e. 445 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 222 Bezugspreis: Bom 23.- 29. Sept. 20 Millionen Mart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 23.- 29. Geptember für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Defterreich u. Lugemburg 21 700 000 m., für das übrige Ausland 23 000 000 Boftbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Zeit", der Unter. haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zwelmat, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2500000 M. Anzeigen- Grundpreise: Die einspaltige Nonparellbezeke 400 Mart. Reklamezeile 2000 art. „ Kleine Anzeigen" das fettgedructe Wort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 60 M. Stellengesuche das erste Wort 60 M jedes weitere Wort 50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte. Familienanzeigen fitr Abonnenten Reile 40 M. Alle Grundpreise mal Schlüffelzahl zurzeit 30 000. Anzeigen für die nächste Nummer milfsen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 23. September 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostscheckkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentafe Lindenstraße 3 worden.. Warnung vor Putschversuchen. Ernste Beratungen der Reichsregierung. Positive Aufgaben. Arbeiter und Regierung. Am Mittwoch tritt der Reichstag wieder zusammen, am Tage zuvor versammelt sich die sozialdemokratische Fraktion Amtlich wird mitgeteilt: In der Oeffentlichkeit sind in herbeigeführt werden könnten. Man könne sich der Besorgnis nicht zu ihrer ersten Sigung nach den Ferien. Entschlüsse von letzter Zeit wiederholt Gerüchte aufgetaucht über Bewegungen, erwehren, daß, wenn nicht die größte Sorgfalt und wachsamkeit weitesttragender Bedeutung sind zu fassen. die fich gegen die Staatsgewalt richteten und einen U m ft ur 3 beobachtet werde, England bei der Regelung der europäischen Ruhrkonflikts zur Notwendigkeit geworden. Es wäre In der auswärtigen Politik ist die Beendigung des vorbereiteten. Von verschiedenen Seiten sind nach dieser Angelegenheiten in eine tatsächliche Unterordnung gesinnlos zu verschweigen, daß der passive Widerstand als Waffe Richtung auch öffentlich Drohungen ausgesprochen langen fönne." Evening Standard" fragt, ob die vor sechs Wochen gegen die fremde Gewaltherrschaft zusehends an Kraft veran Frankreich gerichtete Note des Lord Curzon vergessen werden An der Stellung der Reichsregierung gegenüber etwaigen folle. Diese Frage müßten Baldwin und sein Kabinett nächsten liert, daß die finanzielle Laft, die dem Reich durch diesen derartigen Versuchen kann ein zweifel nicht bestehen. Unter Mittwoch erörtern. Hierbei ergebe sich die weitere ernste Frage, ob Rampf auferlegt wird, auf die Dauer nicht mehr getragen dem Vorsitz des Reichspräsidenten hat heute eine Beratung mit dem Nachgeben der Deutschen im Ruhrgebiet Großbritannien werden kann und daß der Konflikt infolgedessen zu einer diplomatischen Lösung drängt, bei der Frankreich als der stärkere flattgefunden, an welcher der Reichskanzler, der Reichsminister feine Politit des Widerstandes gegen die Ruhrbefehung preisgeben Teil in Erscheinung treten wird. Die Frage ist nur noch des Innern, der Reichswehrminister und der Chef der Heeres- und diese gutheißen felle, obwohl der finanzielle Erfolg des leitung, General v. Seedi, teilgenommen haben. Diese Be- Unternehmens durch die Tatsache des deutschen Nachgevens allein und trotz dieses" nur" ist das eine Frage von entscheidender Bedeutung, inwieweit es der Geschicklichkeit der deutschen ratung hatte den Zweck, alle Maßnahmen vorzubereiten, die nicht bewiesen fei. Regierung, der Einsicht eines Teils der französischen Volksnotwendig werden fönnen, um derartige Bestrebungen unmeinung, dem mäßigenden Einfluß der Alliierten Frankreichs schädlich zu machen. gelingen wird, fich Geltung zu verschaffen und eine Lösung herbeizuführen, die zu einer wirklichen Entspannung der Lage und zu einer wirtschaftlichen Erholung führt. Die Verhandlungen mit Frankreich. Es besteht unter den verantwortlichen Faktoren der Zu der von uns im Sonnabend- Abendblatt unter der Ueberschrift Reichsregierung volle Uebereinstimmung darüber, Der Druck Frankreichs" wiedergegebenen Pariser Meldung wird daß gegenüber jedem Versuch, die Staatsgewalt zu erschül- amtlich gemeldet: fern, von welcher Seite er auch fommen mag, so. Wir glauben zu wissen, daß diese Information nicht der Quelle fort die erforderlichen Maßnahmen ergriffen und die der entstammt, die in dem Telegramm aus Baris angegeben ist. Da Reichsregierung genügend zur Verfügung stehen- mit entfällt wohl ihr Wert und ihre Glaubwürdig. den Machtmittel des Staates eingesetzt werden müffen. teit. England und die Ruhrbesetzung. London, 22. September.( WTB.) Evening Standard" berichtet, daß sofort nach der Rückkehr Baldwins von seiner Zusammenkunft mit Poincaré von maßgebender Seite in Londen eine wichtige Mitteilung gemacht worden sei, die ernste Fragen, betreffend die Beziehungen Englands zu Frankreich aufwerfe. Der betreffend die Beziehungen Englands zu Frankreich aufwerfe. Der politische Berichterstatter des Blattes gibt diese Mitteilung, die er politische Berichterstatter des Blattes gibt diese Mitteilung, die er als die amtliche britische Ansicht über die Unterredungen zwischen Baldwin und Poincaré in Paris bezeichnet, wörtlich wie folgt Es wird erwartet, daß der Premierminister bald eine Gelegenheit ergreifen wird, um seine Stabinettskollegen mit dem Ergebnis seiner Zusammenkunft mit Poincaré in Paris bekanntzumachen. Obwohl dramatische Entwicklungen nicht erwartet wurden, ist ein Ergebnis von größter Bedeutung erzielt worden, nämlich die Wiederherstellung des gegenseitigen Bertrauens zwischen den Häuptern der beiden Regierungen. Solange Zweifel und Argwohn bestanden, war wenig Aussicht auf eine wirtschaftliche oder politische Regelung mioder: Was immer der Ausgang sein möge, so war der passive Widerstand zweifellos doch eine psychologische und politische Notwendigkeit. Weder hätte sich die arbeitende Bevölkerung der besetzten Gebiete zu einer willen- und widerstandslosen Unterwerfung unter die Herrschaft der Bajonette bergegeben, noch hätte die Welt eine solche fampflose UnterUebergriffe der Rheinlandkommission. werfung verstanden. Sie hat es desto besser verstanden, daß sich Bergarbeiter und Eisenbahner, Angestellte und Becante Eine Verordnung über den Notgeldverkehr. zur Wehr setzten und die ganze internationale ArbeiterAus dem Rheinland wird uns geschrieben: Die feparati bewegung hat diesem heroischen Kampf gehuldigt. Durch ihn stische Bewegung hat seit langem mit einer Währung hat die deutsche Arbeiterklaffe die Achtung der Welt, hat das agitiert, die dem Inflationselend mit einem Schlage ein Ende deutsche Volk als Ganzes viel Sympathie im Ausland gemachen sollte. Allerdings haben es die Franzosen mit der Ein- wonnen. Hätten wir von Anfang des Konsliftes an eine führung einer rheinischen Währung nicht eilig gehabt. Man scheute Regierung gehabt, die diese Faktoren auszunuzen verstand, das Risiko und war schließlich von der Unmöglichkeit dieser Währung die dem Kampf elastischere Formen gab und durch eine überzeugt. Gegen den anderen Plan, den französischen fräftige Finanzpolitik dem drohenden Währungsverfall einen rank im Rheinland wie im Saargebiet heimisch zu machen, starken Hemmschuh anlegte, dann wäre eine raschere und Schwächung des an und für sich schon bedrohten Frankfurses bewandten sich vor allem französische Währungspolitiker, weil sie eine günstigere Beendigung zu erwarten gemefen. Es hat wenig Rweck, über die Fehler der sozialisten fürchteten. In letzter Zeit ist nun die Geldfrage im Rheinland reinen Cuno Regierung noch ausführlich zu reden, brennend geworden. Weil das Reichsgeld, wo man es friegen fonnte, fie werden heute cllgemein auch von den bürgerlichen Barman zur Ausgabe von Notgeld. Da dieses Notgeld überall in Sozialdemokratie wieder vertreten ist, hat eine schwere E:-von der französischen Besatzungsbehörde beschlagnahmt wurde, griff teien zugegeben. Die gegenwärtige Regierung, in der die man Zahlung genommen wurde, war der Zustand immerhin erträglich. fchaft übernommine- fie muß fie liquidieren! Eine andere Auffassung hatte die Interalliierte RheinEs ist kein Wunder, daß angesichts der wirtschaftlichen Aber es wäre falsch, anzunehmen, das Großbritannien die Auf- einer Bereinheitlichung des Notgeldes mitzuarbeiten. Das wurde ab- Stimmen laut werden, die diese Aufgabe als überhaupt hoffland kommission, die die rheinischen Berufsstände einlud, an 3errüttung und der bitteren Not der arbeitenden Massen faffung preisgegeben habe, daß die Befehung des Ruhrgebietes un- gelehnt. Deshalb ist sie jetzt mit einer Berordnung vor die Deffent- mungslos ansehen und einen Austritt unserer Partei aus der rechtmäßig ist und außerhalb der Sphäre des Versailler Vertrages lichkeit getreten, die eine Neuregelung des Notgeldverkehrs be- Regierungsfoalition verlangen. Ruhige Ueberlegung zeigt Das zwischen den beiden Premierministern erzielte Ueberein absichtigt. Diese Regelung ist eineswegs ideal und bedeutet keinen jedoch, daß sich die Partei nicht mit Ruhm bedecken würde, kommen bezieht sich nur auf den Grundsaß der Repara. Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand. Das besetzte Gebiet wenn sie auf solche Weise die faum aufgenommene Flinte tionen. Mit Bezug auf die Methode der Bezahlung von Re- wird in neun 3onen eingeteilt, in denen die der Interallierten wieder ins Korn werfen und sich seitwärts in die parationen besteht jedoch keine vollständige Uebereinstimmung. Es Rommission genehmen Firmen usw. Notgeld herausgeben sollen. Die Büsche schlagen wollte. Die Arbeiterschaft wünscht die Lösung Re- Kommission Vereinheitlichung will man durch Zonenzeichen erreichen. Die Her des Ruhrionflikts, sie wünscht die Erhaltung der Republik, die ist festgestellt worden, daß hinsichtlich des Zieles, Reparationen von ausgabe eines anderen Notgeldes wird unter schwere Strafen durch die auswärtige Krise schwer bedroht ist, und es liegt im Deutschland zu erhalten und das europäische Wirtschaftsleben wieder gestellt. Ein Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand ist hier Sinne dieser Wünsche, wenn die Partei auf dem schwierigen herzustellen, zwischen den beiden Regierungen keinerlei Gegenjas überhaupt nicht ersichtlich. Vielmehr wird die Ausschaltung des Bosten, den sie bezogen hat, aushält und alles tut, was in besteht. Es ist darauf hingewiesen worten, daß die Entwicklung in Reichsgeldes von selbst zu einer übermäßigen Emission treiben und ihren Kräften steht, um die Dinge zu einem guten Ende zu Deutschland automatisch zahlreiche Fragen ausgeschaltet haben möge, das komplizierte rheinische Wirtschaftsleben in ganz furzer Zeit emp- führen. in Europa. liegt. glaube. M die geeignet waren, die englisch- französischen Beziehungen schwieriger findlich stören. Selbst gegenüber der verwäfferten Marfwährung zu gestalten. Die herzlichen Kommentare der französischen und birgt dieser Zustand nicht zu übersehende Gefahren. Vielfach wird biet der inneren Politit zu lösen find. Hier steht die Nicht minder gewaltig sind die Aufgaben, die auf dem Gebelgischen Presse werden in Großbritannien sehr gewürdigt und die darauf hingewiesen, daß die Neuregelung der Interalliierten Kom- Währungsreform im Vordergrund des Interesses. veränderte Atmosphäre ist geeignet, jeben fünftigen Meinungsaus- mission ein Borläufer für eine rheinische Währung unter der Leitung eines sozialdemokratischen Reichsfinanztausch zwischen beiden Regierungen zu fördern." sei. Wir halten diese Bedenten für übertrieben. Es mögen vielleicht ministers ist dieses unendlich schwierige Werk in Angriff ge Der Berichterstatter des genannten Blattes fragt, was diese die verfliegenen Agitatoren in der Umgebung des Herrn Tirard sein, nommen worden. Er tann jetzt nicht im Stich gelassen werden, Mitteilung bedeute. Heute vormittag sei van gewisser Seite folgende die sich mit solchen phantastischen Plänen befaäftigen, und sie als ohne daß die Abditation, der Austritt aus der Regierung aus Paris stammende Erklärung abgegeben worden: Die britische Mittel betrachten, das Rheinland vom Reiche zu lösen. Leute, die einer Bankrotterklärung der Partei gleichzusehen wäre. Zu Regierung werde ihre Krifik der franzöfifchen Ruhr- und Repara- aber die rheinische Bevölkerung kennen und etwas von der rheini- einer solchen Bankrotterklärung liegt aber um so weniger ein tionspolitik nicht weiter verfolgen. Dies fei, was man in Paris schen Wirtschaft verstehen, müssen über solche Pläne lachen. Die Anlaß vor, als niemand unter uns glauben wird, daß bei einer Währungsreform die Interessen der Lohn- und Ge= haltsempfänger von einer rein bürgerlichen Regierung und einem bürgerlichen Finanzminister besser gewahrt werden würden, als von einer sozialdemokratisch durchsetzten und von einem sozialdemokratischen Finanzminister. Begreiflich, allzu begreiflich ist die Ungeduld, mit der die Massen die Rückkehr zu stabileren Wirtschaftsverhältnissen herbeisehnen, begreiflich, allzu begreiflich ist die Verzweiflung, die in den Arbeiterhäusern mit zu Tisch sizt und Ratschläge eingibt, die stimmungsgemäß eine Entlastung, sachlich aber nur eine Vermehrung des Elends gegenüber die ruhige Ueberlegung sagen müssen, daß die Partei nicht mit einer Gebärde der Hoffnungslosigkeit aus den Händen laffen fann, was sie einmal angepackt hat. Nein, es heißt, weiter zufassen und auf seinen Stern vertrauen! Bedeute die Erklärung, daß über die Ruhrbefchung nichts mehr gesagt und daß der Schleier des Schweigens über die berühmte Note Curzons an die französische Regierung betreffs der Unrecht mäßigkeit der Ruhrbefeßung gezogen werden solle? Im Lichte der oben erwähnten offiziellen Auslassung habe es den Anschein, als cb dies die forrette Auslegung sein solle. Wenn dies der Fall sei, so werde damit ein neues Blatt aufgeschlagen, und der jetzt ermartete Abschluß des paffiven Widerstandes bedeute einen neuen Beginn. Unter diesen Umständen werde die Ruhrbesehung tatsächlich verziehen sein, wenn es auch den Franzosen möglich sein werde, fie bis zu einem Maße der Unsichtbarkeit zu reduzieren, die es dem Ruhrgebiet geffatten werde, in einiger Zeit seine gewohnten wirtschaftlichen Funktionen gegenüber Deutschland und der übrigen Welt wieder aufzunehmen. rheinische Währung wird die wirtschaftlichen Zusammenhänge des Rheinlandes mit seinem Hauptabsatzgebiet, dem umbesetzten Deutsch land, durchschneiden und die rheinische Produktion auf das ernſtefte gefährden, wodurch man sicherlich nicht die rheinische Bevölkerung für einen selbständigen Rheinstaat begeistert. Keine Kohlenpreiserhöhung. In den gestrigen Verhandlungen im Reichsfohlenrat mit dem Wirtschaftsministerium wurde, wie TU. meldet, eine Einigung dahingehend erzielt, daß die Kohlenpreise einstweilen under- bedeuten. Aber wiederum wird sich solchen Stimmungen ändert bleiben. Die Mark in New York. In New York wurde die Mart gestern ungünstiger beBom britischen Standpunkt sei es jedoch eine ernste Frage, ob Eng- wertet als nach der letzten amtlichen Berliner Notierung. Die land fünftig nicht mehr die Freiheit haben solle, seine Kritik der Schlußnotierung lag mit 142,8 Millionen Mart nach dem französischen Reparationspolitik fortzusehen. Es sei zu bedauern, Geld- und 138,9 millionen Mart nach dem Briefturs je daß zurzeit das Parlament nicht tage, weil sonst weitere Mit- Dollar jedoch noch unter den im gestrigen Berliner Freiteilungen über diese wichtigen Punkte zur Aufklärung des Landes verkehr genannten Dollarkursen, Es ist hier die Frage aufgeworfen worden, ob die dringendsten Fragen der äußeren und inneren Politik durch eine bürgerliche Regierung etwa eine Neuauflage der CunoRegierung oder eine noch weiter rechts gerichtete- besser gelöst werden könnten. Sie aufwerfen, heißt sie zugleich verneinen! Aber wo ist überhaupt die deutsche Reichss Regierung, die als N a'ii) fdlge?,n der gegert« w ä r t i g c n in Betracht käme? Die Auflösung der gegenwärtigen Regierung, in diesem Augenblick würde einen Zustand der Verwirrung schaffen, in dem weder eine diplv- matische Beendigung des Ruhrkonflikts, noch eine Währungs- reform möglich wäre. Der Bestand des Reiches selbst wäre in Frage gestellt. Und in dem Chaos, das dann ausbräche, würde die Arbeiterschaft nichts zu erben haben, als neue entsetzliche Opfer und vermehrtes Elend. Von einem Zustand der An- archie hat niemand etwas Gutes zu erwarten, als die am besten bewaffneten Fäuste und die stärksten, die skrupellosesten kapitalistischen Haifische. Wenn wir also sagen, daß der Bestand der gegenwärtigen Regierung bis auf weiteres eine Norwendigkeit ist, so sagen wir das nicht nur den Parteigenossen, die anderer Meinung sind, sondern auch den bürgerlichen Parteien. Es geht nicht an, daß die Dinge auf den Kopf gestellt werden, indem man von erreichten und überschrittenen F r i e d e n s l ö h n e n der Arbeiter spricht, während jede mühsam errungene Aufbesse- rung durch den Marksturz des nächsten Tages wieder mehr als wettgemacht wird. Es geht nicht an, daß der Slcht- st u n d e Vi t a g angetastet und einer uaüercrnährten Arbeiter- schcrft die Gefahr der Ueberarbeit nahegerückt wird. Es geht nicht an, daß Unternehmer ohne alleräußerste Not der Parole der Produktionssteigerung Hohn antun, indem sie Kurzarbeit einführen oder ihre Betriebe schließen. Wenn die Arbeiter- schaft durch ihre Vertreter im Reichstag und der Regierung ihr Verantwortungsgefühl gegenüber der Volks- gcsamtheU betätigt, so kann von der anderen Seite mit Fug und Recht dasselbe gefordert werden. Und wenn die Ve- sitzenden nicht erkennen, daß nur durch schwere Opfer der Ausbruch des Chaos verhütet werden kann, so tragen sie für seinen Ausbruch die Verantwortung! Der Sozialdemokratischen Partei fällt es also durch- aus nicht ein, auf das, was sie für notwendig hält, zu verzichten. Sie wird es im Gegenteil auf jede Konsequenz hin vertreten. Sie wird sich nicht zu einem Anhängsel der bürgerlichen Parteien degradieren aus Angst vor dem, was kommen könnte, wann die gegenwärtige Regierung auf- hören mühte, die Geschäfts des Reiches weiterzuführen. Aber in einen Konflikt von unabsehbaren Folgen kann sie sich auch nicht einlassen, ohne daß die KampfposiUonen scharf ab- gegrenzt und die Verantwortungen klar verteilt sind. Ohne äußerste Rot einen solchen Konflikt zu eröffnen, wäre ein Verbrechen am deutschen Volk, nicht zuletzt an der deutschen Arbeiterklasse, lind da gebietet die Gerechtigkeit zu sagen, daß ein derartiger Konflikt in der gegenwärtigen Regierung nicht— auch nicht einmal in seinen Anfängen— zu erkennen ist. Man nenne eine Forderung, die notwendig, zweck- mäßig und erfüllbar ist, deren Anerkennung aber von den bürgerlichen Teilhabern an der Regierung grundsätzlich verweigert wird, eine Forderung von solcher Bedeutung, von solcher Volkstümlichkeit, daß die Sozialdemokratie mit ihrer Nichterfüllung ihren Austritt aus der Regierung rechtfertigen könntel Erst wenn über eine solche Forderung Einigkeit in der Partei erzielt und es klar geworden ist. daß sich die bür- gerlichen Parteien ihrer Erfüllung widersetzen, erst dann wird sich die Sozialdemokratie der Mitverantwortung entziehen körnien, ohne sich mit noch schwererer Verantwortung zu be- lasten. Aus der Zeit des Obrigkeitsstaates haben wir den Ruf: „Fortmitdiesem oder jenem I" übernommen. Fort mit diesem Mann! Fort mit dieser Regierung! Fortmitdiesem System! Aber in der Zeit der Demokratie sind wir auch mit- verantwortlich für das, was danach kommt. Statt„fort mit...!" wäre es besser, heutzutage„her mit.. zu rufen. Aber freilich muß dieser Ruf dann auch Sinn und Per- stand haben, er darf nicht lauten:„Her mit der Arbeiter- und Baucrnregierung!"„Her mit der R e g i e r u n g d e s M o n- des!"