechts- zustandes und der Arbeitsfreiheit eine Wiederkehr der vollen früheren produktiven Tätigkeit im Ruhrgebiet nicht möglich fein würde. So wird unter keinen Umständen die Entschei- dung eine Kapitulation bedeuten, die das Rheinland und das RuhrgeÄet aufgeben würde. Wie wir bereits ausgeführt haben, könnte auch ein be- friedigender Vertragszustand nicht hergestellt werden, wenn Deutschland die Ueberzeugung gewinnen müßte, daß Frank- reich auf ein« Lostrennung der besetzten Gebiete vom Deutschen Reich hinarbeite. Solche Absichten sind aber von der französischen Regierung und neuerdings auch vom General Degoutte entschieden bestritten worden. Es braucht deshalb die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu werden, daß es zu einer Läsung des Ruhrkonflikts kommt.. Englischer Kabinettsrat. pari». 22. Seplembec.(WIV.) Der Londoner Verlchk- erskakler de»„p-lli pariflcn berichket. V a l d w t n habe gestern kurz nach seiner Ankunft in London eine Anlerredung mit Lord E n r z o n über das Ergebnis feiner Verhandlungen in Paris gehabt. Im Laufe dieser Unlcrhallung sei der Zeitpunkt des Zn'ammentrilks de» Sa- bivekks bestimmt worden, das sich mit dem Reparation». Problem und mik dem englisch-französifchen Ab- kommen zu beschäfllgcn haben würde. Das Verlagen ües vöikerbunües. Die diesjährige Tagung des Völkerbundes bedeutet für die Verfechter des Völkerbundideals eine womöglich noch schwerer« Enttäuschung als die vorangegangenen Tagungen feit 1019. Allerdings begann sie unter einem sehr ungünstigen Zeichen: Der griechisch. italienische Konflikt, insbesondere die B». setzung und Beschießung Korst», hätte, wenn überhaupt noch«in« international« Angelegenheit dem Völkerbund unterstehen soll, dem Rat und der Dollversammlung zur schiedsrichterlichen Entscheidung unterbreitet werden müssen. Statt dessen hat man der erpresse- rischen Drohung Mussolinis mit Austritt aus dem Völkerbund nachgegeben und der Botfchaftcrkonserenz dl« Lösung dieses Konflikts überlasten. Dies bedeutet die schwerste m o r a» lifche Kapitulation des Völkerbunde, seit seinem Bestehen und wird auch als solche von allen Delegationen derjenigen Staaten empfunden, die diesmal nach Genf mit der festen Absicht gekommen waren, den Völkerbund feiner idealen Bestimmung als übernationalem Friedensinstrument endlich zuzuführen. Wieder einmal aber haben die Delegierten der kleinen neutralen Staaten, obwohl sie in diesem Jahr« die volle llnterstützunug Großbrllan- > niens und der englisch«« Kolonien genossen, vor de»«ntgegeng«. ! setzten Bestrebungen Frankreichs und Italiens weichen müsten. Sie begnügen sich im Bewußtsein ihrer Machtlosigkeit mst schüch- lernen, grundsätzlichen Protesten, die jedoch in so diplomatischen ! Formen gehalten sind, daß sie nur noch platonischen Charakter haben. Rur einmal ist es zu einem ernsteren Zwischenfall gekom- men, als der Vertreter der Musiolini-Regierung, Salandra, das Recht Italiens zur Ergreifung seiner„friedlichen" Gegenmaß. nahmen(die Beschießung und die Besetzung Korfusl) aus den Bei. spielen herleitete, die andere Großmächte in früheren Zeiten ge. geben hätten. Hier erhob sich Schwedens Vertreter, Genosse Br antin g, und erwidert« sehr scharf, daß, was vor der Grün- dung des Lölkerbundpaktes angeblich gestattet gewesen sein mag, jedenfalls nach der Errichtung des Bölkerbundes nicht mehr als Präzedenzfall herangezogen werden dürfe. Inzwischen ist der griechisch-italienische Konflikt durch die Botschasterkonferenz beige- legt worden und man ist in Genf darüber übereingekommen, ihn dort nicht mehr zu besprechen. Der Geist der Sabotage, der Frankreich in allen Fragen des Völkerbundes, die ihm unbequem sind, leitet, offenbart« sich wieder einmal am Mittwoch in der Abrüstungskommissron. Dies« hat nach vielen Kompromissen im Lauf« des letzten Jahres«inen Abrüstungsvorschlag und«inen gegenseitigen Garantiepakt ausgearbeitet, die der Dolloersammlung unterbreitet werden sollen. Ein« Bestimmung de» Entwurfes, wonach auch Staaten, die nicht Mitglieder des Völkerbundes sind, diesem Pakt beitreten tönn- ten, wurde vom französischen Delegierten Lebrun angegriffen, der unter deutlicher Anspielung auf Deutschland sich dagegen wandt«, daß Staaten, die ihr« internationalen Verpflichtungen nicht erfüllen, den Schutz des Paktes genießen könnten. Also genau wie in der Frage von Korsu ließ sich das offizielle Frankreich dabei von der Sorge leiten, daß der Völkerbund eines Tages ihm in seiner imperia- listisch-militaristischen Politik hinderlich werden könnte. Zur Ehre Frankreichs muß allerdings hervorgehoben werden, daß der sranzö- fische Arbeiterdelegiert«, Gen. Jouhaux, der als Mit« > glich des Verwaltungsrate» des Internationalen Arbeitsamtes dem Ausschuß angehört, sich gegen diese These des französischen Regie« rungsvertreters wandt« und für die Universalität des Garan. tiepaktes energisch«intrat. Lebrun wurde lediglich vom polni- scheu Delegierten und von einigen Vertretern der Kleinen Entente unterstützt und blieb bei der Abstimmung in der Minderheit. Unter Führung des Engländer» Lord Robert Cecil lehnt« die übergroße Mehrheit des Ausschusses die von Lebrun beantragte Streichung der erwähnten Bestimmung ab. Die gleichen Hindernisse, allerdings mit größerem Erfolg, letzte Frankreich einer Erörterung der Reparationsfrage in Genf entgegen. Ein im zuständigen Ausschuß vom Delegierten Südafttkas S t r a k o s ch eingebrachter Antrag auf Eingreisen des Völkerbundes in die Reparationsfrags wurde nach kurzer Debatte zurückge- zogen. Diesmal macht« Frankreich die Tatsache geltend, daß direkte Verhandlungen zwischen den beteiligten Staaten be- vorstünden und daß diese durch eine Debatte im Völkerbünde gestört werden könnten. In der gestrigen Vollsitzung des Völkerbundes wurde bei der Debatte über den Tätigkeitsbericht des Rates die Re- paraiionsfrag« von dem Delegierten Norwegens(Nansen) und Dänemarks(Zahle) gestreift, die in bewegten Worten die Not- wendigkeit einer baldigen Regelung dieses Problems hervor- hoben, wenn nicht auch die neutralen Länder in schwerste Mit- l« i d« n s ch a s t gezogen, die europäische Kultur und damit die ganz« Einrichtung des Völkerbundes vernichtet werden sollen. Man merkt es diesen jKiitralen Delegierten an, daß sie das Gefühl haben, dem Völkerbund« sei das Rückgrat durch fein« Kapitulation in der Frage von Korsu gebrochen worden. Lediglich die Hoffnung, die ganze Institution in eine bessere Zeit hinüber- zuretten, veranlaßt sie. sich dem Machkspruch der völkerbundsfeind- lichen Großmächte zu fügen und desen keinen Vorwand zu geben, au» dem Bunde auszutreten und damit diese große Hoffnung der internationalen Demokratie nach so kurzer Zeit auf lang« Jahr« hinaus zu zerstören. Dörfenruhetag. Neue Dollarsteigeruug. Schon im gestrigen Abenddevisenverkehr in Berlin hatte sich wiederum eine steigende Tendenz am Devisenmarkt fühlbar gemacht. Die Gründe dafür sind wohl an erster Stelle in der neuen Erhöhung der Eisenbahn, namentlich der Gütertarife zu suchen. Zum anderen Teil aber wirkt dle Erleichterung des Geld- markte», die seit gestern wieder zu bemerken ist, darauf hin, die Nachfragen nach Devisen zu verstärken. Sa hatte in den gestrigen Abendstunden der Dollar einen Kurs von 175 Millionen erreicht und setzte mst dem gleichen Kurse im Frühvcrkehr heute ein. Im ! weiteren Verlauf stieg der Dollar bis auf ISO Millionen, um dann > gegen 1 Uhr mit 1Sl> Millionen gehantelt zu werden. Bis zu dieser Zeit war eine Intervention von feiten der Reichs- dank bzw. von feiten des Finanzministerium» nicht erfolgt. Die Erleichterung des Geldmarkt«, und die steigenden Deoisen werden unzweifelhaft dazu beitragen, daß die Montagbörse wieder in festerem Rahmen verkehrt. Aus den Kauforders, die bis jetzt bei den Banken vorliegen, kann man jedenfalls darauf schließen, daß das Publikum mlt'größeren Käufen auf den Markt tritt. Natürlich ist es nicht unmöglich, daß bei irgendwelchen neuen Ueber- rafchungen am Devisenmarkt dies« Orders in letzter Stunde wieder zurückgenommen werden. Die Spekulation bleibt«inst- weilen zurückhaltend. Waffengebrauch. Don Polizeioberst Hermann Schützinger. Die Währungskataftrophe der letzten Wochen und Monate hat unserem innerstaatlichen Gesellschaftsleben, in dessen Rahmen die Massen der Lohnarbeiter, der enteigneten Rentner und Kleinbürger um ihre nackte Existenz kämpfen, eine der- artige Schärfe aufgedrückt, daß die Rollsalven, abgegeben von der republikanischen Schutzpolizei auf hungernde Menschen in Baden, in Sachsen, in Hessen und in der Lausitz, wie ein warnendes Gewittergrollen auf uns wirken mußten. Was soll aus der deutschen Republik werden, wenn in der Stunde der Not die Schutzpolizei der deutschen Länder, das untadeligste Machtinstrument des deutschen Volksstaates, nun außer den Faschisten und dem aktivistischen Flügel der Kommunisten ge- fühlsmäßig auch noch die indifferenten Massen des darbenden Volkes gegen sich hat? Selbst eine gefühlsmäßigeAb- l e h n u n g der staatlichen Exekutive durch das schaffende Volk aber könnte die Widerstandskraft der Republik aufs schwerste lähmen, da ja gerade unsere größte Stärke die innerliche Ver- bundenheit mit den Arbeitermassen bedeutet. So ist es nicht allein eine polizeitechnische, sondern eine politischeFrage ersten Ranges, wie wir die Entfremdung der Schutzpolizei