— wie bei den Kommunisten. Angesichts der gegebenen.Machtverhältnisse ist dke gegen- wärtige deutsche Reichsregierung in diesem Augenblick und für die nächste absehbare Zukunft die einzige politische Möglichkeit. Es ist die Aufgabe der Sozialdemokratie, in ihr die Interessen der breiten schaffenden und unendlich schwer leidenden Volks- maffen tatkräftig zu vertreten, den Knäuel der auswärtigen Politik zu entwirren, die Republik und ihre Einheit zu erhalten, die Staatswirtschaft zur Gesundung zü führen und damit die Vorbedingungen zu schaffen, auf deren Grundlage wieder ein besseres Dasein und der Aufstieg zu höheren Fonnen mensch- lichcr Gemeinschaft möglich sein wird. Aus dem Trümmer- Haufen des Weltkrieges kann der Tempel des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus nicht an einem Tage gebaut werden. Das ist nur in zäher Pionierarbeit zu erreichen. Kraft und Entschlossenheit ist dazu notwendig, aber auch klare Ein- ficht in gegebene Möglichkeiten und— was am schwersten auszubringen ist— trotzalledem: auch Geduld! eine Antwort. Nicht Krieg gegen Frankreich, sondern Bürgerkrieg. Wir haben in den letzten Togen des öfteren daraus hm- gewiesen, in welche Verlegenheit die Deutschnationalen über die Frage gerieten, wie sie stch ein aktives Vorgehen gegen Frankreich vorstellen. Dieselben Herrschaften, die soeben noch die Einberufung des Reichstags verlangt und ein furchtbares Geschrei über die Geh e i m d i p l o m a t i e er- hoben hatten, verschanzten sich, ernstlich zur Rede gestellt, plötz- lich hinter das Gebot der Verschwiegenheit aus vater- ländischem und staatsmännischem Interesse. Es ist deshalb be- griißenswert. wenn der Balte Schilling in der„Deutschen Zeitung" nunmehr einen Zipfel des Geheimnisses lüftet. Er schreibt in einer„Tatbereit und kühl entschlossen" titulierten Wochenbetrachtung über das Problem eines Freiheit s- krieges und gelangt bei dieser Gelegenheit zu folgender be- merkenswerten These: „Geschähe aber auch das Unmögliche, und die international« � Solidarität bzw. eine andere gütige Fee schenkt« uns die äußere! Freiheit und Lsbcnsmöglichkeit, wir müßten uns dann erst auch noch di« innere seelische Freiheit wiedergewinnen, um wirklich zu gesunden. Das marxistische Joch der Gewerkschaften muß von uns g«- n o m m e n werden, es ist unerträglich und macht aus aufrechten Männern feige, faule Sklaven. Wie wollen die„Kalt- blütigen" das friedlich' zuwege bring en?" Da man keinem Dcutschnationalen und Deutschvölkisch-n zumuten kann, daß er im Ernst an die Möglichkeit einer be- waffncten Auseinandersetzung mit Frankreich in diesem Augen- blick glaubt, bleibt also von dem Kampfprogramm der Völ- kischcn, wie es Schilling so überaus offen auseinandersetzt, nur! der zweite Teil übrig, der bewaffnete Kampf gegen die Gewerkschaften, also gegen die organisierte Arbeiterschaft Danach sind allerdings die etwas mysteriösen Andeutungen der deutschnationalen und deutsch- völkischen Presse, in denen es hieß, man solle den bewaffneten Aufstand nur erst einmal wagen, dann werde sich alles finden, verständlich, und es ist nun auch erklärlich, weshalb man sich im völkischen Lager über die Frage nach den Mitteln zum „Freiheits"-Kampf kein Kopfzerbrechen macht. Erklärlich wird es damit ferner, daß die Herren Reventlow und Genossen seit einiger Zeit ihr warmes Herz für die Kommunisten ent- deckt haben. Der Spaltpilz in der Arbeiterschaft soll den ,.Freiheits"-Kampf erleichtern. Man hat demnach allen Grund, Schilling für die kühleEntschlossenheit, mit der er die schöne Seele der angeblich deutsch und national Gesinnten offenbort, dankbar zu sein. Er wird später einmal Gelegenheit haben. Betrachtungen über den Kampf mit der verpaßten Gelegnheit anzustellen. * Im Zusammenhang mit der offenen Erklärung der„Deutschen Zeitung" ist eins Rede des Vorsitzenden der Deutschnationalen Partei H e r g t bemerkenswert, die er auf dem S. Derbandstag des Landes- Verbandes MeckkenLurg-Schwerin hiev. Ms Antwort auf die vi« Fragen der„Nationalliberalen Korrespondenz" erklärte ex, die Deutschnationalc Partei halt: zwar eine machtpolitische Lösung des Ruhrkonflikts für möglich, das heiße aber nicht, daß sie einen Krieg mit Frankreich wünsche; man solle hingegen Frankreich vor das Risiko stellen, weiter in Deutschland vorzudringen und es werde sich zeigen, daß es� dieses Risiko nicht eingehe. Das sagt derselbe.sterr Hergt, der im Kriege prophezeite, die Amerikaner könnten weder fliegen noch schwimmen, das sagt der Führer jener Partei, die vor dem Einbruch in das Ruhrgebiet immer wieder behauptete, vor die Wahl gestellt, werde Frankreich das Risiko eines Einmarsches nicht wagen Wenn man bedenkt, daß dieselben Deutschnatioialen noch vor einigen Tagen zum Krieg mit Frankreich hetzten, so wirkt diese Antwort auf die Fragen kläglich. Sie ist geradezu eine Ohrfeige für die deutschoölkische und deutschnationale Presse. Um so anmaßender wirkt es, wenn H-:rgt im weiteren Verfolg seiner Rede für den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen mit Frankreich die Uebernahme der Regierung durch die Deutschnationale Partei ankündigt. Vergleicht man diese Ankündigung mit den Auseinandersetzungen der„Deutschen Zeitung", so gewinnt man den Eindruck, daß man in gewissen Kreisen der Völkischen die außenpolitischen Verwicklungen aus inncrpolitischen Gründen begrüßt._ �110 öer üeutschvoikischen Werkstatt. Bereinigung ,jTatbsreitschaft". Zum Verbot der Königsberger Vereinigung„Tatbereit- schaft" und dem mit ihr in Verbindung stehenden Wander-und Schützenvcrein für Ostpreußen wird bekannt: Nach den von der Königsberger Polizeibehörde getroffenen Er» Mittelungen war die von dem Landwirt Erich E r d m a n n in Königsberg gegründete und geleitet«„Tatbereitschaft" eine Ver- einigung junger Leute, deren Dasein vor der StaatsrcgierunZ geheim gehalten werden sollte. Bei der Aufnahm« nducr Mitglieder wurde der Versammlungsraum durch ausgestellte Posten vor dem Zutritt Unberufener gesichert. Bei der Vereidigung mußte das neu aus- zunehmend« Mitglied sich verpflichten, den Anordnungen der„Tat- bcretsschaft" durch Einsatz seines Lebens und seiner Person, ohne Rückficht ans seine Familie, Vermögen, Hab und Gut Folg« zu leisten und gehorsame Verschwiegenheit geloben, auch muht« er erklären, sich der Folgen bewußt zu sein, die ihn bei einem Verrat zu t offen hätten. Aus den beschlagnahmten Papieren ergibt sich ferner, daß die Vereinigung die Bestrebung ver- folgte, die verfassungsmäßig festgestellte republikanische Staatsform des Reiches und Preußens zu untergroben und an deren Stelle die deutsch-völkisch- nationale Militärdlklatur zu setzen. Die„Tatbercitschast" verfügte auch über Waffen. Unter. richt cnn Gewehr und Maschinengewehr fand in den Privat- Wohnungen der Mitglieder, Uebungen in Griffen, Lagen, Anschlagen und Zielen mit Gewehren auf den Schießständen der Fridner Forst statt. Auch wurden Waffen, darunter ein schweres Ma f ch! n e n- g« w e h r, bei den Mitgliedern vorgefunden und beschlagnahmt. Der'mit dieser Vereinigung in Verbindung stehende„Wandcr- und Schützenverein" verfolgt« nach dem Ergebnis der Ermittlung die gleichen Ziele, insbesondere die wasfentechnische Ausbildung feiner Midgüeder.'_ die Devisen üem Staat! Nach Mitteilung des Landeisinanzamtes Leipzig ging man in den letzten Wochen in Leipzig dem wilden Handel mit Devisen und Noten tatkräftig zu Leibe:'dabei konnten an'- ländische Zahlungsmittel im Werte von mehr als einundoi»- halb Billionen Mark beschlagnahmt werden. In Leipziger großen Hotels wurden bei Angestellten Devisen und Noten in Höhe von 150 Milliarden Mark beschlagnabmt. In einem Bankgeschäft sührten die Ermittelungen ztirAujdeckung groß- angelegter Steuerhinterziehungen und unerlanütcr Devisengeschäfte. Veredelung. Bon Karl Fischer. Weißt du, was Herrenabende sind, lieber Leser? Nein, davon hast du keine Ahnung, weil du niemals zur Elite und Oberschicht gehört host, allwo es der gute Ton, der bekanntlich immer nur ein Monopol der Menschen der oberen Zehntausend war, verlangte, daß man sich in jedem Winter an mindestens einem Herrenabond beteiligte. Zu diesen Herrenabenden, bei denen Frauen unter keinen Um- ständen zugelassen waren, zogen die bevorzugten Vertreter der edlen Männlichkeit den Smoking an, die strahlend steife Oberhemdbrust mit Brillantknöpfen geziert, und überhaupt ging es dabei sehr zwang. los zu. Man rauchte dicke Zigarren, verzapft« Witze, über die ein Standbild aus Stein rot werden konnte, soff Wein und Liköre und betrug sich auch sonst wie ein Schwein, wie es eben die Kultur der bevorzugtni Klasse mit sich brachte. So, lieber Leser, nun weißt du was Herrenabende waren, und du denkst gewiß erleichtert: Gott sei dank, solche Saufereien(der Setzer kann sich hier übrigens seelenruhig vertippen und Sauereien sagen!) sind wir jetzt los, und du glaubst, heute sausen Männer und Frauen der bevorzugten Klasse zusammen. Ach, lieber Leser, wenn du so denkst, bist du in einem bedauer- lichen Irrtum befangen. Nein, nein, diese Kreise halten durchaus auf Distanz! Herrenabende gibt es heute noch, aber, und das muß uns in unserer Trauer trösten, sie sind veredelt. Diese wertvolle Wissenschaft verdanken wir dem illustrierten Modcnspiegcl, der allwöchentlich einem großen Berliner dcmokra- tischen Blatt beiliegt und dort auch gewiß am Platze ist, wo man stch täglich ringend bemüht, die soziale Frage zu lösen. Mode ist halt eben alles, und modern sein heißt die Parole. In diesem Modenspiegel, der in jeder Nummer wunderbar be- lebende und belehrende Bilder bringt von den modernsten Mänteln, Kleidern und Kostümen, die alle in so— bescheidener Aufmachung und Ausstattung sind, daß sie nur von den Maitressen der Schieber und Devifenhamster umgehängt werden können, in diesem so sozial empfindenden Modcnspicgel besingt ein Dichter die Herrenabende von heute. Und es ist wirklich ein großer und gottbegnadeter Dichter, der liebliche Sohn von Schmock und der leibliche Bruder von Karlchen Mießnick. Also spricht dieser Dichter:„Es ist schon möglich, daß«ine Frau und sogar bisweilen ein Mann nicht begreifen kann, daß ein Herren- abend, Männer unter sich, eine beispiellose Ausspannung und ein gesellschaftliches Vergnügen ohnegleichen ist. Trotz aller Gespräche, trotz Börse und Devisen, trotz des Qualms von Zigaretten und Zi- garren ist die Atmc�phifte im Raum angefüllt mit Rul)«, Behagen und Freundlichkeit. Es ist ein fester, gerader, unneroöser, un- gereizter Ton an solchen Abenden. Uninaskicrt und gelöst laufen die Witze, und wenn sie bisweisen fürchterlich sind, was macht es aus! Zigarettenqualm und Liköre, braun«, blaue, grüne, gelbe— dabei werden sie alle gute Menschen. Daß sie nachher zusammen an einem Bartisch sitzen, daß plötzlich da nur Damen willkommen sind, das ist kein Widerspruch."— ... Dabei werden sie alle gut« Menschen I Beredelung durch die Herrenabende I Wenn man wissen will, was sich ziemt, so soll man hei edlen Frauen anfragen, sagt Goethe, und darum geht man nach dem Herrenabend in eine Bar, wo nur Damen willkommen sind, wie der Dichter des Modenspiegels so anmutig und anschaulich schreibt, und plaudert zwanglos, natürlich ganz zwanglos, mit den Bardamen. Das ist die Veredelung in der Vollendung. Und wenn diese prächtigen Herren der Schöpfung, ganz ver- edelt, die Bar verlassen— um die Polizeistunde kümmern sich na- türlich solche Edelgewächs« nicht—, dann stehen wohl schon die ersten Frauen auf der Straße und warten, daß die Nolljalousten des Mar- garineladens in die Höhe rattern. Wer aber wollte unter solchen Umständen an der Veredelung zweifeln!(Wenn sich hier nur nicht, mein Gott, mein Gott, der Setzer abermals vergreift und Verelendung tippt!) „Hinkematm'. Tragödie in drei Akten von Ernst Toller. l Im Alten Theater i» Leipzig fand auf Wunsch des Ar- beiterbildungsinstituts die Uraufführung der neuesten Tragödie des immer noch in der bayerischen Festung Niederschönen- selb gefangen sitzenden Ernst Toller statt. Sie wurde zu einem außerordentlichen Erfolg— um es gleich vorweg zu sagen. Zu einem Erfolg und zu einer Ueberraschung sowohl für die, welche dem gefangenen Revolutionär feindlich, wie für di«, welche ihm freundlich gegenüberstehen. Eine Ueberraschung aber auch für jene, die Tollers literarische Art aus seinen früheren Werken kennen, durch die entschieden realistische Gestaltung eines Einzelschicksals. .Ei» ganz absonderliches Problem wird zum Thema des Stückes. Dem Arbeiter Hinkemann hat im Krieg ein feindlicher Schuß dos Geschlecht entrissen. Nun bangt er um die Anhänglichkeit— nicht Liebe— seiner Frau. Um sie zu erhalten, ist er zu jeder Demut!- gung bereit. Er läßt sogar seinen riesigen, aufgeschwemmten Kör- per von einem �chaubudenbesitzar dazu mißbrauchen, als Sinnbild deutscher Kraft ausgestellt zu werden, wobei Hinkemann noch Ratten und Mäusen die Kehl« zu durchbeißen hat.(Das„Bolk" will Blut sehcn.) Doch er wird von der Frau betrogen, er glaubt sich sogar von ihr verlacht, sieht sich von allen Genossen wegen seines Go- brechen« verspottet. Im bricht darüber alles Vertrauen in die Menschen zusammen, die Augen geizen ihm auf. Er erkennt, daß er mir seinem Leiden nicht in die harte Welr der Gesunde» paßt, daß ihm nichts und niemand helfen kann. So scheidet er freiwillig aus dem Leben. Dieses Thema des Kastraten wird in einer Weise behandelt, daß irgendwie schlüpfrige Gedanken auch nicht im entferntesten aufkam- men. Es gibt die Möglichkeit, einen Menschen darzustellen, der unheilbar leidet und dabei nach außen de» Anschein d:s Gesunden erweckt, so daß cr'in seinem Leid, das er keinem sagen darf, ohne seelisch mißhandelt zu werden, ganz allein, ganz verlassen dasteht. Toller ist ein Autor, der ganz in den Gedankengängen und Problemen der Arbeiterbewegung steht. Ein Dramatiker des Pro- letariats. Auch die Tragödie„Hinkemann" spielt in den Kreisen de? Arbeiterschaft. Aber Toller ist kein Dickster irgendeiner Partei. Ohne Brille, ohne Boreingenomnienheit zeichnet er lebens- wahr« Figuren und Typen der Arbeiterbewegung, wie die Er- fahrung des wirklichen Lebens sie kennt. Bittere Wahrheiten wer- den dabei den Arbeiter» gesagt. Doch sie werden als Wahrheiten hingenommen, so stark ist die«indringliche, verlebendigende straft des Dichters. Der leidende, enttäuschte Vroleiarier Hinkemann wächst weit hinaus über die Grenzen von Partei und Klasse. Der Dichter steigert ihn zu dem leidenden Mensche» schlechthin. Und das Schicksal des in Qualen sich windenden Menschen erschüttert den Arbeiter und Bürger in gleichem Maße. „Hinkcmann" ist die Frucht grübelnder Einsamkeit und bitterer Erkenntnis von 4 Iahren Gefangenschaft. Im Hinkemann wird die Grenze aller Glückmögiichkeiten durch äußere Einrichtungen auf- gezeigt. Und wieder klingt den Arbeitenden in die Ohren: Ihr müßt anders werden, wenn Ihr eine andere Gesellschaft schaffen wollt! Im Innern seid Ihr noch verkappte Bomgeois. Ein Stück voll von tiefem Pessimismus ist diese Tragödie„Hinkemann", aber doch kein Stück endgültiger Resignation. In allen seinen Dramen hält Toller der Gesellschaft einen Spiegel vor, in allen klagt er an. Von der«infamen Zelle aus schaut er der modernen Zeit ins Herz, überblickt er ihr Treiben. So zieht er in der Straßenszene einen Ouerschniit der Zeitkuitur. Er ist ver- nichtend. In dieser Szene ringt sich der Expressionismus durch, dessen Stimmführer Toller gewesen, von dem er sich in den „Maschinenstürmern" aber schon abgewendet hat. Hier liegt die Schwierigkeit für den Regisseur des Stückes, in dem Nebeneinander von Realismus und Expressionismus, das diesmal ein anderes ist als das regelmäßige Wechseln einer realistischen mit einer visionären Szene in„Masse Mensch". In der Leipziger Uraufführung kamen diese Szenen nicht sehr stark heraus. �Erschütternd wirkten dagegen alle jene Szenen, die sich auf das isehicksal des leidenden Individuums konzentrieren, in denen man in Hinkcmann nichts sieht als die arme gequälte Kreatur jenseits aller Programme und Klassen. Die Uraufführung wurde geleitet vom Direktor des Leipziger Alten Theaters Dr. Alwin K r o n a che r. Ihm gebührt ein Teil des großen Erfolges. Ausschlaggebend für den Erfolg der Aufführung ist die Darstellung Hinkemanns. Diese Rolle stellt on de» Schauspiele? die größten Anforderungen. Zu einer bcfriedi- genden Leistung dürfen sich an sie nur die allerersten Kräfte wagen. In W. Eng st vom Alten Theater fand sie einen guten, einen packenden Interpreten. Die anderen Rollen verschwinden neben Hinkcmann. Am Schlüsse dankte Dr. Alwin Kronacher für den nicht enden wollenden Beifall an Stelle des Dichters, für den vergeblich ein Urlaubsgesuch gemacht worden war. und dem es bis jetzt noch nicht vergönnt war, auch nur eines seiner Stücke auf der Bühne zu sehen Valtin Hartig. Wie sie hetzen. Die Rommunisten und Safentreugler nehmen fich feit einiger Zeit ihrer nationalen" Aufgabe der Verächtlichmachung ter deutschen Regierung vor dem In- und Auslande mit besonderem Eifer an. Der„ nctionale" Kampf hat zum Teil Formen angenommen, daß die Behörden zu Breffeverboten greifen mußten. Die Begründung dieser Berbote liefert einen getreuen Spiegel dieser verworfenen und alles verseuchenden Heze. Wir laffen einige dieser Begründungen im Auszug folgen. Das„ Deutsche Tageblatt". In ter Begründung des abermaligen Berbots des Deutschen Tageblattes" heißt es: n Nr. 133 des Deutschen Tageblattes" Dom 21. September 1923 heißt es in dem Vorartikel„ Das Ruhr. gebiet geht verloren": Herr Stresemann ist an seiner Liebe" zur großen Roalition", an feinem Batt mit der Sozialdemokratie, von der er erst das deutsche Bolt freizumachen versprach, zugrunde gegangen. Das Ruhrgebiet wird, wenn nicht im legten Augenblick noch Abwehrkräfte erstehen, von den eigentlichen Drahtziehern ver fchachert. Ehrlos, främerfeeienhaft und unfagbar gemein! Herr Stresemann, diese Blüte des parlamentarischen Systemis", wäre damit zur vollen Frucht gereift." Diese Ausführungen enthalten eine Beschimpfung und Berieumbung des Herrn Reichskanzlers, indem sie ihm eine ehricfe, främer> seelenhafte und unfagbar gemeine Berschacherung des Ruhrgebietes porwerfen. Da sie ihn ferner als„ Blüte des parlamentarischen Snstems" bezeichnen, besteht fein Zweifel, daß fie gleichzeitig eine Herabwürdigung der verfassungsmäßig festgestellten par= Iamentarischen Staatsform des Reiches bezwecken. Etwas weiter heißt es in dem genannten Artikel: Die wahre Katastrophenpolitif, die Politif der fpeichel leckenden Erfüllung, wird dereinst ihre Richter und sofern ein Gott im Himmel lebt auch ihre Rächer finden, und dies vielleicht schneller und auf andere Weise als die heutigen Machthaber es fich träumen lassen.' Hierin in Berbindung mit der oben angeführten Stelle liegt, wenn anders das ausdrückliche Hinzutreten der Rächer" zu den „ Richtern" einen Sinn haben soll, die Aufforderung zu einem An= griff auf Beib und Leben( Gewalttätigkeit) des Herrn Reichstanzler im Sinne des§ 7 Biffer 1 a. D. Wie es heißt, hat das„ Deutsche Tageblatt" auch noch die Stirn, gegen das Berbot eine Beschwerde einzulegen. Es muß erwartet werden, daß der Gerichtshof diesmal eine bessere Antwort findet als auf die Beschwerde beim ersten Berbot. ,, Das Hafenkreuz". Die illustrierte, von der Roten Fahne" herausgegebene Zeitung„ Das Hatenfreuz" wurde vom Berliner Polizei präsidenten am 18. September auf die Dauer DoIt drei Monaten verboten. Die Zeitschrift hatte durch eine Reihe bid. licher Darstellungen den Anschein zu erweden versucht, daß Reichs= präsident@bert und die Mitglieder des zur Zeit der NationalDerjammlung eingefeßten Kabinetts den Weg zum Glüd" in ter blutigen Rieterwerfung der Arbeiterschaft er blicken, über deren Leichen die Regierung faltblütig hinwegschreitet. Die Schlesische Arbeiterzeitung". Sondergeschäfte zu betreiben. Hände weg von unserer GA.! Anmaßende Forderungen der Kampfverbände. " München, 22. September.( Eig. Drahtbericht.) 2udendorff Schmeyer, etwa um seine Stellung zu feftigen, fit auf irgend bat in einem Interview bekanntgegeben, daß er ohne Einschränkung welche Konzessionen in der Frage der sozialdemokratischen auf dem Boden der Kundgebung der Baterländischen Rampfvers Sichreheits- Abteilung einläßt. bände( d. h. Nationalsozialisten, Reichsflagge", Blücher- Bund Die sozialdemokratischen Sicherheits- Abteilungen sind usw. Red. d. 2.") stehe, und daß er von jcher mit den Zielen dieser gegenwärtig in Bayern das einzige Bollmerk der Verbände vollständig übereinstimme. Das ist ein flares Republik, d. h. Der Reichseinheit. Gewiß gibt es und eindeutiges politisches Betenntnis Ludendorffs zum extremen auch in der bayerischen Reichswehr durchaus gesunde Ele= Nationalsozialismus Hitlers, deffen wirre politisch: han mente, sie sollen sogar, wie gute Kenner der dortigen Verhält tafic allgemein bekannt ist. Das Interessante ist nur, daß die Buden nisse versichern, die Mehrheit in der Wehrmacht bilden und dorfffchen Kampfverbände unter dem 21. September in einem uli- die entscheidenden Bosten befleiden. Aber es ist unbedingt mafiven Schreiben an den Ministerpräsidenten Knilling offen den notwendig, daß sich die verfassungstreuen Elemente in der Rüdfritt des Miniftecs des Innern Schweyer verlangen. In diesem Reichswehr nicht isoliert fühlen, und sie wären es ja Schreiben heißt es: in dem Augenblicke, wo durch ein Borgehen der bayerischen Regierung gegen unsere Sicherheits- Abteilungen die Bevölkerung Bayerns restlos den Hitlerschen Kampfverbänden ausgeliefert wäre. leber furz oder lang werden sowohl unsere Kampfs verbände und die staatliche Polizei, wie überhaupt alle vaterländisch Gesinnten genötigt sein, die mittlerweile zu starten militärischen Organisationen ausgebauten margistischen Verbände mit Den Waffen in der hand niederzufämpfen. Wir Sicherheits- Abteilungen überhaupt ermogen wird, muß zuBevor irgendein Schritt gegen die sozialdemokratischen müssen deshalb von der bayerischen Staatsregierung, vor allem nächst die banerische Regierung die Auflösung und aber vom Minister des Innern, in dessen Hand die Exekutive aber vom Minister des Innern, in dessen Hand die Egekutive liegt, verlangen, daß sie sofort und rücfichisios gegen die marriffifchen Organisationen vorgeht. Wir möchten aber hierbei auch fogleich zum Ausdrud bringen, daß die bisherige Einstellung des Serzeitigen Innenministers uns feine Gewähr dafür bietet, daß derselbe sich der Gefahr bewußt ist, die durch die Duldung der margistischen Rampfvorbereitung entsteht, und daß er gewilt ist, die nationalen und vaterländischen Organisationen in dem Kampf gegen den Margismus zu unterstügen. Wir sehen uns deshalb genötigt, zu erklären, daß wir zu dem derzeitigen Minister des Innern fein Vertrauen haben, und daß wir zum Schutz unserer Angehörigen in Zukunft zur Selbsthilfe sozialdemokratischen Sicherheits- Abteilungen zu liquidieren. greifen werden. Euer Exzellenz bitten wir, diese unsere Auf- Dann wird aber ein Eingreifen der bayerischen Staatsbehörfajfung im Ministerrat zur Sprache zu bringen. Gleichzeitig den ganz überflüssig sein, denn die sozialdemokratische Kampfbitten wir dem Ministerrat zu Kenntnis bringen zu wollen, daß organisation ist als Abwehr instrument gegen republikwir in jeder Weise gewillt sind, Euer Exzellenz in dem feindliche, gesezwidrige und gemeingefährliche Butschformation schweren Amt in der heutigen Zeit zu unterft üben; daß das der Rechtsradikalen geschaffen worden, und sie werden sich aber nur möglich ist, wenn der Inhaber der staatlichen Exekutive freiwillig auflösen, wenn die Ursache ihrer Gründung verunser unbedingtes Bertrauen befigt und gemillt ist, restlos und vertrauensvoll mit der politischen und vaterländischen Bewegung schwunden ist. zusammenzuarbeiten." die restlose Entwaffnung der Nationalsozia listen und sonstigen Kampfverbände nicht nur verfügt, sondern auch durchgeführt haben. Dazu wäre sie übrigens nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflich tet auf Grund des Reichsgefeges zum Schuhé der Republik, gegen das die Nationalsozialisten laut Entscheidung des Staatsgerichtshofs in Leipzig in jeder Hinsicht verstoßen. ständig aufgeräumt ist, wird man daran denken dürfen, die Erst dann, wenn nach dieser Richtung hin vollEs ist nicht das crftemal, daß die Nationalattiven Forderungen Es ist nicht das crftemal, daß die Nationalaktiven Forderungen an die bayerische Regierung stellen. Allerdings haben sie noch nie an die bayerische Regierung stellen. Allerdings haben sie noch nie eine derart anmaßende Sprache geführt. Man versichert mir, daß Sjerr v. Sniffing nicht daran dente, die Herrschaften einer eine derart anmaßende Sprache geführt. Man versichert mir, daß Antwort zu würdigen. Aber es ist nicht zu bezweifeln, daß diefer neue Drud weitgehende Erörterungen im Schoße der maßgebenden politischen Instanzen in Bayern hervorrufen wird.. Bis dahin ist aber, so wie die Dinge heute in der Ordnungszelle" durch die Schuld der dortigen Koalitionsparteien liegen, noch ein sehr weiter Weg. Einstweilen haben bie Sicherheits- Abteilungen nicht nur den Anspruch auf die Neutralität der bayerischen Regierung, sondern auch den regierung, falls sich diese Neutralität in Feindschaft umAnspruch auf Unterstüßung durch die Reichsregierung, falls fich diese Neutralität in Feindschaft umwandeln sollte. Darum: Hände weg von unseren banerischen Sicherheits- Abteilungen! Ihr Kampfipruch lautet: Bir registrieren die optimistische Auffassung unseres Reine Gewalt der Willkür! Alle Gewalt dem Recht! Alles Münchener Berichterstatters über die voraussichtliche Haltung Recht dem Bolte!" Ihre Beseitigung würde bedeuten: Alle des bayerischen Ministerpräsidenten gegenüber diesem dreisten Gewalt den rechtsradikalen und separatistischen Butichisten!" Berlangen der Kampfverbände, müssen aber vor einer lleber- Herr von Knilling wird morgen in Berlin an der schätzung der Standhaftigkeit des Herrn von Knilling drin. Konferenz der Ministerpräsidenten teilnehmen, Blutige Niederwerfung der Arbeiterschaft.fo hallt es auch gend warnen. Tatsächlich bestehen seit längerer Zeit ernste die zu den schicksalschweren außen und innenpolitischen Entin der Schlesischen Arbeiterzeitung" mieter, die am Meinungsverschiedenheiten innerhalb des bayerischen Rabi fcheidungen der nächsten Tage Stellung nehmen soll. Die 16. September für 14 Tage verboten wurde. Sie stellt in einem netts über die Behandlung der Nationalsozialisten, wobei der Frage der Sicherheits- Abteilungen, so wie sie von den umArtikel, Ein neues Blutbad in Oberschlesien die bewußt unsinnige Innenminister Schmeyer immer mehr die Auffassung ver stürzierischen Kampfverbänden aufgeworfen worden ist, ist von Behauptung auf, daß bei den linruhen in Ratibor, Neiße, Neurobe tritt, daß man die Staatsautorität auch gegen Uebergriffe der eminenter politischer Wichtigkeit. Von ihr hängt im hohen und Beuthen das dort geftofferve Blut auf die Stresemann- Hilfer äußersten Rechte schützen müsse, während Kniffing in Maße die Sicherung der Reichseinheit und der Republik in ring- Regierung komme, die die Schuld an dem Blutvergießen trage. Dieser Hinsicht viel unzuverlässiger ist. Andererseits ist die Bayern ab. Wir erwarten von unseren Genossen Die Schlußfolgerung, die die Arbeiterschaft aus derartigen Hezblättern und verleumderischen Artikeln ziehen soll, ist ebenso ein lerism infiziert worden, daß es feineswegs feststeht, Snilling darüber auftlären werden, daß fie blättern und verleumderischen Artikeln ziehen soll, ist ebenso ein Landespolizei im Laufe der Zeit dermaßen hatenkreuz in der Reichsregierung, daß sie Herrn von teutig wie der Zwed der llebung: man möchte die Arbeiter gar zu daß fie im Notfalle feft in der Hand Schmeyers wäre. nicht gemillt sind, die treueste Stüße des gerne mieber einmal zu Dummheiten aufputschen, um auf ihrem Rüden die deutschvöltisch- tommunistischen Knilling- Schwener gut informiert und versuchen planmäßig, u laffen. Die Nationalsozialisten sind natürlich über den Gegensatz Reiches und der Republit in Bayern im Stiche ihn zu vertiefen und für ihre Zwecke auszunuzen. Die jüngste Riefenversammlung der Münchener Sozialdemokratie Rede Schweyers in Kissingen, in der sich der InnenFerdinand Avenarius, der Begründer des Runst warts" minister scharf gegen die Kampfverbände aussprach, die trafische Verein München hielt gestern im Zirkus Arone" 2ünchen, 22. September.( TU.) Der Sozialdemound des„ Dürerbundes", ift, 66 Jahre alt, in Rampen auf Snit einen Staat im Staate" bildeten, wurde vom Bölkischen eine öffentliche Bersammlung ab, die bereits eine Stunde vor Beginn kratische Berein München hielt gestern im Zirkus Krone" gestorben, mit ihm hat Deutschland einen ehrlichen und un- Beobachter" scharf angegriffen, der darauf hinweisen konnte. eine öffentliche Bersammlung ab, die bereits eine Stunde vor Beginn ermüdlichen Kulturfämpfen und förderer verloren, der für die Ber- daß Knilling in seiner Rede in Tuntenhausen über die überfüllt war, so daß drei paralellversammlungen breitung guten Geschmacks auf literarischem und fünstlerischem Geselben biet seit einem Menfchenalter erfolgreich tätig war. Sein Sunit, felben Verbände ganz anders gesprochen hatte. Diese abgehalten werden mußten.( Der Zirkus Krone jaht weit über fenner im höchsten Sinne und tein Führer und Förderer des Großen Kissinger Rede ist offenbar der Anlaß zu diesem Schreiben 10 000 Menschen. Red. d. B.) Landtagsabgeordneter Auer sprach und Werdenden in der Kunst, hat er doch auf die intelligenteren gewesen, in dem zugleich mit der Forderung des Rücktritts über das Thema:„ Hann ein Bürgerkrieg Deutschland retten?" Er bürgerlichen Kreise aufklärend gewirkt zu einer Zeit, als die äfthe Schmeyers eine Bertrauensfundgebung für Snilling ent- coies darauf hin, daß die nächsten Tage fchwerwiegende tische Kultur in deutschen Landen fast völlig erloschen war. Er hat halten ist. Entscheidungen bringen würden. Die Art, wie den Bayern Laufenden den Sinn für Poesie, Malerei und die schönheitliche Ge- Durch den Rücktritt Schmeyers wollen die Hafenkreuzler osteennung vom Reich propagiert werbe, verursache große staltung des Dofeins erschlossen und das Interesse und Berständnis die Ernennung eines ihnen genehmen Innenministers er- Besorgniffe. Unter Bezugnahme auf die jüngsten Borgänge für schlichte, bodenwüchsige Kunst und deren praktische Pflege. gereichen, der sie nicht nur offiziell als„ Rotpolizei" anerkennen, in Nürnberg. Hof, Neuburg und Rosenheim( Zusammenstöße zwischen medt und gefördert. Avenarius war ein geborener Berliner, er hat aber die größte Zeit feines Lebens in Dresden zugebracht, wo sondern auch und vor allem gegen die Sicherheits- Nationalsozialisten und Sozialisten) erklärte der Redner, daß Bayern er 1887 den ,, Kunstwart" schuf und 1903 den„ Dürerbund" gründete. tei( G.- 2.) vorgehen soll. Hitler und Ludendorff wissen nämlich bürger zu fein. Die Gefährlichkeit der nationalsozialistischen KampfAbteilung der Sozialdemokratischen Bar allmählich aufhöre, ein Rechtsstaat für alle Staats. Drohende Schließung der Wartburg. Wiederum hat die rafende Geldentwertung die Wartburg, die Stätte höchster deut sehr gut, daß ihre Erfolgsaussichten im Falle eines verbände fönne nur teilweise beleuchtet werden, da aus dem überfcher Geisteskultur, troß der scheinbar hohen Einnahmen im Sommer Butsches befonders in München seit der Gründung der reichen Material aus außenpolitischen Gründen nur ein Bruchteil in die tiefste Not gestürzt. Den Führern ist zum 1. Oftober gefozialdemokratischen Sicherheits- Abteilung im Frühjahr d. J. bekanntgegeben werden könne. Die große nationale Aufgabe der fündigt, da die Mittel fehlen, fie weiter zu besolden. Der junge immer geringer geworden sind, zumal lettere feither Arbeiterschaft sei, über den drohenden Zusammenbruch hinweg die Verein der Freunde der Wartburg", der es sich zur Auf immer stärker ausgebaut wurde. Daher die Wutausbrüche nationale Einheit zu retten. Nicht Mostau, nicht schwarzgabe gemacht hat, die Burg architektonisch und fünstlerisch zu er gegen die marristischen Organisationen". weißrofes Traumiand, nicht weißblaue Injeln zur politischen -jur halten, hat bereits seine freiwilligen Spenden in Höhe von etwa 2 Milliarden Mart für die bauliche Ausbefferung der Burg und die sonders der Reichsregierung, die Entwicklung dieses Es ist Pflicht aller Republikaner Deutschlands, und be- Bernunft müffe ernstlich gemahnt werden! München, 22. September.( Eig. Drahtbericht.) Ministerpräfi. Erhaltung und Biederherstellung der berühmten Fresten Morih von Schwinds ausgegeben bzw. festgelegt. Seine Mittel find Rampfes um Schweŋer mit der größten Aufmerksamkeit zu dent Knilling begibt sich am Montag nach Berlin, um an der für dieses Jahr erschöpft. Alle Kulturfreunde des In- verfolgen. Schwener ist beileibe nicht unser Mann; vielmehr vom Kanzler für Dienstag zusammenberufenen Konferenz der Mi. und Auslandes, die mithelfen wollen, die Wartburg für die All- trägt gerade er durch seine allzu lange Duldung der era nisterpräsidenten der deutschen Länder teilzunehmen, die sich mit der gemeinheit zu erhalten, werden aufgerufen schnellstens Spenden an Böhner- Nork ein hohes Maß von Schuld an den anarchischen Rhein- und Ruhrfrage befaffen soll. Die bayerische Regierung hat den Verein Freunde der Wartburg e. B., Eisenach, Rathaus", Post- Zuständen, die sich in Bayern, besonders in der Polizei, ent- fich in dieser Frage zwar noch nicht fonfret festgelegt, doch ver. Schecktonto Erfurt 25 898 einzusenden. midelt haben. Weil er aber, wenn aud) spät, versucht, eine lautet offiziös, daß Knilling in außenpolitischen Dingen sich hinter Verschlimmerung dieser Zustände aufzuhalten, soll er nun Stresemann stellt in der Voraussetzung, daß die Liqui den Hakenkreuziern zuliebe geopfert werden. Davor müssen dation des Ruhrkonflikts„ nicht die Preisgabe der deutschen wir entschieden warnen, ebenso aber davor, daß Herr Ehre" bedeutet. Eheschließungen und scheidungen in Sowjetfrußland. Die vor der Revolution in Rußland nur sehr schwer erreichbare Ehescheidung ist von der Sowjetgefeßgebung in allen Zeilen Ruß lands, auch in den mohammedanischen Gebieten, durchgeführt worden. Anläßlich einer jetzt geplanten Revision dieser Geseze warnen die Ismestija" vor jeder Konzession an bürgerliche Anschauungen und erinnern rühmend an die erreichte Leichtigkeit der Ehescheidung. die sogar der früher ihrem Mann fast leibeigenen Bauersfrau ein Zufluchtsmittel geworden sei. Die Krise in Thüringen. Die so. gierung einzutreten oder eine Minderheitsregierung zu unterstützen. Für die Beantwortung dieser Fragen ist eine Frist bis Diens. tag, den 25. September, gestellt. Ultimatum an die Kommunisten. Bugleich wird in der Sowjetpresse über die Auswahl der LebensWeimar, 22. September.( Eigener Drahtbericht.) gefährtin bei den Kommunisten berichtet und mit Befremden fest.& ialdemokratische Fraktion des Thüringischen Landtags Minderheitenschutz. In ganz Bolnisch- Oberschlesien ist trob gestellt, daß viele Kommunisten parteilose" Mädchen hat sich inzwischen mit dem Berlauf der Verhandlungen über die vertraglicher Berpflichtung nicht eine, deutsche Echule errichtet geheiratet haben. Die u. a. von einem Barteigenossen einem Meubildung der Regierung beschäftigt. In der Debette tam allge. worden. Die polnische Regierung verlangt die Auslieferung von Interviewer gegebene Antwort, er habe seine Frau aus der Partei- mein die Auffassung zum Ausdrud, daß die Kommunisten ein 15 ukrainischen Abgeordneten wegen staatsfeindlicher Agitation. losengruppe gewählt, um durch ihre Befehrung dem Kommunismus positives Ergebnis der Verhandlungen ernstlich gar nicht Ein Drudfehler übler Art hat einen Saß in dem Leitartikel von eine neue Jüngerin zu gewinnen, wird als nicht frei von wollen. Es wurde beschlossen, der kommunistischen Frattion ein Hermann Süginger in der gestrigen Abenbausgabe bös entHeuchelei" bezeichnet. Schreiben zu übermitteln, in dem darauf hingewiesen wird, daß stellt. Da ist die Rede von dem Typ des reaktionären blutdürftigen Tanzabende. Karen 8abel tanzt am 27. im Bluthner.die ersten Berhandlungen auf ihr Ersuchen ausgesezt wurden, um Schußpolizeioffiziers, der nur noch in den Köpfen von Deuten sputt, Saal Tos rufliche Tänzervacr Sofolewa Bubre und zu dem von der Sozialdemokratie vorgelegten Programm Stellung die burch politische Synsterie und durch Berufseid und StreberNina Nitowa( Charaftertänzerin) veranstalten am 29. im Swechten zu nehmen, in der letzten kommunistischen Erklärung aber jede Stel- tum überhit sind. Der aufmerksame Befer wird schon von selbst gefunden haben, daß es Berufsneid heißen muß. Da aber ein Nenn Melos". Sommermusif.Veranstaltungen finden in der lungnahme zu diesem Programm fehlt. Deshalb wird die kommu- fehlentes" n" ebenso wie ein fehlendes komma oft böse BerheerunSaison 1923/24 unter Leitung von Fris Bindis im Grotrian- nistische Partei aufgefordert, mitzuteilen, ob sie bereit ist, das Bro gen anrichten kann, stellen wir den Fehler auch noch ausdrücklich Steinweg Kammermujitja al statt. Beginn Mitte Ottober. gramm als Berhandlungsgrundlage zu betrachten und in die Re richtig. Saal einen Ballettabend. Gewerkschaftsbewegung Verwirrungsversuche bei den Beamten. Erklärung des UDB. Schmuskonkurrenz in der Landschaftsgärtnerei. Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Gärtner und Gärtnereiarbeiter schreibt uns: Aus der chenischen Industrie. beitslosigkeit in großem Maße lindern. Seit der Aufhebung der Die am Freitag für die Zeit vom 19. bis 25. September ge- Staatskontrolle machen fie riesige Profite und verfügen über führten Lohnverhandlungen in der Chemischen Industrie Groß- große Reserven( 130 Millionen Pfund). Sie wollen aber von neuen Berlins find gescheitert. Die Arbeitgeber lehnten die geforderte Bestellungen nichts wissen, da sie auf ein weiteres Sintender Lohnerhöhung ab. Die Verständigungsversuche sollen in nächster Preise spekulieren. Das ist der„ Segen" der privaten Bes Woche fortgesetzt werden. Ueber die Abschlagszahlungen wurde wirtschaftung der Eisenbahnen. Der geschäftsführende Vorstand des Allgemeinen Deutschen die Bereinbarung getroffen, daß am Montag refp. Dienstag an VollAuswanderung als Heilmittel gegen die Arbeitslosigkeit. Die Beamtenbundes hat noch eingehender Erörterung zur augenblid- arbeiter 320 Millionen, an Arbeiterinnen und Jugendliche über Arbeitslosigkeit ist in England zu einer dauernden Erscheinung lichen Lage in folgenden Richtlinien Stellung genommen: 17 Jahre 240 Millionen, an Jugendliche unter 17 Jahren 160 Millio- geworden. Kleine Heilmittel werden zu ihrer Linderung versucht, Angesichts der fatastrophalen Finanzlage hat das Reich die nen Mart gezahlt werden. die aber nicht ausreichen. Nun greift der Staat zum angeblich vierteljährliche Vorausbezahlung der Beamtengehälter vorüberwirksamsten Mittel: die überzähligen Arbeiter sollen in die Ko. gehend aufgehoben. Der hierdurch bewirkten wirtschaftlichen Ver. Ionien auswandern. Im Jahre 1922 stand bereits die Aus. schlechterung der Beamtenschaft konnte der Allgemeine Deutsche Bewanderung aus England unter sämtlichen europäischen Staaten an amtenbund vom gewertschaftlichen Standpunkt nicht zustimmen. Dem erster Stelle. Der Staat bezahlt die Reisekosten der Auswan finanziellen unvermögen des Reichs fann jedoch mit Protesten allein Bei den letzten Verhandlungen wurde von den Arbeitgebern derer. Die Auswanderung richtet sich in erster Linie nach nicht begegnet werden, deshalb hat der ADB. schon seit jeher das lebhaft Klage darüber geführt, daß die Schmugtonfurrenz sich in Australien. Nun wird aber die Frage einer zwangs. Hauptgewicht seiner Arbeit auf scharfe eranziehung der den letzten Wochen stark bemerkbar macht. Als besonders krasses weisen Auswanderung erwogen, derzufolge Arbeiter durch Sachwerte zu den Reichslasten und auf eine rationelle Beispiel wurde folgender Fall angeführt: Der Unternehmer ein Gesetz zum Berlassen ihres Landes gezwungen werden fönnen. Wirtschaftspolitik gelegt. Wenn die jeßige Reichsregie Brandenburg habe bei der Ausführung einer größeren Der Plan begegnet heftigem Widerspruch. Die Industriellen, be rung endlich den Weg in dieser Richtung zu beschreiten beginnt, so Gartenanlage in Lichterfelde, Drakeftr. 24, fast ausschließlich sonders in der Maschinenindustrie, befürchten den Berlust an gemüßte ihr in diesem Bestreben die energischste unterstügung Strafgefangene beschäftigt. Dieselben haben täglich als Ent- fchulten Arbeitsfräften, die an der Auswanderung in erster Linie aller Gerrerijchaften zuteil werden. Der ADB. muß es daher, gelt 100 000 m. und einige Zigaretten erhalten. Es bedarf feines beteiligt sind. Schon der Gedanke, daß im Lande der Freiheit" unbeschadet seiner grundsäglichen Stellung zur Frage des Berufs Beweises, daß dies in Anbetracht der großen Arbeitslosigkeit gerade Arbeiter zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen werden sollen, ist beamtentums, verurteilen, wenn von gewisser Seite die vorhandenen zu ein Standal iſt. ein charakteristisches Zeichen für den Wandel der Zeit. berechtigten Beunruhigungen der der Beamtenschaft Außerdem wurde darauf hingewiesen, daß Arbeitnehmer durch Ausstreuung falscher Nachrichten künstlich aus staatlichen und städtischen Betrieben nach Feierabend Die Arbeitslögne in Sweden weisen eine gewisse Stabilisierung gesteigert werden. Die auf Berlangen der im ADB. organi, selbständige Arbeiten übernehmen. Dies foll auf. Die großen auseinanderfolgenden Lohnherabsehungen, die fierten Beamtenfchaft jetzt eingeführte viermal im Monat fonders in Charlottenburg und Umgegend in die Erschei- nach dem Ausbruch der Krise im Jahre 1921, besonders 1922 erfolgten vorgenommene Anpassung der Beamtenbezüge an die Geldentwer- nung treten. Die Beschäftigten des Sachsen parts einschließ- und in den meisten Industriezweigen insgesamt 30 bis 40 Broz. in tung und die dadurch bedingte viermalige Nachzahlung der Erlich des Obergärtners wurden hierbei besonders genannt. In den einigen( Buderindustrie, Papierfabrikation, Schiffahrt, Seeleute) höhungsbeträge hat mit dem„ Abbau des Berufsbeamtentums" zuletzt aufgeführten Fällen muß es Aufgabe der gewerkschaftlichen 50 Proz. und mehr betragen haben, haben nunmehr aufegehört. nichts zu tun. Es ist daher nichts anderes als Demagogie, Organisationen und der Betriebsräte sein, nach dem Rechten zu Nur in einigen Industriezweigen( Erzeugung der Holzmasse, Zündwenn man die Beamtenschaft in diesem Zusammenhang mit dem sehen. Es fann unter feinen Umständen gutgeheißen werden, holzfabrikation, Dockarbeiter) haben auch im Jahre 1923 LohnSchlagwort zu verwirren sucht, sie würden wie die Arbeiter auf wenn auf diese Weise den Arbeitslosen die Arbeitsmöglichkeiten herabsetzungen stattgefunden, betragen aber nur 4 bis 6 Prozent Wochenlohn gestellt". entzogen werden. des vorjährigen Lohnes. Der Allgemeine Deutsche Beamtenbund ver= be Die Stabilität des Arbeitsmarktes tritt auch darin in Erscheinung, daß viele Tarifverträge auf beträchtliche Frist verlängert worden sind. Die meisten Tarifverträge gelten bis Ende 1923, in einigen wichtigen Gewerbezweigen( Holzmasse, Baugewerbe) sogar bis Ende 1924. langt von der Regierung, daß sie den ungeheuren Preissteigerungen Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommiffion hat in durch rasche und vollkommene Anpassung der Beamten. Berbindung mit dem Ortskarteell des AfA- Bundes zu Dienstag bezüge und durch sofortige Auszahlung der entsprechenden Be-| abend 6½ Uhr eine gemeinsame lenarversammlung träge mehr als bisher Rechnung trägt. ( Saal 4 des Gewerkschaftsbundes) einberufen. Ein Mitglied der Arbeitslosigkeit in Südafrika. Dreihunderttausend weiße ArAuch in der Frage des Beamten abbaus fann nicht das Gewerkschaftskommission und des Vorstandes des ADEB. werden Hervorrufen von Berwirrung, sondern nur die flare und nüchterne um pünktliches Erscheinen gebeten und müssen Einladung und Dele- beiter in Südafrika find arbeitslos; die billige Kulturarbeit der Farbigen hat sie broflos gemacht. Dies war die Folge des im Erkenntnis der Sachlage und festes Zusammenstehen in un. giertenfarte als Legitimation milbringen. vorigen Jahre blutig niedergeworfenen Generalstreifs. Damals ge= bedingter gewerkschaftlicher Disziplin einen Schuß vor drohenden Gehälter für taufmännische Angestellte. Im Zeitungslang es dem durch die Luftbomben unterstützten Kapital fich die Gefahren bieten. Den Entwurf eines Beamtenabbaugefeges in der gewerbe werden am Dienstag vier weitere Augufigehälter unbeschränkte Negerarbeit zu Hungerlöhnen zu sichern. Die vom bekanntgewordenen Fassung lehnt der ADB. ab. Er verlangt, daß a tonto September gezahlt. Reine Textilindustrie: für Staat vergebenen Motstandsarbeiten werden zu Pedingungen ausdie Sanierung der Staatsfinanzen von der Aus die Woche vom 15. bis 21. September 102,2 Juligehälter, abzüglich geführt, die der Eflavenarbeit ähnlich sehen und die von ihnen ,, Bc. gabenseite her, soweit davon das Personal betroffen wird, der bisher geleisteten Zahlungen. Am Donnerstag wird die Hälfte troffenen" zu Hungerlöhnen verurteilen. nicht einseitig durch Maßnahmen versucht wird, die die höhere des Gehalts der Vorwoche gezahlt unter Aufrundung auf volle Bureaukratie zu ihren Gunsten in Vorschlag gebracht hat, 10 000 m. Lederwirtschaft: vom 1. bis 14. September fünf fondern daß das ganze Problem mit den gewerkschaftlichen Ver- Augustgehälter, ferner zwei Augustgehälter als Borauszahlung. Im tretungen der Beamtenschaft einer Lösung zugeführt wird, die unter Lertilgroßhandel, Samt- und Seidengroßhandel, Baumnoller Wahrung der Derfassungsmäßigen Bewoll, Leinen- und Kleiderstoffgroßhandel spätestens am 24. Sepamtenrechte den etma von einer Verminderung des Beamten- tember drei Augustgehälter. Der Schlichtungsausschuß lehnte es förpers betroffenen ausreichenden Schutz vor den sozialen Folgen ab, einen Schiedsspruch zu fällen, da die Arbeitgeber zu Berhanddes Berufswechsels bietet. Zu diesem Zweck ist vor allem erforder- lungen bereit seien. Weitere Mitteilung erfolgt. Wagen und lich, daß endlich durch Verabschiedung eines den Forderungen der Karosseriebau: Gehaltserhöhung für die Woche vom 16. bis Beamtenschaft entsprechenden Beamtenrätegefeges die 22. September um 185 Broz. gegen die Vorwoche. Jeden Dienstag gesetzliche Handhabe zur Mitwirkung und zum Schutze der Beamten wir de halbe Gehalt der Borwoche gezahlt.. Näheres und Tarife