und der Arbeiterschaft durch un- sinnige Massakers, deren Urheber nicht in beiden Lagern zu suchen sind, hintanhalten können. Und doch ist diese brennende Frage nicht durch politische Maßnahmen, etwa durch eine reichs- oder landesgesetzliche Neuordnung des Waffengebrauchsrechts der Polizei zu lösen, sondern nur durch erzieherische und polizei-taktische Vorbeu- gungsmittel. Das Recht des Waffengebrauchs der Polizei ist in den deutschen Ländern— von unwesentlichen Verschiedenheiten abgesehen— ziemlich einheitlich festgelegt: in Preußen durch den Erlaß vom 4. Februar 1854 bzw. vom 21. Juli 1919: in Sachsen durch die Verordnung vom 17. Juni 1909 bzw. vom 15. Mai 1920. Uebereinstimmend wird dem Führer einer Polizeiabteilung die Erteilung des Feuerbefehls nach dreimaliger Ankündigung, dem einzelnen, von der Abteilung abgedrängten Beamten der Gebrauch ifitr Schußwaffe zufolge des Notwehrparagraphen(§ 53 des Reichs-Strafgefetzbuchs) unter den üblichen Kautelen zugebilligt. Eine Revision dieser Bestimmungen auf verwaltungsrecktlichem Wege im Sinne einer Einschränkung des Gebrauchs der Schußwaffe dürfte uns kaum unserem Ziel näher bringen; einem Polizeikommando, das mst tätlichen Angriffen und mit der E n t w a f f- nung bedroht wird— wie es bei den Vorkommnissen der letzten Wochen überall der Fall war— bliebt schließlich nichts anderes übrig, wie zum Karabiner zu greifen. Hier kann nur die Schaffung neuer Kampfmittel und die restlose Ausschöpfung aller Vorbeugungs- und Verhandlungsmöglichkeiten durch den Führer des Polizeikommandos Linderung schaffen. Zunächst gilt es- von beiden Seiten, die letzten Reste alter Vorurteile über Bord zu werfen. Als Kenner der preußischen, hanseatischen, sächsischen und thüringischen Schutzpolizei kann ich den Parteigenossen in Betrieben versichern: der Typ des„reaktionären", blutWirstigen und arroganten Schutzpolizeioffiziers, der nur darauf brennt, Ar- beiterblut zu vergießen, existiert nur mehr in den Köpfen von Leuten, die durch politische H y st e r i e und durch B e r u f s e i d und Strebertum überhitzt find— in Wirklichkeit ist er bei uns in Mittel- und Norddeutschland bis auf verschwindende Ausnahmen kalt» g e st e l l t und beseitigt. Genau wie im Krieg ist nicht Haß oder Heldentum die Haupttriebfeder, welche die Gewehre entsichert, sondern Angst um das eigene Leben und Nervosität unter dem Eindruck des Zusammenpralls über- reizter Menschen. Auf der anderen Seite aber gilt es auch noch mit ein- seitiger Einstellung im Sinne des militärischen und obrigkeit- lichen„Prestigestandpunktes" restlos aufzuräumen. Das be- dingungslose Anklammern an den erteilten Auftrag, das heroische Sterben in der Front,„wie das Gesetz es befahl", mag antike Helden zieren: der Führer eines Polizeikommandos in der modernen Demokratie und vor allem in einem Arbeiter- staat muß in der Entwicklung der Geschehnisse drin stehen und die Kraft finden, sein polizei-taktisches Ziel so oft zu ändern, als es im politischen und polizei-technischen Interesse erforder- lich ist. Die Führung einer Polizeiabteilung in den Gruben- gebieten Westfalens, in den Weberdörfern des Erzgebirges und der Lausitz erfordert eben soziales, politisches und polizei- technisches Geschick, das der englische Kolonialosfizier, wenn er 'gegen halbwilde Kaffernstämme marschiert nicht zu haben braucht. E i n vorzeitiges Feuerkommando eines nervösen Polizeioffiziers— und eine Landesregierung kann stürzen und vielleicht gar die Reichspolitik in ganz andere Bahnen leiten. In einer Stadt wie Sorau ist durch das dreizehnköpfige Todesopfer das Vertrauen zwischen Bevölkerung und staat- licher Exekutive auf Jahre hinaus erschüttert. In der sächsischen Hauptstadt hat der unbesonnene Schuß eines Polizeibeamten, der eine Schrecksaloe der gesamten Abteilung auslöste, das Ver- hältnis zwischen Polizei und Arbeiterschaft bedauerlicherweise ernstlich getrübt. In Baden und in Hessen ist ein Haß gegen die Schutzpolizei aufgeflammt, der uns noch einmal recht hinderlich sein kann, wenn es heißt, alle Kräfte zum Schutz der Republik zusammenzufassen. Was können wir dagegen tun? Zunächst die Polizei: Unsere Führer bis zum Hundert- fchafts- und Wachgruppenführer herab müssen vor dem Einsatz ihrer Abteilung restlos alle Mittel erschöpfen, um eine ge- walljam« Auseinandersetzung zu verhüten: Besprechung mit Seit Vertretern der Betriebe, der«Zewerkschaften, der Arbeits- losenverbände, Heranziehung eines„Ordnungsdienstes" aus den Reihen der Arbeiterschaft, möglichst unsichtbare Unter- brincjung der Abteilung, um die durch Hunger, Kurzarbeit und Aussperrungen zermürbte Bevölkerung nicht unnötig zu reizen — und trotzdem rechtzeitiges Erscheinen an dem Punkt, wo die Polizei zur Verhinderung von Ungesetzlichkeiten am Platze ist. Dazu gehört weiter ein wohlüberlegter, planmäßiger Einsatz. Je geschlossener die Polizei eingesetzt wird, je zeitiger sie bei Be- drohung ihrer Flanken, beim Wanken ihrer Front in eine günstige Sperrlinie zurückgezogen wird, desto leichter ist das � Abdrängen einzelner Beamter und damit die Gefahr des vor- zeitigen Waffengebrauchs zu vermeiden. Meist nimmt die Eni- Wicklung denselben Gang. Der berühmte„erste Schuß" fällt: von wem, das ist niemals mehr festzustellen: und die Kata- strophe ist da. Ich bin überzeugt, daß in den meisten Fällen in der Nervosität der leider meist hart bedrängten Beamten der„erste Schuß" begründet liegt. Hier kann nur strastste Feuerdisziplin Unheil verhüten. Dieser planmäßige Einsatz verlangt aber auch vom Führer die restlose Ausschöpstmg aller Kampfmittel, bis er zum Ge- brauch der Schußwaffe schreitet. In eine hungrige Volksmenge hineinschießen, kann jeder Esel. Hier zeigt sich erst die wahre Führungstechnik. Zusammenballen von Stoßtrupps zur Brechung des Widerstandes wie zum Wiederaufbau einge- beulter und. umfaßter Sperrketten kann oft den Gebrauch der Schußwaffe erübrigen. Ferner brauchen wir Wassertanks für einen Teil unserer.Polizei-Lastkraftwagen, um mit der Wasser- spritze uns Bahn brechen zu können I Letzten Endes ist die geistige Einstellung des Führers eines Polizeikommandos und seiner Beamten zur notleidenden Bevölkerung von ausschlaggebender Bedeutung für die Lösung des Auftrags. Wenn der Wille da ist, dann findet man den Weg zu den gewerkschaft- l i ch e n und den politischenFührerndes Volkes. Wie sehr die Arbeiterpresse, das gesprochene und geschriebene Wort der berufenen Führer des schaffenden Volkes, uns, der Polizei, den Weg bereiten kann— dafür haben wir in Sachsen genug lebendige Beispiele. Die Erziehung der Polizeibeamten zur grenzenlosen Hingabe an das neue Vaterland, das schaffende Volt, hat uns schon gar manche schöne Früchte getragen. Eiserne Kreuze hat der moderne Polizeiberuf ja keine zu ver- geben, und doch ist er in seiner Mischung von Dulden und Handeln für die Volksgesamtheit so dankbar für alle, denen unser Staat die Zukunft des deutschen Voltes bedeutet. Kommumsmus und Faschismus. Den Worten nach sind die Kommunisten die entschieden- sten Gegner der Faschisten, gegen die sie angeblich allein den Kampf führten. Wie dieser Kampf geführt wird, ergibt sich aus folgender Aeußerung des sowjetrussischen Gesandten I o r d a n s k i in Rom, der. wie wir dem Brüsseler„Peuple" entnehmen, in einer Unterredung mit Vertretern der italieni- schen Presse folgendes sagte: .Zch betrachte den Faschismus nicht als persönliches Abenteuer oder Unternehmen einer Gruppe von Personen. Der Faschismus ist eine ernste und originelle Aeußerung des nationalen Geistes, er bedeutet einen großen polltischen und sozialen Versuch. der ernste und aufmerksame Beachtung verdient." So der offizielle Vertreter Sowjetrußlands im Lande Mussolinis. Seine Worte sind keine zufällige Entgleisung, sondern der Ausdruck der inneren Verwandtschast zwischen Faschismus und Kommunismus. Der ehemalige radikale Sozialift Mussolini und die ehemaligen Sozialssten in der an- geblich kommunistischen Sowjetregierung sind Brüder im Geiste und in der Praxis. Steht der eine an der Spitze der italienischen Konterrevolution mit offen ausgeprägtem kapi- talistifchen Charakter, so haben die anderen nach dem Zu- fammenbmch ihrer kindischen kommunistischen Experimente nach dem treffenden Worte Kautskys ihre eigene Konterrevolution gemacht..Jetzt finden sie sich zusammen in der gemeinsamen diktatorischen Unter- drückung der Arbeiterklasse, in der Vernich- pallenberg und Hofmannsthal. Lessing-Theater:«Der Unbestechliche", Lustspiel in 5 Akten. Ein entzückender erster Akt. Alles geht so munter und sicher durcheinander, daß man glaubt, Hugo Hofmannsthal Hab« wirklich das schöne, fröhliche Lustspiel geschrieben, nach dem wir uns in dieser traurigen Zeit alle sehnen. Doch es ist nur eine Täuschung. Vier Akte der Komödie sind recht langweilig, altertümlich und auch arm an Erfindung. vesterreichische Aristokraten auf dem Lande. Hauptakteur einer von jenen weichen Lebemännern, die am besten Artur Schnitzler zu zeichnen oersteht. Der Mann wird durch zwei Freundinnen beun- ruhigt, aber er läßt beide sitzen, um sich seiner sehr entzückenden Gattin zuzuwenden. Daneben eine alte Baronin, die durch Tem- perament, Formenlosigkeit und Schlauheit gewinnt. Endlich die Hauptperson des Stückes, der Lakai Theodor, der böhmakelnd, slo« wokelnd, kroatelnd die Welt auf den Kopf stellt. Der