schaft geschaffen wird. beim 3d2. Die Beamtenschaft, die mit dem Staat lebt und mit ihm untergeht, wird sich jedem Bersuch. über ihren Kopf hinweg fogenannte Eanierungsmaßnahmen lediglich zu ihren Ungunsten zu treffen, mit allen Mitteln widersetzen. In der Chirurgie- Mechanit tonnten die Lohnverhandlungen für die Woche vom 17. bis 22. September noch nicht zu Ende geführt werden. Es wurde daher folgende Vereinbarung getroffen: Gamt liche Arbeiter über 21 Jahre erhalten in der Woche vom 17. bis 22. September pro Tag 55 Millionen, Arbeiter von 18 bis 21 Jahren und Arbeiterinnen über 18 Jahre 42 Millionen, jugendliche Arbeiterinnen und Arbeiter von 16 bis 18 Jahren 21 Millionen, jugendliche Arbeiterinnen und Arbeiter von 14 bis 16 Jahren 14 Millionen Borschuß. Bekämpfung der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise. Bollen wir ernsthaft die Schäden der heutigen Wirtschaftsmcise befämpfen, den Raub bau, der mit der Kauftraft des arbeitenden Boltes getrieben wird, die Steuerfabotage der Unternehmer, so dürfen wir es uns nicht an einer Kritik der heuti gen Volkswirtschaft genug sein laffen. Wir müssen uns vielmehr Beit vom 22. bis 26. September für Gärtner im ersten Jahr der Die Löhne der Berliner Landschaftsgärtner betragen für die auch denjenigen Wirtschaftsmaßnahmen zuwenden, die heute im privatfapitalistischen Intereffe des Unternehmers im Rahmen Branchentätigkeit bis zu 20 Jahren 13,55 Millionen pro Stunde, des Einzelbetriebes getroffen werden und ihren Ausdruck finden über 20 Jahre 14,4 Millionen; nach einjähriger Tätigkeit 14,4 bzw. 3. B. in der Art der Buchführung, z. B. in der Form der 15,15 Millionen; für Obergärtner und Anlageleiter 155 Millionen; Kaltulation. Zum Kampf gegen das Kapital gehören nicht für Arbeiter 13,8 bzw. 15.5 Millionen, für Frauen 9,250 Millionen. mr politische Mittel, sondern vor allem auch die Kenntnis vom Landzulage pro Tag 45,7 Millionen Mart. Aufbau und Wesen der fapitalistischen Einzelunterneh= mung Der neue Lehrplan der freigemwertschaftlichen Betriebs. räteschule enthält deshalb folgende betriebs- und privat wirtschaftliche Kurse, die sämtlich in der ersten Oftober mo che beginnen: Der Betriebsrat und die arbeitspolitische Haltung der Unternehmer. Der Betrieb als das Tätig. feitsfeld des Betriebsrates. Die Arbeitsorganisation im industriellen Betrieb. Buchhaltung und Bilanz. Selbstkostenermittlung und Betriebsstatistik. Hörerfarten( zum Preise von 600 000 m., für Kurzarbeiter zum halben Preis, für Arbeitslose unentgeltlich) und Lehrpläne werden in den Ortsverwaltungen der Gewerf. schaften und im Bureau der Schule( Engelufer 24/25, 2. of I) ausgegeben. Dort finden auch Montags und Freitags von 4 bis 7 Uhr Lehrberatungs- Sprechstunden statt. Freigewertschaftliche Betriebsräteschule. Die Lohntüte als antisemitisches Propagandamittel. Die Firma Brüder Bone, Berlin N. 37, hat die Rück. feite ihrer Lohntüten mit folgendem Zert versehen lassen: Gib acht auf Feuer und Licht, eine zerstörte Werkstatt tann Dir feinen Lohn und Brot geben. Arbeiter, mert et teine Judenknechte! Db die Firma einer Unternehmerorganisation angehört, her auch jüdische Geschäftsinhaber angehören, ist uns nicht bekannt. Sie stellt Defen und Schmiedehämmer her und hat ihren Betrieb in der Schönhauser Allee. Ob sie ihren Arbeitern günstigere Arbeitsbedingungen einräumt, als es jüdische Unternehmer tun, damit die Arbeiter teine Judentnechte" werten, fönnen wir auch nicht verraten. Bir müssen jedoch jede derartige Lohntütenagitation als unzuläffig zurückweifen. Angestellte der chemischen Industrie. Die Tarifverhandlungen sind gescheitert. Am 20. September maren Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der chemis schen Industrie, Eettion Ia. Die Forderung der Angestelltenorganifation, Grundgehälter festzusehen und darauf aufbauend wertbeständige Gehälter zu gewähren, beantworteten die Arbeitgeber mit einem Hinweis auf technische Unmöglichkeiten. Wirtschaftlich feien sie nicht in der Lage, volle Indergehälter zu zahlen. Sie schlugen vor, für die zweite Septemberdetade das 115fache Juligehalt auszuRabben. Das ist von den Arbeitnehmervertretern abgelehnt und der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin angerufen worden. Die Arbeitgeber forderten durch Rundschreiben ihre Mitglieder auf, außer den für die zweite Detade bereits gezahlten 50 Juligehältern weitere 50 Juligehälter auszuzahlen. Eine öffentliche Bersammlung am Mittwoch in den SophienSälen, Sophienstr. 17/18, wird sich mit der Angelegenheit befassen. Weinbrand Für Poliere beträgt der Mindestwochenlohn vom 15. bis 21. Geptember 740 615 000 0. Wo vorher ein höherer Lohn als der Mindestlohn gezahlt wurde, erhöht sich derselbe um 328,1 Pro3. Der Mindestwochenlohn für Schachtmeister beträgt 737 680 000. Die Löhne der Zimmererlehrlinge find im gestrigen Morgenblatt des„ Borwärts" versehentlich in taufend anstatt in hundert Mark angegeben Mark angegeben. Sie bewegen sich in Gruppe A zwischen 1390 600 und 6952 800 m., in Gruppe B zwischen 2 085 800 und 7 648 000 m. Der Streit der New Yorker Zeitungsfeher ist noch nicht be= en det. Die Streifenten geben cine eigene Zeitung heraus, nachdem auch die Verleger gemeinsam ein echtseitiges Blatt ohne Leitart fel herausgeben. Nach einer T.- Meldung hat der amerikanische Beitungsdruckerverband 1000 Mitglieder ausgeschlossen, weil sie während schwebender Verhandlungen die Arbeit niet erlegten. Betriebsräte! Auf Beschluß des Bollzugsrates und der Verhandlungskommission fallen bie Gruppenvollversammlungen für sämtliche Industriegruppen vom 24. September bis 28. September cus. Wir bitten die Kollegen, die Betriebsräte barauf auf merksam zu machen, dah niemand unnügerweise sein Fahrgelb verfährt. Der Bollzugsrat der FBRZ. Achtung, AEG. Brunnenstraße! Morgen, Montag, nachmittags 3½ Uhr, im Lokel von Carus, Boltoftr. 37, Konferenz fämtlicher BSPD.- Funktionäre. Pünktliches Erscheinen aller Genossen erforderlich. Parteiausweis Icgitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, BSD.- Zimmerer! Morgen, Montag, 7 Uhr, bei Krüger, Engelufer 23, wichtige Zusammenkunft aller VSPD.- Genoffen. Parteiausweis legitimiert. des Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7-10. AfA- Metallfariell. Sigung Montag vorm. 9 Uhr pinktlich im Simmer 5 Kollegen der Firma C. P. Goerz. Die Auszahlung eines Borschusses findet Der Betriebsrat. nicht Montag, sondern Dienstag während der Arbeitszeit statt. Deutsche Werke, Spandan. Die Arbeiter der Deutschen Werke Att.- Ges., zur Arbeit zu erscheinen. Der Betriebsrat. Wert Spandau, Maschinenfabrik, aller Gewerke werden gebeten, am Montag Deutscher Helzarbeiterverband. Für die Bezirke Often I, II und III, Nordoften und öftlichen Vororte mergen, Montag, nachmittag 4 Uhr bei Mechler, Voghagener Gir. 114, Bersammlung der Lehrlinge und Jugendlichen Branchenversammlung Dienstag abend 7 Uhr im Gophien- Gymnasium, Wein aller Branchen. Die Jugendkommission. Modell und Fabrittischler: meisterftr. 15. Bezirkseinteilung. Da wichtige Beschlüsse gefaßt werden, muß jeder Betrieb vertreten fein. Die Branchenleitung. Solzinduftric. Morgen, Montag, 4% Uhr, bei Krüger, Engelufer 23, Gigung Af- Funktionäre der Metallindustrie. Dienstag abend 48 Uhr Bersamm. des erweiterten Werbeaussd, uſſes. lung in den Musikerfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 31. Die Situation in der Metallindustrie." Achtung, Zimmerer! Alle Funktionäre und Betriebsräte des Verbandes haben die Pflicht, dafür zu forgen, daß alle Lehrlinge in die am MittLohnerhöhung in der Zigarrenherstellung. Die bis zum woch abend 6½ Uhr bei fenfara, Melchiorstr. 15, stattfindende ehrlings. 15. Septembe: geltenden Löhne erhöhen sich für die Woche vom versammlung fommen. Der Vorstand. 16. bis 22. September um 182 Broz. Umgerechnet auf die Mai- 5 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, Mitgliederver. Verband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Mittwoch nachmittag Junilöhne 1922 betragen die Leuerungszulagen für: Atford- sammlung. ,, Die wirtschaftliche und politiche Lage und die Stellung der arbeiter 49 349 900 Broz., gleich das 493 500fache, Beitlöhne und Gewerkschaften." Referentin Toni Gender, M. d. N. Es iſt Pflicht eines jeden Mitgliedes, diese Versammlung unbedingt zu besuchen. Die Ortsverwaltung. Stumpen 44 555 900 Broz, gleich das 445 560fache. Der niedrigste Verbandsbeitrag beträgt für die Woche vom 16. bis 22. September| Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; 1 Million Mart ohne Lotalzuschlag. Gewertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei Verlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Die Demonstration der Hamburger Gewerkschaften, die gestern in einer allgemeinen Arbeitsruhe in der Zeit von 11 bis 12 Uhr vormittags vor sich ging, ist ruhig verlaufen. In den Betrieben wurde während der Streifzeit nicht gearbeitet. Straßen- und Hochbahn fuhren nicht, zum Teil ruhte auch der Postbetrieb. Der Verkehr im Hafen war vollkommen stiligelegt. In der inneren Stadt hatten eine Reihe größerer Geschäftshäuser, wie Tiez, Karstadt und die bedeutendsten Lokale geschlossen. Edo Fimmen soll nach einer Meldung der kommunistischen Bariser Wochenschrift ,, La Vie Ouvrière" in der letzten Sigung des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam seines Postens als Generalsekretär enthoben worden sein. Diese Nachricht werde in Kürze offiziell bestätigt werden. fefretär hat, sondern drei gleichgestellte Sefretäre, und zwar außer Hierzu sei bemerkt, daß das Bureau des JGB. feinen GeneralFimmen die Genossen Dudegeeft und Sassenbach. Edo Fimmen ist Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter Föderation. In dieser Eigenschaft hat Fimmen auf der Berliner Konferenz der ITF. Beschlüsse mit herbeigeführt bezüglich gemeinsamer Aktionen mit der Mostauer Internationale. Das Bureau des JGB. hat in feiner Sigung vom 22. und 23. Juni dazu Stellung genommen und jede Verantwortung für die Beschlüsse der Berliner ITF.- Konferenz abgelehnt. Sobald eine Bestätigung der Pariser Meldung vorliegt, fommen wir auf die Angelegenheit zurück. Die Privateisenbahnen fönnten die Arbeitslosigkeit vermindern fie tun es aber nicht! Die englische Arbeiterschaft steht vor einem tatastrophalen Winter. Zwei Millionen werden voraussichtlich arbeitslos fein. Die Notstandsarbeiten des Staates und der Gemeinden, wofür diese 23 Millionen Pfund ausgefeht haben, dürften höchstens 300 000 Arbeitern Beschäftigung geben. Die Eisenbahnen fönnten hier einspringen und durch Vergebung von Bestellungen, Elektrifierung, Ausbau neuer Linien, Reparaturen usw. die Ar= und UNITED STATES LINES Amerikanische Regierungsdampfer NACH NEW YORK von Southampton- Cherbourg LEVIATHAN 9. und 30. Oktober, 20. November, 15. Dezember Von BREMEN über Southampton und Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 24. Oktober America President Roosevelt. President Fillmore. President Harding. President Arthur 29. Dezember 26. September 31. Oktober 3. Oktober 7. November 4. Oktober 21. Noveinber 14. November 10. Oktober 19. Oktober 22. Dezember Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen Vorteilhafte Gelegenhelt für Güterbeförderung UNITED STATES LINES NW 40, Invalidenstraße 93 W 8, Unter den Linden 22 Berlin W 8, Unter den Linden 1 Berlin W 9, Budapester Str. 5 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Winkelhausen Alfe Reserve was Nr. 445+ 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Nervenkatastrophe. Bedenkliche Auswirkungen der körperlichen Verelendung. Sonntag, 23. September 1923 Die neue Woche. Markenbrot: 7, Milch: 7,6, Gas: 8,5, Strom: 17, Hochbahn: 2 und 3, Straßenbahn: 3 Millionen. Wir flettern jetzt rüstig weiter auf der Millionenleiter. Die tommende Woche bringt wieder ganz erhebliche Preiserhöhungen. Die in fortlaufendem Maße sich steigernden Entbehrungen, die herrliches Ding um die Barteien! Und der Krach ist schon wieder Die so erfreuliche Preissenfung auf dem Kohlenmarkt, die infolge ständigen Dosen Surrogate und Ersatzmittel zermürbten die Körper da. Man sehe und höre sich den Betrieb auf einem Wochenmarkt des Dollarrückganges eintrat, dürfte nicht von solcher Dauer sein, daß derer, die nicht durch das Borrecht der Geburt oder die Resultate an. Immer spielt sich irgendwo da etwas ab. Jeder ist des an die Verbraucher daraus einen Nutzen ziehen können. Der steigende skrupellosesten Egoismus im Gelde oder in Naturalien schwimmend deren Sündenbock und Brügelhund. Im großen Warenhaus zum Dollarfurs wird in kürzester Frist wieder eine neue Kohlenpreisihren Leit hegen und pflegen konnten: also das Proletariat und Beispiel: das Fräulein ist nicht da, man ruft, man ruft noch ein- erhöhung mit sich bringen, was sich jetzt schon in der außerordentlichen mal( das arme Mädel hat schon zu bedienen!), nun schreit der Erhöhung der Werktarife ankündigt. So wird die Meßden dürftigen Mittelstand. Die Folgen sind nun deutlich erkennbar, Kunde, schlägt über, sucht die Beschwerdestelle und schimpft los, das Sammelwort Unterernährung drückt sie aus. Zu diesem Ruin fordert Entlassung usw. Dann gehts nach Hause. Da fehlt das, dahl, mit der der Festpreis von 10 Pf. für ein Kubikmeter Gas zu der Körper gesellt sich nun seit längerer Zeit in stärkerem Maße ein da fehlt senes. Zum Beiſpiel: Es find feine Kartoffeln da. Der multiplizieren ist, für die Woche vom 23. bis 29. September auf neuer: der der Nerven! Sie waren noch widerstandsfähiger als Mann will Kartoffeln. Die Frau läuft wieder herum, sie friegt 85 Millionen festgesetzt. Hiernach haben alle Gasabnehmer, bei die Körper; aber das grauenhafte Erleben der Verelendung, die sich feine, dafür aber die But; die entlädt sich dann im Gemüsefeller. Denen in der Zeit vom 23. bis einschließlich 29. September 1923 der Hals über Kopf überstürzenden Ereignisse, das Wissen um die eigene Kommt der Mann zum Essen, macht er ein schiefes Geficht; die Gasverbrauch festgestellt wird, für das seit der Standaufnahme in Wirtschaftsohnmacht und der Kontrast überall mit Schiebern und Frau ist darüber empört; fie zittert; der Mann auch; jetzt schon der ersten Hälfte des September verbrauchte Gas 8,5 Millionen Mark Brassern, Egoisten und Boltsplünderern, die unendliche Preis- Das Kind stört dabei; schon hat es eine herunter. Es ist ein bei denen eine Standaufnahme in der Zeit vom 23. bis 29. September beide; und nun fliegen Worte, fnallt eine Faust auf den Tisch. für das Kubikmeter Gas zu zahlen. Elektrizitäts abnehmer, schraube, der Dollar, Uebervorteilungen, Bucher, alles das brachte Zeichen unserer Zeit, daß gerade die armen kinder oft heute für vorgenommen wird, haben für den feit der letzten Rechnungslegung es doch zuwege, allmählich auch die stärksten Nerven an den Rand nichts und wieder nichts verprügelt werden. Man erlebt es oft borgenommen wird, haben für den feit der letzten Rechnungslegung des Zusammenbruchs zu bringen. mit Empörung auf der Straße, beim Anstehen, in Nachbarhäusern. festgestellten Berbrauch 17 Millionen Mart für eine fillowattstunde Beim geringsten Anlaß, wo die Nerven durchgehen, bekommen die zu zahlen. Auch der Brotpreis erhöht sich wieder, mie bereits anKleinen, die doch für nichts etwas fönnen, ihre Haue weg. Das ist gekündigt. Markenbrot wird 7 Millionen fosten und ab 24. Sepeine ebenso tragische Folgeerscheinung wie der übliche Familien- tember betragen die Preise für Bollmilch 7 600 000 m., für Magerfrach. milch 3 000 000 m. Die A- Milchkarten werden mit 4 Liter, die B- Milchkarten sowie die Karten für werdende Mütter( C- Karten) mit je% Liter Bellmilch beliefert. neuen Krachaus kleinstem Anlaß. Im Berliner Stadt, Ring- und Vorortverkehr Bei den täglichen Gängen durch die Stadt und ihre Straßen begegnet man stets diesen Nervenfrisen. Irgendwo ein Aufeinen Iauf; geht man hin, horcht man, so erfährt man meist Die Wohnungsfrage erledigt allein viele Nerven; es find die geringfügigen Anlaß. Er genügte, um die Nerven zum Explodieren Nachbarn, die zanksüchtig sind, die Untermieter, die anzu bringen. Hier hat einer in der Hast einen anderen etwas un- maßend sind, die Aftermieter, die auf den Teppich spuden. Was Damit in diesem lieblichen Reigen auch niemand feht, kommt sanft angestoßen, dort prallte einer leicht mit einem Radler zu man sich nicht gefallen läßt, worauf der oder" man" sich das ver- auch wieder die Hoch- und Untergrundbahn, wie alle drei sammen, da ist es ein politisch Anderdenkender der Krawall bittet. Tage, mit einer neuen Tariferhöhung. Sie teilt mit, daß sie wegen ist da, die Nerven prallen aufeinander los und bald folgen Massensuggestion. weiterer starter Lohnerhöhungen eine entsprechende Tariferhöhung die Fäuste. Und warum? Der eine dachte vielleicht gerade im Vorbeigehen an die teure Margarine und feine blanke Aber nicht nur im Leben des einzelnen, überhaupt im öffent vornehmen muß und vom Dienstag, den 25. d. m., ab folgende Kaffe, an das Loch in seinem rechten Schuh und den lichen Leben macht sich der allgemeine Nervenzustand bemerkbar. Fahrpreise erheben wird: 3. klasse 2 000 000 und 3 000 000 m., Schuhpreis, monologisierte vor sich hin:" Sein oder aus ihm entstehen die Krawalle, viele wilden Streifs, unüberlegte 2. Klasse 3 000 000 und 4 000 000 m. Blods zu 10 Karten foften: Nichtsein, das ist hier die Frage!" Sein Bisavis war vielleicht Demonstrationen; aus ihm lassen sich Hamstern und Warenzurück- 3. Klasse 18 000 000 und 25 000 000 m., 2. Klasse 25 000 000 und gerade beim neuesten Dollarstand angelangt, sollte vielleicht für eine haltung, Schleichhandel und zu einem guien Teil auch der Markstura 35 000 000 m. Wochenkarten zu 12 Fahrten für die ganze zerbrochene Kaffeekanne eben im Geschäft fünf Goldmart gleich herleiten; aus ihm werden die wilden Gerüchte, die Angsteinfäuje Strecke tosten 3. Klasse 25 000 000 m., 2. Klasse 35 000 000 m. 200 Papiermillionen blechen( die er natürlich nicht besaß!) und hervorgerufen, daraus Warentnapnheit, Teuerung und Hausse. Die fragte sich gerade, an was er denn nun seine Kaffeerfaßbrühe Ereignisse überſtürzen sich; der Dollarstand von eben ist nicht mehr gießen soll, als die beiden sich per Bufall anstießen. Die Nerven der von jetzt. Nun taucht irgendwo ein Gerücht auf; man ist leicht maren geladen der Stoß genügte, sie explodierten. Man gläubig, weil die Ereignisse bluffen, nimmt das Gerücht für wahr, nun, deshalb, mirt tas stelle sich nur einmal in einer Polonase mit an, etwa vor einem verbreitet es, handelt danach und Fettladen; man fann da specige Worte hören und saftige Dinge Gerücht zur Tatsache. Die immer im Reizzustand befinderleben. Wehe dem armen Wurm, das sich vorstellte; wehe dem lichen Nerven find den banalsten Einflüffen zugänglich, immer mißGrünen, der feine Dienstvorschrift an der falschen Stelle anwandte! trauisch, wittern überall einen Krach, überall den Kladderatatsch Oder am Schalter: der Beamte hinter dem Fenster verzweifelt, oft ist der Wunsch der Vater des Gedankens die Schlange vor dem Schalter windet sich und brüllt, schon hagelt wird nun irgendwo einmal etwas Winziges aufgespürt, ist es gleich elementares Ereignis, Vorzeichen des Sturms, tie schwarze Gees Beamtenbeleidigungen, schon persönliche Gemeinheiten, schon ist mitterwolfe, am politischen Horizont. Und die Nerven gehen durch der Grüne gerufen, schon gibt es reststellungen, die Nerven tochen, der Grüne gerufen, schon gibt es Feststellungen, die Nerven tochen, und die Berrücktheit des einen wirkt epidemisch: Massensuggestion ist jeder schwört einen anderen Meineid und die Augen könnten töten, an der Tagesordnung. Die allgemeine Aufregung tut ihr übriges wenn sie nur fönnten! Und alles nur Million in Zwanzigtausendmarkscheinen zahlte, die der Beamte auf hinzu. Nie war so leicht die Boltsseele ins Kochen zu bringen, wie Grund seiner Dienſtvorschrift brav nachzählt, die Schlange auf heute! Werfen wir einen Blick in die Parlamentstagungen, Grund der allgemeinen Ber- Kehrs- Ordnung also so lange warten und wir finden es so geartet: aus Mücken werden dort Elefanten, aus Höflichkeit geballte Fäuste, aus fliegenden Phrasen fliegende muß. So ist es überall Tintenfässer und ähnliche Ergöglichkeiten; jeder verfezzert den an deren als Lumpen und Kanaille, traut ihm alles Schlechte zu unt weil vorne einer eine Jeder schimpft über jeden. wittert überall Unrat. und beträgt vom 25. September ab der Preis für die Fahrkarte 3. Klasse in der ersten Stufe 3 millionen Mart; für die Fahrkarte 2. Klasse der ersten Stufe 4½ Millionen Mart. Die Steigerung für jede weitere Stufe beträgt in der 3. Klasse eine Million, in der 2. Klasse 1½ Millionen Mark. Dollarstand und Lebensmittelpreise. Anläßlich der jüngsten Sentung des Dollarfurses bringt der Bräsident des Preußischen Landespolizeiamts durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst sämtlichen Polizeiverwaltungen Preußens noch einmal dringlich seine Rundverfügung vom 17. Februar d. I. in Erinnerung, in der es u. a. hieß:„ Der Präsident des Landespolizeiamts stellt mit Befremden fest, daß, obwohl seinerzeit das Steigen des Dollarkurses seine sofortige Rüdwirtung auf fast alle Warenpreise gefunden hat, nunmehr die in der letzten Woche erfolgte Senkung des Dollarkurses in den Warenpreisen fast nirgends zum Ausdruck gekommen ist. Im Gegenteil stellen sich gerade jetzt die Preise einer ganzen Reihe von InlandsprodukSteht man morgens auf, tommt schon dies und kommt das! ten höher als Waren, die entweder aus dem Auslande eingeführt Die Kaffeebrühe schmeckt nicht; die Frau erwidert; die Debatte find oder einen überwiegenden Bestandteil ausländischer Rohstoffe Ichließt ein Krach. Bielleicht kommt zwischendurch der Gasmann Die Polizeiverwaltungen werden erneut und unter Beund will Geld haben; er fann etwas erzählen. In den meisten enthalten. Fällen geht es noch mit einer wüsten Schimpferei auf die Regie. zugnahme auf alle bisher ergangenen Verfügungen des Landesrung, den Magistrat, die Schieber, die Kanaillen, den Gasmann mit polizeiamtes dringlichst angewiesen, diesen Mißständen nachzugehen einbegriffen ab; es gibt aber auch Fälle, wo man den Gasmann gerechtfertigt erscheint, sofort Ermittlungen anzustellen und gegebenenund überall da, wo die Annahme von wucherischen Preisforderungen handgreiflich vor die Tür setzte; ja man erzählt einen Fall, wo einer falls die sofortige Einleitung des Strafverfahrens bei den zuständigen in ekstatischer Rage den Gasmann einfach mit vorgehaltenem Stellen zu veranlassen, und wenn Tatsachen vorliegen, die die ZuRevolver zum Berlassen der Wohnung( mit unbeglichener Rechnung natürlich) veranlaßte. Der Schuß würde nie losgehen, aber verlässigkeit des Händlers erweisen, auf Grund der Verordnung vom die Nerven. Dann geht er zur Arbeit, den Kopf voller Gedanken, 23. Oftober 1915 rücksichtslos mit der Entziehung der HanSongen, Zahlen, Nullen; die Elektrische tommt nicht, die Zeitung. delserlaubnis vorzugehen." schrieb wieder einmal Quatsch", ein Droschtengaul fiel, alles ge- Eine ftaats- und sozialwissenschaftliche Studienbibliothet ist seit Der Präsident des Landespolizeiamts weist außerdem die nügt, um Gruppen zu bilden, Krawall zu machen! In der Elef- furzem im Lesesaal der Charlottenburger Stadtbücherei, Wilmers- Bolizeiverwaltungen auf die übrigen polizeilichen Verordnungen hin, trischen bekommt der Kontrolleur etwas davon ab, wenn er etwa dorfer Straße 166/167, aufgestellt. Die Bibliothek ist dazu bestimmt, die es ihnen zur Pflicht machen, allen mucherischen Erstört, und langsam ebben die Nerven wieder ab, bis wieder Flut die der Handbibliothet des Lesesaals angehörende staatswissenschaft fcheinungen im Klein- und Großhandel auf das schärfste entzeit kommt. Die Frau besorgt inzwischen Einfäufe. Die Kauf- Jiche Abteilung zu ergänzen und sozialwissenschaftlich interessierten gegenzutreten. Die Polizeiverwaltungen werden erneut angewiesen, leute stehen alle in dem Ruf, Bucherer zu sein. Also ist man in Lesern kostenlose Gelegenheit zum Studium und zur Weiterbildung überall da, wo Marftgerichte eingerichtet sind, wucherische Ueberdiesem Sinne gewappnet! Was? In vierundzandzig Stunden auf diesem wichtigen Gebiete zu vermitteln. Der Lesesaal ist geöffnet griffe sofort zur Anzeige zu bringen. Es ist mit Bestimmtheit zu erist die Margarine um so viel teurer geworden...?!?" Das Wört- werftäglich( vom 1. Oftober ab auch Sonntags) von 8 bis 2 und warten, daß die Staatsanwälte an diese Gerichte, entsprechende Anchen„ Wucher" knallt, der Kaufmann verbietet den Laden, die an- 4 bis 9 Uhr. Auskunft über die Aufstellung und Benutzung der träge stellen, und daß die Gerichte zu scharfen Verurteilungen kommen deren Käufer protestieren, es gibt wieder Parteien es ist ein Studienbibliothek wird von dem Aufsichtsbeamten erteilt. 