Lakai ist ein besonderer Halunke und Tortüff«, ein Intrigant von großartiger Schmalzigkejt,«ine köstliche Kreatur des Verbogenen und Aufge- donnerten, ein Aristokratendiener, wie er nicht immer im Buche steht. Dieser angenehme Hochstapler des Moralischen und Unmo- ralischen wird der liebe Gott des Stückes, er renkt alles aus und ein und sorgt dafür, daß am Ende der von seinen Abenteuern kurierte Gatte in das rechtmäßige Schlafzimmer hineinschlüpft. Na» türlich sargt er dnch dafür, daß er in seiner Kammer nicht allein bleibt. Das Stück steht und fällt mit Max Pallenberg. Es oer- fällt jedesmal, wenn Pallenberg nicht auf der Bühne steht. Trotzdem merkt man überall die hübschen Einfälle des Lustspieldichlers und feinen Fleiß im Austeilen der Gespräche. Nur ist Hofmannsihal allzu spielerisch, allzu sehr abhängig von vielen Vorbildern seiner Heimat. Es liegt auch wenig Grund vor, die kleinen Torheiten der Welt, in der er sich als Komödiendichter allein auszutennen scheint, mit so viel Behaglichkeit zu zerzupfen. Pallenberg ist großartig. Er geht mit geknickten Beinen und plattfußig, seine Hofen sind wie der Blasebalg einer Handorgel zu- fammengcknüllt. Sein Kopf ist kugelig, sein Mund ist süßlich auf- gequollen, seine Lippen sind stets salbungsvoll gewülstet, feine Hände sind fettig und klobig. Er schmiert und schnarrt mit der Stimm«, er trällert und raunt, er säuselt und stömmelt, er ist em Erzschelm, trotzdem postoral und majestätisch in seiner Borniertheit, in seiner Frechheit, in seiner zum Aeußersten gesteigerten Hanswurstigkeit. Und dabei dieser besondere Pallenberg-Dialekt, den wahrscheinlich der Komödiant selber in das Luftspiel hineingepfuscht hat. Pollen- berg hat einige ganz großartige Momente. Er verflacht dann wieder Wie alle Darsteller, die nur mit der genialen Pfiffigkeit arbeiten. tung der Demokratie und der Förderung des Nationalismus. Terror, Diktatur und Nationa- lismus gehören zusammen— das zeigt auch die zunehmende Annäherung zwischen Radek und Reo entlo w. die das Bündnis zwischen Sowjetstern und Hakenkreuz symbolisiert. Noch kein Pakt! Warum wird Reventlow so empfindlich? Im völkischen..Deutschen Tageblatt" findet sich soeben die folgende merkwürdig« Erklärung: „In einer Sitzung in Neubrandenburg am Montag, den 17. Sep- tember, l>Dt Herr v. Ladungen vom Pommerschen Landbund erklärt, die Herren Graf Reventlow und Wulle von der Deutschvölkilchen Freiheitspartei hätten mit den Kommunisten einen Pakt abgeschlossen und Vertretern des Pommer- schen Landbunöes gegenüber im Bureau der völkischen Abgeordneten in Berlin diese Tatsache zugegeben. Wir fordern Herrn v, Bodungen auf, in aller Oefsentlichkeit die Unterlagen für diese Behauptungen umgehend zu erbrin- gen, widrigenfalls wir ihn für einen Verleumder erklären würden. gez.: Graf Ernst zu Reventlow. gez.: Reinhold Wulle." Wo ist die Verleumdung? Ist es nicht wahr, daß Ernst Reventlow ganz ernsthaft im„Reichswart" und dann in der deutsch- völkischen„Roten Fahne"(Redaktion: Tholheimer) das Zusammen- gehen der Putschisten von rechts und links erörtert hat? Ist es nicht wahr, daß Radek und Frölich dm gleichen Gedanken ebenso ernsthaft weitergesponnen haben und daß die ganze Weisheit in einer besonderen kommunistischen Broschüre veröffentlicht wurde? Es scheint, man klammert stch nur an Wort«. Der„Pakt" ist vielleicht noch nicht ganz abgeschlossen, sondern noch in Vorbereitung. Dieweil beide Paktierenden sich überlegen, wie sie am besten den anderen übers Ohr hauen könnten, ob Sowjetkreuz oder Hakenstern den Vorrang geineßm solle. patriotische Strategen. Deutschnationale Antwort an de« Kanzler. Die mit allen Mitteln betriebene Hetze der Deutschnatio- nalen und Deutschvölkischen gegen die Außenpolitik der Reichsregierung hatte den Kanzler veranlaßt, der Rechts- opposition vier Fragen vorzulegen, wie sie sich denn die wei- lere Entwicklung vorstellt und welche Mittel s i e vorschlägt, um Deutschlands weitere Entwicklung zu stützen. Es hat etwas lange gedauert, bis die Antwort kam. Aber jetzt hat man sie und hört staunend das Rezept der deutschnationalen Stra- tegen. Sie beschweren sich erneut indirekt über die neuen Steuern und werfen die Frage auf:„Weshalb müssen die von der Reichsregierung an Frankreich angebotenen Gold- Zahlungen gerade für die Unterwerfung unter Frankreichs erneutes Diktat und weshalb sollen sie nicht für die Neu- b e l e b u n g und endlich aktive Führung des Widerstandes verwendet werden?" Was das beides heißen soll, ist etwas schwierig zu er- raten. Zunächst doch wohl das, daß man dieser Regierung keine Goldzahlungen bewilligt, also unter d i e f e r Regierung Steuern zu sabotieren gewissermaßen für p a t r i o- tische Pflicht hält. Außer diesem, manchen Kreisen sehr einleuchtenden Zweck deutet man auch dunkel an, was unter „endlich aktiver Führung des Widerstandes" zu ver- stehen ist: „Besser als Loskauf von feindlicher Vedräcküng ist doch die Be- 'sreiimg durch Einsatz des eigenen Blutes und der eigenen Kraft der Seele und des Herzens." Die Erklärung versichert, daß dafür natürsich„National- liberale" kein Organ hätten. Es ist möglich, daß in Deutschland außer einigen Heimstrategen deutschvölkischer Re- daktionen auch noch August T h a l h e i m e r in der„Roten Fahne" dafür Verständnis hat, und daß die Herrschaften beider Färbung gern bereit sind, wenn auch nicht gerade sich, so doch ihr jeweiliges Kanonenfutter zur Verfügung zu stellen. Ueber so naive Fragen wie„Machtmittel" usw. ist man erhaben. Die Erklärung versichert, der Hochverrats- Paragraph verhindere die Nennung der Machtmittel. Ob sie Aber es ist das Gute an ihm, daß die besten und stärksten seiner Der- zerrungen und komischen Wirkungen länger im Gedächtnis bleiben als sein Ermüden und leeres Gepoller. Max Hoch dar f. Das Intime Theater. Mit der Literatur geht es nun endgültig bergab. Das kann nicht länger verschwiegen werden. Den Hunger nach Kunst, der raschelnden Reizwäsche, die früher zwei große Theater mit Hingabe betrieben, stillt jetzt das Intime Theater, das Bühnchen in der BUlowstraße, das auf den Namen„K u n st tempel" berechtigten Anspruch hat. Höchstens 300 Plätze hat es und lebt doch. Das ist eine Kunst in unserer Zeit der wirtschaftlichen Not. Di« drei neuen Einakter mit denen das Intime Theater seine Saison eröffnete, halten nicht, was sein Name verspricht. Sie sind«in schaler Ersatz für die prickelnd« Literatur des Gewagten, sie wollen sich außerhalb der Zeitmoral stellen und sind in Wahrheit spießig. Wir haben nichts gegen«in liebenswürdiges Stück, das mit den herrschenden Moralbegriffen Fangball spielt. Aber es muß auch lustig und scharmant sein.„Die kleine Novelle",„A b e n d b e s u ch" und„Die k. u. k. Hose" haben nur das schwüle Inventar der Cochonnerie, das Bett, das stidenbestrumpfte Bein und die Unterhose, aber es wird nicht ausgenutzt. Das Inventar allein kann nicht die übermutige Stimmung'schaffen. Es sind launig« Ideen, aber der Autor hat Angst vor der prickelnden Ausführung. Säule des Unter- nehmen? ist der Direktor Gustav Heppner, der den erfahrenen Lebemann spielt. Er ist«in Original, bleibt aber auch in den An- sängen stecken, will blasiert sein und ist müde, will blasiert sprechen und spricht schluderig. Eine zweite Säule ist Hilde Auen, die die Rollen des süßen, kleinen Mädels gibt. Dos macht sie ohne Theater, unaufdringlich, herzlich: sie ist eine Künstlerin und verdient in besseren Stücken beschäftigt zu werden. Di« Premiere war ganz ulkig, aber sie war nicht Fisch und nicht Fleisch. Mit der Literatur geht es bergab._ Dgr. Die Volksbühne„Norden" eröffnete ihr neues Spieljahr mit Shakespeares„Was ihr wollt". Die kleine Bühne hat mit manchen Widerwärtigkeiten zu kämpfen, die nicht nur in dem Zahlenwahnsinn der heutigen Zeit zu suchen sind. Sie spielt in einem Konzertsaal in der Breiten Straße in Pankow und hat leider einen wenig entgegenkommenden Wirt gesunden. Um so mehr ist di« Leistung und das Bestreben anzuerkennen, dem Dolke zu billigen Preisen edle Kunst zu bieten. Ied« Borstellung, die hier zustande kommt, ist unter den schweres Berhältnissen, die man berücksichtigen muß. eine Tat.— Die Volksbühne„Norden" hat das Lustspiel Shakespeares nicht verstümmelt, um es spielen zu können. Alle 20 Bilder wurden in der vom Dichter angegebenen Reihenfolge gespielt. Dieses Kunststück wurde ermöglicht durch eine„Linealkonstruktion", die in perspektivischer Buntstiftmanier gearbeitet, mit wenigen Strichen den Schauplatz des Spieles an- deutet. So konnten Verwandlungen bei offener Szene vorgenom- men werden. S � e i n w e g deutete durch Tänze, die die einzelnen Bilder verbanden, den weiteren Fortgang der Handlung an. Ein Schüler Busonis, Ernst Echoen, hat ein« eigen« Musik ge, wenigstens vertraulich zu erfahren sind? Sehr groß scheinen sie nicht zu sein, denn deutschnationale Strategen sind nicht solche„Feiglinge" wie die übrigen Zeitgenossen: „Die Nationalliberale", befangen in dem lächerlichen Aber- glauben an die große Zahl, wozu auch die übergroß« Hochachtung vor der Technik gehört, weiß nicht,' will nicht wissen, daß nicht Zahl und Technik, sondern das Herz in der Brust des Mannes die Entscheidung gibt. Wir deutschen Soldaten haben ruf- sische Masfenstürme, englische und französische Massenangriffe erlebt und trotz unserer geringen Zahl, trotz Unterlegenheit an technischen Kampfmitteln abgeschlagen." Aus dieser militärischen, strategischen Erkenntnis heraus haben auch die Deutschnationalen„keine Angst". Sie berichten uns vielmehr, daß auch„das V o l k" nur auf den„Willen des Führers zur Tat" warte, um willig sein Leben einzusetzen. Man muß doch wohl solche Raischläge als Aufforderung zum bewaffneten Widerstand, zum Banden- und Guerilla- krieg oder ähnlichem auffassen. Wir wissen nicht, ob die Deutschnationalen die R u h r b e v ö l k e r u n g bei der Auf- stellung dieser ihrer geistvollen Pläne gefragt haben. Wir wissen nur, daß selbst im ihren eigenen Reihen— um in deutschnational-völkischer Tonart zu reden— die„F e i g- b e i t" bereits weit fortgeschritten ist. Denn nicht nur die Stoatsratsfraktiön, sondern auch maßgebende Per- treter der deutschnationalen Reichstagsfraktion rücken von diesem Heldenolödsinn ab und erklären, daß bei der ge- gegebenen Lage die Politik der Reichsregierung unterstützt wer- den muß. Die B i e r t i s ch st r a t e g i e der jetzigen Erklä- rung kann jedenfalls von niemandem ernst genommen werden. * München, 22. September.