34] Kilian. Roman ven Jakob Bührer. Kilian sah ihm verbuzt nach. Dann gestand er sich: mein richtiger Sohn! Ein bitteres Leid huschte über seine Züge. Aber schon hatte er auf die Klingel gedrückt, und die Korrespondentinnen traten ein, um die Unterschrift des Chefs zu holen. Als er einen der zu unterzeichnenden Briefe durchlas, sagte er müde: " Jezt schreiben Sie wieder Name ohne h." " Nun ja doch, Herr Direktor!" sagte das Fräulein. ,, Gestern sagten Sie, man schreibe es mit h." " Nicht doch, Herr Direktor!" ,, O," stöhnte Kilian, wie einem die Lehrer das Leben erschweren! Noch nicht einmal zu einem einfachen tauglichen Ausdrucksmittel haben sie es bringen können! Assyrisch. und babylonisch lehren sie, aber nicht die Weltsprache von heute, geschweige denn die von morgen!" " Wie meinen Sie, Herr Direttor?" Der allgemeine Nervenzustand ist bedrohlich und fördert Berhältnisse, die auch die wirtschaftliche Gesundung sehr erschweren. Es ist die Misere des von Nullen übersättigten Bolles, die zum Himmel schreit. Hand in Hand mit dem Zustandekommen normaler Verhältnisse muß aber auch das Bestreben des einzelnen gehen, fein tägliches Verhalten sich selbst und anderen gegenüber einer strengen Kritik zu unterziehen. Die Zeiten fordern Ruhe und Besonnenheit. Wir sind verloren, wenn wir uns selbst verlieren. werden. Am folgenden Abend, nachdem Kilian tagsüber ziemlich viel geschlummert hatte, meldete die Schwester den Besuch einer Dame. nische Türschließer über dem schweren Eichenportal pustete| Mondlicht versilbert. Ein Wunder! Aber Kilian spie aus leife. Die Kerzen im Treppenhaus gingen lautlos vor ihm in lästerlichem Haß! Nach einer Weile kam der Arzt. Eine auf und erloschen wie müde Augen hinter ihm. Die Teppiche Minute später hatte eine Morphiumeinsprijung Kilian von erstickten den Laut seiner Schuhe. Gut und freundlich standen seinen Schmerzen erlöst. die Möbel an den dunkeln Wänden der Zimmer, und alle Gegenstände waren gern und mit Geschmad zu dienen bereit. Aber Kilian übersah sie, denn er war ihrer zu gewohnt, und die Stille des Hauses schrie laut, wie einsam es sei. Ein Grufeln überlief Kilian, und er frug ängstlich: Ist jemand da?" Nein, sagte die Stille und schwieg noch lauter denn vorher. Kilian fröftelte. Es war ihm recht unbehaglich in dem steinernen Haus, dem sicheren Haus an sonniger Straße.. Er wohnte ganz allein. Ganz allein! Nur jeden Morgen fam eine Buzfrau auf einige Stunden. Kilian öffnete die Balkontüre. Von tausend Lichtern umfunfelt lag in der Tiefe schwarz der See. " Sagen Sie, Fräulein Leutenegger, Ihr Onkel ist an vergessenen Freundin sagte: Du hast das ja gar nicht im Magenkrebs gestorben?" Gewiß, Herr Direktor!" " Nachdem man ihn operiert hatte!" " Jawohl, Herr Direktor!" Kilian saß plötzlich verfallen und flein am Schreibtisch, und ein fladernder Lichtfled brannte in seinen starr auf den Tisch gehefteten Augen. Das kleine Fräulein empfand Mitleid mit dem alten Mann, aber da läutete eine Klingel Feierabend, und eilig nahm sie die Briefe auf und sagte:. ,, Gute Nacht, Herr Direttor!" ,, Gute Nacht!" Kilian verlangte die Abendpost. Eben war auch ein Telegramm eingetroffen: Komme morgen, Esther!" morgen erft morgen. Er ließ sich ein farges Abendbrot bringen und arbeitete durch bis 10 Uhr, dann verließ er die Bank und ging hinauf nach dem Zürichberg. Da oben hatte er seine Villa. Eine unter den vielen. Ein sicheres Steinhaus an sonniger Straße. Das Gartenpförtlein fiel flirrend ins Schloß. Der mecha. Es war eine einfach gekleidete Frau von vielleicht fünfundvierzig Jahren mit erstaunlich tiefen Augen und merkwürdig ernsten und doch gütigen Gesichtszügen. Kilian streckte ihr beide Hände entgegen und lachte, während ihm große Tränen aus den Wangen schossen. " Willkommen! Esther! Willkommen!" stammelte er. " Dante", sagte sie,„ Danke" und strahlte ihn an. Sie setzte sich an fein Bett, sie hielten sich die Hände und sahen sich an und redeten nichts. Erst nach und nach löste sich Frage um Frage und Antwort um Antwort. Und aus Irrtum und Fehltritt, und Enttäuschung und Leiden, und Arbeit und Arbeit setzte sich das alte Lebenslied in einer neuen Weise zufammen, und die sie vernahmen und in ihrer inneren Bedeutung erfaßten, wurden bis ins letzte erschüttert. Irgendeine ferne Stimme einer längst verstorbenen Tante sagte: Schau Kilian, daß du zu etwas kommst. Aber der alte, zerfallene Mann, der Kilian in diesem Augenblicke war, lachte vor sich hin.--Irgendeine Stimme einer fernen Esther war nach den Genfer Tagen mit einem russischen Blut, dies Gefühl: Menschheit! Zukunft! Aber der alte Dichter bekanntgeworden, den sie sehr lieb gewann. Er mar Mann lächelte: wofür arbeite ich denn noch! Und aber mit der Leustseuche behaftet, und das Kind, das sie ihm eine tiefe Stimme irgendeines fernen Stromes fang: Schaffe, gebar, fam blind zur Welt. Er selber starb bald in ihren was nie mehr zerstört werden tann! Und der alte Mann Armen, und auch das Mädchen ging nach großen Schmerzen. fenfte sein Haupt und schwieg. Da erhob sich die sanfte zugrunde. Esther fand schließlich nach unsäglichen Qualen Stimme eines vergessenen Juden und sprach: Man sollte den Heilung. Dabei wurde sie damals von der bittersten Armut Tod bezwingen! Da schlich sich der alte Mann hinein und verfolgt, unter der auch die Sache ihrer anarchistischen Freunde flüsterte: er wird mich bezwingen! er wird mich bezwingen! zu leiden hatte. Schon mährend der Tage ihres eigenen Gegen zwei Uhr erwachte er mit fürchterlichen Schmer- Unglücks hatte sie alle ihre Gedanken und Erkenntnisse aufs zen in der Herzgegend. Mit einem Sprung war er aus dem neue und auf verfeinerter Wage gewogen, und da ward Bett. Ein Kolifanfall. Er tannte das. Zitternd telephonierte denn manche Phrase, die der Parteienhaß ausgegeben, zu er nach einem Arzt und einer Schwester. Er stöhnte, schrie, leicht erfunden. Aber dann manchmal, wenn es am Nötigsten warf sich auf den Boden, erhob sich unter den qualvollsten fehlte, wenn der Arzt vor der Behandlung die Rechnung beLeiden, wälzte sich im Bett, erbrach, hämmerte mit den zahlt haben wollte, der Apotheker ohne Geld das Rezept nicht Fäusten an die Wand und wußte, indessen er mit eistalten ausführte, dann konnten die bittersten Rachegefühle, der Füßen lag und der Schweiß in Strömen aus der Stirne heißeste Vernichtungswillen aufflammen gegen jene, die die schoß: fann sein, ich werde verrecken wie ein Tier! Macht in den Händen hatten und nichts oder fast nichts taten, Kam der Arzt denn noch nicht? Er schleppte sich an die um diese fürchterliche Seuche aus der Welt zu schaffen. Balkontüre. In einem Strahlenkranz lag der See, zart vom ( Schluß folgt.) Rechenmaschinen. Nur ein Berufsstand hat außer Schiebern und Spekulanten feine herzliche.Freude an dieser Jammerzeit: Der Rechenlehrer. " Die Reichsbank braucht Devisen und nimmt sie nicht! D. h. eine bewundernswert schwerfällig aufgezogene Organisation hindert sie daran. Es ist das fluchwürdigste Erbe aus dem alten Obrigkeitsvon der heutigen Burcaufratie nacy Kräften gepflegt, die ſtaat Ausführung jeder Berordnung, die dem Staat Nußen bringt, so umständlich zu gestalten, daß der Effekt gleich null ist. Eine Partie Klabrias. übernehmen, doch könne er nur 80 Millionen pro Dollar zahlen. Der Kurs vom Vortage war 92 Millionen. Zwölf Millionen pro Dollar Der Bac- Club in der Portiersloge. zu verschenken fonnte ich mir nicht erlauben, so daß ich das Die unglaublichsten Erzählungen versuchen die wegen Teil- Bankhaus Möllhusen, Charlottenburg, Ecke Windscheidstraße Unsere Kleinen und Kleinsten sind lebende Nechenmaschinen ge- nahme an verbotenem Glücksspiel angeklagten Spieler den Gerichten und Stuttgarter Plaz, um Umwechselung bat.„ Wir befassen worden, ehe sie zum ersten Male in die Schule gingen. Der aufzutischen. Daß die Behörden jetzt mit der größten Schärfe gegen uns nicht mehr damit", wurde mir zur Antwort gegeben. Noch Mensch wird schon auf jungen Beinen, den Kopf noch voll Unver- die heimlichen Spielflubs vorgehen, beweisen die häufigen Ver- nicht ganz mutlos geworden, begab ich mich zur Reichsban? ſtand, zur rechnenden Maschine. Es ist, als ob jedem Säugling bath herzen, die vor den Moabiter Gerichten neuerdings faſt ſtändig den Bogel ab:„ Ja, Sie können die Dollarnote hier laffen, wir überhandlungen, Nebenstelle Charlotenburg, Leibnizstraße. Dort schoß man Die Schöffenabteilungen des Amtsgerichts Schöneberg beschäfnehmen sie zur Einziehung. Morgen, Sonnabend, ist keine Börje, tigten zu gleicher Zeit wiederum zwei Spielerprozesse. Durch eine so daß der Verkauf erst am Montag an der Börse erfolgen kann. anonyme Anzeige war die Kriminalpolizei darauf hingewiesen Den Erlös können Sie alsdann in zirka 8 Lagen, am Donnerstag worden, daß in der im Erdgeschoß gelegenen Wohnung des oder Freitag, hier in Empfang nehmen." Kommentar überflüssig! Ein Herr, Schneidermeisters Karl Ziefing regelmäßig gespielt werde. Als die Mir war natürlich nicht mit dieser Regelung gedient. Polizei am 2. Juni vor der Wohnung Würzburger Str. 15, nachts der Zeuge dieses Vorganges war, wechselte mir alsdann die Noten um 2 Uhr, erschien, wollten die Angeklagten, nämlich Biefing, die ein. Möglich ist es, daß eine Verordnung besteht, wonach dieser Staufleute Herbert Doeschner, Alexander Lazarus, Ernst Otto und Privatherr zur Entgegennahme und ich zur Abgabe der Note nicht Alfred Marschand, der Reisende Heinz Gerling und die Kürschnerin berechtigt war. Emma Archilles, zufällig in die Wohnung gekommen sein. Sie wollten sämtlich in einem in der Nähe gelegenen Café gewesen sein und dann Gerling nach der Wohnung Biefings begleitet haben, wo G. ausgerechnet nach Mitternacht ein Zimmer mieten wollte. Nach dem der Mietsvertrag zustande gekommen sei, habe der Schneider meister aus Freude sie noch zu einer Tasse Kaffee eingeladen. Die Angeklagten wollten sämtlich das Ballarat gar nicht fennen und überhaupt nie Karten in die Hand genommen haben. Zwei von ihnen behaupteten allerdings, daß sie während des Kaffees eine gemütliche Partie Klabrias gespielt hätten. Kriminalfommissar Schlosser befundete im Gegensah zu diesen Be hauptungen, daß der größte Teil der Angeklagten befannte Spieler feien und daß ein Teil von ihnen bei der Aushebung einer be tannten Spielhölle von Albrecht in der Wormser Str. 6a mit angetroffen worden war. Das Schöffengericht verurteilte fämtliche Angeklagten zu je 20 millionen Mart Geldstrafe und erkannte auf Einziehung der Spielgeräte und des Tisches, an dem gespielt worden war. Etwas schärfer faßte eine andere Schöffengerichtsabteilung die Spielpartie einer Frau Rogalla an, die in der Portiersloge eines Pförtners in der Kurfürsten straße ebenfalls beim Bac überrascht worden war. Das Gericht verurteilte Frau Ropalla als die Spielveranstalterin zu 100 Millionen, den Kaufmann Pichel, den Kaufmann Friedländer und Fräulein Philippssohn zu je 50 Millionen Mart Geldstrafe. Für die Wohnungsinhaber, die ihre Wohnungen zu Spielzwerken hergegeben baben, wird die Sache noch böse Folgen haben. das große Einmaleins fig und fertig unter den Windeln liegt. Was war das noch vor wenig Jahren für eine schwere Aufgabe, den Kindern der untersten Schultlasse die Begriffe eines Tausend oder gar einer Million, dieser einst fabelhaften Summe, in die Köpfe zu hämmern! Heute beherrscht jeder Dreiläseboch mit Eleganz die Mullen bis zur sechsten Stelle und darüber hinaus. Weg mit der Kreide und den Rechenfügeln! Papiergeld ist Lehrmeister geworden. Man hält den Kleinen einen Haufen Papiergeld unter die Nase und kaum eins verfehlt die richtige Zahl. Schulze der Fünfte, wieviel ist dreimal achtzigtausend?" Schulze, weshalb lachst du?" Und Schulze der Fünfte antwortet vorwurfevoll: „ Aber Herr Lehrer, für 240 000 gibt es doch nichts mehr!" Solche Szenen spielen sich oft in der Rechenstunde ab. Kinderwit löst Aufgaben, daß auch der Lehrer oder das Fräulein mitlachen müssen. Und die Kehrseite der Medaille? Es ist kein Wunder, wenn linglücksmenschen, die dazu berufen sind, täglich stundenlang in jeder Minute mit Millionen und Milliarden zu jonglieren, sich abends an den wüsten Schädel fassen, um nachzusehen, ob er noch da ist. Systematische Verrücktenzüchterei wäre, gäbe es nicht funstvolle Rechenmaschinen. Chne die tommen größere Betriebe bei den Lohnberechnungen nicht mehr aus. Der in Zahlen versinkende Mensch ist zu schwach geworden, nur mit dem Gehirn das Nullenscheusal zu bewältigen. Die Maschine muß helfen. Wann wird auch sie am Ende ihrer unheimlichen Kraft sein? Wieder Zwangswirtschaft für gewerbliche Räume. Aufhebung der Bestimmungen in Geschäfts- und Industriehäusern. Der Amtliche Preußische Bressedienst teilt die folgende AnordDer Amtliche Preußische Bressedienst teilt die folgende Anordnung des Wohlfahrtsministeriums mit: Bei der Neufassung der Ausführungsbestimmungen zum Reichsmietengeset Anfang Juni dieses Jahres hat der Preußische Minister für Bolts. mohlfahrt einen Versuch gemacht, die Zwangswirtschaft im Familientragödie in der Krummen Straße. Wohnungswesen auf einem Teilgebiet aufzuheben: im Hinblick Ein furchtbares Familiendrama hat sich gestern abend in der darauf, daß vor allem mit den gewerblichen Räumen in den reinen rummen Straße 33 au Charlottenburg abgespielt. Man fand Geschäfts- und Industriehäusern eine gewisse Verschwendung ge- in der Wohnung des Möbelhändlers Lippmann diefen, seine trieben wurde, schien es vertretbar, den erstrebten allmählichen Abbau Frau und seine Tochter erschossen auf. Allem Anschein der Zwangswirtschaft versuchsweise bei diesen Räumen zu beginnen. nach hat der Bater auf Frau und Kind dis verhängnisvollen Um so mehr, weil zu jener Zeit noch angenommen werden durfte, Schiffe abgegeben, da die drei Leichen Schuhwunden auf daß die durch diese Maßnahme getroffenen Kreise am ehesten eine wiesen. Die Mordkommission wurde sofort benachrichtigt. Es Belastung durch höhere Mieten würden tragen können. Die Spizen wird angenommen, daß Lippmann die Tat unter dem Druck von organisationen der Vertreter hatten überdies zugesagt, sich dafür Geschäftsforgen, in einem Anfall geiftiger Umnachtung aus einsetzen zu wollen, daß diese Belastung einen gewiffen geführt hat. Man fand die Frau in einem Zimmer auf ihrem Bett. Prozentsak der Friedensmiete nicht über die Tochter im Nebenzimmer auf einem Sofa und den Mann selbst schreiten würde. Seit dem Inkrafttreten des Gesezes find un- in einem Sessel in den Küche. Er hatte, um ganz bestimmt den erwartet tiefgreifende Veränderungen der wirtschaftlichen Berhält Tod zu finden, die Gashähne in der Küche geöffnet, nisse eingetreten. Diele allgemeinen Veränderungen, in Berbindung nachdem er Tür und Fenster verriegelt und abgedichtet hatte. Man mit den neuen hohen Steuerlasten für die Gewerbetreibenden, haben fand neben seinem Trödeltram noch 75 millionen Mart gezeigt, daß die Voraussetzungen für eine teilweise bares Geld und einige Schmucsachen. Lippmann hatte wieder Aufhebung der 3wangswirtschaft noch nicht ge- bolt feinem Bruder gegenüber seine schlechten wirtschaftlichen Bergeben sind. Es kommt hinzu, daß die Spikenorgani hältn'ffe beklagt. sationen der Vermieterverbände troß ihrer Zuficherungen zugestandenermaßen doch nicht start genug gewefen find, ihren Einfluß auf alle Vermieter dahin geltend zu machen, Der Dank der Kinder. Bildungsarbeit der Partei. In einer Konferenz fämtlicher Kreisbildungsausschüsse, die am Sonnabend abend im Jugendheim Lindenstraße 3 stattfand und außerordentlich stark besucht mar, erstattete zunächst Genosse Albert Horlig den Bericht über den Geschäftsgang des verflossenen Jahres. Er konnte sich dabei in der Hauptsache auf den gedruckt in den Mitteilungen" des Bezirksverbandes vorliegenden ausführlichen Bericht beziehen und ging dann eingehend auf einige besonders wichtige Fragen ein. Die Art und Form der letzten Maifeier hat die Gemüter der Genossen mannigfach berührt. Die einen, die an dieser künstlerisch zweifellos außerordentlich gut gelungenen Beranstaltung teilgenommen haben, waren aufs höchste befriedigt, die anderen hingegen äußerst fritisch gestimmt. In der Zukunft wird es hoffentlich möglich sein, die Feier auf drei oder vier der größten Lokale zu verteilen. Auch die Verfassungsfeier, die diesmal in einem einzigen großen Lokal, in der Neuen Welt", stattgefunden hat, mußte sich Kritik gefallen lassen, troßdem sie durch den Spredchor Neues von eigenartiger und besonderer Prägung bot und in ihrer Gesamtheit gleichfalls von fünstlerischem Ernst durchdrungen und der Bcdeutung des Tages voll und ganz gerecht wurde. Leider war durch den illegalen Generalstreit nicht nur ein großer Teil der Teilnehmer gezwungen, infolge des langen Weges entweder auf die Teilnahme u verzichten oder zu Fuß zu gehen, was sehr viele getan haben, sondern die Feier war zeitweilig durch eine Unruhe, die in den mitwirkenden Arbeiterfängerchor Namenlos" hineingetragen war, in Frage gestellt. Durch Berhandlungen gelang es zwar, das Unheil abzuwenden, es wird aber in Zukunft darauf Bedacht genommen werden müssen, die Feier entweder vor oder nach dem 11. Auguſt stattfinden zu lassen, denn derartige unlicbfame Zwischenfälle müssen unter allen Umständen vermieden werden.( 3uftimmung.) Die angesetzten fünf Festtonzerte sind bereits vollständig überzeichnet, aber es muß bemerkt werden, daß sich der Preis für das erste Konzert auf etwa 3% Millionen Marf stellen wird, denn der Domchor beansprucht allein eine Aufwendung von 7 Milliarden. Die Darbietung von Opernvorstellungen stößt auf große Schwierigkeiten, weil der 3wist, der zwischen dem Charlottenburger Opernhaus und dem Bezirk Charlottenburg entstanden ist, noch nicht beigelegt ist. Bisher ist gegeben worden ,, Die Jüdin von Toledo", und es wird ferner gegeben ,, Baumeister Solneß" von Ibsen, Fuhrmann Hentschel" von Hauptmann und ,, Candida" von Shaw. Der Wie bekannt, wurde die amerikanische Kinderspeisung in Deutsch fünstlerische Erziehungswert dieser Vorstellungen ist umbestreitbar die eingegangenen Berpflichtungen bezüglich einer land zum erstenmal im Frühjahr des Jahres 1920 von der Gesell- und der Bezirksbildungsausschuk darf die Möglichkeit, auf diese bestimmten Höchstgrenze für die Miete zu halten. Die Ause schaft der Freunde( Quäfer) aus Amerifa unter Mitwirkung eife proletarischen Klaffengenossen hochwertige mirkungen der neuen Bestimmung haben bereits in der kurzen Zeit des Staatssekretärs Hoever eingerichtet. Seit Herbit 1920 beteiligt geistige und fünstlerische Anregungen zu geben, ihres Bestehens eine starke Beunruhigung in weiten Kreisen der sich die deutsche Reichsregierung etwa zur Hälfte an der auf keinen Fall außer Acht lassen. Besondere Beachtung verdienen Bevölkerung hervorgerufen, deren Berechtigung nicht von der Hand Finanzierung des Kinderspeisungswertes. Anfang 1922 zogen sich die Broletarischen Feierstunden, die eine seelische Krafts zu weisen ist. Nach wiederholter Anhörung der beteiligten Intereffententreise hat sich der Minister für Volkswohlfahrt nunmehr ent- die amerikanischen Gönner zurück und der Deutsche Zentralausschuß quelle für alle bedeuten, die daran teilgenommen haben. Sie sind für die Auslandshilfe übernahm als Beauftragter der deutschen ganz ohne Zweifel ein ungeheuer wichtiges Mittel der feelischen schlossen, die Bestimmungen zum nächstmöglichen Termin wieder auf- Reichsregierung und der amerikanischen Spender die Fortführung Belebung der Arbeiter. Leider wird die Weiterführung in dem zuheben und auch die Räume in reinen Geschäfts- und Industrie- des Berles. Der amerikanische Anteil an der Finanzierung der schönen Bau des Großen Schauspielhauses nicht möglich sein, weil häusern insofern der 3 wangswirtschaft zu unter= Kinderspeisung wird set 1922 durch das Central Committee for the dieser feierliche Raum gegenwärtig durch Bogervorführungen promerf en, als die Festſekung der Mieten der staatlichen Auf- Relief of Distress in Germany and Austria, das die Zusammen- faniert wird, die natürlich mehr einbringen, als selbst eine opferfassung zahlreicher deutschstämmiger Hilfskomitees in Nordamerika bereite Arbeiterschaft aufbringen tönnte. Der Eintrittspreis würde darstellt, aufgebracht. So werden täglich 80000 Kinder in fich heute nahezu auf 10 Millionen Mart stellen. Dennoch sollen die Berlin gespeist. Jede einzelne Mahlzeit foftet 2 Cents. Es Proletarischen Feierstunden auf keinen Fall aufgegeben werden, und Der Berliner Stadtverordnete Genosse Hugo Subte ist plöt- besteht die Hoffnung, auch nach dem 1. Oktober tie Speifumg fort- es wird beabsichtigt, zunächst im Oktober das neue Sprechwert Don Schönland Molo ch" aufzuführen. Ganz besonders lich gestorben. Er gehörte der Stadtverordnetenversammlung zusehen. Etwa 5 bis 6 Millionen Dollar wären erforderlich, um wichtig und bedeutsam ist die Arbeiterbildungsschule, ihre Erhaltung über den Winter hinaus täglich zwei Millionen Kinder speilen zu seit 1920 an und brachte besonders den Fragen der Wohlfahrtsfönnen. Zu Ehren der oben genannten amerikanischen Wohltäter und ihr Ausbau. Hoch erfreulich ist das rege und ständig wachsende pflege ein lebhaftes Intereffe entgegen. Genosse Subte, ein früherer und auch zu Ehren der Quäter als der früheren Träger des Hilfs- Interesse der Parteigenossen. Die Schule ist das wichtigste und notMechaniker, war Invalide und konnte sich nur mühsam und mit wertes veranstaltete das Bezirksamt Prenzlauer Berg wendigste Instrument unserer Bildungsarbeit und wir müssen ihr Hilfe eines Führers fortbewegen. Mit eiserner Energie überwand am Sonnabend nachmittag in der Brauerei Königstadt ein Kinder den Charakter einer ausgesprochenen Barteischule verleihen. er alle Schwierigkeiten, die sein Gebrechen ihm bereiteten. Im dankfest, wozu auch die Reichs- und Kommunalbehörden Vertreter Sie soll in ihrem ganzen Aufbau und ihrer Themenbehandlung zum Hauptvorstand des Zentralverbandes der Invaliden beordert hatten. Etwa 4000 Kinder füllen den Saal, als ein Ausdruck bringen, daß fie in bewußtem Gegensak zu bürgerlichen und Witwen Deutschlands hatte er das Amt eines Schrift- Schülerorchester die schlichte Feier einleitete. Nach Vorträgen des Veranstaltungen ähnlicher Art steht. Es handelt sich in der Schule führers, und er war Redakteur der Deutschen Invalidenzeitung". Erdfchen Jugendchors fand Bezirksbürgermeister Genosse John nicht um die Vermittlung von Bildungsstoff an große Maffen, sonDie Invalidenbewegung verdankt ihm starke Förderung. Unermüd- warme Worte für die amerikanischen Freunde, während die Ge- dern es wird Wert auf die Auswahl der Persönlichkeiten gelegt, noffin Dr, Weyl den Dank des Magistrats der Stadt Berlin aus die zu Arbeitsgemeinschaften vereinigt werden. lich hat er für das Wohl der Invaliden und der Witwen gewirkt. sprach. Geheimrat Dr. Boje als Vertreter des Reichsernährungs- müssen die Führerpersönlichkeiten hervorgehen, die wir auch in Zu Wieder mußten wir einen treuen und bewährten Genossen zu minifteriums und des Deutschen Zentralausschusses für die Auslands- funft brauchen. Die Ausführungen des Genossen Horlig wurden mit großer BeGrabe leiten. Der preußische Landtagsabgeordnete Genosse Rettor hilfe dankte im Namen des Reichsernährungsministers den anwesenWaldemar Holz aus Aschersleben war einem famell ver- en Amerikanern für die bisher erwiesene Hilfsbereitschaft unter friedigung aufgenommen. In der Aussprache ergriff zunächst Gelaufenden Leiden plöblich erlegen, und auf dem schönen stillen Fried Servorhebung des großen Kinderelends, das eine Fortsehung der noffe Seitel das Wort und ließ sich des näheren über die Er, machte Mitteilung Berliner Voltshochschule me hoj in 3 ehlendorf. Mitte wurde der Leib des Toten unter den Kinderspeisung dringend notwendig erscheinen läßt. Reigentänze davon, daß dieses gemeinnützige Bildungsunternehmen von der herbstlich gefärbten melancholisch wehenden Birken zur letzten Ruhe gelangliche Darbietungen umrahmten weiter die Feier. Stadt Berlin schmählich im Stich gelassen worden sei, weil man es gebettet. Ein großer Kreis von Parteigenossen, Berufskollegen, Schluffe wurde jedes Kind mit Kakao und Weißbrot bewirtet. verdächtigt hatte, ein rein sozialistisches Unternehmen zu sein, Barlamentariern und anderen Freunden hatte sich eingefunden, um während der innerste Kern seines Wesens war, nicht in Gemäßheit dem toten Freund das letzte Geieit zu geben. In der fleinen be der heutigen Wissenschaft einen ungeheuren Bildungsstoff gedächtnis. scheidenen Friedhofstapelle widmete am Sarg Regierungs- und Mit welchen Schwierigkeiten heute die Abgabe von Devisen ver- mäßig zu verarbeiten, sondern ernst und eindringlich an die Probleme Schulrat Dr. Herring dem Verstorbenen Worte des Dantes und bunden ist, möge folgende Schilderung eines unserer Leser beweisen: heranzutreten und die Hörer zu veranlassen, sie durch Selbstdenken des Abschiedes, fie galten in erster Linie dem freien Schulmann, Bor furzem begab ich mich nach der Depositen- Kasse der Disconto. zu bewältigen und so zu einem selbständigen freien Urteil zu kommen. Politiker und Parlamentarier, der seine hohen geistigen Gaben und Gesellschaft, Kurfürstendamm 163/164, und bat um ummechselung Es ist außerordentlich bedauerlich, daß die Stadt Berlin Kleinmütig Fähigkeiten nicht dazu benußte, um sich selbst zu nügen, sondern einer 2 Dollar Banknote. Nachdem ich allerlei Ausreden, genug war, ein solches Bildungsinstitut im Stich zu lassen. Die Befein ganzes Sinnen und Arbeiten den Anderen, dem Bruder, dem wie unser Bankbote ist schon fort" usw., zu hören befam und es mir geisterung, die Opferwilligkeit feiner engeren Freunde hat es por Bolt widmete. Am Grab sprach Genoffin Dr. Wegscheider Biegler im Auftrag der preußischen Landtagsfraktion. Ihre er auch nicht möglich war, eine Abschlagszahlung in geringer Höhe zu dem Untergang gerettet und es inftandgefeßt, in vier in den Arbeitergreifenden Werte wandten fich noch einmal an den langjährigen erhalten, verließ ich diese entgegenkommende" Bant, um es bei der vierteln gelegenen Arbeitsstätten erfolgreich und vielversprechend Barteifreund, dem unermüdlich fleißigen parlamentarischen Arbeiter, Kleinbant Schlesinger u. Mener, Charlottenburg, Sybelstraße, zu weiter zu arbeiten.( Beifall.) besonders aber an den gütigen liebenswerten Menschen. Für die verfuchen. Der Raffierer erklärte sich bereit, die Note privat 3 Reichel, Schöneberg, wünscht, daß die profetarischen Feierstunden ficht unterstellt wird. Hugo Subke. preußische Landtagsfraktion legte Genosse Leid, für die städtische Berwaltung Ascherslebens Bürgermeister Genosse Kleeis Kränze am Grabe nieder. Ferner fandten Kränze als leßte Grüße der Be zirksvorstand Groß- Berlin, die VSPD. Aschersleben, der Provinzial landtag der Provinz Sachsen, die Johannesschule in Aschersleben und die Lehrerschaft in Aschersleben. So wird man Devisen nicht los. 4 " Preise und Löhne. Zentralmarkthalle am 22. 9. Vollreis Lebensmittelpreise in der Erbsen ( in tausend Mark) Rindfleisch Hammelfleisch Kalbfleisch Lebende Schleie Hechte Karpfen Aale Zander 25 Milliarden Geldstrafe für Milchwucher. Bon Mittwoch der lezten Woche an hatten die Mollereien Lehnin und Beelis bei Potsdam höhere Breise gefordert, als die amtliche Mitchnotierungskommission augebilligt hatte. Darauf begab sich gestern das Marktgericht des Landgerichts Potsdam au sammen mit der mittleren Preisprüfungsstelle nach Beelitz und Aale in Eis Lehnin und verurteilte dort an Drt und Stelle die beiben Hechte Berwalter der Genossenschaftemollereien wegen Ueberforderung Schollen des festgesetten Milchpreises zu je 25 Milliarden Mari Makrelen Geldstrafe und Einziehung des lleberpreises. Man bätte mur früher zu diesen raschen, drakonischen Mitteln schreiten müssen; eine ganze Wucherperiode wäre uns vielleicht da durch erspart geblieben. Butter. Margarine Schmalz i Ei Linsen . 34000-40000 38000-45000 35000-40000 40000-45000 30000-35000 30000 50000 25000-30000 Weißkohl Wirsingkohl Grüne Bohnen. Mohrrüben Zwiebeln Tomaten 0 Am 9000-11000 aus. Aus der Schule An der Aussprache beteiligten sich verschiedene Genossen. zu einer ständigen Einrichtung ausgebaut werden, ebenso Sent. Genosse Kestenberg und Sonnemann regten an, daß die Zufammenfünfte des Bezirks- Bildungsausschusses öfters stattfinden möchten. Kestenberg wünscht weiter, daß die fünstlerischen Veranstaltungen immer mehr so ausgestaltet werden, daß sie werbend 1500-1600 für den Sozialismus wirken. Neue Wege müssen gegangen werden. Genosse Weimann und Horlig erflären, daß die Zusammenfünfte des Bezirks- Bildungsausschusses fünftig wieder wie früher öfters stattfinden werden. Horlig verteidigt in temperamentvoller Weise die bisherige Arbeit des Bezirks- Bildungsausschusses und wünscht, daß die neuen Wege, die gegangen werden sollen, deutlich umschrieben werden. Was angeregt sei, werde bereits gefördert. Weimann schließt die Versammlung mit einem Appell zu reger weiterer Mitarbeit furz nach 9 Uhr. 7000 1200 3000 1500 2500 3000 Wochenlöhne in Berlin ( in tausend Mark) 25000-30000 Buchdrucker v. 22.- 28. 9. 850 000 22000-25000 Buchbinder und Papier12000-15000 verarbeiter v. 13.- 19. 9. 700 488 20000 Rohrleger u. Bauklempn. 58000-60000 80000 vom 17.- 23, 9. 700 810 Zimmerer vom 15.- 21. 9. 630 200 30000-34000 Sebuhindustrie( Arbeiter 3500 über 21 Jahre, Orts14000 Neue Millionenscheine. Die Reichsbant fündigt wiederum die Ausgabe neuer Serien von Wertnoten an. Demnächst gelangen 100 Millionenscheine in den Verkehr. Die Note ist auf weißem Papier gedruckt klasse I vom 17.- 22. 9. 543 855 und hat eine Größe von 86X150 Millimeter. Die zweizeilige Fraktionsligung im Rathaus Marienborf. Simmer 20. Wertbezeichnung ist durch auffallende Bierbuchstaben in fräftigem] währung immerhin eine Lösung, wenn auch nur eine Zwischen. 13. ateis Tempelhof Mariendorf. Montag den 24. September, 75 Uhr, Drud besonders hervorgehoben. Beiter gelangen neue Fünflösung, die mit mancherlei Gefahren verbunden ist. millionenicheine zur Ausgabe, die ebenfalls auf weißem Papier gedrudt sind und deren Größe 95x175 Millimeter ist. erscheint, um die Postabonnementsgebühren für das Verbands anzulegen. 14. Areis Reutölu. bestimmt erscheinen. 3. Kreis Bedding. Dienstag, den 25. September, 7 Uhr, Beamtenmitglieder. versammlung an bekannter Stelle( Ledigenheim). Die Obleute müssent Freie Schulgemeinde: Dienstag, den 25. September, 714 Uhr, in der Hula bes Raiser- Friedrich- Realgymnasiums, Raiser- FriedrichStraße 210. Referent wird in der Bersammlung bekanntgegeben. Freunde der Freien Schulgemeinde als Gäste willkommen. Denn darüber darf man sich nicht täuschen: die Bodenmark ist nicht anders als die Papiermark lediglich ein Zahlungsver: sprechen. Ihre Deckung, die Rentenbriefe der Landwirtschaft und Wir werden um Aufnahme des Industrie, sind ebenfalls nur Wertpapiere und werden als solche Jeifungsgeldschwindler. folgenden ersucht: Aus Mitgliederkreisen des Deutschen Verleicht Kursschwankungen ausgefegt sein, weil längst nicht jeder, 18. Kreis Weißenfee. Bugunsten der Lehr- und Lernmitteltasse der weltlichen febrsbundes tommen seit einigen Tagen übereinstimmende der Geld braucht, geneigt ist, dieses in einer langfristigen Anleihe Meldungen, die befagen, daß ein Mann in Zivil in ihren Wohnungen Ist so die Grundlage der Zwischenwährung eine recht organ einzuziehen. Der Betreffende führt auch die flcinen Post- schwankende, so kommt alles darauf an, daß die Regierung ihrem quittungsscheine, die bei der Post üblich sind, bei sich, die er bei mit der Ausgabe der Bodenmart eingegangenen ZahlungsverBezahlung ausfüllt. Die Bostabonnenten werden ge- sprechen eine größere Wahrscheinlichkeit der Erfül= warnt, sich auf diesen Schwindel einzulassen und ersucht, den Schwindler feststellen zu lassen. Zur Einziehung der Postabonnementsgebühren sind nur die uniformierten Postan gestellten berechtigt, soweit sie im Dienst sind, was durch ihre Bestelltasche sehr leicht zu erkennen ist. Berlegung von Finanzämfern. Folgende Finanzämter werden verlegt: 1. Finanzamt Humboldthafen( XIII) von Weidendamm la nach Heiligegeiststraße Ede Kleine Poststraße. 2. Finanzamt Mühlenberg( XI) mit Ausnahme der Beranlagungsabteilung für die Stadtbezirke 233B, 238, 239, 243A, 243B, 244, 246D, 247D, 248B, 248C, 248D von Mittelstr. 60 nach Schönhauser Allee Nr. 10/11. 3. Finanztasse des Finanzamts Mitte( II) von Von der Heydt- Straße 1 nach Friedrichstr. 129. Ende Septen er d. J. wird das gesamte Finanzamt Mitte( II) nach Friedrichstr. 129 verlegt. Unfere werten Inferenten machen wir darauf aufmerkfam, daß die jewelligen Anzeigenpreife regelmäßig am Kopf des Vorwärts" angezeigt find Befondere Benachrichtigung bel Preisänderungen erfolgt nicht VORWÄRTS- VERLAG G.m.b.H. Die Bildung einer Kunstgemeinde hat das Bolfsbildungsamt des Bezirks Treptom in Aussicht genommen. Hierdurch soll den Teil- lung gibt als der Papiermart. Mit anderen Worten: Wird mehr nehmern der vom Volksbildungsamt getroffenen Beranstaltungen an derartigen Zahlungsmitteln gebrudt, als aller Boraussicht nach die Möglichkeit gegeben werden, bei Aufstellung der Programme ihre in Gold zu einem guten Umwechslungsturs eingelöst werden kann, Wünsche zum Ausdrud zu bringen. Die Veranstaltungen werden so wird das Spiel mit der Bodenmart sofort genau so wieder be= regelmäßig in den verschiedenen Bezirksgegenden getroffen werden, ginnen wie es bisher mit der Papiermark getrieben wurde. Daher so daß Fahrkosten für die Teilnehmer nicht entstehen. Die Eintritts steht und fällt der Gebante einer solchen Zwischenwährung mit der preise für die einzelnen Veranstaltungen werden sich im allgemeinen fünftigen Gestaltung der Reichsfinanzen. Der Ausgleich des auf der Höhe der Kosten einer Straßenbahnfahrt bewegen. Budgets muß dann um jeden Preis und mit größter Beschleuni gung durchgeführt werden, damit nicht der Staat zur Deckung feiner Finanzen wieder ungedecktes oder auch nur ungenügend gebedtes Geld drucken lassen kann. Insbesondere wird der Besiz, der mit seinen Währungsvorschlägen nach Helfferich und anderen die Absicht verband, sich durch eine Garantieleistung für die Wäh rung von weiteren Besitzsteuern zu entlasten, gezwungen werden müssen, umzulernen. Die rücksichtslose Einschränkung der Ausgaben des Staates wird andererseits auch die gesamte Arbeiterschaft vor schwere Aufgaben stellen. Gelingt es, ein radikales Finanzprogramm zu formulieren und durchzuführen, dann und nur dann wird die Bodenmark eine Stufe zur echten Währung sein. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Der Zuschlag für die Theatervorstellung Die Jüdin von Toledo" am Sonntag, den 23. b. Mis., nachmittags 3 Uhr, im Neuen Theater am 300 beträgt 2 Millionen. Jm Walhallatheater gelangt„ Die spanische Fliege" nur noch diese Boche, bis einschließlich nächsten Sonntag zur Aufführung. Die Leser des Borwärts" erhalten gegen Vorzeigung des heutigen Inserates die bekannte Ermäßigung. Wirtschaft Die Vorbereitung der Goldwährung. Der Rurseinbruch am Devisenmarkt, den die Reichsbank durch eine plötzliche Aenderung ihrer Taftit bei der Stüßungsaktion herbeigeführt hat, ist auf die Warenpreise fast ohne Einfluß geblieben. Zwar und das ist wenigstens ein Gutes ist die sprung hafte tägliche Steigerung der Lebensmittelpreise auf manchen Gebieten zum Stillstand gekommen, einige Balutawaren, wie Fette und Mühlenprodukte, gingen sogar im Preise zurück. Andere Waren Stiegen weiter. Im großen und ganzen aber ist der Erfolg der Martbesserung am Warenmarkt verschwindend gering. Zu einem Teil erklärt sich das daraus, daß viele Kleinhandelswaren noch immer den Großhandelspreisen, ganz gleich ob sie steigen oder fallen, erst mit einem Abstand von mehreren Tagen folgen. Bei diesen Waren fonnte man eine so plöhliche Umschwenkung der Breise nicht in einem Tage erwarten. Wenn aber auch die Mehr zahl derjenigen Waren, die bisher immer mit dem Dollar herauf numeriert wurden, nicht im Preis entsprechend der Dollarsentung fanten, so liegt das zu einem wesentlichen Teil daran, daß am Sonnabend eine amtliche Devisennotierung nicht stattfindet und die Warenverfäufer bei ihrer Preisstellung mit einem gewiffen Recht darauf verweifen fonnten, daß die am Sonnabend im freien Berfehr genannten Kurse bereits wesentlich über der amilichen. Notie rung vom Freitag lagen. Diese Freiverkehrsturse sind aber nach feiner Richtung hin fontrollierbar. Deshalb sollte der Mißstand, daß am Sonnabend feine amtliche Rotierung stattfindet, beseitigt werden. Zu einer Zeit, wo sich der überwiegende Teil der Wirt schaft auf Goldrechnung umgestellt hat, muß dafür gesorgt werden, daß der Goldmaßstab auch einwandfrei ermittelt werden kann. Erst dann wird auch die Berfolgung von Preisüberforderun gen durch die Wucherpolizei mit dem Nachdruck einsehen können, der notwendig ist, um, wo es gerechtfertigt ist, die Preise dem sintenden Dollarkurse ebenso anzupassen, wie sie mit ihm in die Höhe gingen. Denn das ist die größte Schwierigkeit der Wirtschaftsperiode, die mir jetzt durchmachen: die Papiermart ist praktisch auf gegeben. Der neue Währungsplan des Reichs meist ihr noch für einige Monate die Rolle einer Scheidemünze zu. Dadurch, daß man gleichzeitig Goldmarknoten schaffen will, welche den Unterbau für die neu zu errichtende Goldwährung abgeben soll, ist praktisch auch für den Gesetzgeber die Papiermark nur noch ein Behelfsmittel im Zahlungsverkehr bis zu dem Zeitpunkt, wo nach Sanierung des Reichshaushalts die neue Goldmark allgemein gültiges, gefchliches Zahlungsmittel mird. Ueber die schweren Zuckungen des Martfurfes in ben legten Monaten hat sich die Wirtschaft nur damit hin. meghelfen können, daß sie schon lange in Gold rechnete. Dadurch aber tamen alle diejenigen in schweren Nachteil, die als Berbraucher auf die Bapiermart angewiesen waren. Der Reallohn sant, die Arbeitslosigkeit stieg. Jetzt bleibt nur noch die Möglichkeit, mit rücksichtsloser Konsequenz den Weg von der Goldrechnung zur wirklichen Goldmährung zu Ende zu gehen. Goldpreise auch für Stidstoff. Nachdem die meisten Industrien bereits zur Breisstellung in Gold übergegangen waren, hatte das Stickstoffinndifat feine Preise in Roggen ausgedrüdt. Jegt wird auch dieses System wieder preisgegeben zugunsten der Rechnung in Gold, wie sie neuerdings sogar bei der Kohle durchgeführt ist. Mit Wirkung von Montag, den 24. September 1923, werden die höchstpreise für Gtidftoffdüngemittel aufgehoben. An ihre Stelle treten folgende, zwischen den berufenen Bertretern der Landwirtschaft und des Stickstofffyndifats vereinbarte, von der Reichsregierung genehmigte Goldpreise für das Kilo Stidstoff im schwefelfauren Ammoniat Goldmart 1,05, im schwefelfauren Ammoniat gedarrt und gemahlen Goldmart 1,07, im Natronsalpeter Goldmark ein 3 ahlungsziel von einer Woche und nimmt Goldan. 1,17, im Raltstickstoff Goldmart 1,- Das Stickstofffyndikat gewährt leihe in 3ahlung, und zwar innerhalb dieser Frist zum Nennwert. Bei Zahlung in Papiermart erfolgt Umrechnung zum Dollarturs des Werteingangstages, jedoch mit der Maßgabe, daß bei Zielüberschreitung mindestens der Kurs am Tage der Fälligkeit zugrunde gelegt wird. Schule am Mittwoch, den 26. Geptember, abends 7 Uhr, in der Gemeindeturnhalle, Pistoriustr. 23, Theaterabend. Zur Aufführung gelangt Flachs. mann als Erzieher" durch die Theaterdirektion Heiden- Heinrich. Karten a 2 Millionen Mark find bei sämtlichen Klaffenlehrern und beim Borhizenden der Elternbeiräte, Genoffen Heini, Gäblerstr. 7. zu haben. Dortfelbft find auch noch einige Karten für die Jüdin von Toledo" im Neuen Theater am 300 für Sonntag, den 23. b. D., zu haben. Fitr den 18. Berwaltungsbezirk findet die Jugendweihe am Sonntag, ben 30. September, vor. mittags 10 Uhr, in der Gemeindefesthalle statt. Cinlaßtarten für die Eltern fostenlos, für Gäfte 1 Million Mark, zu haben in der weltlichen Schule und beim Genossen Sveinl, Gäblerstr. 7. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Donnerstag, den 27. September, 8 Uhr, bei Burg, Brenzlauer Allee 189, Gigung der Abteilungsmietervertreter und Deren Stellvertreter der Abteilungen 24-31. Die berufs- und ehrenamt Tich tätigen Genoffen des Miets- und Wohnungsamtes Prenzlauer Berg find eingeladen. Freie Schulgemeinde: Freitag, den 28. b. M., 7 Uhr, Aula, Sonnenburger Str. 20, Elternversammlung. Die bekannten Plakate find mitzubringen. Reukölln. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Montag abend 7% Uhr in der Schule Leffingftr. 2 Rursabend zur Ausbildung von Helfern und Selferinnen. Selbstanfertigung von Sausschuhen usw. Material mitbringen. Rege Beteiligung erwünscht. Morgen, Montag, den 24. September: 3. Abt. Die für Montag angefeßte Gigung der Kommunalen Kommission findet umständehalber eine Woche später, am Montag, den 1. Oktober, statt. 7½ Uhr Sigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute fowie aller Funktionäre im Sotal Emil Krüger, Engelufer 23. 8. Abt. 72 Uhr beim Genossen Thannhäuser, Steinmegstr. 41, Borstands. figung. 12. Яbt. 7% Uhr treffen sich alle Ordner bei Berger, Levegowstraße. 15. bt. 7 Uh Gigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obiglo, Stralsunder Str. 11. 24. Abt. 7 Uhr Funktionärsihung bei Spiller, Naugarder Str. 14. 46. Abt. 7 Uhr Sigung der Abteilungsleitung und Funktionäre bei Cichhola, Cuvrnstr. 23. 51. Abt. Charlottenburg. 6 Uhr treffen fich die Funktionäre bei Eile, Span. dauer Bock, zur Berbreitung von Werbematerial. Sämtliche Funktionäre müfen erscheinen. 85. Abt. Tempelhof. 7½ Uhr Funktionärsigung in der Linde, Berber, Ede Friedrich Karl- Straße. Abteilungsführern. 