(WTB.) Am letzten Mittwoch trat der Borstand der Bayerischen Mittelpartei(deutschnationale) zu einer Sitzung zusammen, in der eine Aussprach« über die Lage stattfand. In einer im Anschluß daran veröffentlichten Erklärung der Partei heißt es u. a., daß sich das„nationale Deutschland" eine verschleierte Kapitulation nicht stillschweigend gefallen lassen dürfe. Das Schicksal der Rheinlande. Der Brüsseler„S o i r" veröffentlicht ein Interview mit General D e g o u t t e, das eine sehr interessante Aeußerung über die Frage des Verbleibs der Rheinlande ent- hält.„Soir" legt dem General folgende Worte über die sepa- ratisttsche Bewegung in den Mund: „Diese Frage ist für mich keine französische Frage, sie geht allein Deutschland an und ist eine Frage der inneren Politik. Für mich sind das alles Streitigkeiten deutscher politischer Parteien. Wenn die Nationalisten mich um die Erlaubnis bitten, eine Versammlung abzuhalten, so gebe ich sie ihnen, wenn dadurch die Sicherheit der Besatzungstruppen nicht beeinträchtigt wird. Ich gebe dieselbe Erlaubnis den Kommunisten und Sepa» ratisten unter denselben Bedingungen." Entspricht dies« Aeußerung den Tatsachen und deckt sie sich mit der Auffassung der französischen Regierung, so könnte man ihre Tragweite nicht übersehen. Allerdings hat die fran- zösische Regierung bisher der Separatistenbewegung jede erdenkliche Unterstützung zuteil werden lassen, so daß man in der französischen Politik einen grundlegenden Umschwung vor- aussetzen müßte, wenn man den Worten Degouttes ein bestrn- deres Gewicht beilegen soll._ Zur Währungsfrage. Berliner Blätter berichten in ihrer Sonnabend-Morgen- ausgäbe von einem Empfang der Gewerkschaften beim Reichsfinanzmini st er, der ihnen seine Ab- sichten über die Währungsfrage mitgeteilt habe. Die Bundes- vorstände des ADGB. und des AfA-Bundes legen demgegen- über Wert darauf, der Oefsentlichkeit mitzuteilen, daß eine solche Unterredung mit dem Reichsfinanzminister in diesen Tagen nicht stattgefunden hat. Insbesondere ist der neue Währungsplan der Regierung den Gewerkschaften noch nicht unterbreitet worden, so daß die Gewerkschaften auch noch keine Stellung dazu nehmen konnten. schrieben, die ganz auf di« Handlung eingestellt ist. Dekoration, Tanz und Musik sind die besonderen Mittel, mit denen Otto Kirchner die schwere Aufgabe, dieses Stück im Geiste Shake- speares ohne gewaltsame Aeuderunge» auf einer kleinen und mit beschränkten Mitteln arbeitenden Bühne zu spielen, bewältigte. Es wurde flott gespielt, Gustav Adolf Henkels löste als Junker Tobias wahre Lachsalven aus. Alexander Kardan war als Junker Andreas von Bleichenweng ein ebenbürtiger Gegenspieler. Rosa V e l d t k i r ch spielte di« Olivia mit vielem Verständnis. Da- gegen wurde der Herzog von Illyrien von Oskar Ingenvehl reckt kühl dargestellt. Alles in allem war das erste Spiel des neuen Arbeitsjohres der Volksbühne„Norden" ein vielversprechender Austakt. W. M. Tiere und Erdbeben. Ueber das Verhalten der Tiere bei Erd- beben veröffentlicht gerade jetzt Hans von Hentiq ein« Schrift. Er hat eine Menge alter Chroniken, wissenschaftlicher Arbeiten und sonstiger Nachrichten daraufhin durchstudiert, die von Hunden, Katzen, Pferden, Elefanten, Krokodilen, Schlangen, Bögeln usw. erzählen. Im allgemeinen ist das Verhalten der Tiere das gleiche, ss« zeigen große Unruhe und Angst. Mehrfach benehmen sie sich ganz sinnlos, Hühner laufen in einen Fluß, aber der Mensch macht es bekanntlich vielfach nicht besser. Fische sind die einzigen Tiere, die bei einem Erdbeben direkt sterben, ob aus Angst, ob infolge von Zer- störung einzelner Organe durch die Erschütterung, steht noch dahin. Schweine sollen mehrfach das Bevorstehen eines Erdbebens 7chon zehn Tage vorher angezeigt haben, als die feinsten seismographischen Apparate noch nichts merken ließen. Das wäre eine merkwürdige Feinfühligkeit, die man noch zu erklären hätte, ober wer will sagen, daß die Unruhe, in die ein Schwein verfällt, wirklich auf ein bevor- stehendes Erdbeben deutet, oder ob sie nicht vielleicht eine ganz andere Ursache hat? Hentig scheint über dies Thema noch eine weitere aufklärende Arbeit vorzubereiten und mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Reibung großer Erdmassen in der Tiefe Elek- trizität erzeug«, die gewisse Organe der Tiere, Lunf«, Herz, auch die innere Sekretion beeinflusse. Man könnte dann daran denken, daß es möglicherweise auch Menschen gäbe, die stch zum Vorhersagen von Erdbeben eignen, wie manch« eine besondere Sensibilität mit der Wünschelrute behaupten. Rückkehr eines dänischen Grönlandsorscher«. Nach einer drei- jährigm beschwerlichen Forschungsreise ist der dänische Magister Lauge Koch nach Kopenhagen zurückgekehrt. Er hat den närd- lichen Teil Grönlands genau durchforscht, viertausend Versteinerun- gen von großem geologischen Interesse mitgebracht und die größte und längste Schlittenfahrt in der Geschichte d«r Grönlandforschung ausgeführt. Bon der Bevölkerung wurde ihm ein außerordentlich herzlicher Empfang bereitet, Erstaufführungen der Woche. Mittw,: Neues Operettentheater .Die Siegerin",— Dann,: Grobe Bolksoper.Schnees löckchen". — Montag: Schlobparktheater„Der Strom». Das Graphische«abtaett I 8. Neumann, Kurliirstendamm 232, zeigt in der soeben eröffneten Herbstousstellung Graphik von Goya, Dela- croix. Daumier, Gavarni, Corot. Leibi, Liebermann, Corinth, Slevogh Münch, Redon, Beckmann, Paula Modersohn und Rold«. Beamten- Abbau. Ein angeblicher Plan aus dem Reichsfinanzminifterium. Die Expreß- Korrespondenz" veröffentlicht den angeblichen Inhalt eines Gesetzentwurfs, der aus dem Reichsfinanzministerium stammen und gegenwärtig den übrigen Reichsministerien zur Kennt nisnahme übersandt worden sein soll. Wir geben den Inhalt dieses Referentenentwurfs mit allem Vorbehalt wieder: An erster Stelle in Aussicht genommen ist die Pensionie rung aller über 65 Jahre alter Beamter.§ 60 des Reichsbeamtengesetzes, der für diese Maßnahme bereits eine Handhabe bot, hat sich als ungenügend erwiesen; in allen Verwaltungen befindet sich noch eine beträchtliche Anzahl über 65 Jahre alter Be. amter. Gerade von dieser Maßnahme erwartet man eine wirksame Förderung des Abbaues, zu der man sich leichter entschlossen hat, weil ihre Durchführung noch am wenigsten mit Härten verbunden ist. Von der Zwangspensionierung dieser älteren Beamten erwartet man angesichts der start verminderten Aufstiegsmöglichkeiten eine Hebung der Dienstfreudigkeit und Leistungsfähigkeit in der jüngeren Beamtenschaft. Artikel II sieht vor, daß Beambe, die das 60. Lebensjahr er reicht haben, auf ihren Antrag hin in den Ruhestand versetzt werden fönnen, auch wenn Dienstunfähigkeit nicht nachgewiesen werden fann. Für eine Uebergangszeit von 18 Monaten sollen ihnen die vollen Dienstbezüge gewährt werden. Nach Ablauf der Uebergangs zeit erhalten sie gefeßliche Pension. Jugend ohne Arbeit. Dollar und Lebensmittelpreise. Keine Berbilligung der Inlandwaren. Berlin, heißt es so oft, ist die Stadt der Arbeit. Fabrit reiht fich in manchen Stadtvierteln an Fabrit. Ganze Straßen sind mit Der Rückgang des Dollarkurses in den letzten Tagen hat natürGeschäftshäusern angefüllt, und selbst in den Wohnbezirken sind lich in allen Kreisen der Bevölkerung Hoffnungen auf einen endHandwerker zu finden, die in Kellern, fleinen Läden oder in den lichen Abbau der ins Unermeßliche gestiegenen Preise, insbesondere Hinterhäusern ihr Gewerbe treiben. In all diesen Stätten sind für Lebensmittel, erweckt. Daß diese Hoffnungen sich als fleißige Menschen, die arbeiten müssen, wenn sie nicht verhungern größtenteils trügerisch erwiesen haben, beweist die Preiswollen. Sie arbeiten heute oft für Löhne, von denen das Sprichwort gestaltung des gestrigen und heutigen Tages auf dem Lebensmittels fagt, daß sie zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel seien. martt. Und trotz dieses regen Treibens sind noch viel zu wenig Menschen Ein tatsächlicher Preisrüdgang ist lediglich bei den in den Fabriken und sonstigen Werkstätten: die Arbeitslosenziffer jenigen Waren zu verzeichnen, die unmittelbar nach Dollarkurs gewächst in erschreckendem Maße. In der letzten Woche wurden bei handelt werden, also