128. bis 130. Abt. Bankow. 7½ Uhr im Jugendheim Borstandsßzung mit den Jungfesialisten. Gruppe Süboft: 7½ Uhr in Jugendheim, Glogauer Str. 15. 1. Diskussion: Unsere Winterarbeit". 2. Neuwahlen des Borstandes. Frauenveranstaltungen am Montag, den 24. September: 9. Kreis Wilmersdorf. 74 Uhr bei Pieper, Holfteinische Str. 60, spricht Ge. nossin Buile Rähler über Die internationale Frauentonferens". 12. Rreis Steglig, Lichterfelbe, Zantwis. 7% Uhr bei Thiel, Albrechtstr. 87, 19. Rreis Pantom. 7½ Uhr im Jugendheim, Breite Straße. Thema:„ Die Besprechung über Die Wintervorträge". wirtschaftliche und politische Lage". Referent Genosse Briniger. 5. Abt. 7 2hr bei Muh, Neue Rönigstr. 26. Thema: Sozialismus als Stulturbewußtfein". Referent Genoffe Nietisch. 21. Abt. 7% Uhr in der Borwärts"-Spedition, Utrechter, Ede Müllerstraße. Thema: Die politische Lage". Referent Genoffe Krille. 23. bt. 7 Uhr bei Taube, Müllerstr. 62a. Thema: Das Recht auf Ge burtshilfe, oder was muß die Frau von dem Hebammengeset wiffen?" Referent Genoffe Renner. 28. t. 7½ Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Bahl einer Frauenleiterin. Erscheinen aller Frauen Bflicht. 34. Wbt. 714 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19. Thema: Soziale Ethil". Refe. rent Genoffe Pfarrer Frande. 35. Abt. Bei Drellfe, Schreinerstr. 18. Thema: Die politische Lage". Refo rentin Genoffin Fahrwald. 37. Abt. 7 Uhr bei Jerafch, Ebertyftr. 10. Steferentin Frau Scheibenhuber. 39. 21st. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Thema: Aus Hauptmanns Werfen", Referentin Frau Dr. Wegscheider- Ziegler, M. d. 2.( Musikalische Mitwirkung der Arbeiterjugend.) 41. und 42. Abt. 7 Uhr bei Höhlle, Bergmannstr. 69. Thema: Soziale Ethit". Referent Genosse Dr. Deiters. 43. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Der nächste Abend wird noch bekannt. gegeben. 44. und 45. Abt. 7 Uhr im gofal Lafer, Laufiger Str. 25. Thema:„ Die Frau im Staat und in der Kommune". Referent Genosse Ruben. 47. Abt. 71 Uhr bei Pflug, Mustauer Str. 1. Thema: Die Frau und der Sozialismus". Referentin Genoffin Gertrud Sanna, M. d. 2. Thema: 102. Abt. Baumschulenweg. 75 Uhr bei Haß, Baumschulenite. 72. Sozialismus als Rulturbemußifein". Referent Genosse Albert Borliz. Birken August Bebels". Referent Genoffe Adolf Buſchid. 106. t. Johannisthal. 745 Uhr bei Gobin, Roonſtraße. Thema:„ Leben und 138. Abt. Reinidendorf- Dft. 71 Uhr. Thema: 8 218". Referentin Genossin Frau Dr. Kleffe. Uebermorgen, Dienstag, den 25. September: Arbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Zehrer. 5 Uhr im Lehrervereinshaus, Alexanderplag. Rimmer 1, Borstandssigung. Um 7 Uhr Abschiedsfeier für unieren Borfißenden Dr. Herring. 10. Abt. 7he Funktionärversammlung bei Trümper, Flensburger Str. 8. Die Bezirksführer müssen die Mitglieder zu der am Mittwoch stattfinden. ben Mitgliederversammlung einladen. 20. Abt. 7 Uhr Gigung der Kommunalen Sommission bei Fritsch, Dront heimer Str. 4. Gegen den Notgeldunfug. Durch den letzten Marffturz und das dadurch bewirkte Anschwellen der Preise und Löhne ist ein bebauerlicher Mangel an Reichsbanknoten und anderen geschlichen Zahlungsmitteln eingetreten. Das Reichsfinanzministerium hat fid) genötigt gefehen, in vielen Fällen die Auszahlung von Notgeld zu geftatten, in jedem Falle jedoch genaue Bestimmungen über die Anlegung des Gegenwertes des jeweils ausgegebenen Betrages aufgestellt, die einer mißbräuchlichen Verwendung des Notgeldes, insbesondere der fünfilichen Geldmacherei vorbeugen sollen. Indesse: i daneben auch von zahlreichen Stellen Notgeld ohne jede Ge nehmigung ausgegeben worden, wobei selbstverständlich die von der Behörde verlangten Sicherheitsmaßnahmen nicht getroffen worden find. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, wird gegen dieses wilde Notgeld mit aller Schärfe vorgegangen. Es wird unnachfichtig seine schleunige Einziehung verlangt und nötigen 31. Abt. Mittwoch, den 26. September, Mitgliederversammlung in der Schulfalls mit polizeilichen und strafrechtlichen Mitteln erzwungen werden. 81. Abt. Friebenan. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Gesellschaftszimmer des Friedenauer Raistellers. Genoffe Aufhäuser, M. b. R., spricht über Wohin steuern wir?" Frauenveranstaltung am Dienstag, den 25. September: 97. Abt. Reutöln. 7½ Uhr bei Rusli, Leineftr. 1. Thema:„ Die Frau und der Sozialismus". Referent Genoffe Briniger. ** aula Schönfließer Str. 7. Bon 7 bis 7½ Uhr werden Beiträge entgegen. genommen. Bericht vom Bezirtstag. Referent Genoffe Landa. Die Bezirkofihrer müssen einladen. 39. Abt. Mittwoch, den 26. d. 9., 71 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Bersammlung der Kommunalen Rommission. Bortrag des Genossen Dr. Golmit. Erscheinen aller ehrenamtlich tätigen Genoffinnen und Genoffen Pflicht. Säfte willfommen. 47. bt. Die Funktionärkonferens findet nicht statt. Die Besirfsführer laden zur Mitgliederversammlung am Mittwoch bei Wollschläger, Abarbertstr. 21, ein. Referent Genosse Franz Rünstler. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Mittwoch, den 28. b. 2., 7 Uhr, findet im Jugendheim, Sindenstr. 3. 2, Sof, 3 Tr. eine öffentliche Selferversammlung statt. Aussprache mit Karl Bichert fiber ,, Die Rinderlandgemeinde Birkenwerber". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation äicherung Montag, ben 24. September, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium 5. Abt. Der Genoffe Friedrich Bölle ist am Donnerstag verftorben. GinGerichtstraße. Um rege Beteiligung wird erfucht. 20. Abt. Neukölln. Unfer Genoffe Paul Sädel, Berliner Str. 86, in am 19. September gestorben. Einäscherung Montag nachmittag 5 Uhr Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Morgen, Montag, den 24. September: Friebenan: Jugendheim Gemeindefoule Offenbacher Str. 5a. Mädchen. Eine neue deutsche Konzeffion in Sowjetrußland. Der Rat der Boltstommiffare hat seine Zustimmung zu einem wirtschaftlich bedeutsamen Berirage erteilt, der einer deutschen Gruppe eine forstwirtschaftlich industrielle Ron. 8effion im Gebiete der Eisenbahn Mga- Rybinst auf die Dauer von 25 Jahren erteilt. Der deutsche Partner ist die„ Gefell. schaft für die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Osten", Berlin. Das zur Ausbeutung bestimmte Waldgebiet erstreckt sich in einer Ausdehnung von etwa einer Million Desjatinen zwischen den beiden von Petersburg ausgehenden Hauptbahnlinien, der Nordbahn und der früheren Nikolaibahn, die jetzt den Namen Oftoberbahn führt. Es wird selbst von einer noch nicht dem Berfehr übergebenen Bahn durchzogen. Ein Teil der Waldgebiete ist durch den Ausbau der genannten Strede möglich. Der übrige Teil noch nicht erschlossen; ihre ökonomische Bewirtschaftung wird erst der Waldmassive liegt mit günstigen Flößungsverhältnissen im Zufuhrgebiet zum Petersburger Hafen. Die Waldungen bestehen vor wiegend aus Nadelhölzern, die nach Qualität und Quantität fede Fabrikationsmöglichkeit zulassen. Die Gesellschaft für die wirtschaftDer Entwurf der Reichsregierung, über den in der kommenden lichen Beziehungen mit dem Often, Berlin, wird ihre Rechte und Woche der Reichstag zu entscheiden haben wird, hat unleugbare Pflichten aus diesem Bertrag einer zu diesem Zweck ins Leben gerufenen Aktiengesellschaft übertragen, an welcher neben ihr unter Mängel, die scharfer Kritik in der bürgerlichen Breffe unterzogen anderent die Firma Gebr. Simmelsbach A.-G. Freiburg, Europäische werden. Mit Recht fragt man; warum eine fo fragwürdige 3mi- Holzhandels- 2.- G. Hannover, sowie einige Bauunternehmungen be- abend, Bortrag: Säuglingspflege“. fchenlösung, wie der Bodenmart, überhaupt notwendig ist. teiligt find. Dem Aufsichtsrat wird u. a. der frühere Reichstanzler Wenn man den Sachbefiz belastet, so wäre es reinlichere Arbeit, Dr. Mirth angehören. diesen die schwebenden Schulden und die noch bevorstehenden un gebedten Ausgaben übernehmen zu lassen, um sofort die Goldwährung zu schaffen und nicht erst ein Zahlungsmittel in den Ber-, fehr zu setzen, dessen Wert vor Schwankungen nicht sicher ist, das fogar leicht mißbraucht werden und zu neuer Inflation führen Pann. Dem ist freilich entgegenzuhalten, daß die verfügbaren Be stände an Gold und Devisen nicht ausreichen, um sofort eine dem gesamten Wirtschaftsverkehr genügende und doch ausreichend gedeckte Menge von Goldzahlungsmitteln ausgeben zu fönnen. Ebenso wie der Staat braucht auch die gesamte Produktion und Marenverteilung eine gewisse Uebergangsfrist, um der Inflationswirtschaft in eine geregelte Geldwirtschaft ohne schwerste Erschütterungen hinüberzufommen. Es besteht 3. B. fein Zweifel, daß mit Bolizeimaßnahmen allein die zum Wiederaufbau der Goldwährung notwendigen hochwertigen fremden Zahlungsmittel nicht aus der Wirtschaft herausgeholt werden können. Gelingt es bagegen, die Uebergangswährung einige Monate mit Erfolg zu halten, so wird bei gleichzeitiger Umstellung des Kreditsystems von selbst auf die Devisenbefizer ein wirtschaftlicher Druck ausgeübt werden, um dem Reiche mehr Devisen als bisher zur Berfügung zu stellen. Insofern ist der Gedanke einer Uebergangsaus Groß- Berliner Parteinachrichten. 14. Rreis Reukölln. Abteilungsableute der Beamten: Gigung morgen, Montag, 7 Uhr, im Parteibureau. Redarstr. 3, Simmer 7. Rommunale Rommiffion: Dienstag, den 25. September, Sigung im Rathaus. Referent Dr. Gilberstein. We ehrenamtlich tätigen Genoffen find eingeladen. 15. Kreis Treptow, Baumschulenweg, Oberschöneweide, Niederschöne weibe, Johannisthal. Dienstag, den 25. Geplember, 7 Uhr, große öffentliche Beamtenversammlung in der Aula ber 1. Gemeindeschule, Niederschöneweibe, Berliner Str. 31. Tagesordnung: 1.Die Repu blifanisierung der Berwaltung". Referent Genoffe Winn Steintopf, M. b. 9. 2. Freie Aussprache. Parteigenoffen, Beamte und Behördenangestellte erscheint zahlreich. 1.- 20. Kreis. Funktionärinnenkonferenz Freitag, ben 28. b. M., 6 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof, 3 Tr. Tagesordnung: Finanzwirt fchaft und Balutaelend". 5. Kreis Friedrichshain. Montag, ben 24. D.., 7 2hr, Bersammlung aller BSPD. Elternbeiräte in Schmidis Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a. Wegen der wichtigen Tagesordnung müffent alle Genossen unbedingt erscheinen. Abteilungsobleute einladen. BEPD.- Lehrer werden um Teilnahme ge. beten. Mitgliedsbud) legitimiert. 7. Areis Charlottenburg. Montag, den 24. September, 7% Uhr, erweiterte Fraktionssitung, Simmer 1. Arbeitersport. Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. 1. Männerabteilung: Sonntag, 23. September, Bartie. Treffpunkt 6½ Uhr Stettiner Bahnhof. Frauenturn warte: Jur Entgegennahme michtiger Mitteilungen entfenden alle Abteilungen einen Bertreter nach der Geschäftsstelle. 16. Männerabteilung: 13. Stiftungsfest Sonntag, den 23. September, Brauerei Rönigstadt. Anfang 4 Uhr. Arbeiter Turn- und Sportbund, 1. Rreis. Männerklasse ber Bundesschule: Mittwoch, den 26. September, abends 7 Uhr, Bersammlung fämtlicher gemeldeten Teilnehmer in ber Geschäftsstelle fichte". Röpenicker Sir. 108. Nachmittags ar Zielka! bel Varieté Kabarett Friedrich- Ecke Leipziger. Eintritt frei bis auf reservierte Plätze. Stoffe GeschlechtsHaut und Frauenlelden Berlin: Demminer Str. 1, Ecke Brunnenstr., Potsdamer Str. 123 B, Königstr. 57/65. Friedenau: Rheinstr.7. für Herren- u. Damen- Bekleidung beste Fabrikate, große Auswahl. 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Tor Täglich 71/2 Uhr u, Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Das süße Metropol- Theater ReichshallenTh. 71: Casino- Girls Tägl. 7, U. Neues Theat. a. Zoo 72 Uhr: Von 5-7 Thalia- Theater 72 Uhr: Mimikry Theater i.d. Kommandantenstr. 1.Sonnt. 3 U. Stettiner Sänger Mädel Primus Palas 7% U: Charlie Potsdamer Str. 19 Wallner- Theater 8: Die tolle Lola Lustspielhaus Direktion: Heinz Saltenburg. Gastsp, Die Truppe 7% Kaufm.v.Venedig Deut. Künstler- Th. Allabendl. 72: Der Fürst v. Pappenheim ( Max Adalbert) Rose Theater 3 u. 78 Uhr: Ein Mann aus d. Volke Ecke Margaretenstr. Wilhelm Tell 7 Akte mit Gesangbegl. 2. Woche Beginn 7 und 9, Sonnt. 5, 7 u 9 U. Berliner Bockbrauerei Belle- AllianceEcke Fidicinstraße. WINTO BRIEN Kino- Eröffnung! Heute 2 Vorstellungen 2 Anfang 7 Unr Täglich Nachm. halbe Pr. Beg. 32 0.12 Vorstellungon 2 SORRENT Dir. H. Waldbaur Im Hochbahnhof Schlesisches Tor. Die Frau mit der Peitsche getanzt vom Ballett Celly de Rheidt Helga v. 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Im Anschlug an unsere Bekannt machung vom 17. d. m. teilen wir hierdurch mit, daß infolge meiterer Steigerung der Kohlenpreise. Grachten ufm. eine Erhöhung des Gaspreises auf 18 600 000 art je cbm erforderlich geworden ist. Für den Gasverbrauc), der seit der vorangegangenen, durch unsere Beauftragten erfolgten Ablesung stattgefunden hat und der durch die Gasmesser. standaufnahme vom 23. September d. J. ab festgestellt wird, gelangt in unserem gesamten Versorgungsgebiete, mit Aus. nahme von Grünau, ein Durchschnittspreis von 8 Millionen Mark je cbm, einschließlich Rohlen- und Um fagsteuer und Miete für Gasmesser und Münzgasmessereinrichtungen, somie Ab. gabe an die Gemeinden, zur Erhebung. Weitere Preisänderungen vor Ablauf diefer Woche bleiben vorbehalten. Den Betrag für den Verbrauch, der feit der vorangegangenen Standaufnahme stattgefunden hat, werden mit fofort bei der Standaufnahme erheben. Wir bitten infolgedessen, für Einlösung der Empfangsbescheinigungen, die von unferen Beauftragten vorgelegt werden, Sorge zu tragen. Wir machen nochmals darauf aufmerf fam, daß weder Vorauszahlungen noch Wochenzahlungen auf Gasverbrauch ent. gegengenommen werden. Um den Wünschen unserer Gasab. nehmer entgegenzukommen, werden mir trog der damit für uns verknüpften erheblichen Mehrkosten die Ablesung der Gasmefferstände und Einziehung der fälligen Rechnungsbeträge von jest ab tunlichst in fürzeren als monatlichen Abständen vornehmen lassen. Der Tag der Standaufnahme in einem früheren Monat tann infolaedeffen nicht mehr maßgebend sein. Da zur Durchführung der geplanten Maßnahme eine größere Anzahl von neu auszubildenden Arbeitskräften erforderlich ist, fo fann die Ablese- und Ein. faffierungsperiode nur allmählich vertürzt werden. Berlin, den 23. September 1923. Gasbetriebsgesellschaft, ftiengesellschaft. Det Borstand: E. Körting. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Feilenarbeiter Achtung! Dienstag, 25. Septbr., nachm. 5 Uhr, im Botal von Bleffin, Stargarder Straße 3 Kommissions- Sihung Metallorüder und polierer Groß- Berlins Dienstag, 25. Septbr.. nachm. 5 Uhr. im Gewerkschaltshaus, Engelufer 24/25 Branchenversammlung Achtung! Unto- Reparaturbetriebe Dienstag, 25. Septbr., abends 7 Uhr, im Lotal von Poweleit, Joftystraße 7 Funktionärkonferenz Die Beiträge betragen ab 39. Woche, fällig mit Sonnabend, den 23. September: 12 000 000 9. 500000 M. 11 000 000 2000 000 50 000 1000" " 9 000 000 6 000 000 " " " Beitragsrückstände von über 3 Bochen sind mit dem zurzeit geltenden Beitragsfag zu bezahlen. 43/11 Die Ortsverwaltung. Etablissement Café ielka Friedrichstr. 60, Ecke Leipziger Str. 44 Uhr Täglich 4 Uhr wieder die beliebten NachmittagsVarieté- u. Kabarett- Vorstellungen Auftreten von: Maria Zelenka u Alfred Läuiner a.G. Leni Bowitz, Ines Mesina, Lena Düveke, Jam. Basch, Drehers Alpenspiele, 2 Hugos, Ballett Oberor( 4 Damen), einst. v. Egon Molkow, J. Birnbaum mit großem Orchester Trabrennen Ruhleben Eintrit frei bis auf reservierte Plätze Sonntag, den 23. September, nachm. 1½ Uhr Brillanten Edelmetallbruch, Zähne tauft Goldwarenfabrik Schneider& Sohn [* Jnh. Erwin Schneider Franzöfifche Straße 15, vorn I an der Friedrichstraße Roggenrentenbank Berlin W- 35. Schöneberger Ufer 21. Kapital und Reserve z. 3t. ca. 500 Milliarden M. Un- und Verlauf von Roggenrentenbriefen vorteilhafteste wertbeständige Kapitalsanlage. Bisher ausgegebene Roggenrentenbriefe ca. 300 Billionen M. Beleihung landwirtschaftlicher Grundstücke mit Roggendarlehen. Prospekt auf Wunsch kostenlos. Schreib Rechen Maschinen Gebr einitschke Gendelsir 3 73% Uhr abends: Das große Programm! Unsere nur erstklassigen, allgemein eingeführten und nachweislich tausendfach freiwillig glänzend begutaciteten aus Bettstellen Metalli Erwachsene u. Kinder Stahlmatratzen, Polster, Decken, Federbetten lief. wir fraditfrei dir. an Private zu günstigst. Preisen a. 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Jahrgang Es grollt in der Tiefe! 2. Beilage des Vorwärts Mit übermenschlicher Kraft führt die Sozialdemokratie den Kampf um die Erhaltung der Republik, die Einheit des Reiches und den Wiederaufbau der Wirtschaft. Diefer Kampf wird von den Bon Bernhard Krüger, Vorsitzender der VSPD.- Gesamt-| Kreisen rechts von uns sabotiert und links von uns nicht anerkannt. fraktion des AEG.- Konzerns. Borbemerkung der Redaktion: Die nachstehenden Ausführungen eines ernsten Arbeiters, dem jede Phrasenhaftigkeit fernliegt, geben wir als ein Symptom der Stimmung in breiten Volksschichten wieder. Die es angeht, mögen daraus fernen. Offen aussprechen, was ist, ist das erste Gebot der Stunde. Seit Wochen befinden sich unsere Genossen in der Reichsregierung. Ich bin überzeugt, daß sie von den besten Absichten beseelt sind. Wir haben uns zu fragen: Was ist bisher geschehen? Außen politisch gesehen bahnt sich die Liquidierung des Ruhrkampfes an. Es ist ein böses Erbe, das die verflossene Regierung Cuno der jezigen Roalitionsregierung überließ. Ich will nicht untersuchen, ob die Besetzung hätte verhindert werden können. Aber unver= antwortlich war die Art, mit der die verflossene Regierung den Ruhrkampf führte. Die Folge davon ist der Zusammenbruch unferer Finanzwirtschaft und die Aussicht auf den völligen Berfall unserer Volkswirtschaft. Eine weitere Folge dieser Handlungsweise ist die fortschreitende Entwertung der Mark, die als Folgeerscheinung die ungeheure Teuerungswelle über das Volt gebracht hat. Das Programm, das unsere Genossen aufstellten und zur Bedingung ihres Regierungseintritts machten, war gut. Aber welche Wirkung hat es ausgelöst? Im Gegenteil, auf uns lastet die Berantwortung für all die Dinge, die wir nicht verschuldet, vor denen wir hinreichend gewarnt, die wir auf das heftigste bekämpft haben. Kann die Partei in diesem Stadium es verantworten, Mitglied einer Regierung zu sein, in der sie die Minderheit bildet und die nicht in der Lage ist,' die Widerstände der herrschenden Schichten zu beseitigen? Gewiß ist Die Partei nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zwed. Wollen wir aber der Arbeiterbewegung und damit dem gesamten deutschen Volte dienen, ist eine starte Partei unbedingte Voraussetzung. Partei und unsere Parlamentarier sind zur Ohnmacht verurteilt, An unsere Postabonnenten! Wir haben unsern Postbeziehern eine Zahlkarte zugehen lassen und bitten, den darauf geforderten Betrag von 6 000 000 M. als erste Nachzahlung auf den bei der Post entrichtenden Septemberbezugspreis auf unser Postscheckkonto zu überweisen. Außer dieser ersten Nachforderung sind wir durch die enorm gestiegenen Herstellungspreise gezwungen, noch eine zweite Nachzahlung von ebenfalls 6000 000 M. zu erheben, welche die Post durch Nachnahmekarte einzieht. Wir bitten, auch diesen Betrag sofort zu entrichten. Dabei weisen wir darauf hin, daß der wirkliche Bezugspreis vom 23.