bei Fetten und Mühlenprodukten. den Berliner Arbeitsnachweisen allein 165 000 Arbeitslose gezählt, Hier ist ein Sinten der Preise um rund 50-60 Proz. zu verzeichnen. ihre wirkliche Zahl mag in Berlin 44 Million betragen. Bei den Ar- Anders liegen die Dinge dagegen bei allen Inlanderzeugnissen und beitsnachweisen und den Berufsämtern Berlins find ferner nicht bei denjenigen Waren, für deren Preisgestaltung der Dollarkurs weniger als 9000 arbeitslose Jugendliche gemeldet. Auch hier wird nur indirett in Frage fommt, also bei Frischgemüse, Obst, Kartoffeln, die wirkliche Zahl viel größer sein, sie wird sogar auf 18.000 geschätzt, Fleisch und Fischen. Die Preise regeln sich hier lediglich nach Anso daß jeder siebente Jugendliche in Berlin ohne Arbeit ist. Auf gering, die Nachfrage aber befonders an Zahltagen für Lohn- und gebot und Nachfrage, und da das Angebot nach wie vor ziemlich 100 freie Arbeitsstellen kommen 726 Jugendliche. Hiervon sind aber Gehaltsempfänger sehr groß ist, so bleiben diese Waren knapp und auch schon die Lehrstellen einbegriffen, die für die im Oktober aus daher teuer. Infolgedessen ist hier der Dollarrückgang fast ohne der Schule kommenden bereitgehalten werden, so daß dann die Zahl jeglichen Einfluß geblieben. Von der Wucherpolizei wird alles ge= der arbeitslosen Jugendlichen prozentual noch wachsen wird. Durch tan, um bei allen direkt oder indirekt zum Dollarkurs gehandelten Betriebseinstellungen haben viele Lehrlinge ihre Lehrzeit unter Lebensmitteln die entsprechende Preisfentung durchzuBon ganz besonderer und schwerwiegender Bedeutung ist Ar- brechen müssen, viele haben sie ganz aufgegeben. Beschäftigungs- brüden. Bekanntlich find die Kleinhändler verpflichtet, den tägfitel III des Entwurfes, der sich mit der Versehung entbehrlosigkeit, Not in der Familie, traurige Wohnungsverhältnisse, alles lich notierten Großhandelspreis 24 Stunden lang zur Grundlage licher Reichsbeamter in den einstweiligen Ruhestand be. das wirkt zusammen, um Jugendliche auf die schiefe Ebene zu treiben. ihrer Kaltulation zu nehmen. In einem Fall ist heute bei einer schäftigt. Nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen fann ein Die Zahl der jugendlichen Verbrecher steigt. Gestiegen sind auch die großen Firma wegen Verweigerung der geforderten PreisfeftBeamter nur dann in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden, schweren Verbrechen, die von Jugendlichen begangen wurden: Raub- alledem konnte heute Vormittag wieder festgestellt werden, daß in fehung die Beschlagnahme größerer Mengen Schmalz erfolgt. Troß wenn das von ihm verwaltete Amt infolge einer Umbildung der mord, Sittlichkeitsverbrechen, Widerstand gegen die Staatsgewalt. den einzelnen Markthallen, besonders in der Lindenhalle, die kleinReichsbehörden aufhört. Der Entwurf geht darüber hinaus und sieht vor, daß Beambe in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden Hier muß schleunigst Abhilfe geschaffen werden. Strafen sind nicht händler sich weigerten, zu den vom Großhandel festgesetzten Preisen Bönnen, wenn der Beamtenkörper ihrer Verwaltung planmäßig auf das geeignete Mittel. Es wird nicht möglich sein, die arbeitslosen zu verkaufen. So wurde Schmalz, obwohl der Verkaufspreis mit Beschluß der Reichsregierung vermindert werden muß. Dabei soll Jugendlichen Berlins in der Stadt selbst unterzubringen. Motstands 28 Millionen festgelegt war, nicht unter 35 Millionen gehandelt. der Verwaltung das Recht eingeräumt werden, diejenigen Beamten arbeiten werden vor allem den verheirateten Arbeitslosen vorbe Selbst der Einspruch der Polizeibeamten änderte in den einstweiligen Ruhestand zu versehen, die den Anforderungen halten sein. Um junge Menschen vor dem Untergang zu bewahren, an dieser Tatsache nichts. Noch standalöser waren die Beran Dienstwilligkeit und Dienstfähigkeit nicht entsprechen. Bei gleich wird man für sie geeignete Arbeit in der Provinz vermitteln müssen. hältnisse auf dem Fleischmarkt. In letzter Zeit ist man bekanntlich wertigen dienstlichen Leistungen sollen die wirtschaftlichen und die Für solche arbeitslose Jugendliche, die, der Schule entwachsen, noch dazu übergegangen, Gefrierfleisch in größeren Mengen auf Familienverhältnisse der Beamten für die Auswahl als Maßstab von ihren Eltern unterhalten werden können, wären vielleicht Lehr- Qualität vom Publikum immer mehr verlangt wird und weil der ben Markt zu bringen, weil es einmal wegen seiner hervorragenden dienen. Ausdrücklich hervorgehoben foll werden, daß die Auswahl werkstätten, ausgedehnter Fortbildungsschulunterricht die geeigneten zwar vom Dollar abhängige, trotzdem aber noch immer billigere nicht nach der politischen, fonfessionellen oder gemittel, um sie vor der Straße zu bewahren. Alles das sind natürlich Preis ein erhebliches Gegengewicht gegen die unerschwinglichen In. werffchaftlichen Betätigung vorgenommen werden darf. Bor der einstweiligen Bersetzung in den Ruhestand soll dem betreffenden nur Behelfsmittel, die Schlimmstes verhüten sollen. Die Erziehung landfleischpreise bildete. Die Einfuhr des Gefrierfleisches liegt in Beamten Gelegenheit zur Neußerung gegeben werden. Als Marte unserer Jugend war schon vor dem Kriege unbefriedigend, sie wurde den Händen einer großen Gesellschaft und des Berliner Magistrats, geld sollen diesen Beamten für eine Uebergangszeit von einem Jahr im Kriege weiter vernachlässigt. Die wenig gefestigten Verhältnisse der über erhebliche Vorräte verfügt. Während es nun am Freitag, die vollen Dienstbezüge zu gewähren sein. Nach dieser Uebergangs. nach dem Kriege laffen zunächst noch feine durchgreifende Gesundung alfo nachdem der Dollar am Tage zuvor erheblich gefallen war. noch zeit wird bis zur endgültigen Pensionierung das gesetzliche Warte. in dieser Hinsicht erzielen. Das wird erst bei einer allgemeinen Ges mit 20 Millionen gehandelt wurde, stieat das Gefrierfleisch am Sonngeld gewährt. Die Bestimmungen über die Versehung entbehrlicher fundung der wirtschaftlichen Lage möglich sein. Um so schneller muß abend in vollkommen unberechtigter Weise auf 24 Millionen Mark. Reichsbeamter in den einstweiligen Ruhestand follen sowohl für die Regierung hier die Maßnahmen treffen, die geeignet sind, der lebenslänglich angestellte wie für auf Probe, auf Kündigung oder größten Not der arbeitslosen Jugendlichen Berlins abzuhelfen. auf Widerruf angestellte Reichsbeamte gelten. Artikel IV sichert demjenigen lebenslänglich angestellten Beamten, der im Interesse des Beamtenabbaues freiwillig ausscheiden will, Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung zu. Artikel V trifft Bestimmungen über die Abstoßung der auf Brivatdienstvertrag angestellten Beamten. Die Verwaltung hält es für unvermeidbar, eine große Anzahl dieser Beamten abzustoßen. Diese Beamten fönnten schon nach dem augenblicklichen Rechtszustand und der Innehaltung der Kündigungsfristen entlassen werden. Um jedoch Härten zu vermeiden, sieht der Entwurf die Gewährung von Abfindungssummen vor. Die Berliner Schuldeputation erörterte in ihrer gestrigen Gigung die Gefahr der Jugendverwahrlosung, die sich aus der Beschäfti gungslosigteit vieler Schulentlaffenen ergeben fann. Für die einstweilen noch im Elternhaus bleibenden Schulentlassenen besteht ja die Pflicht, sofort eine Fortbildungsschule zu besuchen. Es ist aber zu wünschen, daß die noch nicht in Lehr- und Arbeitsstellen untergebrachten Schulentlassenen möglichst mit ihrer bisherigen Schule in Verbindung bleiben. Die Schuldeputation hat daher be schloffen, solchen Jungen und Mädeln den Weiterbesuch der Artifel VI regelt die Umzugskosten für ausscheidende Beamte. Gemeindeschule zu gestatten. Auch die Frage einer wirtArtifel VII regelt die Abfindung von Versorgungsanwärtern. Die fameren Heranziehung der eben aus der Schule entlassenen JugendEinstellung von neuen Kräften darf nur in ganz geringem Umfang lichen zum Fortbildungsschulbesuch beschäftigte die Schuldeputation. erfolgen und die Verwaltung hält es nicht für möglich, die vorges Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, der Borschläge machen soll. merkten Versorgungsanwärter anzustellen. Es sollen ihnen Abfinbungssummen gewährt werden. Artitel VIII fteht vor, daß die Bestimmungen über den Beamtenabbau für Reich, Länder und Gemeinden zu gelten haben.. Das Gesetz soll vorläufig bis zum Jahre 1927 begrenzt werden. Für die besetzten Gebiete soll das Gesetz zunächst nicht gelten. Erst wenn die übrigen Reichsministerien gutachtlich zu diesen Referentenentwurf Stellung genommen haben, will nach der er wähnten Korrespondenz das Reichsfinanzministerium einen endgültigen Gefezentwurf herstellen. Ruhe in Oberbaden. Der Raubmord im D- Zug. ** Kohlen billiger! Das Kohlenamt teilt mit: Nach dem gestrigen amtlichen Dollarkurse stellen sich die Kleinverlaufspreise für Briketts und Rots ab 22. d. M. wie folgt: Küchen- und Ofenbrand- Brifetts je Zentner ab Lager 36 410 000 m., frei Keller 40 490 000 M.; Gastots ab Lager 90 990 000 m., frei Reller 98 810 000 m. Die Jugendweihe der Freireligiösen Gemeinde zu BerlinNiederschöne weide findet am Sonntag, den 23. d. M., vormittags 10 Uhr, im Waldbaus", Berliner Straße, statt. Mufit, Gefänge, Einzel beitrag sehr gering ift, so ist jedem die Möglichkeit gegeben, an dieser Ber und Chorrezitationen werden die Feftrede umrahmen. Da der Intoffen anstaltung teilzunehmen. Raufmannslehrling Erwin Bloch, Berlin- Lichtenberg, Prinz- Albertitr. 