- 29. d. M. allein 20 000 000 M. beträgt. Vorwärts- Verlag, Berlin SW 68, Lindenstraße 3. wenn die Massen den Glauben on ste verlieren. Und sie sind im Begriff, ihn zu verlieren angesichts der standalösen Zustände im inneren Deutschland, für die die Partei mit verantwortlich gemacht wird. Aber was ist zu tun? Die Regierung muß den Muf haben, rücksichtslos durchzugreifen. Tut sie dieses, ist ihr der Erfolg sicher. Tut sie es nicht, so wird sie unter viel schwierigeren Umständen ihren Blatz zu räumen haben, als die Regierung Cuno. Alle Privilegien einzelner müssen fallen, und zwar sofort. Die Voltsgemeinschaft kann auf einzelne teine Rücksicht nehmen, wenn die Existenz des gesamten Volles auf dem Spiele steht. Die Landwirtschaft muß zur Ablieferung von Lebensmitteln gezwungen werden, und zwar zu Preisen, die für das Volk erträglich find. Es muß ja geradezu aufreizend wirken, wie in dieser allgemeinen Not, in der sich die Arbeiterschaft befindet, die Landwirtschaft es wagen fann, dis Lebensmittel zum Spekulationsobjekt zu machen. Das Steuerprogramm der Sozialdemokratie wurde bom Reichstag einstimmig afzeptiert. Statt nunmehr aber, angesichts der, Not des Volkes, sich die herrschende Klasse bereit fand, ihren Anteil an den Lasten mitzutragen, versucht sie mit allen Mitteln, sich der Pflicht zur Tragung dieser Steuern zu entziehen. Nicht nur, daß die Lohnsteuern auf die Warenpreise geschlagen werden und damit wiederum der Konsument zur Tragung der Steuern verurteilt wird, schreitet man offen zur Schließung oder gewaltigen Einschränkung der Betriebe. Dabei magt man es fogar noch, als Begründung die Unmöglichkeit des Aufbringens der Lohnfummensteuer heranzuziehen. Statt von ihren Gewinnen etwas abzustoßen, wälzt man alles auf die arbeitende Bevölkerung ab. Arbeiter und Angestellte werden entlassen, werden dem Elend der Arbeitslosigkeit überliefert. Troftlos blicken sie in die Zukunft und gehen weiterer Berelendung entgegen. Auf der anderen Seite zieht die befizende klasse aus der Not der gesamten Bevölkerung noch weiteren Nutzen. Die Spekulation treibt die tollften Blüten. Der Dollar steigt stündlich. Den Gewerkschaften ist es nicht möglich, auch nur annähernd einen Ausgleich der Löhne herbeizuführen. In der Tiefe grollt es! Berzweiflung hat die Arbeitermaffe ergriffen. Biele glauben an nichts mehr, es sei denn an einen bösen Willen der Partei- und Gewerkschaftsführer. Nicht nur die indifferente Masse, leider auch sonst besonnene und erprobte Bartei genossen verlieren das Vertrauen. Die Sozialdemokratische Partei muß den Blizableiter für alle Sünden der bürgerlichen Parteien abgeben. Viele Arbeiter in dem Betrieb fragen nicht nach unserer parlamentarischen Stärke, sondern glauben, daß wir durch unseren Eintritt in die Regierung schuldig seien, daß auf der einen Seite das Proletariat immer mehr verelendet, während auf der anderen Seite weite besigende Kreise schwelgen und praffen können. Mit Bernunftgründen und Hinweisen darauf, daß wir noch nicht die ausschlaggebende Macht besitzen, um so zuzufassen, wie es not Mit aller Klarheit muß gesagt werden, daß im jeßigen Augenwendig ist, kann man den darbenden Massen nicht kommen. Man blick nur die alleräußerste Anstrengung uns vor dem Chaos berechnet uns vor, wie hoch der Dollar unter Cuno stand und wie wahren fann. Glauben die bürgerlichen Parteien, diese Forderun hoch er jetzt unter Hilferding steht. Das ist ihre Argumentation, gen ablehnen zu müssen, muß die Partei die Verantwortung für gegen die sich unsere Genossen wehren müssen. Die Arbeiterschaft das, was fommt, ablehnen. will sehen, daß, bevor von ihnen Opfer verlangt werden, zunächst jene Kreise dazu gezwungen werden, die noch im Ueberfluß haben. Bis jetzt hat die befizende Klasse noch kein ernsthaftes Opfer gebracht und durch ihr Versagen die allgemeine Berelendung mit verschuldet. Ihre Habgier geht so weit, daß sie sich unbekümmert darum, welche sozialen Folgen ihr Verhalten nach sich ziehen muß, alles daransetzen, ihre Profitintereffen zu befriedigen. Sie fragen dabei durchaus nicht nach der Erhaltung der Republit oder sonstiger Heiligtümer, die man dem Bolle als unentbehrlich bezeichnet hat. Balzac und das Gras. Aus dem Anekdotenbüchlein ,, Derintime Balzac", das von Offig Ralender aus dem Französischen des Leon Gozian übertragen und bei Paul Stegemann in Hannover erschienen ist. PP In diesen für Balzac körperlich wie geistig gleich anstrengenden Tagen( da in der Porte- Saint- Martin sein Drama Bautrin" geprobt wurde) war es, daß er mich eines Tages auf dem Boulevard des Capucines anhielt und, abgehetzt wie er mar, zu mir sagte: ,, Ach, Liebster, ich sterbe vor Hunger...Es ist um drei. Ich komme von der Probe... Kommen Sie nur... Ich habe ein hübsches Lokal entdeckt. Dort gibt es großartige Pasteten... Sie werden sehen... Kennen Sie Reiskuchen?" Die Industrie muß gezwungen werden, die Betriebe zu öffnen. Die Straße muß frei werden von Arbeitslosen. Besteht die Möglichkeit nicht, voll zu arbeiten, so mag die Arbeitszeit auf drei Tage herabgesetzt werden. Der Lohnausfall für die übrigen drei Tage muß den Arbeitnehmern teilweise vergütet werden. Dieses kann geschehen, indem das Reich ein Drittel, der Unternehmer ein Drittel und das letzte Drittel der ausfallenden Lohnfumme der Arbeitnehmer trägt. Wird die Arbeitslosenzahl noch größer, so find die Folgen für das Reich noch noch nicht absehen. Wir stehen vor einem Winter, der dem Bollarbeiter nicht einmal notdürftig die Garantie gibt, leben zu können. Welche Folgerungen solche Situation haben muß, darüber wird sich der einzelne flar fein. Die Zeichen deuten auf Sturm. Die Verzweiflung steigt! Kommt es erst zu Verzweiflungsausbrüchen und zur Hungerrevolte, so gibt es fein Halten mehr, dann wird mit ihrem Ausbruch nicht nur die Arbeiterbewegung vernichtet, sondern auch die Bourgeoisie muß mit ihrer Bernichtung rechnen. Der einmal entflammte Bürgeririeg wird ungeheure Leiden für das Volk und den Zerfall des Reiches bringen. Dies zu verhindern ist unsere Pflicht. Uebernehmen wir unsere Aufgabe, indem wir uns als Führerin an die Spitze des Proletariats stellen. Sonntag, 23. September 1923 Aus der Partei. Wie der Parteivorstand bekannt gibt, soll in der 39. Kalenderwoche( vom 23. bis 29. September) der Mindestbeitrag für die Partei betragen: 800 000 m. für Männer, 50 000 M. für Frauen. In der Woche vom 30. September bis 6. Oktober ist der 40. Wochenbeitrag fällig. Der Mindestbeitrag foll für diese Woche sein: 1 500 000 m. für Männer, 500 000 m. für Frauen. Der Breslauer Sozialdemokratische Verein hielt eine große Versammlung ab, in der zu der Frage des Verbleibens der Partei in der großen Koalition Stellung genommen wude. Obwoh hier der überwiegende Teil der Redner, unter ihnen auch der Referent, Genosse Künstler( Berlin) sich gegen ein weiteres Verbleiben in der großen Koalition aussprachen, sprachen sich doch drei Viertel der Versammlung für ein weiteres Verbleiben in der Roalition aus. Es wurde eine Resolution angenommen, die der Friedenspolitik Stresemanns ihre Zustimmung aussprach, den, Kampf gegen den Reichswehrminister zwar fortgefeht haben will, aber lediglich innerhalb der großen Koalition, und im übrigen gegen jede Verlegung des Achtstundentages Stellung nimmt, da die allenthalben hervortretende Verkürzung der Arbeitszeit feinen Vorwand gebe, Mehrarbeit einzuführen. Die Angriffe gegen die Bertindung der Breslauer Reichswehr mit illegalen Organisationen haben übrigens insofern eine Wirkung gehabt, als von den drei verantwortlich genannten Offizieren be. reits einer den Dienst quittiert und ein anderer seine Bersetzung nachgesucht hat. Die Landestonferenz der BSPD. Anhalts am 16. September nahm mit 13 gegen 7 Stimmen folgenden Beschluß an: „ Die Landeskonferenz der Anhaltischen Sozialdemokratie billigt die Beschlüsse des Parteiausschusses und der Reichstagsfraktion über den Eintritt unserer Genossen in die Regierung." Filmschau. ,, Taifun", ein amerikanischer Abenteurerfilm, fand bei seiner Urauf führung im Tauenzien- Balast eine recht beifällige Aufnahme. den Amerikanern erwartet, und alles, in dem sie ein routiniertes Können Dies ist nicht verwunderlich, denn dieser Film bringt alles, was man von haben. Die Handlung spielt fich hauptsächlich auf einen Schmugglerschiff ab, das unter dem Kommando eines Mädchens, der Tochter eines verweiß eigentlich immer ihren Kopf durchzusehen. Als sie aber die Liebe storbenen Schmugglers, steht. Sie hat die Mannschaft in Raison nud als Fracht an Bord nimmt, ist ihr Untergang besiegelt, und ihr junges Leben findet einen vorzeitigen Abschluß. Allen Holubar, der Regisseur, hat eine große Filmsicherheit. Er versteht sich auf reizvolle Bilder. So hat Warum freilich während eines Taijuns der Mann am Steuer sich nicht man seine helle Freude an der Schiffsziege und einem drolligen Afsen. festbindet und feine Leinen an Ded gezogen werden, ist unflar, aber der Spannung halber wohl erforderlich. Etliche Attschlüsse sind zu harmlos, Im Gegensatz zu den kitschigen amerikanischen Filmen, die gleich im ersten doch weisen die letzten Afte Höhepunkte und glänzende Leistungen auf. Aft mit der Verfolgung einsehen und Verfolger und Verfolgte dann durch fechs Teile mal sechs Afte hepen, ist im„ Taifun" alles bis zum Schluß angespart. Dann jedoch arbeitet man einfach fabelhaft, und der Erfolg bleibt nicht aus. Als Hauptdarstellerin sieht man die sehr schöne Dorothy Philipps. Befremdlicherweise waren etliche Bilder verschwommen. Im Beiprogramm wurde das Publikum zum Mitbewunderer der Schönheit des Sandes, wobei Wissens- und Beachtenswertes interessant übermitt: It wird. e. b. hat man schon diese Stätte, an der die Reichen sich den Winterfreuden ,, Das Baradies im Schnee". Mit ihm ist St. Morih gemeint. Oft bingeben, im Film gesehen. Aber neue Reize, neue Wunder der Schneelandschaften find entdeckt worden. Und was gibt es sonst noch alles zu fchen, cin cingeschneites Bügele, einen mächtig pruftenden Schneepflug, sport. Ferner lustiges Leben, tolles Karnevalstreiben. Man schaut und Pferdemettrennen auf dem zugefrorenen See und jegliche Art von Winterschaut, um nimmer müde zu werden. Der Regisseur Jacoby, unterstüt durch gute Darsteller, fann einen vollen Erfolg buchen, der über die freundliche Aufnahme bei der Uraufführung in der Alhambra noch e. b. Wetter bis Montag mittag. Ein wenig wärmer, überwiegend he wölft mit Regenfällen, bei ziemlich frischen südwestlichen Winden. ebenso großer Psycholog wie Naturforscher wäre, und wir fönnten| Gräsern, von langen und furzen, geraden und gebogenen, sanften alle zusammen einpacken! Leider Beider vergaßen Sie zu effen, verehrter Meister!" „ Richtig!" N und rauhen, feuchten und trodenen, bunkel- und lichtgrünen!?" ,, Nu, ich sags ja, das ist Gras." Nie und nimmer tonnte ich eine andere Antwort, eine andere Definition erhalten, als: ,, Das ist Gras." Und in drei oder vier Bissen, die eines Gargantua würdig ge- Am anderen Tage fam zufällig ein Freund zu Besuch, einer jener wesen wären, verschlang er erst zwei und dann noch einmal zwei weibgereiften Leute, die Sie meinen. Ich fragte ihn, wie ich Tags Ravioli und lobte dabei lachend mit vollem Munde den Cooper und zuvor den Gärtner gefragt hatte:„ Sie als Botaniker und weitlief aufgeregt in der Boutique umher. Dies geschah offenbar zum gereister Mann müßten doch eigentlich die Namen dieser kleinen größten Entsetzen des englischen Fräuleins, welches baß erstaunt Gräser hier tennen Ich riß eine Handvoll Gras aus und gab mar, einen Menschen, den sie sich als einen von Blumen und Düf- es ihm. Ja... Es ist... Sehen Sie," fagte er nach eingehender ten, Wolfen und Winden fich nährenden Halbgott geträumt hatte, Betrachtung, mein Spezialgebiet ist eigentlich die Flora der nun so unmäßig essen zu sehen. Immerhin schien es ihrer hin- Malabarküste.. Dort beherrsche ich alles Sehen Sie, wenn gebenden Bewunderung nur wenig Abbruch zu tun. wir in Indien wären, sagte ich Ihnen ohne weiteres die Namen " Wenn Ihnen dieser Räuberroman so gut gefällt," versetzte dieser tausend und abertausend fleinen Pflanzen Hier in= ich und bot ihm, da er keinen Wein trant, ein Glas Wasser an, dessen Aus Hier sind Sie genau so dumm wie ich." ,, warum schreiben Sie dann nicht selbst so etwas, das an einem Wut rannte ich am nächsten Tage in den Jardin des Plantes. Ich See spielt?" wandte mich an einen der gelehrtesten Gelehrten des Instituts. ,, Ach, " Und woher, zum Teufel, sollte ich denn diesen See nehmen? Herr Balzac," meinte der berühmte Forscher ,,, was verlangen Sie Hier gibt es nur Waschbecken und allenfalls Badewannen." von mir?! Wir beschäftigen uns sehr mit der Familie der Larix ,, Sie fennen doch eine Menge meitgereifte Leute. Lassen Sie oder mit der nicht weniger interessanten der Tamarit, aber unsere sich von denen erzählen, wenn sie Ihnen in Les Jardies ihre Be- Zeit ist uns zu wertvoll, als daß wir uns mit diesen fleinen, nichts. suche abstatten. Ich weiß: die meisten find nur Schwämme. Aber sagenden Gräfern abgäben. Das ist eine Angelegenheit für Gemüseschließlich, wenn man sie ordentlich ausdrückt, kommt doch etwas händler. Aber, Scherz beiseite," fügte er hinzu, wo lassen Sie dabei heraus." denn Ihren Roman spielen?" In der Touraine." ,, Nun, so ,, Ach, Liebster," entgegnete Balzac und führte das Glas Wasser wird Ihnen der erste beste Bauer dort sagen fönnen, was Sie hier zum Munde ,,, ach, wüßtet Ihr, wie viel man wenig weiß! Wollen fein noch so gelehrter Professor lehren fönnte." Und ich reiste in Sie einen Beweis dieser schrecklichen Wahrheit? Hören Sie fol- die Touraine, wo ich Bauern fand, die so dumm waren wie mein Wenns beliebt," sagte das füße englische Fräulein, welches gendes!" Und, nachdem er zwei weitere Ravioli verschlungen, Weltreisender, so dumm wie mein Gärtner, aber doch nicht ganz so das Kuchenblech aus dem blankpolierten Ofen 30g. erzählte er: dumm wie die Professoren im Jardin des Plantes. Und es wurde „ Das ist etwas ziemlich Fades." „ Das wollte ich Ihnen eben sagen... Aber kennen Ravioli?" Sie „ Doch..." „ Sie fennen sie nicht... Kommen Sie!" Und indem er mich mit dem einzigen Arm anpacte, den er frei hatte, er hielt drei oder vier dicke Bände unter dem anderen Arm brachte er mich im Sturmschritt des Heißhungers zu dem gerühmten Pastetenbäder in der Rue Royale. Wir traten ein. Ravioli!" bestellte Balzac. ,, Wieviel?" „ Alle! Wir essen alle. Wie Balzac seine Bücher auf den Tisch warf, nahm ich an, G ,, Als ich mich mit den Vorarbeiten zur ,, Lilie im Tal" beschäftigte, mir unmöglich, in der Lilie im Tal eine Wiesenlandschaft zu beer würde sich alsbald mit der Gefräßigkeit eines Maori auf die tam mir die Idee, meinem Buche ein paar unsterbliche Seiten Land- schreiben, wie ich sie so gern Halm für Halm in der flaren, geBastetchen stürzen. Statt dessen fragte er mit einem Blick auf die schaftsschilderung mitzugeben. Bon diesem Gedanken befeelt, stürzte duldigen Manier niederländischer Meister gegeben hätte. Jetzt meinen dicken Bände: Wissen Sie, was ich da habe?" ,, Nein, lieber Balzac." ich mich wie ein Heide in den Pantheismus der Natur. Ich wurde Sie, sollte ich mich auf die Vielgereisten verlassen, um mir die Baum, Bach, Brumen, Stern, Wolfe und Wind. Dann wollte ich Details zu einer Seelandschaft zu verschaffen?! Wir wollen bemich einer wissenschaftlichen Gründlichkeit befleißigen und Namen scheiden sein und den Abbé Veriot nicht mehr tadeln, weil er gesagt Wie ich den Namen Balzac aussprach, blieb das englische und Bedeutung von einer Unmenge von Pflanzen erfahren, um mit hat:„ Meine Ansicht ist fertig." Er hat sich seine Ansicht viel besser Fräulein, das uns bediente, plötzlich stehen. Sie vergaß all die folcherlei Kenntnissen meine Beschreibung zu würzen. Zunächst war ausgedacht, als andere sie ihm erzählt hatten. Nur fonn man natüranderen Gäste. Sie erglühte in diesem Augenblick, wie eine rei- ich darauf bedacht, die Namen all der kleinen Gräser fennenzulernen, lich nicht alles erfinden wollen. Was bin ich schuldig?" wandie zende Rose im Schimmer der aufgehenden Sonne erglüht. Sie war die man für gewöhnlich zertritt am Begrand.. auf den sich hierauf Balzac an das englische Fräulein. wie von einem Bauberstrahl getroffen. Wiesen.. überall. Ich wandte mich also an meinen Gärtner. ,, Nichts, Herr Balzac," sagte fie mit einem Ton von edlem Balzac redete meiter: ,, Ach", meinte der ,,, nichts leichter als das!" ,, Na, dann fang Stolz und hübscher Bestimmtheit, daß keine Widerrede möglich war. Es ist das neueste Wert von Cooper:„ Der Datariofee". mal an!" ,, Nu also, das hier ist Bitterflce, das hier Schnecken- Balzac sah mich unschlüssig an. Jedoch, noch im selben AugenHerrlich! Urneraleichlich! Und fabelhaft spannend! Nach den lek- flee, das hier Giparseltentice, das hier- Ich wehrte ab: Mein, blick fand er cine galante Eririderung auf dieses galante Verfahren. ten zwei drei Werfen mor es natürlich zu erwarten. Sie müssen nein, ich frage tich, wie man diese Tausende von winzigen Gräsern, Er überreichte ihr den Cooperschen Roman mit den Worten: es lesen! Reben Walter Scott fenne ich feinen, der eine solche nennt, die wir zertreten... Wie ich sie hier abreiße, schau!" „ Daß ich nicht der Autor dieses Werkes bin, habe ich nie so Reinheit der Farbengebung hätte. Fehlte nur noch, daß er ein„ Nu, das ist Gras." Aber bie Namen dieser Myriaben von sehr bebauert, wie eben jetzt, mein Fräulein." Allg.Ortskrankenkasse Bin.- Wilmersdorf Für die Boche vom 24 bis 30. September 1923 gelten folgende Lohnstufen und Beiträge: Tagesentgelt GrundJohn Lohn stufe bis einschl. VII. VIII. 10 000 000 20 000 000 30 000 000 40 000 000 50 000 000 60 000 000 70 000 000 80 000 000 IX. 85 000 000 90 000 000 X.über 90 000 000 7 500 000 15 000 000 25 000 000 35 000 000 45 000 000 55 000 000 65 000 000 75 000 000 100 000 000 Beitrag pro Tag 750 000 1 500 000 2 500 000 3 500 000 4 500 000 5 500 000 6 500 000 7500 000 8 500 000 10 000 000 Für Lehrlinge ohne Entgelt find a des in Stufe 1 feſtgefeßten Betrages zu zahlen. Bersicherte sind nur umzumelden, wenn fich die bisherige Stufe ändert. Berlin- Wilmersdorf, den 21. Gept. 1923. Der Borstand. R. Engelhardt, Fr. Biemann, Borfigender. 135/7 Schriftführer. Allg. Ortskrankenkasse f. Zehlendorf und Umg. Bom 24. September 1923 gelten folgende Lohnstufen, Grundlöhne und Beiträge: Lohn Arbeitsentgelt auf Grund- Täglicher stufe den Kalendertag lohn Beitrag in taufenb Mart 5.000 450 7500 675 Hermann Engel Landsberger Straße 85-86-87 Außergewöhnliches! Braunmelierte Uebergangsulffer Elegante dunkelblaue Cheviottostüme ganz gefüttert... Feinste Gabardinetleider in marine, braun und Illa... Gestreifte prattische Faltentleiderröde Gestreifte Knabenanzüge in vielen Farben für 3-4 Jahre. ganter Ausführung Nur Montag und Dienstag An jeden Käufer nur ein Stück! 6 Nur noch soweit der Vorrat reicht! Extra- Angebote 500 400 98 Millionen 1. Herrengummimäntel 195 000 000 2. Weiche Flauschmäntel. 790 420 360 3. Eskimomäntel. 4. Tigerjacken, imitiert 99 1243 1016 843 99 1730 " 945 000 000 5. Uebergangsmäntel ans Herrenstoff 825 6. Reinwollene Strickjacken 99 196 29 795 000 000 ... 165 000 000 112 500 000 aus Crêpe de chine und Crèpe maroquaine, farbig gemustert, in ele- 480 000 coo 275 000 000 142 500 000 • A Schrlinge ohne Entg. Blusen 10 000 2 über 10 000 bis 20 000 15 000 1 850 Jumper 20.000 30 000 25 000 2 250 11 " 30.000 40.000 35 000 3 150 " " aus Runftſeibe in gefämadoollen Formen Wollene Damenstridjaden 9 615 000 000 540 000 000 40 000 50 000 45 000 4050 " " 50 000 60 000 55 000 4950 " 47 60.000 70.000 65 000 5850 " " 70 000 80 000 75 000 6750 " " 80.000 90 000 85 000 " " 10 90 000 100 000 7 650 9.000 156 000 000 ... 300 000 000 " 34567899 Die erhöhten Leistungen werden vom 1. Ottober 1923 ab gewährt. Behlendorf, den 21. September 1923. G. Bigalte, Borsigender. 135/10 A. Fischer, Schriftführer. Ortskrankenkasse für die Gewerbe d. Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin Bou 24. bis 30. Geptember 1923 ist der Söchftgrundlohn auf 100 000 000 Mart feftGestreifte Bardhendhemden in prima- Qualität Blaue Monteuranzüge für jeden Beruf paffend, Jacke und Hofe..... Leibwäfche, Bettwäsche, Tifchwäsche Teppiche, Gardinen, Stores, Bettvorleger, Läuferstoffc, Möbelstoffc Noch zu sehr billigen Preisen! Entzückende Pelzmäntel, Seal Electric, lang und halbland, Slinksjacken. Fohlenjacken, Tiger- und Leoparden- imitierte Jacken, wundervolle Mohär- Astrachanmäntel, Biberette, Pelz und Plüsch, Kostüme und Rödke. Westmann 1. Geschäft: Berlin W8, Mohrenstr. 37a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.115 Trauringe direkt ab Fabrik an Private Massiv Gold gefcht. Der tägliche Beitrag der höchften Allgemeine Ortskrankenkasse Marken- Marken- Zigaretten M.75 000 000 Stufe beträgt 6 000 000 Mart. Anspruch auf Die höheren Bazleistungen ab 22. Oftober 1928. Drudegemplare der Neueinteilung find im Kaffenlofal in Empfang zu nehmen. Berlin, den 22 September 1923. Fr. Meersbach. D. Gahl. Ortstrantenfasse der Gürtler Bekanntmachung Berlin- Lichtenberg Bekanntmachung Für die Woche vom 24. Geptember bis einschließlich 80. September 1928 werben träge feftgelegt: folgende Lohnstufen, Grundlöhne und BeiMit Wirkung vom 24. September er. it ber Höchstgrundlohn auf 100 000 000 A Mack festgefegt worden. Druckstücke der neuen Einteilung sowie der Beiträge sind vom 24. September cr. ab im Staffenlokal 2 erhältlich. Berlin, ben 22. Geptember 1923 Der Borstand GrundWoche Monat lohn in tausend Mart Lehrlinge ohne Entgelt bis 300 000 Beitr pro Ralendertag 500 7.500 his 70 000 750 15 000 140 000 600 000 150 134/11 3 25 000 210 000 900 000 2500 85 000 280 000 1 200 000 3500 45 000 55 000 65 000 490 000 350 000 1 500 000 4.500 420 000 1800000 5500 2100 000 6500 8 75 000 560 000 2 400 000 7500 9 85 000 630 000 2 700 000 8.500 10 100 000 u mehr u. mehr 10 000 K. Röder, Bors. 0. Kuntschke, Schriftf. Marken- Zigaretten we Saba, Juno, Salem und and. bekannte v, 160 Mill. an. 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September 562 500 bis 30. September 1923 betragen: 1 125 000 Lohn Arbeitsentgelt 1875 000 ftufe a.d. Kalendertag Bohn stufe pro Tag A 3 750 000 281 250 1 bis 10 tillionen 7 500 000 20 15 Millionen 80 25 糖 40 2 625 000 " 50 8 375 000 60 4125 000 A Lehrl. ohne Entgelt " 7 1 4 875 000 80 5 625 000 3 20 000 000-30 000 000 25 000 000 2 500 000 90 6 375 000 7 500 000 4 30 000 000-40 000 000 35 000 000 3500 000 5 40 000 000-50 000 000 45 000 000 4500 000 1234567890 10 über 90 100 Berlin, den 20. September 1923. Der Vorstand. Otto Gronau, Borsigender. 135/4 B. Bindemann, Schriftführer über M. bis M. bis 10 000 000 Grund- Tägl. John Beitrag Mr. 202. 7 500 000 500 000 7500 000 750000 2 10 000 000-20 000 000 15 000 000 1500 000 Auf die erhöhten Barleistungen haben 6 50 000 000-60 000 000 55 000 000 5 500 000 die Berficherten ab 21. Ottober 1923 7 60 000 000-70 000 000 65 000 000 6500 000 Anspruch. 8 70 00 000-80 000 000 75 000 000 7500 000 9 80 000 000-90 000 000 85 000 000 8500 000 10 90 000 000 100 000 000 10000000 Die Mitglieder bleiben in den bisherigen Stufen, nur, daß sich entsprechend der Beitrag und der Grundlohn ändert. Auf die erhöhten Barleistungen besteht 135/6 Berlin- Lichterfelde, den 21. Gept. 1923. Der Vorstand Bom 24. September bis 30. September D. Gebert, 1928 ist der Höchftgrundlohn auf 100 Wil- 2. Vorfigender. F. Haneberg, Schriftführer. lionen festgelegt. Für diese Zeit betragen demnady die täglichen Beiträge in Tausend Mart in den Stufen A 500, 1750, II 1500. Allgem. Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz nfpruch ab 23. Oktober 1923. Belanntmachung 111 2500. IV 8500, V 4500, VI 5500, VII Ortskrankenkasse d. Mechaniker.Optiker 6500, VIII 7500, IX 8500, X 10000. und verwandten Gewerbe zu Berlin Auf die erhöhten Barleistungen haben Bom 24. September 1923 ab wird die Versicherten ab 1. Olt. 1928 Anspruch. der Höchstgrundlohn auf 100 Millionen Berlin- Steglig, den 22. September 1923 2aet für den Tag festgefegt. Näheres beDer Vorstand 133/8 fagt das 13. Rundschreiben. 134/12 Moedel, Bors. Alb. Wagener, Schriftf M. Gutsche, Bots. F. Semann, Schriftf. Kleine Anzeigen # Fahrräder Anzeigen Nummer müssen für die nächste bis 41/2 Uhr nachm. in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Autozubehör Friedrichsgracht 5-6. Zündkerzen, Glühbirnen tauft Rösler, Vermietungen Mietgesuche Unüberbietbarer Tafeleimantauf, Werkzeuge u.Maschinen Sandwerker fucht möbliertes Zimmer, Nähe Danzigerstraße. Angebote M. D., Leinölfieniffe, Schelladarten. Leppin, Graudenzerstraße zehn. Rugellager, Boschzündkerzen, Magnete ,,, Borm."- Filiale, Greifenhagenerstraße. Bergaser tauft Mechanische Werkstatt, Gartenplay 5. 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