6. Bermißt wird seit Sonnabend, den 15. September, der 15 jährige Der Vermiste war beleidet mit schwarzer Jade und Beste ohne Stopfbebedung, gestreifter Hose, schwarzen Schnürschuhen und grauen Strümpfen. Gesichtsfarbe schmal und blak. Saare dunkelblond, Zähne vollständig Nachrichten werden an die nächste Polizeimache oder an die Eltern, Bloch, Berlin- Lichtenberg, Prinz Albert Str. 6, erbeten. Im Tom veranstaltet Prof. Balter Fifer wieder regelmäßig Drgelfonzerte alle Donnerstage abends 8 Uhr. Das erste Konzert findet am nächten Donnerstag, 27. Sepember, unter Mitwirkung von Frl. Karin Branzell( Etaatsoper) und des Klingler Quartetts statt. Programm( Abendkaffe) berechtigt zum Eintritt. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ziemlich fühl, zeitweise beiter, jeboch überwiegend bewölkt mit wiederholten Regenjällen und frischen westlichen Winden. Sport. Jetzt 4 Milliarden 650 Millionen Mart Belohnung. Zu dem Mord im D- 3ug erläßt die Kriminalpolizei eine neue Bekanntmachung, in der 4 milliarden 650 Millionen gibt zunächst eine Schilderung des Tatbestandes, wie er im„ BorMart Belohnung ausgefeßt werden. Die Bekanntmachung wärts" feinerzeit mitgeteilt wurde und gibt dann Einzelheiten wieder, die zur Aufklärung des schweren Verbrechens vielleicht beitragen tönnen. So wird eine Liste der geraubten Gegen. stände veröffentlicht. Danach wurden gezaubt: Eine goldene Karlsruhe, 21. September.( Mtb.) Die Ruhe und Ordnung ist doppelfapfelige Herrenuhr mit verschlungenem M. R. mit Kriegs. im oberbadischen Streifgebiet wieder hergestellt. Nachdem der fette. Eine dunkelbraune rindlederne Brieftasche, in der sich sämtgestrige Tag in Lörrach ruhig verlaufen und das Geschäftsleben renßig ausgefüllter Paß nach Schweden in Lizum befand. liche Papiere und Bilder der Familie und ein auf den Namen wieder in Gang gekommen war, ist es, wie von amtlicher Seite Eine Reisehandtasche aus dunkelbraunem Rindleder, eine mit mitgeteilt wird, möglich geworden, die Freiburger Abteilung der dunkelrotem Leder gefütterte Tasche, in der sich ein zusammen Truppenpolizei wieder aus Lörrach zurückzuziehen. fügbares Reifeneceffaire aus Segeltuch sowie mehrere fleine Toi Die Streifenden haben die Arbeit noch nicht wieder auf- lettengegenstände befanden. Eine Kragenschachtel ohne Deckel mit genommen, da die Bezahlung der Streiftage von den Unternehmern grauem Leinen, bezogen mit weißem Glanzpapier. Ein Taschen abgelehnt wurde. Die Verhandlungen dauern fort. In fuchbehälter aus grauem Leinen mit Klappe. Unter der Klappe ist Sädingen ist die Streitbewegung vollkommen zu Stoffzeichen besetzt. rot gestickt M. K. Die Klappe war bingsum mit rosafarbigen Auf der Klappe war rot gestict: Taschen sammengebrochen. Auch in Freiburg wurde der General tücher. Eine kleine Belloiddofe, in der sich Puz befand. Eine streif ergebnislos abgebrochen und die Arbeit wieder auf Attentasche, sämtliche Schlüffel, eine fleine Streichholzschachtel mit genommen. Die Mehrheit einer Versammlung von Betriebsräten buntem Papier beflebt, eine Kataokanne, gezeichnet M. R., ein rot und Kartelldelegierten vertrat die Ansicht, daß die von den Kommu fariertes Küchenhandtuch, gezeichnet R. 3, an barem Gelde zirka niften aufgeworfene Frage der Zurückziehung der Schutzpolizei aus 30 bis 40 Millionen Mart Lörrach eine politische Angelegenheit sei, die nicht allein von den Wer hat verdächtige Personen gesehen? Mo Gewerkschaften gelöst werden könne, sondern von der badischen er tann über Herkunft eines eisernen überladierten find die geraubten Gegenstände gefunden oder angeboten worden? Regierung zu entscheiden sei. Handgriffes Angaben machen, wo wird er vermißt? Die Reisenden der zweiten Wagentlasse, die den betreffenden Personenzug nach Berlin Anhalter Bahnhof 6 Uhr 3 Minuten vormittags benutzt haben, werden gebeten, sich zu melden. In Großbeeren Boltsbühne: 23., 24., 27. und 30. Und das Bicht scheinet in der Finsternis. soll eine Person auf der der Etation gegenüberliegenden Seite die 25. Die lustigen Weiber von Windfor. 28. und 1. Mein Leopold. Opernhaus: 4. Bagentlasse bestiegen haben. Auch diese Person wird gebeten, 23. Die Walküre. 24. Mastenball. 25. Figaros Sochzeit. 26. Der goldene Hahn. sich zu melden. Nachrichten nimmt die Mordkommission, Kriminal- 27. Fidelio. 28. Der fliegende Holländer. 29. Bohème. 30. Aida. 1. Fleder maus. Schauspielhaus: 23. Lumpacivagabundus. 24., 27. und 1. Peer Gynt. tommissar Dr. Riemann und Dräger im Zimmer 83a des 25. Käthchen von Seilbronn. 26. und 29. Unbeftimmt. 28. Wilhelm Tell. Bolizeipräsidiums entgegen. In Heidelberg wurde eine fommunistische Bersammlung, die trotz des von der badischen Regierung erlaffenen Verbotes abgehalten wurde, von der Polizeibereitschaft zerstreut, nachdem die Kommunisten die Aufforderung der Polizei zur Aufhebung der Verfemmlung nicht befolgt hatten. Die Effener Sanktion. Effen, 22. September.( TU.) Als Sanktion für die am Donnerstag abend erfolgte Sprengung der Eisenbahnlinie in der Nähe der Krupp- Anlagen bei der Margarethenhöhe hat der Kommandeur der 67. französischen Infanteriedivision die teilweise Still. legung der Straßenbahnen von Essen nach Mülheim oder Oberhausen angeordnet. Der Straßenbahnverkehr zwischen Mülheim und Essen ist vollständig unterbunden. Durch die Explosion sind verschiedene Häuser in der Umgegend beschädigt worden. * Helft den Zeitungsfrauen. " Drei Die gestrigen Borfämpfe im Sportpalast zogen fich fast bis Mitternacht hin. Sie wurden durch erbitterte Kämpfe um zwei Meisterschaften so lange hinausgezogen. Zuerst ging es um die deutsche Fliegengewichismeisterschaft, die Kohler nach tapferer Verteidigung in der 1. Runde an Friedrich Schmidt abgeben mußte. Um die deutsche Bantamgewichtsmeisterschaft gab es einen sehr langatmigen Kampf. Molinaro hatte Urban Grab herausge fordert, es gelang aber nicht, troh teilweise brillanter Technik, den schwer fämpfenden Meister zu Boden zu bringen. Dazu fam, daß Molinaro in den letzten Runden nicht ganz fair fämpfte, so daß nach der 20. Runde Graß, nicht unwidersprochen, als Sieger erflärt werden mußte. Der Haupttampf Spalla Samson Rörner brachte eine Enttäuschung. Schwer angeschlagen muhte Spalla, der sichtlich nicht ganz in Form war, nach der 5. Runde aufgeben. Im einleitenden Kampf stand Walter Funke Richard Naujoks unentschieden gegenüber. Theater der Woche. Bom 23. September bis 1. Oktober. 30. Faust I. Schiller- Theater: 23., 24., 26., 29. und 1. Flachsmann als Erzieher. 25., 28. und 30. Rabale und Liebe. 27. Rathan der Weise. Deutsches Theater: 28. Bygmalion. 24. Der Graf von Charolais. 25. täglich Pygmalion. Kammerspiele: Das Krokodil. Leffing Theater: 23. bis 30. Der Unbestechliche. 1. Wie es Euch gefällt. Theater in der König. gräger Straße: Der Clown Gottes. Deutsches Opernhaus: 23. Aida. 24. TannUnfere Zeitungsfrauen werden von heute ab den Bezugshäuser. 25. Die Fledermaus. 26. Die Waftüre. 27. Die Bohème. 28. Die preis für den Bo wärts" einziehen. Wir bitten unsere toten Augen. 29. Unbestimmt. 30. Lohengrin. 1. Der Günstling der Barin. Bezieher dringend, den Frauen, die von Haus zu Haus gehen und 30. Die Fahrt nach Orplid. 24., 26. und 27. Emilia Galotti. 25. und 29. Neues Bolts- Theater: 23., 28. Großs Schauspielhaus: Der Bettelstudent. müssen, die Arbeit dadurch zu erleichtern, daß sie mit möglichst Bater und Sohn. Große Bolksoper im Theater des Westens: 24. Der Barbier großem, dem Preise des Blattes angemessenen von Sevilla. 25. Der Troubadour. 26. Rigoletto. 27. und 1. Schneeflöckchen. 28. Die Fledermaus. 29. Julius Caefar. 30. Lohengrin. Renaiffance Theater: Geld bezahlen. Es ist eine ungeheure Erschwerung de Arbeit, Die Swillinge. Die Tribüne: Die Hofe. Deutsches Künstler- Theater: Dec Komödienhaus: Mein Better Eduard. Trianon. Wie aus dem Ruhrgebiet gemeldet wird, ist der Stadt Essen wenn diesen einfachen Frauen 5000 oder 1000- Markscheine, ja Fürst von Pappenheim. Theater: Die verlorene Tochter. Resibenz- Theater: Rosmersholm. Rentral heute ein Befehl der Besehungsbehörde zugegangen, sogar herunter bis zu 20- Marfscheinen übergeben werden. Theater: Polnische Wirtschaft. Theater in der Kommandantenstraße: Charlic. Bustspielhaus: Der Raufmann von Benedig. Metropol- Theater: Casinonach welchem General Jacquemot wegen des angeblichen Sabotage- Millionen Mart sind etwa 10 Goldpfennige, d. h. 300 000 m. find ein Pfennig. Hat in de: Borkriegszeit jemals ein Zeitungsbezieher girls. Neues Operetten- Theater: 23. Ratia, die Tänzerin. 24. und 25. Ge. aftes auf der Bahnstrecke Rüttenscheid- Heissen- Mülheim vom feiner Botenfrau jemals den Bezugspreis in Ein. und 3weipfennig- fchloffen. b 26. Die Siegerin. Thalia- Theater: Mimikey. Neues Theater 22. September, 6 Uhr morgens ab, für acht Tage in den Kreisen ftüden gezahlt? Kleines Theater: Alarissas halbes Herz. Wir hoffen, daß unsere Leser diese kleine An- Theater: 22. bis 26. Die tolle Bola. Ab 27. Die Caufa Raiser. Effen- Stadt und Land und für vier Tage in den übrigen, der regung beherzigen und dadurch den Zeitungsträgerinnen ihren Theater: Die fleine Novelle. Abendbefuch. Die L. u. t. Sofe Rose- Theater: 77. französischen Infanteriedivision unterstellten Gebietsteilen den schweren Dienst erleichtern. Berkehr der Straßenbahnen im Gebiet der Division mit Ausnahme einiger Lastkraftwagen verboten mit Ausnahme der Wichtig für Teilnehmer an den Jugendweihen am Sonntag, den jenigen, die Lebensmittel und Meditamente befördern, sowie der 23. September. Die Karteninhaber, die die 3uschlagmarken Berkehr von Personenkraftwagen und Fahrrädern, mit Ausnahme in den Verkaufsstellen noch nicht gelöst haben, müssen die 3u derjenigen, denen von den Ortskommandanten Erlaubnisscheine aus fchläge von 500 000, 750 000 und 800 000 m. am Tage der gehändigt werden( Aerzte, Hebammen, Geistliche). Diese Maßnahme Jugendweihe bezahlen. bedeutet die Unterbrechung sämtlicher Verbindungen aus Essen nach ben anderen Städten und eine sehr starte Beschränkung des Verfehrs in der inneren Stadt. Sprachunterricht für Sprachleidende! Der Verein für Sprach pflege Demosthenes" erteilt an Sprachgestörte( Stotterer) unentgeltlich Unterricht zur Heilung ihres Zeidens abends 8 Uhr in der Friedrich Werderjchen Dberrealschule, Niederwallstr. 12. Buschriften dorthin erbeten. B am 800: Von 5 bis 7. Ein Mann aus dem Bolte. Wallner. Intimes Theater Rafino Theater: Die neuen Reichen. am Kurfürstendamm: Frau Warrens Gewerbe. Schloßpart- Theater Steglig: 23., 25. bis 30. Fauft I. 24. Als ich wiederkam. 1. Der Strom. Walhalla Theater: Die spanische Fliege. Theater im Admiralspalast: Drunter und britber. Rachmittagsvorstellungen: Bolfsbühne: 23. Der Zerrissene. Schauspielhaus: 23. 11 Uhr: 1. Und das Licht fcheinet in der Finsternis. Der Ueberteufel. 3 Uhr: Minna von Barnhelm. 30. Die Journalisten. Schiller- Theater: 23. Rabale und und Liebe. 30. Nathan der Weise. Beffing: Theater: 23. Bürger Schippel.- Neues Bolts- Theater: 23. Emilia Galotti. Theater: 28. Ein Mann aus dem Volfe. 29. Dornröschen. 30. Jugend. 1. Bater und Sohn. Deutsches Künstler- Theater: Der Biberpels.- Rofc. Berliner Theater: Der fliegende Holländer. Deutsches Theater: Alt- Seide!. berg. Rammerspiele: 23. Gespenster. 30. Rabale und Liebe. Großes Schar Spielhaus: 23, und 30. Samlet. Gewerkschaftsbewegung Ein sonderbarer Demobilmachungskommissar. Zum Konflikt in der Herrenmaßbranche. Die Lügen der Roten Fahne". nubung günstiger Ronjunkturen. Das mußte grünb Auf ausdrücklichen Wunsch unserer Genoffen der Firma lich geändert werden. Darum wurde für die Umstellung die Form Merkur, Flugzeugbau, veröffentlichen wir folgende, in der Aktiengesellschaft gewählt. Mit ihr soll vor allen Dingen einer Fraftionsversammlung einstimmig angenommene Resolution. kaufmännischer Geist Es ist uns natürlich nicht möglich, alle in den Belegschaften ange in die Berwaltung hineinfommen. Aber nicht allein durch das Ab. nommenen Entschließungen gegen die gemeingefährliche und arbeiterDie Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Bekleidungsarbeiter. Ichädigende Hege der KPD. zu veröffentlichen. Wir machen in diesem streifen bureaukratischer Feffeln, sondern auch mit Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Bekleidungsarbeiter. Falle nur deshalb eine Ausnahme, weil es sich um zwei persönlich hilfe organisatorischer Renderungen durch eine bessere verbandes schreibt uns: Zusammenfassung der einzelnen Betriebe wird eine größere Am 1. September d. J. wurde vor dem Schlichtungsausschuß angegriffene Genoffen handelt. Die Entschließung lautet: Die Berjammlung der Merkur- Belegschaft, Flugzeugbau, er Wirtschaftlichkeit des gesamten Staatsbefiges Berlins für die Herrenmaßschneider ein Schiedsspruch gefällt, der hebt entschieden Einspruch gegen die Lügen der angestrebt. Die gegenwärtig noch unabhängig voneinander betrie für die Woche vom 9. bis 15. September einen Stundenlohn von Roten Fahne" vom 1. September, daß die VSPD- Fraktion benen Gruben und Hütten, die Stein- und Braunkohlengruben, die 3 150 000 m. vorfah. Diesen Schiedsspruch haben die Arbeit Streifbrecherkolonnen formiert habe. Sie erklärt, daß das Abstim Kalt und Kaligruben, die Erzgruben und Hütte die Bernsteingeber abgelehnt. Wir unfererseits haben die Berbindlich mungsergebnis feine erforderliche, nach gewerkschaftlichen Grundfeitserklärung beim Demobilmachungskommissar beantragt. Herr fäßen notwendige Mehrheit für die Weiterführung des Streits er werke und Eisenhütten müssen besser aufeinander... gestellt und in Regierungsrat Möllendorf, als Vertreter des" Demo", hat die Bergeben hat und auch nicht mehr gewillt war, den Moskauer Parolen wirtschaftliche Beziehungen zueinander gebracht werden, um auf handlungen am 20. September abgebrochen, und zwar hatte sich durch wilde Streits Folge zu leisten. folgendes ereignet: diefe Weise einem gemeinsamen Zwede besser dienen zu können. Während der einzelne Berksleiter tie Möglichkeit einer größeren Initiative und Attivität erhält, soll der Gesamtbesi durch eine organische und zentralisierte Zusammenfassung zu Der 2. Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes, Herr Lange, in Firma Rumpf u. Lange, Leipziger Str. 113, erflärte, baß fie rüd wirkend überhaupt feine Löhne bewilligen tönnen und sie fein Gelb haben, die in Frage fommenden Löhne zu zahlen. Sollte der Vertreter des Demobilmachungskommissars den Spruch für ver. bindlich erklären, dann erklären sie, daß sie sich in jedem ein zelnen Falle verflagen lassen würden. Zur deutschen Arbeiterzentrale. höchfter produffiver Gesamtleistung entwickelt werden. Die Versammlung lehnt es entschieden ab, mit politischen Kinds. töpfen gemeinsame Sache zu machen, tie öffentlich im Betriebe am 10. August zum Diebstahl und zur Bewaffnung auffordern. Teil unter der Arbeiterschaft ergriffen hat, die Telephonzentralen im Sie bedauert jene Verrohung, die heute leider einen Betriebe zu besetzen, militärische Formationen zu bilden, sich mit Minimag unt Wasserschlauch zu bewaffnen, um einem Ueberfall der Man fann wohl mit ziemlicher Gewißheit erwarten, daß die Das ist nach unserer Auffassung eine Provokation der Arbeit Schupo zu begegnen, um dadurch die Lage der Arbeiter zu verbessern. Umstellung der Bergwerke in die neue Betriebsform die erhoffte geber gegenüber den Arbeitnehmerorganisationen, wie fie trasfer Die Anwendung folcher Mittel ist nicht revolutionär, sondern wesentliche Berbefferung der Betriebsergebnisse zeitigen wird. Die dienen nur der Reaktion. nicht ausgesprochen werden fann. Herr Lange insbesondere hat bei den bisherigen Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß und Die Versammlung erklärt, daß die Kollegen Reinert und außerordentlich gründlichen Vorarbeiten unter Beteiligung von SachDemobilmachungsfommiffar immer ben reattionären Scharfmacher. Ulrich ihre volle Schultigkeit im gewerkschaftlichen verständigen aller Wirtschaftstreife, insbesondere auch von Bergeist hervorgefehrt. Wir haben unfererseits den Demobilmachungs. Interesse getan haben, indem sie sich mit ihrer ganzen Kraft ein- tretern der interessierten Arbeitgeber, Arbeiter und Beamten haben tommissar, in diesem Falle Herrn Regierungsrat Möllendorf, auf setzten, in forrettester Weise ihre gewerkschaftliche Pflicht erfüllt ein Ergebnis gezeitigt, das die Zustimmung fast aller Parteien des die ihm obliegenden Pflichten aufmertfam gemacht. Insbesondere haben, und sprechen den beiden Kollegen das volle Bertrauen Landtages fand. betonten wir, daß wir nicht mehr und nicht weniger verlangen, als aus." daß die Richtlinien des Reichsarbeitsministeriums auch von dem Herrn Demobilmachungstommiffar anerkannt und zur Durchführung gebracht werden, und daß er als Vertreter des Demobilmachungskommissars den Arbeitgebern gegenüber einmal ein Machtwort sprechen soll. Wir müssen in diesem Falle die Berbindlichkeitserklärung verlangen und denken nicht daran, ein Jota, vom Schiedsspruch abzugehen. Hierauf verbat fich Herr Regierungsrat Möllendorf diefen Ton und drohte mit Abbruch der Verhandlungen. Wir erklärben, daß wir uns auch durch eine solche Erklärung des Herrn Regierungsrats nicht abschrecken laffen, und daß wir fagen, was wir im Intereffe unserer Mitglieder für notwendig erachten. Darauf erfolgte der Abbruch der BerhandIungen. Also müssen die Berliner Herrenmaßschneider mit Hilfe des Herrn Regierungsrats Möllendorf weiter hungern. Sie sollen nach seiner Auffassung nicht in die Lage verseht werden, einigermaßen menschenwürdige Löhne zu erhalten. Wir fragen: Was ist das für eine Einstellung des Bertreters des Demobilmachungs, tommiffars? Ist es nicht höchste Zeit, daß von den in Frage fommenden Behörden diese Stelle darauf aufmerksam gemacht wird, mas ihre Pflicht ist?" Wir fragen weiter: Was sagt der Herr Minister für Handel und Gewerbe dazu und was der Herr Reichsarbeitsminister?" " Das neue Gefeß wird wahrscheinlich in vieler Hinsicht wegweisend sein. Es leitet ein Erperiment großen Stils ein. Durch die Uebertragung der Verwaltung der Bergwerfe an eine Attien. Bom Deutschen Landarbeiterverband wird uns geschrieben: gesellschaft ohne Uebereignung des Besizes an das Jm Abend, Borwärts" vom 20. September 1923 wird eine Ein Brivattapital wird der Versuch unternommen, staatliche Begabe der Landesstelle Effen der Deutschen Arbeitertriebsverwaltungen zentrale erwähnt. Im letzten Absatz derselben wird die triebsverwaltungen privatkapitalistischen Unternehmungen in der BeBeseitigung des Vorstandes und Aufsichtsrats der Deutschen Ar- triebsform anzugleichen. beiterzentrale und ihr Ersatz durch republikanisch denkende Perfenen verlangt. Das letzte ist bereits zum Teil erfolgt. Beide Rör perschaften bestehen paritätisch aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmer find Bertreter der freien und christlichen Gewerkschaften. die Betriebsergebnisse jedoch gesteigert werden. Es ist Borsorge ge Der Staatsbesih foll ungeschmälert erhalten bleiben, troffen, daß eine Veräußerung des Aktienbefizes nur mit Zustim mung des Landtages stattfinden kann. Die von linksradifaler Seite Es wird Aufgabe der Bertreter der Arbeitnehmer sein, die ge- geäußerten Befürchtungen, taß die Uebereignung der Werte an eine schilderten Schwierigkeiten in der Zentrale zu überwinden. Teil. Aftiengesellschaft nur die Nebereignung an das Privatkapital einDie Bertretung des meise ist dies mit Erfolg geschehen. Die vorhanden gewesene Not leite, ist völlig gegenstandslos. ist allerdings nicht durch Staatshilfe, sondern aus eigener Kraft be. Staates als alleiniger Aftionär erfolgt durch ten preußischen Hanfeitigt. Die Beamten haben ihre rüdständigen Gehälter dels- und Finanzminister zu gleichen Teilen. Der Aufsichtsrat wird erhalten. zur Mehrzahl aus Bertretern der Regierung gebildet werden. Fer Eine gründliche Reform wird durchgeführt werden. Man ver ner wird der Landtag 5 Abgeordnete präsentieren und die Minister geffe aber nicht, daß die Arbeitnehmervertreter ein Gebäude nicht werden einige Bertreter des Wirtschaftslebens neben den gesetzlich fofort vollständig umbauen fönnen, deffen Berwaltung jahrzehntelang lediglich in Händen von Leuten lag, die landwirtschaftlichen vorgeschriebenen Vertretern der Arbeitnehmer berufen. Ein gegenwärtig besonters aktueller Teil des Gesetzes, der das Interesse der Allgemeinheit im besonderen Maße in Anspruch nehmen dürfte, betrifft die Regelung der Beamtenfragen. Es ist felbstverständlich, daß die gegenwärtig noch im Beamtenver hältnis stehenden Mitarbeiter der Werke in ein auf Privat. dienstvertrag gestelltes Arbeitsverhältnis übergeführt werden Nachschrift der Redaktion: Diese Mitteilung der Berliner Ortsverwaltung des Beffeidungsarbeiterverbandes enthält Arbeitgebertreisen nahestanden." gegen den stellvertretenden Demobilmachungskommissar Möllendorf eine so schwere Anflage, daß dessen vorgesetzte Behörde diesen Fall Differenzen in der Süß. Back- und Teigwarenindustrie. fofort zu untersuchen verpflichtet ist. Es geht nicht an, daß nachgeordnete Regierungsstellen entgegen den Anordnungen der Regie- in obiger Judustrie entwidelt. Ernstliche Differenzen haben sich in den beiden letzten Wochen Der Zentralausschuß hatte eine rung handeln. Was die Stellungnahme des Vertreters der Arbeitgeber betrifft, so ist kein Wert der Kritik darüber zu scharf. Am Kommission eingefeßt, die bis zum Anfang der Borwoche den Inder mußten. Da die Beamten mit Recht ihre wohlerworbenen Rechte auf die bestehenden Löhne aufschlug. In der vorigen Woche hat 19. September war der Reichsinder der Lebenshaltungskosten 14 244 900. 1914 betrug der tarifliche Spikenlohn in der Berliner der Arbeitgeberbund statt des Inder von 174 Broz. nur 150 Broz. nicht aufgeben mochten, war es außerordentlich schwierig, eine allHerrenmaßbranche 70 Pf. die Stunde. Der Stundenlohn ber augebilligt. Auf Protest des Zentralverbandes der Bäcker und feitig befriedigente Regelung zu finden. Die im Gesetz getroffene Herrenmaßschneider hätte also, um den Friedensstand zu erreichen, Regelung dürfte daher, da sie die Zustimmung aller Beteiligten 9 971 000 m. betragen müffen. Am 20. September erklärt der Ber. gefunden hat, für die eventuelle Ueberführung größerer Beamtentreter der Unternehmer, für die in Frage kommende Woche 3 150 000 fategorien aus anderen staatlichen, reichseigenen oder städtischen Mart, also 31,5 Proz. des Friedenslohnes, nicht zahlen zu wollen! Betrieben als geeignetes Borbild dienen. Es ist im wesentlichen vorgesehen worden, daß alle geeigneten Beamten von der Aktiengesellschaft übernommen worden. Die übernommenen Beamten fcheiden nach 5 Jahren aus dem Staatsdienst aus, wenn sie nicht vorher ihren Rücktritt in den Staatsdienst erklärt haben. Faschistenmanieren. Stonditoren ist am Donnerstag die Kommission des Zentralausichuffes in Berlin erneut zusammengetreten. Nach langen Verbandungen haben die Arbeitgeber als Ausgleich für die 24 Broz. zu wenig geablter Inderlohnung nur 10 Bros. bewilligen wollen und auch ben legten Inder von 182 Proz. nur mit 150 Broz. abgelten wollen. Das ist von den Vertretern der Arbeitnehmer abgelehnt worden, wodurch die Verhandlungen gescheitert find. Die Organisation will nunmehr, weil das vereinbarte Tarifamt nicht in Tätigkeit getreten ist, ben staatlichen Schlichtungsausschuß zur Entscheidung anrufen. Die Rote Fahne", die den Kampf gegen den Rapitalismus führt, indem sie sich mit den Mördern von Rarl Liebknecht und Rosa Luxemburg verbrüdert und gegen die Arbeiterorganisationen und deren Vertreter im Ka- Der New Yorker Buchdruderftreit ist am Donnerstag zu schemmenton hetzt, hat sich nun auch faschistische Manieren zugelegt. fammengebrochen. Die Zeitungen fonnten am Donnerstag wieder So schreibt sie in ihrer heutigen Ausgabe: in beschränktem Umfange erscheinen. „ Wir erklären deshalb die Gewerkschaftsredaktion des„ Bormärts" als eine zusammengelaufene Gesellschaft lügnerischer Subjekte, die es verdient, von ehrlichen sozialdemokratischen Arbeitern geohrfeigt zu werden." Für die rüden Anremepelungen des von Mostau ausgehaltenen Blattes haben wir nur Berachtung. Seine Drohungen und Hezze reien lassen uns falt. Wenn diese Art der Polemit aber die geistige" Nahrung ist, die man den bedauernswerten Lesern der Berliner Browda" vorseßt, dann darf man sich nicht wundern, wenn die Anhänger Mostaus diese Ratschläge praktisch anzuwenden versuchen. Zur Sache selbst sei folgendes bemerft: Die RPD. hat einen fyftematischen Feldzug zur Zerstörung der Gemertfchaften organisiert. Der Vorwärts" hat darüber die Dofumente veröffentlicht, die die Rote Fahne" zu widerlegen nicht im ftande war. Sie hat auch nicht den Versuch dazu gemacht. Nun foll ein Flugblatt, das den 3med der von der RBD. organisierten Rampagne offen ausspricht, von der Kommunistischen Arbeiter jugend" herrühren, die nicht der KPD., sondern der KAPD. ange Die Mitteilung von diesem Flugblatt ging uns von durchaus zuverlässiger gewerkschaftlicher Seite zu. Bir fönnen im Augenblid nicht feststellen, ob hier nicht eine Berwechslung vorliegt. Diese Ver wechslung erscheint uns durchaus möglich. Und zwar deshalb, weil unsere Moskowiter ihre wahren Absichten nie offen aus sprechen, sondern nach Anordnung von Lenin mit der Verheim mag wohl darauf zurückzuführen sein, weil sie vermutet, daß wir ihr im Lügen Konturrenz machen wollten. Sie mag fich beruhigen. Dieses Privileg überlassen mir ihr unangefochten. Schloffen ist. Millionen sparen Sie bei ERICH SCHULZ Neukölln, Kals.- Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Für den Winter: Strumpiwaren, Kindertrikots, Trikotagen, Kindersweaters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. Nicht kaufen bel uns, bevor Sie sich nicht in anderen Geschäften über die Breife in Bettwäsche erfundigt haben damit Sie sich v. unferer Breiswürdigkeit überzeugen fönnen. Wir führen nur erstklassige Qualitäten. Bettbezüge, Laten, Handtücher, Tisch. tücher, Raffeebed., Ueberlaten, Paradetiffen, Damaste. 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Die Sechserfommission des Reichsfalirats beichloß, nachdem die Stalipreise in der legten Zeit täglich mit dem Dollarkurs erhöht worden sind, eine Ermäßigung der Kaltinlandspreise mit Wirkung vom 21. September um 39,56 Proz. mit Rücksicht auf den gesunkenen Dollarkurs. Die Neuorganisation des Staatsbergbaus. Bom preußischen Minifter für Handel und Gewerbe Siering. Das vom Preußischen Landtag am 16. d. m. verabschiedete Gesetz betreffend die Uebertragung der Berwaltung und Ausbeutung des staatlichen Bergwerksbefizes an eine Attiengesellschaft ist eines der wichtigsten Geseze, die der Landtag seit längerer Zeit in wirtfchaftlicher Beziehung zu erledigen hatte. Der gesamte staatliche 17. Besiz an Berg- und Hüttenbetrieben mit etwa 60 000 Beamten und Arbeitern wird zum Zwecke der Steigerung der Erträge aus der staatlichen Verwaltung herausgenommen und Attiengesellschaft auf 100 Jahre übertragen. Schon bei früheren Beratungen des Bergetats wurde von allen Barteien die bisherige Betriebsform der Bergwerte bemängelt. Der bureaufratische Apparat bedingte eine Schwerfälligkeit der Berwaltung, die jede frische Initiative befähigter Betriebsleiter hinderte und nicht einmal eine flare Uebersicht über die wirtschaftlichen Ergebnisse der gesamten Staatsbetriebe ermöglichte. Troßdem die staatlichen Berg und Hüttenwerte über zahlreiche tüchtige und sehr gut ausgebildete Beamte verfügen, erschwerte die tameralistische Buch führung und der meite Instanzenweg der bureaufratischen Betriebsform die restlose und schnelle AusHosen Große Auswahl in Englisch Lederhosen Arbeitshosen Strellhosen Feldgraue Hosen Eleg. Umschlaghosen Stoll- Breeches Manchester- Breeches Maßersatz- Hosen Gladbacher München Hosen- Zentrale Schöneberg, Goltzstr. 7 Achten Sie genau auf Goltzstraße und Hausnummer Fahrgeldvergütung Groß- Berliner Parteinachrichten. is, ich euch gebensgefährt üblichen Bibliothekar Genoffen. 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